Nr. 281 Erstes Blatt 181. Jahrgang Dienstag, 1. Dezember 1951 Lrschernr lüglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats-Bejugsprcts: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägen slohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe nnterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Bnjeiger Gießen. Postscheckkonto: $ranffurt am Main 11686. Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfität§-Vuch- und Zleindruckerei tt. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße L Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u,n mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. ßange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Ted Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Fister, sämtlich in (Biehen. Klandins Wochenendbesuch in London. Französisch-britische Fühlungnahme. — Die Rückwirkungen der britischen Zollpolitik. — Vorbereitung der neuen Reparationskonferenz. Der französische Finanzminister Flandin hat das Wochenende in England zugebracht. Sein Aufenthalt hat begreifliches Aufsehen hervorgerufen und zu mancherlei Kombinationen Anlaß gegeben. Sn Paris war man bemüht, die Reise Flandins als eine rein private Angelegenheit hinzustellen, und auch von englischer Seite hielt man offiziell die Version des Sagdausfluges aufrecht. So naiv ist allerdings weder die französische noch die britische Öffentlichkeit, daß sie ernstlich daran glaubt, Flandin sei lediglich über den Kanal gefahren, um Fasanen zu schießen. Die englischen Zeitungen wissen denn auch von Unterredungen zu berichten, die der französische Finanzminister in einem Hotelzimmer mit dem englischen Außenminister Sir Sohn Simon, dem Handelsminister Runciman und bem_ Schahkanzler Sir Neville Chamberlain geführt hat. Es gibt eine Reihe von Problemen, die es Flandin ratsam erscheinen lassen mochten, mit der englischen Regierung eine engere Fühlung zu suchen. Laval hat die Lage Frankreichs in seiner Kammerrede sehr rosig gemalt und damit den gewünschten Erfolg bei den Abgeordneten erzielt. Sn Wirklichkeit hat aber auch die Pariser Regierung ihre Sorgen, und die Zukunft stellt sich ihr keineswegs so wollenlos dar. wie der Ministerpräsident glauben machen wollte. Frankreich ist heute nicht mehr die glückliche 3 nfel, die von den Krisenerscheinungen völlig unberührt bleibt. Mancherlei Anzeichen deuteten In der letzten Zeit daraus hin, dah auch in seiner Wirtschaft ein Schrumpfungsprozeh begonnen hat, und die Arbeitslosigkeit wächst zusehends, wenn auch nicht in dem Tempo, an das wir uns haben gewöhnen müssen. Der Franzose, von Ratur aus kleinbürgerllch und ängstlich veranlagt, sieht mit Besorgnis den Wirtschafllichen Wohlstand seines Landes ins Wanken geraten and bangt um die weitere Entwicklung, die die kurzsichtige Politll seiner Staatsmänner wesentlich bestimmt hat. Englands Zollmahnahmen sind nicht nur für die französische Sndustrie, sondern auch für die französische Landwirtschaft ein harter Schlag. Das Snselreich war bisher einer der besten Kunden, der nunmehr verloren zu gehen droht. Der Proteststurm, der durch die Pariser Presse zog, beweist, dah sich die interessierten französischen Kreise der bevorstehenden Schwierigkeiten bewuht sind. Es hätte Wohl nicht erst ihres Drängens bedurft, um die Regierung zu Schritten gegenüber England zu veranlassen. Laval war klug genug, nicht gleich schweres Geschütz aufzufahren, sondern zunächst aus gütlichem Wege eine Einigung zu versuchen. Zollkriege sind eine unangenehme Sache, und in diesem Falle wäre Frankreich sicherlich nicht der gewinnende Teil. Darüber dürfte man sich auch in Paris llar sein, und der Besuch Flandins galt wesentlich der Ausgabe, zunächst einmal in London das Terrain zu sondieren. Bezeichnenderweise wird bereits davon gesprochen, dah auch der französische Handelsminister Rvllin in den nächsten Tagen England aufsuchen werde, um die angeknüpsten Fäden toefterzuspinnen. Ob London sich fteilich zu großen Zugeständnissen bereit finden wird, ist zweifelhaft, denn es muß damit rechnen, daß auch andere Staaten wegen der Zollmaßnahmen vorstellig werden und die gleichen Vergünstigungen wie Frankreich beanspruchen. Immerhin besitzt Pans einen Trumpf, den es bereits den englischen Staatsmännern gegenüber ausgespielt hat. In absehbarer Zeit wird die Rückzahlung der kurzfristi- gen Kredite fällig, die England im Sommer gewährt wurden. London ist schwerlich imstande, sie zurückzuzahlen, ohne seine Währung einer neuen •rnften Erschütterung auszusetzen. Die Verlängerung hängt von dem guten Willen der Franzosen ib. Roch droht Paris nicht offen, sondern sucht durch das Versprechen, bei der Stabtlisierunq des Pfundkurses mitzuwirken, die Engländer für sich zu gewinnen. Verfängt diese Taktik nicht, so wird die französische Regierung sicherlich ihre finanzpolitische Macht ins Treffen führen Ganz wohl scheint aber Paris bet dem Gedanken daran diesmal nicht zu ein, denn die Rückwirkungen einer verschärften 'nglischen Krise auf Frankreich kann auch der oer- iohrteste französische Politiker nicht übersetzen Den zweiten Derhandlungsgegenstand bildete nach nach den Mitteilungen englischer Blätter die Schuldenund Reparativ nsfraae. Lavals Rede hat kein günstiges Echo in London gefunden, wo man (ich ebenso wie in Washington Gedanken über das Schicksal der Deutschland geliehenen kurzfristigen Gelder macht. Flandin hat angeblich beruhigende Erklärungen abgegeben. Jedenfalls kann als feststehend angesehen werden, daß Frankreich sich heute bereits eifrig bemüht, mit den anderen Gläubigermächten vor der großen Regierungskonferenz ins Reine zu kommen. Paris befindet sich in dieser Frage in einer Isolierung, die auch seinen maßgebenden Männern bedenklich geworden zu fein scheint. Englische und amerikanische Stimmen haben entschieden darauf hingewiesen, daß rine Opferung der Prioatkredite zugunsten der Tribute den deutschen Wirt- ichaftskredit zerstören und damit Deutschlands Zusammenbruch herbeiführen müßte. Die Regierungen in London und Washington können einer Preisgabe der Privatschulden um so weniger zustimmen, als die Kreditgewährung zum guten Teil mit ihrer Kenntnis und Billigung erfolgt ist. Der Gegensatz zwischen den privaten und politischen Gläubigern tritt damit offen zutage Höchst bedenklich scheint uns, das sich eine Einigung a u f der Basis der Parität zwischen beiden Ansprüchen anzubahnen scheint. Die ganze Welt sollte allmählich eingesehen haben, daß dieunproduk- tiven Reparationszahlungen der Hauptgrund der gegenwärtigen Krise sind und vor ihrer Beseitigung ein wirtschaftlicher Wiederaufstieg undenkbar ist. Deutschland ist nicht imstande, private Schulden und Reparationen zu bezahlen. Beschlösse die Regierungskonferenz in dieser Hinsicht aus politischen Gründen ein faules Kompromiß, so würde das Elend der Gegenwart zur Katastrophe treiben. Für uns sind die Bemühungen der französischen Regierung eine eindringliche Mahnung, die Augen offenzuhalten, damit nicht hinter unferm Äücken eine Abmachung zustande kommt, deren Kosten w i r nach bewährtem Muster zu tragen hätten. Oie geheimen Besprechungen. Oie Engländer äußern sich zurückhaltend. - M John Bull: „Rur mit einem goldenen Schlüssel lassen sich die Tore der verschlossenen Insel öffnen? Haben Sie ihn mitgebracht, Herr Flandin?" L o n b o n, 30. Rov. (TU.) Die privaten und geheimen Unterredungen zwischen dem französi- schen Finanzminister Flandin, dem englischen Außenminister Sir 3ohn Simon, dem Handelsminister Runciman und dem Schahkanzler Sir Neville Chamberlain dauerten bis Mitternacht. Sie sanden, wie der „Daily Herald" herausgefunden hat, in einem Zimmer im Hotel „M e t r o p o l e" statt, das im Auftrage eines Herrn 3ohn Simon vorbestellt war. Flandin unterrichtete, wie die „Times" berichtet, die Vertreter der französischen Presse vor dem Essen dahin, daß sein Besuch rein privater Ratur sei. Er habe nicht die Absicht, Verhandlungen zu führen und werde auch nicht die Frage der englischen Zolltarise erörtern. Hinsichtlich der finanziellen Fragen werde er sich aus eine Erläuterung des französischen Standpunktes beschränken, wie er von dem Ministerpräsidenten Laval in der Kammerrede dargelegt worden sei. Die französische Regierung habe den Wunsch, nut der englischen zusammenzuarbeiten, um eine Lösung der Krise zu finden, die durch die deutsche Zahlungsunfähigkeit verursacht worden sei. Die vorläufigen Eindrücke unterrichteter britischer und französischer Kreise von den Besprechungen gehen merklich auseinander. Auf britischer Seite scheint das Bestreben, dem Besuch des französischen Fina: zministers nicht dieselbe große Bedeutung beizumessen, die ihm in Teilen der in- und ausländischen Presse zugeschrieben wird, und hervorzuheben, daß es bei dem von Sir John Simon veranstalteten privaten Essen nicht zu einer größeren Aussprache, sondern nur zu einer informellen Erörterung von beiden Ländern interessierenden Finanz- und Wirtschaf s ragen kommen konnte Daß unter letzteren auch die Zollfrage e.wöhnt wurde, scheint man in Gegensatz zu französischen Mitteilungen auf britischer Seite für sicher zu halten. Während von französischen Stellen angenommen wird, daß sich Flandin bei der auch von britischen Kreisen bestätigten E wähnung der Reparativ ns frage au" po'i isch n To' cn begab und im Sinne der kürzlichen Kammerrede Lavals betonte, daß finanzielle Stabilität von politischer Stabilität abhänge, die nicht erzielt werden könne, s o lange in Deutschland dauernd die Revision des Versailler Vertrags gefordert werde, legen maßgebende britische Persönlichkeiten Wert auf die Feststellung, daß keine politische Behandlung des Reparationsproblems in Erscheinung getreten sei. Man hat den Eindruck, daß in London keine besondere Neigung herrscht, dem französischen Besuch in den Augen anderer interessierter Nationen den Charakter einer Fühlungnahme bezüglich der polllischen Grundlagen kommender Konferenzen, sondern nur die Eigenschaft eines unverbindlichen pri- vatenGedankenaustausches über hauptsächlich technische Fragen zu geben. Es muß abgewartet werden, ob sich die britische Aussasfung von dem Charakter der franz.fisch-englischen Besprechungen bestätigt oder die französische. Wirtschastsverhandlungen beginnen. Paris, 30. Rov. (WTD.) Wie „Havas" mit» teilt, hat die englische Regierung dem Vorschlag der französischen Regierung zugestimmt, in Verhandlungen einzutreten, um eine wirtschaftliche Verständigung herbeizuführen. Die Verhandlungen dürften binnen kurzem in London beginnen. 3n französischen Kreisen erklärt man, daß für den Augenblick keine Reise des französischen Handelsministers Rvllin nach London in Frage komme. Die französische Delegation dürfte, wie bei solchen Verhandlungen üblich, aus Vertretern der interessierten Ministerien zusammengesetzt sein. Protest gegen die geplante Llmsah- steoererhöhnng. Berlin, 30. Nov. (TU.i Gegen die geplante Umsatzsteuererhöhung hat der Reichsverband des Deutschen Groh- und Lieberseehandels e. V. nachdrücklichsten Protest beim Reichsfinanzministerium erhoben und darauf hingewiesen, dah eine Umsahsteuererhöhung, noch dazu in dem vorgesehenen Ausmah, unter den gegenwärtigen Konjunkturverhältnissen neue, u n - abwälzbare zusätzliche Betriebsbelastung bedeuten würde, die für wichtigste Großhandelsbranchen geradezu untragbar sein und deren Ausschaltung und Zusammenbruch herbeisühren würde. Die weiterhin erwogene Einschränkung der Einfuhrlisten würde keine Verringerung der Einfuhr, sondern lediglich eine Verdrängung des deutschen Im- Porthandels zugunsten seiner ausländischen Konkurrenz zur Folge Habern Die geplanten Umsatz- steuerveränderungen mühten insgesamt zu weiterem Rückgang des Umsatzes und zur weiteren Lahmlegung der Handelstätigkeit führen. putschistenverhastungen in Ungarn. Eine dunkle Affäre. Luckt Paris dahinter? In Budapest und anderen ungarischen Städten find in der Rächt zum Samstag eine Reihe von Personen verhaftet worden, die im verdacht standen, einen Putsch mit dem Ziel einer Staatsumwälzung geplant zu haben. Aus den bisherigen verhören läßt sich feststellen, daß hinter den Putschisten keine Massen standen, nnd dah sie keiner im Reichstag vertretenen politischen Partei angehören. Unter den verhafteten befinden sich sowohl Personen, die im Jahre 1920 ju den Rechtsradikalen zählten, als solche, die heule als Links- radikale angesehen werden können, hinter dem aus sechs Mitgliedern bestehenden Vollzugsausschuß stand eine Gruppe von etwa 150 bis 200 Leuten, die jedoch die Pläne der Führer nicht im einzelnen kannten. Dagegen scheint der Vollzugsausschuß zum äußer st en entschlossen gewesen zu sein, da nach einzelnen Aussagen nicht nur geplündert werden sollte, sondern man entschloßen war, führende Politiker sowohl von der Rechten wie von der Linken fe st zunehmen oder zu ermorden. Ueber die politischen Hintergründe berichtet unser Budapester A. S.