Hl 152 Erstes Matt 181. Jahrgang Donnerstag, 2. Juli 1931 fr|d)eiet «Lgl'ch.autzer 5oxetag* nnb Jtt«tag* Bef lag ei: Dte 3Uuftnerte Viehenrr ^amilienbltiia 5 et mal rm Bild Die Scholle monats-BejegsDrets: 2.20 Betchsmarb and 30 5ieid)spfenwtg für Träge» lohn, auch bei Nichte» scheinen einzelner Nummern infolge höher« Gewalt. ZernfprechonfchlSsie enter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Lnzetaer ttefca. paßscheckkoitto: KrantfnN am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vniS imd Verlag: vrühl'lche Univerfilütr-Vuch' miö Stetiörnderei L Lange hi Sieben. Schnstlettmlg hrö Seschästrftelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Playvorfchrift 20*/, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. DeranttvoNlich für Dolttik Dr. Fr. Mlh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlich in (Bieben. Vor der entscheidenden Konferenz in Paris. Eine neue Rote Amerikas. — Heute abend erneute Besprechung zwischen Melton und den Franzosen. Roch fühlbare Meinungsverschiedenheiten. Heute abend neue Litzung. Paris, 1. Juli. (f)aoas.) Die französisch-amerikanischen Verhandlungen über den Vorschlag des Präsidenten Hoover wurden heute nachmittag 15.15 Uhr im Innenministerium fortgesetzt. An der Sitzung nahmen teil Schahsekretar Mellon, der amerikanische Botschafter L d g e. Ministerpräsident Laval, Autzenminister B r i a n d. Finanzminisler Flandin und Unterstaatssekretär Jrangols- Poncet. 3m verlause der Sitzung kam der Budgetminister p i e t r i hinzu. Die Sitzung dauerte bis 17 Uhr. Line neue Sitzung ist für morgen 21.30 Uhr anberaumt worden. lleber den verlaus der Sitzung veröffentlicht die havasagentur folgende Mitteilung: Schahsekretär Mellon und Botschafter Ldge haben den Wortlaut eines Dokumentes bekanntgegeben, das dazu bestimmt Ist, die Stellungnahme der amerikanischen Regierung bei den in (Hang befindlichen Verhandlungen zu klären. Diese Denkschrift lätzt gleichzeitig den willen der amerikanischen Regierung, die Verhandlungen fortzusehen, aber auch d i e noch ziemlich fühlbaren Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Regierungen erkennen. Das Dokument wird in Washington veröffentlicht und von den in Frage kommenden französischen Ministern studiert und im verlaufe eines für morgen anberaumten Minlsterrates geprüft werden. Das Dokument umfaht sieben Schreibmaschinenseiten, in denen die amerikanische Regierung alle technischen Seiten des Problems ins Auge saht. Washingtons neue Note. Hoovers letztes Wort. — Tie Lage verlangt auch von Frankreich Lpscr Washington, 2.Juli. (£11.) Das Im Auftrage des Präsidenten Hoover von Castle imb Morrow ausgearbeitete Memorandum bewegt sich, abgesehen von einer vorsichtigeren Formulierung im allgemeinen auf der Linie der gestrigen offiziösen Regierungserklärung. Die Rote bringt klar zum Ausdruck, dah Frankreich durch die Ablehnung des amerikanischen Vorschlages im Lause des nächsten Jahres rund 100 Millionen Dollar mehr ein büßen würde, als wenn es dem Hooverplan zustinrmte. Zweifellos würde Deutschland, wenn der Hooverplan abgelehnt werden sollte, ein Moratorium für die geschützten Zahlungen erklären. Selbst unter der Voraussetzung, dah Deutschland forlfafjren würde, die ungeschützten Zahlungen zu leisten, würde Frankreich Zwar annähernd 100 Millionen Dollar erhalten, anderseits aber gezwungen fein, 100 Millionen Dollar als Ga- rantiefonds an die B3Z. und weitere 100 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten und England abzuführen. Das bedeute alfo einen Verlust von 100 Millionen Dollar. 3n dem Memorandum wird erneut betont, baß die Gefahr einer Krise in Deutschland noch immer drohe. Schon der Hooverplan allein habe das Vertrauen wiederkehren lassen. Das habe sich in der Steigerung aller Waren- und Effektenpreise auf allen Weltmärkten wider- gespiegelt. Die Bedingungen, die Frankreich an die Annahme des Vorschlages knüpfte, ständen nicht im Einklang mit dem Geist deS Vorschlages desPräsidenten. Sie seien vielmehr geeignet, die beabsichtigte Hilfsaktion für Deutschland zu verhindern. Das Memorandum wendet sich dann einzelnen umstrittenen Punkten zu. Amerika fei der Ansicht, dah sämtliche gestundeten Zahlungen über einen Zeitraum von 25 Jahren fundiert werden sollten, und ^toar zu einem Zinsfuß, der dem von den Gläubtgerregierungen auf die eigene öffentliche Schuld gezahlten Durch- schnittssatz entspreche. Wesentlich sei natürlich, dah Zahlungen auf Grund aller bestehenden Abmachungen nach Ablauf eines Jahres wieder ausgenommen würden. Aus diese Weise wäre die Fortdauer der genannten Abmachungen keineswegs gefährdet. Die Regierung der vereinigten Staaten fei damit einverstanden, dah Deutschland den un- geschühten Teil der Annuität an die B3Z. ab- sühre, vorausgesetzt, dah der Betrag der Reichsregierung aus dem Anleihewege unverzüglich zurückerstattet werde. Der französische Wunsch aber, dah diese Anleihe nicht der deutschen Regierung, sondern den deutschen Industrie- und Finanzkonzernen zur Verfügung gestellt werde, sei unvereinbar mit dem Hilfsplan des Präsidenten. Auch die Anregung der französischen Regierung, dah ein Betrag von 25 Millionen Dollar aus den ungeschützten Zahlungen den durch Ausfall der Reparationsleistungen besonders geschädigten mitteleuropäischen Ländern in Form einer Anleihe zuzuweisen sei, stelle eine Verletzung des hoooerschen Vorschlages dar. Die Washingtoner Regierung halte zwar daran fest, dah der gestundete Betrag über 25 Jahre verteilt werde, doch sei eine Einigung übet diesen Punkt nicht unmöglich, wenn andere Streitsragen aus der Welt geschasst würden Besonder-, wenn während der beiden nächsten Jahre keine Rückzahlungen geleistet zu werden brauchten Die Befürchtungen Frankreich-, dah es gezwungen werden könnte, d ^n Garantie- fonds in die BJZ. einzuzahlen, seien grundlos, weil alle Regierungen den, amerikanischen Vorschlag zugestimmt hätten Wenn Frankreich wirklich Angst habe, dann sollten die übrv- gen Regierungen ausdrücklich Frankreich von bei Besorgnis befreien. Die französische Forderung aber, dah die von Deutschland während des Moratoriumsjahres an die V3Z. abgeführten und auf dem Anleihewege wieder zurückerworbenen Beträge dem Garantiefonds in der weife gutgefchrieben wer- den sollten, als ob Frankreich selbst die Garantiezahlung geleistet hätte, stehe nicht nur mit de» Geiste, sondern mit dem wesen des hooverschen Angebots in völligem Widerspruch. Auherdem verletze diese Sonderforderung die Vorschriften des Houngplanes, was die französische Regierung doch besonders ängstlich zu vermeiden wünsche. Die Regierung der Vereinigten Staaten tonne über eine Abänderung des VoungplaneS selbstverständlich nicht verhandeln, da sie ihn nicht unterzeichnet habe. Abschließend appelliert dis Washingtoner Regierung nochmals an Frankreich und gibt der Hoffnung Ausdruck, dah die Pariser Regierung einen Weg finden möge, die vorhandenen Memungsverschiedenheiten auszugleichen und den Plan Hoovers in Wirvamkeit zu sehen, da kein Ausweg au8 den gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten möglich sei. ohne dah alle Staaten vorübergehende Opfer auf sich nähmen. Optimismus in Pans. Oer erste Eindruck der Note. - Man hofft wieder auf eine Verständigung. Paris, 2. Juli (WTB. Funkspruch.) Don gut unterrichteter französischer Seite verlautet, dah nach der Heberreichung des amerikanischen Aide Mfcnoire in maßgebenden französischen Kreisen wieder größerer Optimismus herrsche, da die amerikanische Rote sehr viel entgegenkommender gehalten fei, als man in Paris am Mittwochnachmittag angenommen hatte. Die amerikanische Denkschrift wird von fast allen Blättern eingehend wiedergegeben. Der allgemeine Eindruck, den die Morgenpresfe wiederspiegelt, ist der, daß durch die Veröffentlichung der Denkschrift der Diskussion jetzt eine bessere Grundlage gegeben worden sei. — „Petit Pari s i e n" meint, man dürfe nicht glauben, dah nach den durch daS Dokument beleuchteten Mei- nungsverfchiedenheiten die französisch-amerikanischen Verhandlungen notwendigerweise in eine Sackgasse führen mühten. Die Debatte gehe weiter. Das Blatt hält es für sehr möglich, daß evtl, die Signatarmächte des Voung- plans einschließlich Deutschland zur Aeuherung aufgesordert werden. Wenn die gegenwärtige Debatte nicht durch eine Der- ständtgung in letzter Stunde abgeschlossen werden würde, so könnte, wie das amerikanische Memorandum dies übrigens versteckt anrege, eine Kons er enz einberufen werden mit der Aufgabe, gewisse Bestimmungen deS VoungplanS über das Moratorium zu klären. Der „Mat in" ist ebenfalls der Ansicht, dah eigentlich nurnocheineinzigesschwereS Hindernis für die Regierung bestehe, nämlich die Frage des Garantiefonds. DaS amerikanische Dokument beweise, wie energisch Frankreich seine Position verteidige und wie die Amerikaner Wert darauf legten, Frankreichs Stellungnahme zu verstehen. ,L ' Oeuvre" schreibt: Wenn auch vielleicht gesagt wird, es sei kein Fortschritt in den ameri- kamsch-franzosischen Verhandlungen fefUuftelten, so muh dennoch hervorgehoben werden, daß trotz der Washingtoner Methode und des entmutigenden deutschen Widerstande- wegen der schweren Folgen eines ScheitemS der Verhandlungen eine Verständigung glaubhaft erscheint. — Das radikale Organ ,2 a R 6 publique" sieht schon allein in der Tatsache, dah die Verhandlungen fortgesetzt werden, einen Erfolg. Auch die beiden Cottzblätter, „L'Ami dul Peuple" urü> „Figaro" zeigen sich opti^ Ostland und Ofibund. Don Pfarrer Pelz, Kastel* fvorm. Derb. Direktor im Weichselgau). Als vor nunmehr drei Jahren der Deutsche O st b u n d zum ersten Male im Westen, in DuiS- burg-Köln, zu seiner außerordenllichen ReichS- tagung zusammentrat, da horchte der gesamte Westen auf, und wir alle verspürten etwas davon, daß in der Tat Ost und West im Leben der deutschen Ration eine SchickfalSgemein- schäft bilden. WaS feindliche Schreckensherrschaft bedeutet, daS haben uns die ja nun glücklich überwundenen Desatzungsjahre gelehrt. Soweit man heute in Deutschland von Freiheit reden darf, ist der Westen wieder frei. Das Ostland aber seufzt nach wie vor unter dem Druck und der Willkür deS unS. feindlich ge- sinntenPolentumS. Gegen jedes Recht fiel ihm im Dersailler Vertrage der gesamte deutsche Osten zwischen Memel und den Sudeten — uralter deutscher Kulturbesitz — unverdient in die Hände, und seine fortgesetzte Gier nach weiterem deutschen Land bedroht unausgesetzt den Frieden Deutschlands und damit auch Europas. Durch den geraubten und gefährdeten Osten ist direkt oder indirekt jeder Deutsche in Mitleidenschaft gezogen. So groß die deutsche Rot allüberall auch ist, am größten ist sie doch in den Kreisen derjenigen Volksgenossen, die einst ihre Heimat und Existenz in den uns entrissenen Ostgebieten hatten. Und wenn unser Dvlk ohne Raum im Westen freute nicht mehr ein noch auS weih, so haben wir im verlorenen Osten den Raum vhneVvlk, in dem unsere erwerbslosen Massen Arbeit und Brot finden könnten, lleber eine Million deutscher Menschen, die heute als Vertriebene, über das ganze Reich verteilt, meist ein nur kümmerliches Dasein fristen und das allgemeine Erwerbslosenelend nur noch vergrößern, hatten vor dem Kriege im Osten eine auskömmliche LebenSexistenz, und gut vier- bis fünfmal foviele könnten gegenwärtig dort ihren Unterhalt finden, wenn im Osten deutsch noch wäre, was deutsch einst war. Die ganze, unser Volk bedrückende Erwerbslosenfrage wäre mit einem Schlage gelöst, wenn die uns nach Recht und Gerechtigkeit zu- stehende Revision der widernatürlichen östlichen Grenzziehung erfolgen und die Ostmark un« zurückgegeben würde. Diese Revision der Ostgrenze mit dem Ziel der Rückgabe der uns geraubten Ostgebiete ist aber nicht allein eine ostmärkische, sie ist doch vor allen Dingen auch eine im nationalen Jnteresse unseres ganzen Volkes liegende deutsche Angelegenheit. Sie eben ist denn auch das ArbeitSziel deS Deutschen Ostbundes, dessen Wahlspruch seit seiner Gründung im Jahre 1919 lautet: „WaS wir verloren haben, darf nicht verloren fein." Fremde und eigene Schuld ließen uns im Versailler Vertrage, wie schon wiederholl in der deutschen Geschichte, abermals das Ostland verlieren. Auch der Ostbund und die in ihm zusammengeschlossenen Ostmärker aller Ostprovinzen und sonstigen Deutschen konnten den Verlust beS Ost- lands nicht verhindern. Ohne Ueberhebung aber darf wohl gesagt werden, dah ohne die direkte und indirekte Arbeit des OstbundeS und feiner führenden Männer dem Reich im Jahre 1920 noch weit mehr verloren gegangen wäre, als wir heute im Osten zu beklagen haben. Dabei soll das Wirken der provinziell aufgezogenen Heimatvereine für Sinn und Liebe zur engeren Heimat durchaus nicht gering eingeschäht werden. Eine zusammenfassende Arbeit für den gesamten verlorenen und heute gefährdeten Osten aber wäre doch ohne einen für alle Ostmärker und alle Ostlandbelange vffenstehenden Ostbund eine faktische Unmöglichkeit. Der Umfang seiner Gesamt- tätigtet läßt sich hier nur andeutungsweise wiedergeben und kurz skizzieren. Seiner hingebenden Fürsorgearbeit war es in den Jahren der MassenauSweisungen aus Polen doch mit in erster Linie zu verdanken, wenn Hunderttausend^ wieder eine Rieverlassung und eine Existenz fanden und eingereiht wurden in den Wirtschaftskreis des deutschen Staatsverbandes. Und wenn weiter Hunderttausende nicht fluchtartig Heimat und Scholle im Osten verliehen, sondern z. T. noch heute unter unerhörtem feindlichem Terror ihr Land und ihren Besitz dem Deutschtum erhalten, so ist das wieder zum guten Teil anit dem Einfluß des Ostbundes zuzuschreiben. Er auch ist es, der in den vergangenen 10 Jahren immer wieder in der Oeffentlichkeit auf die verschiedenste Weise für den Schutz der uns noch verbliebenen deutschen Ostgebiete eintrat und so nicht unwesentlich mit zur Schaffung der jetzt wirkenden deutschen Ostyilfe beigetragen hat. Bekannt sind auch seine kulturpolitischen Kämpfe im Jnteresse deS Deutschtums diesseits und jenseits der Ostgrenze, die besonders auf die Erhaltung der deutschen Schule dringen. Durch seine über das ganze Reich verbreiteten Landesverbände und Ortsgruppen wirkt der Deutsche Ostbund in Wort und Schrift aufklärend unter der Bevölkerung. Praktische Siedlungsarbeit leistet der Ostbund durch Schaffung eigener Ostsiedlungen, und theoretisch informiert er über die gesamten Oftland- belange durch Ausstellungen und Kongresse, durch Kundgebungen und Tagungen verschiedenster Art. Man kann ihn zusammenfassend auch wohl • Pfarrer Pelz, Kassel, wird am Samstag, 4. Juli, in dem vorn Ostbund (gelegentlich seiner Landesverbandstagung in Gießen) mit der Ortsgruppe Gießen des VDA. gemeinsam veranstalteten Deutschen Abend über den deutschen Osten sprechen. D. Red. den »Verein für das Deutschtum im Ostland nennen und fein überparteiliches Wirken im Jnteresse Deutschlands und des gesamten deutschen Volkes ein im besten Sinne vaterländisch- nationales. Viel zu wenig noch wird sein segensreiches Wirken gewürdigt und anerfaimt, und noch viel zu wenig wird er bisher von allen Kreisen des deutschen Volkes unterstützt. Der Deutsche Ostbund muß aber nicht nur ein Bund aller Ostmärker, sondern weit darüber hinaus ein Bund aller Deutschen werden; wenn einst erreicht werden full das Ziel feines Strebens und seiner Arbeit, die Wiedergewinnung dessen, was dem deutschen Volke im Osten verloren ging und ohne dessen Besitz sein Leben als Großmacht im Rate der Völker auf die Dauer undenkbar ist. DeutschlandsZu- kunf t liegt im Ostenl Erneute Verurteilung der deutschen Pfadfinder in Posen. Posen. 