Samstag, 2. Mai 1931 181. Jahrgang Hl 102 Erstes Blatt GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vn'ck und Verlag: vriihl'sche Universitüts-Vuch' und Stetndruckeret L Lange tn Sietzen. Schristleitrmg und Geschäftsstelle: Zchnlstraste 7. Lmiahmr von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 \ mehr. Thefredakteur. Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Ertchetnt täglich,autzer Sonntags und Feiertag» Beilagen Dte Illustrierte Siebener Familienblättei Heimat im Bild Dr» Scholle Monats Bezugspreis: 220 Reichsmark und 30 Retchspsennty für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen ernzelnerRummern msoiye höherer Gewalt. .fernfvrechanfchlüfse anterSammeInummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Unzetger Sieben. poftschecktonto: fita** ffurt am Main 11686 Die Gegenmine. Der Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion ist seit seinem überraschenden Bekanntwerden vor einigen Wochen nicht wieder aus dem Mittelpunkt der politischen Diskussion verschwunden. Die Gegner des Abkommens find von der Abwehr zum Gegenangriff übergegangen und treiben unter Briands Leitung schon eifrig den Stollen vor, von dem aus dann in Gens auf der Tagung des Europaausschusses die Gegenmine zum Platzen gebracht werden soll. Politische Momente sind im Kampf gegen das Zollunionsprojekt zurückgetreten gegenüber wirtschaftlichen Gründen, mit denen man den Plan aus den Angeln heben möchte. Aber das eigentliche Motiv für den Widerstand Frankreichs und seiner südosteuropäischen Trabanten gegen ein Abkommen, das sie an sich nicht im geringsten berührt, liegt natürlich nach wie vor ausschließlich auf politischem Gebiet. Die Furcht vor dem politischen Anschluß Oesterreichs an das Deutsche Aeich, der die Presse in Paris und Prag in der ersten Wut und Bestürzung unter Hinweis auf die analogen Vorgänge der 30er bis 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts, die damals vom Zollverein zum einigen Reich geführt hatten, beredten Ausdruck gab, sieht den Herren Briand und Benesch auch heute noch über die Schulter, wenn sie über Plänen brüten, die das ihnen wirtschaftlich unbequeme und politisch verhaßte ftlnionsprojekt unschädlich machen sollen. 3n der ersten Tleberraschung über diesen ersten se bstän i en auf) npcl .i ch:n Schift t, den De-t ch- lanb seit den Tagen des deutsch-russischen Rapalloabkommens und des Berliner Vertrags ohne vorher eingeholte Erlaubnis der Sieger von Versailles sich gestattete, hatte man in Paris und Prag geglaubt, den Vertragsabschluß einfach verbieten zu können. Als dafür England nicht zu haben war und Italien sich abwartend verhielt, ging es auf die Suche nach juristischen Scheingründen, die ausreichten, um den Plan zu Hintertreiben. Zu diesem Zweck wurde der Vertrag ausgegraben, den Oesterreich hatte unterzeichnen müssen, um 1922 die sog. Völkerbundsanleihe zu erhalten, mit deren Hilfe es damals seine Staatsfinanzen zu sanieren begonnen hatte. In diesen Vertrag war bereits von den Gegnern des Anschlusses Frankreich, Italien und der Tschechoslowakei der Passus hineingebracht worden, daß Oesterreich keinerlei politische oder wirtschaftliche Bindungen eingehen dürfe, die geeignet sein könnten, seine Souveränität und politische wie wirtschaftliche Unabhängigkeit zu beeinträchtigen. Hieran wollten nun Franzosen und Tschechen — Rom verhielt sich bislang bei der ganzen Angelegenheit außerordentlich reserviert — anknüpfen und als Garanten der österreichischen Dölkerbundsanleihe dem Wiener Kabinett den Abschluß einer Zollunion untersagen, weil diese die österreichische Souveränität schmälere, also eine Verletzung des Vertrags von 1922 bedeute. Verhältnismäßig spät ist man dann noch auf den Gedanken gekommen, das in diesem Vertrag vorgesehene Finanzkomitee mobil zu machen, um von ihm prüfen zu lassen, ob nicht etwa die als Sicherung des Zinsendienstes der Dölkerbundsanleihe verpfändeten Zolleinnahmen durch das Tlnionsprojckt geschmälert werden könnten. Diese Idee ist fast so schnell wieder fallengelassen worden, wie sie ausgestiegen war. Es wurde wohl auch den Herren in Panis und Prag sofort klar, daß bei der von dem Zollabkommen zu erwartenden starken Forderung der österreichischen Exportindustrie von einer Wertminderung der Pfänder oder gar einer Gefährdung des Zinsendienstes der Dölkerbundsanleihe gar keine Rede sein könne. Auch mit dem anderen schon angeführten Argument, daß Oesterreichs Souveränität durch eine Zollunion beeinträchtigt werde, drangen Frankreich und die Tschechoslowakei nicht so durch, wre sie es gewünscht hatten. Zwar hatte sich England, das während der Pariser Verhandlungen über den Flottenpakt gegenüber Wünschen seines französischen Bundesgenossen doppelt rücksichtsvoll war, vorschicken lassen. Aber es war auf halben Wege stehengeblleben. Statt eines Protestschrittes bat man in Berlin und Wien nur um Auskunft und, statt in Genf mit sittlicher Entrüstung eine offenbare Verletzung des österreichischen Anleihevertrages durch das Zollprojekt anzuzeigen, becraügte sich Henderson, inzwischen durch den hartnäckigen Widerstand der Franzosen gegen den Flottenpakt merklich abgeküblt, damit, durch einen Beamten des Foreign Office ohne jede weitere Begründung die luristische ftleberprüfung des deutsch-österreichischen Zollpakts auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung setzen zu lassen. Run tat der deutsche Außenminister den Gegenzug. Er beantragte, das H)llprojekt als eine Angelegenheit von rein wirtschaftlicher Bedeutung in dem vor der Ratstagung in Genf zusammentretendrn Europaausschuh zur Sprache zu bringen. Vielleicht versprach sich Dr. Curtius von einer Vorwegnahme dieser Besprechung nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewisse Vorteile, noch dazu in einer Körperschaft, der auch Mächte angehören, die wie z. D. Ungarn, Rumänien und Südslawien zwar nicht Mitglieder des Völkerbundsrats sind, wohl aber an dem österreichisch-deutschen Zollprojekt ein gewisses Interesse haben, und zu deren Beratungen, soweit sie wirtschaftspolitischer Ratur sind, auch Sowjetruhland und die Türkei eingeladen sind. In diesem Kreise boten sich natürlich für die Vertretung der deutschen Interessen eher Chancen, ein günstiges Echo für die deutsche 'Beweisftihrung zu finden, als in dem Rach Erlaß der ersten Notverordnung. Halbe Maßnahmen. Der Anlauf, den das Kabinett Brüning auf dem Wege zu den inneren Reformen genommen hat, ist sehr rasch in seinen ersten Ansätzen wieder st eckengeblieben. Als der Kanzler von seinem Urlaub zurückkam, wußten die amtlichen Stellen nicht genug zu erzählen von den Dauersitzungen, die erforderlich sein würden, um das große Frühjahrsprogramm durchzuberaten. Man sprach von neuen Rotverordnungen, wobei es nur zweifelhaft war, ob eine einzige Rotverordnung oder ob ein rundes Dutzend erforderlich sein wijrde, um die Umgestaltung auf allen Gebieten, die vom Kanzler in Aussicht genommen seien, durchzuführen. Was ist davon übriggeblieben? Vorläufig nicht viel mehr als agrarische R o t m a ß n a h m e n, die an sich gegen- s r den Vorschlägen des Ernährungsministers «unzureichend sind und durch eine ungeschickte Presseregie alles, was sie an psychologischer Wirkung auf die Landwirtschaft hätten haben können, verloren haben. Riemand wird bestreiten können, daß die Regierung in einer außergewöhnlich schwierigen Lage ist. Sie muh außenpolitisch aktiv sein, muh die Abrüstung, die Revision der Tributlasten und den Zollverein mit Oesterreich betreiben. Das zwingt gewih zu einer bestimmten Rücksicht in der inneren Politik, denn viele Freunde haben wir draußen nicht zu verlieren, wir sind ohnehin schon ziemlich isoliert und können es uns nicht leisten, Rachbarn vor den Kopf zu stoßen, auf deren Unterstützung wir im entscheidenden Augenblick angewiesen sind. Die Abhängigkeit der inneren Politik von der äußeren kann also wenigstens jetzt nicht bestritten werden. Aber ebensowenig ist zu bestreiten, daß für jede aktive Außenpolitik die innere Gesundung wieder die Vorbedingung ist, und zwar die Gesundung der Finanzen wie auch der verschiedenen Zweige der Wirtschaft. Die Unterstützung. die jetzt der Landwirtschaft gegeben werden soll, reicht, sv fürchten wir, nicht aus. Sie geht gerade um das Kernstück, die Erhöhung des Butterzolls, herum. Die sozialpolitischen Reformen sind um einige Wochen zurückgeschoben. Formell weil der Brauns-Ausschuß noch nicht fertig ist, tatsächlich aber wohl, weil die Regierung bei der scharfen Opposition der Rechten gezwungen ist, auf die Sozialdemokraten Rücksichten zu nehmen und sie nicht gerade vor ihrem Parteitag noch irgendwie belasten möchte. Auch die finanzpolitischen Reformen stecken noch im Finanzministerium, obwohl hier doch gewiß keine Zeit mehr verloren werden kann. Man braucht fein Pessimist zu sein, um zu schätzen, daß die Reichseinnahmen um mindestens 400 Millionen hinter den Ansätzen des Etats zurückbleiben. Jeder Tag, der hier verloren geht, gefährdet das Gleichgewicht des Haushalts, gefährdet also damit auch die Basis, auf der unsere Reparationspolitik möglich ist. Wir verstehen deshalb nicht recht, weshalb das Kabinett seine Entscheidungen auf die lange Bank schiebt, anstatt reinen Tisch zu machen und die Vollmachten auszunuhen, die es sich durch die Vertagung des Reichstags geschafft hat Die Regelung der Weizeneinsuhr Keine Nachteile für Landwirtschaft und Konsum. Berlin, 1. Mai. (TU.) Amtlich. Infolge der im Interesse der deutschen Getreideverwertung notwendigen starken Anspannung des Weizenzolles ist die Weizeneinfuhr im Vergleich zur gleichen Zeit des Vorjahres wesentlich zurückgegangen. Es hat demgegenüber ein Verbrauch von Inlandweizen stattgefunden, der über das durch den Vermahlungszwang bedingte Maß hinausgeht, so daß die Vorräte von Inlandweizen, wie aus den laufenden Erhebungen des Deutschen Landwirtschaftsrates ersichtlich ist, im Vergleich zum Vorjahre nicht unerheblich gesunken sind. Zur Sicherstellung der Versorgung ist daher eine st ä r k e r e Heranziehung von Aus - landweizen für den Rest des Getreidewirtschaftsjahres erforderlich. Um eine Doreindeckung und damit auch eine Erschütterung der notwendigen Stabilität in der inländischen Getreidepreisentwicklung zu vermeiden, ist von einer generellen Zolsen - lung Abstand genommen. Auch wird eine Zentralisierung der nolwendigen Einfuhren aus Gründen der Aufrechterha.^ung des freien Marktverkehrs vermieden. Die Reichsregierung hat deshalb beschlossen, den ernährungspolitischen Erfordernissen unter voller Wahrung der Interessen der Landwirtschaft im Wege einer indirekten Einfuhrkontingentierung über die Mühlen mit Zollvergütungen Rechnung zu tragen. Berechtigt sind hierbei nursolcheMühlen, die in der in Frage kommenden Zeit schon bisher auf Auslandweizen angewiesen — namentlich diejenigen, die bisher der Mühlenkontrolle unterworfen — waren. Für die Bemessung der Einfuhr wird von dem Mahlgutverbrauch in Arbeitsbeschaffung durch Ankurbelung der Wirtschaft. Das zweite Gutachten der Brauns-Kommission. Berlin, 1. Mai. (ERB.) Die unter dem Dor- sih des früheren Reichsarbeitsministers Dr. Brauns arbeitende Gutachterkommission wird am Donnerstag oder Freitag der kommenden Woche ihr zweites Teilgutachten veröffentlichen. Es erstreckt sich auf das außerordentlich wichtige Gebiet der Arbeitsbeschaffung. In politischen Kreisen sieht man der Deröffentlichung mit großem Interesse entgegen, da das Gutachten dem Problem einen sehr weiten Rahmen steckt und zu Vorschlägen gelangt, die wahrschein- lich nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern starke Beachtung verdienen. Der erste Teil des Gutachtens ist eine wirtschaftstheoretische Darlegung der Ursachen und,Zusammenhänge der Krise, der zweite Teil stellt die Frage, ob es möglich ist, das Wirtschaftsleben aus seiner gegenwärtigen Er st ar rung zu erwecken. Die Kommisiion kommt zu einer durchaus bejahenden Antwort unter der Voraussetzung, daß ein planmäßiges und großzügiges Zusammenarbeiten zwischen den verschiedenen Ländern einseht. Dieser Teil enthält das Kernstück des ganzen Gutachtens, nämlich den Vorschlag, einen größeren Kapitalbetrag — man spricht von etwa einer Milliarde — zur Ankurbelung der Wirtschaft aufzubringen. In seinem dritten Teil zählt das Gutachten die einzelnen Maßnahmen auf, die der Ausschuß vorschlägt, und zwar sowohl für den Fall, daß der im zweiten Teil angeregte größere Rahmen möglich ist, als auch für iren anderen, daß nur beschränkte Mittel zur Verfügung stehen. Das große Projekt würde u. a. die Elektrifizierung der Eisenbahnen, das Problem der Ferngasversorgung, Meliorationen, soweit sie der Landwirtschaft nicht zum Rachteil gereichen, großzügige Straßenbau- t e n und ähnliche Dinge umfassen. In diesem Abschnitt behandelt das Gutachten auch das Problem der Arbeitsdienst pflicht, des freiwilligen Arbeitsdienstes usw. Im vierten Teil endlich werden gewisse rechtliche Fragen erörtert. Im ganzen wird man damit rechnen können, daß das Gutachten schon durch die starke Betonung der Verbundenheit der Wirtschaft der verschiedenen Länder auch im Auslande ein lebhaftes Echo finden wird. engen und von Frankreich beherrschten Gremium des Völkerbundsrats. Aber Briand ist die Antwort nicht schuldig geblieben. Rach dem Grundsatz „der Ausfall ist die beste Parade" ist der Quai d'Orseh in fieberhafter Arbeit mit der Ausarbeitung eines Planes beschäftigt, der nach allem, was bisher über ihn verlautet wurde, so großzügig und weitgespannt sein wird, daß er das zwar beschränkte, aber Jrie wirtschaftlichen Möglichkeiten voll ausschöpfende deutsch-österreichische Zoll- unionsprvjekt ganz überschatten wird. Und das dürfte wohl auch im Grunde die Absicht der Franzosen fein, die sie mit ihrem Gegenplan verfolgen. Da er soviel weitergreift, als das Berliner Projekt, soll er in Genf unter Zurückstellung aller anderen bevorzugt behandelt werden, wobei die Franzosen vermutlich hoffen, daß sich aus der Debatte, wie es bisher stets üblich war bei Dingen, die die Solidarität Europas betrafen, ein babylonisches Gespräch entwickeln werde, in dem einer an dem anderen vorbeiredet und man schließlich so gescheit nach Hause geht, wie man nach Genf reiste. Wenn es dann noch der geschickten französischen Diplomafte gelingen sollte, wie schon unzählige Male vorher bei derartigen internationalen Debatten, Deutschland dazu zu bringen, die Sache ernst zu nehmen und Vorbehalte und Einwendungen zu machen, an denen eine scheinbar fast zustandegebrachte Einigung im letzten Augenblick scheitert, dann ist Frankreichs Erfolg vollkommen. Man hat den Datschen ihre eigenen Absichten auf ein Zollabkommen im engsten mitteleuropäischen Raum kaputt gemacht, Möglichkeiten auf eine Ausweitung zu einem großen mitteleuropäischen Wirtschaftskörper unter Einbeziehung Südosteuropas im Keim erstickt und damit jede Gefahr, die von dieser Seite her der französischen Hegemonie erwachsen konnte, für absehbare Zeit gebannt. Gleichzeitig aber würde Deutschland wieder einmal vor aller Welt als der Störenfried bloß- gestellt werden, an dessen dickköpfiger Rechthaberei und intriganten Hinterhältigkeit auch jetzt wieder alle e&len und uneigennützigen Bemühungen Frankreichs scheiterten, Europa die Wohltaten eines Wirtschaftsfriedens und einer wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit zu verschaffen. So wird es mit großen Lettern in allen Pariser Zeitungen zu lesen sein und überall in der Welt, wo französische Propaganda auch heute noch willige Ohren finbet, wird man geneigt fein, es zu glauben. Die Gefahr erkennen ist schon der erste Schritt erfolgreicher Abwehr. Wo hinaus zielt Briands Plan? Er will die ost- und südosteuropäischen Agrarstaaten, also Polen, Rumänien und Südslawien — nolens volens wird er auch Bulgarien und Ungarn nicht übergehen können —, durch Gewährung oon Vorzugszöllen in den Stand setzen, die Erzeugnisse ihrer Landwirtschaft auf dem mitteleuropäischen Markt abzusetzen, wogegen dieser für die Einfuhr seiner Jndustrieerzeugnisse nach Ost- und Südosteuropa ebenfalls zollpolitische Begünstigungen erfahren soll. Unter Mitteleuropa wird dabei Deutschland, Oesterreich, die Tschechoslowakei, Italien und Belgien verstanden, während Frankreich für sich die Beschränkung in Anspruch nimmt, daß die Lage feiner eigenen Landwirtschaft Rücksicht erfordere. Das gleiche Verlangen müßte natürlich auch Deutschland stellen. Denn grade das Nebeneinander einer volkspolitisch unentbehrlichen, aber in einer Zeit schwerster Erschütterungen auf dem Weltagrarmarkt schutzbedürftigen Landwirtschaft und einer bei stark geschwächtem inneren Markt und hoher ausländischer Verschuldung doppelt auf Export angewiesenen I n d u st r i e , grade dies Nebeneinander oon sich widerstrebenden wirtschaftlichen Interessen hat ja bisher schon den wirtschaftspolitischen Ausgleich mit den vorwiegend agrarisch orientierten Ländern des Ostens und Südostens in der Form von Handelsverträgen so außerordentlich erschwert. Wir werden also nur Schritt für Schritt durch allseitiges Entgegenkommen zu dem großen mitteleuropäischen Wirtschaftsgebiet tonjmen, das natürlich auch den Vätern der deutsch-österreichischen Zollunion als Schlußstein ihrer Bemühungen oorschwebt, das aber Briand mit einer großen Geste dekretieren will, die alle naturgegebenen ober aus dem System der Friedensdiktate folgernden Hindernisse einfach beiseiteschiebt, ohne sie jedoch damit wirklich zu beseitigen. So gibt er wenigstens vor. Ueberraschend dabei ist aber, daß Briand anscheinend die Meistbegünstigungsklausel, die bisher das A und O ber internationalen Handelspolitik war und die er und die Tschechen als stärkstes Argument gegen die deutsch-österreichische Zollunion ins Feld geführt hatten, nun plötzlich nicht mehr ass Hindernis einer mitteleuropäischen Zolleinheit betrachtet. Wie England sich zu dem Briandschen Plan stellen wird, steht auf einem anderen Blatt. Die erste Folge eines wirtschaftlichen Ausgleichs zwischen Industrie- und Agrarstaaten Europas wäre natürlich die Ausschaltung der überseeischen Getreideexportländer vom mitteleuropäischen Markt, Darunter auch die der britischen Dominien Kanada und Australien. So ist also in Genf von feiten Englands starker Widerspruch zu erwarten. Die deutsche Politik wird dagegen sehr auf der Hut sein müssen, um nicht in die Schlingen zu gehen, die Briand, der auch hier wieder diplomatische Taktik mit psychologisch äußerst geschickter Propaganda meisterhaft verbindet, ihr in Genf stellen wird. Deutschland darf auf das Zollabkommen mit Oesterreich nicht verzichten, aber es wird mit dem Hinweis darauf, daß das Abkommen ein erster praktischer Schritt ist auf dem Wege zu dem gemeinsamen Ziel eines mitteleuropäischen Wirt- fchaftszusammenschlusses, sich zur Mitarbeit an dem Briandschen Plan bereiterklären und noch weiter- gehend die Möglichkeit unterstreichen müssen, unter gebührender Berücksichtigung der verschiedenartig gelagerten wirtschaftspolitischen Verhältnisse das Zollabkommen auch auf die Tschechoslowakei, Ungarn und andere südosteuropäische Mächte nuszudehnen. Es fragt sich natürlich, ob die handgreiflichen wirtschaftlichen Realitäten, die eine Erweiterung der deutsch-österreichischen Zollunion den genannten Mächten bietet, schwerer wiegen werden, als die metallisch klingenden Argumente, die Frankreich zweifellos spielen lassen wird. