Nr. 101 Erstes Via« 181. Jahrgang Freitag, 1. Mai 1031 6t|d)e int tüglich.autzn Sonntags und Feiertag» Beilagen vt» 3nu|triertt viehenei Familien blüttel Heimat im Bild Dir Scholle Olonots-BejnflSDrets: 2.20 Reichsmark und 30 Rerchspfenmg für Trägen lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Infolge höherer (Bemalt Fernsprechanlchlüffe anterSammelnummcr2251 Anlchrifl ftir Drahtnachrichten Anzeiger Wehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitüts-Vuch' nnö Stetnörudcrel H. Lange tn Stehen. Schristlettung und Seschästrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen uon 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» Klarneanzeigen von 70 mne Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Ernft Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen Einigung über die neuen Agrarzölle. Berlin. 30.April. (IBIB.) Amtlich. Die agrar- politischen Beratungen des Kabinetts wurden gestern zu Ende geführt. Sie hatten folgendes Ergebnis: Der Zoll für lebende Schweine wird, zunächst mit Wirkung bis 1. November b. 3. a u f 40 Reichsmark für den Doppelzentner festgesetzt. Jür die Folgezeit bleibt die Entschliessung des Kabinetts Vorbehalten. Sie wird sich nach der weiteren Entwicklung des Schweinemarktes zu richten haben. Diese Erhöhung des Zolles für lebende Schweine geht in der Linie der bisherigen gesetzlichen Bestimmungen. Danach war eine Zollerhöhung davon abhängig gemacht, dah der Richtpreis von 70 RTN. unterschritten wurde. Diese Voraussetzung ist durch das Abgleiten der Schweincpreife auf etwa 45 RTN. gegeben. Der Fleisch; oll ist Im bisherigen Verhältnis zum Viehzoll festgesetzt worden. Für Hafer wird der Zoll auf 16 RTN. für den Doppelzentner erhöht. Für den für die landwirtschaftliche Produklionsustislellung unentbehrlichen Leguminofenbau find die erforderlichen Zollerhöhungen vorgenommen, und zwar für Spcise- erbscn auf 20 RTN., für Fultererbsen und Bohnen auf 8 RTN., für ungereinigte Linsen auf 6 RTN. und für gereinigte auf 8 RTN. Für Futterbohnen, Lupinen und Tvicken wird der Zoll auf 5 RTN. bemessen. Für Gänse tritt in der Zeit vom 16. Oktober bis 31. TNär; eine Erhöhung des Zolles auf 2,10 RTN. für das Stück oder 36 RTN. für den Dop- pelzentner ein. Die Zwifchenzölle für Speck und Schmal; werden ausgehoben; der Zeitpunkt des Inkrafttretens dieser TNahnahme wird noch be- stimmt werden. Diese TNahnahmen bedeuten einen weiteren Schritt auf dem Wege zu einer Besserung der Lage der l a nd w i rtschastl i- chen Veredelungsproduktion, b'c nach- brücklichsl gefordert werden mutz, zumal sie weit überwiegend auf den mittleren und kleineren bäuerlichen Betrieben beruht und für die Existenzgrundlage dieser Betriebe und der Landarbeiter entscheidend ist. Gleichzeitig wird der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft von allen zur Verfügung stehenden Mitteln Gebrauch machen, um einer dem Verbraucherschuh nach dem Gesetz vom 28. Mär, 1931 widersprechenden preisenlwickelung vorzubeugen. Er wird Sorge tragen, dah die Cän- dcrregierungen darüber wachen, dah die Handelsspanne auch in den Gemeinden gesenkt wird, in denen im Gegensatz zu anderen Gemeinden eine Senkung der Handelsspanne noch nicht in ausreichendem Matze erfolgt ist. Bei Fleisch wird dies um so leichter sein, als die Aushebung der Zölle für Speck und Schmalz hierfür günstigere Voraussetzungen schafft, weiter wird alles geschehen, um eine ungerechtfertigte Heraufsetzung des Brolpreises zu verhindern oder rückgängig zu machen. Es sind eine Reihe von Mahnahmen eingeleitet, die es ermöglichen werden, auf den Mehlpreis so einzuwirken, dah er eine sichere Grundlage für die entsprechende Berechnung des Brotvrelses bieten wird. Auch ist vorgesehen, die Bestimmungen des Brotgesetzes aufzuheben, durch die die Bewegungsfreiheit des Mühlen- und Bäckereigewerbes zum Nachteil der Brotpreisbildung eingeengt wird. Die Lane des Getreidemarktes bietet nunmehr die Möglichkeit hierzu. Die Regelung des Mehlmarkts. Berlin, 30. April. (£11.) 3n Ergänzung der amtlichen Mitteilung über die Neuregelung von Zöllen sowie über TNahnahmen zur Regulierung des Getreide» und Brolpreises erfährt die „Tele- graphen-Union" von gut unterrichteter Seite: Unter den aufzuhebenden Bestimmungen des Brotgesetzes ist im wesentlichen die Bestimmung über die Ausmahlungsquote f ü r Roggen zu verstehen, sowie kleinere Bestimmungen über A r t und Beschaffenheit des Brotes. Die Aufhebung macht ein neues Gesetz notwendig, das unter Zuhilfenahme des Artikels 48 erlassen werden dürfte. Bestehen bleiben die Bestimmungen über den Deklarationszwang, über die Kartoffelmehlbeimischung sowie über das Brot- gewicht. Die hier vorgesehenen TNahnahmen sind nicht zu verwechseln mit dem Vermass- lungszwang für TDeizen, der sich auf ein besonderes Gesetz stützt und der nach wie vor b e st e h e n bleiben soll. Wie weiterhin erklärt wird, soll die von verschiedenen Seiten geforderte Aufhebung des Rachtbackver- botes zunächst noch nicht vorgesehen sein. Es scheint aber trotzdem, dah das Berbot zu einem späteren Zeitpunkt fallen soll. Bei den Bestrebungen, die auf die stärkere Propagierung eines billiger herzu stellenden Brotes abzielen, ist nicht etwa gedacht an ein Brot, das irgendwelche Aehnlichkeit mit dem sogenannten „Kriegsbrot" aufzuweisen hat, sondern an ein Bvllkorn - oder Schrotbrot, das sich in den verschiedensten Gegenden des Reiches jetzt schon groher Beliebtheit erfreut und naturgemäss billiger sein kann, da die Mehlsorten, die hierfür verwendet werden, infolge höherer Roggenausmahlung im Preise niedriger stehen als nur zu 60 bis 70 Prozent gezogene Mehle. Die Erleichterung der Weizeneinfuhr, über die in den amtlichen Kommuniques zu den Kabinettsberatungen nichts ausgeführt ist, wird, wie WTD.