Kr. 270 Erstes Matt M. Jahrgang Zreltag, 2. Oktober (931 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnllk und Verlag: vrühl'fche Univerfiläts-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 2Ou,o mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erschein» »aglich.auhei Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsr-rechanschlllsse anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Htnvelwmtz. Zum 84. (vevurisiag des Reichspräsidenten, ^on Ververt v. Vmoenburg, Gesandten z.O. Es hergl, daß in unserer Zeit alte Leute älter werben ai» früher. Man lebt hygienlscher, und der ärztlichen Kunst, die immer tuhner und entdectungs- sreubiger wird, gelingt es oft, latente Kräfte zu erwecken unü muue »Leckrer weit über das biblische Auer hinaus in Gang zu erhalten. Aber es bleibt doch m den meisten füllen em schwieriges, nur durch strenge Dzat unu andere Entbehrungen aufrecht zu erhaltendes Gesundheltswert, das durch feoe Unvorfichtigreit oerhangnisvock gestört werden tonn. Eindrucksvoll und bewunderungswürdig ist es nun bei unserem Reichspräsidenten, üatz er der mooer- nen ärztlichen Nachhilfe so gar nicht bedarf unü i n gewohnter Ruhe und Frische seinen 84. Geburtstag feiern tann. too viel man weih, hat er keinen Hausarzt und hat in feinem langen Leven noch nie eine Kur in einem Badeort gebraucht. Als Hindenburg in Karlsruhe stand, tarn er auf einer Generalstavsreise auch einmal nach Bad Kissingen und soll dort beim aoendlichen Schoppen Wein gesagt haben: „Jia, es freut mich doch wirtlich, daß iaj au, diese Weise 'mal einen Kurort rennenlerne". Damals tonnte er nicht ahnen, dag Bad Kreuznach wahrend eines Teiles des Krieges jein Hauptquartier fein werde, allerdings nicht zu Kurzwecken. Ohne vielseitige Sponvetatigung scheint er sich durch lange Spaziergänge und die Ausüoung der Jago gesund eryauen zu haben. Besonders bei der Jagd ist Hindenburg noch immer unermüdlich, jüngeren Leuten oft voraus. Roch im August d. I. hat er in der Schorfheide einen starten Hirsch, einen Zwanzigender, mit Blattschutz auf 90 Meter Entfernung erlegt. Wer ihn auf der Pürsch begleitet hat, weiß, üatz chindenvurg Jagdfieber nicht tennt. Schon langst hat Hindenburg das Reiten ausgegeben und ist wohl nie ein passionierter Reiter gewesen, ebensowenig wie sein rechter Vetter, mein Vater, der Generalmajor Konrad von Hindenburg, wahrend dessen 1870 bei Mars-la-Tour als Rittmeister und Schwadronschef im 2. Garde-Dragoner-Regiment gefallener Bruder Paul einer der besten Reiter der preußischen Armee war. Dieser Hindenburg, der den gieiajen Vornamen führte, wie der Reichspräsident, war auch auherordentlich träftig. Mein Vater erzählte mir, daß Dntel Paul ein Pferd unterlaufen und auf einer Schulter hochzuheben vermochte. Ucbrigens ist auch der Reichspräsident bis in sein hohes Alter ein sehr starker Mann geblieben. Man erinnert sich, wie er in Hannover den Einbrecher mit eisernem Griff seiner rechten Hand bändigte, während er mit der linken um Unterstützung schellte. Jeder Kriminalist weiß, wie schwer es ist, einen Menschen, der sich der Verhaftung entziehen will, ohne weitere Hilfsmittel festzuhalten. Da ich meinen Vater erwähnt habe, mochte ich auch einen Ausspruch anführen, den er kurz vor feinem Tode über Hindenburg tat. Dieser, der damals General der Infanterie ä la suite der Armee war, besuchte meinen schwerkranken Vater im Iahre 1912. Er erschien im hohen Hut und langem schwarzen Ueberrock, also in einer Tracht, in der man den Reichspräsidenten jetzt häufig sehen kann. Wir waren alle aufrichtig betrübt, den rüstigen General in der damals für Militärs üblichen Ruhestandstracht zu erblicken. Als Hindenburg mit festem, aber leisem Tritt das Krankenzimmer verlassen hatte, liefe mich mein Vater rufen und sagte: „Mein Vetter Paul hat mir unsere gefährdete Lage in der Mitte Europas geschildert. Er müfete General st abs- chef werden, dann werden wir den nächsten Krieg gewinnen, sonst werden wir ihn verliere n.“ Richt lange darauf starb mein Vater, und ich habe' später oft an seine prophetischen Worte gedacht. 3efet liegt auch er auf unserem Familienfriedhof unter den Eichen von Reudeck, und der Reichspräsident wird, wenn er dort wandelt, an jenes Gespräch zurückdenken, das er vor dem Kriege mit seinem Vetter Konrad gehabt hat. . Er ist nun der letzte Vertreter der noch vor Der Hälfte des vorigen Jahrhunderts geborenen Generation unserer Familie. Es gehört ihm Reu - deck im Kreise Rosenberg, das nunmehr einzige von dem großen Landbesitz der Deneckendorfss und Hindenburgs übriggebl e^ene Rittergut. Durch Hinzuerwerbung eines Teiles des Waldes von Langenau, eines angrenzenden, schon früher veräußerten Gutes, ist Reudeck aus etwa 4000 Morgen vergrößert und ein lebensfähiger Besitz geworden. Das alte gemütliche, im Jahre 1742 erbaute Haus, in dem Hindenburgs Großeltern und Eltern gewohnt haben, wurde abgerissen. Es war wirklich ein gemütliches Haus mit heimeligen Zimmern, alles zu ebener Erde, und es ereigneten sich gemütliche Geschichten bar in, wie die von dem Vetter, der für eine Rächt kam und dreißig Jahre blieb. Run ist ein neues Herrenhaus im pren- ßischen Barockstil entstanden, das nach Südosten über anmutig bewalde' s Gelände schaut. Unter dem hohen Giebel ist unser Wappen eingemeißelt. Die geräumigen Zimmer sind bequem gelegen und ohne daß eine Ueberfüllung bemerkbar wäre, mit guten alten Möbeln, schönen Bildern und anderen Kunstgegenständen geschmückt. Es sind viele Geschenke aus der Felomarschalls- und Präsidentenzeit darunter, aber das meiste entstammt eigenem Besitz. Es ist eine erhebende, heute sehr selten gewordene Erfahrung, seinen Lebensabend dort verbringen zu können, wo man in jungen Jahren geweilt hat. Neu deck ist für Hindenburg die Heima t geblieben in die er jetzt zurückgekehrt ist. Auch im Alter hat Hindenburg sich sein „Kadettenherz" bewahrt. Das tritt besonders hübsch in einem kleinen Erlebnis zutage, von dem er selbst in seinen Memoiren erzählt: „Ein Kürzung her Höchstdauer in der Arbeitslosenversicherung. Eine Maßnahme der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung zum Ausgleich ihres Etats im kommenden Winter. Berlin, 1. Ott. (IU.) Die Reichsanstall für Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung teilt mit: „Durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 5. 3uni 1931 ist der Vorstand der Reichsaustalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung e r - mächligt und verpflichtet, den Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben der Reichsanstalt sicherzusfcllen. Auf Grund dieser Verordnung hat der Vorstand in feiner Sitzung vom 1. Oktober d. I. beschlossen, die h ö ch st d a u e r der versicherungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung von 26 Wochen aus 2 0 Wochen, für berufsüblich Arbeitslose auf 16 Wochen ju kürzen. Der Vertreter der Reichsregierung stimmte dem Vefchlufe des Vorstandes zu. Die Reuregelung tritt am 5. Oktober in Kraft. Die durch den Befchlutz des Vorstandes erzielte Einsparung soll die finanziellen Anforderungen sicherslellen, die bei einer Höch st zahl von 6,5 Millionen Arbeitslosen im kommenden Winter zu llntersfühungsleistungen in der Arbeitslosenversicherung erwachsen werden. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit hat sich bisher so gestaltet, daß im laufenden Iahr in der Zeit zwischen dem tiefsten Stanö des Sommers und dem 15. September die Zahl der Arbeitslosen um rund Z70000ge st legen ist, d. h. nicht erheblich stärker als in der entsprechenden Zeit des Vorjahres, wo die Zunahme rund 348 000 betrug. Am 15. September d. 3. belief sich die Zahl der Arbeitslosen auf rund 4,3 Millionen; ein abschliefeendes Urteil über die weitere Entwicklung ist zur Zeit nicht möglich." Kritik der preffe. Abwälzung auf die Gemeinden Berlin, 2. DH. (ERB.) Die Herabsetzung Der Unterstützungsdauer für Die Erwerbslosen findet in der Presse, soweit sie sich dazu äußert, fast allgemein eine kritische Beurteilung. Alle Blätter verweisen auf die für d i e Gemeinden dadurch entstehenden Mehrbela st ungen, da die Erwerbslosen schneller als bisher in die Rrifenfürforge und weiter in d i e Wohlfahrts - Unter st ützung übergeführt werden. — Die „V o s s i s ch e Zeitung" (Ullstein) glaubt nicht, daß die Erleichterung für die Reichsanstalt etwas anderes darstelle, als eine Lasten- Verschiebung, die der Allgemeinheit nur in beschränktem Umfange Erleichterung schaffen könne. — Auch der „B ö r f e n f o u r i e r" bezweifelt die Möglichkeit einer wesentlichen Ersparnis. — Der „Lokalanzeiger" ist der Auffassung, daß eine wirkliche Ersparnis nur durch eine Kürzung der Unterstützungssätze erreicht werden könne. — Der „T a g" (Hugenberg) bezeichnet die Maßnahmen der Reichsanstalt als einem „Druck von linksnachgebend. Nur eine wirkliche Reform werde Verständnis finden. — Die kommunistische Zeitung günstiger Umstand", so schreibt er, „gab mir Veranlassung, die Feier meines in den Krieg gefallenen 70 Geburtstags damit zu beginnen, daß ich Drei kleine Kadetten in Kreuznach von der Straße weg an meinen mit eßbaren Geschenken reich besetzten Frühstückstisch rufen lassen konnte. Sie traten vor mich hin, wie ich die Jugend liebe, frisch und unbefangen, leibhaftige Bilder längst vergangener Zeiten, (Erinnerungen selbsterlebter Tage." In diesen Sätzen lebt der ganze Hindenburg, schlicht und treu, wie das deutsche Volk ihn liebt, und wie er heute an seinem 84 Geburtstag in der ganzen Welt als Symbol des echten deutschen Wesens anerkannt und verehrt wird. Oie Lage im Ruhrgebiet. Die kommunistische Streikbewegung. Krawalle in Duisburg Essen, 1. Oft. (WTB.) Das Streifbild auf den Schachtanlagen des Ruhrgebietes hat sich nicht erheblich verändert. Während sich in einigen Betrieben die Zahl der Streikenden vergrößert hat sind bei anderen Schachtanlagen, die gestern im Streike standen, die Belegschaften fast vollständig oder doch zum größten Teil wieder eingefahren. Die Versuche der Kommunisten tm Wurmrevier, Streik zu entfachen, sind ergebnislos geblieben. Im Ruhrbezirk fehlten insgesamt 3740 Mann, gleich 6,29 v. H. der Belegschaft. Vermutlich als Auswirkung der auch im Du i «- burg-Hamborner Bezirk hervorgerufe- nen wilden Streikbewegung tarn es an verschiedenen Stellen der Innenstadt zu größeren Zusammenrottungen. Mit lautem Gejohle bewegten sich starke Trupps durch die Straßen. Polizei mußte zur Aufrechterhaltung der Ordnung auf- geboten werden. Im Verlaufe der Krawalle tarn es an verschiedenen Stellen zu Stürmen auf Geschäftslokale, wobei Fensterscheiben zertrümmert wurden. In den späten Abendstunden kam es auch in entlegeneren Stadtteilen zu Tumulten. Gegen Mitternacht war die Ruhe noch nicht völlig wiederhergestellt. Die tarifbeteiligten Dergarbeiterver- bände veröffentlichen folgende gemeinsame E r - „Berlin am Morgen" spricht von einem entscheidenden Schritt der Reichsregierung, durch den 300 000 Arbeitslose die Unterstützung aus der Arbeitslosenversicherung verlören. Oie Gestaltung der Lohnfrage. Berlin, 1. Ott. (VDZ.) Zu den bedeutungsvollen Verhandlungen, die Reichskanzler Dr. Brüning mit den Führern der Sozialdemokratie gepflogen hat, wird in gut unterrichteten Kreisen gesagt, man müsse annehmen, daß die Reichsregierung die Absicht auf gegeben habe, auf dem gesetzlichen Wege einen Einbruch in das Tarisrecht vorzunehmen, nachdem die Vertreter der SPD. auf dieschwer- wiegenden parlamentarischen Folgen eines solchen Schrittes hingewiesen hatten. Man könne damit rechnen, daß die Reichsregierung nunmehr die Absicht habe, nach Er- lafe der grofeen Rotverordnung Unternehm mer- und Arbeitervertreter zusammenzuberufen, um den Versuch zu machen, zwischen beiden eine Verständigung über die Lohnfragen herbeizuführen. Das Wirtschastsprogramm her Gewerkschaften. Berlin, 1. Oft. (ERB.) Der ADGB., der Afa-Bund, der Deutsche Gewerkschaftsbund.und der Gewerkschastsring Deutscher Arbeiter- und Angestelltenverbände veröffentlichen eine Erklärung gegen die kürzlich mitgeteilte Erklärung der Spitzenverbände der Wirtschaft, in der es u. a. heißt: Wenn jemals, dann haben insbesondere die Vorgänge der letzten Monate das Versagen weiter Wirtschaftskreise und die Rotwendigkeit eines planvollen Eingreifens des Staates in d i e Wirtschaft bewiesen. Der Versuch, die ungeheuere Wirtschaftsnot der Gegenwart aus staatlichen Eingriffen und aus der deutschen Sozial» und Lohnpolitik zu erklären, ist völlig haltlos. In Wirklichkeit liegen die Ursachen der deutschen Wirtschaftsnot in den allgemeinen Auswirkungen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems in der W^lt, den internationalen politischen St ö- r iNi g e n und dem Mißtrauen unter den Völkern. Verschärft wurde sie durch überspannten Protektionismus, Subventionspolitik, Ueberratio- nalifierung, Kapitalfehlleitung und systematische Senkung Der Kaufkraft. Seit iy2 Iahren wird als Ausweg aus der Krise die Senkung der Lohne und Gehälter sowie der Abbau der Sozialpolitik propagiert und betrieben. Das Ergebnis ist eine ungeheure Verschärfung der allgemeinen Rot. Deshalb verlangen Die Gewerkschaften Die Abkehr von Dem seither beschrittenen Wege unD erheben erneut folgenDe oorDringliche ForDerungen: Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung aller Arbeitslosen, zweitens Verkürzung Der Arbeitszeit — insbesondere Durch Einführung Der 40-Stunden-Woche — zum Zwecke Der Mehrbeschäftigung von Arbeitskräften, Drittens Erhaltung unD Steigerung Der Kauft raft Der Löhne und Gehälter, Sicherung Des Ta- ri fr echt es und Des staatlichen Schlichtungswesens, viertens Senkung Der Zölle mit Dem Ziel Der stärkeren Anpassung Der Deutschen Preise unD Lebenshaltungskosten an Das gesunkene Preisniveau Des Weltmarktes. Druck auf überhöhte Han- Delsspannen, fünftens Auflockerung Der m o - nopolistifchen PreisbinD ungen in allen Stufen Der Wirtschaft bei gleichzeitigem Ausbau klär ung: „Rachdem die Verbindlichkeitserklä- rung des Lohnschiedsspruchs erfolgt ist, besteht für die Mitglieder der tarifbeteiligten Bergarbei- terverbände die sogenannte Vertragsfriede n s p f l i ch t, d. h. alle diejenigen, die den wilden Streikparolen freiwillig folgen, können schadensersahpflichtig gemacht werden. Die Verbände können auf Grund bereits vorliegender Entscheidungen höchster Gerichte bei Verletzung ihrer Vertragspflicht zum Schadensersatz herangezogen werden. — Der gesamten Belegschaft der Stinneszeche Vereinigte Welheim in Bottrop ist zum 15. Oktober gekündigt worden. Von dieser Maßnahme werden 1400 Arbeiter und 80 Angestellte betroffen. Begründet wird die Kündigung mit Der allgemeinen wirtschaftlichen Rotlage, der Finanznot und insbesondere mit der Unterbietung der deutschen durch die englische Kohle. Ein Mißtrauensanirag der Rechisopposition. Berlin, 1. Oft. (VDZ.) Das von dem deutschnationalen Parteiführer Dr. H u g e n b e r g an- gekündigte gemeinsame Vorgehen der Rechtsopposition nach dem Wiederzusammentritt des Reichstags wird, nachdem die Zustimmungs- erklärung der Nationalsozialisten vorliegt, zustande kommen, die gemeinsame Besprechung darüber wird aber wahrscheinlich erst unmittelbar vor dem Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungen stattfinden. Außer den in Betracht kommenden parlamentarischen Parteien, also den Deutschnationalen», den Rationalsozialisten und den aus der Landvolkfraktion ausge- fchiedenen