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wo man in Paris auf den in den Kellern der Bank von Frankreich zusamrnengeharn- fterten Goldschatz zurückgreift und heute schon in allen Balkanhauptstädten den Franken rollen läßt. So wird Deutschlands Stellung nicht leicht fein, noch dazu, da es als ein Land, das unter dem unerträglichen Druck der politischen Zahlungsverpflichtungen feine Wirtschaftspolitik politischen Notwendigkeiten unterordnen muß, nicht in der Lage ist, sich bedingungslos in die Arme eines wirtschaftlichen Paneuropa Briandscher Prägung zu stürzen. Deutschland wird nicht um den Hinweis herumkommen, daß eine der wesentlichsten Ursachen für die europäische Wirtschaftskrisis, der Briand angeblich mit feinem Plan zu Leibe gehen will, die aus den Pariser Friedensdiktaten herrührende politische Desorganisation Europas ist, wozu für Deutschland im besonderen noch die ihm von den Siegermächten auferlegte Verpflichtung kommt, alljährlich zwei Milliarden Mark ohne volkswirtschaftliche Gegenleistung als Reparationen aufzubringen und ans Ausland abzuliefern. Briands Plan, über Europa in kühnem Bogen den Dom wirtschaftspolitischer Einheit zu wölben, steht also solange auf schlechten Fundamenten, als nicht mit der Beseitigung der Fehler des Versailler Diktats und einer vernünftigen Regelung aller Kriegsschulden einschließlich der sog. Reparationen die politischen Voraussetzungen für ein wirtschaftliches Paneuropa geschaffen sind. dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres aus- gegangen. SMc Quoten, für die eine Zollvergütung in Frage kommt, sowie der zu vergütende Anteil des Zolles werden jeweils für bestimmte Zeitabschnitte, zunächst für etwa einen Monat, festgesetzt. Sie hierüber bereits in einzelnen Zeitungen veröffentlichten Zahlenangaben sind unrichtig. Die amtlichen Bekanntmachungen sind erst in einigen Tagen nach Abschluß der notwendigen Vorbereitungen zu erwarten. Durch bereits ein* geleitete Verhandlungen mit den Mühlen und dem Däckergewerbe wird sicherzustellen sein, dah der Konsum in den Genuß der Zollvergütung kommt. Außerhalb des RahmenS dieser Regelung verbleibt es bei den bisherigen Zöllen für Weizen und Weizenmehl. so daß auf der einen Seite eine Verbilligung für das aus dem Auslande eingeführte Mahlgut eintritt, auf der anderen Seite aber eine für die Landwirtschaft nachteilige Wirkung auf den deutschen Markt ausgeschlossen und eine gesunde Lieberleitung in das neue Ernte jahr sichergestellt ist. Oie Landvolkpartei beim Reichskanzler. Der Schutz der bäuerlichen Beredclungs- wirtichaft. Berlin, 1. Mai. (LU.) Als Vertreter der Landvolkpartei wurden am Freitagmittag die Aeichstagsalaeordneten Hepp, Gereke, Do brich ind Bauer, sowie der Führer der Lcmdtagsfratt.on, Abgeordneter V o l l m a r , vom Reichskanzler empfangen. Wie die Landvolknachrichten mitteilen, besprachen die Vertreter der Landvoltpartei mit dem Reichskanzler die politische Lage und insbesondere die Mäß- nahmen, die auf Grund des Zollermäch- tigungsgesehes ergriffen wurden und noch weiter ergriffen werden sollen. Sie wiesen dabei besonders auf die Rotwendigkeit hin, sobald wie möglich noch weitere Maßnahmen auf dem Gebiete der bäuerlichen Der- edelungswirtschaft zu treffen, damit sich die Selbsthilfemaßnahmen der Landwirtschaft insbesondere auch auf genossenschaftlichem Gebiet voll auswirken könnten.Reichskanzler Dr. Brüning betonte die Rotwendig- feit einer Selbsthilfe, besonders auf genossenschaftlichem Gebiet und hob hervor, dah die Reichsregierung nach wie vor bereit sei, auch durch weitere zweckentsprechende Maßnahmen der bäuerlichen Deredelungswirtschaft zu helfen. Weiter wurden von den Landvolkvertretern Beschwerden über die zu langsame Durchführung der Qsthilfe vorgebracht. Der Kanzler sagte zu, daß er sich für m ö g - lich ste Beschleunigung der Hilfe für den Osten einsetzen werde. Frick fordert erneut Hindenburgs Rücktritt. Bückeburg, 1. Mai. (TLl.) 3n einer von der RCDAP. einberufenen Versammlung führte Dr. Frick aus: Das materialistische Denken beherrsche die bürgerlichen Parteien ebenso wie die marxistischen. Dieses materialistische Denken sei schuld an der zwischen Bürgern und Proletariern entstandenen Kluft. Die Rotverordnung sei nicht gegen die Gottlosenpropaqanda gerichtet, sondern gegen die nationale Opposition. Diese aber würde sich in Kürze mit der Frage zu befassen haben, ob sie den Reichspräsidenten, der nicht von seinen Ratgebern, nicht von Staatssekretär Meißner, nicht von den Ministern Wirth und "Severing oder Braun gewählt worden sei, sondern von Männern, die heute in der nationalen Opposition stünden, in aller Ehrerbietung, aber auch in Entschiedenheit bitten wolle, sein Amt niederzulegen. Die nationale Oppo- sitton würde die Einberufung desReichs- tages verlangen, falls Maßnahmen ergriffen würden, durch die das deutsche Volk weiter bluten müsse und durch die dem internationalen Finanzkapital und den Franzosen deutsche Werte zu- gefuhrt würden. Die RSDAP. verlange Reu- wahl zum Reichstag gleichzeitig mit den Reuwahlen zum Landtag und werde, wenn es in Preußen zum Volksentscheid komme, alle Kräfte anspannen, um ihn zum Erfolg zu führen. Die Rationalsozialisten drängten sich nicht zur Regie- gicrung, denn es sei nicht angenehm, den Augiasstall auszumisten, aber sie wollten ihre Pflicht tun und wären daher bereit, auch diese Aufgabe aufzunehmen. Maiseier der Nationalsozialisten. Goebbels spricht in Berlin. Berlin, s.Mai. (TU.) Der Gau Berlin der NSDAP, veranstaltete am Freitagabend im Berliner Sportpalast eine von 15000 Personen besuchte Massenversammlung. Schon vor Beginn der Veranstaltung war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach dem einleitenden Vortrag des Berliner Stadtverordneten Engel über das Thema „Der Sozialismus — die Lebensfrage der deutschen Arbeiterschaft" nahm der Berliner Gauleiter Reichstagsabg. Dr. G ö b b e l s das Wort, dem nach polizeilichem Redeverbot das Sprechen in öffentlichen Versammlungen in Berlin nunmehr wieder gestattet worden ist. Dr. Göbbels kennzeichnete die Nationalsozialisten als Aktivisten und Revolutionäre, als Nationalisten, Sozialisten und Antisemiten. Er entwarf ein Bild von dem Schicksalswege des deutschen Arbeitertums in den verflossenen Jahrzehnten, das jetzt nach vielen Irrwegen im National- sozialismus hinter aufrechten Fahnen marschiere. Deshalb habe die Nationalsozialistische Partei das Recht, den Feiertag des 1. Mai, den die anderen zur Phrase gemacht hätten, für sich in Anspruch zu nehmen. Der Nationalsozialismus wolle und werde dem 1. Mai den tiefen Sinn wiedergeben, der darin liege, daß dieser Tag ein Appell nicht an die Klassengesinnung, sondern an die Volksgesinnung sein solle. Oer 1. Mai in Berlin. Kundgebung der freien Gewerkschaften «nd der SPD. Berlin, 1. Mai. (TU.) Die Maifeierkundgebung der Sozialdemokratischen Partei und der freien Gewerkschaften im Berliner Lustgarten verlief ohne jeden Zwischenfall. Die Züge hatten sich in den Außenbezirken bereits von 8 Uhr ab gesammelt. Um 10 Uhr war der weite Platz zwischen Schloß und Museum mit einer nach vielen Tausenden zäk^ lenden Menge angefüllt, über die ein Wald von roten Fahnen emporragte. In einer Ansprache betonte der Vorsitzende des Ortsausschusses des Das Zollabkommen vor dem Suwpaausschiiß. Wirischastskrisis und europäische Zollpolitik auf der Tagesordnung der Genfer Studtenkommission. Genf, 1. Mai. (2BI23.) Auf der vorläufigen Tagesordnung der Sludienkommiffion für die europäische Union, die in Genf am 15. Mai zu ihrer drillen Tagung Zusammentritt, sichen solgende fragen: 1. Erörterung des Berichts über die Verfassung und Organisation sowie die Arbeitsmethoden der Kommission. 2. Die Frage der eventuellen Teilnahme des Freistaates Danzig an den wirtschaftlichen Fragen der Kommission. 3. wirtschaftliche Fragen: die Weltwirtschaftskrise, soweit sie die Gesamtheit der europäischen Staaten betrifft. Dieser Teil der Tagesordnung schließt die solgenden Punkte ein: a) Prüfung der ersten Ergebnisse der Arbeiten der wirtschasts- und Finanzorganisation des Völkerbundes und des Internationalen Arbeitsamtes, die sich auf die wirtschaftliche Deprcsiion Im allgemeinen und die Arbeitslosigkeit im besonderen beziehen. b) Die Arbeiten der Pariser Konferenzen vom 25. und 26. Februar i>. 3. (Absatz von gegenwärtigen und zukünftigen Getrelde- b e st ä n d e n). c) Die Frage der Agrarkredite. d) Der belgische Vorschlag bezüglich der Ausdehnung des Benachrichtigung-- und Einspruchverfahrenr auf neue Gebiete. Dieser bildet die Grundlage der Handelskonvention von 1930. e) Fremdenrechl. f) Das Problem der Uebermittlung und Durchfuhr von elektrischer Energie. Auf Verlangen der deutschen Regierung ist die Frage der Gesamtllnie der europäischen Zollpolitik auf die Tagesordnung gefetzt worden. Die deutsche Regierung hat in ihrem Antrag des Näheren ausgesührl, dah sie es für angebracht halten würde, die durch die gegenwärtigen Zolloer- hältnisse in Europa und das Scheitern der Handelskonvention von 1930 geschaffene Lage noch einmal zu prüfen. Sie hat angekündigt, dah sie bei dieser Gelegenheit eine Erklärung über die von ihr auf diesem Gebiete gemeinsam mit der österreichischen Regierung oersolglen Ziele abgeben würde. Sie hat ferner eine neue Prüfung der Möglichkeit der Gewährung von Präferenzzöllen für wünschenswert erklärt. Aus deutschen Antrag ist noch die Frage von Zollfreiheit für Brenn - und Schmierstoffe für Motorfahrzeuge, die die Grenze überschreiten, auf die Tagesordnung gesetzt worden. Gemäß der von der europäischen Studienkommission auf ihrer 3anuactagung gesoßten Entschließung sind die Regierungen der türkischen Republik, der ll. d. S. S. R. und von Island eingeladen worden, sich bei den Beratungen der Kommission, die auf den Artikel 3 der vorläufigen Tagesordnung Bezug haben, vertreten zu lassen. Die Vertreter Deutschlands und 3taliens haben sich vorbehalten, auf der Tagung vorzuschlagen, Punkt 3 der Tagesordnung vor dem Bericht über die Verfassung und Organisation zu prüfen. Oie deutsche Delegation für Genf. Berlin, 1. Mai. (CNB.) Die deutsche Delega- Hon, die sich Mitte des Monats zur Teilnahme an der diesmal besonders bedeutsamen Tagung des E u r o p a a u s s ch u s s e s und des Völkerbundsrates nach Genf begibt, wird wiederum von Reichsaußenminister Dr. Curtius geführt werden. Der Delegation gehören ferner an Staatssekretär v. Bülow, die Ministerialdirektoren Dr. Gaus (Rechtsabteilung), Dr. R i 11 e r (Wirtschaftsfragen) und Dr. Ze ch l i n (Presseabteilung), Gesandter Meyer von der Ostabteilung und eine Anzahl weiterer Sachverständiger. Propaganda sürVerschiebung der Abrüstungskonferenz Genf, 1.Mai. (TU.) Nach einer zweifellos von leitenden französischen Kreisen des Völkerbunds- sekretariats beeinflußten Meldung des „Journal de Genese" soll gegenwärtig in diplomatischen Kreisen eine Verschiebung der Abrüstungskon- f e r e n 8 erwogen werden. Man sei in diplomatischen Kreisen der Auffassung, daß sich die allgemeine politische Lage seit der Einberufung dec Abrüstungskonferenz auf der Januar-Tagung des Völkerbundsrates infolge der letzten Flottenoerhandlungen und des deutsch-österreichischen Zollabkommens grundsätzlich verändert habe, so daß eine Verschiebung der zum 2. Februar 1932 einberufenen Abrüstungskonferenz ins Auge gefaßt werden müsse. Es ist bekannt, daß schon seit einiger Zeit in Kreisen der französischen Regierung eine Verschiebung der Abrüstungskonferenz gewünscht wird, da der Verlauf der Flottenoer- Handlungen sowie die grundsätzliche Haltung der deutschen Regieru na in der Abrüstungsfrage einen den französischen Wünschen entsprechenden Verlauf der Abrüstungskönfere- renz durchaus tragisch erscheinen lassen. Die Meldung des „Journal de Genöve" bezweckt offenbar, den Gedanken einer Verschiebung der Abrüstungs- konserenz zur öffentlichen Erörterung zu stellen und im Sinne der französischen Wünsche zu beeinflussen. Es muß demgegenüber darauf hingewiesen werden, daß eine Verschiebung der Abrüstungskonferenz in der gegenwärtigen Lage völlig ausgeschlossen ist. Eine Abänderung des auf der Januar-Tagung einstimmig erfolgten Beschlusses würde neue Verhandlungen im Völkerbundsrat und eine neue, den alten Beschluß umwerfende Entschließung notwendig machen, die kaum die Zustimmung Englands, Deutschlands und Italiens finden dürfte. Es liegt auch nicht der gering st e Anlaß vor, die Abrüstungskonferenz zu verschieben. Ein derartiger Beschluß würde als eine beabsichtigte Verschleppung der Abrüstungsver- pflichtungen durch die Großmächte aufgefaßt werden. Die Offenlegung der Rüstungen. Die deutschen Tabellen zur Feststellung des Rüstungsstandes in Genf überreicht. Genf, l.Mai. (LU.) Reichsaußenminister Dr. Curtius bat in Verfolg des bereits vor einiger Zeit eingereichten Antrages zur Tagesordnung der Mai-Tagung des Völkerbundsrates, in dem eine obligatorische Veröffentlichung des gegenwärtigen Rüstungsstandes der einzelnen Länder auf Grund gleicharttger Schemen beantragt worden war. dem General- fetretär des Völkerbundes nunmehr eine Rote überreicht, in der in allen Einzelheiten ausgearbeitete Tabellen für die Veröffentlichung des Rüftungsftandes enthalten sind. Die deutschen Tabellen entsprechen im großen und ganzen den von deutscher Seite bereits in den Verhandlungen des vorbereitenden Abrüstungsausschusses eingereichten Vorschlägen und umfassen bis in alle Einzelheiten die gesamten aktiven und Reserve- Truppen, die Ausbildungszeit sowie das gesamte aktive und lagernde Kriegsmaterial der Land-, Luft- und Seerüstungen. Die Tabellen erfassen somit den ganzen Rüstungsstand der einzelnen Länder und geben daher die Möglichkeit, daß sich die Abrüstungskonferenz ein offenes B ild über den heutigen Rüstungsstand der einzelnen Länder verschaffen und einen Vergleich zwischen den Rüstungen der einzelnen Länder vornehmen kann. Oer Flottenpakt. Englands äußerstes Angebot. London, 1. Mai. (TU.) Das Foreign Office hat von der italienischen Regierung eine Mitteilung erhalten, daß sich die italienische Antwort auf die letzten französischen Flottenforderungen auf derselben Grundlage bewegen würde, wie die englischen ©egenuor- schlüge. Eine gleiche Mitteilung sei am Quai d'Orseh erfolgt. Die italienische Antwort würde aber erst in ein bis zwei Tagen in London und Paris eintreffen. Die englische Regierung hat in ihrer Denkschrift ein Kompromiß vorgeschlagen, nach dem Frankreich Reubauten schon nach der im Jahre 1935 stattfindenden Flvtten- kvnferenz anstatt, wie bisher gefordert, erst nach Ablauf des Londoner Vertrages, also im Zähre 1936 auf Stapel legen dürfe. Die Einzelheiten über die Tonnage sollen aber vorher auf der Flottenkonferenz festgelegt werden. Sollte auch hier keine Einigung erzielt werden, soll Frankreich verpflichtet sein, nur soviel Ersay- bautonnage in Angriff zu nehmen, wie im Ar- ttkel 19 des Londoner Flottenabkommens vorgesehen ist. Hiermit hat sich Italien einverstanden erklärt. Der französische Flottensachverständige, Masst g l i, verließ London am heutigen Freitag. Der italienische Vertreter, Rosso, wird voraussichtlich noch einige Tage in London bleiben. Zn einem Leitartikel erklärt die „Times", daß das Angebot die äußerste Grenze darstelle, bis zu der England und Italien gehen tonnten. Wegen der Rähe des Termins der französischen Präsidentenwahl gilt es als wahrscheinlich, daß die Entscheidung nicht mehr vor dem Zusammentreffen der Außenminister Großbritanniens, Frankreichs und Italiens in Genf Mitte Mai zur Dölkerbundstagung fallen wird. ADGB., Bredow, daß die Gewerkschaften in diesem Jahre zum ersten Male gemeinsam mit der Sozialdemokratischen Partei und den Arbeitersportlern den 1. Mai in dieser Weise feierten, um ihre enge Verbundenheit im politischen Kampfe zu betonen. Er wandte sich gegen jeden Lohnabbau und gegen Abbau der sozialen Gesetzgebung und verlangte Verkürzung der Arbeitszeit, Einfüyrung der Fünftagewoche, internationale Vereinbarungen Aur Bekämpfung der Weltwirtschaftskrise und der Arbeitslosigkeit, sowie Herabsetzung der Mehrausgaben zu Gunsten der Arbeitslosenversicherung. Reichstags, abgeordneter K ü n st l e r forderte die Arbeiterschaft zum Kampfe gegen den Faschismus auf. Er bekundete die Sympathie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mit den unter der Diktatur lebenden italienischen und polnischen Arbeitern und beglückwünschte das spanische Proletariat zu seinem Siege über die Monarchie. Die Gewerkschaften und die Partei würden Schulter an Schulter kämpfen für die Befreiung des Proletariats aus ökonomischer und politischer Knechtschaft. Gegen 11.30 Uhr sammelten sich im Vorhof der Universität etwa 300 nationalsozialistische Studenten, die Heilrufe auf Hitler ausbrachten und das Deutsck^andlied sangen. Die von der Maifeier im Lustgarten abströmenden Angehörigen der SPD. sammelten sich vor der Universität, und eine Anzahl von ihnen überkletterte in der Universitätsstraße das Gitter und stürzte sich auf die nationalsozialistischen Studenten. Es kam zu einer Schlägerei, die insofern fiur schwer beendet werden konnte, als die Eingänge zum Universitätsgebäude geschlossen waren. Schließlich gelang es nach Einsatz von berittener Polizei, die Universitätsstraße zu räumen. Aus aller Welt. Ein Unbeteiligter das Opfer einer politischen Schießerei. In Berlin kam es in der Huttenstrahe nachts 1.30 Llhr, zu einem Zusammenstoß zwischen Kommuni st en und Rational- s o z i a l i st e n. Die Kommunisten versuchten, ein Lokal, in dem sich etwa acht Rationalsozialisten befanden, zu stürmen. Dabei kam es auf der Straße zu einer Schießerei. Der 20jährige, an dem Vorfall gänzlich