-Handelsdienst erfährt, in der Form vorgenommen werden, das; von Zeit zu Zeit -r- wahrscheinlich in Abschnitten von etwa je einem Monat — gewisse Einfuhrmengen festgesetzt werden, auf welche den Mühlen eine Zollrückvergütung gewährt wird. Bei Festlegung der Quantitäten und der Höhe der Rückvergütungen wird man sich von der Weltmarktsituation bzw. der innerdeutschen Ber- sorgungslage leiten lassen. Praktisch erfolgt also keine generelle Zollermäßigung; die Zollrückvergütungen werden aller Voraussicht nach so bemessen werden, dah daS Preisniveau in Deutschland keinen ungünstigen Einfluh auf die Preisgestaltung der neuen Weizenernte ausübt. Die amtliche Mitteilung läht weiter erkennen, dah über die Frage des Butterzolles die Entscheidungen noch offengeblieben sind. Heber diesen Punkt werden noch Verhandlungen geführt mit den Ländern, die an de r Buttere ins uhr nach Deutschland besonders interessiert sind. Die Vorlage über den Dutterzoll liegt dem Kabinett bereits vor. Sie ist aber in den bisherigen Kabi- nettssihungen noch nicht zur Verhandlung gekommen. Die alten und neuen Zollsätze. Berlin, 30. April. (ERD.) In Kreisen, die dem Reichsernährungsminister nahestehen, wird betont, dah die Tatsache, dah in den agrar- politischen Beschlüssen des Kabinetts keine Erhöhung des Butterzolls enthalten ist, keineswegs auf einen Dcrtagungsbeschluh zurückgeht, sondern ihre Ursache in einer Derständi- gung zwischen dem Ernährungsminister und dem Kanzler hat, wonach man die übrigen Zoll- mahnahmen nicht durch die Schwierigkeiten auf dem 'Gebiete des Butterzolles verzögern lassen wollte. Zur Beurteilung der beschlossenen Zollmah- nahmen ist noch von Interesse, dah der Zoll für lebende Schweine, der nach der amtlichen Mitteilung auf 40 Mk. pro Doppelzentner festgesetzt wurde, bisher 27 Mk. betrug. Bei Fleisch und Fleischwaren macht die Erhöhung etwa 50 bis 60 Prozent des alten Satzes aus. Der jetzt auf 16 Mk. erhöhte Haferzoll betrug bisher 12 Mk. Bei den Hülsen- f r ü ch t e n geht die Erhöhung auf 20 Mk. (Erbsen) von dem alten Satz von 15 Mk., die Erhöhung auf 8 Mk. (Dohnen usw.) von einem bisherigen von 4 Mk. aus. Erstes Echo der presse. 'Niemand voll befriedigt. Berlin, l.Mai. (ERD.) Eine Anzahl Morgenblätter beschäftigt sich in Kommentaren mit den zollpolitischen Massnahmen der Reichsvegie- rung. Das „Berliner Tageblatt" (dem.) spricht von „gefährlichen Zollerhöhungen", die in der Bevölkerung um so mehr Beunruhigung Hervorrufen würden, als es in der amtlichen Mitteilung von der Senkung des Weizenzolls völlig still geworden sei. Es wäre schon um der psychologischen Wirlung willen vorzuziehen gewesen, wenn die Weizenzollsenlung gleichzeitig mit den Zollerhöhungen angekündigt worden wäre. — Der „Vorwärts" (soz.) bezeichnet die Zollerhöhungen als zum Teil reine Demonstrationen, von denen eine günstige Wirkung für die Landwirtschaft nicht erwartet, werden könne und von denen auch kaum preisverteuernde Wirkungen ausgehen werden. Ein vollständig überflüssiges Zugeständnis an die Schuhzollpsychose der Agrarier seien die Zollerhöhungen für Hülsenfrüchte. Diese werden sich aber verteuernd auswirken. Die Sozialdemokratie habe der Reichsregierung immer wieder die einfachen und klaren Wege, die zur Brotpreissenkung jetzt gegangen werden müssen, vor Augen geführt. Die Regierung habe offenbar keine dieser einfachen Massnahmen wirklich beschlossen. Die Sozialdemokratie werde infolgedessen mit verschärfter Wachsamkeit darauf achten, was die Reichsregierung tue, um die in Deutschland längst überhöhten Brotpreise wirklich zu senken. Die Regierung habe es sich selbst zuzuschreiben, dass diese Wachsamkeit zunächst auch noch mit Misstrauen gepaart sein muh. Die „Deutsche Tageszeitung" bezeichnet die Beschlüsse als eine Abschlagszahlung, als einen ersten Schritt, dem weitere in kürzester Zeit folgen mühten, wenn nicht auch hier wieder die unselige Halbheit übrigbleiben solle, die das Kennzeichen der ganzen neueren Geschichte Deutschlands darstelle. Das Blatt glaubt die Schweigsamkeit in der Angelegenheit des Dutte r zolls dahin interpretieren zu können, dah über den Dutterzoll eine Entscheidung nicht gefallen sei, weder im positiven noch im negativen Sinne, fo dah also für den Reichsernährungs- minister und die Landwirtschaft die Rotwendigkeit bestehe, den Kampf um diese Entscheidung sofort wieder aufzunehmen und w eiterzuführen. Sollte diesem Demühen gegenüber das Kabinett versagen, so würde die daraus folgende schwere Enttäuschung zu einer Erbitterung führen müssen, die ganz ohne Zweifel auch nicht ohne folgenschwere politische Konsequenzen bleiben könnte — Auch „ßotalanAciger", „Tag" und „Deutsche Zeitung' bemängeln das Fehlqn der Dutterzollerhöhung und sprechen von einem Rachgeben Schieles in dieser Frage. Die Formulierung der Deschlüsse sei, wie der „Tag" es ausdrückt, für beide Teile, die Landwirtschaft und die Sozialdemokratie, höchst unbefriedigend, schon weil sie keine Klarheit über den wirklichen Inhalt und ihre Tragweite gebe. Gegen die Aufhebung des Nachtbackverbotes. Berlin, 30. April. (ERB.) In einer Eingabe an den Reichskanzler Dr.'Brüning und die Minister Schiele, Stegerwald, Paris, 30. April. (TU.) Vor deutschen Pressevertretern erklärte Donnerstagnachmittag Dr. Eckener, er sei nach Paris gekommen, um mit den zuständigen französischen Stellen Vorverhandlungen über eine deutsch^nordamerika- nl sch-französische Zusammenarbeit für den 1933 geplanten regel mähigenLuft- fchiffverkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten einzuleiten. Vorläufig habe es sich, so sagte Eckener, nur um ganz persönliche und unverbindliche Fühlungnahme gehandelt, die sich in erster Linie auf einen Zwischenlandeplah auf französischem Do den (vielleicht Orly oder Tours) bezogen hätten. Vorläufig seien keine endgültigen Beschlüsse gefaßt worden. Doch seien die Besprechungen soweit gediehen, dah man demnächst mit ganz offiziellen Verhandlungen beginnen könne. Vorläufig denke man nur an eine kurze Zwischenlandung zur Aufnahme von Fahrgästen und Postsäcken. Doch bleibe die Möglichkeit offen, später ein französisches Luftschiffeld mit allen nötigen Anlagen zu errichten. In Orly sei eine geeignete Luftschiffhalle vorhanden, doch mühte diese bisher offene Halle Torflügel erhalten. Da man wisse, dah die transatlantischen Schiffahrtslinien alljährlich von etwa 260 000 Passagieren befahren würden, so könne man fest damit rechnen, dah ein gewisser Bruchteil dieser Fahrgäste die Abkürzung der Strecke Europa— Paris, l.Mai. (WTB. Funkspruch.) „pellt parisien" bestätigt, dah der französische Gegen- aklionsptan gegen den deutsch-österreichischen Zoll- unionsplan nunmehr im wesentlichen fertig- g e st e l l t fei. Die diplomatischen Vertreter Frankreichs in den interessierten Hauptstädten Mittel- und Osteuropas seien angewiesen worden, den Inhalt dieses „konstruktiven Planes für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit" den betreffenden Regierungen auscinanderzusehen und ferner Gutachten einzuholen. Diese Fühlungnahme werde eine Angleichung der verschiedenen Gesichtspunkte und die definitive Ausarbeitung des Planes ermöglichen. Heber den Inhalt des vom Ministerrat gebilligten Memorandums, in dem Vriand seine Gegenvorschläge entwickelt, berichtet der „Malin", der erste Teil behandele die besten Methoden, landwirtschaftliche Erzeugnisse abzusehen, der zweite Vorschläge zur Sicherung von Absatzgebieten für die Industrie. Auherdem würden verschiedene Vorschläge für die finanzielle Hilfe gemacht, die gewisse europäische Staaten brauchen könnten. Die Zollunion