Nr. 2? Erstes Blatt M. Jahrgang Montag, 2. Zebniar (931 Eriche :r Wetterberichte hoffte er glücklich durchzukommen. Offenbar ist das Wetter aber weiterhin derart neblig gewesen, dah Gruse die Orientierung verlor, weiter nach Osten auf polnisches Gebiet geriet und dann bei Wollstein notlanden muhte. Die Regierung in Schneidemühl hat inzwischen bereits alle erforderlichen Schritte bei den Zentralstellen in Ber'in unternommen, um die Freilassung des Fliegers Gruse zu erwirken. Geradezu unsinnig ist die Behauptung polnischer Blätter, dah das Flugzeug des Gruse sehr leicht für Militärflugzwecke umgebaut werden könnte; es handelt sich um ein Leichtflugzeug von 20 P. S. nach dem System Klemm- Daimler. Der Prozeß gegen die polnischen Militärflieger. Sühne für die Gieitzverlctzung bei Lpvcln. Oppeln 31.Jan. (WTB.) Unter großem An. drang von Publikum und Presse, auch der polnischen, fand vor dem Erweiterten Schöffengericht die Verhandlung gegen die beiden polnischen Flieger, die am Tage des Reichskanzlerbesuchs bei Oppeln notlandeten, statt. Die beiden Angeklagten, Feldwebel Wolf und Sergeant 3 m i c l a vom Fliegerregiment in Krakau, sind beschuldigt, die Reichsgrenze unbefugt überschritten zü haben, ohne im Besitz eines Ausweises gewesen zu sein, der Verpflichtung sich durch einen Paß oder sonstige Papiere über ihre Person auszuweisen, nicht nachgekommen zu sein und schließlich das Luftfahrtgesetz übertreten zu haben. Aus der Vernehmung des Angeklagten Wolf geht u.a. hervor, daß er 1915 als Beobachter und Jagdflieger an der deutsch-französischen Front weilte. Seit 1927 gehört er dem polnischen Militär als Flugzeugführer an. Der Angeklagte startete am 9 Januar mittags in Krakau mit dem Auftrag, das Flugzeug nach Graudenz zu bringen. Infolge des heftigen Windes nahm er einen Kurs, bei dem er annahm, daß er niemals die deutsche Grenze berühren könnte. Rach halbstündiger Flugdauer bemerkte er bei dem schlechten Wetter — seinen Angaben zufolye herrschte ein heftigesSchneetreiben, das ihn zwang, mitunter nur in einer Höhe von 20 bis 30 Meter zu fliegen — das er sich ü d e r e i n e r S t a d t befand. Da er überhaupt nicht wußte, wo er war, habe er eine Notlandung vorgenommen, um sich zu orientieren. Als Grund für fein Verfliegen gibt der Angeklagte an, daß der Wind stärker war, als er berechnet hakte. Die Frage, ob er gewußt habe, daß an jenem läge der Reichskanz- ler in Oppeln gewesen sei, verneint der Angeklagte. Der Angeklagte 3 m i e l a erklärt, dah er am 9. Januar mit der Weisung, sein Flugzeug nach Thornzu bringen, aufgestiegen sei Sein K o m - pah sei schon vor öem Start nicht in Ordnung gewesen. Da jedoch kein weiterer Kompaß zur Verfügung stand, habe er die Weisung bekommen, sich hinter Wolf zu halten. Er habe wohl eine Karte gehabt, aber keine Veranlassung, sich selbst auf der Karte zu orientieren. Erst kurz vor der Landung in Oppeln habe er festgestellt, dah fein Vorgesetzter Wolf unsicher war. Zu Anfang des Fluges habe er auf Grund der Eifenbahnverbindungen fest- gestellt, dah sie richtig flogen; dann aber sei Schnee gekommen, und er habe sich daraus auf seinen Vorgesetzten verlassen. Auf die Frage, ob er gewußt habe, daß der Reichskanzler an jenem Tage in Oppeln war, erklärte er, daß er überhaupt keine Leitungen lese. Kurz vor seiner Landung habe er wohl gemerkt, daß sein Vorgesetzter ihm vom Boden aus Zeichen gab, die er jedoch nicht verstanden hätte. Er sei daraus ebenfalls gelandet. Dem Angettagten wird darauf ein Brief vorgehalten, den er am Tage nach der polizeilichen Vernehmung, am 11. Januar, an seine Braut geschrieben hat, in dem er au^führte, dah er schon nach einer halben Stunde gemerkt habe, daß sie nicht auf dem auf der Karte verzeichneten Wege flogen. 3miela bleibt dabei, paß er diese Aussage auch der Polizei gemacht habe und dah dies richtig sei. Hierauf wird der Angeklagte Wolf über die Vorgänge nach der Landung vernommen. Die erste Person, die an feine Maschine herangekom- men sei, sei ein Eisenbahner gewesen, den er auf polnisch gefragt habe, wo er sei; der Eisenbahner hätte geantwortet, in Deutschland. Daraufhin habe er die Karte zur Hand genommen, die ihm während des Fluges aus der Hand gerutscht war, und die er, da er festgeschnallt war, nicht wieder ausheben konnte. Er habe dann auf der Karte die Richtung nach Kattowih gesucht und daraufhin seinem Kollegen 3miela, der sich noch in der Luft befand, Zeichen gegeben, wie er zu fliegen habe, um nach Kattowih zu kommen. 3miela habe ihn aber nicht verstanden. Mit einem Gefreiten der Reichswehr sei er dann zu 3miela gegangen und habe mitgeteilt, dah sie verhaftet seien, weil sie sich auf deutschem Boden befänden. Er könne sich erinnern, dah der Rame Brüning gefallen sei. und hält es für möglich, dah der Eisenbahner, der zuerst an feinem Apparat herankam, gefragt habe: ,.Si e k ommen wohl B r ü n i n g, b e s u ch e nerklärte aber mit aller Entschiedenheit, dah er nicht gewußt habe, dah Brüning Reichskanzler sei. Als er dies er fahren habe, habe er getagt: „Auch! dieser Schmerz noch"; er hätte sich sofort gesagt, daß die Landung dadurch falsch aufgesaht werden würde. Aus der Zeugenvernehmung ist nur die Kontroverse hervorzuheben, daß entgegen der Aussage des Angeklagten Wolf von zwei Zeugen erklärt wird, der Feldwebel Wolf habe gleich n ach der Landung gesagt: ..Heute ist Brüning da!", worauf der eine Zeuge, ein Obergefreiter, ihm erwidert habe, dann sei er ja besser a 1 s sie unterrichtet. Das Urteil. Zwei Wochen Gefängnis für Wolf. Fmicla frcigcfprochen. Nach dreiviertelstündiger Beratung verkündete Landgerichtsdirektor Dr. Christian das Urteil, das gemäß dem Antrag des Oberftaatsan- ro a 115 gegen 3 m i e l a auf Freisprechung und gegen Feldwebel Dolf auf zwei Dochen Gefängnis wegen Paßvergehens lautete. Diese Strafe gilt durch öle Untersuchungshaft als verbüßt. Soweit Freisprechung erfolgt, trägt die Staatskasse die kosten, im übrigen die Verteidigung. Der Verteidiger der Angeklagten, Rechtsanwalt Simon, hatte auch bet Wolf das Borliegen eines fahrlässigen pahvergehens verneint und aus- geführk, daß die Flieger sich in einem Notzustand befunden hätten, wodurch die Grenzverletzung die Rechtswidrigkeit verliere, und für beide Angeklagte Freispruch beantragt. Die beiden polnischen Militärflugzeuge sind freigegeben worden. Die Freigabe war bis nach Beendigung des Prozesses aufgeschoben worden, um eventuell die Möglichkeit zu haben, sie zur Aufklärung des Tatbestandes in Augenschein zu nehmen. Eine Kommission zur Prüfung des Arbeiislosenprobtems. Ten Borfitz führt der ehemalige Rcichs- aroeitsministcr Tr. Branns. Berlin, 31. 3an. (WTB.) Der große Umfang, den die Arbeitslosigkeit in der wett und besonders in Deutschland angenommen hat, hat bewirkt, dah ständig aus allen Kreisen der Bevölkerung Vorschläge zur Lösung der mit der -Arbeitslosigkeit zusammenhängenden Fragen gemacht werden. Die Reichsregierung hat nunmehr eine Kommission berufen, die die grundlegenden Fragen der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen behandeln und der Reichsregierung ein Gutachten darüber erstatten soll. Die Kommission besteht aus folgenden Persönlichkeiten. 1. Dr. Heinrich Brauns, Reichsminister a. D. 2. Dr.Bernhard Dernburg, Reichsministera.v. 3. Dr. Hermann Dersch, Direktor im Rcichsver- sicherungsamt, Professor an der Universität Berlin. 4. Dr. Wilhelm (Engler, Präsident de» Lande»- arbeitsamts Hessen. 5. Hans Frick, Ministerialdirektor a. D. 6. Dr. Eduard Heimann, Professor an der Universität Hamburg. 7. Frau Antonie h o p m a n n. 8. Dr. Wilhelm polligfeit, Professor an der Universität Frankfurt a. M. 9. Dr. Adolf Tortilowicz von Batocki -Friede, Oberpräsident a. D. 10. Dr. Friederich Cahn, Präsident de» Bayerischen Statistischen Canbesamt». Den Vorsitz wird Dr. Brauns führen. Die Kommission wird erstmalig am 5. Februar 1931 zusam- mentreten. Der Kommission gehören diesmal im Gegensatz zu der mit ähnlichen Aufgaben befaßten Kommission von 1929 Vertreter wirtschaftlicher Organisationen und öffentlicher Körperschaften nicht an. Selbstverständlich wird die Kommission aber Vertreter der genannten Kreise und andere Sachverständige in weitestem Umfang gutachtlich hören. Der Reichslandbund fordert Rücktritt des Kabinetts Brüning-Schiele. Eine Entschließung des Bundesvorstands enthält schärfste Kampfansage gegen die Reichsregierung. Berlin, 2. Febr. (ERB.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hak am Sonntag in Berlin eine Beratung abgehalten, in der die Reichslandbundtagung, die am 2. Februar beginnt, vorbereitet wurde. Dabei haben die Vertreter der Provinzial- und Kreis-Landbünde eine Entschließung angenommen, in der sie betonen, daß sie geschlossen hinter der Führung des Reichslandbundes stehen und dah die Gesamtheit des Reichslandbundes einmütig alle beschlossenen Maßnahmen durchführen müsse. Diese Solidaritätserklärung erhält ihre Bedeutung dadurch, daß der Bundesvorstand des Reichslandbundes gleichzeitig eine Entschließung angenommen hat, die eine Kampfansage gegen d i e gesamte Regierung, einschließlich des Reichsernährungsministers Schiele, der bis vor kurzem der erklärte Führer des Reichslandbundes war, enthält. 3n der Entschließung heißt es: Der Herr Reichspräsident hatte in seiner Botschaft vom 18. März 1930 der Reichsregierung die Aufgabe gestellt, daß zunächst die Agrar mah- nahmen, die der gesamten Landwirtschaft zugute kommen sollen, aber für den Osten besonders lebensnotwendig seien, mit aller Beschleunigung und in einem Umfange durchgeführt werden, der der deutschen Landwirtschaft in allen ihren Betrieben, den großen wie den bäuerlichen, für die Dauer d i e Lebensfähigkeit Wiede r g i b t. Seitdem find zehn Monate vergangen. Die Rotlage der Landwirtschaft hat sich gerade in dieser Zeit in einem Ausmaße verschärft, welches in den letzten 100 3ähren geradezu beispiellos in der Welt dasteht. Unsere Warnungen siird ungehört verhallt. Die ständig wachsende Zahl der Konkurse in der Gesamtwirtschaft, die über alte Vorstellungen hinaus gewachsene Zahl der Arbeitslosen siird das sichtbare Ergebnis der Versäumnisse und Fehler deutscher Agrarpolitik der Rachkriegszeit bis zum heutigen Tage. Wenn auch auf einer Reihe von Teilgebieten Maßnahmen, die der Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Rentabllität dienen sollten, getroffen worden sind, so find die maßgebenden Grundpro- b l e m e bis heute noch nicht tatkräftig und ausreichend an.gefaßt worden. Auf dem Gebiete der Veredelungswirtschaft ist nichtdasGering st egeschehen. Aber auch in der Frage der Unterbringung der durch den deutschen Boden bedingten Roggen- und Kartoffelernten ist trotz praktischer Vorschläge der Landwirtschaft eine Regelung nicht gefunden worden, die der Erhaltung dieser größten Produktionszweige gerecht wird. Aber auch die weiteren ßin^etgebiete der heimischen Erzeugung aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gärtnerei, Gemüse- unö Obstund Weinbau, Geflügelhaltung find in gleicher Weise vernachlässigt. Dies gilt sowohl für das Gebiet der Zoll- und Handelspolitik unb der innerwirtschaftlichen Maßnahmen als auch der Kredit-, Steuer- und Sozialpolitik. Durch diese Vernachlässigungen sind alle Teile des Landvolkes, alle Betriebsgrößen und Betriebsarten im ganzen Reiche betroffen. Insbesondere vermissen wir die erforderliche rasche Hilfeleistung für den wirtschaftlich zusammenbrechenden und damit nationalpolitisch gefährdeten deutschen Osten. Die Schuldigen an dieser katastrophalen Entwicklung find die Kreise einseitig händlerischer und exportindustriel- ler (Interessenten, die die gesamte deutsche Wirtschaft und Politik schon seit der Vorkriegszeit in verhängnisvoller Weise zum Schaden des deutschen Volkes beeinflußt gaben. Die eigennützigen Bestrebungen dieser Kreise unter Einspannung der Marxisten haben es verstanden, die Möglichkeiten des nachrevolutionären Systems für ihre Sonderzwecke auszunuhen. Geschicktes Ausspielen ihrer politischen Hilfstruppen in den Parlamenten habe es ermöglicht,-für ihre Fehl- Politik den äußeren geseh- und verfassungsmäßigen Rahmen zu schaffen. Auch die gegenwärtige Reichsregierung ist diesen Einflüssen Schritt für Schritt erlegen und dadurch mitschuldig. Diesen Gegenkräften hätte eine Regierung nur dann im Sinne des Hin» dcnburgaustrages erfolgreich begegnen können, wenn sie sich auf die Kräfte g e st ü tz t hätte, die bereit waren, das Tributproblem anzupacken, den Schutz der deutschen Arbeit als sicherste Lebcnsgrundlage des deutschen Volkes aufzurichten und sich von den marxistischen Mächten, die gegenwärtig Preußen und von da aus die Reichspolitik beherrschen, gekäst hätten. Die Reichsregierung hat durch ihr Versagen beim Landvolk tiefstes Mißtrauen erweckt. Die Verhandlungen der letzten Tage über neue Agrar» maßnahmen können an diesem Urteil um so weniger etwas ändern, als die von der Regierung in Aussicht genommene Methode der Durchführung von Halbheiten zu Mißerfolgen führen muß. Tönende Worte und halbe Maßnahmen lehnt die Landwirtschaft ab Sie hat ein umfassendes Sanierungsprogramm oorgelegt. Der Reichslandbund kämpft um eine Reichsleitung, die s i ch f r e i m a ch t von den bisherigen schädlichen Einflüssen und Abhängigkeiten und fordert daher den Rücktritt einer Regierung, die nicht sofort und ungeschmälert diese Forderung zur Tat macht. Oie Einsparungen im Reichshaushalt. Was bezweckt die Bolkspartei mit ihrer Forderung? Berlin, 31. 3an. (TU.) Ueber die «Stellung der DVP. zu Öen kommenden Haushaltsberatun-, gen erfährt die Teleguaphen-Union aus maß-, geblichen volksparteilichen Kreisen folgendes: Der vielgenannte volkspartelliche Antrag, noch weitere Ersparnisse in Höhe von mindestens 3 00 Millionen vvrzuneh- men, geht nicht darauf aus, der Regierung Schwierigkeiten zu machen, sondern will im Gegenteil die Autorität der Regierung vor dem Reichstage und vor dem Lande stärken. Die DVP. sieht eine große Gefahv für die Reichsregierung und ihr innen- und außenpolitisches Programm, wenn ter vom Reichsfinanzminister zugegebene Fehlbetrag von 200 bis 300 Millionen, der sich noch welker erhöhen wird, ungedeckt bliebe. Der Ausgleich darf nicht durch neue Steuern, sondern nur durch Einsparungen erfolgen. Die DVP. hat kein Ultimatum an die Regierung gestellt, weil sie darauf vertraut, das; bas Kabinett in seiner Gesamtheit die Richtigkeit dieser Gedanken gänge nicht nur anerkennt, sondern für ihre Durchführung Mittel und Weg« findet. Die Fvattion legt Gewicht auf die Verabschiedung des Reichshaushalts auf legislativem Wege. Der außergewöhnliche Weg der Notverordnungen führt nach ihrer Ansicht nur zur weiteren Stärkung der Verantwortungsscheu. Daraus ergibt sich, daß die DDP. weder eine Regierungskrise, noch die Ausschaltung des Reichstages wünscht, sondern ihre Politik auf die Gesundung der inner- polittschen Verhältnisse richten muh. Angesteltteniagung -er Volkspariei. Berlin, 31. Ian. (ERB.) 3m Preußischen Landtag begann die achte Tagung des Reichsangestelltenausschusses der DVP. Der Vorsitzende, Reichstagsabgeordneter Thiel, sprach über „Wege aus der Krise für Staat und Wirtschaft". Mit den Methoden, gegen die die DVP. schon immer gekämpft hat und die den heutigen Rotstand herbeigeführt haben, muß rücksichtslos gebrochen werden. Die hemmungslose A u s g a - den wirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden muß ein Ende haben. Großzügige Reformen auf dem Gebiete der Reichs- und Verfassungsreform sind die Voraussetzungen für eine Rettung. Das System des Parlamentarismus muß da geändert werden, wo es verbesserungsbedürftig ist. Der Landwirtschaft muh aus sozialpolitischen Erwägungen geholfen werden, die Zollpolitik darf aber nicht in eine Schädigung der Gesamtwirtschaft ausarten. Soweit zum Zwecke der Preissenkung das Lohnniveau gesenkt werden muh, wird die Angestelltenschaft sich aus Verantwortungsbe- wuhtsein zu Opfern bereit finden, wenn sie weiß, daß das Schlichtungswesen nicht erschüttert wird. Der Klassenkampf wird abgelehnt, ganz gleich von welcher Seite er kommen mag. Die wirtschaftliche Krise kann vielmehr nur durch arbeit s g e m e in s ch a ft l i ch e s Zusammenwirken der beteiligten Kreise gelöst werden. Dazu bieten die Angestellten die Hand. Reichstagsabgeordneter G l a tz e l führte u. a. aus: Die Angestelltenschaft habe eine entscheidende Rolle zu spielen, wenn es sich, entsprechend dem Programm der Deittschen Volkspariei, darum handele, eine politische Bewegung zu schaffen, die als Sammelpunkt für eine Reichserneuerung dienen solle. Die Tendenz der Rachkriegszeit gehe zweifellos dahin, daß die Arbeitnehmerschaft aller Gruppen mit Rccht im Staate größeren Einfluß verlange. 3n ihrem Verhältnis zum Staat werde die Deutsche Volkspariei sich nie zur Trägerin von Experimenten machen können. 3n Deutschland komme es hauptsächlich darauf an, daS richtige Ver- h ä l t n i s zwischen der Autorität des Reichspräsidenten und der Regierung auf der einen und des Reichstages auf der anderen Seite her- ^lstellen. Ferner sei an die Stelle des Reichsrates eine Erste Kammer zu sehen. Eine durchgreiferche VerwaltungS- re form sei erforderlich. Nationalsozialisten und Zentrum. EineAntwortFcders an dettPrälatenKaaS Oldenburg, 31.Ian. (ERB.) In einer nationalsozialistischen Versammlung kam der Reichstägs- abgeordnete Feder auf die Rede des Zentrumsführers K a a s in Kassel zurück, in der Kaas scharfe Wendungen gegen die Nationalsozialisten gebraucht hatte. Er habe von Kaas brieflich Auskunft darüber Gießener Gtadttheaier. Marcel Pagnol: Marias Ahoi! Marseille, das große südliche Ausfalltor Frankreichs 5am Welthandel und zur Weltwirtschaft ist auch die Brücke zum Zandern" Frankreich, das sich -drüben jenseits des Mittelmeeres in unendlichen Weiten von der Küste Algiers und Tunesiens bis zmn Riger und Kongo erstreckt. Marsellle hat zwei Gesichte, das eine trägt nattonalfranzösische Züge mit dem lebhaften und farbigen, ausgesprochen südländischen Akzent, der allen Küstenstädten deS MittelmeereS gleich welcher Rationalität eigentümlich ist, das andere kann den aus der Griechenzeit überkommenen Typ des Kolonialen nicht verleugnen, die Aura Afrikas weht herüber übers Meer und gibt der Stadt jenen besonderen Charakter, der mit der Landschaft der Cöte d'Azur, die sie um- schließt, allein nicht begreiflich gemacht werden kann. Und das hebt ihre Bewohner auch heraus von dem engen Horizont kleinstädtischen Spießertums ihrer Rachbarn in Air etwa, in Arles oder Tarascon, mit denen sie jedoch die gallische Heiterkeit, den Esprit des Südfranzösen, Unternehmungs'ust und Energie, starkes Selbstgefühl und eine gute Dosis Selbstironie teilen. 