unbeteiligte Erwin Z i e m k e, der in der Rähe des Tatortes wohnte, und sich in seinem im zweiten Stockwerk gelegenen Zimmer befand, hört« die Schießerei und begab sich auf den Balkon. Dort wurde er durch eine Kugel in die Hauptschlagader getroffen und getötet. Durch das lleberfallkommandv wurden elf Personen fest» genommen und der Abteilung la zugeführt. Tetzner hingerichtet. Kurt Erich Tetzner wurde Samstag früh 7 Uhr im Hofe des Gerichtsgefängnisses Regensburg durch das Fallbeil hingerichtet. Der Mörder war auf seinem letzten Gang sehr ruhig und gefaßt. Die Hinrichtung erfolgte in Gegenwart der 12 Zeugen und von Vertretern der Presse. Von seiner Frau und seinen Verwandten hatte Tetzner brieflich Abschied genommen. In der vergangenen Nacht hat der Gefängnisgeistliche auf Ttztzners Wunsch mit ihm in der Zelle gewacht. Ermordung eines Geldbrieflrägers. In D e r l i n wurde ein Geldbrief träger Schwan in dem Haufe Gossow-Straße 10 in Schöneberg ermordet ausgefunden. Der Beamte befand sich auf einem De stellgang. Der bisher unfcefannte Täter hatte den Beamten durch eine an sich adressierte Postanweisung über 5 Mark in die Wohnung gelockt und ihn allem Anschein nach dort niedergeschlagen, nachdem er die Vermieterin unter einem Vorwande aus dem Hause entfernt hatte. Raubmord in Jüterbog. Von einem bisher unbekannten Täter wurde eine Frau Burmeister, die mit ihrem Ehemann eine Filiale in Jüterbog leitet, beim Abrechnen der Tageskasse ermordet. Dje Angestellten hatten das Geschäft bereits verlassen. Der Täter, der mit der Oertlichkeit genau vertraut gewesen sein muß, hatte sich durch eine Hintertür ein- geschlichen und die Frau nach dem bisherigen Befund zuerst mit einem Eisengewicht niedergeschlagen; dann hat er mit einem Käsemesser der Frau die Halsschlagader durchschnitten derart, daß das Messer im Halse stecken blieb. Geraubt sind etwa 500 Mark. Durchgehende Pferde. Als der Maiumzug der SPD. durch Königsberg t. Pr. zog, raste ein Fuhrwerk, dessen Pferde durchgingen, in die Zuschauermenge. Dabei wurden zwei Personen schwer verletzt. Eine Reihe anderer Personen erlitt leichtere Verletzungen. Ein Polizeibeamter, der den Pferden in die Zügel fallen wollte, wurde niederqerissen und mitgeschleift. Der Beamte trug schwere Verletzungen davon. Zwei Hauser in Lüneburg in Einsturzgefahr. In Lüneburg wurden die Bewohner der Fromme- Straße 2 und 3 gegen 6 Uhr plötzlich durch da» Zusammenbrechen einiger Wände aus dem Schlafe geweckt. Die Häuser zeigen gewaltige Risse; Fensterscheiben und Türen sind zum Tell herausgefallen. Beide Gebäude liegen auf einer Abrißlinie im sog. Lüneburger Senkungsgebiet und waren schon einmal, im Jahre 1914, stark gefährdet. Da Lebensgefahr für die Bewohner besteht, mußten die Wohnungen geräumt werden. Die deutschen Reiter beim Papst. Die Vorbereitungen für das 6. Internationale Reitturnier in Rom, an dem zum ersten Male eine offizielle deutsche Reitermannschaft teilnimmt, sind beendet. Mit besonderem Interesse sieht man dem Start der Deutschen entgegen, die bereits seit acht Tagen in Rom weilen und sich mit der von ihnen als mustergültig bezeichneten Anlage verttaut gemacht haben. Ueberatt wurden die Offiziere in ihren schlickten Uniformen freundlich empfangen und ihnen Sympathie entgegengebracht. Die größte Ehre wurde ihnen nach einem Tee beim Botschafter v. Schubert mit der Audienz bei Papst Pius XI. zuteil. Der Papst begrüßte die Offiziere in deutscher Sorache und wünschte ihnen für die kommenden Kämpfe Glück und Erfolg. Ein Mann, der sein Gedächtnis verlor. Der "Appellationshof von F l o r e n z hat Freitag ein mit Spannung erwartetes Urteil in der Angelegenheit des sogenannten ^Llnbekannten von Collegno" gesprochen, die seit mehreren Jahren die Presse in kurzen Abständen beschäftigt hat. Kurz gesagt, hat diese verwickelte Geschichte folgenden Gang: Im Jahre 1927 wurde von der Polizei ein Mann ins Irrenhaus eingeliefert, der angab, sein Gedächtnis vv l l k o m m e n v e r l o ren zu habm. Im Irrenhaus erhielt er die Rümmer 44 170. Längere Zeit gelang es nicht, seine HeiSünft fest- zustellen, bis eine Frau Professor Canella ihn als ihren im Weltkrieg verschollenen Mann wiederzuerkennen glaubte und für sich reklamierte. Fast gleichzeitig wurde der Unbekannte aber voneiner FrauDruneri a 18 ihr entlaufener Gatte angefordert, der überdies wegen eines Vergehens von den Polizei gesucht wurde. Jahre hindurch hat dann der Kampf um die Frage getobt, ob der Llnbe- kannte von Collegno nun der Prof. Canella odey der Buchdrucker Bruneri sei, wobei e r selbst, nachdem sein Gedächtnis langsam wieder zurückkehrte, sich als Prof. Canella ausgab. Das Turiner Gericht, das sich als erstes mit dem Fall zu befassen hatte, fällte eine Entscheidung, nach der der Beweis nicht erbracht war, daß es sich bei dem Unbekannten um den Buchdrucker Bruneri handele. Die Familie Bruneri lieh aber nicht nach und hatte die Genugtuung, dah der Appellationshof in zweiter Instanz in ihrem Sinne entschied. Dieses Urteil wurde jedoch später kassiert und nun hat der Florentiner Appellationshof erneut den Standpunkt der Familie Bruneri bestätigt. DaS Tragische an der Angelegenheit ist, daß der Unbekannte sich inzwischen als Professor Canella aufgeführt und mit Frau Canella auch mehrere Kinder hat. Wie diese verwickelte Angelegenheit in dem jahrelangen Hin und Her nun zivilrechtlich und strafrechtlich gelöst werden wird, ist noch eine offene Frage. Jedenfalls dürfte der angebliche Professor Canella wegen Betruges belangt werden und im übrigen noch feine Strafen verbühen müssen, die er als entlaufener Buchdrucker Bruneri auf dem Kerbholz hat. Das Schicksal der WegenerExpedllion. lieber die Absicht, zur Auffindung der Grön- land-Gxpedittvn von Professor Wegener eine Fliegerexpedition zu entsenden, erklärt der bekannte Grönlandforscher Dr. Lauge Koch: Wenn wir inn"rhalb von drei Wochen nichts von der E pedt o h ren b'.ni mu; man für das Schicksal der Erpeöttionsmitglieder ernsteste Besorgnisse hegen. Es dürfte außerordentlich schwierig sein, die Expeditton durch Flieger oder Hundeschlitten aufzusiniden. ?.?*& rKr. e( geführt. X» ’ «k <72 Unb c,£ auf m bÄ* IVi Don fen?> ch"er jS 9rau n9ene"Ä& cflr5get9 otefc« -UkL ■ "»D-r ZF durch X? LK Ibog. L-- «56k A.W«! ■Ä Messer her g„u L derart, daß dar beraubt sind droa tbe. '-dmch Kön^gr. Men e Zuschauer« De\ Personen e andrer Monen r>n Polizribe- 1 dle Zügel fallen UM NtMeitt. Verletzungen 11 Einsturzgesohk. Bohner der Fromme« Wich durch da» ger Wände aus ’-r Zeigen gewaliige en sind zum Teil liegen auf einer er Senkung;- al, im Jahre 1914, : für bk Bewohner geräumt werben. ;r'm Dapfl. 6. Jnternatio« lom, an dem zum e deutsche Rei- sind beendet. Mit lern Start -er Deut» . acht Tagen ijt m ihnen als mufUr« raut gemacht Haden. ; in ihren Mten en unb ihnen Sym. größte Ehre wurde otschaster d. Schubert ist Pius XI. zuteil, in deutscher Drache kommenden Kampfe zchtnir verlor. ft or en-Hai StA* vartetcs Urteil n -mannten.ilnbr r gesprochen. W in kurzen Mandw hat diese berW ^IahreM ins Irren -u xSL ;perschvNenen heirat» fi'l'fr Ä* Pns."E-mellsl°^ fei wobei t» Gericht, W && Inin® SV1 --« As in imtf unb uun Das Ä-£ «&: chtlich frS-»* J -«tl-L- *« ALS Oer Gommerlustverkehr 1931. Am 1. Mai ist für sämtliche europäischen Luftverkehrsgesellschaften der Sommerflugplan in Kraft getreten. Die Deutsche Luft-Hansa wird ihren Sommerdienst annähernd im gleichen Umfange aufnehmen, wie im Vorjahre. Sie betreibt 23 internationale Strecken mit Passagierbeförderung und 5 Linien im Spezial-Post- und Frachtdienst upd vermittelt den Verkehr nach 28 ausländischen Großstädten. 52 deutsche Städte erhalten Anschluß an das internationale europäische Luftverkehrsnetz. Während der sommerlichen Hauptverkehrsperiode beträgt die tägliche Jlugleiftung rund 50 000 Kilometer. Für den internationalen Verkehr bringt der Sommerluftoerkehr einige bepchtliche Verbesserungen: Am 1. Mai erfolgte die Inbetriebnahme der Linie München — Venedig, die bei einer Flugdauer von nur 2} Stunden für den Reiseverkehr Deutschland—Italien, nicht zuletzt auch dank der durch die erschlossenen Schönheiten des Alpenfluges, große Bedeutung erlangen dürfte. Da diese Strecke in Venedig Anschluß bis Brindisi erhält, wird sie auch für den Postverkehr von Deutschland nach Süditalien und dem nahen Orient bedeutungsvoll werden. In den deutsch-schweizerischen Flugdienst wird vom Sommer ab auch Bern einbezogen, so daß nunmehr alle wichtigen Derkehrs- zentren der Schweiz: Basel, Bern, Genf und Zürich mit deutschen Flugzeugen erreichbar sind. Zwischen Berlin und London wird das größte deutsche Landflugzeug Junkers G38 „D2000" von der Luft-Hansa im gemischten Passaaier-, Post, und Frachtdienst eingesetzt werden. 2iuf den Strecken Berlin—Wien—Budapest und Berlin—London verkehren Flugzeuge mit Speisewagen- betrieb. Die im Zeichen des Preisabbaues stehende T a - r i s p o l i t i k der Deutschen Luft-Hansa wird auch im Sommerlustverkehr 1931 fortgesetzt, und zwar ebenso auf den internationalen, wie auf den innerdeutschen Linien. Hierfür einige Beispiele: Es kosten die Flüge von Gießen nach Baden-Baden 28 RM. (früher 31 RM ), Basel 44 RM. (früher 53 RM.), Darmstadt 11 RM. (20 RM.), Essen 37 RM. (44 RM.), Frankfurt 7 RM. (15 RM.), Freiburg 36 RM. (50 RM), Karlsruhe 23 RM. (31 RM.), Mannheim 16 RM. (22 RM.), München 53 RM. (61 RM.), Zürich 55 RM. (68 RM.). Der Flughafen Gießen ist in diesem Jahre an die Strecke 49 der Deutschen Lufthansa angefchlossen. Sie führt über Frankfurt a. M.—Darmstadt—Mannheim — Karlsruhe — Baden-Baden — Freiburg nach Konstanz. Die Flugzeuge landen in Gießen täglich, außer Sonntags, um 13.15 Uhr und starten um 14.45 Uhr. Von Gießen aus sind in einem Tage zu erreichen: Baden-Baden in 2% Stunden, Basel in 2% Bern in 4%, Darmstadt in %, Essen-Mülheim in 3%, Frankfurt a. M. in XA, Freiburg in 3% Friedrichshafen in 3XA, Genf in 4%, Karlsruhe in 2, Köln in 3, Konstanz in 4, Mannheim in VA, München in 3, Paris in 4%, Saarbrücken in IX, Stuttgart in 2 und Zürich in 3Va Stunden. Alle übrigen Flughäfen des In- und Auslandes können durch gute Luftoerkehrsverbindungen von Frankfurt a. M. aus, gegebenenfalls durch eine Bedarfsflugverbindung von Gießen nach Frankfurt am Main erreicht werden. Im vergangenen Jahre hat der P o ft - und Frachtverkehr bei der Deutschen Lust-Hansa wiederum eine beträchtliche Steigerung erfahren. Bei den schnellen Luftoerkehrsverbindungen von Gießen, insbesondere nach dem Süden und Westen, darf mit einem verstärkten Post- und Frachloerkehr von dem Flughafen Gießen aus für dieses Jahr gerechnet werden. Die beim Postamt 2 in der Schulstraße bis 12 ilfjr, bei dem Postamt 1. Bahnhofstraße, bis 13.45 ilhr und bei der Post- hilssstelle Flughascn bis 14.35 Uhr aufgelieferten Luftpostsendungen erreichen: Baden-Baden um 17.10, Basel um 17.35, Bern um 19.15, Darmstadt um 15.35, Essen um 18.20, Frankfurt um 15.10, Freiburg um 18.00, Friedrichshafen um 18.10, Genf um 19.20, Karlsruhe um 16.45, Konstanz um 18.55, Mannheim um 16.05, München um 17.45, Paris um 19.35, Saarbrücken um 16.35, Stuttgart um 16.40 und Zürich üm 18.15 Uhr. Bei besonders eiligen Sendungen empfiehlt es sich, die Postsachen durch Eilboten bestellen zu lassen. Die gleichen Laufzeiten gelten auch für die Frachtsendungen, die spätestens um 14.30 auf dem Flughafen aufgeliefert sein müssen. Frachtsendungen nach dem Borden und Osten werden am zweckmäßigsten auf dem Wege des Flugeisenbahnverkehrs (Fleiverkehr) versandt. Beben der Beförderung von Passagieren ist in der Handelsluftfahrt der Frachtverkehr in den letzten Jahren immer mehr in den Vordergrund getreten. Aber immer noch kennen zu wenige Kaufleute die Möglichkeiten, die ihnen dieser neue Schnellsrachtversand bietet. Ist doch durch das Zusammenarbeiten von Eisenbahn und Flugzeug heute jeder noch so entlegene Ort an die zeitsparenden Fluglinien angeschlossen, und sind doch die Kosten für den Lufttransport, der besonders bei größeren Entfernungen die Versanddauer erheblich reduziert, weit geringer, als man in Anbetracht der großen Vorteile vermutet. Luflfrachtverkehr ist in erster Linie Schnellverkehr, denn das Flugzeug legt in der Stunde durchschnittlich 150 Kilometer zurück. Er ist, wie der Expreßverkehr der Eisenbahn, ein K l e i n g u t - verkehr. Eine weitere Zeitersparnis wird auch noch durch die beschleunigte Zollabfertigung im Luftverkehr erreicht. Im Luftfrachtverkehr der Deutschen Luft-Hansa können von jedem Ort des In- und Auslandes Güter in beiden Richtungen befördert werden. Die Annahme und Ausgabe von Luftgütern erfolgt durch ■ die Luftgüterabfertigung bei den Flug- leitungen. Hm auch die Plätze, die keinen Flughafen besitzen, an das Lustverkehrsneh anzu- schließen, wurde mit der Deutschen Reichsbahn ein Abkommen über die Beförderung von Gütern auf dem Luft- und Schienenwege getroffen. In den deutschen Flugeisenbahnverkehr (Fleiverkehr) sind das gesamte Betz der Deutschen Reichsbahn und sämtliche von der Deutschen Luft-Hansa tm regelmäßigen Verkehr beflogenen Linien des Sn- uni) Auslandes einbezogen. Durch diesen Vertrag ist die Möglichkeit gegeben, Frachtsendungen von einem nicht an das Streckennetz der ßuft- Hansa angeschlossenen Llrsprungsort zum Versands lug Hafen, bzw. von einem Flughafen zu dem nicht in das Flugnetz einbezogenen Bestimmungsort zu befördern. Ebensogut ist es möglich, die Güter auf einer Strecke, die nicht im Bachtluft- verkehr betrieben wird, in den Bachtstunden durch die Eisenbahn zu befördern und am nächsten Morgen den Weitertransport durch das Flugzeug erfolgen zu lassen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Mai 1931. Gerüchte. 'Es gibt ein stolzes Wort des Dichters Gottfried August Bürger: „Wenn dich die Lästerzunge sticht, so laß dir dies zum Tröste sagen: Die schlechtsten Fruchte sind es nicht, woran die Wespen nagen." Manchem hat es in schlimmen Tagen etwas Trost gebracht. Aber immer hilft es auch nicht. Es gibt nichts Schlimmeres als unkontrollierbare Gerüchte. Sie haben schon mehr Leid und Unglück in die Welt gebracht, als alle Diebe und Räuber; denn sie rauben den Betroffenen meistens Ehre und Ansehen. Stellt sich schließlich die Unwahrheit eines Gerüchtes heraus, so ist noch lange nicht — wie viele glauben — alles in Ordnung. „Etwas muh doch dran gewesen fein!“ sagen die einen, und die andern: „So ganz einfach wird's Wohl nicht gewesen sein!" Cs dauert oft Iahre, bis solche Gerüchte vollständig erstorben sind. Aber der Schaden, der angerichtet wurde, ist nicht wieder gut zu machen. Kinder tragen viel aus dem Haus, aber man weih ihre Auskünfte einzuschätzen. Ganz anders bei Erwachsenen. Es ist merkwürdig, wieviele Menschen daran Freude haben, etwas Böses von den andern zu sagen. Das Schlimme dabei ist, daß sie nur halbe Wahrheiten verbreiten. Sie selber fühlen das wohl selbst: denn in den meisten Fällen enden diese Berichte mit dem Sah: „Ich will nichts gesagt haben!" Sie haben etwas läuten hören, wissen aber nicht, wo die Glocken hängen. „Habt ihr schon gehört?", so fangen sie an, und dann folgt, wenn wir nicht abwinken, das bekannte Geflüster. Eigentlich gibt es gegen diese hämischen Bachreden nur e i n Gegenmittel, das ist unbedingte Offenheit dem Erzähler gegenüber. Man soll sich niemals scheuen, ganz klar und deutlich zu fragen: „Haben Sie das gesehen oder selber gehört?" Dann wird man in den meisten Fällen hören: „Der oder die haben es mir im Vertrauen gesagt. Um Gottes Willen, sagen Sie nichts weiter!" Es ist ja wohl ein Fluch, der auf so vielen Menschen — wir find allzumal Sünder — liegt, dah sie gern geneigt sind, von andern etwas Dv-' ses zu hören. Lieber Freund, prüfe alles genau, ehe du dich unterstehst, etwas über andere auszusagen. Wie leicht unterläuft dir ein Irrtum, den du bitter bühen muht. Wie oft kommt es vor, dah du reuevoll sagen muht: „Hätte ich doch geschwiegen!" Don denen, die aus reinster Schadenfreude oder aus Mißgunst und Beid wissentlich falsche Bachreden verbreiten, soll hier gar nicht gesprochen werden. Solchen Menschen muh man die Zähne zeigen, und man darf auch nicht davor zurückschrecken, sie dem Richter zu übergeben, selbst wenn sie winseln und betteln, es wäre doch gar nicht so gemeint gewesen. Güte wäre hier vollständig unangebracht. Streichen wir aber zunächst auch einmal aus unferm Wortschatz die L;ätje: „Ich will nichts gesagt habenI" und „Sagen Sie, es ja nicht toei- ter!"#2)ann wird noch manches besser werden. P. Das Disziplinarverfahren gegen Stadtbaumeister Scherrer-Butzbach. Unter dem Vorsitz von Provinzialdirektor G r a e f wurde in der heutigen Provinzial- ausschuh-Sitzung gegen den Stadtbaumeister Alois Scherrer von Butzbach verhandelt. Stadtbaumeister Scherrer wurde wegen Urkundenfälschung zu ’ fünf Monaten Gefängnis rechtskräftig verurteilt. Auf Grund dieser Verurteilung hatte die Stadtverwaltung Butzbach im Disziplinar-Derfahren Antrag auf Dienstentlassung gestellt. In der heutigen Verhandlung wurde dem Stadtbaumeister der Vorschlag des Butzbacher Stadtrats unterbreitet, sofort aus dem Amte auszuscheiden. Die Stadt Butzbach werde ihm in diesem Falle das Gehalt für zwei Monate bezahlen. Der Stadtbaumeister konnte sich zu einem freiwilligen Verzicht auf sein Amt nicht entschliehen. Der Provinzialausschuh empfahl der Stadtverwaltung Butzbach eine nochmalige Erörterung der Angelegenheit, da Bürgermeister Dr. I a n s e n sich bereit erklärte, die Sache im Stadtrat erneut zur Sprache zu bringen. Seefisch-Werbeabend im (Laf6 Leib. Der im Rahmen der Reichs-Seefisch-Werbewoche veranstaltete Seefisch-Werbeabend, der am Donnerstagabend im Caf6 Leib ftattfanb, gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die Veranstalter. Bereits um 20 Uhr war der Saal bis auf den letz- ten Platz besetzt. Der Verein Hausfrauen- beratuna, die hiesige Gasvereinigung und die Gießener Fischhändler hatten die Veranstaltung sorgfältig vorbereitet. Frau Dr. Koeppe, die rührige Vorsitzende des Vereins Hausfrauenberatung, begrüßte die Besucherinnen, dankte der Gasvereinigung für die bereitwillige Unterstützung mit Gaskochherden, dankte auch der Fischhändlerschaft, die sich in den Dienst der Sache gestellt hatte und den Abend mit einer kleinen Ausstellung bereicherte. Im Anschluß daran begrüßte Dr. Go eres als Vorsitzender der Gas- vereiniaung die Gäste, wünschte der Veranstaltung den besten Verlauf und wies kurz auf die Bedeutung des Gases als Heizstoff hin. Sodann hielt Dr. R o ß k o p f vorn Tierärztlichen Untersuchungsamt einen Vortrag über d i e Bedeutung des Seefisches für unsere Dolksernährung. Er führte u. o. aus, daß die Grundlage der sittlichen Kräfte eines Volkes und die Bedeutung eines Staates nicht zuletzt abhängig seien von dem Gesundheitszustand der Bevölkerung. Die Notzeit, die heute die Bevölkerung zu großer Sparsamkeit auch in der Ernährung zwinge, habe es mit sich gebracht, daß der Rus nach einem wertvollen und zugleich billigem Nahrungsmittel immer lauter werde. Dieses Mittel sei im Seefisch gegeben, der alle jene Bestandteile enthalte, die jede der sog. Mangelkrankheiten vorzubeugen geeignet seien. Er betonte u. a. weiter, daß z. B. eine Krankenernährung ohne Seefisch nicht zu denken fei, und wies u. a. auf die hohen Werte des Lebertrans hin, der die Vitamine in aktivster Form enthalte. Der Redner berührte darüber hinaus noch die volkwirt- sckaftliche Bedeutung des Seefischkonsums und hob hervor, daß die deutsche Seefischerei ohne viele Mühe imstande sei, den gesamten deutschen Fischbedarf zu decken. Eine Erhöhung des Eeefischkon- sums, sei es auch nur um ein geringes, bedeute für unsere Volkswirtschaft einen großen Vorteil, denn viele Millionen Mark, die sonst für ausländische Lebensrnittel ausqegcben werden, blieben dadurch im Lande. Der Redner forderte zum Schluß auf, die Konsequenzen aus den wissenschaftlichen und volkswirtschaftlichen Erkenntnissen zu ziehen. An Hand einer Reihe von Lichtbildern schilderte Dr. Roßkopf noch den Fischfang, den Versand der Seefische, und machte schließlich auf die Unterschiede zwischen den einzelnen Fischsorten aufmerksam. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Herr Trendel- m a n n vom Fisch-Spezialhaus „Cuxhaven" sprach in kurzen Ausführungen gegen das ungerechtfertigte Vorurteil, das gegen den Fischgenuß im Sommer leider noch bestehe. Die Versandeinrichtungen seien heute von einer Vollkommenheit, die jedes Verderben der Fische ausschließe. Im weiteren Verlause des Abends erfreute Herr Kurt Richter mit einigen gesanglichen Darbietungen (am Klavier: Herr Einbrodt), brachte außerdem einige Gedichte zum Vortrag und wußte die Gäste durch allerlei humorvolle Plaudereien auf das Beste zu unterhalten. Unter der Leitung von Frau Oberstudiendirektor Kalbfleisch waren mittlerweile die Fische, die von den Fischhändlern zur Verfügung gestellt wurden, auf das sorgfältigste zubereitet worden. Gekocht, gebacken, gebraten und gegrillt gelangten die Fischgerichte in überaus appetitlicher Aufmachung als schmackhafte Kostproben zur Verteilung Eine große Anzahl freiwilliger Helferinnen hatten sich für die Arbeit zur Verfügung gestellt und trug so dazu bei, daß die Zubereitung und die Verteilung an die über 800 Personen im Saale ohne jede Stockung erfolgen konnte. Der restliche Abend war ausgefüllt durch gesangliche Darbietungen. Fräulein Roßkopf fang zwei Lieder, Herr Richter remitierte ein eigens für den Abend verfaßtes Gedicht, und beschloß die Darbietungen mit einem beliebten Schlagerlied, sowie einem kleinen sächsischen Volksliedchen Vornotncn. — Tageskalender für Samstag. Artillerieverein: 20.30 Uhr, „Hessischer Hof", Monats- versammlung. — Marineverein: Monatsversamm- lung. — Lichtsvielhaus. Bahnhofstraße: „Der Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspokus)". — Aftoria- Lichtsviele: „Das Geheimnis seiner Frau". — Tageskalender für Sonntag. Stadt- theater: „Meine Schwester und ich", 18.30 bis 21.30 Uhr. — Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei: 20.30 Uhr. öffentliche Versammlung im Saale des Cafs Leib, Redner Wilhelm Trefz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Kulturfilmveranstaltung, 11.15 Uhr. „Dr. Wilhelm Filchners China- und Tibeterpedition 1925/28", zu den üblichen Zeiten „Der Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspokus)". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis feiner Frau". — Palast-Lichtsviele: 11.15: Filmvorführung „Rheinische Braunkohle". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. 18.30 Uhr. als ^remdenvorstellunq und zum letztenmal zu gewöhnlichen Schauspielpreisen der E^'olg des dies- iäbrigen Winters, die Iazzoperette: „Meine Schwester und ich": Spielleitung Intendant Dr. Pralch: musikalische Leitung Kapellmeister ®uj£; Einstudierung der Tänze Ewald Bäulke. — Dienstag, 5. Mai, Gastspiel von Auguste Prasch- Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger San» destheaters, als Frau Gudula in der Erstaufführung des historischen Schauspiels „Haus Rothschild" von Hanns Saßmann; Spielleitung Inten- banf Dr. Prasch. Beginn 20 Ilhr. — Mittwoch, 6. Mai, 20 Ilfjr, die t.'hte Wiederholung von Arthur Schnitzlers Spiel „Im Spiel der Sommer- lüfte“. Spielleitung Walter Bäuerle. — Freitag, 8. Mgi, 20 Uhr, Wiederholung des historischen Schauspiels „Haus Rotschild" von Hanns Satz- mann unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch. Die Rolle der Frau Gudula spielt Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Gast. — Samstag. 9. Mai. 15.45 ilfjr, Schülervorstellung. Zur Ausführung gelangt Schillers romantische Tragödie „Die Iungsrau von Orleans" unter der Spielleitung von Intendant Dr. Prasch mit Beatrice Döring in der Hauptrolle. — Sonntag, 10. Mai, 18.30 ilhr, als Fremdenvorstellung Gastspiel von Frau Auguste Prasch-Grevenberg als Herzogin in Paillerons Lustspiel „Die Welt, in der man sich langweilt". Das Lustspiel gelangt zum letztenmal zur Aufführung. — Die Volkshochschule weist nochmals darauf hin, daß heute, 20 Uhr, im Singsaal des Realgymnasiums (Ludwigstraße) die Eröffnungsfeier des Sommerhalbjahres stattfindet. Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß morgen (Sonntag) der erste der angekündigten „Pflanzenkundlichen Ausflüge" unter der sachkundigen Leitung von Unb versitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt nach dem Hangc.stein führt, dessen reiche und seltene Flora von besonderem Interesse sein dürfte. (Siehe heutige Anzeige.) — Das Rheinische Braunkohlens yn- dikat veranstaltet am morgigen Sonntag, 11.15 Uhr, in den Palast-Lichtspielen eine Filmvorführung. Es wird der Film „Rheinische Braunkohle" gezeigt. Der Eintritt ist frei. (Siehe heutige Anzeige.) • •• Anla genkvn zer t findet morgen, Sonntag, 11 ilhr durch das Musckkorps des 1. Da- talllons 15. Inf.-Rgks. bei günstiger Witterung in der Südanlage statt. Die Musiksolge ist: 1. Ar- meemar ch II, 155 Marsch nach Motiven der Oper „Indra", C. Reumann; 2. Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz", C. M. v. Weber: 3. Melodien aus der Operette „The Geisha", S. Jones: 4. „Kaiserwalzer", Ioh. Strauß: 5. Armeemarsch II, 116 Marsch nach Motiven der Oper „Der Brauer von Preston", A. Adam. 6. Badenweiler Marsch. G. Fürst. ** Der Oberhessische Kun st verein macht darauf aufmerksam, daß von morgen ab in feinen Ausstellungsräumen im Turmhaus am Brand platz neben den Arbeiten des verstorbenen Malers Hans Otto Sch n le her auch die Arbeiten von Professor Paul Renner (München) ausgestellt sind. Reger Besuch ist zu empfehlen. ** Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr, bei freiem Eintritt geöffnet. Ritgen-Aquarelle find neu ausgestellt. Kinder haben nur in Begleitung von Erwachsene» Zutritt. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Preisen geöffnet. ** E ine Achtzigjährige. Unsere Mitbürgerin Frau Lina Emden, wohnhaft Reustadt 46, vollendet am 5. Mai ihr 80. Lebensjahr. Die Iubilarin erfreut sich noch guter körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Sie nimmt noch regen Anteil an allen Begebenheiten des öffentlichen Lebens und besorgt ihre hauswirt- schaftlichen Arbeiten noch selbst. •* Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag nächster Woche findet hier Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt statt; am Mittwoch folgt Schweinemarkt. ** E i n seltenes .Naturschauspiel bot sich, wie uns aus dem Leserkreise geschrieben wird, gestern früh dem Naturfreunde bar. Kurz nach 10 Uhr wurde unsere Stadt von einem aus südlicher Richtung kommenden Storchenzug von fünf Doaeln überflogen. Zunächst ziemlich tief fliegend, erreichten die Tiere die Schwarzlachgegend, von wo aus sie bann in rounberbar harmonischen Bewegungen, bi« mit ihren Kreisen unb Stürzen lebhaft an bie Exakt- beit eines Kunstfliegers erinnerten, immer höher in bie schimmernbe Bläue bes ersten Maimorgens stiegen, bis sie enblich als kleine Pünktchen am nördlichen Horizont bem Auge entschwanben. Oie IBetterlaae Ir.g»-1 .Nordo 75V- ADcrdti .oni nambo.to '7 O Pei wi Lj n ilen ( W ' - -------Vai, -nm ■ t^o0 jlaocnt Qwomcnios. o neuer, (jnart oedeext ® woikiq. • oeveeti *Weoti> W Sehnet «söreupein. e MtDel K 6twiUer.(§)Wind$tille.«<>^ SdW «unter Ost nasnoer soaiuowesi q sturmoxne» nordwesl Oie Piene fliegen mit dem Winae. Oie oeioen Stationen stenenden Za» ten geben die Temperatur an. Oie Linien ver6in«fl Orte mit gieicltc^ auf Meeresniveau umoerechnete» Luftdruck Wettervoraussage. Der Einfluß bes hohen Drucks der uns im Laufe des gestrigen Taaes heiteres Wetter brachte, ist durch den Druckfall von Westen her bereits wieder unterbrochen worden. Durch die Zufuhr der Warmluft an der Vorderseite des französischen Tiefs erreichten die heutigen Morgentemperaturen in fast ganz Deutschland Werte von 10 Grad und noch darüber. Dabei hat sich auch wieder eine Wolkenschicht gebildet. Durch die über dem Kontinent lagernde Warmluft bleibt zunächst das Wetter mtltr aber meist wolkig, und vereinzelt kommt es zu Niederschlägen. Bei der Ostwärtsverlagerung des Kerngebietes werden allerdings vom Ozean her wieder kühlere ßuftmaffen nach dem Festlande gelangen, was zu Gewitterstörungen mit nachfolgendem lern- peraturrückgang führen dürfte. Aussichten für Sonntag: Vorwiegend wolkig, vorerst noch warm später wieder kühler, vereinzelt auch Regenfälle, teils gewitterhaster Art. Aussichten für Montag: Kühleres, mehr wechselnd wolkiges Wetter, vereinzelt gewitterartige. Niederschläge. Lufttemperaturen am 1. Mai: mittags 14,1 Grad Celsius, abends 6,6 Grad; am 2. Mai: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum 4,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Mai: abends 13,2 Grad; am 2. Mai: morgens 7,4 Grad Celsius.— Sonnenscheindauer 10% Stunden. (Schluß des redaktionellen Teils.) Seereisen. Die Prospekte des Norddeutschen Lloyds kündigen für den Sommer dieses Jahres eine Reihe von Fahrten des modernen Motorschiffes „Rio Panuco" nach Portugal, Marokko und den Atlantischen Inseln sowie Finnlandfahrten des aus der Fruchtfahrt nach Ma- beira unb ben Kanarischen Inseln beliebten Dampfers „Arucas" an. 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Aus feiner Wanderfahrt läßt Novalis den ’ungen Heinrich von Ofterdingen einen alten, welterfahrenen Eremiten treffen. Er sitzt inferner Höhle und hört auf seine Reden. Manche Worte, manche Gedanken fielen wie belebender Frucht» staub in seinen Schoß und rückten ihn schnell aus dem engen Kreise seiner Jugend auf die Höhe der Welt “ Nachher findet Heinrich in der Hohle em Zauberbuch, in seinen Bildern erkennt er sich selbst und seine Umgebung wieder. 3m Weiterblättern sieht er „fein Ebenbild in verschiedenen Lagen", er erkennt voll Staunen seinen Lebensweg als Sänger und Dichter vorgezeichnet. Wie anders als in diesem symbolischen Märchenbilde des Novalis vollzieht sich heute vielfach die Berufswahl der Jugend. Dort entzündet sich in dem Gespräche mit dem Weisen und gütigen Menschen der schlummernde Funke zu einer hellen Flamme. Das zweite Selbst des Menschen, sein Beruf, beginnt aus seinem ersten Selbst sich los- zulösen. Wenig jungen Menschen wird heute dieses Glück zuteil, aus der Lebenserfahrung eines Erwachsenen unmittelbar für die Berufswahl die Kräfte der Entscheidung zu erhalten. Die täglich größer werdende Kluft zwischen Erwachsenen und jungen Menschen hindert mehr und mehr schon das Zusammentreffen. Wir Erwachsenen, von unseren Berufs- und Nebenberufspflichten über- Ioft et, kümmern uns viel zu wenig um die Gegenstände und Fragen der Erziehung. Wir überlassen es den Schulen, oder die Berufsfragen den Be- russämtern. Aus Leitfäden und Flugblättern, aus Bruchstücken überlasteter Sprechstunden entsteht aber nicht der zündende Funke, den Novalis schildert. So kommt Berufswahl immer mehr in die Hände des Zufalls. Welche Nachricht zufällig wie Strandgut an die Küste der Seele des jungen Menschen getrieben wird, die ergreift er und baut sich aus triefen Fragmenten langfam sein Lebensbild. Oder unechte Derufswahlsele- mente, wie Hoffnung auf gesellschaftliche Stellung, höheres Einkommen, leichtes und gesichertes Leben werden bestimmend oder hauptbestimmend. Unb schon taucht aus diesem Chaos der Derufs- wahlwirrsat das Lockbild der „3nfel der Seligen", das akademische Studium, auf, von der landläufigen Meinung irrtümlich als das Höchste und Beste heute noch immer hochgepriesen, durch diese Sirenenklänge allzuviele anziehend, die später als arbeitslose oder nur halbbefriedigte Intellektuelle sich vergebens sehnen nach einem praktischen, lebensnahen, tätigen Berufe, der ihrem Wesen mehr entsprochen hätte. Was ist zu tun? Berufswahl ist nicht eine Frage der Berechnung, nicht Mark und Pfennig des Einkommens entscheidend, sie ist ein tief geheimnisvoller Lebensvorgang, die Geburt des zweiten Selbst des Menschen, das durch seinen harmonischen Gleichklang mit dem ersten Selbst der Anlagen und Fähigkeiten, dem Leben Glück und Erfüllung bringt. Zarte Neigungen und jugendliche Sonderheiten weisen die Wegrichtung, Möglichkei-ten praktischen Handelns, echte Lebenserfahrung aus dem Tun, und sei es im Kindesalter, befruchten diesen Trieb und lassen ihn wachsen. Mancher Ansatz erweist sich als leere Frucht, anderes entwickelt sich zu starkem, vollem Lebenstrieb. Hier muß der Kontakt mit einem 2e- rufserfahrenen einsetzen, der dem Jugendlichen aus eigener Lebenserfahrung bei der Klärung hilft. Das Studium ist nur eine dieser vielen Möglichkeiten und dazu eine heute viel und verhängnisvoll überschätzte. Eigentlich sollte es kein junger Mensch ergreifen, der nicht längere Zeit sich mit Erfolg in irgendeinem praktischen Berufe ausgebildet und dabei seine Tatkraft und Handlungsfähigkeit geschult hat. Einfache Handarbeit in Industrie, Landwirtschaft, Gartenbau, handwerkliche oder hausfrauliche Ausbildung, Tätigkeit im Angestelltendienst, sollte Japanische Gpeisenkarte. Von Tlagamasa Kamel. In Rom, in Paris und Neuhork kennt jedermann die Keinen Stuben, in denen die besten japanischen Kochkünstler heimatliche Gerichte zu- bereiten. In Deutschland finden sich die ostasiatischen Restaurants spärlicher an. Einmal weil hierzulande die Erkenntnis des Wertes der fettarmen, fleischarmen, sehnenbildenden Speisen sich noch nicht durchgeseht hat: dann aber auch, weil die Führung durch die Wirrsgle der Speisenkarte fehlt, die zumeist nur japanisch abgefaßt ist. Man soll nicht zittern, wenn man in einem der winzigen Speisehäuser (in Berlin gibt es vier, in Hamburg und Bremen je eines) die unlesbaren Ehverzeichnisse zu Gesicht bekommt. Wir wollen bei der Wahl behilflich fein. Das Rüstzeug zum Essen ist ein poliertes Holztablett und zwei Holzstäbchen — statt Messer und Gabel —, die man zuerst auseinanderbrechen muß: (bas ist die Garantie, daß niemand zuvor mit ihnen gegessen hat). Ein kleiner Span löst sich von selbst: der Zahnstocher. Ein zierlicher Porzellannapf dient für den Reis, der in einem recht großen Lackkasten serviert wird. Suppen gibt es mancherlei, aber nie so reichlich wie bei uns. Da man in Japan keine bestimmte Reihenfolge kennt, so ist es einerlei, ob man die Mahlzeit mit einer Suhemono-Suppe beginnt. Das ist eine klare Brühe mit Pilzen, Fischkuchen, Spinatblättchen und einem finger- nagelgroßen Stück Zitronenschale von ungemein kunstgewerblichem Aussehen. Mit dem Stäbchen holt man die festen Bestandteile der Brühe heraus, dann seht man die Schale an und trinkt, Shabanmushi ist eine zähflüssige Ererstichsuppe mit Nudeleinlage. Misoshiru nennt man eine süß-saure Suppe aus der Sojabohne, die zumeist als Abschluß gegessen wird. Bosenabe, guinabe, botanabe sind Pfannengerichte (nabe = Pfanne). Unter Sukiaki versteht man die am Tisch zubereitete Speise: Ein Pfännchen wird zum Tisch gebracht. Ein Tablett enthält rohes Schweinefleisch. Nudeln, Zwiebeln, Kraut, Zucker, Wasser und Soße der Sojabohne, die man Shoyu-Soße nennt. Nun läßt man das Ganze, gut gemischt, pruzzeln und braten, bis alles eine goldgelbbraun-tizianrote Färbung angenommen hat. zunächst jeden jungen Menschen aufnehmen. Diele würde dieses Tun zum endgültigen praktischen Beruf leiten. Nur für die ausnahmsweise und fast einseitig wissenschaftlich Begabten, sollte es die Dorstufe zum Studium sein und zugleich eine wichtige Dorbereitungszeil für jedes Studium. Die jungen Menschen, die heute aus den Hunderttausenden eines Geburtenjahrganges jährlich zum Studium berufen sind, sollten aus - gewählt fein nicht nach dem Dermögens- oder Gefellschaftsstand der Eltern, sondern aus allen Douslchichten nur nach der ausnahmsweisen menschlichen und wissenschaftlichen Befähigung. Dies klingt heute noch utopisch, aber jedes große Ideal hat als Utopie das Licht der Welt erblickt. In einem solchen Zustand würde erst das Studium die richtige Berufsvorbereitung werden. Die Menschen wurden von den Hochschulen verschwinden, die wie Blinde sich mechanisch an der Hand der Manuskripte durch die Engpässe des Studiums gängeln lassen, bis ein gut gedrilltes Gedächtnis ihnen das Examen, den Berechtigungsschein, und damit die erhoffte Anwartschaft auf eine Lebens st ellung verschafft. Die Zahl derer aber würde wachsen, die durch das Studium befähigt würden, alle Dinge, die sie angreifen, besser und menschlicher zu gestalten. Das enn? Berufsstudium würde ersetzt werden durch eine höhere Weisheit, die mit dem alten Bergsteigersatze weiß: der Weg i st das Ziel. Wer einen Weg richtig zu finden (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Barcelona, Ende April 1931. Die Republik besteht noch keine acht Tage, und doch scheint sie schon — rem äußerlich gesehen — eine längst oestehende, eine gewohnte Tatsache zu sein. Das Leben geht seinen gebräuchlichen Gang. Nichts hat sich offenbar verändert. Die Verkehrspolizisten regeln mit immer gleicher Grqndezz^ den flutenden Verkehr auf den „Rarnblas". „R a rn b l a", das ist die katalonische Bezeichnung für Allee oder Straße, und um das Recht Barcelonas, als der Hauptstadt Kataloniens, ihren Weg diese landeseigene Bezeichnung statt des spanischen „calle“ zu geben, sind