Abgeordneten, werden auch außerhalb der Parteien und des Parlaments stehende Kreise an der Besprechung beteiligt sein. Fest steht bereits, daß diese Verhandlungen die Einbringung eines gemeinsamen Miß - trauensantrages gegen das Kabinett Brüning durch die parlamentarischen Vertreter der Rechtsopposition zur Folge haben werden. Die Rationalsozialisten haben auch ein Mißtrauensvotum gegen den Außenminister Dr. E u r t i u s Der öffentlichen Kontrolle, sechstens öffentliche Bankenaufsicht mit Dem Ziel Der Verhütung von Fehlleitungen Des Kapitals und Sicherung volkswirtschaftlicher KapitalverwenDung, siebentens rücksichtslose Kürzung Der überhöhten Spitzengehä l t er unD Pensio - nen in Wirtschaft unD Verwaltung. Die Durchführung Dieser wirtschaftspolitischen Richtlinien muß oerbunDen sein mit Der Abwehr aller Die Währung beDrohenDen Experimente, ferner mit zielbewußter FörDerung Der internationalen Verständigung, Die gerichtet fein muß auf Konsolidierung Der schwebenden Schulden Deutschlands, auf internationale Zusammenarbeit zur Sicherung gesunder Kapitalverteilung und auf Losung der Frage der internationalen Kriegsverschuldung und der Reparationen. Oie Meinung der Preffe. Berlin, 2. Oft. (TU.) Verschiedene Berliner Blätter nehmen eingehend zu den Forderungen der Gewerkschaften Stellung. Der ,V o r to ä r t 8“ legt besonderen Rachdruck daraus, daß sich die drei gewerkschaftlichen Spihenver- bände zu einer Einheitsfront zusammengeschlossen haben und hebt hervor, dafe dieses Programm weitgehend mit den Forderungen der Sozialdemokratischen Partei überein stimme. — Die „DA 3“ sagt, die Forderungen enthielten Dinge, die sich, wie die Erfahrung gezeigt habe, nur zugunsten einer Steigerung der Arbeitslosigkeit auswirkten. — Die „Vossische Zeitung" sieht in den Forderungen wertvolle Ergänzungen des Programms, das die Spitzenverbände der Wirtschaft der Oefsentlichkeit unterbreitet haben. — Der „Bö r > e n c o u r i e r" schreibt, den Gewerkschaften sollte klar sein, daß die Lohne d i e andere Seite derPreise seien, und daß man die Verbesserung des Realeinkommens (niedrige Preise bei gleichen Lohnen) leider nicht kommandieren könne! — 5>te „Börsenzeitung" schreibt: Die Zugeständnisse der Regierung im Ruhrschiedsspruch hätten den Bemühungen der Linken nach weiteren Konzessionen neuen Anreiz verschafft. angekündigt. Bei den Deutschnationalen ist eine Entscheidung über diese Frage noch nicht gefallen. Ob die Deutschnationalen sich an einem besonderen Mißtrauensantrag gegen Dr. Eurtius beteiligen, wird sich erst in der gemeinsamen Besprechung entscheiden. Oie Bürgerffeuer für 1932. Ber 1 in, 2. Oft. (VDZ.) Im Reichsrat sanden die Durchführungsbestimmungen zur Bürger st euer für 1932 Annahme. Sie sehen eine Freigrenze für Unterstützungsempfänger usw. mit einem Einkommen unter 500 M k. jährlich vor, aber auch Personen mit einem geringeren Einkommen müssen wenig st ens Die halbe Bürger- ft e u e r zahlen, wenn ihr landwirtschaftliches Grund- oDer Betriebs vermögen den Wert von 5000 Mark übersteigt. Für Wochenlohnempfänger find 12 Zahlungstermine der Bürgersteuer, für Monatslohnempfänger sechs Termine, verteilt auf die Monate Januar bis Juni 1932, vorgesehen, für die Veranlagten zwei bis drei Termine vom Januar dis März. Die Bürgersteuer soll künftig vollkommen von den Gemeinden verwaltet werden. Die Lockerung des RielerschuheS. Was wird von her Negierung geplant? Berlin, 1. Okt. (VDZ.) Die neue Mietsrechtsnotverordnung wurde heute im Woh- nungsausschuß des Reichstags in Form von Petitionen beraten. Bei dieser Gele- gcftfecit teilte der sozialdemokratische Abg. Lipinski mit, er sei in den Besitz eines Ressort- entwurses zu einer Rotverordnung gelangt, wonach der Mieterschutz für große und geteilte Wohnungen aufgehoben werden soll. Den Mietern solcher Wohnungen soll der Schuh des Wucherparagraphen und das Recht zur Anrufung eines Schiedsgerichts genommen werden. Ersahraum wird nicht mehr gewährt. Die Mieteinigungsämter bei Den Amtsgerichten sollen aufgehoben, dafür sollen Mieteinigungsämter der Gemeinden zugesassen werden. Die Zuweisung von Woh- Vor der Parlamentsauslösung Voraussicht nach voll ausgezahlt BArtt norsnay 16 11© !>65 o zur genreaierung befindet sich ?fahr 400 Kilometer nordöstlich WWI krafttreten anzukündigen. Während dieser Frist steht es den Besitzern frei, sich entweder für eine Umwandlung ihrer Bonds oder für Aus- I ■Kunc ein. zahlung des Gegenwertes nach Ablauf dieser 1 Der wegen des Attentats auf den Hamburger Regierungsrat Lassallh angellaqte Polizeioberwachtmeister Pohl wurde zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren verurteilt. Meine politische Nachrichten. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, wird Reichspräsident v. Hindenburg seinen Geburtstag, wie schon In früheren Jahren, außerhalb Berlin- verleben. Minister- schen Minister war es auch Tardieu, der bis sahrt des Zuges mit Laval verhandelte. EhaoS in der Mandschurei. Angriffe mit Gummiknüppeln auf die nach Zehn- laufenden zählenden INenschenmassen. Ein Unterhaus- mitglied wurde verhaftet und wird heute vor dem Polizeigericht verurteilt. Außerdem verhaftete die Polizei noch zwölf Personen, vielfach kam es z u schweren Ausschreitungen. Die Fensterscheiben zahlreicher Geschäfte wurden zertrümmert, und die Auslagen als Wurfgeschosse gegen die Beamten geschleudert, viele Personen erlitten Verletzungen, drei Polizisten muhten in» Krankenhaus geschafft werden. Rach Mitternacht wurden zwölf Lebensmittelgeschäfte nusgeplün- Die Radikal-Demokratische Partei, Landesverband Hessen, hält ihren diesjährigen Parteitag am Sonntag, 4. Oktober, im Parkhotel in Offenbach ab. Auf diesem Parteitag wird die Liste der Kandidaten für die Landtagswahlen aufgestellt werden. London, 1. Okt. (WTB.) Wie der „Daily Telegraph" aus Mukden meldet, suchen in der Mandschurei jetzt zwei einander feindliche Regierungen an die Macht zu kommen. Die Anhänger des bisherigen Gouverneurs der Mandschurei, Marschall Tschang- s u e h l i a n g , haben Tschintschaufu (ungefähr 160 Kilometer südlich von Mukden) zur Hauptstadt er- ZTlännern nach dem Rathaus, wo eine Abordnung | pes Oktobergehaltes erhalten. Die Llnterstützuw Wohlfahrtserwerbslosen werden je- dert. Um 1.30 Uhr war berittene Polizei noch mit dem Auseinandertreiben der Menschenmassen auf den l Straßen beschäftigt. Erst nach 2 Uhr früh trat endlich klärt. Dorthin hatte sich nach dem Ausbruch der Unruhen eine Anzahl Beamter des alten Regime» geflüchtet. Die Gegenre in Kirin, unge1. 1 von Mukden. Die Kirin-Reglerung hat die Anfchul- Frist zu entscheiden. Bon dem Rechte der Regierung, die Einkommensteuer gleich bei der Auszahlung der Zinsen abzuziehen, wird abgesehen werden, da ein großer Teil der Anleihe im Auslande plaziert ist: andernfalls würde man die Ausländer vom Ankauf von Pfund-Sterlings-Bonds abhalten. ArbeiiSlosentumulte in Bristol und Glasgow. Die Opposilionsbew eguna in der Sozialdemvkmlie Lleberläufer oder Absplitterung? dem Stadlrat ihre Beschwerden überreichte. Linen gen an die besonders ernsten Eharakter nahmen die kund- doch aller gebungen i n G l a » g o w an, wo sie bis nach Mitter- werden, nacht andauerten. Die Polizei unternahm zahlreiche Graf v. Roedern hat mit Rücksicht auf die ihm obliegende anderweitige Arbeitslast das Amt des Vorsitzenden des Bundes zur Erneuerung des Reiches niedergelegt. Als Nachfolger wurde Reichsminister a. D. Dr. Gehler gewählt. Graf v. Roedern hat sich bereiterklärt, zusammen mit Freiherrn v. Wilmowsky den stellvertretenden Dorfitz zu übernehmen. © woixenios 0 nute». Q naro PedtcKt 0 voimo. • ocdtcni • ♦ sehnt» »Graupeln «Hebel K Gtwn'tr.(§)Uindstmc -O- X» icichtr- On naiiiQt» SOdiuawen q ttürmsciie* -lordweii Olt Pttiit flitflen mit dem winde Pit Bodtn Stationen Menenden Zafr ltn gtOtn die Temperatur an. Die Linien verDinden Orte mit Oieidt* in' nreresmirtau umotrtchntltn Luitdruck Wettervoraussage. Ueber dem Festland ist der Luftdruck wieder angestiegen, so daß sich eine Hochdruckbrücke gebildet hat, die sich von der Biscaya über Frankreich und Süddeutschland bis nach Polen hin erstreckt. Unser Bezirk liegt an ihrem Nordrande, so daß wir dem- entsprechend südwestliche bis westliche Luftzufuhr erhalten. An der Südseite der kräftigen Islanddepres- fion bringen Warmlustmassen mit für die Jahres- zeit sehr hohen Temperaturen über die britischen Inseln ostwärts vor. Vorläufer von ihnen sind schon in größeren Höhen bis auf das Festland gelangt und haben eine geschlossene Nebel- und Wolkendecke verursacht. Da entsprechend dem Lauf der Isobaren die Zufuhr der Ozeanlust noch anhält, ist weiterhin mit diesigem und wolkigem Wetter zu rechnen. Das Auftreten leichter Nebelregen ist dabei nicht aus- geschlossen. Die Temoeraturen steigen weiter an und gleichen sich zwischen Tag und Nacht noch mehr aus. Vorhersage für Samstag: Dunstig und bewölkt, mild, vorübergehend, leichter Sprühregen digung erhoben, daß die bisherige Regierung feit Beginn der Herrschaft des einem Attentat zum Opfer gefallenen Marschalls Tschangksolin bis zur Absetzung seines Sohnes Tschangsueliang Gelder im Betrage von drei Milliarden aus der Mandschurei herausgepreßt habe. Der Ausbruch offener Feindseligkeiten zwischen beiden Regierungen wird dadurch verhindert, daß zwischen ihnen in der sogenannten geschützten Zone die Japaner stehen. Außer in Kirin ist auch in Tsitsikar eine vorläufige Regierung gebildet worden. Ein Kampfbund für deutsche Kultur. Wie man uns mitteilt, wurde ein Kampf bund für deutsche Kultur gegründet, der den Zweck hat, inmitten des heutigen Kulturverfalls die Werte des deutschen Wesens zu verteidigen und jede arteigene Aeußerung kulturellen deutschen Lebens zu fördern. Der Kampfbund setzt sich als Ziel, das deutsche Volk über die Zusammenhänge zwischen Rasse, Kunst und Wissenschaft sittlichen und willen- haften Werten aufzuklären, bedeutende, heute totgeschwiegene Deutsche in Wort und Schrift der Oeffentlichkeit näherzubringen und so dem kulturellen Gesamtdeutschtum ohne BerücksichtiAUng politischer Grenzen zu dienen, ferner durch Sammlung aller Kräfte, welche diese Bestrebungen teilen, die Voraussetzung für eine, das Volkstum als ersten Wert anerkennende Erziehung in Schule und Hochschule zu schaffen, schließlich im Heranwachsenden Geschlecht aller Schichten des Volkes die Erkenntnis für das Wesen und die Notwendigkeit des Kampfes um die Kultur- und Charakterwerte der Nation zu wecken und den Willen für diesen Kampf um die deutsche Freiheit zu stählen. — Der Bund ruft alle auf, denen die deutsche Zukunft am Herzen liegt; alle schöpferischen Kräfte und alle lebendig erhaltenden: die Männer der Kunst, des Wissens, der Tat, alle bewußt Deutschen im Reiche und in aller Welt, alle Freunde der deutschen Kultur, die Frauen, die oft feinfühliger als die Männer das Schleichende der Zersetzung fühlen, die Erzieher der Jugend und vor allem diese Jugend selbst, die um ihr materielles Dasein, um geistige Geltung und seelische Freiheit hart zu ringen hat. Berlin. 1. OIL (DDZ.) Infolge ihres AuS- chlusses aus der Sozialdemokratischen Partei haben die Abgeordneten Dr. Rosenfeld (Wahlkreis Thüringen) und Seydewiy (Wahlkreis Chemnitz-Zwickau) dem Reichstagsbureau mitge- teilt, daß sie aus der Sozialdemokratischen Fraktion ausgeschieden seien. Der Abgeordnete Oet- tinghaus «Wahlkreis Westfalen-Süd) hat mitgeteilt, daß er sich der kommunistischen Fraktion anschließe. Die gleichfalls zur Opposition gehören- den, aber aus der Partei noch nicht ausgeschlossenen Abgeordneten Ströbel (Chemnitz-Zwickau), Siemsen (Thüringen), Ziegler (Breslau) undPor- tune (Frankfurt a. M.) haben sich nach einer Mel- düng des ,Vorwärts" ebenfalls beim Reichstagsbureau bei der sozialdemokratischen Fraktion abgemeldet. Die Absplitterungsbewegung in der SPD. hat in den parlamentarischen Kreisen, die in unbedingter Opposition zum Kabinett Brüning stehen, zu der Auffassung geführt, daß Rosenfeld und Sehdewih auch aus den Reihen der sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten soviel Zulauf erhalten würden, daß dann auch mit Zustimmung der SPD. keine Mehrheit mehr für das Kabinett Brüning zustandezubringen wäre. 3n diesem Zusammenhang ist die wohl als phantastisch zu bezeichnende Ziffer von 25 SPD.-Ab- geordneten genannt worden, die sich von der Reichstagsfraktion absondern würden. Ein hoher Funktionär der SPD. erklärt hierzu, nach Lage der Dinge müsse man au dem Eindruck kommen, als ob es der Rosenfeld-Gruppe gelingen werde, überall im ganzen Reichsgebiet einzelne SPD.-Leute hinter sich zu bringen, da sie einmal genügend Zeit hatten, innerhalb möglich. Vorhersage für Sonntag: Frühnebel, tagsüber wechselnd bewölkt und aufheiternd, meist trocken. Lufttemperaturen am 1. Oktober: mittags 15L Grad Celsius, abends 7,7 Grad: am 2. Oktober: morgens 8,6 Grad. Maximum 15,6 Grad, Minimum 6,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Ok- tober: abends 12,8 Grad, am 2. Oktober: morgen» 9,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 9 Stunden, der Partei für ihre Bestrebungen zu werben und da sie anderseits die bequeme Plattform gegen den Brüningkurs zur Verfügung haben. Es müsse aber für ausgeschlossen erklärt werden, daß die Rosenfeld-Gruppe i r • gendeinen Parteibezirk auf ihre Seite bringe und sehr unwahrscheinlich, daß es ihr gelingen werde, Ortsvereine geschlossen zusichherüberzuziehen. In diesen bedeutsamen Momenten liege der Unterschied der jetzigen Bewegung zu der Spaltung innerhalb der SPD. aus den Jahren 1916/17. Damals war es der USPD. möglich, den ganzen Parteibezirk Leipzig, den Dez rk Halle und andere geschlossene Gebiete restlosfürsich z u g e - Winnen, damals lag a4o eine regelrechte Absplitterung vor, während man heute nur von einzelnen Lieberläufern sprechen könne. In Zwickau sei offenbar die Mehrheit gegenSeydewitz eingestellt. Das dortige Parteiblatt habe ausdrücklich erklärt, daß Seydewitz die volle Verantwortung für das treffe, was geschehen ist. Etwas schwieriger lägen die Dinge allein in D r e s I a u , weil dort die »Opposition" Gelegenheit gehabt habe, ihren Vorstoß anderthalb Jahre lang vorzubereiten. Aber auch in Breslau habe die Partei denApparat fest in der Hand. Immerhin könne es sein, daß in Breslau vielleicht ein Viertel bis ein Drittel der Mitglieder sich der Rosenfeld-Gruppe anschließen würde, ilnb was die Reichstagsfraktion anlangen würde, so müsse man aus dem Gange der letzten Fraktionssi^ungen entnehmen, daß stimmungsmäßig vielleicht noch drei oder vier Fraktionsmitglieder sich auf die Seite von Rosenfeld und Sehdewih stellen werden. Mehr müsse man für sehr unwahrscheinlich halten. Präsident Dr. Braun hat zugleich tm Domen des preußischen LtaatSministeriumS dem Herrn Reichspräsidenten die herzlichsten Glückwünsche und aufrichtigsten Dünsche für fernere! Wohlergehen ausgesprochen. funk abzuhelfen, doch feien sie bisher nicht in der Lage gewesen, den Abzügen nennenswerten Einhalt zu tun. Lavals Amerikareise. Tardieu wird den Ministerpräsidenten vertreten Paris, l.Okt. (TU.) Ministerpräsident Laval wird sich am Freitag, den 16. Oktober, an Bord des Dampfers „3le de France" einschisfen, um die geplante Reise nach Amerika zu unternehmen. Der Aufenthalt in Washington wird nur von kurzer Dauer sein und zwei Tage nicht überschreiten. Unter diesen Umständen wird die für die offi- zielten