29. Juni (WTB) Dor dem Apella- tionsgericht fand die Hauptverhandlung in dem Prozeß gegen Durchard, Mielke und Preuh der sogenannte Pfadsinderprozeh. der seit April zweimal vertagt worden war, statt. Den Angeklagten wird Grenzüberschreitung ohne Pah, versuchte Geheimbündeler und Spionage vorgewvrfen. Dieses Vergehen sieht die Anklage in dem Besuch d eutscher Pfadfinder in Deutschland, wobei diese an Kurien in der Hochschule für Leibesübungen rcilgenommen haben, ferner in brieflichen Verhandlungen mit der deutschen Jugendbewegung und in einer geplanten Wanderfcchrt durch die Weichselniederungen und die alten deutschen Siedlungen, die jedoch nicht stattgefunden hat. Jn der ersten Jnstanz wurden die Angeklagten z u mehrmonatigen Gefängnisstrafen verurteilt. Das Urteil des Appellativ ns- gerichts verwirft die Berufung und hält das Urteil der ersten Jnstanz aufrecht, wonach der Abgeordnete Graebe zu sechs Monaten Gefängnis, Studienrat Heidelck zu sechs Monaten Gefängnis und dir übrigen Angeklagten zu Gefängnisstrafen von einem bis zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt werden. Die Qlngeflagten werden nach § 129 des Strafgesetzbuchs verurteilt wegen Anmahung von Amtsbefugnissen und Verhinderung von Gesetzen mit ungesetzlichen Mitteln. Don der Anklage der Spionage, des Hochverrats und der Vorberettung zum Hochverrat werden die Angeklagten sämllich freigesprochen. Ferner werden die Angeklagwn Hecdelck und Schmidt, die in erster Jnstanz noch zu je sechs Monaten Festung verurteilt worden waren, von der Berufungsinstanz freigesprochen. Das Gericht gehe von der Ueberzeugung aus, dah keiner der Angeklagten aus niederen Motiven gehandelt habe, soitdern dah alle Angeklagten die Arbeit aus einem hohen Jdealismus getan hätten. Dieser Jdealismus der 2lngetilgten sei als mildernder Umstand zu bewerten. Die Amnestie vom Jahre 1928 könne für die Angeklagten nicht in Frage kommen. Das Gericht mache darauf aufmerksam, dah Revision und Kassation-Lage beim höchsten Gericht innerhalb drei Tagen eingereicht werden könne. Rechtsanwalt Grzegorzewski meldete sofort Revision an, was vom Dorschenden protokolliert wurde. Spanien gibt sich eine Verfassung. Ter Entwurf der Berfafsungskommission. Madrid, 1. Juli. (WTB.) Die mit der Ausarbeitung der spanischen Verfassung betraute Kommission hat, wie HavaS berichtet, ihre Arbeiten so gut wie zum Abschluß gebracht. Der Derfassungsentwurf sieht den unitarischen Charakter einer spanischen Republik vor. Jegliche Adelslilel werden abgeschafft. Die Freiheit der Religionsausübung, der Presse und der Gewerkschaften sowie die Verpflichtung, dem Vaterland zu dienen, werden hervorgehoben. DaS Recht aus Eigentum wird anerkannt. Der DolkSschulunterricht ist obligatorisch. Der Senat soll 260 Mitglieder umfassen und alle vier Jahre erneuert werden, die Kammer 466 Abgeordnete. Den Frauen wird das Wahlrecht xueriaruit. Die Wahlfähigkeit tritt für Spanier beiderlei Geschlechts mit dem vollendeten 23. Lebensjahr ein. Der Veriassungsentwurf schlägt vor, dah das Mandat des PräsidentenderRe- publik, der von Kammer und Senat gemeinsam gewählt wird, auf sechs Jahre erteilt wird. Zu Präsidenten der Republik können alle Spanier gewählt werden, die mindestens 40 Jahre alt und im Besitz sämtlicher bürgerlichen unb politischen Rechte sind. Richt gewählt werden können Mitglieder des Klerus sowie der früheren Königs- familie. Die Islandfahrt des „Graf Zeppelin" fflrof Zeppelin- über einer isländischen Bucht. Das Bild stammt von einer früheren Island-Fahrt de» „Graf Zeppelin". Oie Wetterlage. Ingö (ydlStjord uvr Thorsnavn IG TW ra. M -------vai s Stürmischer fiordwesl ren x2,. 4- seh» leichter Ost massiger Südsüdwest q .........-...... pAteuna S OerHooverplan und die Ostreparationen Griechenland macht Einwendungen. - VeniseloS fordert Abänderung für die Oststaaten. mistisch „Figaro" erklärt, daß nunmehr noch dte Veröffentlichung des Memorandums die fran- zösisch-amerikamschen Verhandlungen u n t e r w e- Niger ungünstigen 2luiÄh $ t« a fort* gesetzt werden könnten. „LAmi du Peuple findet, die Aussichten der Verhandlungen seien nicht so schlecht, wie man behauptet. Etwas anders wird das amertkanische Memorandum von den Blättern beurteilt, die von Anfang an der amerikanischen Intteatwe miut Mißtrauen gegenüberstanden. So erklärt „I o u r- na l", Hoovers Schritt sei eine gegen den Voung- Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie Deinen Stationen stenenden zan« len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem euf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Mit der Verlagerung des zentraleuropäischen Hochs nimmt auch der Einfluß seiner kontinentalen Luftmassen für unser Gebiet ab, und die Schönwetterlage geht ihrem Ende zu. Die neue Atlantikstörung im Raume zwischen den britischen Inseln und Island schreitet weiter vor. so daß ihr Kern heute morgen über Schottland lag. Dabei hat sich an der Südseite ein Ausläufer entwickelt, der sich über Deutschland erstreckt und in Form von Bewölkung unser Wetter beeinflußt. Beim weiteren Vordringen der Störung gelangen wir zunächst in den Bereich feuchtwarmer Südwestluft, der später kühlere Ozeanluft aus höheren Breiten nachfolgt, was Anlaß zu Gewitterstörungen, oder einzelnen Rtederschlägen geben wird. Aussichten für Freitag: Mehr wolkiges Wetter mit Gewitterneigung, oder einzelne Riederschläge, warm. einigungen für Wach- und Ehrenposten aller Art verboten ist. Ferner ist das Tragen einheitlicher Kleidung und Abzeichen bei den Stand- musiken vor der Feldherrnhalle, im Hofgarten und im Rathaushof, vor dem Wehrkreiskominando und vor der Regierung von Oberbayern zu bestimmten Zeiten verboten. Aus aller Welt. Massenmörder Kürten hingerichtet. Köln. 2. Juli. (WTB. A.unkspnich.) Der Düsseldorfer Massenmörder Peter Kürten ist heute früh um 6 Uhr im Hofe des Gefängnisses von Köln m i t dem Fallbeil hingerichtet worden. Die Anordnung der Vollstreckung der Todesstrafe wurde gestern um 15 Uhr durch einen Ministerialrat nach Düsseldorf gebracht. Kürten wurde darauf gegen 16 Uhr in einem Gefangenenauto nach Köln ü b e r g e f ü h r t. Rach den gesetzlichen Bestimmungen müssen zwischen der Mitteilung und der Vollstreckung selbst 12 Stunden liegen. Zwischen 17 und Athen, 2. ML (WTB. Funkspruch.) Fn der griechischen Kammer wurde Ministerpräsident VeniseloS Iber die durch die Hooversche Aktion geschaffene Lage Griechenlands interpelliert. 3n seiner Erwiderung gab er e nen interessanten Kommentar zur griechischen Antwortnote an Amerika. Der Schritt Amerikas, so erklärte er, bedeute eme großzügige Geste zu Gunsten Deutschlands, aber er erstrecke s ich auch auf die Ost r « Pa- rationen, die sicher aus dem Spiel gelassen worden wären, wenn Amerika die Folgen übersehen könnte, die durch diese Miteinbeziehung der Ostreparativnen entständen. „Ich din sicher, fügt« VeniseloS hinzu, „dah die amerikanische Re- gierungseicklärung in Unkenntnis des Umstandes erfolgt ist, daß Griechenland 76,5 Prozent der von Ungarn und Bulgarien erlegten Zahlungen erhalt zum Wiederaufbau seines durch einen lOiährigen Krieg und mannigfaltige Katastrophen schwer geschädigten Staates. So wird der amerikanisch« Vorschlag, der doch ein« Erleichterung für die heimgesuchten Länder bedeuten soff, dazu dienen, daß zwar die wirtschaftlich so außerordentlich gefestigte Tschechoslowakei 70 Millionen Drachmen (= 3,8 Mill. Mark) jährlich e i ns Part und Ungarn, dessen E:at im Gleichgewicht ist, 140 Millionen, Bulgarien immerhin eine Ermäßigung von 160 Millionen Drachmen erhall während Griechenland 230 MillionenDrack- men (etwa 12,5 Mill. Mark) in diesem Fewriahr a n V e r l u st haben würde." . VeniseloS wies darauf hin, dah die griechische Antwortnote darstellt, Griechenland kenne den amerikanischen Vorschlag nur dann akzeptieren, wenn er für Griechenland modifiziert würde bzw. dem Land« dieselben Erleichterungen gewähre wie allen anderen. Ich bin mir dessen bewußl sagte der Ministerpräsidenl dah ein solch schwerwiegender Schritt eilte Opposition gegen den Hooderplan bedeute. Auch Rumänien opponiert. Bukarest, 2. Mi. (WTB.) Die rumänische Regierung hat heute ihre Antwort auf den Hoover-Vorschlag erteilt. Rumänien nimmt in seiner Antwort den Vorschlag i m P r i n z i P an, macht jedoch wesentlich« Einwendungen. So viel aus dem Inhalt der rumänischen Rote verlautet, stellt die rumänische Regierung fest, daß sie durch die Verwirklichung des Moratoriumsvorschlages eine Einbuße von 86 Millionen Lei (etwa 2,1 Millionen Mark) und des Gegenwertes der laufenden Re para t i onsbe st ellun gen erleiden würde. Oie Vorgeschichte des Hoover-Plans. Reuyork, 1. ML (TU.) Ueber die Vorgeschichte des Hooverplanes werden jetzt einige interessante Einzelheiten mitgeteilt. Danach wurden die Einzelheiten des Vorschlages auf einer Konferenz vor etwa 7 Wochen ausgearbeitet, an der etwa ein Dutzend von Dankleuten und Finanzleuten aus dem mittleren Westen teilnahmen, die unter Führung des Senators Iames C. Watson (Indiana) berieten. Rach- dem der Plan festgelegt war, gelang es dieser Gruppe von Politikern und Finanzleuten, dte großen amerikanischen Danken für ihn zu gewinnen. Er wurde hierauf in seiner endgültigen Formulierung dem Präsidenten Hoover vorgelegt, der ihn nach längerer Beratung annahm. Der Senator Iames E. Watson ist der Führer der Republikaner im Senat und ein« der bedeutendsten Persönlichkeiten der republikanischen Partei. (Streif um Ostgrönland. Wird Norwegen zur Annexion schreiten? Kopenhagen, I.Iuli. (TU.) Das dänische Außenministerium hat heute eine norwegische Note über Ostgrönland erhalten. Der außenpolitische Ausschuß des Neichstaaes ist für morgen nachmittag zu einer Beratung zusammenberufen. Aus Oslo wird telegraphiert, daß die norwegische Regierung heute von Devold, dem Führer der norwegischen Jäger in Ostgrönland, die telegraphische Mitteilung von der A n n e x i o n eines lei« les von Ostgrönland erhalten hat Devold teilt der Regierung mit, daß er das besetzte Gebiet Erich-des-Roten-Land genannt habe und fordert die Regierung auf, die Besitzergreifung offiziell anzuerkennen, da diese zur Wahrnehmung der norwegischen wirtschaftlichen Interessen in Ostgrönland dringend notwendig sei. In norwegischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Regierung nunmehr die Annexion nicht mehr als Privatangelegenheit betrachten„tön ne. Die Kopenhagener Zeitung „Aftenposten" entnimmt einem Artikel des norwegischen Regierungsblattes „Nationen", daß die Osloer Regierung Devotes Annexion nicht anerkennen werde, dah sie aber selbst die Annexion amtlich vornehmen werde, wenn Dänemark die norwegische Forderung nicht annehme, daß Ostgrönland alsNiemands- land erklärt wird. „Aftenposten" bezeichnet es als sicher, daß Dänemark die norwegische Note nicht annshmen könne, und rechnet damit, daß nun die amtliche Annexion durch Norwegen nahe bevorstehe, und daß dann die Angelegenheit dem Haager Schiedsgerichtshof vorgelegt werden solle. Die norwegische Regierung hält zur Zeit einen Ministerrat ab. Sie will ihre Entscheidung beschleunigen, dadiedäntscheExpedition unter Lauge- Koch bereits -am kommenden Montag in Ostgrönland eintreffen wird. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rcrssau hat die in Wiesbaden erscheinende nationalsozialistisch« Tageszeitung „R h e i n w a ch t" (Rassauer Beobachter) und deren Kopfblatt, „Frankfurter Volksblatt" (Frankfurter Beobachter), wegen Uebertretung der Verordnung des Reichspräsidenten zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen auf die Dauer von sechs Wochen verboten. Kleine politische Nachrichten. Das Plenum des Hessischen Landtags ist auf Dienstag, 7. Mi, vormittags 10 Uhr eunberufen. Auf der Tagesordnung stehen nur kleinere Gesetzesvorlagen und die Gemeindeordnung. Dte Tagung, die voraussichtlich die letzte dieses Landtags sein wird, soll in einer Woche beendet sein. In M a i n z findet am Sonntag, dem 5. Mi, 11.15 Uhr, die Einweih ung des Strese- mann-Ehrenmals statt. Der Bau trägt an der Vorderseite die Inschrift: „Dem Andenken! Gustav Stresemanns". Rechts und links: „Der Freiheit der Rheinland«". Die Westseite des Baues trägt die Inschrift: „Der Größe des deutschen Vaterlandes. Errichtet von dem dankbaren deutschen Volke 1930—31". Die Weiherede bei der Feier am Sonntag hält der Führer der DVP., Reichstagsabgeordneter Dingeldey. Reichsminister Dr. C u r t i u s, der den Reichspräsidenten, die Reichsregierung und den Völkerbund vertritt, wird ebenfalls das Wort ergreifen. Am Vorabend findet ein« Kundgebung statt, dte vom Denkmalsausschuß veranstaltet wird. Täter versuchte auf einem Fahrrad zu entkommen, konnte jedoch verhaftet werden. Er räumte nach anfänglichem Leugnen «in, einen Feuerwerkskörper in den Raum geworfen zu haben, bestritt aber, daß dieser Körper Tränengas enthalten habe. Der Täter ist ein 19jähriger Student, der, wie es in der Polizeimitteilung heißt, dem Nationalsozialistischen Studentenbund angehört. Kommunistenüberfall in Peine. Peine, 1.Mi. (TU.) In Peine wurde ein Zug der Rationalsozialisten und die begleitenden Polizeibeamten im Arbeiterviertel von Kommunisten überfallen und u. a. mit Steinen und Totschlägern angegriffen. Einigen Beamten wurde auch Pfeffer in die Augen geworfen, um sie für Augenblicke kampfunfähig zu machen. Als aus den Reihen der Kommunisten ein Schuß gefallen war, erwiderten die Beamten das Feuer. Hierbei wurden 14 Personen zum Teil schwer verletzt. Auch Rationalsozialisten wurden, da beide Parteien weiße Hemden trugen und so in dem Tumult eine Unterscheidung erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht war, durch Schüsse verletzt, darunter zwei Rationalsozialisten so schwer, dah mit ihrem Ableben wohl zu rechnen ist. Rachdem die Polizei das Alarmkommando herangezogen hatte, konnte die Ruhe wtederhergestellt werden. In einer Darstellung von nationalsozialistischer Seite zu dem Lieberfall heißt es, daß die Polizei nur mit drei Mann vertreten gewesen und der sie erwartenden Aufgabe nicht gewachsen gewesen sei. Sie habe die ersten Schüsse abgegeben, wodurch zwei SA.