Montag, 2. März VN 18j. Jahrgang Nr. 51 Erstes Statt e Außerkraftsetzung Schlichtungswesens. Not der des 2ch Vorbehalt, daß diese für den Dienst zwischen dem Mutterland« und den französischen Kolonien in Uebersee Verwendung finden. 5. hinsichtlich der 10 000-1 onnen-fitcu- zer sollen sich Frankreich und Italien gleich- stehen. 6. In der allgemeinen Kategorie der Hilfs- schiffe soll Frankreich eine leichte Ueber- l e g e n h e i t gegenüber Italien erhalten. 0er erste Eindruck in England Abwartende Halt'ng der Londoner Presse. London, 2. März (WTB. Funkspruch.) Die Blätter behalten sich in Erwartung der Einzelheiten der vorläufigen Flottenvereinbarung ihr endgültiges Urteil vor, drücken aber ihre Befriedigung über das bereits Bekanntgewordene aus. „Daily Herold" sagt: Wenn die Staatsmänner bei der internationalen Abrüstungskonferenz den gleichen Mut,unb Fähigkeiten zeigen würden, wie sie bei den jetzt beenoeten Besprechungen in Paris und Rom zu Tage getreten seien, dann dürften die Aus- sichten der Konferenz gut sein. — Im „Daily Telegraph" heißt es: Großbritannien sei natür- lich kein uninteressierter Vermittler gewesen, aber eine Verständigung zwischen den beiden eifersüchtigen Mittelmeermächten habe ohne Zweifel eines der größten Hindernisse der Abrü- stungsverhandlungen beseitigt. — „Daily E x - preß" sagt: Henderson und seine Mitarbeiter verdienten Lob für ihre Leistungen auf einem der heikelsten Gebiete der internationalen Diplomatie. — Das liberale „N e w - C h r o n i c l e" führt aus: Im Augenblick wollen wir dem geschenkten Gaul nicht ins Maul sehen, sondern alle Parteien beglückwünschen zu etwas, was auf den ersten Augenblick wie ein Sieg derSache des Friedens und der Vernunft aussehe. Wünsche der Parteien nicht auh-alionsoer- pslichtungen seien eine der Ursachen für die hohen Zollgrenzen, die die Genesung der Menschheit hindern. Die deutschen Zölle seien notwendig, das reparationsbelastete Deutschland könne nicht aus Maßregeln zur Herabsetzung seiner Einfuhr verzichten. Damit hänge zusammen, daß Länder, die an den Reparationen unbeteiligt, aber auf die AuS- fuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse angewiesen sind, in Schwierigkeiten geraten. Aber auch überall in den Empsängerländern werde mit Besorgnis aus das Absinken der deutschen Kaufkraft und die daraus beruhenden Ausfälle in den Weltmärkten geblickt. Der Boung- Plan habe Verpflichtungen für Deutschland geschaffen, aber ebenso Verpflichtungen für die anderen. Wohl bei allen Sachverständigen sei bei Abschluß des Voung-Planes die Hoffnung vorhanden gewesen, daß die Tatsache dieses den Dawes-Plan ablösenden Reparationsabkommens der Weltwirtschaft einen neuen Auftrieb geben werde. Die wirkliche Entwicklung habe dieser Hoffnung in gar keiner Weise entsprochen. Es sei hohe Zeit, daß etwas Reues in die Welt hineingebracht werde. Ob auf Grund des Voung-Plans oder über ihn ßin- auswachsend, sei gleichgültig. Es komme darauf an, daß die starken Kapitalkräfbe und Ka- pitalmächte der Welt sich die Hand zu g e m e i n - samem Handeln, zur Rettung der Völker der Kulturwelt reichten. Voraussetzung dabei ser die Verständigung auch mit denen, denen bas Geld zugeführt werden solle, und der Verzicht auf die Verbindung politischer oder polikk- ahnlicher Forderungen mit der Kapitalgewährung. 6rid)etnt täglich,autzo Bonntags anb Feiertags Beilagen Die Illustriert, Bietzen« FamilienbläNe, Heimat im Dlld Die Scholle SIOBats* Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Nelchspfenmg für Träger» lohn, auch bei Nichter- Beinen einzelner Nummern folge höherer Gewalt. zenrlvrechanfchlülfe enterSamme Inummer 2251 Anschrift kür Drahtnachrichten Hnjelger Liehe». Postscheckkonto: 8ra*tturt am Main 11686 Der Reichsbankpräsident, fuhr Dr. Luther fort, müsse deutlich sprechen. Die gegenwärtige habe ihren Grund nicht in Mängeln Währung. Viele der Pläne, die darauf aus- ginaen, durch Währungsexperimente die Rettung zu versuchen, seien nichts anderes als Wege zur neuen Inflation. Die Machtmittel der Reichsbank seien zur Verhinderung einer Inflation durchaus genügend. Der Währung drohen keine Gefahren. Es fei von entscheidender Wichtigkeit, daß d i e Bahn für das natürliche Spiel der marktwirtschaftlichen Kräfte frei sn und mithin, wo erforderlich, frei gemacht werde. Daß die Reparationsleistungen den marktwirlschaftlichen Organismus der . Welt immer mehr schädigen und untergraben, diese Erkenntnis setze sich in steigendem Maße bei den Sachverständigen des Wirtschajts- Giegerwald begründet den sozialpolitischen Kurs Oer Etat des Reichsarbeitsministeriums im Haushaltsausschuß. Oer Bottstrauertag in Berlin. Der Neichspräsid nt bei der Feier int Reichstag. Berlin, 1. März. (WTB.) Zu der heute wie alljährlich am Sonntag Reminiszere abgehaltenen Gedenkfeier des Dolksbun- des Deutsche Kr i e g s g rä b e r f ü r s o r g e war der Plenarsihungssaal des Reichstags eindrucksvoll und würdig geschmückt. Die Rednertribüne zierten zwei von Reichsregierung und Reichstag gestiftete Kränze in den Reichsfarben. Punkt 12 Ahr nahm der Herr Reichspräsident, durch Erheben der Versammlung begrüßt, in der Präsidenten löge Platz, begleitet vom Reichstagspräsidenten Lobe, den Reichsministern Groener und Wirth, dem früheren Reichswehrminister Gehler als Präsidenten des veranstaltenden Dolksbundes, dem Ghef der Marineleitung, Admiral Räder, dem Chef der Heeresleitung, General Freiherr v. Hammerstein, Staatssekretär Meißner und Oberstleutnant v. Hindenburg. Auf der Rc- gierungstribüne hatten Platz genommen Reichskanzler Dr. Brüning, Vizekanzler Dietrich, die Reichsminister Dr. Cmrtrus. v. Guörard, Treviranus. Der erste Schriftführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Dr. Eulen hielt die' Gedenkrede, die von musikalischen Darbietungen des Kosleckschen Bläserbundes und des Erckschen Männ rg:sangve>e ns ftima u gä oll umrahmt war. Mit den Klangen der ersten Strophe des Liedes „3d) hatt' einen Kameraden und dem von der ganzen Versammlung stehend gesungenen Deutschlandlied schloß die Feier. Der Herr Reichspräsident schritt nach dem Terlassen des Reichstages in Begleitung des Reichswehrministers Groener die vor der Freitreppe aufgestellte Ehrenkompanie' des Wachregiments unter den Klängen des Präsenticrmarsches ab. Dem Reichspräsidenten wurden bei seiner Ankunft wie bei der Abfahrt lebhafte Huldigungen dargebracht. Die Kriegslage im 3uni 1918. ÄriMche Tage vor dem Wendepunkt. Aeuyork, 28. Febr. (WTB-) Rew Bork Times, die in täglichen Fortsetzungen die Kriegserinnerungen des früheren amerikanischenHöch st kommandieren- den der amerikanischen Armee, General Pershing veröffentlichen, drucken heute einen Brief Pershings an den früheren Kriegsminister Baker ab, der im Juni 1918 geschrieben ist, und in dem Pershing dringend weitere zwei Millionen Soldaten und eine weitgehende DeschäftigungvonFraueninden Munitionsfabriken verlangt, da die Aussichten sehr ungünstig seien. „Wenn in diesen Jahre", so heißt es in dem Schreiben wörtlich, noch weitere ernste Rückschläge kommen, dann wird es sehr schwerfallen, Frankreich überhaupt noch im Kriege zu halten. Die moralische Widerstandsfähigkeit sowohl der französischen als auch der britischen Truppen ift nich t wie sie sein sollte. Unsere zweite und dritte Division haben in Wirklichkeit die Deutschen zum Halten gebracht, die Franzosen waren der Aufgabe nicht gewachsen." staatlichen gab zur Antwort, daß ich" dafür nicht zu haben sei. Es geht nicht an, daß man in einem Zeitpunkt, wo man die Wohnungspolitik umwirft, die Ar- beitsloscnpersicherung vom ReichSetat abhängt, die Steuern für die breiten Massen erhöht, Lohnkürzungen durchführt, gleichzeitig die Arbeitnehmer des letzten lohnpolitischen Schuhes beraubt. Daß in der Regelung der Arbeitsbedingungen noch manches gebessert werden kann, weiß ich natürlich auch. Auch ich wünsche, daß die beiderseitig« Verantwortung gesteigert werden möge. Die Parteien können im Einzelsall über Geltungsbereich, Inhalt und Laufdauer des Tarifvertrages reifliche Ueber- legungen anstellen. Die Schlichtungsbehörden werden die auf die Bedürfnisse abgestellten Leipzig, 1.März. (WTB.) Aus dem Presse- abend der Leipziger Meste wandte sich Reichs- bankpräsident Dr. Luther gegen die politische Ausschlachtung des neuen Rcichskredits und der Beteiligung französischer Banken daran und sagte, es handele sich bei diesem Reichskredit um einen höchst unsensationellen Vorgang lediglich fin anz tech n i sch e n Charakters, der in normalen Zeiteii überhaupt nicht beachtet worden wäre. Bei annähernd fünf Millionen Erwerbslosen werde kein Kundiger behaupten, daß Deutschland über den Berg sei. Deshalb handele es sich an erster Stelle immer noch um die tatkräftige Fortsetzung des inneren Reform Werkes, sowohl un Sinne einer unmittelbaren Sparsamkeit wie durch Vereinfachung des gesamten St aa t s - undVerwaltungsorganismus. Wie es aber auch weitergehen möge, aus der bisherigen Entwicklung muffe festgehalten werden, was das Reich feit einem Jahre in der Ordnung ferner Finanzen geleistet habe. Eine gerechte Beurteilung erfordere die Hervorhebung der ^atsache. daß sich in diesem Jahre schwerster Rot der Schuldenstand des Reiches zwar etwa um 500 Millionen Waick, aber doch eben nur um diese 500 Millionen Mark erhöht habe und dabei die schwebende Schuld in ihrer Höhe unverändert geblieben sei. Berlin, 1. März. (VDZ.) Der Haushalts- ausschuß des Reichstages begann die Beratung des Haushaltes des Reichsarbeitsministeriums. Reichsarbeitsmini st er Dr. Steger- wa ld erklärte zu seinem Etat' Ein Allheil-Mittel für die Behebung der gegenwärtigen Krise gibt es weder in Deutschland, noch in Europa, noch in der Welt. Die preußisch« Regierung hat vorgeschlagen, ein großes M e - livrationsprogramm auszustcllcn, das neunte Schuljahr einzuführen und ein« gesetzliche Vorschrift zu erlassen. daß weiter« Ar- beiterentlafsungen nur dann vorgenommen werden dürfen, wenn ein« entsprechende Arbeitszeitverkürzung durchgeführt fei. Wieder andere versprechen sich viel von der Arbeitsdienst p s l i ch t. Der Reichsfinanzminister hat vor kurzem die Frage aufgeworfen, ob nicht einige für die Gesamtwirtschaft b-efond«rs wichtige Industrien dadurch belebt werden könnten, daß ihnen aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung oder der Krisenfürsorge Vergünstigungen eingeräumt werden sollten, wenn sie mehr Arbeiter ein st eilten. Von gewerkschaftlicher Seite ist vorgeschlagen worden, die Arbeitszeit vorübergehend auf 42 oder 40 Stunden zu verkürzen. bzw. die Fünftagewoche einzuführen. Alle diese Vorschläge enthalten einen gesunden Kem. Aber meines Erachtens ist generell keiner durchzusühren. Am umfassendsten geht meiner Ueberzeugung nach das Sanierungsprogramm der Reichsregierung an die Dinge heran. Sein Ziel ist, unter allen Umständen 0 r fr- fi u n g In fr i e Finanzen der öffentlichen Hand zu bringen, Sicherheit und vertrauen und damit die Grundlage für eine langfristige Kreditpolitik zu schaffen. Das sind natürlich Aufgaben, die nicht von einem Tag zum anderen Tag gelöst werden können. Bis dahin kann man selbstverständlich nicht die Arbeitslosen ihrem Schicksal überlassen. In der Frage der Meliorationen gibt es keinen Streit. Seit Jahren werden diese mit öffentlichen Mitteln gefördert. Sobald die Beschaffung langfristiger Gelder möglich ist, soll und kann mit einem großen Programm begonnen werden. Ueber die Frage der fremdländischen Landarbeiter haben sich Reichsregierung und Reichsrat geeinigt. Das Ziel ist, möglichst bald ohne diese landwirtschaftlichen Arbeiter auszukommcn. Das 9. Schuljahr ist nur als vorübergehende Zwangsmaßnahme denkbar. Auch Arbeitgeber und Arbeitnehmer sträuben sich dagegen, weil sie dafür die Kosten aus den Mitteln der Arbeitslosenversicherung aufbringen sollen. Von der A r b e i t s d i e n st p f i i ch t verspreche ich mir nicht den sachlichen Erfolg und die moralische Wirkung auf die jugendlichen Arbeiter, wie sie von den Befürwortern erwartet wird. Die Besprechungen im Reichsarbeitsminifterium tarnen zu dem gleichen Ergebnis. Anders steht es mit dem Gedanken des freiwilligen Arbeitsdien ft e s, der zweifellos vieles für sich hat. Für die Pläne, die der Reichsfinanzminister ventilierte, kommen in der Hauptsache Kohlen, Eisen, Schiffsbau und Reichsbahn in Frage. Im ganzen erheben sich grundsätzliche Bedenken, die gegen jede Sonderunter st ützuna einzelner Wirtschaftszweige aus öffentlichen Mitteln bestehen. Wenn überhaupt, so dürften Subventionen nur in den seltenen Ausnahmefällen vertretbar fein, wo Interessen des ganzen Volkes auf dem Spiele stehen. Die Arbeitszeitverkürzung kann auch nicht al» das große Allheilmittel angesehen werden. Denn es ist zu überlegen, daß nur noch gut d i e Hälfte der Arbeitnehmer in Industrie, Gewerbe, handel und verkehr voll be- befchäftigt ist. Betrachtet man bi« in dielen Wirtschaftszweigen nicht ober nicht voll ausgenuhtcn Arbeitskräfte und die Beschäftigten als eine Einheit, dann ist zu sagen, daß gegenwärtig in diesen Wirtschaftsgebieten täglich etwa nur 51/» Stunden gearbei te t wird. Ich kann nicht so optimrstilch sein, zu glauben, daß eine schematische Arbeitszeitverkürzung in der komplizierten deutschen Dolkswirtfchaft viel erreichen kann und bah man ohne Mehrproduktion den Lebensstandard des deutschen Volkes aufrechterhalten kann. Das ist aber nicht mein letztes Wortuber die Arbeitszeitverkürzung. Führen andere Mittel nicht zum Ziele, dann muß man trotzdem zu einer Arbeitsstreckung und zu einer Arbeitszeitverkürzung gelangen. Denn es ist meines Erachtens für uns nicht tragbar, im ganzen Jahre 1931 vier und mehr Millionen Menschen auf der Straße zu haben. . . Heber die deutsche amtliche Lohnpolitik herrscht noch immer große Verwirrung. Rach der volkswirtschaftlich-praktischen Seite hin stand die Reichsregierung im September 1930 vor der Frage, was ist bei unserer Gesamtlage gegenwärtig das Primäre? Die Senkung der Gestehungskosten oder die Einführung einer verkürzten Rotarbeitszeit? Die Reichsregierung sah aus außen- und inner- politischen Gründen die Senkung der Gestehungskosten als das Primäre an. Dabei konnte keine Regierung, mochte sie aussehen wie sie wollte, an der Lohnfrage vorbeigehen. Bei der Lrörle- ctmg dieser Frage halte ich sowohl das versteife« GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttl lind Verlag: vrühl'fche Untverfitätr-Vllch. und Stehrtrnderei B. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. auf die Kaufkraft-Theorie als auch eine allgemeine Lohnkürzung von 20 bis 25 Prozent für falsch. Die Kaufkraft-Theorie hat nicht verhindert, daß cs auch in Amerika zu einem wirtschaftlichen und in Australien zu einem finanziellen Zusammenbruch kam. Andererseits ist bei der wirtschaftlichen Gesamlstrultur Deutschlands ein allgemeiner Lohnabbau von 20 bis 25 Prozent k e in Allheilmittel für die deutsche Wirtschaftsgesundung. Kohle und Eisen befinden sich gegenwärtig in einer sehr schweren Krise. Hier waren Preissenkungen erforderlich. Und um Preissenkungen durchführen zu können, mußte auch in der Lohnfrage nachgegeben werden. Die Regierung kann nicht plötzlich von diesem Kurs abweichen und sagen, jetzt ist das Primäre die Arbeitszeitverkürzung. Das würde praktisch zu einem Lohnchaos führen. Bis zum 1. April sind etwa 80 Prozent aller Tarife erneuert. Sache der Regierung nach dem 1. April wird es fein, zu überlegen, ob noch auf eines der letzten Hilfsmittel, nämlich auf die gesetzliche Arbeitszeitverkürzung, zurückgegriffen werden muß, falls bis dahin das Arbeitslosenheer nicht wesentlich vermindert werden konnte. Der lohnpolitische lieber- gang zu diesem Schritt ist nicht einfach. Kürzlich forderte eine maßgebliche Arbeitgeber- Vertretung eine mindestens vorübergehende Sie Konmmalwchlen im Freistaat Vmiinschweig Oie Tendenzen der letzten Ireichstagöwahl vom 14. September 1930 wirken sich weiter aus. Lleberall ruhiger Verlauf. Trotz schlechten Wetters gute Beteiligung. Braunschweig, 1.März (WTB.) Im Freistaat Braunschweig fanden heute Kommunal- wahlen statt. Es handelt sich um die Wahlen zu den Stadtverordnetenversammlungen, Gemeindeversammlungen und Kreistagen der sechs Verwaltungsbezirke. Die letzten Kommunalwahlen waren im Jahre 1928, während die letzten Landtagswahlcn gleichzeitig mit den Reichstagswohlen am 14. September 1930 stattgefunden haben. Bei den St'reis= tagswahlen handelt es sich meist um vier oder fünf Wahlvorschläge, neben den Listen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten stehen eine oder zwei bürgerliche Listen. Bei den Stadlverordnetenwahlen ist das Bürgertum in stärkerem Maße geteilt. Die Propaganda ist sehr lebhaft gewesen. Alle Parteien haben besondere Anstrengungen gemacht. Die Prominenten sämtlicher Parteien von Eitler und Hugenbcrg bis Thälmann haben in den letzten Tagen hier gesprochen. Die Wahlen selbst sind, soweit sich übersehen läßt, ruhig verlaufen. Das Wetter war sehr veränderlich, Graupelschauer und Schneetreiben wechselten mit Sonnenschein. Die Straßenpropaganda war nach den Anstrengungen der Parteien in der letzten Woche mäßig. In der Stadt Braunschweig setzte die Wahlbeteiligung nur langsam ein und wurde erst gegen Mittag und Nachmittag stärker (insgesamt 84 v. $.). Aus dem Lande wird verschiedentlich gute Beteiligung gemeldet. Oie Giadtverordnetenwahlen Das Ergebnis der Stadtoerordnetenwahlen in der Stadt Braunschweig ist folgendes: Sozialdemokraten 37 672 (gegen Stadtverordnetenwahlen 1928: 44 803), Nationalsozialisten 27 040 (3814), Kommunisten 12 236 (4324), Deutsche Staatspartei 1427, Reichspartei der nationalen Mitte 154, Mittelstandsliste 6200, Deutschnationaie 4471, Nationale Einheitsliste 7924. — Bei der letzten Reichstagswahl 1930 erhielten Sozialdemokraten 41621, Nationalsozialisten 25 252, Kommunisten 8828, Deutsche Staatspartei 2968, Deutschnationale 4999. Die Sitze in der neuen Stadtverordnetenversammlung verteilen sich nach vorläufiger Errechnung wie folgt: 14 Sozialdemokraten (19), 10 Nationalsozialisten (1), 4 Kommunisten (1), zusammen 7 Sitze der Mittelstandsliste der Deutschnationalen Bolkspartei und der Nationalen Einheitsliste. (1928: Demokraten 1 Sitz, Dolksrechtspartei 1 Sitz und die bürgerliche Einheitsliste 12 Sitze.) Bei der Wahl hatten von 115 560 Wahlberechtigten 97 124 das Wahlrecht ausgeübt. Das bedeutet eine 84pro- -zentige Wahlbeteiligung. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Blankenburg erhielten dis Sozialdemokraten 1958 (letzte Reichstagswahl 2120) Stimmen, Nationalsozialisten 2248 (1915), Kommunisten 959 (857), Deutsche Staatspartei 181, Wirtschaftspartei 495, Bürgerliche Einheitsliste 1651 Stimmen. Ergebnis der Stadtverordnetenwahl in Holzminden: Sozialdemokraten 1831 (letzte Reichstagswahl 2247), Nationalsozialisten 1851 (1866), Kommunisten 920 (690), Bürgerliche Einheitsliste 1091, Beamtcnliste 628, Haus- und Grundbes'tzer- liste 179, Nationale Volksgemeinschaft 297 Stimmen. — Stadtoerordnetenwahl in Helmstedt: Sozialdemokraten 3706 (3858), Nationalsozialisten 1417 (1918), Kommunisten 825 (537), Zentrum 501, Vereinigter Mittelstand 1471, Jungbürger 1076, Bürgerliche Einheitsliste 818 Stimmen. v In der Stadt Wolfenbüttel erhielten bei c der Stadtoerordnetenwahl die Sozialdemokraten y-2449 (gegenüber 2963 bei der letzten Reichstagswahl und 2844 bei der letzten Landtagswahl), die Natio- nalsozialisten 3962 (3815 bzw. 3299), die Kommunisten 1833 (1609 bzw. 1629), eine bürgerliche Einheitsliste 2155 Stimmen. Oie Kreistagswahlen. Bei der Kreistagswahl im Kreise Braunschweig-Land erhielten die Sozialdemokraten 9624 Stimmen (gegenüber 11 287 bei der Reichstagswahl am 14. September), die Nationalsozialisten 7230 (7673), die Kommunisten 1640 (1253), eine uationa^urtschaftliche Einheitsliste 5710 Stimmen. (In dem heutigen Ergebnis ist die Enklave Thedinghausen bei Bremen nicht enthalten, die in der Vorzahl inbegriffen ist.) 3m Kreise Helmstedt wurden zur Kreistags- Wahl abgegeben für die Sozialdemokraten 15 967 (6et der Reichstagswahl 1930 17 538) Stimmen, Nationalsozialisten 12 267 (11921), Kommunisten 2474 (2091), nationale Front der Deutschnationalen Volkspartei 2990 (Deutschnationale 2855), Mi te^standsl ste 4906, nationale Einheitsliste2812. 3m Kreise Holzminden erhielten die Sozialdemokraten 12 395 (letzte Reichstagswahl 14 225) Stimmen, Nationalsozialisten 7677 (7218), Kommunisten 2035 (1500), nationalwirtschaftliche Einheitsliste 4000, nationale Mittelstandsliste 1629. 3m Kreise Gandersheim entfielen aus die Sozialdemokraten 13 950 (letzte Reichstagswahl 15122) Stimmen, Nationalsozialisten 8541 (7047), Kommunisten 1058 (950), nationalwirtschaftliche Einheitsliste 4665. 3m Kreise Blankenburg erhielten die Sozialdemokraten 7929 (letzte Reichstagswahl 8419) Stimmen, Nationalsozialisten 5750 (5581), Kommunisten 3196 (3451), bürgerliche Einheitsliste 4392, Deutsche Staatspartei 370. 3m Kreise Wo lfenbüttel entfielen auf die Sozialdemokraten 15 574 (letzte Reichstagswahl 18 760), Nationalsozialisten 16 021 (16 706), Kommunisten 3590 (3244), Nationale Front der Deutschnationalen Volkspartei 4040 (Deutsch- nationale 2979), Nationalwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft 5559. Nie Meinung in Berlin. Berlin, 2. Marz. (ERB.) Das Ergebnis der Braunschweiger Wahlen wird von den 'Berliner Montagsblättern fast übereinstimmend dahin gekennzeichnet, daß die Sozialdemokraten ebensowiedasBürgertum verloren, die Kommunisten und die Nationalsozialisten eine Zunahme zu verzeichnen haben, wobei von der „Montagspost" und dem ^Montag Morgen" besonders die Tatsache unterstrichen wird, daß die Nationalfozialisten auf dem Lande im Gegensatz zur Stadt Braunschweig Verluste erlitten haben. An dem Zuwachs der Nationalsozialisten und an die unter Berücksichtigung der geringeren Wahlbeteiligung im allgemeinen etwa gleichgebliebene Stimmenzahl der Deutschnationalen knüpft der „M o n t a g" (Hugenberg) die Folgerung, daß die Parteien, die durch den Auszug aus dem Reichstag dem Kabinett Brüning den Kampf angesagt haben, in dem Urteil der Wähler von Braunschweig dieRichtigkeit ihrerPoli- t i k bestätigt erhalten haben. Das Blatt betont den sehr starken Verlust der Mittelparteien in Braunschweig, der fast 50 Prozent gegenüber der Wahl vom 14. September betrage und mißt der Staatspartei insbesondere die Verantwortung dafür zu, daß in der neuen Stadtverordnetenversammlung von Braunschweig 17 antimarxistische Vertreter 18 Sozialdemokraten und Kommunisten gegenübersihen. Wären die 1400 Stimmen der Deutschen Staatspartei nicht einfach ausgefallen, sondern den anderen bürgerlichen Parteien zugute gekommen, wäre nach der Behauptung des Blattes eine sichere antimarxistische Mehrheit vorhanden gewesen. Unter den jetzigen Umständen, Moskau, l.März. Heute abend begann der Prozeß gegen das Unionbureau des Zentralkomitees der Menschewiken im Verbandshause der Moskauer Gewerkschaften. 2000 Fabrikarbeiter sowie zahlreiche Vertreter der Sowjet- und der Auslandspresse wohnten den Verhandlungen bei. Die Frage des Ge- richtsvorsitzenden Schwernik, welcher Partei die Angeklagten angehören, beantworteten diese: „Wir gehören der Russischen Sozialdemokratischen Arbei terpartei der Menschewiken an." Nach der Veröffentlichung der Anklageschrift gibt eine Reihe von Vorgängen Veranlassung zu der Annahme, daß der neue Riesenprozeh mit Todesurteilen enden wird. Wie vor dem Ramsinprozeh, so treffen auch jetzt aus allen Gegenden der Sowjetunion Entschließungen und Aufrufe von Partei- und Arbeiterorganisationen ein, die die schwersten Strafen gegen die Menschewistenführcr forbem. 3n Moskau, Leningrad, Charkow, Kiew, Minsk und anderen Städten wurden Versammlungen veranstaltet, in denen gefordert wurde, die „wild gewordenen Kleinbourgeois" nicht zu schonen. Amtlich wird ein Auszug aus den Aussagen der Angeklagten verbreitet, aus dem hervorgeht, daß das Bureau des Zentralkomitees der Menschewisten von den Angeklagten Groman, Scher, Ginsburg u. a. m. Anfang 1928 im Ausland gegründet wurde. «Seitbem habe alljährlich eine VoMversammlung statt- oefunden, auf der die Fragen der Verbindung mit der sogenannten 3ndu- striepartei, der Sozialrevolutionären Partei, und der Kulakengruppen besprochen wurden. Zuletzt sei auch schon die Frage der Durchführung der Schädlingsarbeit und der Vorbereitung einer 3ntervention zum Zweck der Wiederherstellung des kapitalistischen Staates erörtert worden. Die Mitteilung führt die Aussagen der einzelnen Angeklagten an und sagt, Scher habe ausgesagt, dah das Bureau aus dem Ausland im ersten 3ahr 480 000, und in den folgenden 3ähren 120 000, 200 000 und 160 000 Rubel erhalten habe. Auch von der 3ndustriepartei sei es mit 200 000 und 280 000 Rubel unterstützt worden. Groman habe ausgesagt, daß durch die Vermittlung des ausländischen Bureaus der Menschewisten von den deutschen Sozialdemokraten durch Hilferding und außerdem von der 2. 3nternationale erhebliche Summ e n dem Bureau zugeflossen seien. Alle westeuropäischen sozialistischen Parteien und die 2. 3nternationale hätten durch Vermittlung der deutschen Sozialdemokratie das Durau finanziell unterstützt. Diese habe sogar ihre Bereitschaft erklärt, „weitgehend die Partei- und besonders die Schädlingsarbeit der Menschewisten zu finanzieren". Schließlich geht die Mitteilung die einzelnen Phasen der Tättg- keit der Menschewisten durch unb sagt, daß sie es fertiggebracht hätten, im Handelskommissariat, im Obersten Dolkswirtschaftsrat und im Staats- planausschuh ihre Zellen zu bilden, die es sich zum Ziel gesetzt hätten, die Lebensmittelversorgung zu d e s o r g a n i s i e r e n die Preise UeberfoU auf einen Banffaffenboten. 3n Berlin wurde der Kassenbote Otto Schulze, der von der Reichsbank 10 000 Mark abgehoben hatte, im Flur des Bankhauses, in dem er beschäftigt ist, plötzlich von drei Männern überfallen. Einer der Täter schlug ihn mit einer mit Lappen umwickelten Eisen- stange über den Kops, der zweite bedrohte ihn mit einer Pistole und der dritte entriß dem halbbetäubten Manne die Aktentasche mit dem Gelbe. Die Täter schlossen bie Tür hinter sich ab, so daß ihnen zunächst niemand folgen konnte. Die Räuber' flüchteten in einer Auto- droschke, die mit laufendem Motor auf sie wartete. Schulze hat eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. 5)ie/ geraubte Aktentasche enthielt 10 000 Mark. Schweres Autounglück in Schweden. 3n der Nähe von Gotenburg ereignete sich mn Sonntao ein schweres Unglück. Ein mit sechs Personen besetzter Kraftwagen brach durch die Eisdecke durch und sank 15 Meter in die Tiefe. Der Chauffeur unb ein Insasse konnten gerettet werden, die übrigen vier e r t r a n k e n. Der Chauf- feur befand sich mit den Kindern seiner D i e n st h e r r s ch a f t auf dem Wege zu den Eltern der Kinder. Ein holländischer Fischdampfer an der schottischen Küste gesunken. Von Nosehearty an der schottischen Küste wurde bei schwerem Sturm ein k i e l o b e n t r e i b e n. der Dampfer beobachtet. Man fürchtet, daß die Besatzung, die aus 12 bis 16 Mann bestanden haben dürfte, ertrunken ist. Die Leiche eines schließt der „Montag" feine Betrachtung, wird in der Braunschweigischen Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheitsbildung überhaupt nicht möglich sein. — Die „M ontagspoft" (Ullstein) weist darauf hin, daß die von den Nationalsozialisten propagierte Zerschlagung der marxistischen Front nicht gelungen ist, daß vielmehr die bürgerliche Front geschlagen erscheint. Oer Vergleich mit dem 14. (September. Brau,»schweig, l.März. (WTB.) Zur Vergleichung mit den zur Reichstagswahl im September 1930 abgegebenen Stimmen können von den heutigen Ergebnissen der Kommunalwahlen die auf die Sozialdemokraten, Nationalsozialisten und Kommunisten entfallenden Stimmen herangczogen werden. Ls ergibt sich nach unserer Berechnung folgendes Bild: 3 m ganzen Freistaat Braunschweig »vurden heute abgegeben: für die Sozialdemokraten 113114 (gegenüber 126 972 bei der Reichslagswahl 1930) Stimmen, Nationalsozialisten 85 079 (83 398), Kommunisten 26 231 (21 370) Stimmen. Die anderen Wahlvorschläge für die Kreistage können zum vergleich nicht herangezogen werden. künstlich in bie Höhe zu treiben, bie ordnungsmäßige Warenverteilung zu vereiteln, den Mangel an 3nduftriewaren zu verschär- f c n usw. Zum Schluß hätte sich ihre Tätigkeit schon darauf erstreckt, bie 3ntervention unb bie Beseitigung bet Sowjetmacht vvrzubeveiten. Nach dem Verlese»» ber Anklageschrift wurden alle Angeklagten aufgefordert, über ihr bisheriges Leben zu berichten. Der Vorsitzende Schwevnik fragte die Angeklagten, ob sie irgendwelche Einwände gegen das Gericht habe»». Die Angeklagten verneinen. Alle Angeklagten bekennen sich zu der ehemaligen russischen Sozialdemokrattschen Partei und erklären, dah sie lange 3ahre im Dienste der Sozialdemokratie gestanden haben. Der Oberste Staatsanwalt Krhlenko verlangt im 3nteresse des Prozesses die Ladung folgender Zeugen: Des Führers der russischen Bauernpartei Professor Kondrat- j e w, der sich schon seit 14 Monaten in Haft befindet, des in dem 3ndustrieprozeß abgeurteilten Ramsin und seines Gehilfen L a r i s ch e w. Außerdem verlangt Krhlenko, bah bie von ber OGPA. verhafteten 3ngenieure Gwosbow, Nekr as ow unb Scheludkow als Zeugen geloben werden. Das Gericht gibt dem Anträge statt. Der Vorsitzende des Gerichts fragt, ob bie Angeklagten eine Verteidigung wünschen. Zwei von den 14 Angeklagten erklären, dah sie eine Verteidigung wünschen. Das Gericht ernennt die Moskauer Rechtsanwälte Kommodow und Brande 511 ihren Verteidigern. Die übrigen zwölf Angeklagten hoben auf die Verteidigung verzichtet. Der Vorsitzende erflärt sodann, bah die Verhandlungen des Gerichtes öffentlich fein werden. Damit wurde die Sitzung geschlossen. Die Angeklagten wurden unter strenger Bewachung wieder in das Gefängnis geführt. Wie die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion meldet, haben nach vierstündiger Verlesung der Anklageschrift alle An geklagte n auf die Frage des Vorsitzenden sämtliche erhobenen Beschuldigungen anerkannt. OiedeutscheGozialdemokratie dementiert entschieden. Berlin, 28. Febr. (CNB.) Zu den Behauptungen in ber Anklageschrift im Moskauer Mensche- wisten-Prozeß, die deutsche Sozialdemokratie habe das Unionsbureau mit Geldmitteln unterstützt, erklärt der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands: „Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat niemals durch Geldzuwendungen oder anderweitige Unterstützungen irgendeine Art von S cb ädlingsarbeit in Rußland gefördert. Sie hat auch niemals durch Geldzuwendungen oder anderweitige Unterstützungen irgendwelche Interventionsabsichten oder Aufstandsbewegungen begünstigt. Alle gegenteiligen Behauptungen, die offensichtlich nur erfunden morden sind, um unsere russische Bruderpartci zu verleumden, erklären wir für unsinnige Lüge n." Seemannes wurde ans Ufer gespült, ferner ein Rettungsboot und ein kleines Beiboot, aus deren Aufschriften man entnimmt, daß es sich um einen Fischdampfer aus Vmuiden handelt. Ein Meter Neuschnee im Allgäu. Seit Sonntag schneit es im Tal unb in den Bergen mit kurzen Unterbrechungen. Die Neuschneebecke beträgt im Tal bereits bis zu einem halben Meter. Von ben Höhenlagen werben 1 bis 1,5 Meter Neuschnee gemeldet. Die Kraftpostlinien haben ben Betrieb wieder einftellcn müssen. Dr. Wolf aus der haft entlassen. Der wegen Verdachtes des Vergehens gegen § 218 verhaftete praktische Arzt Dr. Friedrich Wolf in Stuttgart ist aus der Haft entlassen worden, nachdem erdieKautionvon 10000 Mark gestellt hatte. Der Eisenbahnmörder gefleht. Ein am Sonntagfrüh in Lüttich festgenommener Araber, ber verbächtig war, den UeberfaU und den Mord im Nachtexpreh Ostende — Köln verübt zu haben, hat bei seiner Vernehmung ein umfassendes Geständnis abgelegt. (Eröffnung der Lustpoststrecke London-Tangcmyika. Der englische Luftbienst von London nach Zentralafrika wurde mit dem Start eines Post- flugzeuges, das ungefähr 40 000 Briefe für Afrika unb 3nbien mit sich führt, eröffnet. Der Flug von Lonbon nach Tanganyika wirb neun Sage in Anspruch nehmen. Die Fluglinie soll bis zum Kap bet Guten Hoffnun a verlängert werden. Neuer Moustreprozeß in Moskau. 14 russische Sozialdemokraten wegen Sabotage und Hochverrats vor dem Gericht Aus aller Well. Wie Polen Genugtuung gewahrt. Echeinverurieilungcn von Polnischen Aufständischen. Ka ttowitz, 28. Febr. (WTB.) Das Burg- gericht verhandelte über zwölf im Landkreise Kattowitz verübte Wahlterrorakte. Fünf Prozesse wurden sofort vertagt, bzw. an andere Gerichte überwiesen, während vier weitere Prozesse niedergeschlagen wurden, da die Anklage nicht fristgemäß eingereicht worden war. 3n einem Teile, wo es sich um eingeschlagene Fensterscheiben handelte, erfolgte Freisprechung. Lediglich in zwei Fällen kam es zu einer Verurteilung. Wegen Diebstahls mehrerer Zeittingspakete des „Oberschlesischen Kuriers" wurde ein Angeklagter zu einer Woche Gefängnis mit einem 3ahre Bewähr nngsfri st verurteilt, während ein zweiter Aufständischer wegen Einschlagens von Fensterscheiben zwei Wochen Gefängnis mit gleichfalls einem 3ahre Bewährungsfrist erhielt. Allgemein fiel das herausfordernde Benehmen der angeklagten Aufständischen auf, bie während ber Verhandlung nicht nur die Belastungszeugen, sondern auch die Berichterstatter deutscher Zeitungen offen bedvsh^r, falls diese sich erlauben sollten, über bie Prozesse zu berichten. Kleine politische Nachrichten. Die Frage ber Halbmastbeflaggung aus Anlaß des vom Dolksbunb für Deutsche Kriegsgräberfürsorge veranstalteten Volkstrauertages ist Gegen st and einer Erörterung des Reichskabinetts gewesen. Um in Zukunft ein einheitliches Vorgehen von Reich und Ländern zu gewährleisten, wird die Reichsregierung über bie Frage der Festsetzung und Gestaltung eines Gedenktages für die Opfer des Weltkrieges eine gesetzliche Regelung herbeiführen. * Die Vertreter der Reichstagsfraktionen bet Nationalsozialisten unb der Deutsch- nationalen hielten am Sonntag in Berlin eine gemeinschaftliche Besprechung ab, an der auch bie aus ber Bauernpartei ausgeschiebenen Abgeordneten teilnahmen. Die Beratungen ergaben bie allgemeine Uebereinftimmung in ber Beurteilung der parlamentarischen Lage unb volle Einmütigkeit über bie zu ergreifenden weiteren politischen Maßnahmen. Senatspräsibent Grühner, ber früher Mitglied ber SPD. war unb im Abwehrkampf an der Ruhr sich als Regierungspräsident von Düsseldorf besonders hervorgetan hat, ist ben NSDAP, beigetreten. Nach einer Mitteilung bes „Roten Adlers" erflärte Grühner, daß er seine Hauptaufgabe in ber Säuberung) der s chwerkranken Selbstverwaltung, namentlich ber Großstäbte, der Wieberaufrichtung der deutschen Landwirtschaft unb darin sehe, dah iw Deutschland wieder der „anständige Mensch" zur Geltung komme. Die Gruppe der deutschen 3 n d u st r i e 1 - len, bie eine Studienreise nach ber Sowjetunion angetreten hat, ist in Moskau eingetroffen. Am Bahnhof wurden die 3ndu- striellen von Vertretern der deutschen Botschaft, ber Aus land abtei lung des Obersten Volkswirtschaftsrates, des Auhenkommissariats empfangen. An ber Grenze war bie Delegation bereits von einem Vertreter bes Obersten Vollswirtschaf.s- rates, namens des Vorsitzenden des Obersten Volkswirtschaftsrates, Ordschonikidse, begrüßt worden. Die XRefferla - wölkungsauszug, mild, noch trocken. _JßÄj =>.0\. 