Nr. 1 Erstes Blatt 18J. Jahrgang Zreitag, 2. Januar Ml 6rld)etm toglKh,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Dte Illustriert« Gietzenei g-amilienblätter ßetmat im Bild Die Scholle monats»Be}ug$Dret$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen etngelner'Jlummern infolge höhere, Gewalt. Zernfvrechanfchlüffe anterSammeInummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Hmetger Siesten. Postscheckkonto: gta^Murtom Blain 11686. Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Universitätr-Vuch- und Stetnörnderei R. Lange in Sietzen. 8chrift!ettung und Geschäftsstelle: Zchulllratze L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20° , mehr. Chefredakteur Dr Friedt Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich tn Diesten Die Neujahrsempfänge beim Reichspräsidenten. Hindenburgs Botschaft für 1931: Internationale Zusammenarbeit zur Behebung der Weliwirtschafisknsis, aber auch Selbstbesinnung des deutschen Volkes zur Bildung eines einheitlichen politischen Willens. Das Diplomatische Korps bei Hindenburg. Berlin, L San. WLD. (21 mtlieh.) Anläßlich des Reujahrstages fanden bei Reichspräsident v. Hindenburg heule die üblichen Empfänge statt. Um 10.45 Uhr zog die W a ch e mit Musi! vom Brandenburger Lor kommend über die Linden und die Wllhelmstrahe zum Haus des Reichspräsidenten, an dessen Portal der Reichspräsident die Meldung entgegennahm. Um 12 Uhr wurde das Diplomatische KorpS erwartet. Die Chefs der beim Reich beglaubigten fremden diplomatischen Vertretungen, denen eine im Ehrenhos des Reichspräsidentenhauses aufgestellte Abteilung Reichswehr bei ihrem Eintreffen militärische Ehrenbezeugungen erwies, versammelten sich in dem Großen Saal des Reichspräsidentenhauses. Der apostolische Runtius Msgr. Orsenigo brachte als Doyen des Diplomatischen Korps dessen Glückwünsche in einer Ansprache zwn Ausdruck. Der Runtius erklärte u. a.: Die Morgenröte dieses neuen Jahres ist leider nicht vhneTrübung. Der Horizont des internationalen Lebens bleibt noch immer düster. Millionen von kräftigen und arbeitswilligen Armen find gezwungen, untätig und unfruchtbar zu bleiben, und die Rot breitet überall ihren Trauerschleier aus. Wir beobachten mit großer Genugtuung den Ernst der Gesinnung und die Großherzigkeit der Anstrengungen, mit denen Deutschland, um Eure Exzellenz geschart, sich in diesen schweren Augenblicken bemüht, die wirt- schastliche Krisis, die das Land bedrängt, zu überwinden. 2lber die Erfahrung erbringt umner erneut den Beweis, daß, welches auch immer die Bemühungen der einzelnen Länder sein mögen, ohne dte volle und aufrichtige Eintracht der Rationen es nicht möglich ist, eine wirkliche wirtschaftliche Wiedergesundung der Völker herbeizuführen. Reichspräsident von Hindenburg erklärte in seiner Erwiderung: Mit besonderer Wucht treffen die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise das deutsche Volk. Wie Sie, Herr Runtius, hervorhoben, hat Deutschland seine äußerste Kraft eingesetzt, um die Grundlagen feiner Existenz zu sichern. Aber unsere Hoffnung auf eine dauernd wirksame Besserung der Lage ist auch von Umständen abhängig, über die wir nicht allein Herr sind. Mit steigender Spannung erwartet das deutsche Volk, daß die internationale. Zusammenarbeit sich im kommenden Jahre als wirksam genug erweist, um das deutsche Volk vor weiteren schmerzlichen Enttäuschungen zu bewahren. Der Ausgleich der starken Interessengegensätze, die allenthalben das politische, wirtschaftliche und soziale Schicksal der Völker bedrohen, kann nicht von den einzelnen Ländern, kann nicht in Vereinzelung vollzogen Werdern Zusammenarbeit aller, Zusammenfassung aller positiven Kräfte zur Ueberwindung der Krise, zur Beseitigung der Hindernisse für den Fortschritt der Menschheit ist die große Friedensausgabe, an der Deutschland mitzuwirken entschlossen ist. Empfang der Reichsregierung (Sroener spricht für den beurlaubten Reichskanzler. Um 12,30 Uhr fand der Empfang der Reichsregierung ebenfalls im Großen Saal des Reichspräsidentenhauses statt. In Vertretung des beurlaubten Reichskanzlers begrüßte namens der erschienenen Reichsminister und Staatssekretäre des Reiches Reichswehrminister Dr. h. c. Dr.-Ing. e. h. Groener den Herrn Reichspräsidenten mit folgender Ansprache: Das vergangene Jahr brachte uns die schicksalsschwere Beendigung der Haager Verhandlungen mit den 2ll>machungen über den Reuen Plan. Wir mußten uns trotz schwerer Bedenken zur Annahme dieser Regelung entschl'.ehen, weil sie eine erhebliche Herabsetzung unserer Zahlungen mit sich brachte, weil sie die ausländischen Kontrollen über Deutschland beseitigte, und endlich, well sie zur Befreiung des Rheinlandes führte. Seither hat sich jedoch in der gesamten Weltwirtschaftslage eine so tief gehende Wandlung vollzogen, daß die Reichsregierung vor die e r n st e Frage gestellt ist, ob das deutsche Volk die in dem Reuen Plan vorgesehenen Lasten zu tragen vermag. Die berechtigten Klagen und Beschwerden der deutschen Minderheiten haben in unfercr Öffentlichkeit einen starken Widerhall gefunden. Die Reichsregierung teilt und würdigt diese Empfindungen und wird tn der Sorge für das deutsche Volkstum jenseits unserer Grenzen eine ihrer wichtigsten Aufgaben sehen. Links: Nuntius Drfeniao, der Doyen des Berliner Diplomatischen Korps, nach dem Neujahrsempfang bei dem Reichspräsidenten von Hindenburg. Rechts: Der englische Botschafter Rumbold. , AK ■ 9 }j Schwer empfindet es das deutsche Volk, daß der Grundsatz derGleichberechtigung, auf die unser Volk einen selbstverständlichen Anspruch hat, nod) nicht gewährleistet ist. Roch immer ist die feierlich übernommene Verpflichtung auf Abrüstung durch die anderen Mächte nicht in die Wirklichkeit um gesetzt, und noch immer muh sich Deutschland in seiner Sicherheit bedroht fühlen. Auch hier wird es Aufgabe der Reichsregierung sein, die ich gerade in meiner Eigenschaft als Reichswehrminister zu unterstreichen die Pflicht habe, mit allem Rachdruck dafür einzutreten, daß der Grundsatz gleicher Sicherheit für a l l e D ö l k e r, ohne den eine wahre Befrtedung unmöglich ist, sich durchsetzt. Innerpolitisch lag naturgemäß das Hauptgewicht auf den zur Milderung der Wirtschaftskrise getroffenen Maßnahmen, wobei es sich darum handeln mußte, ihre Auswirkungen auf die Landwirtschaft abzuschwächen und die Umstellung der anderen Berufskreise auf die veränderten Wirtschaftsverhältnisse zu fördern. Die Reichsregierung mußte auf einen Ausgleich der Spannungen innerhalb des Wirtschaftslebens hinarbeiten. Mtt besonderem Dank wird es das deutsche Volk anerkennen daß Sie. hochverehrter Herr Reichspräsident, im vollen Bewußtsein Ihrer hohen Verantwortung sich entschlossen haben, die Rotver- ordnung zu erlassen. Wir hoffen, daß die Auswirkungen dieser Maßnahmen dazu beitragen werden, nicht nur das Staatsgefüge zu festigen, sondern auch der privaten Wirtschaft, die unter den Auswirkungen der Weltkrise besonders schwer leidet, neuen Auftrieb zu geben. Der Herr Reichspräsident erwiderte darauf: Wenn wir nach alter Sitte heute beim Jahreswechsel in Rückblick und Ausschau Rechenschaft ablegen über unser Tun und Wollen, so muffen wir feststellen, daß Rot und Sorgen in seltenem Maße das vergangene Jahr'erfüllt haben und auch den Ausblick in die deutsche Zukunft trüb verhängen. Von den Wün» schen, mit denen wir hier vor einem Jahr diesen Tag begrüßt haben, hat sich nur der eine erfüllt, dem besetzten Gebiet ist die langersehnte Freiheit von fremder Besatzung wieder- gegeben worden. Wir begrüßen die Räumung der Lande am Rhein als einen Fortschritt auf dem Wege zum wahren Frieden, und hoffen, daß bald auch dem Saargebiet der von der gesamten Bevölkerung dort sehnlichst herbeigewünschte Tag der Wiedervereinigung mit dem Daterlande beschieden sei. Mit voller Zustimmung entnehme ich aus Ihren Worten, daß die Reichsregierung sich der ernsten Lage bewußt ist, wie sie sich infolge der tiefgreifenden Aen- öcrung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse seit der Zeit entwickelt hat, als wir uns aus den von Ihnen heroorgehobenen Gründen zur Annahme des Reuen Planes entschlossen haben. Auch ich hatte es für die vornehmste Aufgabe der Reichsregierung, sich mit ganzer Kraft dafür einzusehen, daß die sittlichen und sozialen Lebensgrundlagen des | deutschen Voltes nicht erfchütlerl werden. Mit Ihnen bin ich ferner der Ansicht, daß ^ie Durchführung der allgemeinen Abrüstung nicht nur eist Gebot internationaler Gerechtigkeit Deutschland gegenüber, sondern auch das sicherste Mittel zu einer wirklichen Befriedung der Welt ist und daher mit allen Kräften angestrebt werden muh. Daß die Reichsregierung sich auch weiterhin d i e Sorge des deutschen Volkstums im Ausland und für die Innehaltung internationaler Verträge zum Schuhe deutscher Minderheiten als wichtige auhenpolitische Aufgabe stellt, findet meine volle Billigung und Unterstützung. Den unfreiwillig feiernden Händen wieder Beschäftigung zu schaffen und dem deutschen Landwirt seine Existenzmöglichkeit zu erhalten, wird auf dem Gebiete der inneren Politik unsere erste Aufgabe fein. Ich bin mit Ihnen überzeugt, daß die in den letzten Monaten von uns gemeinsam begonnenen wirtschaftlichen Maßnahmen eine f e st e Grundlage geben, auf der wir unseren Kampf gegen die wirtschaftliche Not entschlossen weiterführen wollen. Bor einem Jahre habe ich an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß der Geist der Einigkeit im deutschen Volke sich festigen und zum Zusammenschluß aller schaffenden Kräfte führen möge. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Im Gegenteil will es scheinen, als ob die starke Sorge um das Einzelschicksal den Gedanken an das Gesamtschicksal Deutschlands und die Zukunft unseres Vaterlandes zurückgedrängt und neue Gegensätze geschaffen hat Verschiedenheit der Anschauungen und der persönlichen Interessen wird und muß fein; aber es ist nicht nötig, daß diese Verschiedenheit zu einem politischen Kampfe führt, der das deutsche Volk zerreißt und dann in der Zeit der Not und Gefahren zu einem einheitlichen willen unfähig macht. In Wirklichkeit ist bei nüchterner Betrachtung das Gegensätzliche und das Trennende gar nicht von solcher Bedeutung, daß es ein Zusammengehen in den Lebensfragen unseres Vaterlandes, in den Dingen, die unser aller gemeinsames Schicksal bestimmen, verhindern sollte, wir müssen uns nur mehr aus uns selbst besinnen, wir müssen endlich aus dem Durcheinander der Gefühle und dem Widerstreit der eigenen Interessen den Ausweg finden. Aus dem eigenwilligen Streit um politische Programme und um selbst sche D^rteiD m ssen wir uns emporheben zu gemeinsamer praktischer Arbeit für das Gesamtvolk. Die unvergeßlichen Leistungen Deutschlands im Weltkrieg, die zähe Ueberwindung der großen politischen und wirtschaftlichen Erschütterungen der Rachkriegszeit, das geduldige Ertragen fremder Besatzung, die tapfere Abwehr der vielfachen Anschläge auf deutsches Land und andere Ereignisse mehr haben uns selbst wie der Welt gezeigt, daß trotz allem Gegensätzlichen bei uns starke und innerlich verbundene Kräfte leben und wirken, die uns Gesundung und Aufstieg verheißen. Weitere Empfänge. Der Herr Reichpräsident empfing ferner den Reichstagspräsidenten Loebe, der ihm die Glückwünsche desReichstags zum neuenIah-r überbrachte, sodann eine Abordnung des Reichs- r a t s. Die Glückwünsche der W e h r m a ch t überbrachten anschließend Reichswehrminister Dr. h. c. Dr.-Ing. e. h. G r o e n e r . General der Infanterie Hasse für den beurlaubten Chef der Heeresleitung sowie der Chef der Marineleitung Admiral Raeder. Glückwünsche brachten ferner für die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft Generaldireltor Dr.-Ing. Dorpmüller, für das Reichsbankdirektorium Reichsbankpräsident Dr. Luther. — Dor dem Hause des Reichspräsidenten in der Wil- helmstrahe hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt. Der Reichspräsident trat nach Beendigung der Empfänge auf den Ballon und wurde von der Menge mit stürmischen Hochrufen begrüßt. Reichskanzler und Reichspräsident zum Jahreswechsel. Berlin, 31. Dez. (WTB.) Der Herr Reichskanzler, der sich zur Zeit in Badenweller auf- hält, hat an den Herrn Reichspräsidenten zum Jahreswechsel folgendes Telegramm gerichtet: „Zum Jahreswechsel darf ich Sie, hochgeehrter Herr Reichspräsident, bitten, meinen ehrerbietigsten Glück- und Segenswunsch entgegenzunehmen. Ich weiß mich eins mit dem deutschen Bolle, das Ihrer am Reujahrstage in Verehrung gedenkt. Möge es Ihnen vergönnt sein, auch im neuen Jahre a ls das Vorbild treuester Pflichterfüllung dem deutschen Volle in schwerer Zeit auf dem Wege zur Einigkeit und zum Aufstieg voranzuschreiten. (gez.): Dr. Brüning, Reichskanzler." Reichspräsident v. Hindenburg hat an den auf kurzem Urlaub in Bodenwellen weilenden Reichskanzler Dr. Brüning nachstehendes Telegramm gerichtet: „In treuem Gedenken spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche für erfolgreiche Arbeit und persönliches Wohlergehen im neuen Jahre aus. Mit freundlichen Grüßen (gez.): v. Hindenburg." , Neujahrswünsche fremder Staatsoberhäupter. Berlin, 1. 3an. (TU.) Anläßlich des Jahreswechsels hat der Reichspräsident mit den Königen von Bulgarien, Dänemark, Rorwegen, Rumänien und Schweden sowie mit dem ungarischen Reichsverweser von Horthy und dem österreichischen Bundespräsidenten M i k l a s telegraphisch Glückwünsche ausgetauscht. DasTele- gramm des österreichischen Bundespräsidenten hatte folgenden Wortlaut: „Es ist mir ein aufrichtiges Bedürfnis, Cw. Exzellenz an der Wende des neuen Jahres innigste und aufrichtigste Glückwünsche für Ihre Person und Ihre Familie sowie für das Wohlergehen des deutschen Dolles und Bruder-Reiches auszusprechen. Ich hoffe zuversichtlich, daß das kommende Jahr unseren Bemühungen. die schwere gemeinsam« Wirtschaftsnot zu überwinden, den heiß ersehmten Erfolg bringen und damit dem großen deutschen Dolke wieder die Wege zu neuem Ausstieg eröffnen werde." Die Minderheitenbeschwerde in Gens Ein englisch-französischer Anleihestreit. Zrankreich will seine Kriegsanleihen nicht in Goldfranten zurückzahlen. Rom. 2. San. (SH.) Mussolini hielt in englischer Shrache eine Rundfunkrede an das amerikanische Volk, in der er sich gegen die Auffassung wandte, dah der Faschismus eine Gefahr für den Frieden der Welt darstelle. Weder er noch die Regierung, noch das italienische Volk wünsche einen Krieg. Sch habe, so erklärte Mussolini, als Soldat im Kriege gefochten und weist, was ein Krieg bedeutet. Die schreckliche Erinnerung an diese Sahre, als eine ganze Generation so vieler Länder in den Krieg zog kann nicht vergessen werden. Sch selbst wurde ernstlich verwundet. Sn den Sahren, die seitdem verstrichen sind, habe ich das Panorama der politischen, wirtschaftlichen und moralischen Folgen des Krieges vor Augen^ und zwar nicht nur der Folgen in Stalien. Wie kann jemand annehmen, dah ich mit dieser doppelten Erfahrung anders als mit Schrecken an einen Krieg denken könnte! Selbst wenn der Krieg nur zwischen zwei Ländern ausbrechen sollte, so würde er heute unvermeidlich z u einem allge- meinenKriegewerden. Die Kultur würde gefährdet sein. Die Fortschritte der Technik wurden den zukünftigen Krieg noch schrecklicher gestalten als den letzten. Die Todesgefahr wurde nicht nur auf die Kämpfenden beschränkt sein, sondern die gesamte Bevölkerung wäre der Gefahr ausgesetzt. Stalien benötigt den Frieden. Der Faschisnms wünscht die Sicherheit des italienischen Volkes in Zusammenarbeit mit allen anderen Völkern der Welt. Ferner berührte Mussolini die Arbeitslos e n f r a g e und bekannte sich als Gegner der Arbeitslosenunterstützung. Er ziehe die Hilfe vor, die in öffentlichen Arbeiten liege, die gleichzeitig der Landeskultur dienten. Die Arbeitslosenunterstützung gewöhne die Arbeiter an die Faulheit. Ungeachtet der Arbeitslosigkeit herrsche in Stalien Frieden und Ruhe in allen Klassen. Alle gegenteiligen Meldungen seien falsch. Acht Millionen Männer und Frauen ständen hinter dem Faschismus. Kein anderes Regime in Europa stehe auf fo festen und gesunden Grundlagen. Revision und Rüstungsgleichheit. Ein Mussolini-Interview. London, 1.3an. (WTB.) Dem korresponden. len der „Daily 2HailM erklärte Mussolini: Die Lage der internationalen Angelegenheiten in Europa ist sehr gespannt. Die Ursache liegt in der großen Ungleichheit der Rüstungen. Die vorhandene militärische Vorherrschaft einer Gruppe von Staaten macht die nominelle Gleichberechtigung innerhalb des Völkerbundes zu einem Trug. Ich weih, dah die französische Ration nicht angriffslustig ist. Aber die militärische Hegemonie, die sie in Europa geschaffen hat, hält den gesamten Kontinent in Gärung. Reben der Verminderung der Rüstungen ist die Revision der Friedensverträge not- wendig, um Europa ein Gefühl der Sicherheit wiederzugeben. Es gibt territoriale Absurditäten. mit denen aufgeräumt werden muh. Es gibt moralische Unbilden, wie die Verstüm- melung Ungarns, die wieder gukgemacht werden müssen. Italien zielt nicht auf die Bildung eines revisionistischen Blockes hin; aber die Anstrengungen. die unternommen werden, um die gegenwärtigen Verhältnisse in Europa zu kristallisieren, kann nur eine Gemeinschaft derjenigen schaffen, die von ihnen beeinträchtigt werden. Die „Informationsreise" GNadkowskis. Kattowih, 31.Dez. (ERB.) Die Kattowiher Zeitung veröffentlicht heute noch einige notwendige Randbemerkungen zu der Reise des Innenministers Sladkowski nach Oberschlesien. Das Vlatt schreibt: Sn Svhrau hat der Minister einem angeblich von Deutschen niedergeschlagenen Polizeibeamten ein Weihnachtsgeschenk von 500 Zloty zu- kommen lassen. Dem Herrn Minister ist es offenbar unbekannt geblieben, dah am gleichen Ort der deutsche Zeitungsverleger Hu- nold gleichfalls an schweren Verletzungen, die ihm Lurch politische Raufbolde zugefügt wurden, darnieder liegt. Er hätte sonst natürlich nicht versäumt, auch Herrn Hu- nold das gleiche Geschenk zu überreichen. Die Berichterstattung der polnischen Presse über Golassowitz ist aus verständlichen Gründen teils lückenhaft, teils unvollständig. So fehlt z. D. die Angabe, daß der Minister die in der Haft mißhandelten Golassowiher vernommen und