Empfänge vorgesehene Zeit auf das Mindestmaß eingeschränkt werden, und der größte Teil der verfügbaren Zeit wird den Besprechungen mit Präsident Hoover gewidmet sein. Wie „Matin" mitteilt, wird während der Reise des Ministerpräsidenten Landwirtschaftsminister Tardieu interimistisch das Ministerpräsidium verwalten. Die Tatsache, daß Tardieu und nicht der älteste Ressortminister den Ministerpräsidenten vertritt, ist beson- ders bemerkenswert. Tardieu gilt in Frankreich nach wie vor als der kommende Mann und die Ucbernahme des immerhin weniger exponierten Landwirtschaftsministeriums ist nicht willkürlich erfolgt, sondern hatte zum Zweck, die Opposition zu beruhigen und dem Kabinett Laval eine festere Grundlage zu geben. Wenn heute die Opposition von einem KabinettLaoal- Tardieu spricht, so trifft dies insofern zu, als der ehemalige Ministerpräsident der treue st e Berater seines früheren Arbeitsministers ist und dieser den Ratschlägen seines Landwirtschaftsministers weitgehend Gehör schenkt. Bei Antritt der Berliner Reise der Vereinheitlichung des fremdsprachlichen Unterrichts. Berlin, l.Okt. (WTB.) Die Forderung nach !r ö h e r e r E i n h e i t l i ch k e i t u n s e r e s öheren Schulwesens wird seit Jahren erobern Das Reichsministerium des Innern hat daher einen besonderen Ausschuß aus Vertretern der Unterrichtsverwaltungen der Länder mit der Bearbeitung von Vorschlägen für eine Verein- fachung des Schulaufbaues befaßt. Die Mehrheit des Unterausschusses hat einen Vorschlag den Unter- richtsverwaltungen vorgelegt, nachdem das F r a n« zäsische als A n f a n g s s p r a ch e gewählt wer- den sollte, jedoch bleibt die Entscheidung, ob Fran- zösisch oder Englisch im späteren Schulbetneb als Houptsprache zu lehren sei, offen und kann je nach Schultypen und sonstigen pöda- gogischen Gesichtspunkten getroffen werden. Das Gold und die Krisis. Profeiior Cast'el tritt für eine neue Papierwährung ein. Der schwedische Rationalökonom Professor Gustav Cassel hielt über den Stockholmer Sender einen Vortrag über das Thema „Stehen wir vor der Aufhebung der Goldwährung?". Die Krise, so führte Cassel aus, fei eine Folge der außerordentlichen Rachfrage nach Gold, die den Wert des Goldes plötzlich enorm gesteigert habe. Das sei gleichbedeutend mit einer Warenpreissenkung. Die Erschütterungen der Weltwirtschaft seien durch die Goldhortungen kn Frankreich unD in den Vereinigten Staaten hervorgeru^en wor- den. Hätten beide Staaten das ihnen zugeflos- ,ene Gold der Weltwirtschaft wieder zugeführt, so wäre die verheerende Wirtschaftskrise vermieden worden. Die Gläubiger der Welt hätten aus lauter Mißtrauen ihre Forderungen möglichst einzuziehen versucht, und so wäre ein Land nach dem andern zahlungsunfähig geworden; zunächst seien Australien und einige südamerikanische Staaten, dann Oesterreich und Deutschland, und schließlich selbst das „reiche England" der Krise zum Opfer gefallen und zur Aufgabe der Goldwährung gezwungen worden. Professor Cassel untersuchte dann die Mittel, die aus der gegenwärtigen Weltkrise herausführen könnten. Cs müsse eine systematische Beschränkung der Rachfrage nach Gold eingeführt werden. Die Banken hätten ihre Ansprüche auf Goldreserven wesentlich herabzusetzen. Das könne aber nur gelingen, wenn die Einsicht durchdringe, daß Goldreserven lediglich den Zweck hätten, kleine Unregelmäßigkeiten in der internationalen Zahlungsbilanz auszu- ?leichen; eine besondere Golddeckung ei nicht erforderlich. Dann untersuchte der Redner das Problem, ob ein Geldsystem auf andere rGrund- I c g e als der des Goldes möglich sei. Die Vorschläge einer Silberwährung wurden von Cassel abgelehnt. Die Kaufkraft der Zahlungsmittel — so erklärte Cassel — hänge lediglich von der Knappheit ab. Es müßten also alle Länder mit Papierwährung zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Wechselkurse Lleberein- kommen abschließen. Das könnte, so schloß Cassel, am besten in der Weise geschehen, daß England die Leitung übernehmen und selb st eine Papierwährung mit beständiger Kaufkraft ebenso wie Frankreich und die Vereinigten Staaten schaffen würde. Eine neue Initiative Amerikas? Hoover konferiert mit Finanzfach» verständigen Washington, l.Oki (Reuter. WTB. Funkspruch.) Die in- und ausländische Wirtschaftslage ist in einer wichtigen Konferenz, erörtert worden, die Präsident Hoover mit dem Llnterstaatssekretär des Schatzamtes Mills,'dem Gouverneur des Dundesreservebankdirektoriums Meyer, dem Handelsminister Lamont und dem Staatssekretär S t i m f o n abhielt. Eine nach Beendigung der Konferenz ausgegebene Erklärung besagt lediglich, der Präsident habe eine neue Bemühung „zur Besserung der Lage" erwogen. Es könne aber gegenwärtig, nichts darüber mitgeteilt werden. „Daily Telegraph" meldet, daß Wallstreet mehr über die Geldhamsterei ängstlicher Sparer, als über die großen Goldabflüsse nach Europa beunruhigt sei. Die nicht abreibende Kette von Bankenzusammenbrüchen habe das Vertrauen der Sparer in das amerikanische Banksystem so sehr untergraben, daß die Geld- Hamsterei in den letzten Wochen auf über 2 Milliarden Mark geschäht werde. In führenden Bankkreisen herrsche die Ansicht vor, daß ein niedriger Zinssatz im Hinblick auf eine mögliche Wiederbelebung des Handels notwendig sei. Man erkenne jedoch andererseits an, daß diese Absicht durch den „stillschweigenden Ansturm" auf die Danken sehr erschwert worden ist. Viele Banken haben ihre Anlagen in mündelsicheren Staatspapieren unter erheblichen Verlusten flüssig machen müssen, um den steigenden Anforderungen nach Geld genügen zu können. Obwohl ein offener Sturm auf die Danken wie im Jahre 1903 durch das Federal-Reserve-System so gut wie unmöglich gemacht wird, wirkt das allgemeine Mißtrauen lähmend auf das Geschäft und erschwert den Danken die ersorderliche Zuteilung von Krediten an Handel und Industrie. Diesem Llebelstande suchten die Danken durch beruhigende Versicherungen u. a. auch im Rund- 4k? Einigung in der Zollfrage. Londons Okt. (WTB.) Angesichts der Vorgänge des heutigen Tages herrschte am späten Abend in parlamentarischen Kreisen so gut wie allgemein die Lieberzeugung, daß das Llnterhaus demnächst aufgelöst wird, und zwar wahrscheinlich am 8. Oktober. Es besteht Grund zu der Annahme, daß Macdonald, Bald- w i n und der liberale Sir Herbert Samuel sich bereits auf eine Formel geeinigt haben, die besagt, daß sie bereit sind, je nach denErfor- dernissen der Lage durch Tarife oder sonstige geeignete Maßnahmen öie Einfuhr z u regeln oder ganz z u verhindern. Entgegen einer früheren Meldung haben sich die vier liberalen Kollegen Samuels in der Regierung noch nicht darüber geeinigt, ob sie dieser Formel zustimmen sollen. Lieber das Ergebnis einer Racht- sihung des Kabinetts ist noch nichts bekannt. Das Llnterhaus nahm in erster Lesung d i e Vorlage gegen Lebensmittelwu ch?r an. Diese ermächtigt das Handelsamt, gegebenenfalls außerordentliche Maßnahmen zu ergreifen, um einen Mangel an Lebensmitteln oder eine unvernünftige Steigerung der Preise gewisser Lebensmittel und Getränke zu verhindern. Die Schuldigen können mit Gefängnis bis zu drei Monaten oder einer Geldstrafe von 100 Pfund Sterling, bzw. zu Gefängnis und Geldstrafe verurteilt tperoen. Ferner erfolgt Beschlagnahme der Waren. — Snowden erläuterte dann die Bestimmungen der Finanzvorlage über die Konvertierung der fünf- proz. 2000 - Millionen - Pfund - Anleihe. Es ist beabsichtigt, die Konvertierung den Besitzern der Bonds drei Monate vor InOie Wetterlage. Donnerstag. iU /. Oktober 4q(/hr nungen durch die Wohnungsämter wird nur noch bei einer Iahresmiete bis zu 400 Mk. statt 600 Mark zugelassen. Mieterschutz, Mietengesetz und Wohnungsmangelgesetz sollen ab 1. April 1933 aufgehoben werden. Lipinski beantragte, die Reichsregierung zu ersuchen, von einer Qlenberung des Mieterschutzgesetzes, des Mietengesehes und des Wohnungsmangelgesetzes Abstandzu nehmen, bis das soziale Mietrecht gesichert sei. Rach lebhafter Debatte beschloß der Ausschuß, für Freitag den Reichsarbeitsminister und den Leiter des Reichsjustizministeriums zur Auskunftertei l u n g darüber einzuladen, welche Lockerungen der Mie- terschuhgesehgebuna beabsichtigt seien. Erst nach dieser Auskunft soll der Ausschuß über den sozialdemokratischen Antrag Beschluß fassen. Aus aller Welt Bruch de» Oderdamm» oberhalb Oppeln. Oberhalb von Oppeln ist der Oderdamm bei dem Dorfe Krempa in einer Länge von etwa 200 Metern gebrochen. Der Damm, der schon im vorigen Jahre schadhaft war, konnte aus finanziellen Gründen bis jetzt nicht in der erforderlichen Weile ausgebessert werden. Durch die Gewalt des Wassers wurden große Mengen Erde weggeschwemmt und mehrere Meter tiefe Locher in die Erde gebohrt Mehrere Ortschaften sind durch die Fluten äußer st gefährdet. Bei der Breite der Bruchstelle sind bis jetzt alle Dichtungsarbeiten der Rettungsmannschaften ohne Erfolg geblieben. Raubüberfall auf eine Bank. Der 31jährige Versorgungsanwärter Wagner drang in den Kassenraum der Stadtbank in Meißen ein und raubte ein Geldsäckchen mit tausend Mark. Einern ihm entgegentretenden Beamten schoß der Räuber durch die Hand. Er versuchte dann mit einem Motorrad zu entkommen. Dies wurde jedoch von mehreren Passanten vereitelt, die das Rad umwarfen. Es gelang den Räuber festzunehmen. Laskrop-Rauxel kann keine Gehälter mehr zahlen. Die Stadt Castrop-Rcküxel ist aus Mangel fonbon 2 Okt (WTB 'Tunffprud)) 3n B r 1 • I a n Barmitteln nicht in der Lage, die am KOI «nl s’ia.gom tarn ju 'WF-M-N M«« gebungen gegen bie geplante Kürz u n g Schalen auszuzahlen, auch alle zu diesem 2er» bet Arbeitslosenunterstützung. Jn bei- mjn fälligen Zahlungen können nicht geleistet ben Orten marschierten Tausenbe von Frauen und werden. Die Vol s chulleh .er sollen c l n F ü n f i e l o 4fr» 1> >8 ,1b o tfO wi L t>5 *60» Ein Versuch überzeugt!InApoih.uDrog.PreisöOPfg. u 120M wieder neu eröffnet! Heinrich Ruhl Aiusdiloa.kmtxJiöirjxrhciden.Bansdiädn Ukidsdi i Nb 9 ttbr vorn«. Löcllfleifch mit Kraut. Georg Tränket. 05666 05669 w Flechte, Jucken, Vicht übersehen I Morgen Sonnabend nur einmal. Gastspiel Karten: Musikhaus Challicr ICO* , ««** Wetzel i suppe nächstes Paar Schuhe unbedingt ' 'I 'SL \6 f. f) <0- 4 Bei rauher, rissiger Haut u. Kinderwundsein die erprobte Salbe von überraschender Wirkung! Württemberger Hof Gvaue Oaave? 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Viele junge Menschen, junge Mädchen besonders, denken in großer Dankbarkeit an ihre Volkshochschulzeit zurück und sehen darin nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern wissen um den bleibenden Wert davon für ihr ganzes Leben. Leider aber ist die Dildungsarbeit der evangelischen Volkshochschulheime in den evangelischen Kreisen längst noch nicht genügend bekannt. Darum sei hier einiges über die Eigenart dieser Vilüungs- stötten und ihre besondere Bedeutung für die evangelische Mädchenbildung gesagt. Es ist der selbstverständliche Wunsch aller Der* antwortungsbewuhten Eltern, ihren Kindern eine möglichst gediegene Schulbildung und Ausbildung zu geben. In der gegenwärtigen Rotzeit gilt dies nicht weniger als sonst: eher ist es noch wichtiger geworden. Jedermann weih, daß die Anforderungen auf allen Seiten täglich noch steigen. Darum suchen auch die evangelischen Heimvolks» Hochschulen eine geistige und praktische Weiterbildung zu geben, welche wirklich für die Aufgaben des späteren Lebens vorbereitet. Viele junge Mädchen werden vor allem nach einer weiteren praktischen Ausbildung verlangen. Sie finden im Hauswirtschaftsunterricht der Heimvolks- hochschule Anleitung im bürgerlichen Kochen und in allen Hausarbeiten. 2m Handarbeitsunterricht geht es um Weih» und Kleidernähen sowie kunstgewerbliche Arbeiten. Zu den praktischen Rot- wendigkeiten gehört es weiter, daß man etwas versteht von häuslicher Krankenpflege und auch von der Pflege des Säuglings und Kleinkindes. Dem soll die Gesundheitslehre dienen und vor allem ein Krankenpflegekurs, der von einer Schwester geleitet wird, und der sich jeweils in den Gesamtlehrgang einfügt. Auch der Unterricht der Erziehungslehre sucht für praktische Aufgaben vorzubereiten, für die Aufgaben des Familienlebens, dessen Pflege doch die Hauptaufgabe der Frau zu allen Zeiten bleibt, sei es im späteren eigenen Familienkreise oder auch in einer sonstigen Hausgemeinschaft, in die man im Leben geführt wird. Aber jeder strebende junge Mensch hat, so wichtig die praktischen Dinge sind, auch ein Bedürfnis nach geistiger Fortbildung. Man möchte doch mehr wissen über sein deutsches Volkstum, über deutsches Geistesleben in Vergangenheit und Gegenwart, über Werden und Entwicklung der deutschen Muttersprache, über deutsche Dolkserzieher, Denker und Dichter: aber auch über die wirtschaftlichen Verhältnisse und ihren Zusammenhang möchte man besser unterrichtet werden. Dies alles ist in den Volkshochschulheimen Gegenstand der Deutschkunde und Bürgerkunde. Dabei wird stets sorgfältig ausgewählt, was wirklich im Leben brauchbares Wissen ist. 3n alledem unterschetdet sich freiwillig die Arbeit der Heimvolkshochschulen noch wenig von derjenigen anderer Bildungsstätten. Welches ist aber noch die besondere Aufgabe, welche diese evangelischen Schulheime in der Mädchenbildung erfüllen möchten? Die evangelischen Heimvolkshochschulen möchten jungen Menschen über die geistige und praktische Weiterbildung hinaus auch helfen zu einer inneren Klärung und Festigung, damit sie auch den menschlich-sittlichen Aufgaben im späteren Leben gewachsen sein möchten. Während die meisten fachlichen Bildungsstätten alle Zeit und Kraft für die berufliche Schulung verwenden müssen, wollen die Heimvolkshochschulen den ganzen, also auch den inneren Menschen fördern und ihm zum Reiferwerden helfen. Wie notwendig gerade in der Gegenwart eine Klärung und Festigung für den jungen noch werdenden Menschen ist, bedarf keines Beweises. Darum wollen die Stunden evangelischer Lebens- und Weltanschauungskunde einführen in evangelisches Denken und hinführen zu verantwortungsbewußter Stellungnahme in allen Lebensfragen. Denn evangelische Eltern — im wahren Sinne des Wortes — sind niemals nur darauf bedacht, ihren Kindern ein möglichst glattes Durchtommen zu sichern. Sie teilten vielmehr, das) es andere Werte gibt, Werte, die unersetzlich und unvergänglich sind, ohne welche auch die beste Schulung für den Lebenskampf armselig ist. Solche Werte sind Glauben und Liebe, Gemüt und 2nnerlichkeit, Vertiefung des ganzen Menschen zur reifen christlichen Persönlichkeit. 3m evangelischen Dolks- hochschulheim nun dienen nicht nur die Unter- richtsstunden diesem Ziele, sondern das ganze Heimleben ist dadurch bestimmt. Hier wird die Verantwortung für den Nächsten und für ein Ganzes täglich praktisch betätigt. Die Schülerinnen leben wie eine große Familie miteinander unb mit ihren Lehrern im Heim. Arbeits- und Erholungsstunden fügen sich gleicherweise ein in eine feste und zugleich fröhliche christliche Hausordnung. W0U5 m SAMI Watttorstraßc 28 SamStag. den 3. Oktober 1931 Oppeln. ÖQmm bei btm ' D°n ftoa Jm, der ßon nle,0U9 finaic ’ mörderlichen w Äkwnli des s®WW)wtmmt atbofjrt. urch Die Fluten 'tt'tk der Lruch, toten der U fltblieben. laut »artet Dagner labtbant in kloiadfcn mit tretenden 2e- Hand. 8t ter« 1 ju entkommen, Manien Der« - gelang den Löwen-Drogerie W Kllbinger Nacht., Seltersweg Progerie Winterhoff, Kreuz-Drog. A. Noll, Bahnhofstr. 