3n dieses Milieu stellt Marcel Pagnol seine Komödie. 3n Marseille, am Alten Hafen, nicht weit von der neuen großen S>ange- brücke, im Rücken die berüchtigte Altstadt, hart an der Grenze bürgerlicher Wohlanständigkeit eine Schifferkneipe, eine von hunderten, die hier an Schiffsleute und Soldaten, Kleinbürger und Zöllner ein Gläschen Absinth oder Wermut ausschenken. Hinter der Theke steht Cesar, einMann, wie er hier am rechten Fleck ist, ein Schankwirt, der Herr in seinem Hause ist, raub und widerborstig, auch mit kleinen Passionen, wie ein ehrbarer Witwer sie sich hier erlauben darf, und einer einzigen großen echten Liebe. Marius, sein Sohn, «in hübscher Bursche, ein wenig zerfahren, nicht immer bei der Sache, andere Dinge gehen ihm im Kopf rum, aber er ist der Stolz des Alten, um ihn und seine Zukunft drehen sich seine Gedanken. Draußen vor der Schenke, am Kai, hat Honorine, eine stattliche Witwe, die sich mit ihren bald fünfzig Jahren immer noch jung genug fühlt, einen zweiten Mann glücklich zu machen, einen Stand mit Austern und Fischen. Fanny, ihr blitzsauberes, quickes Töchterlein, arbeitet mit „im Geschäft". Die beiden jungen Leutchen sind miteinander großgeworden und der Eltern sehnlichster Wunsch ist, sie zusammengeben zu können, wenn sie sich liet.n unc die geschäftlich: Seite auch ^u beider - jei tiger Zufriedenheit geregelt wird Roch ijt verlangt, ob Herr Kaas tatsächlich diese Aeußerun- gen getan habe. Der Zentrumsführer hätte ihm geantwortet, daß seine Ausführungen in Kassel „durch die Presseberichte tendenziös zugespitzt und teilweise aus dem Zusammenhang gerissen" worden seien. Im übrigen werde wohl bei dem Zusammentritt des Reichstags Gelegenheit fein, noch münd- l j ch über die angeschnittene Frage sich auszusprechen. Feder wies darauf hin, daß er diese Besprechungen mit Kaas haben werde, weil es selbstverständlich sei, daß die nächste Regierungsbildung in Deutschland nicht anders vollzogen werden könne als durch ein Zusammenarbeiten von Nationalsozialisten und Zentrum. Bel Neuwahlen würden die Nationalsozialisten mindestens 200 Mandate erhalten. Den neuen Reichspräsidenten bestimmten einzig und allein die Nationalsozialisten. Auch im nächsten Reichstag werde das Zentra rndie Mitte einnehmen. Aber es liege bei den Nationalsozialisten, ob sie das Zentrum an einer Regierung beteiligen wollten. Feder beschäftigte sich dann mit dem „Dritten Reich". Heute hätten wir eine parlamentarisch-demokratische Republik, in der d i e 'Mehrheit entscheide. Das sei der größte Wahnsinn, den es geben könne. Die Nationalsozialisten setzten als Staatsgrundsatz an die Stelle der zahlenmäßigen Mehrheit die Souveränität der Sachkenntnis. Die Nationalsozialisten bestünden unbedingt auf Anerkennung und Schutz des Privateigentums. Es sei Wahnsinn, auf der Gleichheit aller ein Staatsgebäude aufrichten zu wollen. Eröffnung der„GmnenWoche" io Berlin. Oie Minister Schiele und Steiger über die Segenwartsaufgaben der deutschen Landwirtschaft. Berlin, 31. Ian. (LLl.) Heute vormittag fand die feierliche Eröffnung der 6. Grünen Woche statt. Hans Jürgen von Hake als Leiter der Ausstellung begrüßte die Ehrengäste im Rainen des Mess- amtes und dankte allen an dem Ausbau der Ausstellung beteiligten Behörden und Berufsorganisationen für ihre Mitarbeit. Reichsminister Or. h. c. Schiele überbrachte der Ausstellungsleitung und den beteiligten Verbänden die Grüße der Reichsregierung und betonte die besondere Bedeutung der Sonderschau „Produktionsumstellung und Absatzförderung", die im Mittelpunkt der ganzen Ausstellung stände. Gerade diese Fragen seien kürzlich wieder Gegenstand gemeinsamer Beratungen von Regierung und Landwirtschaftsführern gewesen, die auf die Schaffung dauerhafter Grundlagen für eine solide Agrarwirtschaft bin» zielten. Der Plan könne nur vollendet werden, wenn die gesamte Landwirtschaft trotz aller Rot sich in das gemeinsame Werk mit einfüge. . Die riusslellung fei eine Angriffsfanfare, die „werbend und richtungweisend" die Scharen des deutschen Bauerntums zum praktischen rNitschasfen sammeln solle. Dem Städter solle die Ausstellung ein Stück von dem harten Leben und Schaffen des Land- mannes vor Augen führen und einen lebendigen Beweis für den trotz unerhörter Rot micht erlahmenden Schaffenswillen des deutschen Bauern- tumes geben. Die Ausstellung bedeute aber gleichzeitig auch einen ernsten Warnruf, ein Gefahvensignal. Der Minister schloß seine Ausführungen mit den Worten: „Angesichts der brennenden Rot des Rährstandes, angesichts der aufs schwerste gefährdeten Grundlagen unserer Volksernährung, ruft die „Grüne Woche" in alle deutschen Lande und Städte hinaus: Deutsches Volk, besinne dich auf die Wurzeln deiner Volkskraft, deines Lebens, deiner nationalen Selbstbehauptung. — Deutsches Volk besinne dich auf deine Landwirtschaft." Oer preußische Landwirischasts« Minister Or. h. c. Steiger führte die Tatsache, daß die „Grüne Woche" von Jahr zu Jahr nicht nur wachsendem Interesse in den interessierten Kreisen, sondern auch in der Stadt- beoölkerung begegnet, auf den bewährten Grundsatz zurück, ihren Besuchern jedes Jahr einen an = deren Ausschnitt aus den; großen Gebiet der Landwirtschaft vor Augen zu führen. Die Sonderschau „Produktionsumstellung" und „Absatzförderung" sei besonders zu begrüßen, kein Wort gefallen. Fanny kann ihre Liebe zu dem Jungen nicht länger bergen, doch er ist unentschlossen, weicht einer Aussprache auS, wird sich erst ganz klar über seine Reigung, als ihm in dem zwar schon recht klapprigen aber immer noch liebebebürftigen Segelmacher Panisse, dem Krösus in diesem Kreise, ein Rebenbuhler entsteht, ünö da fühlt er auch den Konflikt, er kann sich nicht binden, er kann nicht mit seinen 22 Jahren hier im ruhigen Hafen der väterlichen Schenke vor Anker gehen und mit gekreuzten Armen zuschauen, tote tagaus, tagein Dampfer und Segler hinaussahren übers Meer, hinaus in die unendliche Weite. Wenn er draußen an der Mole steht, vor sich die Wellen bis zum Horizont, dann packt ihn die Sehnsucht: fort von hier, ohne Ziel, nur weiter und weiter. Die tapfere t(eine Fanny nimmt den Kampf auf. Sie setzt ihre ganze Liebe ein gegen das Fernweh des Burschen, der von widerstrebenden Gefühlen hin und hergerissen wird. Als sie aber merkt, daß der Zug in die Ferne in ihm übermächtig wird, daß nur das Gefühl übernommener Verpflichtung ihn bei ihr zurückhält, die ihm ganz verttaute und ihm alles gab, da ringt die arme kleine Muschelverkäuferin sich zu echter Größe hindurch. Sie gibt den Geliebten frei, ja sie läßt ihm den Glauben, seine Liebe einer Unwürdigen geschenkt zu haben, um ihm die Lösung aus seinem Gewissenskonflikt leichterzumachen. Trotz dieses ttagischen Ausklangs geht ein köstlicher, echter Humor durch dieses Dolksstück. Scharf beobachtet sind die Charaktere, breit und behaglich ist das Milieu gezeichnet, die eigenartige Atmosphäre erstaunlich getroffen. Unter dem vielen Minderwertigen, was das deutsche Theater aus chronischem Stückemangel von fremden Literaturen herübemehmen muß, einmal eine Komödie, die die Ueberfehung lohnte, der sich übrigens Bruno Frank nut großem Geschick angenommen hat*. Intendant Dr. Prasch hatte die Inszenierung selbst besorgt. Die Ausführung zeigte sorgfältigste Detailarbeit und liebevolle Einfühlung. Vielleicht wären hier und da einige Dämpfer am Platze, um einem Abgleiten in das allzu Burlesk-Komische zu bremsen. Im ganzen ein starker, geschlossener Eindruck, besonders unterstrichen durch die gut gemachten Bühnenbilder Löfflers und eine glückliche Rollenbesetzung. Raimund S ch e I - cher hatte man den MariuS anvertraut und damit einen guten Griff getan. Er war der etwas weiche Junge, der voll Sehnsucht nach dem romantisch Geheimnisvollen der Feme steckt, den der Wellenschlag des Meeres nicht zur Ruhe kommen läßt. Die Heine Fanny spielte Elisabeth Wie- ' Drei-MaSkcp.'Vcrlag 3, S, Berlin Ar. 24 (396)» weils bis in die jüngste Zeit hinein Produktion und Absatz in der deutschen Landwirtschaft sich allzusehr in den Bahnen des Althergebrachten bewegt haben. Erst in den letzten Jahren beginne man sich bewußt mit der Erzeugung, sowohl bezüglich der Menge, als auch der Art und Güte der Waren, den Forderungen des Marktes anzupassen. Vieles bleibe noch zu tun übrig, um das Verständnis für alle diese Dinge in immer weitere Kreise zu tragen. Darüber hinaus gehe es aber auch, dem Verbraucher die Augen darüber zu öffnen, daß „ausländisch" keineswegs immer gleichbedeutend mit „gut" fei und daß der einzelne heute mehr denn je die Pflicht habe, bei feiner Bedarfsdeckung die Erzeugnisse des deutschen Bodens und der deutschen Viehwirtschaft in erster Linie zu berücksichtigen. Auf dem Gebiete der Milchwirtschaft berechtigten die in der Ausstellung gezeigten Leistungen zu der Hoffnung, daß dieser Zweig der Landwirtschaft auf dem richtigen Wege sei, der ausländischen Konkurrenz mit Erfolg zu begegnen. Das wichtige Gebiet der Rationalisierung und Typisierung werde in der Lehrschau „Technik in der Landwirtschaf t" eingehend behandelt. Die Ausstellung des Fachnormenausschusses/ für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte läßt erkennen, wie von Wissenschaft und Praxis die Lösung der sich aus der gegenwärtig in Deutschland noch vorhandenen Vielheit der Maschinentypen und aus der Schwierigkeit der Ersatzteilbeschaffung ergebenden Probleme in Angriff genommen worden seien. Die gleiche Forderung wie für die Landwirtschaft auf Rationalisierung und Typisierung gelte auch für den Garten. Die Wege zum Ziel „der deutsche Markt den heimischen Erzeugnisse n", zeige die dem Gartenbau gewidmete Teilausstellung. Bei dem Besuch der die vielseitig verflochtenen Beziehungen zwischen Industrie und Landwirtschaft zeigenden „Jndustrieschau" drängte sich jedem die Ueberzeugung aus, von welcher Bedeutung eine kaufkräftige Landwirtschaft für die Industrie sei und wie sehr die allgemeine Wirtschaftslage gerade durch die Not der Landwirtschaft beeinflußt werde, die der b e st e Abnehmer für die industriellen Erzeugnisse sei. Reichspräsident von Hindenburg besucht die „Grüne Woche". Berlin, 2. Febr. (WTD. Funkspruch.) Heute vormittag 9 ilfjr stattete der Herr Reichspräsident wie alljährlich der sechsten »Gxü- nen Woche" Berlins einen längeren Besuch ab. Zu seiner Begrüßung batten sich Reichsminister Schiele, Bürgermeister Scholz, der Leiter der „®rünen Woche" Hans Jürgen von langer vom tändelnden Austemmädel zur liebenden und verzichtenden Frau emportoachsend. Ein prächtiger Schankwirt der Cesar Heinrich Hubs, in der Maske vielleicht ein wenig grotesk ausgefallen. Eine ganz geschlossene Leistung bot Luise Schubert-Jüngling als Honorine. Sehr sauber ausgefeilt auch der liebebe- bürftige Segelmacher Panisse Ludwig Link- m a n n s , der Fährbootkapitän Karl V o l ck s, der TYP des selbstgefälligen, beschränkten Spießers, und der Bettler Paul Rierens, der Dämon des Meeres, der wie ein Spuk über die Szene geistert und irrsinnig aufjauchzt, als sein Seelenfang geglückt ist. Stück und Aufführung waren bei gut besetztem Hause ein voller Erfolg. —e. pmzoldt stricht im Goethe-Sund. Goethe-Bund. Am Donnerstagabend las Ern st Penzoldt aus eigenen Werken vor. Zuerst ein Wort über die Persönlichkeit dieses Künstlers. Er ist nicht nur Schriftsteller — das ist er sogar erst in zweiter Linie — sondern auch Bildhauer. Er wurde 1692 in Erlangen geboren und besuchte nach dem Abitur die Weimarer Kunstakademie, um Bildhauer zu werden, obwohl er bis dahin fast nur gezeichnet und gemalt und — gedichtet hatte. Den stärksten Eindruck erhielt er dort von dem berühmten Tiroler Maler Egger-Lienz. „Rach meiner Lehre bei Egger", heißt es in seiner Selbstbiographie, „war es nun ganz gleich, ob ich mich Bildhauer oder Maler nennen wollte oder, woran ich aber noch nicht dachte, Schriftsteller." Erst der Krieg, den er im Sanitätsdienst, im Lazarett und bei der Infanterie vier Jahre lang mitmachte, führte die Wendung herbei. Die seelischen Erlebnisse des Krieges zu gestalten, gelang zunächst seinen Händen nicht: die Sprache war das erste, das er wiederfand. Tastend betrat er, von der freieren Rachkriegsjugend ins Leben zurückgeführt, seinen Weg als Dichter und Schriftsteller. Die erste Frucht dieser Arbeit war der Gedichtband „Der Gefährte" (1922), dem schon 1923, in schlichter Sprache dahingleitend, „Die Idyllen" folgten. „Ich wußte auf einmal, daß ich nicht zwischen zwei Berufen zu wählen hatte, sondern daß es mir verhängt war, Zwiefältiges zu tun, damit es mir gelänge, mit den Händen und mit dem Mund zu fassen, was unbegreiflich scheint, das Leben, die Schönheit, Liebe, Freundschaft, Ratur und Kreatur. Ja, ich nehme es als eine besondere Gnade, daß mir das verliehen ist. Unb so ist es nun, daß die Hände nicht ruhen mögen und sich begnügen, dem Wort zuliebe, und das Wort will nicht aufhören zu reden, etwa der Bildnerci oUjunft;:’., c* muß bei. der Erfüllung zwiefachem Befehles bleiben, ünb e4 scheint, aü würde die Hake, der Präsident deS RelchSj agdvundeS. Prinz von Isenburg, der President der Brandenburgischen Landwirtschaf skammer, v o n Oppen, sowie eine Reihe von Vertretern weiterer landwirtschaftlicher Körpersstaften eingefun« den. Rach eingehender Besichtigung der Iagdausstellung berto Ute der Herr Reichspräsident diesmal besonders lange in dem landwirtschaftlichen Teil der Ausstellung, dessen Inhalt sein größtes Interesse fand. Gandhi macht keinen Frieden. Die Kongretzpartei für Fortsetzung des passiven Widerstands. Allahabad, 31. Febr. (WTD.) Die Führer der Kongreßpartei werden heute nachmittag eine Sitzung abhaltcn. Darauf werden die meisten Allahabad verlassen. Sollte man heute zu keinem Entschluß kommen, dann dürfte die entscheidende Sitzung im ersten Drittel des Februar in Bombay stattfinden. Gandhi hat mit allen Führern Besprechungen gehabt, und es ist klar, daß seine Stimme den Ausschlag geben wird. Die Kongreßfuhrer bezweifeln die Aufrichtigkeit des Stimmungsumschwunges in der indischen Verwaltung. Man weist darauf hin, daß sogar am Tage der Freilassung der Führer die Polizei in Kalkutta und anderen Orten gegen die Menge mit Knüppeln vorgegangen sei, geschossen und Verhaftungen von Frauen vorgenommen habe. Die indischen Führer sind daher geneigt, die Angebote Macdonalds a b z u l e h n e n. In einem Interview erklärte Gandhi Pressevertretern, die Kongreßführer seien einstimmig der Ansicht, daß d i e B e w e g u n g d e r bürgerlichen Ungehorsams weder auf- hören noch nachlassen dürfe, es sei denn, es käme zu einem Waffenstillstand. Eine Massenbewegung wie die zivile Gehorsamsverweigerung könne nicht abgeblasen werden, wenn nicht den Masten die Hoffnung auf eine Lösung der Streitfragen erwüchse. Dies könne jedoch nicht der Fall sein, jolange die Unterdrückung in bösartiger Form fortgesetzt werde. Die indischen Delegierten der Konferenz am runden Tisch, die am Freitag in Bombay eintreffen werden, haben beschlossen, einen Aufruf an das indische Volk zu erlassen, in dem die Ergebnisse der Konferenz dargelegt werden. Hervorragende indische Geschäftsleute haben mit Gandhi für diese Woche eine Zusammenkunft vereinbart, bei der sie ihn auf die schweren wirtschaftlichen Folgen Hinweisen wollen, die bei Fortdauer der jetzigen Bewegung entstehen würden. $ör „wirtschaftlichen" Zusammenschluß Ostafrikas. London, 31. Ian. (TLl.) Die Vereinigung der vstafrikanischenHandelskammern beschloß in einer Versammlung in Daressalam, sich für die baldige Vereinheitlichung deS Zoll-, Eisenbahn-, Post-, Verkehrs-, Erziehungs- unb Forschung stossens und der Gesetzgebung in ganz Oftafrifa einzusetzen. Die Bemühungen sollen sich zunächst nur auf wirtschaftliche Fragen erstrecken. Die politischen Fragen sollen vorläufig beiseite gelassen werden. Infolgedessen sei ein offizieller politischer Zusammenschluß im gegenwärtigen Augenblick noch nicht angebracht. — Seit der Gründung der Groh- Rhodesien-Gesellschaft hat sich in Rord- rhvdesia und in Südrhodesia die Propaganda für ein Dominion Grohrhodesien durch den Zusammenschluß beider Rhodesien dauernd verstärkt. Reuerdings ist die Idee hinzu- getommen, Großrhodesien nach Westen hin unter Einbeziehung des ehemaligen Deutsch-Eüdwestafrika bis zum Atlantischen Ozean cmszudehnen. eine Gabe erst ganz frei durch die Pflege der anderen." Penzoldt las einige Abschnitte auS der Rovelle „Die pvrtugalesische Schwachf ‘ und aus ,.D i c Powenzband e". Die Rovelle berichtet von dem letzten König von Portugah,- Sebststicm, dem Enkel der „eisernen Katharina". Der junge Fürst, von Kind an kränklich, batte, eine besondere Vorliebe für alles Militärische. Alle Versuche seiner ihr ganzes Leben hindurch Ehen stiftenden Großmutter, ihn zu verheiraten, machte er zuschanden, da er glaubte, „ein König, den sein Volk lieben solle, müsse reinen Herzens! sein", zumal ihn sein jesuitischer Lehrer Do» Gonsalves gelehrt hatte, älnkeuschheit verhindere die Llnsterbiichkeit. Die Soldaten vergötterten ihren tapferen, aber durchaus unpolitischer^ ja etwas beschränkten König, der den abenteuer-' lichen Gedanken faßte, Afrika für die Krone Portugals zu erkämpfen. Er wußte vielleicht als der Einzige nichts davon, daß seine 14 000 Man» wohl gut für eine glänzende Parade waren, datz aber der phantastische Plan ein schreckliches Ende nehmen mußte, wenn einmal „Kanonen zum Tanz aufspielten". So nimmt es nicht wunder, daß Sebastian in der Entscheidungsschlacht nebst 12 000 Kriegern den Tod fand. Richt lange darnach schon trat der erste falsche Sebastian cusi Thronprätendent in Portugal auf und drei andere folgten ihm, die alle begeisterte Anhänge« fanden und ebenso für ihr angemaßtes Königtum tapfer starben. — „D ie Po w enzdan de führt den Untertitel „Zoologie einer Familie'. und schildert das Leben eines in einer Klemu ft'abt seßhaft gewordenen Vagabunden und seiner vielköpfigen FamUie. Unbeschwert von allm Hemmungen eines Bürgers verbringt die „Powenz- klande" ihre Tage mit Nichtstun, mehr oder weniger harmlosen Spitzbübereien in bewußtem, falft absichtlichem Gegensatz zu den sonstigen Bewohnern des Städtchens. Die Mitglieder dieser zigeunerhaften Familie können tun und lassen, was sie wollen — immer wieder fallen sie wie eine Katze auf die Deine und stehen fest und ohne aus ihrer natürlichen Ruhe gebracht zu werden, im Leben, wenn man dieses tierfjafte Dasein überhaupt — Leben nennen darf. Denn das Leben ist doch etwas anderes als das Vegetieren der Powenze. Gerade an diesem Punkt nämlich scheint daS Buch, das mancher Leser mit weniger Gewinn als Vergnügen über die Seitenhiebe auf ein muckerisches Spießertum au6 der Hand legen wird, seine Grenze zu haben. Der dichterischen Begabung, die unzweifelhaft aus dem Vor getragenen sprach, zollten die Zui Hörer verdienten Beifall. Meine politische Nachrichten. Das Erscheinen des „Völkischen Beobachters", des Organs der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Partei, wurde durch Beschluß der Polizeidirektion München vom 31. Januar bis 7 Februar 1931 einschließlich ver- bo t en. Anlaß zu diesem Verbot gab der in Nr. 30 nom 30. Januar unter der Ueberschrist „M u s s o l i n i und Schubert" erschienene Artikel, dessen Ausführungen gegen § 5 Ziffer 1 des Gesetzes zum Schutze der Republik verstoßen haben. Der 70jährige ka.höfische Gelehrte Josef Mausbach, päpstlicher Hausprälat und ordentlicher Professor der Moraltheologie und Apologetik an der Universität Münster, ist gestorben. Er hat eine Reihe bedeutender Schriften verfaßt. In der verfassunggebenden Rationalversammlung in Weimar vertrat er den katholischen Standpunkt besonders in den Schulfragcn. Der neu ernannte polnische Gesandte in Berlin, Wysocki, traf mit seiner Gattin auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. Zu seinrm Empfange hatten sich sämtliche Mitglieder der polnischen Gesandtschaft mit ihren Domen sowie der polnische Generalkonsul eingefunden. Dom Auswärtigen Amt waren für das Protokoll Ge- fandtschaftsrat Rohr ecke und der Dirigent der Ostabteilung, Dortragender Legationsrat von Moltke zum Empfang erschienen. Aus aller Welt. Zusammenstöße in Berlin. 