eine Realität. Die „Germania" über vriandS Gegenprojert. Berlin, 30. April. (ERB.) Die „Germania", das Blatt des Reichskanzlers, schreibt zu dem angelündigten Memorandum Briands: Der französifche Versuch, die deutsch-österreichische Zollunion durch einen Gegenvorschlag zu zerstören, muh schon daran scheitern, dah es sich in dem einen Falle um einen der zahlreichen Entwürfe, in dem anderen um eine zwar bescheidenere Konzeption. aber immerhin um eine Realität handelt, mit der gerechnet werden muh. Wenn Briands Vorschlag dahin gehen sollte, dah sich die Paneuropamächte zusammensehen mühten, um eine einheitliche Linie der Wirtschaftsvereinbarungen für die industriellen und agrarischen Staaten zu schaffen, so wird dies im wesentlichen nur eine Fortbildung der bereits bei der Schaffung des Paneuropakomitees und bei der Einberufung der zahlreichen anderweitigen Wirtschaftskonferenzen der letzten drei Monate leitenden Gedanken sein, und es besteht kein Grund, warum nicht Deutfchland und Oesterreich an diesen De- Trendelenburg und Dietrich wendet sich der Zentralverband deutscher Bäckerinnungen „Germania", gegen die vom Reichslandbund geforderte Aufhebung des Rachtback- verbots. Er bedauert, dah die Spihenorgani- sation der deutschen Landwirtschaft in dieser grossen kulturellen und sozialen Frage gegen daS deutsche Bäckcrhandwerk vorgehe, wo doch der Rachweis, dass eine Abschaffung des Rachtback- verbotS zu einer Drotpreissenkung führen könne, noch nicht gelungen sei. Der Verband „Germania" beruft sich auch daraus, dah in dieser Frage Arbeitnehmer und Arbeitgeber völlig einig seien. Rordamerika auf zweieinhalb bis drei Tage lebhaft begrüben würde. Für die Verwirklichung des Gedankens eines regelmähigen transatlantischen Flugzeugverkebrs sehe er vorläufig gar keine techni scyen Möglichkeiten. Das, wenn vielleicht auch „unbequeme", so doch einzige Mittel für den regelmäßigen Atlantikluftverkehr sei auf lange Zeit hinaus das Luftschiff. Zum Zeppelin-Polarflug sagteGckener, vorläufig seien die notwendigen Gelder für ein derartig großzügiges wissenschaftliches Unternehmen noch nicht vorhanden. Doch habe er gewisse Aussichten, den Plan zu verwirklichen. Man interessiere sich in Amerlka sehr für ein mögliches Zusammenwirken zwischen der von Witkins vorbereiteten Unterseebootsexpedi- t i o n nach dem Rordpol und dem Zeppelin- f lug. Es sei also praktisch denkbar, daß sich eine gerne infame Finanzierung der beiden Unternehmen ermöglichen ließe. Die deutsche wissenschaftliche Flugexpedition sehe sich Riko- laus II.-Land zum Ziel. Doch wäre von dort auS ein Abstecher nach dem Rordpol nur eine geringe Mehrleistung von etwa 12 Stunden Hin- und Rückflug. Es wäre außerordentlich interessant, wenn es gelänge, am Pol eine Verbindung zwischen den beiden Expeditionen herzustellen. ftrebungen aktiven Anteil nehmen sollten. Wir nehmen nicht an, dah man am Quai d'Orseh der Annahme huldigt, als wenn vor den neuen Erkenntnissen einer Pariser Denkschrift ein Zoll- unionsplan gegenstandslos werden sollte, der in seiner Konstruktion hieb- und stichfest ist und der als Teilmittel wenigstens für zwei der bedrängten Mitteleuropastaaten zunächst einmal eine tageSaktuelle DÄieutung hat. ©er wahre Herrioi. Der Pazifismus wird Kegen die Zollunion ins Feld flcfüljrt Paris, 30. April. (WTB.) Edouard Herri o t, der Führer der französischen Radikalen, veröffentlicht in der „Ere Rouvelle" wieder einen scharfen Artikel gegen den deutsch-österreichischen Zollunion-Plan. Herriot bezeichnet ihn als eine Herausforderung und schreibt: Wir wären der Berliner Regierung dankbar, wenn sie uns nicht für Dummköpfe halten wollte, da sie erklärt, dieses Abkommen sei der wahre wirtschaftliche Kristallisierungspunkt einer europäischen Union. Die Deutschen, die wir zu Freunden machen möchten, glauben in der Tat, dah der Rationalbaum Frankreichs der Birnbaum sei. (Unter poire = Dirne versteht man in Frankreich das, was man in Oesterreich unter „Wurzen" versteht.) Man braucht nur das letzte Duch von Jules Romains zu lesen. Dieser seht auseinander, wie für gewisse Deutsche Paneuropa die Hegemonie Mitteleuropas vor- ausseht. Wir würden bei uns Rationalisten bekämpfen, die die europäische Hegemonie Frankreichs haben möchten. Wir bekämpfen außerhalb unserer Grenzen Rationalisten, die die europäische Hegemonie Deutschlands fördern. Das i st Pazifismus, aber ein Pazifismus, der die Augen ofsenhält. England und der Völkerbund. Der „Daily Expreß" für eine Zurückziehung aus Europa. London, 30. April. (TU.) In einem ungewöhnlich scharfen Artikel beleuchtet der konservative „Daily Express" die Gefahren, die sich für England angesichts der gegenwärtigen Lage in Europa aus seiner Zugehörigkeit zum Völkerbunde ergeben. Deutschland und Oesterreich wollten eine Zollvereinigung abschliessen. Man solle ihnen dies gestatten, aber Llkeners Pläne für den Dansatlnnlik-Verkehr. Zwischenlandeplah in Frankreich. - Oer Zeppelinpolarflug. - Zusammenarbeit mit WilkinS. - Abstecher nach dem Nordpol. Briands Gegenprojekt zur deutsch-österreichischen Zollunion. Frankrsich verbiete es im Namen Les „geheiligten" Versailler Vertrages Frankreich breit« seine Fangarme über Rumänien, Polen, vüdflawien unS d« Tschechoslowakei aus und wolle sein« Hegemonie in Europa durch Ausdehnung seines Einflusses so erweitern, dah ein Schuh, der irgendwo abgefeuert werde, in Paris Widerhalle. Solle Englands 3-ugenb etwa in den Krieg ziehen und sterben, damit Frankreich seine Hegemonie behalte oder damit die Zoll- Vereinigung Zustandekommen? Für einige möge der Völkerbund eine Fackel sein, die den dunklen Pfad der Menschheit erleuchte, für andere aber ein« g adel, die jeden Lag das europäische Pulverfaß in Brand stecken könne. Als Amerika dem Völkerbund nicht beitrat, hätte England dasselbe tun sollen. Genf bedeute Gefahr für das englische Weltreich. England müsse sich aus Europa zurück- ztehen. Das Herz des Weltreiches liege in London und nicht in Genf. Amerika und die Reparationen. Wird Hoover die Initiative für eine Revision ergreifen? London, 30. April. (TU.) 3n diplomatischen und finanziellen Kreisen, so meldet der „Daily Telegraph", legt man der bevorstehenden Besprechung des amerikanischen Botschafters in Berlin, Sackett, mit Präsident Hoover und dem Staatsdepartement in Washington grohe De- deutung bei. Man glaube, dah der 'Botschafter im Ramen von Dr.Drüning und Dr. E u r t i u s der amerikanischen Regierung die Ditte unterbreiten werde, Amerika möge die Initiative ergreifen, eine internationale Aussprache über die Erleichterung der Lasten des Voungplanes herbeizuführen. Deutschlands stärkster Beweisgrund sei, dah die Erhöhung des