fest- gestellt hat, daß die Quälereien tatsächlich stattgefunden haben. Der beste Beweis dafür ist, dah gegen die schuldigen Polizeibeamten ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Wenn ferner die „Polska Zachodnia" berichtet, daß Zeugen bestätigt haben, an dem kritischen Abend seien in Golassowitz keine Aufständischen gewesen, so ist das insofern irreführend, als die befragten Zeugen lediglich aussagen konnten, dah sie selbst keine Aufständischen gesehen hätten, was übrigens nichts besagen will, da zur Zeit der Einschlagung der Fensterscheiben stockfinstere Rächt herrschte. Die „bedeutenderen" Bürger von Golassowitz, die dem Minister erklärten, daß die tendenziöse Tätigkeit des Pastors Harlfinger für alle Verschärfungen in der Gemeinde verantwortlich ist, sind, das muß man wissen, organisierte Aufständische, die seit Wochen an der Organisierung der Hetze gegen Pastor Harlftnger beteiligt sind. Llm -en Vorsitz in Genf. Henderson zum Tausch grundsätzlich bereit. L o n d o n, 2. Jan. (TU.) Zu der Frage des Vorsitzes auf der kommenden Tagung des Völkerbundsrates erfährt der Londoner Berichterstatter der Telegraphen-Ünion aus zuverlässiger Quelle, daß der englische Außenminister Henderson grundsätzlich bereit sei, den Vorsitz zu übernehmen, falls es Außen- minister Dr. C u r t i u s im Hinblick auf die Erörterungen über die deutschen Minderheiten in Polen für angebracht halten sollte, von dem ihm zustehenden Recht zur Uebernahme des Vorsitzes im 'Januar keinen Gebrauch zu machen und dafür einen Tausch mit dem Vorsitzenden der n ä ch st e n Tagung einzu» gehen. In dieser Angelegenheit hat bereits ein M e i - nungsaustausch zwischen den deutschen und englischen zuständigen Stellen auf dem üblichen Wege stattgefunden. Eine endgültige Entscheidung dürfte er" zu erwarten sein, wenn in Genf die Frage des Vorsitzes offiziell zur Sprache gebracht wird. Frankreich sekundiert. Besprechung zwischen Hoesch und Briand. Paris, 31.Dez. (TU.) Der deutsche Botschafter von Hoesch, der in den Weihnachtstagen Gelegenheit hatte, mit dem Reichsauhenminister C u r - t i u s zusammenzutreffen und der gestern von seinem kurzen Urlaub nach Paris zurückgekehrt ist, hatte heute eine längere Unterhaltung mit dem französischen Außenminister Briand über schwebende politische Fragen. Wie von unterrichteter Seite mityeteilt wird, hat der deutsche Botschafter vor allem die Beschwerden Aur Sprache gebracht, die die Reichsregierung dem Völkerbund in der Frage der oberschle- si schen Minderheiten unterbreitet hat. Die Behandlung dieser Beschwerden in Genf stößt selbstverständlich auf lebhaftesten Widerstand von polnischer Seite. Es ist anzunehmen, daß Polen auch ht diesem Fall die Unter«- Die Kündigung im Ruhrbergbau. Essen, 31. Dez. (TU.) Vom Zechenverband wird mitgcteüt: Sn den Zechen des Ruhr geb letes wird am 2. Sanuar 1931 die Kündigung der Belegschaften durch folgenden Anschlag bekanntgegeben werden: „Die Schlichtungsverhandlungen über die Reugestaltung der Lohnordnung, die durch die Verschlechterung der Marktlage und die bereits erfolgte Kohlenpreissenkung notwendig geworden ist, haben zu keinem Ergebnis geführt. Wir sind daher gezwungen, zum Zwecke einer angemessenen Senkung der Löhne ter getarnten unter die Arbeitsordnung fallenden Belegschaften hiermit zum 15. Sanuar 1931 zu kündigen. Sn den Geschäftsstellen des Dergbaurndustrie- arbeiterverbandes, Bezirk Duhrgebiet, fanden 14 Funktionärkonferenzen statt, die sich mit der lohnpolitischen Lage im Ruhrbergbau befaßten. Sn allen Konferenzen wurde der Aufruf der Dergarbeiterverbände gutgeheißen, in Lenen die Belegschaften aufgefordert werden, keineneuenArbeitsverträgezu schließen, die die vom Zechenverband gewünschte Lohnherabsetzung vorsehen. Einer eventuellen Aussperrung am 15. Sanuar, so wurde weiter ausgeführt, würden die Bergarbeiter mit Ruhe und Entschlossenheit entgegensehen. Ebenso entschlossen würden sie sich gegen die politischen Streikparolen der KPD. und der revolutionären Gewerkschaftsopposition wenden. Schiedsspruch im sächsischen Steinkohlenbergbau. Leipzig. 31. Dez. (WTB.) Die unter dem Vorsitz des Schlichters für Sachsen, Ministerialrat Dr. Hauschild, in Leipzig ftattgehabten Verhandlungen der Schlichterkammer im sächsischen Steinkohlenbergbau haben zu folgendem Schiedsspruch geführt: Die Lohnordnung wird über den 31. Dezember 1930 hinaus mit ter Maßgabe verlängert, daß die Grundlohne um 6 Prozent herabgesetzt werden. Sn demselben Ausmaß verringert sich auch der Durchschnittslohn des Vollhäuers. Die Lohnregelung tritt mit dem 1. Sanuar 1931 in Kraft und gilt bis auf weiteres. Sie kann mit einmonatiger Kündigungsfrist erstmalig zum 31. März 1931 ^kündigt werden. Lohnherabsehung in der Remscheider Metallindustrie. Paris, 31. Dez. (Priv.-Tel.) Obwohl der Weltkrieg schon vor zwölf Sahren sein Ente gefunden hat, sind sich die Engländer und Franzosen über die Tilgung der in Lon don aufgelegten und gezeichneten französischen Kriegsanleihen noch immer nicht einig geworden. Die Franzosen wollen unter keinen Umständen ihre Schulten in Gold- franken zurückzahlen. Sie möchten noch ein Geschäft machen und chren Gläubiger mit entwerteten Papierfranken abspeisen. Das hat natürlich in England einen starken Unmut hervorgerufen und die britische Regierung wiederholt veranlaßt, in Paris vorstellig zu werden. Die Franzosen fühlen sich stark genug, eine Erfüllung der eingegangemen Verpflichtungen immer wieder hinauszuschieben, obwohl sie sich in den letzten Wochen einen Goldschatz zugelegt haben, der seinesgleichen in ter ganzen Ttelt nicht findet. Merkwürdigerweise wagen es die Engländer aber nicht, ihren Forderungen den entsprechenden Rachdruck zu verleihen, woraus Wohl am besten hervor geht, daß sich selbst das brifische Weltreich nicht mehr den Franzosen gewachsen fühlt. t ... , Böie erst jetzt bekannt wird, hat ter englische Schahkanzler am 24.Dezember eine neue Rote an die französische Regierung gesandt, in der er noch einmal darauf hinweist, daß die englischen Zeichner der französischen Anleihen darauf beständen, in Gold- frankenausbezahlt zu werden. Der Schahkanzler unterstreicht hierbei, dah die französische Regierung den englischen Zeichnern gegenüber die Verpflichtung übernommen habe, sie in Goldftanken auszuzahlen. Sn verschiedenen gleichartigen Prozessen, die vor ftanzösischen und ausländischen Gerichten, sowie vor dem Snternatio- nalen Schiedsgericht im Haag stattgefunten hät- Oer Faschismus und der Friede Eine Rundfunkrede Mussolinis an die Amerikaner. Frankreichs Bündnissystem im Wanken. Belgien ein unsicherer Kantonist. Neuyork, 31. Dez. (CNB.) .Herold Tribüne" befaßt sich in einem Leitartikel mit dem Interview, das der belgische Sozialistenführer V a n d e r o e l d e einem Berichterstatter des Pariser „Populaire" gewährt hat, und betont, Vanderveldes Vorschlag zur Aufhebung des belgisch-französischen Militärbündnisses sei das erste Anzeichen einer Schwäche in dem System der Sicherheit durch Bündnisse, auf dem Frankreich die Organisation des Nachkriegseuropas aufzubauen versuche. Diese Schwäche trete an einem der emp- findlich sten Punkte des Systems zutage. Wenn die Franzosen heute Belgien nicht sicher sein könnten, so müßten sie wohl i b r e _ gesamte Nordgrenze von Metz bis Dünkirchen b e f e ft i g e n. Möglicherweise erscheine Belgien der Gedanke anziehend, seine militärische und diplomatische Unabhängigkeit wiederzugewinnen, die ihm unter Umständen eine entscheidende Rolle bei dem dreiseitigen Manövrieren zwischen Frankreich, Deutschland und England sichern könnte. Indessen erweise es sich sehr selten als leicht möglich, ein aufgelöstes internationales System durch ein anderes zu ersetzen. Auch wenn man gegen die Militär- Hegemonie Frankreichs einwende, daß sie den Widerstand der anderen herausfordere und schließlich zu einer Katastrophe führen könne, so sei doch andererseits ber IBölterbunb nicht soweit fortgeschritten, baß er bie militärische Hegemonie Frankreichs ersetzen könne. Sollte biefe Hegemonie zusammenbrechen, so würbe fast «aiit Sicherheit ein System des Gleichgewichts die Folge fein, und man wisse nur zu gut, wir sich dieses europäiswe Gleichgewicht im Jahre 1914 ausgeroirtt habe. Aeujahrsempsang in Darmstadt. D a r m st a d t, 1. Jan. Bei dem Neujahrsempfang bcr hessischen Staatsregierung erklärte Staatspräsident Dr. Adelung u.a.: Das verflossene Jahr 1930 hat Deutschland schwere wirtsck-astliche und politische Erschütterungen gebracht. Die wirtschaftliche Not drückt besonders schwer auf uns. Zwar hat das Jahr 1930 die so lange ersehnte Befreiung der besetzten Gebiete herbei- geführt: die Sorge um die Behebung der Schäden der zwölfjährigen Besetzung steht vor allem bei uns in Hessen noch riesengroß vor uns. Dazu kommt, daß die Erleichterung, die bei den Reparationslasten der Youngplan bedeutet, sich infolge der Krise nicht so auswirken konnte, wie das bei normaler Wirtschaftslage hätte erwartet werden dürfen. Es steigt die Gefahr, daß als Folge untragbarer Lasten dem deutschen Volke seine soziale und sittliche Grundlage gefährdet, zum andern aber auch die Quellen für die endliche Gesundung ber Weltwirtschaft verstopft werden können. Das Verständnis für den deutschen Standpunkt wächst, daß der jetzt geltende Plan nicht das letzte Wort in den friedlichen Vereinbarungen zur Abwicklung des Weltkrieges und zu dauernder Befriedung der Nationen sein kann und darf. An ber Schwelle des neuen Jahres dürfen wir trotzdem und alledem nicht bie Zuversicht aufgeben, bah es gelingen wird, Deutschland aus der Not der Gegenwart herauszuführen. Wir alle müssen in zäher Energie und mit unbeirrbarem Willen leben Fatalismus abwehren und zusammenstehen in Besonnenheit zu gemeinschaftlicher Slrbcit in Reich, Staat und Gemeinden. Hotelbrand am Reujahrsmorgen. Sn Goldberg in Mecklenburg wurde das Hotel „Deutsches Haus" Lurch ein Grohfeuer vollständig vernichtet. Sn den oberen Stockwerken des Hotels entstand plötzlich Feuer, während unten in der Diele noch getanzt wurde. Die ersten Feuerrufe wurden als einSilvester- scherz aufgcfaht. Viele Gäste konnten rfcre Mäntel und Bekleidungsstücke nicht mehr in Sicherheit bringen, da ter Brand sich mit rasender Schnelligkeit ausdehnte. Die beiden nebeneinander liegenden Hotelgebäute brannten vollständig nieder. Ein Teil des Inventars konnte jedoch gerettet werden. Die Entstehungsursache Les Feuers ist noch ungeklärt. Ausgeglitten und den Halswirbel gebrochen. Don einem tragischen Geschick wurde die Familie des Selterwasserhändlers Fritz Arend von Kassel noch zu Jahresende betroffen. Der 64jährige Hritz Arend war abends spät noch einmal ausgegangen und in der Nacht nicht nach Haufe gekommen. Morgens wurde der alte Mann nun in dem Hausaufgang zu seiner Wohnung von seinem Schwiegersohn tot ausgefunden. Der Verunglückte ist wahrscheinlich bei seiner Rückkehr in der Dunkelheit ausgeglitten und hat bei dem Sturz den Halswirbel gebrochen. Don einem Schäfer erstochen. Aus tem Gut Schloß Grubenhagen bei Malchin in Mecklenburg wurde am Vormittag des Reujahrstages Rittergutsbesitzer Freiherr von M a l h a n von tem angetrunkenen Schäsermelster Lurch Messerstiche getötet. Rach Mitteilung des Oberstaatsanwalts in Güstrow tarn es zwischen tem Gutsbesitzer und dem Schäsermelster vor tem Schasstall zu einer Auseinandersetzung, bei der ter Schäfer dem Gutsbesitzer einen tödlichen Stich in die Halsschlagader beibrachte. Als ter Gutsbesitzer zusammenbrach, versetzte ihnl ter Schäfer noch drei Messerstiche m den Rücken. Der Gutsbesitzer erlag nach wenigen Minuten seinen Verletzungen. Der Täter wurde ins Iustizgesängnis nach Güstrow übergeführt. Zusammenstoß zwischen Autobus und Straßenbahn. Sn Pa is ly (Schottland) wurden bei einem Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Autobus 35 Personen verletzt, davon mehrere schwer. Schweres Autounglück in Amerika. Sn einer Vorstadt von Chikago wurde ein Automobil, in welchem zwei befreundete Familien von einem Ausflug zurückkehrten, an einer Bahnkreuzung von einem Zug e, überrannt. Von den Insassen des Automobils wurden neun aufderStellegetötet. Rur em drei Mv- nare altes Kind kam wie durch em Wunder mit dem Leben davon: es ist das einzige überlebende Mitglied der beiden Familien. Durch diesen folgenschweren iUnglücksfall ist die Zahl der Personen, die während der Feiertage in Chikago auf gewaltsame Weise ihr Leben verloren, auf 15 gestiegen. wieder ein Raubüberfall auf eine Slalionskasse. Auf die Eisenbahnstationskasse Horrem bei Köln wurde von zwei unbekannten Burschen em schwerer Raubüberfall verübt. Während der eine vor dem Schalterraum Schmiere stand, schlug der andere, der sein Gesicht durch schwarze Farbe un» kenntlich gemacht hatte, mit einer Schienenlasche das Schalterfen st er ein und stieg in den Kassenraum, wo er die Tageskasse mit etwa 400 bis 500 Mark Inhalt an sich riß. Der Stäuber gab auf den hinzukommenden Schalter- beamten, der sich in einem hinter dem Schalter- Iraum gelegenen Nebenzimmer aufgehalten hatte, einen Schuh ab, der jedoch fehlging, und fluchtete bann zusammen mit feinem Komplicen. Obgleich ten, hätten die Zeichner von Anleihen stets ihr Recht durchgesetzt, in Gold ausgezahlt zu werden. Sollte die englische Forderung angenommen werden, so würde dies eine jährliche Ausgabe von 100 Millionen Papier franken für Frankreich bedeuten, ©egenüber dem französischen Standpunkt bezüglich ter Frankenentwertung betont die englische Regierung, daß es sich hierbei um eine rein i nne r f r an z ö s r s ch e Angelege nh e i t hantele, die das Ausland nichts angehe. Sn ter Pariser Presse wird dieser neue Schritt der englischen Regierung lebhaft besprochen. Das „Saurnal“ bedauert vor allem, daß England durch seine Haltung die französisch-englische Verständigung im Augenblick ter bevorstehenden Abrüstungskonferenz in Zweifel stelle. Dies sei um so bedauerlicher, als der Schritt Macdonalds niemals zu einem Ergebnis führen könne. Mit ter Zeichnung ter französischen Anleihen hätten die Engländer gleichzeittg alle Risiken übernommen, vor denen in der heutigen Zeit der Krisen kein Land sicher sei. Es sei unverständlich wie England von Frankreich ein Vorrecht zu seinen Gunsten und zum Schaden der Franzosen verlangen könne. Der englische Standpunkt sei nur dann haltbar, wenn die Anleihen in England aufgelegt ryvrden wären und auch nur bann, wenn zu gleicher Zeit eine Goldgarantie von Frankreich übernommen Worten wäre. Der Fall liegt so klar, daß man sich fragen muh, weshalb die englische Regierung sich darauf versteift, einen unangenehmen Streit in die Länge z u ziehen und Hoffnungen zu unterhalten, die doch nicht befriedigt werden können. Es Iist doch gegenwärtig nicht der Augenblick, die Beziehungen der beiden Länder zu stören. Stützung der französischen Regierung inden wird, wenn es die deutsche Forderung ab- lehnt und die Zuverlässigkeit des deutschen Materials bestreitet. Schon jetzt handelt es sich daher darum, einen Weg zu finden, der es ermöglicht, einen Mißerfolg des deutschen Vorstoßes zu verhindern. Oie indische Konferenz am runden Tisch London, 2. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Minderheitenausschuß der Konferenz am runden Tisch hat bis kurz vor Mitternacht gearbeitet. Es wurde beschlossen, die Verhandlungen zwischen dem Hindu und den Mohammedanern wieder aufzunehmen. Der Führer der liberalen Hindu hatte vorher in einem Aufruf die Mohammedaner ersucht, dem Grundsatz der gemeinsamen Wahlkör- per zuzustimmen. Die Hauptsache sei jedoch, daß Indien Selbstregierung erhalte. Macdonald erklärte, die indischen Delegierten müßten s i ch untereinander einigen, auf jeden Fall könne er versichern, daß die Minderheiten a n - gemessenen Schutz erhalten würden; däs sei der Wille des britischen Parlaments. R e m s ch e i d, 31. Dez. (WTB.) Die Gewerkschaften der Eisen- und Metallindustrie von Remscheid und Umgebung hatten am 16. d. M. einen Schiedsspruch, der eine 7prozentige Lohnsenkung vorsah, a b g e ( e b n t, worauf der Arbeitgeberverband die Verbindlichkeitserklärung beantragte. Es fanden jetzt erneute Verhand- lungen vor dem staatlichen Schlichter statt, die zu einer freien Vereinbarung geführt haben, wonach vom 1. Januar 1931 ab die Löhne um 6 Prozent gesenkt werden. Aus aller Welt. Sprengstoffallental in Gotha. In der Silvesternacht kurz vor 24 Uhr verübten bisher unbekannte Täter in der Huhnersdorf-Str. 2, in der sich die Geschäftsstelle der NSDAP., Ortsgruppe Gotha, befindet, ein Sprengstoffattentat. Die Täter haben nach der polizeilichen Darstellung eine in einem 63 Zentimeter langen Stshlighr untergebrachte Sprengladung unter der Haustür hindurchgeschoben und durch eine Zündschnur zur Explosion gebracht. Die Sprengladung war mit einem Papierpfropfen abgedichtet, der, wie die Polizei feststellte, aus Teilen der Illustrierten kommunistischen Arbeiterzeitung bestand. Durch die Explosion ist nur geringer Sachschaden entstanden. Es wurde nur die Zwischentür aus dem Rahmen gerissen und eine Anzahl Fensterscheiben zertrümmert. Eine Frau, die zur kritischen Zeit gerade die Treppe herunterkam, wurde durch Glassplitter leicht verletzt, da sie sich möglicherweise noch nicht im Hausflur befand. Die Handlung trägt, wie erklärt wird, offenbar politischen Charakter. Der Tat dringend verdächtig sind drei Burschen, nach denen Nachforschungen angestellt werden. Explosion von Feuerwerkskörpern. Sn ter Silvesternacht ereignete sich in einem Dortmunder Geschäft eine Explosion eines Lagers mit Feuerwerkskörpern. Der Inhaber des Geschäfts wollte ferner Frau und sieben Gästen einen größeren Feuer-' Werkskörper vorführen und zündete ihn an. Durch die umherfliegenden Funken explodierte das ganze Lager mit Feuerwerkskörpern und das Geschäft geriet in Brand. Die sieben Gaste wurden schwer, die Frau des Geschäftsinhabers lercht verletzt. Bei einem Verletzten besteht Lebensgefahr. cl. 4. 