-Leute durch Bauchschüsse schwer verletzt worden seien. Beide lägen im Krankenhaus darnieder. Von den Kommunisten seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Die Zahl der Leichtverletzten auf Seiten der Rationalsozialisten betrage 25, wovon 13 ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Berlin, 1. ML (ERB.) Von unterrichteter . Veite der preußischen Regierung erfahren wir, I daß der Polizeipräsident das Spartakiadekomitee । unb all« anderen Organisationen, die zur Vorbereitung der Spartakiade gebildet worden sind, aufglöst hat. Das Tragen der Spartakiade- abzeichen ist verboten worden. Die Polizei bat heut« vormittag in dem Bureau des Sparta- t.adekomitees eine Haussuchung abgehalten und Material beschlagnahmt, das noch geprüft Wird. Im Zusammenhang mit den gestrigen blutigen Zwischenfällen im Osten Berlins äußert man in Kreisen der preußischen Regierung dte Ansicht, döH dte Vorfälle nicht spontane Kundgebungen Unzufriedener oder Hungernder waren, sondern dah es sich um planmähige Veranstaltungen radikaler Elemente handelte, mit denen auch in den kommenden Tagen und Wochen zu rechnen sein wird. Dies ergibt sich insbesondere aus einer Anzahl von Rundschreiben und sonstigem Material, das sich in den Händen der Polizeibehörde befindet und aus dem eindeutig hervorgeht, dah m i t legalen und illegalen Demonstrationen gearbeitet werden soll, um die Polizeikräfte zu zermürben. Wenn auch in diesem Material teilweise nur in theoretischer Form von „bewaffnet geschützten" und „bewaffneten" Demonstrationen dte Rede ist und Vorschläge gemacht werden, wie Polizeiautos durch Ausstreuen von Rägeln und Glasscherben sowie Spannen von Drahtseilen aufgehalten werden, so kann daraus doch auf die systematische Vorbereitung von Unruhen und Störungen der öffentlichen Ordnung geschlossen werden. In Kreisen der Reichsregierung und der preußischen Regierung wird ausdrücklich mit aller Entschiedenheit betont, daß die Machtmittel des Staates ausreichen werden, um alle Störungen sofort im Keime ersticken zu können. Die Tatsache, daß sich das erwähnte Material in Händen der Behörden befindet, beweist, daß die Regierung über die Absichten ihrer radikalen Gegner genau unterrichtet ist und ihnen mit allen Mitteln begegnen wird. Die Polizei wird nötigenfalls auch rücksichtslos von der Schußwaffe Gebrauch machen. Das preußische Innenministerium wird, wie der Börsenkurier berichtet, in den näcMten Tagen einen neuen Erlaß über das Schießrecht der Polizei herausyeben. Es dürfte darauf hingewiesen werden, daß em Zurückhalten in dem Gebrauch der Schußwaffe nicht an- «ist, wenn es sich um Anariffe auf das Le- Polizeibeamten handelt, ferner bei Angriffen auf die unter dem Schutz der Beamten stehenden Personen, wie auch bei Angriffen gegen den Staat. Wenn z. B. die Beamten in Zukunft bei ihrem Vorgehen mit Steinen beworfen werden, oder sich mit der Schußwaffe bedroht sehen, dann ist es nicht nur ihr Recht, sondern ihre Pflicht, sich mit der Waffe ihrer Haut zu wehren. Tränengasbombe in einer politischen Stndenten-Versammlnng. Ans dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. WHP D a r m st a d t, 30. 3uni. Im Finanzausschuh wird eine Eingabe des hessischen Einzelhandels, die gewerblichen Räum« von der Sondergebäudesteuer freizulassen, durch die Regierungsantwort für erledigt erklärt. Don der Regierung wurde darauf hingewiesen, dah dies« Besteuerung des Gewerberaumes auch in den anderen Ländern erfolgt und eine Freilassung einen untragbaren Ausfall in den hessischen Finanzen verursachen würde. Ein« Aenderung könn« nur vom Reich vorgenommen werden. — Der Vorschlag der Regierung, auch in diesem Iahr« den in der Exekutive überaus angestrengten Polizeibeamten eine monatlich« Zehrzu- l a g e zu gewähren, rief ein« längere Aussprache hervor. Die Länder haben vereinbarl diese Zulage auf monatlich 4,50 Mk. festzusehen. Hessen will die dazu erforderlichen 200 000 Mk. von dem Gehaltsabzug, der bei der Polizei 890 000 Mk. ausmacht, einbehalten. Trotz der finanziellen Belastung wurde von allen Parteien dem Vorschlag zugestimmt. In der Debatte kam zum Ausdruck, dah man über ein gewisses Mah der hessischen Polizei nicht anmuten könne, Tag für Tag Demonstrationszüge zu überwachen. Es sollten entweder einschneidende Verbote Platz greifen oder eine S t«m pe lg«bühr für Demon - 1 strativnserlanbnisse erhoben werden. Kiel, 1. Juli. (WTB.) Hier fand gestern abend ein Vortrag Professor Schueckings statt, der vor der demokratischen Studentengruppe sprach. Im Verlauf des Abends wurde plötzlich ein aus mehreren Tränengasbomben zusammengesetzter Spreng- körper in den Saal geworfen, der explodierte und ein Reizgas verbreitete. Die Versamm- lungsteilnehrner suchten den Saal zu räumen. Drei Personen wurden durch Sprengstücke verletzt. Der o. K V 15 itOC L75 Aberdeen- W ,O ton# SCHI! ' Pans ^Wiei XX/O Klagen!. O - Nb a,- V i- IS vhr wurde flüden von brr Vollstreckung des Todesurteils Mitletlung gemocht. Die letzte Rachi verbrachte sein Verteidiger bei Kürten. 51. Deutscher Hleischerverbandslag. Stuttgart steht seit einigen lagen im Zeichen des 51. Deutschen Fleischeroerbandstages. Tausende von Fleischermeistern sind au» allen Teilen Deutschlands eingetroffen, um über aktuelle wirtschaftliche und standespolitische Fragen zu beraten. Nach einer Begrüßung des Vorstandes durch die Stadtverwaltung trat die Fleischerei - Berufsgenofsen- schäft zu einer Generalversammlung zufammen. Arn Mittwoch wurde in die Berbandstagsverhand- lungen eingetreten. Regierungsrat Dr. Dietrich- Berlin überbrachte die Glückwünsche des Reichs- ernahrungsministers Dr. Schiele. Der Derbandsvor- fiUenbe Lamertz - Köln erstattete dann den Tätig- keitsbericht für das Geschäftsjahr 1930,31. In organisatorischer Beziehung sei eine erfreuliche Weiterentwicklung des Verbandes zu verzeichnen. An Mitgliedern habe der Verband 1369 Innungen, darunter 212 Zwangsinnungen, 15 gemischte Innungen urb 54 alleinstehende Meister. Die Gesamtmitgliederzall betrage 53 756, gegenüber der vorjährigen Zusammenstellung eine Zunahme von 912 Mitgliedern, lieber den „Existenzkampf des Fleischergewerbes* sprach Derbandssnndikus Dr. Weidehaus - Berlin. Der Existenzkampf habe immer schwerer« Formen angenommen. Schuld daran sei die große Abwanderung der Fleischoerbraucher zu den Hon» surnoereinen und Warenhäusern, dann, die katastrophale Lage auf den Fettmärkten und endlich die Vermehrung der Kostenelemente, die dauernde An» ziehung der Steuerschraube. Die amerikanischen IDdfflleger am Ziel. Hie beiden Weltflieger P v stund Ca11y sind um 1.45 Uftr WGZ. auf dem Roosevelt-Field bei Reuhvrk glatt gelandet und haben damiß ihren Weltrundflug beendet. Aus der Provinzialhauptstadt. (ließen, den 2. 3uli 1931. Meder Auiobusfahrien nach dem Hoherodskopf möglich. Die Lanbesfvrstverwaltung hatte vor einigen Monaten die Oberwald st ratzen im Bv- gelsbetg, soweit sie Eigentum der staatlichen Forst Verwaltung sind, für den OmnibuS- und Lastkraftwagenverkehr ge- s p e r r t, da die Straften durch das Befahren mit Autobussen zu stark abgenutzt würden unb die Forstverwaltung keine ausreichenden Geldmittel zur Unterhaltung der Straften habe. Mit Rücksicht daraus, datz die Oberwaldstraften für den Fremdenverkehr in Autobussen von größter Bedeutung sind und die Sperre dieser Straften den Fremdenbesuch im Dogeisberg schwer beeinträchtigen, ja sogar unmöglich machen würde, haben die Lchottener Kreisverwaltung, der Der- kehrsbund Oberhessen, der Gesamtvorstand des Dogelsberger Hohen-Clubs, der Derkehrsverein Bad-Rauheim, eine Anzahl Stadtverwaltungen und weitere Derkehrsvereine die Landessorstver- toaltung wiederholt um Aufhebung der Straftensperre ersucht. Den gemeinsamen Bemühungen ist nunmehr ein Erfolg beschieden gewesen, der nicht gering zu veranschlagen ist. Gelegentlich der jüngsten Sitzung deS Gesamtvvr- stands des Dogelsberger Höhen-Clubs, die auf dem Hvhcrodskopf stattfand und an der als Vertreter der Forstverwaltung Landesforstmeister Hesse tetlnahm, wurde auch die Straftensperre zur Sprache gebracht. Es wurde dabei betont, daft durch diese Sperre der gesamte obere Dogeisberg von den Rundfahrten aus den benachbarten Bädern Bad-Nauheim, Bad Homburg und Bad Salzschlirf vollständig abgeschnit- ten werde, sehr zum Schaden der am Fremdenverkehr interessierten Bevölkerung. Landesforstmeister Hesse crHärtc, die hessische Forstoerwaltung sei durchaus nicht verkehrsfeindlich eingestellt, er selbst wisse auch sehr wohl, daß der Bevölkerung des oberen Vogelsbergs durch Sondermaftnahmen geholfen werden müsse, aber Förderung des Verkehrs fei nicht Aufgabe der Forstoerwaltung, sondern des Innenministeriums und der Provinziaioerwaltungen. Außerdem habe auch der Hessische Landtag den Wegebaufonds der Forstoerwaltung von 400 000 Mark auf 200 000 Mark gekürzt, so daß irgendwelche Sonderaufwendungen sich von selbst verbieten würden. Um jedoch zu zeigen, daft er grundsätzlich bereit fei, den an ihn gerichteten Wünschen entgegenzukommen, soll zunächst die Strafte Breungeshain — H o h e r o d s k o p f für den gesamten Verkehr frcigegeben werden. Die Forstoerwaltung will den Weg von der Breunges- Hainer Gemarkungsgrenze bis an den Waldrand an die Provinz abgeben und sich verpflichten, die Strecke vom Waldrand bis zu den Klubhäusern des DHC. auf dem Hoherodskopf stets für leben Verkehr frei zu geben und in Stand zu halten. Da der Provinz durch die Uebernahme der kurzen Wegstrecke (1,7 Kilometer) keine allzuhohen Kosten erwachsen dürften und die Forstoerwaltung bereit ist, die Stoffen- Verteilung erst nach mehrjähriger Benutzung festzulegen, ist damit zu rechnen, daft die Strafte nach dem Hvhcrodskopf schon in den nächsten Tagen für den Omnibus- und Lastkraftwagenverkehr freigegeben wird. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-150, Matte 30-35 Pf. das Pfund, Sier 8—9 Ps. das Stück, Käfe 10 Stück 60—140 Pfennig: Wirsing 15—20, Weißkraut 15—20, Spinat 25—30, Römischkohl 10—12, Bohnen 30 bis 35. Spargel 30—60, Erbsen 20—25, Misch- gemüsc 10—12, Tomaten 30—50, Zwiebeln 12 bis 15. Rhabarber 10-12, Pilze 25-30, Kartoffeln, alte, 5—6, Kartoffeln, neue. 12—15, Aevsel, ausländische. 50- 60, Dörrobst 30-35. Kirschen 20 biS 40, Sauerkirschen 35—40. Heidelbeeren 30 bis 35. Stachelbeeren 20—25, Johannisbeeren 20—25, Erdbeeren 35—60, Aprikosen 40—50, Pfirsiche 55 bis 60, Honig 40—50, Junge Hähne 90—100, Suppenhühner 90—100 Pf. das Pfund: Tauben 50—70, Blumenkohl 30—70, Salat 5—15, Salat- guijL'n 25— 35, Einmachgurken 10—15, Ober-Kohl- raff 10—12, Rettich 10-15 Pf. das Stück: Gelbe Rüben 12—15, Rote Rüben 12—15, Radieschen 10—15 Pf. das Bund: Walderdbeeren 30— 35 Pf. der Schoppen: Himbeeren 45—55 Pf. das Pfund: Kartoffeln 4—5 Mk. per Zentner. Jahresfeier der Landesuniversität. Unsere Hessische Ludoviciana beging gestern in althergebrachter Weise die Feier iyres ÄahreSfestes. 3n der stark besetzten Aula bemerkte man u. a. als Vertreter der Hessischen Slaa! der Vorsitzende des Studenttschen Ausschusses für Leibesübungen, Herr Loh, und dankte am Ramen der Studentenschaft für das schöne Sportheim. DaS gemeinsam gesungene Lied „Dur- sichen heraus" beschloß die Weihefeier. Im Anschluß daran kamen die Universi- tätsmeisterschaftensür 19 31 und gleichzeitig ein Wettkampf zwischen den Universitäten Marburg und Gießen zum Austrag. Den Wettkampf vermochten die Gießener Studenten, trenn auch mit geringem Punktunterschied, für sich zu entscheiden. Ueber dieses sportliche Ereignis werden wir noch berichten. Bornotizen. — TageSkalender für Donnerstag. Flugplatz-Cafe: Konzert, 20.15 Uhr. — DHV: Vortrag „Rotverordnung und Arbeitslosenversicherung", 20.30 Uhr im Heim. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Tanzhusar". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als sechste Vorstellung im Sommer-Abonnement werden die Berliner Bühnenkünstler Ernst Ludwig Franken vom Lessing- Theater, Lottina Baar: von der Volksbühne und Curt Unser vom Reuen Theater am Zoo am Dienstag, 7. Juli, mit einer aus drei Einaktern bestehenden .Lustspiel-Revue" in Gießen zu Gaste sein. Beginn der .Lustspiel-Revue" 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Ermäßigte Svmmerprcisel Beginn dcs Vorverkaufs Samstag, 4. 3uli, — Der Verein für das Deutschtum im Ausland (Ortsgruppe Gießen) veranstaltet in Gemeinschaft mit dem Deutschen Ostbund ^Ortsgruppe Gießen) am Samstag, 4. Juli 19 30 Uhr, im Casö Leib einen Deutschen Abend. Reben den Ansprachen von Pfarrer Pelz. Kassel, und Dr. König, Gießen, gelangt ein Bühnenstück aus der Ostmark, sowie eine Anzahl musikalischer und gesanglicher Darbietungen zum Vortrag. RähereS in der gestrigen Anzeige. — Der Gleiberg - Verein veranstaltet am nächsten Sonntagnachmittag auf der Burg Gleiberg sein diesjähriges Sommerfest. Zur Unterhaltung der Besucher sind Konzert, allerlei Volksbelustigungen, und Tanz vorgesehen. Von 14 Uhr ab ist Fahrgelegenheit mit Autobus von Gießen aus vorhanden. Räheres in der Anzeige vom DienStag. — Walter - Fleff - Abend deS S k am - mes Langem arck. Man schreibt uns: Der Stamm Langemarck, Gießen, im Bund deutscher Iugendvereine veranstaltet am morgigen Freitag, im Caf6 Leib einen Gedächtnisabend für den im Weltkrieg gefallenen Iugenddichter Walter F le ff. Dabei gelangen „Die Bauernsührer", eine dramatische Skizze in vier Akten, zur Aufführung. Der Aufführung geht em kurzer Vortrag über Walter Fleff und seine Werke voraus, der auch die Einführung in die .Dauemführer" geben wird. Gedichte und Dauernljeder geben den Rahmen der Veranstaltung. (Siehe heutige Anzeige.) ** Sitzung des Provinzialausschus- ses. Am Samstag, 4. Juli, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäud«s zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzial- ausschusses der Provinz Oberhesten statt mit folgender Tagesordnung: Entziehung des Führerscheins des Wilhelm Wilke in Gießen: hier: Berufung gegen das Urteil des KreisausfchusseS des Kreises Gießen vom 31. Januar 1931. • • Ernennung zum Handelsgericht. Ernannt wurde der Fabrikant Karl Georgi in Gießen zum Ergänzungsrichter für die Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oöerhe'sen für die Zeit bis 31. Dezember W33 einschließlich. • • 3 0. M i e t j u b i l ä u m. Fräulein Wallach, deren Eltern am 1. Juli 1901 in das Haus des Herrn Otto Von Eiff, Bismarckstraße 14, einzogen, wohnt nunmehr seit dreißig Jahren im gleichen Hause. Dieses Mietjubiläum ist ein Zeichen guten Einverständnisses zwischen Vermieter und Mieterin. " 30jähriges Geschästsjubiläum. Am Freitag, 3. Juli, kann der Schuhmachermeister Johannes Glitsch am Lindenplatz 12 auf ein 30jährigeS Bestehen seines Geschäfts zurstckbllckeiL • • Todesfälle in Gießen. In der Zeit vom 16. diS 30. Juni verstarben in Dietzen» 16. Wilhelmine RüSpeler, geb. Gilbert, 53 Jahr«, Walltorstraße 81. 