0 WV SN Der Dolkstrauertag in Gießen führen. Bornotizen. zum 31. März 1931 an die Inspektion des Bll- dungSwcsens der Marine in Kiel einreichen. Merkblätter mit Angabe der erforderlichen Vorbedingungen und der beizufügenden Papiere find bei der Inspektion des Bildungswesens in Kiel und beim Reichswehrministerium (Marineleitung) in Berlin erhältlich. itarrh-Bonbons antiseptisch wirk "Zusatz •* 40 Jahre bei der Reichsbahn. "Aus Anlaß seiner 40jährigen Tätigkeit im Dienste der Reichsbahn wurden dem Oberzugführer Emil Kallenbach vom hiesigen Bahnhof Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten, des Generaldirektors der Reichsbahn-Gesellschaft und des Reichsbahn-Direktionspräsidenten von Frank- ** Bewerbungen für die Offizierslaufbahn bei der Reichsmarine. Amtlich wird mitgeteilt: Schüler höherer Lehranstalten, die am 1. April 1932 als Anwärter für die Seeoffizier-, Jngenieuroffizier- oder Marinezahlmeister. (Marineoberintendantursekretär-) Laufbahn in die Reichs- marinc eintreten wollen, müssen ihre Bewerbung bis — Tageskalender für Montag. Goethe- Bund: Ltchtbildervortrag „Das Werden und Ver- gehen" von Bruno S). Bürgel, 20 Uhr, Reue Aula. — Gießener Freiwillige Feuerwehr: Monatsversammlung 2( Uhr, bei Dechcrt, im „Kühlen Grund". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Afrika spricht". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen. Dienstag, 3. März. 20 Ahr, zum letztenmal .Der Misanthrop", Schauspiel von Möllere, in einer freien Bearbeitung -und modernen Regieeinrichtung von Walter Bäuerle: Spielleitung Walter Bäuerle. — Mittwoch geschlossen. — Donnerstag, 5. Marz, l m Mittwochabonnement, einmaliges Gastspiel des Darmstädter Landestheaters Zur Auf- führung gela. gt a is 2l laß des 175. (Seburtdta e3 Mozarts die komische Oper: .Die Hochzeit des Figaro". Die Inszenierung des Generalintendanten Prof. Carl Ebert, sowie die musikalische Leitung von Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm dürfte diese Mozartaufführung zu einem Opernereignis für Gießen stempeln. Da sehr rege Rachfrage herrscht und nur noch sehr wenige Karten vorhanden find, wird das Publikum gebeten, die vorbestellten Karten möglichst bald abzuholen. Beginn der Vorstellung 19.15 Ahrl — Freitag, 6. März, 20 Ahr, gelangt unter der Spielleitung Walter Bäuerles zum erstenmal ein Werk des russischen Dichters Maxim Gorki zur Aufführung: „Rachtasyl", Szenen aus der Tiefe. — Sonntag, 8. März, wird auf vielfachen Wunsch Carl Zuckmayers Volksstück: „Echinder- hrnr res" unter der Spielleitung des Intendanten z^m letztenmal zur Aufführung gelangen. Beginn 18 Ahr. In Vorbereitung ein Lustspiel von Bernhard Blume: „ Feurio!" der Schwelle des Todes die schlummernden Blüten edlen Menschentums, die das Leben erst lebenswert machen und die in der Zeit vor dem Kriege sich vor einem häßlichen Materialismus geschloffen hatten: ^Nächstenliebe, Opferbereitschast, Kameradschaft, Heldentum. Wahrhaftigkeit. Wie schienen sie so klein die täglichen menschlichen Lügen vor der einen großen Wahrheit des Sterbens. Wie überbrückte das gemeinsame Schicksal Klassengegensätze, Anterschiede der Konsession und parteipolitischer Meinung. Reines Menschentum öffnete sich vom Bruder zum Bruder. So wuchs tausendfältig die Saat der Opfer- bereitschaft, des Menschentums. An allen Fronten, auf dem Meere, auf verlorenem Posten in den fernsten Landen loderte die heilige, läuternde Flamme, auf daß alles Schlechte und Anedle von uns falle. Es war, als sei sich jeder bewußt, daß ein Fortschritt der Menschheit nur kommen könne durch Opfer und Beispiele reinen Menschentums. — Erkenntnisse, errungen in Todesnähe. Sie macht ja so hellseherisch, schafft visionäre Kraft. Erschütternd zu denken, daß es des Krieges zu dieser Einsicht bedurfte. Aber wir waren vorher zu diesem Erfühlen und Erdenken nicht reif. Mußte diese Leidenszeit für die Menschheit heranbrechen, um uns unserer Pflichten gegeneinander eingedenk werden zu lassen? Liegt darin vielleicht der Sinn des Krieges in der göttlichen Weltordnung verborgen? — Fast scheint es uns, als ob heute schon wieder olles vergessen wäre, was der Krieg und die Gefallenen uns lehrten. Wir leben ja so flüchtig, und unsere Zeit droht die heilige Flamine zu ersticken, immer fliehend, nie weilend. Wcr sind wieder in den Alltag gerückt des Bruderzwistes, konfessionellen Haders, des Raffens und Hassens. Alles, was im großen Erleben des Krieges uns einte, scheint vergessen, wo es doch so bitter nötig wäre, alles Trennende zu lassen und das Einigende, wenn auch unter Opfern, zu suchen. Denn nur über einem Grab steht unerbittlich das „Umsonst", über dem Grab, das wir uns selbst schaufeln, und wir sind an der Arbeit, es zu tun. Roch haben wir uns einen Tag errettet, an dem das ganze Volk sich eint in der Trauer um seine Gesallenen, die sich uns opferten, auf daß wir leben. Geben wir ihrem Opfer die letzte erhabene Weihe, inbem wir uns jene Ideale, in deren Zeichen sie starben, zu eigen machen. Sie, die Toten, erscheinen uns in ihrer Verklärung als die Hüter des Grals reinen Menschentums aus der erschütternden und doch so erhabenen Zeit. Mögen Generationen kommen und gehen, mögen die Ramen der Toten verblassen vor dem Wandel der Zeiten, möge die Tat selbst vergessen sein vor der Menschheit, ewig bleibt bestehen in zeugender Kraft die Opferidee, zum Trost aller derer, die heute die Toten missen. Zu diesem Sinne des Opfers flüchten wir uns am Volksttauertag aus der Verwirrung der Zeit, in unserer furchtbaren geistigen, seelischen und leiblichen Rot, auf daß er uns zum Dorn von Gemeinschaftsgefühl, Opferbereitschaft, Achtung vor dem Bruder, von Derantwortungsbewußtsein und zur Quelle reinen Menschentums werde. Leuchtende Kraft des Geistes, reckende Kraft der Arme! Stark wollen wir sein vor Gott und uns selbst. Holet die Flamme der Toten, fachet sie an zum Fanal, aufwühlet die Tiefen der Herzen, über uns selbst haltet Gericht, ob vor den Toten wir können bestehen. Gebet S i n n i h r e m O p f e r, auf daß sie ruhen in Frieden! Oer Aueeklang der Feier. Frau Minna Wolff sang bann unter Orgelbegleitung von Musiklehrer Kasten Mendels- sohn-Bartholbys „Sei getreu bis in ben Löbaus bem Oratorium Paulus, bas Musikkorps unter Obermusikmeister Lobers Stabführung spielte zum Schluß bie Ouvertüre „Die Hebri- ben" (Fingalshöhle), op. 20, von Menbelssohn- Darthvldt). Am 1 Ahr erklang von den Türmen unserer Kirchen ein viertelstünbiges Trauergeläute. Den Abschluß des Gebenktages bildete gestern abend eine > musikalische Gedächtnisfeier in der Iohannessirche. Einer außerordentlich zahlreichen <,uhörerschast wurde dort eine gehaltvolle, fein aui ben Charakter bes Tages abgc- stimmte musikalische Stunde geboten. Frau Gertrud Weyl (Gesang), Organist Habicht (Orgel) und das Musitkorps unseres Bataillons unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r hatten sich in anerkennenswerter Weise selbstlos in ben Dienst ber Sache gestellt. Organist Habicht leitete die Feier mit dem Orgelvortrag (IN. Satz aus der 4. Orgelsonate in b-Moll) von Dartmuß ein und begleitete sodann Darbietungen instrumentaler und gelang id,er Ar. mit Oigc spei. Frau Wetzl sang zunächst zwei Lieder aus den „Vier ernsten Gesängen" von Brahms, wobei bas Orchester begleitete. unb brachte im weiteren Verlaufe ber Vortragsfolge unter Orgelbegleitung Ioh. Seb. Bachs „Was bist du doch, o Seele, so betrübt" zu Gehör. Feldwebel W a n i tz e k bereicherte den Abend mit einem Violinsolo von Walter Böhme, wobei die Orgel begleitete, ferner wirkte er als Violin-Solist gemeinsam mit dem Grenadier Schubert als Violineellofolisten unb dem Organisten Habicht an der Orgel bei ber Wiebergabe von Franz Schuberts Adagio in 1 ll-Dur. Die Militärmusik brachte als Darbietung des getarnten Orchesters Carl Reineckes „Lento" op. 93 zu Gehör, ferner bot sie das Largo für Streichorchester mit Orgelbegleitung von I. D. Heimchen und am Schluffe des Programms Gottfried Reiches „Sonatina" für Blasorchester. Sämtlichen Darbietungen gebührt dankbare Anerkennung. Da ber Erlös aus bem Sintrittsgelb zum Besten der Gießener Kriegsgräberfürsorge bestimmt war. dürfte bei bem sehr guten Besuch für die unterstützenswerte Arbeit ber Kriegs- gräbersürsorge ein namhafter Betrag cingegan« • gen fein. Aus ber provinzialbaupistavt Dießen, ben 2. März 1931. Richtige Wundbehandlung. Don Dr. med. Franz Hochberg. Die Verletzungen bes Alltags pflegen Nein zu sein, aber ihre Wirkungen können unabsehbar werden. Vernachlässigung der Reinen Verletzungen, wie sie sich im Haushalte oft ereignen, hat bisweilen höchst unangenehme Folgen. Vernach- läffigung ist in der Regel gleichbedeutend mit unzweckmäßiger ober mangelhafter Versorgung der Alltc.gsverlehung. Am häufigsten unb in der Regel auch am harmlosesten ist die einfache Schnittver- letz un g. Sie besteht gewöhnlich m einer durch scharfe Instrumente ober Gegenstände gesetzten Wunde. Weitere Schädigungen ber umliegenden Haut- ober Weich teile bestehen habet nut I. n' Es hanbelt sich also um eine einfache Durchtrennung ber Haut unb des AnterhautzellgeMebes. Im Anschluß batan treten sofort, ober ball' danach Blutungen aus dem durchtrennten Gewebe auf. Diese Blutungen sind im Sinne der Heilung zunächst erwünscht, da durch sie Infektionserreger unb schäbliche Keime ausgeschwemmt werben, bie bei ber Verletzung in bie Wunbe emgebrungen sinb Derartige Keime unb Infektionserreger tonnen auf ber Haut sitzen, doch ebenso an ben ver- letzenben Instrumenten. Iebenfalls kommen sie fast stets in bie Wunde. Von ihnen hangt der weitere Verlauf der Wundheilung ab. Dabei sind es weniger die Bakterien ber Haut, bie bem Menschen gefährlich werben können. An sie hat sich ber Körper anscheinend gewöhnt. Auch die üblichen Bakterien, die sich an Instrumenten finden sinb fast immer harmlos. Gefährlicher sinb bie Bakterien, bie sich an ben Instrumenten ftn- ben die zur Bearbeitung von rohem Fleisch. Fisch ober Wilb bienen. Derartige Wunben bedürfen sorgsamster Versorgung, ober besser noch Behanblimg. Die burch bie Instrumente m bie Wunbe eingebrachten Bakterien stammen von anberen Lebewesen, nach deren Tode sie erfahrungsgemäß eine außerordentliche Steigerung ihrer Infektionssähigkeit erfahren. Gleiche, sorgsame Versorgung erfordern Wunden mit breit klaffenden Wundrändern, ober solche, bie in bie Tiefe gehen. Werben bei der Verletzung Sehnen frei gelegt ober verletzt, empfiehlt es sich, auf al c Fälle ben Arzt b i zuzuziehcn. Manche schwere Bewegungsstörung kann burch rechtzeitige, ärztliche Versorgung noch verhinbert werden. Ebenso wird man heftig unb unaufhaltsam blutende Wunben ebenfalls dem Arzt am besten überlassen. Sonst aber pflegen bie einfachen Schnitt- Verletzungen harmlos zu verlausen. Am harmlosesten, je weniger sie malträtiert werden. Ein einfacher, sauberer Verband genügt fast immer, wenn nicht ein übliches Pflaster allein schon die Wunde schließt. Ausdrücken oder Auswaschen ist in jedem Falle verboten und fast immer schädlich. Bei derartigen Prozeduren werden in der Regel erst Bakterien in bie Wunbe gebracht, bie üor'jer noch gar nicht hineingekommen sind. In bieser Hinsicht wirb noch ganz allgemein viel gefünbigL Alte, aber falsche Vorstellungen beherrschen noch heute bas Feld der Wundbehandlung. And bas, obwohl für bie moderne Chirurgie schon lange das Prinzip gilt: Wunden sind nicht zu berühren. Dieses Prinzip wirb selbstverstänblich unterbrochen, fobalb in ber Wunbe ein ein g edrungener Fremdkörper liegen bleibt, ober nicht mehr eine einfache Durchtrennung, fon em eine aus edrhnte Quetschung des ®e- webes vorliegt. Für ben Laien gilt zwar auch in diesen Fällen das Prinzip bes Richtberuhrens. Sonst jeboch wirb der Arzt eingreifen müssen. Größere Quetschungen geben durch ihr zerstörtes unb abgestorbenes Gewebe einen guten Rahr- hoben für cingebrungene Bakteriem Die sonst übliche Ausschwemmung erfolgt gewöhnlich nicht, da Quetschwunden verhältnismäßig wenig bluten. Sv sollte es Prinzip werben, jebe Quetschwunde und ebenso jede WundemitFremd- körper in bie Dehanblung des Arztes zu geben. Zwar können Fremdkörper, die glatt unb spitz sinb unb keine schädlichen Keime haben, auch gelegentlich unauffällig im Körper einheilen. Sie werden im Körper eingekapselt, b. h. von einer Bindegewebeschicht umgeben unb von der Umgebung isoliert. Darauf kann sich der Mensch aber nicht verlassen. Es ist ebensogut anzu- nehrnen, baß Fremdkörper, bie in ber Wunbe geblieben sind, zu Entzünbungen unb Ellerungen Die Feier bes Volkstrauertages zum Gebächtnis an unsere gefallenen Brüder wurde, wie alljährlich, in unserer Stabt wieder in würdiger Weise begangen. Am Samstag hatten Vertreter des Vorstandes der Gießener Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegs- gräberfürforge auf bem Ehrenfriedbof, auf der Ruhestätte der hier verstorbenen fremden Soldaten. am Kriegerdenkmal auf dem ßanbgraf- Philipp-Platz, sowie an der Gesallenen-Gebenk- tafcl in der Krieger-Gebächtnishalle der Ani- versität Kränze niebergelcgt. Gestern zeigten die öffenttichen Gebäude die Reichs- unb Lanbes- flaggcn auf Halbmast, und es wurde ber teuren Toten in den Gottesbiensten gebacht. Mittags um 12 Ahr begann in der Reuen Aula der Aniver- fität bie alljährlich von der Gießener Ortsgruppe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sorgsam gestaltete Gedenkfeier zu Ehren unserer GefaNenen. Die Reue Aula war fast bis auf den letzten Platz beseht, Angehörige aus allen Schichten der Bürgerschaft vereinten sich hier zu gemeinsamem Gebenkeii. Das Musillorps unseres Bataillons unter ber Leitung von Obermusikmeister Loder leitete die eindrucksvolle Feierstunde ein mit Franz Schuberts „Ave Maria". Darauf fang Frau Minna Wolff, auf der Orgel begleitet von Musiklehrer Kasten, das Werk eines unbekannten Komponisten „Seele, was betrübst du dich". Runmehr folgte als Mittelpunkt der Feier die nachstehende Gedenkansprache des Beigeordneten Or. Hamm. Unfern gefallenen Brühern. Schwer wogte bas Korn in Feindesland, sengend glühte die Sonne auf die Stürmenden, prafjelnd schlugen die Geschosse in sie hinein vom Brückenkopf. Die Feuertaufe, der erste Tote. Wie furchtbar noch in den unendlich langsam versickernden Jahren des Schnitters Tod grausame Mahd auch wuchs, der tiefste Eindruck — der erste Tote. Einst und still lag er, unb doch so beredt in seiner erschütternden Stummheit verkündend: das Leben besaß ich, um -es hinzugeben! Hinzugeben für die Brüder, für die Heimat, für das deutsche Voll, uns mahnend seines Opfers würdig zu fein. Den feldgrauen Mantel habt ihr mit rauhen und doch so zarten Kriegerhänden über ihn fachte gebreitet. Fast sah es aus, als sorgtet ihr euch, aus ewigem Schlaf ihn zu wecken. Aber ihr konntet das Opfer in seiner Größe nicht mit dem inneren Auge schauen, denn von Kampf zu Kamps peitschte euch der Krieg. Viele Tausende wallten zur Pforte des ewigen Lebens, und noch immer hattet ihr nicht Muße, der Toten in ehrfürchtigem Schauer zu denken, bis die Front erstarrte und das von Sieg zu Sieg stürmende Heer knirschend sich tn Fesseln wand und sie zu sprengen vergeblich versuchte. In Gräben, unterirdischen Stollen und Gängen wart ihr gebannt, vom Tode belauert, belagert, der auf euern zum Bersten gespannten Nervensaiten seine schaurige Melodie sp.elte. Früher stürmende Kraft, jetzt in Banden geschmiedetes duldendes Harren. Das war der Boden, auf dem bie zweifelnde Frage erwuchs nach dem Sinn all des-^Mordens unb dem Sinn feiner Opfer. Die furchtbare Frage, fie war unfern Kämpfern nicht erspart geblieben, unb doch haben sie sich stets neu überwunden, wenn das innere Lauschen auf Antwort sie zu zermürben drohte, und find den Weg der Ps.icht gegangen, aber nicht den der Pflicht allein. Pflichtbewußtsein allein hätte nicht genügt, für all das Erleben, es wäre vielleicht doch zerbrochen. Was das Uebermenschliche fie leisten lieh, war der Glaube an eine Idee, die Opferibee für eine gute Sache. Unb uns, bie wir ber Sonne Gold, des Frühlings Atmen, das Keimen und Sprossen erleben dürfen, quält immer wieder und wieder die bange Frage: Hatte der Opfertod des Mannes, des Bruders', des Sohnes einen Sinn? Hat Krieg einen Sinn? Gewiß wir mögen es gläubig im vollen Vertrauen auf eine göttliche Weltordnung hinnehmen, daß auch der Krieg mit feinen Opfern