51 w Uberdter ------Vai ftern des Wohlfahrtsamtes gedankt, die sich zur um damit vor allem auswärtigen Besuchern die Holzversteigerung. sLungenverschleimung 335 850 1280 35 540 rm rm Q « Altbewährt bei Störungen der Verdauungs- und Hamorgane und bet Stoffwechselkrankheiten (Gicht, Diabetes) hannäck. Husten. Luftröhrenkalarrh. Keuchhusten, Bionchialkatarrh, Asthma eic., behebt und linden selbst tn veralteten Fallen der schleimlösende „ 4. und 5. Klasse Buchen- und Eichen-Knüppel Buchen, und Eichen-Reis (2. und 3. Durchforstung in ganzer Länge). uns: Die iJn- werr veieiligt yanen. yiuu;inuiug=i Zhre Verlobung geben bekannt Minny Dörr August Martin Mittwoch, den 7. d. sollen in den Distrikten Stangenwald und Buchwald versteigert werden: 120 Wiesbaden Gießen Dinkeler Straße 6 Großer Steinweg 23 Dezember 1930 Fichtenstangen l.und 2. Klasse 3. Klasse ~ Leopold Löb Telephon 4181 Gieße« Nordanlage 1 Ab heute sieht ein größerer Transport 18D ostpreußifche, hochtragende MemM-er in meinen Stallungen Hommstr.-lS zum Verkauf. Verfolgung sofort ausgenommen wurde, konnten die Räuber, die während der Flucht noch mehrmals Schüsse abgaben, ohne jedoch zu treffen, unerkannt mit der Beute in den benachbarten Wald entkommen. Brunnenschriften durch dae Fachfnger ZentralbOro, Berlin 131W 8. WUhelnutr. 51. Erhältlich In Mlnerelwatserhandlungen, Apotheken, Drogerien usw. sowie in Gießen bei Jean Weisel, Sonnenstr. 6, Tel. Nr. 3888 Gelegenheit zu bieten, die besten Werke unseres SpieftKans kennen zu lernen Als erste Fremdenvorstellung im Jahre 1931 geht am Sonntag. 4. Ianuar, die erfolgreiche Schlageroperette »Meine Schwester und ich" mit eigenen Kräften in Szene. Obschon diese Operette bereits einmal als Fremdenvorstellung gegeben wurde, trägt die (Intendanz vielen Wünschen nach einer nochmaligen Wiederholung Rechnung. Der Erfolg, den dieses musikalische Lustspiel an allen Bühnen zu verzeichnen hatte, ist ihm auch in Gießen geblieben. Die Spielleitung hat Intendant Dr. Prasch selbst übernommen: musikalische Leitung Kapellmeister Fritz Cuje; Einstudierung der Tänze Ewald Bäulke. Beginn der Vorstellung: 18.30 ilfyr, Ende 21.30 Uhr. *• Evangelische Psarr Personalien. Die Stelle eines Pfarrassistenten in der evangelischen Gemeinde zu Giehen wurde vom 1. Januar ab mit dem Pfarrassistenten Wilhelm Seemann aus Schwerin (Mecklenburg) beseht. Ferner wurde dem Pfarrassistenten Pfarrer Otto Hahn zu Heppenheim a. d. B. die erste evangelische Pfarrstelle zu Erbach. Dekanat Erbach, und demPfarr- verwalter Lic. Justus Ferdinand Laun zu Okarben die evangelische Pfarrstelle zu Okarben, Dekanat Rodheim, übertragen. •• For st Personalien. Ernannt wurden die Forstreferendare Wilhelm Preih in Ober- Gleen, Ludwig Schäfer in Butzbach, Martin Schmidt m Gedern und Helmut B i g e n e r in Kloster Arnsburg bei Lich zu Forstassessoren. •• Preußisch-Süddeutsche Klassen- lotterie. Um den Verlust des Anrechts zu vermeiden, müssen die Lose planmäßig bis zum 5. Januar, 18 llfjt, bei dem zuständigen Lotter ie- einnehmer erneuert sein. **DieErhebungundBeitreibungder Hundesteuer von Hundebesitzern in der «Stadt Gießen für das Jahr 1931 wurde vom Minister der Finanzen und vom Minister des Innern auf die Stadt Gießen übertragen. Näheres in der heutigen Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Januar 1931. Oer Raucher. Die Anhänger der Anti-Nikotinbewegung haben mein vollstes Mitleid. Denn abgesehen davon, daß sie einen Kampf gegen Windmühlen kämpfen, oder besser als Fliegen einen Kampf gegen Elefanten, kennen sie zudem noch nicht einmal — wenigstens in ihrer großen Mehrzahl — den Genuß, den vernünftiges Rauchen bietet. Sie wissen nichts von dem Genuß, den so ein Glimmstengel, oder ein Pfeifchen Tabak nach dem Essen bieten, sie „sehen" nur das Gift, das der Raucher „einschluckl", ohne zu bedenken, daß das Nikotin lange nicht so gefährlich wirkt, wie man das allgemein glaubt. Oder aber sie rechnen, mit Logarithmentafel und Rechenschieber bewaffnet, haargenau aus, wieviel tausend Mark von jedem einzelnen gespart werden könnten, wenn er das Rauchen sein lassen würde. Die Armen! Sie wollen cs nicht wahr haben, daß das Rauchen mitnichten das Leben verkürzt, sie negieren einfach die Tatsackje, daß es außer den paar alt gewordenen Nichtrauchern eine ganze Menge alter und älterer Leute gibt, die schon rauchen, seit sie lange Hosen tragen dürfen, und wohl auch schon vorher hin und wieder eine verbotene Zigarre gekostet haben. Mein Großvater beispielsweise war mit 82 Jahren noch ein entschiedener Gegner der Antinikotiniker, aber der Mann konnte stundenlang marschieren, so daß ein Jüngerer zuweilen seine Not hatte, um mitzukommen. Und das ist kein Einzelfall. Und was das Sparen anbelangt: Rein rechnerisch und in der Theorie mag das stimmen, daß, sagen wir einmal, hundert in der Woche gesparte Zigaretten im Monat 400 und im Jahr rund 5000 ausmachen, oder in Bekanntmachung. ** Der Alice-Frauenoerei n veranstaltet demnächst eine Feier, in der verdiente männliche und weibliche Hausangestellte, die 20 Jahre und länger bei einer Familie gedient haben, geehrt werden sollen. Näheres in der heutigen Anzeige. ** Weihnachtsfeier für die Kriegerkinder. Der Alieefrauenverein veranstaltete auch in diesem Jahre wieder eine Weihnachtsfeier für die Kinder der Kriegerhinterbliebenen und der Kriegsbeschädigten. Die kleinen Gäste wurden auf mancherlei Art unterhalten; gemeinsam gesungene Weihnachtslieder, lebende Bilder und die Vorführung von EngelsbUdern schufen die weihnachtliche Stimmung und bereiteten den Kindern viel Freude. Die Gäste wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet und dann mit allerlei Geschenken bedacht, die auch in diesem Jahre wieder reichlich gestiftet worden waren. Das Fröbelseminar, Leiterinnen und Schülerinnen, hatte sich wieder aufopfernd in den Dienst der Sache gestellt und sich damit neben anderen die Dankbarkeit des veranstaltenden Vereins erworben. Die Feier, die überaus harmonisch verlief, war nicht nur für die Kinder ein freudiges Erlebnis, sondern auch für die anwesenden Erwachsenen. "Weihnachten in der Herberge zur Heimat. Am Heiligen Abend kehrten etwa 70 Wanderer in der Herberge zur Heimat em, die bank der Opferwilligkeit der Gießener Bürgerschaft reichlich beschenkt und verpflegt werden tonnten. Erfreulicherweise standen auch viele Kleidungsstücke zur Verfügung, so daß am anderen Vormittag manches schadhafte Stück erseht werden tonnte. Bei der Bescherung hielt Hausvater Loh eine Weihnachtsansprache, wobei er auf die schweren Röte dieser Zeit hinwies und dem Wunsche Ausdruck verlieh, daß auch die Wanderer, soweit sie bessere Tage erleben wurden, die Rot der anderen nicht vergessen sollten. Der Abend verlief bei einer guten Zigarre und einem Glase Bier, sowie beim Gesang unserer alten schönen Weihnachtslieder in harmonischer Weife. ** Weihnachtsfeier in der Heil- und P f l e g e a n st a l t. Die diesjährige Weihnachts- feier in der Heil- und Pflegeanstalt vereinigte Aerzte, Beamte, Personal, sowie die Pfleglinge in großer Zahl in der Anstaltskirche. Die Feier trug eine besondere Note, denn außer dem Bläserchor des Vereins für christliche Musik Gießen hatten sich zahlreiche Pflegerinnen der Anstalt mit Chorgesän- gen, Duetten und Gedichtvorträgen in den Dienst der Sache gestellt. Die verschiedenen Vorträge umrahmten die Ansprache des Oberpfarrers Müller und die Liturgie in glücklichster Weise und boten ein sehr lebendiges, buntes Bild. Die Mitwirkenden entledigten sich ihrer Aufgaben mit großem Geschick und fanden eine ebenso dankbare, wie aufmerksame •• Ruhige Reujahrsncrcht. 3m Gegensatz zu früheren 3ahren vollzog sich der Jahreswechsel diesmal in wesentlich ruhigerer Art. Zwar wurde schon von den frühen .Abendstunden an mit allen möglichen Feuerwerks- törpern geknallt, im ganzen blieb aber der Spektakel doch zurück hinter dem Ausmaß des Silvester krawalls der vorhergehenden 3ahre. Auch der Verkehr in den Straßen war, Wohl nicht zuletzt unter der Einwirkung des unfreundlichen Wetters, geringer als früher. Erfreulicherweise hatten auch die Polizei und die Sanitätswache keinerlei Anlaß zum Eingreifen, da der Betrieb überall in guter Ordnung vor sich ging. Der Reiseverkehr auf der Bahn ging am Silvestor- tage und an Reujahr nicht über den üblichen Rahmen hinaus. Die Iahresschlußgottesdienste am Silvesterabend und die Reujahrsgottesdienste waren in allen Kirchen gut besucht. ** Theaterkritik vom Lande. In der Sitzung des Gießener Kreistages vom Dienstag, über die wir am Mittwoch berichteten, erwähnte der Kreistagsabgeordnete Landgerichtsdirektor Schudt gelegentlich der Aussprache über den Kreiszuschuh an das Gießener Stadttheater u. a., der „Gießener Anzeiger" habe eine Besprechung des Licher Gastspiels unseres Theaters nicht veröffentlicht und nur einen farblosen Bericht gebracht. Wir möchten nicht verfehlen, dem Abgeordneten Schudt und den übrigen Mitgliedern des Kreistages zur Kenntnis zu bringen, daß es sich bei dem erwähnten Bericht um eine kritische- Würdigung der Aufführung unseres Theaters handelte, die bereits von unserem zuständigen Theaterreferenten gelegentlich der Erstaufführung im Gießener Stadttheater erfolgt war. Es geht aus naheliegenden Gründen nicht an, datz wir neben unserer fachlichen Würdigung des Theaters noch Berichte mit kritischer Wertung des gleichen Stückes und der darstellerischen Leistungen au Grund der Gastspiele des Ensembles in den verschiedenen Orten des Kreises bringen. •* Fremdenvvrstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt u^s:^Die Intendanz beabsichtigt, auch im neu«' Mark die runde Summe von 250. Das ergäbe auf sagen wir 50 Jahre berechnet 12 500 Mark. Gewiß ein ganz erkleckliches Sümmchen. Die Rechnung an sich stimmt zwar, aber... Neulich las ich irgendwo folgendes: Ein Mann raucht auf der Straße eine dicke Zigarre. Ein anderer tritt auf ihn zu und fragt: „Wieviel solcher Zigarren rauchen Sie am Tage?" .Zehn!" „Sie Verschwender" sagt der andere, „rechnen Sie sich aus, wieviel Geld Sie gespart haben könnten, wenn Sie etwa 30 Jahre lang nicht geraucht hätten! Jener Häuserblock könnte Ihnen gehören!" Der Raucher: „Erlauben Sie eine Gegenfrage: Gehört der Block Ihnen, da Sie durch Nichtrauchen anscheinend so viel gespart habend Der andere: „Nein!" Der Raucher: „Nun, mein Herr, da kann ich Sie beruhigen, jener Häuserblock gehört nämlich mir!" Sprachs und ließ den Rechcn- künsller stehen. Denn solche Rechnungen stimmen schon deshalb nie, weil sich der Raucher das Rauchen in den seltensten Fällen aus freien Stücken abgewöhnt, der Nichtraucher aber nie mit dem für Rauchmatcrial auszugebenden Geld gerechnet hat. Also hat er es auch nicht übrig. W. N. Wandkalender des Gießener Anzeigers für 1931. Das breifarbig gedruckte Kalenderblatt ist von dem Frankfurter Künstler W. Fahrenbruch, einem Schüler des in Hessen besonders bekannten Malers B ö h l e , entworfen. Die Schmuckbilder auf Vorder- und Rückseite versinnbildlichen in markigen Zeichnungen die Frühjahrs- und Herbstarbeiten des Landmannes, Saat und Ernte, wobei die Pferdegespanne an Böhle erinnern. Die Kalenderfelder sind übersichtlich angeordnet und weisen Schreibraum neben jedem Tag des Jahres auf. Die Ausgabe des Künstlerkalenders erfolgt an alle Bezieher des „Gießener Anzeigers", und zwar auch an diejenigen, die die Zeitung vom 2. Januar an halten. »LZoruotizeu. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater Giehen: »Die drei Musketiere", 19.30 bis 22.30 Uhr — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die drei von der Tankstelle". — Die Hessische Vereinigung für Volkskunde veranstaltet am Montag, 5.Januar, 20.15 Uh< im Hörsaal Rr. 33 der Universität, einen Vortragsabend, an dem Dr. Otto Bramm vom Museum für deutsche Volkskunde in Berlin sprechen wird. An dem Beispiel der süddeutschen Bauernmalerei in Votiv- und Heiligenbilder soll für das große Gebiet der Volkskunst Verständnis geweckt und gefördert werden. 3n unserer Gegend äußert sich die Volkskunst zwar teilweise auch in Malereien, jedenfalls aber kaum in den dem Vortrag zu Gründ gelegten Erzeugnissen. Um so interessanter wird es für den Hörer fein, die gemeinsamen Wurzeln der Kunstäuherungen des Dolles in denen anderer deutscher Stämme und Gebiete wiederzufinden. Eine große Anzahl von Lichtbildern wird die Ausführungen des Redners unterstützen. Wir verweisen auf die Anzeigen in der letzten Dienstagnummer und in der morgigen Damtag- nummer. Das tonische Kräftigungsmittel tür Körper, Nerven und Herz ist Kalophat-Wein Flasche Mk. 4.50. Fabrik: Engelapotheke In allen Apotheken zu haben. Zusammenkunft vormittags 9XA Uhr auf der Marburger Sttaße an der Landes- grenze. Friedelhaufen, am 2. Januar 1931. Freiherr!, v. Rabenau'sches Revier Frledelhausen: 3d)weibe^ Opfer der Berge. Das Föhnwetter hat gestern in den Stubaier Bergen zwei Todesopfer gefordert. Beim Aufstieg mehrerer Reichsdeutscher zu den Finstertaler Seen trat der Apotheker Krensch aus Köln ein Schneebrett los. das Krensch und zwei Herren in die Tiefe riß. Während letztere unversehrt blieben, konnte Krensch nur als Leiche geborgen werden. — 3m Gebiete der Pforzheimer Hütte brach ebenfalls ein Schneebrett los und überraschte eine aus sechs Önnsbrucker Handelsschülern bestehende Gesellschaft. Zwei junge Leute wurden in die Tiefe gerissen und vom Schnee begraben. Einer konnte lebend geborgen werden, während der andere, der 19jährige Wilhelm Sperling aus Innsbruck, nur noch als Leiche aufgefunden wurde. Seebeben im Stillen Ozean? Millionen von Fischen sollen in einem großen Seebeben umgekommen sein, das sich in der Nähe der chilenischen Küste im Stillen Ozean ereignet hat. Unter der Küstenbevölkerung von Chile herrscht große Furcht, da sie die geheimnisvollen Donnergeräusche als die Vorläufer eines neuen Unglücks ansieht. Längere Erdbebenstöße sind in Vallenar und an anderen Orten verspürt worden. Uebelriechende grüne Seen, so meldet Reuter, schlagen an die Küste von Nordchile. Die Behörden haben die Einwohner vor dem Baden in der See gewarnt und auch die Berührung des Wassers untersagt, da eine Untersuchung, ergeben haben soll, daß erhebliche Mengen von verwesten Tieren darin gefunden wurden. Sturmflut in bet Südsee. RgH einem Funkspruch des Dampfers „Duris" ’ hat ein Erdbeben, das von einer etwa 2,5 Meter hohen Sturmflut begleitet war, am Weihnachtsabend die in der Südsee liegenden w e st - lichen Inseln nördlich von Reu-Guinea erschüttert. Aus den zu ihnen gehörenden Awin- 3nseln wurden Häuser und Vieh ins Meer gerissen. Das Befinden Marschall Joffreß. Die Aerzte Marschall 3offres veröffentlichen einen Krankheitsbericht, wonach der Marschall schläft. Kurz vor der Veröffentlichung des ärztlichen Bulletins hatte sich in den Mittagsstunden die unzutreffende Rachricht verbreitet, daß der Marschall bereits gestorben sei. Sie war aüch bereits ins Ausland weitergeleitet worden. Um Mitternacht wurde folgender Bericht ausgegeben: Der Kranke hat das Bewußtsein nicht wieder erlangt und ruht, ohne zu leiden. Seit gestern vormittag ist keine Aenderung in seinem Befinden eingetveten. Parker Gilbert tritt in das Bankhaus Morgan ein. Der frühere Generalagent für die Re- parationszahlungen, S. Parker Gilbert, wird in das Bankhaus 3. P. Morgan & Co. als Teilhaber eintreten. Parker Gilbert wird 19. „Generalpartner" der Firma sein und die gleiche Stellung bei Morgan Grenfell, London, und Morgan and Company, Paris, bekleiden. Es verlautet, daß keine Abweichung von der bisherigen Politik der Dank, insbesondere auf dem Gebiet der Gewährung von Auslandanleihen beabsichtigt ist. «Mitarbeit bet der Bescherung zur Verfügung g*. teilt hatten. Die Abendfeier verlief bet gutem De« uch in der gleichen harmonischen Weise. Auch diesmal waren wieder die Vertreter der Behörden aller । Art, mit denen der Reichsbund praktisch zu arbeiten hat, anwesend. Der 1. Vorsitzende Kam. Wall« d o r f • Gießen eröffnete nach einem Prolog mit einer Ansprache die Feier. Er dankte besonders den Vertretern der Behörden für ihr Erscheinen sowie s den Mitgliedern der Freien Turnerschaft für die turnerischen Vorführungen und Herrn Habermehl für die gesanglichen Darbietungen, die zur 23er« schöneruna des Festes beigetragen haben. Den musikalischen Teil der Feier hatte die Reichsbannerkapelle Gießen übernommen. Für die Stadtverwal- ( tung und Behördenvertreter sprach Verwaltungs- Inspektor Gräf- Gießen, der das gute Einvernehmen zwischen Reichsbund und Behörden betonte. Berliner Börse. Berlin, 2. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der erste । Frühverkehr im neuen Jahre zeigte eine freundlichere Grundstimmung. Der feste Schluß der Neuyorker Mittwochsbörse und der in Südwales ausgebrochene Bergarbeiterstreik gaben eine gewisse Anregung, i ohne daß das Geschäft allerdings eine Belebung er- 1 fahren hätte. Aktienkurse waren vorläufig noch nicht zu hören. Am Devisenmärkte nannte man London I gegen Paris 123,63, London gegen Mailand 92,7^ London gegen Spanien 46,25, London gegen Am- I sterdam 12,06, London gegen Kabel 4,8555, London gegen Berlin 20,3850 und Kabel gegen Berlin Oie Wetterlage. Zuhörerschaft. , „ . ** Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen. Man berichtet uns: In der Turnhalle am Oswaldsgarten fand die Weihnachtsfeier des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Orts- gruppe Gießen, statt. Am Nachmittag wurden über 400 Kinder beschert. Der Gausekretär Benner, Gießen, begrüßte die Teilnehmer. Er wies besonders auf die Bedeutung der diesjährigen Weihnachtsfeier hin und dankte allen, die sich praktisch an dem Hckfs- werk beteiligt hatten. Die Nachmittagsfeier wurde ..............'