Ur. 125 Erstes Blatt 181. Jahrgang Montag, 1. Juni 1931 Eriche»nl täglich,nutzer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monaB-Bejngsprcts: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt, Zernfprechanfchlüfse anterSammelnummer225l. Anschrift für Drahlnach- richten: Anzeiger -leben, poflfcheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen r Vnick und Verlag: vrühl'sche UniverfilälL-vuch. und Stemörnderd L Lange in Sieben. Schristlettnng und Geschäftsstelle: Zchnlstrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20®/o mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Bietzen. Landnöten. Zwischen dem Vatikan und dem Faschis- mus herrscht offener Kriegszustand: Die Angehörigen der faschistischen Jugendverbände demonstrieren seit Tagen in Rom. Ueberall belästigen sie die Angehörigen der katholischen Verbände. Zeitungen, die die Interessen des Vatikans vertreten, werden mit Steinen bombardiert, auf den Straßen werden Scheiterhaufen errichtet und Druckerzeugnisse verbrannt, die aus dem päpstlichen Lager stammen. Kurzum, der Faschismus hat seinen fugendlichen Rachwuchs mobilisiert, um dem Vatikan zu zeigen, daß die italienische Jugend mit beiden Füßen auf dem Boden des faschistischen Parteiprogramms steht. Die Leidenschaftlichkeit, mit der die Politik des Heiligen Stuhls bekämpft wird, hat tatsächlich zu einer förmlichen Belagerung der Vatikanstadt geführt, deren Grenzen zwar durch Polizei und Militär bewacht werden, über die sich aber kaum ein Angehöriger der Vatikanstadt wagen darf, wenn er sich nicht der Gefahr aussehen will, von den Sichcrheitsbehörden verhaftet oder von den Demonstranten niedergeschlagen zu werden. Für das Ansehen der römischen Regierung und der faschistischen Bewegung ist es gerade nicht vorteilhaft, feststellen zu müssen, daß sachlich begründete Vorstellungen des Vatikans durch lärmende Auftritte junger Faschisten beantwortet werden. Der Streit zwischen der römischen Regierung und dem Vatikan, in welchem Sinne die italienische Jugend erzogen werden soll, ist so alt wie die faschistische Bewegung selbst. Vorübergehend schien es, als ob die Lateranverträge eine Beilegung des Konfliktes gebracht hätten. Kaum aber war die Souveränität des Papstes wieder hergestellt, da wurde aus dem Vatikan heraus energisch die Forderung geltend gemacht, die italienische Äugend in rein katholischem Sinne zu erziehen. Sofort setzte die Gegenbewegung der Faschisten ein, der Kampf entbrannte auf breiter Front und hat jetzt dazu geführt, daß der Frieden zwischen dem Vatikan und dem italienischen Staat auf das ernsteste gefährdet ist. Der Geschicklichkeit der päpstlichen Unterhändler und der römischen Regierung wird es unzweifelhaft gelingen, sehr bald wieder eine Entspannung herbeizuführen, an der beide Teile ein starkes 3n- leresse haben. Es ist aber schwer denkbar, datz entweder die Kirche oder aber der Faschismus sich zu Konzessionen bereitfindet. Beide erheben Anspruch auf die Jugend, beide sind von dem Wi.len beseelt, den Kampf um die Jugend bis zum Ende durchzuführen. Und da will es uns scheinen, als ob die Kirche sich doch in einer vorteilhafteren Position befindet. Politische Bewegungen können verebben, auch der Faschismus kann möglicherweise eines Tages wieder von der Bildfläche verschwinden. Die katholische Kirche hat sich aber bisher durch zwei Jahrtausende gehalten, sie kann warten, bis die Verhältnisse günstiger sind und sie wieder den Einfluß auf die italienische Jugend gewinnt, den sie vor dem Emporkommen Mussolinis und seiner Anhänger besaß. Schweden hat ernste und aufregende Tage hinter sich. Die Streikunruhen in Ange r m a n l a n d, bei denen fünf Arbeiter von einer militärischen Sicherungsabteilung niederge- schossen wurden, erschütterten die soziale Struktur des Landes erheblich. Die Kommunisten, die in Schweden zahlreich vertreten sind, veranstalteten eine rote Propagandawoche mit den Zielen des Generalstreiks und blutigen Aufruhrs. Durch die besonnene und liberale Haltung der Regierung wurde den Aufrührern jedoch das Wasser abgegraben. Die Einsetzung einer überparteilichen Untersuchungskommission, die sofort eine Reihe von Provinzialbeamten vom Dienst suspendierte, erwies sich als gangbarer Ausweg. Der Konflikt zwischen der schwedischen Arbeiter- und Unternehmerschaft ist vorläufig beigelegt worden, ohne daß von Siegern und Besiegten gesprochen werden kann. Die Unruhen von Angermanland sind ein typisches Beispiel für die Verschärfung sozialer Konflikte durch psychologisch bedenkliche Maßnahmen schwankender Behörden und allzu eifriger militärischer Führer. In dein Holzgebiet des Anger- manelss wird bereits seit dem 4. Oktober des vergangenen Jahres gestreikt. Der Streik begann in der Sulfatsfabrik Södermann des Mamma- Konzerns und breitete sich im Januar d. I. noch auf andere Betriebe aus. Rach der Schnre- schmelze holten die Unternehmer Aushilfsarbeiter aus Südschweden, die sich bereits früher als Streikbrecher betätigt hatten. Ratürlich setzte sofort eine starke kommuni st ische Gegenpropaganda ein. Als der erste Demonstra- tionszug von streikenden Arbeitern zu den Baracken der Arbeitswilligen zog, gab es Zusammenstöße und Prügeleien, ohne daß die Polizöi zunächst schärfer einzugreifen brauchte. Unverständlicherweise forderte in diesem Augenblick der Bezirksvorstehcr eine Kompanie Soldaten als besondere Schuhtruppe an. Don einem Befehl der Provinzialregierung, die fremden Arbeiter sofort aus dem Industriegebiet abzuschieben, machte er jedoch den Gewerkschaften keine Mitteilung. Ein zweiter Demonstrationszug zog nach dem Ort Lunde. An der Spitze Fahnenträger mit roten Fahnen, drei Musikkapellen und Frauen und Kinder. Auch hier waren die Arbeitswilligen gewarnt worden. Man brachte sie auf Schiffen in der Mitte des breiten Flusses unter, so daß keinerlei Gefahr für ihr Leben bestand. Als aber der Demonstrationszug den Ort erreichte, traten Sanierungs-Notverordnung und Ehequers. Weiterer Gehaltsabbau bei den Beamten. —Neue Steuerlasten. — Abstriche am Sozialetat. England erwartet beklemmende Fragen Brünings. Die Sanierungs-Notverordnung Erneute Kürzung der Bcamtcngchälicr. Kriscnstcuer. — Einsparungen auf sozialem Gebiet. Berlin, 30. Mai. (OB.) Das Reichs- f a b i n e 11 Hai sich am Samstag bis spät abends mit der Beratung der Ratoerordnung beschäftigt. Die Rotoerordnung wird etwa zwei Dutzend Gesetzentwürfe enthalten. Auch in Kreisen der Reichsregierung ist man sich darüber klar, daß es daraus ankommt, die z. T. harten Maßnahmen so an die Öffentlichkeit zu bringen, dah sie psychologisch tragbar sind. Die Reichsregierung hat das Bestreben, die Lasten und Opfer möglichst gerecht zu verteilen. Daraus erklärt sich z.T. die Staffelung in der neuen Kür- jung der Beamtengehälter und der 6 r L- f c n ft e u e r. Wenn die Sähe auch im einzelnen noch nicht feffllegen, so läfjt sich doch mit Sicherheit sagen, dah die Kürzung der Beamtengehälter sich praktisch mit 4 bis 5 Prozent auswirken wird, die K r i s e n st e u e r mit 1 bis 3 Prozent. Die höchsten Stufen der Kürzungsstaffelung, die bis 8 Prozent hinaufreichen, finden nur auf die wenigen Beamten der obersten Stellen Anwendung. Die Krisenft euer beginnt mit 1 Prozent bei wahrscheinlich 3600 Mark, wird ;. B. bei einem Einkommen von etwa 8000 Mark 1,5 Prozent betragen und bis zu 5 Prozent bei den großen Gehältern ansteigen. Sie wird deshalb verhältnismäßig niedrig gehalten, weil auch das Reichskabinett sich darüber klar ist, dah die Krisen st euer eine schwere Belastung bedeutet, weil die Gehälter der Prioatangestellten bereits zum größten Teil empfindlich abgebaut worden find. Jedenfalls läht sich feftftellen, dah die Reichsregierung so ausgleichend und schonend wie möglich vorgehen will. Das erscheint ihr um so notwendiger, als die erforderlichen Einsparungen auch auf so- zialem Gebiete Härten mit sich bringen, die eben nur aus der Rot der Zeit zu erklären sind. Am Mittwoch Llnierzeichnung der Notverordnung. Berlin, 1. Juni. (TU. Funkspr.) Das Reichs- kabinett, das am Sonntag nicht getagt hat, wird die Beratung der neuen Sanicrungs- Notverordnung wahrscheinlich am Montag beenden. Am Dienstag werden dann die M i n i ft e r - Präsidenten der Länder über die Einzelheiten der Notverordnung und die gesamtpolitischen Zusammenhänge unterrichtet werden. Die Notverordnung dürfte dann am Mittwoch dem Reichspräsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Reichskanzler Dr. Brüning und Außenminister Dr. Curtius werden am Abend desselben Tages nach Chequers abreisen. In unter- richteten Kreisen wird damit gerechnet, daß die Notverordnung während des Londoner Besuches veröffentlicht wird. Keine Sommer-Tagung des Reichstags. Berlin, 31. Mai. (CNB.) Ein Berliner Blatt verbreitet in feiner Sonntagsausgabe die Nachricht, daß der Kanzler und das Reichskabinett den Wunsch hätten, den Reichstag nach dem Erlaß der Notverordnung und nach dem Besuch in Chequers zu einer kurzen Tagung zusammentreten zu lassen. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, handelt es sich bei der Meldung um eine reine Kombination ohne jede Grundlage. Es wird entschieden in A b » ihm Soldaten entgegen, die den Befehl zum Halten gaben. Dabei scheute das Pferd eines Sergeanten und im Handumdrehen war zwischen Soldaten und Demonstranten der schönste Tumult im Gange. Die Demonstranten warfen mit Steinen und die Soldaten schossen, zunächst mit Revolvern und dann eine ganze Salve. Fünf Arbeiter blieben tot auf dem Kampfplatz zurück. Die Empörung der Bevölkerung gegen das Vorgehen der Soldaten führte zu weiteren Demonstrationen in anderen Städten, da man nicht den Arbeitern, sondern dem Militär die psychologische Schuld an den Zusammenstößen gab. Durch die Bildung der Untersuchungskommission gelang es der Regierung jedoch, ernste Schwierigkeiten zu vermeiden. Die kommunistischen Hetzer wurden festgenommen. Die schwedischen Sozialdemokraten bemühen sich, auf Grund der Vorgänge ein Gesetz zur Annahme zu bringen, in dem grundsätzlich der Einsatz von Militär gegen streikende Arbeiter verboten wird. Heimatdienst für Volk und Vaterland. Berlin, 31. Rkai. (ERB.) Auf der heutigen Feier des Ostbundes evangelischer rede gestellt, daß Kanzler und Kabinett irgendwie an eine Sommertagung des Reichstags denken. In Kreisen, die der Regierung nahestehen, verspricht man sich angesichts der bekannten ungeklärten Verhältnisse im Reichstag von einer Parlamentstagung weder eine Förderung der inneren Sanierung, noch eine solche der Probleme, die in Chequers zur Sprache kommen. Falsche Gerüchte über das Reichskabinett. Berlin, 30.Mai. (CNB.) Von unterrichteter Seite wird die in der Presse aufgetauchte Behauptung, Reichsfinanzminister Dr. Dietrich beabsichtige zu demissionieren, als haltloses Gerücht bezeichnet. Ebenso unzutreffend find auch die Behauptungen über M e i n u n g s . Verschiedenheiten innerhalb des Kabinetts, die anläßlich der Besprechung der Sanierungsmaß- nahmen entstanden sein sollten. Englische Presse-Vorschau. Wann Schluß mit den Kriegsschulden? Die Zollunion. London, 31. Mai .(WTB.) Der bevorstehende deutsche Ministerbesuch .in England nimmt heute in der maßgebenden Presse, die seinen Zusammenhang mit den deutschen Schwierigkeiten besonders hervorhebt, grohen Raum ein. „Sunday Times" schreibt in einem Leitartikel: Hinter den Formalitäten und Höflichkeiten beim deutschen Besuch wird ein tiefernster Zweck stehen. Kühle Beobachter sind der Ansicht, daß die finanziellen Schwierigkeiten Deutschland in absehbarer Zeit zwingen werden. Konflikt zwischen Kurie und Faschismus. Oer Kampf um die Katholische Aktion in Italien. Stadt des Vatikans, 30. Mai. (WTB.) Der „Osservatore Romano" veröffentlicht folgende Mitteilung: In Anbetracht der immer bedenklicheren und heftigeren Formen, in denen sich die Vorgänge ge gen d i e katholische Aktion in Italien abspielen, hat der Heilige Stuhl von heute, den 30. Mai ab, beschlossen: 1. Die Bischöfe, von denen die katholische Aktion abhängt, übernehmen Pof ort p e rs ön- [ i ch den Schutz und die Leitung in Einklang mit den Anweisungen des Heiligen Stuhles. 2. Die Leiter der katholischen Aktion, denen der Heilige Vater feinen Segen zukommen läßt, unterstehen in allem den zuständigen Bischöfen. Protest des Papstes. Rom, 31. Mai. (TU.) Der Papst, der am 31. Mai 1857 geboren ist, beging am Sonntag feinen Geburtstag. Gelegentlich einer Audienz, die er einem katholischen Verbände gewährte, der ihm seine Glückwünsche zum Geburtstage zum Ausdruck brachte, hielt der Papst eine Ansprache, in der er ausführte, er begehe einen sehr traurigen Geburtstag wegen der Ungebührlichkeifen, die sich in den letzten Tagen ereignet hätten, und wegen des Hasses und der Gewalt, mit der gegen d i e katholische Aktion vorgegangen worden sei. Der Papst habe als einer der ersten den Faschismus gelobt, als er den Religionsunterricht in den Schulen wieder einführte. Aber was die rechte Hand gab, habe d i e linke wieder ge- n o m m e n. Der Papst habe in den Beziehungen der Kurie zu Italien immer den ersten Schritt getan. Dessen ungeachtet sei gegen die katholische Jugend und die katholischen Studenten Gewalt angewandt worden. Der Papst habe das Recht und die Pflicht, an das Konkordat zu appellieren, und er habe in diesem Sinne diplomatische Schritte eingeleitet. Abgesehen davon müsse er als Bischof von Rom und Primas von Italien Protest erheben. Der Papst sprach schließlich die Hoffnung aus, daß diejenigen, die die Hand gegen die Kirche erhoben haben, nicht von der göttlichen Gerechtigkeit gestraft würden und daß die göttliche Gnade die Verleumder zurückführen möge auf die Bahnen friedlicher Zusammenarbeit. Oer Kardmallegat erscheint nicht. Stadt des Vatikans, 30. Mal. (WTB.) Der „Osservatore Romano" veröffentlicht folgende Nachricht: Angesichts der Tatsache, dah in Rom in Anwesenheit der Behörden sehr betrübliche Ereignisse, darunter eine Ungebühr- lichkeit gegenüber der Person des Papstes Vorkommen konnten, ist dieEntsen - düng des Kardinallegaten, der den Heiligen Vater bei der bevorstehenden Jahrhundertfeier des Hl. Antonius von Padua vertreten sollte, weiterhin aufgeschvben worden. Das Kardinals-Kollegium einberufen. Rom, 1. Juni. (TU.) Wie verlautet, hat der Papst zur Beratung der Lage für Montag das Kardinalskollegium einberufen. Mussolini löst auf. Rom, 1. Juni. (TU.) Wie oerlaulel, find im Laufe des Samstags und Sonntags auf Grund des italienischen Polizeigesehes bereits mehrere verbände der katholischen Aktion geschlossen und stellenweise die Archive beschlagnahmt worden. Kirchenfeindliche Ausschreitungen. Rom, 31. Mai. (MTB.) Unter den neuenDe- schwerdefällen, die vom „Osservatore Romano" veröffentlicht werden, ist besonders ein Vorgang aus Verona zu erwähnen, wo am letzten Mittwochabend vor dem Hauptportal der bischöflichen Residenz mit Hilfe von Denzinvvrräten, die in einem Auto herangebracht worden waren, Feuer gelegt wurde. Durch sofortiges Einschreiten der Feuerwehr konnte das Feuer gelöscht werden, das, wie es im „Osservatore Romano" heißt, „angesichts der naheliegenden Kathedrale unberechenbaren Schaden hätte anrichien können." Auch aus anderen Städten werden neue Zwischenfälle gemeldet, vor allem aus Venedig, wo in der Rächt von Dienstag auf Mittwoch eine Reihe ernster Verstoße gegen das Eigentum und d:e Räume von katholischen Vereinen vorgekommen seien. Ferner berichtet „Osservatore Romano" über neue Tätlichkeiten gegen Mitglieder des ka-tholischen Studentenbundes. In der Diözese Mailand hatten sich ziemlich heftige Zwischenfälle ereignet. In einem Kommentar zu dieser neuen Beschwerde bemerkt „Osservatore Romano", daß „diese schmerz? lichrn Rachrichten, die von verschiedenen Seiten einlaufen, leider nicht nur die katholische Aktion betreffen, obwohl sie von der gegen sie geführten Kampagne ausgingen." Jungmännervereine nahm Reichsminister Treviranus im Ramen der Reichsregierung das Mort, um den Bund zu beglückwünschen. In längeren Ausführungen äußerte sich der Minister zu der Rotlage der Ostprovinzen und weiter über die sich aus der Arbeitslosigkeit ergebenden Probleme. Für die allernächste Zukunft kündigte der Minister die Organisation eines Heimatdienstes an, der sich in der Hauptsache auf Menschen stützen müsse, die volklich und weltanschaulich so gebunden wären, dah sie den Lohn in der Tatsache der Arbeit für Volk und Vaterland uird nicht im finanziellen Borteil sähen. Besonders von der Jugend des evangelischen Deutschlands forderte der Redner tätigste Unterstützung der Bestrebungen der Rcichsregierung. Skagerrak-Gedenkfeier der Reichsmarine. Kiel, 