in der göttlichen Vorsehung umschlossen ist. Wir wissen aber nicht, welchenSinn an sich bie göttliche Weltordnung dem Kriege gibt. Wir können sie nicht ergründen. Das feit ewigen Zeiten ewige Rätsel können auch wir nicht lösen und können nicht entschleiern, was des Lebens und Strebens letzter Sinn ist Um so mehr kommt es darauf an, ob mir willens unb fähig sind, dem Opfer einen Sinn zu geben, auf daß wir nicht an dem Tod unserer Lieben zerbrechen und wir uns nicht in dumpfem Bruten in Tatlosigkeit verzehren, sondern auf daß wir den Schmerz überwinden und uns durchrintzen zum Glauben an eine Idee, die uns ein neues* Deutschland, einen Sieg des allgemein Menschlichen und einen Fortschritt der Menschheit über Ländergrenzen hinweg erhoffen läßt. Gestalten wir die Idee an der Tat unserer Toten! Es liegt so nahe, sich schon genügen zu lassen an bem Gedanken, baß bie Opfer halfen, den Krieg von den heimatlichen Gefilden sernzu- halten, von ber Heimat, bie wir mit allen Fasern bes Herzens lieben unb aus ber untere Lebenswurzeln stets neue Kraft saugen. Wer kennt nicht von uns, bie wir an bem großen Erleben teilgenommen haben, bie erschütternde Sprache verwüsteten Landes, um das der Kampf wechselnd tobte, bis daß die Eingeweide der Erde aufgerissen und fie in zahllosen Furchen von Granaten zerwühlt kaum noch Kraft zu spenden schien für grünendes Wachstum, wie uns nur nod) eine trostlose Leere entgegen- gähnte, kein Baum, kein Strauch mehr atmete unb kein Vogel mehr fang, wie, soweit bas Auge reichte, statt vieler blühender Dörfer lehm- belruftete Schuttmasfen die ©teilen zeigten, wo einst Freude und Leid strebender Menschen und frohes Kinderlachen ihre Heimat hatten. And wenn unsere Heimat auch darben mußte unb der Krieg auch gegen Frauen unb Kinber geführt wurde, ihr war mit wenig Ausnahmen doch das Furchtbarste erspart geblieben, selbst Kampffeld zu fein. Darin ist des Opfers um- fassender Sian aber noch nicht erschlossen. Denn draußen entfaltete das gewaltige Erleben vor futt überreicht. — Mit Wirkung ab 1. Marz werden brr Zugführer Karl Bauer und der Reichsbahn-Oder,ekretär Adolf Gafparn vom Bahnhof Gießen in den Ruhestand versetzt. •* Bunter Abend des F r ö b e l -S e in i - nars. Das Fröbcl-Seminar stellte sich gestern abend in den Dienst tätiger Nächstenliebe. Es ver anftaltele einen Bunten Abend, dessen Reinertrag für bie städtische Winternothilfe Verwendung finden soll. Die Veranstaltung fand im Studentenheim am Leihgesterner Weg statt und vereinigte ine Eltern der Schülerinnen und die Freunde des Seminars in großer Anzahl. Für den musikalischen Teil hatten sich Mitglieder des hiesigen Orchestervereins zur Verfügung gestellt, und sic erfreuten mit guter Kon- zerttnusik. Das übrige Programm brachte in bunter Folge eine Reihe von Darbietungen der verschiedensten Art, um die sich die Schülerinnen des Seminars verdient machten. Die Gesamtleitung hatte Frl. B u r g h c i in, die Vorsteherin des Seminars, Frl. Kübel, die Gnmastiklehrerin der Schule, hatte die Darbietungen sehr sorgfältig einstudiert, so daß alles vorzüglich klappte. Da wurden denn „Römische Pferde, und Wagenrennen" unter dem dnkbar geringsten Aufwand und doch mit großem Erfolg gezeigt, gymnastische Hebungen, Ballspiele, Seil- springen u. a. m. wechselten miteinander ab. Starken Beifall fand eine stilvolle Gavotte (Frl. Kübel, Herr Steinbach), der „Tanz in Rot" gefiel eben- falls sehr gut, mit viel Freude wurde der „'Bauern- tanz" aufgenommen, der durch die Schülerinnen in schlichter Form dargeboten wurde. Ein .Heroischer Tanz" (zum Gedenken der Gefallenen), verhalten aufgeführt von Herrn Steinbach, erinnerte eindringlich an den Charakter des geftrigen Tages. Eine sehr originelle „Tierschau" beschloß den reizvollen Abend, der ganz im Zeichen der Jugend stand und den Besuchern zwei schöne Stunden be- scherte. *• Lichtspielhaus Bahnhof st raße. Die Kulturfilmoorstellung, die gestern vormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße stattfand, war sehr gut besucht. Zur Vorführung gelangten drei Filme, die von der Hamburg Amerika-Linie zur Verfügung gestellt wurden unb den Besuchern besonders wieder eine Reihe von landschaftlichen Schönheiten nahe- bradjtcn. Der erste Film zeigte die Stadt Hamburg, den Hafenbetrieb, die Werften, das Leben und Treiben in dieser raschpulsierenden Stadt, zusammengefaßt zu einer Symphonie der Arbeit, wie sie großartiger nicht gedacht werden kann. Eine schier unendliche Fülle der reizvollsten Bilder brachte dann der Film „Nordland-Fjordland". Die Besucher erlebten im Geiste, vermittelt durch eine geschickte künstlerische Photographie, eine Reise auf den Dampfern der Hamburg-Amerika-Linie nach der Küste Norwegens. Die herb-romantische Pracht der steil aus den stillen Wassern ber Fjorde aufragerben Berge war in eindrucksvollen Bildern festgehallen. Das Wasser und die finsteren Berge kehrten wie ein hehres Motiv in diesem Film immer wieder und ließen sicherlich in vielen den Wunsch lebendig werden, jenes Land kennenzulernen, die weltabgewandten Dörfer, diese stillen, sauberen Städtchen zu sehen und dem Tosen der wilden Wasserfälle zu lauschen. Schließlich vermittelte der dritte Bildstreifen einen Eindruck von den nördlichen Landstrichen Amerikas. Das Wolkenkratzermeer von Manhattan war im Bilde festgehalten, Bilder von den Straßen- sckluchten Reuyorks und dem stürmisch gewachsenen Chikago, von den Städten des Nordens mit ih-en spezialisierten Industrien, Bilder von den endlos-n Weizenfeldern Dakotas und den riesiaey Apfel, unb Zuckerrübenplantagen fesselten die Aufmerksamkeit. Ausgezeichnete Landschastsaufnahmen aus den Rocky Mountains ließen wissen, daß Nordamerika nicht nur aus endlosen Prärien besteht, sondern auch Gebiete einzigartiger landschaftlicher Schönheit umschließt, die auch auf den Europäer tiefen Eindruck machen. Landkreis Gießen. £ OBtefcd, 2. März. Der hiesige O r t g g c - Werbeverein, der im vergangenen Jahre "e- grünbet wurde unb dem zur Zeit 144 Gewe-be- treibenbe angehören, hielt gestern im Saale von Gastwirt Wilh. Dorselb seine Generalversammlung ab. Der Vorsihenbe, OHauretnKi- 11 er Hch. Oßwald. erstattete ben Geschäftsbericht, aus dem hervorging, baß ber Verein im ersten Iayre seines Bestehens eine rege Tätigkeit entfaltete. Er wies auch ganz besonders auf die vom 15. bis 22. März ftattfinbenbe Reichs- hanbwerkerwoche hin unb empfahl weiter ben Besuch der Leipziger Messe, bie sich dieses Frühjahr sehr auf bas Hanbwerk eingestellt habe. Den Kafsenberichr erstattete Weißbindermeister Hch. L i n b e n st r u t h. Tie Vorstandswahl ergab bie Wieberwahl bes seitherigen Vorstandes. Im Tätigkeitsbericht wurde besonders bedauert, bah biefc wichtige Versammlung einen so knappen Besuch aufzuweisen habe. Es wurde von Sandgru- benbesiher Seibert mit besonderem Rachdruck gefordert, baß sich Handwerker unb Gewerbetrei- benbe in der jetzigen Zeit unter allen Amständen besser um ihre Belange kümmern müßten, unb es fei vor allem erforderlich, daß Handwerker unb Gewerbetreibende die Kommunalpolitik so beeinflussen, daß für sie daraus kein Schaden entstehe. Er ging bann auf den Einspruch des Ortsgewerbevereins gegen den Gemeinbevoranschlag ein. In einer lebhaften Aussprache würbe vom Vorstand gefordert, daß er dafür sorge, baß bie von Oberregierungsrat Ritzel zugesagte Aussprache nun bald stattfinde. Bemängelt wurde ferner, daß die Gewerbesteuern in den letzten! Iahren sprunghaft in bie Hohe gegangen seien. Auch bie Frage des kommunalen Bestattungs- wefens soll unbedingt neu geregelt werden, und es sollen nur Minderbemittelte kostenlose Lieferung ber Särge erhalten. — Am die heimischen Gewerbetreibenden und auch bie Einwohnerschaft vor den Wanderlagern unb ben Hausierern zu schützen, wird vom Gemeindevorstand gefordert, daß er von der Besteuerung »dieser Antemeh- mungen Gebrauch mache. Hier fei eine gute Einnahmequelle für die Gemeinde zu schaffen. Eine längere Aussprache über eine Werbung während der Reichshandwcrkerwoche fand noch statt. 4 Burkhardsfelden, 1.März. Seit einiger Zeit tritt in unserem Dorfe die Grippe sehr stark auf, besonders sind auch ältere Leute von ihr betroffen. In der letzten Woche hat die Zahl der Grippeerkrankungen unter den Schulkindern eine derartige Zunahme erfahren, daß am Freitag die Schule gefchlosfen werden mußte, da über die Hälfte der Kinder den Unterricht nicht besuchen kann. Zum Glück hat bie Krankheit bisher einen gutartigen Verlaus genommen. E ifchütie Dich, nimm täglich ertöne chen Industrie!« nrelfe nach der 1 f)at, ift in Moskau wurden bie Indu- deutschen Botschaft, Obersten Tvllstonl- nissanaiS empfangen. zkQatum bereits von sten ToUswirtfchof.L- henden des Oberste :dschonikidse, begrüßt ^Makronen der und der Deutsch, vvnntag in Berlin ^.un9 ob, an der mich ^geschiedenen Die Beratungen er- feinftimmung in bet Manschen Lage und ber die zu ergreifen- ^nahmen. er, der früher Mit- im Ablvehrkamds an Wsident von Dussel- an hat, ist bev ■ Aach einer Wittei- rvärte Grühner, daß der Säuberung Sclbstverwat- rhstädle, der Medec- ndwirtschast und daun neder der „anständige ic. Kwährj C n butb?n Mflle Ä^flene 8ä[(enWi>te. au chlesisch^ Obrerer ^ähruUMis AuL,Ust ^rschA^schn gs^chfallz rb-e> LsZB nÄs Nachrichten. fe"9'M Un. 1 1 ° l t fl U P r t . Sfe Mal. Op er des West« ^lungherL „ ,,>> »iw« » li9 irti» ^"^innland ab« die naa) ü*etmIue m 9eartten über ga'U i 2luMcn u 9iuu, ’t H »* stztzs Mtes mache"'. । troüek W Oer» 8or vor an । man in Moskau jum lviederyokie "ot,9 lei, QldSla »elöjai »Wqhö nC[ ÖVVoiüion. Mw Leut käme q ßr"^r JMud 5^me Geschäi pfen Lachen «Heil« ja; ’A' »ie 0p, «..Mn Sie c ?'*« Bit i6” £»n WS, üsfiy 1*5 fi tzH- s:S bieten.'' ^ü^Qni >n gern Oien Ä’ *5 k ,3ht der k FjjM fe A lchlieht-. ""det, W U K- >o|fen. 1 die Negierung dos k°'nmeude stehtändM, ,,ntcr den W* L«-» strichen->ul" vielen bereit 'Betrieb uberD hat denn auch 3(en, um W Lerkaufsorgan'le wird dabei, wen Geld verlieren, u doch Zu grob ' Um l° grobe läulchung geve' lid) gewelen >l erwas durchzul Ablatz kanc fchen Weltr diese Frage ml daß man sogar Mr. Bennett sei behauptete, daß erfolgreicher gei ober wohl einse trinarismus der aus schwer flu r auch ein andere, und man begin Neichskonie Ottawa, aljo Die Aufgabe, aber — das bei - fast unlösb Mutterland un so ohne weite, den könnten. ' zu halten, daß Bunde die Auf ger von Engla feit nunmehr | zips des F Arbeiter die bi Industrie bomit engli/djen Stan mit ben Domini Problem, da da, jo immer noch n den europä Bereinigte Märkte kann at tcres verzichten ob die britische sind, dos auf Uebrrgang zur Wobei noch zu sich jo nicht mi begnügen, sond- Mleitf) soweit । kurrenz schützen Dominions von großmütige? Ke Bun ist zwar Enolond ein s Dominions | Deutsche Volkspartei Ortsgruppe Gießen Jahreshauptversammlung und Kommunalpolitischer Abend am Mittwoch, dem 4. März, abends 8l/t Uhr pünktlich, im „Hindenburg". Tagesordnung: 1. Mchnungsablage 2. Tätigkeitsbericht 3. Vorsiandswahl 4. Bericht der Stadtratsfraktion über ihre Tätigkeit im Stadkparlament 5. Verschiedenes. Alle Mitglieder werden zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. 1554D Für den Vorstand: Appel, I Vorsitzender. Bellersheim, den 28. Februar 1931. 1566D Lang-Göns, den 1. März 1931. 1562 D Für die überaus zahlreichen und herzlichen Beweise von Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir alle unseren herzlichsten Dank. Gustav Herbst, Lehrer Gustav Herbst • Danksagung. Für die aufrichtige Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonders danken wir noch für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers, für die ehrenden Nachrufe und allen, die dem Verstorbenen das letzte Geleit gegeben haben. Die trauernden Hinterbliebenen. I. A.: Hermann Hahn Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter sagen wir herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Franz Kleinschmidt Familie Willi Harbach. Gießen (Neustadt 41), den 2. März 1931. Die Beeidigung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. m *4i Danksagung Für die vielen wohltuenden Beweise inniger Anteilnahme an dem Heimgang unserer teuren Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen; Friedrich Görlach Lina Görlach. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen aut diesem Wege herzlichen Dank. Familie August Römer Familie Karl Römer. Gießen, den 2. März 1931. 01231 1553 D Heuchelheim, den 28. Februar 1931. Trauer“ WM ■nmnn Auswahl bereitwillig Telephon 3048 Statt besonderer Anzeige. Am 28 Februar ging Krofdorf, den 1. März 1931 1564 D Herr Dr. med. Carl Winheim Im Namen der Familie: Frau Lina Winheim, geb. Warth Domäne Miotaii I Telephon 2283 Gießen (Bismarckstraße 7), den 1. März 1931. Telephon 2283 Dienstag und Mittwoch Metzelsnpie! 01237 abzugeben 01216 Johanna 1442V h olung. dem 3. März, nachmittags 4 Uhr statt. 1560 D [Verschiedenes! i i [Stellenangebote] Verkäufe Lichtspielhaus • Gleiten TonfilmEriebms Herren Jtmü£c (01221 bnrunfl. Hand, ü nvitr. 2. Brief liegt! Zirka 600 Hosen aller Art weit unter Preis "cm Jfieodor Äöftler in gleicher Weise fasziniertl 1557 c Gießen. Marktstraße 1556 A Eigenes Maß-Atelier / Großes Stofflager Heute abend 8 Ube Hotel Köhler. 1561 d Heuchelheim-Cie len, Wilhelmst.2.Tel.4328 l\A T)o ^/2r) Der ungeheuerlichste Film, der je gedreht wurde. Ein spannendes Drama, das Augen und Sinne Heute nacht entschlief sanft nach schwerer Krankheit unser innig- geiiebtes Kind, unsere gute Schwester, Schwägerin und Tante Die Zeit stellt ganz große Forderungen an Sie und an mich. — Sie verlangen von mir Außergewöhnliches, ich von meinen Lieferanten. — Hier sind einige Beispiele von Unterpreis- Gelegenheit.; ich habe zugegriffen, tun Sie's auch mit elAkicht u.Horn NSU. 300 ccm, mit el. Kicbt und Horn. NSU, 300 ccm, mit MnrbibhcbLs.billig NSU. 250 ccm. drei Gang-Nienren mit Karlndlichi u.Huve Trmrnvf, 250 ccm. sehr billig. 11547V TAS, 350 ccm, mit el. Licht, Horn u. a. Schikanen, neu- rociftfl, sehr billig. E. L. Römer, Kraftfahrzeuge, Achtung: Vreisivettes Angebot! In gutem gebraucht. Zustand habe ich folgende Motorräder preiswert obAUfleb.: 1 Sarolea 350 ccm, £*** & Säuglings-Fliegerin such' für kos. od spät, pass. Wirkungskreis. GltteZeugn.Schriftl. Ang. u.01240a.d.G.A. /BastenSie?\ Winterhoffs extraftark 1 Eucalypt-Mentbol- Bonbons befreien Sie davon I , k Droß. Winterholly ^^Kreuzpl. 10 mit ©arten au pachten oder x>n kaufen gesucht. <2 dir. Angebote nnt. 1509D an den Gies;. Anzeig. Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 4. März, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. — Beileidsbesuche dankend abgelehnt. nach schwerem mit großer Geduld ertragenem Leiden, im Alter von 67 Jahren, zur ewigen Ruhe ein, tief betrauert von den Seinen. Schlacht- Autos leder Art kauft laus, au guten Preis, geg bar. Sdir. Angebote u. 9ir. 01238 an den (Zieh. Anz. für Gswerbl. cn.60 qm,®’ dgefchos; Babnbofftr. 56, f. '■Büro, Praxis oder Engros-Geschäft zu vermieten 9Zöb. ouu A. Becker, Heplerstrafle 9 Tüchtiger Mmeselle der selbständig am Dampfofen arbeiten kann erstklass. Teich- macher, sucht für sofort Stellung [1570V Karl Bei inger. Bäckeryesel.e, Eopr- mannslald, Oberhei». EinieiresZimiuer m. Küchenbenulrnng zu Perm. 'h-o. sagt d. Geschst. d. Gn. A. nl„-. Singer Nähmaschinen Ä iiengesellsclialt Gießen, Marktplatz 22 Telephon 2004 Eigene Werkstätte 4Psd.nur8.5Ps. 1565 A «VifdbnuS Cuxhaven Marktitrane 23 Nur noch heute Montag und morgen Dienstag: Das sensationelle Tüchtiges, älteres Mädchen mit guten Zeugnissen iür kleinen Haushalt sofort gesucht. [15»d Alicensirafre 40 I. Schweres Jugvkevd 6 jährig, preiswert , An beiden Tagen geht ein Omnibus | um 3.30 Uhr ab Lndwigsplatz. 15 3D Stadttheater Tienötaa,3. März, von 20 bto 22'/, Uhr 21.Dien5tug-M.-imL Gewöhnliche Steife Oer Misanthrop Schauspiel tu 3 Auszügen Aret bearbeit, nach MoliLrre u für eine rnod. Insz nier. einger.v. W.Bäuerle langer Hnnd (Terncr) enilanien. Geg. Belohn, abzug. Mühlstr. 22. olK1 Allen Grafulanfen, Spendern und denen die uns zu unserer goldenen Hochzeit beglückwünscht haben, sei hierdurch herzlich gedankt Georg Römer u.FraU/geb.Moos Frische grüne gelinge | Mietgesuche | Wohnung 2 Zimmer u. Küche, von älterem, kinderl. Ehepaar z.l. April zu nucien gesucht. Schr. Angeboie nut. 01124 an den Gien. Anz. öpelfcsttte 10 PS. 6-Siizer- Vimoufinc Opel, neu lackiert, überholt, sehr preiswert. i 14. April. Prospekte kostenlos durch die Direktion der Vogtsdien Haadelssdiulen GIESSEN Reparaturen von Ferner: Ein auserwähltes Beiprogramm. Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr. Polfrau einmal wochenil. ges. Gnauthitr. 14 L, r. Englifcke 1,1:08 Sportmaschine 750 ccm, mit allen Schikanen ausgerü- stet, btlhfl zu verkaufen. Zu erfragen ®oliforlfr.2(L£oöen). oderLcbrmädchcn f Lebensmittelgeschäft gesucht. Schriftliche An leboie richte mau unter 01218 an den Giefrener Anzeiger. Ordentliches, junges Mädchen fortbi>dung schulfrei das näh. ge'erni hat, für den Laden ges. Schrisil. Angeb. unt. 01233 an d. Gn. Anz. M«er ledig. 