ehemals, noch ehe man auf die Eigenstaatlichkeit zu hoffen wagte, schwere .Kämpfe aus- gefochten worden. Von diesen Kämpfen merkt man, wenn man durch die Straßen streift, ebenso wenig wie von den Kämpfen der jüngsten Vergangenheit oder gar von den terroristischen Anschlägen der „Syndikalisten" und „Anarchisten". Die Republik feiert den ersten Sonntag ihres Bestehens, und es ist fast so, als sei auch für die Revolution Sonntagsruhe anbefohlen. In den Vorstädten sieht man die weißgekleideten Kinder mit den Kränzlein in schwarzem, braunem, aber auch blondem Haar zur Kommunion gehen. Ganze Familien, Vater, Mutter, Sohn, Tochter und Braut sind nicht anders wie Berliner Familien am Sonntag auch ausgezogen, um in der Natur, am Meeresstrand, Erholung zu suchen. Das Volk flaniert durch die Stadt und in Equipagen — Equipagen mit Pferden! — zeigt die Frauenwelt der oberen Zehntausend die neuesten Sommermoden aus Paris. Sieht man dies friedliche Bild, so fragt man sich, ob wirklich eine Revolution stattgefunden hat, ob wirklich eine neue historische Tatsache geschaffen wurde. Der vorherrschende Eindruck ist der, daß die Spanier das selbst noch nicht so ganz genau wissen, und die Katalonier, auch die Katalonier hier am Herd der Aufstandsbewegung, trauen noch nicht unbedingt dem so plötzlich errungenen Erfolg einer seit Jahrhunderten wachgehaltenen und immer wieder jäh aufflackernden separatistischen Bewegung. Die Häuser sind zu zählen, die an ihren Balkonen stolz die lange verbotene katalonische Fahne — vier rote ßängsftreifen in gelbem Feld — zeigen. Mindestens ebenso oft — und doch in der Gesamtheit wenig genug als demonstrativer Ausdruck eines Volkswillens — sieht man d i e neuen republikanischen Farben, das alte spanische Rot- Safhimi ist in Scheiben geschnittener roher Fisch, der mit Shoyu-Tunke gegessen wird. Dies Gericht wird auch dem Europäer zusagen, wenn er nur einmal die Scheu überwindet und mutig zugreift. Ohako ist Huhn mit Reis. Imobo ist eine Speise im vorigen Jahre mit 70 000 Mark eingestellt war, sind diesmal einschl. der Unterhaltung der Lampen 80 000 Mark vorgesehen. Die Erhöhung um 10 000 Mark gegenüber dem Vorjahre erscheint gerechtfertigt, ttxrnn man bedenkt, daß gerade in der letzten Zeit wieder auf dem Gebiete der Straßenbeleuchtung mancherlei Verbesserungen vorgenommen wurden, und wenn man sich ferner vor Augen hält, daß der erhebliche Abstrich von 1929 auf 1930 nur mit mancherlei Rachteilen in der Beleuchtung unseres Straßennetzes möglich zu machen war. Erfreulicherweise bleibt aber auch der neue Ansatz noch um 10 000 Mark hinter der Aufwendung von 1929 zurück. Für die Unterhaltung der Denkmäler sollen tm neuen Haushaltsjahre 700 Mark weniger als im Vorjahre, nämlich nur 1200 Mark gegen 1900 Mark im Jahre 1930, ausgegeben werden. Hoffentlich geschieht diese Ersparnis nicht zum allzu starken Rachteil für die Pflege unserer Denkmäler. Einen sehr empfindlichen Abstrich hat man auch bei der Unterhaltung der öffentlichen An- vorauszusehen bet dieser etoig’n Aufregung — da hat mein Bruder Zeter und Mordio g'schlag'n unb seine Frau verdächtigt. Aus den Tod is da- mckls g'wes'n, deine Mutter! Da bin ich aber dreing'fahr'n. Wann ich mich auch nie in sonst was g'mischt hab, da hab ich nimmer still sein können. Mein Bruder hat's dann auch eing’seh'n und Abbitt g'leistet. Aber weck eine Liab auf, wann's einmal tot is. Verschüchtert , is deine Mutter von der Zeit an immer g'wes'n. Soviel hat's mich erbarmt. Und hat doch immer lustig sein müss'n und in G'sellschast gehn und tanz'n und eine glückliche Frau spiel'n. Und wär so gern bei ihrem Kind geblieb'n. Das ßeb’n ist halt einmal so. Einen Kratzer hängt's jedem an, bloß daß dem einen nut die Haut ritzt und dem andern bis ins Herz hineinstöht!" „Von alledem habe ich nichts gewußt. Und jetzt begreife ich auch, warum Mama so scheu ist, wenn sie mit Lutz spricht. Aber Tante" — der gesunde Egoismus iprer achtzehn Jahre brach sich bereits wieder Bahn — „ich sehe nicht ein, warum auch ich noch dafür büßen soll." „Da hast recht, Kind! Das ist verrückt. 3a..." Sie wollte sagen: Da ist Lutz dahinter. Aber daS konnte unter Umständen äußerst gefährlich fein. Es war nicht gut, den einen Teil gegen den anderen aufzureizen, wo es sich um Stiefgeschwister handelte, deren Vermögen überdies zu gleichen Hälften im Geschäft steckte. Es wäre möglich, daß man eine Katastrophe heraufbeschwor, deren Ausgang nicht abzusehen war. Man mußte die Klippe schon umgehen und Lutz aus dem Spiele lassen. Vielleicht gab sich Gelegenheit, daß man einmal unter vier Augen mit ihm sprach. Dann wollte sie aber mit ihrer Meinung nicht zurückhalten. Vorläufig blieb als einziges, daß man Eve vertröstete und seine Vermittlung in Aussicht stellte. Und das tat Ulla denn auch, und während sie den blonden Kopf zärtlich an ihre Brust nahm, sagte sie vertrauensvoll: „Wirst sehen, Kind, das wird noch alles recht! Das Liebespaar möcht ich wissen, bei dem das Hochzeitmachen ganz glatt geht. Da kommen noch ganz andere Sachen vor. Da ist deine Sorge noch g*ar nix. Und wann zwei noch so einig sind und wann die ganze Verwandtschaft 3a und Amen sagt, dann gibt's dafür hundert andere, die sich freu'n, wann sie einen Keil dazwischen treiben können. 3s ja eh gar net wert, das bffferl ßeb’n, daß man sich so hinunter- wurstlt. Und die Lieb erst! Kinder!, was die alles anrichtet! Und Was kriegst dafür? Rix!" Sie sah die erschrockenen Augen der Richte und strich lächelnd über deren Lider hin: „3ch sag nix mehr, Everl! Wär ja doch umsonst! Es glaubt’8 ja keiner! Mit zwanzig nicht! Mit dreißig noch weniger, beim oa is ma womöglich noch viel dümmer. Und wann man vierzig is — toart’n tut man doch und wann du einen fragst, der ein halbes Jahrhundert auf dem Buckl tragt oder lagen gemacht, wo die Aufwendungen für die Anlagenpflege von 35 200 Mark auf 30 200 Mark herabgesetzt wurden. Wer nicht verkeimt, daß in unseren Anlagen sehr vieles zu verbessern ist und daß unsere Grünflächen um die Strecke von Oswaldsgarlen her über die Westanlage verlängert worden sind, wird Zweifel hegen müssen, daß es wirklich möglich sein wird, nach dieser erheblichen Kürzung um 5000 Mark den dringendsten Erfordernissen einer guten Anlagepflege gerecht zu werden. Wenn diese Ersparnis wirklich sdurchgeseht werden soll, wird man erwarten müssen, daß sie in ihren Auswirkungen wenigstens nicht allzu sichtbar in Erscheinung tritt, sondern vor allem möglichst im Betriebe des Pflanz- g artend, ungesehen von der Oesfentlichkeit, angewandt wird. Bei dem Betrieb der Kanäle fällt zunächst eine Ermäßigung der Ausgaben für die Kläranlage von 27 500 Mk. auf 20 000 Mk. auf. Ein weiterer starker Abstrich ist an der Rücklage für den Crneuerungsstock der Kanäle vorgenommen worden: hierfür sind im neuen Haushaltsplan 20 000 Mk., gegen 54 000 Mk. im Vorjahre, vorgesehen. Diese Minderung um 34'000 Mk. ließ sich ermöglichen angesichts der Tatsache, daß die Erneuerungsrücklage für Kanäle bis Ende des Rechnungsjahres 1930 die Höhe von rund 383 000 Mark erreicht hat und bei diesem Stande zunächst etwas langsamer als bisher aufgefüllt werden soll. 3m Hinblick auf diese Höhe der Rücklagen wurde bekanntlich auch die Ermäßigung 6« Kanalgebühren vorgenommen, die sich auf eine Minderung um 3 Prozent pro 100 Mk. Steuerwert zugunsten des Hausbesitzes auswirkt und im neuen Haushaltsplan mit einem Ertrag von 133 000 Mk. gegen 166 000 Mk. im Vorjahre einen sehr beachtenswerten Abklang barstellt. Als neue Ausgabe bei diesem Betriebsabschnitt tzst ein Betrag von 40 000 Mk. zu vermerken, der die achtprozentige Verzinsung von dem für Kanalbauten seit Stabilisierung der Währung neu investierten Kapital in Höhe von rund 500 000 Mk. für das Rechnungsjahr 1931 darstellt. Diesen 40 000 Mk. stehen auf der Einnahmeseite 30 600 Mk. als achtprozentige Zinsen von der Erneuerungsrücklage in Höhe von 383 000 Mark gegenüber. Bei den Gemarkungs-, Flur- und Gewann- grenzen tritt eine Minderung der Kosten für die Wiederherstellung von trigonometrischen und geometrischen Punkten um 500 Mk., nämlich statt 1000 Mk. nur 500 Mk. in Zukunft, in Erscheinung, daneben ist noch eine Ermäßigung der Tagegelder für die Feldgeschworenen von 1000 Mark auf 700 Mk. zu vermerken. Bei den Beittägen zu den sozialen Versicherungen tritt die Minderung der Beitragssätze zu der Unfall- und zu den Krankenkassenversicherungen durch Abschläge von inZAsamt 8500 Mark zutage. Rundfunkprogramm. Sonnlag, 3. Mai. 7 Uhr: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Seminarkirche Mainz: Katholische Morgenfeier. 10.20: Stunde des Chorgesangs. 11: Aus dem unveröffentlichten 111. Band der „Kulturgeschichte" von Egon Friedell. 11.30: Von Leipzig: Reichssendung: Kantate zum Sonntag Kantate. 12: Schallplattenkonzert: Szenen aus dem 1. und 11. Aufzug: Tristan und Isolde. 14: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend: Der Talisman. Märchenoper für Kinder in zwei Akten. 16: Konzert. 18: Frauen-Friedenskirche: Frauenkundge- bung für den Friedensgedanken. 19.15 (Karls- ruh-): Blasmusik. 20.30: Kleine Stücke für Klavier und Violine. 21.15 (Karlsruhe): „Der Mann, den sein Gewissen trieb.“ Ein Schauspiel. 28' Tanzmusik. Montag, 4. Mai. 7.15 bis 8.15 Uhr: Bad Ems: Frühkonzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.50: Ein rheinischer Weberjunge erzählt. 16.30: Konzert. 18.15: „Die internationale Hochschule in Davos". Dorttag von Dr. Georg Schmitt. 18.45: „Die Stellung der Frau im bürgerlichen Recht", Gespräch zwischen Rechtsanwältin Dr. Hegemann- Springer und Katharina von Kardorff. 19.15: Englischer Sprachunterricht. 19.45: Vorttags- stunde von Ricarda Huch. 20.15 bis 21.45: Der unbekannte Mozart. 21.45: Auf der Kommandobrücke. Reportage. 22: Von Berlin: Zeitbericht. Wie schafft man Arbeit? 23 bis 24: Tanzmusik. Dienstag, 5. Mai. 7.15 bis 8.15: Bad Ems: Frühkonzert des Kur- vrchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauennachmittag. 16.30: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.15: „Psychologie des Witzes". Vortrag von Dr. Fink. 18.45: „Deutsche Arbeit auf den Kanarischen Inseln", Vortrag von Elise von Hopssgatten, Berttn. 19.45: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.30: „Mieter Schulze gegen Alle." Hörspiel von Auditor. 22.20 bis 23.30: Tanzmusik. Mittwoch, 6. MÄ. 7.15 bis 8.15 Uhr: Bad Bertrich: Fruhkonzett des Kurorchesters. 10.20 bis 10.50: Schulfunk — „Robinson, ein Freund der Kinder", von Fried Stern 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Konzert für die Jugend. 18.15: „Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und deren Behebung", Vortrag von Ludwig Meyer, Mainz. 18.45: Esperantounterricht von Dr. Vogt. 19.45: Volksliederduette aus Europa, gesungen vom Leipziger Kammerduett. 20: Komödie des Willens. Vier Bilder von Alice Fliege!. 21.15: Alte Tanzmusik. 22.15 bis 23: Stunde der Kammermusik. Donnerstag, 7. Mal. 7.15 bis 8.15 Uhr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Kurorchesters. 9 bis 9.30: Schulfunk — 3n der Reichskanzlei. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Stunde der Jugend. 16.30: Freiburg: Rach- mittagskonZert des Freiburger Konzertorchesters. 17.40: Sechs Schubert-Lieder. 18.15: Zeitfragen. 18.45: „Georg Forster", Dorttag von Privatdozent Dr. Kurt Rheindorf, Frankfurt a. M. 19.45: Heitere Schallplatten. 20.15: Kammeropem: Der befreite Theseus. 21.45: Medi-Zynisches. Eine heitere Programmfolge von Erna Feld. 23 bis 24: Tanzmusik. Freitag, 8. Mai. 7.15 bis 8.15 Uhr: Bad Reuenahr: Frühkonzert des Kurorchesters. 11.50: Schallplattenkonzert. 15.20: Pädagogischer Rundfunk: Die Landschafts-- schule im Kreise Saarburg, von Schulrat Kroh- mann, (Saarburg. 16.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Stunde des Buches: „Alter und neue Photographien". 18.30: Eine Viertelstunde Deutsch. 18.45: „Die Wahrheit über die Bluttransfusion." 19.15: Karlsruhe: Reue Tanzmusik. 20: „Das Theater und die junge Generation", 11. Vortrag von Bernhard Blume. 20.30: Karlsruhe: Zitherkonzert. 21: Festsaal der Liederhalle Stuttgart Konzert des Philharmonischen Orchesters. 22.20: Kompositionsstunde: Egon Kornauth, Wien. 22.50 bis 24: Cafe Wilhelms- bau: Unterhaltungsmusik der Kapelle ©lernens Spindler. 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi? 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. zehn Jahre mehr, er sagt ja, wann die Lieb anklopft! Ich hab's ja auch erfahr'n!" Die fragenden Augen des jungen Mädchens erhielten keine Antwott, denn ein amerikanischer Kunsthändler, der sich durch Uschi absolut nicht hatte abweisen lassen, drang ins Atelier und begrüßte die Professorin mit polternder Stimme. Eve empfahl sich mit einer Hast, die Ulla ein Lächeln abnötigte. Sie begleitete die Richte bis an die Türe des Korridors und küßte sie noch einmal auf die Wange. „Also Mut, Kinderl, ja? — Ich Helf dir schon! Und deinen Viktor schickst du mir. Es ist doch besser, ihr trefft euch bei mir heroben, als wo anders." „Tante, wie gut du bist!" Ulla« Hänktz wurden mit Küssen betecEt. Ein Zuwinken noch, dann verhallten Evelins Schritte die Treppe hinab. Sie hatten einen Klang, als hüpfe Freude und Hoffen mit ihnen in den sonnigen Vormittag. Als Lutz (Setterholm die Treppe des ©ranb- Hotels in Hamburg herab kam, sah er „Sie" stehen. Sie trug ein Kleid aus lichtgrünem Crepe de Chine mit Aermeln, die in zitronenfarbenen Chiffon leuchteten. Vom Gesicht erblickte er nur das Profil. Aber das genügte. Dem Dronzetone nach war sie eine Javanerin. Aber als sie sich dann herumwandte, stand er verblüfft. Sie bemerkte es, ohne irgendwelche Rotiz davon zu nehmen. Weder lächelte sie, noch zeigte sich Unwillen auf ihren Zügen. Sie schien beriet gewohnt zu fein. Der Direktor, mit dem sie sprach, hörte ihr aufmerksam zu. Obwohl sie englisch auf ihn einredete, verstand Lux jedes Wort. „Ich möchte ein anderes Appartement haben. Es ist mir zu laut. Ich kann nicht schlafen, wenn ich Lärm von der Sttaße her habe. Zudem ist nachts immer die Störung mit dem Wasserhahn. Er tropft“ „Roch immer, Gnädigste?" „Roch immer, ja!" Sie stampfte leicht mit dem brokatbeschuhdsn Fuße auf. Der Direktor wagte eine Entgegnung auszusprechen. „Das kann aber unmöglich bis in das Schlafzimmer der Gnädigsten zu hören sein." „Doch, es ist zu Horen!" Roch einmal stampfte die dünne Sohle des fabelhaft flehten Schuhes auf den Teppich. Lutz sah deutlich das ungeduldige Schillern in den meergrünen Augen. „Es tropft! Basta! Und ich höre es! Und noch einmal basta!" war deutlich in dem schönen Gesicht zu lefen. Hinter sich hörte er einen Schritt und trat einige Zentimeter zur Seite, um den Herrn vor- überzulassen, der eben die Treppe passierte. Diese Serie Mann konnte nur zu dieser Gattung Frau gehören. Auf beiden Gesichtern lag dieser feine Dronzetvn, der wie Patina wirkte. In der Tat trat er zu der fremden Schönheit und redete in einer Sprache zu ihr, die Lutz (Setterholm nicht verstand. Sie rief etwas, das wie ein Ausdruck großer Freude klang, reichte dem Direktor mit einem versöhnenden Lächeln die Fingerspitzen und schlüpfte in den Lift, dessen Türe der grüngekleidete Boy zurückhielt. Lutz sprang die Treppe hinaus, sah den Fahrstuhl vorüberschweben, hetzte in die zweite Etage und mußte die niederschmetternde Tatsache konstatieren, daß der Fahrstuhl soeben wieder abwärts glitt. Als er dort ankam, rollte der Boy die Gitter wieder vor die leere Kabine, um nach dem Souterrain, zu entschweben. Fatal! Sie hatte also gemerkt, daß er auSkund- schaften wollte, welches Appartement sie bewohnte. Verärgert ging er nach feinen Zimmern und warf sich auf den Diwan. Jagd auf Frauen zu machen, war sonst nicht feine Art. Aber um diese eine lohnte es sich wohl. Allerdings verspürte er eigentlich mehr Reagier als sonst ein Gefühl für die schöne Fremde. Trotzdem hätte er gerne gewußt, in welchem Verhältnis die beiden Bronzegesichter zueinander standen. Vater und Tochter? Kaum. Er hatte zu devot zu ihr gesprochen. Onkel und Richte schon eher! Mann und Frau? Ausgeschlossen! Es fraß sich etwas wie Eifersucht in sein Herz. Und wie sie ihn angesehen hatte! Rühr mich nicht an, du! Deinesgleichen sind mir schon dutzendweise über den Weg gelaufen. So, genau so war der Ausdruck ihres Gesichtes gewesen. Dicht nebenan hörte er nun eine Stimme. Es mochte wohl nur ber große Schrank vor einer Verbindungstüre stehen. Dann klopfte jemanb gegen ein Rohr. Der Dialekt eines Arbeiters klang auf. „Ru tropp er nimmer!" Sein, daß die Wände so dünn waren. Wasser ergoß sich, von oben in eine Wanne und zischelte, als ob es ein Platzregen wäre. Lutz lachte, bog das Ohr gegen die Tapete und lauschte wieder. Es ttopfte nicht mehr. Demnach war also das da drüben das Badezimmer. das zu ihrem Appartement gehörte. Roch enynal hämmerte jemand, dann war Ruhe. Aber die Stimme des Herrn, die er auch in der Halle vernommen hatte, klang nun auf: „Immer hat es tik — tik — tik gemacht. Es war sehr störend!" Eine Tür schnappte leise ein. Dann nichts mehr. Zufrieden, als ob es sich um den gelungene« Abschluß eines Engros-Einkaufes handle, streckte sich Lutz aus und setzte eine Zigarette in Brand. Evelins Bild tauchte zwischen den Wolken des blauen Rauches auf und zitterte darin, als ob es von Tränen überrieselt wäre. Er hatte eigentlich noch gestern telephonieren und die Mutter fragen wollen, wie sie die Abweisung des Grafen ausgenommen hatte. (Fortsetzung folgt) y X(L ? QU8iDiriftUet* Wfo ßru1' W KZ lg bet Kl für l.:K L'^L ^^igunglt lenen von 1000 Nicht, .■flge tirött*, von Fried 15^0: C W. 18.15: :eit uni> deren l5e- Meyer, Mainz. 1 Dr «gt. 19.45: 5 Äsungen t>om wmoDie des M. W 21.15: Alte M der Kammer- mal ntnch. FrWvnzert Wunt - In Schall-Iattenknzert. 30: Freiburg: Lach. *x Konzertorchesters. ■ 18.15: Zeitsragen, trag von Privatdv- ankfurt a. M. 19.45: Kammeropern: Der M-Zynisches. Sine Erna Feld. 2Z bis al enahr: Frühkonzert Schallplattenkonzert. k: Dir Landschasts- . vn Schulrat Krvh- mterhaltungstvnzrrt Llmde des Luches: phlen". 18.30: Eine .Die Wahrheit über : Karlsruhe: Leue ■ und die junge ®t» Jemhard Älumc. rt. 21: Festsaal der t des Mharmvni' vlitivMmde: Egon 24: Lase Wilhelms- « Kapelle Amens chtkvnzert. rÜeiflffünT- i|j n llhr Smntiag zu ihr, die M Sie ries etwas, das «Md- «-»«-* xKÄiS Ä* , tn die zweite W «w-d-r-LT "Ni*1””* ,-temcnt siebewoM Sn Zimm-» * im Bat fortI ,c die I^^Tcßct. *«LWSS 6r hatte zl- ? Kaum. 0^’7 schon E'"' in fem H^hr M ftÄSS jalekt?es linlnier! Hasser . Dadc- drüben W rn “"L-f<$( f,6I0Är Es war W Sä»* Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1930: 24000 Badegäste A I 9 CT | W D j^F Olr Haupt-Niederlage in Gießen: unuuno^L dßtencnouctiB »Knabeninstitut Lucius — Forsthaus bei Echzell,Oberhessen Unterricht u. Erzieh. Sexta/Untersek. 