- Korrespondent folgendes: In Budapest, in Kecskenet, in Szolnok und in verschiedenen anderen Städten, Städtchen und Dörfern ist es in der Nacht vom Freitag zum Samstag zu Verhaftungen gekommen, von denen das ganze Land spricht, Verhaftungen, über die die phantastischsten Gerüchte verbreitet werden, Verhaftungen, die well jensells der Grenzen Ungarns größte Deunruhigung hervorgerufen haben. Wenn man ehrlich sein will, der behördliche Geheimapparat der königlich-ungarischen Polizei hat tadellos geklappt: Man kann mit Sicherheit überhaupt nichts sagen. Und ob man es in absehbarer Zeit wird tun können, das ist eine große Frage. Weder in den Kaffeehäusern der Hauptstadt, noch im Iournalistenklub, geschweige denn in den Vorzimmern der Ministerien oder in den Wandelhallen des Parlaments ist das geringste zu erfahren. Natürlich weiß jeder etwas, oder will etwas wissen, und, es ist nun schon einmal so im Ungarn am Anfang des dritten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts: Fällt die Katze, wie sie fällt, sie fällt politisch mit eiserner Konsequenz auf die — Legitimisten! Otto von Habsburg ist wieder einmal in Steinamanger gewesen! Er war schon oft dort, er weilt eigentlich alle drei bis vier Wochen dort, um eine geheime Armee zusammenzustellen, die gegen Budapest marschiert. Er ist natürlich niemals dort gewesen, aber schließlich haben doch, wie die Historie berichtet, eine Unmenge von Menschen den Fliegenden Holländer gesehen, das Gespensterschiss und seinen Kapitän, leibhaftig, mit eigenen Augen, nicht allein vertont, auf der Bühne. Und so mystisch ist schließlich auch die Gestalt des rechtmäßigen Erben der Stephanskrone geworden, der, oder besser gesagt, dessen Mutter Zita, die frühere Kaiserin von Oesterreich und Königin von Ungarn, hinter allem und jedem steckt. Dementis nützen ja nichts! Wenn es heute heißt, weder Otto noch Zita, noch irgendein Führer der Legitimisten von Rang hätten das geringste davon gewußt, daß in der Nacht vom 21. zum 28. November 1931 sämtliche Budapester Kasernen von Legitimisten beseht, die Banktresors geöffnet, die Polizei entwaffnet und Ungarn zum Habsburgischen Königreich proklamiert werden sollte, so heißt es: „Aha, Regie! — Es hat nicht geklappt, und darum rückt auf einmal alles ab!" Man lächelt verschmitzt, tut äußerst geheimnisvoll und hat ein dankbares Thema bei einem zur Hälfte gefüllten Glas mit schwarzem Kaffee, zehn Glas Wasser dazu und 14 in- und ausländischen Zeitungen. Das ist nun einmal so in Budapest, und dagegen kann man, um im Sinne der früheren feindlichen Verbündeten Ungarns, der Oester- reicher, zu sprechen, mit dem besten Willen von der Welt nichts machen. Natürlich wird niemand im Ernst bestreiten wollen, daß die Legftimisten auf die Gelegenheit warten, um ihre Pläne zur Durchführung zu bringen. Es ist auch eine Binsenwahrheit, dah in Frankreich aus die Wiedereinsetzung der Habsburger große Hoffnungen gesetzt werden, alles Dinge, die der politisch interessierten europäischen Oesfent- lichkeit bis ins kleinste bekannt sein dürfte. Aber, die Budapester Kasernen besehen, die Danken ausräubern, eine Bartholomäusnacht zu veranstalten, das haben die Leaitimisten in Ungarn bestimmt nicht im Sinn. Sie mögen die Donauföderation wollen, sie mögen sich, wenn es darauf ankommt, die Dynastie zu retten, dazu hergeben, auf die französische Trikolore zu schwören, man mag ihnen alles unterstellen, nur einen solchen wahnwitzigen, dilettantischen Plan nicht? Aber irgend etwas ist natürlich vorgefallen. Die Wirtschaftskrise in Ungarn ist groß. baä Elend desgleichen. Der Pengö sinkt, und vielleicht wird er moraen sogar schon stürmen, das Vertrauen ist erschüttert. Was wunder, dah sich da Leute finden, mit den verschiedensten Interessen, die gemeinsam schlagen und nachher getrennt marschieren wollen, um sich dann wieder zu vereinigen, aber nur zu dem Zweck, sich gegenseitig die Äötfe einzuschlagen? Legitimisten hat man verhaftet, aber keinen ihrer Füh- re r. Wan hat auch verschiedene Elemente fest- genommen, die seinerzeit unter dem Freischärler Hrijäs Ungarn von den Kommunisten säuberten und dabei des Guten auch oft ein wenig zu viel taten, die dann später auch im Burgenland gegen Oesterreich hetzten, die aber alles andere waren als Legitimisten. Und unter den Verhafteten sind auch zweifellos Menschen, die nur nach einem großen Kriege, in einer Zeit allgemeiner Unsicherheit anzutresfen sind, die Geschöpfe dieser Zeit sind, ja vielleicht sogar ihr sleischgewordener Inbegriff: Abenteurer. Phantasten. Landsknechte der Weltkrise. Die Legittmiften wollen Otto von Habsburg die Stephans kröne au's Haupt sehen. Die Hejjäsleute wollen eine Rückkehr der ungarischen Politik zu jener nationalen Linie herbeifuhren, die bezeichnend für die magyarische Politik der Rachkr.egs- geit — bi- vor kurzem — gewesen. Und ganz ohne Zweifel macht sich in Ungarn eine Reaktion auf das Liebäugeln mit Frankreich bemerkbar, da- seit dem Sturz der (Regierung Vethlen ofsenkundig geworden ist. Da- S.ndrin- gen des französischen Kapitals, die Schwächung des Pengö. die man mit Recht auf sranzölischen Einfluß zurücksührt. da Ungarn auf diele Weise, ähnlich wie man es mit Oesterreich versucht hat und versucht, mürbe gemacht werden soll, das alle- stößt aus einen immer stärker werdenden Widerstand. Dieser Widerstand ist nicht allein der ungarischen Regierung aufge'ollen, man hat ihn vielmehr auch tn Paris recht gut gemerkt und au'erordentiich gut verstanden. Drängt sich da nicht die Vermutung auf, dah mit diesem .Putscherl". mit dieser Hausung von Unlinn. Kinderei und Schwachsinn, die irgendwie bezahlt worden sein muh, denn in Ungarn selbst hat man für so was kein Geld übrig, die Protestbewegung gegen die Pariser Hegemoniebestrebungen im Dv- nauraum kam promittiert werden sollte. GS genügte, dah einige bezahlte Abenteurer das Maul aufrissen, um sie schnell mit einer kleinen Anhängerschaft unverantwortlicher Art au- dem Lager Hab-burgs, au- dem Lager von Hejjas und den anderen zu versehen. Aber der Spuk ist so schnell verflogen, wie er entstanden ist. Und im Vergleich zu ihm hatten die Pläne der Heim» wehrführer im steiermärk scheu Iudenburg wahrhaft napoleonischen Eharakter. Siedlung als Nolstandöhilfe. Eine Rundfunkrede -es Reichsarbeiisministers Siegerwald.- Sirukiurwandlung in der Land- wirischast des deutschen Ostens.- Vom Großbetrieb zur Bauernwirischast. - Oie neuen Formen der Ausbau- und Gruppensiedlung. Berlin. 30.Rov. (TU.) Der Reichsarbeitsminister Stegerwald hielt im Rundjunk einen Vortrag über die Bedeutung und Aufgabe der landwirtschaftlichen Siedlung, in dem er u. a. ausführte: Brachliegende Menschenkräste in neu zu bildende bäuerliche Siedlerstellen w eder bemtotri- schaftlichen Arbeilsprozeh einzug ledern, scheint vielen Kreisen heute ein wesentliche- Mittel zu sein zur Behebung der Rot unseres Volkes. Soziale und bevölkerungspolitische wie wirtschaftliche und agrarpolitische Erwägungen, vor allem aber auch n a t i onalpoli tische Gründe drängen gleichmähig aus diesen Weg. Für die brennende Rot unseres Volkes, die ungeheure Arbeitslosigkeit, bringt die landwirt» schaftliche Siedlung eine fühlbare Gntlastung. Man kann zwar nicht mit einem Schlage die Städte von ihrem arbeitslosen Beoöike.ungsübcr chuh b:- freien. Immerhin schiebt aber die Siedlung der Abwanderung vom Lande einen kräftigen Riegel vor und eryält die Landbevölkerung der Scholle. Die neuen SiedlungZdirrser bedeuten ein Ausblühen von Handel und Wandel tn der ganzen Umgegend. Besonders bedeutungsvoll ist die landwirtschaftliche Siedlung auf dem Gebiet der Agrarpolitik. Wir erleben gegentoärtig eine Strukturwandlung des östlichen Agrargehie- teS. Zahlreiche Großbetriebe sind lebenS- unsähig geworden. Sie müssen durch krisen- festere Bauernwlrtschasten erseht werden. Die deutsche Agrarpolitik wird freilich dieser Entwicklung Rechnung tragen müssen. Sied- lungSpoliiik fördern heißt bäuerliche Poli - t i k treiben. DaS Reich hat feit Iahren mit großen Summen die landwirtschaftliche Politik gefördert. Die vorhandenen Mittel bringen aber nur dann Erfolg, wenn gerade die Kreise mit ansiedeln, in denen daS Siedlung-bedürfniS am stärksten nach Erfüllung drängt. DaS sind d i e minderbemittelten Schichten der ländlichen Bevölkerung. daS sind insbesondere die Landarbeiter und Handwerker, die vor allem der vorerwähnten Strukturwandlung zum Opfer fallen. Daher müssen wir unsere Siedlungsformen wie auch das Siedlungsversahren umstellen. Da- wesentliche ist. daß dem Bewerber nicht mehr eine in jeder Beziehung vollkommene Baustelle übergeben wird, sondern ihm nur das zur Verfügung gestellt wird, was die Wirtschaftlichkeit einer Stelle In den ersten Iahren fordert (Ausbausiedlung). Au - eigener Kraft wird sich der Siedler emporarbeiten müssen. Daher sind mehr als früher die Siedler mit aller Sorgfalt au-zuwählen. Der SiedlungSaufbau Berlin, 30.Roo. (111) Reichsbankpräsident Dr. Luther sagte dem Berliner Vertreter der „Associated Preß" u.a.: Das sog. Stlllhalte- abkommen enthalte so viele Lücken, daß sich daraus die ungünstige Entwicklung des Gold- und Devisenbestandes der Reichvbank zum größten Teil erkläre. Jn der Zeit vom 1 September bi» 15. Rooemder entfielen von 1,92 Milliarden Mark Devisenabgaben der Reichsbank nur 900 Millionen auf den Warenverkehr, dagegen 1,02 Milliarden auf den kapltalver- kchr. Von letj'.erem feien 7 2 0 Millionen Kreditrückzahlung. Ohne diese kredltrückzahlyn- gen hätte die Reichsbank statt eines Devisen- verlustes von 5 10 Millionen einen Z u - gang von 210 Millionen aueroclfen können, hieraus ergebe sich Deutschlands guter Wille zur Erfüllung feiner Verbindlichkeiten, der jedoch allein das Problem nicht lösen könne, wenn, was an sich ganz unmöglich fei, in der genannten Zeitspanne der Außenhandelsüberschuß in voller höhe sich in Deviseneingang umgemau- dell hätte, selbst dann hätten noch 100 Millionen Mark gefehlt, um die Zahlungen aus dem fta- mutz aus dem innersten Willen des Siedlers sein Lebensziel sein. Dem dient vor allem auch die Gruppensiedlung. Widerstandsfähigkeit und Kraft, Gesundheit und Lebenswille sind im Volk stet- aus seiner Verwurzelung mit dem Boden zu ziehen. Die SiedlungS- frage ist eine Schicksalsfrage deS deutschen Volkes geworden. pilalverkehr in höhe von 1,02 Milliarden Mark zu decken, kein noch so günstiger Deviseneingang könnte also auf die Dauer Kreditzahlungen im bisherigen Tempo ermöglichen. Die Annahme, daß ein Außenhandelsüberschuß sich sofort in Devisenanfall verwandele, fei selbstverständlich ganz unzulässig, denn zwischen d.m Grenzübertritt der Ware und dem hereinkommen des Ausfuhrerlöse» vergingen mehrere Monate. Deutschland sei dem Ziel einer vollen Devisenersassung recht nahegekommen. Die Lösung des Problem» aber liege nicht hier; vielmehr spiegele sich in den sehr hohen Kreditrückzahlungen, die die Ursache der dauernden Devisenverluste seien, die politische Gesamten l w i ck l u n g und die weltwirlschasttiche Lage, die noch immer, wenn auch jetzt in begrenztem Umfange, jenen Run der Gläubiger auf Deutschland sich fortsehen läßt, der Anfang Juni begonnen habe. Eine Lösung, die wirklich Helse, zu finden, sollte um so eher möglich sein, als Deutschland feit vorigem Herbst annähernd fünf Milliarden an da » Ausland zurückgezahlk habe. Warum Oeviserischwund trotz aktiver Handelsbilanz? Eine Unterredung mit dem Reichöbankpräsidenten. - Oie Kreditrückzahlungen gehen in unvermindertem Tempo weiter. — Lücken im Stillhalteabkommen. Das Ende der prosperM in Amerika. Weiteres starkes Absinlen von Beschäftigung, Löhnen, Preisen, Aktienkursen, Ein- und Ausfuhr. — Steigen der öffentlichen Schuld. — OaS Volkseinkommen um l Milliarden Oo.lar gesunken. Washington, 80. Noo. (WTB.) Der Jahresbericht des j)anbc(ominlfter» über das Ende Juni 1931 abgeschlossene Haushaltsjahr zeigt ein weitere» Sinken der Prosperität, das besonder» deutlich wird, wenn man den letzten Etats- monat 1931 mit Juni 1930 vergleicht. Dem Bericht zufolge stiegen die Läger an einheirni- schenRohstoffenurn 17 Prozent, während Beschäftigung und Löhne weiterbin sanken. Legt man für die Haushaltsjahre 1923 Dl» 1925 eine Indexziffer von 100 zugrunde, so betrug sie Im Juni 1931 für die Beschäftigung in den Fabriken 76 (Juni 1930 bis 90), für die Lohnzahlung 68 (91), für den Großhandelspreis 69,5 (86,2) und für die Lebenshaltung 84,4 (94,8). Der Wert der Ausfuhr fiel im Berichtsjahr um 34, der der Einfuhr um 