31. Mai. (MTB.) Die Erinnerung an die fünfzehnjährige Wiederkehr des Skagerrak-Tages beging die Reichs- marine mit einer Reihe militärischer Feiern, die am Vorabend mit einem großen Zapfenstreich eingeleitet wurden. Bei der Flaggenparade am Sonntagmorgen setzten die im Hafen liegenden Schrffe der Reichsmarine Top-Flaggen, die Flaggen der alten Kriegsmarine im Groß-Top. Auch die Dienstgebäude der Marine prangten im Flaggenschmuck. Rachdem Abordnungen der einzelnen Marmeteile auf dem Ehreufriedhof Kränze nie- dergelegt hatten, fand um 9.30 Uhr auf dem Kasernenplatz in der Wik ein Feldgottesdienst statt. In emer Ansprache wies der Chef der Marine- station der Ostsee, Vizeadmiral Hansen, auf die Bedeutung des Tages hin. An die Ansprache des Admirals schloß sich ein Vorbeimarsch der Truppenteile vor dem Stationschef an. 3n Gegenwart des Reichspräsidenten sand gestern in Berlin im Festsaal des früheren Reichsmarrneamtes eine Gedenkfeier statt. Der Chef des Stabes der Schlachtflotte und erster Chef der Reichsmarine, Admiral v. T r o t h a, gedachte in warmen Worten der unvergleichlichen Leistun- gen der Skagerrakkämpfer gegen die englische Uebermacht zur See. Mit besonderen Dankeswor- ten gedachte Admiral v. Trotha des Schöpfers der deutschen Flotte, des Großadmirals v. T i r p i h Im Anschluß hieran wurde dem Chef der Ma-' nneleitung eine von Professor Manhel geschaffene Marmorbüste des Großadmirals v. Tirpih übergeben, die im Reichswehrministerium Auffüllung fini>eL eine Art von Aenderung oder Verschiebung der Voungplanzahlungen zu suchen. Diese dringende Frage wird sicher in Chequers erörtert werden. Die französischen Besorgnisse vor einem Zusammenbruch der Reparationen mühten die Möglichkeiten einer freundschaftlichen Regelung leichter gestalten. tSann wird endlich der Vorhang über der bitteren Komödie der Kriegsschulden niedergehen? Einen anderen Ton schlägt der politische Korrespondent des Blattes an, der britische Zugeständnisse für unwahrscheinlich hält. Er bemerkt, die Zubilligung eines Moratoriums oder anderer Zugeständnisse würde für England sehr schwer sein. Der Premierminister und seine Kollegen würden in dein Reparationspunkt sehr fest fein. Ruch „Observer" betont „die ernsten Schwierigkeiten Deutschlands". Der diplomatische Kor^ respondent des Blattes führt aus: Die deutschen Minister hätten eine Erklärung vorbereitet, „die wahrscheinlich einen tiefen Eindruck auf Macdonald und Henderson machen werde". Die Hauptfrage, deren Beantwortung Brüning Macdonald und Henderson überlassen werde, scheine folgende zu sein: Nachdem die deutschen Verpflichtungen unter dem Voung- plan automatisch infolge des allgemeinen Fallens der Preise um einen 'beträchtlichen Prozentsatz erhöht -worden sind und es klarerweise unwahrscheinlich sei, daß zwischen Juni und Oktober die deutsche Regierung in der Lage sein werde, ihre vollen Verpflichtungen ohne finanzielle Hilfe in der einen oder anderen Gestalt zu erfüllen — sei es dann praktische Politik von seilen der Kriegsgläubiger Deutschlands, einerseits Deutschland an die erhöhten Verpflichtungen zu halten und anderseits sich dem einzig vorhandenen Mittel, die deutsche Zahlungsfähigkeit zu vergrößern, zu widersetzen? Der Korrespondent bemerkt, diese letztere Frage beziehe sich auf die geplante österreichisch-deutsche Zollunion. Die besondere Schwierigkeit, die für die britische Regierung aus einer derartigen Frage entstehen werde, sei auf die Tatsache zurückzufühven, daß die Rußenpolitik der britischen Regierung die Herabsetzung der Zolltarife als Bedingung für das allgemeine Wiederaufleben des Handels fordere. Uni) trotzdem habe die geplante Beseitigung der Zolltarife zwischen Oesterreich und Deutschland noch nicht von der britischen amtlichen Meinung irgendeine überzeugende Anerkennung ihrer Zusammenhänge mit der von Henderson selbst dargelegten Politik erhalten. Der Korrespondent schließt: Bei dem gegenwärtigen Rnlaß erkennen die meisten realistisch urteilenden Leute, daß die deulschen Schwierigketten kaum übertrieben werden können. und daß Dr. Brüning, ein Staatsmann von Mut und Weitblick, eher als irgendein anderer neben den deutschen den allgemeinen Interessen Europas dienen werde. Oie englischen Verirrter in Chequers. London, 1. Juni. (TU.) „Sunday Dispatch" meldet, daß außer dem Außenminister H e n d e r - so n und dem Ersten Lord der Admiralität Alexander auch der Kriegsmini st er Tom Shaw und der Handelsmini st er Graham bei den Besprechungen Macdonalds mit Reichskanzler Brüning und Außenminister C u r t i u s in Chequers anwesend sein werden. Eine Art Oawesausschuß für Europa? London, I.Juni. (TU.) Die „Sunday Times" weiß von der Einsetzung einer Art Dawesausschusses zu melden, der sich aus Wirtschaft- I e rn zusammensetzen werde. Die Aufgabe des Ausschusses werde darin bestehen, die allgemeine Wirtschaftslage in Europa zu untersuchen und p r a k - tische Schritte zur Wiederbelebung der Wirtschaft zu ziehen. Dementsprechend werde man den Aufgabenkrei» des Ausschusses soweit wie möglich ziehen. Oer Sozialdemokratische Parteitag. L « i p z i g , 31. Mai. (WTB.) Die Eröffnungs- feievlichkeiten des Sozialdemokratischen Parteitages begannen mit einer Massenkundgebung auf dem Meß-Platz. An- und Abmarsch nahmen viele Stunden in Anspruch. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 100 000 geschäht. Reichstagsabgeordneter Lipinski eröffnete die Kundgebung. B o u g e t (Paris) erklärte unter lebhaftem Beifall, daß, wenn die Abrustungs» konferenz die Befriedung der Welt nicht bringen sollte, diese Frage den Hauptgegenstand bei den nächsten Wahlen in Frankreich bilden werde. Der Präsident der Sozialistischen Arbeiterinternationale, Vandervelde (Brüssel), bekundete das Verständnis der Internationale für die gegenwärtige Politik der Sozialdemokratie. Weiterhin trat er für eine gerechte Lösung der Reparativnsfrage ein. Rach ihm sprachen Austerlitz (Oesterreich) und Vertreter der tschechoslowakischen Sozialdemokratie. In der Eröffnungssitzung sprach der Parteivorsihende Wels, der nach einer Gedächtniskundgebung für Hermann Müller das Hauptthema des Parteitages, den Kampf gegen den Faschismus, behandelte. Wenn der Nationalsozialismus versuchen sollte, die von ihm verkündete reaktionäre Gewaltherrschaft über das deutsche Volk zu errichten, dann werde die deutsche Arbeiterklasse den Kampf zu führen wissen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln. „Es war nicht etwa Furcht vor den Prahlereien der Nationalsozialisten", so fuhr Wels fort, „die unsere taktische Haltung nach dem 14. September veranlaßten, sondern es entsprach durchaus den Grundsätzen der Sozialdemokratischen Partei, daß jeder Versuch unternommen werden muh, um die schweren wirtschaftlichen und politischen Probleme auf friedliche Weise zu lösen. Die Politik der Regierung Brüning ist nicht unsere Politik. Wir haben niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß wir jede Verantwortung für ihre Handlungen ablehnen müssen. Es ist das Verdienst der Sozialdemokratie, wenn es gelungen ist, die Angriffe des Unternehmertums auf die Sozialgesetzgebung im allgemeinen bisher abzuschlagen. Zur Reparativnsfrage erklärte der Redner, es müsse alles getan wer- den, um eine weitere Herabsetzung und schließliche Beseitigung der Reparationslasten herbeizuführen. ,, Der Parteitag wählte dann zu Vorslhenden des Parteitages den Parteivorsihenden Wels und den Abgeordneten Lipinski, ferner unter stürmischem Beifall, zum Ehrenvorsitzenden den Junior der Partei, Bock, Gotha. Um die Nachfolge Hermann Müllers. Leipzig, 1. Juni. (TU.) Im Reichsparteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei ist anläßlich des Parteitages auch die Frage der Besetzung des P a r t e i v o r s i tz e s, der nach dem Ableben Hermann Müllers freigeworden ist, erörtert worden. Der Parteiausschuh hat es abgelehnt, von sich aus einen Vorschlag zu machen. Als Anwärter wird jedoch vielfach der Abgeordnete Hans Vogel (Franken) der zur Zeit Beisitzer im Parteivorstand ist, genannt. Rücktritt des österreichischen Justizm'nisters. Wien, 30. Mai. (WTB.) Der österreichische Justizminister Dr. S ch ü r f f ist von s e i n e m Ä m t z u r ü ck g e t r e t e n. Die Verhandlungen, die gestern und heute zwischen Bundeskanzler Dr. E n d e r und der Großdeutschen Dolkspartei geführt wurden, haben dazu geführt, daß dieser Rücktritt ohne unmittelbare Wirkungen auf die Gesamtsituation des Kabinetts bleiben wird. Die wirtschaftliche Lage und die Uebernahme der Staats- Dr. Schürff der Justizminister des österreichischen Kabinetts. garantie für die der Kreditanstalt gewährten Kredite lassen es wünschenswert erscheinen, daß eine Aen- derung in der Regierung im gegenwärtigen Augenblick nicht eintritt. Vizekanzler Dr. Schober, der ebenfalls zuerst daran gedacht hat, aus dem Kabinett auszuscheiden, wurde von der Großdeutschen Partei ersucht, diese Absicht nicht mehr auszuführen. Die Großdeutschen werden für alle Teile des Er- sparungsproaramms ihre Stimme geben, mit Ausnahme des Gesetzes über die Kürzung der Beamtengehälter. topfen aus den Fenstern und mit Stroßenkot beworfen. Bei einem Ueberfall der Kommunisten, die sich meist in Stärke von 200 bis 300 Mann gesammelt hatten, wurden mehrere Stahlhelmleute leicht und einer durch Stichverletzungen im Rücken und im Gesicht schwer verletzt. In der Tauentzienstraße wurde der Bauarbeiter Wierzewsky aus Hindenburg überfallen. Er flüchtete, wurde aber niedergeschlagen und mußte mit einer Kopfverletzung in das Krankenhaus eingeliefert werden. Die Angreifer waren K o m m u n i st e n , die eine Uniform trugen, die der Stahlhelmuniform ähnlich war. Sie waren mit einer braunen Hose, Windjacke und einem schwarzweißroten Binder bekleidet. Insgesamt wurden bisher 33 Personen 4n das Polizeigefängnis eingeliefert, unter ihnen einer wegen Mordverdachts und neun wegen Landfriedensbruches. Eine vorbereitete Aktion. Breslau, I.Juni. (SH.) Bei dem Mord * an dem Stahlhelmmann Gustav Müller in der Nacht zum Sonntag handelt es sich nach den Feststellungen der Polizei um eine vorbereitete Akt ibn. In dem Hauptversammlungs- k)kal res Antifaschistischen Kampfbundes stand am Samstag der Stahlhelmtag zur Debatte. Der Stachlhebn sollte eine sog. Abreibung erhalten. Nach Mitterckckcht erhielt der Bund die Nachricht von dem Kommen einer etwa 120 Mann starken Stahlhelmgruppe. Die Mitglieder des Antifaschistischen Kampfbundes stürzten aus dem Lokal und fielen den Stahlhelmleuten in denNücken. Gleichzeitig wurden Schüsse abgefeuert. Als der Stahlhelmmann Müller stürzte, fielen mehrere - Kampfbundmitglieder über ihn her und mißhandelten ihn auf gröbste Weise.' Darauf flohen sie und entkamen im Dunkeln. Als sich Der Stahlhelm-Aufmarsch in Breslau wieder mit vorbildlicher Treue zu unserer Idee persönliche Opfer und Entbehrungen auf euch genommen, um für die Kraft und das Recht des Stahl- Helms zu zeugen. Ihr steht hier im Zentrum eines schwer umkämpften Grenzlandes. wir fordern an dieser Stelle, daß kein Mittel der Innen- und Außenpolitik unbenutzt bleibt, das geeignet ist, der bedrängten Ostmark wirksame Hilfe und Kräftigung zu bringen. Unser Kampf um Preußen, den wir mit dem Volksbegehren begonnen haben uyd den wir mit dem Volksentscheid durchführen werden, ist eine wirksamere Osthilfe als all die Pflästerchen, mit denen man bisher die Nöte der Ostmark zu verkleistern versucht hat. Aus alter Welt. Piccard und Kipfer in Augsburg. Au gsb urg, 31.Mai. (WTB.) Prof. Piccard und Dr. Kipfer trafen heute um 19.40Uhr im Kraftwagen aus Dbergurgl hier ein. Trotz des strömenden Regens hatten sich in den Zufahrtsstraßen und vor dem Hotel Tausende von Menschen angesammelt, die in begeisterte Hochrufe ausbrachen. Als sich die Forscher am Balkonfenster des Hotels zeigten, gab die Menge erneut ihrer Freude Aus-- druck. Im Vestibül des Hotels „Bayerischer Hof" begrüßte Oberbürgermeister Dr. Bohl die beiden Höhenforscher herzlich. Dem Sonderberichterstatter der „Neuen Augsburger Zeitung" antwortete Piccard auf die Frage, ob er noch einen Flug in die Stra- t o s p h ä r e unternehmen wolle, mit einem bestimmten Nein. Er habe Frau und mehrere Kinder: er habe jetzt erkannt, daß der Flug doch weit gefährlicher gewesen sei, als er angenommen hatte. Piccard äußerte die Ansicht, daß der Luft- verkehr in der Stratosphäre sehr vorteilhaft sein werde, daß er aber mit den heutigen Mitteln sich nicht über einer Höhe von 16 Kilometer hinaus bewegen könne. Do X auf den Kap verdischen Inseln gelandet. Praia, 30. Mai. Das Flugboot Do X ist um 15.25 Uhr hier gelandet. Oie Wetterlage. Skagerrak-Gedenkfeier. Breslau, 31. Mai. Als zweite große Der- anftaltung des 12. Reichsfron tsvlöatentages des Stahlhelm fand am Samstag im Breslauer Stadion unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Stahlhelm-Skagerrak-Feier statt. Etwa 50 000 Personen hatten in dem weiten Rund des Stadions Platz genommen. Dabei hielt der zweite Dundesführer Oberstleutnant a. O. Oüsterberg. eine Ansprache, in der er u. a. sagte: Am Vorabend der 15. Wiederkehr des Siegestages der deutschen Flotte vor dem Skagerrak gedenken wir in Ehrfurcht der Gefallenen. Cs ist ein Gebot geschichtlicher Wahrheit, in diesem Zusammenhang des in Verbannung lebenden deutschen Kaisers ehrend zu gedenken, der sich den Ausbau der deutschen Flotte als Lebensaufgabe gestellt hatte. In der entscheidungsvoll- sten Stunde versagten sich Teile der Flotte dem Datevlande. Keine irdische Strafe kann dieses ungeheure Verbrechen sühnen. Unsere Flotte ging kampflos vn britische Hände über. Ihre freiwillige Versenkung hat diesen Schandfleck getilgt. Heute streiten wir für eine Verstärkung der deutschen Land- und Luftstreitkräfte, aber auch der deutschen Flotte. Der Stahlhelm tritt für die Wiedergewinnung der deutschen Wehrhoheit ein. wenn ein Staat den moralischen Anspruch hat, von Sicherheit zu reden, so ist es Deutschland. Den vertraglichen Bindungen zum Trotz haben die angeblichen Siegerstaaten nicht ab-, sondern ausgerüstet. Im Westen ist ein Viertel unseres Vaterlandes noch heute unter einer Bewachung durch fremde Mächte. Im Osten lauern die Polen auf die Möglichkeit, weitere deutsche Gebiete an sich zu reißen. Die Verstärkung der deutschen Wehrmacht gibt uns Schutz der uns gebliebenen Grenzen, vermindert die Arbeitslosigkeit, führt Industrie und Landwirtschaft zu fruchtbringenden Aufträgen, zur Wiederbelebung sterbender deutscher Städte durch Garnisonen und fördert schließlich die Volksgesundheit und Volkserziehung. Allen Völkern der Welt wird das Selbstbestlmmungsrecht zugebilligt, nur dem deutschen nicht. Deutschland und Oesterreich werden als Nationen zweiter Klasse behandelt. Niemals hat die Dell eine so verlogene Siegerdiplomatie wie heute im Zeichen des Völkerbundes gesehen. Aber wir kennen auch die Schwächen unserer Be- drücker. Heute kämpft England selbst um seine Zukunft. Die Vorherrschaft Frankreichs ist zu Ende, wenn Afrika zu erwachen beginnt. Die dreieinhalb Millionen Sudetendeutschen in der T s ch e- choslowakei bleiben trotz aller Unterdrückung ihrem Deutschtum treu. Die Polen sollten aus ihrer Geschichte erkennen, daß sowohl der russische Riese, als auch Deutschland zum Erstarken kommen. Der polnische Staat ist kein Nationalstaat. Deutschlands Stunde wird kommen, wenn wir zu Deutsch- land zurückfinden und ihm treu bleiben. Nur aus dem innersten Deutschtum heraus hat sich allen Unterdrückten zum Trotz der Kern einer neuen deutschen Nation gebildet. Deutscher Nationalismus will nur gleichberechtigtes Deutschtum unter den Völkern. Der im Stahlhelm herrschende Geist ist der Geist des deutschen Zukunftsstaates. Kampf ist die Losung unserer Zeit, bis der nationale G e - danke die Vorherrschaft auf allen Gebieten unteres Volks- und Staatslebens zurückgewonnen hat, bis Deutschland wieder frei i st. Appel! der 140 000 Stahlhelmer Am Sonntagnachmittag fand auf der Brückenau der Appell des 12. Reichsfrontsoldatentages statt, zu dem etwa 140000 Stahlhelmer aufmarschiert waren. Nachdem die Kapelle den Choral „Wir treten zum Beten" gespielt hatte, ergriff Divisionspfarrer a. D. Dr. Hoinka das Wort zu einer Ansprache, die besonders dem Gedächtnis der Gefallenen gewidmet war. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich" hielt Superintendent N o t h eine Rede, die gleichfalls dem Gedenken an die Gefallenen galt. Unter den Klängen „Ich hatt' einen Kameraden" verharrte die Menge sodann einige Minuten in Schweigen, woraus der erste Bundesführer Seldie das Wort zu einer Rede ergriff. In dieser heißt es u. a.: Mit gleicher Zahl und Geschlossenheit wie vor acht Monaten in Koblenz seid ihr heute in der Hauptstadt des bedrohten schlesischen Landes auf- marschiert. Trotz aller wirtschaftlichen Nöte habt ihr Unser Kampf ist ein guter Kampf. Er gilt der Freiheit und der Ehre und dem Wohlergehen unseres deutschen Vaterlandes. Wir werden nie die Grenzziehung von Versailles anerkennen. Wir haben nie verkannt: das deutsche Recht, die deutsche Notwendigkeit, das deutsche Ziel! Nach dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes erfolgte die Weihe von 25 neuen Fahnen durch den zweite Bundesführer Oüsterberg In feiner Weiherede erklärte der Redner, daß der Stahlhelm, sein Freiheitsziel vor Augen, unabhängig und unbeirrt seinen ihm vom Schicksal vorgeschriebenen Weg gehe. Seit 12 Jahren bemühe sich der Stahlhelm, den Geist der Frontsoldaten in seinen Reihen lebendig zu erhalten und auf die Äugend zu übertragen. Die Flagge unserer stolzen und siegreichen Kriegsschiffe habe der Stahlhelm wieder zu Ehren gebracht. Der Redner schloß seine Ansprache mit dem Wunsch, daß diese neuen Fahnen allen denen voranwehen müßten, die stets bereit seien, mit her; und Hand sich für das Vaterland einzusehen. Düsterberg übergab sodann die geweihten Fahnen den schlesischen Stahlhelmgruppen mit dem Weihespruch: Vorwärts für Ehr und Wehr. Nach der Fahnenweihe schritten die Bundesführer die Front der aufmarschierten Stahlhelmzüge ab, worauf bann der Vorbeimarsch der 140 000 Stahlhelmer erfolgte. Treugelöbnis an Hindenburg. Breslau, 31. Mai. (TH.) Die BundeSfüh- rer des Stahlhelm haben anläßlich des 12. Reichs-Frontsoldatentages in Breslau folgendes Telegramm an das Ehrenmitglied des Stahlhelms. den GeneralfeldmarschaU von Hindenburg, gerichtet: „Die zum 12. Reichs-Frontsoldatentag in Breslau versammelten Frontsoldaten übersenden ihrem hochverehrten Ehrenmitglied, Generalfeldmarschall und Reichspräsident von Hindenburg in Treue die ausrichttgsten Grüße aus der Ostmark." Generalfeldmarschall von Hindenburg dankte mit folgendem Antworttelegramm: „Herzlichen Dank für freundliches Meingedenken und allen Frontsoldaten meine kameradschaftlichen Grüße." Sperre des Rundfunks für den Stahlhelm. Breslau, 30. Mai. (CNB. Gig. Meldung.) Der vorgesehene H ö r b e r i ch t der Schlesischen Funk- stunde über den Stahlhelmtag, der bereits in bas Programm ber Funkstunbe ausgenommen worben war unb auf bie übrigen beutschen Senber übertragen werben sollte, ist auf Weisung ber Berliner Zentralstelle nicht genehmigt worben. Ueberfälle durch Kommunisten Breslau, 31. Mai. (TU.) In ber Nacht zum Sonntag wurden im Anschluß an die Skagerrakfeier des Stahlhelms an zahlreichen Stellen ber Stabt kleinere Stahlhelmgruppen unb einzelne Stahlhelmer sowie anbere Personen von Kommuni st en überfallen. Bei einem Ueberfall auf eine Gruppe von Stahlhelmleuten in ber Mehlgasse würbe ber Stahlhelm- mann Gustav Müller aus Grünberg durch einen Bauch- unb Wirbelsäulenschuß löblich verletzt. Bisher finb, wie ber Polizeibericht melbet, sechs Personen, bie sich an bem Ueberfall beteiligt haben unb von benen nach ben bisherigen Festste!- lungen einige ber KPD. angeboren, f e ft g e n o m • men. Der Regierungspräsident hat auf bie Ergreifung ber Täter eine Belohnung in Höhe von 1000 Mark ausgesetzt. In zahlreichen anberen Fällen würben Stahlhelmfahrzeuge mit Steinwürfen überschüttet. Oft würben auch bie Polizisten beschimpft. Sie würben überall mit einem Steinhagel empfangen, mit BlumenO wolkenlos O neuer. <> han> DedeckL 9 wolkig. • bedeckt. • Regee, * Sehnet cGrauoelrt ■ Nebel K Ü L^ieb. tni^lPiel l'A-, Das iß, Abe - ur S3 hauptda, 'Mieterin ö5,M(unt r>sK «Ä k,'0en 2fn- K- M"de zu Rittner L Sinien j.ni) c fiiiein pi®omn k J^igen My Ätz W tzfr'!' KL m'LL ion. fr ®orb Jfr in bö - <9 na4 ben ’orberei! nammlungg. s ^amds. ^ah!hclm-.aq Ltine !°L erM ■o^men einer We. Die ^fbundeS <5 tn den i,^N-TIeich. ^dntzichl. *e - frk Mui Wn. M st- ^richten »er. en aus dem e auf Müller er wurde der eeslau fcßge, «'n« Pistole aus der die «v«n worden obgeleuert zu a bisher neun «Mt«en sind andeS, einer «'tehrnden Dr- II. ugsburg. ) Prof. Pie. le um 19.40 Uf/r ein. Trotz bei den Zufahrts. ! von Menschen use Qusbradjen. ster des Rotels ir Freude Aus- bayerischer Hof ohl die beiden „Neuen Augr- card auf die in die 6lra- mit einem be> ö mehrere Rin- rlug doch weit :r angenommen datz der Lust- vvrieiihosi sein igen Mitteln sich rneter hinaus be» Infeln gelandet, boot Do X ist 0 05» ir- M3 XU >ubei..ä rt. Vechse^ :5na * L ^terh°^g @rüb ! mi“°05.. mar0cn! ; i gum- 12,6 Aus der pwvinzialhaupistadt. Vieh en, den 1. 3uni 1931. Frei von Last! Die schöne Sonne lockt. Sie meint es fast ZU gut in diesen Tagen, die bereits hochsommerliche Glut brachte, während man sich nur auf frühlingshafte Wärme eingerichtet hatte. Die Kleidung wurde eine Last. Man warf davon ab, was einigermaßen möglich war, ohne den Mitmenschen unangenehm aufzufallen. Allerdings sind darin Grenzen gezogen, die man ganz gern weiterstecken möchte, wenn nur nicht die Tradition daran hinderte. Man konnte sich vorstellen, daß ein großzügiger, moderner Mensch einen Reisenden auch dann empfängt, wenn er in dieser Glut nicht viel mehr anhat als dos Aller- notwendigste, ja, daß er gerade daraus schließt, es mit dem Vertreter eines großzügigen, modernen Unternehmens zu tun zu haben. Aber man kann sich ebensogut vorstellen, daß em solcher Reisender da und dort übel ankommt. Wenn der Vertreter die äußeren Formen gar zu leicht nimmt, ist es möglich, daß auch die von ihm vertretene Firma man- ches an Gewissenhaftigkeit fehlen läßt. Und man stelle sich vor, daß an heißen Sommerlager, die uniformierte Beamtenschaft die. schwere Uniform im Schrank hängen läßt, wo sich die Motten an ihnen gütlich tun können, in leichter Sommerkleidung zpm Dienst erscheinen, gekennzeichnet durch eine Armbinde, die man irgendwie amtlich abstempeln kann. Die Welt fiele darum nicht ein, die Erde bliebe nicht vor Schreck stillstehen, aber die Neuerung wäre möglicherweise vernünftiger als manche andre, für die man allerhand Aufwand an Geld und Geist verbraucht. Ä . Frei von Last! Das ist vor allem die Devise in den Freibädern, wo sich heute einfindet, wer irgend- wie die Zeit dazu finden kann. Dom kleinsten Knirps bis zum alten Mann sind sie vertreten, sonnen sich, verschaffen sich Kühlung, führen — für einige Stunden wenigstens — ein freies Leben, nur nicht ganz in dem Sinne, wie es die Bande Karl Mohrs vor- gezeichnet hat. _ „ , Frei von Last! Wenn man dieses Wort prägt, man muß unwillkürlich daran denken, wie angenehm es wäre, wenn man heutzutage auch manche andere Last abwerfen könnte, so leicht abzuwerfen ver- möchte wie den Sommeranzug und all die füllen, die einem lästig sind. Da sind die Lasten, die uns das wenig wohlwollende Ausland aufgebürdet hat. Da sind aber auch die vielen andern Lasten, die wir uns selbst auferlegen, weil wir in mancher Verbohrtheit nicht sehen wollen, daß es auch in anderer Richtung und in dieser Richtung sogar viel besser ginge. Es ist leider anzunehmen, daß noch mancher Sommer ins Land gehen wird, bis sich die Menschheit — es kommt in solchen Dingen schließ- ljch auf die ganze Menschheit an — zu mehr Der- nunft durchgerungen Haden wird, als sie heute auf- wendet, um sich das bißchen Leben erträglich zu gestalten. Aber bevor man an die Menschheit draußen denkt, ist es zweckmäßig, erst einmal an den eigenen Stall zu denken. r- Linser neuer Roman. Nachdem wir am letzten Samstag den Roman „Das Schicksal spricht das letzte ODort" zum Ab- schlich gebracht haben, beginnen wir m der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers mit der Veröffentlichung eines neuen Romanwerkes, das uns in seinem Charakter, durch seine Schauplatze und seine Handlung besonders gut der sommerlichen Iahreszeit und der jetzt beginnenden Rerse- unb Feriensaisvn sich anzupassen scheint. Der neue Roman heißt: „Brandung des Lebens" von Käte Lindner und führt den Leser nach dem sonnigen Süden, in das Taumland seiner heimlichen Sehnsucht, an den blauen Gardasee, der al- ein Wunder paradiesischer Srdenschönheit so oft gepriesen wurde und 3ahr für 3ahr das hecherseynte Ziel so mancher Sommerreise bildet. In diesem Roman ist eine der sympathischsten und beliebtesten Qlutorinnen am Werk, die nicht zu den Vielschreiberinnen gehört, deren reizvolle und gefühlswarme Erzählungen ihr aber einen großen und anhänglichen Leserkreis gewonnen haben. _ Käte Lindner schrieb mit dieser jungften Arbeit einen in der Gegenwart spielenden, internationalen Gesellschaf ts- und Liebesroman und schildert in überaus spannender Form die wechselvollen Schicksale ihrer aus allen Zonen zusammenge- strömten Helden und Heldinnen. Keine der Herzensgeschichten ist so mitreißend wie die deS schwermütigen russischen Tänzers Kyrill Petrowitsch, — und keine so rührend wie die der verliebten Julietta aus der Osteria „Zu den tausend Freuden". So dürfen wir hoffen, mit diesem fesselnden und stimmungsvollen Roman allen unseren Leserinnen und Lesern eine besonders willkommene Sommerlektüre zu bieten. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Oden- «äldcr Heimatvereinigung, 20 Uhr im Hotel Köhler. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Der Schrecken der Garnison". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am^ Sonntag, 7. Juni, findet das trfte Gastspiel eines auswärtigen Grohstadtensembles statt. Das Berliner „Kleine Theater" gastiert mit „Liebe — unmodern", einem Lustspiel von Sterk. Als Hauptdarstellerin wird die bekannte Tonfilm- schauspielerin Grete Reinwald im Mittelpunkt der Handlung stehen. Das Gastspiel findet zu ermäßigten Sommerpreisen statt. — DerDeutsche Republikanische Leh- rerbunb, Bezirksgruppe Gießen, veranstaltet am Mittwoch, 3. Juni, 16 Uhr, im Saale des Gymna- siums (Südanlage) einen Vortrag. Rechtsanwalt Jean Z a y (Orleans) spricht über „Die französische Jugendbewegung und der Friede". Näheres in der heutigen Anzeige. ** Preisabbau beim Stadttheater. Man schreibt uns: Der starke Preisabbau bei den Eintrittspreisen des Stadtheaters hat in allen Krei- j (en große Beachtung gefunden. Die Intendanz hofft, durch diesen Preisabbau dem Theater viele neue Freunde zu gewinnen. Gegenüber dem vorigen Sommer find die Preise bis zu 33 v. H. (bei den Eechserkarten) und bei ermäßigten Tageskarten bis xu 25 d. H. eingetreten. Die Karten in den Sechserblocks sind ihrer Gültigkeit nach an keinen Tag gebunden, sind außerdem übertragbar, haben für den ganzen Sommer Gültigkeit, können aber auch an einem einzigen Abend in Anspruch genommen werden. — Die Intendanz macht in diesem Zusammenhang auf die moderne Dentilationsanlage im Theater aufmerksam, die auch an heißesten Sommertagen angenehmen Aufenthalt gewährleistet. ** Das 80. Stiftungsfest derBurschen. schäft „G e r m a n ia" brachte am Samstagabend einen Festkommers, der einen eindrucksvollen und in allen Teilen wohlgelungenen Verlauf nahm, lieber die Veranstaltung werden wir noch berichten. *• Oeffentliche Büchcrhalle. Im Mai wurden 1263 Bände ausgeliehcn. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 796, Zeitschriften 16, Ju- gendschriften 61, Literaturgeschichte 4, Länder, und Völkerkunde 5B, Kulturgeschichte 2, Geschickte und Biographien 102, Naturwissenschaft und Technologie 34, Heer, und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 3, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 6, Fremsprachliches 3 Bände. " Karl-Kehler-Quelle. Man schreibt uns: Es dürfte wohl nur wenigen bekannt sein, daß am südlichen Abhang des Schiffenbergs, an der Straße nach Hausen, sich eine Quelle befindet, die reichlich Wasser liefert. 3n anerkennenswerter Weise hat sich der Straßenwärter Karl Keßler in seiner freien Zeit die Mühe gemacht, diese Quelle provisorisch so zu fassen, daß der Auslauf schon jetzt von Wanderern und Straßen- Passanten öfters als Triniwasser benutzt wird. Herr Kehller, der nicht nur an die Menschen denkt, sondern auch für die Tiere sehr besorgt ist (was auch die Fahrbahn der ihm anvertrauten Straße zur Genüge und zur Zufriedenheit aller Fahrzeughalter beweist), beabsichtigt nun, wenn ihm das nötige Material zur Verfügung gestellt wird, die Quelle so herzurichten, daß auch den Fahrzeughaltern Gelegenheit geboten ist, ihre Zugtiere dort zu tranken. Hoffentlich wird ihm seine vorgesetzte Behörde bei dem Dorhaben behilflich fein, damit schon in diesem Sommer der ideale Gedanke in die Tat umgeseht werden kann. •• Altersvereinigung 1 8 64/1 9 1 4. Man berichtet uns: Aus Anlaß des Besuches des Deutsch-Amerikaners Georg Amend aus Rew 3ersey (Amerika) hatte sich die Altersvereinigung 1864/1914 im .Aquarium" versammelt, um mit ihrem Alterskollegen, bevor er wieder nach Amerika zurückkehrte, einige Stunden zusammen zu sein. Herr Haggenmüller begrüßte es aufs herzlichste, daß der Alterskollege Amend, der schon seit 1914 mit seinen gleichalterigen Kollegen, wenn auch nur schriftlich, in Verbindung gestanden hätte, jetzt in deren Mitte weilen tonne. Herr Amend, der vor 45 3ah- ren von Gießen nach Amerika auSwanderte, hat in Rew 3erseh seine zweite Heimat gefunden. 3nteressant waren seine Ausführungen über das Verhalten der Amerikaner gegenüber den Deutschen während des Krieges und auch noch in der Rachkriegszeit. Eine Wendung in dieser feindlichen Stellungnahme sei erst eingetreten, als erstmals daS Zcppetinlustschisf dort gelandet sei. Die gegenwärtige Lage und die große Arbeitslosigkeit bezeichnete Herr Amend als trostlos, und demzufolge warne er jeden Deutschen, jetzt nach dem .gelebten Land Amerika" zu gehen, wo es weder Unterstützung für die Erwerbslosen, noch Arbeit gäbe. Am Schlüsse seiner Erzählung sagte Herr Amend, trotzdem er schon ein Menschenalter aus Deutschland heraus sei, sei sein ganzes Denken und Fühlen immer noch deutsch und werde es auch bis zu seinem Lebensende bleiben. Rach Beendigung der interessanten Erzählung blieben die Alterskollegen noch einige Stunden gemütlich beisammen, und manche Zugenderinnerung wurde dabei wieder wachgerufen. ** Leichter Motorradunfall. Heute mor. gen fuhr in der Etephanstraße ein Motorradfahrer gegen einen Lastkraftwagen. Der Kraftradfahrer wurde einige Meter geschleift und erlitt dabei eine geringfügige Kopfverletzung sowie eine leichte Der- letzung am Knie. Eine Ueberfütjrung in die Klinik erwies sich nicht als notwendig. Kunst und Wissenschaft. Der Goclhc-Prcis für Ricarda Huch. Frankfurt a. M., 30. Mai. (TU.) Das Kuratorium des Frankfurter Goethe-Preifes hat in feiner heutigen Sitzung beschlossen, den diesjährigen Goethe-Preis zu Ehren des Gedächtnisses der Frau Rat einer Frau, und zwar der Dichterin R i - carba Huch zu verleihen. Die Bekanntgabe erfolgt anläßlich der zur Zeit in Frankfurt ftattfinben- den Frau-Aja-Gedenkfahrt der Weimarer Goethe- Gesellschaft. Die Preisverleihung findet in der üblichen Weise an Goethes Geburtstag im Goethehaus statt. Marinemaler Prof. Stoewer f. Berlin, 1. Juni. (CNB.) Der Marinemaler Prof. Willy Stoewer ist am Sonntag 1 Uhr in seiner Villa in Tegel gestorben. Prof. Stoewer, der vor kurzem 67 Jahre alt wurde, ist einer Drüsenvereiterung, die ihn feit etwa vier Wochen an» Krankenlager fesselte, und einer Herzlähmung nach schwerem Leiden erlegen. Jtunbfunfprogromm. Dienstag, 2. 3uni. 7.30 bis 8.30 ilfcr: Bad EmS: Konzert de» Äuroro können Sh Nur eo können Sie Ihre Zeitungsanzeigen durch £iri| n -- zeitgemäße, gepflegte Werbe- tßll-Betten drucksachen gut unterstützen. 111111111111111 ii 1111111111111 in 111 Die Trauerfeier findet Dienstag, den 2 Juni, nachm. 2% Uhr, auf dem Neuen Friedhof in Gießen statt, und bitten wir die Turner und Turnvereine, um 2 Uhr dort anzutreten. Der Entschlafene wurde nach vorausgegangener öjähriger Tätigkeit bei unserer Schwesterfirma Gg. Phil Gail im Jahre 1895 von unserem Firmengründer zur Mitarbeit in unserem damals noch in seiner Anfangsentwicklung stehenden Unternehmen berufen, erhielt 1903 Prokura und gehörte seit 1919 unserem Vorstand als kaufmännischer Leiter an. In dem Verstorbenen verlieren wir einen langjährigen, hochverdienten Mitarbeiter von seltener Begabung und großer Arbeitskraft, dessen unermüdliches Schaffen und Denken bis in die letzten Tage dem Wohle unserer Firma und des Hauses Gail gewidmet war, mit dem er sich von ganzem Herzen verbunden fühlte. Wir werden ihm für immer ein treues, ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Am 29. Mai verstarb in Stuttgart, wo er Erholung suchte, unser allverehrter Straff Im Text Einprägsam In der Form Wlrkeam In der Farbe VekanuimaEung. Der Voranschlag der Gemeinde Ruttershausen für Rj. 1931 liegt vom 2. Juni bis einschließlich 8. Juni 1931 auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit vorgebracht Zu diesen Terminen können alle in 1930 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vorge- ftellt werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern* zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 28. Mai 1931. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. ©et b. verlieren wir einen Mitarbeiter und Vorgesetzten mit großem Pflichtbewußtsein und lauterem Charakter. Der Verblichene war uns immer ein leuchtendes Vorbild und wird es auch bleiben. Ein stets dankbares und ehrendes Gedenken ist ihm gewiß. Am 29. Mai verschied unser Heber Turnbruder, der langjährige Schriftführer unseres Gaues, Die Angestellten und Arbeiter der Firma Wilhelm Gail’sche Tonwerke A.-G. Gießen. Lungenverschleimung harlnäck. Husten, Luftröhrenkmarrh, Keuchhusten, Bronchialkatarrh, Asthma etc. behebt und lindert selbst in veralteten Fällen der schleimlösende Oellheim's Brust- u. Lungentee Preiö Mk. 1,25. Zu haben in den Apotheken. bestimmt: Pelikanapotbeke Gie- ken, Kreu.tvlak 2. 74261) Dienstag, den 2. Juni 1931, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 3723D Sofas, Kleiderschränke, ein Pflug, ein Krupper, ein Vorderwagen für Binder, Büfetts, Schreibmaschinen, ein Motor, ein Radioapparat, Kla- viere,Bücherfchränke, Nähmaschinen, ein Küchenschrank, Diwane, Schreibtische, Kredenzen, 5 Meter Anzugstoff, Betten, Kommoden, Ausziehtische, Nachtschränke, eine Schnellwaage, Spiegelschränke, zwei Billards, Warenschränke, eine Flurgarderobe, ein Märklin-Modell, eine Dampfmaschine, Registrierkassen, ein Sekretär, eine Krause-Schneidemaschine, eine Ladentheke, Uhren, Teppiche, ein Schrank, eine Rohrgarnitur, ein Rohrsessel, eine Chaiselongue, Stühle, eine Schaufenstereinrichtung, eine Standuhr, ein Eiskonservator, eine Kaffeemaschine, eine Partie Damenhosen und -rocke, eine Hängelampe und eine Schärfmaschine. Wilhelm Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen^. Dammstr. 241 — Teleph. 4039 (Stahl a.Holz) PoieL, Stahl- matr.,KJndOTb,.Chal6eL, an jeden. TeUzahlg. Katal. fr. KUenmöbelfabrik SuhLTh. Zu der beschlossenen Umlage haben auch die Ausmärker beizutragen./ Ruttershausen, den 30. Mai 1931. Hessische Bürgermeisterei. Schwarz. Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Dienstag, 2. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 9. Juni, von 17 bis 17% Uhr. 2. Impftermin: Dienstag, 9. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 16. Juni, von 17 bis 17% Uhr. 3. Impftermin: Dienstag, 16. Juni, von 16 bis 17 Uhr. Nachschau: Dienstag, 23. Juni, von 17 bis 17.30 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Lchiller- Nur eo berät und beliefert Sie zu günstigen Preleen die BrOhCsche Druckerei, OleBen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 2251 Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sowie die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die liebevolle Pflege durch die evangelische Gemeindeschwester während der langen Krankheit sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Heinrich Konrad und Kinder. Die Gemeinde Wißmar hat einen (18. bis 19 Zentner) schlachtreifen harzer • Bullen zu verkaufen. Schriftliche Angebote pro Zentner Lebendgewicht können bis zum Freitag, dem 5. Juni, 18 Uhr, bei dem Unterzeichneten eingereicht werden. 3745D Bittendorf, Gemeindevorsteher. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Margarethe Bellnhöfer geb. Müller. JekanntilMchimg. Oie noch rückständigen Beträge für Gas im Monat April d. 3. können bis zum 15. d. M. noch ohne Kosten bezahlt werden. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt Beitreibung -der Mck- stände bezw. Sperrung der Gaszuführung auf Kosten der Schuldner. Gießen, den 1. 3uni 1931. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Mit tiefer Trauer stehen wir an der Bahre dieses lieben Menschen, dieses treuen Turnbruders und dieses vieljährigen, erprobten und zuverlässigen Mitarbeiters. Mit ihm ist einer der alten Getreuen, die seit frühester Jugend ihre Kräfte unserer deutschen Turnsache gewidmet haben, die darin aufgegangen sind und denen sie wirkliche Herzenssache war, dahingegangen. Aber nicht nur wir, die wir mit ihm zusammen arbeiteten, auch alle anderen im Gau und Kreis, die seine stille Art, sein gewissenhaftes Tun und sein offenes, ehrliches Wesen beobachten und schätzen lernen konnten, stehen mit uns in tiefer Trauer an seiner Bahre. Der Gau Hessen wird noch lange Jahre in Liebe und Dankbarkeit seiner gedenken. Der Vorstand des Gaues Hessen: Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen, für die Kranz- und Blumenspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers sagen wir hierdurch unseren innigsten Dank. Am 29. Mai verschied unser liebes Ehrenmitglied Herr Karl Wenzel Der Heimgegangene gehörte zu den Gründern unseres Vereins, dem er stets die Treue gehalten hat. Er betätigte sich nicht nur als aktiver Turner, sondern bekleidete auch längere Zeit tatkräftig das Amt eines 1. und 2. Turnwarts. Durch sein offenes, gerades Wesen erwarb er sich in hohem Maße die Liebe und Wertschätzung seiner Turnbrüder, die ihm ein treues Gedenken bewahren werden. Der Vorstand und Turnrat des .Tlä.nner-Turnverelns Gießen. NB. Die Mitglieder des M.T.V. werden gebeten, an der Trauerfeier sich recht zahlreich zu beteiligen. 3729V ebewohl wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgründers u. Ehrenwandermeisters, VHC.-Bruder Karl Wenzel in Kenntnis zu setzen. Die Trauerfeier findet Dienstag, 2. Juni, 2y2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand des VHC. Gießen. 3744 D Durch den Tod unseres sehr verehrten Herrn Direktors Karl Wenzel Fünfziger-Vereinigung 1865 — 1915 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Hinscheiden unseres lieben Alterskollegen Karl Wenzel geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Trauerfeier findet statt: Dienstag, den 2. Juni, nachm. 21/» Uhr auf dem Neuen Friedhof. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 3735 D Kinderarzt Dr. Hanau Trauer Nowach Auswahl bereitwillig Telephon 3048 das ärztlich empfohlene Mittel gegen Hühneraugen. Hühneraugen-Lebewohl und Lebewohl-Ballenscheiben. Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., LebewohLFußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Drogerien. Sicher zu haben: Medlz-Drogerie Haus Hindenburg H. Elges, Selterewog 68a; Löwen-0r.g. W. Kdbinger Nachf., Seltors- weg 79a; H. Noll, Ludwlgspiatz-Drog. und Neustadt-Drog.; Germania- Drog. C. Seibel, Frankfurter Str. 39, 0. Wlnterhofl, Drog., Kreuzpl. 9-10. »„Klein-Kühler Verkauf RM. 29.—, erspart Ihnen manchen Verdruß. Ohne Kaufzwang anzusehen bet 3606A Ml Borrmann, Eisenhandlmiö Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, die Kameraden von dem Ableben des seitherigen I. Hauptmanns und derzeitigen Ehrenhauptmanns der Freiwilligen GaiPschen Feuerwehr Direktor Karl Wenzel geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Trauerfeier findet Dienstag, den 2. Juni, nachm. 2/2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt. Antreten um 2% Uhr am Friedhofsportal. Uniform: Tuchrock und Helm. Das Kommando. A. Münch. I.V.: R. Rüdiger. 3730 D _____________________________________________03040 \ Tüchtige, jüngere Buchhalterin perfekt in Stenographie und Schreibmaschine (feine Anfängerin) zum 15. Juni od. 1. Juli gesucht. Schrift!. Angebote mit Zeugnisabschriften. Bild und Gehalisanfprüchen unter 3721D an den (Siebener Anzeiger erbeten. Hühneraugen Warzen-Hornballen beseitigt restlos auch tn den hartnäckigst. Fällen todsicher nut. 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Lm 3uni 1931, nach. e° >w ..Cowen“, ler; iroangsroeife “•Üung oerfleigett 3723D ^nke, ein Pflug, Borderwagen für Schreibmaschinen, adioapparal, Kia. ke, Nähmafchinen, Diwane, Schreid- 5 Meter Anzug, moden, Auszieh' 'e, eine Schnell, ranke, zwei W. ite, eine Flurgar' klin-Modell, eine egiftrierfaffen, ein raufe-Schneidema. theke, Uhren, Tep- ', eine Rohrgarni- i, eine Thaifelon- Schau/enfterein. inöuhr, ein Eis- Kaffeemaschine, ahvfen unb -rocke, und eine Schärf. $un8. ag, 9 v*. taii: ... i’A?"51’«. &9u.3£' n 1 Hx u?r"nsl«l. s$S n-A J mullen mü £ 1raM firnQU,3' ^"gelassen. ^^Sdb. chmz. *3Nefir '"binnen 7* Sofa SttichiSvollzieher 241 - Teleph.M nachuns. Gemeinde Kuller»- .gt vom 2. Juni bi» 131 auf der Bürger- ffen. Einwendungen -r Seil vorgebrachl ’ * 3133D Umlage haben auch ragen.- 30. Wi 1931. rarzt .anau 03MJ JJS0 fleiud)*« leinen. Äst- /ohl jo. 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Wenn die in beengten Verhältnissen lebende Beamtenfamilie früher zu den wohlhabenden Verwandten aufs Land geladen war, dann warf sie vor der Abreise noch einmal einen prüfenden Blick auf die Räume ihrer städtischen Mietwohnung, um zu erkunden, wo sich wohl im Falle des Gegenbesuches ein einigermaßen brauchbares „Fremdenzimmer" Herrichten ließe. Richt viel anders ist die Lage des über keinen eigenen Landsitz verfügenden Reichskanzlers, dessen Repräsentationsfonds sicher nicht gestattet, den verschwiegenen Hotelableger für Maharadschas am schönen Iungfernsec zur Unter, bringung prominenter Gäste zu mieten, und der sich daher im Bedarfsfälle wohl von dem preußischen Kollegen Otto Braun dessen Jagdhaus in der Schorfheide wird ausborgcn müssen. Dr. Brüning hat ja noch vor der Ausreise intensiv daran gearbeitet, durch eine neue Kürzung der Be- amtcngchälter auch seine und seiner Ministerkollegen Bezüge weiter zu beschneiden, zugleich auch allen anderen Deutschen, die noch über ein Einkommen verfügen, weitere Lasten aufzuerlegen. In welchem Maße aber die Leistungsfähiakeit der Steuerzahler schon heute erschöpft ist, davoi^ hätten die Herren Minister sich leicht über« zeugen können, wenn sie während der P f i n g st t a g e einmal einen Ausslug in die be- liebtesten Gaststätten der näheren Umgebung irgend- einer deutschen Stadt riskiert hätten. Roch niemals haben bei schönem Wetter die Wirte einen so dürftigen Umsatz zu verzeichnen gehabt. Nie zuvor wäre es in dem Umfange wie diesmal denkbar gewesen, daß auch in „besseren" Ausflugslokalen fast allgemein von den einkehrenden Gästen in den Feier- tagen auf ein richtiges Mittagessen verzichtet wurde und sich fünf, bis sechsköpfige Familien oder Gesellschaften auf das Verzehren mitgebrachter Brote bei einem Gesamtkonsum von zwei bis vier Bier oder Selter für die ganze Tafelrunde beschränkt hätten. Nein — mit neuen Steuerlasten ist aus dieser zerquetschten Zitrone nichts mehr herauszuholen! In Ehequers muß über den Abbau derTribut- l a st e n gesprochen werden. Und es m u ß auch darüber gesprochen werden, daß in Deutschland die d e n Freihcitswillen stark betonenden Parteien immer stärker anschwcllen. Gerade diese Sprache wird man in England bestimmt verstehen! Einen Winter hat die Regierung Brüning mit Sparsamkeit, Steuerdruck und innerer Ordnung trotz fünf Millionen Arbeitsloser überwunden. Der zweite Win. ter aber kann nur durch äußere Druck winde r u n g überwunden werden. Für die Vorarbeiten ist keine Zeit zu verlieren. In Ehequers muß der Grund gelegt werden. Wir möchten wünschen, daß Dr. Brüning sich mit seinen englischen Gastgebern so eindrucksvoll unterhalten könnte, wie unlängst der Leiter der Deutschen L^olonialhoch schule mit 20 englischen Professoren, die bei ihm zu Gast waren. Er konnte sie darauf verweisen, daß er selbst ein echter Angelsachse sei und aus der Reihe seiner Vorfahren vor bald anderthalb Jahrtausenden einige mit hinübcrgczogen seien zur angelsächsischen Kolonisierung Britanniens. Als er dann bei der Kaffeetafel die Gäste mit Stolz darauf hinwies, daß alles Eßbare auf der Tafel aus der eigenen Wirt- schäft der Kolonialschule stamme (Getreide, Mühle, Bäckerei, Kuhstall. Molkerei usw.), konnte er auf die etwas unvorsichtige Zwischenfrage: „Und der Kaffee?" prompt erwidern: „Stammt aus einer Plantage am Fuß des Mcrubcrgcs, die von einem früheren Zögling unseres Kollegs angelegt ist. Allerdings befindet sich das Land augenblicklich unter britischer Mandatsverwaltung". Auch die Mitteilung, daß der deutsche Dichter Hans Grimm für feinen die deutsche Not so eindrucksvoll schildernden Roman Brandung desLebenö Vornan von Käte Lindner. (Copyright 1931 by Verlag Alfred Bechthold in Braunschweig.) Nachdruck verboten! Bon Desencano kam der Dampfer. Schnitt tiefe, silberne Furchen in die blaue Flut des Gardasees, darin sich Frau Sonne spiegelte. Frühling lag über gesegnetem Land, sproßte und blühte aus jeder Mauerspalte, hatte seinen leuchtenden Dlütenmantel ausgebreitet über die Gestade des blauen Gvtteswanders. Heber die Steinbrüstungen hingen Magnolien und Mandelbäume die blütenschweren Zweige, flüsternd kam der Wind von den Bergen herunter und trug Deilchrn- und Narzissenduft auf seinen Schwingen. Jetzt tauchte Gardone auf mit spiegelnden Fensterreihen und blühenden Gärten. Laut sch.il.te das Signal des Dampfers auf, Ketten rasselten. „Wir sind am Ziel, Renate." Der Herr im eleganten grauen Reiseanzug klopste der Dame auf die Schulter, die versunken in das Landschaftsbild auf der anderen Seite des Dampfers an der Reling lehnte. Jetzt wandte sie sich herum. Es war ein feines, vornehmes Gesicht unter blonden Haarwellen, das zu ihm aufschaute. Große, graue Äugen leuchteten ihm entgegen unter hochgewölbten Brauen. Nicht mehr in der ersten Jugend stand die Frau. Und doch gaben ihr das zarte Oval des Gesichts, die gertenschlanke Gestalt etwas ungemein Anziehen- des. Wie ein junges Mädchen sah sie aus, mit dem leisen Rot der Erregung auf den Wangen und den leuchtenden Rügen. „Wie schön ist es hier, Hansheinrich. Wie freue ich mich auf i»e Tage, die vor uns liegen. So viel Sonne und Bläue und Dlütenprachr ringsum. Es ist herrlich" Sie hatte, während sie sprach, beide Hände auf seine Schultern gelegt und lachte. Ganz jung sah sie jetzt aus und froh. „Du bist ja heute wie ausgewechlelt, Renate, schwärmst wie ein Backfisch. So kenne ich dich doch gar nicht mehr." Hansheinrich Liskow trat einen Schritt zur Seite, so daß ihre Hände von seinen Schultern sanken. „Komm", sagte er, und leise Ungeduld lag in seiner Stimme, „wir sind angekommen." Er bückte sich und nahm einen Koffer auf. Darm schob er sich durch die Me^ge. dem Laufsteg zu. „Komm", sagte ec noch einmal, „wir wollen nicht die Letzten sein." Sie raffte Handtasche und Schirme zusammen und folgte ihm. „Volk ohne Raum" Ehrendoktor der einst von eng- tischen Königen gegründeten Nachbaruniversität Göttingen geworden, verfehlte nicht ihren Eindruck auf die britischen Gäste. Der gebildete, einsichtige Engländer will von dem Deutschen eine offene, freimütige Aussprache. Nationales Selbstbewußtsein ist für ihn eine absolute Selbstverständlichkeit, die er auch bei anderen eher versteht als etwa eine demütige Bettlergeste. Ein Vorteil ist es, daß Brüning und Eurtius ohne große Begleitmannschaft reifen. Beabsichtigt ist ja eine Aussprache zwischen Persönlichkeiten, nicht zwischen Bureaukraten und zweibeinigen Paragraphenfabriken. Bei dieser Gelegen- heit muß auch einmal ein offenes Wort gesprochen werden über die „Kronjuristen" der Wilhelmstraße, die sonst immer mit von der Partie sind, und Die bei all ihrer fachmännischen Tüchtigkeit dem Vorgänger von Dr. Eurtius oft sehr schlechte Dienste geleistet haben. Wir halten uns dabei an das Urteil einer Persönlichkeit, die viele Jahrzehnte im Dienste der Wilhelmstraße aus allen möglichen Posten gestanden hat. Wenn die Gegenseite Deutschland irgendwelche neuen Fesseln auferlegen wollte, und Stresemann seinem juristischen Mitarbeiter die Nachprüfung der gemachten Vorschläge anvertraute, so hielt dieser sich (nach dem Urteil unseres Ge- währsmannes) an die Weisung gebunden, ohne jede politische Nachprüfung, ohne jede Ausschau nach mag. lichen Auswegen, einfach die feindliche Anweisung in absolut hieb- und stichfeste Paragraphen zu bringen! In Ehequers sollen keine Paragraphen formuliert — dort soll freimütig von Mann zu Mann gesprochen werden. Und gegenüber der öffentlichen Meinung in England haben unsere Minister die gewichtige Unterstützung, daß auch der König sich erstmals seit 1914 — erstmals seit Umnennung seines Hauses Sachsen-Koburg in „Haus Winvsor"! — entschlossen hat, eine solche Vertretung des amtlichen Deutschlands zu empfangen. Die englischen Staatsmänner erwarten offene Darlegungen und bestimmte Vorschläge für die Neuordnung der Tribute — wo nicht für das Gesamtproblem der „Revision". Deutschland erwartet nicht minder daß endlich einmal der Anfang gemaqt wird mit der Lockerung des äußeren Druckes. Finden Brüning und Maedonald jetzt nicht die Möglichkeiten zum schnellen Lockern der Ventile, dem dann noch vor dem nächsten Winter ihre Oessnung durch internationale Vereinbarung oder durch entscheidende deutsche Schritte folgen muß, dann ist das Platzen des Kessels unvermeidbar. Fünfzig Jahre DHC. Oie 50. ordentliche Hauptversammlung. — Eindrucksvolle Jubiläumsfeier in der Gründungsstadt Schotten. Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers". Im Herzen des Vogelsbergs, in der Kreisstadt Schotten, in der vor fünfzig Jahren der Vogelsberger Höhen-Club von einer kleinen Schar von Männern gegründet wurde, fand am Samstag und gestern die 5 0. Jubiläumstagung, verbunden mit der Halbjahrhund ert- feier statt. Die Feststadt hatte sich zu Ehren des Jubilars reich mit Flaggen geschmückt, und die Einwohnerschaft bereitete den Gästen nach altbekannter Schottener Gastfreundschaft einen herzlichen Empfang. Die Feier war erfüllt von dem starken Schwung heimatverbundener VHC- Geistesart und von dem Willen, auf den bisherigen Vahnen und in dem altbewährten Geiste weiter zu arbeiten nach dem großen Vorbild der Männer, unter deren Führung der Verein in den bisherigen fünf Jahrzehnten seines Bestehens einen glänzenden Aufschwung genommen hat. Der erste Tag (Samstag) brachte zunächst in Anwesenheit zahlreicher VHC. er die Eröffnung der in der Turnhalle hergerichteten Jubiläumsausstellung. Das rührige Presseausschußmitglied des VHC., Dr. Dambmann, Schotten, eröffnete die Ausstellung mit kurzer Erläuterung ihres Zweckes und führte sodann die Besucher in einem Rundgang zu den verschiedenen Ständen. Anschließend machte Apotheker S c r i b a. Schotten, mit einigen Spezialabteilungen der Schau näher bekannt. 3n der Ausstellung sah man Gemälde des Kunstmalers Barnas, Laubach: Aquarelle und Buntstiftzeichnungen von Ernst Schaumann, Gießen: Stiche und Zeichnungen von Felix Klipp st ein, Laubach: Buntzeichnungen des cand. phil. Erich Stein, Schotten, weiter heimatkundliche Sammlungen der verschiedensten Art und vom ältesten Stück bis in die Neuzeit, zahlreiche Druckschriften, viele Photographien, Sportartikel und interessante Hinweise auf die motor- sportlichen Rennen „Rund um Schotten", die in wenigen Jahren sich in der Sportwelt gut ein- Alles frohe Leuchten auf ihrem schönen Gesicht war auf einmal ausgelöscht. Um Jahre älter sah sie aus als vorhin, wo die Freude ihrem Gesicht einen neuen Reiz gegeben hatte. Jetzt lag ein leiser Leidenszug um ihren Mund, mit tief geneigtem Kopf ging sie hinter ihrem Gatten her. Es kamen viele neue Gäste. Hoteldiener und Gepäckträger drängten sich um die Ankommenden, ihre lauten Anpreisungen übertönten die schrillen Signale des Dampfers. „Savoyhvtel", entschied sich Hansheinrich Lis- toto schnell, reichte seiner Frau den Arm, nachdem er sich des Koffers entledigt hatte, und schritt mit ihr über die Strandpromenade. Das übliche Bild eines großen, internationalen Kurorts bot ihnen nichts neues. Es war schon viel Leben hier in Gardone, wie immer um diese Zeit. Elegante Flaneure inmitten vieler Leidenden, die in der weichen Luft des Südens Heilung suchten, Sportsleute, Touristen, elegante Damen aller Rationalitäten, Einheimische mit ©lut- augen in südländischen Gesichtern, die neugierig die Neuangekommenen musterten „Du wirst müde sein von der Reise, Renate", sagte Liskow eine halbe Stunde später zu seiner Frau, nachdem er sich gewaschen und umgezogen hatte. „Ich gehe, mich jetzt draußen ein wenig umzusehen. Zum Lunch hole ich dich ab. Ruhe dich aus, du siehst angegriffen aus." Ec nickte ihr flüchtig zu, hatte schon die Tür in der Hand, ehe sie eine Erwiderung fand. Pfeifend horte sie ihn dann draußen den Korridor hinunterschreiten. Die Blicke der Frau hingen wie abwesend noch Immer an der Tür, hinter der ihr Gatte soeben verschwunden war. Dann hob ein tiefer Seufzer ihre Brust. Sie trat ans Fenster und lehnte die Stirn an die Scheiben. Lind ihre Augen wurden auch nicht froher von dem lockenden Landschaftsbild, das sich vor ihnen hinbreitete. Jetzt schritt Hansheinrich drunten durch den Garten. Eilig, als fürchte er, eine Sekunde frohen Lebensgenusses zu versäumen, so dünkte es ihr. Sie aber ... ach, sie konnte Wohl nicht mit. .. Wie kam es nur, daß sie so schwerlebig geworden, sie War doch keine alte Frau. Jung war sie noch, jung... ach, aber lebenshungrig wohl nicht mehr. Das war es, das... was sich so trennend zwischen sie und Hansheinrich gestellt hatte. Sie verstanden sich wohl nicht mehr.... War es das Gleichmaß der Tage, der Jahre, hatten sie sich auseinander gelebt... so sehr, daß es nie wieder ein Zusammenfinden geben konnte? ... Tränen drängten sich in die grauen Augen der jungen Frau... Oder trug sie die Schuld, daß et so gleichgültig geworden war? ... Ach ja, vielleicht. Sie, die nie mehr den Versuch machte, um ihr Glück zu kämpfen, die sich immer achtlos zur Seite schieben lieh jetzt, weil gebürgert haben und in diesem Jahre am 19. Juli ihre Wiederholung sinden. In der Gesamtheit bewertet, ist zu sagen, daß die Ausstellung sich durch Vielseitigkeit und interessante Auswahl der Stücke mit Recht die Anerkennung der Besucher erwarb. Oie Hauptversammlung nahm den größten Teil des Nachmittags in Anspruch. Als Vertreter der Behörden wohnten der von den Delegierten und sonstigen DHC.em sehr gut besuchten Tagung Kreisdirektor Dr. I a n n von der Schottener Kreisverwaltung und Dürgernieister M e n g e l als Vertreter der Stadt Schotten bei. Der Vorsitzende des VHC., Dr. med. Bruch- Häuser, Ulrichstein, eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die Desondecheit der Jubi- läumstagung und sprach zugleich allen Mib- arbeitern und Helfern an der DHC.-Sache Dank aus für bai bisherige hingebungsvolle und erfolgreiche Wirken. Sodann teilte et mit herzlichen Worten des Dankes mit, daß der Kreis - ausschuß des Kreises Schotten in hochherziger Weise dem VHC. eine Jubiläumsspende von 2000 Mark bewilligt habe (lebhafter Beifall), um dadurch den Dank und die Anerkennung des Kreises Schotten und des Vogelsbergs für die Tätigkeit des VHC. zum Ausdruck zu bringen. Hierauf widmete der Vorsitzende, während sich die Versammlung von den Plätzen erhob, den verewigten wackeren Mitarbeitern Karl Wenzel, Gießen, und Pros. Bender, Frankfurt, einen dankerfüllten ehrenden Nachruf. Der Verlust dieser beiden Männer sei für den VHC. außerordentlich schmerzlich. Lehrer i. R. Karl Link, Schotten, überreichte nunmehr dem Vorsitzenden Dr. Bruchhäuser namens des Vorstandes eine wertvolle Aktenmappe, die am Jubiläumstage dem Vorsitzenden den Dank und die Anerkennung des Gesamtvorstandes für die unermüdliche Arbeit des Führers sichtbar zum Ausdruck bringen soll. sie fühlte, daß aller Zusammenhang zwischen ihrem innersten Empfinden und dem seinen verloren gegangen war. Warum sich ihm aufdrän- gen? Sie litt... aber was kümmerte es ihn? Er hatte eine robuste Art, über Menschen und Dinge hinwegzugehen, viel gesunder Egoismus war in ihm.... Oder war eine andere Frau in sein Leben getreten?... Eine, die ihm mehr geworden war als sie, ihm mehr geben konnte? Auch diesen Gedanke war ihr schon oft gekommen, aber sie hatte ihn weit von sich geschoben. Kleine Liebesabenteuer ... ja. Eine große Leidenschaft und damit eine Untreue traute sie ihm niemals zu. Renate schloß die Augen wie im Schmerz. Sie kam sich so hilflos vor, und wie Reif war die Erkenntnis, daß sie einsam war, auch heute wieder auf all ihre leuchtende Freude gefallen. * Diskretes Stimmengewirr füllte den hohen Speisesaal. Gedämpft fiel das Licht durch die seidenen Vorhänge, Blumen dufteten aus Vasen und Kriställschalen, man flirtete und kokettierte, man politisierte und glossierte. Der oder jener der Anwesenden gab immer reichlich Stoss dazu. Je nun, man wollte sich eben die Zeit vertreiben so gut es ging. Gedämpftes Lachen unterbrach zuweilen das eintönige Stimmengemurmel. Kellner eilten geschäftig hin und her, Pfropfen knallten, Teller klapperten. Es wurde bereits serviert. Liskow hatte einen Seiten tisch gewählt, von dem aus man den ganzen Speisesaal bequem über sehen konnte. Renate sah ihm gegenüber in einem leichten, lauenbeifarbenen Seidenkleide, das gut zu ihrem aschblonden Haar stand. Cs war der Mode zuwider in Zöpfen am Hinterkopf aufgesteckt, lag in tiefen Wellenscheiteln um das Oval ihres Gesichts. Und wieder, wie so oft, wenn er mit Renate an irgend einem internationalen Kurplatz weilte, mußte Hansheinrich Liskow mit leiser Befriedigung feststellen, welch eine aparte Erscheinung seine Frau doch war. War es Raffinement oder Zufall, daß sie immer die Gewänder wählte, die ihre blasse, blonde Schönheit heraushvben aus dem Schwarm der andern, die der Mode jede Konzession machten? Oder war es gerade ihre Gleich gültig feit ausgefallenen Moderichtungen gegenüber, die ihr doch ganz den Stil der großen Dame gab? Sie war eine Erscheinung, die niemals übersehen wurde. So war sie auch nicht zu überreden gewesen, sich die blonden Zopfe abschneiden zu lassen. „Wozu", hatte sie gefragt. „Wozu alles das nachahmen, was die anderen tun? Oder willst du es gern haben. Hansheinrich? Ist es dein Wunsch? Dann würde ich mich natürlich fügen." Er hatte damals eifrig abgewehrt. Ach nein, wozu, wenn sie es nicht gern tat? Rein, ihm Sodann erstattete Dr. Bruchhäuser den Jahresbericht für 1 9 3 0, in dem die bedauerliche Feststellung gemacht werden mußte, daß der Verein im verflossenen Jahre unter der Einwirkung der außerordentlich ungünstigen Wirtschaftsverhältnisse und der Arbeitslosigkeit leider einen Verlust von mehreren hundert Mitgliedern erlitt. Zur Zeit beläuft sich die Mitgliederzahl auf rund 5000. Jedoch konnte der Vorsitzende von reger Arbeit in den Zweigvereinen berichten, aus der er den Delegierten mancherlei wertvolle Fingerzeige für erfolgreiche Arbeit in ihren Vereinen geben konnte. Mit warmen Dankes- tDortcn verzeichnete der Berichterstatter schließlich noch die mancherlei Spenden für das Vater- Dender-Heim, die der VHC.-Jugend sehr zu-^ statten kommen. Abschließend war festzustellen, daß der VHC. mit einer Gesamtbetrachtung seiner Tätigkeit trotz aller Ungunst der Zeit verhältnismäßig zufrieden sein kann und keinen Grund zum Pessimismus hat. Rektor Dem, Offenbach, der während der langen Krankheit und nach dem Tode von Prof. Dender sich der Leitung der VHC.-Jugend gewidmet hatte, erstattete Bericht über diesen Teil der Dereinsarbeit im verflossenen Jahre. Mit eindrucksvollen Gedenk- und Dankesworten an Vater Bender gab der Redner zugleich eine warme Würdigung des großen Werkes, das Vater Dender im VHC. und in der Zusammenfassung der VHC.-Jugend geleistet hat, das sichtbare Anerkennung fand in der aus Dankbarkeit hervorgegangenen Errichtung des Dater-Den- der-Heims auf der Herchenhainer Hohe. Die Zahl der ilebernad)hingen von Jugendlichen in diesem Heim im verflossenen Jahre belief sich auf 4063; insbesondere war die Frankfurter Jugend häufig dort zu Gast, ebenso stellten die Segelflieger einen dauernden Bestand an Gästen. Der Redner gab im übrigen eine Reihe von Anregungen für den weiteren Ausbau dieser gemeinnützigen Einrichtung. Apotheker S c r i b a - Schotten berichtete für den Wege-Bezcichnungsausschuß, der sich eifrig bemüht.habe, Lücken auszufüllen und mangelhafte Bezeichnungen zu verbessern. Der Redner forderte die Zweigoereine zu weiterer reger Mitarbeit an der Markierung auf. Der Dorsitzende der D H C. - B e r g w a ch t, Oberreallehrer Buß- Schotten, machte interessante Mit- teiluimen über die Tätigkeit dieser Stelle, die sich den Schutz des Waldes gegen Frevler und Unverständige, aber auch die Organisation von Unfallhilfe zur Aufgabe gemacht hat. Mittlerweile war der zweite Vorsitzende des Reichsverbandes deutscher Gebiras- und Wandervereine, Pfarrer Löscher aus Wöllnitz (Sachsen), zu der Taguna erschienen, vom Vorsitzenden herzlich begrüßt, ebenso der Vorsitzende des Rhein-Main- Gaues der Bergwacht, Max Müller-Frankfurt a. M.: beide Herren widmeten der Versammlung herzliche Begrüßungsworte. Die von dem Schatzmeister Glock- Schotten vor- gelegte Rechnung von 1930 wies als Einnahme 11 654,48, als Ausgabe 10 452,42 Mark, mit- hin einen Ueberschuß von 1202,06 Mark auf. Die Rechnungsprüfung hatte die gewohnte vortreffliche Ordnung der Kassengeschäfte ergeben, so daß dem Schatzmeister einstimmig Entlastung erteilt werden konnte. Der Voranschlag für 19 31 schließt in Einnahme und Ausgabe je mit 9250 Mark ab. Bei der Beratung des Voranschlags wurde eine Reihe von Einzelfragen angeschnitten, die zu regem Meinungsaustausch Anlaß gaben. Dabei wurden auch Mitteilungen über die Zusammenarbeit zwischen dem VHC. und dem Derkehrsbund Oberhessen gemacht, die im verflossenen Jahre insbesondere darin bestand, daß der Derkehrsbund Oberhessen sich wiederholt für Wünsche des VHC. bei den Behörden war das wirklich ganz gleichgültig. „Ja, ich weih, Hansheinrich .." hatte sie damals gesagt, und auf einmal, waren ihre Augen voll Tränen gewesen. „Ich weih ... also mag es bleiben, wie es ist ..." Himmel, wie war sie doch so sensitiv! Nach zehnjähriger Ehe noch so empfindlich wie ein Backfisch in den Entwicklungsjahren. Lästig war das, und man konnte doch nicht immer den schmachtenden Seladon mimen. Das durfte sie nicht verlangen. Auf all ihre große Freude zu Anfang der Reise war wohl nun auch schon wieder der Rückschlag gekommen. Liskow streift« ihr Gesicht mit scheuen Augen. Was hatte er nun schon wieder verbrochen? Sie sah da mit dem Gesicht einer Sphinx, stocherte auf ihrem Teller herum, ohne viel zu esien und sprach nur das Notwendigste. Hansheinrich Liskow biß sich auf die Lippen, um eine ärgerliche Bemerkung hinunterzuschlucken. So waren sie eben alle heute, diese modernen Frauen einer überkultivierten Zeit, die keine Kinder hatten. Mit der Mutterschaft zogen sie wohl in den meisten Fällen die unverstandene Frau aus, konzentrierten ihre Gefühle auf das Kind und hatten einen Lebenszweck gefunden. So aber ... Liskow tat einen tiefen Zug aus seinem Glas und machte damit allem Philosophieren ein Ende. Ach was, man muhte sie eben sich selbst und ihren Gefühlen überlassen. Hatte Renate nicht alles, was sich eine Frau nur wünschen fonatc? Ein elegantes Heim, Reisen, Gesellschaft, ein selbständiges Vermögen, das er nie für seine geschäftlichen Unternehmungen beansprucht hatte... Was wollte sie mehr? Er war ein aufmerksamer Gatte... Daß man nach zehnjähriger Che nicht mehr verliebt sein konnte wie in den Flitterwochen ... je nwn, eine vernünftige Frau verlangte das auch wohl nicht. Oder ... suchte täglich durch kleine Koketterien und Zärtlichkeiten das Feuer wach zu halten. Renate dagegen ... auch sie trug viel Schuld daran, daß ihre Ehe in ein so gleichmäßiges Fahrwasser geraten war. Mimofengleich zog sie sich immer mehr in sich selbst zurück, entzog sich ihm, ging ihre eigenen, schwerlebigen Wege. Er aber ... er suchte Anregung, suchte Zärtlichkeiten, spielerisches Getändel. Das war ihm nun einmal unlöslich von dem Begriff Weib überhaupt. Wenn er sich anderweitig suchte, was ihm nötig war ... wer wollte es ihm verdenken? Renate war viel zu großzügig, um je seinen Wegen nachzuspüren. Suchte wohl auch nie nach Abgründen in seiner Seele... Und er liebte sie auch immer noch, hätte sich sein Leben ohne sie niemals denken können. Ein verspätet ankommendes Paar zog jetzt Lis- kows Aufmerksamkeit auf sich. Es nahm die beiden noch leer stehenden Plätze an seinem Tisch ein. Lord und Lady Dalymore glaubte Liskow bei der Vorstellung zu verstehen. (Fortsetzung folgt.) eingesetzt hat und ferner die Arbeit des VHC. zur Werbung für den Besuch des Voaelsbergs kräftig unterstützte. Schließlich wurde der Voranschlag einstimmig angenommen, ebenso einstimmig wurde weiter beschlossen, eine V H C. - W er b e s chr i f t für den Vogelsberg herauszuHeben. Bei der Vorstondswahl wurde der bisherige Gesamworstand mit Dr. med. Bruchhäuser- Ulrichstein als Vorsitzendem unter Bekundung herzlicher Dankbarkeit und lebhafter Anerkennung für die bisherige Arbeit einstimmig wiedergewählt. Ebenso einstimmig wurde an die Stelle des ver- storbenen Äugendobmannes, Professor Bender, Rektor D e r n - Offenbach als Obmann der VHC.