63, Mud.-Drog. H. Elges, Seltersweg 68a / Kreuzplatz 10. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 25. Sept. 3n der heutigen Verhandlung hatte sich das Dezirksschöffengericht lediglich mit Sittlichkeitsverbrechen zu beschäftigen. Ein älterer Arbeiter war beschuldigt, an einem 5l/2 3ahre alten Kind strafbare Handlungen vorgenommen zu haben. Der Angeklagte war geständig. Der Kreisarzt erklärte ihn für voll verantwortlich, § 51 StGB, könne nicht in Betracht kommen. Der in Haft befindliche Angeklagte wurde zur Minimalstrafe von 6 Monaten Gefäng- n i s verurteilt, und zwar mit Rücksicht auf sein Geständnis, und da er wegen gleicher Delikte noch nicht vorbestraft ist: sieben Wochen der erlittenen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe angerechnet. Ein verheirateter, aber noch junger Schlosser . soll an einem 10 3ahre alten Mädchen strafbare Handlungen vorgenommen haben. Er wurde trotz seines Leugnens durch längere Beweisaufnahme überführt. Das Gericht bewilligte dem Angeklagten mildernde Umstände, verurteilte ihn aber nach dem Antrag des Staatsanwalts mit Rücksicht auf sein Leugnen und sein brutales Vorgehen zu einer Gefängnisstrafe von 10 Monaten: auch ihm wurden sieben Wochen der Untersuchungshaft angerechnet. Ein noch in jungen 3ahren stehender Grenadier stand wegen Vornahme strafbarer Handlungen an drei Mädchen und einem Knaben unter 14 3ahren unter Anklage. Er war in vollem Umfange geständig, so daß eine weitere Beweisaufnahme unterbleiben konnte. Das Gericht nahm mangels Gegenbeweises an, daß der Angeklagte bei Begehung der Straftaten noch nicht 18 3ahre alt war. Demgemäß konnte neben Gewährung mildernder Umstände auf eine ermäßigte Strafe erkannt werden. Urteil: Gesamtstrafe von vier Monaten Gefängnis abzüglich 6 Wochen Untersuchungshaft. Berliner Börse. Be r l i n , 2. Okt. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Effektenfrühverkehr verhielt man sich zunächst noch abwartend, da besondere Anregungen fehlten. Eine geschäftliche Tätigkeit konnte sich noch nicht entwickeln, doch schien man eher etwas freundlicher gestimmt. In den Kursen war gegen gestern abend keine Veränderung eingetreten. Man nannte Farben mit etwa 94,5 und Siemens 102,5 v. H. Weiter gesucht waren einige sonst weniger beachtete Werte, darunter Rheinische Braunkohlen. Am De- visenmarkt nannte man London gegen Paris 100,75, gegen Neuyork 3,97, gegen Amsterdam 9,75, gegen Italien 77,50, gegen Oslo 17,75, In mehr zahlen, aut Mangel r Sagt, die am et an diestädti« 1 Lehrer höherer ju öiefem Ter« en nicht geleistet nttnjünftel he Unterstützungen werden je» voll aiche-ahlt Worten, und die Versammlung beantwortete seine Ansprache mit dem Gesang: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren". Hierauf folgten in bunter Reihe Gesänge des Frauenchors der Pe- trusgemeinde und des Knabenchors des Organisten, des Herrn Lehrers Kröll, Darbietungen des Vereins für christliche Musik, Aufführungen der Kinder der Kinderkirche, sowie der Mitglieder beider 3ugendvereinigungen. Die Mädchenvereinigung führte zwei Volkstänze vor, die tadellos klappten, die Aufführungen wurden durchweg flott gespielt, namentlich zeigten auch die Kinder großen Eifer. Eine vom Frauenverein veranstaltete Verlosung fand großen Anklang, in kurzer Zeit waren alle Lose verkauft, die durchweg von den Frauen gestifteten Gewinne machten große Freude, und ein schöner Reinertrag für die Gemeindearmen war das Ergebnis. Die Kinder hatten inzwischen draußen gespielt und hatten Brezeln erhalten, die von den Bäckern der Gemeinde gestiftet waren. Ein ernstes Schlußwort von Pfarrer Waas und der Gesang des Liedes „Run danket alle Gott" bildete den Ausklang. Das ganze, reichhaltige Programm wickelte sich außerordentlich rasch ab, so daß man um 18.30 Uhr hochbefriedigt nach Hause gehen konnte. Der ganze Rachmittag war nur möglich durch Zusammenwirken aller in der Gemeinde wirksamen Kräfte. **_ Die Vereinigung ehemaliger Schüler des Gießener Pädagogiums veranstaltete, wie man uns berichtet, am vergangenen Samstag und Sonntag nach mehrjähriger Pause wieder eine Zusammenkunft. Zahlreiche Auswärtige waren der Einladung gefolgt. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete der Festabend auf der „Karlsruhe". Der erste Vorsitzende, Herr 3 h n e (Siegen), eröffnete die Feier mit einer Ansprache. Es folgten eine Reihe künstlerischer Darbietungen. Herr Pianist Hahn brachte in gewohnter Meisterschaft Werke von Mozart und Liszt. Herr Holla erfreute durch Gesang in feinsinniger Wiedergabe, Oberprimaner M ü Iler durch einige Violinsoli. Der zweite Teil des Abends stand im Zeichen der Kleinkunstbühne. Unter der Leitung und Mitwirkung der Herren Holla und Osman Bey brachten die Heimschüler das Publikum schnell in angeregteste Stimmung. Tanz beschloß den schönen Abend, der allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. ** „SB ü r g e r m e i ft e r e l (3 i e f$ e n/ Der Ober, bürgermelfter macht in einer Bekanntmachung in unserer gestrigen Ausgabe darauf aufmerksam, daß die von ihm vertretene Behörde nicht mehr „Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen", sondern vom 1. Oktober ab „Bürgermeisterei Gießen" heißt. ** Die Gießener Hindenburg-Stif- t u n g. Wie erinnerlich, hat der Stadtrak der Stadt Gießen durch Beschluß vom 30. September 1927 aus Anlaß des 80. Geburtstages des Herrn Reichspräfi- benten von Hindenburg eine Stiftung von jährlich 500 Mark errichtet. Die Vergebung dieser Stiftung für das Jahr 1931 ist heute im Stadthaus, Gartenstraße 2, an die durch den Beirat für Kriegerfürsorge vorgeschlagenen Personen erfolgt. Es wurden zehn Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene mit je einer Gabe von 50 Mark bedacht. 50 3ahre Kastellan au f Burg Gleiberg. Am gestrigen 1. Oktober konnte der Gastwirt Sebastian Riebergall auf eine 50jährige Tätigkeit als Kastellan der Burg Gleiberg zurückblicken. Aus Thüringen stammend, war er in den siebziger Jahren beim Bau der Lollar—Wetzlarer Bahn beschäftigt, genügte dann feiner Militärpflicht bei den Qluguftanern in Koblenz und bewarb sich im Frühjahr 1881 um die vom Gleibergverein ausgeschriebenen Aufräu- mungsarbeiten in der Burg Gleiberg. 3m Herbst desselben 3ahres übertrug man ihm die neuerrichtete Stelle eines Kastellans, ein halbes 3ahr später auch die des Burgwirtes. Wie bekannt, war damals die Burg dem Wetzlarer Landrat von Tieschowih als Geschenk übertragen worden, der sie in den endgültigen Besitz des Gleibergvereins weitergab. 3n dieser Zeit rückte die Burg stark in den Mittelpunkt des öffentlichen 3nteresses: es setzte starker Besuch des schon vorher besteigbaren Turmes ein. Mit Geschick waltete Riebergall seines Amtes und erfüllte die in ihn gesetzten Erwartungen. Mit Ausdauer und Fleiß brachte er in langjähriger Arbeit die Burganlage in einen guten Zustand, der von dem einstigen Trümmerfeld nichts mehr ahnen ließ. Wer heute die Burg betritt, wird den nun Dierundsiebzigjäh- rigen noch immer in bewundernswürdiger Frische beschäftigt sehen. 3m Ort und weit darüber hinaus wird er geschätzt und geachtet. Er bekleidete lange das Amt eines Gemeindeverordneten, dem Presbyterium gehört er viele 3ahre an. Als Vorsitzender des Gastwirtevereins Krofdorf-Rodheim und Umgegend genießt er das Vertrauen seiner Kollegen. Möge ihm ein lichter Lebensabend auf der Burg, die er fünf 3ahrzehnte behütet, be- schieden sein. ** Schulpersonalien. Die nachfolgend genannten Studienreferendare wurden mit Wirkung vom 1. Oktober ab zu Studienafsessoren ernannt: Wilhelm Dauer, Gießen: Wolfram Engel, Alsfeld: Kurt Fresenius, Rordeck: Dr. Heinrich Huth Gießen; Rudolf Keil, Gießen; Hans Keller, Gießen: Erich Menges, Büdingen: Wilhelm R e u s ch l i n g , Gießen; Heinrich Rothley, Gießen; Theodor Sattler, Gießen; Wilhelm Schmidt, Ridda; Dr. Heinrich Otto Schröder, Gießen; Rudolf Seiler, Büdingen und Dr. Adolphine Weiß, Gießen. ** Justizpersonalie. Der Gerichtsvollzieher Balthasar Dem beim Amtsgericht Gießen tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes am 1. November in den Ruhestand. ** Forst personal! e. Der Förster Wilhelm Lotz von Wieseck tritt auf Grund des Altersgrenzegesetzes am 1. November in den Ruhestand. ** Erwerbslose unb Jugendherbergen. Der Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen hat beschlossen, daß erwerbslose erwachsene Mitglieder, die ihre Erwerbslosigkeit nachweisen, in seinen Herbergen nur das Kopfgeld für Jugendliche bezahlen. Bei Tagungen Erwerbsloser unter verantwortlicher Füh- rung sollen in den Herbergen nur die Selbstkosten berechnet werden. ** Von e i n e m 21 u t o angefahren. Gestern mittag wurde in der Krofdorfer Straße ein 62 Jahre alter Invalide beim Ueberqueren der Fahrbahn von einem Auto angefahren. Der Bedauernswerte, der schwerhörig sein soll und anscheinend das Herannahen des Kraftwagens nicht bemerkt hatte, wurde mit Kopfverletzungen der Klinik zugeführt. "Sterbefälle in Gießen. 3n der Zeit vom 16. bis 30. September verstorben in Gießen: 19. Luise Siebert, geb. Schleenbäcker, 61 3ahre, Marburger Straße 40. 21. 3ohannes Carle, ohne Beruf, 67 3ahre, Reuenweg 28. 22. Henriette Textor, geb. Hain, 62 3ahre, Frankfurter Str. 127. 23. Hilda Rosenthal, ohne Beruf, 65 3ahre, Goethestrahe 28; Karl Boller, Mehgermeister und Gastwirt, 43 3ahre, Bahnhofstraße 55/57. 24. Reinhard Knapp, Schneidermeister, 53 3ahre, Mühlstraße 5. 25. Auguste Detter, geb. (Seiler, Witwe, 80 3ahre, Plockstraße 16. 26. Katharina Peppier, geb. Simon, Witwe, 59 3ahre, Marburger Straße 25. 28. Bernhard Helm, ohne Beruf. 20 3ahre, Frankfurter Straße 20; Karl Pusch, Arbeiter, 55 3ahre, Schanzenstraße 1. 29. Paula Scriba, geb. Dettgenhäuser, Witwe, 76 3ahre, Ostanlage 9. Der Gemeindetag der Petrus- gcmcinöe am Sonntag auf der „Liebigshöhe" nahm, wie man uns berichtet, einen recht schönen Verlauf. Der Saal war bis zum letzten Platz gefüllt. Die Veranstaltung wurde durch ein Musikstück des „Vereins für christliche Musik" und ein Begrüßungsgedicht eröffnet. Dann begrüßte Kirchenvorsteher Lenzdie Besucher mit herzlichen Rach alledem wird leicht einzusehen sein, daß die evangelischen Heimvbltshochschulen Bildungsstätten sind, welche in ganz besonderer Weise Ausgaben evangelischer Mädchenbildung zu erfüllen vermögen. Dies wird auch von den Eltern, welche ihre Töchter schon zur Heimvolkshochschule schickten, immer wieder gern anerkannt. So schrieb z. B. erst kürzlich ein evangelischer Vater, dessen Tochter am letzten Mädchenlehrgang der Heimvolkshochschule Hohensolms teilgenommen hatte, an diese: „3ch habe den Eindruck, daß die Teilnahme an dem dortigen Volkshochschulkursus für die geistige und körperliche Entwicklung meiner Tochter einen für das ganze Leben wertvollen, zur Zeit gar nicht abzu- schähenden Gewinn bedeutet." 3n der Regel holten die Heimvolkshochschulen dreimonatige Sommer- oder Winterlehrgänge ab, welche Anfang April, bzw. Anfang Rovember beginnen. Das Aufnahmealter für junge Mädchen aus Stadt und Land ist meistens 17 bis 25 3ahre. Mochten die evangelischen Eltern die Bedeutung dieser Bildungsstätten für die evangelische Mädchenbildung erkennen, damit in dieser schicksalsschweren Zeit junge Mädchen herangebildet werden für ein rechtes evangelisches grauenleben. TechmscheAothilfe und Winterhilfswerk Man teilt uns mit: 3n der Ueberzeugung, daß die Technische Rothilfe bei der Durchführung der umfangreichen und schwierigen Aufgaben, vor die die Verbände der Wohlfahrtspflege bei der Durchführung der geplanten Winterhilfsaktion gestellt sind, in vieler Beziehung Mithilfe leisten kann, hat die Hauptstelle den in Betracht kommenden Stellen die Mitarbeit der Technischen Rothilfe angeboten. Auf Grund der Erfahrungen der früheren 3ahre und vor allem des letzten Winters kommt hauptsächlich die Gestellung von Helfern und Heferin- nen für die Durchführung von Sammlungen jeglicher Art, für die Verteilung von Liebesgaben, für Lebensmitteltransporte und für die Einrichtung von Rotspeisungen, aber auch nach Maßgabe des Bestandes die Bereitstellung von Feldküchen, Transportmitteln u. a. m. in Frage. Alle Dienststellen im Reiche, alle Ortsgruppen, Bereitschaftstrupps und Obmänner der Technischen Rothilfe sind bereits angewiesen, dem Winterhilfswerk jede mögliche personelle und materielle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Oie Obst', Gartenbau- und Iagd- Ausstettung. An der Herrichtung der Obst-, Gartenbau- und 3agdausstellung in den Sälen der „Liebigshöhe" zu Gießen, die morgen um 11 Uhr eröffnet werden soll, ist gestern und in den letzten Rachtstunden emsig gearbeitet worden. Das gesamte kostbare Material für die 3agdaus- ftellung sowohl, wie auch die großen Mengen von prachtvoll entwicke'tem Obst wurden sorgfältig gesichtet und au'gestellt. Auch die Ausschmückung der Räume ist im allgemeinen bereits beendet. Auf Einzelheiten soll heute nicht eingegangen werden, doch kann man sagen, daß in der Obstausstellung mit ihren vielen hundert fertiggepackten Einheitskisten eine selten günstige Gelegenheit geboten sein wird, erstklassiges Obst zu sehen und direkt vom Erzeuger zu erwerben. Von allgemeinem 3n- tereffe sind auch die wissenschaftlichen Abteilungen. Ferner ist in dem anstoßenden Gartengelände manches Sehenswerte und Rützliche erstanden, von dem noch berichtet werden wird. Alles in allem kann gesagt werden, daß die Ausstellung in allen Teilen schon, und zur festgesetzten Stunde fertig werden wird. Man beachte die heutige Anzeige. Äornotizerr. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Elisabeth von England", Anfang 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr. — Oberhessischer Kunstverein: Jubiläums-Ausstellung, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr. — VHC.: Monatsoersammlung bei Hopfeld. — Christliche Versammlung Gießen: 20.15 Uhr, Lindenplatz 1, Evangelisations-Versammlung „Wird Christus wiederkommen?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Eine Freundin so goldig wie du ...". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Der fliegende Pfeil" und „Die seltsame Nacht der Helga Wangen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 19.30 Uhr Eröffnung der Winterspielzeit 1931/32 und erste Vorstellung im Freitagabonnement. Unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch Erstausführung des Schauspiels „Elisabeth von England" von Ferdinand Bruckner. Die Rolle der Elisabeth: Maria Koch, Karl Hey- ser den König Philivp. Sonstige Mitwirkende: Damen: Doering, Sachse, Schubert-Jüngling: Herren: Bruck, Eilert, Fassott, Geiger, Hauer, Heck, Hub, Janscheck, Kühne, Michel, Nieren, Paetsch, Schelcher, Schubert, <5eik Bolck. Leitung der SBühnenmufit: Kapellmeister Fritz Cuj6. Beginn 19.30 Uhr, Ende gegen 22.30 Uhr. Bruno Frank wird als nächster Autor mit seiner Komödie „Sturm im Wasserglas" zur Erstaufführung kommen. Spielleitung hat Heinrich Hub. — Als erste Fremdenvorstellung gelangt am Sonntag, 4. Oktober, „Der Garten Eden" von Dernauer und Oesterreicher unter der Spielleitung von Peter Fassott einmalig zur Wiederholung. Die Rolle der Tilly Hasselberger liegt in den Händen der jugendlichen Salondame Edith SB e r g e r. Beginn 18 Uhr, Ende gegen 20.45 Uhr. 