3n her letzten Aacht kam es in Charlo tten* bürg zu schweren Zusammen st ätzen zwischen Kommunisten und Rativnal- f o z i a l i st e n , in deren Derlauf sechs Schüsse abgefeuert wurden. Der 24 Jahre alle Arbeiter Otto Grüneberg wurde durch einen Schutz getötet. Schwere Verletzungen erlitten der 25 Jahre alte Arbeiter Erich Riemenschneider durch zwei Messerstiche im Rücken, und der 23 Jahre alte Arbeiter Fritz Liere. Der Tote und die zwei Derletzten gehören zur Kommunistischen Partei. Als das Hebcrfallkommandv erschien, war der größte Teil der an dem Tumult Beteiligten bereits geflohen, so daß nur noch vier Personen fostgenommen werden tonnten. Sonntag um 7.30 Hfjr war eine Kolonne von Rationalsozialisten damit beschäftigt, die Zeitung „Der Angriff" unter den Passanten in der Gegend des Stettiner Bahnhofes zu vertreiben. Dabei trafen sie auf Kommunisten, die sofort gegen die Zeitungsverkäufer tätlich vorgingen. Der 21jährige Schleifer Reinhold Ahr wurde durch Messerstiche schwer verletzt, so daß er nach dem Krankenhause gebracht werden mutzte. Ein anderer Zeitungsverkäufer wurde leicht verletzt. Als das ileber- fallkommando erschien, waren die Angreifer bereits geflüchtet. Veranstaltung für ein Stresemann-Ehrenmal. Die von dem Ehren- und Arbeitsausschuß für ein Stresemann Ehrenmal am Rhein am'Sonnlagnachmittag im Reichstag veranstaltete Gedenk- Sunde hatte einen zahlreichen Besuch auszuweisen. nter den Ehrengästen sah man auch Reichsaußen- Minister Dr. C u r t i u s. In der dicht gefüllten Wandelhalle wickelte sich der musikalische und gesangliche Teil des Programms ab, eingeleitet durch Beethovens „Egmont'-Ouvertüre, gespielt vom Großen-Funkorchcster unter Leitung von Bruno Seidler Winkler. Es folgten ernste Gesangsvorträge bekannter Berliner Künstler. Im Sitzungssaal des Reichstages sprach darauf zunächst der Freund des verstorbenen Ministers, Rochus Freiherr von Rheinbaben, einige Worte des Gedenkens, wobei er darauf hinwies, daß der Deutsche Bühnenklub, in dem Strcsemann oft und gern als Gast weilte, es für seine Ehrenpflicht halte, durch die heutige Veranstaltung dazu bcizutragen, daß am Ufer des frei gewordenen Rheins ein Ehrenmal für den Mann erstehe, dessen ganzes Streben der Befreiung der Rheinlande gegolten habe. Mitglieder des Deutschen Bühnenklubs sprachen über Gespräche mit Stresemann, über gemeinsam verlebte frohe Stunden, trugen Gedichte von Stresemann vor und lasen aus seinen Reden. Im Anschluß an die Feier fand eine Besichtigung des im Lcsesaal ausgestellten M o - dell s des geplanten Ehrenmals statt. Presseball 1931. Der Berliner Presseball 1931 fand wiederum in sämtlichen Räumen des Berliner Zoo ftatt._ Der Derein Berliner Presse hatte es sich reiflich überlegt, ob nicht die sehr ernste wirtschaftliche Lage und die allgemeine Rot in diesem Jahre einen De rzicht forderte. Allein die Erwägung, daß der Presseball wie übrigens eine ganze Anzahl anderer repräsentativer Bälle auch ihre wirtschaftliche Seite haben und chr Ausfall auf der anderen Seite euren Ausfall an Arbeit und Derdienst für viele Tausende bedeuten würde, ließ das Festhalten an der alten Tradition eher noch um so notwendiger erscheinen. Zudem fließen bekanntlich die Reineinnahmen in die Wohltätigkeitskasse des Vereins Berliner Presse, aus der nicht nur Mitglieder bzw. deren Hinterbliebene, sondern auch Journalisten, die nicht Mitglieder des Der- eins sind, laufend unterstützt werden und auf die ein namhafter Teil der Unterftütjten geradezu angewiesen ist. Wenn die Not der Zeit auf dem diesjährigen Presseball gleichfalls zum Ausdruck kam, so in der Weise, daß der Besuch nicht ganz so stark war wie in den Zeilen, in denen man sich nach einem Wort des verstorbenen Sling „preßte und ballte" und kein Apfel zur Erde nieder konnte. Aber auch in dem äußeren Rahmen und in den Toiletten konnte man einen deutlichen Zug zu dem Willen erkennen, würdige Gesellschaft zu repräsentieren und die bis ins Karnevalistische gehenden Uebertriebenheiten in Farbe und Form zu verlassen. In den Logen, aber auch in den übrigen Sälen, konnte man alles, was Namen hat, erblicken. Don der Reichsregierung Reichskanzler Brüning und die Minister Dietrich, Wirth, Groener, von Gusrard, ferner Staatssekretär Meißner, für Preußen die Minister Schmidt und Grimme, die Gesandten von Oesterreich Bayern, Württemberg, Sachsen, der schwedische Gesandte af Wirsen, von der Reichswehr die Generale von Schleicher, Hasse und Schreiber. Auch Frau Luise Ebert sowie Prinz Heinrich der Niederlande zählten zu den Gästen. Weiter Arnold Zweig, Waldemar Bonsels, Professor oleoogt, Professor Kolbe, die Herren der Wirtschaft und der Banken, die Herren des Theaters und des Films und nicht zu vergessen die Lieblinge des Films, wie Mady Christians, Lil Dagooer, Marlene Dietrich, Henny Porten, Emil Jannings, Brigitte Helm, Willy Fritsch, Gerda Maurus, Harry Liedtke, — unmöglich, alle zu nennen. LUy Beinhorn am Ziel. Die Afrikafliegerin Elly Beinhorn traf in B o - lama (Portugiesisch-Guinea) ein und hat damit ihr vorläufiges Ziel erreicht Auf dem Flugplatz hatte sich eine große Menschenmenge eingcfunden. Der deutsche Konsul begrüßte die Fliegerin mit herzlichen Worten. Der Vertreter des Shell-Betriebskon- zerns, der den Flug mit Benzin versorgte, gab ein Frühstück, an dem auch die offiziellen Behörden teil- nahmen. Von Berlin, wo Elly Beinhorn am 4. Januar früh morgens startete, hat sie die 7 0 0 0 K i l o- meter lange Strecke in knapp 70 Stunden durchflogen, ein Flug, der sportlich außer- ordenllich hoch zu werten ist, ging doch die Strecke über Gebiete, in denen irgendwelche Notlandung zum Verlust des Flugzeuges oder sogar zum 23er- lüft des Lebens der Fliegerin geführt hätte. Elly Beinhorn wird erst am 10. Februar von den beiden Forschern Bernatzik und Profesior Struck erwartet. Alsdann beginnt die Forschertätigkeit unter Einsatz des Flugzeuges. Das Flugzeug wird durch Unterbauen eines Schwimmergestells in ein Wasserflugzeug umgewandelt, damit die Bissagos-Jnseln, die der Küste vorgelagert sind, erforscht werden können. Der Aufenthalt der Fliegerin Do X macht die erste Etappe de» Amerikaflugs. Das Dornier-Flugschiff Do X ist Samstaa- morgcn 8,05 Uhr in Lissabon nach Las Palmas gestartet. Der Start vollzog sich in mustergültiger Weise. Um 720 Uhr wurde der Anker gelichtet. Hm 72i Uhr laufen alle Motoren. D^r Do X gleitet auf dem Tajo, bis die Motoren die volle Tourenzahl erreicht haben, dann erhebt er sich sehr bald und erreicht rasch eine beträchtliche Höhe. An Bord befanden sich der portugiesische Stabschef Admiral Gago ©out inho und zwei deutsche Journalisten. Das Flugboot ist um 16 Uhr in Las Palmas eingetroffen. Es hat auf seinem Fluge von Lissabon nach Las Palmas 1430 Kilometer in sechs Stunden 58 Minuten zurückgelegt. An Bord ist alles wohl. Da die Llebernahme von Benzin durch starke Dünung sehr erschwert wird, ist es noch unbestimmt, wann der Do X weiterfliegen wird. Schwere» Rodelunglück. — Zwei kinder getötet. Ein bedauerliches ilnglüd, das zwei Menschenleben forderte, ereignete sich Sonntag in der Rähe von Gleidorf im Kreise Meschede. Ein mit vier Kindern besetzter Rodelschlitten fuhr einem mit Wintersportlern besetzten Lieferwagen auf abschüssigem Wcgr in die Flanke. Zwei Kinder wurden auf der Stelle getötet. Von den beiden anderen Kindern, Geschwister des einen getöteten Kindes, erlitt das eine einen schweren Schädelbruch, das andere eine Gehirnerschütterung. Wilhelm Backhaus in London. Das Konzert Wilhelm Backhaus' in der Queens Hall war ein musikalischer Triumph für den deutschen Künstler. Im Mittelpunkt seines reichen Programms standen die Variationen von Brahms über ein Thema von Händel, die Backhaus mit größter Meifterhaftigkeit darbot. Tosender Beifall des dicht gefüllten- Hauses zwang den Künstler zu immer neuen Zugaben. Der deutsche Botschafter wohnte mit Gattin und Tochter dem Konzert bei. — Die Presse nennt Backhaus' Spiel „superb". Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Februar 1931. Kreiöausschuß-Sihung. Unter dem Vorsitz von RegierungSralt Dr. Braun tagte am Samstagvormittag der Kreis- ausschuh des Kreises Gießen, um einige Streitfälle im Derwaltungsstreitverfahren zu behandeln. Im ersten Falle handelte es sich um eine Wildschadenersahklage des Landwirts Blei von Ettingshausen. Der Kläger forderte von den Jagdpächtern der dortigen Jagd eine Summe von 80 Mark für den Schaden, den ein Rehbock in vier Bäumen seines Besitzes angerichtet hat. Der Rechtsvertreter der Jagdpächter hielt diese Forderung für zu hoch, (zudem auch eine Kommission von Sachverständigen den Schaden auf 30 Mark bezifferte), und machte außerdem daraus aufmerksam, daß der Wildschaden zu spät gemeldet und der Schabenersahanspruch dadurch als erloschen zu betrachten sei. Die Beweisführung ergab die Richtigkeit dessen. Der Schadenersatzanspruch verfiel der Ablehnung. Ein zweiter Streitfall, der die Ablösung des Rechtes der Besteuerung von außerhalb der Gemarkung Trohe liegenden Grundstücken zum Gegenstand hatte, sah die Bürgermeister der Gemeinden Trohe und Grohen-Duseck vor dem Kreisausschuß. Die Gemeinde Trohe forderte von der Gemeinde Großen-Buseck für die in deren Gemarkung liegenden Grundstücke eine Ablösungssumme von 7815,50 Mark, die von der Gemeindeverwaltung Grohen-Duseck in dieser Höhe abgelehnt wurde. In der Verhandlung ergab sich jedoch die Tatsache, daß die Gemeinde Grohen-Duseck bei der Ablehnung dieser Forderung nicht die volle Hohe des durch den Grundstücksaustausch erfaßten Steueraufkommens in den Kreis der Beurteilung dieser Forderung gezogen hatte-. Zur völligen Klärung und zur Herbeiführung eines der veränderten Sachlage entsprechenden Beschlusses wurde die Angelegenheit an den Großen-Busecker Gemeinderat zurückverwiesen. Schließlich gelangte noch die nach einem Beschluß des Kreisamtes angestrengte Klage des Kaufmanns Wilke (Gießen) zur Verhandlung, dem der Führerschein entzogen werden sollte, weil sich nachttäglich herausgestellt habe, daß der Kläger die Voraussetzungen für die Erlangung eines Führerscheins nicht erfüllt habe. Der Kreis- ausschuß lehnte den Beschluß des Kreisamtes ab, so daß der Kläger weiter im Besitz des Führerscheines bleiben kann. Eine weitere Sache, die den Einspruch gegen den Gemeinderatsbeschluß wegen Aufwertung des Einkaufsgeldes in der Gemeinde Watzenborn- Steinberg bettaf, wurde von der Tagesordnung abgeseht. Gtudeniinnen-Togesheim. Der Ausschuß für das Gießener Studentinnen- heim berichtet uns: Im neuen Studenten Haus am Leihgesterner Weg wurde am Donnerstagabend das Tagesheim für Studentinnen feierlich eingeweiht. Etwa 40 Personen versammelten sich in dem freundlich ausgestalteten Raum, in dem gezeigt wird, daß man auch mit wenig Mitteln und zum Teil altem Hausrat ein behagliches, modernem Geschmack entsprechendes Zimmer einrichten kann. Eine Wohnecke mit Polsterbänken bietet denjenigen Gelegenheit zum Ausruhen, die während der Arbeitspausen nicht nach Hause können, auch sind mehrere Arbeitstische vorhanden Die Wände schmücken Bilder der Frauen, die dem Frauenstudium und der Frauenberufsarbeit die 'Dege geebnet haben cand. jur. Anita Rosenberg begrüßte die Gäste und dankte Seiner Magnifizenz, dem Rektor der Landes-Universität, Professor Dr. Eger, dem Deutschen Akademikerinnenbund. Sitz Berlin. dem Alice-Frauen-Derein in Darmstadt und allen übrigen Spendern für die Forderung des Studentinnenheims. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, daß dies Heim nicht nur ein räumlicher Mittelpunkt der Gießener Studentinnen werde, sondern daß von hier aus auch Anregungen aus- gehen mochten für die besonderen Aufgaben, die der Kommilitoninnen harren: gelte es doch nicht nur. in die seither meist männlichen Berufe ein- zutteten oder ganz neu erschlossene zu ergreifen, gelte es vielmehr, diese im Sinne echter Weiblichkeit zu erfüllen und auszufüllen. In seiner Erwiderung dankte Seine Magnifizenz dem vorbereitenden Ausschuß für die geleistete Arbeit und sprach den Wunsch aus. daß es gelingen möge, demnächst auch für die Studentinnen ein Wohnheim zu errichten. Für den Deutschen Staatsbürgerinnen-Derband sprach Frau Prof. Mombert, für den Alice- Frauen-Derein Frau Prof. Kramer, für die Gießener Studentinnen-Dereinigung cand. jur. Gertrud Moeller. Eine angeregte Teestunde fand durch gemeinsamen Gesang der Studentinnen ihren Abschluß. Taten für Dienst«?, 3. Februar. Sonnenaufgang 7.37 älhr, Sonnenuntergang gang 17.29 Hfjr. — Mondaufgang 16.52 ilfjr, Monduntergang 8.21 Llhr. 1721: der Reitergeneral F. W. v. Sehdlih in Kalkar geboren; — 1809: der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy in Hamburg geboren. Vornotizen. — Tageskalender fürMontag Stadt- theater: »Maria Magdalene", 19.45 bis 22.30 Ubr. — Allgem. Deutscher Frauenbund: Dortrag .Bank und Geldwesen", von Bankdirektvr M a t - tern, 20.30 Ahr, Restaurant Hindenburg. — Odenwälder Heimatvereinigung: Besprechung, 20 iltjr, Hotel Kohler. — G. F. F. : Monatsver- fammlung, 20 üfjr, Stadt Kassel. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Madame sucht Anschluß. — Astoria-Lichtspiele: .Razzia" und „Unter falschem Ramen." — Aus dem Stab t ih e a terb ureau wird uns geschrieben: Heute einmaliges Gastspiel Paul Wegeners mit seinem Berliner Ensemble. Zur Aufführung gelangt das Trauerspiel Hebbels „Maria Magdalene". Paul Wegener spielt die Rolle des „Meister Anton". Zehner-Karten werden in Zahlung genommen; für Abonnenten gelten ermäßigte Operetten* preise. Beginn der Dorstellung 19.45 Uhr. — Der Goethe-Bund veranstaltet, wie man uns schreibt, zusammen mit dem Stadttheater im Rahmen des Kammerspielzyklus am kommenden Sonntag im Stadttheater eine Morgenfeier. Der stellvertretende Intendant der Bayrischen Landes- bühnc Dr. Ernst Leopold Stahl aus München hält einen Lichtbildervortrag über „Deutsche Szenen- kunst von den Meiningern bis zu Reinhardt und Piscator". Die Ausführungen des Redners werden sechs Jahrzehnte deutscher Bühnenkunst lebendig werden lassen. Den Gießener Theaterfreunden ist zu empfehlen, diese Darbietung des Stadttheaters und des Goethe-Bundes zu besuchen. (Näheres siehe heutige Anzeige.) — Der Allgem. Deutsche Frauenbund veranstaltet heute, Montag. 20.30 Llhr im Restaurant „Hindenburg" eine Dersammlung, in der Bankdirektor Mattern über „Dank- und Geldwesen" sprechen wird. (Roheres im Anzeigenteil vom Samstag.) — Die Hausfrauen beratung Gießen veranstaltet am Mittwoch. 4. Februar, im Saale des (Safe Leib einen älnterhaltungsabend. Sie wird sich bemühen, so schreibt man uns, durch Theater, Rezitattonen und Tanzvorführungen ihren Mitgliedern und Gästen die Stunden so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch die Herren, die sich mitfreuen mögen, sind eingeladcu. Räheres in der heutigen Anzeige. - - D i e hi st arische Fachschaft an der Oandesuniversität veranstaltet am Donnerstag. 5. Februar, 20 älhr im Großen Hörsaal des Dorlesungsgebäudes einen Dortragsabend. Prof. Dr. W. Platzhoff, Frankfurt, wird über „Bismarcks Stellung zu Frankreich" sprechen. (Räheres in der Anzeige vom Samstag.) — Der Rationalsozialistische Deutsche Studentenbund. Hochschulgruppe Gissten, veranstaltet am Dienstag. 3. Februar, 20.15 Uhr in der Turnhalle am Öswalos- garten eine Protestversammlung. (Räheres in der heutigen Anzeige.) — Ein Dortrag für Frauen findet am Dienstag, 3. Februar. 