.......07883..... Familien-Drucksachen _ . . _ Vermählungsanzelgefl bei Brühl, SchulstraBe Geburtsanzeige« ~ta Corona QWolxenlos. <3 ntrter. Q nafb DtdtcxL » wowrg. • oeetett «Reoti> * Sehnte »Graupeln. c fiedel K6twiutr^)win Oit friede (Degen ernt dem uindc Vie 00 den Stationen jteneoden Za» «tn geben die Temperatur an. Oie Linien «eroinaco Ort« «nil ofticbtfli auf «teeresnWeau umger«hneu> Loftdrucx Wettervoraussage. Der tiefe Druck über dem Kanal hat sich wiedee über Deutschland ausgebreitet und dabei während der verflossenen Nacht zu Niederschlägen geführt. Mit dem Drehen der Winde mehr nach Westen zu gehen die Temperaturen erneut zurück, so daß in unserem Bezirk die Werte im Vergleich zu den gestrigen bereits wieder bis zu 3 Grad tiefer lagen. Don Westen her steigt der Luftdruck durch die kältere Luft an. Dadurch dürste das Wetter etwas beständiger werden und die Niederschlagstätigkeit Nachlassen, jedoch sind in Begleitung der Ozeanluft zunächst außer Bewölkung auch noch vereinzelt« Schauer zu erwarten, die bei der weiteren Abkühlung vielfach in Form von Schnee niedergehen dürsten. Aussichten fürSamstag: Kälteres, wechselnd wolkiges Wetter mit vereinzelten Regen-, tn höheren Lagen Schneeschauern. Lufttemperaturen am 1. Januar: mittags 4,6 Grad Celsius abends 3,9 Grad: am 2. Januar: morgens 2,5 Grad. Maximum 5,8 Grad, Minimum 2,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. Januar: abends 1,4 Grad: am 2. Januar: morgens 2 Grad Celsius. — Niederschläge 8,2 mm. Amtliche Wintersportnachrichtea. Sauerland, Winterberg: Schneetvei? ben, —2 Grad, 22 cm Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln gut Alpen, Gar misch - Partenkirchenr Schneetreiben, — 1 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 2 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodeln sehr gut. __________(Schluß des redaktionellen Teils.) Als erste hessische Geldlotterie im neuen Jahre zieht die Offenbacher Geldlotterie. Die Ziehung findet am 9. Januar statt. Wir verweisen auf das in dieser Ausgabe enthaltene Inserat.__________4v fest; 3sl nami o/ /wa Jelin , o Lond; o/ H b In Was uaierscheidet meinen lanuar-Verkaui von so vielen anderen? Das reelle Spezialßeschält, wo man sich so Siotze Mühe ßibt! Winter-Vergnügen Flotte Militärmusik 02 Programm-Beginn pünktlich 20 Llhr / Oer Vorstand Lichtspielhaus «Gießen 10 A A Gießen (Mühlstr. 32), Mainz, Marburg. London, den 31. Dez. 1930. A 20 D Anfangszeiten: 4.00, 6.00 und 8.30 Uhr uti am Brandviatz. RASSOL 15D erwünscht. 2 AUSNAHME TA6Ebe.S&F (04 'jJiöbcüens -S 78 3.').-. 28. 34.-. 30.-. 28.-. v 20 RA weisen. 3D Birmane Ecke Volksfest. Kein Laten. Wegen Ersparnis hoher Latonmiete 1 Troppo hoch Polat., Stehl- raatr..Klnderh.,Chaii«el., an jeden, Teilzahlg. Ketal 'r. ■Cleenmftbelfahrik SnhLTh. fleh-Palelots von 30.- an Borsehen-Mänlel -K 28.—. 2").—. 22.—, 18.-. Mäntel Ihr Jünglinge J<- 24.—. 20.—. 16.- Loden-Ontel von 15 — an. 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Dezember 1930 fimnstoQ.öJ 3on.31, abends 830 im ..Andrees“ Soi.nenstra e. ohne Samtkraueu 42.—. 38.- Oiiarieitverm Gießen Mitglied d. Deutsch., Heff.u. Lahntal-Sängerbundes Lagd-Verpachtung. Montag, den 9. Februar L 3n nachmii- tags 3 Uhr, wird im Rathaus zu Homberg (Oberhessen), Station der Nebenbahn Burg- Nieder-Gemünden —Kirchhain, die zirka 980 Hektar große Feld- und Waldjagd der Stadt Homberg (Oberhessen) in drei Teilen, evtl, auch zusammen, auf sechs oder neun Jahre verpachtet. Darunter befinden sich zirka 1450 Morgen Wald. Zu bemerken ist noch, daß auch im Monat Februar die fiskalische Jagd verpachtet wird. Pachtliebhaber wollen sich an die unterzeichnete Stelle wendet Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. Unbekannte Pachtliebhaber wollen sich aus- TleujahrS- Versammlung 5om6log, öen 3.1 31 tm fl0D „Hessischen E>vi". SCHADE & FULLGRABE In Gottes unertorschlichem Ratschluß war es gelegen, heute trüb 5 Uhr unsere innigstgeliebte Schwester. Schwägerin und Tante Fräulein Sofie Sommeriad 91 flo Arhmoino bel°nt,ers aud> Kränkliche, ■Uue PUJlUeilU:, zurückgebliebene und lolche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes 1863-1913 Am 31. Dezember starb unser lieber Alterskollege Herr Ludwig Becker Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Die Beerdigung findet Samstag, den 3. Januar 1931, vormittags 11 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. Haodarbeilsseluile LandmaDD, Siidanlage 7 Unterricht in Weifenähen und Schneidern sowie allen feineren Handarbeiten auch Weben und Malen w Beginn des Onterrichts: Montag, den 5. Januar 1931 Des ungeheuren Erfolges wegen verlängern wir bis einschi. Samstag, 3. Januar die herzerfrischende und schönste Tonfilm-Operette der Welt Die drei vonderTankstelle Der Alice-Frauenverein vom Roten Kreuz macht bekannt, daß, rote alljährlich, die Ehrung der männlichen und roeibltchen Hausangestellten, die 20 Jahre «polizeilich nachweisbar» in einer Familie gedient haben, fmitfinbet. f2i > Meldungen werden Ludwigöplatz 10II. enigegengenommen. Schluff der Vtfte 3t. Januar 1931. A Lospreis 50 Fig. empfiehlt A. Dinkelmann Worms Frankfurt a. M. 20060 Hier bei allen Staatl. Lotterie-Einnehmern und Losegeschflften. [4V Soziale «MM der Zufgtbtr v. ©teilen» Angeboten Ist es, die ein» gegangen Bewerbung«» unterlagen (Zeugnisse, ZeugntsabschnsL £(<$)!• bilder u.bgt.lschnellstmU xuriidiuf. Die «Stellung» fuAenben flnb banfbar kofür, wenn man Ihre Semühangen zur o? s-: (§<= S2 OZ ■s ci-O X- tu WZ- E °=^- ?S=s. J>g_ = KgL Ä 5 9.E X Z az o'Z’tXof'-T-o HS «an 2 5S ?<<9^ 2 ,8 £^- LA.-K.Eb.- - g - 0 ®Ü) es 5 tK' Z2Z w — ~ G<- JoE L 2 « S) : L E^«sa EL-. 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Januar 1951 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefjen) Die „Wacht am Rhein" in Griechenland. Don unserem Sofioter W.-E.-D.-Derichterstatter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Athen, Dezember 1930. Bulgarien und Griechenland können, im Zeitalter des Verkehrs, den Duhm für sich Türme", daran geklebt die Häusermasse des beim großen Brand von 1917 verschont gebliebenen Stadtviertels. Saloniki will neu werden: aus dem Schutthaufen der verbrannten Stadt sind Tausende neuer, schöner Häuser an schnurgeraden, breiten Boulevards erstanden, die Läden sind gefüllt mit den Waren des Westens und des Orients, man kauft und verkauft, hastet und in Anspruch nehmen, daß sie die europäischen ^Nachbarländer ohne direkte Eisenbahnverbindung sind. Der Weg von Sofia nach Athen führt entweder über das serbische Disch oder das türkische Adrianopel. Der letztere Umweg ist eine der vielen Geduldsproben des orientalischen Reisens. 2m „Konventional- schnellzug" — dem erfolgreichen Konkurrenten des teuren und darum meist leerfahrenden Orient» expreß — bummelt man gemütlich durch die Ma» riyaebene. Dach dem Verlassen der bulgarischen Grenzstation Svilengrad bekommt der europäische Reisende einen ausgezeichneten Begriff von den „Dachkriegsgrenzen". Zuerst noch 6 Kilometer bulgarisches Gebiet, dann folgen 36 Kilometer Griechenland, bis man in den vielumstrittenen türkischen Dahnhofszipfel K a r a g a t s ch , dem Bahnhof Adrianopels auf türkisch Edirne, auf bulgarisch Odrin — einläuft, allwo man die Uniformen der Polizei dreier Staaten: Bulgarien, Türkei und Griechenland studieren kann. Don ferne glänzen die Lichter des einstmals mächtigen Adrianopel, nach wenigen 'Minuten Fahrt kommt man, wieder auf griechischem Gebiet, zu der Deugründung Dea-Orestias, der neuen Stadt, in der sich 30 000 griechische Flüchtlings aus Adrianopel angesiedelt haben, nur wenige Kilometer von ihrer alten Heimat entfernt. Dach zwei Stunden ist auch der Rest des griechischen Teiles der Balkanbahn durchfahren. Pythion, das Gegenstück zum türkischen Ozunköprü, nimmt den Reisenden aus, der auf dem Wege nach Dedeagatsch, dazu verurteilt ist, drei Stunden auf dem öden Bahnsteig dieses Grenzbahnhofes zu verbringen. Da der Aufenthalt äußerst geschickt zwischen ein und vier Uhr morgens gelegt ist, muß die Frage der Unterkunft gelöst werden. Der Schankwirt am Bahnhof von Pythion ist ein guter Mann: er überläßt uns, nach Konsum einiger Gläser ausgezeichneten griechischen Kognaks, ohne Berechnung die Holzbänke seines Ausschanks als Ruhestätte, ftclft als Dotbeleuchtung eine Petroleumlampe zur Dersügung. Daß er hierfür keinerlei Entgelt annimmt, ist ein neuer Beweis für die nicht aussterbende Gastfreundschaft des Orientalen. Wem das Warten zu lang wird, der kann sich in das Studium eines mehrsprachigen Fragebogens vertiefen, der dem Ankömmling von den elegant eingekleideten griechischen Grenzossizieren Überreicht wird. Diesmal — o Wunder — kein inquisitorischer Poli- zeifragebogen, sondern ein nachahmenswertes Mittel wr Hebung des Fremdenverkehrs in Griechenland, zu beantworten beim Derlassen griechischen Bodens: „Was hat Ihnen gefallen? Welche Straßen, Bahnen waren schlecht — oder gut? Waren Sie mit Hotel, Schiss, Taxilenker, Fremdenführer, Reiseagentur zufrieden? Tatsächlich gibt man sich in Griechenland allerhand Mühe, auch die Ansprüche eines verwöhnten und im Anfang kritisch eingestellten europäischen Reisenden zu befriedigen. Dach zwölfstündiger Fahrt durch die Tabak- selder und Rcbenhänge Thraziens, vorbei an Tanthi, Drama, Serres — linker Hand das Meer, rechter Hand das gewaltige Gebirge der Rodopen — umfängt einem das Menschengewühl Salonikis, nach dem Piraeus der größte griechische Hafenplatz. Am breiten Hafenkai der Koloß des „Weihen Turms", das uralte Wahrzeichen Salonikis, im 12. Jahrhundert von normannischen Eroberern erbaut. Hoch über der Stadt „Iedi-Kule" die Türkenfeste „Siebenschreit. Am Kai, Reihe in Reihe mit großen Hotels — darunter der weiße Marmorbau eines Luxushotels — beschauliche Kaffeehäuser türkischen Gepräges, in denen der türkische Kaffee als „Cafe Oriental" bezeichnet wird, um das bei den Griechen ungern gehörte Wort „türkisch" zu vermeiden. Zwischen der Stadt und der Wardar- mündung die stets wachsenden, schier unübersehbaren Anlagen des Freihafens, mit Lagerhäusern, Getreidesilos, weiten Stallungen sür Groß- und Kleinvieh. Und das Schönste: alles blitzsauber, hygienisch und ordentlich im Stand gehalten — von „Orient" keine Spur. Daneben öd und verlassen die den Jugoslawen nach harten diplomatischen Kämpfen zu» gestandene eigene Freizone, die jedoch von den jugoslawischen Kaufleuten so gut wie nicht benutzt wird, weil die Einrichtungen des griechischen Freihafens so mustergültig sind, daß neben ihnen keine Konkurrenz aufkommen kann. Mitten im Treiben des „Boulevards der Siege", der Hafenstraße, fängt das Ohr des Bummlers die Töne der „W acht am Rhein" auf. — ?! — Ein unscheinbares Männchen singt sie, musikalisch richtig, aber mit unverkennbarem ausländischen Akzent. Wer ist's? Ein griechischer — Fremdenführer, der den Deutschen erkannt hat und sich durch Absingen des deutschen Liedes empfehlend in Erinnerung bringt. Ein paar Stunden später sah ich den gleichen Mann, wie er. hinter einem deutschen Paar einherlaufend, „die D ö g 1 e i n im Walde" sang. Don diesem zweifellos einzig dastehenden Beispiel des guten Klanges, dessen sich deutscher Sang erfreut, abgesehen.^ muß fest- gestellt werden, daß sich auch in den Ländern des Ostens mehr und mehr die deutsche Sprache als Reisesprache Bahn bricht, und wo man vor Jahren noch fast ausschließlich auf die Kenntnis des Französischen angewiesen war, kommt man in steigendem Maße mit Deutsch aus. Dähcrt man sich auf dem Lairdwege Athen, so hat man den Eindruck einer von Kakteen und Palmen durchwehten Anhäufung von staubbedeckten kleinen Häusern, hinter denen sich im Sonnenglast undeutlich die Hügel des Lykabettos und der Akropolis hervorheden. Um so angenehmer ist man enttäuscht, wenn man in einer der zehntausend Athener Autodroschken über spiegelglatte Asphaltstraßen zum Stadtzentrum saust, oft aufgehalten durch die weißbehandschuhten Derkehrsichutzleute in schneeweißen Tropenhelmen, umgeben von Autobus en letzter Dollendung, allerdings auch durchmischt mit solchen aus den Anfängen des Automobilismus. Wer dann, brav den Baedecker in der Hand, sich an Athens Sehenswürdigkeiten erlabt hat, wcr sich die Akropolis bei Tage — und was noch viel, viel schöner ist — bei Dollmondschein besehen hat, wer in der Athener, von Deutschen erbauten, Untergrundbahn durch das kilometer- I weite Flüchtlingsviertel zur Hafenstadt des P i - | raeus gefahren ist, wer den mühseligen AufBeim Fischfang vereist. Der amerikanische Fischschoner „Wanderer" wurde beim Fang nahe den neuschottischen Fychbanken vom scharfen Frost überrascht. Es war so falt, daß der Sprühregen der Wellen sofort zu E,s gefror sobald er die Takelage des Schiffes traf. Unser Bild zeigt den Schoner bei seiner Ankunft im Hafen von Boston. stieg zu dem Athen beherrschenden LhkabettvS nicht gescheut hat, der hat ein Recht auf Ruhe. Don guten Freunden geleitet, findet er sie nicht in den mondänen Hotelrestaurants oder eleganten Kaffeehäusern, an denen die griechische Metropole wahrhaftig keinen Mangel hat, sondern in einem tiefen Keller. Er heißt „Samo s" und der Dame verrät, daß dort der edle Samoswem verzapft wird. Iawohl, verzapft aus mächtigen Fässern, an denen vorbei der Gast in eine bescheidene Trinkstube tritt. Bei Schafskäse und Weißbrot wird dem müden Wanderer zwanzigjähriger, dunkelbrauner süßer Samoswein kredenzt. An der Wand aber hängt, neben der griechischen Preistafel, eine solche in deutscher Sprache, woraus mit Recht zu schließen ist. daß die Deutschen Athens den Samoskeller zu' schätzen wissen. Dur wenigen gelingt e£, Freundschaft mit dem üblichen griechischen Land- rocin „Rehinas" zu schließen, der mit seinem beträchtlichen Harzgehalt zu sehr an Terpentinöl gemahnt. Aeuer Protest gegen den Abbau des Kreises Schotten. * Schotten, 31. Dez. Im dichtbeschten Saale des Gasthauses „Zur Krone" hielten die Beamtenschast, Gewerbe und H an del eine Prote st Versammlung gegen die Aufhebung des Kreises Schotten ab. Ramens des "Vereins für Handel und Gewerbe sprach zunächst Dr. D a m b m a n n über die Folgen, die gerade für die Geschäftswelt mit der Aufhebung des Kreises verbunden seien. Herr K. Zeschky ergänzte diese Ausführungen wirksam. Lehrer Blei als Vorsitzender des Orts- kartelles des Hess. Deamtenbundes setzte sich namens der Beamtenschaft in warmen Worten für die Erhaltung des Kreises ein. Damens der Stadt sprach Bürgermeister Menge!, er dankte für die Unterstützung, die d,e Stadt in ihrem schweren Kampse um die Erhaltung ihrer Existenz von so vielen Stellen erfahre. Er sprach die Hoffnung aus, daß die Parteien des Landtags keine Zustimmung zu einer so verhängnisvollen Maßnahme des Kreisabbaues geben würden. Abg. Reiber, Darmstadt, ver- reitete sich in längeren Ausführungen über die Derwaltungsreform und vertrat die Auffassung, daß man nicht an s o alten Institutionen, wie am Kreis Schotte n, rütteln solle. Für den Staat bedeute die Aufhebung des Kreises keine nennenswerte Ersparnis, die Bevölkerung des Kreises erfahre nur eine neue Belastung. Im Falle einer Auflösung wurde gerade die Betreuung der abgeteilten Bezirke an der Peripherie schlechter und stiefmütterlicher. Die Verkehrsverhältnisse im Vogelsberg seien an sich schon ungünstig, sie würden bei einer Kreisauflösung für die Bevölkerung ganz verheerend sein. In Baden habe die Regierung auch den Versuch der Kreisauflösung unternommen und die schlechtesten Erfahrungen damit gemacht. Eine gewisse Grenzregulierung sei hier und da erwünscht, aber an den bestehenden Kreisen solle nicht gerüttelt werden. Es bestehe die Hoffnung, daß der Landtag die gleiche Auffassung vertritt. Mit einem machtvollen Treue- gelöbnis, den Kampf um die Selbsterhaltung mit allen Mitteln weiterzuführen, wurde die einmütig verlaufene Kundgebung geschloffen. Daten für Freitag, 2 Januar. Sonnenaufgang 8.05 Uhr, Sonnenuntergang 16.02 Uhr. — Mondaufgang 13.32 Uhr, Monduntergang 6.18 Uhr. 1858: der Schauspieler Joses Kainz zu Wieselburg in Ungarn geboren, — 1861: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Sanssouci gestorben; — 1861: der Schriftsteller Wilhelm Bölsche geboren. Gießener Gtadttheater. „Nobert und Bertram". — „Die drei Musketiere". i. Am Silvesterabend bereitete das Theater einem erfreulich zahlreichen Publikum etliche harmlos vergnügte Stunden mit der "Neueinstudierung der alten Posse „Robert und Bertram'" (mit Gesang und Tanz) von Gustav R a e ö c r. Ueber die ausgelassenen Abenteuer der beiden lustigen Vagabunden haben schon Generationen von Theaterbesuchern gelacht, und es ist ein Brauch von alters- her, dieses nahezu unverwüstliche Stück, zu dem später übrigens noch ein zweiter Teil hinzugedichtet worden ist, von Zeit zu Zeit, sonderlich zu Fasching oder Silvester, wieder hervorzuholen und mit allerlei Beiwert, Einlagen, Ueberraschungen und zeitgemäßen Verzierungen über die Bretter laufen zu lassen. Ueber den Inhalt ist schlechterdings kein Wort mehr zu verlieren. Es handelt sich nur darum, daß man mit Laune und in der richtigen Stimmung an die Sache herangeht und Einfall und Witz genug aufbringt, die ollen Kamellen „auf neu" herauszupuhen. Das haben sie hier — unter der tüchtigen Regie von Heinrich Hub; musikalische Leitung: Fritz Cuje; Tänze: Ewald Bäulke; Dekorationen von Löffler; Kostüme von Huber - gründlich besorgt; es war eine ganz parodistisch angedrehte und wahrhaft aufgekratzt Angelegenheit, strotzend von alten und neueren Witzen, gespickt mit allerlei liebenswürdigen Pointen und Anspielungen auf die Notverordnung, die neuen Steuern, den Staatskommissar und dergleichen, die allgemein verständnisinnig belacht wurden. Der Clou des Abends war das dritte Bild: Abendunterhaltung beim Kommerzienrat Plarek, wozu eine ganze Anzahl mehr oder minder prominenter Zeitgenossen eingeladen und erschienen waren, unter anderen Amanullah, Charly Chaplin, Marlene Dietrich, Helene Meyer, Ra- bindranath Tagore und die Kaiserinwitwe von China. Fast das gesamte Solopersonal war auf den Beinen, an der Spitze: Hub und Linkmann, als Robert und Bertram, die sich beide in großer Form befanden und von komischen Einfällen und verrückten Duancen übersprudelten. Linkmann hätte ebensogut als „Ballerina des Königs" gehen können, während Hub den berühmten Tenorkollegen Völkerini aus „Frankfurt ob der Tauber" in ' den Schatten zu stellen drohte. Auch alle übrigen Mitwirkenden waren mit löblichem Eifer bei der Sache. Iochen Hauer und Paul Vieren, die beiden Landgendarmen, erschienen als Pat und Patachon; sehr aparte, mit viel Applaus begrüßte Tanzeinlagen sah man von Anni und Ewald Bäulke; Volck machte den Gefängniswärter, Zingel den Kommerzienrat, W e f e n c r auf Kölsch den Diener Harry, Bruck den Doktor Drüsonow, R i 11 e r den Wirt, Agathe Walther-Lederer sehr drollig die Ausruferin auf dem Rummelplatz, wo zuletzt die Mondrakete abgefchossen wird. Kurz und gut: es war ein vergnügter Abschluß des alten Iahres, das Haus war ausverkauft (wenn wir recht gesehen habens und alle Welt ging in angeregter Stimmung nach Hause oder sonstwohin, um das Iahr 1931 würdig zu beginnen. — [ i Die erste Ausführung im neuen