40 Jahre alt, sucht, gesttihi a. gute Zeugnisse, Daucr- itclluug tn 2—3-To - Ulüble. Derf ist auch in d.Landw. bewand. An fr. sind zu richt, an 0. Schmidt, Weiters- huin, Kr. Gießen. ir,7vp -LNWe bekäiupsi man mit dem erprobten °m' Wörishofer Grippe-Tee Hustenkandis,Kräuterhonig, Basler Oel, Inhalator ua- KräuterlMsMg Sckulftrafre 5 la. Jagtdhond, Rüde. 1. Feld, D. K. Akasfiver, eichener tie wehrschrank Wehrmann- Karabiner, 8.15, wie neu. Doppelflinte, Hahn 16, neu Eensoldt Jagddialyi, wie neu, 6x50 weg. Jagdaufg. zu verk. I Im. Adressenang. u. I 01227 an d. Gh. Anz.1 $aft neues, moffio. WO« 6 Rimmer u. Küche, Stall u. gr. Garten (Bahnst, n. ©lenen), i sofort zu verkaufen. Schrtstl. Angeb. unt. - 01213 a. d Gies;. Anz. 4-6-Zimmer Wohnung zuin 1 Avril gesucht. Schriftl. Angeb mit Preisang. unt. 14981) an den Gien. Anz. Arbeit, in feft.Stellg. sucht f. sof. 2Z,m. m. Küche, auch 1 Btntm. rind Ziüche. Schrisil. 2lnneboemiierO1232 an den Gien. Anz. Suche leerstehendes Ximmer zu beziehen. Möbel vorhanden. Schriftl. 21 nneb. unt. 01222 an den Gien. 21 ns. erb. Itiiliifi für eine gut gepflegte Reh- mtd Fafanen- Jagd wird gesucht. Das Revier ist zirka 500 ha groir, davon 220 ha Wald. Schön, gros;. Jagdhaus Vorhand. Rur weidger. Jäger tvoll.sich meld. Schriftl. 2lngeb. unt. 15451' an d. Gf;. Anz. SMÄM schnell und billig. Auf Wunsch Ab- Mlllll! Für Reisende! Stelle Auto f Tagestouren und langer zur Verfügung. Breis nach Verein- IZIr.tttog abzngcbcn. Keiner, Wicken, WaUtorfirafrc 41. [Vermietungen | Gut möbliertes WohD- ö. Schlalzimm. mit Badegelegenheit zu uermieten. [.,„m Babnbofftr. 5G I. ff. ID Rinn G m.d.h. Ottanlaae iS. Für Jäger! im blühenden Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Ludwig Abel und Frau Sophie, geb. Cäsar Friedrich Leuning und Frau Olga, geb. Abel Else Abel Hans und Heinz Leuning Gießen (Kaiserallee 64), den 28. Februar 1931. Die Beerdigung findet in Wißmar (Kreis Wetzlar) am Dienstag, Erfinder bietet la Existenz Für Oberhessen vergebe Reichs-Patent» Lizenz, >931 erteilt, Barkavital 1500 bis 20002)1 L bet Tüchtigkeit monatlicher Verdienst 500 Mk. und mehr. Schriftl. Angebote unter 1504D an d.Gieh. Anzeiger. Anzut* 39.00 Reine Wolle, mit guten Zutaten Anzug 47.00 rein Kammg. gepflegte Ausstattung Anzug 68.00 ausgew. gute Stoffe. Werkstattarbeit Hunderte von Anzügen bis zu den feinsten Modellstücken machen Ihnen die Wahl leicht Zur Kommunion und Konfirmation Melt.-Anzüge ab 18. , Kammg.-Anz. ab 39.50 kphon 2^3 A BßDi W. »tl0V' , oit* .. 22. mit oin> terho- lalator 3ung 5 r: W /MD v/MMM L.V\ -’g/ «2/ M/ $0,6 im Ul ' Leben ÄfffeS •üSSfSS NLL-°^ für eine nuifleuileiite Rcb-uud Faiaocif 3anb ii'irö nejudjt. Dns Revier ist Mita 500 ha fltOB. davon 220 ha» 2(tön. grob-JaadVauk vor- band. Rur weidger. ^ager woU.sich meld. Zchriktl. »ngeb. iinl. M,i' an b. (M- Ant. 6qpoWW*. iStiTtongigelder) zur erste» LieUc. am nute Dbielte, bei 6’» Wni, voll. Au0M>b- u. aut 10 Wie lej m. von unS vmnitt. MtMoletchem. Änkuui v°n deueb. Äoldmaik-unbU veriunaS'H-« unter watbloK für (üroBÖflnr- ßeneraF-Agentuf W.Lehne.Bensheim a.d.®> ^^Schönbergerjtnb^— AM! Für Beisende, stelle Auto i TögeS' Votite« undlanaer 1 ,uT StriufluM- «■» «K |Ä ein9er' Reparaturen von SlBfcl Ift Vna hii|i?. |"7 Wunsch ik. bö'ung. 1U2D W liiiiiitilia Xr*. 15440 Wil M|ilti Telephon 2001 Llggne Werketätto EMur bietet l> Existenz Aür CberbeHen vev' «ehe Rettdr-Paievt« Vijenj, ilßl erteilt Barkavital 1500 big M00Ä!k. bet Tuch,in- leit monatlicher r-er- Menit 500 Ml. und mehr. Srfjtihl. Angebote unter 1504 D an d.Gieh.Anmaer. • üilHlHm oill Mm in pachten oder Mi kamen nefurtji. 2 dir. Sinnebote um. 15690 an den (Stell. Ametg. Siebener Anzeiger as Eigenschasts- und Umstandsawri hanebüchen mit der Bedeutung groß, stark, derb, ungeschlacht. Wie von einem hanebüchenen Kerl, der hanebüchen grob ist oder zuhaut, spricht man von einer hanebüchenen Kälte, wo es hanebüchen hergeht, ist längeres Verweilen für zarte Gemüter bedenklich. 3m Schrifttum findet sich das Wort erst am Ausgang des 17. Jahrhunderts, auch in der Form hainbüchen, die von dem vielfach als Grundwort vermuteten Hahn ablenkt und zur Hainbuche hinleitet, die auch Hage» oder Weißbuche heißt, Carpinus betulus Achnlich führt die Bezeichnung für die Frucht des Weißdorns Ham» oder Hain- butte auf Hagedorn, d. i. der wilde Rosenstrauch, die Heckenrole. Hain ergab sich durch Erweichung des g aus Hagen. Der Hag ist auch dem Hagestolz eigen, aber er ist nicht etwa stolz auf diesen Besitz Schon 1234 ist diese Wortform im Sinne von unverheiratet bezeugt neben der ursprünglichen hagestalt oder hagastalt; ein hagastalt man war ein unverheirateter Lohnarbeiter, der kinderlos aus einem Hag (d. i Einhegung), einem kleinen Rebengrundstück seßhaft war (got. staldan = besitzen»; während das Hauptgut samt der daran haftenden väterlichen Gewalt auf den Erstgeborenen überging, verblieben den jüngeren Söhnen nur Rebengüter und damit Abhängigkeit vom Erstgeborenen. C. AL -'n I » der •• Handelskammerprüfung für Ge - schäftsstenographen. 3m heutigen Anzeigenteil wird eine auf den 22. März anberaumte Handciskammerprüfung für Gcschaftsste ographcn angekündigt. Es kann nicht oft genug betont werden, von wie großer Wichtigkeit die Teilnahme an einer solchen Prüfung für junge Leute In diesen Tagen des Jahres 1916 tobte die Schlachi vor Verdun, bei der eine halbe Million deutsche und französische Soldaten den Tod fanden Die heftigsten Kämpfe gingen um das Fort Douaumont, über besten Trümmern sich jetzt ein weithin sichtbares Leuchtehrenmal erhebt. ist, die viel mit Schreibarbett zu tun haben. Dies gilt besonders für die heutige Zeit, in der es den Arbeitgebern bei der großen Zahl der S el- lungsuchenden möglich ist. in engster Auswah. den nach ihrer Meinung geeignetsten Bewerber ,u finden. Daß in solchen Fällen Stenotypisten, die sich durch das Zeugnis einer bestandenen Geschäftsstenographenprüfung über ihre Fähigkeiten ausweisen können, den Vor ug vor anderen erhalten, ist selbstverständlich. Dieser Tai- sache scheinen sich auch diejenigen jungen Leute, welche sich dem Stenotvpisten-Bcrufe widmen wol'en. immer mehr bewußt zu werden, denn die Te.lnehmcr ah. an diesen im Früh.ahr und Her st stattfindenden Prüfungen wächst von 3ahr u Jahr Auch bei der im Rvvernber v. 3 um erstenmal abgehattenen Vorprüfung mit der Geschwindigkeit von 120 Silben konnte eine starke Beteiligung feftgeftellt werden. Diese Vorprüfu g ist eingeführt worden, um Anfängern einen richtigen Maßstab für ihre Leistungen, und gleichzeitig ein Gefühl der Sicherheit für die spä.er abzulegende Geschäftsstenofraphenprüfung zu geben. Die Vorprüfung besteht wie bei der Hau >t- prüfung, in der stenographischen Aufnahme ein's Dikta-is von zweimal fünf Minuten mit eir c Unter rechung von einer Minute, und in der o- fortigen ilebertragung in Kurrentschrift. Die u- läffigc ilebertragungszeit beträgt bei handschriftlicher ilebertragung 96 Minuten, bei der ilebertragung mit der Maschine 64 Minuten. Wer die Vorprüfung bestanden hat. erhält kein eigentliches Zeugnis, sondern lediglich eine Desche ni- gung. Es sei jedoch ausdrücklich bemerkt, daß die Vorprüfung nicht Vorbedingung für die Haupt- ptüfung ist. (Man beachte dte Anzeige vom Samstag.) " Freie Schul st eilen. Erledigt sind: die Stelle einer evangelischen technischen Lehre in an der Volksschule im Bezirk Heuchelheim, Kreis Gießen (Gesuche von Anwärterinnen, die noch nicht im Schuldienst verweirdet worden sind, oder von solchen, die ihre fünf Anwärterdienst- jafjre noch nicht zurückgelegt haben, sind zw.ck- los): eine Lehrerstelle für einen evange.ischen Lehrer an der Volksschule in Rieder-Bessingen. Kreis Gießen (Dienstwohnung ist vorhanden); eine Lehr rstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule m Okarben, Kreis Friedberg (Dienstwohnung ist frei). Zeitung der Kanzel. Es war früher die Aufgabe der Geistlichen, im Anschluß an die sonntägl che Predigt nicht nur die behördlichen Bekanntmachungen, sondern auch alle möglichen privaten Nachrichten, selbst Verlustanzeigen, 'in der Kirche zu verkünden. Eist als in der zweiten Hälfte des 18 Jahrhunderts dieser Brauch allmählich verschwand, mußte man auf andere Wege und Mittel sinnen, um diese Neuigkeiten zu verbreiten, und bediente sich, erst zögernd, dann in steigendem Umfang der Zeitungsanzeige. Aus der provinzialhauvistadl. Gießen, den 2.März 1931. Ein Jubiläum der Zamilienanzeige Die Familienanzeige gehört zu den unentbehrlichen Selbstveiständlichkeiten unseres Lebens; aber so sest sie unter uns eingebürgert ist, so blickt sie doch aus ein verhältnismäßig junges Dasein zurück. Denn in diesem Jahre kann sie den 150. Geburtstag feiern. Merkwürdigerweise waren es die Todesanzeigen, die zuerst in den Blättern erschienen. Vermählungs- und Geburtsanzeigen traten später auf, und noch länger dauerte es, bis man die ersten Verlobungs- anzeigen in den Zeitungen lesen konnte Das ist erst vor 100 Jahren der Fall gewesen. Die Heiratsanzeige ist die jüngste der Famüienanzeigen, sie trat um 1850 bei uns zaghaft hervor, war allerdings in anderen Ländern schon früher üblich Als in England 1769 die erste Anzeige dieser Art erschien, berichtete ein Berliner Blatt: „In London hat jemand bekanntgemacht, daß eine Lady mit mittelmäßigem Verm gen einen Mann nötig hätte So wunderbar es klingt, so ist es doch wahr,' daß auf diese Bekanntmachung hin nicht weniger als 279 Briefe einliefen." Daß die Zeitungen so lange Zeit bestanden haben, bevor die Famistenanzeige aufkam. liegt nicht etwa daran, daß man in der „guten alten Zeit' kein Interesse für die Ereignisse in den Familien anderer Leute hatte, nur die Art der Verkündigung war da- mals eine andere: man bediente sich nämlich statt Ö.J.Jpor/ Kußball in Heffen-Hannover Borussia Julba Meister der Südgruppe! Die beiden Nachhutgefechte des Sonntags, die übrigens weniger Interesse beanspruchten, das Tressen in Göttingen zwischen Hessen 09 Kassel und der Sp. V Göttingen, sowie das Spiel in Kassel zwischen Spielverein und Hermannia fielen der Ungunst der Witterung zum Opfer Das Treffen in Kassel wurde beim Stande von 1:1 wegen des ^chneesturmes abgebrochen, während in Göttingen der Versuch erst gar nicht gemacht wurde. Das Hauptinteresse des Tages beanspruchte das Entscheidungsspiel in der Südgruppe zwischen den Fuldaer Borussen und dem BC. Sport Kassel um die Gruppenmeisterschaft in Göttingen. Wider alles Erwarten gewannen die Fuldaer mit dem sensationellen Ergebnis von 5:0 (2:0) hoch und müssen nun am 8. März in Gießen gegen den Meister der Nordgruppe und Titelverteidiger SC. 03 Kassel zum entscheidenden Gange um die B e z i r k s m e i st erschüft antreten. Borussia Fulda — BL. Sport Kassel 5:0 (2:0). Mit Spannung erwartete man den Kampf, der in Göttingen über die Gruppenmeisterschaft der Südgruppe die endgültige Entscheidung bringen sollte. Entgegen allem Erwarten mußte sich in diesem wichtigen Treffen der favorisierte Sport Kassel mit nicht weniger als 5:0 dem besseren Können der durchschlagskräftigeren Fuldaer beugen. Die weitaus bessere Stürmerreihe gab den Ausschlag. Bereits bei der Pause führten die Borussen mit 2:0 und erhöhten in der ersten halben Stunde nach dem Wech- cl auf 5:0. Bei diesem Stande flaute der bis dahin csselnde Kampf merklich ab, die Kasseler bekannten ich resigniert geschlagen. Trostrunde Nordwest. Isenburgs Tabellenführung klarer. Der Tabellenführer Isenburg konnte am Sonntag seinen Dorsprung vergrößern, indem er gegen den hinter ihm an zweiter Stelle liegenden SC. Rotweiß Frankfurt 3:2 gewann. Rot- weih fiel durch diese Riederlage noch hinter den FD. Saarbrücken zurück, der durch einen 3: 1-Sieg über Reckarau die zweite Stelle einnahm. Phönix Ludwigshafen verlor durch ein abermaliges Unentschieden, diesmal gegen Union Riederrad, (1:1) weiteres Terrain und der FC. Idar erlitt mit einem 1:2 in Wiesbaden seine fünfte Niederlage. Oie Trostrunde Güdost. Der Sonntag brachte in der Trostrunde Südost wieder Hochbetrieb, sämtliche Mannschaften standen in Kampf. Die Augsburger Schwaben konnten sich durch einen 4:2-Sieg über die Stuttgarter Kickers für ihre im Vorspiel erlittene Niederlage revan- chie.en. Mit 3:2 (1:1) blieben die Münchner „Löwen" gegen den wiedererstarkten Karlsruher Phönix nur knappe und glückliche Sieger .während der Spitzenreiter, FC. Pforzheim, den FV. Rastatt unverdient hoch mit 6:n Toren abfertigte. In Fürth wußte sich der VfR auf eigenem Gelände dem „Club" mit nicht weniger als 0:7 (0:3) beugen, gegen die Schüsse der Hornauer und Kund war kein Kraut gewachsen. Aus dem Reiche des Wintersports Links: Sonja Heute, Weltmeisterin. — In der Mitte: Das Ehepaar Gaste, Deutsche Meister im Paarlaufen. — Rechts: Härtel. Deutscher Kampfspielmeister Weltmeisterschaften im Eiskunstlauf. Am Samstag nahmen die Wertmersterschaften im Eiskunstläufen mit dem Pflichtlaufen der Damen ihren Anfang. Elf Teilnehmerinnen stellten sich dem Preisgericht. Reben Sonja Henie und der Wienerin Fritzi Bürger gefielen die Amerikanerin Dinson am besten. e Am Abend wurden mit dem Paarlaufen die Weltmeisterschaften im Eiskunstläufen fortgesetzt. Sieger des Wettbewerbes wurde das ungarische Paar Rotter-Szollas. Das Endergebnis war folgendes: 1. Rotter-Szollas (Ungarn) Pmhz. 13.5; 2. Organista-Szallay (Ungarn) .Piahz 14.5; 3. Papcz-Zwak (W en) Plahz 23.55. — Bestes deutsches Paar war das Ehepaar Gaste t das mit Platzzif er 45 auf den 7. Platz kam. Internationale Eishockeykämpfe im Sportpalast. ~ Zum Abschluß der Eislaufsaison im Berliner Sportpalast gab es noch ein großes Programm, das dl Höhepunkt der diesjährigen Wintersport- ocranfi. ngen in Berlin bildete Neben den Welt- meisterja-aften im Kunstlaufen nahm am Freitagabend ein von vier Mannschaften besetztes Eishockeyturnier feinen Anfang, an dem Weltmeister Kanada, die Tschechoslowakei, der Berliner Schlittschuh Klub und der SC Rießersee teilnahmen Leider gab es bereits am ersten Tage wieder einen großen Skandal, als nach dem ersten Spiel statt des angekündigten Walzenwettbewerbes, nur Sonja Heute und Karl Schäfer zweimal um die Bahn spazieren liefen. Als die Gegner des zweiten Spieles den Kampf aufnehmeu wollten, protestierte das zahlreich erschienene Publikum durch Gebrüll und Pfeifen. Die Eisbahn wurde mit allen möglichen Gegenständen beworfen, so daß die Spieler oft zu Fall kamen und schließlich das Spiel abbrechen mußten. Erst dann wurde angekündigt, daß der Walzerwettbewerb nun doch noch nach dem ersten Drittel des zweiten Spieles stattfinden würde. In den Eishockeywettspielen schlugen die Kanadier den Schlittschuhklub mit 8:1; die Tschechische Mannschaft erwies sich gegen den SC. Rießersee mit 5:1 überlegen. Eisschnelläufen in Drontheim. Bei den internationalen Eisschnelläufen in Dront- heim siegte Weltmeister Clas Thunberg über 500 Meter in der guten Zeit von 43 Sekunden vor dem Norweger Haakon Pedersen, der die gleiche Zeit erreichte. Thunberg belegte im 5000-Meter- Nennen den zweiten Platz hinter seinem Landsmann Blomquist, der in 8:43 5Sekunden Vorsprung herausholte Der Oesterreicher Jungbluth wurde Elfter im 500-Meter-Lauf und kam über 5000 Meter auf den 6 Platz. Abfahrlslauf des Skiklubs Schwarzwald. Der Skiklub Schwarzwald brachte am Sonntag erstmals einen Abfahrtslauf an einem Steilhang des Rohrhardsberges zur Abwicklung. Sieger wurde der Freiburger Stober mit 8,11 Minuten vor dem Freiburger Ringwald. Sieger des Mannschaftslaufes wurde die Ortsgruppe Freiburg vor Schonach. Skispringen auf der Koppenschanze. Der Schneeschuhvereiu Krummbügel veranstaltete auf der Koppenschanze bei guter Beteiligung sein letztes diesjähriges Skispringen. Trotz weicher Aufsprungbahn infolge Tauwetters wurden gute Leistungen gezeigt. Den weitesten Sprung des Tages erzielte der Hirschberger Jäger Häring mit 40,50 Meter, dem auch mit zwei weiteren Sprüngen von 40 und 36,50 Meter und Note 340,5 der Sieg zufiel. Zweiter wurde Martin Tietze (Brückenberg) mit Note 336,1 (32,50, 37 und 39 Meter) vor A. Kahl (Krummhübel) mit Note 283,5 und Weiten von 32 und zweimal 37 Meter. Holmenkollen Rennen. Am Samstagvormittag begannen bei einer riesigen Zuschauermeuge die traditionellen Holmen- kollen-Renuen mit dem 17--Kilometer° Langlauf. 3n dem schwierigen Wettbewerb blieb wieder einmal mehr der Rorweger ©röt- tumsbraaten erfolgreich, der die Strecke in 1:11,01 Stunden durchlief. Von den deutschen Teilnehmern blieben W. Bogner und H. E r m e I am erfolgreichsten, die sich an 37. bzw. 67. Stelle placierten. $ur Verdienste um den Segelsport. Der Reichsverkehrsminister hat in Anerkennung der Pionierarbeit, die die Fliegergruppe des Friedberger Polytechnikums für den Segelsport geleistet hatte, der Gruppe ein Klemm- Daimler-Motorflugzeug zur Verfügung gestellt. Die Anerkennung gilt nicht zuletzt auch für die Versuche und den Dau eines neuartigen, schwanzlosen Segelflugzeuges. — Das Motorflugzeug ist ein Tiefdecker mit einem Mercedes-Motor von 20 PS. Außerdem wird noch ein BMW.