17. Elisabeth« Binz, geb. Sehrt, 50 Jahve. Frankfurter Strafte 142. Ingeburg Frieda Schneider, 10 Monate, Lowengafse 26. Marrin Stocken, Kellner. 58 Jahre, Sei tert« weg 50. 18. Karolinc Kroll, geb. Schmidtbvrn, Witwe. 80 Jahre, Seltersweg 12. 20. Rolf Horst ^Hornberger, 2 Jahre. Müblstratze 20. 21. Karv- line Rau. geb. Hoffmann. 61 Jahre, Marburger, Strafte 22. Johannes Wagner, Oberpoft* schaffner, 62 Jahre, Mittelweg 15. 24 Georg Dorr. Postassistenl i. R.. 65 Jahre, Stephan- strafte 51. Kun Wagner ohne Beruf, 17 Jahr«, Grabenftrafte 4. 27. August Saame. Kaufmann, 82 Jahre. Ludwigstrafte 41 • •* Oefsentliche Bücherhalle. 3mJuni wurden 1249 Bände aulieben. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 914, Zeitschriften 23, Iugendschriften 64, Literaturgeschichte 3, Gedicht« und Dramen 11, Länder- und Völkerkunde 82, Kulturgeschichte 7, Geschichte und Biographien 84. Raturwifsenschaft und Technologie 24, Heer- und Seewesen 2, HauS- und Landwirtschaft 2, Gesundheit Slehre 1, Religion und Philosophie 10, Staatswissenschaft 11. Sport 6. Fremdsprachliches 5 Bünde. Rach auswärts kamen 2 Bände. •• Die Gemeindefeier der Markus- ge mein de. die am vorigen Sonntag auf der Hardt gehalten wurde, war vom besten Wetter begünstigt und hatte einen groften Teil der Gemeinde auf der schönen Terrasse zusammengeführt. In festlich geschmücktem Zug. von Musik begleitet, kamen die Kinder der Kinderkirche beton, ein frohes Bild an diesem leuchtend schönen Sommertag! Freie Spiele auf der Spielwiese, unter Leitung der Helferinnen, mutige Hebungen am Kletterbaum mit verlockenden Preisen beschäftigten die Mädchen und Buben der Kinderkirche, nachdem sie alle ihre Brezel empfangen hatten. Ein schönes Spiel der Kinder — „Saat und Ernte" — und alte Volkstänze der Mädchenvereinigung, von den Hel- fertönen Fräulein Staudt und Fräulein D e n - der in langer Vorbereitung eingeübt, erfreutem die große Versammlung, zumal diese Ausführungen auf einer neuerrichteten, günstig gelegenem Bühne bargeboten werden formten. Gute Musik, von dem Verein für christliche Musik auSgesührt, und gemeinsame Lieder bereicherten daS Programm. Ein kurzes Schlußwort und das gemeinsam gefungene Deutschlandlied stellte in die große Gemeinschaft unseres deutschen Volkes hinein und lieft in Dankbarkeit des deutschen Staatsmannes Freiherm vom und zum Stein gedenken, der gerade vor hurrdert Jahren gestorben ist und der besonders auch in der gegenwärtigen deutschem Rotzeit ein leuchtendes Vorbild sein kann durch seine starke evangelische Frömmigkeit und seine treue, opferbereite Liebe zu unserem deutschem Volk und Vaterland. Diese Stunden an dem schönen Svinmersonntag waren eine frohe Gemeindefeier und auch ein rechtes Volksfest. Glisabeth-GedächtniSfeier im Marburg. Man schreibt uns: Als Gedächtnisfeier anläßlich des 700. Todestages der Heiligem Elisabeth veranstaltet der Marburger Konzertverein am 9. Juli im Schloßpark-Theater zu Marburg die Aufführung des Oratoriums „Die Legende der Heiligen Elisabeth" von Franz Liszt nach Otto Rvguettes Dichtung. Die Darstellung dec Heiligen Elisabeth durch Frau Amalie Merz- Tunner (München) hat bei der gleichen Aufführung auf der Wartburg allgemein eine glänzende Beurteilung gefunden. Ein gleich hoher künstlerischer Ruf geht Herrn Paul L o h m a n, Berlin (Bariton), Eva Jürgens, Dannen (Alt) und ^yerm Marc-Andrö S ouchay, Berlin voraus. Zur Mitwirkung ist die Staatliche Kapelle vom Staatstheater in Kassel verpflichtet worden. Der Chor des Marburger Konzertvereins hat eine wesentliche Verstärkung durch den Marburger Lieder verein und die Sängerschaft Hohenstaufen erfahren, auftertem wirkt der Elisabeth-Chor mit, Im Rahmen der einzigartigen Marburger Schl oft- Parkbühne steht eine weihevolle Darbietung bevor. Der Beginn für die Hauptausführung am 9. Juli ist auf 18 Uhr festgesetzt, so daß auch auswärttge Besucher nach allen Richtungen die Möglichkeit zur Rückfahrt haben. Tags zuvor, am 8. Juli, findet abends bei Beleuchtung pünktlich 19,30 Uhr die öffentliche Generalprobe statt. (Man beachte die heutige Anzeige.) (Sine Postagentur ausgeraubt. WSR. Dieburg, 1. Juli. In der Rächt zum Mittwoch wurde auf die Postagentur Ernsthofen (Kreis Dieburg) ein Raub- überfall ausgeführt. Im Gasthaus „Zur Post" führt Der Wirt Philipp Axt die Postagentur. Am Dienstag war Axt in Bensheim und Darmstadt, und seine Frau versah während dieser Zeit allein die Wirtschaft und die Agentur. Gegen 23 Uhr, als alle Gäste die Wirtschaft verlassen und die Frau die Tür bereits verschlofsen hatte, klopfte es am Fenster. Ein Unbekann- t e r verlangte Einlaft und ein Glas Bier. Die Wirtsfrau gab ihm das Verlangte und ging darauf in die nebenanliegende Postagentur, um die letzten Eingänge zu ordnen. Plötzlich stand der unbekannte Gast neben ihr, bedrohte sie mit einer Pistole und raubte 800 Mark, bestehend aus 50-, 20- und 10-Mark-Scheinen, etwa 50 Mark in Silbergeld und für etwa 500 Mark Wertmarken, Briefmarken, 3noaliben» Versicherungsmarken usw. Der Dieb suchte daraufhin sofort das Weite. Der Täter ist etwa 35 Jahre alt, 1,70 Meter groft, schlank, trägt langes, gescheiteltes dunkleS Haar, kurz gestutz- - ten dunklen Schnurrbart, spricht hessische Murrd- art, trug dunklen Sakkoanzug, lange Hose, weichen Sporttragen mit Selbstbinder, dunkle, weiß- gesprenkelte Sportmütze, auf dem Arm einen dunkelkarierten Wettermantel und eine gefüllte Ledevmappe. Was ist eine „Gcfiaumbrille*? Hierzu teilt uns die Firma Schwarzkopf mit: ,Tie neue Schwarzkopf • Schaumbrille umhüllt jetzt jede Packung von ,Schwa^kopf-Extra", dem Haar- glanz-Schaumpon. Tie Schaumbrille hält bei der Haarwäsche Schaum und Wasser den Augm fern — eine neue Annehmlichkeit und Erleichterung, die jede Frau schätzen wird. 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M - flEl 4351 A iind zwnr einen echten Roeder, beim Häuser am Oswaldsgarten. ihr glaubt ja gar nicht, was solch ein Ding für Freude macht Wenn mittags pünktlich und in aus- gesuchter Appetitiichkeit die Gerichte auf dem Tisch stehen, dann werden Euch erst die Augen aufgehen, was solch ein modernes Möbelstück wert Ist. Das sagte Onkel Mollig und er hatte nicht unrecht, noch dazu, wenn man beim Hauser auch für wenig Geld einen guten Gasherd kaufen kann. Ueberlegen Sie doch nicht lange, wenn Sie sich einmal einen Gasherd zulegen k.omm.e" Sie doch gleich zu uns. Sie werden fachmännisch beraten und gut bedient - Wann dürfen wir Sie in unseren Ausstellungsräumen erwarten? X Ä HAUSER, GB ESS EN __AM OSWALDSGARTEN Donnerstag, 2. Juli (951 Nr. 152 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Italiens Vorstoß zum Wendekreis. Ein Vorschlag für den französisch-italienischen Kolonialausgleich. Don unserem v. O.-Derichterstatter. Der Dorstoh der italienischen Kolonialtruppen fni xum Wendekreis des Krebses und die Eroberung der Oase Eusra hat daS französisch-italienische Kolonialproblem. daS über den Kämpfen um die Abrüstungskonferenz und daS Verhältnis der KriegSslotten zeitweilig in den Hintergrund gerückt schien, aufs neue belebt. Die Tatsache, bah die italienische Flagge zum erstenmal« in den bisher als uneinnehmbar geltenden Wüstensesten ter Senussi gehiht werden konnte, hat besonder« in Frankreich einen kiesen Eindruck hervorgerufen, wo man mit Mih- trauen die kolonialen Aspirationen RomS verfolgt. Das Hcrantragen der italienischen Macht- sp^ire an daS Gebiet von Dvrku und Tibesti macht in der Tat eine Einigung über die bisher noch nicht erfolgte Grenzziehung im Süden der lydischen Kolonie Italiens erforderlich. Es sind bereit- Stimmen laut geworden, die ein weiteres Dvrrücken Italien- und eine Bedrohung der Verbindung zwischen Französisch-Westasrika und Französisch-Zentralafrika am Tschadsee Voraussagen Hiernach wäre das Endziel der afrikanischen KvlSnialpolitik Italiens nichts weniger als eine Verlängerung LybienS bis nach — Kamerun. Es will uns fraglich scheinen, dah Italien eben viel Kraft auf so einen Plan verwenden wollte. , In diesem Zusammenhang ist em kürzlich in der „Otaffcgna Italiana" erschienener Aufsatz des Senators und Generals Luigi Dongiovanni über die Möglichkeiten einer französisch-italienischen Verständigung von besonderem Interesse, da der Verfasser als ehemaliger Gouverneur der Cirenaika für die Fragen der italienischen Kolo- nialpolitik eine unleugbare Zuständigkeit besitzt und die erwähnte Zeitschrift als der Regierung nahestehend bezeichnet werden kann. Daran ändert auch das Vorwort der Herausgeber nichts, daS die Vorschläge Dongtovannis als rein persönliche Meinungsäußerungen aufgefaht haben will. Der Verfasser vertritt den Standpunkt, dah die verwickelte internationale Lag« der Gegenwart nur durch eine Abänderung derFrie- densvertröge geklärt werden könne. Europa müsse sich selbst retten und werde das nur erreichen. wenn bei den europäischen Staaten der entsprechende Wille vorhanden sei. In Angriff zu nehmen seien aber vor allem zwei wichtige Fragen. die der Sicherheit, wie sie Frankreich aussaht, d. h. als Doraussetzung für die Abrüstung, sowie das italienisch-französische Verhältnis. Zur Lösung des Sicherheitenproblems sind nach Dongiovanni neue Wege erforderlich. Der Vertrag von Versailles hat das international Recht um eine Formel ergänzt, die in gewisser Hinsicht als neu zu bezeichnen ist: die der Entmilitarisierung der deutschen Gebiete am Rhein. Hierbei habe es sich allerdings um ein Diktat des Siegers über den Besiegten gehandelt, nicht um die gegenseitige Sicherheit. Der Grundsatz der Entmilitarisierung der Grenzzonen könne in bestimmten Fällen ein neues Mittel zur Verhinderung eines Krieges darstellen. In erster Linie müsse aber die Gegenseitigkeit gewährleistet sein. Der Völkerbund sei noch nicht geeignet, dieses neue Befriedigungsmittel zu verwirklichen: toerm seine Anwendung aber unmittelbar zwischen benachbarten Staaten möglich würde, wäre viel erreicht. Italien könnte als neuen Beweis seines Friedenswillens mutig dieses Beispiel geben. Wenn Italien Oesterreich Vorschlägen würde, auf 25 Iahre gegen eine Entmilitarisierung des Gebietes von Südtirol bis nach Tarvis das entsprechende Grenzgebiet zu entmilitarisieren, würde dieser Vorschlag voraussichtlich wo^wol- lend ausgenommen loerden und zu einer Besserung der an sich schon guten Beziehungen zwischen beiden Staaten führen. Einen ähnlichen Vorschlag könnte Italien hinsichtlich der nördlichen und mittleren Adria machen. Seine Verwirklichung würde Italien und Südslawien Opfer auferlegen, aber zweifelsohne der Sache des Friedens dienlich sein. Man solle nicht von vornherein mit einer Ablehnung dieser Idee von Seiten Südslawien- und Frankreichs rechnen, weil das mit der Behauptung gleichbedeutend tväre, dah Italien mehr als die Franzosen und Serben an der Aufrechterhaltung deS Friedens interessiert sei oder mehr al- sie einen Krieg fürchte. Die Annahme oder Ablehnung eine- italienischen Vorschlags aus Entmilitarisierung der nördlichen und mittleren Adria würde aus alle Fälle in internationaler Beziehung klärend wirken. Run zu den besonderen italienisch-französischen Beziehungen: die Meinungsverschiedeichelten ergeben sich hauptsächlich auf folgenden Gebieten: die Gleichheit der Stollen, das französisch-südslawische Bündnis, die Südgrenze Lydiens, die Richterfüllung deS Arttkels 13 des Londoner Vertrages, die Frage der Staatsangehörigkeit der Italiener in Tunis und die Duldung einer italienfeindlichen Betätigung der italienischen po- littschen Emigranten (Fuorusciti) in Frankreich. Die vorgeschlagene Neutralisierung der Adria würde die Frage der Flottengleichheit sowie das französisch-südslawische Bündnis beeinflussen. Italien, das seine Flottengleichheit mit Frankreich auf eine bereits vorliegende unumstößliche Anerkennung dieses Rechts sowie auf seine Lage a IS Mittelmeermacht stützt, könnte sich zu einem Entgegenkommen in der Verwirklichung der Ftottengleichheit bereit« finden, wenn seine leicht verwundbaren Küsten gesichert wären. An dem Tage, an dem die beiden lateinischen Schwestern sich einigen, würde außerdem der Grund zu dem französisch-südslawischen Bündnis fortfallen, und die Adria Italien und Südslawien mehr vereinen als trennen Der Anspruch Italiens auf die Ausdehnung Lybiens nach Süden fuße auf dem Eintritt Italiens in die souveränen Rechte der Türkei, die von letzterer zum Teil ausgeübt, zum Teil nur festgestellt worden sind, aber nie verfallen seien. Sicherlich würde der Verzicht auf eine Ausdehnung der Südgrenze Lybiens bis einschließlich der Gebiete von Borku, Tibestt, Ennedi und eine« Teiles des älabai und auf eine unmittelbare Beeinflussung * der Umgebung des Tschadsees für Italien ein großes Opfer bedeuten, da es sich nicht nur um ein Anrecht handelt, das von der Türkei übernommen wurde, sondern um eine natürliche geographische, wirtschaftliche und militärische Ergänzung Lybiens. Andererseits müsse man aber anerkennen, dah die Türkei diese von ihr rechtlich beanspruchten Gebiete nie wirklich besessen hat, während sie von Frankreich in kurzer Zeit durch Verbindung von Weit- und Zentralafrika tatsächlich in sein großes afrikanisches Reich cinbezogen wurden. Rach Ansicht des Generals handelt es sich hierbei zwar um eine Verletzung der italienischen Rechtsansprüche, aber um eine vollendete Tatsache. Die Vorherrschaft der französischen Interessen in der Sahara und in Zentralafrika vorn Atlantischen Ozean bis zum Sudan und bis Kongo sei so klar, dah die italienischen Rechtsansprüche auf ein gröheres Hinterland für Lybien zwar bestehen bleiben, aber nicht unabänderlich zu sein brauchten, sondern nötigenfalls als Austauschware benutzt werden könnten. Der Traum, wie in den allen Zeilen die Karawanen aus dem Süden in Bengasi und Tripolis ankommen zu sehen, könne forlfallen, ohne dah man ihn) von italienischer Seile nach- ?utrauern brauche, wenn inzwischen neu« af ri- anische Horizonte sich für Italien öffnen würden: (Es trifft zu. dah Lybien im Gegensatz zu früher keine Handels- oder verkehrspolitische Bedeutung hat.) Ein noch gröhere- Opfer schiene jeder Kom- prvmih in Fragen der Staatsangehörigkeit der Italiener in Tunis. Ein Problem. das eng verbunden ist mit der noch nicht verheilten Wunde, die durch die französische Besetzung von Tunis im Jahre 1881 dem italienischen Rationalstolz geschlagen wurde. Ader — so fährt der General fort — die Weisheit eine- groben Dolles besteht nicht in der Verfolgung unerreichbarer Wunschgebilde. Wohl oder übel müsse anerkannt werden, dah die Frage deS Besitzes von Tunis gefchtofsen ist und nur durch einen siegreichen Krieg wieder geöffnet werden könnte. Frankreich habe für die Italiener in Tunis die französische Staatsangehörigkeit von der dritten Generation an als verbindlich vorgeschlagen. Aus dieser Grundlage könnten nach Ansicht von Dongiovanni Verhandlungen beginnen, immer vorausgesetzt, dah Frankreich sich zu anderweitigen kolonialen Ge-- genleistungen bereit fände. Diese Gegenleistung sieht der Dersasser der interessanten Ilbhanblung in einer Abtretung von französisch Somaliland an Italien. Don 1915 an. als eS in London galt. Italien zum Eintritt in den Weltkrieg zu bewegen. hat Frankreich eine entsprechende italienische Forderung rundweg abgelehnt. Ein Fehler der italienischen Regierung war es. nicht daraus zu bestehen. 