0. Realsch. u. Realgym. Gründl. Unterricht in kl. Klassen. Behebung v. 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' Z-," • Das Franz.Jnnerhofer-Denkmal in Innsbruck, das kürzlich zum Gedächtnis dieses Südtiroler Helden eingeweiht wurde, der vor zehn Jahren von den italienischen Faschisten in Bozen erschossen wurde. Oer schöne Odenwald. 3m Iieich des ersten Frühlings. Von 3- Sltting-TÄefner. Nirgends wie in deutschen Waldgebirgen treiben Sage und Märchen in hundertfach wechselnder Gestalt ihr Spiel. Im rauhen Geschröff der schlesischen Gebirgswelt haust der ungebärdige Geist Rübezahl. In geheimnisvollen Höhlentiefen des Harzes wimmelt es von GnomenvolL- Verblassende Räuberromantik weht noch heut um die eichendunklen Jagdgründe des Spessart — und wem tauchte nicht beim Klang des Wortes „Odenwald" eine ganze Kette farbenglühender Bilder auf: aus dem Nibelungenlied und der Sieg- friedssage? Dieses anmutig grüne Reich des Odenwaldes, der den blühenden Garten Deutschlands, die Berg- strahe, säumt, hat die deutsche Heldensage vom lichten Siegfried und dem finsteren Hagen geboren. Schwarze Keile von Tannenwald stohen scharf hinein in den von Sonne überspielten Hellen' Buchenwald — die Natur hat hier der menschlichen Phantasie den Stoff von Siegfrieds tragischem Tod geliefert. An einer einzigen, vom lauten Vertehrsstrom kaum berührten Stelle findet man in der Idylle des Waldes das zyklopische Granitmeer des Felsberges. Wo liegt der Felsberg des Odenwaldes? Aus dem alten Römerstädtchen Bensheim an der Bergstraße zieht ein schmales, üppig umgrüntes Tütchen bergwärts, das Schönbergertal, eins der lieblichsten im Walde. Dors reiht sich an Dors, Garten an Garten. Der Helle Aalbach, die Lauter. plätchsert im blumenbunten ®n*nt>: rechts und links winken Buchenwälder mit lichtgrünen Fahnen. Schloß Schönberg reckt hohe Staffelgiebel und einen mittelalterlichen Rundturm stattlich empor: es ist eine kleine, eng umfriedete, entzückende Welt. Beim Dorfe Reichenbach, das auch die Kraftpost von Bensheim aus in einer guten halben Stunde erreicht, schwenkt der Weg von der Talstraße querfeldein und hebt sich langsam dem waldigen Rücken des Felsberges entgegen, der die Schönberger Talschaft vom Balkhäuser- und Stettbacher Tal, der Umgebung Jugenheims, trennt. Schon am Feldfaum grüßt uns der „klingende Berg" mit Hämmern und Pochen, Rufen und Schnarren: die Industrie von heute ist fleißig am Werk und bearbeitet in 13 Steinbrüchen das kostbare Granitmaterial des Berges. Dies ist sozusagen der moderne Auftakt zum Wunder dieser buchengrünen Waldhöhe, zum „Felsen m e e r ", unterhalb des Gipfels. Wer in den Alpen wanderte, kennt die Moränen, breite Geröllströme, die von den Bergen niederbrechen. Hier schuf die Natur ganz anderes, 'um eine ähnliche Wirkung zu erzielen. Ein ungeheurer, zusammenhängender Panzer von sog. Hornblende-Granit deckte vor Jahrtausenden die Süd- und Ostflanken des Berges und wurde ganz allmählich durch die Zerstörungskräfte von Wasser, Luft und Pflanze zermürbt, durch Fortschwemmen sandiger Massen freigelegt, zur heutigen, oft grotesken Form geschliffen. So bäumen sich uns chaotisch getürmte, einzeln ragende oder phantastisch zusammenhvckende Granitblöcke entgegen — ein Spielplatz der Giganten — wie die Volksphantasie dichtet. „Trümmerstätte einer urzeitlichen Fabelstadt" — auf alle Fälle aber der heitzum- strittene Tummelplatz vieler Gelehrten, vom römischen Chronisten bis zum modernen Historiker. Wobei man die Beobachtung macht, dah es der antike Forscher erheblich leichter hatte als den moderne, denn jener hatte nur die geologische Merkwürdigkeit des Felsberges staunender Mitwelt zu demonstrieren, während allen späteren die Aufgabe wurde, die hier in Waldeinsamkeit ruhenden Denkmale antiker Steintechnik neu zu entdecken und zu durchforschen. Vieles Vollendete ist zweifellos fortgeschafft, vieles von unwissenden Händen in späterer Zeit zerstört worden: immerhin findet man heut noch weit über hundert in alten moglia/cn Abstufungen und hoch entwickelter Technik bearbeitete Stücke, die nunmehr unter Denkmalsschutz stehen und durch Nummernbezeichnung leicht auffindbar sind. Cs ist nicht nur für den Fachmann von Interesse, sich an den besonders gut bearbeiteten Blöcken über die kunstvolle Steintcchnik der Römer zu unterrichten. Im Brunnenhäuschcn am Felsenmeer ruht der „Clou" dieses natürlichen Muleums >ie prachtvolle „Riefcnsäule", ein Monstrum von 9,39 Meter Länge und 4,12 Meter Umfang, um uic sich bereits ein Kranz von Sagen schlingt. In früher Zeit heidnisches Grcnznial, später in einer (jetzt nicht sichtbaren, da am Boden aufliegenden) Rische den hl. Bonifaz schützend und so eine altchristliche Kultstätte des Berges bezeichnend, ist sie heute Schaustück für Felsbergwanderer, ebenso wie der kolossale „A l t a r st e i n" , das „Kriegsschiff", der „Riesensarg" und andere unvollendete Arbeiten antiker Steinmetzen, die sicher nicht ahnten, dah ihr mühseliges Werk einstmals Kuriosum werden würde. Alt und doch kinderiung an diesen Felsvete- ranen gemessen, rauschen über den toten Stein- gefilden die Buchen des Ouenwatoes in lebensvoller Schönheit und Kraft. Froh des eigenen, frischen Wanderdaseins, steigt man völlig zu Berg und gönnt den vom antiken Gebuckel dieses absonderlichen Hessenwinkels etwas strapazierten Kraxelbeinen ausgiebige Rast aus dem sonnenheiteren Gipfel (515 Meter), der in alle vier Winde schaut. Bis man schließlich auf sanften Pfaden in die reizenden Gründe des Balkhäuser- tales absteigt und bald von Jugenheims duftenden Gärten empfangen wird. Reisewinke. Bad Setters (Oberhessen) Selters, das jüngste Bad der an Naturschönhelten reichen Provinz Oberhessen, erfreute sich auch im vergangenen Jahre einer weiter steigenden Frequenz. Inmitten eines Wiesentals gelegen, umgeben von ausgedehnten, gepflegten Birken- und Larchen- wäldern, die gerade im Frühjahr |fjre besonderen Reize spenden, wird Bad Selters im Frühling und Vorsommer für einen Kuraufenthalt vorzugsweise aufgesucht. In der diesjährigen Kurzeit werden wiederum die allgemein beliebten Mittelstandskuren zu zeitgemäßen Preisen geboten. Bad Selters dürfte weiterhin vielen Leber- und Gallenleidenden sowie Rheumatikern und Gichtkranken Gesundheit und Lebenskraft bringen. Wanderfahrten. Gießen — Kinzenbach — Schwalbenbachlal — Bieber. Wir gehen die Rodheimer Straße entlang bis zum Abzweig schwarzes Dreieck, das uns an der Heuchelheimer Mühle vorüber nach Kinzenbach bringt. Von da benutzen wir die Straße nach Atzdach und treffen am Bahnübergang auf den Schwalbenbach, dem wir jetzt aufwärts folgen. Kurz hinter der Schwalbenmühle stoßen wir wieder auf unser altes Zeichen, das uns durch ein liebliches Waldtälchen führt. Unterhalb Bubenrod verlassen wir das seitherige Zeichen und folgen jetzt gelben Strichen, hie uns über den Großen Rothenberg mit unterwegs prächtigen Blicken auf den Dünsberg sowie auf Königsberg zur Obermühle leitet, von wo wir, dem Biebertal abwärts, zum Endziel Bieber gelangen. Dauer der Wanderung etwa 4% Stunden. Kirchgöns — Pfahlgraben — Schiffenberg — Gießen. Ein hübscher Nachmittagsgang über den Schiffenberg ist der folgende: Wir fahren mit dem Mittags- zug nach der Station Kirchgöns, überschreiten die Bahngleise, um in gerader Richtung weitergehend in einer knappen Viertelstunde den Pfahlgraben zu erreichen. Wir wenden uns nun links und folgen blauen Keilen, die uns, stets am Limes entlang, durch eine gerade lange Waldschneise an dem nördlichsten Punkte des Kulturwerks aus der Römerzeit vorbeiführen. (Ein Denkmal mit lateinischer Inschrift bezeichnet die Stelle.) Bald nach Verlassen des Pfahl, grabens erreichen wir Watzenborn und gelangen von hier über die Schiffenberger Mühle und die Haltestelle hinauf zum Schiffenberg. Auf verschiedenen Wegen können wir zurück nach Gießen gehen. Wanderzeit 3% Stunden. 700 m ü.d. M., im Zentrum der bayerischen Alpen, in landschaftlich und klimatisch bevorzugter Lage, gegen Bluthochdruck, Aderverkalkung und Frauenleiden. Auskunft u. Prospekte durch den Kurverein. 2391 V MeebadMInist Das Vornahme FamlHenbad der Nordsee 17km langer.sehr breitet1,reiner fein*andiger Natur- Strand,ohne Buhnen u. Bauten, der Innerhalb von 1—3 Minuten von allen Häusern erreichbar ist. Müßige Pensionspreise. 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Jubiläums ein Sä n y e r f e st in größerem Ausmaße. Die Festausschüsse sind zur Zeit eifrig mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der prächtige Feftplatz die Turnhalle und das anstoßende Sportplatzgelände werden festlich hergerichtet. Reben den Ortsvereinen haben 26 Gastoereine der näheren und weiteren Umgebung mit rund 1000 Sänaern ihre Beteiligung am Fest schon Zugesagt. Den Auf- takt zu der Veranstaltung bildet der am Samstag vom festgebenden Verein unter Mitwirkung des Ge- sangvereins „Licderkranz" Rodheim v. d. H. und der hiesigen Vereine beabsichtigte Kommersabend in der Turnhalle. Der Sonntag bringt den Hauptfesttag. Das reichhaltige Programm sieht auch einen Fcstzug vor, an dem sich die Gast- und Ortsvereine beteiligen werden. Ansprachen auf dem Festplatze und Gesangs, vorträge der Gastoereine in der geräumigen Turn- halle werden die Gäste unterhalten. Marburqer Gtudeniengruß an den Lenzmonat. Jt Marburg. 1. Mai. Wenn auch diesmal der April seine teilweise recht empfindliche Kühle mit in die Mainacht hinübernahm und ein „Mailüfteri" wehte, das beim Aufenthalt im Freien den Mantel unentbehrlich machte, so ließ es sich die Marburger Studentenschaft doch nicht nehmen, den Lenzmonat in althergebrachter feuchtfröhlicher Weise zu begrüßen. Wieder hatten sich auch zahlreiche Alte Herren eingefunden, um mit den jüngeren und ganz jungen Semestern in Erinnerung an ihre eigene Bur- schenzeit die Maifeier ihrer Verbindung mitzumachen. In den meist an den Derghängen gelegenen studentischen Vereinshäusern und Ausflugsorten, wie Schloßcafö, Spiegelslust usw., ging es in den Abendstunden bei Musik. Gesang und Glaserklingen lustig her. Als die Mitternachtsstunde herannahte, wurde es auch überall in den Straßen lebendig, besonders auf b?m Marktplatz mit den Rebenstraßen, wo sich eine dichte Menschenmass« staute, welche Zeuge der traditionellen Maifeier desCorps^asso- A a s s o v i a sein wollte. Schweigsam, in endlosem Gänsemarsch, der Fuchsmajor mit den Füchsen am Ende, kamen die Grünmühen, ganz blutjunge Semester und graubärtige alte, jeder mit brennender Kerze und gefülltem Bierseidel in der Hand, von ihrem an der Lutherstraße gelegenen Vereinshaus heruntergezogen und stellten sich in großem Kreise vor dem Rathause auf. 2lls der Glockenschlag der Rathausuhr die Mitternachtsstunde verkündete, durch ^rauste unter Begleitung einer Musikkapelle der Iubelgesang des M a i l i e d e s. in den die Menschenmenge einstimmte, die Frühlingsnacht. Rach dem Verklingen des letzten Verses leerten die Musensöhne mit einem kräftigen Salamander ihre Gläser, um dann schweigsam, wie sie gekommen, auf dem gleichen Wege wiederum im Gänsemarsch nach ihrer Kneipe am Schloßberg zurückzukehren. Anschließend durchzogen auch mehrere andere studentische Verbindungen unter Gesang mit Lampions die Straßen der Stadt. Erst in den frühen Morgenstunden nahmen die Maikneipen auf den Verbindungshäusern ihr Ende. Spiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus: Sonntag. 3. Mai, 15 bis 18 Uhr: Viktoria und ihr Husar. 19 bis ge?en 22.30 Uhr: Tannhäuser. Montag, 4. Mai, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Zar und Zimmermann. Dienstag, 5. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Schwanda, der Dudelsackpfeifer. Mittwoch, 6. Mai, 19.30 bis 21.15 Uhr: V. Opernhauskonzert. Donnerstag, 7. Mai, 19.30 bis 22.45 Uhr: Figaros Hochzeit. Freitag, 8. Mai, 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Dohdme. Samstag, 9. Mai, 20 bis nach 22 Uhr: Wozzeck. Sonntag, 10. Mai, 15 bis 18 Ubr: Der Zigeunerbaron. 20 bis 22.30 Uhr: Der Troubadour. Schauspielhaus- Sonntag, 3. Mai. 20 bis geven 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Montag, 4. Mai, 20 bis nach 22.30. Uhr: Rotation. Dienstag, 5. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Kövenick. Mittwoch, 6. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Donnerstag, 7. Mai, 20 bis gegen 22.30 Uhr: Alt-Frankfurt. Freitag, 8. Mai, 20 bis gegen 22 Uhr: Ernst (Bunbury). SamS ag, 9. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Haudtmann von Köpenick. Sonntag, 10. Mai, 20 bis gegen 23 Uhr: Der Hauptmann von Köpenick. Wirkschast. Wochenbericht vom frankfurter Schlachtviehmarkt. Im Zusammenhang mit den erneut ziemlich starken Zutrieben an den Frankfurter Schlachtviehmarkt ergaben sich in dieser Derichtswoche meist neue, zum Teil starke Abschläge, zumal auch das Geschäst weiter zu wünschen übrig ließ. Der Schweinemarkt stand in dieser Woche wegen des starken Austriebs (7190 gegen 6392) wieder stärker unter Preisdruck. Bei abflauen- dem Geschäft ergaben sich Preisnachlässe bis zu 4 Mk. Am Rindermarkt betrug der Auftrieb 1477 (1432) Stück. Das angetriebene Vieh war zwar von mittlerer Qualität, doch befand sich auch sehr gute Ware darunter, so bei Ochsen und Färsen, die ibre Preise behaupten konnten, während Bullen und Kühe in größerem Umfange Angeboten wurden und daher Preiseinbußen bis zu 2 Mk. hinnehmen mußten. Am Kälbermarkt hat sich der Austrieb (1556 gegen 1655) um etwa 100 Stück verringert, doch gaben auch hier die Preise bis zu 3 Mk. nach, was besonders für geringe Qualitäten zutrifft, während gute und beste Kälber gut behauptet blieben. Das Geschäft war anfangs etwas reger, später aber ziemlich ruhig, doch wurde der Markt geräumt. Am S ch a f m a r k t war der Auftrieb mit 77 (194) sehr gering, so daß von einer amtlichen Rotiz Abstand genommen wurde. Das Geschäft war nur unbedeutend, doch wurden die paar Stück glatt verkauft. Die Preise hörte man nur unwesentlich verändert. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 45 bis 49, a2) 40 bis 44, bl) 36 bis 39; Bullen a) 39 bis 42, b) 33 bis 38; Kühe a) 35 bis 38, b) 30 bis 34, c) 25 bis 29; Färsen a) 45 bis 49, b) 40 bis 44, c) 33 bis 39; Kälber b) 59 bis 63, c) 54 bis 58, d) 45 bis 53; Schafe nicht notiert; Schweine b) 42 bis 45, c) 43 bis 46, d) 43 bis 46, e) 40 bis 43. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Produktenmarkt hat die Aufwärtsbewegung der Preise einen gewissen Stvll- stand erfahren. Das Angebot hat sich für Brotgetreide etwas verstärkt, da die Landwirtschaft stärker mit Material an die Märkte kam. Im großen und ganzen blieben die Preise gegenüber der Vorwoche ziemlich gut behauptet, teilweise konnten sie sich sogar noch befestigen. Das Geschäft am Weizenmarkt nafjin einmal wegen des schwachen Mehlabsahes, ein andermal wegen des stärkeren Angebots keinen größeren Umfang an. Der Preis gab um 2,50 Mark per Tonne nach, s-o daß er sich auf 305 Mark Brief stellte. Das Geschäft in Ausland- weizen war besonders für nahe Sichten wegen der evtl, zu erwartenden Begrenzung der verbilligten Weizeneinfuhr etwas lebhafter und die Preise fester, dagegen die späten Sichten leicht ermäßigt. Roggen lag zu Beginn des Berichtsabschnittes infolge des immer noch geringen Angebots ziemlich fest, doch gaben die Preise zum Schluß der Woche um 2,50 Mark per Tanne nach. Dcr Preis für die Tonne Roggen lautete 217.53 M-rk. Der Mehl markt hatte die ganze Woche hind.rch schleppenden Verkehr, besonders Weizenmehl, doch lagen die Preise für beide Mehlarten unverändert. Es notierte der Doppelzentner Wsizenmehl südd. Spezial 0 43.50 bis 44,50, Niederrhein. Spezial 0 43,50 bis 44,00, Roggenmehl 30 bis 32. Futtermittel hatten auch in dieser Woche gutes Geschäft und neue Preisbesserungen. Besonders für Kleie in prompter Lieferung und andere Mühlcnnebenprodukte erhielt sich die Rachft:age. Auch ölhaltige Futterartikel blieben gefragt. Die Preise für Weizenkleie stellten sich auf 13,00, für Roggenkleie auf 13,75 Mark pro 100 Kilogramm. Soyaschrot 14 Mark. Am S) a f er m a r f t ist die Aufwartsbewe- gimg zum Stillstand gekommen, da man z. Z. weniger mit einer Zollerhöhung rechnet. Der Preis blieb mit 212.50 bis 215 Mark gegen die Vorwoche gut behauptet. Gerste war knapp an- geboten, da jedoch der Absatz infolge der schlechten Lage in der Drauinstrie recht schleppend war, kam eine amtliche Rotiz nicht zustande. Im freien Markt hörte man die Tonne mit 250 Mark. Für Industriegerste nannte man per- Zenter etwa 23,50, für Futtergerste pro Zentner 22,00 Mark. • Konkurse und Vergleichsverfahren irn April. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im April durch den „Reichsanzciger" 972 neue Konkurse — ohne die wegen Massenmangels abgelehnten Anträge — und 655 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntge- gcben. Die entsprechenden Zahlen für März stellten sich auf 1240 bzw. 662. * D i e Stahlwerke Röchling-Buderus AG., Wetzlar, erzielte 1930 nach Abzug von 1,11 Mill. Mk. Unkosten, 445 793 Mk. Abschreibungen einschl. 94 893 Mk. Vortrag einen Reingewinn von 105 910 Mk, der zum Vortrag auf neue Rechnung gelangt. In den ersten Monaten des neuen Jahres entspreche der Umsatz dem des Vorjahres. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Mai. Tendenz: schwächer. Die Vorbörse und der amtliche Beginn ftanoen wieder unter dem Eindruck des geftugen Kurs- einbruchs an der Reuyorker Börse. Außerdem yerrschte im Zusammenhang mit der heute stallfindenden Bilanzsitzung der IG.-Farbenindustrie und der herlfchenden Orderlofigkeit zum Wochenschluß st a r k e Zurückhaltung. Bei kleiner Umsatztätigkeit ergaben sich zu den ersten Notierungen fast durchweg Kursrückgänge bis 1 v. H. Einige Papiere standen mehr unter Kurs- druck, da wieder amerikanifche Abgaben oorgenom- men wurden. So buhten AEG. 2,5, Licht & Kraft 3,25 und die Mehrzahl der Bankaktien bis 1 v. H. ein. Am Kunstseidemarkt verloren Aku und Bemberg je 2 v. H. Von Kaliwerken setzten Salzdetfurth 3,5 v. H. höher ein. IG.