-Motor von 40 bis 50 PS. als Ersatz mitgeliefert. Da sich in der Umgebung von Friedberg kein entsprechendes Uebungsgelände befindet, wird die Fliegergruppe die Ausbildung von Fliegern zunächst in Gießen vornehmen müssen. Das Flugzeug wird im Gießener Flughafen untergebracht. Um die westdeutsche Handdallmeisterschast. kurhefsen Kassel — Sportfreunde Siegen 8:5 (6:2). Der letzte Kamps, den der Hesien/Hannover- Meister, Kurhessen-Kassel, gegen den Südwest- falenmeister und westdeutschen Meister, die Siegener Sportfreunde, in Kassel bestritt, hatte mit einem vollkommen unerwarteten Siege der Kurhessen ein sensationelles Ende Die Siegener hatten den Gegner Wohl unterschätzt. Bereits nach wenigen Spielminuten führte die Kasseler Mannschaft mit 5:11 Trotz leichter Feldüberlegenheit vermochte Siegen daran bis zur Pause nichts zu ändern, denn einem zweiten Treffer setzten die, Kurhefsen prompt den. sechsten Erfolg entgegen. Rach dem Wechsel waren die Siegener besser in Fahrt, holten bis auf 7:5 auf und mußten sich schließlich doch in ihr Schicksal ergeben, als die Kurhessen durch einen Strafwurf zum achten Erfolge kamen. Kurze Sportnotizen. Handballmeister desMittelrhein- kreises wurden in der Abteilung A Herrnsheim und in der Abteilung B der TV. Algenrodt. Cilly Äußern kam beim Tennisturnier in Monte Carlo mit ihrem Siege über die Französin Adamoff 1:6. 6:2, 6:1 eine Runde toeih r. Die Ueberraschung des Tages war der Sieg der Ungarn von Kehrling—Gabrovits über Co- chet—Doussus 6:4, 2:6, 7:5. » © illis © rafström, der Olympiasieger und mehrfache schwedische Weltmeister im Eiskunstläufen, gab im Stockholmer S.tadion seine Abschiedsvorstellung und wird nun nicht mehr an öffentlichen Wettbewerben teilnehnrsn. » Karel Kozeluh gab wegen Erkrankung sein Turnier gegen William Tilden beim Stande von 7:0 Siegen für den Amerikaner auf. Kleine Strafkammer Gießen. * G ießen, 27. Febr. Ein landwirtschaftlicher Arbeiter istderfahrlässigenEisenbahn- transportgefährdung beschuldigt. Er ist vor einigen Monaten mit einem schwer beladenen Wagen über einen Bahnübergang gefahren und dabei von dem gerade herankommenden Zug erfaßt worden, so daß der Hintere Teil des Wagens beschädigt wurde. In erster Instanz erfolgte Freisprechung, da das Gericht ein Verschulden des Angeklagten nicht feststellen konnte. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein; und führte in der Berufungsinstanz aus, der Angeklagte hätte sich vor dem Befahren der Eisenbahngeleise davon genau überzeugen müssen, ob ein Zug herannahe, eventuell mußte er bei mangeln- ber Uebersicht den Wagen anhalten. Die Strafkammer hielt aber das freisprechende Urteil aufrecht, weil der Angeklagte nach den besonderem Umständen des vorliegenden Falles den Zusammenstoß von Zug und Fuhrwerk nicht voraussehen konnte. | Ein junger Kaufmann wurde vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von vier Wochen verurteilt, weil er, trotzdem er dazu in der Lage war, zum Unterhalt seiner zwei unehelichen Kinder nich s beigetragen hat. Auf feine Berufung wird die Strafe in zweiter Instanz auf drei Wochen Hast ermäßigt, und zwar mit Rücksicht auf die seitherige Unbestraftheit des Angeklagten. Ein auswärtiger Kaufmann ist wegen Beleidigung eines Richters in erster Instanz zu ei ? c Geldstrafe von 70 Mark verurteilt worden Die Strafe wurde so gering angesetzt, weil der l r- geflagte nachträglich erklärt hatte, er habe t> von der Unbegründetheit seiner Vorwürfe Rechtsbeugung und Parteilichkeit — übers> > u. Der Angeklagte verfolgt Berufung und erst Freisprechung, weil er in Wahrung berechti Interessen gehandelt, auch gutgläubig gern i und deshalb straflos sei. Das Derufungsu. i l lautet auf Verwerfung der Berufung. Mit R> - sicht auf die bei Aufstellung der völlig unbegründeten Vorwürfe bewiesenen Fahrlässig! it könne von Wahrung berechtigter Interessen keine Rede sein. r Der Jllann der das Lachen verlernt hat. Vornan von Gerl Nothberg. Copyright hv Martin Feuchtwa qer ryalle (©aale 2.0 Fortsetzung Nachdruck verboten Und nun war niemand dal Sie stand allein in dieser fremden Stadt, in einer fernen, fremden Welt, und fremde Menschen waren um sie. Unheimliche, fremde Gesichter sah^n sie an, schmutzige Hände streckten sich aus. um ihr Gepäck zu nehmen. Vielleicht mochte es zur Hälfte ehrlich gemeint sein, sich ein paar Cent zu verdienen, das andere aber waren wohl solche Gestalten, wie sie zu Hunderten in den Hafenstädten herumlungern, ausgestoßen aus der menschlichen Gesellschaft, immer aufs neue nach einem Verbrechen suchend, mochte es zeitweilig auch nur darin bestehen, einem Fremdling des Landes das Gepäck zu stehlen. Ein gelbes Gesicht starrte grinsend zu Annemarie empor. In kauernder Stellung griff der Chinese nach dem Koffer. Mit einem leisen Angstschrei preßte das Mädchen diese Koffer an sich, die zum Teil die letzten kostbaren Andenken an die Eltern bargen. Ein Buckliger schob sich heran, musterte das junge Mädchen, dann das Gepäck. Schob sich näher griff nach dem kleinen Handkoffer. Erschrocken wich das Mädchen zurück. Das Gesicht des verkommenen Menschen wurde drohend. Annemarie von Wendsbrück sah sich hilfesuchend um. Wo waren nur all die freundlichen Menschen mit denen sie an Bord des Luxusriesen herüber- gekommen war? Die Fahrt war so schön gewesen in all der vornehmen Umgebung. Dank des Reisegeldes, das die gütige Mrs. Behrends ihr geschickt, hatte sie auf deren ausdrücklichen Wunsch hin die erste Klasse benützen können. Ja, wo waren all diese netten, liebenswürdigen Menschen hin? In ihrer Zuversicht, daß sie die mütterliche Freundin bestimmt Übholte, hatte sie sich schon auf dem Schiff verabschiedet, unb dann im allgemeinen Getümmel und in der Aufregung über die bevorstehende Landung hatte kein Mensch mehr auf den anderen geachtet, und nun stand sie schon viel zu lange allein hier und wartete, als daß sie jetzt noch hätte hoffen können, daß dieser oder jener sie doch bemerken würde. Sie waren ja längst alle fort. Drohend schienen die Wolkenkratzer auf sie zuzurücken. Die Freiheitsstatue schien sich zu entfernen. Ein dumpfes Gefühl beschlich das Mädchen. Warum kam Frau Behrends nicht? Der Bucklige stürzte sich plötzlich auf ihr Gepäck, der Chinese grinste und griff nach dem großen braunen Koffer. Annemarie schloß die Augen. Richts mehr sehen, nichts mehr hören! Oh, wäre sie doch bei den Eltern! „Kommen Sie, Miß!" Als habe ein Engel zu ihr gesprochen, blickte Annemarie wie erlöst auf. Heimatlaute waren an ihr Ohr geklungen! Die deutsche Sprache — lieb und vertraut! Ein schlanker großer Mensch beugte sich zu ihr nieder. „Ist Ihnen nicht gut?“ „Ich danke Ihnen! Oh, ich danke Ihnen! Ich habe mich so sehr gefürchtet", stammelte das Mädchen. Wie heller Sonnenschein ging es über sein Gesicht „Eine Deutsche?" „Ich bin Oester reicherinl" „Und ich Bayer! Wie sich das trifft, daß ich einer, man kann ja ruhig sagen Landsmännin, helfen darf." « Wie gewählt und sicher er sprach! Wie wohl ihr sein gutes Lächeln tat, das auf seinem Gesicht lag! Und wie spielend er jetzt die Lasten aufnahm. Welche Kräfte in dem schlanken Körper wohnten. Links von ihm stand mit tückischen Augen der Bucklige. Er rieb sich den Arm, an dem ihn vorhin der Bayer mit eisernem Griff zurückgerissen hatte. Der Chinese tag am Boden, und seine Rase blutete. Um die Gruppe herum sammelten sich neue abenteuerliche Gestalten. Ruhig und lächelnd schritt der Bayer an ihnen vorüber, dicht neben ihm das junge Mädchen. Als sie ein gutes Stück gegangen und aus dem Bereich des Hafengewimmels heraus waren, sagte er: »Sie haben doch jemand erwartet? Rennen Sie mir doch bitte die Adresse! Dann ist es sehr leicht, Sie hinzubringen." Annemarie atmete tief auf. Wie hatte sie sich nur gar so ängstigen können? Wie einfach sich das nun alles lösen würde! Mrs. Behrends war sicherlich nur abgehalten zu kommen. Und sie hatte sich ihren Schützling vielleicht auch etwas beherzter vorgestellt Trotzdem! Es hätte doch allerlei passieren können drüben am Hasen, wenn dieser famose Mensch nicht plötzlich wie ein Retter neben ihr aufgetaucht wäre! Dankbar blickte sie ihn an — nannte ihm die Adresse. Er blickte sie Überrascht an, sagte aber nichts »Ich habe genügend Geld bei mir. Rehmen Sie, bitte, ein Gefährt und bringen Sie mich hin", sagte das Mädchen dann. Er nickte. Und sie fuhren nun wohl eine Viertelstunde, dann hielt der Wagen vor einem großen, schönen Hause. Und der junge Bayer belud sich mit dem Gepäck, während Annemarie dem Chauffeur ein Zeichen gab, zu warten. Dann ging sie schnell hinter ihrem Helfer her. Das Tor öffnete sich. Ein Diener mit ernstem, würdigen Gesicht stand auf der Schwelle. Annemarie nannte ihren Rainen. Er zuckte zurück, verneigte sich tief. Auf seinem faltigen Gesicht stand ein großer Schmerz. Doch er sagte nichts, öffnete nur weit das Tor, und der junge Bayer beförderte die Stoffer hinein. Annemarie griff in ihr Geldtäschchen. „Hier, bitte, nehmen Sie das, mein Herr. Ich kann Ihnen nie genug danken." Seine hellen, blauen Augen senkten sich in die ihren, nicht aufdringlich, nicht bewundernd dreist, nein, ganz ehrlich und herzlich. Und dann sagte er „Es war mir eine Ehre und Freude, Ihnen helfen zu können. Ditte bezahlen Sie mich nicht dafür " Da reichte das Mädchen ihm die Hände. Helle Tränen standen in dem schönen dunkelblauen Augen. „Ich — danke — Ihnen." Er aber ging bereits den Weg zum Wagen zurück, bezahlte den Führer und ging dann schnell die Straße entlang. Annemarie sah ihm nach, und es wurde ihr wieder weh ums Herz. War das auch einer, der zerbrochen war, nachdem er voller Hoffnung dies Land betreten hatte? Daun wandte >ie sich dem ehrwürdigen Diener zu. „Führen Eie mich zu Miß Behrends." „Das ist nicht möglich." „Weshalb nicht? Ich bin die neue Gesellschafterin." Annemarie sprach sehr gut englisch, der Diener mußte sie unter allen Umständen verstanden haben. Zitterten die Mundwinkel des Dieners nicht? Bein, sie hatte sich wohl geirrt. Der Diener sprach dumpf. „Mister und Mrs. Behrends sowie der jüngste Sohn sind vor einigen Sagen mit dem Auto tödlich verunglückt." Annemarie.blickte auf den Alten, versteinert, in ©rauen erstarrt. Der Boden wankte unter ihr; mit beiden Händen griff sie um sich. Der Alte fing sie auf. Klingelte — leise, vorsichtig. Mädchen kamen. „Der Miß ist nicht gut. Es ist die neue Gesellschafterin unserer Herrin, die heute hier aus Deutschland cingetroffem ist und die nun so furchtbar erschrak, als ich ihr sagte, daß unsere Herrschaft tot ist Kümmert euch gut um sie. Sie sollte wie eine Tochter hier gehalten werden." * * * Annemarie war aus ihrer Ohnmacht erwache Ganz erstaunt und verängstigt blickte sie um sich. Wo war sie? Das war doch nicht die freundliche Kabine, ui der sie nächtelang geschlafen. Da kehrte langsam die volle Besinnung zurück. Sie war im Hause der Familie Behrends, dis Frau des Hauses aber war tot! So hatte der Diener gesagt. Was nun? Langsam stand sie auf, ging im Zimmer hin uni> her, sah jetzt erst das ältere, bescheideirr Mädchen, das auf der anderen Seite des Ruhelagers gesessen hatte und nun höflich und freundlich dastand. „Was nun? Miß Behrends ist tot? Was soll ich nun hier?" fragte Annemarie und sah daS Mädchen an, als müsse es ihr helfen. „Mister James Behrends erwartet Miß Annemarie!" „Wer ist das? Ich denke...?" fragte Annemarie verständnislos. „Der älteste Sohn lebt. Und er hat im allgemeinen Wirrwarr sowie der Trauer der letzten Tage vergessen, jemand ans Schiff zu schicken. Er möchte Sie um Verzeihung bitten, und ich soll melden, wann es Ihnen paßt." Annemarie machte eine fluchtartige Bewegung, „Ich will fort." „Das geht nicht. Mister Behrends will alles ordnen." Annemarie strich sich über die Stirn. „Ja, ich muß wohl mit Mister Behrends sprechen", sagte sie und sah das Mädchen an. Rellh sprach nicht viel, aber in wenigen Minuten stand Annemarie angekleidet im Rebenzimmer. Durch die Tür trat ein kleinerer, beweglicher, noch junger Herr. Er zuckte bei ihrem Anblick zusammen Sein Blick umfaßte die süße unberührte Schönheit des Mädchens, und ein häßliches Licht blitzte in seinen farblosen Augen auf. Er trat näher, verbeugte sich tief. „Herzlich willkommen in unserem Hause. Leider - ist Furchtbares geschehen. Mama hatte sich so sehr auf Sie gefreut, und nun — jetzt - ist - sie tot!“ Annemarie hatte die Herrin dieses Hauses nicht gekannt, doch deren gütige Zeilen allein hatten genügt, sich nach ihr zu sehnen. Und nun?! Cs war furchtbar. Mit von Tränen verdunkeltem Blick sah das Mädchen auf James Behrends. Dann streckte sie plötzlich die Hand aus. „Ich fühle mit Ihnen, was Sie Perloren haben. Ich — bin auch Waise." „Ja, ich weiß", nickte er und umspannte ihrs schmale Hand. (Fortsetzung folgt.) Hotzve^ Die Detgwei ■Ictiammlung rheinE' bitatuto sehen m» oe> mit »A; bis zum 31. -W Ilmlagestagc r erzielt wird., sämtliche Aerg nähme der L-ei dcbnrger % Die beiden Lei des Neichswirt 1931 dem Eynd JW'1' DerDS^', Die &,! Leip 3'^ der B in Alt> cm SW r&gf Mi und aui Pensen Gesuch?cr ■ Messe, der u W tttennem Ä'Ä handelte. Kerlängaun • Die 3t delspreise bruar berechn! tistischcn Aciä Vorwoche (11 ist Hauptfach! treibe, Fülle tilrohslofse 51 Hauptgruppe 0,4 v. H.), § industrielle A 0,3 v. 5j.) uni nus 0,3 D. H. Sranlfur 3m Anschluß < schluhbörse erb lieget Stinnnu Ersichtlicher der heutigen vrders toi weiterhin etn Anregend to der Sommer, Präsidenten , fortschreitende und der erst Handlungen. ' der Radikale! Schluß der A dah keine Mi bruar cingetrc Geschäft hielt sind gegen di tolle ganz crl verzeichnen. A< nnd der Kali 5 bis 6 Prozen torkt bewegte Nahmen. J.-G anftalt Plus 21 ton 19>? _ IN 1929 . »IM •w» . "ona.fi,. ,,rQB V äs; iWZr K-ch Nwie der Trau §LSL'L.°u * **toi"M hl Endchen nm jgsn* * ig“c 1'4 l'efM[e. Tot» M Wirtschast. Holzversteigerungs-Termine. Dienstag, den 3. Mär;. Versteigerer: Forstaint Grünberg. Versteigerungs- ort: Gasthaus „^uni Rappen", Grünberg. K15 Uhr. Versteigerer: Forftamt Schotten. Versteigerungsort: Gasthaus „Zur Strane". 10 Uhr. Oie Leipziger Frühjahrömeffe. Leipzig. I.März. (WTD.) Der erste Messe- lag läßt die Zahl der Besucher dec Mustermesse^ der Technischen Messe und der Daumesse vielfach kleiner als in früheren Jahren erscheinen, wen es an Echaupublilum dieses Mal fast ganznch fehlt. Da etwa 100 Masseamts» und Tcrtoai- tungszüge in den normalen Verkehr eingelegt sind dürfte die Zahl der Messebeluchar aber doch annähernd die der früheren Meisen erreichen. Die niedrigste Schätzung der schon am Sonntagfrüh in Leipzig anwesenden Messefremden liegt bei etwa 100 000. Die Zahl der amerikanischen Einkäufer wird auf 1200 geschätzt. Aus_England sind vier Sonderzüge eingetroffen, aus Frankreich drei, und auf die meisten anderen Länder kommt mindestens ein Sonderzug des Messeamts. Der Besuch der Messehäuser und der Technischen Messe, der um die Mittagszeit rasch zunahm, läßt erkennen, das; es sich da, wo alsbald mit ernsthaften Verhandlungen begonnen und wo auch schon Bestellungen in die Orderbücher eingetragen wurden, vorwiegend um eine Kundschaft aus dem Umkreis von 100 bis 150 Kilometer handelte. Verlängerung des rheinisch-westfälischen KohlensyndilatS. Die Bergwerlsbesiher der Rühr haben in einer Versammlung vom 21. Februar beschlossen, das rheinisch-westsälische Kohlcnfyn- di ka t über den 31. März 1931 hinaus fortzu- sehen mit der Mastgab.', daß die Vereinigung mit dem 30. Juni 1931 enden soll, wenn nicht bis zum 31. Mai eine anderweitige Regelung der ilmlagcfragc mit den Stimmen aller Mitglieder erzielt wird. Diesen Vertrag haben inzwischen sämtliche Bcrgwerksbesiher der Ruhr mit Ausnahme der Deutschen Erdöl AG. und des Magdeburger Bergwerksvereins AD. unterzeichnet. Die beiden Verwaltungen sind durch Verordnung des Reichswirtschaftsministers vom 28. Februar 1931 dem Syndikat zwangsweise beigefügt worden. • Die Indexziffer der Großhan» d e l s p r e i f c. Die auf den Stichtag des 25. Fe- bruar berechnete Großhandelsindcrzisser des Statistischen Reichsamts hat mit 114,2 gegenüber der Vorwoche (114,0) um 0,2 v. S>. angezogen. Dies ist hauptsächlich auf Preiserhöhungen für Getreide, Futtermittel, Richteifenmetalle und Textilrohstoffe zurückzuführen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten für Agrarstoffe 106,3 (Plus 0,4 v. H.>, Kolonialwaren 99,8 (plus 0,3 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 106,7 (plus 0,3 v. H.) und industrielle Fertigwaren 139,3 (minus 0,3 v. H.). frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. März. Tendenz, fester. Im Anschluß an die feste Haltung der Wochen» schluhbörse eröffnete die neue Woche in sreund- licber Stimmung. Das Publikum scheint etwas zuversichtlicher geworden zu fein, denn zu Beginn der heutigen Börse lagen einige KVuf - Orders vor. Auch das Ausland bekundete iveiterhin etwas Interesse an deutschen Aktien. Anregend wirkten der günstige Monatsbericht der Kommerzbank, die Rede des Reichsbankpräsidenten zur Reparationsfrage, ferner die fortschreitende deutsch-französische Verständigung und der erfolgreiche Abschluß der Flottenverhandlungen. Anderseits machten das Anwachsen der Radikalen in Braunschweig, der schwache Schluß der Reuyorker Börse und die Tatsache, daß keine Minderung der Insolvenzen im Februar cingetrctcn ist, nur wenig Eindruck. Das Geschäft hielt fich in bescheidenen Grenzen, doch find gegen die Schluhkurse von Samstag teilweise ganz erhebliche Kurserhöhungen zu verzeichnen. Aeußerst fest tendierten der Montan- und der Kalimarkt, die von 1,5 bis 3,5 bzw. 5 bis 6 Prozent höher eröffneten. Am Chemie- marlt bewegte sich die ^Imsahtätigkeit in kleinem Rahmen. J.-G.