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Zeigt bieser Spielzeitbeginn schon deutlich bas Streben nach größter Bielseitigkeit unb Abwechslung unb bilbet so ben Austakt dieses Goethefeierjahres durch Förderung zeitgenössischer Meister, so ist dieser Gedanke auch bei der weiteren Ausstellung des Spielplans maßgebend gewesen. Neben den Klassikern Shakespeare. Schiller und — in diesem Jahre natürlich an betonter Stelle — Goethe („Faust", „Stella". „Jph.gerne") wird sowohl die Linie der Historie auf dem modernen Theater (Grasss Sand-Stück .Die einsame Tat") wie auch die des Zeit- theaters (mit Menzels „Bork") fortgesetzt werden. Neben den .jungem" Jubilaren (Gerhart Hauptmann, Shaw. Fulda, Schnitzler und Stefan Zweig) wird Sudermann mit feinem nachgelassenen Werk „Gesetz der Zeit" erscheinen, und besonders interessante Merkpunkte versprechen die Inszenierungen von Zeiz' „Erna Serafin", Friedrich Försters „Der Graue und Zuckmayers „DerHauptmannvonKope- nick" zu werden. Der Kampf um lebendige Neuheiten wird gestritten nicht weniger als vier Uraufführungen („Mary und Lisa' von Graff, „Liebe oder Film" von Croisset, „Berstehen wir uns?" von Preradovic und „Julietta kauft sich ein Kind" von Maura und Sierra) konnten wir unserer Bühne sichern. Cnsemble- gastspiele (Konrad Dreher, Eugen Klöpfer, Carola Neher u. a. m.) vervollständigen das Pro- Li nd nicht genug damit: um allen Kreisen der Bevölkerung den Besuch unserer Borstellungen zu einem Preise zu ermöglichen, der ihre heutige finanzielle Möglichkeit nicht übersteigt, wurden vornehmlich die Abonnementspreise oft bis zu 50 Prozent gegenüber ben Kassenpreisen gesenkt unb auch sonst wesentliche Vorteile unseren Abonnenten eingeräumt. Jntenbanz unb Verwaltung haben mit aller Kraft aus eine Verminberung des Zuschußbedarfs hingearbeitet, sie sind dabei bis an die äußerste Grenze der vertretbaren Einsparungen gegangen, indem zugleich auch alle am Theaterpunkt verliert', ganz zu schweigen von dem großen Prestigeverlust, den Gießen als Sitz der Hessischen Landesuniversität und als Hauptstadt Oberhessens bei Schließung seiner Kunststätte in Deutschland wie im Ausland erleiden würde. Es werden Kirchen und An sich ist durch die neue Finanzpolitik der Regierung und der Bank von England eine Klärung der Lage eingetreten, auch wenn man im Augenblicke noch nicht weiß, auf welcher Höhe das Pfund seine natürliche Basis finden wird. Dennoch i t die Nervosität über die weitere Entwicklung nicht gewichen, da die innerpolitische Lage noch völlig im Dunkeln liegt. Sie wird von den beiden Fragen beherrscht, ob Zolltarife eingesührt werden sollen ober nicht, und ob die Regierung zu Neuwahlen schreiten wird. Beide Probleme stehen im engen inneren Zusammenhänge. Wenn entschieden märe, daß Zolltarife für England schädlich und daher nicht wünschenswert sind, jo wären allgemeine Neuwahlen nicht notwendig; das Kabinett könnte seinem Programm nachgehen, ohne an eine Rekonstruktion zu denken. Tatsächlich schien es in den ersten Tagen nach der Preisgabe des Goldstandards, als ob hierdurch Neuwahlen überflüssig geworden wären. Bald aber erhoben öie Konservativen wieder ihre alten Forderungen nach Zolltarifen und Neuwahlen mit vermehrter Heftigkeit, die das Kabinett auf die Dauer nicht außer acht lassen kann, weil es sich in der Haupt jache auf diese Partei stützt. Auch Sir John Simon und seine Anhänger unter den Liberalen ließen keinen Zweifel über die Vorteile eines richtig — ober wie er sich ausbrückte, „wissenschaftlich" — an= geroanbten Zolltarifs zur Verbesserung ber Hanbels- bilanz unb es scheint, baß seine Theorie täglich mehr Anhänger unter ben Liberalen finbet. Dennoch ist bie Bewegung in bieser Partei noch nicht so stark baß Macbonalb bei Einführung von Zolltarifen auf eine unbebingte Mehrheit rechnen könnte, Snowben unb einige liberale Minister, wie Sir Herbert S a - m u e l u. a., würben eine Zollpolitik auch nicht mit- machen. Die innere Lage ist also voller Schwierigkeiten unb burchaus unsicher, was natürlich auf bie Bewegung bes Pfunbes unb das Vertrauen des Auslandes zurückwirken muß Heute sprechen alle An- zeichen für eine Neuwahl, morgen hat sich die Lage schon wieder verändert, und übermorgen ruft die Presse laut, daß Neuwahlen unmittelbar bevorstehen und vergißt alle Warnungen der City. Was geschehen än 6'66en en Reichs-Zollunion Tische aufschlagen lassen, wo Listen aufliegen, in die man nur seinen Namen einzutragen braucht, um sich als Anhänger von Schutzzöllen zu bekennen. Dort stehen die Menschen in Reihen an; eine Zo11psychose hat das englische Volk e r - griffen. Die Handelskammer von Manchester, einst ein Vorkämpfer für den Freihandel, ist umgefallen. Umfragen anderer Handelskammern bei ihren Mitgliedern zeigen, daß fast jedermann für den Schutzzoll ist. Snowden dürfte aber wohl noch einen anderen, bisher ängstlich verschwiegenen Gesichtspunkt im Sinne gehavt haben, als er den Goldstandard preis- gab. Er war stets ein Gegner der Stabilisierung des Pfundes zum vollen Goldwert und hat deswegen immer und immer wieder Churchill heftig angegriffen. Nach seiner Ansicht war ein derartiger Schritt erst zulässig, nachdem eine großzügige Konvertierung ber Kriegsanleihen ftattgefunben hatte. In seinen Augen sind die Besitzer von Kriegsanleihen Kriegsgewinnler, die einst die Anleihen mitentwertetenPfun- b e n in Kriegszeiten kauften unb sich bann nach Stabilisierung bes Pfunbes eines erhöhten K a - pitalbesitzes unb einer vermehrten Kaufkraft ihres Zinsverbienftes erfreuten. Diese innere Schul benlaft bie jährlich an Amortisation unb Zinsenbienst runb 7,5 Milliarben im Staatshaushalt verschlingt, war ihm stets ein Dorn im Auge, unb gelegentlich ber letzten Bubgetrevision brachte er auch ein Gesetz ein, um eine Konvertierung ber Kriegsanleihen einleiten zu können. Dieses ganze Problem wirb burch den Sturz des Pfundes voraussichtlich wesentlich einfacher gestaltet. DieKriegsanleihen sinken zusammen mit dem Pfunde und haben jetzt schon etwa 25 Prozent ihres Wertes eingebüßt. Diese Ueberlegung hat ihm sicherlich den Entschluß erleichtert, vom Golbstandard abzugehen. 3W ß# fce*1 xljet ein der WH LudwitJ/-' Jr»-lFI,e M Schulen zur Erhebung und Bildung der Menschen gebaut. Ist nicht das Theater auch eine Stätte der Bildung unb Erhebung'? Unb steht es nicht turmhoch über ben seichten Dingen, bie an allen Straßenecken ber Bevölkerung für ihre Mußestunben angeboten werben?" Diese Worte bes Mannheimer Oberbürgermeisters Dr. Heinrich, bie ich hier zitiere, hatten bie Sicher- stellung ber Mannheimer Bühne für brei Jahre zur Folge. Mögen sie mit bem, was ich allen Freunben ber Gießener Bühne heute mit allem Nachbruck unb Ernst vor ihr Gewissen führe, dazu beitragen, dem einzigen bodenständigen Theater Oberhessens die Besucher- und vor allem die Abonnenten- zahl zu sichern, die für feine Erhaltung lebensnotwendig ift, soll es nicht zum (Erliegen kommen. Noch viele fehlen heute an dieser Zähl, die bisher ihrer Bühne die Treue hielten. Lassen Sie meinen Rus nicht ungehört verhallen! Die Mitglieder des Gießener Stadttheaters werden in den kam- wenden Tagen und Wochen selbst bei Ihnen vor- sprechen, um Sie, wenn mein heutiger Appell es noch nicht vermochte, zu bewegen, unser unsterbliches fehlt. Was aber, wenn solche Bequemlichkeit oder Gleichgültigkeit die Schließung im Gefolge hat? „Es ist ohne weiteres klar, daß die unmittelbare unb mittelbare Schäbigung, bie hieraus erwüchse, weit über ben Personenkreis ber unmittelbar (Engagierten hinausreicht, ba es auch sonst allerlei Kreise gibt, bie in ihrer Existenz vom Theaterbetrieb beeinflußt finb unb eine wesentliche wirtjchaftlick)e Schäbigung ber Stabt insbesondere auch daraus erwächst, daß sie für Fremde aus der näheren und weiteren Umgebung ihren wesentlichsten Anziehungs ganz zu schweigen von dem großen den Gießen als Sitz der Hessischen Englands Weg znm Schutzzoll Von unserem (^.-Berichterstatter. Reichspräsident und Reichsregierung haben einen gemeinsamen Ausruf erlassen, um für Winterh Ife zu werben. Ein Winter von unendlicher Not steht bevor. Alle staatlichen unb privaten Organe müssen zusammenwirken, um bas Elend zu linbern. Wachet auf! $ur neuen Winterfpieizeit. Von Or. Notf prafd), 3nfenbant des Gießener Stadftheaters. „Soll das Theater fallen? Es mühte ja doch wieder auf geb aut werden! Also nicht fallen lassen!" Leo Ble ch. endlich Klarheit zu schaffen. Mittionenwerie verfaulen! In beinahe letzter Stunde hat die Reichsbahn noch die Frachtrate für Frischobst ein wenig herabgesetzt, um so dazu beizutragen, bah nicht im armen Deutschland Riesenmengen vom schwer erarbeiteten Segen der Erde verfaulen müssen. Trotzdem bleibt die Gefahr für eine Derartig unzeitgemäße und unangebrachte Verschwendung noch immer groß. Ganz besonders in Sud- Westdeutschland muhte beobachtet werden, dah erhebliche Mengen von Obst, Tomaten und anderen Früchten nicht ihrem natürlichen Zwecke zugeführt werden, weil die Märkte die deutsche Warenicht aufnehmen wollen und können. Dom Ausland aber drückt ein Riesen- angeb o t durchaus nicht immer besserer Früchte den Preis, so dah die deutschen Erzeuger für ihre Produkte nicht einmal die Selbstkosten hereinbringen können. Lind das führt dann zu jenem beklagenswerten und sinnwidrigen Zustand, dah deutsches Erntegut auf dem Felde verfaulen muh, während ein erheblicher -Leit der Volksgenossen zu gleicher Zeit mit sehr wenigem sein Auskommen zu finden hat. Würden bem deutschen Landwirt gewisse Garantien für Den regelrechten Absatz seiner Erzeugnisse gegeben, etwa DaDurch, Dah man die Einfuhr aus Dem AuslanD auf das Durchaus NotwenDige beschränkt, so wäre ihm geholfen unD Dem Verbraucher auch. Lins allen aber würbe Damit Das schreckliche Bild von Den Augen genommen, Dah in einem verarmten Lande erhebliche Werte umkommen. Daten für Freitag, 2 Oktober. 1839: ber Maler Hans Thoma in Bernau im Schwarzwald geboren; — 1847: Reichspräsibent von Hinbenburg in Posen geboren; — 1869: ber inbijche Politiker Ganbhi in Porbandar geboren; — 1927: ber Physiker unb Chemiker Svante Arrhenius m Stockholm gestorben. Theater nicht ber Not des Augenblickes aufzuopfern, fonbern es hinburch zu bringen burch die Niederungen einer Zeit tiefster Resignation und wirtschaftlicher wie geistiger 23erarmung, bie es zu über- roinben und siegreich zu bestehen gilt. Videant consules! Videant civesl Zu deutsch: Wachet auf! | wird, läßt sich im Augenblick nicht sagen. Man kann höchstens auf einige Mvglichceiten Hinweisen. Die eine bestehl darin, baß bas Kabinett unter bem Drucke ber Konservativen, bie ihre Zeit für gekommen halten, sich an bie W ä h l e r wenben unb sie barüber ent|d)eiben lassen wirb, ob sich (Eng- lanb einer allgemeinen Schutzpolitik zuwenben soll ober nicht. (Eine anbere Mvgucyceit, Zolltarife hucch» zusühren, wenn sie wirklich als notroenbig erkannt finb, konnte fein, baß das Kabinett sich um- b i l b e t unb bann Mittel und Wege zur Einführung von Zöllen findet. Diese Wendung würde zunächst bas Ausjcheiben Snowbens aus bem Kabinett zur Foige haben, ber als Lorb ins Oberhaus gehen würbe, unb einen Austausch ber freitjänb- lerischen Minister burch anbere ber Richtung Sir John Simons. (Es bleibt bann noch bie Frage offen, ob eine neugebilbete Regierung unter Macdonald sich nur auf bie Konservativen unb einen Teil ber Liberalen stützen soll, was ben Nachteil hätte, daß bie parlamentarische Mehrheit sehr fraglich wird, ober ob sie auch Mitglieber der gegenwärtigen Opposition in sich aufnehmen soll. Diese Möglichkeit ist keineswegs von ber Hanb zu weisen. Ein etwaiger (Eintritt Henbersons in bas Kabinett würbe ben Teil ber Arbeiterabgeordneten auf bie Seite der Regierung führen, die im Sinne ber Gewerkschaften für Zolltarife finb. Ihre Zahl ift nicht gering. Ein berartig umtonftruiertes Kabinett könnte entroeber vor bas Parlament Eintreten unb in einer freien Abstimmung bas Unterhaus um seine Meinung wegen einer Zollpolitik befragen, ober aber es hätte bie Möglichkeit dmch Notverorbnungen auf Grunb des „Safeguarding ot Industries“=@efefoes wenigstens für die Eisen- und Stahlindustrie unb anbere Zweige Schutzzölle einzu- führen. Bisher aber hat bie Regierung noch keine Entscheidungen gefällt, und bis dies nicht in diesem oder jenem Sinne geschehen ist, bleibt bie allgemeine Unsicherheit bestehen. Die Spannung wächst täglich unb nimmt so zu, baß Macbonald wohl kaum brumherumkommen wirb, eines Tages die Ziele seiner Politik unb bie Aufgaben seines nationalen Kabinetts beutlich zu formulieren, um RWTF - Oberheffen. Gemeinderat in Büdingen. I Büdingen, 1. Ott. Zur Fortführung des Feldbereinigungsverfahrens werden weitere 50 000 Mark als Darlehen ausgenommen. Der Gemeinderat lehnte es ab, für die am I. Oktober fällig werdenden Zins- und Tilgungsraten den Fonds der Wasserleitung und des Kanals in Anspruch zu nehmen, und überließ es der Bürgermeisterei, die ihr notwendig erscheinenden vorsorglichen Maßnahmen zu treffen. — Die Ausführung der Arbeiten amKlär- b e d e n wurden mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Zeit zurückgestellt. — Dem Antrag der Finanzkommission auf Entnahme von Kredit aus dem Reservefonds für eingestellte Hilfskräfte auf der Bürgermeisterei wurde entsprochen. — Die Eingabe des Bürgermeisteramts Rockenhausen auf Gewährung einer Spende für Hochwassergeschädigte m-ßte tot gen Mangels an Mitteln abgelehnt werden. Bon einzelnen Gemeinderatsmitg^iedern tour e darauf hin- aewiesen, daß in letzter Zeit Arbeitsverge- oungen im Fe l d b e r e i n i g u n g sv ersah r e n fast ausschließlich an auswärtige Unternehmer erfolgt seien. Der Gemeinderat ersuchte deshalb den Bürgermeister, bei der Feldbereinigungskommission darauf hinzuwirkcn, daß einheimische Bewerber mehr Berücksichtigung finden. Sängerbund „Hütienberg-Schiffenberg." * Kirchgöns, 1. Ott. Am Sonntag hielt der Oberhessische Sängerbund seine diesjährige Herb st Versammlung in Kirch-Göns ab. Durch einstimmiaen Beschluß wurde zunächst nach einer längeren Aussprache der Name Sängerbund „Hüttenberg-Schiffenberg" ge. wählt. Dem Bunde gehören zur Zeit zwölf Vereine mit nahezu 700 Sängern an. Da diese Vereine teils in der Nähe des Schiffenbergs und teils im Hüttenberg liegen .fand der neue Namen allgemeinen An- klang. Die Tagung wurde von dem Bundesvorsitzen, den 21. Müller (Lang-Göns) geleitet. Der vom Borstand erstattete Bericht über das im Jahre 1931 stattgefunde Bundessingen ließ erkennen, daß diese Veranstaltung einen vollen Erfolg bedeutete. Das Bundessingen für 1932 wurde dem Gesangverein „Germania" Großen Linden übertragen. Zu der Ver- sammlung waren auch einige dem Bunde noch fernstehende Gesangvereine eingeladen worden. Durch zusagende Erklärungen hinsichtlich des Beitritts hat der Bund weiterhin an Ausdehnung gewonnen. Als Tagungsort für die im nächsten Frühjahr stattfindende Generalversammlung wurde Butzbach gewählt. Gau-Sängeriag des Ohm-Lumdaial-Sängerbundes. •w Nieder-Gernünden, 29. Sept. Arn Sonntag fand in der Gastwirtschaft Schäfer die ordentliche Hauptversammlung des 0 hm - Lumdatal-Sängerbundes statt. Der Gesangverein „Eintracht"-Rieder-Gemünden (Dirigent Lehrer Loh) begrüßte die Delegierten der Vereine mit dem Sängergruß und einem Chorlied. Der Gauvorsihende Decker- Kefselbach eröffnete hierauf die Tagung. Bon 27 Gauvereinen hatten 23 Vertreter entsandt. Der Bund zählt insgesamt rund 900 Mitglieder. Leider muhte die Feststellung gemacht werden, daß die Zahl der aktiven Sänger zugunsten des passiven Mit- gliederstand.s zurückgegangen ist. Der Vorsitzende erstattete sodann Bericht über die Provinzial- fängi -agung in Gießen. Die Kasse des Bundes wies einen erfreulichen Stand auf und wurde in bester Ordnung befunden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftigte man sich mit dem Thema: Beitragsermäßigung. Die Anträge zweier Vereine um Deitragserlah bzw. der Das erste Originalbild von Itt irbelsturmkatastrophe in Honduras. Verwüstungen in der Stadt Belize (Britilch-Honduras), die vor kurzem von einem furchtbaren Wirbelsturm, verbunden mit einer starken Springflut, schwer betroffen worden war. Die Naturkatastrophe forderte mehr als 1000 Opfer. Ik \ * I • -S ' ' ' 2^- i Beitragsermähigung mußten abgelehnt werden, dagegen wurde in einer Entschließung an den Hessischen bzw. Deutschen Sängerbund eine allgemeine Beitragsherabsehung angeregt. Die Vorstandswahl fand durch die Wiederwahl des bisherigen Vorstandes ihre Erledigung. Für den durch Wegzug ausscheidenden Lehrer Conrad wurde Sangesbruder Schwefel- Weitershain gewählt. Eine längere Aussprache galt dem im nächsten Iahre bestimmt abzuhaltenden Wertungssingen, das mit dem G a u f e st zusammen stattfinden soll. Zur ülebernahme der Veranstaltungen lagen Gesuche vom Gesang-Verein „Eintrachf'-Rieder- Ohmen und von der Sängervereinigung Merlau vor. Die Versammlung wählte Merlau als Festort. Rach der Erledigung einiger Anfragen wurde die Tagung mit dem Sängergruh geschlossen. Prämiierungsmarkt in Hungen. 