- Jugend in den Gesamtoorstand gewählt. Die nächstjährige Hauptversammlung soll auf dem Hoherodskopf stattfinden, der diesjährige Herbstausflug soll nach Darmstadt füh- ren, der nächstjährige Herbstausflug die Herchen- fjdiner Höhe zum Ziele haben. Ginstimmig wurde zum Beschluß erhoben, daß die Durchführung der vom Reichsverband der Deutschen Gebirgs-- und Wandervereine geforderten Wand er statt st ik den Zweigvereinen des VHC. zur Pflicht gemacht wird. Zum Schluß der Versammlung überbrachte Bender. Berlin, noch die Grüße des Zweig- veveiks „Heimattreue" Berlin und verband damit die Einladung, 1 9 3 4 die Hauptversammlung in Berlin abzuhalten. Der hessische Gesandte und der Hessenverein in Berlin hatten bereits weitgehende Llnterstühung zugesagt. Die Versammlung nahm gerne von dem Vorschlag Kenntnis und beauftragte den Vorstand, sich eingehender mit der Frage zu befassen. Der Abend vereinigte die Schottener Bevölkerung und die zahlreichen Gäste auf dem ideal gelegenen Festplah „Am Markt" zu einem Begrüßungs- und deutschen Abend, den Bürgermeister Menge! mit einer humorgewürzten Begrüßung eröffnete. Er entbot den Wikkommen der Stadt Schotten, während Apotheker S c r i b a mit einem geschichtlichen Rückblick und einer Würdigung der DHC.-Arbeit namens des Zweigvereins Schotten die Gaste aufs herzlichste begrüßte. Eine bunte Vortragsfolge, von Bürgermeister Menge! umsichtig vorbereitet und geleitet, sorgte dann für abwechslungsreiche Llnterhal- tung. Der Schottener Männerchor, der Radfahrer-Verein 1896, der Männerchor des VHC. Butzbach, eine Gruppe des Gederner VHC. wetteiferten mit ihren dankbar auf genommenen Darbietungen, und humorbegabte Mitglieder und Freunde des VHC. stellten sich mit Einzelvorträgen in den Dienst der Sache. Starken Anklang fanden vor allem die mundartlichen Grüße, die die Heimatdichter Gg. Heß (Leihgestern) und Rudolf Dietz (Wiesbaden) der Feststadt und dem Jubelverein entboten. Der Sonntagmorgen begann mit einer eindrucksvollen Gedächtnisfeier auf dem Schottener Friedhöfe. Sie galt den verstorbenen VHC.° Führern, die sich im Gesamtvorstand betätigt haben. Karl Lin ck würdigte ihre Verdienste um den Gesamtverein in warmempfundenen Rachrufen und legte in treuem Gedenken Kranze an den Gräbern nieder. Auf dem Festplah sand dann in Gegenwart einer großen Festversammlung die Akademische Feier statt. Der erste Vorsitzende, Dr. med. Bruch- häus er, wies zunächst auf die Bedeutung dieser Halbjahrhundertfeier hin und begrüßte dann eine große Anzahl von Ehrengästen, darunter als Vertreter des Staatspräsidenten und des f.Kultusministers den Referenten im Kultusministerium. Schulrat H a s s i n g e r , Darmstadt, als -Vertreter des Vogelsbergkreises Kreisdirektor Dr. Sann, Schotten, als Vertreter des Reichsverbandes Deutscher Wandervereine. Pfarrer Löscher. Wöllnitz. Weiter entbot er der großen Festgemeinde die herzlichen Grüße des Gesamtvorstandes. Er konnte hierauf berichten, daß zahlreiche Glückwünsche schriftlich und telegraphisch eingegangen seien, darunter auch ein Telegramm von dem Protektor, dem früheren Grohherzog Ernst Ludwig. Hieraus gab der Redner in Gießener Gtadttheater. Benefizvorstellung: „Lumpenparadies". Diese Vorstellung am Samstagabend war von besonderer Art, sie versammelte noch einmal einen großen Teil des Ensembles auf der Bühne und einen verhältnismäßig nicht ganz fo großen Teil des Stammpublikums im Parkett. Für die Schauspieler bedeutete diese Aufführung einen Abschied — für immer oder doch für drei lange Sommermonate. Für die Zuschauer sollte Gelegenheit gegeben sein, durch ein möglichst zahlreiches Erscheinen dem Ensemble den Dank abzustatten für treu geleistete Arbeit und für viele schöne, ernste, heitere, unterhaltende und anregende Abende im Theater durch eine ausgedehnte und hohe Anforderungen stellende Winterspielzeit. Und da der Ertrag dieser Benefizvorstellung dem Personal zugute konzmt, hätte man eigentlich auf ein von oben bis unten und von vorn bis hinten ausverkauftes Haus rechnen können. Das war nun bedauerlicherweise nicht der Fall; wir haben jedenfalls im Parkett und in den Rängen empfindliche Lücken bemerkt, und wir wollen nur hoffen, daß der materielle Ertrag dieses Abends den Erwartungen der Veranstalter einigermaßen entspricht; sie haben es verdient und können es brauchen. * Nachdem somit der Sinn und Charakter dieser Sondervorstellung gekennzeichnet ist, haben wir nicht mehr besonders viel vorzubringen, denn es ist wohl selbstverständlich, daß bei derartigen Gelegenheiten der kritische Federhalter dahinten bleibt. Es handelt sich hier um die Wohltätigkeit und nicht um die Literatur. Alsdann wäre rein referierend sestzustellen, daß das „L u m p e n p a r a d i e s" von Alex. Engel und Julius Horst, Schwank in drei Akten, eine äußerst wilde Sache ist, ein Schwank in der Potenz sozusagen, ein Stück der hanebüchenen Situationen, welche sich daraus ergeben, daß der Gefängnisdirektor feine eigene Familie in Sträflingskleider steckt und in die Zellen sperrt — an Stelle von etlichen entflohenen Gaunern —, um für die drohend bevorstehende Revision seines Instituts gerüstet zu sein. Di- Handlung, vom „Fledermauss- Libretto augenscheinlich beeinflußt, tot denn auch prompt die erwartete Wirkung, und das dankbare Publikum schien sich vortrefflich zu amüsieren. * Spielleitung und Hauptrolle hatte Heinrich Hub; >r machte den Gefängnisdirektor und versammelte großen Zügen einen Lleberblick über die Geschichte des VHC., über die der Sprecher im „Gießener Anzeiger" vom vorigen Freitag einen aufschlußreichen Artikel veröffentlichte. Mit dem Wunsche, daß der altbewährte und vorbildliche VHC.-Geist auch in Zukunft im Verein allezeit wirksam sein möchte zum Besten des deutschen Vaterlandes, der hessischen Heimat und insbesondere des Vogelsberges schloß der Redner seine mit sehr starkem Beifall aufgenommene Ansprache. Es folgte hierauf eine lange Reihe von Begrüßungsansprachen. in denen durchweg neben herzlichen Glückwünschen an den Jubilar höchste Anerkennung für dessen bisheriges Wirken im Dienste wahrer Heimatliebe, echten Volkstums mit engster Erdverbundenheit und der Erweckung und Vertiefung tat- und opferfrohen Schaffenswillens zum Besten der Heimat ausgesprochen wurde. Es sprachen Schulrat H a s s i n - ger, Darmstadt, namens des Staatspräsidenten und Kultusministers Dr. Adelung, Kreisdirektor Dr. 3 a n n, Schotten, für den Kreis Schotten, Bürgermeister Menget namens der Stadt Schotten, Pfarrer Löscher, Wöllnitz, als Vertreter des Reichsverbandes Deutscher Gebirgs- und Wandervereine, Bürgermeister Dr. Dölst n g , Alsfeld, für den Verkehrsbund Oberhessen, Professor Dr. Balser, Friedberg, für den Skigau Vogelsberg; weiter sprachen noch Vertreter des Odenwaldklubs, Gesamt-Taunusklubs, Rhön- klubs. Spessartbundes, Homburger Taunusklubs. Bergwacht Rhein-Maingau und Frankfurt, Ober- hessischen Geschichtsvereins Marburg und des VHC.-Mainz. Von mehreren Rednern wurden dern Jubilarverein schöne Iubiläumsgeschenke übermittelt. Sodann wurden zahlreiche Ehrungen von Mitgliedern bekanntgegeben. Unter stürmischer Zustimmung der Festversammlung wurden zu Ehrenmitgliedern des Gesamtvereins ernannt: der Vorsitzende Dr. med. Bruchhäuser, Ulrichstein, Karl Link, Schotten, Ludwig Dern, Offenbach, Karl Finger, Lauterbach, Ludwig Jochim, Gießen (der einzige noch lebende Gründer des Vereins), Schulrat Hassinger. Damstadt. Dem Ehrenmitglied Engel, Schotten, wurde die Ehrenmitgliedschaft unter Ueberreichung eines Diploms und einer Ehrennadel erneuert. Weiter wurde eine sehr große Zahl von VHC.ern für Verdienste um die VHC.-Sache mit dcr Ehrennadel „Für Verdienste" ausgezeichnet. Aus dieser langen Liste seien folgende bekanntere Ramen genannt: Emil Hitz, Schotten, Karl Glock, Schotten, Th. Scriba, Schotten, Zahnarzt Jäger, Gießen, der frühere Klubwirt Johs. Stein, jetzt in Breungeshain, Kreisdirektor Dr. Jann, Schotten, Landgerichtsrat Dr. Wodaege, Gießen, Beigeordneter Dr. Hamm, Vorsitzender des Verkehrsbundes Oberhessen in Gießen, Professor Dr. Esselborn, Darmstadt, Oberforstmeister Professor Dr. Baader, Darmstadt, Oberbergrat Dr. Schottler, Darmstadt, Geh. Justizrat Dr. R ö m he l d, Ridda, Oberreallehrer Buß, Schotten, Bürgermeister Dr. Dölsing, Alsfeld, Amtsgerichtsrat Gros, Gießen, Lehrer Heu- sv h n, Lohrbach, Geheimrat Doeckmann, Darmstadt, Lehrer Schmoll, Elpenrod, Prof. Dr. Ferdinand Werner, Butzbach, Apotheker Vesemeher, Gedern, Klemmrath, Gießen, Faber, Gießen, Georg, Gießen, Haibach, Gießen, Angelberger, Gießen, Ritter, Gießen, Georg Heß, Leihgestern, Bergen, Heuchelhevn, Fendt, Hungen, Elpe, Laubach. In der vorstehenden Aufzählung haben wir eine kurze Auslese der bekanntesten Ramen registriert, daneben wurden noch viele weitere wackere VHC.er aus den verschiedensten Orten Oberhessens verdientermaßen mit diesem Ehrenzeichen dekoriert. Rach der Mittagspause bewegte sich am Rachmittag in Gegenwart vieler Schaulustiger der Zestzug durch die Straßen der Stadt. Der Reiterverein Schotten bildete die Spitze, dann kam hinter der flotten Marschmusik als markante Gruppe unter der Führung von Georg Heß, Leihgestern, die TrachltengruppederHeimatvereini- gung Schiffenberg (junge Mädchen und Burschen aus Leihgestern), sodann zahlreiche die Lacher auf seiner Seite. Sein Gegenspieler, der Gerichtspräsident, war Jochen Hauer; fein Faktotum, der Gefängniswärter Putz, Ludwig Link- mann. Die nähere und fernere Verwandtschaft: Luise Schubert-Jüngling; Elisabeth Wielander; Karl Ritter; Eduard W e f e n e r; Peter Fafsot t. Karl Bruck erschien als Wortführer der schweren Jungen und leichten Damen: Paul Nieren; Raimund Schelch er; Friedrich Zingel; Agathe Walther-Lederer; Maria Koch. Beatrice Doering endlich als niedliches kleines Probierfräulein. — Bühnenbild: Karl Löffler. * Der Beifall schwoll zur Stärke einer herzlichen Ovation für das Ensemble an; die Bühne glich zuletzt einem Blumenladen. hth. Das quadratische Duell. Anna Pawlowa, die Unvergessene, bezeichnete selbst als ihr Vorbild die russische Tänzerin I st o - m i n a , deren Leistungen in der Geschichte des russischen Balletts ohne Beispiel dastehen. Audotia Istomina debütierte im Jahre 1815 als Galathea in dem Ballett „Acis und Galathea" auf der Bühne der Kaiserlichen Hofoper in Petersburg. Sie war die Tochter einer Leibeigenen. Als Istomina auf der Bühne erschien, besiegte sie den ganzen Saal sowohl durch ihre ungeheure Tanztechnik als auch durch ihre ungewöhnliche Schönheit. Nach jeder Vorstellung spannten Gardeoffiziere die Pferde vor dem Wagen der Tänzerin aus, sich selbst ein und fuhren die gefeierte Primadonna nach Haus. Der größte Lyriker Rußlands, Puschkin, gehörte zu den feurigsten Anbetern der Istomina. Erst vor kurzem hat die Akademie der Wissenschaften in Leningrad den bisher unbekannten Entwurf zu einem Roman dieses Dichters entdeckt, der eine romantische Episode aus dem Leben der Tänzerin zum Inhalt hat. Die sich darauf beziehenden Dokumente sind im Archiv des Auswärtigen Amtes erhalten. Der russische Dichter Gribojedow, ein Attache des Auswärtigen Amtes und 2Iutor einer heute zu dem eisernen Bestand des Spielplans sowjetrussischer Bühnen gehörenden Komödie „Unheil von der Vernunft" gehörte zu der sogenannten „goldenen Jugend" Petersburgs. Die Istomina hatte den Gardeoffizier Fürsten Scheremetew zum Freund. Am 3. November 1817, so lautet der Bericht der Untersuchungskommission, hatte die Tänzerin einen furchtbaren Streit mit dem Fürsten, der sie schlecht behandelte und schlug. Sie suchte nun Gribojedow Wand'ervereinSgruppen- und -Darbietungen der verschiedensten Art. Aus den Gruppen klang den Zuschauern froher Gesang entgegen, ferner war besonders beachtenswert die V H C. - Gruppe von Butzbach mit einem schneidig spielenden Mundharmonika-Orchester, in dessen Mitte man auch einen Butzbacher VHCer bemerkte, der als hessischer rechtsstehender Landtagsabgeordneter im politischen Leben kräftige Töne zu blasen weih, hier aber unter Beweis stellte, daß er auch im Mundharmonikaspiel schneidig und anerkennenswert mitzuspielen versteht. Äebrigens entpuppte sich dieser VHC.er später im Rahmen des ausgezeichneten Butzbacher DCH.-Sänger- chors auch noch als prächtiger Tenor. Allen Gruppen des Zuges, die mancherlei originelle Einfälle darstellten, wurde lebhaftes Interesse entgegengebracht, und das mit Recht. Rach dem Festzug fand auf dem Festplatze froh- gestimmtes DHC.-Iest statt, bei dem vor allem Georg Heß mit seiner Trachtengruppe durch die gewohnten guten Darbietungen gute Unterhaltung brachte und dafür mit seinen jungen Leuten verdientermaßen reichen Beifall erntete. In einem Gartenlokal der Stadl erfreute die Butzbacher VHC.-Sängerschar überdies noch durch feine Gesangsdarbietungen, die mit Recht warme Anerkennung fanden. Zwischen 18 und 19 Uhr setzte, als Wiederholung eines am frühen Morgen niedergegangenen Regens, erneut die Spritze aus den dunklen Wolken wieder ein, sie konnte aber das Fest nicht mehr beeinträchtigen. Als ganzes gesehen ist zu sagen, daß diese VHC.°Jubiläumsfeier unter der glänzenden Führung von Dr. Druchhäuser und der regen Mitarbeit aller Herren des engeren Arbeitskreises, nicht zuletzt aber auch dank der hingehenden Unterstützung durch Schotten und seine Bewohner, zu einem denkwürdigen Ereignis in der VHC.-Geschichte und des Dogelsberges wurde, an das man sich immer mit Freuden erinnern wird. Taten für Montag, 1. Juni. Sonnenaufgang 4.16 Uhr, Sonnenuntergang 20.30 Uhr. — Mondaufgang 22.28 Uhr, Monduntergang 4 Uhr. 1899: der niederdeutsche Dichter Klaus Groth in Kiel gestorben; — 1920: der Provinz Posen wird in Kongreßpolen einverleibt. 9.1-fpori Fußball der Gießener Mannschaften. Die Liga des VfB. weilte am Sonntag in Fulda und errang ein, den Verhältnissen entsprechend, sehr ehrenvolles Ergebnis. 5:2 für Borussia Fulda (Halbzeit 5:0 für Fulda). Die Borussen traten verstärkt burd) den westdeutschen Repräsentativen Leugers von „Borussia" Rheine an, der sich als ein Spieler von erster Qualität erwies und seinen Gegnern schwer zu schassen machte. Die Liga- reserve war spielfrei. Die dritte Mannschaft spielte in Oberbiel gegen die dortige erste und verlor erwartungsgemäß 2:0. Die Alten Herren erkämpften gegen die Alten Herren des Wiefecker Turn- und Sportvereins ein Unentschieden von 4:4. Die erste Jugend spielte auf eigenem Platze gegen die erste Jugend des VfB. Aßlar unentschieden 3:3, nachdem sie in der Halbzeit mit 3:1 geführt hatten. Die zweite Jugend spielte in Dutenhofen gegen die dortige erste Jugend und gewann mit 3:0. Die erste Schüler- rnannschaft trat gegen die Schüler von Steinbach an und gewann nach schönem Kampfe mit 3:0. Das Spiel der zweiten Schüler kam nicht zustande. Die Ligamannschaft der Spielvereinigung 1 9 0 0 war in Butzbach zu Gast und besiegte die erste Mannschaft des dortigen VfR. sicher mit 4:2 Toren. Die Ligareserve trat am Samstagabend auf eigenem Platze gegen die erste Mannschaft von Leihgestern an und mußte sich mit einem Unentschieden von 4:4 zufrieden geben. Die 1. Jugendmannschaft verlor in Alsfeld höchst unnötigerweise das Spiel gegen die dortige erste Mannschaft mit 1:0. Die 2. Jugend mußte sich von der 1. Jugend Lollars überraschend hoch mit 10: 2 Toren geschlagen bekennen. Um die Deutsche Fußballmeisterschaft. München 60 und herlha B5(E. im Finale. Nach mannigfachen Schwierigkeiten sind endlich die Kämpse um die Deutsche Fußballmeisterschaft soweit gediehen, daß in München 1860 und Hertha- BSC. Berlin die Endspiel-Teilnehmer feststehen. Es ist für Süddeutschland, das durch die Terminpolitik des DFB. besonders benachteiligt wurde, eine Freude, daß wenigstens ein süddeutscher Vertreter sich die Teilnahme am Finale erkämpft hat. Münchens Sieg von 2:0 (0:0), der in Duisburg vor 12 000 Zuschauern errungen wurde, konnte von den Kielern nie gefährdet werden. Holstein Kiel verdankt es seinem Torhüter Kramer, daß die Niederlage nicht noch höher ausfiel. In Leipzig kämpften vor 35 000 Zuschauern Hertha-BSC. und der Hamburger SV. um die Vorentscheidung. Mit 3:2 fiel der Sieg an die technisch besseren Berliner, nachdem am Schluß der normalen Spielzeit das Treffen mit 2:2 noch unentschieden war. Bis zur Pause hatte Hertha mit 2:0 geführt. Das Endspiel zwischen München 1860 und Hertha- BSC., dem Titelverteidiger, wird nun am 14. Huni ausgetragen werden. Es ist wahrscheinlich, daß dieser Kampf in Köln vor sich geht. Gübdeutschlaud siegt mit 9:4.' Westdeutschland unterliegt in Düsseldorf. Das Spiel einer süddeutschen Repräsentativmann« schäft zweiter Garnitur gegen eine westdeutsche Rheinstaffelelf brachte den Süddeutschen im Düsseldorfer Rheinstadion einen sehr schönen Erfolg, vor 8000 Zuschauern wurden die Rheinländer von der spielkulturell wesentlich überlegenen Elf des Südens hoch mit 9:4 (3:2) Treffern geschlagen. An den Toren beteiligte sich der gesamte, sehr ausgeglichene Sturm der Süddeutschen. Die süddeutsche Mannschaft war ihrem Gegner durch größere Einheitlichkeit und solideres