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Beschäftigung in den Industrien ging um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahre zurück Die A k 11 e n p r e i | e an ber Neu- Oorter Fondsbörse sanken um 38 Prozent oder um 10,4 Milliarden Dollar. Die Eisenbahnaktien fielen sogar im Durchschnitt um 41 Prozent. Die öffentliche Schuld, die bisher in jedem Jahr verringert werden konnte, stieg im Berichtsjahr um 461 Millionen Dollar. Die Zahl der Einkorn- men über eine Million Dollar ist seit 1929 um 504 auf 149 gesunken. Das Netto-Volkseinkommen zeigt im Vergleich zu 1929 für das Jahr 1930 eine Abnahme um 7076 Millionen Dollar. Zu dem beoorft ’nben Zusammentritt des amerikanischen Kongreßes bemerkt der „Tlmes"-Korre- (ponbent in Washington, bie Lage sei sehr entmutigend Die früher erfolgten Einschätzungen bes zu erroartenben Defizits im Budget feien zwar hoch gewesen, stellten sich aber koch als z u niedrig heraus, und das Schatzamt werde viel Geldzu verhältnismäßig hohen Zinssätzen borgen müssen, bis der Kongreß sich widerwillig bereltfinben werde, neue Steuern aufzulegen. Die Aussichten des Präsidenten Hoover leien schlecht und ebenso schlecht seien die Aussichten auf eine liberale Haltung des Kongresse» in der Frage der Schulden zwischen den Regierungen. Der neue Fehlbetrag im Reichshaushalt. Die geplante Verdoppelung der Llmsahsteuer würde uns das reine Etatsdefizit von 400 Mi lionen Reichsmark decken. Berlin, 30. Roo. (VDZ.) Ku» den Minister- bejprechungcn über die G c st a l k u n g de» R e l ch »- hau»halt»pian» für 1932 sind mancherlei Einzelheiten in die Oeffentilchkeit gelangt, die an unterrichteter Stelle al» falsch bezeichnet werden. Zu der Behauptung, daß beabsichtigt sei, öle ft a p l - talertrageftcuec auf einen Sah von 30 Prozent der Kupon» festzusehen, wird gesagt, dah ein solcher Lntwurs nicht vorliege. Vie Proteste, die ver- schiedene wirtschastsoerbSnde gegen die Umsatzsteuer bei der Reichsreglerung eingereicht haben, stellten den üblichen Aussiuh jede» neuen Steuer- plane» dar. Jür die Reichsregierung ergebe sich aber öle Schwierigkeit, öah keine anöeren brauch- baren Vorschläge gemacht würden. Da» Reich müsse sür 1931 mit einem voraursichtNchen Etatsdefizit von 400 Millionen rechnen, ohne daß man seht schon sagen könne, ob diese Summe sich nicht noch weiter erhöhe, würden die gegenwärtigen Sähe der Umsatzsteuer verdoppelt, so wäre damit da» reine 6tat»öefl)lt j u decken. E» wäre aber dann Immer noch nicht eine Ausgabemöglichkeit für dIe weiteren zwangsläufigen Aufwendungen, die dem Reiche entfielen, geschaffen. Die Reichsregierung wolle versuchen, in die parlamentarischen Verhandlungen über den Etat mit einem gedeckten Haushaltsentwurf hereinzugehen. Jlormalerroelfe müßten öle Vorbereitungen für Öen Reichshaushaitsplan für 1932 schon jetzt ziemlich weit geöiehen sein. Dltfe» Verfahren fei der Reichsregiemng aber anläßlich ber völligen Unübersichtlichkeit öer Einnahmen im Jahre 1932 unmöglich. Die Rcichrregierung halte e» nicht für zweckmäßig, Berechnungen im leeren Raum aufzustellen. Tatsäch- llch stehe man Im Reich vor der Tatsache, daß man nicht wlsie, woher für 1932 die Mittel für die zwangsläufigen Ausgaben des Reich» genommen werden sollten. E» ist gesagt worden, daß der neue preußische Haushaltsplan ein Defizit von 500 Millionen aufweisen werde. hier'U hört das Rachrichtenbureau des VDZ.» daß dieser Betrag als überholt gellen könne. Rach Uebernahme de» preuß jchcn Finanzministerium» durch Öen neuen Finanzminister Klepper sei öer gesamte Haushaltsplan noch einmal gründlich überprüft worden. Man habe weitere radikale Kürzungen oorgenommen, mit dem Ziele, e» zu ermöglichen, daß ein ausgeglichener Haushaltsplan für 1932 vorgelegt werden könne. Aus oller Well. Selbstmord des Generaldirektors Schünlng. Der Im Sklarekprozeß schwer belastete Generaldirektor der Berliner Hasen - und Lagerhausgesellschaft, Schünlng, hat sich am Montagvormittag In seiner Wohnung erschof - len. Er hatte einen Brief an feine Angehörigen hinterlassen, tn welchem er zum Ausdruck bringt, dah er die ganze Sklarek-Asfäre, in die er hinein- gezogen worden sei, satt hätte und darum aus dem Leben scheiden wolle. Die Lrnst-oon Jhne-Krlegsbllnden-Blbllothek. Bei Frau von Ihne In Berlin, Dlktorlastraße 12, fand am Sonntapvormittag eine Feier aus Anlaß des 15,ädrigen Bcsrihens der Ernst von-Jhne-Krlegs- blinben-Bibliothek statt, an der neben Vertretern von Reichs- und Staatsbehörden der preußische Kultusminister Grimme und Staatssekretär Dr. Weißmann teilnahmen. Die Bibliothek, die zur Zeit 8000 Bände umfaßt, wird von zahlreichen Kriegsblinden aus ganz Deutschland eifrig gelesen. Ein Pionier de» Deutschtum, In Persien. Der frühere deutsche Konsul Wilhelm Waß - mut ist im Alter von 51 Iahren gestorben. Waßmus hat sich während des Krieges i n Süd- Persien außerordentlich ausgezeichnet. Er war 1915 mit der Afghanistan-Expedition nach Persien gegangen, wurde aber mit einigen Herren nach Lüdpcrsien abgezweigt, um die sudpersischen Pässe für einen etwaigen englischen Vormarsch nach Rorden zu sperren. Obgleich Waßmus seine Ausgabe ohne Wassen und Geld übernommen hatte, gelang es ihm dank seiner Sprachkenntnisse und seiner besonderen Fähigkeiten, die wilden süüpersstchen 'Bergstämme zur Ge- folgschast zu verpflichten. So konnte er sich trotz größter Entbehrungen und unablästiger Verfolgung durch die Engländer während voller 3'/»2ahregegeneln«vielfacheUeber- m a ch t in Südpersien halten. Auf den englischen Generalstabskarten, die während de- Kriege- Ver- wendungsanden, stand auf Südpersten nur ein Ramc: WaßmuS. Die außerordentliche Leistung dieses Deutschen und seine ritterliche Kamp- scsweise haben die troll« Anerkennung der Engländer gesunden. Sie haben ihn al- ihren großen Gegner in Südpersien gefeiert. 1918 geriet Watz- mus in englische Gesangenschaft, aus der er erst 1919 nach Deutschland zurückkehrte. Rach vorübergehender Betätigung schied er 1923 auf seinen Wunsch aus dem Auswärtigen Amt aus und kehrte nach Persien xutüd, wo er einen landwirtschaftlichen Betrieb im Süden deS Landes einrichtete. Der Einbruch im Rcichsocrsicherungsamt. SS hat sich nun herausgestellt, daß sich di« , Lumme, die den Einbrechern im ReichSversiche- rungsamt in die Hände gefallen ist, nicht auf 40000, sondern nur a us 20 000 Mk. beläuft. Exemplarische Zuchthausstrafe für einen Branöfllfirt. In Lübeck rouröc Öer Landwlrtschastsgehlife Grömann wegen Verbrechens der Brandstiftung in elf Fällen, sowie wegen Verbrechen» der versuchten Erpressung zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Auch wurde auf die Zulafsigkett öer Polizeiaufsicht erkannt. Erdmann mar beschuldigt, zahlreiche Brände in der Umgebung von Lübeck b ö»ro i l- l i g angelegt und den Geschädigten vorher Drohbriefe geschrieben zu haben. Der Angeklagte, der bei seinen ersten Vernehmungen die Brandstiftungen zugegeben und sich auch als den Schreiber der Drohbriefe bekannt hatte, widerrief feine Geständnisse, al» öie Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben hatte In der Verhandlung beflritt er ebenfalls bie Brandstiftungen, gab jedoch zu, Drohbriefe verschickt zu haben, und zwar weil ihn der Gedanke gereizt habe, dah die Zeitungen „Briefe des Brandstifters- bringen würden. kostspieliger verkehr mit öer Geisterwett. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den in Untersuchungshaft befindlichen Schriftsteller Mapro- witz, gegen die Schriftstellerin Fahrenkamp und eine Frau Nartog Anklage wegen Urkundenfälschung und Betrug» erhoben. Es handett sich dabei um Personen, die die s pi ritt st l sch e n Neigungen der kürzlich verstorbenen 70jährigen Kunstmalerswitwe G r ö n w a I d dazu benutzten, um ihr Geld zu entlocken. So hat Mayrowih, nachdem er ber 70jährigen Witwe ein Gedicht überbrachte, bas mit dem Namen „Der liebe Berndt", dem Vornamen des verstorbenen Kunstmalers Grönwalb unterzeichnet war. Frau Grönwalb 15000 Mark entlockt. Er hatte ferner einen „Deutschen Minnebunb" ge- grünbet, in bcm mit ber Geisterwelt in Verbindung getreten werben sollte. Auch in einem dazu gegrün- beten „M arlenbunb" sollten bie Geister Verstorbener zu Rate gezogen werben. Die Staatsanwaltschaft hat auch bas Ermittlungsverfahren weaen bes lobe 5 ber Greisin noch nicht abgeschlossen. Ein noch nicht ermittelter Bekannter Frau fflrön- roalbs halte sie aufgeforbert, 10 Tage lang ohne zu essen zu knien und zu beten. Erst bann würbe sie mit bcm Geist ihre» verstör- denen Mannes in Berblnbung treten können. Die alte Frau ist dabei an Entkräftung ae stör- b e n. Frau Grönwalb soll u m weitere fOÖOOO Mark geschädigt worben sein. Ein Betrüger, ber Schriftsteller Bistuba, ber von ihr Gelder erschwinbelt hatte, ist bereits vor einigen Wochen vom Schöffengericht Berlin-Mitte zu 1 Jahr 9 Mo- naten Gefängnis verurteilt worben. Drei junge Leute ermordet aufgefunbtn. Bei dem holländischen Ort Echt in der Räh« des benachbarten belgischen Ortes Maescyck wurde ein mysteriöser Moro entdeckt, dem drei Personen zum Opfer gefallen sind. Drei junge Leute aus dem Dörfchen Putbroek bet Echt, die sich zum Wildern in den benachbarten Wald begeben hatten, waren nicht zuräckaekchrt. Bet einer Durchsuchung der Umgebung sand man in einer mit frischem Moos bedeätni Grube die Leichname ber drei jungen Leute. Ihre Körper waren von vielen Kugeln durchbohrt, lieber Täier. Umstände um) Bewegzrande der Tat herrscht noch vollkommenes Dunlel. Oie IRpfffrtant 30. Mwtmbcr »citrf a»1 0 t rrld. Mk. 16. . Per lau sc-wert 50 bis 60 Mk. Prima Aus- fiibuing, daher sckn. Absatz. Lieferung: Nachnahme od.Vor- kaffe. 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Auf Firma und Strobe achten. 07031 SlMlklllNMMsW Vesk WeWe 941,lein £oöen Soziale «flickt h« Huf««»» o. «Unen» angrbotm Ist es dir rin» qnynx^tn JScwtrtn r a»» unferlag«! (Btugnlfft. Zru^nisadlchnst. £l(t>t» ktlhero.hql.NchneNstms lurtidiuf. Olt 6Ullung» luAcnbtn find dankbar dann, wenn man Ihn Zkmübunaen jur . Rechnungen liefert Brühl. Oießon Lebkuchen-Nikolause st. 10,5 Schok.-Nikolause stück Dezember an Dose 40, 34, 22 Oelsardinen Haushaltmisch.,% Pf. Pfund 26 Pfund 40 Pfund 58 Pfund 60 Kranz 18 Mandarinen .. Wak Osse..... Walnüsse extra Haselnüsse Kranzfeigen.. 1 schöne Konfekt-Dose erhalten Sie im Dezember bei Einkauf von I Pfund S fi» F-KAFFEE von RM 2 50 an. Für jedes */4 Pfund 1 Dosen-Gutschein. Basler Lebkuchen Paket 22,17 Nürnberger Mischung >/4pf.18 Vollmilch Schok. 2Taf.äiü0g52 Geschenkpackung PtzM Schweine schmalz gv.rdn, pf. 60 Versuchen Sie S&F-KAFFEE Geschenkbeutel,elen sX' Junge Schnittbohnen 2 Pfd. Dose SCHADE»FULLGRABE »ückverg6lung / ___< rTh Eier-Band Nudeln Pflaumen kalifornische V Nr. 281 Zweites Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Dienstag. I. Dezember Italiens Sozialversicherungen. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom. Rovember. Verhältnismäßig spät, wenn man an die eiligen Schritte seiner ehemaligen Bundesgenossen denkt, überraschend früh, wenn man sich die Zu- rücthaltung der Vereinigten Staaten oder der Schweiz vor Augen hält, hat sich Italien auf das Gebiet der Sozialversicherungen gewagt. Anter dem bedrohlichen Widerschein der roten Revolution, im Jahre 1919 wurden die Arbeitslosen-- und die Alters- und Invalidenversicherung gleichzeitig in die Welt gesetzt. 