1. Hungen, 1. Ott. Anläßlich des jüngsten Viehmarktes fand auch eine Prämiierung statt. Bei diesem Wettbewerb wurden folgende Besitzer bzw. Züchter mit Preisen ausgezeichnet: hessisches Fleckvieh (Simmentaler). Bullen, ältere und jüngere (A — Anerkennung): 2. Preise: Gemeinde Langsdorf (zweimal); Karl Vogt I., Lich und W. Bausch, Reichelsheim. 3. Preise H. Koch, Trais-Münzenberg und Rich. Raumann, Berstadt. A.: H. Emmel II., Berstadt und R. Iockel IL, Hungen. Aeltere Kühe. 1. Pr.: W. Bausch, Reichelsheim. 2. Pr.: K. H. Albohn, Lich und Karl Ludwig, Albach. 3. Pr.: F. Hofmann, Steinheim, W. Bausch, Reichelsheim F. Hofmann III., Steinheim und O. Köhler I., Langsdorf. QL: K. Ehr. Wolf Lich. Weggebühr: H. Köhler III., Langsdorf und K. Rathes, Lich. Jüngere Kühe: 1. Pr.: K. L. Albach, Lich. 2. Pr.: F. Bommersheim, Langsdorf, H. Steuernagel Rieder-Dessingen. A. Hofmann, Langsdorf und K. Ehr. Wolf ßid>. 3. Pr.: O. Drück, Langsdorf, K. Hch. Albohn, Lich und O. Köh'er l., Langsdorf. QI.: K. Chr. Wolf, Lich, Hch. Schiel, Langsdorf, K. Rathes, Lich und F. Hofmann, Steinheim. Weggebühr: K. Hch. Albohn, Lich und O. Sch ar- mann 1., Steinheim. Kalbinnen: 1. Pr.: W. Bausch, Reichelsheim. 2. Pr.: QI. Hofmann, Langsdorf und Hch. Schielt., Langsdorf. 3. Pr.: O. Zimmer I., Villin- gen und L. Weber und Hch. Schmidt I., beide aus Langsdorf. Jüngere Rinder: 1. Pr.: St RatheS, Lich. 2. Pr.: Hch. Steuernagel, Rieder-Bessingen und F. Hofmann III., Steinheim. 3. Pr.: W. Bausch, Reichelsheim und Hch. Köhler III., Langsdorf. QL: OB. Bausch, Reichelsheim, L. Weber, Langsdorf, K. Rathes, Lich, K. Hch. Albohn, Lich, O. Köhler L, Langsdorf und O. Scharmann, Steinheim. Vogelsberger Vieh. Bullen: 1. Pr.: K. Keblowsky, Rieder-Des- fingen. Weggebühr: 3. Groh, Wohnfeld. Kühe, ältere: 3. Pr.: R. Reih, Obbornhofen und W. Schwarz, Utphe. Weggebühr: O. Keiber II., Dillingen. Kühe, jüngere: 1. und 2. Preis: Karl Keblowsky, Rieder-Bessingen. 3. Pr.: W. Steeg, Dillingen. Weggebühr: W. Schwarz, Utphe und L. Alles, Lich. Kalbinnen: 1. Preis: W. Fach, Rieder- Dessingen. Jüngere Rinder: 1. und 2. Preis: Karl Keblowsky, Rieder-Bessingen. 3. Preis: L. Alles, Lich. Familie (Hessisches Fleckvieh, Simmentaler): E.-Pr.: W. Bausch, Reichelsheim. 1. Pr.: F. Hofmann III., Steinheim. 2a-Pr.: O. Köhler I Langsdorf. 2b-Pr.: K. Hch. Albohn, Lich. 3a-Pr.: K. Rathes, Lich. 3b Pr.: F. Bommersheim, Langsdorf. Familie (Vogelsberger Vieh): 1. Preis: Karl Keblowsky, Rieder-Bessingen. Landkreis Gießen. u. Klein-Linden. 1. Okt. Der Schützen- kl u b „Roland" hielt am Sonntag unter starker Beteiligung seiner Mitglieder jein diesjähriges Abschieden, verbunden mit Königs, und Ehrenscheibenschießen, ab. Schützenkönig wurde Wilhelm Weigel mit 56 Ringen bei fünf Schuß auf die Zwölferringscheibe. Ferner wurden noch Ehrenscheiben geschossen von Friedrich Stein, Wilhelm Pfaff, Albert Klein und Wilhelm Müller. Abends fand im Vereinslokal eine kleine Feier statt, bei der der 1. Vorsitzende, Friedrich Stein, die Ansprach- hielt, dem Schützenkönig das Königszeichen überreichte und die Verteilung der Ehrenscheiben vornahm. £ Wieseck , 1. Okt. Der Personenverkehr zwischen Gießen. Wieseck und Alten-Buseck, den seither die Kraftverkehrs-Gesellschaft ,^)es- s e n" betrieben hat, ist am 1. Oktober von der R e i ch s p o st übernommen worden. Die Autvlinie Gießen—Wieseck wurde, wie bekannt, im Dezember 1925 durch die Gemeinde Wieseck eröffnet und ging später bei Erweiterung der Linie nach Alten-Buseck an den Zweckverband Wieseck-Alten-Buseck über. Die Kraftverkehrs-Gesellschaft „Hessen" hatte den Auto- betrieb im Jahre 1929 vom Zweckoerband übernommen. Nun hat nach Jahren der Weg zur Reichs- post geführt, der von einigen Bürgern im Jahre 1925 bereits vorgeschlagen und gewünscht war. * Staufenberg, 2. Okt. Der Turnverein Staufenberg, der in diesem Jahre auf ein 32jähriges Bestehen zurückblicken kann und sich allzeit als sehr rührig erwies, veranstaltet am kommenden Sonntag auf der Burg Staufenberg sein QI 6 t u r n e n. Der Verein hat bisher insbesondere in den Laufwettbewerben sehr gut abgeschnitten, so daß auch am Sonntag ansprechende Leistungen zu erwarten sein dürften. "Näheres in der heutigen Anzeige. + Lauter, 1. Oft. Bei der Gemeinde- Oostversteigerung wurden für Tafelobst 2 bis 3 Mark, für Wirtschaftsobst 1 bis 1,50 Mark und für Kelterobst 0,20 bis 0,30 Mk. pro Zentner am 'Daum erzielt. Die Gesamteinnahme betrug 460 Mark und blieb gegen Vorjahre, wo 2000 bis 3000 Mark erlöst wurden, weit zurück. s. Utphe, 1. Oft. Dieser Tage feierte einer unserer ältesten Einwohner, der Landwirt 3ohS. Dornmann, im Kreise seiner Familie seinen 8 6. Geburtstag. Der Greis erfreut sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit und ist feinen Söhnen noch bei landwirtschaftlichen Arbeiten behilflich. s. Aus dem mittleren Horlofftal, 1. Oktober. Die Kartoffelernte ist in allen Dörfern unserer Gegend in vollem Gange. Dia Ernteergebnisse sind, besonders bei rauhschaligen Sorten, sehr gut und bewegen sich zwischen 80 und 120 Zentner je Rormalmorgen, während empfindlichere 3nbuftriejorten durch den häufigen Regen bereits stark unter Fäulnis gelitten haben. Unter den Speisekartoffeln dürfte sich in diesem 3ahr »Edeltraud" am besten bewährt haben, die gegen Rässe widerstandsfähiger ist. Das Aus- karsten hat sich allmählich ganz überlebt. Kleinere "Bauern pflügen die Kartoffeln aus, während Wohlhabendere immer mehr Kartoffelerntemaschinen anschaffen. Während in früheren Jahren ein großer Teil der Kartoffelernte vom Acker weg berfauft wurde, hat in diesem Jahre der Handel noch gar nicht eingesetzt. Die Preise, ' >e sich sehr zögernd bilden, bewegen sich noch unter den vorjährigen. Ebenso niedrig find die Schweine- Preise. Fettschweine kosten 50 bis 52 Pfennig ab Stall. Für sechswöchige Ferkel werden 10 bi- 12 Mark bezahlt. Hier und da sind sie sogar für 8 Mark verkauft worden. Kreis AlSfeld. * Kirtorf, 1. Ott. Am vergangenen Sonntag fand hier — veranstaltet vom Kreisobsl- bauverein Alsfeld und dem Land- w i r t s ch a f t s k a m m e r - A u s s ch u ß G e- hen — eine große Obstausstellung statt. Ramhafte Summen standen für die Preisvertei- Wenn LAerrMerr auseinandevgehn Vornan von 3- Gchneider«Foerstl Urheberrechtsschutz Verlag O. Mei st er, Werdau. I. Fortsetzung. Nachdruckverboten. Szengeryis Schultern senkten sich. Dasselbe Stöhnen wie vorher kam wieder aus seinem Munde: „Herr Professor ..." „3a, mein Lieber." „Ich..." „Run?" „Geben Sie mir — wenn wir zurückkommen — Rosmarie Aur Frau." Töröks Gesicht zeigte wortlose "Verblüffung. Erst nach Sekunden hatte er sich so weit gefaßt, daß er sprechen konnte. „Das hättest du besser nicht gesagt, Dela. Wir wollen es beide vergessen. Eine schmale Falte des Unwillens stand zwischen seinen "Brauen eingegraben. Szengeryis Wangen waren blaß. „Ich bin Ihnen nicht willkommen?" Török wiegte abwehrend den Kopf. „Qlur ruhig Blut, mein Lieber. Hnb schieb mir keine Gedanken unter, die ich nicht trage. Du weißt, was du mir giltst. Aber das hat mit dem andern gar nichts zu tun.“ Szengeryis Hände hoben sich nervös. „Ich bin sechsundzwanzig Iahre, Herr Professor! Sie kennen mich seit meinen Kindertagen. Es ist das zweitemal, daß ich mit Ihnen reife. — "Wenn ich zurückkomme, bin ich neunundzwanzig, und Rosmarie ist bann achtzehn." Török nickte. „Weißt du denn, was alles fein wird, wenn du zurückkommst? Rosmarie ist jetzt noch ein Kind! In drei Iahren ist sie ein reifes Weib. Fragst du sie heute, ob sie dich zum Manne haben will, wird sie mit einem Lachen die Arme um dich werfen und dich küssen, wie sie mich zu küssen pflegt. Fragst du sie in drei Iahren — weißt du, was sie dann für eine Antwort für dich hat?" Szengeryis Kopf sank entmutigt auf die Druft. „Du mußt warten können, Dela." „Ich habe sie lieb", gestand der junge Mann. Der Professor sah, wie des Iungen Augen überliefen. Väterlich gütig legte er ihm die Hand auf den Arm. „Wenn ich geahnt hätte, wie es um dich steht, würde ich euch beide nicht so lange unter einem Dache haben zusammenleben lassen." Sze'-aeryi warf die Achseln zurück. „Ich habe nie etwa - anderes als ein Kind in ihr gesehen. Seit e..ngen Wochen erst ..." Török nickte gläubig. „So ist das immer, mein Lieber. Aber nun gehst du ja. Sonst hätte ich Rosmarie in eine Pension gegeben." »Ich wäre selbst gegangen, Herr Professor." - Erreg dich nicht unnütz, mein Iunge. Für den Moment kann ich dir nur das Eine sagen: Wiederhole deine Werbung, wenn wir zurückkommen. Es könnte ja auch sein, daß dir unterwegs eine andere in die Arme läuft, die Rosmaries Bild ein für allemal aus deinem Herzen verdrängt." „Rie!" In Töröks Augen stand ein mitleidiges Lächeln. „So sagt man immer, Bela. Es wiederholt sich alles im Leben! — Es wäre lächerlich, wenn du dich jetzt an ein Kind binden wolltest, oder umgekehrt das Kind an dich. Hnb von mir wäre es geradezu eine Unverantwortlichkeit, wenn ich so etwas duldete." „Und wenn sie — einen andern genommen hat, bis ich zurückkomme?" „Dann hat sie dich eben nicht geliebt, mein Iunge!" Török sah teilnehmend in Szengeryis Gesicht. Schweigend gingen sie zusammen den Rain entlang. Unter dem Blätterbach ber "Bäume, bie an ben Ränbern ber Felber standen, glänzte ein flackerloses Licht in bas Dunkel ber Steppe. „Mach bem Kinbe den Abschied nicht schwer und sehe ihm keine Grillen in ben Kopf", warnte Török. „Rosmarie würbe bich nicht verstehen. Man soll nicht mit Gewalt etwas zur Reise bringen, was noch im Werben ist." Szengeryi nickte ergeben. Er verhielt ben Schritt und reichte Török bie Hanb. Der Professor hielt bie kalten Finger eine Weile fest. „Du kommst noch nicht? Dann wollen wir mit bem Qlbenbbrot warten, bis bu zurück bist." Der junge Mann wehrte erschrocken. „Bille nicht! In spätestens einer Stunbe bin ich zu Hause." „Also auf Wiebersehen, mein Iunge!" Szengeryi stanb unb horchte mit verhaltenem Atem auf ben raschen Schritt, ber sich entfernte. Lautlos lehnten sich bie schweren Halme rci- fenben Getreibes gegen seinen Körper. Die übervollen Aehren schmeichelten um fein blutleeres Gesicht unb streichelten ihm bie Stirne. Er trat in bas Feld, bis die goldenen Wogen ihn wie ein Mantel umhüllten. Mit zuckenden Findern griff er in die samtene Flut. Er liebte! Taumelnd streckten sich seine Hände ins Leere. Als sie wieder herabsanken, sah er auf sie nieder, wie auf etwas Unwirkliches, das nicht ihm, sondern einem anderen gehörte. Roch nie hatte sein Blut gesprochen, hatten seine Arme ein Weib umfangen. — Und nun war es ein Kind, nach dem er verlangte! Und dieses Kind hatte vor Iahren schon davon gesprochen, daß es sein Weib werden wolle. Und er hatte „Rein" gesagt. Seine Finger griffen in die Halme und Hämmerten sich daran fest. Aus nächster Räbe klangen nun wiederum die Töne der Geige, die jauchzend den Himmel herab zur Erde rissen: „Gute Rächt, lieber Schah ..." Szengeryi horchte, ließ die Halme los, teilte das wogende Meer und rannte hindurch. Hunderte von Halmen knickten unter seinen Füßen zusammen. Er achtete es nicht. Keuchend stand er vor dem Garten, über dessen Hecke nun eine verträumte Melodie klang. Mit einem Sah hatte er den Weißdorn übersprungen. „Guido!" Horvath warf das Instrument In das Gras unb umfaßte ben Körper des Freunbes an den Hüften. „Dir sieht das Abschiedsweh aus ben Augen. Armer Kerl! Wenn es bir so schwer fällt, warum bleibst du nicht?" „Cs ist mir noch nie so schwer gefallen." Guido Horvath suchte in Szengeryis Gesicht zu lesen, und dieser wiederum versenkte sich ganz in die Gestalt des Freundes. Er sog jeden Zug dieses schönen Antlitzes in sich ein. Es war ein wundervoll ausgeglichenes Oval. Heber den nacht- chwarzen Augen standen die Brauen in vornehmer Wölbung und darüber eine Stirne, deren mattes Weiß von seidigem Haar in dunkelstem "Braun überschattet wurde. Kühn geschwungen, aber mit Lippen, so weich wie die einer Frau, saß der Mund zwischen den mattgetönten Wangen. Sein Rot leuchtete in feuchtem Schmelz darunter hervor. Szengeryi streckte die Schultern und erreichte knapp bie imposante Gestalt bes Geigers, bessen schlanker Körper nur von einem blusigen Hemb in bastfarbener Selbe unb von einem Beinkleid aus gestreiftem Flanell bekleidet war. Horvath ertrug dieses An starren nicht länger. Mit einem Lachen drehte er sich auf den Absätzen und stand dann mit verschränkten Armen ^„QMft du nur gekommen, um mich anzusehen. „Ich wollte dich um etwas bitten." -Im Vornherein gewährt, und zwar alles — außer meiner Geige, Sie ist das einzige, was mir nicht feil ist." „Ich wollte — ich möchte — ich würde dich bitten, Guido ...“ würgte Szengeryi. -Run, mein Lieber?" Der Künstler stand noch immer mit verschränkten Armen und drängte gewaltsam ein Lachen zurück. -Hast du schon einmal geliebt, Guido?" -Hm! — Ich glaube.“ Horvaths Schullern zuckten in Beherrschung. „Oefter als einmal?" Ein Achselzucken. „Weshalb fragst du? Interessiert dich das?" „Ich wollte dich bitten, Guido, daß du mir sie — nur sie nicht wegnimmst." „Wenn ich nicht weih, um wen es sich handelt, kann ich dir doch kein Versprechen geben, Dela." „Cs ist Rosmarie Török.'" Horvath lächelte. „Das Kind!" „Sie geht in ihr Fünfzehntes!" Der Geiger schüttelte mißbilligend den Kopf. „Das ist vernunftlos. Du hättest dir ebenso gut ein Steckkissenbaby als Liebste aussuchen können. Ist sie denn schon so reif, daß du mit ihr darüber sprechen kannst?" „Sie weiß es nicht. Qlber wenn ich zurückkomme, werde ich sie fragen." „Wenn du zurückkommst ..." Horvath hatte sich auf eine Bank gesetzt und zerpflückte den Ast des Strauches, der ihm über bie Schulter hing. „Du läßt sie mir, Guibo?" Es war eine rüh- renbe "Bitte. „Erlaube, Bela, baß ich bie Frage komisch finbe. Angenommen, ich lerne sie lieben — und sie will mich nicht? Was hilft mir bann all mein Begehren?" „Dich liebt doch jede." „Horvath hatte ein abweisendes Lächeln um den Mund. „Das ist ja sehr schmeichelhaft", sagte er gleichmütig. „Wie viele haben mir das nicht schon gesagt und geschrieben! Aber ich bin noch an keiner hängen geblieben. Ich glaube, ich tauge nicht für die Ehe, es müßte denn sein, daß ich liebe, liebe bis zum Gipfelpunkt der Raserei. 