Iahre bestritten die Bochumer mit den feit Alexander Dumas dem Aelteren hochberühmten „Drei Musketieren"; hier I handelt es sich indessen um eine zwanglose Deu- I sassung der überlieferten Motive von Rudolf S ch a n z e r und Ernst Welisch, welche ihr Stück als „ein Spiel aus romantischer Zeit mit Musik von gestern und heute" bezeichnen; diese Musik die in erster Linie das Werk populär machte, schrieb Ralph Benatzky, der sich mit der Operette „Meine Schwester und ich" soeben sehr liebenswürdig bei uns eingeführt und vorgestellt hat. Das Ganze bietet sich als eine originelle Ver- schwisterung von historischer Operette und moderner Revue dar. Die traditionelle Dreiteilung der Akte ist in eine flüssig verwandelte Folge von zwölf Bildern aufgelöst. Die überquellende Fabulierfreude des populären Romans kommt dem Handlungsreichtum und der lebendigen Spannung der Szenenreihe sehr zugute. Die phantastisch- pathetische Barock-Romantik der historischen Fabel wird von einer höchst nüchternen Ironie glücklich kontrastiert, und es bleibt im raschen Fluß der Vorgänge noch ganz bequem Raum für ein sehr witziges, parodistisches Opern» Potpourri von Carl Maria v. Weber bis Richard Strauß, — einem brillanten Einfall des ungemein begabten Benatzky. Seine Partitur ist von einer durchaus gesunden, melodienreichen Musizierfreudigkeit getragen; ihr Kernstück ist der mit einem prachtvollen Schwung instrumentierte Musketiermarsch, der sämtliche Bilder gewissermaßen leitmotivisch beherrscht. Die Aufführung war von Direktor Theo Bachenheim er mit reicher Ausstattung und einem herzhaften Tempo inszeniert, von Wilhelm Bachenheimer schwungvoll dirigiert, von Karl Löffler geschickt und stimmungsvoll dekoriert, während Ballettmeisterin Maria Sylvan das reichhaltige Tanzarrangement (mit teilweise sehr hübschen Einfällen) überwachte. Die drei Kavaliere wurden von Georg Winter, Otto Kraah und Edy Curt mit gutem etimmaterial uni) lockerem Spieltemperament gegeben. Edy Curt und Ida Bauer fangen die efiettDollc Opernparodie im siebten Bild mit tabarettmäöigem Schmiß. Die Figur des Ministers wurde durch den überlebten Intrigantenstil. mit dem sie von Carl Santori aus- geftattet wurde, einigermaßen beeinträchtigt und wirkte stellenweise unfreiwillig ländert. Im übrigen war ein recht gepflegtes und glatt eingespieltes Ensemble am Werk, aus dem Erna Wigger (Königin Anna), Anneliese Herting (Manon), Adolf Wiesner (Carame) und Anny Sperg (Miotte) mit besonderer Anerkennung hervorzuheben sind. — Leider war der Besuch nur schwach. Auf die Wiederholung dieser recht sehenswerten und anregenden Aufführung sei mit einer Empfehlung hingewiesen. hth. Oer Bär im Winterquartier. Ein russischer Jäger und Tierbeobachter, W. Kazeesf, der die Ergebnisse seiner jahrelangen Tierstudien und Erfahrungen in Rußland in einem in Frankreich erschienenen Werk niedergelegt hat, berichtet hier auch eingehend über das Winterleben der Bären, von denen er mehr als hundert in völliger Freiheit beobachten konnte. Stud.-Direktor Rosendahl macht auf diese Quelle, die ein Stück interessanten Naturlebens bietet, in der Monatsschrift „Der Naturforscher" aufmerksam. Während der braune Bär in der warmen Jahreszeit kein festes Obdach hat, sucht er sich stets zur Zeit des ersten Schneefalls einen Unterschlupf. Dabei ziehen sich die älteren Tiere immer so früh zurück, daß sie keine Spuren hinterlassen; nur die jüngeren Tiere versäumen bisweilen diese Borsicht und lenken dadurch die Aufmerksamkeit der Jäger auf sich. Einige Tage bleiben die Bären in der Nähe des gewählten Winterquartiers, ohne es zu betreten; sie sind dabei stets gerüstet, bei dem geringsten verdächtigen Geräusch zu entfliehen, und auch nach dem Beziehen des Lagers sind sie in den ersten Wochen noch so wachsam, daß es auch dem erfahrensten Jäger nicht gelingt, an einen Bären heranzukommen. Erst um die Mitte Dezember hat sich Meister Pes; beruhigt und hält nun seinen Winterschlaf, der so fest ist, daß er häufig nicht merkt, wenn ein Mensch seine Lagerstätte betritt. Der Bär, der sein Winterquartier endgültig bezogen hat, verläßt dieses fast niemals freiwillig. Höchstens in einem sehr nassen Winter kann es Vorkommen, daß ein einzelnes Tier, wenn es zu sehr von dem Wasser belästigt wird, auszieht und sich in der Nähe einen Platz sucht. Der Bär bleibt, wenn ihn der Mensch nicht stört, ununterbrochen in seinem Lager bis zur Schneeschmelze, die in Sibirien erst im April einsetzt. Aber der Winterschlaf dauert nicht ununterbrochen an, sondern erleidet an jedem Tag eine kurze Unterbrechung. Herztätigkeit und Atmung sind während dieser Winterperiode verlangsamt, aber dabei bleiben seine Sinne erstaunlich scharf, und schon die geringste Unvorsichtigkeit des Jägers genügt im allgemeinen, um das Tier zu wecken. Häufig scheucht man den Bären, wenn man seinen Schlupfwinkel gefunden hat, mit langen Gabeln, aus seinem Quartier hervor; dann weiß er geschickt zu entschlüpfen und zeigt bei der Verfolgung bewundernswerte Ausdauer, selbst wenn er verwundet ist. Es gibt beim russischen Bären drei verschiedene Winterlager. Am häufigsten bezieht er als Quartier einen Hohlraum unter dem Wurzelberg eines Baumes, der vom Sturm gefällt wurde. Solche Schlupfwinkel von bedeutender Größe finden sich vielfach an den uralten Riefen der russischen Wälder. Eine Bärenmutter mit ihren Jungen bevorzugt eine solche geräumige Höhle. Findet der Bär nichts passendes, dann gräbt er im Dickicht selbst eine Hohle aus von etwa 50 bis 75 cm Höhe und 60 bis 100 an Durchmesser, die eine längliche Form hat. Bisweilen überwintern Bären auch unter dem tief herabhängenden Geäst von Fichten oder Tannen; dies tut er aber meist dann, wenn er aus einem besseren Lager vertrieben ift Der Eingang der Höhle ist fast immer nach Süden; er ist im Winter oft so stark eingeschneit, daß die Deffnung nur noch etliche Zentimeter aroß ist. Ein solches Bärenlager ist daher äußerst schwierig aufzufinden. Niemals benutzt der Bär eine alte Höhle, und in keinem Bärenlager findet man Exkremente, mit einziger Ausnahme von denen, in denen neugeborene Tiere leben. Mit einem bewundernswerten Instinkt machen die Bären bei der Auswahl ihres Winterquartiers solche Plätze ausfindig, die die größte Sicherheit gegen Ueberraschung durch den I Menschen gewähren... gji.-'fpott Sporigrößen von 1930 Wintersport am Neujahrstage Big Bill Tilden erklärte in Neyork. daß er für eine Filmrolle fest verpflichtet worden sei und damit auch seine Amateureigenschaft endgültig verliere. Tilden will sich ganz dem Film widmen und seine Kunst in dieser Richtung verwerten.__________ Mit 8:2 (4:2) wurden in Heidelberg die indischen Hockeyspieler vom Heidelberger HC. geschlagen. Die Westfolenhalle Dortmund gibt jetzt bekannt, daß sie immer noch bemüht ist, die Durchführung der deutschen Schwergewtchtsmeister- schaften zwischen Schönrath und Hein Müller zu bekommen. ♦ Der FSD. Frankfurt empfängt am kommenden Sonntag auf seinem Platze die Mannschaft von Zidcnice Brünn (Tschechoslowakei) zu einem Privatspiel. Die Böhmen erwidern damit den vorjährigen Besuch der Frankfurter. * Erwin Casmir wird Ende Januar an einer internationalen Fechtakademie in Mailand teilnehmen und dort u.a. auf den Italiener Guaragna treffen. Das Eishockeyturnter in Schierke gewann, wie schon im Vorjahre, der DFC. Preußen Berlin, der im Endspiel die Zehlendorfer Wespen 4:0 abfertigte. D i e Deutsche Sportbehörde für Leicht- achletik hält chre nächste Wahlversammlung am 24. und 25. Januar in München in Verbindung mit der fälligen Hauptausschuhsitzung ab. St. Andreasberg im Harz und Oberhof im Thüringer Wald. Der jüngste deutsche Winke rsportplatz dagegen ist der Schneeferner an der Zugspitze. Besonders schneesichere Wintersportgebiete außerhalb der deutschen Alpengebiete sind die Gebirgskämme des Riesengebirges bzw. der Schlesischen Berge und des Erzgebirges. Als im schneearmen Winter 1929/30 selbst die Alpentäler ohne Schnee waren, gab es hier guten Wintersport bei ausreichender Schneelage. Den sonnig st en deutschen Wintersport p l a tz nennt sich Höchenschwand im Süd- schwarzwald. Dieser Wintersportplah stellt sogar das Schweizer Sonnenparadies Davos um vier Stunden in der Iahressonnenscheindauer in den Schatten. Zum winterreichsten deutschen und höchst gelegenen europäischen, dabei sehr leicht zu erreichenden Wintersportplah ist das Zugspitzgebiet durch die Bayerische Zugspitzbahn geworden. Der größte deutsche Wintersportplah ist dagegen Garmisch-Partenkirchen. Drei Bergbahnen gehen von hier aus, außerdem ist es einziger Wintersportplatz mit einer Pferderennbahn für Skijöring-, Eisgalopp und Eistrabrennen. Die steilste Rodelbahn führt vom Kreuzeck ins Garmischer Tal hinab. Bei 4,5 Kilometer Länge hat sie rund 900 Meter Fall. Die längsten Rodelbahnen weist Krummhübel im Riesengebirge auf, und zwar sechs Bahnen in einer Gesamtlänge von 30 Kilometer. Die deutsche Rekordsprungschanze steht über Johanngeorgenstadt im Erzgebirge; hier wurden von einem Norweger Sprünge über 70 Meter ausgeführt. 3n Konkurrenz stehen die Oberstdorfer Schattenbergschanze und die Oberhofer Hindenburgschanze. Mit dem Schnellzug kann man direkt in folgende Wintersportplähe fahren: Oberhof und Zella- Mehlis im Thüringer Wald, Triberg im Schwarzwald. Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald in Oberbayern und Furth im Bayerischen Wald. Es gibt aber auch Alpenseen, auf denen nie Eissport getrieben werden kann. Der Dadersee bei Garmisch und der Christlesee bei Oberstdorf frieren auch im strengsten Winter nie zu, da ihre ständige Wassertemperatur gleichmäßig mehrere Wärmegrade beträgt. Hin Ostern ist Skilauf noch möglich auf dem Riesengcbirgskamm und aus dem Feldberg des Schwarzwaldes, wenn der Frühling nicht zu mild ist. Der einzige deutsche Alpengletscher, der Blaueisgletscher im Berchtesgadener Land, ist für das große deutsche Wintersportpublikum leider noch nicht entdeckt. Das am Mittwoch in fast allen Wintersportgegen- dcn eingetretene Tauwetter machte die namentlich in den niedriger gelegenen Gebieten angefetzten Veranstaltungen unmöglich, und auch in höheren Regionen konnte man teilweise nur mit Schwierigkeiten zur Abwicklung schreiten. So mußte die Viercr-Bobmeisterschafl von Thüringen auf einen späteren Termin verlegt werden, um nur die wichtigste Veranstaltung zu nenne". Bei den Babrennen in S ch r e i b e r h a u siegte der Bob „Bergheil" mit Ellert (Schreiberhau) am Steuer und Weidner (Hirschberg) an der Bremse vor dem einheimischen Bob „Sturm" mit 2:14,9 bzw 2:21,8 für beide Fahrten. In Bad Flinsberg wurde erstmalig von dem Warmbrunner Damcke ein Salto auf Skiern gezeigt, der auch vorzüglich gelang. Der Held des Tages war Meister Lauer (Polaun), der mit Sprüngen von 46, 46 und 46,50 Meter mit der Rote 19,138 den Sieg davontrug. In Braunlage wurden nur Wettbewerbe im Eisschießen durchgeführt. Gute Ergebnisse wurden auf der Olympiaschanze am Gudiberg bei Gar- rnisch-Partenkirchen erzielt. Den Vogel schoß diesmal der Hochschul-Weltmeister Helmut Lantschner (Innsbruck) ab, der mit der Rote 325,1 (33, 36,99 Meter) einen vielbejubelten Sieg errang. Hervorzuheben wäre noch das Ergebnis in der Jungmannenklasse, wo Ostler (Partenkirchen) mit Sprüngen von 32, 37 und 38 Meter aufwartete und mit der Rote 316,8 Sieger blieb. An der Lausche- Schanze bei Zittau wurde schlecht gesprungen, fast ein Viertel aller Sprünge wurde durch Stürze un- gültig. Den Sieg brachte S t r i s ch e k (Bad Reinerz) mit der Rote 334.5 (32, 35, 35 Meter) in der Klasse I, während der Altenberger G Böttrich in der Klasse II mit Rote 263.25 triumphierte. Das Skispringen in Pontresina holte sich überlegen der Rorweaer Sigmund Rund mit Note 340,9 (62, 57, 65.50 Meter) vor seinem Landsmann Kfelland und Chiogno (St. Moritz). Deutscher Wintersport im Superlativ. Der älteste deutsche Wintersportplah. und zwar für Eislauf, ist Stresow bei Spandau; hier dürfte, wie die Reichsbahnzentrale für den deutschen Reiseverkehr mitteilt, bereits im Jahre 1000 v. Ehr. „Wintersport" getrieben worden sein. Man fand nämlich bei Ausschachtungen einen Schlittschuh aus Pferdeknochen, den die Menschen jener Zeit unter ihre Ledersandalen schnürten zur besseren Fortbewegung auf dem Eis. Als älteste Sportplätze unseres zeitgenössischen Wintersportes gelten der Feldberg im Schwarzwald Hertha Wunder Weltrekord im 500-Meter.Brustschwimmen. Das Entscheidungsspiel der Gruppe Rhein. Rach einem 2:1-Grsolg gegen FG. Kirchheim liegt jetzt der SB. Waldhof punktgleich mit Phönix Ludwigshafen an der Tabellenspitze. Das dadurch erforderliche Entscheidungsspiel um die Meisterschaft der Gruppe Rhein wird am 4. Januar im Mannheimer Stadion zwischen den beiden Rivalen ausgetragen werden. Krankfuri nächstes Radrennen am 4. Januar. Für das am 4. Januar zum Austrag kommende Hundert-Kilometer-Mannschaftsrennen in der Frankfurter Festhalle wurden folgende Mannschaften verpflichtet: Haegelstrem-Deliege, Coupry-Cordier, Dinale-Christmann, Pijnenburg-Schön, Krüger- Funda, Manthey-Maczinski, Preuß-Resiger, Ehmer- Tietz, Kroll-Miethe und Koch-Schäfer. Kurze Sportnotizen. Die indische Hockeyelf Universitv Asiatics trug am Dienstag ein Spiel gegen die Universität Heidelberg aus, das mit einem 5:1- (2:0) Sieg der Inder endete. Abgesagt wurden die Thüringer Bobmeister- schaften. die am 31. Dezember und 1. Januar in Oberhof ausgefahren werden sollten, da ein Witte« rungsumschlag die Bahn unbefahrbar machte. Den Spengler-Pokal in Davos gewann wiederum der LTC. Prag, der im Finale den Eishockey-Club Davos mit 4:1 (3:0, 1:1, 0:0) abfertigte. * Einen deutschen Rekord im Eisschnelläufen stellte der Münchner S a n d t n e r bei den bayerischen Meisterschaften auf dem Staffelsee trotz widriger Verhältnisse (Gegenwind und weiches Eis) über 1500 Meter mit 2:39 Minuten auf Sanotner holte sich auch die Titel über 500 Meter und 5000 Meter mit 51 Sekunden bzw. 10:13 Minuten. Johannes Kirmse, ein Mitbearünder des Deutschen Fußballbundes, ist in Leipzig im Alter von 54 Jahren gestorben. * Beim Hamburger Sportverein ist anscheinend eine Mannschaftskrise ausgebrochen. Bis jetzt haben die beiden repräsentativen Außenstürmer Walter Kölzen und Hans Rave ihren Austritt aus dem Verein angezeigt. Zur Zusammenlegung der pädagogischen Institute Hessens. WER. Darmstadt, 30. Dez. Die amtliche hessische Pressestelle veröffentlicht eine ausführliche Darstellung über eine Besprechung des Staatspräsidenten Dr. Adelung vor den Feiertagen mit den Vorsitzenden der vier hessischen Lehrerorganisationen, um deren Ansichten über eine eventuelle Zusammenlegung der pädagogischen Institute Darmstadt und Mainz nach Mainz zu hören. Staatspräsident Adelung ging einleitend auf die wirtschaftlichen und Ausbildungsfragen ein und betonte den einmütigen Willen der Regierung, die h o ch s " l m ä ß i ge Ausbildung der hessischen Leh erschaft nicht nur aufrecht zu erhalten, sonnen, soweit Zeit und Umstände es ermöglichten, weiter auszubauen. Ein wichtiges neues Problem trete in der Struktur des Lehrernachwuchses dadurch ein. daß an den beiden Instituten zur Zeit etwa 55 Prozent der Studenten aus den beiden Städten selbst und deren näheren Umgebung stammten, während z. B. der oberhessische, also vorwiegend ländliche Anteil der Lehrerstudenten in Darmstadt 14 Prozent und in Mainz noch geringer sei. Konfessionelle Bedenken gegen eine Verlegung nach Mainz könnten nicht geltend gemacht werden, da im simultanen Schulland Hessen der Lehrerbedarf nach den Konfessionen durch Gesetz festgelegt sei. In der dreistündigen Aussprache erklärte der Obmann des Hessischen Landeslehrervereins, Rektor Reiber, der Landeslehrerverein habe niemals seine grundsätzliche Zustimmung zu de» Mainzer Institut gegeben, sondern habe sich daniit abgefunden und schließlich aus bestimmten Gründen auch daran mitgearbeitet. Der Landeslehrerverein, sei auch jetzt Gegner der Zusammenlegung in Mainz. Da man unter den obwaltenden Umständen jetzt Mainz das Institut nicht nehmen dürfe, trete der Landeslehrerverein für die Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes ein. Zur Frage der SchaffungeineS pädagogischen Instituts in Gießen im An- schluh an die Universität erinnerte Staatspräsident Dr. Adelung daran, daß dieses Projekt seinerzeit aus finanziellen Gründen der Raum- beschaffung zuruckgestellt worden, aber keineswegs aufgegebensei, auchnicht aufgegeben werde. Für den katholischen Lehrerverein wies Rektor Winter darauf hin, daß die hochschulmähigs Lehrerbildung nicht vom Ort des Instituts abhänge. Der Redner trat für die Erhaltung des Instituts Mainz ein. Von den Lehrerinnen wünschte Fräulein Dera st räßer (Hessischer Landeslehrerinnenverein) die Beibehaltung des Instituts in Darmstadt, während Rektorin Lukas (Katholischer Lehrerinnenverein) im allgemeinen Rektor Winter beipflichtete. Fräulein Lukas erklärte, daß die katholischen Organisationen mit dem bisherigen Zustand zufrieden seien: bei der Einsparung dürfe jedoch nicht Mainz fallen. Dr. Adelung lehnte den Gedanken, in Mainz könne eine Universität geschaffen werden, als ganz unmöglich ab und hob zum Schluß hervor, daß das gesamte Kultusministerium f ü v d ie simultane Lehrerbildung eintrete. Er sei erfreut, daß durch die Aussprache alle Ecken des Mißtrauens soweit wie möglich aufgeräumt worden seien. Oberheffen. Gemeinderai in Lich. J) Lich, 31. Dez. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner letzten Sitzung des Jahres 1930 mit der Frage des Anschlusses der Stadt an die Holzverkaufsstelle hessischer Wald- b e s i tz e r. Der Vorsitzende teilte hierzu mit, daß durch die außerordentlich ungünstige Lage des Nutz- Holzmarktes die Verwertung des anfallenden Nutzholzes immer schwieriger werde. Dieser Umstand Ile kleine Molelle. Vornan von Paul Sain S. Fortsetzung. Nachdruck verboten. 