Goldwertes und der Sturz der Preise die Lasten der Reparationen und auch aller internationalen Schulden um 30 v.H. erhöht habe. Unter diesen Umständen sei es ganz richtig, dah Deutschland zunächst an die größte Gläubigermacht und den Besitzer Des größten Goldvorrats herantrete, um sich dessen Mitarbeit zu vergewissern. Paris wird hellhörig. Das Echo der Luther-Rede. Paris, 30. April. (TU.) Die Red« des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther auf der Generalversammlung der Reichsbank hat in der Pariser Presse ein sehr lebhaftes Echo gesunden. Sie wird von sämtlichen Blättern in großer Aufmachung wiedergegeben und allgemein als die Einleitung eines neuen scharfen Propagandafeldzuges gegen die Reparationen angesehen. Das „Journal" wirft die Frage auf, ob diese Ausführungen die Informationen bestätigten, nach denen die Reichsregierung nicht den Monat Juni vorübergehen lassen werde, ohne die gesamte Reparationssrage oufzurollen. In diesem Zusammenhang zeigt man sich in französischen Kreisen auch über dur Besprechungen beunruhigt, die Dr. Brüning und Dr. Curtius in der letzten Zeit mit dem amerikanischen Botschafter in Berlin hatten und in denen man den Versuch der Reichsregierung erblickt, Amerika an der Revision der Reparationen zu interessieren. Das Rennen um die Präsidentschaft. Maginot als Kandidat der Rechten. Was tut Briand? Paris. 30. April. (WTB.) Die französischen Rechtsparteien beabsichtigen, rote „La Röpublique" berichtet, mit Kriegsminister MaginoCals Hauptkandidaten in den Kampf um die Nachfolge Dou- mergues zu gehen. Um die Kandidatur und den Sieg Maginots sicherzustellen, leiteten die Rechtsparteien bereits den Kampf gegen den ebenfalls rechts stehenden Kandidaten, Senatspräsidenten D o u m e r, ein. Zu der Frage einer Kandidatur B r i a n d s schreibt die politisch-literarische Wochenschrift „Gringoire", daß die Freunde des Außenministers bereits seit einiger Zeit einen sehr starken Druck auf ihn aus- übten, um ihn zur Annahme der angebotenen Kandidatur zu bewegen. Sie machen geltend, daß Briands Wahl die Krönung einer langen herrlichen Laufbahn wäre, und daß nidjts der Sache des Friedens mehr dienen könnte als feine Wahl im Elyfee. Briand würde sich als Präsident der Republik genau wie bisher für das Werk und und die Arbeiten von Genf interessieren können, ja, sogar noch imstande sein, am 15. Mai in Genf zu erscheinen, da er ja offiziell das Amt des Präsidenten erst einen Monat später übernehmen würde. Neues Sckeinurteil oegen polnische Aufständische. Rhbnik, 30. April. (WTB.) Dor Der Strafkammer fand die Verhandlung gegen acht Aufständische statt, die der Mißhandlung des deutschen Stadtverordnetenmitgliedes von Schrau, des Redakteurs und Druckereibesihers Hunold beschuldigt wurden. Hunold war am 29. Oktober vergangenen Jahres zur Zeit des Wahlkampfes beim Verlassen einer Stadtverord- netensihung von 15 Aufständischen überfallen und auf das schwerste mißhandelt worden. Infolge der erlittenen Verletzungen war er längere Zeit an das Krankenbett gefesselt und ist auch heute noch nicht voll arbeitsfähig. Rach fünfstündiger Verhandlung verurteilte das Gericht einen der Angeklagten zu d r e i MonatenGefängnis und zur Zahlung von 1000 Zloty Entschädigung an den Mißhandelten. die übrigen Angeklagten wurden mangels ausreichenden Beweismaterials freigesprvchen. Der Verteidiger des Verurteilten hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Oer Aufstand auf Madeira. London, 30. April. (TU ) Rach britischen Meldungen über die Lage auf Madeira ist den Aufständischen vom portugiesischen Kriegsminister auf die Intervention des Bischofs von Madeira hin eine 24stündige Verlängerung des Ultimatums gewährt worden, um die Tür zu einer friedlichen Beilegung des Konfliktes vsfenzuhalten. Die Aufständischen seien an sich bereit, sich zu ergeben, jedoch nicht bedingungslos. Di« Verhandlungen gehen also Polizei und Verwaltung vor dem Landtag. Darmstadt, 30. April. (WHP.) Einzelberatung des Haushalts des Innenministeriums. Abg. Lorenz (Soz.) beschäftiot sich mit der Frage der Preisreform. Durch den heutigen Zustand würden viele Gebiete benachteiligt und die Schäden einer eventuellen Reform stünden dazu in gar keinem Verhältnis. Aba. Angermeier (Komm. Opp.) bezeichnet die Kreis- und Provinzialoerroaltungen als eine „Versorgungsanstalt für höhere Beamte". Abg. Schott (DVP.) fordert, daß den Kreis- ämtern mehr Aufgaben übertragen werden als das jetzt möglich. Es fei nicht notwendig, daß jede Feuerwehr, und Friedhofssatzung, jede Polizeioerordnung erst durch das Innenministerium laufen müsse. Eine Aenderung verschiedener Kreisgrenzen sei angesichts der veränderten Derkehrsverhältnisse notwendig. Abg. Böhm (Dntl.) kritisiert die hohen Gehälter verschiedener Berufsbürgermeister. Hier würden mit den Aufsichtsratstantiemen „dicke Ministergehälter" bezahlt. Innenmini st er Leuschner erklärt, zur Selbstverwaltung der Gemeinden gehöre auch die Festsetzung der Bürgermeistergehälter. Im Vergleich zu 1914 sind bei den Kreisoerwaltungen keine höheren und nur 7 mittlere und 14 untere Beamte mehr eingestellt worden. Das bedeutet angesichts der verkürzten Arbeitszeit und der vermehrten Aufgaben eine Arbeitsbelastung der meisten Beamten bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit. In der Preisreform hat mir der Landtag die Hände gebunden, doch hoffe ich, daß mein Standpunkt bald als richtig auch von den jetzigen Gegnern anerkannt wird. Abg. Storck (Soz.) erklärt, die Notverordnung habe bisher keine Erleichterung für die- Polizei gebracht. Staatsfeindliche Beamte, wie Nationalsozialisten und Kommunisten, könnten in der Polizei nicht bleiben. Abstriche am Polizeietat, an den Führerstellen und der technischen Ausbildung lehnten die Sozialdemokraten ab. Abg. Dr. Müller (Lbd.) hält dem Minister die Vorgänge in Thüringen vor, wo die amtierende Partei die ihr genehmen Leute in die Polizei genommen habe, wie das in Hessen von der Sozialdemokratie betrieben werde. »Diese Einstellung müsse bei einem Kurswechsel zu bedenklichen Konsequenzen führen. Daher beantrage er, dah den Polizeibeamten Die Zugehörigkeit zu jeder Partei verboten wird. Abg. Frl. Birnbaum (DVP.) hält bi« Forderung nach Einrichtung der weiblichen Polizei in Hessen besonders für die gefährdet« Jugend aufrecht, wenn auch angesichts der Finanzlage in diesem Jahre ein Fortschritt nicht zu verzeichnen ist. Abg. Kunkel (DVP.) fordert vom Innenminister angesichts der wiederholten Zusammenstöße in Worms erneut ein Umzugsverbot. Abg. Dr. Werner (Ratsoz.) liest Zeitungsausschnitte über die sonntäglichen Ueberfälle auf die Nationalsozialisten in Worms vor. Die „grohe Koalition" habe