20, Uhr, im Saale des Cafö Leib statt. Als Rednerin ist die Privatgelehrte Frau St. des Prof. Eikens, Wien, angekündigt. Räheres darüber befindet sich im Anzeigenteil der Samstagnummer. — Ausstellung im Liebig-Museum. Die Ausstellung der Sammlung Thüringer Denkwürdigkeiten aus dem Besitz von Geheimrat Sommer findet in der Zeit vom 8. bis 22. Februar statt. * ** Neudrucke von Frachtbriefen. Auf Anfrage hat die Reichsbahnverwaltung mitgeteilt, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß durch Vereinfachung und Verbesserung des Abfertigungsdienstes das jetzt gültige Frachtbriefmuster in absehbarer Zeit abgeändert werden muß. Es empfiehlt sich daher vorerst nicht, größere Vorräte von Frachtbriefvordrucken zu beschaffen. " Schwer verbrüht. Am Samstagmittag muhte die in der KaplanSgasse wohnende Frau Thielmann mit schweren Derbrühungen des linken Armes und k-es linken Beines von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Die bedauernswerte Frau lag heute vormittag noch in ernstem Zustande darnieder. Verhängnisvoller Sturz in der Stube. Gestern vormittag glitt die in Bieber wohnende Frau Hofmann in ihrer Stube aus und fiel dabei so unglücklich, daß sie einen Bruch der Kniescheibe davontrug. Die bedauernswerte Frau wurde von der Gießener Freiwilligen Sanitäts- kokonne der Chirurgischen Klinik zugeführt. ** Der Bund der Heimatschulfreunde Hessens wird im Laufe dieses Jahres eine größere Tagung in Schotten veranstalten. Ferner wird in Darmstadt. Gießen und Mainz im Aus trage des Bundes der Raturforscher K. Guenther (Freiburg) über „Die ^olksverbindende Kraft des Heimatgedankens" sprechen. Am gleichen Tage wird derselbe Redner jedesmal in einem Heimatabend eigene Erlebnisse unter frem Gedanken „Heimat und Welt" schildern •• Schw ierige Lage des schweizerischen A r b e i t s m a r kt e s. — Warnung für Einreiselust igel Dom schweizerischen Konsulat in Frankfurt a. M. wird uns geschrieben: Die Lage des schweizerischen Arbeitsmarktcs ist zur Zeit äußerst gespannt. ES wird darauf aufmerksam gemacht, daß jeder ©tcllenantritt in der Schweiz ohne ausdrückliche Bewilligung durch die Fremdenpolizeibehörde verboten ist, und es wird dringend davor gewarnt, ohne Bewilligung einzugrciscn. Interessenten werden eingeladen, vor der beabsichtigten Einreise sich mit dem schweizerischen Konsulat, Frankfurt a. M.. Reue Mainzer Straße 1, in Verbindung zu setzen. ' Dortrag Lic. Robert Goebel über Schiller. Man berichtet uns: Der zweite Dvr- ttag, den Lic. Goebel in der älniversität hielt, brachte auf der Grundlage deS ersten Vortrages eine wesentliche Dertiesung und einen weiteren Beittag xum »unbekannten Schiller". In anschaulichen Bildern, die der Biographie und dem Briefwechsel Schillers entnommen wurden, schilderte der Redner die Lebensbegegnung zwischen Schiller imb Goethe: von der ersten stummen Begegnung über die Mißverständnisse bis zur Begründung des einzigartigen Freundschaftsbundes, in dem zwei völlig entgegengesetzt gerichtete Geister fich m einer höheren Einheit zusammenfinden. Für Schiller hat aber Goethes überragendes Menschentum eine entscheidende Bedeutung. Schiller suchte von früh auf den »Zustand des Gleichgewichtes". Dieses Suchen war zurückgedvängt worden, als er unter Einfluß Kants die moralische Forderung, den kategorichen Imperativ, über alles stellt. Dabei fühlt sich aber Schiller nicht ganz wohl. Das wird ihm aber erst deutlich, als ihm jenes höhere Menschentum, daS im Zustand der Harmonie zwischen dem sinnlichen Trieb und der Dernunftnotwendigkeit besteht, in leibhaftiger Gestalt, in Goethe verwirkt.chl, entg.gcn.ritt. Was er am Künstler und Menschen Goethe erfährt, hilft Schiller, den einseitigen Standpunkt Kants in der Ethik zu verlassen und ganz neue Grundlagen für das sittliche Handeln deS Menschen xu finden. In seiner Anschauung vom freien Handeln des Menschen, vom Handeln aus geläuterter Steigung trifft Schiller den Kern christlichen Handelns und bringt zum Bewußt ein eines freien, unabhängigen, überkonfessionellen Christentums vor, wobei in der Sprache Schillers der Künstler aus den Impulsen des so verstandenen Ehristen- tums toirft und damit also zugleich das Wesen des Christenmenschen enthüllt. Berliner Börse. Berlin, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.) Der erste Frühverkehr der neuen Woche war geschäftslos. Nachrichten besonderer Art lagen nicht vor. Der matte Schluß der Neuyorker Samstaabörse und die bevorstehenden innerpolitischen Auseinandersetzungen mahnten zur Zurückhaltung. Kurstaxen waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man Lon- don gegen Paris 123,89 zu 123,90, gegen Mailand 92,76 zu 92,78, gegen Spanien 47,40, gegen Kabel 4,8560, gegen Berlin 20,4325, Kabel gegen Berlin 4,2070. Die Wetterlage. •Slot ■0, 11. 2 O‘ , o nat 0 „ //> MS ’U* M ©woiKenios. oneuer, ®naib bedeut 9 woixig. • Deuten eXegea * Sehnee a Qreupein. b Nebel K |irwittcr.(§)wind5tirie.«o-. «r» «eienter Oj! emsiger Südsüdwest sturmucner Nordwert Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Die beiden SVenonen dienenden •en geben die Temperaturen. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen) tuf Meeresniveau umgerrennelee Lufidruct Wettervoraussage. Kontinentale Luft, welche dem nordöstlichen Hoch entstammt, hat den größten Teil Deutscylands überflutet und eine Zunahme des Frostes bewirkt. Namentlich im östlichen Teil des Reiches zeigte das Thermometer heute morgen bis zu 9 Grad unter Null an. Hingegen bewegen sich in Westdeutschland, das im Bereich der Ausläufer der Nordmeerstörung liegt und somit Luftmassen ozeanischen Ursprungs erhätt, die Temperaturen um Null und etwas darüber. Die Störung dürfte keinen nennenswerten Ein« fluß auf unsere Wetterlage gewinnen, sondern sich nur durch Bewölkung und vereinzelten Schneefall bemerkbar machen. Im übrigen geht durch den an- steigenden Luftdruck die Bewölkung zeitweise mehr zurück, und die Temperaturen halten sich um den Gefrierpunkt. Aussichten für Dienstag: Dunstig und bewölkt, vorübergehend aufheiternd, leichter Nachtfrost, keine oder nur vereinzelt leichte Schneefälle. Aussichten für Mittwoch: Wenig Aende- rung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags 2,1 Grad Celsius, abends 1,3 Grad, am 2. Februar: morgens 0,3 Grad. Maximum 2,8 Grad, Minimum — 3,3 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Februar: abends 0,6 Grad; am 2. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunden. vor Erkältung. (Statt Karten! Gießen, den 2. Februar 1931. 0613 Statt Karten! Gießen, den 2 Februar 1931 862 D 0611 -C09 Hochschulgruppe Gießen 0607 Verdingungsordnung sollen die 853C 0606 Achtung! Hausfrauen! Bringe Karl Schmidi, Gießen, Löberstr. 19, Tel. 3075 L. Blankenburg vknk Volkslieder H. Mannfred 6. Geschichten aus dem Wiener Wald, Walzer ... Job. Strauß Der zum 3 Städtisches Hochbauamt: G r a v e r t. H c im Caf6 Leib einen 8520 c 2. Ta" im Kammerspielzyklus 875 0 3ichie: 'G'-S3. e Hessischer Hof ol 855 D Dienstag, den 3. Februar 8^ a? Schlacht-Fest 2. Ab 10 Uhr Wellfleisch mit Kraut R. Wagner L. Delibes Am Dienstag, dem 3. Februar, abends 8% Uhr, findet in der Turnhalle am Oswaldsgarten eine Wir laden hierzu alle Hausfrauen mit ihren Angehörigen, auch Herren, herzlichst ein, Gebäck ist mitzubringen. Eintritt 50 Pfennig. Hiervon werden 30 Pf. auf Getränke angerechnet 0 c 12 6 2 2 4 18 4a la 1b Schwarze Mäntel Schwarze Kleider Schwarze Kleider-Stoffc Schwarze Seiden-Stoffe c € 2a 31 2b 23 3a 1 3b 2 tvaagsrr und Gewichte aller Art empfiehlt u. werd.eichfähighergest. 3 0:3 1.8 Äto B E 8 c. Als Verlobte grüßen Annemarie Malkomesius Wilhelm Schmidt ec. e® Sdiöne Wohnung mit Zentralheizun g au vermieten in schönem Siädlchen Cbcrbeffend. Schlistliche Angebote unter 857V an den Gießener Anzeiger erbeten. MtiehansHOWaCkäSS Auswahlen (Tel. 3048) werden bereitwilligst zugesandt ____________________________________________________685 A UMaMs-AbeiNi mit Theater, Rezitationen und Tanzvoriührnnten = =: 9 c-: WoMtätiMskonzert zum Besten der Winterhilfe 1930/31 Bekanntmachung. Auf Grund der Vorschriften der Reichs- Kiefer: Klasse 2a „ „ 2b „ „ 3a „ „ 3b Neue Marktlauben tSiand Ecke -^randplatzi und Schulstraße 5. Teleooon 2103. 0615 Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Bestimmungen der Reichsverdingungsordnung werden folgende Arbeiten für den Neubau der Staatlichen Rotlaufimpfanstalt in Gießen, Marburger Straße 54, im öffentlichen Wettbewerb vergeben: 8600 zirka 700 qm Chaussierung des Hofes, zirka 250 qm Schichtpflaster. Die Bedingungen und Zeichnungen liegen bei unserem Zweigbureau, Kreisamtsgebäude, Zimmer Nr. 20, von 4 bis 6 Uhr nachmittags zur Einsicht offen. Angebote werden, solange vorhanden, vom 3 Februar 1931 ab dort kostenlos abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis ;um Freitag, dem 13. Februar 1931, vormittags 11 Uhr, auf dem Zweigbureau obzugeben, woselbst die'Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bieter erfolgt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 2. Februar 1931. Hessisches Hochbauamt Gießen. 3. 23.: Kuhlmann. Jagd-Verpachtung. Samstag, den 14. Februar 1931, nach- mittags 3 Uhr, wird die Jagd der Gemeinde Lehnheim (Kreis Alsfeld) in zwei Teilen oder zusammen bei Wirt Dickhardt auf weitere sechs Jahre verpachtet. Bemerkt wird, daß der Jagdbezirk zirka 1600 Morgen groß ist, darunter 240 Morgen Wald, und direkt an der Bahnlinie Gießen—Fulda liegt. Nähere Auskunft durch die unterzeichnete Stelle. 863D Hessische Bürgermeisterei Lehnheim. Dickhardt. hing, 2. elektrische Lichtanlage. Angebote auf Vordruck sind bis Montag, dem 9. Februar vormittags 10 Uhr bei uns einzureichen. Gießen, den 31. Januar 1931. Angebote sind nach Klassen getrennt bis zum Termin bei hiesiger Bürgermeisterei einzureichen. Kesselbach, den 31. Januar 1931. Hessische Bürgermeisterei. Weber. a e c Lichtblldervorlrag von Dr. Ernst Leopold Stab! aas Münchens Deutsche Szenenkunst von den Meiningern bis zu Reinhardt und Piscator. Eintrittskarten: Bnndesmltglleder erhalten bis zu zwei Plätzen gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 3 aus dem grauen Gut« scheinheft an der Ta ;cskasse des Stadttheaters numerierte Theaterplatzkarten zu n Preise von 90 Pf. für I. Rang Louen u.Vorderplatz. Sperrsitz Reihe 1—8; für 70 Pf. I Rang Logen Rückplatz, 1 Rang Mitielpiatz u. Rückpiatz, Sperrsitz Reihe 9—11; für 50 Pf. alle übrigen Plätze. Die Theaterplätze bleiben von 1 ’ienstag bis Freitag den Bundesmitgliedern Vorbehalten । ah Samstag erfolgt freier Kartenverkauf zu erhöhten Preisen. 8. Tao, rr. Mürz: Bastspiel der berühmten Weiutranb-Syncopstors. 2CT xC 5 5‘C'O 3tr Musik-Folge I. T E I L 1. Deutschlands Ruhm, Marsch........ 2. Ouvertüre zur Oper „Rienzi“ (Der letzte der Tribunen) 3. Suite aus dem Ballet „Sylvia“...... Aenderungen im Programm vorbehalten! gutgeheizte Saal ist von dem Inhaber, Herrn O. Rahne- feld, unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Eintrittspreis: 1 RM. Suche junges (a56D Mädchen norm, von 8—12 Uhr au Hausarbeit und Kindern. Zu eifr. tu d. Geschst. d.(Äß. Iinn. So „ c Sä' E x ELLE Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hin scheid en unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden unseren tiefgefühlten Dank. Besonderen Dank dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte, sowie der Schwester Renna-Berta für die aufopfernde Pflege. Im Namen aller Tieftrauernden: Franziska Hammel Wwe. mornen auf den Wockenmarki vrackuv, große, gelbe Endivien - «rr. e.se sowie schneeweiß. Blumenkohl 3 Jtorf .... Mk.1.- und la Tovvel Blut-Orauaeu 3 Pfund . St8.1.- Große Nachlaßversteigerung. 3m Auftrage der Erben versteigere ich am Dienstag, dem 3. Februar, vormittags ab 10 Uhr, in der Westanlage 7k. 28 meistbietend gegen Barzahlung: fünf Kleiderschränke, drei Küchenschränke, sieben Betten, vier komplett mit Federn, 20 Stühle, ein Vertiko, Auszieh-, Steg-, Küchen- und Luthertische, Blumentische, eine Blumenkrippe, Nachtschränkchen, Sofas, Konsolen, Nähtische, Spiegel, einen Teppich, Kommoden, Waschtische, eine Wand-, Damen- und eine Herrenuhr, Nipp- und Aufstellsachen, Porzellan- und Küchengeräte sowie Wäsche aller Art. 865D Ferner: ein Büfett, zwei Schreibtische, einen Waschtisch, zwei Vertikos, zwei Nachtschränkchen, einige Bücherregale, einen Stegtisch, ein Kindertischchen, zwei Wasserbänke, einen Ausziehtisch, einen Diwan, zwei Deckbetten, drei Kissen, mehrere Bilder, Tischdecken, Läufer, Einmachtöpfe, Kinderwäsche und Anzüge, eine Schreibgarnitur, eine Küchenwaage, vier Korbsessel, Haus- und Küchengeräte, ein komplettes Speisezimmer (3agdschniherei). Sämtliche Gegenstände kommen bestimmt zur Versteigerung. Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 tags 2 Uhr. sollen aus den Waldungen der Gemeinde ftesselbach nachstehende Holzsortimente im Submissionswege vergeben werden: 854D 5 Stück - 3,72 km e c c = 5 = 11,38 -- 8,11 = 3,77 = 4,09 - 0,56 = 5,27 -- 17,39 = 24,15 - 1,28 -- 5,01 = 3,49 agf > 3 K' A ■o £ e Für die vielen Beweise inniger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Mutter, für die zahlreichen Kranzspenden sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir unseren herzlichsten Dank. Heinrich Mattern und Kinder. 4. Große Fantasie aus der Oper „Der Kuhreigen“ W. Kienzl 11. T E I L 5. Melodien aus der Oper „Tannhäuser“ (Der Sängerkrieg auf der Wartburg).. R. Wagner 6. Potpourri a. d. Optte. „Das Land des Lächelns“ Fr. Lehär 7. Auf der Wanderschaft, Potpourri über deutsche Danksagung In Liebe gedenke ich derer und seiner Kollegen von der Eisenbahn, die meinem treuen Entsehafenen Heinrich Schmidt Bahnholsmeisler i. li. bei seinem Heimgang die. letze Elve erwiesen haben. Ebenso danke ich für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die Kranz- und Blumenspenden und der Krankenschwester für die Hilfe während der Krankheit. Elise Schmidt, geb. Kleinhart Langsdorf, den 31. Januar 1931. GOETHE-BUND Sonntag, 8. Februar 1931. vorn). 11.15 Uhr im Stadttbeater £2a Arbeitsgemeinschaft der Milhär- und Regimentsvereine Gießen. Das Wohliäligkeilskonzerl der Kapelle des hjes. >Balls, am Donnerstag wird wärmstens empfohlen. 8661) Trümperi. 85 . „ , gemessen und wird auf Kosten der Gemeinde entrindet. Voraussichtlich bestimmt: verschiedene Futterstoffe, 7,50 m Wattierleinen, 8 .rn Hänselroßhaar, 8,3 m Eisengarn, 5 m braune Serge. Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen vammstraße 24 I — Telephon 4039 Kartenverkauf: Büro des Verkehrsvereins, Seltersweg, Buchhandlung Keißner, Schulstraße; Zigarrengeschäft Moeser (Filialstellen); Buchhandlung Pfeiffer, Walltorstraße; C. Röhr & Co., Bahnhofstraße. 867d Saalöffnung und Abendkasse ab 7 Uhr. gegen die letzten Vorfälle statt Es sprechen Gerd Rühle- Frankfurt/M. und Reichswehr-Leutnant a. D. Vom end-Gießen Erscheint in Massen! National sozialist deutscher SIihMuM ,, ,, 4a 1 „ Das Holz ist mit Rinde Gießen, Rodheimer Sttaße 54 Tang'Göns 3. Februar 1931 Stadttheate- Dienstag, 3. Scbr. von -20 bis 22 Uhr ir.Dlellsmg-M.vrsl. «Gewöhnliche 'tzretle DkrDtüerlveoMen Zlihmllng Lustspiel in 5 Akten I von S bakespeare. I Dienstag, den 3. Februar 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg Nr. 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung: 1. vier Klaviere, acht Büfetts, vier Kredenzen, vier Schreibtische, einen Rauchtisch, drei Ausziehtische zehn Stühle, einen Teppich, fünf Sofas, zwei Sessel, zwei Schreibmaschinen, zwei Vertikos, zwei Spiegel, zwei Standuhren, ein Schrankgrammophon, drei Kleiderschränke, eine Nähmaschine, eine Tischdecke, eine Diwandecke, eine Flurgarderobe, zwei Diwane, zwei Bücherschränke, eine Schreibladen, kasse, zwei Warenschränke, einen Regulator, eine Registrierkasse, einen Kassenschrank, eine Kllchenuhr, ein Halbbüfett, zwei vollständige Fremdenzimmer, eine Ladenkasse, 34 Flaschen diverse Liköre, einen Spiegelschrank, eine Chaiselongue, eine Bohnermaschine einen Gasherd, zwei Bände „Gesundheit, Kraft und langes Leben". 856D Die HaustanheraW Dienen veranstaltet am 4. Februar 1931, abends 8 Uhr Die Hessische Stenerzellnng flicht sürganzQbcrbeffen lwise Verner womöglich mit dem Wohnsitz in (ließen. Gute Berdlenstmüg- Itchkeit. Anschrift, an 3. H. Schäfer, Frank'urt a. M., Junahosur. 2. 1876 V [Stellengesuche) MmMAN aus guter Familie, das das Lyzeum u. zuletzt 2 Jahre die öifentl. HandelSlehr- anstatt besucht hat, s. au Ostern Ansanas- stellg. aus fauimünn. Büro oder bei einen Anwalt. Such, steuo- graph. 140 Silben u. ist auf Schreibmasch. oerf. Schr. Angeb. u. 868D an d. Gß. AiiA. Aelt.Fräulein sucht Wirkungskreis als W»no Gute Empfehlungen vorhal'den. Änirag. erbeten an [846L) Maria Velser S» 3. Wetzlar, Hermann ilraße 19. | Vermietungen | Sch. ♦-ZiDHD.-WoODJ. in freier Lage au ruhigen Mieter zu öcim. Schr. Ang. u. 0612 an b. Gien. Anz. | Stellenangebote| Tüchtige Leute ge'ucht zumBertrieb von leicht verkäufl. Produkten für Landwirte, Viehzüchter, Tierhalter ufro. Hoher Verdienst Sckristl. Angeb. um. 0665 an d. Gieß. 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Febr., abends 8'< Uhr, Im Großen Hörsaal des Vorlesangstiobündes au etnemVortrag von Un v.-Prot. Dr. Platz- honoZranks.n.M lüb. ,,Bismarcks Stellung zu Frankreich“ chigeladen. Wir bitt, unsere MttgUed. um »ahlr.Erscheine.-.^/,l> fSSsS- 3 P L-2 oi — 3 Sllvdiall.Zk0llkfllkl.lsl fflotg.auf ö.modjeninütn (Standvlav vor der ihcitimllc) Mit taittgen, geschmackvollen TafelSpfeitt-Vlut Strängen Vßnmenkovl unv Gatat zu Svottvreiien. — Hier sieht man 0608 wirkltch einen Preis-Abbau! Letzte Holzversteigerung aus den Forstorten Odenberg, Rangen, Wasserschaft, Hörnes und Noll des Schutzforstes Rabenau Donnerstag, den 5. Februar, 10 Uhr vormittags, im Saale von L. Hofmann, Geilshausen. Es werden versteigert: ' 8640 Stämme: Eiche 2,16 km Kl. 3, 1,56 fm Kl. 4; Buche: 0,69 fm Kl. 4; Lärche: 0,75 fm Kl. 3a, 1,36 fm Kl. 3d, 1,13 fm Kl. 4a; Kiefer: 0,74 fm Kl. 2d, 1,03 fm Kl. 3a. Brennholz: Scheiter: 200 rm Buche, 15 rm Eiche, 7 rm Kiefer; Knüppel: 120 rm Buche, 10 rm Eiche, 17 rm Kiefer und Fichte; Reisig: 730 rm Buche, 18 rm Eiche; Stöcke: 40 rm Buche. Das mit 00 geschlagene Holz kommt nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 31. Januar 1931. ______Hessisches Forstamt Rabenau.