-Farben nur wenig höher, Scheide- anstatt plus 2 Prozent. Don Elektrowerten fielen Gessürel und Reag mit Kursgewinnen von 3,5 Prozent auf, während im übrigen nur Erhöhungen bis 1,5 Prozent eintraten, Siemens sogar nur knapp behauptet waren. Am Kunstseidemarkt lagen Aku 2,5 Prozent und Demberg 3 Prozent fester. Von 2 bis 3 Prozent gebessert lagen ferner Holzmann, Norddeutscher Lloyd, AG. für Verkehrswesen. Kleine Kurserfolge hatten noch Wayß & Freytag, Zellstoff Aschaffenburg, Reichsbankvorzugsaktien, Daimler und alle Bankaktten. Am Anleihemarkt lagen deutsche Anleihen freundlich. TüNen und Rumänen behauptet. Pfandbriefe bei kleinem Geschäft freundlich. Im Verlaufe fetzten sich die Kurssteigerungen fort, und die Tendenz war ausgesprochen fest, da das Stärkeverhältnis der Radikalen in Braunschweig keine größeren Veränderungen gebracht hat und somit auch keine Befürchtungen bestanden. Am Geldmarkt machte ich eine kleine Erleichterung bemerkbar, so daß der Satz auf 5,5 Prozent ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt traten keine Veränderungen von Belang ein. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2070, gegen Pfund 20,43^5, London gegen Reu- york 4,8580, gegen Paris 123,9850, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 46,30, gegen Schweiz 25,1375, gegen Holland 12,1175. Berliner Börse. Berlin, 2. März. Die neue Woche eröffnete in weiter f c ft c r Haltung. Im heutigen Vor- mittagsverkehr hatte allerdings auf Grund des Ncu- yorker Börfenverlaufs von Samstag und unter dem ersten Eindruck der Wahlergebnisse in Braunschweig stärkere Zurückhaltung geherrscht, und man glaubte mit schwachen Eröffnungskursen rechnen zu müssen, aber bald wurde man eines anderen belehrt. Das In- und Ausland hatte, vielleicht durch optimistische Monatsberichte der Großbanken, Kauforders her- gelegt, die teilweise auf Materialmangel stießen und mehrprozentige Kursbesserungen zur Folge hatten. Die Börse schritt hieraus zu Deckungen und kleinen Rückkäufen, zumal noch verschiedentlich größere Decouverts zu bestehen scheinen. Das Geschäft nahm dadurch lebhaften Charakter an. Einige Werte erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Aku und $ einberg, Kali Aschersleben, aber auch Echiffahrts- nxrtc, Julius Berger, Westeregeln, Rheinische Braunkohlen, Lahmayer, Reag, Svenska und Chade hatten ausgesprochen feste Veranlagung. Bemerkenswert schwach lagen Schantung mit minus 4 u. H. und Siemens mit minus 0,75 v. Sy Bei letzteren glaubt man an Gewinnmitnahmen des Auslandes, nachdem der Dividendenabfchlag wieder eingeholt ist. 'Anleihen fester, besonders Altbesitz mit 0,55 v. Sy 'Ausländer ruhig, nur Mexikaner schwächer und teilweise mit Minus Minus. Pfandbriefe freundlich. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,5 v. Sy fester. Am Geldmarkt trat bereits eine Erleichterung ein. Tagesgeld stellte sich nur noch auf 6 bis 8 v. Sy die übrigen Sätze unverändert. Im Verlaufe war die Kursentwicklung nicht einheitlich. Die Grundstimmung blieb durchaus freundlich, da bei ruhiger Entwicklung der Ausfall der Braunschweiger Wahlen, nachdem das endgültige Gesamtergebnis jetzt vorliegt, eigentlich keine so großen Veränderungen gebracht hat, wie man ursprünglich befürchtete Eine Abschwächung die dann zu Kursrückgängen bis 1 5 v. H. gegen Anfang führte — Chade verloren in Reaktion sogar 3 50 Mark — wurde bald wieder eingeholt. Die Kurse zogen teilweise über Anfang an, da die Großbanken als Käufer an die Märkte tarnen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 2. März. Auch zu Beginn der reuen Woche setzte sich die festere Tendenz am Vroduktemnar't weiter fort. Das Geschäft war jedoch nicht sehr groß, da sich das Angebot etwas vermarkt hatte, zumal die ho^en Prei"e etwas Verlaufslust verursachten. Besonders fest lagen wiederum Weizen. Roggen und Gerste, die je 2.53 bis 5 Mark je Tonne an- xogen. Außerdem tendierte Hafer mit plus 7.50 Wcr' fester Das Mehlgeschäft ist wieder ruhiger geworden, nachdem schon zu Ende der Woche eine weitere Preiserhöhung vorgenommen wurde. Lediglich Roggenmehl hatte etwas größeren Um- sah bei leicht erhöhten Forderungen. Von Kleie war besonders Roggenkleie stark gesucht und 0 75 Mar' fester. Wei?enkleie wurde hiervon etwas beeinflußt. Es wurden notiert: Weizen 300; Rogeen 190; Sommergerste für Brauzwecke 210 bis '212,50; Hafer, inländischer 165 bis 170; Weizenmehl, süddeutsches Svezial 0 43.50 bis 44.50; Roggenmehl 27 bis 28; Weizenkleie 10; Roggenkleie 10.75: Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 31; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 28 bis 65; Heu. süddeutsches, gut, gesund, trocken 6.00 bis 6.50; Weizen» und Roggenstroh, drahtgepreht 2,90; 'Weizen» und Rog» genstroh. gebündelt 2,75 bis 2,80; Treber, getrocknet 9,75. — Tendenz: fest. Frankfurter Lchlachwichmarkt. Preise am Frankfurter Viehmarkt (nicht Stallpreise). — Schweine: vollfleischige Schweine von ciwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 48 bis 50, von etwa 200 bis 240 Pfund 48 bis 51, von etwa 160 bis 200 Pfund 48 bis 50, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 45 bis 47 Mark. — Mark! verlauf: Rinder nahezu ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine schleppend, Ucberstand. beste Mast, und Saugkälber 58 bis 62, mittlere Mast. , Aufruf und Saugkälber 53 dis 57, geringe Kälber 48 bis 52. I begeh r c n. leischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere 46 bis 49 Mark, (ältere) 41 bis 45, sonstige voll- leiichige (jüngere) 36 bis 40; Bullen: jüngere, voll- leischige, höchsten Schlachtwerls 43 bis 46, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 29 bis 42; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 37 bis 40, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 33 l-'.s 36, fleischige 28 bis 32, gering genährte 24 bis 27; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts 46 bis 49 voll- fleischige 42 bis 45, fleischige 38 bis 41. — Ä ä I Ibc r : Berlin, 2. März. (WTB. Drahtmeldung.) Der General ft aatsan walt in Berlin hat, wie soeben bekannt wird, gegen die Bundes f (ihrer des Stahlhel uts Scldte und D ü - ft er berg auf Grund des § 5 Absatz 1 R c publik schutzgesetzes in Verbindung mit § 20 des Rcichsprcssegefetzes wegen des Aus russ der Stahlhelmzcitung Dir. 2 ein Ermittlungs verfahren cingelcitet. Der am 18. Januar erschienene Aufruf war die Einladung zum Volks F r a n t f u r t a. M., 2. März. Auftrieb: 1233 Rinder (290 Ochsen, 111 Bullen, 456 Kühe. 350 Färsen), 521 Kälber, 94 Schafe und 6207 Schweine (Litauer 270). Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: voll- Letzte Nachrichten. Ermittlungsverfahren gegen Seldte und Oüslerberg. Eewinnauszug 5. Klaffe 36. Preußisch-Siidbeulfche (262. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lcfe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 16. Ziehungstag 26. Februar 1931 Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 «ttolnn» ju 25000 M. 72073 2 Gewinne |u 10000 CT. 837 8 Gewinn. ,n 5000 M. 108800 175987 275181 138068 287637 16 Oetolnne ,u 3000 M. 11103 35120 104002 165047 114240 144715 169102 194411 218714 240192 309236 364358 394517 191235 217329 269523 306216 335336 357744 103944 209726 324974 101517 133551 152395 174490 208792 229079 264461 328990 384953 152625 168141 199034 225278 230224 316358 333948 367755 101581 138732 160533 175301 211662 239732 294907 332054 386954 156197 181745 205421 251522 291839 319854 347368 373273 162720 186308 205976 302245 333954 351839 394573 192137 218048 27247'> 30622' 335671 363835 155361 177639 201631 249445 286232 319117 337405 368448 108542 138968 164476 190819 216053 239857 . 308860 345434 388554 145589 172796 196318 222435 253337 316670 369291 122728 151290 173683 197519 227476 263460 318353 373928 289132 308366 322224 326901 42 Gewinn, »u 2000 . 36326 33633 96152 133135 152651 173718 174376 193412 245257 259134 267335 272749 295297 351425 362382 372642 332032 397575 142 < «Winne ru 1000 M. 1819 4233 5315 7649 25426 31093 31808 35301 39809 59198 68842 71571 ----- ---- ----- ----- ---------- 100903 75309 84941 87735 89400 90626 98545 ------ ------ ------ ------ 117513 "144 Gew.nnU 50Ö'M. 1713 7181 7250 7912 15900 18164 22060 22615 27504 23562 31325 37023 39380 39633 42064 44495 45040 55036 63912 90657 95960 101486 107367 110728 123933 140509 ------ ------ ------ ------ ------ 166377 Sn der heutigen Nachmitlagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Gewinne ju 7'000 3'“31 7 4 Gewinne ru 10000 CT. 34894 342437 10 Gewinne -u 5000 CT. 11860 45207 130694 221176 313952 14 Gewinn, ,u 3000 CT. 3446 261598 285544 320532 323541 335618 353429 42 Ge inre »u 20..0 M. 33458 65849 71323 74581 76821 89321 101353 121027 136702 181882 187972 210°64 245417 277368 318037 319136 330133 343538 360283 330002 396082 94 Gewinne »u 1000 M. 6591 18139 31891 37734 48428 61014 63789 66301 70779 85722 89910 95682 113527 116552 133828 138039 143799 162469 169414 172956 176797 184734 196437 195047 206230 208757 211491 222048 225313 236367 247350 2'4326 273641 273936 275931 305026 311600 330793 344343 346122 343206 348723 351264 352032 353609 361251 3“8882 156 öetnmn? ru 50t) CT. 418 7953 9737 10573 13970 15295 16574 43337 63327 63722 66215 66402 84907 102809 108018 113015 124368 125333 127263 127754 128670 129483 140330 148020 148634 152600 159502 1715'9 179538 185516 190239 190532 194173 199379 205657 216531 217851 223559 224064 232676 238580 244338 244981 247217 248608 250788 254550 260233 265784 271574 275962 276535 277600 283398 285126 294904 303502 304236 306382 309675 311237 313154 320031 322749 325957 334831 335595 356911 367197 368702 375016 376763 380160 384094 386040 392515 396804 397591 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500 000, 2 Gewi ne zu je 50 > 000 2 zu je 300 000, 2 zu je 75 000, 2 zu je 50 000 IG zu je 25 00", 70 zu je 10 000 198 zu je 5000 456 zu je 3000 1392 zu je 2000. 2662 zu je 1000, 4276 zu je 500, 12940 zu je 400 M. Gewinnauszug 5. Klaffe 36. Preußisch-Lübdeu!sche (262. Preuß.) Staats-Lstterie Ohne Gewähr Nachdruck »erboten Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe glci-.btr Nummer in den beiden Abteilunzrn I und II 17. Ziehungslag 27. Februar 1931 Sn der heutigen Dormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 ®,»(nn, |u 10000 CT. 65515 235679 10 ©etolnne »u 5000 CT. 43833 51277 140302 8-1014 194109 2 4712 1226 4420 19174 64143 151333 170376 186611 233090 254734 263378 346510 -355902 363008 198306 207723 219736 46 ®etr;nrc >u 2000 116959 133127 202884 212214 2978S5 325399 196820 335034 20 Gewinn, ,u 3000 CT. 60556 63523 65959 103066 ------ ---- 223614 234784 270106 135617 179145 231701 272160 310394 340918 367372 146788 183701 253015 280961 317747 343259 363329 107754 174886 207319 265152 301450 321175 362399 372739 156606 182159 234035 282189 318360 349162 370381 161664 201770 255174 319553 362452 370977 21352 64184 127033 176355 216554 266214 306924 330487 366023 23395 31415 47644 62243 54371 73492 75683 78407 89097 90211 124 ewinn, ,u 1000 CT 1194 15916 19080 20614 ----- ----- ----- ----- 61166 393027 391944 1 92 Gewinne »u 500 CT. 6772 29717 38520 70498 114151 137172 153446 182580 210101 226881 255186 276723 311632 350314 378376 I 17402 i 35526 ' 66504 I 83484 104364 114965 160952 191603 211202 257318 277492 312952 365650 383301 116715 141403 162010 192869 212922 231236 268397 284501 331609 363043 394095 118553 153531 175037 200433 234259 269599 295993 337691 376661 12118 34046 53237 82750 32099 32770 33440 44383 47407 42030 72318 73241 73313 85039 92917 93091 99949 100070 ----- ------ ------ 117814 147713 163571 199800 213591 234113 238904 236581 336265 371349 399706 27340 38355 69657 84384 105987 120050 157033 175075 207466 220441 272630 308155 343876 377132 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 4uu M. gezogen 2 Gewinn« tu 25000 M. 272904 2 16 Gewinn« -u 5000 CT. 132906 123387 113933 270346 281506 83646 134131 180744 260331 110693 160956 205100 163237 173027 179535 207433 234462 257123 305514 370627 393084 92357 7 202402 336109 71193 86453 106698 155151 273851 18098 29750 36393 69126 er nu« au 10000 0U. 31 7020 _ ----- 2508 19367 76053 92297 167015 236551 334778 16 Gewinn« »:t 3000 91k. 117331 133144 148331 53 ®e‘ in-: «u 2000 M. 109618 148645 204620 256893 2 3168 346259 167369 235832 281116 304547 373794 118648 166611 226248 280139 303193 362034 109347 154065 21-994 262380 302~98 358014 179,52 215224 285758 313591 374637 25393 109157 147133 202176 272073 289941 344389 394153 SG Ge-inn, 8u 1000 CT. 17037 18355 23685 24837 43802 47503 5'793 69562 76463 77343 ----- ------ ------- 120503 122714 395025 172 G winne zu 500 CT. 101379 145426 172089 190383 216173 238947 258728 281239 293123 325057 378451 165133 178030 203149 227035 253594 273619 287631 316801 356020 386408 119187 147626 174354 195625 222450 245202 265259 282761 299781 336706 381961 154770 174874 199205 224757 250537 265562 283249 305556 348277 383701 32530 50r51 93822 140220 169545 178476 207974 234217 256996 277244 29078 • 320686 362158 386836 101325 142713 171375 189125 208884 236587 255635 280435 290800 322671 373488 394320 "00 CT. 7012 9412 14549 17681 3591 f 40582 41310 45208 45895 46878 63632 55178 68508 60228 72563 91317 ------ ------ 133269 136820 .frantiun a Di. >a?iu6»l i‘Ubr« kur« | ff ri Datum Datum 28.2. 2.3. 61,25 36,9 84,75 84,9 98,4 98,4 90,5 90,5 51 . Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 52 3.CTän 28-Februar 83 82 42 1 42 43 175 174,25 100,5 | 100,5 72,5 96,5 96,5 24,13 ' 4' 4 4,05 4,05 1 69.5 9,45 iBotfli & Haeiftrer küddeutlme Zucke Zucker 125 7,8 7,8 4,15 4,15 112 269 , 19,6 16,5 | 135 204,5 54,65 5,65 19,6 16,5 15,5 24 35 1' 10 74,5 66 96 71 12 34 24.75 105,5 77 69 12,75 34,25 121 24,9 105 15 7,75 i 53,6 5.45 119,25 24.25 103 48.5 115 270.5 54.8 5,6 10 10 0 10 16’/. 10 10 15 79,25 78 36,25 129,25 137 200 135.25 205 74,65 67 98,75 70,75 77.25 70,5 100.5 73 49,5 115.5 276.5 4,05 4,05 Sctetntflte E'.ohlwerte Llavt Minen - - ilalirocrtf SWrSIeSen Naliwerte LSeswregeln Rallroerfe Salzdetfurth 59 36 130 '38.25 199 15.5 7.75 Philivv Holzmann . . Zemenlwerl Heidelberg Gementrord Kariiiadt. EL-üdb & fiteoUm • 54.25 . 5.5 | 24 103,5 <% Ceflcnetdiiidu- Goldrente . . 4,20% OestcrrctLiiLe SUbcrrenie <% cellerreicbiiLe Einheitliche Rente 4% Ungarische Moldrcn c .... 4% Ungarische StaaiSrente V. 1910 - 6% RumänilLe veretnh. Rente von 1903 - iy.% Rumänische veretnh. Rente von 1918 .......... 4% Rumänische verelnb. Renis - 52 ' 101,5 | 93,5 1 89,25 Beirrad . . Ludapeit. . Suiuarien . V'fTobon . Tamtg. . . Sonft aitm. Htbcn. Ilana oa Um uay. . Eatro . . - 3- <3. fiarbcn-Inl Tnnamit Nobel . L chetdeanstalt. . ('wldlchmidt . , Rülaerewerke . Metatlkelellickolt firanIsuUer Malchin en Eritzner HevIigenOaedt RurflfcanS. Lechwerte. . Mainkrastwerle Hb-hit a. M Miag. Gebr. Roeder 282- 62.3. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. m . .... . ,vtc „ . h._ „.(„uf hHrfuoücnen Dividende an. — Rcichsbankdiskont 5 o H., Lombardzinsfuß 6 ü.Sy Tie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die »)ohe der zulegt vcia)iogeueii CchutcheiS Pavenhoser Litwerte . atu . . . Bcmberg. BcIKiofl Waldboi - ZeUilosl Ajchassenbura (SbadotlcuDurgcr Wall Teiiauer Daimler Motoren Teuriche Linoleum Stnidiincnbau 2L*<3. 92 at Automobil ereiltem S koppel Lconbard Tietz Coen-la 6% Teutiche Reich-anieihe von 19-7 7% Deutsche RcichSanleihe voll 1929 ...... Dcuiiche Anl.-Ablöl.-Schuld mi, Au«lo>.-Rechten Deegl. ohne Anolo,.-Rechte . e>% Heil. Bollesioai von 1929 (rfidtahib 102%) Cbetbcffcn Provin, - Slitleibe mi' Aiietot.-R--chtcn Deniiche flemm. Sammeiabl. Anleihe Serie 1 ■<% fironlt. Hnp.-Bnnt Koldpse Xill uulünPbar bi» 1934 % fitanll Hup.-Äaui öolböfe unlünobat blo 2932 iH% Rbeini.che Hvv.-Banl liiau. (Soirvle. Pr. Landeovtandbriesankialt. Planrbrieie R 9 <% Pr 1‘flnoeer an:briefanflaU, SU>mm.-£W.8L 20. . . 7% Ht. Lande»' 'i'iDbrtelanflalt, 'lifnuDbncIc 9! 21 ..... il.tS.W flbfl. S>or.c.ea»-Obligationen. rückrablbar 193'2 Amtt^RoN. Buen-AireS Brss.-Antw CbnMania. fioneiibaazu Eiockbolm - HeliingforS- ytolicii. . ■ London. - . yieuvork .. Poris.... Schwei; »- Svanten. - slavcm . . - •Hio de Jan- Dien In D-- refL abgeft. 4.193 58,38 112.13 20.385 16.45 168,26 22,06 112,15 58,89 2.477 112,28 80,83 44.21 ».405 73,07 ' gr teF 4,213 58,62 112.57 20.465 16,51 168,94 22,14 112,59 59.13 2,497 112,72 81,15 44,39 12.465 73,37 a. rn. Bantnolen gc.-lin, 28~fiebruar____________ Amenianttche Noten Lelgilche Noten Tonitche Noten Engttiche Noten ....... firanzöiiiche Noten . ..... Holtanvische Noten 5iallenifd)f Noten Norwegiiche Noten . Deutich-Leslerreich, i 100 Schilling Vtuviäniiche Noten....... Schioediich" Noten ..... Schweizer Noten........ Spani)che Noten T'chechollowakiiche Roten.... Ungariiche Noten Scrhn Schluß- Aniang- 1ur4 j ffur4 126 f 0 c B s u 0 <■ 10 12 18 . 14 13'/. !t ... 8 9 0 rrannun a.. ■. | 8trlm Schluß- lure 1-Uhr- ffur4 (Schluß-j Änsong- fure , ffurs 28.2. 2.3. 28.2. 2.3. ^ranttun a. 271. Berlin c^chluß- fur4 1-Ubr- ffure Schluß-!Anfa g- tue. | ffur8 Datum 28.2. 23. 28.2. 2.3. vamburfl-Vlmenta Patel . - - < — 65.5 67,5 Hamburg-Südam Tnmpsichisl. 8 64.5 | —— 130,5 134,5 Hania Tamvlichtii ... 