die Große Anfrage zur Polizei im Landtag unmöglich gemacht. Die Polizeischita- nen in nationalsozialistischen Versammlungen sucht die Regierung, die sie anbefohlen hat, auf untergeordnete Beamte abzuschieben. Trotz aller gegnerischen Anwürfe lasse sich die NSDAP, von ihrem Weg, auf legalem Wege die politische Macht zu erringen, nicht abbringen. Abg. Hainstadt (Zentr.) erklärt: Der gesamten Polizei gebühre für ihr ftaatstreues Verhalten wärmster Dank. Mängel seien das Fehlen der Laufbahn-Richtlinien und Die geringe Zahl von Führerstellen. Anerkennung verdiene die Mühe des Ministeriums zur Unterbringung der Versorgungsanwärter. Abg. Dr. N i e p o t h (DV.) hält die Polizei als Machtmittel des Staates für gerechtfertigt. Die Volkspartei habe stets für die beste Ausrüstung der Polizei alle Mittel bewilligt, fordere aber auch unparteiischen Einsatz gegen alle Parteien. Es darf nicht das Gefühl auftreten, daß Teile des Volkes Staatsbürger zweiter Ordnung sind. Es ist leichter, zu erklären, die Polizei ist nicht in der Lage, große Aufmärsche im notwendigen Umfange zu schützen und verbietet deshalb alle Demonstrationen, als Umzüge zu genehmigen, die zu schwerem Blutvergießen führen. Ich bitte, gerade mit Rücksicht auf die Wormser Vorgänge, um solche vorsorgliche Maßnahmen. Wir vermuten, daß aus dem vorjährigen Betrag von 700 000 Mark für Uebergangsgebührnisse' noch stille Reserven vorhanden sind. Innenminister Leuschner erklärt: Durch Umorganisation — Grohreviere in Darmstadt, Gießen, Offenbach, demnächst in Mainz, Zusammenlegung der Schupo-Abteilung von Friedberg — und verstärkte Technisierung ist die Schlagkraft ünd Schnelligkeit der Polizei durchaus auf der Höhe, so dah wir wirksam überall da eingreifen können, wo es notwendig wird. Bezüglich der sportlichen Betätigung steyt die hessische Polizei in Deutschland an erster Stelle. Ich bin durch meine Erfahrungen nicht zu dem Ergebnis gekommen, dah die Nationalsozialisten so verfassungstreu und legal arbeiten, wie das Abg. Werner glaubt darstellen zu formen. Erst seit dem Auftreten der Nationalsozialisten traten Gummiknüppel, Revolver und Schlagring in die polisische Diskussion. Sogar die Fahrradschlüssel find, wie Sie hier sehen, zu Schlagringen „DRPa." ausgearbeitet. Diese Schlüssel sind Rationalsozialisten abgenommen worden. Bei der Wiederholung von Vorgängen, wie sie am Sonntag in Worms zutage traten, werden alle polizeilichen Mittel eingesetzt werden. Eine Republik darf in ihrem Machtinstrument keine staats- und regierungsfeindlichen Elemente dulden. Ueber die Spionageversuche der Kommunisten und der R. S. D. A. P. in unserer Polizei sind wir genau im Bilde. Weiterberatung Dienstag. weiter. Die neutrale Zone, die aus den drei internationalen Hotels in Fun- chal besteht, wird von Seesoldaten der vor Fun- chal liegenden britischen Kreuzer „London" und „Curlew" geschützt. Der Marineminister, der die Operationen der Regierungs- tvuppen gegen Madeira leitet, teilt mit, dah die Regierungstruppen, ohne auf Widerstand zu stoßen und ohne die Hilfe der Kriegsschiffe in Anspruch nehmen zu müssen, auf Madeira gelandet sind und die im Operationsplan vorgesehenen Stellungen bezogen haben. Kleine politische Nachrichten. Der Reichskanzler bat bejn Arbeitsausschuß deutscher Verbände telegraphisch seine ausrichtigen Glückwünsche zu seinem zehnjährigen Bestehen übermittelt. Auch der Reichsminister des Auswärtigen hat dem Arbeitsausschuß deutscher Verbände telegraphisch unter warmer Anerkennung der im verflossenen Jahrzehnt geleisteten Aufklärungsarbeit die besten Wünsche des Auswärtigen Amtes für weitere Erfolge im Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit für das deutsche Volk übermittelt. * Das Schöffengericht Charlottenburg verurteilte den Reichstagsabgeordneten Dr. Goebbels unter Freisprechung von der Anklage des Ver- ?ehens gegen Paragraph 163 wegen off ent- icher Beleidigung in dr ei Fällen, wegen öffentlicher Beleidigung und Übler Rach- rebe in zwei Fällen und wegen übler Rachrede in drei Fällen zu insgesamt einem Monat Gefängnis und 1500 Mark Geldstrafe. • Im Braunschweigischen Landtag ist der Gesetzentwurf über Aufhebung des 1. M a i als gesetzlicher Feiertag mit 20 gegen 18 Stimmen angenommen worden. Bei der Wahl des Präsidenten des österreichischen Rationalrats erhielt im ersten Wahlgang keiner der vier Kandidaten die absolute Mehrheit. Im zweiten Wahlgang wurden 147 Stimmzettel abgegeben, von denen 61 leer waren. Auf Dr. Renner (Soz.) entfielen 68, auf Dr. Ramek (Chr.-Soz.) 18 Stimmen. Dr. Renner ist somit zum Präsidenten des Rationalrates gewählt. Der bisherige spanische Botschafter in Berlin, Dr. Espinoza des los Monteros hat mit dem Rordexpreh Be rli n verlassen, um sich nach Madrid zu begeben. Im Ramen deS Reichspräsidenten überbrachte Staatssekretär Dr. Meissner die herzlichsten persönlichen Abschieds- grüße. Für den Reichsminister des Auswärtigen sprach StaatSsekvetär von Bülow herzliche Worte des Abschiedes. • Mehrere Mitalieder des linken Flügels der Arbeiterpartei versuchten im englischen Unter- Haus eine Debatte über das Alton s-XIII. von Spanien in England gewährte Asylrecht herbeizu- führen. Als Abg. Hardie fragte: „Welches wird die Stellung des Herrn Bourbon fein, der früher in Madrid wohnte?", griff der Sprecher ein. Fenner- brock machte darauf aufmerksam, daß mehrere Anfragen wegen des Aufenthalts Alfons XIII. in England von der Liste gestrichen worden seien. Als Kirkwood Alfons XIII. als „Mörder meiner Klasse" bezeichnete, drohte der Sprecher, gegen ihn einzuschreiten, falls «r sich nicht anständig benehme. InderrumanischenKammer verlas Mini- [terpräfibent Iorga die Regierungserklärung, in der es zum Schluß heißt, daß die Regierung eine Zusammenarbeit mit dem gegenwärtigen Parlament angesichts ihreS Programmes als unmöglich betrachte. Im Anschluß hieran verlas Iorga ein Dekret, wonach das Parlament aufgelöst und der Termin der Reuwahlen für die Kammer auf den 1. Juni und für den Senat auf den 4. Juni festgesetzt wird. In einem offenen Brief an die Regierung und die Bevölkerung wenden sich die polnischen Beamtenverbände, die etwa 180000 Mitglieder umfassen, gegen die 15prozentige Herabsetzung der De am te'n g e h ä l te r. Diese wird darin als einseitige und ungerechte Maßnahme bezeichnet, die keineswegs geeignet sei, die Lage der Staatsbeamten z i verbessern; die Beamten erwarten deshalb die Aufhebung dieser Verfügung. Aus aller Welt. Surdjtbare SkploslonSlatastrophe in einem brasilianischenMrtnelaboratorlum Bei einer Explosion im Marinelaboralorlum von Niclheroy sollen 2 0 0 Angestellte getötet oder verletzt worden sein. Das Laboratorium sowie ein benachbartes