______ Holzsubmission. Freitag, den 6. Februar 1931, nachmit- Fuhrleistunaen für die dem Städtischen Tiefbauamt unterstehenden Betriebe für die Zeit vom 1. April 1931 bis 31. März 1932 in fünf Losen vergeben werden. Die Angebote sind unter Benutzung der vorgeschriebenen Formulare bis zum Eröffnungstermin am Montag, dem 16. Februar 1931 vormittags 10 Uhr verschlossen, versiegelt und mit entsprechenden Aufschriften versehen an das Städtische Tiefbauamt, Askerweg Jtr. 27, abzugeben. Zuschlags- und Bindefrist vier Wochen. Gießen, den 2. Februar 1931. Städtisches Tiefbauamt: Braubach, Arbeitsvergebung. Für die Wohnungsbauten in der Schottstraße sollen folgende Arbeiten vergeben werden: 853C 1. Lnt- und Bewässerung und Gaslei- Verkäufe Vierstöckiges Wohnhaus (6 7 Zimmer in jed. Etage» mit Hinter- nebduben und nro’». Kellern. Nordanlage gelea., nünft. zu verk. Schrillt. Angeb. an Friedrich Neuliaus 3 mm ob., Wetzlar, am Dom, U73L) Tel. Sammeln, 2442. Mühle geg. Kasse z. kauf. ges. Schrillt. Angeb. mit. 0til4 an d. (Sieh. Anz. 050| I Mi 8 Uhr istiahe ^9'Töng 0 Grenadi». iments l-öder, hto • L Blankenburg .....R. Wagner .....LDelibes eigen“ W. Kienzl irg).. R. Wagner chelns“ Fr. Lehar itsche .. H.Mannfred ...Job. Strauß alten’. lermO. Rahne- gestellt Seltersweg, Buch- ;eschäft Moeser r, Walltorstraße; 1670 lb 7 Uhr. 31, abends 8 Ubr 85?o M -suenwlttdrea , herzW eln* jtritt 50 Pfeno'Ö- tokeaogeredjoet . im -Sr KW Sperrsas [ ernh?pnPrfUen' KrsüS •Hoi 5550 •uar r-» o ♦ft c-> = E 3 N O L W5 e* r> öi c er öi w» «O- n B-Sa E -s 2 c B 8 8 3 — — o -— p e aS' E XD E 3 ®ct K. JS- c i- B * "=xO E L c . 3 S ° E C ' E u! _©H.c- CT u. = C «* «2 “o ■c‘ J* c o CJ — o E "=» CT »2 'S L €&? AS39* > a ct ", u 3 ' 2 us-S 2 E E =2j§S9“a= ‘ E »C Vr = S E-o E 3 5 a 2*e5s. -? c- e a o S=j5 CT* ÄE^^-e-j- = ß O* o — g 3 B = e uSi.E ■ ct P E _ - E - CT ■= = Sxo© «- - - ’S = © = 3 XD E O E XD ct E E C- B E B <- r? OC a a =© •g ct’ 3 £• SE ?£ 3 ° 3 X 5«-’ §©■ •3 = ©' o — e=7UP uH£ ct’e = S_ Ci E U C E ,21H ° LZ E r. © — ©" ct r "o "C o> 2-0 E • ° P; e ’ZSe -e“ '-1 3 19 S E O -3-Es-= €5 ’5 3 ^gS ■ff»* ©?7 E «C- E E XP 3. E fciE 2Ä' - => je: .. ct "e -— ©Ä t e-eä "E E E u O O .CC7"ct£^ CT £ E .eh = • - 'S12 © £ o E s s^S-ept® * e‘ (9W o 22 o = _ ,L§2.2-2 i =5 o E"3dnE"C "E" Sa — u 2 O Q c XD =5.3(92- Ä => > -25 -O E -O E E .3 O <£> Ä E iE. 3 E E xS E.^Si ■E| = ~ B E B B 3 XD E 3 E ’ E . O £ ct C A u c: ct B = E’S o 5 0 E77 .q.5ö c *S* ZtL -O E E L 3 — P :O ct e«E .3 E. e sf E .2 -1h >-> E LL E E a e — E © -E- E u. — E £-e >b— •? E - O e, £ -5> er- c .2 _ .3 L E -o E 2£-”1 (5 --o-e> cu E e 2 c — ~ Bee :o5 = 3 t e - E o 'S 3 >p 'S 3 °GQ "S _ «» e5< | H £ "Z-L 2 B Z- u «x C tfl lu u u E i> o ,~p e O C ° o = ■=" C . c-_-ö :C . 3 „ "Ü ■“C€S . c EÄ-. e# «E-^. •P" E jü S n» ^■;igs=s^is y. cq e3 = b ~ o 1 ° ®2>=>8:; £ . .-C =poC-°Cr-E SEE.« e .** esSx .— -E- Z '- ■-/=> O E2X-- .5 c - -'M g 5___ ^§#82 a = 5^5 .- —— _ «- 3 e a “ p £ X o<— c 19 —. m o 3 5 E 3-Z 2-^S—FxZ ° = •E O C y —_ C? M S :O O — Q o £ O 3 eoWe«gäj!5EH O-E E O - o E tfl ü) o © E o E C 3 C = ö ei N <3 E O ar A ° .e.b *-3 2. ac n ,'— D2 -2?, — -e •~ E — 3 o. - » X ä t- “ o g «• 4> L, hi o.r sc Ä ® — o «aej zS £^.E 8 e E © — C O o — 8*75® F cs CT X 3 <3 Cu Bi Ä £> x> « E O « CT . . E — 3 B € >£ E E c:/d Z-b E fc 8 2 «o E 3 <3. e> C5 3 5(9 3 — a>_ £ ® 0.3 3^ C E 3 LZ —g»- E M c? ZF fi» = o X3 M > EC o —: A.2 £ L o E X3 X -?■ 'C -»iE- §3M CT — •— «* CT B 2 e' c o 2~ C T- H o : c xd Z° 53 «- —isr O 3 o 3 2 a 2. - •3 «J E c $; ü O X3 E i— E Q — e E 3 CT EÄ X 3.2 Z ---° E Ä&E EZ "iS-xr 5 ? o E o c p '€" t --- X .=-— 9- xz- c . - — . 2 xp » ä .-e / = - © ^2 E 1— o E — — «© «c 2^ io d- ©~ - - 3 -» g .5 C . 5.(9 -2-ZS-E E 3 E CT o©~ E = PB.sl^gBg^e £ c C© -ZPO -o^A L Kx ex E ^<»3§ xL -K-CT.L = 2 cs ’3 CT ct eV — ct^ •lÄ v CXv— O <■* **— -* -2 q C C O b S r e - 2 *23 '*=ra eas-.E 5" öS” 5-2* So scn 3 ÄS s 8 ~a- 5 re o -i 6)3 *3 c ff) 6)6)5 3.2.3*-«ata — in o g n * .°^5Z8 3 3 to 3«K ffl er 5 «3 132 ff)3 a S3 8 ’S» 3 a- s 5_ 3 5 3co" S .0 3." 2-5,3 - O 3" r- 5 ff) 5§ 3§ H ff)' S 2*3 o* l2 3 aa vi 3 61 ^3" ro O 37 5 S LZ a VI 3 s sr 3 3 3 öS 22,g*6) 2-3- <"- 3 = Sto3 A W 3 2- 3 X AS ti re O~e 8 2,-3*?- a ö o ~.-r. TT? 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L2 12 5 o 2.M3 s-ta va 3Z 0 5 2 •5T5 ZL a-=- 3.5 8 3 'S 60® 8 3 5 0 x 5 VI 3 5 3 W •3*^ =* O- o 8’S’iß CO -1 re O Ä ff) CD L5 ?CS 3 8 2.5 o re -% N> O yo re rT- •J??§ ;-5 re o 2CX 3 iS _S 8. 6) re E re W 3 O re o rxr1 _ 3 5* =:2.5- re* 5 2? E '.s*^ 2.5 ö ” —. re 5 O 3 6) 5 §. ®x ccor ff) ESC 3 re-5 E 2. _ = 5:^5 CD 5*. =5 8 8' SS 3 0.3 2. «Zs 612= 3 8 o a "J-Z-W ff v, ~ re o d d 5 Z«3 — 2. re er ’ — —- 5" O » 5 5 vi 3 v. J-o er E e 0 8- = 5 5 o-g- Vi re — sr« ÄS 8 5 2 5 ° H iS er A-a3 ffa <~2.s s^WÄ^rs m * 3 C . en 5 8 « ZZ 8 « ®* ES-S ei 3 5 re E* '*• — »: e tistflii- -i-Äreregrere^s -re- ^Öre'? AssZ-ZL? 5^3 2 re öa qS2 s Z§6)Z'^5-3*2 *0,3 ”ZUZD ^2 re* 8 A rr re 3 re y re re — ~ re O -re. Z8-G3® aa-* Stiere or 3 5’ 6) re re S* re E. — — 5 5 ■®re o:~v A?a Cr? -» »re 3ZSZL 3 g er re K2.^A 8 3 8 8 8 H H 5 8 E Ä' ff)^‘ 3 fy H= ? 8 3 -3 T5 3 o V» T5 O- «T iS 3 er er o VI ■■C O*:O ’Ö O H o re 8 S 8 5^ 8 g er O: ® = e re o , 3 _ 3 — er E re •t V 3. re re E* -re — re E er^ZA re 3 3 3 w 2,3^ CSD 2-^re 2.5Z ,3"=. o 3 SD Z Vl @3 5 5 2 or öcd - - eg, , • re — re jd e s-§ZE O R-re.. 8 re. re- O -5 8 — 6) — VI §2 re O er er re O re- o -• 3 - xr3- 3 o> re o: re - re re !_ re = ä — 5,— 5 •re re ft. W L 1 3 u> cy o 3$ C Cz —t 3CT- ers 's, 3 E 2^3 —-2. 5 CD L^-Z3 — 2. ?D 'ÖCM 3 23 3 = re 8 8 re O er er o a. "5^ —cri"d. Aa- -- _e-. re 5" re 3 3* -D? E er re 5 5' 3 er" -■re® 3 re"« — -3fö 2 5-ner 3'"= « ° 5_re = re q 5; re Ks-KZ -5O re 'SSa» E- er re er >0 reff) 2. er 3 2.'— re 03. 5«^? 3 3; — 2.5** p* B CD re 3 ^.3. e 3*§*§ to§co- re £®ö* re 5’ 3 re SM-ZS- re re. er er -- -• S* V» r- re -. H. Vi 5- 8 3 Q 5 vi o \ s 3 E 3 -C re’S 3 2 O'jS 5'37' — re 2o- re Z 5,2 -2,o . —m 3 52 2 0 §,2 W 6) 0 re; -o-S« 3* --C —■re -o *r >*\ a S re 2 5 a 2 2"__re _ er re re L iPooa- I-EZL Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2. Hebruar 1951 Ar. 27 Zweiter Blatt „Schwarzes Elfenbein." - Aus den Vinlelagen des Sklavenhandels. Von Or. Anton Mayer. Der Vertreter der Siegerrepublik Liberia beim Völkerbund, der sich soeben der gewiß nicht leichten Aufgabe in Genf unterziehen muh, die dunkeln Methoden seines Landes in etwas hellerem Licht erscheinen zu lassen, könnte mit gutem Recht das Argument ins Treffen führen, daß dieser Aegerstaat keineswegs das einzige zum Völkerbund gehörende politische Gebilde ist, in dessen Grenzen die Menschen noch Verkaufswert besitzen und Gegenstände persönlichen Besitzes bilden. Auch das Kaiserreich Abessinien, dessen Herrscher sich kürzlich mit großem Pomp krönen ließ, kennt die alten Methoden des „Ebenholz-HandelS", mit welchem euphemistischen Ramcn der Sklavenmarkt bezeichnet wurde, noch sehr genau, wie denn bei den unzivilisierten Aegerstämmen Innerafrikas die Sklaverei, teilweise Wohl sogar in der krassesten fc-orrn der völligen Entrechtung, in vollster Blüte steht. Die Einrichtung selbst, die Verneinung der Persönlichkeit, welche den Sachwert an deren Stelle seht, ist so alt, wie die bekannte Geschichte der Menschheit selber; der Schauder indessen, den das Wort Sklaverei den meisten Menschen einzuflößen scheint, findet seine Erklärung in den vielen, zum Teil übertriebenen Beschreibungen der nordamerikanischen und westindischen Sklaverei, die bekannteste ist immer noch Deechcr Stowes »Onkel Toms Hütte". Das Problem, welches die Sklaverei darbietet, ist nicht rein gefühlsmäßig zu lösen, wie es viele Menschen sehr gern tun. Ganz gewiß: es sind entsetzliche Grausamkeiten vvrgekommen, aber eigentlich, wenn ich mich so ausdrücken darf, seeoncl-ßanct-Grausamkeiten: denn die Einführung der Reger in den amerikanischen Kontinent oder besser in das spanische Antillenreich Westindiens war nur die Folge der aus Goldgier und gewöhnlicher Mordlust ' (»Tropenkoller", auch in den Kolonien anderer Rationen nicht ganz unbekannt), erfolgten Abschlachtung und Ausrottung der Ureinwohner, der „Indios". Die Spanier bemerkten plötzlich, daß ihnen die Arbeitskräfte zu mangeln begannen; da die Portugiesen ihnen mit gutem Beispiel vor- angegangen waren und sich billige Arbeiter aus Afrika geholt, d. h. geraubt hatten, so zögerten die Spanier nicht lange, sich das unerschöpfliche Menschenreservoir des riesigen Erdteils ebenfalls zu erschließen. Es dauerte nicht lange, bis die Engländer das gute Geschäft witterten, das mit den Schwarzen in der Reuen Welt zu machen war; also beteiligten auch sie sich an dem Unternehmen, zumal sie sehr bald anfingen, sich politisch und wirtschaftlich für die Entdeckungen des Columhus und seiner Gefährten zu interessieren, für das Wunderland, in dem es nicht nur Gold, sondern alle Herrlichkeiten an Gewürzen und Früchten geben sollte, nach denen die europäische Menschheit Verlangen trug. Da nun die Engländer, wenn sie einmal etwas unternehmen, dieses sehr gründlich vorzubereiten und mit ebensoviel Zähigkeit wie Geschick durchzuführen pflegen, so standen sie bald an der Spitze aller Sklavenhändler und freuten sich des ungewöhnlich guten „business“, das sich ihnen an der afrikanischen Küste eröffnet hatte. Der Einsatz war nicht all zu hoch, ein paar Schiffe, die nicht viel, und ein paar Menschen, die gar nichts kosteten. Diese muhte man allerdings daran wenden, denn die Reger der Gold- küste, die mit Vorliebe heimgesucht wurde, setzten sich bald sehr energisch zur Wehr, wenn die .weißen Räuber erschienen, so daß kleine und größere Gefechte an den „Einkaufstagen" der Sklavenhändler die Regel bildeten. Ratürlich waren die Reger den gut bewaffneten Europäern nie gewachsen, hatten vor den Gewehren und kleinen Kanonen der Fremden eine ebenso begreifliche wie berechtigte Angst und formten also nichts ausrichten, als daß sie ein paar der verhaßten Eindringlinge mit Pfeil oder Speer zur Strecke brachten. Die noch dem Kampf zusammengetriebenen Gefangenen wurden dann im wörtlichsten Sinne in die Schiffe „verfrachtet", indem einfach so viele hineingezwängt wurden, wie hinen«gingen. Diese Fahrten in den kleinen Schiffen, die bei der geringsten See heftig schwankten, bei schwerer aber buchstäblich Kopf standen oder aus der Seite lagen -• - wer einmal eilten Fischdampfer auf dem Ozcan bei schwerer See gesehen bat, kann sich eine Vorstellung davon machen, müssen allerdings für die Sklaven das Fürchterlichste gewesen sein, was sich unsere Phantasie ausmalen kann. Wenn die Schwarzen nicht so ungeheuer widerstandsfähig wären, hätte kaum ein Bruchteil das Grauen der Eingepferchtheit im dunklen Schiffsinnern, bei ganz unzureichender Rahrung überstehen können, auch so starb jedesmal eine Anzahl — aber sie hatten ja nichts gekostet, was tat es also? Diese Zeit, vom Raub bis zum Verkauf, war wohl für die Schwarzen die schlimmste, da zu den körperlichen auch die seelische Qual des Heimwehs und der Gram über die verlorene Freiheit kam. Hatten sie erst einen Herrn gefunden, der eine Summe Geldes für sie angelegt, ging es ihnen gewöhnlich etwas besser, schon aus dem Grunde, weil sie jetzt etwas wert waren, und die Menschen im allgemeinen ihr Eige:' '.m nicht mutwillig zerstören. .Allerdings mußten sie schwer arbeiten; wir dürfen aber nicht vergeben, daß sie an tropisches Klima gewöhnt waren, und von den meisten Plantagenbesihern jedenfalls ordentlich gehalten und versorgt wurden, schon weil diesen sich das investierte Kapital durch die Arbeitskraft der Reger verzinsen mußte. Daß aber ein gut genährter und gepflegter Arbeiter mehr leistet als ein hungriger und verwahrloster, war den Plantagenbesihern auch damals schon klar. Ratürlich gab es, wie überall, schlechte und gemeine Besitzer, die ihre Leibeigenen grausam behandelten und quälten. Run waren gewiß diese frisch aus Afrika importierten Sklaven nicht leicht zu behandeln — es waren „Wilde" im wahrsten Sinne des Wortes, die sich nur einer sehr straff durchgeführten Disziplin fügten — aber sie fügten sich, und ihre Kinder und Kindeskinder fügten sich immer weiter, bis im 18. Jahrhundert die Welte der freiheitlichen Bewegung, die endlich in der französischen Revolution gipfelte, auch nach Westindien Übergriff. Vorher schon hatten sich entflohene Sklaven, in denen das seit Generationen unterdrückte Freiheitsgefühl wieder mächtig geworden war, oder auch solche, die kürzlich erst aus dem Mutterland gekommen waren, in den Wäldern, hauptsächlich Jamaicas, zu- sammengerottet, dort ein wildes Räuberteoen geführt, Plantagen und Ortschaften überfallen und geplündert und sich so für alles ihnen Angetane gründlich und mit ausgesuchter Bestialität gerächt. Die Taten der ,.M a r o o n s" waren Die kleine Molelle. Vornan von Paul Hain 34. Fortsetzung Nachdruck verboten Sie hatte seine Abrechnung im Rotizbuch mit heißen Augen verfolgt. Ja -- Hollmann hatte schon recht. Es war eine hübsche Entschädigung, die ihr da geboten wurdeI Kein Zweifel! Aber dennoch! So leicht wollte sie es ihm doch nicht machen und einfach Ja und Amen sagen! Ein Lachen spielte lautlos um ihre Lippen. „Schön und gut, Direktor! Der Vorschlag ist nicht so übel! Aber —“ „Aber? Hören Sie mal: Ein „Aber" gibt's hier nicht." Ruhig lächelnd fuhr sie fort: „Aber stehe ich mich denn schlechter, wenn ich mich nicht scheiden lasse?" „Ah — Sie scherzen?" „Richt dwch. Ich denke nur ganz klar —“ „Aber Frau Rorrna — so geht Ihre Ehe doch nicht weiter! Sie wollen doch auch, Hand aufs Herz, frei sein." „Wer sagt Ihnen denn das?" „Mein Gefühl, Verehrteste! Mein scheußlich heller Blick! Entweder — ober! Entweder Sie greifen zu und haben es wirklich nicht zu bereuen — oder Sie machen doch eine Dummheit, die sie nachher bereuen. Sie sind doch keine Priesterin!" Das zielte auf Barnowsky. Ihr enges Freundschaftsverhältnis zu ihm war ja Niles andere als unbekannt. „Pah — was Sie sagen!" „Also — Hand darauf, daß Sie einverstanden sind? Morgen machen wir alles schriftlich." Sie zögerte. Und kurz sagte sie bann: „Rein! Roch nicht!" „Frau Rorrna!" „Roch nicht! Ich muß mir bas eine Weile überlegen, Hollmann. Es ist nicht so einfach, wie Sie wohl bcnlen —" »Es ist sehr einfach. Aber bet Himmel weih, was Sie noch zu überlegen haben." -Seien Sie sricblich! Ich verspreche Ihnen zu- mindest ganz sachlich zu überlegen. Das ist doch auch schon was, nicht wahr? Und nun. — Sie kennen mich — kein Wort mehr davon. Ich muß übrigens nun auch gehen, es ist Zeit." „In Gottes Damen — also —“ „Rein, bleiben Sie nur hier. Ich fahre allein. Jetzt kann ich Sie nicht mehr gebrauchen. Also — ich teile Ihnen meine Entscheidung noch mit. Warten Eie ab." „Ich warte, Frau Storno. Aber zögern Sie nicht zu lange. Sie wissen — warum!" „Ich hab' keine Angst, Hollmann." Sie reichte ihm die Hand, die er an die Lippen zog. Ging wie eine Königin davon. Er sah ihr nach und schob die Daumen in den Westenausschnitt. ..Wird schon — wird schon", brummte er. „So wie ich die Rorrna kenne —" Er ließ sich eine neue Flasche bringen und blickte in den Raum, der sich nun stärker gefüllt hatte. Die Luft hier begann dichter zu werden von Rauch und Weindunst und verhaltener Lust. Das mondäne Berlin verlangte nach prickelnder Unterhaltung. Die Musik spielte die letzten Operettenschlager. Das Kabarett begann. Die erste Künstlerin, eine bekannte Soubrette, betrat die Bühne. Diskretes Klatschen erfüllte den Raum. Rorrna fuhr im Auto zu Hiller, wo Barnowsky wartete. Sie hatte in ihrer jetzigen Stimmung keine große Lust mehr, mit ihm noch länger zusammen zu fein, denn die Eröffnungen Hollmanns wirkten doch in ihr nach. Sie wußte ja selbst: Auf die Dauer konnte dieses gespannte Verhältnis zwischen ihr und Hubert keinen Bestand haben. Cs mußte irgendwann einmal zur letzten vollkommenen Trennung kommen, das war klar. Aber daß gerade die Initiative wieder von Hubert ausging, daZ wurmte sie. Die Vorschläge an sich — o ja, sie waren annehmbar! Sie ersah daraus, wie dringend Hubert die Scheidung wünschte! Und sie selbst? Ja — sie war keine Priesterin, Hollmann hatte recht. Und Barnowsky —! Ah — wenn er doch den großen, durchschlagenden Erfolg hätte! Dann — bann! Sie lachte auf und schmiegte sich wohlig in die Polster. Dann ade, Hubert Wördehoff! Dann hing wieder ein Mann in ihren Retzen, auf den Rorrna Relson — stolz fein konnte! Den einzufangen es sich wohl gelohnt hatte! Dann — konnte der Dichter Hubert Wördehoff in Gottes Ramen abtrctenl 22. Eine Woche später brachte die Presse die Mitteilung, daß dem jungen Maler Rolf Barnowsky von der Jury der neuen Kunstausstellung die goldene Medaille zugesprochen worden wäre. Es folgten längere Artikel, in denen seine künstlerische Arbeit kritisch beleuchtet wurde. Man kam übereinstimmend zu dem Schluß, daß hier ein Künstler von überaus reichen Gaben, dessen Entwicklung schon seit Jahren aufmerksam verfolgt worden fei, nunmehr die Höhe seines Schaffens erklommen habe, und daß die Kunftwelt um eine starke Persönlichkeit bereichert worden fei. Die Jugend des Walers taffe eine Fülle von Meisterwerken erhoffen. — Am gleichen Tage telephonierte Rorrna Relson an Hollmann, daß sie auf Wördehosss Vorschläge eingehe. Er solle sich mit ihrem Anwalt in Verbindung sehen. berüchtigt; es war nötig, reguläre Kriege gegen fie zu führen, da sie in den unzugänglichen Schlupfwinkeln der Urwälder und Gebirge, die sie außerdem noch gut befestigt hatten, vorzügliche Stützpunkte besaßen, und mit äußerster Tapferkeit känrpften: sie wußten, daß ihnen bei Gefangennahme der Foltertod in Aussicht stand. Sie haben den Engländern viel zu schassen gemacht. Im 18. Jahrhundert aber brachen Reger- a u f ft ä n b e von verschieden großer Bedeutuirg aus, bic sich bis ins 19. Jahrhundert, bis zur Aufhebung der Sklaverei um die Mitte des Iahr- yrmderts, fortgesetzt haben. Auch sie wurden mit Waffengewalt auf das blutigste unterdrückt; aus ihnen gingen die beiden heute noch be- ftetjenben Siegerrepubliken der Insel Haiti, Haiti und Santo Domingo, hervor, bei deren Entstehung einer der merkwürdigsten Farbigen eine heroische, tragikomische und wirklich tragische Rolle gespielt hat: der Sieger Soul- faint L'O uverture, General und Präsident, siegreich, bejubelt, gestürzt, verhöhnt, schließlich von Rapoleon nach Europa verschleppt; er starb im Gefängnis — auch er ein Abkömmling von Sklaven, und doch persönlicher Gegner des erften Konsuls, Bonapartes, dem er eine Menge Soldaten, (Selb, Material und Schisse gekostet hat. Die Bevölkerung Westindiens besteht jetzt noch, außer auf Kuba und mit Ausnahme der eingewanderten weißen Familien, aus Siegern; in manchen Dingen, in manchen geheimnisvollen magisch-religiösen Gebräuchen und Kulten haben sie ihre uralte afrikanische Vergangenheit durch ihr Sklavenlos hindurch in die Freiheit