3a, dann wäre es vielleicht möglich, daß ich meine Freiheit opferte. — Aber sonst? — Olein!" Seine Brust wölbte sich. Er dehnte die Arme und ließ den Kopf zurück gegen den Stamm eines Baumes gleiten. „Fühlst du Denn kein Mitleid mit all ben Frauen unb Mäbchen, die dir ihr Herz schenken?" „Mitleid?" Horvath blickte erstaunt zu Szengeryi empor. „Du sprichst wie ein Kind. 3ch fordere doch keine auf, mir nachzurennen. Cs ist mir zuweilen lästig genug, bu Darfst es mir glauben, wenn sie immer hinter mir brein sind. Eie sollen mich in Ruhe lassen. 3ch liebe nur meine Kunst." Er sprang auf, faßte Szengeryi um die Hüfte, schrill mit ihm den Weg entlang nach der Lücke, die die Zäune ließen, und trat mit ihm hinaus In die mondbeschienene weite Ebene. Horvaths Gang war Harmonie und Rhythmus. Sein Schritt war Melodie. Etwas nach rückwärts geneigt, lag sein mattgebräuntes Gesicht der vollen Scheibe des Nachttrabanten zugekehrt. Die Lippen, wie vom Griffel eines Künstlers gezogen, standen leicht geöffnet: „3ch habe manchmal solche Sehnsucht, Dela! Solche Sehnsucht!" Szengeryi schrak zusammen. Genau so hatte Rosmarie kürzlich einmal gesagt, ganz genau so. „Wonach?" fragte er unsicher. »3ch weiß es nicht." (Fortsetzung folgte Ben. > U’b- &ÄS e'^und SßÄ orÄeiy.Ö 11 SÜr1riebt'i Oie JJniB bas , **S ber erlonenoert»w •I djafjWr l.ßftobe * ’Al\- fbenS^bet 'annt, lm J“Wlni« i eröffnet unh"'^ ÜMÄ5 yjjetf Uber Dfe den Aut°. ÄCrbonb über. tfl2w Reichs. ] '"«en kam und fjj veranstaltet am Abläufe?, bat big. I gerben |ebt I Sonntag an. । km dürften, i ^jjenietn&e. ]? 1® Tafelobst 2 ,®f- vw Zentner imteinnabme betrug teo 2000 bi« t zurück. Jage feierte einer f« Landwirt Iohz. mer Familie feinen erfreut Kch noch Meu wch ist feinen 'tilgen Arbeiten be* «n tzorlofftal. lernte ist in allen vollem Hange. Di» is bei rauhfchaligen Jen sich Mischen 80 orgen, während euch« durch den häufigen u!niS gelitten haben. ! ’arfte sich in diesem bewahrt haben, die jct ist. Das Aus. i) überlebt. Kleinere ein aus, während ^br Kartoffelernte« j nb in früheren Iah« j toffelemte vom Acker n bidem Jahre der letzt. 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As .»8 !!”>'■ 'S m 1* --»A» 6i"iuj .-'e4 „sutt L Aelaf 1L«. i« < tritt an die sorgliche Mutter die Frage: Wie kleide ich meine Kinder im Herbst und Winter gesund, zweckmäßig und dabei doch preiswllrdig? — Die vornehme, reinwollene Bleyle-Kleidung Ist der zuverlässigste Freund der Jugend in der kühlen Jahreszeit. Durch ihre großen Vorzüge — gesund, praktisch, dauerhaft, strapazierfähig — hat sich die Bleyle-i Jeidung im Gebrauch stets als die billigste erwiesen. Besichtigen Sie mein Bleyle-Fensterl > lung zur Verfügung. Die Gemeinden Kirtorf, Ober-Gleen. Heimertshausen, Arnsheim und Lehrbach hatten schöne Preise gestiftet. Die Ausstellung war außerordentlich stark beschickt. Der Deckersche Saal konnte die Fülle des Ausstellungsmaterials kaum fassen. Das Preisgericht (Obstbaulehrer Rentsch, Obstbau-Inspektor Gnkler) hatten keine leichte Aufgabe. Viele der gestellten Aufgaben waren von den Ausstellern in den gleichen Formen gelöst worden. Die Ausstellung erbrachte leider wieder den Beweis, daß noch sehr verschiedene Obstsorten gehalten werden. Die Beschränkung der Sortenwahl ist eine der wichtigsten Aufgaben im Obstbau der Zukunft. Am besten schnitten bei der Bewertung die Aussteller ab, die an Aepfeln „Boskoop", „Goldrenette von Blenheim". „Landsberger Re- nette" und „Jakob Lebel". „Geflammten Kardinal" und den „Boikenapsel" in einer Aufgabe vereinigt ausgestellt hatten. Die Sortierung in 1. und 2. Sorte wurde allerdings nicht immer durchgeführt. Bon den Dirnen wurden insbesondere Clairgeau" und „Gellerts Butterbirne" Höch bewertet, von Wirtschaftsbirnen wurden Pastorenbirne" und „Großer Katzenkopf" in den Vordergrund gestellt. Als Einmachbirne behauptete „Williams Christbirne" den 1. Platz. Obst- Packungen für den Handel wurden nicht gezeigt. Sehr schöne Erzeugnisse zeigte die Gruppe Bieder st ammob st. Die Gruppe „Verschiedenes Obst" war sehr vielseitig beschickt. Die Kostproben der mit den ersten und zweiten Preisen ausgezeichneten Beerenweine wurden allgemein gelobt. Viel Beachtung fanden die Obst- und Gemüsekonserven. Die beste Gesamtleistung in Erzeugnissen des Obstbaues in wirkungsvoller Ausstattung zeigte die Firma Konrad Seng (Arnsheim) in einem Pavillon auf der Bühne. Die Eröffnung der Aus- st e l l u n g sah den Stadt- und Schulvorstand zu Gast. Kreisdirektor Dr. Stammler (Als- seld) fand zur Einleitung anerkennende Worte für die Ausstellung und dankte den beteiligten Gemeinden für ihre finanzielle Unterstützung und den Helfern für die uneigennützige Arbeit. Unter der Führung von Obstbau-Inspektor En kl er fand im Anschluß an die Eröffnung ein Rundgang statt. Die Ausstellung wurde am Sonntag allein von etwa 700 Interessenten besucht. Kreis Schotten. i. Rebgeshain.l.Dtt. Am kommenden Sonntag findet hier die Einweihung des Ehrenmals für die im Weltkrieg gefallenen Söhne unserer Gemeinde statt. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Bieber, 1.Dtt. Lehrer Grudaist mit Wir. hing ab 1. Oktober an die einklassige Schule zu Schlierbach verseht worden. An seine Stelle tritt Lehrer W. Gunkel aus Herborn. Kreis Wetzlar. L Niederkleen. 1.Dtt. In feiner letzten Sitzung verhandelte der Gemeinoerat über die Bereitstellung eines Bauplatzes für den vom Staate beabsichtigten Neubau einer Dienstwoh« n u n g für den hier stationierten Landjägerei- beamten. Es wurde ein dementsprechender Beschluß gefaßt. — Kur Gewinnung eines Bauplatzes für den Neuoau einer Turnhalle wurde der Tausch eines der Gemeinde gehörigen Grundstückes mit demjenigen eines Drtseinwohners beschlossen. <> Ebersgöns, 1.Dtt. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der G e m e i n d e r a t mit der Neuwahl eines Gemeindevor« steher-Stellvertreters. Als Nachfolger für den zum Gemeindevorsteher gewählten bisherigen Gemeindevorsteher-Stellvertreters Henrich wurde mit Stimmenmehrheit der Landwirt und Gemeindeverordnete Karl Schmidt gewählt. Tagung des Landeöausschuffes der hessischen ZreiwilligenZeuerwehren. WSN. Mainz, 1. Dtt. In diesen Tagen hielt der L a n d e s a u s s ch u h der hessischen Frei- willigen Feuerwehren hier eine Versammlung ab. Die Tagung wurde durch eine Hebung der Berufsfeuerwehr eingeleitet. Da sich die Motorspritzen auch in den Landgemeinden zur wirtsameren Bekämpfung des Feuers immer mehr einbürgern, wurde den Teilnehmern an der Tagung im Hofe der Schillerschule durch die Berufsfeuerwehr der Gebrauch der Kraftspritze vorgeführt. Im Anschluß daran wurde im Lehrsaal der städtischen Feuerwehr in die Beratung der Tagesordnung eingetreten. Von besonderem Interesse ist der Beschluß, der die Gründung eines Feuerwehr- Mu seums vorsieht. Es wurde beschlossen, in Verbindung mit der Brandoersicherungskammer Mittel und Wege zu suchen, um die an verschiedenen Orten des Hessen- landes schlummernden alten Löscheinrichtungen zu erfassen und in Verbindung mit den vom verstorbenen Kreisfeuerwehrinspektor Keller gesam- weiten Raritäten, die zur Zeit in der städtischen Feuerwache untergebracht sind, in einem größeren Museum aufzustellen. Die Stadt Mainz soll um Her- gäbe geeigneter Räumlichkeiten ersucht werden. Weiter wurde betont, daß das Kraftspritzennetz in Hessen noch viel zu wünschen übrig lasse. Zum Schutze der Landgemeinden müsse unbedingt ein besserer Ausbau mit Motorspritzen herbeiaeführt werden. Hierzu seien noch 45 Motorspritzen erforder- lick. Auf eine Anfrage erklärte sich die Brandversicherungskammer in Darmstadt bereit, aus den ihr zustehenden Mitteln die Anschaffungskosten der Kraftspritzen mit 40 v. H. zu unter- stützen und den Betrag auf zwei Jahre zu kre- bitteren. Buntes Allerlei. Eine Maske Augusts des Starken. Die Krönungsstatue, in der August der Starke in vollem Ornat zu sehen war, ist lange eine Sehenswürdigkeit der alten kurfürstlichen „Rüstkammer", des heutigen Historischen Museums in Dresden, gewesen. Der Kopf, auf dessen mächtiger Allongeperücke die Krone saß, war am 26. Januar 1704 nach dem Leben abgeforrrtt worden. Diese „Maske" war nun 1838 „Unscheinbarkeit halber" in das Magazin oer- bannt worden. Nunmehr ist, wie in der Leipziger „I11ustrirten Zeitung" mitgeteilt wird, diese verstaubte und unansehnliche Maske wieder auf- Sefunben worden; in ihrem Innern fand man eine rkunde, die die Abformung nach dem Leben bezeugte. Die Maske ist jetzt aufgefrischt und mit der vor einigen Jahren wiederentdeckten Polenkrone der Statue aufgesetzt worden, so daß man die imponierende Gestalt dieses bedeutenden Barockfürsten jetzt wieder in ihrer ganzen Pracht bewundern rann. Dom Galgen. Der „Deutsche Sprachverein" schreibt: Wie so manche Bezeichnung für nicht mehr vorhandene Dinge, lebt auch das Wort Galgen samt dem Henker noch in der Sprache fort. Die verschiedensten Geräte nennen wir Galgen: eine Art Gebiß an Pferdezäumen, das Gestell für die Lampenkugel des Schuhmachers, den senkrechten Pfahl an einem Schöpfbrunnen mit dem beweglichen Schwengel, den Deckelstphl der Buchdruckerpresse u. a. m. Wenn uns auch das Gerüst des Galgens nicht mehr vor Augen steht, wie den älteren Schriftstellern, die ihm den griechischen Buchstaben Pi verglichen und noch im 19. Jahrhundert die Verwünschung „Geh' zum griechischen Pil" anführten, so ist uns doch der Galgenvogel geläufig, zunächst (besonders in einigen Gegenden Oesterreichs und der Schweiz) als Bezeichnung für den Raben, der sich vom Fleisch der Gehenkten nährte, häufiger noch für den am Galgen hin und her baumelnden Verbrecher, meist aber für einen Hängenswerten. Diesen beiden gelten auch die Ausdrücke Galgenstrick und Galgenschwengel; diesem liegt der Vergleich mit dem Schwengel einer Glocke zugrunde, jenem gilt das Rätsel: Von dem Zweiten umschlungen, schwebt mein Ganzes zum Ersten empor. Auch das Galgenholz lebt noch in dem Vergleich: falsch wie Galgenholz, der zunächst auf die unechten Heiligtümer der Kreuzfahrer gemünzt war. Für die Aeuherung einer verzweifelt lustigen Stimmung gebrauchen wir gern den Ausdruck Galgenhumor ; weniger schätzen wir eine Galgenfrist, ursprünglich die Frist, die der Dieb unterm Galgen hatte, bis die Vorbereitungen für das Hängen beendet waren, jetzt eine kurze, nutzlose Frist. Auf dem Vergleich deS Gehenkten mit dem Klöpfel oder Schwengel einer Glocke beruht auch die ehemals viel gebrauchte Bezeichnung des Galgens als einer Feldglocke; nach Döpkrs „Schauplatz der Leibesstrafen", ^pfleget der Peinliche Richter zuzusehen, wie die Feld-Klocke, darein er mit der Zeit den Klöpfel anzuknüpfen hoffet, perfectionirt werde". Ein Jahrhundert vorher ist die Redensart üblich: der felt- Slocke klüpfel werden. 1701 wird einem angekün- igt: In zwei Stunden bist du so gut als ein Klöppel in einer Feldglocke. C. M. 80000 Jahre alter Zucker. Daß Zucker Tausende von Jahren frisch bleiben kann, ist von Professor Grüß bei seinen Untersuchungen von Einschlüssen in Bern st ein nachgewiesen worden. Der Gelehrte fand, wie in der „Umschau" berichtet wird, mikroskopische Spuren von Zucker in Verbindung mit Insekten, die sich in dem Bernstein gefangen hatten, als dieser noch als zähes Harz von den Kiefern der alten baltischen Küsten- wälder herabsickerte. Die Insekten waren entweder Bienen und Schmetterlinge, die als Honigsammler Zucker eingebracht hatten, oder Blattläuse, die den Zuckersaft aus den grünen Pflanzen saugen und in ihrem Körper in einen süßlichen, von den Ameisen sehr geliebten Stoff verwandeln. Die von Grüß untersuchten Bernsteinstücke stammten aus dem Ter- tiärzettalter und sind etwa 80 000 Jahre alt. Der Zucker war noch ganz frisch, ja, enthielt sogar zwei Arten Pilze, die sich von ihm nährten. Diese brachten in dem Bernstein Schimmel hervor, und einer von ihnen war der Wissenschaft unbekannt; er wurde Cladosporium circiallis getauft. Sriefkasten der Redaktion. Eine alte Abonnentin. Geben Sie uns doch Ihre Anschrift vertrauensvoll bekannt. Wir sind gern bereit, Ihnen die Gründe für unsere Auswahl aufzu- zeigen. Inzwischen empfehlen wir Ihnen unsere „Gießener Familienblätter" zur Beachtung; sie halten hohen Ansprüchen stand. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag gefchloffen. 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Die ordentliche Hauptversammlung des Hessischen Lehrerturnvereins fand am Wochenende zu Rüsselsheim a. M. unter Leitung des ersten Vorsitzenden, Turn-Oberlehrer K. Roth (Darmstadt), statt. Vach einem Begpüßungsabend vereinigte der Samstagvormittag eine große Anzahl Lehrer und Lehrerinnen in der Turnhalle der Parkschule zu einem Lehrgang im Schulturnen, bei dem unter Vorführung von Schulklassen insbesondere nachgewiesen wurde, daß auch die seelischen Bedürfnisse der Jugend nach Leistung, Freude und Rhythmus, Ueberwindung von Hemmnissen und Gefahren in den Ablauf von Uebungsfolgen bewußt eingebaut werden müssen. Die Erhaltung der eigenen Turnfertigkeit zugleich als wirksame Grundlage für die Unterrichtstätigkeit brachte je eine Riege von Lehrerinnen und Lehrern zur Darstellung. Bei den Verhandlungen des Nachmittags wurden die Rcichsjugend- wettkämp,e eingehend besprochen. Ihre Vorbereitung und Durchführung sollte anstatt in dem Zeitraum von Ende Mai bis September neben der Alltagsarbeit mit einer gewissen Eigenständigkeit herzulaufen, vie mehr aus der planmäßigen Lehrarbeit des Schuljahres organisch herauswachsen. Ihre Ausschreibung müßte daher jährlich schon bis spätestens zum 1. März erfolgen, und ihre Durchführung im neuen Schuljahr auf zwei Zeitabschnitte verteilt werden, dergestalt, daß die Leistungsprüfung in den volkstümlichen Ucbungen gegen Ende des Sommerhalbjahres, die enige in den Geräteübungen gegen Schluß des Schuljahres erfolgte. Die Wettkämpfe selbst sollten alle Schüler einer Klasse, in einer neuen vierten Gruppe auch die über 18 Jahre alten der höheren Lehranstalten erfassen, und aus dem Ergebnis dieser breiten Grundlage die Reichsjugendsieger weitergemeldet werden. Die Verleihung der Sieger-Urkunden sollte aus naheliegenden Gründen in engen Grenzen gehalten und mehr durch Leistungsblätter in Mappen oder Jugendschriften ersetzt, die Aushändigung aller Anerkennungen aber alsbald beim Abschluß des Wettkampfes möglich gemacht werden. Der Vorstand wurde beauftragt, in einer Denkschrift dem Hessischen Kultusministerium ent- Jugendturnerinnen-Unterstufe (Achtkampf): 1. Ella Kissel. — An B e st l e i stu n g e n wurden erreicht 100-Meter-Lauf: Robert Stein mit 12,1 Sekunden, 75-Meter-Lauf: Walter Lang (Hjäh- rig!) 10 Sekunden, Hochsprung: Heinrich Marten 1,55 Meter, Steinstoßen (30 Pfund): Albert Weigel 8,30 Meter. * Am Sonntag fand das diesjährige A b t u r n e n des Tv. Lang-Göns statt. Sämtliche Abteilungen traten auf den Plan. Zuerst begannen die leichtathletischen Wettkämpse der Turner und Schüler. Hieran beteiligten sich auch die Handballspieler. Die Schülerinnen zeigten unter der Leeitung von Turnwart Dern Freiübungen und einen Volkstanz. Die Turnerinnen unter der Leitung von Oberturnwart Lang zeigten exakt aus- gesührte Keulenübungen. Die Leistungen der gleichen Abteilung an den Geräten riefen viel Bewunderung hervor. Die Turner zeigten an den Geräten unter der Leitung von Geräteturnwart Keßler beachtliches Können. Besonderes Interesse erregten die Leistungen der Schülerabteilung an den Geräten, die bewiesen, daß in den Turnstunden unter der Leitung von Schülerturnwart Dreier fleißig geübt wurde. Anschließend fand ein Handballspiel zwischen der ersten Mannschaft der evangelischen Jugendvereinigung Lang-Göns und der ersten Mannschaft des Turnvereins statt, das die Turner von Lang-Göns mit 3:2 (2:0) für sich entscheiden konnten. * Am Sonntag hielt der Turnverein „Gut Heil" in Grüningen sein diesjähriges Vereins- Wett u r n e n ab. Vachstehend die Ergebnisse: Zwölfkampf der Aktiven: Ehrenpreis Wilhelm Fay, 225 Punkte, 1. Preis Ferdinand Decker, 198 P., 2. Pr. Alb. Jäger, 195 P., 3. Pr. Jakob Bingel, 185 P. Sechskampf der Turnerinnen: 1. Pr. Emma Jsheim, 110 P., 2. Pr. Martha Wolf, I 105 P., 3. Pr. Hilde Bender, 102 P. Zehnkampf der Schüler: Ehrenpreis Albert Leidich, 181 P., 1. Pr. Erich Fay, 174 P., 2. Pr. Alfred Marsteller, 167 P„ 3. Pr. Gerh. Bender, 162 P. Sonderkämpfe: Frcihochsprung: 1. K. Bingel, 2. 