-Farben relativ gehalten, immerhin ergab sich doch ein Abschlag von 0,75 v. H. Niedriger lagen ferner Gessürel, Schuckert, Zellstoff Aschaffenburg Rheinstahl, Daimler und Wayh & Freytag. Die Rückgänge betrugen bei den sog. schweren Werten von 1 bis 2 v.H. Nach den ersten Kursen konnten sich die Kurse leicht bessern, da das herauskommende Material ziemlich glatt ausgenommen wurde. Eine Geschäftsbelebung trat allerdings nicht ein. Deutsche Anleihen bei kleinem Geschäft ruhig. Von Ausländern zogen Türken bis 0,20 v. H. an. Im Verlaufe neigte die Tendenz weiter stark zur Schwäche, da die schwache gestrige Neuyorker Börje stark verstimmte und weitere Exekutionen für deutsche Ware befürchtet wurden. Die mittlerweile bekanntgewordene 12-v. H.°D i v i d e n d e bei JG.- Farben machte selbst für die Farbenaktien keinen Eindruck. Da auch noch ein ziemlich angespannter Reichsbankausweis zur Veröffentlichung kam, schritt die Kulisse au Blankoabgaben, so daß sich gegen die Anfangskurse erneut Rückgänge bis 0,5 v. H. ergaben, wobei eine Belebung des Geschäftes nicht zu verzeichnen war. Deutsche Linoleum kamen mit unverändert 82,5 v. H. zur Notiz, da die erwartet stark ermäßigte Dividende von 15 auf 5 v. H. keinen Einfluß mehr hatte. Am Geldmarkt war Tagesgeld stark gesucht. Am Devisenmarkt lag Madrid erneut etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1991, gegen Pfund 20,4240, London gegen Neuyork 4,8636, gegen Paris 124,4250, gegen Mailand 92,89, gegen Madrid zirka 47, gegen Schweiz 25,2525, gegen Holland 12,0965. Berliner Börse. Berlin, 2. Mai. Da sich an der gestrigen Neu- yorker Börse herausgestellt hatte, daß die Erholungen nicht von Dauer sind und einer neuen starken Abschwächung Platz machen muhten, konnte man schon im heutigen Vormittagsverkehr eine merkliche Verstimmung feststellen, und es wurden 1 bis 2 v. H. unter gestern liegende Kurse tariert. Der offizielle Beginn der heutigen Wochenscyluß- börse ging hoch über diese Taxen hinaus, da man wieder an verschiedenen Märkten Auslands- a b g a b e n beobachten wollte, die bei der Spekulation Neigung zu G l a 11 ft e 11 u n g e n auslösten. Merklich schwach eröffneten BMW., Bemberg, Kunstseidewerte, Ilse, Salzdetfurth, wobei die Der« lüfte bis zu 41 v.H. betrugen, während sich die Rückgänge sonst im 1- bis 2prozentigen Rahmen hielten. Der Farbenmarkt lag in Erwartung des Kommuniques des Aufsichtsrats der J.G.-Farben sehr zurückhaltend; die 12prozentige Dividende ist inzwischen bekanntgeworden. Auch für Deutsche Linoleum liegt der Aufsichtsratsbeschluß über eine Dividendeausschüttung von 5 v. H. vor, hatte aber auf den Markt keinen stärkeren Einfluß mehr, da man mit einer solchen bereits seit Tagen gerechnet hat. Im allgemeinen war die Umsatztätigkeit sehr gering, und Kursgewinne, die sich aber auch in Grenzen von 1 v. H. hielten, waren nur bei ganz wenigen Nebenwerten (Hackethal, Deutscher Eisenhandel, Buderus, Chemische Hayden) zu verzeichnen. Sehr lebhaft diskutiert wurde die Nachricht eines Miltagsblattes, nach der bei dem Berliner Bankhause Hardy & C o. eine wichtige Veränderung in der Leitung bevorsteht dadurch, daß der langjährige Geschäftsführer, Fritz Andre, aus der aktiven Geschäftsführung ausscheidet und durch Herrn Dr. Werner Vogel, Vorstandsmitglied der Deutschen Credit-Handels-Gesellschaft AG., ersetzt werden soll. Anleihen und Ausländer sehr ruhig. Pfandbriefe kaum verändert, bei dem sehr stillen Geschäft aber eher zur Schwäche neigend. Reichs- schuldbuchforderungen lagen i bis | v. H. niedriger. Die Geldsätze blieben auch heute unverändert steif. 3m Verlaufe verstimmte ein weiterer Rückgang der Reichspankanteile und der Reichsbahnvorzugsaktien, auch verlautet, bisher allerdings unbestätigt von einer größeren Insolvenz einer Londoner Bankfirma mit südamerikanischen Interessen. Aus Anfrage aus hiesigen Bankkreisen in London wurde eine Bestätigung dieser Gerüchte nicht erlangt. Gieszencr Wschcumarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 1,30 Mark an; Butter 140 bis 150; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 40; Weißkraut 15 bis 25; Rotkraut 25 bis 40; gelbe Rüben 12-bis 15; rote Rüben 12 bis 15; Spinat 25 bis 30; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Feldsalat 100 bis 120; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 35 bis 40; Rhabarber 25 bis 30; Kartoffeln 5 bis 6; Aepfel 40 bis 50; Dörrobst 30 bis 35; Rüsse 60 bis 70; das Stück: Tauben 70 bis 80; Eier 8 bis 9; Blumenkohl 40 bis 70; Salat 20 bis 25; Salatgurken 50 bis 70; neue Ober-Kohlrabi 20 bis 25; Lauch 5 bis 15; Sellerie 10 bis 50; das Bund: neue Rettich 20 bis 25; Radieschen 15 bis 20 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 4 bis 5; Weißkraut 10 bis 15; Wirsing 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30 Mark. Erweitertes Schöffengericht Wehlar. Q Wetzlar, 2.Mal. Wegen Beleidigung deS Preußischen Innenministers hatte sich ein Tierarzt aus Braunfels zu verantworten. Er soll) in einer Wirtschaft in Braunfels in bezug auf den Minister gesagt haben: „Sedering ist ein Lump, der hat auf die Studenten schießen laffen.“ Der Angeklagte bestritt diese Aeußerung, gab aber au, daß gelegentlich einer politischen Debatte wohl der Ausdruck „Lump" gefallen sei, aber nicht in bezug auf den Minister. Die Beweisaufnahme verlief indessen zuungunsten des Angeklagten. Das Gericht verurteilte ihn zu 100 Mk. Geldstrafe bzw. zu 10 Tagen Haft. Ein anderer Arzt aus einem Rachbardorf war wegen des gleichen Vergehens angeklagt. In diesem Falle lautet die Anklage auf öffentliche Beleidigung. Auch er hatte, wie durch einen Zeugen eidlich bekundet wurde, in einem öffentlichen. Lokal zu Wetzlar den Minister Severing einen Lumpen genannt. Dieser Zeuge hatte sofort einen Polizeibeamten um Feststellung der Personalien des Angeklagten gebeten. Der Angeklagte wollte heute von den fraglichen Vorgängen nichts mehr wissen, da er an jenem Tage infolge reichlich genoffenen Alkohols — er kam von der Treib'ngd — nicht Herr seiner Sinne gewesen sei. Auch in diesem Falle erkannte das Gericht auf 100 Mk. Geldstrafe bzw. 10 Tage Haft. Sin nicht erschienener Zeuge erhielt 50 Mk. Geldstrafe. Briefkasten der Rebaffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der <5d)riftleitung.) K. W. O. D. Wenn Sie einen Rentenanspruch bei der Land- und forstwirtschaftlichen Deru s- aenossenschaft in Darmstadt anhängig gemacht haben, dort aber abschlägig beschieden wurden, dieser abschlägige Bescheid vom Oberversicherungsamt in Darmstadt und vom Reichsversicherungs- amt in Berlin — wie man nach Ihrer Darstellung annehmen muß — bestätigt worden ist, so ist eine weitere Rekursmöglichkeit nicht Vorhang den. Das Verfahren wäre also mit dem abschlägigen Bescheid abgeschlossen. W. St., Gießen. Die Umlegung des Wassergeldes entsprechend der Höhe der Friedensmlets kann auch noch vom 1. April 1931 und noch von jedem beliebigen Zeitpunkt ab durch den Hausbesitzer veranlaßt werden, falls nicht vertragliche Bestimmungen dem entgegenstehen. 3m vorliegenden Falle genügt die Mitteilung von der beabsichtigten Umlegung am 29. April 1931. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v $)., Lombardzinsfuß 6 o H. Hrankiun a. DI. 1-Uhr« Iure । ffure Serltn Schluß- Ansa g« für» . Kur* vranttun a. jj Schlüße i-lihr« inr, , Kurs Berlin Schluß« l Anfang« lur4 , flurd .hranlturt a. .Vi Sch.uß^ i«Uhr« hird K rs Berlin Schluß« । Anfang« lurtJ । Kurs' ____ Bantno ___________Berlin, 1 .Mat___________ Ämertkanilche Noten.....- Belgische Noten ...... Danttche Noten ....... Englische Noten ........ ^ranzütische Noten....... Holländische Noten....... Italienische Noten........ Norwegiiche Noten....... Deuttch-Oeslerreich, i 100 Schilling Rumänische Noten ....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten........ Spanische Noten........ T'chechotlotvakische Noten..... Ungoriiche Noten Vevifenmartl Berlin len. Meld 4.181 58,10 112,05 20,384 16,37 168,31 22,01 112,03 58,83 2,485 112,11 80,60 43,91 12,409 73,00 - Frankfurt Brief____ 4,201 58,34 112,49 ^0,464 16,43 168,99 22,09 112,47 59,07 2,505 112,55 80,92 44,09 12,469 73,30 a. M Datum 1.5. 2.5. 1.5. 2.5. Dalum 1.5. 2.5. 1.5. 2.5. Dalum 15. 2.5. l.s. 2.5. 8% £eutldie «etdiemuetlfe von 1927 7% Deutsche Reichranleihe von 1929 ....... ®eutfv.-Bank Ligu. (MolODle. 8% Pr. LanderpiandbrlesanNalt, $|anbbne|e ÖL 19 8% Pr LonvrSpianvbrtesmNall. Komm.-Lbi. N. 20. . 7% Ar. 8an6foufanDbrtelanftalt, Psandbricse ÖL ti ..... S.E.B abg. AotMegr-Obllgatio» nen. rückzahlbar 1982 4% Cenenetd)f|die «oldrentt . . 4,20% Ocslerreichlsche SIlberrentt 4% Oekterreichilche Einheitliche Biente 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische ©taatirenle b. 1910 4%% beW- von 1913 4% Un-arische Äronentente . . 4% türtlldje Zollanleihe von 1911 4% Dürkiiche Bagdadbahn-Anl Serie 1 4% oetfll. Serie II ... 6% Rumänische oeretnb. Rente von 1903 4%% Rum-nllche vereint, Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente 84,75 100,25 57,5 5,85 96,25 56,5 56 101,25 97,5 91,75 100,5 96,5 22,25 2,25 18,65 3,75 3,8 3,8 8,25 14,9 6,65 I | ” 1 | | 1 1 | | | | | || I I | | 1 | | || in <*1 85 100,25 57,3 5,9 96,75 56,1 100,5 22,7 2,25 18,8 16 16,4 8,25 15 6,75 I i SS 1 1 1 1 1 1 l 1 l i i1 151ll* 55 l 15 Hamburg-Amerika 'Batet ... 7 Hamburg Südam. Dumpsschlsl 8 Hama Dampfschiff . 10 •JZotODeutidiet Lloyd . .... 8 Allgemeine Deutsche Creditanft. 10 Barmer Bankverein . 10 Berliner Handelsgesellschaft 19 Commerz, und Prioat-Bank . 11 Darm'tädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Dlsconto-GeieUichaft, . . 10 Dresdner Bank......10 Neichsban! .......13 216.® 8 Bergmann.........9 Liekir. Lieserungsgeiellschafl. 10 Licht und fltaft......10 Reiten & Guilleaume ... 7% Gesellichait für Elektrische Unternehmungen . . 10 Hamburger Elektrizitätr-Werke 10 ijlbi'tnilaie Elektrizität .... 9 Lchlciiiche Elektrizität. ... 10 Lchuckcrt L Eo.......11 Ziemen,« Halske.....16 lraneradio.........8 vabmeoer &do.......10 Harpcner . ....... 0 Hoetch Eilen.....• • • 6% äiie Bergbau ....... IC Klöcknerwerke ....... 7 Köln-NeueHen. . ...... 7 9Jlannc»mann«R6btei .... 7 Mansselder Bergbau . .... 7 Cberldilct Eitenbeoarl .... 5 Cberldilcl Itoloroerte.....7 Phönix Bergbau . . 8% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinslahl ....... 6 Mebeck Montau ...... 7.2 59 59,25 120,5 109,75 135 105 104,75 149,5 106 85 116 120,76 84 115,5 139,5 168 126 47,5 73 78 67,25 181 65 74,5 34 61 167,5 80,5 109 104,25 104,5 103,5 117,5 123 138,5 77,25 79 59 114 81,5 59,25 120,25 109,75 134,5 104,75 104,5 149,75 105,25 87 117 119,5 83,25 124 115,5 138,75 167,5 128 47,5 72,75 78,25 67,25 62,25 179,5 64,75 69 74,9 34,75 76,5 60 167,5 79,75 58,4 58,75 120,5 109.25 133 104.5 104,5 167,5 103 116,75 117,5 83 122,13 137,75 166,25 48,5 71,25 77,75 175 63,5 74,65 34,25 58,75 166,5 79 Bereinigte Stahlwerke . . - Ctaoi Minen . . . 16'/, Kaliwerke Mltherdleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 iS. narben-Industrie ... 12 Dvnamit Nobel.......6 Scheideanstalt........9 Goldschmidt ........6 Mütgerswerke........6 Metallgeiellschast.......8 Philivv Hoi,mann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt. ... 10 Wavp & ffientao .....8 Schultheis Payenhofer ... 16 Cftroetfe ........12 Aku 18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhok ... 13»/, Zellltoss Alchaslenknirg ... 12 Charlottenburger Wall« ... 8 Deltouer (Mai V Daimler Motoren .....0 Deutlche Linoleum ...... Maschinenbau A.-iS. . . • • . 0 Not. Automobil . ..... 0 Crenfteln & koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 Svenüko ....... frankfurter Malchtneu .... 4 ©rinnet ........6 Heviigensiaedt...... 0 Mainkroltwerke Höchst a. M.. .8 Miag 10 Gebt. Roeder ......10 Boigt & Haesfner......9 Süddeutsche Zucker .... 10 54 30 145 149 228,5 148 132 46,5 53 68 100,75 32,25 84,5 98,5 99 83,4 31,5 83,5 111 247 68,25 126,25 IIIIS S1 1 1 1 £ III« 112211*15111111 11,1,1,111 - CSILO O 54 29,5 145 149 227,9 147,75 45,5 53 68,5 100,75 32 155 84,75 98,5 95,5 83,75 130,9 31 50,5 111 247 15,13 37,75 127 54 29 144,5 149 225 147,5 46 52,25 153 82,25 95,5 93,5 ICO 30 83,25 245 1 .Mai 2.Mai Amtliche Notierung ff-rio | 3rlei Amtliche Notierung Gelb ! Srici Amsl.«Nokt. Buen.«AireS Prss. Antw. Gbriftianio. Kopenhagen Stockholm - HclstngiorS. Italien. . . London. . Ncunork . ♦ Baris.... Schwei» .. Soa ien • . Japan • . . -Hto de ffan- Wien in D.» Ceft. abgeft Prag • ■ . Belirad . . r>uoav.-si. . But grien Vtffabon . Danzig Konst mm. Athen Lanaoa Lira uay . Latro 168,71 1,340 58,345 112,30 112,30 112,42 10,556 21,965 20,404 4,1955 16,394 80,795 43,76 2,073 0,300 59,025 12,429 7,375 73,13 3,039 18,85 81,58 1,784 4,193 4,193 2,722 20,92 169,05 1,344 58,465 112,52 112,52 112,64 10,576 22,005 20,444 4,2035 16,434 80,955 43,87 2,077 0,302 59,145 12,449 7,389 73,27 3,049 18,89 81,74 1,789 4,201 4,203 2,733 20,96 168,65 1,343 58,345 112,29 112,28 112,38 10,557 21,965 20,401 4,195 16,393 80,80 43,26 2,073 0,300 59,02 12,426 7,378 73,155 3,040 18,85 81,58 1,784 5,439 4,193 2,722 20,92 168,99 1,347 58,465 112,51 112,50 112,60 10,577 22,005 20,441 4,203 16,433 80,96 43,34 2,077 0,302 99,14 12,446 7,392 73,295 3,046 18,89 81,74 1,789 5,449 4,201 2,733 20,96 S.Jl.-tfport dem Der Sport im Reiche er sich auf den mondänen Charakter seines Betriebes berief. Das nutzte ihm nichts. Als die Verbrecher immer zudringlicher wurden, blieb ihm nichts anderes übrig, als das Lleberfall- kommando herbeizurufen. Do war er die unerwünschten Eindringlinge zwar los, dafür fand man ihn aber kurze Zeit darauf in einer Rächt schwer verwundet vor seiner Haus- t ü r. Wer der Angreifer gewesen war, bedurfte keiner weiteren Nachforschung. Don einer Anzeige sah der Darbesitzer freilich ab. Die Gäste aber blieben mit der Zeit weg, und auch diese Bar muhte geschlossen werden. In diesen Tagen entfalten die Ringverein« wieder ihre terroristische Tätigkeit. Ein ganzes Dtadtviertel wird von dauernden Ausschreitungen heimgesucht, gegen die die Polizei völlig wehrlos ist. Es handelt sich keineswegs nur um Racheakte. Oft verüben die Unterweltler auf der Strahe liehet- fälle, als ob sie ihre zweiten Flegeljahre erlebten, wenn sie z. B. den Lieferwagen einer Konditorei umstürzen und den süßen Inhalt unter die Leute bringen. Die Amerikanisierung der Kriminellen in Deutschland läßt nichts mehr zu wünschen übrig. Rur die Unbestechlichkeit unserer Beamten erlaubt, noch einen Unterschied zwischen n. _ "-on der Treib agb- xfen fei. Auch in nicht auf 100 M . Ein nicht erschir- Geldstrafe. Reöaffion. *Berblnölid)ffil der ig.) nen Aentenanspruch schaftlichen 2eru 8- anhängig gemacht belieben wurden, nOberversichnnngs« MchsversWE nach Ihrer W- lätigt worden in, io iichleit nicht t* ilso mit dem abschla- legung deS je bet gtiebenßinlete pril 1931 und noch punkt ab durch den W ’S entaegenstehen. >om n/'aietiiun« * am 29. Apnl 1931. Me!Qe L?Qnl’ hbr, oet lono- We’0** JanbsA. durch chast der Länder ui? er^Öt -i dem fr 'uhig. ^tpreise. Avchenmarft bau W ssife or/j'.^bobarbet ,Nel 40 bis 33. .9| flumenlobt 4Q Mn 90 bl« zo- Lauch 5 bis 13; CT-?« Zent, Maut 0 bi« -0 bis 30 2l7ck. ' Dor wenig mehr als zwei Jahren erfuhr die Oeffentlichkeir zum erstenmal von der Existenz einer nach amerikanischem Muster organisierten Unterwelt Diese Erkenntnis verdankte man der blutigen Schlacht, die die Dcrbrecherwelt der Reichshauptstadt den Hamburger Zimmerleuten lieferte und bei der schwer bewaffnete Einbrecher und Zuhälter viele Stunden lang zum Schrecken der Bevölkerung ein ganzes Stadtviertel. die Gegend um den Schlesischen Bahnhof, beherrschten. Roch größer aber war das Befremden, als man erfuhr, daß die Polizei von dem Dorhandensein dieser Organisationen unterrichtet gewesen war. Die Polizei konnte allerdings mit gutem Recht gegen eine übereifrige Kritik geltend machen, daß es doch wohl besser sei, die vielen Tausend zweifelhafter Existenzen, die sich In diesen Verbrecherbünden zusammen geschlossen haben, in ihren Vereinen zu beobachten, statt jeden einzelnen Kriminellen dauernd „beschatten" zu müssen. Das Publikum beruhigte sich wieder, und mit der Zeit sind die ..R1 n g v e r e i n e" mit den schönen Ramen „Imimr reu", „Deutsche Kraft", „Bruderhand" usw. sogar Gegenstand fast wohlwollenden Interesses für all« die geworden, die gern ins volle Menschenleben greifen und es unterhaltsam finden, an einem Ball der älnter- weltvereine teilzunehmen. Zu mächtig ist der Ai re.z, den die Atmosphäre des Asozialen, der C«> setzesübcr.retung aus Prinzip, des Verbrechens ausstrahlt. Frellich asozial geben sich die Mitglieder dieser Vereine gar nicht. Die Gäste aus der richtigen Welt, die an solchen Vergnügungen teilnahmen, waren ''ets enttäuscht, statt des erwarteten Rervci kih:ls in ein Milieu zu kommen, das vcrzweiie.le Aehnüichkeit mit einem bürgerlich-biederen hatte. Tatsächlich legen die Mitglieder der Ringvereine, ungeachtet der Tätigkeit. mit der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten, ein durchaus bürgerliches Gehaben an den Tag. in dem nichts von Verbrecherromantik und von Kriminalreißerstimmung, dafür um so mehr von Kasseekränzchen- und Stammtischatmosphäre ist. .. Dieses bürgerliche Gehaben, das natürlich nicht über die soziale Gefahr dieser Organisationen Hinwegtäuschen kann, ist nichts weiter als der verwirklichte Wunschtraum des Angehörigen der Unterwelt, der in den bürgerlichen Formen ein« Art bürgerlicher Rehabilitierung findet, di« ih n die Gesellschaft versagt. Aber so harmlos er sich im Smoking gibt, wenn er auf dem Ball seines Rings Walzer tanzt oder mit Musik und Fahnen einen Gefährten zu Grabe geleitet, so gefährlich ist er im Alltag. Die Ringvereine, toi« sie in Derlen bestehen, terrorisieren bestimmte Stadtgegenden und be° stimmte Berufsschichten. Heimgesucht werden vor allem die Gastwirte und Kellner. Der Beruf des Kellners ist für den Angehörigen der Unterwelt ein beliebter Unter- chlnpf. Die Bevorzugung des Kellnerberufes ührt nun häufig zu Zusammenstößen mit den Gailw'.rten. an die ein Ringverein das Ansinnen stellt, ein Mitglied oder mehrere als Ke-ll- ner zu engagieren. Der Gastwirt dürfte kaum mehr als einmal diese Forderung zurückweisen; wagt er es dennoch, aus Unkenntnis oder Trotz, so muß er gewärtig sein, in allernächster Zeit höchst unerwünschten Besuch und eine entsprechende „Abreibung" zu erhalten. Dabei laufen di« Ring'rüder keine Gefahr. Die fürchten selbst eine Anzeige nicht. Es ist schon häufig vor gekommen, daß ein schwer mißhandelter Gastwirt, vor Gericht als Zeuge vernommen, unter den drohenden Blicken der Angeklagten und des hauptsächlich von Ringbrüdern besetzten Zuschauerraums alles wieder abschwor. was er vorher in seiner Anzeige angegeben hatte. Daß er damals nicht gelogen hatte, bewiesen die schweren Wunden, die das Opfer einer brutalen Der- aewaltigung davongelragen hatte. Ratürlich muß das Gericht in solchen Fällen zu einem Freispruch kommen. Der Terror geht sogar so weit, daß Existenzen bedenkenlos ruiniert werden. Eines Tages wird der Besitzer eines großen Vergnügungslokals von Berlin gezwungen, mehrer« Mitglieder eines Ringvereins als Kellner in seinen Dienst zu nehmen. Sein anfänglicher Widerstand nützt ihm nichts; die Dcr.recher sehen ihren Willen durch. Die neuen Kellner zeigen vom ersten Tage ihrer Tätigkeit an «in« merkwürdige Auffassung von ihrem Beruf. Sie behandeln die Gäste schlecht, versuchen sie auf jede erdenkliche Art zu betrügen und erreichen in kürzester Frist, daß sich der Zustrom des Publikums verläuft. Rach wenigen Wochen ist das Lokal, das vorher eine Goldgrube war, so heruntergewirtschaftet. daß der Besitzer sich dazu verstehen muß. es zu schließen. Es kommt häufig vor. daß Mitglieder eines RingvereinS, die als solche bekannt sind, Zechprellereien verüben, ohne daß der Wirt es wagt, sein Geld zu fordern. Er weiß, was ihm in solchem Fall bevorstehen würde. Dann wieder werden völlig harmlose Gäste von einem „Rollkommando" an- gerempelt und verprügelt, ohne daß der Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch machen darf. Gegen dieses Schreckensregiment schützen sich nun ole Berliner Gastwirte dieses Viertels da- durch, daß sie selbst Mitglied eines Ringvereins werden. In vielen Fällen erweist sich dies als recht vorteilhaft. So ist es schon mehrfach dorgekommen, daß Gastwirte, die von unorganisierte« Verbrechern belästigt wurden. sich eine Anzahl von Ringbrüdern verpflichten, die binnen wenigen Stunden mit eiserner Faust di« „Ordnung wiederh«rstellt«n". Ab«r di« Mitgliedschaft bei einem solchen Verein hat auch seine Schattenseite. So gab es vor einiger Zeit am Kurfürstendamm in Berlin eine sehr mondän« Tanzbar. Der Besitzer war ein Mann, der früher einmal, mehr durch die Verhältnisse gezwungen, als freiwillig, einem Ringverein angehört hatte. Er hatte sich in fleißiger Arbeit schrittweise .emporgearbeitet und glaubt nun die Vergangenheit endgültig begraben. Eines Abends erschienen In dem Lokal, in dem vorzugsweise Künstler verkehrten, die wiederum gutes Publikum nach sich zogen, mehrere ehemalig« Vereins- brüder des Inhabers und verlangten, als Portier, Kellner, Garderobier usw. beschäftigt zu werden. Der Besitzer schlug dies ab, indem Av Weyen der elvUtzengesellfchast 1926 im Winler-Zimmerstuhenschiehen. Am Mittwoch fand auf der Lieoigshöhe das Abschiehen im Zimmcrstutzenschiehen statt. Bei 40 Serien ä 6 Schuß errangen die folgenden Schützen Preise: 1. Hans Kummerow, 2746 R.; 2. Ed. Gondner, 2711 R.; 3. R. Darihelmes. 