3a — sie muhte einen Seitenweg entlanggehen, chre Worte waren deutlich durch das Gesträuch zu hören. Suchte sie chn? Es war ja schon lange Zeit vergangen, seit sie vorhin mit Darnowsch den Tanzsaal ausgesucht hatte. Gr hatte gar nicht mehr an sie gedacht. Da — er horchte — „So, mein lieber Herr Barnowskh — nun haben wir wieder genug frische Luft geschnappt, wie?" „O, Frau Aorma, eigentlich —“ „Eigentlich — haben Sie nun meine Hand lange genug geküßt, mein lieber Freund —" Wieder dieses leise, verhaltene Lachen. „Kommen Sie, ich möchte wieder flotte Musik Horen. Mein Mann ist ja doch nicht zu finden —" Wördehofs rührte sich nicht. Das also — nannte man Flirt. Run ja. Er könnte ja nun ausstehen und — sich zeigen. Dann „war er schon zu finden". Rorma mochte wohl nicht sonderlich nach ihm gesucht haben. Aber — er irrte. Rorma hatte ihn gesehen, während er verträumt auf ber Bank sah. Schon vor einer Weile. Und sie wußte, daß er ihre Worte hören muhte. Sie spielte doppeltes Spiel I Die Tändelei mit Barnowsky, das Spiel gefiel ihr. Dieser junge Künstler, der die Zukunft vor sich hatte und In sie verliebt war — es reizte sie, chn ganz zu verwirren, so wie sie einst Wördehoff verwirrt hatte. Und dann — Hubert sollte ja aufmerksam werden! Die Eifersucht sollte chn wieder zu ihr führen und willenlos machen! Sie schritt nun mit Barnowsky den Weg zurück, dem Hause zu. Den Arm eng in den seinen gelegt Und sie hoffte, daß Wördehoff ihr nach« käme. Der hatte sich jetzt in der Tal von der Bank erhoben und schritt hinterher. Richt aus starker, eifersüchtiger Regung heraus. Gr vertraute Rorma — noch immer. Aber es war ihm der Gedanke gekommen, Barnowsky zu sprechen und — ihm hier die geliehene Summe zurückzugeben. Er brauchte ihn dann nicht in der Wohnung auszusuchew Als Rorma ihm am Tage vorher sagte, daß auch der Maler auf diesem Feste zugegen sein würde, hatte er sich sofort vorgenommen, das Geld zu sich zu stecken und es ihm bei einer günstigen Gelegenheit mit einigen Worten des Dankes zu überreichen, so, als hätte Rorma eigentlich nur für ihn den Scheck erbeten. aus einer törichten Laune heraus. Künstlerinnen waren eben kuriose Menschen. — Er sah, wie Rorma und Barnowsky die Terrassentreppe hinaufstiegen, beschleunigte den Schritt — da wurde er von Bekannten aufgehalten. „Hallo — nicht so eilig, Herr Wördehoff — Rorma drehte sich in diesem Augenblick um und — erkannte ihn. Er winkte ihr zu. Aber verstand sie nicht den Wink? Ein seltsames Lächeln war in ihrem Gesicht. Sie schritt, dicht an Barnowsky gedrückt, in das hellerleuchtete Haus. Als Wördehofs sich endlich freimachte und durch die unteren Räume des Hauses wanderte, suchend um sich blickend, konnte er die beiden lange nicht finden. Er fragte schließlich die Herrin des Hauses, ob sie nicht Herrn Barnowsky gesehen hätte. „Aber ja — unb sogar mit Ihrer Gattin. Sie tanzen beide im kleinen Saal. Herr Barnowsky tanzt wie ein junger Gott — die reine Sehenswürdigkeit. Bon Rorma braucht man das ja nicht erst zu sagen." Eie nickte Wördehofs schalkhaft zu. Der begab sich zum Tanzsaal. Rervös. Die Lautheit, die rasselnde Musik, das vieltönige Frauenlachen — es verwirrte ihn, und er wäre am liebsten wieder in den Garten hinausgegangen. Aber er war nun einmal hier — nun wollte er auch schon mit Barnowsky zusammenkommen und die peinliche Angelegenheit in Ordnung bringen. Sie war ja auch in diesem Milieu weniger unangenehm zu ordnen als sonstwo. Rorma würde wohl auch ein Scherzwort finden — sie lieh sich ja so leicht nicht verblüffen — und die Sache war auf leichte Art aus der Welt geschasst. Gleichzeitig würde das wohl ein bißchen allzu stürmische Temperament des jungen Malers durch diese überraschende Ordnung der Angelegenheit einen wohltuenden Dämpfer erhalten. Wördehoff stand neben der weitgeöffneten Schiebetür des Saales. Es waren da allerlei Zuschauer, die sich an dem farbenfrohen Wirrwarr der Tanzenden ergötzten. Die scharf akzentuierte Melodie der Kapelle riß die Paare förmlich wie im Taumel mit Aber eines fiel besonders in dieser Menge von eleganten, alle neuesten Tanzschritte geschmeidig beherrschenden Menschen auf: Rorma Relson und Barnowsky. Rorma war eine Tänzerin von monbänfter Rasse. Jede ihrer Cßetoegungen war voll verhaltener Lust. Manchmal sahen sich beide an — es war eine heimliche Verbindung In diesen Blicken — und doch konnte es auch nur gegen» seittges Wohlgefallen an dem tänzerischen Rhythmus sein. Run hakte Rorma ihren Gatten bemerkt Er beobachtete sie im Tanz. War es Absicht, daß sie sich ein klein wenig enger dem Partner anschmiegte? Daß sie gerade jetzt ihm zulächelte? Wördehofs kniff die Lippen zusainmen. Lächerliche Koketterie! So lächelte sie, wenn sie besonders gefallen wollte. Aber sie wußte doch, daß er sie beobachtete. Dumme, sinnlose Spielereien! Man war ein Rarr, wenn man diese Salonallüren ernst nahm. Er wußte doch, Rorma konnte nur spielenI Immer und immer! Wan konnte ratlos werden, wenn man solche Koketterien ernst nahm. Rein, er wollte ruhig warten, bis der Tanz zu Ende war. Dann wollte er sich den beiden anschließen und mit Barnowsky sprechen. — Aber als der Tanz zu Ende war, wartete er vergeblich darauf, daß die beiden zu ihm kamen. Sie verschwanden durch eine andere Tür zu dem kleinen Raum, wo cs Erfrischungen gab. Doch als er hier eintrat, sand er sie nicht mehr. Das ärgerte ihn nun doch ein wenig. Er lieh sich einen Cocktail, geben und stand eine Weile sinnend neben dem großen, weihgedeckten Bartisch, hinter dem die beiden nettesten Mädchen aus dem Haushalt des Gastgebers ihres vergnüglichen Amtes als provisorische Bardamen walteten. An einem Tisch in der Rähe saß eine kleine Gruppe von Herren, die sich hier, unmittelbar nebpn der „Quelle", besonders wohl zu fühlen schienen. Sie pokerten ein bißchen. Buchhold war natürlich auch dabei. Kommissionsrat Schumann tauchte eben auf und blieb bei dem Tisch stehen, um einige Augenblicke dem Spiel zuzusehen. „Ratürlich — die Herren vom Sport!" sagte er. „Und die Damen schreien nach Tänzern!" „Wird nicht so schlimm sein!" meinte Buch- holtz und sah auf. Er bemerkte Wördehoff. Lächelte. „Wollen Sie nicht mitmachen?" „Gott beschütze mich —" Die andern lachten. „Wo steckt denn Frau Rorma?" fragte ihn Schumann. „Macht eine Gondelfahrt auf dem Teich", warf Duchholh ein, „sie kam eben mit Barnowsky vorbei —" „Ah so Ein halber Blick des Trainers zu Wördehoff hin. Dann mischte er wieder die Karten. — Wördehoss trank fein Glas aus und schlenderte langsam weiter — durch den Tanzsaa! zurück. — Rorma genoß die Verliebtheit Barnowskys mit immer größerem Behagen. Und daß Wördehofs ihr folgte — bis in den Tanzsaal — es steigerte ihre Lust. Run durfte er nicht mehr zur Ruhe kommen. So nahm sie die Einladung Barnowskys zu einer Gondelfahrt im Park recht gern an. Es war leerer geworden im Garten. Den älteren Herrschaften war es zu kühl — und die: Jugend war lieber beim Tanz. Rur hier uni) da schwärmten heimlich einige Pärchen durch ine Anlagen, und aus dieser und jener Laube klang gedämpft der schwingende Ton anstoßender Gläser. Leise schaukelten die Lampions im Winde. Rorma und Barnowsky erreichten den Teich, Der Maler löste das Tau einer der Gondeln und half Doma beim Einfteigen. Ein Spiel mit dem Feuer — ging es ihr durch den Sinn. Aber es gefiel ihr — es berauschte sie schon ein wenig. Dieser junge Mensch mit der verhaltenen Leidenschaft des Gefühls — an ihm konnte sich die Macht ihres Frauenherzens auswirken! Und Hubert sollte brennen! Leise stieß das Boot in das Wasser. Dunkelheit ringsum. Barnowsky ruderte. Und vor ihm saß die schönste grau, die ihm bisher begegnet war, der er ergeben war, seitdem er sie zuerst gesehen hatte. Run hatte ihn der künstlerische Erfolg gekrönt — der Erfolg seiner Bilder, die ganz in ihren Motiven ein Spiegelbild feiner leidenschaftlichen Jugend waren. Run konnte er Rorma nahekommen! So dachte er. War sie nicht das Wirklichkeit gewordene Bild feiner künstlerischen Ekstasen? Das Boot verschwand unter dem Schatten weit über das Wasser langenden Strauchwerks. Weih leuchtete Rormäs Gesicht. Da zog Barnowsky die Ruder ein. „Frau Rorma —“ Sie lächelte ihm zu. Er griff nach ihrer Hand, die sie ihm überließ. „Ist noch ein Fleck frei, den Sie noch nicht geküßt haben?" fragte sie mit gutgespielter Koketterie. „Frau Rorma — ich bitte Sie, sprechen Sie nicht so sorglos —" „Ah — sorglos? Warum nicht? Ich bin doch bei Ihnen in gutem Schutz?" „Das — das weih ich nicht", stieß er leise hervor und drückte die Lippen auf ihre Hand. „Das sollte mir leid tun, Herr Barnowsky." Aber es klang nicht schroff. Und sie entzog ihm die Hand nicht. Eine Weile war Schweigen. Dann wieder sagte der Maler: „grau Rorma — Sie lieben Ihren Mann nicht „O — Sie werden unhöflich —" „Rein, nein, Sie lieben ihn nicht. Sie leiden felbft darunter. Ich weih, Rorma —“ „Herr Barnowsky —" (Fortsetzung folgt.) gebe Veranlassung, die Frage des Beitritts der! Stadt zu dieser Verwertung^gesellschaft, die über I gute Verbindungen mit Käuferkreisen verfüge, in Erwägung zu ziehen. Nach den Bedingungen dieser Derwertungsgesellschaft müßte die Stadt sich auf die Dauer von 5 Jahren verpflichten, das in dieser Zeit anfallende Nutzholz mit Ausnahme der Mengen des Lokalbedarfs, die frei veräußert werden könn- I tcn, durch die Holzverkaufsstelle zu verkaufen und I für diese Tätigkeit 1 bis 2 v. H. Provision vom Erlös zu zahlen. Bedenken bestünden lediglich hinsichtlich der langen Bindung der Stadt, im übrigen I könne er dem Anschluß zustimmen. Nach kurzer Aussprache beschloß der Gemeinderat auf Vorschlag des Vorsitzenden hin, dem Anschluß mit der Einschränkung zuzustimmen, daß die Bindung probeweise auf die Dauer von zwei Jahren erfolgt. Sofern dieser beschränkte Beitrittsbeschluß nicht vor- I behaltlose Annahme findet, soll von einem Anschluß in Anbetracht der für absehbare Zeit nicht vorauszusehenden Verhältnisse Abstand genommen werden. Eine weitere Vorlage befaßte sich mit einem Antrag auf Einführung der Filialsteuer in unserer I Stadt. Die Einführung dieser Steuer war bereits I vor Jahresfrist mit Stimmengleichheit abgelehnt worden. Der erneute Antrag auf Einführung wurde I nach kurzer Aussprache mit 8 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen angenommen. Der Ent- I wurf einer entsprechenden Ortssatzung fand Zustimmung. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 29. Dez. Eine bedeutsame Gemeinderatssihung fand am Dienstag vor den Weihnachtsfeiertagen statt. Sie wurde gegen den Willen des Bürgermeisters von den bürgerlichen Mitgliedern des GemeinderatZ veranlaßt. Die Tag sordnung lautete: ..Die Anstellung eines Berufsburgermeisters für die Gemeinde Büdingen." Kreisdirektor Dr. Gähner wohnte der Sitzung bei. Zunächst wurde über ..Die Sicherung der Haushaltführung" gesprochen. Aach einem von der Bürgermeisterei aufgestellten und von der Aufsichtsbehörde empfohlenen Nachtrags- I Voranschlag für das Rechnungsjahr 1930 soll eine Erhöhung der Realsteuern in Höhe von 7000 Mk. erfolgen. Der Gemeinderat lehnte diesen Borschlag ob. Die Angelegenheit wird der zuständigen Kommission zugewiesen, die nachprüsen soll, ob nicht andere Einnahmequellen geschaffen werden können, ohne die Steuern zu erhöhen. Es wurde in Erwägung gezogen, ob man nicht eine nochmalige Erhöhung des Wasser- g e l d e s vornehmen solle. Weiter wurde beschlossen, die Steuerordnung über die Erhebung einer Bier st euer mit dem 1. Januar 1931 in Kraft treten zu lassen. Alsdann wurde über die Aufnahme von Kassendarlehen beraten und dahin entschieden, daß alle bereits durch den Gemeinderat und die einzelnen Deputationen bewilligten Ausgaben nochmals durch die Finanz- und Rechtskommission einer Nachprüfung unterzogen werden sollen. Zu der Frage, ob man in Büdingen einen Derufsbürgermeister an st eilen soll, machte zunächst Gemeindcrat G l e n z den Vor- schlog, die Angelegenheit bis zum Frühjahr zu vertagen, weil nach der voraussichtlich im Frühjahr in Kraft tretenden neuen Landgemeinde- vrdnung nicht der Gemeinderat, sondern die Wähler über diese Frage zu entscheiden hoben. Er stellte den Antrag, die Angelegenheit der Berwaltungs- und Rechtskommission zu überweisen. Der Antrag wurde abgelehnt. Der Antrag der Gegenseite, einen Derufsbürgermeister onzustelleit, wurde dagegen angenommen. Ebenso wurde der vorliegende Entwurf der Ortssahung gegen die Stimmen derSPD.- Mitglieder des Gemeinderats angenommen. Damit ist die Büdinger Bürgermeisterfrage in ein entscheidendes Stadium getreten. Gemeinderat in Nidda. Nidda, 29. Dez. Der Gemeinderat war vor den Feiertagen zu einer dringenden Gemeinderatssihung einberufen worden. Die hauptsächlichsten Punkte der Tagesordnung waren: Sicherung der Haushaltsführung der Gemeinden: hier: De- I schlußfassung über den Steuerousschlag vom | Grundbesitz und Gewerbe für Rj. 1931 und Ausführung eines Teiles des Kanalisationsprvjettes als Notstandsarbeit. Der Gemeinderat steht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die für 1929 und 1930 beschlossenen Steuerausschlagssätze die Grenze der L e i st u n g s f ä h i g k e i t d e r Steuerzahler erreicht haben und lehnt des- halb die Erhöhung der Sleuerausschlagssähe einstimmig ab. Wit der Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Nidda im Rj. 1931 wird sich der Gemeinderat in einer besonderen Sitzung im Laufe des Monats Januar 1931 befassen und in dieser Sitzung auch die Frage prüfen müssen, ob es notwendig ist, die Dürgersteuer zu erhöhen und neben der Bürgersteuer auch die Bier st euer einzuführen. — Die Au s - führung eines Teils des Kanalisation s p r o j e k t e s ist deshalb erneut aufgegriffen worden, weil Aussicht besteht, diese Arbeiten als 'N o t st a n d s a r b e i t e n mit verstärkter Förderung aus Mitteln der produktiven Arbetts- lofenfürforge durchzuführen. Bevor in dieser Sache ein Beschluß gefaßt wird, soll ^sestgestellt werden, welchen Kostenaufwand das Teilkanali- sationsprojelt erfordert. Außerdem soll die an der Teilkanaliiation interessierte Einwohnerschaft in einer öffentlichen Versammlung darüber gehört werden, ob die Ausführung des Projektes gewünscht wird. Aus dem Zuchthaus entsprungen. WSN. Butzbach. 1. Jan. Aus dem Landeszuchthaus Marienschloh sind am 31. Dezember, gegen 18 Llhr, zwei Gefangene entwichen. Cs handelt sich um den Arthur Knoll, geboren am 11. Oktober 1902 in Magdeburg, 1,67 Meter groß, hellblond, etwas rötliche Haarfarbe, Stirn mittel, Augen hellblau, Nase und Mund gewöhnlich, stechender Blick, mittlere Gestalt, besonderes Kennzeichen: am linken Unterarm ein Stern und ein Wädchenlopf tätowiert, sowie um den Jakob Moos, geboren am 4. September 1906 zu Hüttenfeld, 1,68 Meter groß, schwarzes Haar, zurückgekämmt und dicht, etwas zurückgedrängte Stirn, blasses Aussehen, vorstehende Backenknochen, braune Augen, rundes Kinn, kräftige Gestalt. Angaben über den jetzt- gen Aufenthalt der Ausbrecher werden von jeder Polizei- und Gendarmerie-Station entgegengenommen. Landkreis Gießen. U Großen-Linden, 29. Dez. In einer dringlichen Sitzung beschäftigte sich der Gern e i n d e r a t mit einem Nachtragsvoranschlag für 1 93 0. Ein voraussichtlicher Fehlbetrag, hervorgerufen di rch erhebliche Zunahme der ausgesteuerten Erwerbslosen, soll i durch Erhöhung der Realsteuern gedeckt werden. Es wurden folgende Steuersätze | einstimmig beschlossen: Grundsteuer: für Gebäude von 16 auf 18 Pf., für land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz von 40 auf 44Pf.: Gewerbe st euer: für Anlage- und Betriebskapital von 78 auf 85 Pf., für Gewerbeertrag von 240 auf 300 Pf. Die Sondergebäude» st e u e r wird nicht erhöht. Durch diese Maßnahme erhöhen sich die Steuereinnahmen um 4500 Mark. y. Mainzlar, 28. Dez. Heute wurde unter großer Beteiligung unsere Krankenschwester Elisabeths Grölz beerdigt, die durch einen Schlaganfall ihrem gesegneten Wirken schnell entrissen wurde. Sie gehörte zu den Schwestern, die im Jahre 1895 und früher, also vor 35 Jahren, der Anregung des Pfarrer D. Schlosser (Giesten) folgend, aus der Gemeinde heraus sich zur Krankenpflege im Elisabethen stift zu Darmstadt ausbilden ließen, um ihre Kraft in den Dienst der Heimatgemeinde, oder der unversorgten Nachbargemeinden zu stellen. So wurde damals die Dekanatskrankenpflege des Dekanates Gießen ermöglicht, weil geeignete opferwillige Mädchen aus den Gemeinden Annerod, Großen-Linden, Großen- Buseck, Mainzlar sich zur Berfügung stellten. Nachdem im Laufe der Jahre alle größeren Dekan atsgemeinden ihre eigenen Krankenpflegestationen errichtet hatten, war die Dekanatskrankenpflege überflüssig geworden, und nach ihrer Auflösung trat Schwester Elisabeth« Grölz in den Dienst der Gemeinden Mainzlar und Dau- bringen, und seit einem Jahre, nachdem ihre Gesundheit erschüttert war, in den Dienst ihrer Heimatgemeinde. Sie hat in den langen Jahren | ihres schweren Dienstes vielen Kranken mit Rat und Tat geholfen, denn sie war eine schlichte, selbstlose Krankenpflegerin von Gottes Gnaden. Ihr gesegnetes Wirken wird unvergessen bleiben. h. Annerod. 30. Dez. Arn zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der hiesige Gesangverein „Heiterkeit" im Engelhardtschen Saale seine Abendunterhaltung ab. Der geräumige Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. I (Singeleitet wurde der Abend durch eine An- I spräche des Präsidenten des Vereins, Heinrich Haaslll. Die vorgetragenen Chordarbietungen | unter der bewährten Leitung seines Dirigenten | Groh standen auf beachtenswerter Höhe und I ernteten reichen Beifall. Den Höhepunkt des Abends stellte jedoch die Aufführung der Ope- I rette „Preziosa" mit der Musik von Karl Maria v. Weber dar, die in wochenlanger Arbeit einstudiert wurde. Reicher Beifall wurde den Spielern nach jedem Akte zuteil. Das Stück soll voraussichtlich in Steinbach wiederholt werden. Beuern, 31. Dez. Der hiesige Kegelklub ..Gut Holz" veranstaltete im Gasthaus I zum „Holländischen Hof" eine Weihnachtsfeier, der am Nachmittag bereits eine Bescherung der Kinder der Mitglieder vorausging. Die Feier der Erwachsenen wurde durch ein gemeinsam gesungenes Weihnachtslied eingeleitet, der 1. Vorsitzende I hielt eine kurze Festansprache. Im Anschluß daran I wurde eine neue Tischkegelbahn ihrer Bestimmung übergeben. Musik und allerlei unterhaltende Vorträge hielten die Tellnehmer in weihnachtlicher Stimmung beisammen. -- Gründe rg. 29. Dez. Am ersten Weih- nachtsfeiertag vollendete der Weichensteller i.R. JohannesGörnertin körperlicher und geistiger Frische fein 8 5. Lebensjahr. Der alte Herr ist der einzige hier noch lebende Altveteran. Er machte beim früheren hessischen Dragoner- Regiment Nr. 24 (Chevaulegers) den Krieg von 1870 71 mit. — Zwei weitere Bewohner unserer Stadt haben noch ein höheres Alter aufzuweisen. Es sind dies der frühere Fuhrmann August Jöckel 1., der am 20. Dezember 89 Jahre erreichte, und die Witwe Mathilde Kühn, die am 10. November 90 Jahre alt wurde. Beide erfreuen sich noch verhältnismäßig guter Gesundheit. TOber-Befsingen,29. Dez. 3n den letzten Wochen wurde in unserem Dorfe eine Reihe von Einbrüchen verübt. Den Einbrechern fielen meist Lebensrnittel, in einigen Fällen auch Geldbeträge in die Hände. Datz die Täter mit den Verhältnissen vertraut fein müssen, beweist die Art ihres Vorgehens in den einzelnen Fallen. Die Polizei hat sich der Sache angenommen und verfolgt Spuren. Kreis Schotten. ch Steinberg. 