Einzelkönnen überlegen. Gisbert im Tor arbeitete ruhig, auch die Verteidigung war gut. In der Läuferreihe fiel Tiefel auf, im Angriff war Panzer der Beste. Westdeutschland schlägt Ostholland 3:0 (2:0). Die westdeutsche Repräsentative kam am Sonntag vor 8000 Zuschauern in Arnheim gegen Osthollands Vertretung zu einem glatten 3:0-Sieg. Die Westdeutschen lieferten in allen Reihen ein gutes Spiel. Die durchbruchartigen Vorstöße der Hollander scheiterten an dem soliden Können der westdeutschen Hintermannschaft. Oer „(Stab' mit 6:3 (4:2) geschlagen Der 1. FC. Nürnberg erlitt am Sonntag vor 6000 Zuschauern gegen den Frankfurter F u ß- ballsportoerein eine eindeutige ^-Niederlage. Nürnberg zeigte ein schönes, aber unproduktives Spiel. Keck, Rohr und Armbrüster brachten den FSV. mit 3:0 in Führung, Reimann holte ein Tor auf. Armbruster schoß das vierte Frankfurter Tor, Friedel stellte kurz vor Halbzeit das Ergebnis auf 4:2. Nach dem Wechsel kam Frankfurt durch Herrmann und Brettville noch zu zwei Erfolgen, Nürnberg fchoß noch durch Schmitt einen Gegentreffer. Rheinstaffellauf in Düsseldorf. Der größte Staffellauf Westdeutschlands, die von Neuß nach Düsseldorf über 15,3 km führende „Rhein- stafsel" fand am Sonntag starkes Publikumsinter- effe. Die Hauptanteilnahme konzentrierte sich natürlich auf die erste Klasse, bei der der Düsseldorfer SC. 99 in 38:25 Std. erfolgreich blieb. Die Ergebnisse: Klasse I (30 Läufer): 1. Düsseldorfer SC. 99 38:25 Std., 2. Schwarzweiß Essen 38:56 Std., 3. Deutscher SC. Düsseldorf 38:59, 4. Duisburg 99 39:12 Std. Klasse Ib (30 Läufer): 1. Stadtmannschaft Bochum 39:38 Std., 2. DJK. Stadtmannschaft Dortmund 40:57 Std., 3. Stadtmannschaft Jülich (Turner und Sportler). auf und bat ihn um Beistand. Gribojedow brachte die Tänzerin in die Wohnung einer Kollegin, um sie dort zu verstecken. Fürst Scheremetew erfuhr davon und forderte Gribojedow zum Duell. Da auch noch andere Personen an der „Entführung der Tän^ zerin" teilnahmen, ließ Fürst Scheremetew noch einen gewissen Jakubowitsch durch seinen Freund Sawadowsky fordern. Es sollte ein sog. „quadratisches Duell" stattfinden, d. h. gleichzeitiger Zweikampf zwischen je zwei Gegnern. Am 12. November erschienen vier Duellgegner mit ihren Sekundanten auf dem Wolkowfeld in der Nähe Petersburgs. Die ersten Schüsse wurden gewechselt, wobei Scheremetew eine tödliche Wunde erhielt. Gribojedow wurde am Handgelenk leicht verletzt. Die blutige Geschichte erregte in den damaligen Kreisen der Petersburger Gesellschaft ungeheures Aufsehen. Puschkin entwarf den Plan eines Romans und skizzierte sogar die Tänzerin, wie sie in lustiger Gesellschaft Sektflaschen mit den Fußspitzen vom Tische wirft. Diese romantische Persönlichkeit, deren Ballettkunst im zarischen Rußland zu einer Tradition geworden ist, machte auf die junge Schülerin der Kaiserlichen Ballettschule Anna Pawlowa den stärksten Eindruck. Sie schwor sich, genau so berühmt zu werden, wie die Istomina. Sie hat ihr Wort gehalteu. Zeitschriften. — Es entspricht Deutschlands Kampf für die Idee des gleichen Rechts für Alle, wenn im Aprilheft der „Europäischen Gespräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild, Derlin-Grune- wald) ihr Herausgeber A. Mendelssohn-Bartholdy untersucht, wie sich der Gedanke des Mandctts- systems auf afrikanischem Boden auswirken kann und muß. Er verdeutlicht die Schwierigkeiten der englischen Position in Tanganhika-Kenha- ilganba und weist überzeugend nach, daß das von den besten englischen Kolonialpraktikern mit zweifellos sachlichen Gründen befürwortete Pro- iekt der engeren Verwaltungsgemeinschast für Ostafrika die britische Kolonial Politik an einen Scheideweg geführt hat. England wird einen historischen Cnffchlutz fassen müssen, der den Anstoß dazu geben könnte, den zersplitterten Raum Mittelafrikas in der Form einer europäischen Mandatsgemeinschaft zusammenzufassen. Wählt England aber den gewohnten imperialistischen Weg, der für Tanganhika wie für Uganda nicht ohne Vertragsbruch denkbar ist, so wird es damit eine Kette gefährlicher Auseinandersetzungen um afrikanischen Besitz cinlelten. — Der Mensch ist, was er ißt, — und seine Gesundheit wie feine Genesung von Krankheit hängen in entscheidender Weise von der Ernährung ab. Es war denn ein vortrefflicher Gedanke der „Süddeutschen Monatshefte", in einem Sonderheft „Diätkuren" die verschiedenen zur Zeit im Vor- bergrunb stehenden Ernährungssysteme von fach- kunoiger Seite bebandeln zu lassen. Daß das Thema einem ungewöhnlichen Interesse entgeaentommt, ist klar: in allen Beoölkerungskreisen wird heute mehr von Ernährungsffagen gesprochen als jemals früher von Kindererziehung, Urlaubsplänen und Rabin- dranath Tagore zusammen. Von jeher war es gerade das Streben der „Süddeutschen Monatshefte", ein Problem dadurch klar aus der Dunkelheit herauszuheben, daß von verschiedensten Seiten her erhellende Scheinwerfer darauf gerichtet wurden Diese Zusammenarbeit macht aus dem neuen Heft einen Führer zur richtigen Ernährung, wie man ihn in solcher Prägnanz und Vielfarbigkeit kaum sonst irgendwo finden wird. — „Der Erdball". Illustrierte Monatsschrift für bas Gebiet der Länder- und Völkerkunde. Herausgegeben von Leo Frobenius. 5.Jahrgang, Heft 5. Preis vierteljährlich 3 RM., Einzelheft 1,25 Reichsmark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — Die Nummer beginnt mit einem Artikel von Millacsek über die Internationale Persische Kunstausstellung in London. Der Wert der hier ausgestellten Kunstgegenstände, die zum Teil mit faustgroßen Smaragden und Rubinen besetzt sind, ist so groß, daß selbst die größten Versicherungsgesellschaften sich weigerten, für den Tansport die Haftpflicht bis zur vollen Höhe des faktischen Wertes zu übernehmen. Von Kairuan, der heiligen Stadt Afrikas, spricht Dr. F. Wallisch. Die „weiße Stadt", die selten von einem Europäer betreten wird, liegt inmitten des Vorlandes der Sahara und ist seit mehr als einem Jahrtausend die heilige Stadt des Islams auf afrikanischer Erde. Eine für jeden deutschen Volkskundler hochinteressante und aufschlußreiche Abhandlung bringt Dr. Wilh. Peßler mit seiner Arbeit „Kul- turfreis und Kernland Niedersachsen". Don Chilenen und Argentiniern und den stark ausgeprägten Unterschieden ihrer Cbaraktere erzählt Kurt Wirth. Zum Schluß erscheint ble Fortsetzung des aufsehenerregenden Aufsatzes von Leo Frobenius über „Des Menschen Scyicksal auf dieser Erde". In dieser Arbeit ist eine Weltanschauung niedergelegt, die uns die letzten 15 Jahre verstehen läßt, die aber auch eine Ent- Wicklung der Völker in bisher nicht gekannter Weise für die Zukunft voraussieht. Das Heft bietet wie immer eine Fülle interessanter Bilder. Deutscher Geher»Deltrelord. Der Charlottenburger Schwab unternahm in Riga im 5-Kilomeier-Gehen einen offiziellen Welt- rekordversuch, der erfolgreich verlief. Schwab legte die Strecke in 21:57,8 Min. zurück und unterbot damit den feit mehr als zehn Jahren bestehenden Weltrekord des Dänen Rasmussen um genau zwei Sekunden. Die 10 000-Ktm.'Fahrt des ADO. Die Mehrzahl der 35 Bewerber der Wertungsgruppe I haben auf dem Wege von Barcelona nach Rom bereits die italienische Grenze passikrt. Inzwischen sind auch die ersten großen Wagen in Barcelona eingetrossen und bereits nach Rom gestartet. Der zweite Brennaborwaaen hat, nachdem für den verunglückten Fahrer Granina keine Lebensgefahr mehr besteht, die Fahrt fortgesetzt. Sportfest in Großen-Buseck. Das Sportfest des FT. 1926 Großen-Buseck findet am 7. Juni auf dem Sportplatz an der Gießener Straße statt. Das sportliche Programm sieht die Austragung von Pokalspielen in verschiedenen Spielklassen vor, während der Nachmittag der Unterhaltung der eingeladencn Dereine und der Dereins- zugehörigen gewidmet sein soll. Es liegen bereits Meldungen einer Anzahl bekannter Dereine vor. Kurze Sportnotizen. Der Handballmeister der DSB. ist noch nicht ermittelt, da das entscheidende Spiel zwischen Polizei Berlin und dem SD. 98 Darmstadt beim Stande von 8:7 für die Süddeutschen wegen eines Gewitters abgebrochen werden mußte. Vorher war der deutsche Damcn-Meister festgestellt worden: SE. Eharloltenburg besiegte im Endspiel Viktoria Hamburg 3:1. e Einen Stabhochsprung von 4 Meter, eine in der europäischen Leichtathletik nicht alltägliche Leistung, erreichte der französische Rekordmann Ramadier bei einem Meeting in Hayange (Frankreich). Willi Guyenz-Essen, einer unserer besten Schiedsrichter, ist am Freitag in seiner Heimatstadt plötzlich verstorben. Guyenz leitete noch am Pfingst- montag das Länderspiel in Kopenhagen zwischen Norwegen und Dänemark. * Die frühere Tennisweltmcisterin Helen W i l l s hat sich jetzt entschlossen, ebenfalls zum Berufssport überzutreten. Westdeutschland besieate in Arnheim vor 8000 Zuschauern die Fußballelf von Ostholland mit 3:0 (2:0) Treffern. Im Daoispokalkampf gegen Argentinien siegten die Vertreter der USA. im Gesamtergebnis mit 5:0 Punkten. A m ersten Tage der Frauen-Olympiade in Florenz kam Deutschland durch Frl. Fleischer (Eintracht Frankfurt) im Kugelstoßen und Diskuswerfen zu zwei schönen Erfolgen. • Emil Hirschfeld ist jetzt wieder in Form, in Königsberg gewann er im Kugelstoßen mit 15,35 Meter. * Helene Mayer-Of fe nbach wurde neuerdings Europameisterin im Florettfechten. Die näch- sten Plätze belegten Bogahn - Ungarn, Preis - Oesterreich und Frau Sontheim - München. * Beim Nurmi-Sportfestin München gewann Paooo Nurmi die 500Ö m in 15,15 Minuten leicht gegen seinen Landsmann Isoholo und dem (Stuttgarter Helber I. Schwerer Autounfall in Frankfurt. Sieben Personen verletzt, darunter drei schwer. WSR. Frankfurt a. M.. 31. Mai. 3n der Rächt zum Sonntag gegen 3 Uhr stießen an der Obermainbrücke auf dem Frankensteiner Platz zwei Personenkraftwagen zusammen. Der Anprall war so heftig, daß sich beide Wagen überschlugen. Die drei Insassen des einen Wagens, der von Dr. Devaux gesteuert wurde, wurden herausgeschleudert, erlitten aber nur leichtere Verletzungen. Der andere Wagen, der mit fünf Personen beseht war und an dessen Steuer der Zahnarzt Dr. Salzmann sah, raste ein Stück weiter, ehe er sich überschlug. Vier Insassen wurden unter dem Wagen begraben, von denen drei mit schweren Verletzungen unter dem Wagen hervorgezogen werden konnten, während der vierte leichtere Verletzungen aufwies. Alle Verletzten wurden in das Heiliggcist-Hospital gebracht. VcsonderS schwere Verletzungen haben Dr. Salzmann und seine Frau erlitten, d'.e noch am Sonntagabend bewußtlos waren. Oberheffen. Schweres Brandunglück durch Blitzschlag. # Freienseen, 31. Mai. Das Gewitter, das am Sam-tagvormittag über unserem Orte niederging, richtete schweren Schaden an. Gegen 10.30 «ilfor ertönte Feueralarm. Ein Blitz hatte in den Holzschuppen des Zimmermeisters Ludwig Traun eingeschlagen und gezündet. Das trockene Holz des Schuppens fing sofort Feuer und die Scheune stand bald in hellen Flammen. Das Feuer griff sehr rasch auf zwei angrenzende Wohnhäuser über, die den arbeitslosen Arbeitern Heinrich S ch m i d t II. und Wilhelm Wagner gehörten. Auch aus den beiden Wohnhäusern schlugen bald helle Flammen - aarben heraus. Gleichzeitig wurde eine Scheune des Zimmermeisters Traun vom Feuer ergriffen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr war eS möglich, die Scheune, die glücklicherweise keinerlei Vorräte barg, zu retten und das Feuer auf die Häuser zu beschränken. Diese Arbeit wurde etwas erschwert durch den aufkommenden Wind, der die Flammen weitertrug und einige weitere Rachbargebäude gefährdete. Es gelang jedoch der hiesigen Feuerwehr des Feuers Herr zu werden und die auswärtigen Wehren, die indessen auf dem Drandplah erschienen waren, brauchten nicht mehr einzugreifen. Die Wehr hatte indessen nicht verhindern können, daß die beiden Wohnhäuser bis auf die Grundmauern niederbrannten. Lediglich einiges Mobiliar konnte gerettet werden. Der Schuppen des Zimmermeisters Traun wurde ebenfalls völlig ein Raub der Flammen. Der entstandene Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Kreis Friedberg. • Bad-Rauhei rn, 31.Mai. Die Frankfurter Aöntgengesellschaft hat den außerordentlichen Professor an der dortigen Universität Dr. Franz G r o e d e l, den Direktor des Kerckhoff-Herzforschungsinstituts zu Bad-Rau- heim, der gleichzeitig Vorstand der Röntgen- abteilung des Hospitals zum Heiligen Geist «zu Frankfurt a. M. ist, anläßlich seines 50. Geburtstage- zum Ehrenmitglied ernannt. Kreis Büdingen. „?“ Aus dem Aiddatal, 29. Mai. An verschiedenen Reu- und Umbauten von Fachwerkhäusern sieht man in letzter Zeit wieder die Anwendung des sogenannten ,.W i l d e n M a nn eS". der im 17. und 18. Jahrhundert in Oberhessen fast ausnahmslos üblich war, später aber gänzlich verschwand. Es wurden starke, meist krumme Streben verwandt, die nicht in das Rahrnholz, föndern in die Pfosten einge- zapft waren, und die Figur des „Wilden Mannes" ergaben. Wenn auch die übernommenen Formen nicht mehr so wuchtig wirken, weil das schwere Eichenholz fehlt, so geben sie doch den Häusern etwas Anmutiges. Auch leicht überspringende Giebel und Stockwerke tauchen hier, und da auf. Es wäre zu wünschen, daß die übernommenen Formen im ganzen Gebiet des Vogelsbergs bei Reu- und Umbauten zur Anwendung kamen. Das Dorfbild würde gewinnen. Kreis Scholten. I Ober-Lais, 29. Mai. Im Anschluß an eine Besichtigung der hiesigen Pflichtfeuerwehr durch Regierungsrat Schwan vom Kreisamt Schotten und Kreisfeuerwehrinspektor Eber- heim. Schotten, wurde in einer anschließenden Versammlung auf Anregung von Regierungsrat Schwan die G r ü nd un g einer Freiwilligen Feuerwehr beschlossen, die hier schon seit langem geplant war. Der neuen Wehr traten sofort 68 Leute bei. Kommandant der neuen Wehr wurde Karl Fritz II. (bisher 1. Kommandant der Pflichtfeuerwehr), Stellvertreter Karl Säubert 1. (bisher 2. Kommandant der Pflichtfeuer- wehrX Rechner und Schriftführer Otto Peppe l. Die Beschaffung der Uniformstücke wird durch Zuschüsse der Brandversicherungskammer, des Kreises und der Gemeinde erleichtert. in. Köddingen, 30. Mai. In der Gastwirtschaft Braun fand eine A b f ch i e d s f e i e r für unseren nach Steinfurth versetzten Lehrer S ch m a n d t statt. Der erste Vorsitzende des Männergesangoereins, A. Rühl, hob In feiner Ansprache die hohen Verdienste des Scheidenden um den Verein hervor, der unter feiner vorzüglichen Leitung mit ehrenvollen Preisen ausgezeichnet worden sei. Pfarrer Gciß- l c r betonte in seiner Ansprache, daß Lehrer Schmandt nicht nur ein vorzüglicher Lehrer, sondern auch ein Berater und Freund der ganzen Gemeinde gewesen fei. Prächtig uorgctragcnc Chöre seines Vereins erklangen ihm nun zum Abschieds- grüß. In seiner Schlußansprache dankte Lehrer Schmandt für die ihm zuteil gewordene Ehrung. Preußen. Kreis Wetzlar. Z Dornholzhausen, 30. Mai. In feiner jüngsten Sitzung beschloß der Gcmeinderat, mit Wir- kung vom 1. Juni ab, die Gemeinde-Biersteuer zu erheben. _ 00 Hochelheim, 30. Mai. Der Gemeindcrat lehnte in seiner jüngsten Sitzung die Einfuh- r u n g d e r Bürgersteuer und der Gemeinde -Bier st euer ab. Wirtschaft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 1. Juni. Tendenz: schwach. — Die Börse eröffnete zu Beginn der neuen Woche erneut in schwacher Haltung. Die Spekulation ist vor allem in großer Sorge wegen der bevorstehenden Notverordnung, deren Ausmaße noch sehr ungewiß find. Da aber von Publikumsseite zum Teil große Abgaben in Farbenaktien vorgenommen wurden, schritt auch die Kulisse zu einigen Leerverkäufen, so daß gegenüber den Schlußkursen vom Samstag noch weitere Abschwächungen zu beobachten waren. Von dem neuesten Monatsbericht der Deutschen Dank und Disconto-Gesellfchaft ging keine Anregung aus, ebensowenig von Reuyork, da die Börse dort wegen Feiertag geschlossen war. Störend wirkten ferner die wenig günstigen Berichte aus der Industrie von Karstadt, Rheinstahl und Wayh & Freytag. I.-G.-Farben eröffneten 2 Prozent schwächer, trotzdem die Großbanken erhebliches Material ausgenommen haben. Elektrowerte allgemein angeboten. Siemens, Licht und Kraft minus 4.5 Prozent, Gessürel minus 3.75 Prozent, AEG. und Schuckert minus 3 Prozent niedriger. Durch große Kursrückgänge fielen noch Zellstoff Waldhof mit minus 4 Prozent, Kaliaktien mit minus 5 Prozent auf. Don Bankaktien Reichsbank auf Auslandabgaben 5,25 Prozent schwächer, während sonst nur kleine Veränderungen eintraten. Schiffahrts-, Montan- und Kunstseideaktien von 1 bis 2.5 Prozent niedriger. Deutsche Linoleum lagen unter Berücksichtigung des Dividendeabschlages noch 4 Prozent schwächer. Von Chemienebenwerten büßten Verein für Chemische Industrie 3 Prozent ein. Behauptet lagen Zement Heidelberg. Wayh & Freytag und Süddeutsche Zucker. Am Anleihemarkt deutsche und ausländische Renten bis 0,5 Prozent niedriger. Im Verlaufs blieb die Tendenz schwach, doch blieben die Kurse auf dem Anfangsniveau behauptet, da die Danken das herauskommende Material glatt aufnahmen. Sehr schwach notierten noch Karstadt, die auf einen ungünstigen Abschlußbericht 5 Prozent verloren. Auch Deutsche Gtnoleum gaben erneut 1 Prozent nach. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5 Prozent eher etwas leichter. Am Devisenmarkt lag die Mark noch unerholt. Erneut sehr schwach lag Madrid mit 60,00 Prozent gegen London. Durch feste Haltung fielen ferner Paris und Schweiz auf. Man nannte Mark gegen Dollar 4,2107, gegen Pfund 20.4850, London gegen Reuyork 4.8648, gegen Paris 124,13, gegen Mailand 92,95, gegen Schweiz 25,1550, gegen Amsterdam 12,09. Berliner Börse. Berlin, 1. Juni. Nachdem im heutigen Vormit- tagsoerkehr zwar eine abwartende, aber doch nicht imfreundliche Tendenz geherrscht hatte überraschten die ersten offiziellen Kurse des Börsenbeginns durch eine relativ ft arte Abschwächung. Es kam allgemein etwas Ware heraus, und die Kulisse und die Banken zeigten keine Lust, diese aufzunehmen. Die inner, und außenpolitische Situation mahnte zur Zurückhaltung. Verschiedene Werte erschienen mit Minus-Minus-Zeichen, besonders Karstadt waren auf den ungünstigen Abschlußbericht angeboten, was besonders auf Die übrigen Märkte drückte. Im allgemeinen waren Kursrückgänge von 2 bis 3 v. H. keine Seltenheit. Verschiedentlich traten aber auch Rückgänge bis zu 4,5 v. H. ein. Bei Reichsbank, Ilse, Chads, Schubert & Salzer und Westeregeln gingen die Verluste noch darüber hinaus. IG.- Farben und Deutsche Linoleum notierten heute exklusive Dividende. Anleihen neigten zur Schwäche. Von Ausländern hatten Oesterreichifche Gold einen Kursstand von 20 v. H., sonst waren die Veränderungen gering. Pfandbriefe eher schwächer. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,75 v. H. nachgebend. Am Geldmarkt trat nach dem Ultimo schon eine kleine Er- leichterung ein. Tagesgeld ermäßigte sich auf 5,5 bis 7,5 v. H. Die übrigen Sätze waren unverändert. Auch iin Verlaufe gaben die Kurse meist weiter nach, da alle Auslandbärjen, besonders aber Amsterdam, sehr schwach verlaufen sollen. So gingen beispielsweise Svenska erneut um 3,50 Mark zurück. Julius Berger verloren 4 v. H., Deutsche Eisenhandel wurden nach anfänglicher Minus-Minus-Notiz 26,5 v. H. festgesetzt, Gebe. Körting mit 32,25 v. H. Der erste Kurs von Karstadt stellte sich 5,75 v. H. niedriger. Chade gingen da die Erholung der spanischen Valuta nur vorübergehender Natur war, um weitere 3 Mark zurück. Auch sonst konnte sich kleine Inter- ventionstätigkeit der Banken kursmäßig kaum ausdrücken. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Juni. Am hiesigen guttcrmittelmarft hielt die Geschäftsunlust an. Das schleppende Mehlgeschäft ließ bei der Hän!>- lerschast stärkste Zurückhaltung vorherrschen. Das Angebot von inländischem Brotgetreide war gering, in neuer Ernte kam etwas mehr Ware an den Markt. Am Mehlmarkt wurden nur die allernvtwendigsten Käufe vorgenommen. Hafer und Gerste ruhig bei unveränderten Forderungen. Der übliche Futtermittelmarkt war ebenfalls still bei kaum veränderten Preisen. Es wurden notiert: Weizen 292,50 bis 295; Roggen 217,50; Hafer, inländischer 210 bis 212,50; Weizenmehl, südd., Spez.0 40 bis 41,25; Roggenmehl 29,75 bis 31,75; Welzenkleie 12,25; Roggenkleie 13; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 29,50 bis 36: Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 25 bis 68; Heu, südd., aut, gesund, trocken 6,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,50; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3,25; Treber, getrocknet 11 bis 11,20 Mark. Tendenz: lustlos. Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 1. Juni. Auftrieb: 1157 Rin- der (197 Ochsen, 114 Bullen, 464 Kühe, 360 Färsen), 656 Kälber, 42 Schafe, 5369 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemä- ftete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 45 bis 49 Mark, (ältere) 40 bis 44 Mark, sonstige vollfleischige (jüngere) 35 bis 39 Mark; Bullen: jüngere, voll- fleischige höchsten Schlachtwerts 39 bis 42 Mark7 sonstige vollfleiscyige ober ausgemästete 34 bis 38 Mark; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 35 bis 39 Mark, sonstige vollsleischige ober aus» gemästete 29 bis 34 Mark, fleischige 22 bis 28 Mark; Färsen (Kalbinnen, Jungrinber): vollsleischige, aus« gemästete höchsten Schlachtwerts 45 bis 49 Mark, vollsleischige 40 bis 44 Mark, fleischige 35 bis 39 Mark; Kälber: beste Mas^ unb Saugkälber 58 bis 64 Mark, mittlere Mast, unb Saugkälber 52 bis 57 Mark, geringe Kälber 37 bis 51 Mark; Schweine: vollsleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Psunb Lebendgewicht 41 bis 43 Mark, von 200 bis 240 Psunb 43 bis 45 Mark, von etwa 160 bis 200 Psunb 43 bis 45 Mark, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 40 bis 42 Mark. — Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Ueberftanb; Kälber unb Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, Ueberftanb; Fettschweine fast unverkäuflich. Letzte Nachrichten. Geheimrat Prof. Dr. Frensdorf f. Göttingen, 1. Juni. (WTB. Funkspruch.) Der Restor der deutschen Gelehrten, das älteste Mitglied im Lehrkörper der Georgia Augusta und der älteste Einwohner der Stadt Göttingen, Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. jur. et phil. Ferdinand Frensdorf, ist gestern früh, kurz vor Dollendung seines 98. Lebensjahres, gelt o r b e n. Der Derstorbene hat sich besonders auf dem Gebiete der deutschen Rechtsgeschichte, vornehmlich des hanseatischen Rechts, einen großen Ramen erworben; er hat dem Lehrkörper der Göttinger Universität 54 Jahre lang angehört. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Ul. 23trlln Jranlfurt a. U. | 3erlln Schluß-, turs | t-sthr- | Kurs | Schluß«, Anfang« tur« | Kur« Schlußes« 1-Uhr- flur« Schluß«: Anfang« für« Kur« Dalum 30.5. 1.6. 30.5. 1.6. Datum 30.5. 1.6. 30.5. 1.6. 6% Deutfche Reichianleih- 84,25 99 53,5 4,9 93,5 51,5 100,25 97,5 100,5 96,5 16,75 15,25 2,9 3 3 7,2 5,4 II 1. 1 I 1 1 1 1 1 1 II 1 1 1 1 1 1 1 1 I I । । — K> fr» -* <£ «2 7* S V'i*1 7* | To Jo I ——1 1 ” l^l'l 1 I M 1 «O »>- , «> cn M 1 V' u. 1 uu<0 I 1 co 1 m 1 m 1 1 1 cn 1 u» Rat automobil ....... 0 Orenstetn & Koppel . .... 8 Leonhard Die, ...... 10 Svenrka........... firankstteter Mal ch tuen . . . • 4 Griyner ......... 6 Heyliaenstoedt ....... 0 gungoanl..........6 Lechwerte..........8 Marn Kaltwelle Höchst 0.8JL. . 8 Miag...........10 siebt. Roeder.......10 Botgt & Haesfner ...... 9 ELddmLtche Zucker .... 10 129,75 l 127,75 129,75, 127,9 — — ■ 116.5 116,5 — 38 — 38 46,25 — 45,75 — 59 — 59 45,25 69 70 68 52 52 — — 89 — — 23 23 23,5 — — — 126 123 — ■ — - - 60 57,5 59,75 57,5 72 — 70.9 70 72 — 68,75 68 64 — — — — — — - — — 109,9 106,5 24 — 23.5 22,65 66,5 57 63,25 56 — — ■ ■■■ — —— —— — — _ — 39,5 — 93 — 92 90 226 — 221,25 220,5 — — —r — 29 — 29 — — —— ■ - — — — — — — — — —— — 62,5 — — — — — — — —— — — ■— — - 109,75 — 110,13 108,25 Banknoten. Serlfn, ZO.Mai Gelb Sdei Amertkanilche Roten ...... 4.195 4,215 Belgifche Noten. ....... 58,38 58,62 Dänllche Noten......... 112,32 112,76 linglifche Noten........ 20.43 20.51 firanjOfifcke Noten ....... 16,44 16.50 Holländtfche Roten....... 168,76 169.44 Jtaltenifche Noten........ 21,99 22.0' Norwegische Noten....... 112,33 112,77 Dcurfch-Oesterreich, 6 100 Schtlling 59.13 59,37 Numänlfche Noten....... 2,485 2,505 Schwedlfche Noten....... 112.43 112,87 Lchwetzer Noten........ 81,19 81,51 Spanifche Noten . ....... 33,23 33,27 Dfchechojlowakifche Noten..... 12,435 12.495 Ungarifche Noten........ 73,22 73,52 Deoi enmartt Berlin — Frankfurk a. TR. 30. Mai 1.3unl Amtliche Notierung Amtliche Notierung Selb Brief Geld 2 rief HmfL-£Rott. 169,16 •169,50 169.28 169,62 Buen-Aire- 1.278 1,282 58,675 1.278 1,282 Brst.-Ärrnv. 58,555 58,56 58,68 Cbrtftiania. Kopenhagen 112,62 112,84 112,64 112,86 112,66 112,88 112,65 112,87 Stockholm . HelstngforS. 112,75 112,97 112,75 112,97 10,584 10,604 10,584 10,604 Italien. . . 22,015 22,055 22,015 22.055 London. .. 20,461 4,2065 20.501 20,46 20,50 VieuDort . . 4,2145 4,2065 4,2145 Paris. . .. 16,475 16.515 16,475 16,515 Schwer, .. 81,39 81,55 81,57 81,73 Spanien . . 34,07 34.13 33,92 33,93 Stapftn • • • Mio be Jan. Wien in D.» 2,079 2,083 2,079 2,083 0,297 0,299 0,286 0,288 Qeft. obgeft 59,12 59,24 59,12 59,24 fc:: 12,66 7,424 12,86 12,465 12,485 7,438 7,438 7,452 «adaveti. . 73,41 73,45 73,315 73,415 Bulgarien. 3,045 3,051 3,045 3,051 Lissabon . 18,91 18,95 18,91 18,95 Daaitg. . «onftuntia. 80.80 80.96 81,80 81.96 1,784 1,789 1.784 1.789 Athen. . Lanada . 5,456 5,466 5.456 5,466 4,203 4,211 4.203 - 4,211 Ura^mn, . 2,348 2,352 2,418 2,422 20,98 21,02 20,98 21,02 200-Lahrfeier der Gtadt Kirtorf. im Pfarrhof eine Gedenktafel angebracht zur Erinnerung an den Metropolitan und Oberpfarrer Zoh. Phil. L i st. der im großen Kirtorfer Brand 1725 beim Betten seiner Bibel ums Leben kam. — Kirtorf, 28. Mai 1931. Einen würdigen Auftakt zur 220-Zahrfeier am ersten Pfingsttag zur Erinnerung an den Wiederaufbau Kirtorfs nach dem Brand von 1725 und die Einweihung seiner Kirche (1731) bildete ein imposanter Fackelzug der Ortsvereine am Samstagabend. Auf dem Marktpah hielt dann Herr Heinrich Ludwig Schaaf eine Ansprache über Heimatliebe und Heimattreue. Während der Po- sounenchor alte und neue Mailieder erklingen lieh, erstrahlte das Rathaus und der Kirchturm im Schein von Hunderten von bunten Lämpchen und bengalischem Feuer. 3m Festgottesdienst am Sonntag hielt der Ortsgeistliche, Pfarrer C h r i st. die Festpredigt. 3n der Schlußliturgie sprach Superintendent D. Wagner, Gießen. Der Männergesangverein und der Posaunenchor trugen zur Ausgestaltung des Gottesdienstes bei. Sehr gut war auch die Gemeindefeier am Rachmittag besucht, die im Schatten der großen Kastanie des alten Pfarrhofes stattfand. Prälat D. Dr. Dieh l, Darmstadt, hielt aus dem reichen Schah seines geschichtlichen Wissens einen lehrreichen Dortrag über „Die Bedeutung Kirtorfs als kirchlicher Mittelpunkt im 16. und 17. Jahrhundert". Kirtorf war unter den umliegenden Ortschaften schon immer „eine Rümmer für sich". Das zeigte sich äußerlich auch darin, daß die Klwtorfer Bürger ihren besonderen „grünen Rock" hatten, während die umliegenden Dörfer blaue und weihe Röcke trugen. Den grünei^ Rock durften sie auf ihre energischen Vorstellungen hin sogar behalten, als durch ein landesfürstliches Kleiderverbot das Tragen bunter Kleidung aus Sparsamkeitsgründen streng untersagt wurde. Daß Kirtorf schon in der Reforinationszeit eine eigene Schule besah, zeigt auch seine hervorragende Bedeutung. 3n dieser Schule wurde u. a. die lateinische und griechische Sprache gelehrt. Ferner hat Kirtorf den Ruhm, eine andere bedeutsame Einrichtung zuerst gehabt zu haben. Es war dies der im Jahre 1625 eingerichtete Pastoralkonvent. Zu dieser Zeit bestand er im ganzen Oberfürstentum Hessen nur in Kirtorf. Er diente der wissenschaftlichen und praktischen Fortbildung der Geistlichen eines größeren Bezirkes. Er wurde jährlich acht- bis zehnmal gehalten. Die Pfarrei Kirtorf, zu der sich schon sehr früh eine Kaplanstelle gesellte, war von Anfang an reich dotiert. Es gab in ganz Hessen keinen einzigen Ort, der im 16. und 17. Jahrhundert so viel geistig hervorragende Führer hintereinander als Pfarrer gehabt hat, wie das kleine Städchen Kirtorf. Sie haben Kirtorfer Geist und Ideen weit in die Welt hinausgetragen. — Rach dem überaus fesselnden Vortrag, dem die zahlreiche Zuhörerschar aufmerksam folgte, wurde von dem Ortsgeistlichen am Kastanienbaum Die Mädchensinggruppe und der Pofaunenchor umrahmten die Feier mit ihren Liedern. Dor der Gemeindefeier am Rachmittag wurde die heimatgeschichtliche Ausstellung eröffnet, über die wir nachstehend berichten. Am Abend des Festtages fand im vollbesetzten Saal von Johannes Becker ein Heimatabend statt. Rach einleitenden Liedern und einem Prolog folgte ein kurzer Vortrag von Pfarrer Christ, in dem er einige enteressante Bilder aus der Kirtorfer Ortsgeschichte zeichnete. 3m Mittelpunkt des Abends stand das Heimatfestspiel „Zu Gottes Ehre". Das Spiel, von Pfarrer Hanns H e m m e s (Lehrbachl und Müller Hch. L. Schaaf (Kirtorf) für die 3u° biläumsfeier verfaßt, wurde von 30 Männern und Mädchen Kirtorfs sehr wirksam aufgeführt. Heimatkundliche Ausstellung in Kirtorf. bd. Kirtorf, 28. Mai. DaS Städtchen Kirtorf erlebte zu Pfingsten schöne Festtage, die der Erinnerung an den Wiederaufbau Kirtorfs nach dem großen Brande von 17 2 5 und der Einweihung seiner neuaufgebauten Kirche 1731. galten. Mit dieser Feier war eine heirnatgeschicht- liche Ausstellung verbunden, die im Beisein von Prälat D. Dr. D i e h l - Darmstadt, Oberkirchenrat D. Wagner - Gießen und der geladenen Ehrengäste von Lehrer Erdmann eröffnet wurde. Lehrer Erdmann dankte all denen, die durch tatkräftige Mithilfe und Bereitstellung der zum Teil sehr wertvollen Ausstellungsgegenstände das Werk gefördert haben. Die Ausstellung, so führt er u. a. aus, verkörpere ein Stück Volksbildung. Heimat erkennen lernen, Heimat lieben, heiße auch in der Vergangenheit schürfen und Traditionelles hervorholen.' Reiches Anschauungsmaterial aus der Geschichte des Dorfes sei hier zusammengetragen. Dafür den Sinn zu wecken, das Erbe mit Ehrfurcht zu bewahren, es vor verständnisloser Vernichtung zu schützen, das solle der Zweck der Ausstellung sein. Ein Gang durch den Ausstellungs- raum führt zunächst an Hand von Werkzeugen, Steinbeilen usw. zurück in die ältere und jüngere Steinzeit. Die Entwicklung der künstlichen Beleuch- tung vom Kienspan bis zur elektrischen Birne vermittelt die zweite Abteilung. Aus dem großen Brande von 1725 wurde die von der Gräfin Elisabeth von Lehrbach gestiftete weiße Altardecke aus dem Jahre 1712 gerettet. Aus dieser Zeit sind weiter noch eine Abendmahlskanne der Leinweberzunft, ein altes Salbuch, eine Taufdecke, der Taufstein der früheren Ober - Gleener Kirche, eine versilberte Hostiendose aus Wahlen, ein sehr alter Kelch der Lehrbacher Kirche u. m. a. ausgestellt. Auch die Familienforschung ist in der Ausstellung berücksichtigt. Neben den Kuriositäten nimmt die Flachsbereitung und Weberei einen verhältnismäßig großen Raum ein. Dom Reffkamm bis zu den Instrumenten des Webstuhles sind fast alle Geräte vertreten. Von der Decke herab erzählen Doppeljoche, einfache Joche, lederne Feuereimer von vergangenen Zeiten. Aus der Blütezeit des Kirtorfer Zunftwesens ist ebenfalls noch manches zu sehen. Besonderes Interesse erregt das auf merkwürdige Weise wieder aufgefundene erste Kirtorfer Stadtsiegel von 1489. Feuersteingewehre, Vorderladepistolen, Puloerhörner und Puloersäcke, alte Degen und Hirschfänger erinnern an Kriegslage. Besonders fällt eine Münzsammlung ins Auge, die aus dem 7jährigen Krieg stammt. Eine Fundgrube für die Heimatforschung bedeuten dj,e sorgfältig ausgearbeiteten Ortspläne. Das Zeitungswesen ist durch einige ältere Jahrgänge dreier Heimatblätter vertreten. Aus der Zeit von 1848 stammt die ausgestellte Revolutionsfahne von Heimertshausen, die in den alten Reichsfarben gehalten ist. Bei Hebungen der Bürgerwehr, bei politischen Versammlungen wurde diese Fahne vor- angetragen. Aus dem Kriege von 1870 sind ein Eßbesteck und chirurgische Instrumente sehenswert. Vom Weltkrieg sprechen Dolche, Granaten, Sprengstücke, zerschossene Feldmützen und zerfetzte Tagebücher. Auch die Literatur hat ihren gebührenden Platz gefunden. Predigt- und Gebetbücher, alte Bibeln mit feinen Holzschnitten bedecken deu. alten Bauerntisch aus Rülfenrod. Das älteste gedrückte Werk dieser Art ist die Leichenrede Buchenhagens am Grabe Luthers von 1546. Vom ländlichen Wandschmuck, von alter, solider Bauerntracht redet so manches Erbstück, das an vergangene Zeiten und frohe, sorgenlose Kindheittage erinnert. Erwähnenswert ist noch die Kücheneinrichtung, die Baronin Freifrau von Schenk mit feinem Verständnis aus väter- ' lichem Erbgut zusammengestellt hat. Die Freud? der Kinder bildet der Brautwagen (Bräuwagen), den Frau Pfarrer C h r i st beisteuerte. Die Ausstellung, die noch bis zum 7. Juni geöffnet ist, erfreute sich bisher eines lebhaften Besuches. Zwischen 2 Zigaretten 3 WY BERT-Tabletten das verhüfet den Raucherkatarrh nimmt dem Atem den Tabakgeruch Erhältlich /.Apotheker) uUrogerien Vertrieb fU$.A. 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