3n Versailles wurde diese schüchtern wiederholte Frage nicht einmal diskutiert. Warum sollte Italien nun so einen Wert auf diesen kleinen französischen Besitz legen, der an Eritrea uno brittsch Somali grenzt und im übrigen ein Glied in der italienisch-englischen Kette ist, die Abessinien vorn Roten Meer und dem Indischen Ozean trennt Bongiovanni geht langsam auf fein Ziel toS, indem er zunächst die Gründe cruSschaltet die nicht mitfbieten; der strategische Wert ist eS angeblich nicht, ebensowenig die wirtschaftliche Bedeutung von französisch Somali, noch seine Verkehrs- und Handelsbeziehungen über Djibuti mit Abessinien, die. wenn auch heute schon beachtlich, so doch nicht entwicklungsfähig seien. FranzösischerfeitS werde geltend gemacht, daß Djibuti der einzige französifche Hafen auf dem Wege nach Madagaskar und Indvchina sei. diese Funktion könnte aber jeder beliebige Hasen am Roten Meer oder der Enge von Dal-el-Mandel übernehmen, diessHrage sei also nicht schwer zu lösen. Po fische Gründe liehen Frankreich den Streifen von Somali so wichtig erscheinen: Frankreich will in Ostafrika vertreten sein, wo ein großer unabhängiger Staat (Abessinien) gegenwärtig der Zivilisation entgegengeht, will ihm in dieser (Ent- wicklung helfen und sich für die dunklen Möglichkeiten der Zukunft einen Bundesgenossen schaffen Wenn Italien von Frankreich durch die Abtretung von Somali den Verzicht auf diese politischen Absichten fordert, so ginge eS zweifelsohne um kein leichtes Opfer für Frankreich. Aber, war Paris für Heinrich IV. eine Messe wert, so könnte die Freundschaft Italien- und die Garantie des europäischen Friedens dem heutigen Frankreich den Verzicht auf ein entferntes politisches Ziel wert sein. Anderseits sei es nicht anzunehmen, das; Frankreich wirklich glauben sollte, Italien endgültig an der 'Beteiligung an der Zivilisierung des afrikanischen KonttnentS verhindern zu können. Wie Italien die Vorherrschaft der französischen Interessen in Rordwestafrika und in der Sahara loyal anerkennt, so soll Frankreich die Vorherrschaft der italienischen Interessen und der ,berechtigten Aspirationen" in dem somalischabessinischen Asrika anerkennen. Sein Beispiel werde wahrscheinlicherweise (?) auch von Groh britannien befolgt werden, das ebenfalls an den Artikel 13 des Londoner Vertrages gebunden ist, den es mit der Abtretung des Iubalandes noch nicht erfüllt hat, und das ebenfalls über reichen afrikanischen Kolonialbesitz Am 3.3uH werden wir mit dem Abdruck einer neuen großen Erzählung in den „Familienblättern" beginnen: Der Kampf der Tertia von Wilhelm Speyer ist das gelungenste Werk eines feinsinnigen zeitgenössischen Schriftstellers-eine richtige Sommergeschichte voller Humor und voller Liebe zu Kindern und Tieren. herfügt, der weit wichtiger ki al- brittto maliland Auf diele Weis« wäre die Verbindung zwischen Italienisch-Eritrea und Italiemfch-So- maliland und ein alter Kotonialwunsch Italienerfüllt. Der Verfasser diese- Versuchsballon- betont natürlich nicht, daß der italienische Kolonialbesitz Abessinien dann geradezu umklammern würde, sondern erklärt, dah die Unab» bängigfett Abessiniens .außerhalb jeder Diskussion" stände .Aber seine Geschichte, seine mangelhafte Festigkeit, feine feudale Verfassung" und die .realistische Bewertung seiner Rlögl ich leiten" zeige, ..dah Abessinien nur unter der Führung und unter dem Einfluß einer europäischen Großmacht — und zwar nur einer — die Güter der Zivilisation erwerben, seine Reichtümer zur Geltung bringen und sein weitreichende- Gebiet bevölkern könne." ..Eine lange, ernste, dellkate Ausgabe, in allem Italien- würdig, die allmählich zu lösen ist, in vollem Einvernehmen zwischen dem italienischen und dem starken abessinisch«* Volke zur glücklichen gemeinsamen Zukunft beider Völker und dem Fortschritt der Welt." Soweit die Ausführungen de- italienischen Kolonialpolitikers. Sein Vorschlag auf Reutrali- fierung der Grenzzonen erfordert im Hinblick auf die Abrüstung-Verhandlungen Beachtung; aber auch die von ihm gedachte Lösung de- italienisch-französischen KolonialstreiteS läßt sich nicht allein zwischen den lateinischen Schwestern entscheiden. Deutschland wird gut tun, bei einer Reuverteilung, oder sagen wir vorsichtiger auch nur teilweisen Aenderung der Kolonien unb Kolonialmandate in Afrika nachdrücklicher feine Sortierungen anzu me l den al- bisher. Dis aber Rom und Pari« sich auf diesem Gebiete einigen, dürften noch so manche .Dorschläge auS- gcarbeitet“ werden. Vermählung im fürstlichen Hause zu Lich. --- Lich. >1. Juli. Unter Anteilnahme dev ganzen Bevölkerung sand gestern die Derrn ä h l u n g des Fürsten Viktor-Adolf zu Bentheim-Steinsurl mit Prinzessin Rosa-Helene zu SolmS-Ho- hensolms-Lich. der ältesten Tochter deS Fürsten Reinhard zu SolmS-HohensolmS-Lich und der Fürstin Marka geb. Gräfin zu Solms-Sonnen- walde statt. Bereits am Sonntag brachte die Mädchenvereinigung von Rieder-Bessingen in schöner Hessentracht ihre Huldigung an !daS Brautpaar dar und führte im Schtohgarlen verschiedene Reigen und Volkstänze vor. Am Montagabend veranstalteten die Vereine Lichs einen Fackelzug mit anschliessendem Ständchen. Rach einem Vorspiel des PosaunenchorS, der auch die Marschmusik stellte, sangen dis Vereine „Läcllia" und „Rothscher Mannerchor" unter der Leitung der Ehormeister I l g e dzw. Steinje zwei mit großem Bei all ausgenommene Chöre. Ziegeleibesiher Schmidt hielt eine Ansprache. betonte die guten Beziehungen, die allezeit zwischen Stadl und Schloh bestanden haben, und brachte ein dreifaches Hoch auf daS Brautpaar aus, in das die zahlreich erschienene Menge Steine nie sind, ganz seltsam bei der Berührung. Alles an ihm entzückte mich. Ich zeigte dem Vater meinen Fund. Zuerst schien er nichts Besonderes an dem Stein zu finden; als ich ihm aber alt sein Wundersames erklärt hatte, meinte er: „Es ist wahrscheinlich gar kein Stein. Er sieht aus wie poliert, und auch die Farben sind zu lebhaft. Cs wird Wohl ein Stück von einem zerbrochenen Bierkrug sein." , Ich war empört und erschrocken zugleich. Ich schleuderte den Stein mit aller Kraft vor unsere Füße hin und — hob ihn ganz und unversehrt wieder auf. Ein Stück von einem Bierkrug hätte zerbrechen müssen. Ich triumphierte. Der Stein in meiner Hand triumphierte. 11 nb hinter mir und hinter dem Stein stand die ganze triumphierende Ratur. die so tief beleidigt worden war, denn es hatte geheißen: Dein Stein ist so schön, daß er.nicht natürlich sein kann. Aber nun war cs ein Stein und kein Menschenwerk. unb alles an ihm hatte bie Ratur gemacht. Der Vater war überwunden. Er nahm den Stein in bie Hanb und war jetzt offen für alle feine Köstlichkeiten. Währenb er bie seltsame Form betrachtete, sagte er. unb ich konnte es kaum glau en vor Freube: „Wenn bu größer bist unb einmal reiten kannst, bekommst bu eine Reit- peitsche mit bem Stein a.s Griff." Ein silberner Ring sollte den Stein fassen unb ihn an den Stock anschllehen. Der Stein bekam den Ehrenpatz unter allen meinen Steinen. Er war mir dreifach teuer unb foftbar: burch sein wunberbares Sein, burch bie Erinnerung an meinen Triumph unb burch bie Hoffnung auf seine Erhöhung und Schmückung mit Silber. . 2Ls w.r bald darauf Parts für immer verlassen sollten, gab es in Anbetracht beä Umzugs schwere Sorgen, bie auch bie beruhigenden Versicherungen ber Erwachsenen nicht ganz her- scheuchen konnten. OSirb man auch alles, was hier verschwmbet in Schränke unb Kisten, wohlbehalten, Stück für Stück wieberbekommen? Das Her; hing lehr am Besitz. Für meinen kostbaren Stein bangte mir am meisten. Er war das letzte, von bem ich mich trennte, als schon die Packer in unseren Zimmern herumllesen. Rach langer Zett, nt ber neuen Wohnung, bekamen wir alles wieder. Wes war da. Alles war wohlbehalten. Das einzige, toas fehlte und nicht mehr zum Dorschein tarn, war mein Stein. Oer Siem. Don Irmgard von Faber du Faur. Es gab so viele erstaunliche Dinge. Manche waren nur zum Sehen, wie der Himmel, unb was an ihm vorging, ober nur zum Denken, wie alles, was bie Menschen sagten unb taten. Aber bas Schönste waren so.che, bie man in die Hand nehmen konnte, unb bie nicht wie Schneesterne im Augenblick, ba man sie berührte. vergingen. Mit bem In-bie-Hanb-Rehmen nahm man sie wirklich zu eigen. Im Sonuyer gab es solche schönsten Dinge vorn Morgen bis zum Abend. Am Meer füllte man Säcke mit Schätzen: Muscheln und Seetang. Seesterne unb Schneckenhäuser. Zugleich träumte man noch immer von Fischen unb anberen fchwuw- menben Tieren, bie da in kleinen Felstrichtern blitzschnell hcrumschossen, sie doch auch einmal.in bie Hanb zu bekommen. Wie man m ber stillen Straße vor Großvaters Haus immer hoffte, von ben Tauben eine mit bem zauberhaften schu- lernben Gefieber, bas wohl auch weich unb tost- lich anzufühlen fein mußte, doch noch einmal zu fassen. Zutraulich hüpften ste <^f ben bunten Pflastersteinen ganz nahe heran, aber flatterten auf im Augenblick, ba man sie greifen wollte. Auch in Paris auf bem Schulweg gab es immer toiebet neue, erstaunliche Dinge: zum Sehen, zum Denken unb zum In-bie-Hanb-Rehmen. Einmal waren große Steinhaufen aufgeschuttet zum Ausbessern ber Straße, ganze Berge, man kletterte hinauf unb lief oben entlang, bas war luftig Aber noch besser war es. auf bie Steine Acht zu haben. Keiner war wie der andere. Don dem ganz großen Haufen von Steinen hatte jeder einzelne eine besondere ennin, ber dort eine Höhe von 2000 Meter erreicht. Wissenschaftlich wichtig ist, dah bie Vögel ben Apennin quer nt nordöstlicher Richtung überflogen; bas bestätigt die Annahme, bah die Landvögel nicht einfach nvrdsüblich ober umgekehrt, sondern von Rvrd- often nach Südwesten ober umgekehrt ziehen- fräffia einftimmte. Fürst Viktor-Adolf zu B ° n t »etm-eteinfurt mit 6m- lichem Dank und einem Hoch auf dre Stadt Lrch. Nachher waren die Vereine in den verschiedenen Gaststätten Gäste des Fürstlichen Hauses. ^ Gestern mittag 12 Uhr wurde die standeS amtliche Trauung durch Durgermeister Geil vorgenommen, die kirchliche Trauung schloß> stch um 12 30 11 hr in der vollbesetzten Manenstifts- kirche an. Unter den Klängen der von Lechoer Stein gespielten Orgel zogen die Vraut, geführt von Fürst Reinhard und Prinz Karl von Bentheim und Steinsurt, unter Vorantritt der Brautjungfern, und der Bräutigam mit Fürstin Maria und Prinzessin Karl von Bentheim in die Kirche ein. An der kirchlichen Trauung nahm auch die 93jährige Prinzessin Marie zu Solms-Hohensolms-Lich, die Großtante der Braut, teil. Unter den Hvchzeitsgästen befanden sich u. a. der frühere Grohherzog von Hessen mit Gemahlin, der Erbgroßherzog, Prinz Wilhelm von Hessen, Prinz Christian von Schaumburg-Lippe, Fürst Salm-Horstmar, Fürst Castell-Castell mit Gemahlinnen. Nach Gemeindegesang, Schriftverlesung und dem 23. Psalm von Schubert, unter der Leitung von Frl. Säger vom Frauenchor zu Gehör gebracht, hielt Stiftsdechant Kahn die $raurebe und vollzog die kirchliche Trauung. Die Hochzeitsgäste begaben sich darauf in geschlossenem Zuge durch die festlich geschmückten und mit reichem Fahnenschmuck versehenen Straßen am Rathaus vorbei nach dem Schloß. Bei der folgenden Hochzeitstafel, an der auch die Vertreter der Stadt teilnahmen, sprachen Fürst Reinhard zu S)lms-Hohensolms-Lich auf das Haus Bentheim-Steinsurt und Prinz Karl Bentheim auf das Haus Solms-Hohensolms-Lich Im Monat September soll die Vermahlung der Prinzessin Marie-Anna, der jüngsten Tochter unserer Fürstlichen Familie, mit dem Burggrasen Christoph von Dohna-Schlobitten folgen. SJL-tfpoit 3. Marburger SV. 6:22,8; 4. Riederrad 04 6:26,5; 5. Offenbach 22 8:28,5. In der Lagenstaffel (2 0 0 m Brust, 100 m Rücken, 100 m Kraul) war es wieder Pascoes Leistung im Brustschwimmen, bie den Gieg für Gießen sicherstellte. 1. Gießener Schwimmverein (Pascoe, Schaum, Herbert) 5:50; 2. Marburger SV. 6:00,1; 3. Rotweih Darm» stadt 6:18,1; 4. Niederrad 04 6:22; 5. Offen- Gießener Gchwimmverein Meister der Ü. Gauklaffe. Am Sonntag kamen im Frankfurter Stadion die Meisterschaften des Gaues 1 im Kreis 5 des Deutschen Schwimmverbandes zum Austrag. Das günstige Wetter hatte dem Schwimmstadion einen solchen Massenandrang beschert, dah die an sich gut aufgezogene Veranstaltung zeitweise durch den allgemeinen Dadebetrieb etwas gestört wurde. Im allgemeinen wurde guter Sport geboten. Die Wettkämpfe, die in drei verschiedenen Wer- tungsklassen je nach der zahlenmäßigen Stärke der einzelnen Gauvereine abgewickelt wurden, hatten folgendes Gesamtergebnis: Klasse I: 1. Erster Frankfurter SC. 287,3; 2. Iungdeutschländ Darmstadt 226,3; 3. Offenbach 96 146,9 P. , Klasse II: 1. Giehener Schwimmverein 260; 2. Rotweih Darmstadt 222,7; 3. Riederrad 04 166 7 P. Klasse III: 1. Delphin Frankfurt 253,1; 2. Poseidon Aschaffenburg 194,3; 3. SV. Wetzlar 188,6 P. Der Giehener Schwimmverein bestritt sämtliche 5 Pflichtstaffeln seiner Klasse, und dies mit bestem Erfolg. In der Bruststaffel 4X200 Meter zeigte die Mannschaft (Rothmann, Dauer, Pirr, Pascoe), dah sie gerade diese Disziplin noch immer mit besonderer Nachdrücklichkeit pflegt. Pascoe bot in dieser Staffel die glanzvollste Leistung aller Kämpfe. Gi^en siegte mit bedeutendem Dorsprung. Einzelergebmsse: Brust staffel 4X200 Meter: 1. Siehe ner Schwimmverein 13:05,8; 2. Marburger SV. 13:42,4; 3. Riederrad 04 13,43,8. Die Freistilstaffel 6X100 Meter war erwartungsgemäh der guten Mannschaft des SC. Rotweih Darmstadt nicht zu nehmen. Trotzdem gelang es dem Giehener Schwimmverein, sich an die zweite Stelle zu setzen. 