24 Stunden vor dem Marsche auf Rom legte man ihnen die ersten Kinderschuhe an (27. Oktober 1922), aber erst unter Mussolini lernten sie laufen. Anverkennbar nach deutschem Schnitt gearbeitet, wurden die Gesetze aber weise den anderen Verhältnissen in Italien angepaht und ohne allzugrohen Respekt vor dem Schema F. führt man sie durch. Vergleiche mit anderen Staaten anzustellen, ist gefährlich, wie immer, wo die Voraussetzungen verschieden sind. Man muh die oft unbegreifliche und unglaubliche Bedürfnislosigkeit des italienischen Arbeiters im allgemeinen und der italienischen Familie im besonderen kennen, um zu verstehen, warum es die Moskauer Propheten so schwer hatten auf der Halbinsel. Man soll sich an die eigenartige Schichtung der unteren Klassen erinnern, wenn die Frage aufgeworfen wird, wieso die marxistische Lehre immer wieder auf steinigen Boden fiel. Wo ist etwa, um nur ein einziges Beispiel anzuführen, die Trennungslinie zwischen dem Bauernunddem „Arbeite r“, wie ihn nordische Industriezentren verstehen? Als die „Schritte der Arbeiterbataillone erdröhnten", um draußen auf dem Lande Verständnis für das „Requirieren" von Lebensmitteln zu erwecken, weil doch der Boden allen gehöre und Eigentum Diebstahl sei, da trat dem Hammer in der Faust die zornige Sichel entgegen — denn so mancher Fabrikarbeiter ist nach Feierabend Bauer und umgekehrt. Die ersten Gewalthaufen der Schwarzhemden rekrutierten sich zum großen Teile aus Mezzadri, Halbpächtern, und ßcnbleute aller Art bildeten die Kerntruppe Mussolinis vor den Toren Roms. Schwer ist es aber vor allem, Leuten, die es nicht anders gewohnt sind, begreiflich zu machen, daß es ihnen doch eigentlich hundemiserabel gehe und daß sie daher die Pflicht hätten, sich nach dem Muster ferner Staaten, „wo es immer kalt ist und immer regnet", zu organisieren, rote Fahnen herumzutragen und in engen Parteizimmern über Probleme zu streiten, statt sich nach lieber alter Art in die Sonne zu legen. Das „Elend" ist ja überhaupt ein relativer Begriff. Die „bescheidenen Verhältnisse" einer Schweizer ArbeiterfamiL» etwa gelten der Masse der 31a* liener schon als ein erstrebenswerter Zustand. Der Gehalt, den ein Zürcher Strahenbahnschaffner bezieht, würde in Rom einen höheren Beamten überglücklich machen (und übrigens auch so manchen ausländischen Pressevertreter). Unter diesem Gesichtspunkt müssen die überraschend niedrigen Hnter st ühungssähe in Italien betrachtet werden. Man darf nicht den engen Familienzusammenhalt vergessen, der kein Beispiel mehr im Rorden mit seiner entgegengesetzten Tendenz hat, wenn sich Arbeitslose wegen der damit verbundenen Scherereien gar nicht um die paar Lire bemühen. Aebrigens ist die Arbeitslosigkeit, gemessen an den Millionenziffern, die uns täglich vor Augen flimmern, gering. Man hat oft seine liebe Rot, tüchtige Handwerker zu finden und der kleinste, selbständige Maurer seht für eine Tagesarbeit 40 Lire in Rechnung. Die Magna Charta der Arbeit, mit ihrem Verbot von Streik und Aussperrung, wirkt der Zersetzung im Lohnwesen entgegen. Das vor acht Jahren in Kraft getretene Gesetz über die obligatorische Versicherung gegen unfreiwillige Arbeitslosigkeit verpflichtet alle von Arbeitnehmern abhängige Personen zwischen 15 und 65 Jahren, Dersicherungsrnarken zu kleben. Wo Ausnahmen gemacht werden, wie bei den Landarbeitern, die den Schuh besonderer Derufs- genossenschaften genießen, werden feine Unter- scheidungen gemacht. So ist der Garbenträger, der bis zur Dreschmaschine geht, noch Landarbeiter. nicht aber der Bediener der Maschine, der Führer eines Traktors, der Chauffeur usw. Ausgenommen von der Zwangsversicherung sind ferner Heimarbeiter, Dienstpersonal, freie Berufe, Staatsangestellte. Saisonarbeiter und alle Privatangestellten, deren Monatseinkommen 800 Lire übersteigt. Ein Ausländer also zum Beispiel, der einen höheren Gehalt aus dem Ausland bezieht, ist mit dem Augenblick seiner Entlassung dem Hungertod ausgesetzt. Keine Anterstühung wird in der toten Saison gewährt und während der ersten 30 Tage nach selbstverschuldeter Entlassung. Grundprinzip ist, daß sich die Versicherung selbst erhält, also den Staatshaushalt nicht belastet. Grundtendenz, daß nicht der Arbeitslose um jeden Preis unterstützt, sondern die Arbeitslosigkeit als solche bekämpft wird. Es darf nicht heißen: sie säen nicht, sie ernten nicht und Vater Staat ernährt sie doch. Sondern es heißt: du kriegst, was du gespart hast. Grundsatz bleibt, daß Arbeitgeber und -nehmer zu gleichen Teilen bei den Beiträgen herangezogen werden. Bei einem Tagesverdienst bis zu 4 Lire müssen halbmonatlich für 70 Centesimi Marken geklebt werden, bei 8 Lire das Doppelte, über 8 Lire von jedem Partner 2,10 Lire. Dazu kommen die Sähe für die obligatorische Altersund Invalidenversicherung. And wie sehen d i e Anter st ühungssähe aus? 1,25 bis 3,75 Lire täglich. Aus längstens 120 Tage. Die „Rationalkasse für die Sozialversicherungen" hat das Recht und die Pflicht, der Arbeitslosigkeit nach Möglichkeit zuvorzukommen. Durch Vergebung öffentlicher Arbeiten, durch Verteilung nach anderen Arbeitsplätzen, durch Spezialschulen für die Heranbildung von Facharbeitern. Der Arbeitslose wird gehalten, si ch für einen anderen Beruf umzuschulen, wo weniger Aeberfluß an Arbeitskräften herrscht. Das dolce tar mente gehört vergangenen Zeiten an. Wer zugewiesene Arbeit ohne Grund verweigert, erhält keine Anterstühung. In der Hauptsache freilich wird die Arbeitslosigkeit nicht mit Paragraphen, sondern mit — Arbeit bekämpft. Vor allem mit dem Wohnungsbau, der als Schlüsselindustrie alle Gewerbe belebt und dem Kapital einen Anlagereiz verschafft, da Reu- bauten auf 25 Jahre hinaus von allen Steuern befreit find. Arbeitslosenversicherung und Alters- und Invalid enversicherung bilden siamesische Zwillinge. Versicherungspflichtig sind hier aber auch die freien Berufe, die Heimarbeiter und das ALBERT H. RAUSCH Unterwegs III. Die Koffer. Die Koffer: das sind — unterwegs — unser Ankleide- und Toilettezimmer. Auch unser Arbeitszimmer, wenn wir Bücher und Schreibzeug mitnehmen. Die Koffer: das sind wir selbst in solchem Maße, wie es wenige wissen. Zeige mir die Koffer, mit denen du reisest, und ich sage dir, wer du bist. Am langweiligsten sind die heute so beliebten Schrankkofser. Sie sind erschreckend nüchtern und aufgeblasen. Sie sind des öfteren geradezu gemein. Jede Maus hat heute einen Schrankkoffer, mit dem sie von Berlin nach Heringsdorf reist. Jeder Gigolo desgleichen. Der Sechstagerenner tut es nicht unter einem Schrankkoffer — und der Boxer hat deren mehrere. Kanalschwimmerinnen ebenfalls, weil sie zu ihrem Beruf nur eine ölgetränkte Schuhhaut brauchen. Die Filmdiva weiß nicht, was ein Koffer irgendwelcher Gattung ist. Das weiß nur ihre Oberhofmeisterin — und die auch nur vom Hörensagen, denn die Abteilung „Koffer" untersteht dem Sektionschef für Gewandung der Starin Evelyn Condor, dieser aber dem Sekretariat derselben Firma. Was man eine Dame nennt, pflegt ihren Schrankkoffer so nebenbei von dem Augenblick an zu erwähnen, wo sie mit ihrem Freunde reist (der auf „Schrank" Wert legt). Eine mit ihrem Gatten reisende Gattin pflegt keinen Schrankkofser zu haben, selbst wenn sie einen hat. Der Gatte zahlt nicht gerne unnötige Transportkosten. Auch kennt er die vielen Kleider seiner Fra . And nur das Anbekannte reizt bekanntlich ... Mit den Koffern in enger Verbindung stehen die Hotelportiers. Heber diese hat leider noch niemand eine Dissertation geschrieben. Ich schlage den Prosessoren der Psychologie folgende Themen vor: Der Koffer als Maßstab der Gäste- betoertung durch den Hotelportier — oder: Versuch einer Relativitätstheorie der Kofferbewertung — oder Der Koffernkomplex der Hotelportiers — oder: Der Koffer als Ding an sich — ober: Der Koffer und „es" — oder: Welche Schlüsse ergeben sich für die Psychoanalyse aus der Tatsache des Mitnehmens von Kabinenkoffern auf Landreisen in Pommern?--Lachen Sie nicht: es ist mir ganz ernst. Denn ich weih, welche Rolle in meinem viel- jährigen Reiseleben meine Koffer spielen! Ich habe auch einmal einen Schrankkofser gehabt. Heute schäme ich mich dessen. Denn er war ein ' Zugeständnis. Ich habe ihn rasch wieder verkauft und durch ein schönes, kleines, vernickeltes Bügeleisen erseht. Zweimal hin und her: und schon ist an Rock und Hose der Sinn des widerlichen Mammuts erseht ... und die Kunst des schönen Packens wieder zu Ehren gebracht. Wer nicht schön einpacken kann, kann auch nicht schön reisen. Er weiß nichts von den Gesehen des Raumes. Meine ganze Liebe gehört den Handkoffern. Mit zwei Handkoffern reifen und so aus ihnen leben, wie man zu Hause in seinem Paläste aus Schlaf-, Ankleide- und Badezimmer lebt: das ist eine Kunst, die Freude und Genugtuung bringt! Am sieben Ahr abends mit diesen Handkoffern ankommen — sie mit drei, vier Taschenspielergriffen entleeren, ohne ihre innere Ordnung zu zerstören, und um acht AHr im Smoking an einem gastlichen Tische sitzen, der zwölfhundert Kilometer von demjenigen entfernt liegt, an dem man am Abend zuvor sich niederließ: das ist ein hoher statischer Reiz in einem dynamischen Leben: das ist antikische Gegenwärtigkeit: Kultus der rinnenden Minute: das ist der Punkt, an dem sich die unterirdischen Muttergottheiten mit den himmlischen Lichtgottheiten einen. Sich einen neuen Koffer kaufen zu müssen, ist für den „Reiser" (nicht den Reisenden) immer eine schmerzliche Sache. Reue Koffer sind schicksalslos. Sie sind wie das berühmte weiße Blatt, auf das die Götter schreiben.. Was werden sie darauf schreiben? Alte Koffer aber sind — wie abgetragene und verwitterte Mäntel — gute und bewährte Freunde! Sie wissen — genau so gut wie ihr Besitzer — was das Leben ist! Sie haben viele Geheimnisse. Der Duft der Abenteuer ist an ihnen haften geblieben. Man kann sich mit ihnen unterhalten .. — Warum eigentlich, sagte eines Abends mein Koffer 104:32 B zu mir, als ich ihn in eine dunkle Ecke stellte, warum legst du mich nicht mehr auf meinen Bruder 105:33 A, deckst eine weiche rotseidne Decke über uns beide, die ein wenig auf dem Boden schleift, stellst einen Leuchter auf diese Decke, eine Vase mit Blumen und jenes schöne Bild, das ich genau so liebte wie du? Warum siehst du dir nicht mehr die süßen Schläfen und die langen, weichen Wimpern dieses Bildes an, ehe du schlafen gehst? — Lieber Koffer, antwortete ich: dieses Bild ist in meinem Leben verloren gegangen. Aber du bist mir geblieben. Ich habe jetzt kein Bild mehr, dem ich ein Piedestal aus dir aufbauen könnte.. Aber es wird schon bald wieder eines kommen! Du kennst mich doch! Du mußt nicht glauben, daß ich sehr traurig bin. Wechsel ist der Sinn unseres Daseins. Deswegen verstehen doch auch wir beide uns so gut! Wir bleiben jetzt ein paar Wochen in dieser schönen Stadt.. Aber wir wollen, wenn es soweit ist, diesmal eine blaufeibne Decke nehmen. Auch du sollst ein andres Kleid haben.. Wer du bist, bleibst du ja doch! Dienstpersonal. Der Anterstützungsfonds wird nicht bloß von Arbeitgebern und »nehmern gespeist, sondern auch vom Staat, der sich hier mit 100 Lire für das Jahr und den Kopf beteiligt. Die Altersrente wird im 65. Jahre fällig, sofern mindestens 120 Monatsbeiträge vorliegen, oder bei Eintritt der Arbeitsunfähigkeit, wenn wenigstens 60 nachgewiesen werden können. Als arbeitsunfähig gilt, wer weniger als ein Drittel des normalen Verdienstes erwerben kann. Anfall- reuten, Krankhe.töunterstützungen und dergleichen werden gegebenenfalls in Abzug gebracht. Rormalerweise seht sich die Rente zusammen aus dem Fünffachen des durchschnittlichen Jahresbeitrages, einer Zusahrente von drei Zehntel aller eingezahlten Beiträge, dem schon genannten festen Staatszuschuß und einem Zehntel für jedes nicht volljährige Kind. Der Staat ermuntert durch Prämien die freiwillige Altersversicherung, er versucht, wie die Arbeitslosigkeit, so auch die Invalidität zu verhüten oder hinauszuschieben, durch Anterstühung der Kliniken, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, Aufklärung usw. Hier einzuhaken ließ sich der Faschismus, um populär zu werden, nicht entgehen. Im Jahre 1927 kam die Zwangsversicherung gegen die Tuberkulose, zu der jeder Staatsbürger besteuern muß, zum Beispiel durch Sonderzuschläge bei Polizeibußen aller Art. Der Mutter- und Kinderschuh wurde vorbildlich ausgebaut. Die ganze Sozialbewegung soll mehr schützenden und vorbeugenden, als unterstützenden Charakter erhalten. SJl.-'fpoit Handball der Gtadtniannschast. Ihr nächstes Spiel bestreitet die Stadtelf am Mittwoch gegen die Mannschaft der Aniversität auf dem Aniversitätssportplatz. Die Studenten haben, wie ihr Sieg gegen Darmstadt beweist, in diesem Semester eine beachtliche Spielstärke. Da auch die Stadtmannschaft in guter Form ist, darf man ein interessantes Treffen erwarten. Die Verbandspokalspiele in der Gruppe Lahn. Am vergangenen Sonntag wurden in der Gruppe Lahn wieder einige Pokalspiele ausgetragen. Die Spielvereinigung 1900 gewann bekanntlich gegen Dillenburg mit 5:0 (1:0); der Sportverein Wetzlar blieb mit 6:5 (2:5) knapp über Bottenhorn siegreich und Ehringshausen konnte gegen Wiesenbach mit 3:2 (2:1) das Feld beraubten. Am nächsten Sonntag spielen jetzt in der Vorschlußrunde der Gruppe Lahn die Mannschaften von Ehringshausen und Sportverein Wetzlar und am Sonntag, 13. Dezember, tritt dann die Mannschaft der Spielvereinigung gegen den Sieger aus diesem Spiel an. Die Punktkämpfe in Hessen. In der Gruppe Hessen ist am Sonntag bereits eine wichtige Dorentscheidung gefallen. Kastel ließ sich auf eigenem Platz von Langen 0:1 schlagen und schied damit endgültig als Anwärter auf einen der beiden ersten Plätze aus. Wormatia und Mainz 05, die ihre Spiele sehr sicher gewannen, können nicht mehr eingeholt werden, sie stehen bereits als Teilnehmer für die süddeutschen Endspiele fest. Zwischen beiden liegt auch die Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft. Die Abstiegsfrage ist noch nicht geklärt. Von den Resultaten des Sonntags verdient noch der glatte 4: l-(4:0)-Sieg von Mainz 05 in Wisbaden, um den sich Scherm sehr verdient machte, besondere Erwähnung. Wormatia siegte in Darmstadt mit dem Bomben- Resultat von 8:1. 