21. Jäger, 3. Ernst Engel. — Stabhochsprung: 1. W. Fay, 2. Ferd. Decker, 3. W. Hofmann. — Kugelstoßen: 1. W. Fay, 2. Otto Leidich, 3. F. Becker. — 100-Meter-Lauf: 1. W. Fay, 2. Jak. Dingel, 3. F. Decker. tendenz nur wenig profitieren. Die Forderungen für Weizen- und Roggenexportscheine waren etwas erhöht. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märkischer, 211 bis 214, Oktober 229 bis 227, Dezember 231 bis 229,25 (Drief, fest): Roggen, märkischer, 185 bis 187, Oktober 197, Dezember 197,50 (fest): Draugerste 157 bis 172 (ruhig): Futter- und Jndustriegerste 149 bis 156 (ruhig): Hafer, märkischer, 134 bis 142, Oktober 147, Dezember 149,50 (Drief, fester); für je 100 Kilo: Weizenmehl 26,75 bis 32 (behauptet): Roggenmehl 26,15 bis 28,75 (behauptet): Weizenkleie 10,50 bis 10,75 (still): Roggenkleie 9,25 bis 9,50 (still): Viktoriaerbsen 20 bis 27: Leinkuchen 13,20 bis 13,40; Trockenschnihel 6,20 bis 6,30; Grdnußkuchen ab Hamburg 11,40; Erdnußkuchenmehl ab Hamburg 11,50; extrah. Sojabohnenschrot 11,10; für je 50 Kilo: weihe Speisekartoffeln 1,30 bis 1,40; rote Speisekartoffeln und blaue Odenwälder 1,40 bis 1,60; gelbe Speisekartoffeln 1,50 bis 1,80 Mark. Allgemeine Tandenz: fester. Schwcincmarkt in Butzbach. Pb. Butzbach, 2. Oft. Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren 324 Ferkel aufgetrie- ben. Cs wurden gezahlt für Ferkel bis 6 Wochen alt 9 bis 12 Mk., von 6 bis 8 Wochen alt 12 bis 15 Mk.. von 8 bis 13 Wochen alt 15 bis 20 Mk. Der Handel war mittelmäßig. Es verblieb Ueber- stand. Schwciireinarkt in Friedberg. WSV. Friedberg, l.Okt. Zum heutigen Schweine markt wurden 306 Jungtiere auf- getrieben. Trotz lebhaften Handels verblieb etwas Ueberstand. Cs wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 8 bis 12 Mark, sechs bis acht Wochen alte 12 bis 18 Mark und acht bis zwölf Wochen alte 18 bis 25 Mark. * Konkurse und Vergleichsverfahren im September. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im September durch den Reichsanzeiger 1341 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 743 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für August stellten sich aus 1065 bzw. 607. * D i e Reichsindexzisfer für die Le- benshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarfs), beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes im Durchschnitt des Monats September auf 134,0 gegenüber 134 9 im Vormonat. Der Rückgang beträgt somit 0,7 v. H. An dem Rückgang sind hauptsächlich die Bedarfsgruppen Ernährung und Bekleidung beteiligt. Es sind Zurück- gegangen die Indexziffern für Ernährung um 1,0 v. H. auf 124,9, für Bekleidung von 1,2 v. H. auf 135,8, für „sonstigen Bedarf" um 0,4 o.H. auf 183,2. Die Indexziffer für Heizung und Beleuchtung ist um 0,9 v. H. auf 147,4 gestiegen; die Indexziffer für Wohnung hat sich nicht geändert. * Herabsetzung derZinsenaufSpar- g u t h a b e n. Die Frankfurter Banken und Sparkassen haben die seit 27. Juli für Sparkonten vergütete Bonifikation von 2d. Sy mit Wirkung ab 1. Oktober auf 1 v. H. herabgesetzt, so daß die Gesamtverzinsung von 7 auf 6 v. H. ermäßigt wird. * Großkraftwerk Mannheim AG., Mannheim. In der gestrigen Generalversammlung wurde aus dem Reingewinn von 388 718 Mark eine Dividende von 10 Prozent auf die Vorzugsaktien A, von 15 Prozent auf die Vorzugsaktien B und von 6 Prozent auf die Stammaktien verteilt. 5318 Mark kommen zum Vortrag auf neue Rechnung. * Subventionen für die M ansfeld AG. ? Eine Versammlung von etwa 200 Funktionären der am Tarifvertrag der Mansfeld AG. beteiligten Gewerkschaften befaßte sich mit der jetzigen Lage in Mansfeld. Cs wurde erklärt, daß die Verhandlungen, die zwischen der Mansfeld AG., dem Reich und dem preußischen Staat geführt wurden, zu einem gewissen Abschluß gekommen seien. Durch das Zusammenwirken von Mansfeld, dem Reich und Preußen, sowie der Belegschaft solle die Weiterführung der Betriebe bis Ende 1932 sichergestellt werden. Der Verlust, der bei den augenblicklichen Metallpreisen rund 800 000 Mk. monatlich für die Mansfeld AG. beträgt, soll gedeckt werden, indem rund 250 000 Mark an Löhnen und Gehältern monatlich eingespart werden. Das würde einer Lohnsenkung von 12 Prozent entsprechen. Der übrige Teil des Verlustes soll von der Mansfeld AG., dem Reich und dem preußischen Staat getragen werden. In der mehrstündigen Aussprache wurde betont, daß eine weitere Lohnherabsehung zur Verelendung der Arbeiter führen müsse. Ein 12prozentiger Lohnabzug sei ei- glatte Unmöglichkeit. In einer von der Versammlung angenommenen Entschließung werden die Reichs- und die preußische Regierung aufgesordert, der Mansfeld AG. Subventionen zu gewähren, um einen weiteren Lohnabbau zu verhindern. * DiePensionskasse derVordwolle stellt ihre Zahlungen ein Wie WTD. hört hat der Gläubigerausschuh der Vordwolle alle Zahlungen und Zuwendungen an die Pensionäre und llnterstühungsberechtigten aus der Pensionskasse der Vordwolle abgelehnt. Dor dem Arbeitsgericht Bremen kommt demnächst der ganze Fragenkomplex über die Pensionskasse zur Verhandlung. In diesem Prozeß soll festgestellt werden, ob das Vermögen der Pensionskasse aus- gesondert werden muß oder, ob es tatsächlich, wie der Gläubigerausschuß behauptet, in die Sein diesjähriges Olbturnen hielt der Turnverein Heuchelheim am Sonntag in der hiesigen Turnhalle. Unter der Leitung von Frauentürnwart Fritz Rinn traten am Vormittag 95 Turner und Turnerinnen zum Wettkampf an. Vachmittags bewegte sich cm Festzug durch die Straßen des Ortes, und anschließend trafen sich die Mitglieder des Vereins mit ihren Angehörigen in der Turnhalle. Vach dem Aufmarsch der Turner und Turnerinnen hielt der Vereinsvorsihende L. Schmidt eine Ansprache mit anschließender Siegerverkündung. Bei den turnerischen Vorführungen auf der Bühne kamen sämtliche Abteilungen zum Wort und ernteten reichen Beifall. Die Ergebnisse: Jugend-Oberstufe (Veunkampf): 1. Pr. Sy Rinn, 165 P., 2. Pr. W. Engelhardt, 150 P., 3. Pr. K. Weber, 148 P. Jugend-Mittel stufe (Fünfkampf): 1 Pr. C. Reuschling und A. Kehr, 107 P., 2. Pr. QI. Römer und A. Reidel, 101 P., 3. Pr. O. Kröck, 82 P. Jugend-Unterstufe (Veunkampf): 1. Pr. A. Kreiling, 150 P., 2. Pr. QI. Weber, 140 P., 3. Pc. K. Rinn, 135 P. Schüler-Ober stufe (Siebenkampf): 1. Pr. L. Weber, 120 P., 2. Pr. H. Stoffel, 114 P., 3. Pr. QI. Gilbert, 113 P. Schüler-Unterstufe (Dreikampf): 1. Pr. E. Schmidt, 66 P., 2. Pr. R. Krüger, 59 P., 3. Pr. W. Hahn, 56 P. Turnerinnen (Veunkampf): 1. Pr. Lina Löber, 177 P., 2. Pr. Marie Herr, 168 P., 3. Pr. Johanna Pusch, 144 P. Jugend-Ober st ufe (Zchnkampf): 1. Pr. Marie Vollmann, 164 P., 2. Pc. Gretchen Kehr, 157 P-, 3. Pr. Henriette Pusch, 137 P. Schüleriiinen-Ober stufe (Veunkampf): 1. Pr. Irmgard Leinberger, 164 P., 2. Pr. Else Sack, 157 P., 3. Pr. Erna Sack, 155 P. Schülerinnen-Mittel stufe (Fünfkampf): 1. Pr. Gerda Dolkmann, 81 P., 2. Pr. Homberg bei prächtigstem Wetter auf dem „Hohen Berg" ein Segelflugzeug, und zwar das erste eigene Segelflugzeug, einweihen. Das Flugzeug erhielt bei der Taufe den Vamen seines Er- ___________ . ____________ bauers „Meister Schepp". Im Anschluß an die ! d'orf j — To. Wieseck I 3:2 (1:1). In der Bezirks- Feier fand gleich der Jungfernflug statt, dem zwei Haffe standen sich folgende Mannschaften gegen- weitere Starts folgten. Dem Segelflieger Bel- über: Tv. Wißmar 1 — Tv. Waldgirmes 1 3:5; To. linger, Alsfeld, gelang es, das Segelflugzeug Kinzenbach I — Tv. Launsbach 1 3:6 (2:1); Tv. Lon- 1,5 Minuten in der Luft zu halten und dann glatt darf II — Tv. Nordeck I 2:4 (2:3); Tv. Lollar I — zu landen. — Die Bürgermeister von Homberg Tv. Allendorf II 7:2 (5:0); Tv. Lollar II — Tv. Al- und Vieder-Ofleiden beglückwünschten die Flie- kertshausen I 5:4 (1:2). Das Spiel der Jugendgruppe gergruppe zu dem im Bau des neuen Flugzeuges Garbenteich l.Jugcnd — To.Dorlar 1. Jugend endete dokumentierten Fortschritt. I 4.4 (0:3). sprechende Vorlage zu machen. Der Jahresbeitrag wurde auf 1 Mark festgesetzt. Die Vorstandswahl ergab als 1. Vorsitzenden Turn-Oberlehrer Karl Roth (Darmstadt), als 2. Vorsitzenden Studien- ! rat Dr. Racke (Darmstadt), an Stelle des verstorbenen verdienstvollen Prof. Becker, als Geschäftsführer Lehrer Jmbesscheidt (Darmstadt), als technischer Leiter Turnlehrer K l e n l (Bensheim), als Schriftführer Frl. Käthe M ü l - l e r (Darmstadt) und Frl. Felicitas Kaiser (Jugenheim), als Beisitzer Turnlehrer G ö r z (Worms), Rektor Bach (Großen-Linden) und Lehrer Wolf (Unter-Schmitten). Zinish im weißen Sport. Klubwettkampf Gießener Tennlsklub 1922 gegen Frankfurter Tennisklub 1914. Zum Abschluß der Saison hat der Gießener Tennisklub 1922 den Frankfurter Tennisklub 1914 (Palmengarten) zu einem Rückspiel zu verpflichten. Frankfurt hat eine sehr starke Mannschaft aufgestellt, an deren Spitze die bekannten Turnierspieler Er wen, Halberstadt, Schmidtknatz (früherer deutscher Meister); bei den Damen Frau Hoesch, Frl. Bünger genannt werden. Der Gießener Klub, der in diesem Jahre beachtliche Wettspielerfolge aufzuweisen hat, wird gegen diese starke Ausstellung kaum gewinnen können. Gießen tritt mit feiner ersten Turniermannschaft an, so daß allen Freunden des weißen Sports noch einmal Gelegenheit gegeben sein wird, spannende Kämpfe zu sehen. Segelflugzeugweihe in Homberg. Am Sonntag konnte die Segelfliegergruppe Oer Frankfurter Effektenfreiverkehr. Frankfurt a. M., 1. Oft. Im heutigen Effeftenfreivsrkehr von Bureau zu Bureau herrschte sehr ruhige Stimmung. Die Tendenz war gegenüber gestern weiter eher etwas schwacher vor allem weil die Ausiandbörsen noch keine Erholung zeigen und auch die deutschen Werte an diesen Plätzen weiter ihren Kursstand ab- bauen Auch die Tatsache, daß die Welle der Zahlungseinstellungen sowohl im In-, als auch im Auslande immer noch nicht zum Abflauen gekommen ist, wirkte beunruhigend. Allgemein bestand große Zurückhaltung, und die wenigen Kurse, die man hörte, lagen um etwa 1 bis 2 Prozent niedriger. Vur IG.-Farben blieben aus gestriger Basis mit etwa 93,50 Proz. gehalten. Sonst nannte man AEG. 39 bis 40, Siemens 100 bis 101, Reichsbank 98 bis 99 und Altbesihanleihe 41 bis 42. Am Pfandbriefmarkt war es ebenfalls sehr ruhig. Vach Reichsschuldbuchforderungen in späten Fälligkeiten bestand bei einem Kurs von etwa 34 Prozent weiterhin einige Vachfrage. 8prozentige Frankfurter und Rhein. Hypothekcn- Danf-Pfandbriefe wurden mit etwa 80 Prozent bewertet. Liquidationspfandbriefe unverä dert. DevisenmarkI Berlin — Frankfurt a. Bl. flögen errungen: 17. Mai We11flug (535 Tauben) von Reu - Bon strahlendem Sonnenschein begünstigt, konnte markt in Bayern, 248 Kilometer Luftlinie: am Sonntag der Turnverein Klein-Linden q Rühl errang den 3., 32., 33., 46., 69. und 76. fein diesjähriges Ab turnen durchführen. Die I Preis, Sy Henkel den 8., 59. und 68. Preis, G. Wettkämpfe brachten folgende Hambach den 14. und 49. Preis, K. Rödiger den (Eraebniffe- 15. und 67. Preis und Sy Wallbott den 84. und u ' I 103. Preis. Schüler-Ober st ufe (Zehnkampf): 1. 166 P., 24. Mai Wettflug (469 Tauben), von Walter Lang; 2. 156 P., Wilhelm Weigel; 3. 148 P., I Z t r a u b i n g (Bayern), 338 Kilometer Luftlinie: Hanfried Jung. I L.Rühl 2. Preis, E. Geißner 23. und 73.. H. Wall- Schüler-Unterstufe (Siebenkampf): 1. 111 hott 24., Ilniversitäts-Tie.zr:cht.nstitut 27.. K. Rö» P., Walker Weiß, Ferdi Weller, Hans Weller; 2 biger 44. und 78., G. Hambach 60., K. Geismar 105 P., Helmukh Mähler; 3. 101 P., Rudolf Wag jcn 83., 84. und 92. Preis. ner. 7. Juni We11flug (355 Tauben) von Pas - Schülerinnen-Oberstufe (Siebenkampf) 1. Liesel Steinmüller und Maria Rinn; 2. Maric Weigel; 3. Elfriede Brückel. Schülerinnen-Unter st ufe (Fünfkampf): 1. und Ehrensieg Lotti Kopp; 2. Trude Rathenow; 3. Tilli Rinn. Sportabteilung-Oberstufe (Dreikampf): 1. 58 P., Robert Stein und Wilhelm Fey; 2. Rudolf Jung II.; 3. Otto Weigel. Sport-Abteilung - Unter st ufe (Dreikampf): 1. 50 P., Rudolf Jung I. und Robert Weller; 2 Wilhelm Müller; 3. Heinrich Erb. Den volkstümlichen Wanderpreis für einen Dreikampf errang mit 42 P. Wilhelm Fey; außer Konkurrenz erzielte Heinrich Merten 53 Punkte. Turnerinnen «Ober ft ufe : 1. 55 P., Tilli Hahn im Vierkampf, ferner 1. Frieda Volk im Zehnkampf. Turnerinnen'Unter ft ufe (Zehnkampf): Ehrensieg Hedwig Marten; 1. Herta Hock; 2. Ottilie Jung; 3. Frieda Schaum. Jugendturnerinnen-Oberstuse (Zehnkampf): 1. Ottilie Frey; 2. Maria Junke; 3. Marie Knapp und Hilde Weigel. 1 .Df. ober 2 Oktober Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Briet Geld Brie, Hellingtor» . 10,29 10,31 10,29 10,31 Wien. . . 58,84 58,96 59,13 59,25 Prag . . . 12,48 12,50 12,48 12,50 Budapest . . 73,20 73,42 73,28 73,42 Sofia . . . 3,052 3,058 3,057 3,063 Holland . . 169,83 170,17 169,73 170,07 Oslo. . . . 92,91 93,09 93,91 94,00 Kopenhagen. 92,91 93,09 93,91 94,00 Stockholm 96,90 97,10 98,90 99,10 London. . . 16,48 16,72 16,68 16,72 Buenos Aires 0,988 0,992 0,948 0,952 Neuyorl 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . 58,84 58,96 58,79 58,91 Italien. . . .1,48 21,52 21,48 21,52 Paris . . . 16,68 16,72 16,68 16,72 Schweiz . . Spanien 82,47 82,63 82,47 82,63 37,91 37.99 37,86 37,96 Danzig - . . 81,92 82,08 81,97 82,13 Japan . . . 2,078 2,082 2,078 2,082 Rio de Jan.. 0,236 0,238 0,236 0,238 Jugoslawien. 7,453 7,467 7,463 7,477 Lissabon 15,08 15,12 15,13 15,17 Banknoten 4,20 4,22 58,73 58,97 92,71 93,09 16,64 16,70 16,67 16,73 169,46 170,14 21,56 21,64 92,71 93.09 58,72 58.96 2,50 2,52 96,66 97,04 82,2? 82.61 37,57 37,73 72,75 73,15 KAISER S KAFFEE-GESCHÄFT Filialen Filiale in Gießen, Mäueburg 5. 6528A Am 4. Oktober 1931, nachmittags 2.30 Uhr findet in der Volkshalle zu (Ziehen der Provinzkampf im Kunstturnen zwischen den drei Großgauen Rheinhessen — Main - Rhein — Hessen um den Wanderpreis des Hess. Staatspräsidenten statt Konzerteinlagen der Giehen.Reichswehrkapelle Eintrittspreise: Reservierte Plätze RM 1 50 Nicht numerierte Plätze RM 1 00 Schüler bis 14 Jahre RM. 0 50 Weiterer Preisabschlag! Wer billig kaufen will, werde Mitglied im Konsumvereinl Erdnußöl, extrafein Liter 80 Pfg. 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