Gebäude find gänzlich 3 e r ft ö r t. Die Explosion fand vermutlich im Torpedoladeraum statt. Niclheroy liegt an der Rio-Bay, direkt gegenüber von Rio-Stabt. Das Hospital war schnell überfüllt, so daß eine große Anzahl der verletzten in Barkassen nach Rio-Stadt gebracht werden muhte. Die endgültige Zahl der durch die Explosionskatastrophe Getöteten festzustellen ist noch nicht möglich. Die fieberhaft arbeitende Rettungsmannschaft hat während der Nacht wieder neue Leichen aus den Trümmern geborgen, die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt waren. Die Explosion war so heftig, daß die Opfer über eine halbe Meile weit fortgeschleudert wurden. Die Eisenbahnkatastrophe in Aegypten. Die Zahl der Todesopfer bei dem gemeldeten Brand in dem fahrenden Zug hat sich auf 4 6 erhöht. Herzzerreißende Schilderungen werden von den Ueberlebenben gegeben. Unter den Toten am Wege des Unglückszuges liegen zahlreiche Kinderleichen. Die Kinder wurden von ihren vor Schrecken wahnsinnig gewordenen Eltern aus den Fenstern des fahrenden Zuges geworfen. Die meisten der Leichen find so verbrannt, daß es unmöglich ist, sie zu identifizieren. Der Brand war so heftig, daß selbst die Telegraphenleitun- gen am Wege Feuer gefangen haben. Die Verbindung Mit Kairo war rund eine Stunde gestört. Das Erdbeben in Armenien. Das Erdbeben, dessen eigentlicher Herd in der Republik Rachitschewan liegt, wurde auch in TifliS und in Eriwan verspürt und hat sich auf große Gebiete von Armenien und Aserbeidschan erstreckt. Im letzteren Gebiet sind bisher 2 2 0 Tote und über 200 Verletzte identifiziert worden, in Rachitschewan 160 Tote und 500 Verletzte. Llnermeßlich ist der Ve r- lu st an Vieh, wovon die kaukasischen Gebirgsvölker besonders hart betroffen wurden. Der Bevölkerung hat sich eins Panik bemächitgt. Die Hilfe, die die örtlichen Sowjets leisten können, reicht nicht aus. um auch nur die Obdachlosen zu bergen. Da fast gar keine Medikament« vorhanden sind, wird der Ausbruch von Seuchen befürchtet. Die Erdstöße waren so stark, daß auch in dem vom eigentlichen Herd weit entfernten Eriwan Mauerrisse entstanden sind. Dürre in Arabien. Rach Meldungen aus Dasrah sind Hunderte von Nomaden in den Steppengebieten Süd-Syriens und Zentral-Ara- biens infolge der Trockenheit verdurstet. Große Viehherden sollen eingegangen sein. Infolge der Trockenheit sind viele Quellen vollständig versiegt. Man befürchtet, daß nur die Romadenstamme, die bereits die tieferen Quellen oder die noch Wasser führenden Flüsse erreicht haben, den Sommer überstehen werden. Die Regierung ist aufgefordert worden, W a s s e r f ä s - ser und Getreidesäcke auf Lastkraftwagen zu den Stämmen zu entsenden oder aber in die, weiter entfernt liegenden Gebiete einen Flug- zeugtransport einzurichten, um der Rot der Rornaden zu steuern. Cllh Beinhorn über Berlin. Irn Flughafen Tempel Hof hatten sich Tausende von Berlinern eingeiunben, um die junge 2sirikasiiegerin Clly Beinhorn bei-ihrer Heimkehr in Berlin zu begrüßen. Vom Iikbel deo unübersehbaren Menge begrüßt, landete die Fliegerin im Flughafen Tempelhof. Reichsver- kehrsminister v.Guerard begrüßte C.ly Beinhorn namens der Reichsregierung. Er nannte ihren Flug eine Großtat der deutschen Fliegerei und beglückwünschte die Fliegerin zu ihrer Leistung. Als das Flugzeug in der Rähe des Flugsteiges Halt machte, wurde die Schutzkette vom Publikum durchbrochen und alles stürmte zum Flugzeug, um der Fliegerin zuzujubeln. Rur mit Mühe gelang es ihr, aus dem Flugzeug herauszusteigen. Rach der Begrüßung wurde daS Flugzeug, das über uni) über mit (Blumen bedeckt war. weggeschoben und der Flugplatz geräumt. Auf dem Wege zum Flughafengebäude wurden der Fliegerin von neuem begeisterte Ovationen dargebracht. In einem besonderen Raum gab der Aeroklub ihr zu Ehren einen Tee. Schwerer Raubüberfall. Ein Viehhändler von Polch (Eifel) wurde auf der Straße zwischen Kehring und Düngenheim von drei Burschen überfallen. Sie banden ihn an einen Daum, stopften ihm «in Tuch in den Mund und raubten ihm s-rine Barschaft von 4000 Mark. Leute aus der Nachbarschaft fanden den inzwischen ohnmächtig gewordenen Händler und befreiten ihn von seinen Fesseln. Don den Tätern fehlt jede Spur. lleberfall auf eine Polizeistreife in Berlin. Im Stadtteil Reinickendorf-Ost wurde gegen 3 Uhr eine Polizeistreife von etwa fünf bisher noch unbekannten Tätern beschossen. Hierbei wurde ein Polizeioberwachtmeister durch einen Schuß in die linke Brust schwer verletzt und mußte dem Polizeikrankenhaus übergeben werden. Als mtit- maßliche Täter konnten bisher vier Personen fest- genommen werden. Rtunitionsdiebstahl auf einem polnischen Bahnhof. Von einem Munitionstransport, der von einem Gefreiten und zwei Mann begleitet war, wurden auf dem Bahnhof Czenstochau, zwölf Kisten mit Handgranaten gestohlen. Ein Zivilist hatte die Transportbegleiter zum Trinken eingeladen, und während sie im Wartesaal saßen, wurde der Diebstahl ausgeführt. Man vermutet, daß es sich bei den Tätern um Kommunisten handelt. Die Deiterlaae /airtU. 3S8- 75T .Nordo; 251 Inni >to ■anKf. Pari ''O o PerllnxflP =4* >/x- O wolkenlos. O neuer, c) naiD oe-ieckt ® wolkig. G oe«,eckt • Rege» * Schnee & Graupeln. 5 neöei K Grwiitfr,(Q)Uindstilte.o-. sehr eirnter Ost nissiger Südsüdwest ’S sturmiscner «lordwert Oie »lene fliegen mit dem winde Die oeiden Stationen stenenoen zelt- «en gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichet* Auf Meeresniveau umoerrchnrtee Luftdruck Wettervoraussage. Ueber Zentraleuropa erstreckt sich der hohe Druck, der gestern von Westen her seinen Weg genommen hat als geschlossener Kern. Infolgedessen wird auch unsere Wetterlage durch ihn bestimmt, was zur Auflösung der Wolkendecke und zu trockenem Wetter geführt hat. Dabei wird namentlich tagsüber die Ein- strahlung zu Temperaturanstieg führen. Weiterhin lagert über dem Nordmeer das gestern schon erkennbare Tiefdruckgebiet. Es besteht die Möglichkeit, daß durch den Druckfall bei dem Herantransport ozea- nischer Luftmassen über dem nördlichen Deutschland sowie unserem Bezirk Störungsbildungen auftreten, die teilweise einen gewilterhaften Charakter an- nehmen. Aussichten für Samstag: Anfangs ftel- lenroeife dunstig, sonst vielfach aufheiternd, später mehr wölkig und Neigung zu geroitterartigen Nieder, schlügen, tagsüber wärmer. Aussichten für Sonntag: Fortdauer der Neigung zu Gewitterstörungen und teils wolkig teils aufheiternd. Lufttemperaturen am 30. April: mittags 7,9 Grad Celsius, abends 5 Grad: am 1. Mai: morgens 3,5 Grad. — Maximum 9,5 Grad, Minimum 0,6 @ratn LZas geht in Island vor? Stampf zwischen Stadt und Land. - LLm die Aufhebung der Union mit Dänemark. Don unserem N. H.