85Jahre Turnverein 1846 Gießen Festabend. - Gerätewettkampf. — Elfriede Münnich erzielt die besten Wertungen. Im Kreise seiner Mitglieder und zahlreicher Gäste feierte der Turnverein 1846 am Samstag und Sonntag das Jubiläum seines 85jährigen Bestehens. Das Jubiläum wurde in einfacher aber würdiger Form begangen. Am Samstagabend fand in der geschmückten Turnhalle am Oswaldsgarten ein Kommers statt, zu dem sich neben vielen Mitgliedern auch zahlreiche ein- geladene Gäste eingefunden hatten. Vertreter der verschiedenen Behörden, der befreundeten Vereine sowie auch der Aniversität nahmen teil. Schneidige Musik eröffnete den Abend. Der Bauersche Gesangverein wartete mit einigen vorzüglichen Lieddarbietungen auf und der Chor fand verdienten starken Beifall. Die Turner und Turnerinnen des Vereins warteten mit einigen Hebungen auf. Die Turnerinnen zeigten einen prächtigen rhythmischen Tanz, der durch seine graziöse Ausführung außerordentlich gefiel. Die Turner zeigten ihre Kunst am Darren und die Altersturner, die in einer stattlichen Riege antraten, erwiesen sich am Barren von bewundernswerter Höhe körperlicher Elastizität. Gleichzeitig mit dem Jubiläum des Vereins beging die Fechtabteilung das Jubiläum des 45jährigen Bestehens. Die Fechter zeigten ebenfalls einige Hebungen und Kämpfe, die mit großer Spannung verfolgt wurden. Der 1. Sprecher des festgebenden Ver- eins, Hniversitäts - Dürodirektor Erle, hielt eine Ansprache, in der er u. a. auch einen gedrängten Rückblick auf die Entwicklung des Ver- eins gab und betonte, daß der Derein wie bisher auch in Zukunft den Idealen der Deutschen Turnerschaft treu bleiben wolle. Se. Magnifizenz der Rektor der Landes-Hniversität, Professor Dr. D a n s e l o w, beglückwünschte den Verein zu seinem Jubiläum, erinnerte an die mancherlei Bindungen, die zwischen der Hniversität und dem Turnverein 1846 bestehen und sprach außerdem über die Bedeutung der Arbeit der Deutschen Turnerschaft für Volkstum und Daterland. Im Anschluß daran sprach auch nocy der 2. Gauvertreler Konrad Schneider, Butzbach, und zeichnete verschiedene Mitglieder des Turnvereins 1846 mit Ehrungen des Gaues, des Kreises und der Oberhessischer Kunstverein. „Künstlerhilfe für 20 bis 100 Mark." Die am Sonntag eröffnete Weihnachtsausstel- lung erscheint als „Iahresschau oberhessischer Kunst" unter dem Motto „Künstler- Hilfe von 20 bis 100 Mark" —: das ist ein ebenso vernünftiges wie zeitgemäßes Programm, denn es kommt hier und heutigentags mehr denn je darauf an, eine Verkaufs ausstellung zu veranstalten. Hnd wem etwa eine Preisdevise, wie sie hier als volkstümliche Heberschrift die Weihnachtsausstellung kennzeichnet, mit den Leistungen nicht in Einklang zu stehen scheint, der möge bedenken, daß es in unseren Zeiten besser und wichtiger ist, zu kleinen Preisen zu verkaufen, als mit großen und anspruchsvollen (auch wenn sie an sich gerechtfertigt erscheinen) an der Wand hängen zu bleiben. * Der Oberhessische Kunstverein will hier nicht eine erschöpfende Zusammenstellung geben, sondern eine Hebersicht über die künstlerische Entwicklung während des letzten Jahres. Durch eine innerhalb des vorgelegten Materials gezogene Qualitätsgrenze, die nicht zu unterschreiten war, ergibt sich eine gewisse Gleichförmigkeit des Gesamtniveaus, was im Interesse aller Beteiligten durchaus zu begrüßen ist. * Obwohl, wie gewöhnlich, die Malerei auch diesmal den breitesten Raum beansprucht, ist es erfreulicherweise gelungen, einige hessische Bildhauer zu der diesjährigen Weihnachtsausstellung mit heranzuziehen, was eine entschiedene Bereicherung und Belebung des Gesamtbildes bedeutet. Gleich am Eingang findet man eine Reihe Porträtplastiken von Bourcarde: markante, technisch ausgereifte Arbeiten, von denen wir einige schon früher zu sehen bekamen; so das sympathische Porträt Alfred Bock. Zu den stärksten Arbeiten zählen hierneben der sehr persönlich geformte Kopf „Meine Frau" und die zu schönem und lebendigen Ausdruck zusammengeschlossene Gruppe „Mutter und Kind"; auch der Bildniskopf „Schauspielerin H.“ dürfte hier besonders interessieren. Lockerer in der Materialbehandlung wirken die „Maske der Zeit" und der ganz expressionistisch anmutende „Aufschrei" von Diehl (Bielefeld). — Stilistisch noch einen Schritt weiter geht der Gießener Bildhauer K ö d d i n g, dessen Figur für Messing bereits gan$ entmaterialisiert erscheint. Völlig abstrakt wirkt daneben eine nur auf den Zusammenklang von gewölbten und rechtwinklig begrenzten Körpern aufgebaute Kompositionsgruppe. Mehr ins Kunstgewerblich-Dekorative hinüber spielen die Tierplastiken — „Eule" und „Habicht" — von Riegger. Das reine Kunstgewerbe ist, wie in früheren Jahren, durch die Schmuckstücke in Silbertreibarbeit von Küchel vertreten, wovon man in der Vitrine eine Anzahl gefälliger und praktischer Entwürfe vorfindet. * Don Scheid in Darmstadt sieht man wieder eine Reihe von locker und bewegt hingesehten Pferde- und Reiterbildern, deren impressionistischer Stil sich auch in den Landschaftsaquarellen und einem guten Porträt wiederfindet. Der Gießener Stephan ist mit einigen hübschen und stimmungsvollen Federzeichnungen zur Stelle, die Landschafts- und Architekturmotive aus Hessen behandeln. Stegmayer und von Reuter bringen eine Anzahl luftiger und Heller Aquarellblätter. Von Barthel f seien zwei Landschaften genannt, von Barnas die „Bauernhäuser". Will ist u. a. mit einem aparten Früchtestilleben und dem „Hasen von Rimini" wirksam vertreten; auch seine Gießener (Straften- bilder dürften hier interessieren. Don Steinbach mochten wir die „Boote" empfehlend hervorheben; das „Stilleben" scheint uns in Farbe und Hmrift etwas hart und unverbunden. — Zwei lebendige, technisch sehr fertige Selbstbildnisse zeigen die Dad-Rauheimer Maus und Kutscher. Unter den Landschaften von Fries, Ortenberg, seien die „Kirschbäume" besonders erwähnt; von Huth in Weimar das malerische und interessant beleuchtete „Sängerfest in Lich". * Die vier neuen Arbeiten von Mueller- Le u t e r t erscheinen uns charakteristisch für die Entwicklung seiner Malerei; er ist weicher, lockerer, fülliger und wärmer in der Farbe geworden: vor allem die „Häuser", der „Bahndamm" und der im Kolorit fein gestufte „Bagger" erweisen das sehr überzeugend. Aus zwei begabte Arbeiten des in Düsseldorf studierenden jungen Gießeners Kleine — eine helle, dekorative Landschaft und eine ruhende Antilope — sei mit einer Empfehlung hingewiesen. ♦ Margret Kranz ist wieder mit ihren fein- gliedrigen und liebevoll ausführlichen Blumenstücken zu sehen, die wir von früher her kennen. Landschaften von L i st I („Aus Reapel"), List ll ^.Dergwerkswald"), von Klingelhofer und D i e h m a n n, ein Dlumenstück von Rohrbach, eine „Herbststimmung" von Jost und zwei Blumenarrangements von Langebartels runden das vielseitig anregende Gesamtbild der Ausstellung ab, die hoffentlich einen nicht minder zahlreichen Besuch aufzuweisen hat als die letzte. Es ist dringend zu wünschen, daß das materielle Ergebnis den Erwartungen des Deranstalters und der Aussteller entspricht. —y— Deutschen Turnerschaft aus. Für mannig^iche Verdienste um die Turnsache erhielten H. Ha - m e l und LouiS Vogt den Vauehrenbrref. den Ehrenbrief des Wittelrbeinkreises erhielten S. 2ung, H Wahl und P T reute. Der Shrenbrief der Deutschen Turner- schäft, die höchste Auszeichnung wurde dem Vorsitzenden des sestgebenden Vereins, Hnlversi» tätS-Vureaudirettor 6 r le, zuteil. 3m weiteren Verlauf deS Abends wurde auch eine Anzahl Mitglieder des Verein- für lang- jährige treue Mitgliedschaft geehrt. Die Mitglieder, die bereits 40 Jahre lang dem Verein angehören, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es sind bieS: H Haubach, Ehr. Georg. 5t. Zimmermann, W. Denner, H. Rüger. W. Best. O. Schmidt, W. Ziegler. 2 Rübl. Ehr. Arnold. 6. Marr. H. Spich. W- Brühl, Fr. Depvlcr. 2. Vogt. 5t. Dourgcois. A. DourgeviS, 2- Klein. ®g. Haubach. H Wühlich. Ehr. Weeg. K. Georgi, H. Pieper. H. Wahl. 2. Henh. H- Roll, QL Roll, H. Jughardt. Fr. Drück, E- Geismar. Sy Valser, K. Faber, 3. Kühler und H- Weih. Für über 25jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet. W Gengnagel, 0 Hayn, Fr. Klotz, A. 2003, A Klein. W- Rttschkowfll. Sy Trechsler sen.. W Scheid. Dg. Arnold. H. Philippi. H. Heyne. S- Abert, 2- Doat. H. Ehchardt. K Doael. Fr. Weber. 3^ Arnold. W- Amend. K. Kobes Sy D.öntnger. 2. Schmerder. 5t. Müller. 2- Petri. K. Hergenrother. H. Gering. K Herzberger, E. Semmler, A- Weidig, K. Paul, Ehr. Delz und A. Roll. Oer Gerätewetilampf. Arn Sonntagnachmittag fand vor leider nicht allzu vielen Zuschauern der Gerälewettkampf zwischen Turnern dec Vereine TurnvereinDie- ber (Offenbach), Turnverein 1 8 46 Herborn und dem Turnverein 1 846 Giehen statt. Der Kampf nahm einen sehr schonen Verlaus und sah die Turner des gastgebenden Vereins als den sicheren Sieger. Mit 695 Punkten blieben d e Hiesigen vor dem Turnverein Bieber mit 617 und vor dem Turnverein Herborn mit 632 Punkten in Front. Es turnten jeweils zwei Jugendturner, zwei Turnerinnen und vier Turner. Die Hebungen an Barren und Pferd wurden von sämtlichen Teilnehmern geturnt, die Freiübungen wurden von den vier Turnern und den beiden Turnerinnen eines jeden Vereins bestritten, die Turnerinnen brauchten am Reck nicht anzutreten. Die gezeigten 2eistungen riefen starken Beifall hervor und bewegten sich tatsächlich auf beachtlicher Höhe. Ausgezeichnete Ceiftungcn wurden bei den Freiübungen gezeigt, deren einige von geradezu klassischer Schönheit waren- Richt weniger eindrucksvoll wurde am Reck geturnt. Die Punktwertungen der Mannschaften an den einzelnen Geräten zeigten folgendes Bild: (die Mannschaften sind jeweils in der Reihenfolge Bieber: Herborn: Gießen genannt): Am Barren: 1881/»: 1851 212 Pun.te; am Pferd ergaben sich die folgenden Punktzahlen: 193''2:186*/j‘-193- Die Freiübungen zeigten folgendes Mannschaftsergebnis: 127:121:133 Punkte. Am Reck wurden erreicht: 138:139:154", Punkte. Die Gießener Mannschaft konnte sich demnach bei jeder Hebung an die erste Stelle sehen und führte während des Kampfes unangefochten. Die besten Wertungen deS Tage- erzielte Elfriede M ü n n i ch, Giehen, mit 29 V, Punkten am Darren. Auch am Pferd erzielte sie an diesem Gerät die beste Wertung mit 28'/, Punkten. In der Freiübung erreichte sie ebenfalls die höchste Wertung mit 23'/, Punkten und lieh damit ihre Konkurrentinnen und Konkurrenten hinter sich- Mit diesen drei Hebungen vereinigte sie also insgesamt 83'/, Punkte auf sich und erzielte damit die beste Gesamtwertung der einzelnen Teilnehmer. Als bester Turner folgte dann Reuter mit 82V, Punkten (die Freiübungen sind bei den Turnern nicht mitgerechnet), S ch i ck mit 79 Punkten, Schnall, Bieber, mit 76'/, Punkten, Herbert. Giehen, mit 76 Punkten. Ria Philipp mit 75 Punkten und Werner. Herborn, mit 74' , Punkten. In mehr oder weni- ger großem Abstand folgten die übrigen Teil- nehmen und Teilnehmerinnen. Der Wettkampf wurde mit einer schlichten Siegerehrung, die durch den Gauobertumwart Will vorgenommen wurde, beendet. Die siegreiche Mannschaft des Turnvereins 1846 erhielt den Eichenkran). Mit einem Familienabend, der ebenfalls in der Turnhalle stattfand. wurde die Jubiläums- Veranstaltung beschlossen. Das Fest nahm einen in jeder Hinsicht harmonischen und wohigelunge- nen Verlauf. Wirtschaft Aktien in Berlin eher schwächer. Berlin. 1. Dez. (WTB. Funkspruch) Ein in den gestrigen Abendstunden plötzlich eintretender Stimmungsumschwung nahm von •RC.