29. Dez. Am 2. Weihnachtstage veranstaltete der Männergcfangverein „Harmonie" eine Feier zu Ehren seines 1 ■ '23or- sitzenden, des Sägewerksbesitzers Heinrich August L a n g l i tz . der 25 Jahre im Amte ist. Der Chorleiter des Vereins, Lehrer Judcrslebcn (Glashütten), hob die Verdienste des Jubilars hervor und überreichte ihm ein prachtvolles Diplom. Bürgermeister ©inner (Nieder-Seemen) überbrachte die Glückwünsche des dortigen Vereins. Herr Langlitz versprach, auch fernerhin seinem Verein ein treuer Führer zu sein. Liedvorträge und Gedichte beschlossen den Abend. Preußen. Drei Personen durch Gas vergifiet. WSN. Frankfurt a. M., 31. Dez. In dem Hause Goldsteiner Straße 36 im Stadtteil Nieder r a d bemerkten heute vormittag gegen 10 LLhr Hausbewohner ft arten Gasgeruch. Beim Eindringen in die Wohnung des arbeitslosen Jean Kolter fand man drei junge Leute, nämlich Kolter und seine beiden Freunde Krämer und Willi Thur, auf dem Boden liegend bewußtlos vor. Die drei hatten am gestrigen Abend in der Wohnung des Kolter gezecht und wahrscheinlich inder Trunkenheit versehentlich den Gas Hahn geöffnet. Bei Krämer, der ebenfalls arbeitslos ist, war bereits der Tod eingetreten. Kolter und Thur wurden in bedenklichem Zustand ins Dtädsische Krankenhaus eingeliefert. Kreis Wetzlar. (p Wißmar, 29. Dez. Bei der am letzten Samstag im hiesigen Revier abgehaltenen Treibjagd wurden 117 Hasen und 6 Fasanen zur Strecke gebracht. 3 Krofdorf30. Dez. In der jüngsten ö i 1 = jung der Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg wurde die Gemeinderechnung für 1929 geprüft und abgenommen. Die Vertretung überprüfte in Abwesenheit des Gemeindevorstehers und seines Stellvertreters die Einnahme- und Ausgabebelege und setzte dann unter dem Vorsitz des Vorstehers die Rechnung, die Sonderrechnung und das Restverzeich- nis fest. Alsdann stand die eventuelle Erhöhung der G e m e i n d e u m l a g e n zur Beratung. Der Gemeindevorsteher gab Ausichk-ß über den Stand der Gemeindefinanzen, und die Vertretung kam zu der Ansicht, daß der Etat ohne neue steuerlich- Belastung durchgeführt werden kann. Es wurde daher sowohl eine Erhöhun der Gemeindeumlagen für 1930 als auch die Einführung der fBürgerfteuer und der Bier st euer a b - gelehnt. Im Rathaus wird vorläufig nur das größere Zimmer freigegeben. Für die Wasserleitungsarbeiten wünscht die Vertretung die Beantragung eines Kreiszuschusses, da durch die Beschäftigung von Wohlfahrtserwcrbslosen eine Anzahl Leute einem festen Arbeitsverhältnis wieder zugeführt wird. Amtsgericht Gießen. Fußgänger können erwarten, daß sie auf den Bürgersteigen von Gefahren, die der Fahrzeugverkehr mit sich bringt, völlig gesichert find. Deshalb dürfen Radfahrer, wenn sie von der Fahrbahn aus in Häuser an der Straßenfront oder von diesen auf die Fahrstraße gelangen wollen, unter keinen ilmftänben den Bürgersteig überfahren: sie müssen das Rad darüber drücken. Allerdings besteht bei zahlreichen Radlern die verkehrswidrige Gepflogenheit, diese Vorschrift nicht einzuhalten, sobald sie sich überzeugt haben, daß die in Aussicht genommene Lieberfahrtsstelle frei von Passanten ist. Wie sehr man sich aber in einer solchen Annahme irren kann, beweist der Fragefall: Eine Frau, die eben auf dem Fußsteig die Lieberfahrtsstelle passiert hat, machte plötzlich Kehrt und ging zurück. So tarn es, daß sie von dem Radler, der die Passage frei glaubte angefahren wurde. Er erhielt eine namhafte Geldstrafe und wäre selbstverständlich auch bestraft worden, wenn der Bürgersteig frei von Passanten gewesen wäre. In einem anderen Fall blieb ein den Fußsteig benutzender Radfahrer allerdings straflos. Er war von einem entgegenkommenden Auto auf diesen gedrängt worden, so daß er zu Fall kanr. Der Radler hatte sein Rad in einem weiten Bogen von der Johannesstratze auf die rechte Seite der Neuen Däne, Richtung Schulstrahe, gekntt. Der Chauffeur war ihm auf der nämlichen — also für den Autolenker falschen — Seite in vorschriftswidrig raschem Tempo entgegengesahren. Auch hatte er es unterlassen, an der fraglichen Stelle trotz ihrer Llnübersichtkichkeit Warnungssignale zu geben. Die Schuld an dem Unfall trug vorwiegend der Chauffeur, mag auch der Radfahrer allzuschnell die Ecke genommen haben. Zudem war dec Autolenker angetrunken, eine Tatsache, die um so schwerer ins Gewicht fiel, als es sich um einen Berufschauffeur handelte, der auch schon wegen Autoübertretungen vorbestraft ist. Das Gericht erkannte wegen fahrlässiger Körperverletzung auf eine erhebliche Geldstrafe. I In einem Nachbarort sollten Vater und Sohn im Verwaltungswege gepfändert werden. Der Vollstreckungsbeamte, durch frühere Verkomm- n'sie gewitzigt, nahm sich, wie ihm dies gestattet ist,' zur Llnterstützung den Ortsdiener mit. Die I Schuldner erblickten hierin eine Schikane, wurden maßlos erregt und brachten es schließlich durch I Drohungen und sonstiges brutales Verhalten den I Beamten gegenüber fertig, daß diese unverrichteter Sache wieder gingen. Der Sohn wurde gegen den Ortsdiener auch tätlich, und Beleidigungen fielen gegen die Beamten ebenfalls. Die Angeklagten erhielten unter Berücksichtigung ihrer seitherigen Llnbestraftheit und ihrer Erregung wegen Widerstands, Beamtennötigung und Beleidigung Geldstrafenvvn20 bzw. 30Mk. Ein Erwerbsloser aus einer Nachbargemeinde wurde ertappt, als er sich seine freie Zeit mit Angeln in der Lahn vertrieb. Er besaß die notwendigen Fischereigerätschaften, war aber nicht im Besitz einer für jeden Angler unerläßlichen Fischereikarte: auch angelte er in Abwesenheit des Pächters auf fremdem Fischereigebret. Dazu kommt noch der verbotene Gebrauch einer Stellangel. Fischereifrevel nehmen in der Jetztzeit überhand. Möglicherweise hatte man es mit einem ausgemachten Fischräuber zu tun. Ein Beweis dafür war aber zunächst nicht zu erbringen. In Anbetracht der Vermögens- und Erwerbslosigkeit des Angeklagten erkannte das Gericht auf eine gelinde Geldstrafe von insgefamt 13 Mk. Gießener Jugendgericht. In der jüngsten Sitzung des Jugendgerichts wirkten als Schöffen mit Frau Marg. S chre r- n c r Witwe von Alten-Buseck und Lehrer Philipp Hofmann von Lang-Göns. Ende August fand in der Wetzsteingasse m Gießen eine Schlägerei statt, bei der ein s remder Wanderbursche von zwei hiesigen „Arbeitern" in roher Weise mißhandelt wurde. Ein junger Mann von hier wies die herbeigerusene Polizei auf die beiden Täter hin, die sich an den Marktlauben, aufhielten und den Anschein der Llnbefangenhcit > zu erwecken suchten. Als die beiden zur nahen j Polizeiwache gebracht werden sollten, begann ein Jugendlicher mit dem Angeber der Täter einen Streit. Als ein Wachtmeister auf den Hilferuf des Letzteren diesem beistand, wurde der Jugendliche ausfällig, widersetzte sich dem Wachtmeister, schlug ihm auf die Hände und die Brust. Der An- getlagte, der nunmehr seine Handlungsweise zu bereuen scheint und erstmals vor Gericht stand, erhielt eine Woche Gefängnis bei vierjähriger Bewährungsfrist. Drei auswärtige junge Leute waren angeklagt, einen wertvollen photographischen Apparat an einem Ausflugsort entwendet zu haben, wo ihn sein Eigentümer unbewacht auf einer Fensterbank I hatte liegen lassen. Einer der Angeklagten wurde freigesprochen. da er die Handlungsweise der anderen offenbar zu keiner Zeit gebilligt hat. Tie beiden sind zwar der Straftat schuldig, tonnten jedoch nach dem Jugendgerichtsgesetz ohne Strafe gelassen werden, da sie sich bisher stets sehr gut führten und ihre Eltern eine Gewähr für eine ordentliche Erziehung bieten. Hiernach erschien die Anordnung einer Erziehungsmaßregel als ausreichend. An einer nachmitternächtigen Schlägerei die nach einer politischen Versammlung in der Schloßgasse stattfand, hat sich auch ein Sechzehnjähriger (I» beteiligt, der heute ausblieb. Die Sache kommt erst in der Januarfitzung zur Verhandlung. Ein 17jähriger junger Mann aus einem Nach- bardorfe, der mit seinem Vater in einem Auto nach Heidelberg gefahren war. wurde daselbst von Polizeibeamten betroffen, als er — angeblich auf das Geheiß seines Vaters — das Auto lenkte. Seine weitere Schutzbehauptung, daß sein Vater, ein nervöser Mann, derart ermüdet gewesen sei, daß das Auto besser von ihm, dem Beschuldigten, als von seinem Vater gelenkt worden sei, war unbeachtlich. Der junge Mann, der noch keinen Führerschein erhalten kann, wußte genau, der, er sich durch fein selbständiges Autvlenken straf oae machte. Mit Rückficht auf die einerseits krrnesw..^ zu billigende Einstellung seines Vaters und auf die zu schützenden Belange des Verkehrs und^oer öffentlichen Sicherheit anderseits erhielt der geschuldigte eine Geldstrafe. Eingesandt. (Für Form und Inhalt oller unter dieser Rub :k stehenden Artikel übernimmt die Redaktion den, Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Aendcrung der Hausnummern. Auf das Eingesandt „Aendcrung der Hausnv n- morn" vom 27. Dezember 1930 haben wir der gemeinheit mitzuteilen, daß das Feuerversicherung - buch der Stadt Gießen nicht vom Städtischen Hua: bouamt aufgestellt und geführt wird, sondern von der Brandocrsicherungskammcr. Das Hochbauami hatte lediglich den Hausbesitzern mitzuteilen, daß die Kammer eine Aendcrung der Hausnummern r notwendig gehalten hat, und es überwacht die Durch führung dieser Aendcrung. Die etwas naive Annahme, daß die Arbeit nur durchgeführt wurde, weil „bei der betreffenden Behörde Arbeitsmanget herrsche", ist also unbegründet. Städtisches Hochbauamt. * Zum neuen Fahrplan Städtischen Straßenbah i Gießen. Die Notwendigkeit zur Einschränkung des Straßen- bahnbetriebes, um Ersparnisse zu erzielen, wird niemand bestreiten, der bisher den Verkehr auf der Elektrischen beobachtete. Daß dieser Zweck aber nun durch den neuen Fahrplan erreicht wird, darf an- gezwcifelt werden; denn er ist ganz dazu geschallen, daß noch gar mancher wegen der Unbequemlichkeit der Benutzung der Straßenbahn den Rücken kehrt. Ganz unbegreiflich erscheint, daß ausgerechn^ die rote Linie, die am meisten benutzt wird, zur Halste stillgelegt ist und ihre Benutzer gezwungen sind, am Marktplatz umzustcigen. Wäre es nicht richtiger gewesen, die wenigeren aps der grünen Linie unv steigen zu lassen? Dieses Umsteigen trägt gewiß nicht dazu bei, die Benutzung der Straßenbahn zu fördern. Am meisten wird dach die Straßenbahn von solchen benutzt, die schlecht zu Fuß sind oder nut Gepäck zur Bahn wollen. Mutz besonders erwähnt werden, daß es für diese wahrlich kein Dergnügen ist, am Rathaus auszustcigen, um das Kriegerdenkmal zu laufen und wieder den anderen Wagen zu erklettern! Wieviel Ortsfremde erwischen bestimmt den verkehrten Wagen, trotz Inanspruchnahme der Schaffner um Auskunft. Die Straßenbahn wird wohl vor allem benutzt, um zu oder von dem Bahnhof zu kommen. Deshalb müssen aber auch die wichtigsten Ankunft- und Abfahrtzeiten der Züge im Fahrplan der Elektrischen berücksichtigt werden. Das ist aber ganz bestimmt nicht bei dem neuen Fahrplan geschehen. Wenn die zuständige Stelle den Fahrplan der Reichsbahn überprüft hatte, dann hätte sie wohl gesunden, daß nach Abgang des letzten Straßenbahnwagens 21.37 Uhr vom Gießener Bahnhof noch folgende Personenzuge mer ankommen: 21.46 von Gelnhausen, 21.50 v-Zug von Köln, 21.55 van Fulda und 21.57 von Frank- furt. Diese vier ankommenden Züge rechtfertigen bestimmt die Fahrt zweier Straßenbahnwagen wie bisher um 22.00 Uhr. Den Wegfall dieser beiden Wagen wird die Direktion der Straßenbahn nicht mit Unrentabilität begründen wallen: denn man kannte bisher beobachten, daß diese Wagen zu den bestbesetzten des ganzen Tages gehörten. Daß für den bisherigen letzten Wagen ab 22.25 Uhr vom Bahnhof kein Bedürfnis oorlag, will der Verwaltung schon im April bekannt gewesen sein. Warum dauerte es nun 9 Monate, bis man sich zu einer Tat aufraffte, die sofort auf die gewordene Erkenntnis hätte folgen müssen? Es konnten dadurch bis heute ungefähr 2000 Mark erspart werden. Diel wenig gibt auch ein Viel! Gespart konnte auch dadurch werden, daß im Winter in der ruhigeren Verkehrszeit nach 20 Uhr bei der Straßenbahn 15-Minutcn-Verkchr eingeführt wird. Hoffentlich veranlassen diese Zeilen schon letzt die nach Ablauf des Winterhalbjahres in Aussicht gestellte Nachprüfung der Angelegenheit und bewirken die angeregten Verbesserungen des Fahrplanes, die ohne Mehrkosten möglich sind. Sch. • Naben und Spatzen als Schädlinge auf den Felbern. Geht man gegenwärtig die Kreisstratze von Wieseck nach Trohe entlang, so wird man eines Schwarms (mehrerer 100) Raben gewahr. Auch drei Jäger aus Gießen, vom Stolzen Morgen gegen Trohe kommend, mußten am Samstag- nachmittag diese Beobachtung machen. Beobachtet man nun, wo diese Raben sich niederlassen, so sind es hauptsächlich die lehtgcsäten Aecker mit Weizen. Die Vögel hacken dabei jedes Hälmchen samt dem Kern heraus. Das Unwesen treiben die Schädlinge schon den ganzen Herbst, und fr» haben schon manche Weizensaat völlig vernichtet. Es wäre doch Sache des Feldschuhpersonalt. daß den Raben durch Abschießen tüchtig zu Leibe gegangen wird. Wird nichts gegen die Raben getan, so haben wir sie das ganze Jahr und sie werden noch viele Aecker mit Frucht vernichten. Auch von leiten der Landwirtschasts- fammer sollte daran gedacht werden, die Raven da wo sie im Llebermaß Vorkommen, jetzt im Winter abschießen oder vergiften zu lassen. Wie mit den Raben, so ist es auch leide« mit den Sperlingen. Die Sperlinge treten auch dieses Jahr sehr im Llebermaß auf und schädigen den Landwirt.' Da zur Zeit alles Feld ohne Schnee liegt, halten sie sich auf dem tfnoe mir. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, da; wenigstens die Raben aus der hiesigen Geger > vertrieben werden. Besonders sind die Gemeinden Rödgen. Trohe, Alten-Buseck und Wieseck in. Mitleidenschaft gezogen. Ein Landwirt. Briefkasten ver Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) W. L. Sie können in Gemeinschaft mit Ihrer Frau das betreffende Anwesen (Eigens m) jetzt schon durch gerichtlichenodernotariellen Akt (Vertrag) dem einen oder andern Ihrer beiden Kinder überschreiben. Der es erhalten soll und die Bedingungen der Llcdergaoe (Verkauf oder reine Auflassung) unterliegen Ihrer freien Vereinbarung. Es ist auch möglich, einem Kinde das Anwefen testamentarisch zu vermachen. Errichten Sie aber in jedem Falle zur Olermei- öung späterer Streitigkeiten unter den Kindern das Testament entweder vor dem Amtsgericht, oder einem Notar. Die Bürgermeisterei hat mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun. Wirtschaft. Kündigung von Angestellteniarifen. Nach einer Mitteilung des Gewerkschaftsbundes der Angestellten (GDA.), Geschäftsstelle Dietzen, hat der Arbeitgeberverband für Lahngau und Ober Hessen, Giehen, das Gehaltsund Mantelabkommen für die kaufmännischen und technischen Angestellten in Großhandel und Industrie gekündigt. Ebenso hat die Ortsgruppe Wetzlar des Arbeitgeberverbandes für Lahngau und Oberhessen das Kollektivabkommen gekündigt: es soll Neuregelung der Gehälter statt- finden. Zu diesem Zwecke haben die Buderus- schen Eisenwerke vorsorglich sämtliche Angestelltenverträge ohne jegliche Ausnahme zum nächst zulässigen Termin aufgekündigt. Ebenso haben auch Cinzelhandelsfirmen gleiche Schritte unternommen. Ferner liegen Kündigungen der Gehaltstarife im Einzelhandel Wetzlar und Mar- bürg vor. Vorschubverein Laubach. □ Laubach, 31. Dez. Hier sand im Saale des „Solmser Hof" die dritte diesjährige außerordentliche Generalversammlung des L a u b a ch e r Vorschuß-Vereins statt, zu der weit über 100 Genossenschaftsmitglieder erschienen waren. Zunächst wurde von Inspektor Henze das von der Untersuchungskommission festgestcllte Material über die Ursache der Verluste und sodann der Bericht über die von dem Bücherrevisor Will (Gießen) vorgenommene Revision verlesen. Hiernach steht fest, daß der Fehlbetrag von 2 5 5 0 0 0 Mark — wie bereits früher berichtet — in der Hauptsache durch leichtsinnige Kreditgewährung seitens des Rechners an ein inzwisä)en in Konkurs geratenes Sägeiverk ent- standen ist. Wenn auch der frühere Aufsichtsrat und Direktor von dieser Kreditgewährung, die durch F a l s ch b u ch u n g e n des Rechners geschickt verschleiert waren, nichts gewußt haben wollen, so wird ihnen in den Revisionsberichten doch zur Last gelegt, daß sie es an der nötigen Aufsicht, die ihnen das Genossenschaftsgesetz und die Satzungen oor- schreiben, hätten fehlen lassen. Rach diesen Ausführungen wurde zur Frage der Schuldendeckung geschritten. Der Vorsitzende Henze berichtete hierzu, daß mit den früheren Aufsichtsratsmitgliedern ein Vergleich zustande gekommen sei, wonach diese bereit wären, Beträge zwischen 2000 bis 4500 Mark zur Schuldentilgung freiwillig zu leisten. Dieser Vergleich wurde von der Versammlung genehmigt. Hinsichtlich der Schade n s e r s a tz l c i st u n g des früheren Direktors und des Aussichtsratsvorsitzenden ist eine Einigung noch nicht zustande gekommen. Falls eine solche demnächst nicht erzielt wird, sollen die Ersatzansprüche der Genossenschaft im Klagewege geltend gemacht werden. Weiter wurde sestgestellt, daß nach Inanspruchnahme von Bürgschaften, der Kaution und des sonstigen Vermögens des früheren Rechners, sowie der vorhandenen Rücklagen und Reserven jeder Genosse mit einem Betrag von 700 Mark beizusteuern habe. Bei der endgültigen Wahl des Vorstandes und Ergänzung des Aufsichtsrates wurden die Aemter wie folgt verteilt: Zum Direktor wurde Eisenbahninspektor i. R. Henze, zum Stellvertreter Fabrikant Hohmann sen. und zum Rechner Kröck gewählt. Zum Kontrolleur soll der Aufsichtsrat demnächst ein Mitglied aus feiner Mitte bestimmen. Der Aufsichtsrat wurde durch die Herren Wilhelm Kreicker, Ernst Moennig, Heinrich Kreicker aus Laubach und Otto Müller- Henriettenhof ergänzt. Zum Schlüsse wurde noch über die Gründung einer neuen Genossenschaft debattiert, deren konstituierende Versammlung demnächst stattfinden soll. * ' * Main-Gaswerke 21©., Frankfurt a. M. Die Zusammenfassung aller Frankfurter Gasinteressen in diese Gesellschaft, die über ein Aktienkapital von 30 Mill. Mark verfügt, ist nun in bas Handelsregister eingetragen worden. Der Vorstand seht sich zusammen aus Direktor Dr Winkler, Dir. Dipl.