-Berichterstatter. Kopenhagen, Ende April 1931. Die alte Sagainsel Island hat seit fast zwei Wochen die Aufmerksamkeit der Welt auf sich gelenkt durch den Ausbruch von politischen Gegensätzen innerhalb des Attings, die au einer auch die isländische Bevölkerung überraschenden Auflösung des Parlaments geführt haben. Kurz vor dem Auflösungsdekret, das verfassungs- gemätz der König des Landes zu unterschreiben hats hatte, wie bereits gemeldet, die „Selbst ä n d i g k e i t s p a r t e i" , die seit Jahren in der Opposition steht, der Regierung die Einbringung eines M i h t r a u e n s v o t u m s angekündigt. Liese Partei besitzt 17 Plätze im Parlament. Gleichzeitig hatte die Sozialdemokratische Partei, die 5 Mandate besitzt, den Ministerpräsidenten wissen lassen, daß sie die bislang geübte Neutralität der Regierung gegenüber aufgeben und sich dem Mißtrauens- antrage a n s ch l i e ß e n werde. Die gesamte Opposition umfaßt daher 22 Stimmen von den 42 Mandaten des Allings, d. h. also, daß die Regierungspartei, die Agrarpartei, mit ihren 20 Mandaten i n die Minderheit gekommen und die Regierung dadurch zu Fall gebracht worden ^oäre, Hütte es der Ministerpräsident Trhggor Thorhallsson zur Abstimmung kommen lassen. Hm das Dorgehen des Ministerpräsidenten zu verstehen, ist es nötig, auch die Ziele der beiden Parteien, die sich hier zu einer Koalition gegen die Regierung zusammengefunden hatten. wie auch die Derfassung Islands selber, die nach Meinung dieser beiden Oppositionsparteien durch das Dorgehen des Ministerpräsidenten verletzt worden sei, einer Betrachtung zu unterziehen. Die S e l bst ä ndigkei tspartei ist eine ausgesprochene „S t a d t - P a r t e i" , d. h. sie besitzt ihre Anhängerschaft vor allem in Reykjavik und in ben wenigen Städten des Inselkönigreiches. Ihre Anhänger rekrutieren sich so 'gut wie ausschließlich aus den gewerbetreibenden Teilen der Bevölkerung, aus den Kaufleuten und Industriellen. Sie stellen also vor allem die Arbeitgeber dar. Sie nennen sich außerdem die „Konservativen", haben seit mehr denn 20 Iahren auf ihrem Parteiprogramm als ersten Puntt d i e Aufhebung der Union mit Dänemark stehen. Diese Union ist im wesentlichen die Personal- Union in der Person König Christians, der bekanntlich gleichzeitig dänischer wie isländischer König ist. Daneben besteht zwischen beiden Ländern eine Personal-Union in der Leitung der außenpolitischen Vertretung beider Länder, d. h. das dänisch« Außenministerium vertritt die isländischen Interessen außerhalb Islands sowohl durch die dänischen Gesandtschaften wie auch durch die dänischen Konsulate. Dieses Bundesgesetz i st kündbar. Der früheste Termin der Kündbarkeit bzw. eine Aufhebung würde Anfang der vierziger Iahre dieses Iahr- hunderts eintreten. Daß es dann verlängert wird, erscheint vielen gründlichen Kennern Islands nicht sehr wahrscheinlich. Der dänische Ministerpräsident Stauning hat in Anbetrachk der während der letzten Iahre häufig bemerkbar werdenden Stimmung in Island, die eine noch frühere, völlige Loslösung Islands vön Dänemark erstrebt, sich bekanntlich des öfteren dahin geäußert, daß Dänemark sich etwaigen absoluten Mehrheits- Wünschen Islands in dieser Richtung kaum entgegensetzen würde. Materielle Vorteile erwachsen Dänemark aus dem Dundesvcrhältnis mit Island keineswegs, im Gegenteil! die diplomatische Dertretung Islands und viele andere Dinge, so z. B. der Fischereischuh des isländischen Hoheitsgebietes auch durch dänische, staatliche Fischereikreuzer verursacht Dänemark Ausgaben. Die isländische Studentenschaft genießt an der Kopenhagener Universität beträchtliche materielle Vorteile. Die Apanage. die König Christian als König von Island bezieht, ist recht bescheiden. Die Sozialdemokratische Partei, deren aus 5 Stimmen bestehender Mandatsbesitz im Alting schon beweist, dah sie an sich nur eine geringe Anhängerschaft unter der Bevölkerung besitzt. rekrutiert sich vor allem aus den industriellen Betrieben Reykjaviks und der wenigen anderen Städte des Landes, sie ist recht radikal eingestellt, von kommunistischen Strömungen hat sie sich während der letzten Iahre nicht freihalten können. Auch sie hat die völlige Lostrennung Islands von Dänemark zu einem Programmpunkt gemacht, überdies ihrer Forderung noch eine radikalere Rote gegeben, indem sie die sofortige Annullierung des Union-Gesetzes ohtze Einhaltung der in diesem Gesetz verankerten Ablauf- bzw. Kündigungsfrist fordert und außerdem die sofortige Ausrufung der Republik verlangt, während die „Selbständigkeitspartei" nur von einer baldigst möglichen Kündigung dieses Vertrages spricht. In der Hauptsache besteht also die Sozialdemokratische Partei aus Arbeitnehmern. Ihre Radikalisierung ist nicht zum mindesten eine Folge der sich auch in Island empfindlich bemerkbar machenden Arbeitslosigkeit. Wie man also sieht, wäre eine Koalition dieser beiden Parteien ein unnatürliches Gebilde, das. wäre wirklich aus ihm eine Regierung hervorgegangen, nicht lebensfähig sein könnte. Die Agrarpartei, also die Partei des Landes, hat ihre Anhängerschaft über ganz Island, das recht dünn bevölkert ist, verteilt, so daß sie sich durch Versammlungen natürlich -nicht so stimmgewaltig bemerkbar machen kann wie die in den Städten ..zusammengeballten" Anhänger der beiden anderen Parteien. Die Bauernpartei ist durchaus für ein selbständiges Island, aber sie ist in ihrer Mehrheit kaum republikanisch eingestellt, sie sieht in dem Unionskönig auch kein Hindernis für diese Selbständigkeit. Hierbei muß dann noch erwähnt werden, daß die Person des Königs Christian sich im isländischen Volke großer Sympathie erfreut, die bei den Tau- sendjayrfesten und bei den früheren mehrmaligen Besuchen des Königs klar zum Ausdruck gekommen ist. Auch der aus den Reihen der Bauernschaft hervorgegangene Ministerpräsident Thorhallsson hat sich für ein völlig selbstärü>iges Island des öfteren ausgesprochen, hat auch eine Anmeldung Islands im Völkerbund mehrmals in Erwägung gezogen. Da er aber ein Realpolitiker ist, hat er wie auch seine Anhängerschaft auf jeden Fall den Ablauf des bestehenden Dündnisgesetzes erst einmal a b w a r t e n wollen, einmal aus Gründen der Loyalität der Person des Königs gegenüber, dann aber auch aus der Einsicht heraus, daß ein Eingehen auf die völligen Lostrennungswünsche der Oppositionsparteien, d. h. ein selbständiges Auftreten Islands durch eigene Gesandten und Konsulate, dem Lande augenblicklich ganz bestimmt untragbare Ausgaben verursachen würde. Rcnüruch hätte der Ministerprätident mit seinem Kabinett, in dem neben ihm dir Minister Ionas Ionsson und Arnason ,aßen, nach Abstimmung über den