1. Rotweih Darmstadt 7:25; 2. Giehener Schwimmverein (Hechler, Kübel, Schomber, Schaum, Schoenfeld und Herbert) 7:58; 3. Riederrad 04 8:00; 4. Offenbach 22 8:26; 5. Marburger SV. 8:30. Umgekehrt sah die Rücken staffel 4X100 Meter die Giehener wiÄ>erum als Sieger. Die fast ausgeglichenen Leistungen jedes einzelnen 'der Mannschaft verhalfen zu diesem Erfolg. 1. Giehener Schwimmverein (Rothmann, Frank, Pirr, Schaum) 6:02; 2. Rotweih Darmstadt 6:13; bach 22 6:22. a ___ _ Die Freistilstaffel 100, 200, 200, 100 m) war für die Giehener Mannschaft verloren. Es setzte lediglich für den 3. Platz. 1. Rot- weih Darmstadt 8:04,4; 2. Riederrad 04 8:36; Z. Giehener Schwimmverein 8:38; 4. Marburger Schwimmverein 9:15; 5. Offenbach 22 9:32. Bezirksivoriuniefstunde im r. Bezirk. Am Sonntagvormittag fand in der Turnhalle am Oswaldsgarten zu Gießen eine Dezirksvor- turnerstunde des 2. Bezirks des Gaues Hessen statt. Rach der Eröffnung durch den Dezirkstam- wart Schüler (Wetzlat) wurden die Freiübungen sämtliche Geräteübungen und volkstümliche Hebungen durchgeturnt, die auf dem diesjährigen Gau turnfest des Gaues Hessen vorgeschrieben sind» Anschließend wurden die Wahlen für die Turnwarte des Bezirks 2 des Gaues Hessen der DT. vorgenommen. Aus der Wahl gingen als erster Bezirksturnwart Schüler (Wetzlar), als zweiter Karl Reuter kGießen) hervor. Dolksturnwart des Bezirks wurde Albert Weigel (Klein-Linden) und Dezirksspielwart Pfeffer (TB. 1846 Giehen). 2. Kompanie Bataittons-Handball- meifferl931. In der vergangenen Woche wurde unter den Kompanien des hiesigen Bataillons die Handballmeisterschaft für 1931 ausgetragen. Die Handballmannschaft der 2. Kompanie errang gegen die beiden anderen Handballmannschaften zwei hohe Siege. Die erste Kompanie verlor mit 10:2 (3:1) und die dritte Kompanie gar mit 16:2 (7:0). Die Spiele gaben ein Zeugnis von der derzeitigen Spielstärke der 2. Kompanie, deren gutem Zusammenspiel und technischem Können die anderen beiden Mannschaften nicht gewachsen waren. 4.Reiteriag des Zunglandbundes Oberheffen. Im Rahmen des Provinzial-Reit- und Fahr- Turniers zu Hungen fand auch der 4. Reitertag des vberhessischen Iunglandbundes statt. Es war eine gelungene Veranstaltung, die von großer Begeisterung getragen war. Der vorgesehene Saal erwies sich als viel zu klein. Die flotte Friedberger Kapelle, wohl größtenteils ehem. Militar- mufiker, spielte alte Kavalleriemärsche und sorgte von Anfang an für die richtige Stimmung. In vorbildlicher Weise hatten sich der Gesangverein „Eintracht" (jungen), der Turnverein sowie der Radfahrerverein „Germania" (Hungen) mit gelungenen Vorführungen zur Verfügung gestellt und sorgten für an- sprechende Abwechslung. Bürgermeister Fendt (Hungen) begrüßte alle Teilnehmer und Gäste. Er fand vaterländische Worte, die sich den Zeitverhältnissen anpaßten und der Bedeutung der Jungreiterbewegung in vollstem Maße gerecht wurden. Das gleiche muß von den Worten des Junglandbund- führers Robert Schmidt (Steinheim) gesagt werden, der mit klarem Blick und vollster Ueberzeugung für die gute Sache sprach. Handball im Gau Hessen (L>. T.) To. Allendorf a. b. Lahn I — To. Burgsolms I 12:0 (5:0). Am Sonntag trafen sich bie beiden Mannschaften in Allendorf. Trotzdem Burgsolms eine hohe Riederlage hinnehmen muhte, handelt es sich hier nicht, wie man vielleicht annehmen sollte, um eine Anfängermannschast. Die Spieler waren sehr schnell, liehen aber die richtige DaMbehand- lung vermissen und konnten der gut aufgelegten Mannschaft von Allendorf nie gefährlich werden. Der Kampf wurde sehr anständig geführt. To. Allendorf 1. 3gb. — To. Heuchelheim 2. 3gb. 3:0. Mit diesem Sieg hat die Allendörfer Iu- gend ihr erstes Spiel für sich entschieden. Sie zeigte teilweise ganz ansprechendes Können und siegte ziemlich sicher. To. GroßenLlnben 3ugenb gegen To. Dutenhofen 3ugenb 16:2 (9:0). Großen-Lindens Iugend weilte in Dutenhofen und kehrte mit einem haushohen Sieg zurück. Das Maß an Ueberlegenheit kommt durch das Resultat am besten zum Ausdruck. Die Schüler schlugen die Hochelheimer Schüler in Hochelheim mit 4:2. Sportverein 1928 Garbenteich. Belm Pokalturnier in Ober-Roßbach. Am vergangenen Sonntag fand in Ober-Rohbach ein Pokal turnier statt, an dem neun Mann- schaften teilnahmen. Am Samstagnachmittag wurde bereits ein Werbespiel aus getragen, das die ersten Mannschaften von Ober-Roßbach und Garbenteich im Felde sah. Tie Platzbesiher siegten mit 6:3 (4:1) Toren. Beide Mannschaften befleißigten sich aller Fairneh. Am Sonntagmorgen begannen sodann bei herrlichem Wetter die eigentlichen Pokalspiele, die in drei Klassen ausgetragen wurden. In der Ligaklasse rissen die Garben- teicher den Sieg an sich, spielten aber gegen die Sieger aus den anderen beiden Klassen nur jeweils 0:0 und verloren durch das Los in beiden Fällen den Sieg. Als Gegner traten der ersten Mannschaft Garbenteichs die ersten Mannschaften von Allendorf (0:1), von Straßebersbach (0:0) und Steinbach (0:0) gegenüber. Die erste Iugendmannschaft von Garbenteich die ein noch fälliges Derbandsspiel gegen die erste Iugend von Rauborn austragen sollte, wartete zum dritten Male vergeblich auf den Gegner. Eine kombinierte Iugend- und Schütermannschaft war nach Queckbom eingeladen, fand dort aber keine Iugendmannschaft vor, fonbern muhte gegen die erste Mannschaft des Gastgebers kämpfen und verlor mit 4:2 (4:1). $. C. Teutonia Steinberg. 1. Mannschaft — Schirivereinigung Gießen 3:1 (1:1). Der vergangene Sonntag war der Werbung für die Fußballbewegung gewidmet. Die Erwartungen, welche man in die 1. Mannschaft der Schirivereinigung gestellt hatte, haben sich reichlich erfüllt. Die Mannschaft ist eine schuhfreudige Elf und lieferte einen schnellen, aber doch fairen Kampf. Das Spiel war von Anfang an sehr flott. ZrandWdköLebens Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) 27 Fortsetzung, Nachdruck verboten. Tcrtiana lieh die großen Augen über sein Gesicht gleiten, als müsse sie sich noch einmal vergewissern, dah da vor ihr ein Freund aus guten Zeiten sah, der innigen Anteil in ihrem Geschick nahm. Dann lehnte sie sich in ihren Sessel zurück und begann: »Als ich damals, als man mich vom NewSki- Prospekt als eine Tote fortgetragen hatte, zur Besinnung kam, erwachte ich in einer Wachtstube, in der Soldaten der Tscheka saßen. Einer von ihnen saß am Tisch und mochte wohl ein Protokoll aufnehmen, denn ich hörte gerade wie er sagte: »Also die Gräfin Semjonow hat er erwürgt, der Hund. Das wird ihn teuer zu stehen kommen, sollte uns nicht ein strenges Verhör offenbaren, wo der Graf seine Geheimpapiere und den ganzen Briefwechsel mit dem General Wozonoff aufbewahrt hat? Rie- mand hat diese Briefe finden können, und doch sind sie für uns von der größten Wichtigkeit. Er selbst leugnet hartnäckig, je mit dem General in Briefwechsel gestanden zu haben. Run hatten wir die Frau in der Hand, und sie würde uns gewiß wichtige Aufschlüsse haben geben können. Da kommt dieser Tölpel und drückt ihr die Kehle zu. Solch eine zarte, empfindsame Gräfinnenkehle, Brüderchen Boris... ihr ganzes Leben lang sind durch diese Kehle nur der edelste Wein und die auserlesensten Speisen geflossen, kommt dieser Tölpel daher und drückt sie zusammen wie einen Gummi ball." Sie lachten ein drohendes Lachen, derweil ich meine Augen entsetzt wieder schloß, um zu hören, was man weiterbeschliehen würde. »Was machen wir nun mit ihr?" sagte jetzt der als Doris Angeredete. »Wenn Iwan Wasnit- scheff kommt, soll er sie auf den Schindanger hinausfahren, was weiter", sagte der, der das Protokoll auf genommen hatte. »Meinst du etwa, wir machen einen Unterschied, weil sie eine Gräfin ist? Mitgefangen, mitgehangen, heißt die Devise bei den Sowjets. Schade, daß sie nicht mit den andern jetzt an der Mauer steht. Puff — ein kleiner Knall, ein bißchen Rauch... Was willst du", fragte er jetzt in der Richtung nach der Tür, wohin ich nicht sehen konnte, »ist draußen wieder etwas los?" »Ordonnanz... habe zu melden, daß der Fürst Gregor Gregorowitsch einen Fluchtversuch unternahm. Es ist ihm aber die Flucht nicht gelungen ... Als ersten in der Reihe traf ihn die Kugel. Er ries noch einmal laut und deutlich: „Hoch lebe Rußland. Unser herrliches Zarenreich... es lebe!" Wieder erdröhnte Gelächter. »Er hat gut rufen, der Zaren knecht... er wird nicht mehr rufen, nie mehr es lebe Rußland, es lebe das Zarenreich... Hat das Gericht stattgefunden?" »Zu vermelden, alle sind sie tot.“ »Dann ist es gut. Hier auf der Bahre liegt dis Gräfin Semjonow, sie starb, ehe das Gericht sie ereilte. Iwan Wasnitscheff, sorge dafür, daß sie sobald als möglich hinauskommt, weißt ja, wo die andern liegen. Wenn ich zurückkomme, muh hier Ordnung sein. Verstanden?" »Befehl..Ich hörte, wie die anderen die Stube verliehen und die Tür sich hinter ihnen schloh. Ietzt beugte sich ein Gesicht über mich und fühlte meine Hand an. »Teufel, sie ist doch noch warm", sagte die Stimme Wasnitscheffs, »es muh doch eine ganze Weile schon her sein, dah man sie hereintrug. Ein feines Weibsstück... fast noch ein Kind ist's...“ Todesangst beschlich mein Herz, Marquis, ich wagte nicht, mich zu rühren. Da nahm er eine Feder und kitzelte mich unter der Rase. Ich muhte niesen und schlug die Augen auf. »T acht ich mir’8 doch gleich..." Der Bolschewist schlug vor Verwunderung seine Hände zusammen. Ietzt sah ich, dah er ein gutmütiges Gesicht hatte, etwas wie Mitleid glomm in seinen Augen aus. Ta warf ich mich vor ihm in die Knie und weinte und flehte ihn an, mich in Sicherheit zu bringen. Ich trug auf der Brust unter dem Hemd eine kleine, goldene Kapsel mit dem Bildnis Saschas, es war das einzige Schmuckstück, das ich noch besah, es war wohl den Soldaten vorhin entgangen, weil ich es verborgen trug. Ich nahm es von meiner Brust, kühte noch einmal das Bild, das es enthielt und reichte ihm das Kleiirod. »Ta... nehmen Sie. Wenn Sie noch ein Herz in der Brust haben... helfen Sie mir fort von hier. Helfen Die mir.. »Laß schauen deinen Liebsten...“ er nahm die Kapsel und drückte sie auf. Ta sah ich, wie in seinem Gesicht eine große Veränderung vor sich ging. »Der da hat mir einmal einen großen Dienst geleistet, Frau Gräfin. Es ist Graf Semjonow, er war Gardevsfizier des Zaren im 2. Regiment. Ich fenne ihn wohl. Als Rekrut war ich von meinem Dorf herein in die Stadt gekommen, ich war so sehr an Freiheit gewöhnt, an Licht und Luft, die große Stadt mit ihren Mauern erdrückte mich fast. Heimweh hatte ich, bitterstes Heimweh, und ich faßte in der Rächt den Entschluß, zu entfliehen. Ich wurde gefaßt und sollte früh durch 25 Knutenhiebe mein Heimweh vergessen. Ich stand halbnackt auf dem Kasemenhof, zitterte und klapperte mit den Zähnen. Die Knute war aus bestem Leder, Frau Gräfin, und der sie führte, hatte eine schwere Hand. Rach dem ersten Streich schon schoß mir das Blut den Rücken hinunter. Da kam ein Offizier auf einem schwarzen Rapphengst auf den Hof gesprengt, seh, ihn noch angaloppiert kommen, war ein stolzer Reiter, ein feiner Offizier. • »Was geht hier bot", rief er schon von weitem, »waS hat er getan?“ Sie berichteten ihm, was ich getan hatte. Da sah er herunter auf mich, lange, und dann sagte er: »Mein Iunge, du hattest wohl vergessen, daß du jetzt den Rock seiner geheiligten Majestät des Zaren trägst? In solch einem Rock, da reiht man nicht aus, merke dir das, mein Iunge. Für den Rock, da gibt man sein Blut hin und sein Leben.“ Spruchs und wendete sein Pferd wieder. »Die Strafe ist ihm zu erlassen für diesmal", rief er dem Unteroffizier zu. »Und nehmt diese neuen Knuten nicht, um Kinder zu schlagen.. “ Dieser Edelmut Saschas, an den sich der Mann erinnerte, rettete mein Leben. Iwan Wasnitschefs zog mich an der Hand hoch von der Bahre und flüsterte: »Kommen Sie, ich bringe Sie zu meiner Mutter. Keiner wird Sie finden dort, sie ist vor ein paar Wochen in die Stadt gezogen, sie wohnt ganz allein in einem kleinen Häuschen. Aber rasch, keine Minute ist zu verlieren." Er rannte hinaus und kam mit einem Militärmantel, einer Mühe und Stieseln zurück. »Anziehen", kommandierte er und stülpte mir die Mühe auf den Kopf. Half mir in die Stiefel, legte mir den Mantel um. Zuerst hatte er die Bahre hinausgeschleift, die letzten Spuren meiner Anwesenheit verwischt. »Wenn sie uns erwischen, geht es um Ihren und meinen Kopf", sagte er und horchte angestrengt nach draußen. Aber nichts regte sich, und wir entkamen. Auf Umwegen brachte er mich zu seiner Mutter. Gott segne sie, ohne ihre Hllfe wäre ich nicht mehr am Leben. Sie verbarg mich sie holte mir Lisanka herbei, suchte so lange nach ihr, bis sie meine alte Amme fand. Sie hatte einen Schwiegersohn, der lange Iahre Kammerdiener eines Fürsten gewesen war und deshalb auch unter dem Verdacht stand, ein Zarenknecht zu sein. Man hatte ein scharfes Auge auf ihn und seine Frau, deshalb beschlossen sie, Rußland so bald als möglich zu verlassen. Roch einige andere fanden sich dazu, denen ebenfalls der Boden zu heiß unter den Füßen geworden war. Lisanka hatte mit Hilfe von Iwan Wasnit- scheff noch einmal Einlaß in unser Haus gefunden. »Mütterchen Lisanka will sich ihr Bett und einige Wäsche holen, Bruder, laß sie noch einmal ein auf kurze Zeit." Er hatte der Wache zur Bekräftigung seiner Bitte eine Handvoll Kopeken verabreicht, so war es ihr möglich, mir ein paar Kleider und einige verborgene Schmucksachen, deren Versteck in meinem Schlafzimmer sie kannte, zu bringen. Ein gut eingebrachter Eckball des Rechtsaußenl Grünewald wurde vom Mittelstürmer Bötticher unhaltbar zum Führungstreffer verwandelt. Steinbergs Elf wurde dann doch etwas überlegen, doch ließ der reichlich zerfahren spielende Sturm manche totsichere Chance aus. Erst eine schöne Einzelleistung des Mittelstürmers brachte den Ausgleich. Mit 1:1 wechselte man die Seiten. Die zweite Halbzeit sah zwei gleichwertige Gegner. Kurz vor Schluß gelang es den Plahbesihem durch zwei blitzschnelle Starts, den Sieg an ihr Banner zu heften. Schiri Döcher war dem Spiel ein gerechter Leiter. Faustball im Turngau Lahn-Oünsberg (AOT ). Am Sonntag wurde in Hausen die Vorrunde im Faust ball, dem schönsten aller Turnspiele, unter der Oberleitung von Gauspielwart D r o l s b a ch ausgetragen. Es beteiligten sich 6 Mannschaften an dem Treffen, nämlich TV. Allendorf (a. d. Lumda) und Turn- und Sportgemeinde Rodheim (a. d. Bieber) mit je einer, TV. Garbenteich und TV. 1846 Hausen mit je zwei Mannschaften. Da sich die Mannschaften gegenseitig in ihrer Spielstärke fast unbekannt waren, war jedermann auf den Ausgang der Spiele gespannt. Die Kämpfe waren sehr interessant und wurden sämtlich ohne Zwischenfall durchgesührt. Die beste Mannschaft stellte der $28^1864 Hausen und konnte die Vorrunde ungeschlagen bestehen. TV. 1864 Hausen führte die Tabelle mit 10 Punkten vor Garbenteich 11 mit 8 Punkten. Hausen 1 spielte sehr ruhig und war ausgeglichen. Die 5 Spieler waren gut aufeinander eingespielt. Die stärkste Stütze hatte die Mannschaft in dem Mittelspieler und dem rechten Hintermann. Gut gefiel auch die äußerst ruhige Mannschaft der Turn- und Sportgemeinde Rodheim an der Bieber, deren rechter Vorderspieler wohl der beste Mann auf dem Platze war. Sie belegte allerdings nur den 3. Platz, da sie außer gegen Hausen 1 gegen Garbenteich 11 mit einem Punkt verlor. Ebenfalls gut waren die beiden Hinterleute der 2. Mannschaft des TV. Garbenteich und der rechte Hinterspieler von Garbenteich L, außerdem der linke Hintermann von Hausen 11. Die Schiedsrichter taten ihre Schuldigkeit. Die Rachrunde findet am 19. Iuli in Allendorf an der Lumda statt. । Die Ergebnisse. 