hinüber- gerettet. In den Vereinigten Staaten wurden die Sklaven durch den Bürgerkrieg der Jahre 1861 bis 1835 zwischen den Slorb- und Südstaaten befreit; diese Befreiung hat für die USA. ein schwieriges Problem geschaffen, das vorläufig in keiner Weise gelöst zu sein scheint. In den Siebern und Gesängen des ehemaligen Sklavenvolkes aber tönt noch immer eine seltsame Sehnsucht, eine sanfte Melancholie: das alte Heimweh, das ihre Vorfahren über das Meer begleitet hat. Atte hessische Feuerspritzen. In Sir. 22, 2. Blatt des „Gießener Anzeigers" vom 27. Januar 1931 steht ein interessanter Bericht von der Uebersührung der alten Feuerspritze der Gemeinde Horchheim ins Wormser Museum; die Ueberschrift des Artikels bezeichnet sie als die älteste hessische Feuerspritze. Es ist ja nun richtig, daß 117 Jahre auch für eine Spritze ein recht ehrwürdiges Alter bedeuten, immerhin stimmt der Inhalt der Ueberschrift nicht; denn wir haben i m Gießener Museum ein noch 35 Jahre älteres Exemplar. Auf dem Hofe des Alten Schlosses steht wohlgeschüht eine prächtige Feuerspritze aus Grüningen, die wir für die Gailschcn Sammlungen durch Vermittlung von Kreisscuerwehrinspektor Sl. Dickore seinerzeit erworben haben. Sie ist noch sehr gut erhalten und zeichnet sich durch eine hübsche Bemalung mit SB a Herpf langen aus; auch das kunstvolle Schmiedeeisen und das Schnitzwrrk am Holz ist beachtenswert. Am wichtigsten aber ist der Inhalt der Aufschrift an der Rückseite des Sprihenkastens, die folgendermaßen lautet: „Durch Fleiß und Arbeit stehe „ich Ioh: Philipp Bach von Hun- „gen verfertigte mich vor die „Stadt Grüningen Ao. 1778. Von einer anderen Spritze besitzt das Museum ein Kastenbrett mit der Aufschrift: älnb an Rolf Darnowfktz ging ein Brief ab: «Ich erwarte dich morgen abend bei mir." Slorma Steifen hatte sich entschieden! Wie ein Schmuckkasten war der kleine Salon, in den Barnowsky von dem Mädchen geführt wurde. Er hatte ihn vordem noch nie betreten. Seine Leidenschaft machte ihn fast trunken. Er war am Ziel! Ein ganzer Erfolg gab ihm Ruhm und — die Frau, die er in feiner blinden Leidenschaft begehrte und die Teil an seinem Ruhme hatte. Ihr Brief — er konnte nur bedeuten: Ich werde jetzt frei — für dich! Er blickte um sich. Bei aller Eleganz der Rokokomöbel, der echten Teppiche und Gobelins und der ganzen kultiviert- vornehmen Ausschmückung des Raumes, wirkte dieser doch behaglich und schmeichlerisch-intim. Cs war schon reichlich dämmrig. Die dunklen Seidengardinen vor den Fenstern dämpften das matte Licht noch mehr und ließen die bunten, orientalisch-satten Farben der Decken, Teppiche, Kissen, der Seidenbespannung der Wände wie zu einer sanften Melodie harmonisch zusammenkiingen. — Barnowsky ging P.if und ab. Er fühlte sich ganz umfangen von dem verwirrenden Duft dieses Zimmers, das etwas von dem aufregenden SBefcn Storm aä in sich hatte. Er wartete. Wartete voll Ungeduld und Fieber. Starrte nach der Tür. Die gnädige Frau würde gleich kommen, hatte das Mädchen zu ihm gesagt und dabei eü> bißchen vertraulich mit den Augen geblinzelt. Ja — ja — sie würde gleich kommen, die große Künstlerin, seine Muse, und man würde hier allein sitzen. Die Vorhänge würden sich vor die Fenster schließen, die matten Glasscha'cn an der Decke würden gedämpftes Licht ausgießen und — er würde endlich, endlich allein mit der Frau fein, der er fein Leben schenken wollte. Die ihn begeisterte und fesselte, unentrinnbar, mit der Launenhaftigkeit ihres Wesens, der königlichen Schönheit ihrer Person. Ach — Rolf Barnowsky sah mit den jungen Augen eines trunkenen Malers. eines feurigen Don Juans — auch fein Erwachen mochte später kommen! Aber er war anders als Wördehoff! Da raschelte es nebenan. Ganz leicht. Die Portiere an der Tür glitt zur Seite. Rorrna Relson stand da. In einem leichten rohseidenen Hauskimono. In weiten, losen Falten hing es um sie, von einer Goldschnur locker über den Hüften zusammengehalten. Da stand fie schon vor ihm. Streckte ihm mit einem frohen, herzlichen Lächeln die Hand hin. daß der Stermel zurückfiel und den vollen, weichen Arm sehen ließ. Ein Lächeln, wie sie es als „Liebende" auf der Dühne so vortrefflich unb hinreißend zu spielen berftanö. »Stolf — meinen innigsten Glückwunsch zu „Ich bin verfertiget worden von Johann Peter Bach in ..Hungen vor die Gemeinde Holtzheim „in der SBctcrau Anno 1796. Also auch diese ist älter als die Hvrchheimer. Trotzdem soll auch von unserer Grüninger Spritze nicht behauptet werden, daß sie die älteste hessische ist. Aber vielleicht regen diese Zeilen dazu an, der Frage nach den erhaltenen alten Spritzen in KreiS und Provinz nachzugehen und herüber im „Gieß. Anz." zu berichten. Helmke. Kommunistische Ausschreitungen in Worms. SB€Sl. Worms, 31. Ian. Rach Schluß einer nationalsozialistischen Versammlung sammelten sich gestern abend an verschiedenen Stellen der Stadt, besonders im Bahnhofsviertel, Anhänger der Kommunistischen Partei Starke Polizeikräfte räumten verschiedentlich die Straßen. Gegen Mitternacht wurden Polizeistreifen wiederholt aus der Sllenge heraus mit Steine r. beworfen; mehrere Polizeibeamte wurden verletzt Die Brunbildenstraße. die Luisen- straße und die Rathenaustraße mußten schließlich mit dem Gummiknüppel geräumt werden. Einzelne der Teilnahme Verdächtige wurden aus den benachbarten Häusern, in die sie sich versteckt und in denen sie die Fensterscheiben eingeschlagen hatten, hervorgeholt. Während dieser Vorgänge wurde ein unbeteiligter <3 t r a - ßenpassant in der Bahnhofstraße m i t einem Schlagring niedergeschlagen, ein anderer Strahenpassant erhielt auf der Brun» hildenbrücke eine Schußverlehung in den Unterleib und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gegen 1 Uhr war die Ruhe wieder hergestellt. ^O-Miilionen-Anleihe für Mainz? WSR. Mainz, 1. Fcbr. Wie der „M. A" berichtet, ist der Mainzer Stadtverwaltung auf dem Anleihewege ein Kapital von etwa 1 0 M i l l. M a r k zur 'Durchführung größerer Bauaufgaben zu günstigen Zinssätzen angeboten worden. Ausländische Finanzgcsellschof- ten sind nämlich bereit, eine Aktiengesellschaft ins Leben zu rufen, die von sich aus solche Arbeiten ausführt, für die die Stadt als Generalpächterin auf treten soll. Als durchzuführende Arbeiten kommen in Betracht: Stadtyausneubau, Hallenschwimmbad, Erweiterung des Schlacht- und Viehhofes, Schaffung von Industriegelände und Sanierung der Altstadt. Die Finanzierung wird erleichtert durch die günstigen Aufnahmebedingungen und Zinssätze, die weit unter den Sähen liegen, die Frankfurt für seine neue 20* Millionenanleihe zu zahlen hat. Großer Silber- und Gemäldediebstahl. WSN. Frankfurt a. M., 31. Ian. In her vergangenen Nacht wurde von unbekannten Tätern in die unmittelbar am Main gelegene Villa des Generaldirektors Dr. Caspar im Stadtteil Sindlingen e i n g e b r o ch e n. Neben erheblichen Mengen von Silberbestecken im Werte von mehreren Tausend Marl wurden mehrere Originalölgemälde gestohlen. Darunter befinden fich ein Tcniers „Dio Versuchung des hl. Antonius", Wert 15 000 Mark, em Original-Spitzweg „Wachtposten mit Strickstrumpf", Wert 15 000 Mark, zwei Original Prof. Kronberger „Rauchender alter Bauer", und „Alte Bauersfrau", Wert zusammen 5000 Mark, ein Original Bertzick „Damenbildnis", Wert 7000 Mark, ein Originalölgemälde auf Holz „Seppel", Wert 2500 Mark. Sämtliche Gemälde sind aus den Rahmen herausgeschnitten. Die Täter sind gestört worden, so daß weitere wertvolle Delgemälbe nicht mehr gestohlen werden konnten. deinem Erfolg! Riemand kann sich mehr darüber freuen als ich. Wie stolz bin ich auf dich!" „Slorma — du —“ Er riß ihre Hand an die Lippen. Küßte ihren Arm. Und mit der Haltung einer schenkenden Siegerin ließ sic es geschehen, währcmd sie mit der anderen Hand leicht über sein Haar strich. Dann aber mahnte sie: „Run ist cs genug, Rolf — komm' — machen wir es uns gemütlich. Das Mädchen wird gleich den Tee bringen.“ Er preßte ihre Hand an sich. „Slorma — du hast mir geschrieben —“ „Daß ich mit dir allein am Teetisch plaudern möchte, ja", sagte sie lächelnd. „Wir werden uns gewiß manches zu sagen haben. Und du wünschest ja immer, eine Stunde lang allein mit mir zu sein. Das ist nun die Belohnung für diesen Erfolg." „Slorma — nichts weiter?" „Pst! Immer nod> so ungeduldig? Hübsch ruhig bleiben, Stoff. Sonst - erzähl' ich dir nichts." „Was willst du erzählen, Slorma? Sprich doch — sprich. Ich hörte —" „Du kannst noch nichts gehört haben. Denn erst gestern - aber still. Ditte — da nimm Platz, in dem Sessel. Und nun rühr' dich nicht —" O ja, sie verstand, kokett, reizend, liebenswürdig zu sein, wenn sie es für gut hielt. Run zog sie die Vorhänge vor die Fenster. Drehte das elektrische Licht an. Drückte auf den Klingclknops. Das Mädchen erschien und schob den Teewagen herein. Und bann saßen sie beide an dem kleinen runden Tisch einander gegenüber, jedes in die schwellende Weichheit eines Sessels gedrückt, imb Slorma goß den Tee in die Schalen. Die feinen Tassen klirrten ein wenig. „Rolf — wie war dir zumute, als die Jury dir das Urteil mitteilte?" ..3ch — ich dachte: Run wird Slorma Relson mir gehören." Sie lachte auf. „Das war dein erster (Sebanfe?“ ilnb flüchtiges Erinnern huschte burch ihren Sinn. War es nicht auch so ähnlich bei Hubert gewesen, als mit ihrer Hilfe sein zweites Stück mit fo großem Erfolg aus der Taufe gehoben wurde? Da hatte auch er ausgerufen: „Slorma — du mußt bei mir bleiben!" Schon in seinem Werk war ihr SBesen gewesen und es hatte ihn nicht losgelassen. Und Rolfs Bild, bas ihm den Ruhm brachte — auch ihr Bild war es. Sie hatte ihren Anteil daran. „Und bann — Rolf?" „Darm? Dann kam bein Brief. Der machte mich noch glücklicher." „Warum, Rolf?" Er blickte fie fast zwingend an. (Fortsetzung folgt.) Oberheffen. Landkreis Gictzen. f Treis a. d. Lda., I. Febr. Bei der vom Sorftamt Gießen hier abgehaltenen zweiten Holzversteigerung wurden folg:nde Preise erzielt: Für je zwei Raummeter Buchcnscheit 23 bis 24 Mk.. Buchen knüppel 14 bis 16 Mk., Eichenscheit 18 bis 20 Mk., Eichenknüppel 12 bis 14 Ml.. Kicfernscheit 12 Mk., Kiefernknüppel 16 bis 18 Mk., Buchenreisig für je fünf Raummeter 15 Mk. Aehnliche Preise wurden auch bei der Versteigerung im Gemeindewald erzielt. H Großen-Linden, 30. San. 3n der hiesigen Volkshochschule sprach Gartenbauinspektor i. R. Rehnclt, Gießen, über seine Reiseeindrücke und Erlebnisse. auf Ceylon, das er zweimal besuchte. Er gab ein anschauliches Bild von der Flora der 3nsel und den Rutz- pflanzen, die dort angebaut werden, und schilderte die Gewinnung von .Gummi, Tee, Kokosflocken und anderen Erzeugnissen. Sodann ging er auf das Volksleben der Eingeborenen ein. aus dem er einige typische Bilder, wie Hochzeit und Begräbnis, heraushob. Zum Schluß sprach er über die sittlich hochstehende Religion der Buddhisten und den Götzendienst der Hindus. 4- Grüningen, 1. Febr. Die Generalversammlung des Turnvereins „Gut Heil" fand am Donnerstagabend im kleinen Saale der Turnhalle statt. Aus dem Jahresbericht des ersten Borsitzenden war zu ersehen, daß im verflossenen Jahr die rege Tätigkeit des Vereins die Turnsache weiter förderte. Ein Werbeabend und ein Abturncn brachten dem Verein großen Erfolg. Die Turner beteiligten sich zahlreich an vier Bezirks- und Gau- turnwettbewcrben. o Holzheim, 30. 3an. Der Schweine- versiche rungsverein hielt im Rathaus seine diesjährige 3ahres Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende H. K. G. Jung erstattete den Jahresbericht. Die Versicherung erfaßt etwa 900 Schweine. Rach dem Bericht des Rechners betrugen die Einnahmen rund 5600 Mk.. während sich die Ausgaben für verendete' Tiere auf rund 5400 Mk. beliefen, so daß ein Lieber- schuß von 200 Mk. vorhanden ist. Dem Rechner wurde Entlastung zuteil. Zwei sahungsgemäh ausscheidende Mitglieder des Vorstandes wurden wiedergewählt. Zum Schluß der Versammlung gab der Vorsitzende noch einige Anregungen für nutzbringende Schweinezucht. Kreis Friedberg. * Kirch-Göns, 31. San. Der Gesangverein „Germania" veranstaltet« im Saale des Gastwirts Ludwig Müller einen Unter« Haltungsabend. Rach einigen Degrüßungsworten des Vorsitzenden Heinrich R e rn brachte der Chor unter der Leitung seines Dirigenten Kind aus Wetzlar einige Lieder zum Vortrag. Den restlichen Abend füllten zwei Theaterstücke, die mit starkem Beifall ausgenommen wurden. Kreis Büdingen. i. Dobenhausen t, 30. 3an. Am Mittwoch fand die letzte Holzversteigerung in den Staatswaldungen des Forstamts Konradsdorf statt. Bei starker Beteiligung wurden für den Raummeter folgende Preise erzielt: Buchcnscheit 12—14 Mark, Duchenstammknüppel 10—12 Mk., Buchenüstknüppel 7—9 Mk., Buchenstöcke 8—10 Mk., Eichen knüppel 7—8 Mk., Buchenreisigknüppel 2.50 bis 3 Mk. Kreis Alsfeld. te* Alsfeld, 30.3an. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhen-Clubs feierte sein diesjähriges Winterdekorationsfest, entsprechend den Zeitverhältnissen im kleineren Mahstabe, im ..Deutschen Hause". Rach den De- tzrüßungsworten des 1. Vorsitzenden, Bürgermeister Dr. Völs ing, hielt Lehrer Bernhardt. Heimertshausen, einen interessanten Vortrag über das Thema „Volksglaub e in Oberhes- s e n“. 3n vierzigjähriger Tätigkeit hat der Vortragende reichhaltiges Material über dieses volkskundliche Gebiet zusammengetragen und bearbeitet. Er gab ein fesselndes Bild der mannigfaltigen Segens- und Beschwörungsformeln, vom finsteren Mittelalter bis in die Reuzeit, wie sie in der oberhessischen Heimat gefunden wurden. 3nterefsant war dabei dir Feststellung, daß manche Zaubersprüche auf antiken und sogar ägyptischen Llrsprung zurückgehen. Rach dem Vortrag folgte die Lleberreichung von 17 goldenen Wanderauszeichnungen an Dereinsmitg'ieder. Aus dem Bericht des Wandermeister war zu entnehmen, daß die Beteiligung an den Wanderungen im vergangenen 3ahre gegen früher nicht unerheblich gestiegen ist. Die Zahl der Mitglieder hat, wie bei allen übrigen Vereinen, einen Rückgang erfahren. Ein geselliges Zusammensein hielt die Teilnehmer noch einige Stunden bei deklamatorischen Vorträgen beieinander. Kreis Schotten. § Lllrichst« in, 30. 3an. 3m Alter von 68 3ahren verstarb, zwei Tage nach seinem Geburtstag, der Postmeister i. R. O. M « isk i. Der Verstorbene hing mit großer Liebe an unserer Stadt und war ein genauer Kenner ihrer Geschichte. Als Rachfolger seines 1889 verstorbenen Vaters war er Leiter des hiesigen Postamts bis zu seiner vor wenigen 3ahren erfolgten Versetzung in den Ruhestand. Auch hat er jahrzehntelang die hiesige Wetterbeobachtungsstelle versehen. Ein stattliches Trauergefolge, unter dem man viele Auswärtige bemerkte, gab dem Verewigten das letzte Geleit. Rach der kirchlichen Handlung, die durrch zwei Chöre des Männergesangvereins seierlich ausgestaltet wurde, legten am Grab Kränze nieder: Postmeister D i n g e l d e i n für die Oberpostdirektivn Darmstadt und das Postamt Lllrichstein, Maurermeister Fr. Appel für den Männergesangverein, Bürgermeister Appel für den VHC. und die Gemeinde, und Dr. Druchhäuser für die 3agdfreunde des Heimgegangenen. Preußen. Kreis Wetzlar. ^Hochelheim, 1. Febr. Gestern abend fand hier im Saale der Gastwirtschaft von Philipp 3ung eine öffentliche Versammlung statt, zu der die Rationalsozia liftische Arbeiterpartei eingeladen hatte. Das Versammlungslokal war schon nach kurzer Zeit überfüllt, so daß es polizeilich geschlossen werden mußte. Unter den etwa 600 Besuchern bildeten Angehörige der Linksparteien die weitaus große Mehrheit: dabei befanden sich auch Anhänger der Sozialdemokratischen Partei und des Reichsbanners aus Wetzlar und G i e h e n, ferner eine Anzahl junger Gießener Kommunisten. Die Versammlung unter dem Vorsitz des nationalsozialistischen Kreisführers G ü m b e l (Frankfurt), in der als Redner der Landwirt Dang von Riederlahnstein sprach, nahm anfangs einen ruhigen Verlauf. Als im Verlaufe der Aussprache gegen 22,30 Uhr der sozialdemokratische Diskussionsredner Schneider aus Dorlar nach Ablauf seiner halbstündigen Redezeit weitersprechen wollte, wurde der Versuch gemacht, ihn von der Bühne herunterzudrängen. Dadurch entstand in der Versammlung ein großer Tumult, der im Handumdrehen in eine wüste Schlägerei ausartete. Aus dem Saale heraus wurde mit Biergläsern nach der Rednerbühne geworfen, wobei ein Dierglas den auf der Bühne zur polizeilichen Ueberwachung stehenden Obrrlandjäger W o h l t aus Kraftsolms mitten ins Gesicht traf und ihn erheblich verletzte. Ferner soll auch von einem Versammlungsteilnehmer gestochen worden sein, jedenfalls beschlagnahmte die Gendarmerie ein Messer, das als Beweismittel bei der Polizeibehörde verwahrt wird. Während des Tumults im Saale wurde nach den polizeilichen Feststellungen von außen her, wo eine große Menschenmenge wartete, dreimal scharf in den Saal geschossen, zum Glück schlugen die Kugeln aber in die Decte des Saales ein, so daß niemand durch die Schüsse verletzt wurde. Bei der Schlägerei wurden insgesamt acht Personen verletzt, darunter fünf so erheblich, daß sie alsbald ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußten. 3n dem Lokal wurden eine Anzahl Stühle, Diergläser und neun Fensterscheiben zertrümmert. Den Polizei- und Gendarmeriebeamten gelang es schließlich, unter Anwendung des Gummiknüppels den Saal zu räumen und die streitenden Parteien auseinanderzubringen. Wer die wüste Auseinandersetzung begonnen hat, steht bisher noch nicht fest. Kreis Biedenkopf. 0 Riederweidbach, 30. 3an. Bei der hiesigen Brennholzversteigerung wurden folgend« Preise erzielt: Fichten- und Kiefernknüppel 4—5 Mk. pro 2 Festmeter. Eichenknüppel 5—7 Mk., Eichenscheit 6—8 Mk., Buchenknüp- pel 10-11 Mk., Buchenscheit 14-17 Mk., Buchenrollscheit 16—17 Mk. Das Fichtenstammholz aus sämtlichen Klassen tourte aus ter Hand für 15 Mark pro Festmeter verkauft. T Waldgirmes, 1. Febr. Da der seitherige Bürgermeister Karl Schmidt IX. das Amt des verstorbenen Gemeinderechners übernommen hat, wurde nunmehr der Maurer Wilhelm Schmidt mit 7 Stimmen zum Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Wirtschaft. Holzversteigerungs - Termine. Dienstag, 3. Jebruar. Versteigerer: Stadt Gießen. Dersteigerungsort: Abt. 85a des Stadtwaldes. Zusammenkunft Kreuzung 13. Schneise — Krummer Weg (vor Annerod). Versteigerer: Gemeinde Atzbach. Versteigerungsort: Gastwirtschaft Patz, Atzbach. 