-Ing. Schumacher und Ernst Goffin (als stellvertretenbe Direktoren), sämtlich Frankfurt a. 211., an. Dem Aufsichtsrat gehören an die Stadträte Dr. Schmude (Vorsitzender) und Bruno Asch, Frankfurt a. M., Oberbürgermeister Granzin, Offenbach, dieEtadt- verorkcheten Dr. S. Goldschmidt. Frankfurt a. M.. R. Heyne, Offenbach, Dr. H. Merton, Frankfurt a. 21t, Severin Aelles u. H. Schulz, Offenbach. Bürgermeister Ernst Weil, Offenbach, Bankbirek- toren I. Jacob und S. Bacharach und Bankier W. Mankiewicz, Frankfurt a. M. • Süddeutsche Zucker - AG., Mann- h c i m. Ein Konsortium unter Führung der DD.- Bank und unter Beteiligung der im Auslande an der Zuckenindustrie engagierten Württem- bergischen Melassefutterwerke, G. m. b. H. (Josef und 2Ubcrt Flegenheimer, Stuttgart), hat durch Aktienerwerb weitgehendes Interesse bei der Süddeutschen Zucker-ÄG., Mannheim, gewonnen. In welchem Umfange der AA. verstärkt wird und durch welche Personen, steht noch nicht fest. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Jan. Tendenz: still, aber etwas schwächer. — Auch die erste Börse im neuen Jahre eröffnete eher etwas schwächer, da das Fehlen fast jeglicher Kaufaufträge verstimmte. Die Steigerungen, die sich am letzten Börsentage ergeben haben, sind auf rein bilanztech- nische Vorgänge erfolgt, was ganz besonders bei den Kassakursen zum Ausdruck kam, die zumeist früher als die Terminkurse notierten. Trotz festerer Auslgndbörsen und des ausgcbrochenen Berg arbeiterftreiks in Südwales brachten die ersten Kurse in e i ft Rückschläge, da der Teilftreik im Ruhrbergbau diesem eher günstigen Moment störend gegenübcrstand. Bei geringstem Umsatz waren die Abschwächungen nur von geringerer Bedeutung, da stärkeres Angebot kaum Vorgelegen haben dürfte. Die Grundstimmung mar nicht unfreundlich, und lediglich sehr mangelnder Ordereingang ließ die Kurse etwas niedriger eröffnen. Etwas stärker ab= geschwächt lagen Salzdetfurth, die 3,75 v. H. ein- büßten. Aschersleben minus 1 v. H. Von Elektrowerten verloren Geffürel 2 v. H. und Siemens 1 v. H. AEG. blieben noch gehalten. Ehemieaktien lagen bis 1 v. H. niedriger. Am Kunstseidenmarkt setzten Atu 1,25 v. H. schwächer ein. Bis zu 2 v. H. niedriger eröffneten außerdem Deutsche Linoleum und von Bau- unternehmungen Philipp Holzmann. Reichsbankvorzugsaktien wurden heute exklusiv Dividende notiert. Am Bankenmarkt überwog der Rückgang bis zu 1 v. H. Am Anleihemarkt lagen Altdefitz 0,25 v. H. höher. Bon fremden Werten gaben Zolltürken 0,13 v H. nach. Rach den ersten Kursen hielt die schwache Stimmung an, und infolge der Orderlosigkeit ergaben sich m e i ft neue Rückschläge, die aber kaum 1 v. H. überschritten. Lediglich Felten wurde später 4 v. H. niedriger festgesetzt, ohne daß nennenswertes Angebot vorhanden war. Am Geldmarkt machte sich nach dem Ultimo wieder eine Erleichterung bemerkbar, so daß der Satz um 0,75 auf 5,25 v. H. ermäßigt wurde. Am Devisenmarkt lag die Mark wieder etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,3913, London gegen Kabel 4,8557, gegen Paris 123,65, gegen Mailand 92,74, gegen Madrid 46,35, gegen Schweiz 25,0525, gegen Holland 1206,15. Berliner Börse. Berlin, 1. Ian. Die erste Börse im neuen Jahre brachte schon zu Beginn eine gewisse Enttäuschung. Man hatte in den Bankbureaus vormittags mit besseren Kursen gerechnet, da der Schluß der Reuyorkcr Mittwochbörse und der Streik in Südwales eine Anregung boten. Die Kundschaft hatte aber keine Neigung zu neuen Ordern an den Tag gelegt, und so sah sich die Kulisse, zumal noch von Teilstreiks im Nuhrbergdau zu hören war, zu Abgaben veranlaßt. Daß es hauptsächlich spekulative Abgaben waren, ging daraus hervor, daß nur die Hauptwerte kursmäßig stärker beeinflußt wurden. So verloren Julius Berger, Schultheis, Rheinftahl, Riebeck Montan und Salzdetfurth bis zu 3 v. H. Thüringer Gas waren um 4 v. H. gedrückt und selbst J.-G.-Farben gaben um 1g v. H. nach. Kursbesserungen waren demgegenüber nur ganz vereinzelt festzustellen und gingen auch kaum über lt v. H. hinaus. Es verlautete außerdem von neuen Insolvenzen im Auslande. Wie bekannt, konnte an der Mailänder Börse schon am Mittwoch einer der bedeutendsten Effektenmakler feinen Ultimoverpflichtungen nicht nachkommen. Auch der Monatsbericht des Stahlwerkverbandes, der heute früh zur Veröffentlichung kam, war nicht dazu angetan, a la Hausse zu wirken. Am Anleihemarkt konnte Ablösungsschuld um 0,30 Mark ansteigen, von Ausländern zogen Bosnier um je J v. H. an, während Mazedonier i v. H. einbüßten. Der Pfandbrief ist noch unentwickelt, aber eher freundlicher. Reichsschuldbuchforderungen im allgemeinen bis 1 v. H. fester, 1940er plus 1 v. H. Am Geldmarkt hörte man Tagesgeld mit 6 bis 8 v. H., Monatsgeld mit 6| bis 8 v. H. und Warenwechsel mit 5i v. H. Auch im Verlaufe wirkte sich die Orderlosigkeit aus. Die Kurse bröckelten meist weiter bis 1 v. H. ab. Der Verkauf der 64 Millionen Reichsbankaktien (Vorzug) an die Allianz lenkte das Interesse etwas auf diesen Markt und der Kurs erfuhr mit 3,15 v. H. Besserung eine Befestigung, bei der er sich allerdings später nicht voll behaupten konnte. Frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a. M., 2. Jan. Auftrieb: 171 Stück Rinder, 468 Kälber, 92 Schafe, 168 Schweine. Cs wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber, beste Mast- und Saugkälber 73 bis 76, mittlere 67 bis 72, geringe Kälber 60 bis 66. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 47 bis 50, mittlere Masthämmel, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 46. Schweine nicht notiert. Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft. Letzte Nachrichten. Teilstreik im Ruhrbergbau. Essen, 2. Dan. (WIB. Drahtmeldung.) Auf einer ganzen Anzahl von Zechen im Ruhrgebiet kam es heule früh unter dem Druck von Arbeitslosen, die die Zechen beseht hatten, zu wildem Streik. Wahrend auf einzelnen Zechen nur ein Teil der Belegschaft eingefahren ist, ruht auf anderen Zechen des Bezirks die Arbeit vollständig. Soweit es sich bis jetzt feft- stellen ließ, wurden von diesem Streik 20 Zechen des Ruhrbergbaus betroffen. Sprechstunden Der Rcöattion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richlen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für bie Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 282 8 6 5 4 3 2 Weiß. Don 3. Moller, Kopenhagen Z h Schwarz, a b c d e Weih 7 Steine: Kh4; De2; Tc3; Lh5; Se7; Be4, h6. Schwarz 4 Steine: Kf8; Ld7; Be5, h7. Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Endspiel Nr. 88. Weih 4 Steine: Kb7; Th4; Sa2; Bg6. Schwarz 3 Steine: Kb5; Tc2; LeA 8 7 6 5 4 3 2 1 w. 8 6 5 4 3 2 1 d e Weiß. Don Plaloff. Schwarz, d e Weih am Zuge gewinnt. g h w a b 2 h a b Lösung des Problems Nr. 279. Don H. R. Wood. 1. Th5 - c5! usw. Aus der Schachwetr. — Kashdan, der wie bereits berichtet, in einem Turnier zu Stockholm vor Bogoljubow, Spielmann u. a. erster wurde, muhte sich jetzt in einem kurz darauf ausgelragenen Wettkampf zu Stockholm vor dem jungen schwedischen Spieler Stoltz mit 31/» zu. 2V2 Punkten geschlagen bekennen. Todesfälle. Der bedeutende Problemdichter G. ChocholouS ist in Prag im Alter von 74 Jahren gestorben. Er gehörte mit Dobrusty und Pofpisil zu den Säulen der böhmischen Schule. Die Zahl feiner Aufgaben. beläuft fich auf über Taufend. Der Aufgabendichter Pfarrer O. Link ist kürz-, lich gestorben. In weiteren Kreisen ist er durch cinelf Anleitung zum Lösen von Problemen bekannt geworden. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch. Eine gewaltige Bersöhnung. Auf dem Kurfürsbendamm in Berlin hat sich eine hübsche Szene abgespielt. Ein Herr, der sich gerade einen neuen Wagen zugelegt hatte, beschloß, dieses Ereignis mit sich selbst zu feiern, und hielt zu diesem Zweck gegen Abend vor einem . Vergnügungslokal. Gerade, als er die Bremsen anzog, streckte jemand seinen Arm in den Wagen. Aha, dachte der Herr, das ist ein Autodieb — dein werden wir's aber geben! Heraus aus dem Wagen springen und den Gegner mit einem furchtbaren Kinnhaken in horizontale Lage bringen, war eins. Dann zählte er den Mann aus, hob ihn auf die Beine und mußte nun fescstellen, daß es sich um einen Vertreter aus dem Geschäft' handelte, wo er seinen Wagen erstanden hatte. Dieser wollte ihm nämlich noch einen Schlüssel überreichen. Die beiden fielen sich gerührt in die Arme, und der Herr war froh, jemanden gefunden zu haben, der ihm half, das Ereignis zu feiern. Darüber wurde es drei ^lhr morgens. Und als die beiden sich auf schwanken Füßen aus dem Lokal schoben, mußten sie bemerken, daß inzwischen der Wagen wirklich gestohlen worden war. Zur Zeit suchen die beiden ihn immer noch. Kritik. Brahms und Bernhard Scholz waren Jugendfreunde und diese Freundschaft dauerte auch noch an, als Scholz an Berühmtheit längst weit hinter dem Freunde zurückgeblieben war. Als Brahms einmal nach Frankfurt tarn, suchte er auch den Freund wieder auf. Scholz legte ihm stolz ein Trio vor, das er eben erst kombiniert hatte, und bat den Meister um ein Urteil. Aufmerksam sah Brahms die Partitur durch. Dann, als er auf der letzten Seite angekommen war, legte er es prüfend zwischen Daumen und Zeigefinger und rieb es prüfend hin und her. Äernhard Scholz sah ihn an. „Run?" Und Brahms: „Sage mal, lieber Bernhard wo hast du eigentlich das schöne Rotenpapier her?- Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 0 H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. | Berlin (Schluß-1 lurs | l«Ufir» 1 fluni | Schluß-s furrf | Anfang« flurd Datum 31 12 | 2 1 1 31 12 1 1 1 6% DeuNche ffletdiJanleUje von 1927 ......... . 7% Deutsche ReichSanlelbe 85 - 85,5 — von 1929 ........ Deutsche Anl.-Ablöl^ Schuld mit 101 — 101 — Auslos.-Rechten ... 52,25 52,45 52 52,3 DeSgl. ohne Qlu6lo|.-lRed)te . . 8% ßtü. BollSItaat von 1929 (rück,ahlb. 102%)...... 5,3 5,25 5,2 89 — 88,5 _ vberhcslcn Provinz • Anleihe mii Auslos.-Rcchten....... Deutsche Komm. (sammelabL 50 — — — Anleihe Serie 1 .... 8% Rtan!|. Hyp.-Banl Soldpse. 49,8 — 49,65 — XIII unkündbar bis 1931 . . . 7% Franks. Hyp.-Bauk Doldpse 98,5 — — — unkündbar bis 1932 .... 4%% Rheinische Ht>p.-2ank 92 — — — 89 8% Pr. LandeSplandbriesanstalt, Pfandbriefe R. > 9...... 8% Pr LandeSpianobriefanstalt, 100 — 100 — ftomm^Cbl. IR. 20...... 7% Pr. Landedptandbrtesanvalt, 97 — 97 — 97 0.C.®. abg. BorlriegS-Obligati» — ven. rüdxablbai 1982 .... 93 — — — <% Oeslerretchtsche (Soldrente . . 26 26 9 4,20% Oesterreichische SUberrenke 4% Oesterreichische Einheitliche 2,25 — 2,1 — Rente . . . - 4% Ungarische Goldrente . . . . 21,6 21,65 21,5 4% Ungarische SiaaiSrente v. 1910 17,6 _ 17,5 4 34% deegl. von 1913 . . . . _ 18.75 4% Ungarische Kronenreute . . . 1,4 _ 1,35 1 3 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl 3,25 — 3,2 3,2 Serie I ...... 3,2 _ 3,3 3,4 4% betfll. Serie ll....... 5% Rumänische verrinh. Rente 3'2 — 3,2 3,2 von 1903 ....... 9 8,5 4H% Rumünisch« verrinh. Reale t>va 1913 . ..... 12,75 6,5 t% Rumänische verrinh. State *7 — — Frankfurt a. M Derlin Zrankfuri a. Ul Äcrltn Schluß-s luret | 1-Uhr- Kurs Echluß- fur 4 Anfang- flur<< Echluß- fur«t 1-Uhr- fli'rd Echluß- kurS Anfang- flur4 Datum 31. 12 2. 1 31 12 2. 1 'Datum 31 12 2. 1 31 12 2 1. vamdurg-Amerika Paket ... 7 63 —— 62 61 Bereinigte Stahlwerke..... 57,25 — 57,75 57,25 Hamburg-Südam. Dampsschlfl. 8 — — 153,5 154 Otavt Minen .... 16'/. 30,5 — 31,5 31,5 Hansa Tampsschiss.....10 — — 123 Kaliwerke Aschersleben ... 10 128 127 128 127 Norddeutscher Lloyd.....8 62,5 — 62 61,5 Kaliwerke S6estercgeln ... 10 133,5 134,5 134 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 98 — 98,5 98 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 199 195,25 198,5 195,25 Barnier Bankverein .... 10 100 100,25 100 100.25 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Aank . 11 118 109.5 108,75 118,5 109,5 118.5 108,25 I. G. Zarben Industrie ... 12 Dynamit Nobel ....... 6 124,5 123,5 125,13 123,75 Darmstädter und Nationaleank 12 145,5 145,25 144 — — 62 — Deutsche Bank und Scheidennstalt ....... 9 124,5 — —- — DiSconto-GeseUschasi, ... 10 109 109 109,25 109 Noldschmidt..... 5 37 — 36,5 — Dresdner Bank ...... 10 109,5 109 25 109 44 44 44,5 44,25 Reichsbant........12 229 226,25| ' 227 228,13 Metallgeiellichasi.......8 70 69,4 70 69 «l.C.G.............. 92,25 91,9 92,4 91,4 Philipp Holzmann......7 72 70,25 _ 71,25 Bergmann.........9 Elektr. LieferungSgelelllchast. 10 110 — 107,75 — Zementwerk Heidelberg . . 10 65,5 — 91 — “1,5 — Cemcntwerk Karlstadt. ... 10 115 — — — Licht und ftraft......10 Fellen & Guilleaume ... 7% Gesellschaft für Clektrische Unternehmungen .... 10 109 80 76 106,75 77,5 107,75 76 Wavb & Frevtag......8 40 — 39,5 — 90 88 88 88.5 Schultheis Payenhofer ... 15 — — 160 157,5 Hamburger CieltrizitütL-Weüe 10 Rbelnische Cleklriztlät .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schulten L Co........ Siemens L Halske ..... 18 rransrabio ......... * 114 Qstwerke.........12 Aku...........18 14,5 43,2? 128 44 127 43,25 109,5 144 143 99 109,5 144 120,25 113,5 107,75 142,25 120 Bemberg..... 14 Zellstoff Waldhos .... 13'/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 94 72 Illi 42,75 92 72 77,75 42,75 90,5 72 78 Labmeyer L Co.. ..... lo 113,5 — Dessauer ffiaü..... 8 Daimler Motoren ...... 0 — 100 22,5 100 22 Buderus .......... 6 48 _ _ Deutsche Linoleum ...... 98 98 99,25 98,25 9,25 _ 59,4 60 Maschinenbau A.-Ä, ..... 0 — — 29,75 — Essener Steinkohle ...... v _ Nal. Automobil ...... 0 — — — — Gelsenkirchener ....... t 81 _ 81,5 81 Orcnstein & Koppel . .... 6 “V* — 42,5 41 73 _ 75 76 Leonhard Tietz ...... 10 102 — 102,75 103,75 _ 61 61,25 Svenöka ......... 276 — 275 176 Ilse Bergbau ....... 1Ö 170 — 168,5 167 Llöckncrwerke . ....... 7 Köln-Ncuessen. . ...... 7 Manneßmann-Röhre» .... 7 4,5 — 54 srrantzurier Maschtne» .... 4 15 14,9 CI ,5 — 67,4 61,5 68 61 Gritzner....... 6 Hevligenstaedt ....... o 35 31,75 — Mansselder Bergbau . «... 7 Oberschles. Eijenbedart .... 8 33 32 32,25 34 34 IunghanS....... 6 Lechwerke..........8 33 — 32,75 — Oberschlcs. ttokswerke..... 7 Phönir Bergbau. . .... 8% Rheinische Braunkohle» • • 10 Aheinstahl..... 6 55,5 146,5 1 1 1 66,25 56 145,25 66,13 56 146,9 Moinkraftwcrke Höchst a. M.. . 8 «tag . . ........10 Gebr. Roeder..... . 10 (5,5 65 82,75 111 65 11 1 68,5 — 69 67 Botgt & Haeffner ...... k 146,75 __ 148 —— Riebea woetei ...... 7,2 — 75 73 Süddeutsche Zucker .... 10 135 — 135 — Banknoten. Devifenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Berlin, 31. Oczember «eld Brief Simertkaniiche Nölen..... 4,176 4,196 Belgische Noten. ....... 58,36 58,60 Dänische Noten ........ 111,88 112,32 Englische Noten ........ 20,325 20,405 16.44 16,50 Holländische Noten ....... 168,49 169,17 Italienische Noten........ 21,89 21,97 Norwegische Noten....... 111,88 112,32 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling 58,88 59,12 Nuniäniiche Noten ....... 2,47 2,49 Schwedische Noten ....... 112,08 112,52 Schweizer Noten ........ 81,16 81 ,48 43,41 43,59 Tschechoslowakische Noten..... 12,39 12,45 Ungarische Noten........ 73,20 73,50 31 Dezember 2. Januar Amtliche -Neuerung (Selb 1 Srlei Amtliche Notierung (Selb »riet 2imst.» '.Hott. 168,81 169,15 168,92 169,26 ' Brnn. AircS 1,312 1,316 1 330 1,334 Brff.-Antw 58,56 58,68 58,58 58,70 iSlliiftiania - 112,13 112,35 112,16 112,38 stopenl) eigen 112,10 112,32 112,17 112,39 Stockholm - 112,33 112,55 112,34 112,56 HelsingforS- 10,55 10,57 10,554 10,574 Atalien. . . 21,96 22,00 21,965 22,095 London. . . 20,365 20.405 20,369 20,409 sl.'cunork . . 4,1990 4,2020 4,1955 4,2035 Paris.... 16,468 16,508 16,47 16,51 Schwei, . . 81,30 81,46 81,31 81,47 Spanien. . 43,81 43,89 44,06 44,14 Japan .. . Pio de Jan. 2,081 2,085 2,078 2,082 0,382 0,384 0,396 0,388 Wien in D - £tft. adgest 59,03 59,15 59,04 59,16 Prag . . . . 12,432 12,453 12,434 12,454 Pelzrad . . Budapest. . 7,418 7,432 7,416 7,430 73,36 73,50 73,365 73,505 Bulgarien 3,037 3,043 3,035 3,041 Lissabon . . 18,81 18,85 18,81 18,85 Danzig. . . Konstantia. 81,46 81,62 81,445 81,605 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,433 5,443 5,433 5,443 Lanada - - 4,186 2,997 4,194 4,187 4,195 llHK.UllD . . 3,003 3,017 3,023 Cairo .. 20,885 20,925 20,89 20,30 lil.2,5 Ä Sn|d)nh'UI M" J’S n poMc yril»110"’ Hellommet k hat da* zahres uves 5t es zutt 8«wä'r - Llcnds. W ,r Frage jj 1930 ouf » 'Schics erst- IW* ' st-nSedan " hie aus ^nl beim Aeichsp hindenbu oor aller Wei sprechen,^ . o)o es sich ' manb eine i’ betonte der auf die Gluli Deutschland um der Wl aber bislant aale ZuI seinerzeit m heißen sei, der Völker einer Wrijö denbura wa Enlläuschun! in so reich' Hinzuzufügei mut und müßten. In Heichskabim beurlaubten rangältesten dem Staats reswechsel großen inm die er im 1 griff genom Er hat noi was schon Regicrungsä Anstrengung <5 i-eh cr ’i n Seb c gi kes, die du wirtschaftlich Abmachung« Die Reich Dorten Gro ren Anlaß der Reichska digt Haden - auch ferner Reuen Plan vielmehr not einem Zahlu folg der Aili sion des ) dem Ziel ei Reparcitionsr der |cit der ’ wirtschaftliche einiger Aussi dann bedarf wurde, in । einer fta Grade die 2 '^sichtige P Ifn uns für eine Revision "areilio, unm ilellerRüstun darf es uns lungsgegner i °.er auf dem Laumenschra die Knie zu | °on uns aus ten in Drbni °rdnunge durch das 9 | Asind her ft sich darüb 'm Rahmen d “J öffentliche ©taatsappora 1 ?°ben getrost I ö Maße Msfanjier ,r kurzsichtige ^freudige einer dur E'nst gemach neuer ! Manche bfr . I si^ßten Maß K: werden °ben, ^f i 1 u * n a u a r I li?,enQU5g(e s* |w*ü5,