äi. und Reichsbankaktien seinen Ausgang. In diesen beiden Papieren kam stärker Material heraus, wobei bei ersteren anfänglich die halbierte Dividende verstimmte, bei letzteren das Ausland wieder als Abnehmer auftrat. Bielleicht glaubte man, aus den Verlusten der Niederländischen Bank an der Pfund, bewegung Rückschlüsse auf die Situation ziehen zu müssen. Es ist auch zweifelsohne richtig daß die deutsche Notenbank durch die erhöhte Notensteuer eine Belastung erhalten hat. doch wird dieser Der- dienstaussall aus der anderen Seite durch die hohen Diskontsätze wcttgemachl. Da die Abwärtsbewegung des englischen Pfundes heute weitergeht, glaubte man in den Dor- Mittagsstunden, auch mit einer schwächeren Tendenz für den Effektenmarkt rechnen zu muffen, zumal die deutsch°n Werte in Neuyork auch gestern wieder starke Rückgänge gezeigt hatten. Es war daher als der heutige Telephonverkehr einsetzte, die Tendenz der Aktien eher s ch w ä ch e r , während am Pfandbriefmarkt Beruhigung emgetre- ten war. Die Rückgänge waren aber nicht groß und man hörte sogar verschiedene Geldkurse. Angeboten waren weiterhin nur NEW und Bankaktien, wobei von letzteren außer Reichsbankanteilen. Danatbant und DHG. auffällig schwache Veranlagung hatten. Elektropapiere waren eher etwas gefragt, Montan- werte lagen ruhig, und auch am Farbenmarkt war die Umsatztätigkeit nicht groß. Außer Goldpsand- briefen waren auch die übrigen festverzinslichen Werte heute besser gehalten, Altbesitzanleihe und Reichsbahnoorzugsaktien lagen sogar leicht erholt. Es scheint nunmehr ziemlich sicher zu sein baß mit Steuererhöhungen (also auch Wiedereinfuh- rung der Kapitalertragssteuer) in der kommenden Notverordnung zu rechnen ist. Trotzdem ist der scharfe Kampf hinsichtlich der Lohnpolitik (Ab- bau der Beamtengebälter) und der Preissenkung s a 11 i 0 n noch nicht entschieden. Das wesent- lichste für eine Verbilligung der Lebenshaltung. nämlich die Senk un g der Mieten, dürste wenn überhaupt — nur in ganz unzureichendem Maße erfolgen. Leichte Erholung in Frankfurt. Frankfurt a. M.. 30. Rov. Rach den starken Kursrückgängen in der letzten Woche trat bereits am Samstag eine leichte Erholung für A k t i e n w e r t e ein. Auch zu Beginn der neuen Woche setzten sich die Befestigungen im telephonischen Freiverkehr weiter fort, obgleich bcson- dere Anregungen nicht vorlagen. Die schwache Tendenz der Rcuyorker Samstagsbörse blieb fast ohne Eindruck, und machte sich lediglich in der geringen Hntemehmungslust bemerkbar. Trotzdem die innen- und außenpolitische Situation gegenüber der Vorwoche keine wesentliche Entspannung erfahren hat, lagen bei den Danken einige Kausorders des Publikums vor, und auch die Spekulation schritt wieder zu kleinen Rückdeckungen, so daß gegen die Kurse vom Samstag auf allen Märkten weitere Erholungen zu verzeichnen waren. Stärkere Erhöhungen hatten naturgemäß die in letzter Zeit besonders gedrückten Papiere, wie J.-G.-Farben, S.emens. Re.chsöank und andere, bei denen "Besserungen bis zu 2,50 Prozent eintraten. Lebhafter gehandelt wurden AEG., die 3 Prozent anzogen. Auch die übrigen Werte des Elektromarktes konnten sich von dem Rückschlag etwas befestigen. Montan-, Dank- und Kaliaktien lagen geschällslos und nur vereinzelt um Bruchteile eines Prozentes hoher. Am Rentenmarkt war die Tendenz unsicher. Rachdem es ursprünglich auf kleine Käufe und Deckungen biS zu 1 Prozent fester geworden war, fetzten gegen Mittag von Berliner Seite Abgaben ein, fo daß 8prozentige Goldpfandbriefe wieder etwa 0.50—0.75 Prozent nachgaben! nur die Werte der Frankfurter Institute blieben gut gehalten. 2iquidationspfandbriefe, deutsche Anleihen und kommunale Werte lagen ruhig und kaum verändert. Reichsschuldbuchforderungen wurden eher etwas angeboten. Von Jndustrieobli» gationen waren einige westdeutsche Werte 1 Prozent unter den letzten Kursen etwas gefischt. Das psund weiter rapide abgeschwächt. Die französischen Sterlingverkäufe halten an. An den internationalen Devisenmärkten hat da» englischePsundsich gestern weiter rapide abgeschwächt und den niedrigsten Stand erreicht. den es je hatte. Der bisher niedrigste KurS war 3,48 gegen den Dollar am 25. September, gestern 'hat sich das Pfund 10 Eents gegen ben niedrigsten KurS weiter verschlechtert, und ste.lt sich auf nur noch 3,3875. Den andern Devisen gegenüber find gestern auch neue Rekordtief- furfe zu verzeichnen! fo stellte sich daS Pfund gegen den Gulden auf 8,39, gegen Zürich auf 17 53. Besonders sest tendierte der Franc gegen daS Psund, der, nachdem er gestern mit 90,13 eröffnet hatte, am Spätnachmi.tag auf 83,68 heraufging. Die französischen Sterling- Verkäufe halten weiter an. Die Reichsmark zog gegen das Pfund auf 14.25 an. Der Dollar war international auch am Rachmittag eher leichter, die Reichsmark war gehalten, in Reuyork stellte sie sich auf 23.7250. in Amsterdam auf 59,C 250 und in Zürich auf 122,00. Die Rord-Devisen bleiben weiter sehr schwach, Kanada liegt schwächer, auch Konstantinopel und Athen waren stark gedrückt, nur Rio war befestigt. . . Die Eich deprimiert. Die Stimmung in der 2ondoner E11h ist weiter deprimiert. Die internationale politische und wirtschaftliche 2age, vor allem aber die Hngewißheit über die geplanten Gegenmaßnahmen der Länder gegen die englischen Zollerhöhungen drückten weiter auf die Stimmung, und auch die Rachricht, daß die Riederländische Bank ihre Sterling-Realisatlonen beendet hat, konnte nicht freundlicher stimmen, obwohl hiermit einer der letzten Baisse-Faktoren nicht mehr vorhanden ist. Konkurse und Vergleichsverfahren im November. Berlin. 1 De^ ,WTB. Funktpruch.) Nach Mitteilung de» Statistischen Rcichsnmts wurden im November durch den Rcichsanzelaer 12 15 neue Konkurse — ohne die wegen Masseman. geb abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 935 eröffnete Vergleichsverfahren bckanntgegeden. Die entsprechenden Zahlen für Oktober stellten sich auf 1435 dzw. 1010. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichramt für den 25. November berechnete Indexziffer der Großban- delcpreise ist mit 106,2 gegenüber der Vorwoche um 04 v H gesunken. An dem Rückgang sind die Jnderzi'fern für alle Hauptaruppen beteiligt: Agrar- fteffe 93,0 (minus 0,3 v. H ), Kolonialwaren S-L (minus 1 4 0 H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 98,8 (minus 0,5 v H) und industrielle Fertigwaren 131,6 (minus 0.3 0. H) Die Indexziffer für Produktionsmittel stellte f ch auf 1^.0 (minus 02 v. H ) und für Konsumgüter auf 133,6 (minus 0,4 o.f).). Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. HL Banknoten. 30 fierm» t l.vevvd«. Urntii*# Rotimm» 2W tmilitfw Nenmu»<| ZMr • afor« . 7.393 7.407 7.293 7.307 Uten 53.94 53.06 51.94 59.04 trag . . 12.463 12.488 12.47 12.49 Curjpeft 73.28 73.42 73.28 73.42 . . 3.057 3.063 3.057 3.003 Holland . . 168.93 169.27 169.13 169.47 C*lo - . 80.02 80.18 77.42 77.58 fiov nbafltl. 81.17 81.13 77.42 77.58 ^torfbolm 81.42 81.58 78.17 78.92 Vonoon 14.73 14.77 13.18 13.92 tiurnoii jUie< 1.038 1.042 0.598 1.002 finit ork 4.209 4.217 4.2)9 4.217 tiruilel . 58.49 51.61 58 39 88.51 .Italien 21.68 21.72 21.68 21.72 iianl . . . 16.47 16.51 16.47 16.51 ctbrortj 81.52 81.68 81.77 81.93 Lvontkä 35.56 05.64 35.16 35.24 Tamm 81.97 82.13 8212 82-28 ,1ayan 2.058 2.062 2.058 2.062 «to Bf ?an.. 0.244 0.246 0.234 0.236 3uqoi:an>i<1 7.403 7.417 7.393 7.407 Utiiafcoe . 13.39 13,41 12.69 12.71 _______Stflin, 30 fiot>tmt>tr________ amentarwett Naira....... -öfinild;c Ncira ......... Tamlch« fiorra......... Onflliidie fici.m......... .itdnioilidif Noir»........ Holianiisckr Nair»........ tzrallrr.lick^ fioira........ Rorwra'Ichr fioira Tnnldvücitrrrrtd), 1 100 Schilling Nuwamlckir Sielen....... Gdiiveoildir Naira....... fcdiroeifrr fielen......... Gpantfthf fielen. ........ Ungariidif fielen ....... (Iklb 2*nd — 4.20 4.22 58.38 58.62 80.99 81.31 14.69 14 75 16.46 16.52 168.56 169 24 21.66 21.74 79.84 80.16 —— 2.48 2.50 81.24 81.56 81.34 81.66 35.33 35.47 — —• Rcichsbankd'.skonl 8 o. h.. combardzinsfuh 10 o. H. Kirche und Schute. h. Heuchelheim, 30. Rov. Rach viermona- tiger Vakanz ist die h.esigc Pfarr stelle durch Pfarrer 2 l l e r t, seither in Groß^Aerau. wieder besetzt worden. Der neue Geistliche wurde gestern von Dekan Oufomann feierlich in seinen Dienst eingeführt. Die Gemeinde hatte sich in der schön geschmückten Kirche sehr zahlreich eingesunden. Ein dreistimmiger Schülerchor (Rektor Knad) verschonte die Feier. Srieffaffen der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung ) C. B. in Gießen. Wir bedauern, von Ihrer freundlichen Einladung keinen Gebrauch machen zu können! wir bitten, in künftigen Fällen um .'ine Adressenangabe, damit wir Ihnen das Manuskript gegebenenfalls wieder zur Verfügung stellen können. Wessen Md bin ich? Vornan von Fr. Lehne. (Hrhoberschutz durch 6. Ack.rmann. Romanzentrale Stuttgart.) 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Hnd Ebba — er sah das Mädchen in ihrer rührenden Hilflosigkeit — keine Spur von Berechnung war in ihr! sie war ja so weltfremd, hatte nie über StandeSunterschiede nachgedacht — hatte ihn einfach lieb! Beseligend hatte er es empfunden, wenn sie sich an ihn geschmiegt und scheu und heiß seine Küsse erwidert hatte. Hnd er —? Ebba war ihm all cd — mit der ganzen Glut und Leidenschaft feiner Herrennatur liebte er Ebba und begehrte fle. Ach, wenn sie nur etwas unbedenklicher gewesen wäre und nur ein klein wenig mehr Verständnis für die Sachlage gehabt hätte — wie schön hätte es sein können! Er nahm ihre Hand. „Du hast nicht nötig, dich zu schämen, mein Schatz, warum? Weil wir uns gut sind? Oder hast du mich nicht lieb? Sieh mich einmal an!“ Er faßte sie unter das Kinn und zwang sie. ihn anzusehen, und wieder laS er in diesen blauen, strahlenden Sternen ihre ganze, vertrauensvolle Liebe. „Ebba, mein SüheS. kann unsere Liebe nicht noch eine kleine Weile Geheimnis bleiben?" fragte er in weich schmeichelnder Weise. Ach, wie hatte seine einnehmende Art sie doch immer von neuem gefangen genommen — aber heute widerstand fie ihm, mußte ihm widerstehen! „Heimlichkeiten darf ich nicht mehr haben! Ich habe cs Ehristel versprechen müssen, daß es auS fein muß!" sagte sie leise. „Du kleines Dummerchen, warum denn? Ich sehe keine Veranlassung dazu. Ist unsere heimliche Liebe denn nicht füfj?“ „Sie ist nicht mehr heimlich! Wer weiß, ob die Leute nicht schon alle reden! Hnd meine Eltern — wenn die eS erführen —14 Er fand fo viele Worte — daS eine Wort aber, worauf fie inbrünstig wartete, sprach er nicht! Eine grenzenlose Enttäuschung kroch in chr auf — und eine grenzenlose Scham — Ehristel hatte recht gehabt: Hanno hatte ernstlich nie daran gedacht, fie alS seine Braut zu betrachten — nur sein Liebchen — sie schluchzte kurz auf „Sbba, so beruhige dich doch! Wenn di« Leute wirklich reden, so werden sie auch wieder aufhören! Hnd bist du erst in Dresden bei Inga —** „Ich fahre nicht nach Dresden." „Warum nicht, kleiner Eigensinn? Ich freut mich schon auf unsere Fahrt zu zweien —" Ebba sah ihn groß an. „Hanno, glaubst du wirklich, daß ich letzt noch nach Dresden fahren kann und mit dir —? Ich »alte dir geglaubt und sehe nun doch, daß du eS nicht ehrlich mit mir gemeint! —“ „Was hast du eigentlich gedacht, Ebba?" „Wir find doch heimlich verlobt und da wäre es doch deine Pflicht, mich vor übler Rachrede zu schützen!" — Sie wußte kaum, woher sie den Mut nahm, ihm das zu sagen! Aber sie wollte Klarheit haben, wollte vor dem Bruder gerechtfertigt dastehen. Wenn fle Ehristel hätte sagen können: ich bin HannoS Braut! Welche Genugtuung für fie! ,, u « , „Sieh einmal an, die kleine Krabbe! dachte er. Ihr Widerstand verstimmte ihn. „Mein Kind, so einfach wie du denkst, ist daS nicht!" „Wenn du mich liebst, Hanno!" „Ja. ich liebe dich. Ebba! Hnd wenn du mich so liebtest, wie ich dich, würdest du dich um alleS das gar nicht kümmern. Würdest mir gehören, und wir wären unsagbar glücklich! „Ich gehöre dir doch. Hanno!" mit großem, unschuldigem Blick sah sie vertrauend zu ihm empor. Er faßte ihre Hand. „Mein Liebes, ist da» nötig, daß daS alle wissen? Wärest du nur etwas weniger ängstlich — den Himmel auf Erden würde ich dir schaffen! Du solltest haben, was dein Herz sich nur wünscht — alleS wollte ich dir geben." Hertz und werbend klang seine Stimme. Er zog Ebba an der Hand näher beton; In seinen Augen war ein unruhiges Flimmern — da begann sie ihn zu verstehen. Vergehend schloß sie die Augen. Oh. diese Demütigung —! Rur zu seiner Geliebten begehrte er fie —! Empörung. Scham. Enttäuschung erfüllten fie. Sie richtete fich stolz auf. ..... nur daS eine nicht. Hanno — Deinen Ramen! Aber meine Ehre soll ich dir geben, daß die Leute mit den Fingern auf mich zeigen — oh. ich weiß genug!" „ES ist ja nicht so schlimm! Du denkst dir alleS viel schwerer, kleine dumme Ebba —" ,.