13 Uhr. Versteigerer: Fürstliche Oberförsterei Lich. Versteigerungsort: Zusammenkunft am Mengelhäuser« teich. 9.30 Uhr. * D i e Indexziffer der Großhandelspreise. Die auf den Stichtag des 28. Januar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist mit 113,9 gegenüber der Vorwoche (114,9) um 0,9 v. H. gefallen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe auf 104,5 (106,4) oder um 1,8 v. H. zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat auf 106,8 (107) oder um 0,2 o. H. und diejenige für industrielle Fertigwaren auf 140,5 (141,2) oder um 0,5 v. H. nachgegeben. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M.. 2. Febr. Tendenz: fester. Der erste Vormittagsverkehr der neuen Woche war geschäftslos, da Anregungen besonderer Art nicht Vorlagen. Der matte Schluß der Reuyorker Samstagbörse bewirkte zunächst ein leichtes Nachgeben der Kurse. Die offizielle Börse eröffnete wider Erwarten in recht fester Haltung. Ein besonderer Grund hierfür war nicht zu erkennen. Man sprach von größeren Slöufen einer Berliner Bankfirma, die seither ä la Baisse engagiert gewesen sein soll. Die Umsatz - tätigkeit war außerordentlich gering, da Orders kaum Vorgelegen haben. Die Spekulation zeigte im Hinblick auf den morgigen Reichstagsbeginn keine Unter nehmungslu ft. Es ergaben sich überwiegend B e s s e r u n g e n bis zu 1 bis 2 v. 5)., darüber hinaus gewannen Salzdetfurth 6 v. H. Am Elektromarkt waren Gesfürel und Siemens mit je 3 v. H. mehr gefragt. Licht & Kraft, AEG. und Elektrische Lieferungen hatten Besserungen bis 2 v. H. zu verzeichnen. Von Chemieaktien gewannen J.-G.-Farben 2,5 v. H., während im übrigen dieser Markt ziemlich vernachlässigt war. Bankaktien bei kleinen Umsätzen 1 bis 1,5 v. H. höher. Der Montanmarkt zeigte ziemlich feste Tendenz. Mannesmann und Phönix lagen je 3,5 v. H. fester. Rheinftahl zogen 1,5 v. H. und Harpener 2,75 v. H. an. Deutsche Linoleum lagen 1 v. H. höher. Auch nach den ersten Kursen setzten sich Deckungen fort, und das Kursniveau konnte sich um 1 v. H. heben. Rütgerswerke und Deutsche Erdöl lagen je 1,5 v. H. fester. Am Anleihemarkt lagen Deutsche Anleihen knapp behauptet. Auslandwerte wenig verändert. Im Verlause wurde dos Geschäft wesentlich ruhiger, doch blieben die Kurse gut behauptet. Am Geldmckrkt war Tagesgeld mit 6 v. H. noch gesucht. Am Devisenmarkt ergaben sich keine nennenswerten Veränderungen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2070, gegen Pfund 20,4325, gegen Kabel 4,8563, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 92,77, gegen Madrid 47,50, gegen Schweiz 25,1450, gegen Holland 12,0875. Berliner Börfe. Berlin, 2. Febr. Obwohl ter Begimr der heutigen Vormittagsbörse, im Anschluß an den matten Schluß ter Reuyorker Samstagbörse und beeinflußt durch die innerpolitischen Auseinander - setzungen, «ine recht unsichere und schwache Haltung gezeigt hatte, machte sich schon zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine auffallende Widerstandsfähigkeit bemerkbar. Da das Ausland als Käufer auftrat, entwickelte sich keine einheitlich« Tendenz. 3n Spezialwerten waren besonders Montanpapiere bevorzugt, da sich die Gerücht« über eine unveränderte Stahlvereinsdividente erhielten. Vereinigte Stahlwerke selbst konnten anfangs mit Plus-Plus-Rotiz 3,5 Prozent gewinnen. Beachtung fand, daß auch die Amsterdamer Börse trotz des schwachen Reu- Yorker Schlusses, fester eröffnete. Kursveränderungen hatten nur einige Spezialtoerte, bei denen die Llmsahtätigkeit gering war, aufzuweisen. AEG. und Licht & Kraft gewannen 2,75 Proz., Zellstoff Waldhof 2,25 Proz., Deutsche Erdöl 2 Proz., Chade-Aklien 3,50 Mark und Svenska, bei" denen heute das Bezugsrecht in Höhe von 2,50 Mark abging, verloren 2,25 Mark. Anleihen ruhig. Ausländer lagen behauptet. Ungarn ex Coupons (1,0). Pfandbriefe ruhig, aber in der Gesamttendenz «her etwas freundlicher. Reichs- schukdbuchforderungen besonders in den späteren Rotierungen 0,5 Prozent fester. Geld unverändert. Tagesgeld 6 bis 8 Prozent, Monatsgeld 7,25 bis 8,50 Proz., Warenwechsel 5,50 Prozent. Rach den ersten Kursen nahm die Lebhaftigkeit zu. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 2. Febr. Auftrieb: 1255 Rinder (236 Ochsen, 93 Bullen, 511 Kühe, 390 Färsen), 374 Kälber, 26 Schafe, 5617 Schweine. Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 46 bis 50 Mark, ältere 42 bis 45 Mark, sonstige vollfleischige, jüngere 38 bis 41 Mark; Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwerts 45 bis 48 Mark, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 44; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 38 bis 41 Mark, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 34 bis 37 Mark, fleischige 29 bis 33 Mark, gering genährte 24 bis 28 Mark; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50 Mark, vollfleischige 42 bis 45 Mark, fleischige 38 bis 41 Mark. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 60 bis 63 Mark, mittlere Mast- untHSeugfälber 55 bis 59 Mark, geringe Kälber 48 bis 54 Mark. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 48 bis 50 Mark, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 49 bis 51, von etwa 200 bis 240 Pfund 50 bis 52, von etwa 160 bis 200 Pfund 50 bis 52, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 46 bis 49 Mark. — Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand, Schweine ruhig, Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 2. Febr. Die heutige Produktenbörse verkehrte in sehr ruhiger Haltung, da besondere Anregungen nicht Vorlagen. Die Händlerschaft bekundete starke Zurückhaltung, so daß Umsätze nur sehr vereinzelt zustande kamen. Weiter festere Tendenz hatten Weizen, und von Futtermitteln Weizenkleie. Roggen zeigte im Verlaufe rückgängige Tendenz. 3m übrigen blieben die Preise gegen die Vorwoche gut behauptet. Es tourten notiert: Weizen 285 bis 287,50, Roggen 184 bis 187,50, Sommergerste für Brau- ztoeck« 210 bis 215, inländischer Hafer 160 bis 165, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 42,25 bis 43,25, Roggenmehl 42 bis 43, Weizenkleie 26,25 bis 27,25, Roggenkleie 9,90 bis 10, Erbsen 9,75 bis 9,50, Linsen 25 bis 31, Heu 2,50 bis 2,60, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 6,00 bis 6,50, Weizen- und Roggcnstroh, gebündelt, 3,00 bis 3,25, Treber, getrocknet, 2,75 bis 3,00 Mark, Futtermittel fester. Tendenz: behauptet. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 31. Jan. Tendenz: freundlich, Absatz schwach. Es notierten in Pf. per Stück ab loco Frankfurt (Main): bulgarische 11 bis 11J-4, jugoslawische 11 bis 11^, rumänische 10'/- bis 11, polnische 10 bis 10^, chinesische 8 bis 9'/,, holländische 11'/- bis 13%, dänische 11 bis 13, belgisch- flanderische 11 bis 12%, französische 10'/- bis 13, schlesische 9% bis 12'/-, bayerische 1'0'/, bis 11%, norddeutsche 10 bis 12. Aus aller Well. Beinah« lebendig begraben. Unter dieser Spihmarke kam die Meldung einer Berliner Zeitungskorrespondenz zum Abdruck über einen angeblichen Fall von Scheintod. Wie von ärztlicher Seite mitgeteilt wird, handelt es sich um einen Fall von epileptischem Dämmerzustand, in den ein in Konstanz beschäftigter Konditorgehilfe gesunken war. Ein herbeigerufener Leichenschauer konnte kein Lebenszeichen seststellen. Bevor jedoch De- zirksarzt und Staatsanwalt benachrichtigt waren, toar ter Konditorgehilfe bereits wieder erwacht, ohne daß er selbst von dem Vorfall überhaupt etwas gewußt hatte. Es ist unrichtig, daß der Konditorgehilfe bereits in einem Sarg gelegen habe und diesen zertrümmert hätte. Ein Arzt war überhaupt noch nicht hinzugezogen worden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi? 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anzei^enaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Sranhun o. M. Berlin Lrantgin a. JM. Berlin Schluß- Mr» 1-Uhr- Kur» Schluß« lur. Ansa g- Rurd Sch.uß-l lurd | t-Uhr- fi rd Schluß- furd Ansang» flurd Datum 31.1. 2.2. 31.1. 2.2. Datum 31.1. 2.2. 31.1. 2.2. 6% Deutsche Reichsanlethe Hamburg-Amerika Paket - . 7 59,5 — 59 58,75 von 1927 ......... 85 — 85 — Hamburg-Sbdam. Dampsschiss 8 — — 120,5 120,25 7% Seulfchr SlelchSanIcthe Hama Dampsscktss .... 10 — —- 99 98 von 1929 ........ 98,25 __ 98,6 — Nordvcuticher Lloyd .... 8 59,5 — 59,9 59,75 Deuticke Anl.-Ablöl.-Schuld mit Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 96,5 -— 96,5 96,5 Aurlos.-Rccktcn....... 51,3 51,6 51,5 51.8 Barmer Bankverein .... Berliner Handelsgesellschaft . 10 100.25 100 100,5 100 Deegl. ohne AirLlos.-Rechte . . 4,8 4,8 4,8 4,8 12 116.5 — 117 116,75 6% •£><’((. BoUrklaat von 1929 Commerz, und Privat-Bank. 11 109,25 109,75 109,75 109,75 (rüdtafjib. 102%)...... Cbfrbcllcn Provinz - Anleihe ml« 89 — 89 — Darmstadter und Nationalbank Deutsche Bant und 12 137,5 — 137,5 137,75 01li!lO|.-fRr(htCn...... 48,25 — — —— DlScvnto-GeseUschast, . . . 10 109 109,5 109 109,25 Deutsche komm. Sammelabl. Dresdner Bank...... 10 109 109,75 109,5 109,75 Anleihe Serie 1 ... 6% firanlf. Hnp.-Bank Goldpse 48,25 — 48,25 —- Metchobank...... . 12 231,25 — 233 — XIII unkündbar bl3 1934 . . . 100,25 -- — —— Ä.E.B........... . 8 92,25 92,65 92,13 92 7% wankt. Hyp.-Bank Goldpik Bergmann........ . 9 — — 93,5 94,5 unlünDbor bis 1932 ... 92,5 — — — Clellr. LieserungLgesellschast. 10 100,5 102 102,5 —- 4*4% Rdcinitcke Hyp.-Bank Licki und Straft...... 10 97,5 99,5 97,5 99 2lqu. Goldpte........ 87,3 — — — stellen & Guilleaume . . . 7y. 70 — 72 73 8% Br. Landespiandbrtesanstalt, Gesellschaft sür Elektrische Plandbricte M. >9 ..... — — 100,25 — Unternehmungen .... Hamburger Elektrizitäts-Werte 10 94 97 95,25 95,25 8% Pr Lanvecknanobriesanftolt, 10 — 103 103 Romm.-£bl. R. 20...... 7% Pr. Landespianobriesanstalt, 97 _ 97 — Jibcinllifie Elektrizität . . . . 9 99,5 100 99,65 — Schlesische Elektrijilät. . . . 10 — —— 101,5 102.75 Bsandbrieke R 21...... A.E.S. abg. Bormeg«-Obligatto- 97 97 — Sckuckcrl L Co..... . 11 103,5 104,25 103,75 104.5 Ziemens ti Halske ..... 16 160,5 163,25 161,13 163 neu. rüdiablfcar 1932 . . • 95,25 — — — Lraneradio . ....... . 6 — — 125,5 126 abmeqerLCo....... 10 105 — 104,5 — 4% Oesterrrichische «olbrente . . 4,20% Ocsterreichische Silberrente 26,13 — — —— • 5 43 __ 43,5 — — -— — _ Deutlche Erdöl ...... 57 58,25 57 59 4% Ocstcrreichische Einheitliche Essener Steinkohle . • • • • . 8 —- Rente........... — — — — Gelsenkirchener ...... . 8 72 — 74,25 75 4% Unaariicke Goldrente .... 21,9 — 22,25 — Harpener. ..••••• . C 70 72,75 71 73,75 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 17,25 — 17,7 — Hoelck Eisen........ 6'/. 58,5 — 4K% beünl. von 1913 — — 18,8 — Ilse Bergbau . ...... IC 154 — 152,5 154 4% Ungarische Sronenrentr . . 1,5 — 1,45 — lktöcknccwerke ....... . 7 54 — 55 55 4% Lürlische Zollanleihe von 1911 3,1 — — 3,2 Köln-Neucsscu....... . 7 — 63,5 64,75 4% Türkische Bagdadbahn.Anl ManncSmann-Röhrev • • » . 7 59 62,25 60 62 Serie I......... 3 — — — ManSseldcr Bergbau ...» . 7 27,5 — 28,25 28 4% deSgl. Serie II....... 3 — — — Oberschlcs. Eiicnbcdars . • • . b — — 38,5 38.75 6% Rumänische vereinh. Rente Lbcrschlcs. Roliroerfe.... . 7 — — 63,75 64,5 von 1903 ...... •— — — 8,75 Phönix Bergbau...... 51,5 55 52,5 55 4y$% Rumänische vereinh. Rente 13,2 13,45 13,5 Rheinische Braunkohle« . • 10 147.5 — 149,75 152 von 1913.......... 13,65 . t 62 63,5 62 62,5 <% Rumänische vereinh. Rente - 6,9 6,9 6,85 6,9 1 Riebe ck Montan ...... 7,2 —- —- —- — .rrankiurr a. Serlm Schluß« lurd t'Uhr. flurd Schluß«! lurd | Anfang- Kurd Datum 31.1. 2.2. 31.1. 2.2. Vereinigte Stahlwerke 54 — 55,75 59 Olavi Minen .... — — 29,5 30 Kaliwerke Aschersleben ■ • 10 125 —— 125 Kaliwerke Westeregeln e • • 10 131 — 133,75 133.5 Kaliwerke Salzdetfurth - • • 15 184 190 187,75 186,75 51. G. starben-Industrie - « - 12 123 125,5 123,5 124,75 Dnnamit Nobel . . . « e . 6 —— 59 Sckeideanktalt.... . 9 117 117,5 — Goldschmidt .... • e e . 5 32.5 — 33,5 33 Rütgerswerke .... . 6 42,5 44 43 43,25 Mctällgelelllchast. . . . 8 65 — 66 — Philipp Holzmann . . . 7 70,75 .— 70,25 71 Zementwerk Heidelberg . o 10 66 —— —— — Ccmentwerk Karlstadt. • • • 10 — —— — — Wayb & Frehtag . . . 8 38,5 39,5 38 — ScktUlhei« Pahcnhoscr - 15 — — 149 149,5 Ostwerle...... 13 —— — 128,25 — Aku........ 18 50,75 51 50,5 Bembcrg...... 14 47 — 47 48,25 p.ellstosf Waldhos . . Rellftoff Aickasfenburg • . 8’/. 82,5 _ 84,75 87 e e 12 62 — 62,5 64 Charlottenburger Wasser • • . 8 — — 80,13 81 Dessauer fflas .... • • e . 9 •— — 102,5 103,75 Daimler Motoren . . e e . 0 20,25 19,75 19,75 Deutsche Linoleum . e a e e » 94 95 93,75 90,75 Maschinenbau A.-G. . • e • . 0 — — 29,5 29,75 Rat. Automobil . . . . 0 — — —— Orcnitetn & Koppel . • • a . 6 — __ 39 — Leonhard Tietz . . . e a e 10 95 — 94,25 94,5 Svenilka ...... 249 — 250,75 230,25 strankfurter Maschine» » - . 4 12,5 — 12,25 — Gritzner ..... . 6 — — - 31,5 — Heyltgenftaedt . . . Hunghons...... . c •— _ — —— . 6 30,5 — 30,5 30 Leckwerte...... . 8 72 — — — Mainkraftweüe Höchst a. M.. . 8 66 — — — Mtag........ IC — 56 — Gebr. Roeder . . . IC — — — —— Botgl & Haessner . . . $ — —— —— —- Süddeutsche Zucker . • • e 10 116 — 116 — Banknoten. Serlin. 31. Januar Selb »rief Amenkanilche Roten...... 4,196 4,216 Belgische Violen ....... 58,45 58,69 Dänische Noten ....... 112,20 112,64 Englische Noten ........ 20,38 20,46 stranzosischc Noten ....... 16,447 16,507 Holländische Noten ....... 168,58 169,26 Zlalienische Noten........ 22,00 22,08 Norwegische Noten....... 112,16 112,60 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59:00 59,24 Rumänische Noten....... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,23 112,67 Schweizer Noten ........ 81,28 81,60 Spanische Nölen ........ 43,01 43,19 Dchechostomakische Noten..... 12,40 12,46 Unganicke Noten . . - • 73,25 73,55 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. 31. Januar 2. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung (»eia Brief Gelb »ries Amst.-Rott. 168,95 169,29 168.81 169,29 Buen, AircS 1,281 1,285 1,280 1,284 Brss. Antw- 58,59 58.71 58,585 58,705 Chinstiania. 112,35 112,57 112.34 112,56 Kopenhagen 112,39 112,61 112,38 112,60 Stockliolm ■ 112.52 112,72 112,52 112,74 HcllinglorS- 10,577 10,597 10,515 10,595 Italien . . 22,005 22,045 22,00 22,04 London. . . 20,413 20,453 20,408 20,448 Ncunork . . 4,2035 4,2115 4.2025 4,2105 Paris.... 16,468 16,508 16.468 16.508 Schwei; ». 81,235 81,395 81,18 81,34 Sva litt . . 43,16 43,24 42.86 42.94 Japan . .. 'Rio de Jan. Wien In D-- 2,080 2,084 0,366 2.078 2.082 0,364 0,364 0,366 Ceft. abgeft 59,10 59,22 59.095 59,195 Prag . . . 12,44 12.46 12,436 72,456 Belirad . . 7,418 7,432 7.415 7,429 Baoapeft. . 73,35 73,49 73,35 73,49 Bulgarien 3,047 3,053 3.047 3,053 Lissabon . 18,83 18,87 18,85 18.89 Danüg. . . 81,61 81.77 81.61 81.77 Konst NlUl. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 4,445 5.455 5,445 5,455 Tanaoa 4,197 4,205 4.197 4.205 Uru uay. . 2,755 2,763 2,707 2.713 Cairo . . . 20,93 20,97 20,93 20,97 SJVSport Hi Studentische Skiweltkämpse imVogelSberg tag eine Fahrt über die glitz. durch den tief verschneiten Wir Krieg. Schiel. evaktion. [7 Ul)t. SatDiluj lediglich °° di« und gestattete die Fernsicht in weitem Umkreis. Im Klubhaus des VHE. herrschte schon am frühen Morgen lebhafter Betrieb, der sich gegen abend erheblich steigerte und am Sonntag vermochten die Räume des Hauses die Menge der Gäste kaum zu fassen. — Viele der begeisterten Wintersportler ließen es sich nicht nehmen, in der hellen Mondnacht zum Sonntag eine Fahrt über die glitzernden Hänge oder Darmstadt 2,58, 4 Heil, Gießen, 3,00, 5 Darmstadt, 3,02, 6. Hilpper, 7 Bänke: 8. sämtlich Darmstadt. Sprunglauf: 1. Dauner, Darmstadt, 216,75 Punkte (14,50 Meter): 2 Werner, Frankfurt. 196,25 P (16,50 Meter t), 3. Reyher, Frankfurt, 193,25 P., 4. Schiel, Darmstadt, 179, P.: 5. Neuhaus, Gießen. 162,50 P., 6. Schneider, Marburg, 124,25 Punkte (Jeder Teilnehmer hatte einen Probesprung und drei Wertungssprünge auszuführen.) Die Beranstaltung der Studenten war vom denkbar besten Wetter begünstigt. Am Samstag log (wie schon die ganze vorhergehende Woche) strahlender Sonnenschein über dem Lande, die Luft war klar btn. die Meldung idenz zum > n Fall von : Seite milgeleilt Fall von epi- nb, in den ein rgehilse gesunlen enschauer tonnte vor jedoch > ichrichtigl nuren. swiederer' ,n den Dorsall Es ist unrichtig, in einem wert hatte. Ei" ht hinzuge-ogen kjurl a^_ 2 $ibruoi^ 1.9* 51.® 11'* ,-Z if,94 ■fi 0,366 7,«9 73,43 3-053 18-Ö l789 5.455 »F. 2-71 20,97 Ergebnisse San gl auf: 1. E. Schiel, Darmstadt, 1:15,20; 2. Werner Frankfurt, 1:16,04; 3 Brade, Darmstadt, 1:17,38, 4 Frank, Darmstadt, 1:20,54, 5. Grönke, Darmstadt, 1:21,03, 6 Enßlin. Gießen, 1:22,13; 7. Reddemann, Marburg, 1:23,17. Mannschaftssieger: 1 Technische Hochschule Darmstadt; 2. Universität Gießen, 3 Universität Marburg. Abfahrislauf: 1. Bryde,' Darmstadt, 2,36 Minuten. 2 Frank, Darmstadt, 2,41; 3. Dauner, 196 ,45 ,20 1,38 447 i,50 Z ,16 6 Till 0 5 Sj s Ä & Ht.* 58.2* .495 112.67 81-60 4319 12.46 73.55 .8.81 1,280 8,585 12,34 12.38 ,12-52 |0,5'5 22.00 4°2Z Ä 0,36* 58,^ 11: 1,|8* iß interwald au machen und so einige unvergeßliche Stunden in oen Alltag hinüberzuretten. Bei schönster sporllicher Betätigung, bei mehr oder weniger intensiver Anteilnahme an den Wettkämpfen, bei viel Scherzen und Lachen, bei eifrigem Lernen und den damit oer- bundenen unvermeidlichen Stürzen verging der Sonntag Die winterliche Märchenwelt wurde in unendlich vielen Lichtbildern festgehallen. Leider Oie süddeutschen Endspiele. Don den Ergebnissen, die dieser Sonntag in der Runde der Meister brachte, ist das unentschiedene Resultat von 2:2 besonders bemerkenswert, mit dem sich die Sp. Dg. Fürth und Bayern München trennten. Denn damit hat Fürth seinen ersten Punkt verloren. Eintracht Frankfurt gab im Frankfurter Stadion dem Karlsruher FD. mit 4:1 das Rachsehen und rangiert damit jetzt auf dem zweiten Platz. Unerwartet kommt die glatte 3: 0-Rie erläge, die der SD. Waldhof gegen Union Döckingen bc^og. Sehr hoch mußte sich auch mit 5:2 Pirmasens gegen QBonnatia Worms geschlagen geben. Die Pirmasenser spielen diesmal bei weitem nicht die gute und mitbestimmende Rolle des Vorjahres Die Trostrunde Südost. Don den beiden Spitzenreitern der Gruppe Südost konnte sich am Sonntag nur Pforzheim behaupten. Die „Goldstädter" schlugen auf eigenem Platze die Stuttgarter Kickers mit 3:0 (2:0) und behaupteten damit weiter die Spitze. 