1° — 103,75 — Norddeukicher Lloyd.....8 66 69 67,4 69,5 Allgemeine DeuticheCreditamt. lu — — - — Barmer Vankverein . . 10 —— -— — Berliner Handeltgeiellicha't . 12 123,5 — 125 124,75 eommerz. und Privai-Bank. 11 107.75 110 108,25 110 Darmstädter und Nalionalbanl 12 136,5 — 136,75 137 Deutsche Bant und 107,25 108,5 rlsconio-GeseUschast, ... 10 105,75 107.5 Dresdner Bant......1° 106 107.5 107,25 103 5 »Keldiebanl ....... 12 — — — — .1 0 .........8 101,5 102.9 101,5 102,25 Bergmann.........9 — 120,5 121.9 £lettr LielernngsgeieUichast. 10 125 121,75 125,75 127,25 Licht und Otall......10 120,5 120 121.5 neuen & Guilleaume . . . 1 Vt 87 88 86 88 Geiellichatt für iflettriidje 122,75 120,75 122 Unternehmungen .... io Hamburger Elellri,t!älS-Lerte 10 Rdeinifche Eietiriztiät .... 9 120 — — •— — 114,5 118 115 119,5 cdilciiidie Gietirijiiul. ... 10 — — — ertwden & (So..... • 1> Siemens L HaUke ..... 16 129 129.5 128.9 130.13 177 176,75 178.25 1/7 ItdnetaDlo ........b — — — — ■cbmener &Co.......10 126,5 — 127 130,5 50 — 51,5 51 Deulfche Erdöl .>••••• ® Giicner Lteir.tohl«M..... 68,75 70,5 69,5 70, j (Sdfentirdicncr.......° Oarrcner ....... Hoeich Eilen........ fiile Bergbau ....... 1° 79 75 170 77.75 80,5 77 67 170 81,25 77,4 69 170,25 fflöcknerwerke........7 61,25 —— 62 _____62 Köln-Ncuclfeii......... Mannermonn-Röhren • . • . < 71 u 73,5 73,13 75 75,25 37 Mansfelder Bergbau . .... 7 35,5 36 Oberfchlef. (Hienöeoarf .... 5 — — — I Oberfchlef. ItolCrocde . . . . 7 — - 75,65 77,25 | Phönix Bergbau . . . . »H Rbeinifche Brauntohlea • • M 56,25 162 60 59,4 165,5 60 169 | Rbcinslcchl 74 76 74,25 76,5 1 Riebeck Montan ...... 7,e 83 82 Duftete... 12 ......r. 141,5 63 141,9 141,25 141.9 .......9 127 129 — — .......5 38,5 —— 40 40,5 ......6 51.25 51,25 51,25 51,25 .......8 78,5 79,25 78,75 79,5 Amiliche Jlolieruna Amtliche Notierung »eld Brief Geld Briet 168.53 168.87 168,53 168,87 1,391 1.395 1,392 1.396 58,585 58,705 53,58 58.70 112,43 112,65 112,42 112,64 112,42 112.64 112,41 112,63 112,53 112,75 112.59 112.81 10,576 10.596 10,576 10,596 22,015 22,055 22,015 22,055 20.413 20,453 20,416 20,456 4,2035 4.2115 4.2025 4,2105 16,465 16,505 16,465 16.505 80.915 81,075 80,91 81,07 44.06 44,14 43.93 44.01 2.081 2,085 2,081 2,085 0,342 0,344 0,341 0,343 59,06 59.18 59,06 59,18 12,451 12,471 12.45 12,47 7,390 7.404 7.335 7,399 73,27 73.41 73.26 73,40 3,043 3.049 3.043 3,049 18,85 18.89 13.82 18,86 81.65 81.81 81.65 81.81 1.784 1,789 1,784 1,789 5,445 5,455 5,445 5,455 4,201 4,209 4,201 4,209 2.977 2.983 2.997 3,003 20,93 20,97 20,93 20.97 Oberheffen. Kreis Friedberg. L Butzbach, 28. Febr. In Darmstadt ist nach schwerer Krankheit Major a. D. Friedrich Wil- Hel m D e i ß , der vor dem Krieg hier in Garnison stand, im 54. Lebensjahr gestorben. Im Weltkriege, zu dessen Beginn er schon schwer verwundet wurde, war er Kompanieführer und später Bataillonskom- mandeur im Jnf.-Rgt. 168. Major Deiß war einer der anerkanntesten Autoritäten auf dem Gebiete der historischen Waffen- und Uniformkunde. Nach dem Kriege stellte er sein reiches Wissen bereitwilligst in den Dienst der Heeresfachschulen der Reichswehr. Er betätigte sich forschend und schriftstellerisch bis in seine letzten Lebenstage auf militär-wissenschaftlichem Gebiete. Seine monumentalen Erinnerungsbücher „Das deufche Soldatenbuch" und „Die Hessen im Weltkrieg" behalten bleibenden Wert. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 28.Febr. Die hiesige Freiwillige Sanitätskolonne hielt in der Wirtschaft von K. Schepp ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Lehrer 211 - lendörfer, begrüßte die Mitglieder. Der vom Schriftführer vorgetragene Jahresbericht gab ein klares Bild über die vielseitige Betätigung der Kolonne, giir den verhinderten Rechner gab der Vorsitzende den Kassenbericht bekannt, der mit einem Lleberschuh von 5,39 Mark abschloß. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde beschlossen, für die Verleihung von Heizkissen, Wasserkissen, Eisbeuteln und dergleichen in Zukunft eine mäßige Gebühr zu erheben, um Reuanschaffungen zu ermöglichen. Der Depotverwalter gab die im Laufe des vorigen Jahres gemachten Reuanschaffungen bekannt. Rachdem noch über einige Fragen grundsätzlicher Art gesprochen worden war, und nachdem man eines verstorbenen Mitgliedes in üblicher Form gedacht hatte, wurde die Versammlung geschlossen. Kreis Büdingen. „?" Nidda, 28. Febr. In der Hauptversammlung des hiesigen Eisenbahn-Vereins, der einen großen Bezirk Oberhessens umspannt, wurden vier Mitglieder anläßlich ihres 2 5. Dienstjubiläums mit der gerahmten Ehrenurkunde ausgezeichnet: Reichsbahn-2lssistent Stoll, Zugführer Drück, die Zugschaffner Reitz und Louis Klös. Zum 1. Vorsitzenden wurde Reichsbahn-Obersekretär Decker gewählt. preuhen. Kreis Wetzlar. WER. Wetzlar, I.März. Auf der Straße Ehringshausen—Dillheim (Kreis Wetzlar) erlitt der Schreiner Hch T r a u t h i g aus Mllheim einen tragischen Tod. Er wollte seine Frau, die von einer Reise zurückkehrte, am Dahnhof abholen und traf mit ihr in dem Augenblick zusammen, als er von zwei unvorsichtigen Radfahrern, die in schnellem Tempo auf einem Rade die abschüssige Straße her- unterjogten. überfahren wurde. Die Wucht des Anpralls war so stark, daß Trauthig schwer mit dem Schädel auf die Sttahe schlug und in wenigen Augenblicken verschied. Er stand im 59. Lebensjahr. Kreis Biedenkopf. WSR. Diedenkopf, 28. Feir. Rach dem Ergeonis der bisherigen Feststellungen über die Unregelmäßigkeiten bei der Kreiskommunalkasse in Diedenkopf beläuft sich der fehlende Betrag auf rund 5000 Mk. Mit den Rachforschungen wird fortgefahren, jedoch werden sie durch den vor einigen Tagen gemeldeten Selbstmord des Kreisausschuß-Jnspek- tors Prenntzell sehr erschwert. Gerüchte über die Verhaftung von Beamten sind unzutreffend. Bücheriisch. — Hundert Jahre R. G. Elwert in Marburg, und andere Deittäge zur Familiengeschichte, herausgegeben von Pfarrer Gotthilf Elwert und Verlagsbuchhändler Gottlieb Braun, mit zahlreichen Abbildungen, R. G. Elwertsche Verlagsbuchhandlung, Marburg (680). 100 Jahre „Elwert" in Marburg haben den Anstoß zu einer Herausgabe des vorliegenden Beittags zur El- wertschen Familienchronik gegeben. Dank einer unermüdlichen Familienforschung ist die Familiengeschichte des Hauses Elwert weit zurüctzuverfol- gen. Das vorliegende reich illustrierte Bändchen gibt Erinnerungen an Roah Gottfried Elwert, Wilhelm Braun und Gottlieb Braun. Der Familienchronist Gotthilf Elwert hat ferner den Stammvater Philipp Elwert (1621 bis 1699) behandelt und auch Beziehungen der Familie El- wert zu Schiller ausgezeichnet. Das Büchlein ist ein wertvoller Deittag zur hessischen Familierv- geschichte. - O r. HjalmarSchacht.Reichsbank- Präsident a. D..: „Richt Reden, sandeln!" Deutschland, nimm dein Schicksal selbst in die Hand! Verlag Buchholz & Weißwange, Verlagsbuchhandlung, G. m. b. H., Charlottenburg 2. Preis 0,40 Mk. (12) — In einer Zeit, in der jeder mit banger Sorge um die Zukunft erfüllt ist, muh man es begrüßen, daß ein Mann von der Autorität Schachts einmal rückhaltlos seine Meinung über die wahre Lage Deutschlands sagt, in einer Sprache und mit Argumenten, die auch der einfache Mann ohne weiteres versteht. — Dr. Oswald 21. Kohut: „Zeitungen und Zeitschriften als Handelsgu t“. Verlag Waldheim-Eberle, Wien. (13.) — Dem Vertrieb innerhalb der Zeitungsunternehmung ist unseres Wissens bislang keine so gründliche wissenschaftliche ülntersuchung gewidmet worden, wie sie die hier vorliegende Gießener Dissertation darstellt. Der Verfasser hat aus Grund eigener prakttscher Kenntnisse der Vertriebsarbeit nach einer kurzen Charakteristik des Vertriebs innerhalb des Verlagsgeschäfts und einer Schilderung der Organisatton einer Vertriebsabteilung eine shstemattsche Darstellung des Dertriebs- geschäfts nach dem Objekt, nach Werbung, Verkauf und Versand gegeben. In einem Schluß- abschnitt untersucht er die Dcztehrurgen von Vertrieb und Rentabilität. Das Werk vermittelt dem Fachmann interessante Anregungen, gibt aber auch darüber hinaus dem Laien einen guten Einblick in einen sehr wesentlichen Teil des Zeitungsverlagsgeschäfts. *e e>. 3c'3nS X -N c-t St! ro 8 nu»'- Sot» e*. - 4 c* 4-5 2" = cEs« o - C “ q- = = 3«®’ ^.5 ii i »o «X S - - c s < g v z o t t: .«tB ; £c = a v: e,. c c, r o ’S'" »> O:C C i ».ab Meter 1.05, 0.70 Sonderhaus für Ausstattungen 1552 A Beachten Sie bitte meine Schaufenster Mundtücher, 60 x60 Tischtücher, 130x160 Bettücher...»..... Damast, 130 cm Kissenbezug, 80 > 30 Oberlaken, 150 x 250 . Daunendecken Wäschestickerei, 4 ^-Meter-Stück Wischtuch, kariert, 60 x 60.......... Handtücher ... 1.25 ... 0.60 ab 0.80 ab 1.00 ab 5 25 ab 4.90 . Meter ab 2.50 ab 2.45 ab 7.30 ......ab 65.00 außerdem biete ich an: besonders preiswert! Weißes Wäschetuch... Ausstattungs- Werbe-Woche Vom 2a biS 7» März babb ieh mir die besondere Aufgabe gestellt, meiner verehrten Kundschaft in jedem Artikel des Wäschebedarfs die Ware anzubieten, welche Preiswürdigkeit mit Güte vereint. Wie immer schon, so liegt auch heute noch hierin der.beste Grundsatz. — Ich empfeh'e Ihnen diese Gelegenheit und gewähre während dieser Woche auf alle «AO/ Ausstattungswäsche IV jo Reuter Seltersweg 61 Per Anzug nur Mark JL\ (im Abonnement nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider, Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt ------------------------------1573 x gehen Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auf frischen lassen Achtung: woldsichere Existenz: Ausgepaßt: Geschäftsstelle für strebsamen Herrn sofort ,u vergeben. Arttkel ganz neu. D. R P. a. Hoher Gewinn. - Wettgehendsie Um «erstützting vom Stammbaus. Für Auslieierungslagei nur NM. 3—6000.— erforderlich. Weitere Auslieferung crfolnt lausend. Aus Monatsschlüsse Abrechnung, daher kein Risiko Brauchekennlnlsse nicht nö'tg. Nur ernstliche Bewerber mit kurzen Angaben ihrer btöherlgen Tätigkeit. Kapitalnachweis und Beginn der Uebernahme, wollen Meldungen lofort einreichen unter 8. II. 1300 durch Rudolf Moste. Stuttgart. 1558v Billige Tapeten Einige tausend Rollen Restbestände verkaufe ich, um damit zu räumen, ohne Rücksicht aut den früheren Preis Serie I II III IV V VI Rolle 0.23 0.35 0.55 0.75 0.95 1.25 Heinrich Hochstätter Verkauf: Brandplatz 1 — Ausstellung: Kreuzplatz 1 1550 A AW-Wm sucht für Gießen und Umgebung Vertreter und stille Vermittler für alle Dersicherungsbranchen. Offerten an: Robert Gerling # Eie., G.M.S.A., Staffel ltaiserstrape 72 imbd Hühneraugen Warten Hornballen beseitig, restlos auch m den bannacktgst Bällen todsicher unt. Gar. tnnerh. 5—6Tg. Hütaraup-Rapid Erbältl. nur Löwen- Drogerie W. Kllblnqer Nacht., Seltersweg 69. Dissertationen bei BrOhljGleBen Sanguini 01243 Dopt citblutorangen, 3 Pfund 1.— 6 Stück 25 Pf, 3 Stück 1.— ausweisen. 1543D vier. 1559D Dienstag, den 3. März 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung versteigert werden: sechs Büfetts, drei Kredenzen, ein Plüsch, sofa, zwei Spiegel, eine Schreibmaschine, eine Rechenmaschine, eine Chaiselongue, zwei Bücherschränke, eine Schärfmaschine, einen Ausziehtisch, zwei Standuhren, - sechs Stühle, ein Vertiko, eine Flurgarderobe, einen Diwan, eine Schreibladenkasse, einen Regulator, einen Warenschrank, vier Schreibtische, ein Mörcklin- Modell, eine Dampfmaschine, einen Teppich, 34 Flaschen diverse Liköre, einen Spiegelschrank, zwei vollständige Fremdenzimmer, eine Küchenuhr, eine Nähmaschine, eine Bohnermaschine, ein Kla- und angrenzende Gebiete einen b. Wollmaren-Gekchästen bestens eingesührten Ziuoncu ... Neapeler Blumenkohl ■ Kopfsalat VwlW non ‘nntiei« nngen Suchenden Bezirk Hessen I Die für den Städtischen Schlachthof Gießen im Rechnungsjahr 1931 (1. April extra schwer 2 Stück 55 Pf. QinL Schnlstr.5, Tel. 2133 u. auf dem ■ II9VW Wochenmarkt in der neuen M «rkthalle.Ecklaube Bramtnl. 1931 bis 31. März 1932) erforderlichen Fuhrleifkungen an etwa 900 Tonnen Kohlen, bestehend in: Ausladen, Anfahren und Abschaufeln an den gewünschten Platz, sollen öffentlich vergeben werden. Die Angebote sind verschlossen und postfrei, mit der Aufschrift „Fuhrleiftuirnen" versehen, bis zum 10. Mär; 1931, vormittags 10 Uhr, an uns einzureichen. Die Deffnung der Angebote erfolgt in Gegenwart der erschienenen Anbieter. Die Bedingungen können bei der Verwaltung in der Dienstzeit eingesehen werden. 1253C Zuschlags- und Bindefrist: zwei Wochen. Gießen, 26. Februar 1931. Die Städtische Schlachthofverwaltung. Vertreter welcher eine Kollektion re uw. Handitrickgtruc und Tvott- wouen mit aui öle Reise nehmen kann Ansiü n liche schrnil. Angebote mit Referen en u. 1‘7L> an den Giehene Anzeiger. Hungen (Öberhessen) der Domanial-jagb- bezirk Jlr. V des Forstamts Eichelsdors, die Försterei Langd, auf zwölf Jahre neu verpachtet. Der Jagdbezirk umfaßt 430 ha Wald und 29 ha Waldwiesen, zusammen 459 ha, und ist 4 km uon der Eisenbahnstation Hungen (Bahnstrecke Gießen— Gelnhausen) entfernt. Der Wildbestand ist infolge günstiger Lage sehr gut, insbesondere Rotwild während des ganzen Jahres Wechselwild. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner zu Langd, der auf Wunsch nach vorheriger Anmeldung den Jagdbezirk vorzeigt, sowie durch die unterzeichnete Stelle. Unbekannte Pachtliebhaber wollen sich bei der Verpachtung ausreichend lechnrtuinilane Ingenieur-Schule MascninenoauEl et fr o- tecnniLHocthtL Tioroiu, Tonmausine. Hüt J 0 fiH IffiKi wrnNf Wartmeltter-Abtnieeeet IJWwtHHMlWr.giijgiin. s/,^.Kaa 5 a ~(D ES-.e es.; 2iD -e o LZ (D *o" (D p - 3 b § oe § to *6" cP 2 = -c N £ M.2 ?>=> S 2 cP o E m 2 es E e -b o A c ßA u AB AK NßZE ID 5 2 BBS L A D B « o to 3 e.E — .8 .g>CT |(D •§2 2'2 °sr .-b Z E® tfj o >- o -pE t t; - ° . Z 'O C-» O O o ”•=-•§ - o'SQ CR E=r 2 ßA p (D o ä Ü F P :3 :a ~ E2. B E- 3 u 21 gißs S2e^ ö ÖJg 8 — g = T Scs.rS" gte = 3 ?S- " B(D-21:: C 2 5 o E ■s B e.2i iE a p s .«./p ö 2 * . p o ä E c k- o'—ä «g' sr ir«F' ? f - C -=2 Z-S2 «»■ ä 2 5 •C-3 ö? 21.2 ID SS. Täcy e s 3 - = ä . F r r o e 2 3 ö 'p ID o 3 SlD (D •E A^c 3 B 2 ~ID (D 2e ±:53 = 2.2 2t:5 X^ID iS A 3 C "A -ZKs ZEZ 2 iD 5 €a Sc AK ID 3 H L- BÄ- c cA sÄ^pis: ID = 6? E £e 3 s» Z cy _ C •- 2- ID c 2 r-e -- ,.ID i> - 3 L 2 c-=P=- »- a Qocy o - j e LZ ZS-KL 8 EX^; :E 2 >- O i-£.3 ■=rS |‘i m . s-2 >3 : 5 = ^^ S-2-P o -ßLEZLZ» a X3 :C a «.2 Ä C ce2 s. O X 2 ” -2ctXs ■e »s±=*eD kZKZB o JE ** ?, _ NL—Zk :H-gID 2KS,S Z-3 = is®S® = 2*e ‘c^S-p SKA C_ C s -0 3 o "% o ~c? öS o* ■ s 1-f? 05 qö ~ - CN C 3 0 2-p^« ö€«E^e ZES S tf> a a E S ~ .5 B 2^°.3 C7-S- 2 E ID s s z c E E 9 e C 3® S.E-2 SP P cP c 3 E 3 E E E sr-^ZZ3 8» ’® 3:§-e3 c€ E2 B^ c E ZN 2e 2 e ■e (D ° c? 2 5 «» o Key 8 S in c a So m S-=3 —E = ZL ZE L^LN ZSSMZw Z§a £» ZS S:a «TP B^_ E 5 E 3 LZ £- , iö e = ID^e uni,; fe°» 4 Sterna, äfst = %)gy£S6 § 8* S3 = 5 5 3- E®* E’E ct ö ^2 2 S CO o S E « o c 8 S =‘ ö OrX» ö o « 2:Ä & 3 *» W Kw Z " 6T E in QP O: 3r W E r» v ÖCfl rs ö8A es in n in E 'cm 61Ä OÄ o rffffa 8-01 Ä Ä 3 3 E O o • e 3° 2-S S S® D-2 g- »£ s® o 63 C.hB'5 3..I in £$'■’" 2 2 ~Ä 8 §3 8 3 o L 8" 8 _g2 = 613 o 3 —n m • o -22 äs 2§ &.= Z 2 8 S 2 §Ä S_.to Ä 2.er — o 2 As ct =-55h6 ps* 2. sZRMZ 7-S2.ZH 8" O'C'S2.2,“. 3 Grs Ä G ?«2.a 2*« 2.2 ~3 c^o:ö 3 er^a» §r ct ro %) 3 E 'n» <2, 8 — -Ä n> 6 O a H’S’e -« = 25 ■ G So 61 to — ÄR. » in W° £5%2.2 Sc2^ß2.^ = wnS'J o. = — SS «SÄ CE> B> Q 3 3 o A ö r>* 8 £S- 2 in 8'L?o 2 ZS Ö3 w 61 ~ 8 G 2 8‘D S'Cf? 3 ä3'5| 61 28 3 Ä —. 8" 3 2 __ in 5c = 3 X1 82 H 3 ro er 3. — Ö: %) 3 ö. 61 § §5- §S‘ <0___ 2Z» 8- O-Ö SZ 3 Ä ? ö in o fo 8 Ä J» 2-H «> ro 2. erV* 613 5 ©2^ = o = o ~ ° IZ ■ S E. LSS__.5 57t- 8"' m £3^® 5 = 3 , s :CO 0 = ü2.d er 'n 5 2 5 Hl« er_3 S O 6>X rt ®L' L i3 = = cy 2 *%ä 3 ’S. 3 3 3- _ oO ’s5© 3 5 3|" 3 5 V 5 8 §61 f5 ö G^"° * 53 g B3O®. 3 3 & srs 3 er 3 <9 o-tjeo E to. =°=§3§ 5 3._g, 3 WCG 3 5 n a ÄS 3 Ä r?i to 61S. &5«öa» Cf o D — m ^3 8.3 »»’ - 8 ä"5 Q-er m 5.5 = 8 K- Zrs§Z' er 8* 3 SS‘2. 8 »X61 G 8 2. Z 5 SS* 8 E^» -SE 82 5ä =y= 2 8-3 H ..n So.'3' er 5 o-eflg o B = O 3: ro 3 Ä Ä er 61 610 S. "L>' 8 61- E in in in 3 3 m 3-S= g !!«2 ,Ä G* HtöSZgs ÄSZ 3 * Ä-: gS o o B er 3 ^O , E, n s rsZ 2 o — in Sg '■0 2* to= 5 o ö 8" «■ o Äffi. Lii" rs ■80 to” S LZ ^3 °9ö p ~ 3 rso Z L 3 S 3 «> rvOtoB GWW^sZsZ Ö3 cp= 5 2 oÄ3 ct.§.3 ctS C o y 3 3 83 3 5 -.ösaas 61= 61612" —E o 3 Ä3 Ä3 rs Ä O CO E ÄÄ A Ä 3 5 s § ra 2. E5 er co .CG CO 2-İ ° 8ä5 CT — 2 S 3 3 or 3 61 ß S «l3 " 8 es E «?E 3 Ä^ Ä 8§2- 59 3=3-3 8 8" 8 O. 3 0 8 £eS st?ä CM - ~ o- -» CT.O 8 2r= 2 3 5: 2 = 8 rs 8Ä in 8, 2. 3 3 8Ä8 61 = ctİ £S3 rs 2.61 3-BP 5 SÄ SL.12-2 • O*C3 ;^8'» es ö 2§ G: = S61 "ct Ecs S" Ä Äö A2 — ^5* O C: -9=.3 3 6) " S 3 o"3 2-. §»Ä 8-CG CT' 3 E 2 to 3 3 61Ä OV? = 3 ** CT CO S. 5 Zss^ß Ä3 2-8-3 ’ CTCr)8Ä.CTr_. «1^ re^cS- i==CT.«> 3 CT01 CT-O- _ — 8""- Sä 3.3 §"8V- VI3 S-K 61 -» 8" co g CT O = OD/7)CP in 3-' 2 3 in CT 3- t8Ö <1» co LZ £SZ äo rsL' 2§ZZ I 5SorS2 ? o E CT 3 O, ry CO ct = . 8 • ™a-3 u> 61 "r 8- CT tx ct CB ^3^2 . 62" LOO ct 3 3» -• CO E: I*Z8 K2.W2.g- 3 3 . .7->.o -- , CT- 0 Ä^Z E 82 CO * 8 o JS,er 6-&öE.= -• CT- Q <— _ 2» in "-er ct "" O^OcS Ä = "2^ 8- A e 3.2 gl1 5 3Äct äS 3 2 6 Ä3-Z ħZ. S =»3’^2 o 2. Sco §3.2 o gÄE 3 2. 3 q.' CD- CT- 61 CT, g CT §" So 2 E8 co § 6$Ä S-Ä" 8'5 2 CT %2"""'" °' S OT in E eQ 8 2 3 @ 2 re 3, 6 5 "_2,~ 3 "^o-rs ZCTZ.ZZ 2. iS ct. 3 3 ct.3 c*