— und meine Eltern. Hanno, und mein Bruder — ? Hnd Inga — T‘ Ihre Stimme brach in Schluchzen — .ach. Hanno, wie gering schätzest du mich doch ein! Du hast mit mit gespielt, und ich — ich dachte—" Sr strich über ihr Gesicht. „Ebba, du in deinem KindSkvps bedenkst nicht, wie groß die Hindernisse sind, die sich unserer Verbindung cntgegenftelltn ..." Da fast sie ihn starr an. „Die hast du doch auch schon damals gekannt, als du mir von deiner 2iebe sprachst! Jetzt habe ich dich ganz verstanden! In tiefster Seele hast du mich beleidigt und hast mir wehgetan, dah ich das nimmer vergessen kann!" „Ebba, kannst du denn nicht begreifen — meine Eltern galten streng auf ebenbürtige Eheschließungen — man muß sehr diplomatisch vorgehen." Hm Ebbas feinen und schönen Mund flog ein überaus bittere« Lächeln. Hanno, sage nichts weiter! Du denkst ja doch ganz anders! Ich will mich nicht in deine Familie drängen, weil ich wohl einsehe, datz ich nicht hineinpasse! Du muht standesgemätz heiraten — und ich bin ja nur eine einfache Lehrerstochter —" sagte fle traurig. Heber Hannos Gesicht ging jetzt ein merkwürdiges Zucken, und er sah fle mit eigenem Blick an. Mit einem Male verstand sie ibn ganz, konnte sie In seinen Gedanken lesen. Sie legte die Hand über die Augen, als ob ein greller Blitz sie blende. „Hanno —!" rief sie mit erschütternder Stimme, und dann noch einmal — „Hanno!" Richt, weil sie eine einfache Lebrerstochtcr war — wäre fie das in Wirklichkeit gewesen, mit seinem Willen und seinem Trotz hätte Hanno den Widerstand der Eltern gebrochen — aber sie war ja nur ein Kind dunkler Herkunft — ein Findelkind! DaS war es. und darum hatte er auch geglaubt, ihr Aumuten zu dürfen, feine Geliebte zu werden! Oh. wie peinvoll demütigend war das! „Mutter, hättest du mich doch sterben lassen!" Rach einem Halt suchend, umklammerte sie einen Baum und legte die Stirn gegen die rauhe Rinde; ein kramp'hasteS Schluchzen durchschüttelte den zarten Mädchenkörper. Er trat zu ihr. Mit einer heftigen Gebärde wehrte sie ihm. „Rühre mich nicht an! Rühre da- — Findelkind nicht an!“ schrie sie beinah^ Sie war ganz außer sich. Er war doch betroffen. dah fie seine innersten Gedanken erraten! Ja, daS war eS. wogegen sich sein ausgeprägtes Herrengefühl sträubte — ihre dunkle Herkunft! Seinen zukünftigen Kindern durfte er nur eine Mutter geben, deren Familie man genau kannte! Aber man wuhte nicht, welches Blut durch EbbaS Adem floh — das war die einzige Hemmung, die ihn von Ebba trennte — wäre fie daS wirkliche Kind von Lehrer Lenz gewesen, allen Widersprüchen trotzend hätte er da- holdselige Mädchen. da- er matzloS liebte, als feine Gattin in sein Hau- geführt! Er konnte sie nicht weinen sehen — fein llebeS, kleines Mädel! Hnwillkürlich feuchteten sich ihm die Augen. Lette strich er über ihre Oberarme. „Ebba Sie zitterte am ganzen Körper .Ich bitte dich, geh, Hanno! Zuc mir die einzige Liebe — kaffe mich allein!" stieß fie in tiefster Qual hervor. Hnd er fühlte, dah er ihrem Wunsche folgen muhte. Alleinfein war jetzt die größte Wohltat für sie. 11. Wie Ebba wieder nach Haufe gekommen, fie wuhte es nicht — was fic mit der Mamsell gesprochen — alleS war auS ihrem Gedächtnis ■ entschwunden! Ganz mechanisch sprach und han- delle sie. In ihr war etwas zerbrochen. Rur um den einen Punkt kreisten ihre Gedanken: Hanno! Wie hatte sie ihn doch geliebt mit ihrer unschuldigen, vertrauenden Liebe — und er —? Ein verzweifeltes Weinen stieg in ihr auf, dachte sie daran — als seine Geliebte hatte er fle haben wollen — da hätte ihn ihre geheimnisvolle Herkunft nicht gestört! Oh — wie gut hatte fic in ihm lesen können? In einem Hellfühlen waren ihr feine Gedanken offenbar geworden. Wer nahm die Schmach von chr? Rach Dresden zu Inga konnte sie nun auch nicht mehr fahren; ein glaubwürdiger Grund zur Absage mußte gefunden werden — d r einzige wäre Kranchcit gewesen! Ihr bie.ch S, üb rwach- tes Aussehen erschreckte die Mutter. „Gewiß hast du dich gestern erfüllet, (Sbba, haft in dem Schnee nasse Füße bekommen —" Vtelleicht hatte die Mutter nicht fo ganz un- recht. Ihr armer Kops grübelte und sann; schlaflos lag fie die ganze Rächt in ihrem Bett AIS sie am andern Morgen au’ftanb. fühlte fie sich sterbenselend; schwer wie Blei waren chr die 6 liebet. Tatsächlich verspürte fie HalS- schrnerzen. Sie gurgelte auf MutterS Gedeih, machte Hmsch'.äge, iroh. einen glaubhaften Vorwand für ihr verändertes Wesen zu haben; denn ihre Selbstbeherrschung war den fie bedrängenden Gedanken kaum gewachsen. Beinahe glücklich war sie, als sich eine regelrechte Mandelentzündung entwickelte und sie mehrere Tage im Bett bleiben mutzte. Da hatte sie nun Zeit zum Rachdenken und Rachsinnen. Eines wußte fie jetzt schon: hierbleiben würde sie nicht. Sie würde sich eine Stelle suchen, um in der Fremde zu vergessen, waS man ihr angetan! Immer konnte sie doch nicht zu Hause bleiben! Mamsell Auguste hatte von EbbaS Hnpätzlich- feit gehört und kam nun, trotz eigener Beschwerden. nach ihrem Liebling zu sehen; grob und wortreich war ihr Bedauern; sie hatte ihr Kuchen und feines Eingemachte- mitgcbracht. Als Frau Lenz in die Küche gegangen war, um den Kaffee, ben man in EbbaS Zimmerchen trinken wollte, zu kochen, sagte die Mamsell. daS junge Mädchen aufmerksam an blickend — „Morgen fährt nun Graf Hanno nach Dresden." (Fortsetzung folgt) ßM Ä Gesundkost Kräuterhans Jung, vollw. LebenSm. in der Schnlstr. Christbäume in schönster Auswahl eingetroff. mo.o Franziska Hammel Wwe. Im Hol der alten Bürgermeisterei, Dartenstr. 2. Lederjacken i werden auf neu gearbeitet und gefärbt. BrosIg.Krenzplati 12 foh 10 v.h. hon. blidjteii bet le. ch viemona- stelle durch ^erau, wieder ourde gestern feinen Dienst in b:t schön eingefunben. ior Änab) i, von Ihrer uch machen zu jllcn um eine iS Manuskript stellen können. - stich sie in sunsche faty" Me Dchltat ta* M», rben jm ; 1215 ‘Neman-, munq __ Nlen |ur QtibUs, Oi btn Trohhan. tnL°d)t um I sind die W: Agrar. Daten 928 unb halb, tafle F-r. M'l-r W (minus " (minus 4.22 58,62 81,31 14,15 16,52 169,24 21,74 80,16 2,50 81,56 81,66 35,47 gekommen, sie c Äamlell ge» :m SedächtnlS rach und Han' In: Hamw mit chrer M' j in & geheimnisvolle ^en tonnen! seine ®^nUn nbet Soncrung 3rir 7,307 59,06 12.49 73.42 3.063 169.47 n,5« 71,53 18.5 13,92 1.002 4.211 56,51 21,72 16,51 81.93 35,24 82.28 2.062 0,236 7.407 12,71 «V "fcS» tiW :n.jge n'ö' ch 4, LffchL ib sann, w 13. «ft sj3s stelle an* Ä -u jaener £ <. uitö St”*’ "Säg ^amse^ar* vom, MAGGT Würze veotogeM. Jts Uäwdta auch. €$ gibt für eine Flasche Nr. 0 7r Gutschein Nr.1 2x 7z e Nr. 2 3x 7:. • ________________________Nr. 3 6* 7t * Oberheffen. Gemeinderat in Wieseck. £ Wieseck, 29. Nov. Am Freitagabend fand eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats statt, die sehr stark von Erwerbslosen besucht war. Auf der Tagesordnung stand als einziger Punkt die Winterbeihilfe. Hierzu hatten die Erwerbslosen eine Anzahl Forderungen gestellt, die öffentlich behandelt wurden. Bürgermeister S ch o m b e r gab bekannt, daß die Unterstützungen zur Zeit pro Woche etwas über 800 Mark betragen und die Gemeinde Wieseck dies nicht mehr lange ohne staatliche Mittel tragen könne, zumal die Zahl der Wohlfahrtsunterstützten von Woche zu Woche zunehme. Wenn auch die Gemeinde versuche, ihr Bestes zu tun, so könne sie doch unmöglich allen Wünschen nachkommen, da hierzu einfach keine Mittel da seien. Die im Etat vorgesehenen etwa 60 000 Mark reichen bei weitem nicht aus, da für die laufenden Unterstützungen bis Ende des Rechnungsjahres mindestens 100 000 Mark benötigt werden. Dem Antrag der Erwerbslosen auf Belieferung mitHolz will die Gemeinde wie folgt entsprechen: Es werden an bedürftige Erwerbslosenfamilien zwei Raum- Meter Brennholz gegen Vergütung des Holzhauer- lohnes einschl. eines kleinen Zuschlages insgesamt 3 Mark für den Meter abgegeben, während ganz Mittellose diese beiden Raummeter kostenlos erhalten. Ein Antrag der Erwerbslosen, die Wohlfahrtsunterstützten in der Kranken- und Jnva- lidenversicherung zu versichern, sowie die kostenlose Belieferung der Erwerbslosen mit Wasser, kann nicht erfüllt werden. Bürgermeister S ch o m b e r teilte noch mit, daß der L a n d w i r t • schaftliche Konsumverein dem Gemeindehilfswerk 100 Mark in bar und fast ebensoviel an Kleiderstoffen usw. überwiesen habe. Auch die 6 0 e r- Bereinigung habe einen größeren Betrag gestiftet. Zum Schlüsse wurde noch bekanntgegeben, daß die Bürgersteuer durch Verfügung des Kreisamtes von 10 0 auf 3 0 0 Prozent e r - höht fei. Die Erhöhung der Biersteuer und die Einführung der G e t r ä n k e st e u e r wurden vertagt. Auflösung des Finanzamts inButzbach. pb. Butzbach, 30. Nov. Nach einer Bekanntmachung im Reichsanzeiger, deren Nichtigkeit durch das Landesfinanzamt bestätigt wurde, soll das hiesige Finanzamt am 1.3anuar 1932 aufgelöst und auf die Finanzämter Friedberg und Gießen aufgeteilt werden. Seitens der Stadtverwaltung sind sogleich Schritte getan worden, um diese Butzbach schwer schädigende Maßnahme, wenn möglich, wieder rückgängig zu machen. 40Iahre Chormeister und Organist. Z Bad -Nauheim, 30.Nov. Der Ehrenchormeister deS hiesigen Gesangvereins „Frohsinn"', Oberreallehrcr Wilhelm Dechtolshei- m e r, konnte in diesen Tagen das seltene 40jäh- rige Dirigentenjubiläum in seinem Verein begehen. Seit 1891 liegt in seiner Hand ununterbrochen die musikalische Leitung des Vereins. der in den 40 Jahren zu einer beachtlichen Höhe des Könnens gelangt ist und zahlreiche Erfolge zu verbuchen hat. Der Verein gab seinem verdienten Chorleiter einen Ehrenabend, in dessen Verlauf von verschiedenen Seiten dem Jubilar in Ansprachen und Glückwünschen die allgemeine Verehrung und Wertschätzung bekundet wurden. Auch vom hessischen Ku'tusministerium war ein Dankschreiben einge'aufen. W. Bechtolsheim e r ist auch 40 Llahre Organist der Aus aller Welt wischt und fest genommen. Auf dem Revier nannte er sich N Auf dem Polizeipräsidium aber wurde er als ein alter Bekannter erkannt. Wassielewski muß nun nicht nur die noch nicht verbüßten sechs Monate absihen, sondern er wurde vom Schöffengericht Berlin-Mitte wegen fortgesetzter Urkundenfälschung, Diebstahls und Führung falschen Namens zu weiteren drei Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. hiesigen evangelischen Gemeinde, die ihm durch Pfarrer Knodt ihre Glückwünsche überbringen ließ. Das Tafelgeschirr der Muller Napoleons unter dem Hammer. Als größtes Ereignis der feit Freitag in Berlin stattfindenden Versteigerung aus dem Besitz des verstorbenen Prinzen Friedrich Leopold von Preußen sowie aus anderem deutschen Fürstenbcsitz durch die Kunsthandlung Graupe kam am Samstagnachmittag das prachtvolle T a - felgeschirr Laetitia Bonapartes, der Mutter Napoleons I., unter den Hammer. Das Geschirr, das über 70 Stücke umfaßt, ist im Auftrage des Kaisers und seiner Geschwister im Jahre 1805 von dem berühmten Pariser Goldschmidt Odiot angefertigt und dann der Kaiserin- mutter zum Geschenk gemacht worden. Diese vermachte es testamentarisch ihrer Enkeltochter Z e - n a i d e , der Tochter des Königs Josef von Neapel, aus deren Besitz es an ein deutsches Fürstenhaus kam. Jeder Gegenstand des silbervergoldeten kostbar ziselierten, formschönen Geschirrs trägt dasWap - pen der „Madame Mere". Das Tafelgeschirr ist in alle Winde zerflattert. Die Pariser hielten sich sehr zurück und erwarben nur wenige Stücke. Verschiedene deutsche Händler kauften für in- und ausländische Rechnung und auch von privater Seite wurden einzelne Stücke übernommen. Als Gesamtpreis wurden nur 88 720 Mark erzielt. Der Schätzungspreis betrug 150 000 Mark. Der Raubmord im Stift Melk. Der Diener im Stift Melk, Potzmader, hat eingestanden, gemeinsam mit dem Stiftsdiener Schnabel den Raubmord an Pater Kathrein verübt zu haben. Schnabel erklärte, das dem Pater geraubte Geld im Betrage von 2700 Schilling versteckt zu haben. Das Geld wurde an dem von Schnabel bezeichneten Orte gefunden. Sur einen anderen ins Gefängnis. Der Musiker Wassielewski war wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Als er die Strafe antreten sollte, kam ihm das sehr ungelegen und er fragte den ihm befreundeten N., ob er nicht für ihn ins Gefängnis wolle. N erkundigte sich erst einmal nach dem „Menu" im Gefängnis. Als er erfuhr, daß es gut fei, war N einverstanden. Er tauschte mit Wassielewski die Papiere und trat für diesen die Strafe an. Inzwischen ging Wassielewski mit den Pavieren des anderen auf das Wohlfahrtsamt, um sich als N die Unterstützung abzuholen. Alles wäre nun gutgegangen, wenn Wassielewski nicht eines Nachts einen Dieb stahl begangen hätte. Was- sielewski holte nämlich von einem Wagen. eine Kiste Pflaumen herunter, wurde aber dabei er- stärker zurückgegangen sei. Aus dem Nevisions- bericht war zu entnehmen, daß die Nev s.onen regelmäßig stattfanden und zu Beanstandungen kein Anlaß gegeben war. In den Vorstand wurde Ferdinand Seibert w'.edergewählt. In den Aufsichtsrat wurden Ludwig D a u p e r t. Heinrich Weller XIII., Heinr. Vogelhöfer wiedergewählt. Neu gewählt wurden Heinrich Ihm und Otto I u n g , letzterer auf ein Iahr. Dom Raiffeisen-Verband soll Ermäßigung des Der- bandsbeitrages gefordert werden, ebenso wurde der gemeinsame Bezug der Verbandszeitung für die Folge abgelehnt. OO Klein-Linden, 30. Nov. Jm Anschluß an den Vormittagsgottesdienst des gestrigen SonnLandkreis (Yietzcn. L W i e f e ck, 30. Nov. Am Samstagabend fand bei Gastwirt Heinr. Volzel die diesjährige Generalversammlung des Landwirtschaftlichen Konsumvereins c. G. m. b. H. statt. Aus dem Bericht des Geschäftsführers Hildebrand war zu entnehmen, daß trotz Wirtschaftskrise und großer Arbeitslosigkeit der Mitglieder der Geschäftsgang als gut bezeichnet werden muß und " der Gesamtumsatz bei Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln nur wenig, im Textilgeschäft aber | Mauersteine statt Heroin. Ein großangelegtes Schwindelgeschäft, bei dem ein Japaner um rund eine Million Fran- ten betrogen wurde, endete in Paris mit der Verhaftung des Schwindlers, eines Russen, namens Eisenberg, der seit Jahren einen Japaner in Mukden mit größeren Mengen Heroin und Kokain belieferte. Nie war es von feiten des Japaners zu Beanstandungen gekommen und stets hatte der Russe die ihm erteilten Aufträge pünktlich ausgesührt. Als anfangs 1929 die Ein- und Ausfuhr narkotischer Drogen einer strengen Prüfung unterzogen wurde, sah sich der Russe gezwungen, entweder fein blühendes Geschäft aufzugeben, qber aber Mittel unb Wege zu finden, es auf Umwegen, die nicht immer gesetzmäßig waren, weiter zu führen. Der Japaner bestellte bei ihm schließlich wieder Heroin das Eisenberg nicht beschaffen konnte. 