3frr hartnäckigster Verfolger, der SV. München 1860, wurde überraschenderweise von dem 1. FE. Dürnberg in Dürnberg 5:1 (3:1) geschlagen und steht damit relativ einen Punkt hinter Pforzheim. Schwaben Augsburg fertigte den FD. Rastatt klar mit 7:2 (1:1) ab und hat vor dem 1. FC. Dürnberg den dritten Platz belegt. 3m vierten Spiel des Tages gewann Phönix Karlsruhe gegen den DfR. Fürth 1:0, damit den ersten Sieg buchend. Sonja Henie Europameisterin im Eislauf. Die Europa-Meisterschaft im Eiskunstläufen ge- gann in St Morin am Freitag für Damen erwartungsgemäß die Weltmeisterin Sonja Henie (Norwegen) vor der Titelverteidigerin Fritzi Burger (Wien) und deren Landsmännin Hilde Holofsky, während bei den Paaren die Ungarn Drganifta- Czallay vor ihren Landsleuten Rotter-Szollas und den Wienern Gaillard-Petter weiter im Be sitz ihrer Meisterehren blieben. Im Gebiet des Bogelsberges herrschte gestern der intensivste Wintersportbetrieb. Die günstigen Schneemeldungen hatten eine große Anzahl von Skiläufern und Skiläuferinnen nach dem Hoherodskopf gelockt und nicht enttäuscht. Schon am Freitag sanden sich die ersten ein, am Samstagmiltag mußten dem Zug, der 13.43 Uhr Gießen verläßt, zwei Sondcrwagen „Nur für Skiläufer" beigegeben werben und am Sonntagmorgen mußte die Reichspost vier große Omnibusse zur Verfügung stellen, um die Wintersportler nach Breungeshain zu bringen. 3m Mittelpunkt des Sportbetriebs am Hoherodskopf standen die ftudenkifchen Skiwekkkämpfe der Universitäten von Gießen, Marburg, Frankfurt und der Technischen Hochschule Darmstadt. Das Programm der Wettkämpfe brachte den Langlauf, den Abfahrtslauf (nvch Art des Slalomlaufes) und den Sprunglauf. Die Teilnehmer an diesen Läufen, die sich durchweg schon am Samstag im Klubhaus des BHE. eingefunden hatten, hatten keine leichte Aufgabe. So führte zum Beispiel der L a n g l a u f über eine Strecke von 14 Kilometern. Dabei galt es große Schwierigkeiten zu überwinden. Die Laufstrecke führte an einer Stelle bis auf etwa 550 Meter herab, eine Höhenlage, in der sich der Schnee nicht mehr in bester Verfassung befand. In unmittelbarer Nähe des niedrigsten Punktes der Laufstrecke führte die Markierung wieder steil bergan und verlangte von den Läufern auf einer Strecke von 200 Metern die lleberwinbung einer Steigung von 100 Metern Insgesamt war ein Höhenunterschieb von 230 Metern zu bewältigen. Die Schnee- oerhältnisse waren einigermaßen günstig. Zur Zeit des Starts (8 Uhr) lag körniger Schnee, der ein gutes Vorwärtskoinmen ermöglichte. Punkt 8 Uhr entließ der etarter, Sportlehrer König- Gießen, den ersten Läufer, dem in Abständen von je Yi Minute dis übrigen folgten. 38 Studenten hatten [ür Iben Langlauf gemelbet; (4 Frankfurter, 10 Gieße- I ncr, 18 Darmstadter und 6 Marburger). Das Feld I der Säufer erfuhr bereits nach 2 Kilometer zurück- aelegter Strecke einige Verschiebungen, einige der Darmstädter Studenten vermochten sich sehr bald in den Vordergrund zu drängen und durch ihre I reifere Technik den einen und andern ihrer Vor- I bermänncr zu überholen. Ernst Schiel- Darmstadt passierte in der für die zurückgelegte große Strecke hervorragend zu nennenden Zeit von 1:15,20 (das bedeutet durchschnittlich 5 Minuten und 20 Sekunden pro Kilometer) In einem zeitlichen Abstand von 41 Sekunden folgte ihm der Frank- furtcr Werner, dem man ursprünglich die meisten Aussichten auf den ersten Platz zugesprochen hatte Die nächsten drei Plätze belegten wiederum die Darmstädter, denen schließlich E n ß l i n - Gießen in der Zeit von 1:22,13 folgte Einige an* dece Gießener, denen man einige Aussichten gegeben hatte vermochten sich nur weniger günstig zu placieren. Den Schülern der Technischen Hochschule Darmstadt fiel auch der erste Mannschaftssieg im Langlauf und damit der Wanderpreis der Gießener TNedizinischen Fakultät -u. Der A b f a h r t s 1 a u f, der um 11 Uhr gestartet wurde, stellte weniger große Ansprüche an die Aus- dauer der Teilnehmer als an deren Geschicklichkeit. Auf einer abgesteckten Strecke von etwa drei , Kilometer (Jägerhaus bis kurz vor Breungeshain) galt es manche schwierige Stelle zu überwinden So waren z. B. einige Haarnadelkurven abgesteckt, die schwer zu bewältigen waren und den meisten Zeit und Punktverluste einbrachten; außerdem führte die Strecke über die kurzen Bodenwellen, die die Abfahrt nach dem Dorfe erschwerten. Als oer- dältnismäßig schwierig zu bewältigen zeigte sich der erste Teil der Strecke, den nur sehr wenige Läufer (etwa 10 von 47) ohne Sturz hinter sich brachten. Auch in dieser Disziplin erwiesen sich die I Darmstädter als die besseren und belegten die ersten l Plätze. Als vierter brachte der Gießener Heil die I Strecke in 3 Minuten hinter sich Die nächsten vier 2 Plätze belegten abermals die Gäste aus der hessischen | Hauptstadt. Um 13 Uhr begannen sodann die Sprungkonkurrenzen, an denen sich 6 Studenten beteiligten. Die Gießener Universität war durch Neuhaus vertreten — Eine große Menge, Hunderte von Zuschauern, bildete den eindrucksvollen Rahmen zu diesem Sprunglauf. Obwohl die Schanze am Hoherodskopf keine allzugroßen Möglichkeiten in bezug auf die Sprungweite zuläßt (kurzer, wenig steiler Anlauf, dafür um so steileres Aussprunggelände), wurden doch achtbare Leistungen erzielt Den Vogel schoß auch hier ein Darmstädter ab, der mit einem gestandenen Sprung 14,50 Meter erreichte und da- durch die beste Wertung des Tages mit 219,75 Punkten (von 240 überhaupt erreichbaren) erhielt. Der Frankfurter Werner brachte es bei feinem besten Sprung auf 16,50 Meter, stürzte aber dabei und erhielt nur 196,25 Punkte. An 5. Stelle mit 162,50 Punkten stand Neuhaus (Gießen) vor Schneider (Marburg). Das Publikum verfolgte die einzelnen Sprünge mit großer Aufmerksamkeit. Wer solche Sprungläufe zum ersten Male zu sehen Gelegenheit hatte, wird zweifellos den Eindruck erhalten haben, daß zu derartigen Sprüngen ein ganz gehöriges Maß von Zivilkourage die Voraussetzung ist Die Teilnehmer an dieser Konkurrenz sanden denn auch das entsprechende Echo Die Oberleitung der Wettkämpfe hatte Dr Möckelmann,' der Leiter des Amtes für Leibesübungen an der Universität Gießen, übernommen. Zur Erledigung der ebenso umfangreichen wie zum Teil sehr anstrengenden Vorbereitungsarbeiten standen ihm eine Reihe bewährter Mitarbeiter aus den Reihen des Skiklubs Gießen zur Seite. Die Abwicklung der Wettkämpfe vollzog sich reibungslos; kaum eine Startverzögerung war festzustellen. Zur allseitigen Zufriedenheit wurde auch die Wohnungsfrage gelöst Ein „Wohnungsamt" sorgte für die Unterbringung der Wettkämpfer und hatte bei der Menge der Teilnehmer alle Hände voll zu tun. Kurz voi dem allgemeinen Aufbruch bildete bieSieger- Verkündung den offiziellen Abschluß der Veranstaltung. Die Rennen zeitigten im einzelnen folg- genbe ße6Mtig. Fußball der Gießener Mannschaften. Die beiden Gießener Dereine konnten ihre gestrigen Derbandsspiele für sich entf^eiden. Die erste Mannschaft der 1900er gewann sicher gegen den FD. 1913 Wallau mit 4:0. Die DfB.-Mann- schaft konnte die erste Mannschaft des Spielvereins Kassel nach hartem Dingen mit 3:2 Niederhalten. Die Reserve des VfD. verlor gegen die Turnermannschost von Wieseck mit 2:4; die dritte gewann im Derbandsspiel gegen die vierte der Spiclvereinigung 1900 auf dem Waldspielplatz 8:3; die vierte des DfD. gewann in Steinberg 2:0. Die Reserve der Spielvereinigung gewann auf eigenem Platze gegen Grohen-Vuseck I 3:2. Fußball in Hessen-Hannover. Die Ergebnisse der Meisterschaftsspiele am Sonntag brachten noch keine Klärung der Lage. 3n der Südgruppe blieb Borussia Fulda durch den überraschend sicheren 4:1-Sieg über die Fuldaer Germanen weiter mit Sport Kassel rind den Marburger Kurhessen im engeren Meisterschaftswettbewerb. so daß nunmehr dret Mannschaften in dieser Gruppe punktgleich an her Tabellenspitze stehen. Hermanma Kassel sicherte sich durch einen 5:2-Sieg über Ockershausen einen guten Mittelplatz in der Tabelle, während Spielverein von dem DfD. Gießen mit 2: 2 geschlagen wurde und damit wohl kaum noch den Anschluß an die Spitzengruppe gewinnen dürste. In der Rordgruppe konzentrierte sich das Interesse aus das Spiel zwischen Kurhessen Kassel und FC. Groß-Almerode, das die Kurhessen ohne überzeugende Leistungen 4:0 gewannen. Sie bleiben damit weiter neben dem DE. 03 Kassel, der noch zwei schwere Spiele gegen Hessen 09 und Göttingen 05 auf den Plätzen des Gegners auszutragen hat, Meisterschastssavorit. Hessen 09 Kassel und Göttingen 05 trennten sich nach einem erbitterten Kampfe mit 2: 2. Spvg. Döttingen schlug Einbeck 05 auf Grund besserer Stürmerleistungen nach ausgeglichenem Kampfe mit 3:0 Toren. 'larft. 390^" 9iin* ,7 K bis 37 yNrtt 24 JJW): voll, »46 bis 38 Wälber ^Wölber 55 ’ 54 Marl. __ ^Lebend. 'Äu)rocine non "ft 49 bis 51, % von etwa ^Meine von irf-~ Marit. ,nö, cdjmcine ml. örse. .tage Pro« W* Haltung, Ne f0 usttodr lamm, tob Don zeigte im Da. origen blieben Sut behauptet 5 bis 287,5(i rste für Iraner 160 bis 165 0, 42,25 bis rizenkleie 2625 0, Erbsen 9/5 2,50 bis 2,6), Preht, 6,(0 bis Mndrlt, 3,0) )i8 3,00 matt auptet. Mit tnbenj: freund- n Pf- per Ttück |d)t 11 bis 11K, che IO1,1, bis 11, bis 9*/i, Hollon- bis 13, belgisch- he 101; bis 13, M bis IV/:, bradjte der Sportbetrieb auch einen ernsten Unfall und die Sanitäter mußten in Aktion treten. Bei der überaus großen Anzahl der Winterfporttreiben- den, die sich am Sonntag auf dem Hoherodskopf tummelten, darf ein einziger Unfall jedoch zu keinerlei Betrachtung über die „Gefährlichkeit des Skilaufs" herangezogen werden Leider schlug für die meisten die Abfchiedsstunbe viel zu früh und ungern schied man von den Bergen. Kurze Sportnotizen. DerHockeh -Länderkampf Westdeutschland—Holland B endete mit einem 4:2*(1:0-)Sieg der westdeutschen Els. Die Zweier-Dob-WeltMeisterschaft in Oberhof endete mit einem großen deutschen Sieg. Kilian Huber auf „Deutschland II“ rissen in neuer Dahnrekordzeit den Weltmeistertite! an sich. Beim Frankfurter Sechstagerennen führte noch 43 Stunden die Mannschaft Schön/Pijnenburg mit einer Runde vor Göbel, Di- nale. Alle anderen Mannschaften waren weit zurückgefallen. Die Ski-Etaffellaufe de» mitteldeutschen Verbandes ifn Taunus endeten mit einem Siege des Dchneclauf-Klub Kassel vor der Ski- abteilung Rhön Frankfurt/Main. Der Deutsche Fußballmeister Hertha^ DSC. zog sich schon wieder einmal eine Riederlage zu, er wurde in Dresden vom mitteldeutschen Meister DSC. vor 15 000 Zuschauern mit 5:2 (3:1) geschlagen. Schwarzwald-Skimeister wurde Fritz G a i s e r, Daiersbronn. Die Untersuchungen, die gegen den französischen Weltrekordläufer Ladoumögue wegen feiner Fvankfurter Forderungen erhoben wurden, haben die Richtigkeit der Anschuldigungen ergeben. „Kavallerie einst und jetzt." Einzug der Seydlitzkürassiere unter dem Klang der Kesselpauken. Beim Berliner Internationalen Reit-Turnier wurde am Freitaa erstmalig die große Schaunummer „Kavallerie einst und jetzt" vor nur schwachem Besuch gezeigt. Die Darbietung, die über 1 Stunde dauerte, klappte ganz vorzüglich und dürfte die Glanznummer des diesjährigen Turniers bilden. Der erste Teil zeigt die Kavallerie zur Zeit Fried- richs des Großen, während im zweiten Teil die Verwendung des Pferdes in der heutigen Armee demonstriert wird Rauschender Beifall der Zuschauer war der schlagende Beweis für die gelungene Premiere, durch die allerdings die übrigen Schaunummern gestrichen werden mußten. Don den sportlichen Ereignissen wäre besonders der Doppelerfolg der hannoverschen Stute Friederike unter Herrn Staeck bzw Frau Franke hervorzuheben. In der Materialsprüfung der Vollblüter konnte man einige alte Bekannte von der Rennbahn im neuen Metier bewundern. Mäander schlug Äünftierin und den Schimmel Hidigeigei aus dem Felde. Kleine Strafkammer Gießen. ' Gießen, 30. Can. Ein Maurer aus 05er- Hessen war beschuldigt, die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung durch unwahre Angaben um einen erheblichen Betrag — mehrere hundert Mark — geschädigt zu haben. Es erging zunächst Strafbefehl wegen Betrugs auf 150 Mk. Gegen diesen legte der Beschuldigte Einspruch ein. In der daraufsolgenden Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht wurde der Angeklagte frei- gesprochen. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein. In der heutigen Derhandlung ergab sich, daß nicht allein die vorgelegten Lohnbücher für die Schuld des Angeklagten sprechen, sondern auch andere ilm- stände, so vor allem, daß er den zu Unrecht vereinnahmten hohen Betrag auf Anfordern wieder zurückgegeben hat. Der Staatsanwalt beantragte Aufhebung des ersten Llrteils und eine Strafe von 1 50 Mark. Das Gericht erkannte demgemäß und hob hervor, es hätte in erster Linie auf eine Freiheitsstrafe erkennen müssen, eS habe aber mit Rücksicht auf die Unbcstraftheit des Angeklagten und die Rückgabe deS Geldes davon abgesehen. Ein Kaufmann aus Frankfurt war vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er soll mit seinem Auto beim Lieberholen eines Motorradfahrers dessen Rad gestreift haben, so daß es zu Fall kam und die Frau des Fahrers verletzt wurde. Auf Berufung des Angeklagten wurde der Fall heute noch einmal vor der Kleinen Strafkammer verhandelt. Die Beweisaufnahme nahm eine für den Angeklagten günstige Wendung. Der Motorradfahrer hatte erst einige Wochen Fahrpraxis und fuhr damals, wie durch Zeugen bekundet wurde, höchst unsicher. Der Autofahrer hatte mehrfach Signal gegeben und war mit seinem Auto bereits fast ganz an dem Motorrad vorbei. Selbst wenn der Hintere Kotflügel das Rad gestreift habe, so war die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Motorradfahrer im letzten Moment das Rad in seiner Unsicherheit und Aufregung nach links gerissen habe und daß es so zur Berührung gekommen ist. Der Staatsanwalt hielt den Fall für ungeklärt und stellte die Entscheidung ins Ermessen des Gerichts. Letzteres erkannte auf Freisprechung. <5rieffaften der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K. 3). Ein Mieter, der durch einen Mitbewohner durch allzulanges und allzulautes Grammophvnspielen oder durch das Radio in seiner Rachtruhe gestört wird, muh dieses dem Hausbesitzer melden, der verpflichtet ist, den Ruhestörer durch Klage auf Unterlassung, oder durch Kündigung zur Einstellung der Störung zu zwingen. Für den Fall, daß die Allgemeinheit belästigt wird, hat die Polizei einzuschreiten, oder eine Strafanzeige entgegenzunehmen. S- P. in L. Aufgerechnete Invalidenquittungskarten werden bei der Landesversicherungsanftalt aufbewahrt, in deren Bezirk die erste Karte ausgestellt worden ist, während der Dersicherte lediglich Bescheinigung über Die Endzahlen der aufgerechneten Karte erhalt. Verlorengegangene Quittungskarten können jederzeit ersetzt und Marken durch Bescheinigung des Arbeitgebers bzw. der Krankenkasse beglaubigt übertragen werden. Wenden Sie sich an die Landcsversiche- rungsanstalt Hessen, oder an die Bürgermeisterei Ihres Wohnorts. H. H. in Weickartshain. Der Antrag aus Sozialrentnerunterstützung ist bei der Bürgermeisterei zu stellen. Maßgeblich sind die für den dortigen Bezirk von dem Bezirksfürsorgeverband aufgestellten Unterstützungssätze. Cs kann mithin ohne weiteres nicht gesagt werden, ob Ihnen eine Unterstützung zu Ihren Renten gewährt h-erden kann. Das Einkommen der erwerbstätigen Kinder im Haushalt ist in bestimmten Grenzen anzurechnen. Der Antrag auf Erlaß der Sonder- gebäuöcfteuer ist ebenfalls bei der Bürgermeisterei zu stellen. Ob solche erlassen werden kann, kann ohne nähere Kenntnis Ihrer Verhältnisse nicht beurteilt werden. Bei Errechnung des Einkommens wird das Gesamteinkommen in der Familie berücksichtigt. K. D. in W. Sie bedürfen keiner besonderen Erlaubnis, wenn Sie die betreffenden Sachen in Ihrem Geschäfte führen wollen, da sie dem freien Verkehr unterliegen. Es ist nur aus gewerbesteuerlichen Gründen eine Anmeldung bei der Bürgermeisterei erforderlich. Unterhalt. 1. Nach § 1360 Bürgerlichen Gesetzbuchs muß der Mann der Frau nach Maßgabe feiner Lebensstellung, feines Vermögens und seiner Erwerbsfähigkeit Unterhalt gewähren. Nötigenfalls ist das Stammvermägen anzugreifen. Wird im Falle der Erwerbslosigkeit des Mannes seitens der Familie öffentliche Hilfe in Anspruch genommen, so nimmt die Gemeinde Rückgriff gegen die Verwandten gerader Linie (Vater, Großvater, auch Vermögen be- sitzende Kinder können in Frage kommen), da diese nach § 1601 verpflichtet sind, einander Unterhalt zu leisten. Unterhaltungsberechtigt ist nur, wer außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Von der Ehefrau kann nach Lage der Umstände verlangt werden, daß sie sich einer ihrem Stande nicht widersprechenden Arbeit unterzieht. Eine Unterhaltpflicht gegenüber einem Schwiegersohn usw. besteht nicht. 2. Ist der Vater, oder Großvater zwar rcchtliw unterhaltspflichtig, so kann er doch vielleicht die Einrede des sog. Notbedarfs Dorbrin» gen, d h. es ist ihm der standesmäßige Unterhall zu belassen. In diesem Falle unterliegen sein Vermögen, feine Einkünfte und Erwerbsmöglichkellen der gerichtlichen Prüfung Letzten Endes könnte er zum Offenbarungseid geladen werden (Schluß des redaktionellen Teils.) Grippe, Erkäliungskrank- heiien werden mit den hervorragend bewährten Togal- Tabletten erfolgreich bekämpft. Im Anfangsstadium genommen, verschwinden die Krankbeits-Erlcheinun- gen sofort, lieber 6000 notariell beglaubigte ärztliche Gutachten, darunter viele von namhaften Professoren und aus ersten Kliniken und Krankenanstalten, lieber, raschende Erfolge! Togal befeüigt die Krankhclls- ftoffe auf natürlichem Wegs, es löst die Harnsäure. Fragen Sie Ihren Arzt Machen Sie noch heute einen Versuch! In all. Apoth. M. 1,40. (779V 1X6 Uth., 0,46 Chinin. 74,3 Add. acet aaL ad. 109 amjL Großer Sonderverkauf bis einschließlich 15. Februar Wir bringen in Prozent Rabatt SCHUHHAUS 877 A entgegengenommen. 845 Mendelssohn-Bartholdy- Telephon 2735. 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