2532 R.: 4. Hch. Blum, 2530 A.; 5. Fritz Bewald. 2497 R.: 6. Konr. Decker, 2466 R. Die besten R i n g d u r ch s ch n i t t e im gesamten Wintcr-Zimmerst.:tzenschießen erzielten: 1. Ed Gondner mit 11,03 R.; 2. H. Kummerow mit 10.98 R.; 3. R. Dorchelmes mit 10.27 R.. 4. Fritz Dewald mit 10,19 R.; 5. Hch. Blum mit 10,15 R.; 6. Th. Schneider mit 10,14 R.; 7. Konr. Decker mit 10,03 R. Den silbernen Wanderbecher errang mit 6X12 = 72 Ringen Eduard Gondner. Di« Schießresultate können durchweg als sehr gut bezeichnet werden. Di« von den einzelnen Schützen im Winterhalbjahr erreichte Schieß- fertigt eit wird bei dem am Sonntag. 3. Mai, auf dem Waldschießstand beginnenden Eroßkaliber- schießen erneut unter Beweis gestellt werden können. Arbeiter Turn- und Gportbund Das interessanteste Spiel des kommenden Sonntags wird zwischen den beiden Nachbarn Gießen I gegen Wieseck I vormittags auf dem Trieb zum Austrag gelangen Beide Mannschaften lieferten sich bisher immer spannende Spiele: das bevorstehende Treffen dürste den früheren kaum nachstehen. Den Einheimischen ist ein Plus zuzusprechen und sie sollten als Sieger den Platz verlassen. In Lollar stehen sich Lollar I und Naunheim I gegenüber. Wenn die Gäste, die mit Ersatz antreten müssen, sich nicht sehr anstrengen, dürsten die Einheimischen als Sieger aus dem Kampf hervorgehen. In Wetzlar stehen sich Wetzlar I und Heuchelheim I gegenüber. Nach den bisher erzielten Ergebnissen dürften die Gäste das Spiel für sich entscheiden. Hachborn I ist in Marburg zu Gast und wird Sieg und Punkte wohl der dortigen ersten Mannschaft überlassen müssen. Wieseck II und Gießen II stehen sich am Sonntagvormittag auf dem Wiesecker Platze gegenüber. Zwei gleichwertige Gegner werden hier ihre Kräfte messen. Im Spiele Burkhardsfelden I gegen die Erste von Großen-Buseck in Großen- Buseck, ist bei den gleichoerteilten Kräften kaum eine Vorhersage möglich. Leun I wird in Rodheim I einen gleichwertigen Gegner vorfinden, der zugleich alles daran setzen wird, im Spiel Sieger zu bleiben. Großen-Linden I ist in Kinzenbach zu Gast, und wird sich um ein ehrenvolles Resultat bemühen müssen. Treis I und Rüddingshausen I werden sich in Treis ein scharfes Treffen liefern, während im Spiele Londorf I — Odenhausen I die Einheimischen Sieger bleiben dürften. Grünberg I und Marburg II stehen sich in Grünberg gegenüber, hier dürften die Einheimischen, wie auch im Spiele Grünberg II gegen Lich I die Gäste Sieger bleiben. Sichertshausen I und Allertshausen kämpfen in Sichertshausen. Annerod I hat Hausen I zu Gast, während sich in Beuern Beuern I und Saasen I gegenüberstehen. Nieder-Ohmen I und Watzenborn II treffen sich in Nieder-Ohmen. Frankenbach I wird wohl in Allen- dorf Punkte lasten müssen. Klein-Linden I und Gleiberg I dürften sich in Klein-Linden, Waldgirmes I und Launsbach I in Waldgirmes ausgeglichene Spiele liefern. Wißmar I wird seinen Gast, die Zweite von Di« Leichtathletik feiert ihr« fröhliche Auferstehung. Im Mittelpunkt der Erelgniss« steht am Sonntag das 11. Laufen und Gehen „Quer durch Berlin" über 25 Kilometer, gleichzeitig dl« erste Internationale Veranstaltung des Iahres. Dl« Eröffnung der Dahnfeste leitet Stettin mit guter Besetzung ein. 3m Tennis sind zur Zeit die Davispokalspiele das Tagesgespräch. 3m Kampf Deutschland—Südafrika fällt am Sonntag in Düsseldorf bi« Entscheidung. Eins der letzten großen Hallenseste der Schwimmer ist die 3ublläumsveranstaltung des SD. Aachen 06. Die erste internationale Damenreigen-Konkurrenz findet in München statt.- Hochbetrieb herrscht im Radsport. Bahnrennen sind vorgesehen in Berlin (Olhmpia- bahn), Braunschweig, Nürnberg, Erfurt, Münster und Rüsselsheim. Der Straßenrennsport steht im Zeichen der „Deutschland-Rundfahrt", die am Montag in Rüsselsheim beginnt. — 3m Motorensport sind das Hainbergrennen und die Motorradrennen auf der Fichtenhainbahn in Heide (Holstein) zu nennen. furter Gäste, die vor 14 Tagen ein derartiges Rennen vor namhaften süddeutschen Vereinen gewannen, den Wetzlarern und Einheimischen voraus sein. Zu unterer Dorsch au vom Freitag über das Spiel der Ligareserve gegen die erste Mannschaft von Watzenborn-Steinberg fei berichtigend mitgeteilt, daß das Spiel nicht in Watzenborn-Steinberg, sondern am heutigen Samstagabend auf dem Platz an der Liebigshöhe stattfindet. Oanöball tm Gau Hessen (D.T.) Io. Großen-Linden I — Io. Großen-Buseck komb. Für den kommenden Sonntag hat sich die Mannschaft des To. Großen-Linden die erste Elf des Tv. Grohen-Busecks verpflichtet. Durch Absage einiger Spieler sind die Gäste gezwungen Ersatz einzustellen. Immerhin werden die Großen-Lindener, auch geaen diese kombinierte Mannschaft vor keiner leichten Aufgabe stehen. Vorher spielen die Jugend und Schülermannschaften gegen die gleichen Mannschaften des To. Krofdorf bzw. Lützellinden. Handball tm Latin - Oünsberg - Gau Mit zwei weiteren Spielen werden am kommenden Sonntag die Spiele um die Gaumeifterfchaft fortgesetzt. Mit dem am vergangenen Sonntag er- ftritfenen Sieg über Atzbach spielt Wieseck in der Meisterrunde und trifft am Sonntag auf eignem Platz auf Londorf, während Garbenteich im zweiten Spiel gegen Dorlar antritt. In beiden Spielen sollen die Meister der Vorjahre sicher siegen. Richard Seth verläßt den Gau Hessen. Der Turner Richard Seth vom Turnverein Großen-Linden, der sich beim letzten Hessenturnkamps um den Wanderpreis des Staatspräsidenten als der beste Turner des Gaues Hessen erwies, ist, wie uns mitgeteilt wird, aus beruflichen Gründen nach Saarbrücken-Völklingen übergesiedelt. Der Turnverein Großen-Linden und mit ihm der Gau Hessen der DT. verliert dadurch einen seiner tüchtigsten Kämpen, der Gau und Verein des öfteren repräsentativ vertreten hat. Oer Mittelrheinkreis bei den Gerätemeisterschasten der OT. Unter den insgesamt 110 Teilnehmern bei den Deutschen Gerätemeisterschaften in Essen, über die wir schon kurz berichteten, befanden sich elf Auserwählle aus dem heimischen Mittelrheinkreis. Sie schnitten aber alle unerwartet schlecht ab. Rur drei von ihnen erreichten dl« Mindestpunktzahl 150 und konnten sich so in die Zahl der 68 Sieger einreihen. Richt ein einziger der Mittelrheiner ist unter den zehn ersten Siegern anzutreffen. Einigermaßen annehmbar placierte sich nur Frey, Kreuznach, an 18. Stelle mit 162V- P. Ferner wurden K r i m m e t, Mainz-Kostheim, der Zweitbeste im letzten Hessen- turnkampf in MainH, 20. Sieger mit 161 P., Fiedler, Darmstadt, 25. Sieger mit 15872 P Unter besonders unglücklichem Stern kämpften die bekannten mittelryeinischen Geräteturner aus Frankfurt a. M. Unter den Siegern finden wir an 33. Stelle mit ISS1/? P- noch A. Fink, Herford, den aus der Morbuvger Schule hervorgegangenen bekannten früheren Hessenturner. Kirchliche Hocbridtfen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 3. Mai. Cantate. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christen- ' lehre für die Neukonfirmierten der Matthäus» gemeinde; 9.30: Pfr. Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker. — llohcmneskirche. 8: Pfr. Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; zugleich Militärgottesdienst; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr: Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Psr. Lic. 2ßaas. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Sleinkinderschule. 9.45: Pfr. llic. Waas. — Klein-Linden. 9: Fcstgottes- dienst unter Mitwirkung der Iugendvereinigung. — Heuchelheim. 10: Pfarrassistent Seemann (Gießen); Abendmahl; 13: Christenlehre; Pfarrassistent Seemann. — wieseck. 9.30: Beichte; 10; im Anschluß Feier des hl. Abendmahls. — Alten-Vuseck. 14: Feier der Aufnahme der Kleinsten in die Schule. — Trohe. 15.30; im Anschluß Beichte und Abendmahl. — Kirchberg. 10: Kirchberg, 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Mainzlar; 13.30: Mainzlar; 13.30: Daubringen; Gottesdienst und hl. Abendmahl. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — wahenborn-Steinverg. 9: Beichte; 9.15: Nachkonfirmation, im Anschluß hl. Abendmahl (jüngere Ehe. leute); 11.15: Kinderkirche. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Draudt ; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinden. Samstag, den 2. Mai. Gießen. 16-30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 3. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- bigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 5.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Dienstag, den 5. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Ton"taaeb,cnit b.’llrt3tc u. Avotbcken am 3 5 3L Dr. S. Klein. Dr. Steinreich. Engelavorbeke. Sihn-TTAt 1 ' Buchinger. ’D Han-ball-Städiewetttampf I Wetzlar-Gießen. Auch in diesem Iahre wird die Städtemannschaft einige Spiele gegen starke auswärtige Gegner austragen. Das erste Treten findet am kommenden Sonntag auf dem Platze der Spielvereinigung 1900 statt, und zwar gegen die Siädteelf von Wetzlar. Die Gäste kommen mir ihrer stär.sten Garnitur. Die Mannschaften spielen in folgender Aufstellung: Wetzlar: Müller (Tv. Wetzlar); Frey (DfL. W tz ar) Berg äu vt (Tv. R e'. ergirmes); Pansch (Tv. W.), Koch (V.L.W), Reeg (Tv.W.); Rein- Hardt (Tv. Rdg.), Wagner (Tv.W.), Schmidt (Tv.Rdg.), Rold (Tv.W.), Blum (DfL. W.) Gießen: Balser (D,D.); Deitter (Tv. 1846), Ploch (Mlv.); Burlhard (Tv. 1846), Salz (Mtv.), Geiß (1900); Schüler (Mtv.), Seipp (Mtv.), Schmitt (Tv. 1846), S tremmel (Mtv.), Kaiser (1900). In der Gießener Mannschaft vermißt man Rothermel im Sturm und Geismar und Loh in ter Hintermannschaft. Doch ist die Elf in allen Teilen gut besetzt und den Wetzlarern ebenbürtig. Eine Hauptstütze ist Balser im Tor, der gegen den schuhgewa tigcn Gästesturrn erneut sein großes Können unter Beweis ftellm wird. In Anbetracht der vorzüglichen Spielstärke beider Mann- schallen dürfte ein interessanter Kampf zu erwarten sein. Leichtathletik der Sp.-Bg. 1900. Gerhardt (1900) läuft „Quer durch Berlin“. Nach dem Waldlauf haben am kommenden Sonntag 1900s Lang- bzw. Mittelstreckler noch einmal ausschließlich das Wort. Die Betätigung erfolgt nach zwei Richtungen hin. Einer Einladung des Berliner Athletik-Klubs folgend, startet Gerhardt bei dem internationalen 25-K:lometer-Laufen „Quer durch Berlin". Es ist.eine Riesenaufaabe, vor die der 1900er gestellt ist, wenn auch zu sagen ist, daß ihm die Strecke gut liegt. Die Elite der deutschen Langläufer wird in Berlin zusammentreffen. Es sei daran erinnert, daß im Jahre 1923 der große Vorgänger Nurmis, Tatu Kolehmainen, Finnland, und im Vorjahre sein Landsmann L a a k s o - nen Sieger wurden. Wenn Gerhardt einen günfti» gen Platz belegt, so dürfte dies schon als großer Erfolg zu werten sein. vereinskamps im Halbstunden-Paarlaufen. Auf eigenem Platz wartet die Spielvereinigung 1900 mit etwas ganz Neuem für Gießen auf: Während der zweiten Halbzeit des Städtehandballspieles auf dem 1900-Platz, wird ein Diervereins- kampf im Halbstunden-Paarlaufen durchgeführt. Es starten Fußballfportverein Frankfurt (Kaufmann-Hetzel), DfL. Wetzlar (Bärwinkel- Abb6e), Sportverein Wetzlar (Heberling-Wambach) und zwei Mannschaften des Veranstalters (erstes Paar: Peters I-Schaaf). Der Lauf geht in der Weife oenftatten, daß jedes Mannschaftspaar in dauernder Abwechselung — die Zahl der gegenseitigen Ablösungen steht in seinem Belieben — versucht, innerhalb der halben Stunde die größtmöglichste Strecke zurückzulegen. Es erhellt hieraus, daß der taktischen Einstellung und der Routine eine große Bedeutung zukommt. In dieser Beziehung dürften di« Frank- Gegen üblen Mandgernch Ah will nicht versäumen. Ihnen Mitteilung zu machen, daß ich feit dem Lebrauch Ihrer Zahnpaste „Chlorodont" nicht nur reine, weihe Zähne besitze, sondern auch den bei mir sonst üblichen Mundgeruch verloren habe. Ich werde 2hr Chlorodont aufs beste empfehlen." gez. E. (5., Mainz. Man verlange nur die echte Chlorodom'Zahnpaste, Tube 64 Pf. und 90 Pf, und weise jeden Ersatz dafür zurüL im Alter von 67 Jahren. Wiescck. den 2. Mat 1931. 3IO3U Die Beerdigung findet in der Stille statt i)265o 1. 2. Drogerie Winterhoff Kreuzplatz 10 3085 A Fernsprecher 3659 1209 D lHypteta 67851) Lager. 2938 A 3075 D ßi//igstep und bequemste/» ßnennstoff-r^g^h Beizt/ ’Keinfiaach, kein Paß. keinejck/acken K 3. 4. 5. 6. Fahrräder sämtliche Reparaturen prompt u. preis wert. Cbr. K. .verPfund 89bis90 Pi., wtcdec eingetrossen sowie 3fa.be Kordel, per Psund70Pi . Vorst- garn and Packpapier billigst. 02562 Kaiicrallee 20 v. PhotoWinterUoff Kreuzplatz 9 MW-kWtt Rollcn-Lagcr für alle Autos und Maschinen liefert 1268 d Fr. 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Das zur Verlosung kommende Vieh, nämlich drei Rinder, sechs Schweine, zwei Hämrnel und zwei Ziegenlämmer, wird vorher auf dem gleichzeitig stattfindenden Rindvieh-, Ziegen- und Schweinemarkt 3028D fflÜgeHersteller: T H OMPSON-WERKE G.m.b.H.. DUSSEIDORI b) Ziegen. 1. Böcke, drei Jahre und älter. 2. Böcke, zwei Jahre alt. 3. Böcke, ein Jahr alt. 4. Ziegen, dreijährig und älter. 5. Ziegen, zweijährig. 6. Ziegen, einjährig, milchend. 7. Zeitziegen. 8. Mutterlämmer, in 1931 geboren. c) Schweine. 1. Eber, ein Jahr und älter. 2. Eber, sechs bis zwölf Monate alt. 3. Sauen mit drei und mehr Würfen: a) tragende, b) mit Ferkeln. 4. Sauen mit 1 bis 2 Würfen: a) tragende, b) mit Ferkeln. 5. Jungschweine, über sechs Monate alt. Preisstiftungen in Höhe von annähernd 2000 RM. stehen seitens der obenerwähnten Körperschaften zur Verfügung. Die Anmeldungen der Prämiierungstiere ind bis spätestens 25. Mai 1931 an die Vorsitzenden der Zuchtvereine zu richten, und zwar für Rindvieh an Herrn Direktor Schönheit, für Ziegen an Herrn Kulturbauoberinspektor Kun; und für Schweine an Herrn Lehrer Meyer, sämtliche wohnhaft in Lauterbach. Bei der Anmeldung von Rindvieh ist Herdbuchnummer und Klasse mit anzugeben. Richt rechtzeitig gemeldete Tiere werden zur Prämiierung nicht zugelassen. Die Prämiierung für Herdbuchtiere, Schweine und Ziegen beginnt vormittags pünktlich 8% Uhr, für Richtherdbuchttere vormittags pünktlich 10 Uhr. Mit diesem Prämiierungsmarkt ist eine prämienmartt Lauter, ach. Mittwoch, den 10. Juni 1931 Pferde-, Rindvieh , Ziegen-, Schweine- und Krämermarkt. Die Prämiierung wird von dem Landwirtschaftskammerausschuß für Oberhessen, dem Kreisrinderzucht-, Kreisziegenzucht-, Kreisschweinezuchtverein und der Stadt Lauterbach gemeinsam ausgeübt. Prämiiert werden rein gezüchtete Tiere der Fleckviehrasse (Simmentaler) und Vogelsberger Rasse sowie Saanenziegen und Schweine des veredelten Landschweines nach folgender Klasseneinteilung: |/aIL Grau- und V Qllf Weiß-Stück öwk MM S von bester Quali- Sfi MA BC.Jh M aß «Ä tüt und größter W WWW WWW Ergiebigkeit zu. billigstem Preis C.Rübsamen, Gießen den Verwachs verbreitet. Schon das ist ein großer Vorzug. Verwachs kennt keinen scharfen, ätzenden Geruch, der die Augen angreift und deshalb besonders für Kinder schädlich ist. Wer Verwachs verwendet, wird nie des Geruches wegen über Kopfschmerzen klagen müssen. Der Tannenduft, den Verwachs ausströmt, ist wohltuend und erfrischend. Er regt die Nerven an. Verwachs ist das hygienischste Heim- Pflegemittel, es bindet den Staub und desinfiziert. < Und wie sicher geht man auf mit Verwachs bearbeiteten Fußböden und Treppen! Verwachs erzeugt herrlichsten Hochglanz, aber keine Glätte; ein Ausrutschen ist daher so gut wie ausgeschlossen. 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Schwägerin und Tante Frau Lina Wer, geb. Siabl 'W- Kriegerverein Gießen DieBeerdiannaun- seres Mitgliedes Kameradin Lydia Balte Krieaerwitwe findet Montag, 4. Mai, 2.30 Uhr auf dem Steilen Friedhof statt. Der Vorstand. __________3110 D «l.Bi Jen Wenn d stand at len Kabe abede Einzelh^ doch 'rwt derung u Portugals l'I Camoe5(k>f dien Parral gllchwett uberlir alter von W, h