2(n Stelle der teueren Ware sandte er seinem Kunden eine Kiste mit Back» (leinen, die genau das gleiche Gewicht hatten. Der Japaner zaylte den Betrag von einer Million Franken gegen Vorlage der Frachtbriefe. Als er statt des Heroins Mauersteine vorfand, trat er ohne zu zögern, die Reife nach Paris an, wo er den Russen ausfindig machte und ihn verhaften ließ. fiöpenitfiabe eines Hochstaplers. In Graz ist es der Polizei gelungen, einen von vielen Seiten gesuchten Hochstapler namens Stephan Otto unschädlich zu machen. Otto hat auch im Jahre 1919 im Rheinland und insbesondere i n K o b l e n z viel von sich reden gemacht. Er war es, der im Jahre 1919 anläßlich der Rheinlandbesetzung den amerikanischen Höchstkommandierenden, General Allen, mit einem Orden auszeichnete. Otto kündigte damals in einem Brief an, daß im amerikanischen Hauptquartier in Koblenz als Abgesandter des Königs von Belgien ein Herr von Vernei) erscheinen werde um dem amerikanischen General die höchste belgische Auszeichnung, den Leopoldsorden.zu überreichen. Als der Hochstapler kurz darauf in Koblenz erschien, wurde zu seinen Ehren eine große Truppenparade veranstaltet, in deren Verlaus Otto dem General den Leopoldsorden an die Brust heftete. Für den Tag grössere Kraft für die Nacht gesunden Schlaf Zum Frühstück eine Tasse Ovomaltine — mit ihren hochkonzentrierten Nährstoffen aus Malz, Milch, Eiern und Kakao - erhält Ihren Körper den ganzen Tag frisch und kräftig. Für die Nacht aber leistet Ovomaltine noch einen anderen Dienst: Eine Tasse Ovomaltine vor dem Schlafengehen stärkt den Körperfür einen gesunden,tiefen Schlaf. Denn alle die wertvollen Nährstoffe der Ovomaltine werden fast vollständig vom Blut aufgenommen, ohne dass der Magen mit Arbeit beschwert wird. Ovomaltine ist sehr einfach zu bereiten. Man löst 2-3 Kaffeelöffel davon in trinkwarmer Milch und zuckert nach Belieben. Auch in Kaffee oder Tee wird Ovomaltine gern genommen. 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Gemäß einem schon früher gefaßten Beschlüsse ernannte der Kreis- a u s s ch u ß in seiner letzten Sitzung den Kreisausschußoberinspektor Martin, der schon über 20 Iahre in der Kreisverwaltung Wetzlar tätig ist, zum Bureaudirektor. Schweres Autounglück im Taunus. WEN. Oberursel, 30. Nov. In der Nähe des Sandplackens ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schwerer Autounfall. Ein mit zwei Damen und drei Herren besetzte- Auto aus Frankfurt rannte in der unübersichtlichen Kurve hinter dem Sandplacken gegen einen Daum, dessen Krone vollständig abbrach. Die Karosserie des Wagens wurde vollständig zertrümmert. Eine Dame, eine Engländerin, ist besonders schwer verletzt worden. Ihr wurde die Kopfhaut stückweise abgerissen, wahrscheinlich hat sie einen Schädelbruch davongetragen. Die übrigen vier Insassen haben leichte Schnittwunden erlitten. Kreis Wetzlar. cf D u te n h ofe n, 29. Nov. In der jüngsten Westfonds-Konferenz hat auf Antrag der Amtsverwaltung in Krofdorf unsere Gemeinde für den Bau der Wasserleitung eine Beihilfe von 8000 Mk. bewilligt bekommen. Rundfunkprogramm. Mittwoch, 2. Dezember. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. „Kinder spielen Lcheater", von Lisa Tetzner. 12.05: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 16.00: Unterhaltungskonzert. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Das Leben einer Strahenzelle", Vortrag von Dr. Georg Schmitt. 19.05: „Kurzarbeit und Stilllegung", Vortrag von Amtsgerichtsdirektor Dr. Kallee. 19.35: Stunde der Bühne. Zur Erstaufführung „Haus Danieli", von Alfred Neumann im Neuen Theater. 19.45: Sächsischer Humor. 20.05: Rheinische Landschaften II. Hunsrücker Abend. 21.20: Gastkonzert. Nathan Milstein (Violine). 22.50 bis 23.10: Mannheim: Altenglische Lieder. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 2. Dezember. Hungen. 7.15 Uhr: Messe.' Wo* die Börste fö» die Zähne — dos ist für de» RoTil Die ersten Buben-Tage im Hause Seltersweg 17 - mit den extra billigen Preisen ziri» 200 Knaben -Unzii^e nur beste Stoffe, zum Teil aus Resten geschnitien.Offene Sportfassons, hochgeschlossene Fassons, mit abknöpfbarem weißen Ueberkragen und gefütterten Hosen: 28.50 19.50 14.50 12.50 8.00 6.50 z^a 160 Knaben-Mäniel helle und dunkele Stoffe, auch blaue Pyjaks mit Futter und Loden-Mäntel mit Kapuze: 26.50 21.50 16.50 11.00 8.00 5.90 zirka 300 Knaben-Hosen 500 Luftballons werden Leibchen-Hosen. Kniehosen, gratis ausgegeben. 2.90 1.90 0.85 4.50 5.90 1.90 8191 a 9ws, rv 4 :oo GOETHE-BUND Saal Hotel Schütz Gießen Mittwoch, den 2. Dezember, 20 Uhr ÖffentlicherExperimental-Lichtbildervortrag Ensen Hammer über ASTIROILOGI JE 1. Politik u.Wirtschaftsent wicklung in nächster Zeit. 2. Der internationale Angriff auf den Goldstandard. 3. Feste Wahrung oder Verfall TH 4. Lichtbildhoroskope von Adolf Hitler, Brüning, Laval. Präsident Hoover usw. 5. Persönliches Schicksal im Jahre 1932. Eintritt: Mk, 1.10 einscbl. Steuer 81WD Donnerstag, den 3. Dezember 1681, abends 8 Uhr, Neue Aula 2. Dichterabend HANS GRIMM lle*t au* *elnen W erken. 8101 D Numerierte Elitrlttikarten: Bnndeimltglleder haben bis zu zwei Plenen freien Eintritt gegen Einlösung de» Gutscheines Nr. 1 aus dem neuen roten Gutscheinheft, Verbandsmitglieder zu 90 Pfennig gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 1 aus dem hellblauen Gutscheinheft des Goethe-Bundes in der Musi- kalienhandlg. Challier ab Montag. 30. Nov. ■Ichtmitglleder zu Mk. 21/) u. 2 - bei Challier u. Abendkasse. Stndentenkarten zu Mk. 1— gegen Ausweis bei Sekretär Ritter, Lniv.-Gebäude. genes Bntsehelnheit gegen Elnldsnng der zweiten MMD ■ Beltragerate bei Challier zugleich ibholenliee HessischeDeremigungf.DoMunde Hauptversammlung und Feier des ZOjährigen Bestehens am Samstag, 5. Dezember 1931, in Gießen Einladung 1.17 Uhr 15: Ausschußsitzung (Hotel Hindenburg, Seltersweg),- II. n llhr 45: Hauptversammlung (Hotel Hindenburg) Tagesordnung: 1. Jahresbericht - 2. Rechnungsablage — 3. Dor« standswahl - 4. Flurnamensammlung - 5. Druck der »Sldttcr* - 5. Bericht über die Tagung des Verbandes der Hessischen Geschlchts. und Altertums- Vereine In Bensheim - 7. Verschiedenes. NI. 20 llhr 15 (Großer HSrsaal der llniversität): 1. Begrüßung durch den Vorsitzenden 2. Ansprache von Herrn llnivrrsitäisprofeffor Dr. Karl Helm-Marburg: ,Dor 30 Fahren" 3. Festvortrag von Herrn Hochschulprofessor Dr. Adolf Spamer-Dreoden: »Wesen und Ziele der Volkskunde-. 8170 D Eintritt frei / Gäste willkommen. Der Vorsitzende: Or. Faber. Meisiemrii Wen 1932. Handwerker, die in 1932 ihre Meisterprüfung ableßen wollen, müssen sich bis Ende des Jahres hei der Handwerkskammer Darmstadt anmelden. Die Prüfungsgebühr ist auf 35 Mk. ermäßigt. Der Gewerbeverein Gießen läßt 2 Vorbereitungskurse, Sonntag morgens und Werktag abends, abhalten. 8173 d Auskunft über Anmeldung bei der Handwerkskammer und den Beginn der Vorbereltungskursc wird täglich von 4—6 Uhr ihr Büro des Gewerbevereins. Goethestr. 7 I„ erteilt. M1MWW Mangelwäsche besser u.billiger als Hauswäsche, Pfd.30 '. Minuestquantum 20 Pfd. Mit Mangelwäsche eingelieferte Stärkewäsche: Kragen 104.Oberhemd 35A — Kontrollierte, schonende Behandlung. Erstklassige Referenzen. 8196 a GroSwäscherei Edelweiss Gießen / Telephon 3487 Annahmestellen in allen Stadtteilen und benachbarten Orten. Versand nach auswärts. ■ Lichtspielhaus Gießen ■ Heute letzter Tag ..Das gibt’» nur einmal — das kommt nicht wieder “ Der Kongreß tanzt Alles spricht — und ist begeistert von unserem herrlichen Spielplan | Ab Mittwoch wieder ein Programm, das seinesgleichen sucht Charlotte Susa Ns, Kriminal-Tonfilm D-Zug13 hatVerspätung Feinste Fisch-Filets Pfund von 40 Pf. an ff. Koch-Fische o.K. Pfund von 30 Pf. an Jeder Fisch wird geschuppt Fischhaus,Cuxhaven* Marktstraße 23 8179 A Telepb. 2417. billig! Achtung! Billig! Mittwoch, den 2., und Tonncrotan. den 3. Tctcmbcr, von 9 bis 4 Uhr, verfaule ich Brandnaile 3 ui ^oottureifcn Damen-u.Kinderfirümpse Zffiluhfbofcn, schürfen, llnterrorfc uiw. Herren»Winteriovvcn. Short «‘jtnAÜnc, 2 Schreibtische, 2 Waschtische, 1 'Jlndil* schränkch., 1 Trnmcauivicg., Stühle usw. H. Benner II, Auktionator. qZ028 Tafel-Silber-Bestecke niedr. Preise. Mass. Silber u. schwerste 100gSilberaufl. Mod. Must 72tell. Garnit. m. rostlr. Kling, schon zn 115 Hk. .lOjähr. schriftl.Gar. Ratenzahl. 1. Rate 1 Monat n. Lief. Preis!, kostenl. Musterzus. fr. u. unverb. Erstkl. Ref. C. D. Schaaf!, Stahl- warenfbr., Solingen 64. Gegr.1871. - 'D Konkursverfahren. Der Antrag des Christian Spies, alleinigen Inhabers der Firma Ehr. Spies (Louis Wittig II. Rachf.), Sattlermeisler in Gießen, Reusladt S, über sein Vermögen das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses zu eröffnen^vird abgclohnl, weil die erforderlichen Mehrheiten nicht vorhanden sind. Zugleich wird gemäß § 24 der Bergt.» Ordg. heule am 26. Jloocmber 1931, vormittags SX Uhr, das Konkursverfahren über das Vermögen des Antragstellers eröffnet. 8193D Der Kaufmann Hermann Kirchner in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursfordcrungen find bis zum 15. Dezember 1961 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die im § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf Das Kaufhaus Hansa in neuer Hanl! Beispiele unserer ____Kleiderstoffe---- Tweed, in modernen praktischen fl QE Mustern ........................ 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Mittwoch, den 2. Dezember 1931, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum „Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 1. Büfetts, Kredenzen, Vertikos, Nähmaschinen, Warenschränke, Grammo- vhone, «osas, Schreibtische, Kleider- schränke, Chaiselongues, Kommoden, Zimmerteppiche, Trumeauspiegel, Diwans, Schreibmaschinen, Eisschränke, Gasherde, 1 Hochfrequenzapoarat, 1 Photoapparat, 10 Flaschen Portwein, 15 Flaschen Boonekamp, 1 Lederwalze, Werfpuppen, Halsketten, Schlafzimmer- bilder, Stühle, 1 Wanduhr, Bettdecken- bezöge, 1 Fernglas, 1 Küchenschrank, 1 Küchentisch, 1 Spiegelschrank, 1 Ständerlampe, 1 Dauerwellenapparat, 1 Pürschbüchse, 1 Flügel, Kameras, 1 Kassee-Verkaufsständer 2. Bestimmt: 1 Schreibmaschine (Mignon). 150 Tortenplatten (vernickelt, mit Porzellanplatte und Malerei), 1 Aktenschrank, 1 Oelgemälde (Burg 61$), 1 Oelgemälde (Landschast), 1 Oelgemälde (Gleiberg). 1 elektrischen Kocher (210 220), 1 weiß emaillierten Roederherd, 1 Bäcker- kihe, 1 Wäschebuff, 35 Ausklopfer (Rohr), 2 Reisekörbe, Brotkörbe, hondarbeitskörbe, Henkelkörbchen, Zeitungshalter. 3. Berkaus aus freier Hand: 1 Grammophon, 1 Radioanlage mit Apparat, Aku, Anodenbatterie mit 2 Lautsprechern, 36 Grammophon- platten, 1 Motorrad (Emma, 2,5 PS). 4. Freiwillig: 10 Korbsessel, 1 Büchs- slinte. 5. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 1 Oekonomie- wagen, 3 Frisiertoiletten, 1 waren- I schrank. 1 Ladentheke. 8184D1 1 Funker, Gerichtsvollzieher in Gießen, »i 7, a Wicstcker Weg 16 — Telephon 3383 | Montag, den 21. Dezember 1931 vormittags 8J4 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht — Zimmer 201 — Termin anberaumt. Allen Personen, die eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitz der Sache und von den Forderungen, für die sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 15. Dezember 1931 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht Gießen. Zwangsversteigerung. Am Donnerstag, dem 10. Dezember 1931, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- aebäude zu Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Ranft, Heinrich, und Ehefrau Elisabeth geb. Hahn in Gießen zugeschriebene Anwesen Rcuenweg