1 Hausen 1864 I — Rodheim 42:35 (20:16); Garbenteich II — Allendorf 46:37 (20:19); Hausen, 1864 1 — Allendorf 43:41 (21:20); Garbenteich 1 — Hausen 1864 11 48:43 (19:17); Garbenteich II — Rodheim 40:39 (16:22); Garbenteich I — Allendorf 50:37 (24:20); Rodheim — Allendorf 54:37 (26:17); Hausen 1864 I — Hausen 1864 II 45:31 (27:11); Hausen 1864 1 — Garbenteich 1 42:31 (25:15); Rodheim 1 — Hausen 1864 II 40:33 (18:17); Garbenteich 11 — Hausen 1864 II 50:41 (21:19); Hausen 1864 I — Garbenteich 11 43:38 (25:17); Garbenteich II — Garbenteich 1 43:38 (20:18); Rodheim — Garbenteich I 44:34 (23:20); Hausen 1864 II — Allendorf. Allendorf trat nicht an, das Spiel war damit für Hausen II gewonnen. Tabelle der Vorrunde. gew. Hausen 1864 I 5 Garbenteich II 4 Rodheim 3 Garbenteich I 2 Hausen 1864 II 1 Allendorf 0 berl. Punkte 0 10: 0 1 8: 2 2 6: 4 | 3 4: 6 4 x 2: 8 5 0:10. Kurz« Sportnotizen. Schiedsrichterbelehrungsspiele in Waldgirmes. In Waldgirmes fanden am Sonntag zwei Schiedsrichterbelehrungsspiele statt. Tv. Dorlar I spielte gegen To. Garbenteich I und gewann mit 4:1 (2:1). To. Waldgirmes I gewann gegen To. Atzbach I mit 7:2 (3:1). - So gelang uns die Flucht aus Rußland. Zwei meiner Schicksalsgenossen waren früher Artisten gewesen, einige waren mit einer leidlichen Stimme begabt... so wurde das „Kabarett zum blauen Vogel" gegründet, wir mußten doch unser Leben fristen auf irgendeine Weise. Ein unstetes Wanderleben begann. O Mar- auis, fragen Sie mich nicht, wie ich es trug... Schwer, unendlich schwer war dieses Losreißen von allem, was mir früher Lebensnotwendigkeit gewesen war. Dazu kam die Ungewißheit über Alexanders Geschick, meine Sehnsucht wußte nicht, wo sie ihn suchen sollte. Diese eine, tröstliche Gewißheit, daß er all diesem qualvollen Leiden entronnen sein könnte, hatte ich nicht. Selbst die Gewißheit, ihn tot zu wissen, entronnen dem Leben, wäre mir ein Trost gewesen. Lisanka und ihre Treue schafften mir unterwegs, wo immer wir hinkamen, einen stillen Winkel des Ausruhens. Unendlich erfinderisch war sie darin, das ödeste Gasthauszinnner zu einer Zufluchtsstätte zu machen, wo man sich verbergen konnte vor den Menschen. »So fristeten wir unser Leben, so gut es ging. Das ist auch eines der Geheimnisse der allgütigen Mutter Natur, daß der Mensch an alles sich gewöhnt, jede llrnstellung seiner Lebensgewohnheiten mit der Zeit weniger hart empfindet, sich schickt in harte Notwendigkeiten. Aber Lisanka wird jetzt zu alt für dieses Wanderleben, ein Wunder überhaupt, daß sie es so lange ertrug. Ihre Gegenwart war mir Trost im Leid, ihre Treue ließ mich nicht am Leben verzweifeln. So, Marquis, jetzt wissen Sie, wie wir der Hölle Rußland entkamen. Und nun lassen Sie uns beraten, wie Sie am schnellsten mit Sascha mich wieder vereinigen können. Ich zähle die Stunden bis zu unserem Wiedersehen. Ach, wenn alles dies nun wieder ein Traum wäre, aus dem ich er- machen müßte zu kalter grausamer Gewißheit, daß er mir ferner ist denn je? Ach, ich..." „Beruhigen Sie sich, Gräfin, es ist kein Traum. Und diese Entfernung ist nicht allzugroß. Haben Sie hier einen Kontrakt zu lösen ober können Sie sich rasch frei machen?" Sie schüttelte lächelnd den Kopf. »Meine Landsleute werden mich ziehen lassen, wenn ich will. And einen Ersatz für mich werden sie wohl mit der Zeit finden. Sie glauben nicht, wieviele russische Emigranten oft unter den trostlosesten Verhältnissen in der Welt verstreut sind, die auf irgendwelche Weise ein Fortkommen suchen. Unser Komiker und der junge Tänzer Lubitschoff, Sie haben ihn wohl gesehen, er ist einer unserer besten Nummern, sie haben sich auch unterwegs uns angeschlossen. Nichts soll mich halten, nichts. Nur eins... mir fehlt das Reisegeld für mich und Lisanka." (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Gedenkfeier für Ireiherrn vom Stein. pb. Butzbach, 30. Juni. Anläßlich der 100. Wiederkehr des Todestages des Fxeiherrn vom Stein fand am Sonntogoormittag eine (Lrinnerungs- feier, verbunden mit der Enthüllung eines Gedenk ft eins, am Bismarckhain statt, die von der Bruderschaft Butzbach des Iungdeutschen Ordens in die Wege geleitet wurde. Nach dem von der Bru- derschast besuchten Gottesdienst bewegte sich ein stattlicher Zug von Vereinen und Gästen mit Fahnen und Bannern unter Dorantritt des Spielmannszugs der Bruderschaft Gießen nach dem Bismarckhain, wo nach Begrüßung durch Studienrat Schad, den Großmeister der Butzbacher Bruderschaft, der Komtur der Ballei Niederhessen, Lehrer T r e b i n g aus Kassel, die Weiherede hielt. Unter Trommelwirbel fiel die Hülle des Ehrenmals, das aus einem mossi- gen Findlingsblock besteht, und folgende Inschrift trögt: „Frhr. vom Stein 1757—1831", darunter: „Volk und Staat müsien eins sein". Den Sockel ziert die Zahl 1931 und das jungdeutsche Ordenskreuz. Studienrat Schad übergab nach der Enthüllung den Gedenkstein dem Schutze der Stadt. Bürgermeister Dr. Jansen übernehm das Denkmal namens der Stadt, indem er in seiner Ansprache be- sonders darauf hinwies, daß dem Freiherrn vom Stein das Selbstverwaltungsrecht der Städte zu verdanken fei. Nach verschiedenen Kranzniederlegungen fand die Feier durch den Gesang des dritten Verses des Deutschlandliedes ihren Abschluß. Am Nachmittag fand im Saale des „Deutschen Hauses" ein öffentlicher Gedenkvortrag von Lehrer Tre- b i n g über „Frhr. vom Stein und unsere Zeit" statt, der sich eines guten Besuches erfreute. 32. Derbandsschießen des Bezirks» fchühenverbandes Hessen-Aaffau. H Alsfeld, 30. 3uni. Dom 27. bte 30. 3uni hielt der Verband bei guter Beteiligung — eS waren fast alle Vereine des GaueS vertreten — fein Verbandsschieben in Alsfeld ab. Am Sonntagmorgen begann das Gesellschafts- wettschießen in den neuzeitlich eingerichteten Schtcßständen des Alsfelder Schühenvereins. Dachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch die Straßen der Stadt, an dem fast alle Alsfelder Vereine teilnahmen, nach dem Festplatz. Dach einer Begrüßungsansprache durch den Dor- fitzenden Otto Mayer vom Alsfelder Schützen- verein hielt der Dezirksvorsihende Kramer (Biedenkopf) die Festansprache, in der er auf die Aufgaben und Ziele des Deutschen Schühenbundes unter besonderer Betonung für Vie Gegenwart hinwies und neben der Treue und Kameradschaft in den deutschen Schützen vereinen deren Vaterlandsliebe betonte, die in der gegenwärtigen Zeit besonders notwendig sei. Das Schiehen auf allen Ständen wurde bei reger Beteiligung fortgesetzt, während für die übrigen Festteilnehmer durch Tanz und Volksbelustigungen gesorgt war. Am Montagvormittag fand der Bezirks- s ch ü h e n t a g, der gut besucht war. statt, welcher der Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten des Verbandes gewidmet war. Als Ort für das nächstjährige Verbandsschiehen wurde Wetzlar bestimmt. Bei den Veranstaltungen am Montag, zu denen eine größere Anzahl auswärtiger Schützen zur Teilnahme am Preisschiehen noch ein- getroffen war, bcgrühte Bürgermeister Dr. D ö l - sing namens der Stadtverwaltung die Gäste, wobei er besonders die treue Kameradschaft und die vaterländische Gesinnung in den deutschen Schützenvereinen hervorhob. Am Dachmittag fand das Schiehen seine Fortsetzung. Der Abend brachte ein Feuerwerk vor dem Festplatz. Am Dienstagnachmittag, nach Beendigung des Schiebens, erfolgte die Verteilung der Festscheibenpreise. Bundesfest des Lahntalsängerbundes. -er. Homberg, 1.3uli. Das am 4. und 5.3uli hier stattfindende Eängerfest des Lahntalsängerbundes und das 15. Stiftungsfest des Gesangvereins „Frauenlvb" wird am Sonntag mit einem am Kriegerdenkmal abgehaltenen Feldgottesdienst eingelcitet. Der eigentliche Festakt beginnt am Samstagabend in der Etadthalle. Bürgermeister Schweiler, Homberg, wird eine Ansprache halten, der Vorsitzende des Lahnlaisängerbundes wird sprechen, turnerische Darbietungen mannig- sachster Art, sowie Gesangs- und Musikvorträge werden den Abend füllen. Für den Sonntag ist ein Ehoralblasen, der Empfang der Bundesvereine und das Wertungssingcn vorgesehen. Sodann veranstaltet der Bund eine große Kundgebung auf dem Marktplatz. Hier wird neben dem Dun- desvvrsihenden auch ein Vertreter des Hessischen Sängerbundes zu den Festteilnehmern sprechen. Gegen Mittag werden die Gastvereine empfangen, die sich dann dem Festzug einordncn werden. Dach einer Ansprache des Bürgermeisters werden Ge- sangsvvrträge der Gaftvereine bar geboten, eln DvlkSsest wird den Tag beschlichen. Für die auswärtigen Besucher der Veranstaltung ist ein Son- Oerjug eingelegt worden, zu dem Fahrkarten an den Schaltern in Gießen, Großen-Buseck, Grün- berg. Mücke, Dieder-Ohmen und Burg-Dieder- Gemünden zu haben find. Landkreis Giehen. X Wieseck. 1.3ull Die Eheleute Heinrich Schmidt!!. und Elisabetha. geb. Hartmann, können am 3.3uli das Fest der goldenen Hochzeit in körperlicher und geistiger Frische begehen. Der Jubilar steht im 73. Lebensjahre bte Jubilarin im gleichen Alter. * Harbach. 1.3uli. Die HebamnSc Frau W e n z e l konnte gestern auf eine 4 0jährige Tätigkeit als Hebamme zurückblickcn. AuS Anlaß wurden ihr von der vorgesetzten Behörde ein Dank- und Anerkennungsschreiben übermittelt. er * 1 puli- Unsere Stadt kann sich für das Dechnungsjahr 1931 eines in der heutigen aiotaeit guten städtischen Hau-haltS- planes erfreuen. Durch Sparmaßnahmen war eine ansehnliche Senkung der Ausgaben möglich, so daß man auf die Einführung der Bürgerst e u e r und der Bier st euer verzichten konnte ohne die Gemeindeumlagen zu erhöhen. Der Haushaltsplan schließt in der Bctr.ebsrech- nung mit 142 625 Mk., in der VermögenSrechnung mit 12 885 Mk. ab, die -Umlagen belaufen sich, wie im Vorjahre, auf 40 000 Mk. Kreis Friedberg. Bad-Nauheim, 1.Juli. (WSN.) Im benach. barten Steinfurth flog beim Rosenhacken einem jungen Mädchen ein Fremdkörperins Auge, dem es zunächst keine Beachtung schenkte. Erst die am anderen Tag auftretenden Schmerzen veran- aßten es, schleunigst die Gießener Klinik auszu- suchen. Dort wurde ein S t a h l s p l i t t e r , der an der Hacke abgesprungen war, aus dem Äuge ent fernt. später war sogar noch die Entfernung des ganzen Auges wegen Gefahr von Blutvergiftung erforderlich. Einen ähnlichen Unfall hatte ein anderes Mädchen aus demselben Orte. In diesem Falle wurde durch rechtzeitiges Eingreifen des Arztes das Auge gerettet. Kreis Alsfeld. ch Nieder- Gemünden, 1. Juli. Am Sonntag hielt der Geflügel - und Vogel» »uchtvercin Dieder-Gemünden und Umgegend seine Generalversammlung ab. Heben kleineren geschäftlichen Angelegenheiten wurde hauptsächlich die Frage der Kükenaufzucht eingehend besprochen. Zuchtwart O. Svedler gab aus seiner reichen Ersah rung heraus Aufklärung über Fütterung, Pflege und Verwertung der Küken. Der Vortrag fand aufmerksame Zuhörers Preußen. Kreis Wetzlar. cP Krofdorf, 2. 3uli. Das seltene Fest des gemeinsamen 8 7. Geburtstages kann das Zwillingspaar Philipp Pfeifer und Elisabeth Pfeifer, geb. Pfeifer, feiern. Soweit bekannt, sind die beiden Geschwister das älteste Zwillingspaar in Deutschland. Der Bruder, der in Krofdorf wohnt, ist Veteran von 1866 und 1870 71 und lebt ebenso wie seine Zwillingsschwester noch in körperlicher und geistiger Frische. Er hat 2 Söhnen 5 Enkel und 2 Urenkel. Frau Pfeifer wohnt in Wetzlar-Dieder- girmes und hat 3 Kinder, 14 Enkel und 4 Urenkel. Maingau. WSD. Frankfurt a. M., 1. Juli. Wie bereits gemeldet, unterschlug bei einer hiesigen Danlsirma der Angestellte Hermann Bretz auf Grund eine Blankoschecks ben Betrag von 2 0 5 0 0 Mark. Auf Grund der polizeilichen Fahndungen konnte der flüchtig gegangene Defraudant gestern in Bamberg fe ft genommen werden. 3n seinem^ Besitz wurden nur 1086 Mark vorgefunden, "'n feine Vernehmung zur Zeit noch nicht beendet ist, läßt sich noch nicht angeben, ob er die große Geldsumme etwa schon verbraucht, ober sie zunächst anderweitig untergebracht hat. Die Polizei hat jedoch bereits ermittelt, daß Bretz, bevor er nach Bamberg kam, sich längere Zeit in Berlin auf gehalten hat, wo er Verwandte besitzt. — Bei der- Ausfahrt des O-Zugs Frankfurt-München um 14.30 Uhr wurde die Hausangestellte Emma Meder aus Bochum überfahren und getötet. Die Frau hatte bereits im Zuge Platz genommen. begab sich aber kurz vor Abfahrt nochmals auf den Bahnsteig, um eine Flasche Wasser zu kaufen. Sie versuchte bann, auf ben schon an- fahrenden Zug aufzuspringen unb kam hierbei zu Fall. Wirtschaft. Oie wirischastliche Lage des Handwerks im Juni. Vom Deich-verband des deutschen Handwerks wird mitgeieilt: Die auf dem Wirtschaftsleben seit Monaten lastende Depression hielt im Juni unverändert an. Dementsprechend hat auch die Wirtschaftslage des Handwerks keine Belebung erfahren. Selbst die Saisonberufe berichten über flauen Geschäftsgang. Die Bautätigkeit war sehr gering. Deue Bauvorhaben wurden so gut wie garnicht in Angriff genommen. DaS Bauhauptgewerbe war daher in der Hauptfach« mit Instandsetzung-- und MmbauarbcUen beschäftigt. Auch an derartigen Aufträgen herrschte großer Mangel. Die Zahl der arbeitslosen Bauarbeiter betrug in einer Anzahl von Kammer bezirken 70 dis 80 v. H. Don kleineren örtlichen Unterschieden abgesehen, war auch die Beschäftigung der Sauncbengetperbe gering, lieber eine sehr gedrückte Wirtschaftslage flogen ebenfalls die De- kleidungShandwerke. Selbst für die DahrungSmit- telhandwerke macht sich die geschwächte Kaufkraft der Bevölkerung in einem empfindlichen Rückgang deS Absatzes bemerkbar. Die Belebung des Absatzes. die die Reisezeit in früheren Jahren mit sich zu bringen pflegte, blieb in diesem Jahre beinahe völlig aus. DaS Derlaufsgefchäst des Sattler- handwerkS, besonders der Absatz von Reiseartikeln, ließ sehr zu wünschen übrig. Etwas günstiger war die Beschäftigung der 'Betriebe in ländlichen Gegenden, da durch die bevorstehende Getreide- erntczeit die Aufträge für Reparaturarbeiten an landwirtschaftlichen Geräten etwas zahlreicher waren. Anderseits hat daS ländliche Handwerk irt verschiedenen Gebieten schwer unter den Unwetterkatastrophen zu leiden gehabt. Infolge der großen Arbeitslosigkeit unter den Arbeitern hat die Schwarzarbeit einen ungeahnten Umfang angenommen. Die Eristenz zahlreicher Handwerksbetriebe wird hierdurch stark gefährdet. Die Forderung nach einer nachhaltigen Bekämpfung der Schwarzarbeit wird daher immer stärker erhoben. e • Konkurse und Der g le i ch s v e r f ah- rcnim3unt. Dach Mitteilung deS Statistischen ReichSamtS wurden im 3uni durch den Reichsanzeiger 1034 neue Konkurse — ohne die wegen Maßmangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 647 eröffnete Vergleichsverfahren bekrrnntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für Mai stellten sich auf 956 bzw. 655. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Juli. Tendenz: zurückhaltend und etwa- schwächer. — Die abermalige Verschleppung der Pariser Verhandlungen drückte auch der heutigen Börse den Stempel zur Schwächeneigung auf, obwohl man allgemein mit einer baldigen Lösung nach irgendeiner Seite rechnet. Die Spekulation bekundete daher stärkste Zurückhaltung, da man die weiteren Entscheidungen abwarten will. Einen etwas ungünstigen Eindruck machten die verschiedenen Wirtschaftsberichte einiger Großbanken und der Handelskammerbericht für den Monat 3uni, nach dem noch keine Besserung der Wirtschafts- und Finanzlage zu verzeichnen sei. Die Befürchtung einer verschärften Kreditrestriktion der Reichsbank im Zusammenhang mit den erheblichen Abflüssen von Gold und Devisen blieb naturgemäß nicht ohne Eindruck. Da Orders von Publikumsseite so gut wie nicht eingetroffen waren, wurde das Geschäft innerhalb der Kulisse abgewickelt. Eine gewisse Stühe boten die freundlichen Meldungen von den Auslandbörsen, besonders vom Deuhorker Platz. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich überwiegend noch Kursrückgänge. So eröffneten IG.-Farben, Elektrowerte, Kunstseideaktien und noch einzelne andere Papiere bis zu 1,5 Prozent niedriger. Am Montanmarkt war die Kursgestaltung nicht einheitlich, doch betrugen die Abweichungen nach beiden Seiten nicht über 1 Prozent. Don Kaliwerken büßten Salzdetfurth 2 Prozent ein. Bankaktien überwiegend gehalten. Dur Danatbank 2 Prozent schwächer, dagegen Reichsbank 1 Prozent höher. Fester lagen noch Hapag mit plus 1,25 Prozent und Mainkraftwerke, die mit Plus-Plus-Zeichen erschienen, ferner Karstadt mit plus 1.5 Prozent. Am Anleihemarkt ergaben sich keine wesentlichen Kursveränderungen, ebenso am Markt der festverzinslichen Werte. Reichsschuldbuchforderungen zogen etwa 0,75 Prozent an. Da das im Vec- laufe herauskommende. Material glatt Ausnahme fand, zeigte sich regere Dachfrage der Kulisse, die eine Befestigung zur Folge hatte. Bei lebhafteren Umsätzen wurden die anfänglichen Der- luste nicht nur wieder aufgeholt, sondern überwiegend bi- zu 1 Prozent überschritten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent unverändert Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2140, gegen Pfund 20.4990. 3m Usancenverkehr London gegen Reuvork 4,8640, gegen Paris 124.23, gegen Mailand 92.92. gegen Madrid 51.25. gegen Schweiz 25,1175, gegen Amsterdam 12.0913. Berliner Börse. Berlin. 2.3uIL Gestern abend und heute vormittag war die Stimmung wieder etwas freundlicher und man nannte böberc Kurse, doch wurde es an der Dorbörse wieder unsicher undetwaSfchwächer. Die ersten Kurse zeigten dann keine einheitliche Haltung und wiesen Schwankungen bi- zu 2 v H. nach beiden Seiten gegen gestern mittag Schluß auf. Die nochmalige Verschiebung der Pariser Verhandlungen wirkte natürlich weiter retardierend. daS amerikanische Memorandunt wurde von der Börse mit großem 3ntereffe aufgenommen, und die Hoffnungen auf die lange erwartete Einigung etwas gefestigt. Das Ansteigen der Konkursziffern, der wenig optimistische Bericht der Preußischen Industrie- und Handelskammern für Juni, das weiter unbefriedigende Röhrengeschäft, der ergebnislose Abbruch der Deuyorler Kupferkonferenz usw. waren natürlich wenig günstige Momente, ebenfalls der Äurärüdgang der Metallpreise. Das Geschäft war außerordentlich ruhig. ES kam eher Ware an die Märkte, die aber glatt ausgenommen wurde. Die Schwic- rrgkeit der Dangue de s^eneve blieb ziemlich ein» fluhlos. Der heute zur Veröffentlichung gelangte ReichSbankausweis per Ultimo 3uni dürfte den Erwartungen der Börse entsprechend weniger befriedigend fein. Sehr schwach lagen auch heute Schubert & Salzer, die bei MinuS-Minus- Dotrz wieder 6.5 Protz, verloren Mitteldeutsche Slahl. Salzdetfurth. Deutsche Eisenhandel waren bis 3 Prozent abgeschwächt, während RütgerS- tixrfc. Deflauer Gas und Allgemeine Lokalbahn biS 2.5 Prozent anzvgen. Eh ade lagen sogar 5 Mark fester. Deutsche Anleihen gut behauptet. Von Ausländern lagen Rumänen schwächer. Reichsschuldbuchforderungen waren etwas nachgebend. Pfandbriefe ziemlich unverändert. Der Eeldmarkt blieb unverändert steif. Tages- g«ld 8 biS 10,5 Prozent, MonatSgeld 7,5 bis 8,75 Prozent, Warenwechsel etwa 7,5 Prozent. 3m Verlaufe wurde es zunächst etwa- fester, später gingen die Kurse aber wieder leicht zurück. Der weitere Verlauf der Börse blieb uneinheitlich, doch meist fester. Schubert & Salzer verloren erneut 2,5 Prozent, während SvenSka, Siemens, Aku und Geffürel je 2 Prozent und Salzdetfurth 3 Prozent anzvgen. Die Spekulation schritt auf festere AuSlandmel- dungen an den meisten Marktgebieten zu Deckungen. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a.M^ 2 3uli. Auftrieb:Rinder 95 Stück, Kälber 828, Schafe 98, Schweine 813. Es wurden notiert 100 Pfund Lebendgewicht: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 51 bis 56, mittlere Mast- und Saugkälber 45 biS 50, geringe Kälber 36 bis 44; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 42 bis 46, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 36 bis 41; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 41 biS 44, 200 bi« 240 Pfund 42 bis 45, 160 bis 200 Pfund 42 bis 45, fleischige Schweine von 120 bis 160 Pfund 40 bis 44 Mark. Marktverlauf: Kälber, Schafe und Schweine schleppend. auSver- kauft. Schweinemarkt in Friedberg. Friedberg, 1.Juli. (WSN.) Zum heutigen Schweinemarkt waren 703 Ferkel ausgetrle- ben. Bei lebhaftem Handel wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 10 bis 15 Mk., 6 bis 8 Wochen alte Tiere 15 bis 18 Mk., 8 bis 12 Wochen alte Tiere 18 bis 25 Mark. Es verblieb etwas Uebcr« stand. Viehmarkt in Büdingen. * Büdingen, 1. 3uli. Gestern und heute fand in unserer Stadt V i e h m a r k t statt. Auf bpn Pferdemarkt standen etwa 50 Pferde zum Verkauf, jedoch konnte sich wegen Geldmangels kaum Geschäft entwickeln. Der Rinder markt war nur schwach beschickt und litt gleichfalls stark unter der Ungunst der Zeit. Dagegen waren auf dem Schweinemarkt etwa 350 Ferkel angefahren, die ziemlich flotte« Geschäft brachten. Man bezahlte pro Stück 8 bis 16 Mark je nach Alter unb Qualität. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v.H., Lombardzinsfuß 8 v.H. Dalum 6% Teunche Retwoanleibe d. 1927 7% $cuthtc 9ieictoanlcib; 6H% Doung-Anleihr von 1930 . Teutlche Nnl.Ablüs.-Schuld ml! Mu6Iof.•Rechten....... TeSgl. ofine Au«los.-Rechte . . . 8% Hess. Vollostaal von 1929 trückzablb. 102%)...... Cbetbeflen Provlnz-Anleide mst Aullos. Rechten....... Deutsch« fiomm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks Hnp.-Bank ipoldpse 15 unkündbar bti 1935 .... 7% Franks. Hnp.-Bank («olbpfe unkündbar bi» 1936 Serie 16 . Franks. Hyp.-Bank Liqu.. Pfandbriefe......... bare Qualität .. .per m 0.30 mit 10% — Makobatist, 80 cm breit, erstkl. Ware iür feine Wäsche, per m 0.40 mit 10% — Flockköper, 80 cm breit, gute, blüten- Deutsche Käufer! an .. und außerdem 5% Rückvergütung 4346 C pel, Ridda, und Hensel, Hirzenhain. Nach dem Verlesen des Bescheides des Landeskirchen- amts zum letzten Dekanatstag und einem Bericht über die Tätigkeit des Dekanatsausschusses trug Dekan Scriba den Dekanatsvoranschlag für 1931/32 vor, der genehmigt wurde. Der Rechenschaftsbericht über den kirlichen und religiös-sittlichen Zustand der Gemeinden des Dekanats in den Jahren 1929 und 1930 lag gedruckt vor. Die Besprechung darüber wurde von Pfarrer Laut, Ridda. eingeleitet. Bei der Besprechung kamen besonders der auffallende Geburtenrückgang, der Rückgang des Kirchen- und Abendmahlbesuches, die Sonntagsheiligung sowie die Schließung von Mischehen zwischen Evangelischen und Katholischen zur Sprache. Zum Schluß hielt Pfarrer Müller, Cichelsdorf, einen Vortrag über das Thema: „Die Aufgaben der Gemeinden im Abwehrkampf der Kirche". An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Taren für Donnerstag, 2. Juli. Sonnenaufgang: 4.14 Ähr, Sonnenuntergang: 20.4-' 3it>r. — Mondaufgang: 22.48 Uhr, Monduntergang: 6.06 Uhr. Ab heute Donnerstag: Eine entzückende Ehekomödie in 24 Stunden Damast, 130 cm breit, guteWare, in ganz aparten Mustern, per m 1.10 mit 10% = Haustuch, 150 cm breit, für-Bettücher, Überschlagtücher usw., 0 86 mit 10% — Halbleinen, 150 cm breit, ganz schwere, westfälische Ware, per ml.65 mit 10% — Linon in allen Breiten Mein Saison« Ausverkauf Versteigerung Freitag, den 3. Juli, von 2 Uhr ab, versteigere ich Ärandgafse 3:1 vollständiges Herrschasts- bett, 1 Aufbewahrungsschrank, 1 Bücherregal, 13 Zagdbilder, 1 paar Zagdschuhe Ar. 45,10 Äände„Moderne Kunst",! Oamen-,1 Herren- rad, 3 Theken. Ab 10 Uhr verkaufe ich: 3 Kleiderschränke, 3 Sofas, 3 Chaiselongues, 2 Küchenschränke, Tisch, Stühle usw. 03824 0. Benner II..MWM nnöloralor 1714: der Komponist Christoph Willibald Ritter von Gluck auf Weidenwang geboren. — 1724; der Dichter Gottlieb Klopstock in Quedlinburg geboren. — 1877: der Dichter Hermann Hesse in Calw geboren. < Aus dem Amtsverkündisungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 4 6 vom 30. Sunt enthält: Die neue Fassung des Brotge'etzes. — Tie Erhebung einer Diersterer in der Gemeinde Heuchelheim und Ruttershausen. — Tienstnachrichten. (Schluß des redaktionellen Teils.) Eichen» Vrennholz ofenfertig und für Waschküche geeigiw pro Wagen 5—6 Ztr. frei ans Haus 6Mk., sowie Anmachbolz liefert 32I3d J. Wellhöfer Telephon 2313 Marburger Str. 24 Kirche und Schule. Landkreis Gießen. = Gvünbcrg, 1. yuli. Der Dekanats- kirchentag des Dekanats Grunbcrg fand gestern unter denr Vorsitz des Dekans Schmidt in Londorf statt. Der Eroffnungs- gottesdienst wurde in der Kirche zu Londorf abgehalten, die Predigt hatte Pfarrer Wolf zu Dedenbach übernommen. Die Verhandlungen fanden im Saale der Wirtschaft „Zum goldenen Stern" statt. Dekan Schmidt eröffnete den Dekanatstag und begrüßte die Abgeordneten und den Superintendenten, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen). Rach der Ehrung der verstorbenen Mitgleider des Dekanatstages trug Dekan Schmidt den Jahresbericht des Dekanatsausschusses vor, zu dem eine gedruckte statistische Beilage in den Händen der Abgeordneten war. Die trockenen Zahlen der Statistik gewannen durch den Bericht des Dekans Leben. Eine aus- sührliche Aussprache über den Bericht schloß sich an. Der Leiter des Dekanats-Erziehungs- Bund deutscher Jugendvereine Stamm Langemarck, Gießen Walter-Flex-Abend Am Freitag, den 3. Juli 1931, abends 8.15 Uhr, hn Caf6 Leib, Walltorstraße C3R21 Aufführung: Die Bauernführer Dramatische Skizze in 4 Akten Eintritt: Erwachsene 60 Pf., Jugendliche 45 Pf. MARBURG Schlofepark-Theater: Gedächtnis-Feier anläßlich deS 700. Todesjahres der heil. Elisabeth Donnerstag, 9. Juli 1931, nachm. pünktlich 6 Ubr Die Legende von der heil. Elisabeth Oratorium nach Otto Noauettes Dichtung von Franz Liszt. Ausführung durch den Marburger Konzert-Verein e. V. unter Leitung von Prof. Or. Hermann Etepbani. Die heil. Elisabeth ... A.Merz-Tunner,München Landgras Hermann 1 Paul Lohmann, Berlin und Ludwig........• Landgräiin Sophie.--Eva JUrgeuS, Barmen Ungar.Magnat und t Marc-Andrs SouchaN, Seneschall..........> Barmen Die Staatliche Kapelle v. StaatStbeater in Kaßel. Der Konzertvereinschor unter Mitwirkung des Elisabcth-Cbores und deS Liederverems «Leitung H. Engelhardt) sowie der Sängerschaft Hoben,taufen (t. d. D. S. Weim. E. Leitung O. Hörschelmann) Karten num.l.-4.Rethe Ulf. 5.00,5.-12. Reihe Mk^.50, 13—18 Reibe Mk. 2.50, nicht num. Mk. l.oO. Im Barverkauf oder bet Bestellung bis 7. Juli 20° « Ermävt- gung «also Mk. 4.00, 2.80, 2.00 und 1.20). Mittwoch, den 8. Juli, abends 71/, Uhr pünktlich Oeffentliche Generalprobe 4372 D Karten zu Mk. 2.00 und 1.00 «ohne Ermäßigungen) Terte 30 Pf., Klavierauszug Mk.8.00 • Borverkau von 10-1 und von 3—6 Ubr bet Elwert «Reitaasse) und Ncufeldt Bahnhosstr.i • Bet ungünitiger Witterung findet die Ausführung in der Pfarrkirche statt. Zeitige Anmeldung auswärtiger Besucher erwünscht. Trotz Steigerung der Qualität — die auch in diesem Jahre die NSU- Motorräder bei allen bedeutenden Schnelligkeits- und Zuverlässigkeits- Wettbewerben siegreich bewiesen haben — senkt NSU die Preise! Sie kaufen ab 1. Juli 1931 sämtliche NSU-Motorrad- Modelle —vom kleinen Motorfahrrad über die stärkeren Zwei- und Viertakter-Tourenmaschinen bis hinauf zur schnellsten deutschen NSU-Supersport — zu Preisen, die es jedermann ermöglichen, die hervorragende deutsche Qualitätsmarke NSU zu fahren. fröhliche Kinder! Jede Träne, die Sie Ihrem Kinde ersparen können, ist ein Gewinn. 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Wagner eröffnet, alle Seiten des Problems behandelte. Kreis Büdingen. -t. Ridda, 30. Juni. Gestern versammelten sich die Geistlichen des Dekanats Ridda in der Kleinkinderschulc zu Ridda zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Dekanatstag. Gemeinsamer Gesang, Andacht und Gebet von Oberhofprediger E h r h a r d , Hirzenhain gingen der Begrüßung durch Dekan S e r i b a voraus. Sodann nohnrht-o mnn her verstorbenen Mitglieder RUp" 160 em breit 1.22 netto ^LjTDas seit Jahren bewährte biologische Haarstärkungs*- Zej wasser ENTRUPAL ges. gesch führt den geschwächt ( ten Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) zu. soda6 graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Weise die ehemalige Farbe wiedererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen Kopfschuppen und Haarausfall verschwinden nach kurzem Gebrauch Flasche RM 4.80 Prospekt kostenlos 4357V Drogerie 0. 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