Mihtrauensantrag der Selbständigteitspartei zurücktreten müssen. Die parlamentarischen Arbeiten des Altings, das sowieso im Iuli dieses Iahres sein natürliches Ende ge,unten hätte, standen vor ihrem Abschluß, die Haushaltungsgesetze mußten noch zu Ende behandelt werden. Er mußte fürchten, daß von einer aus den beiten gerate in den Fragen der Finanzgebarung des Landes völlig entgegengesetzten Oppositionsparteien gebildeten Regierung diese Haushaltungsgesetze nicht im Interesse des Landes zu Ende geführt werten könnten. Sein Kabinett hätte sich Jo einer sozialistischen Forderung um Staatsgarantie für eine 7 - Millionen -Kronen - Anleihe für öffentliche Arbeiten in Reykjavik unter Hinblick auf die finanziell bedrohliche Lage des Landes widersetzt. Selbstverständlich hätten die Sozialdemokraten, wäre die Selbständigkeitspartei zur Macht gekommen, in erster Linie die Aufnahme dieser Anleihe durchgepreht. Daß sie außerdem noch eine neue Wahlkreiseinteil u n y durchzusehen gedachten, die ihnen besonders in Reykjavik mehrere Mandate einge» bracht haben würde, sei vollständigkeitshalter auch noch erwähnt, llnö gerate dieser Forderung hatte sich vor allen Dingen der Iustiz- minister Ionsson hefttg widersetzt, wobei er das übrige Kabinett und die gesamte Bauernpartei hinter sich wußte. In dieser Lage schlug der Ministerpräsident Thorhallsson telegraphisch dem König die Auflösung des Pa r I am en t8 vor. Ein Vorschlag, den der König als streng konstituttoneller Herrscher annehmen mußte, da hinter ihm das gesamte Kabinett stand. Er stützte sich dabei auf den § 20 ter Verfassung, der festlegt, daß ter König das Alting auflösen kann. Ein anderer Paragraph der Verfassung erwähnt zwar, dah der Haushalt vor Aullösung des Parlaments verabschiedet sein müsse. Aber dieser Paragraph hebe, wie dänische Staatsrechtslehrer feststellen, den vorher genannten Paragraphen nicht auf; Präzetenz älle seien in parlamentarisch regierten Ländern und namentlich des öfteren in Dänemark selber, hier z. B. durch die Vorgängerin der jetzigen dänischen Regierung zu verzeichnen. All dieses hat jedoch nicht verhindert, daß die beiten isländischen Oppositionsparteien das Vorgehen der Regierung als einen Verfassungsbruch bezeichnen und in vielen Versammlungen in den Städten die Annullierung der Auslösung des Alttngs verlangen und die Person des Königs für den Verfassungsbruch verantwortlich machen. Der sozialdemokrattsche dänische Ministerpräsident Stauning hat fid^ sehr nachdrücklich vor die Person des Unionskönigs gestellt und gleichzeitig erklärt, daß einmal die amtierende isländische Regierung allein und voll verantwortlich, dann aber auch ihr Vorgehen völlig berechttgt sei. Dieses Auftreten Staunings ist um so bemerkenswerter, als er damit sehr deutlich seinen sozialdemokratischen Genossen in Island die Leviten gelesen hat. Daß es während ter letzten Tage zu kleinen Exzessen in Reykjavik gekommen ist, wobei auch das dänische Gesandtschaftsgebäute mit Steinwürfen attackiert worden ist, beweist durchaus nicht, daß der überwiegende Teil der isländischen Bevölkerung sich gegen die jetzige Regierung auflehnt, Wohl aber, dah der Gegensatz zwischen Stadt und Land sich sehr vertteft hat und vor allem die Sttahe in Reykjavik mobil gemacht Worten ist. Cs ist nur anerkennenswert, dah ter Ministerpräsident, der seine beiden anderen Minister von ihren Aemtern entbunden hat (sie waren von der Oppositton besonders gehaßt), und der mit dem neuernannten Minister für Handel, einem bekannten Organisator, die Regierungsgeschäfte bis zur Reuwahl allein erledigt, vor ter aufgeputschten Stadtbevölkerung nicht kapitulieren will. Cs darf aber nicht übersehen werten, daß die im Iuni dieses Iahres stattfindenden Reuwahlen gerate unter dem Drucke der mißlichen Wirtschaftslage ein Anwachsen der Oppositionsparteien bringen können. Ob dann ater eine arbeitsfähige Regierung gebildet werten kann, ist ungewiß. Wohl aber dürften sich die Stimmen, die sich für eine Aufhebung ter Union vor Ablauf des Termins Anfang ter vierziger Iahre einsehen, vermehren, so daß alles in allem, auch nach Ansicht der Kopenhagener Presse, der Ausfall dieser Reuwahlen vielleicht schicksalsvolle Bedeutung für das Verhältnis Islands zu Dänemark bekommen dürfte. Erhöhung der Krankenkaffenbeiträge in Frankfurt. WSR. Frankfurt a. M.. 30. April Der Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse hat eine Erhöhung der Beitragssätze von 6 auf 6,75 Prozent beschlossen. Die Erhöhung tritt am 1. Mai iß Kraft. Zwischen Arbeitgeber- und Arteitnehmervertre- tern wurde eine Einigung dahin erzielt, dah die neuen Sähe nur sechs Monate in Gültigkeit bleiben sollen. Dann soll geprüft werden, vb nicht eine Senkung der Sähe möglich ist. Die Burg „G e r o l d s e ck" oberhalb Kufsteins an der bayrisch-österreichischen Grenze, wo zum Gedächtnis der Kriegsgefallenen am 2. Mai eine riesige Orgel eingeweiht wird, deren Klang weit nach Bayern und Oesterreich hinein zu hören fein wird und die Bewohner an die Gefallenen gemahnen soll. L ZW r r> -> .. ,' Aus der provmzialhauptstadt. Gießen, den l.Mai 1931. Wozu das alles? Mehr, als in irgendeinem Zeitalter, werten die Menschen von den Gefühlen und Gedanken bewegt, die sich in ter Frage zusammenballen: „Wozu das alles?" „Wozu bin ich hier? Wozu muh ich mehr, als je, arbeiten und sorgen?" Der Schlaf ist nicht mehr tief und von Kummer und Sorgen unbeschwert. Die guten Freunde scheinen ausgestorben zu fein, oder sie haben mit sich selbst so viel zu schaffen, dah sie keine Zeit mehr haben für uns und unsere Gedanken. Wir sehen das laute Treiben ringsum, die Hnraft, das Iagen nach Geld, um es für Schein- werte ausgeben zu fonnAi, wir fühlen die Rot, den Hader, den Widersinn unserer Tage. Wozu das alles? Vergessen sind Träume und Pläne unserer Iu- gend: Iene rauschenden, unwirklichen, bunter. Ziele, nach denen wir strebten; das zauberisch schöne Geben, das wir zu führen gedachten, ter Weg, den wir zur Höhe schreiten wollten. Auch wir Frauen haben die Kunst verloren, den Sinn des Lebens zu erfassen, Und dennoch könnte uns das Leben heute noch schön sein, wie ein Gedicht. Es kommt nicht darauf an, dah dieses Gedicht lang ist, nur mühte es reizvoll und beseelend sein. Wir sehen aber zu viel Riedriges, Graues, Filziges, Unbrauchbares; wir lernen zu viele Menschen kennen, die sich von ter Rot des Tages beugen lassen und die keinem Ziel, keinem- Ideal mehr leben. Menschen, die keine Sehnsucht mehr kennen nach Farbe, Träumen und Liebe, die nicht mehr verstehen, das Häßliche zu übersehen, und die vor allem eines verloren haben: Die Hoffnung auf bessere Zeiten. Rur vereinzelt fällt unser Blick auf Menschen, die ter lärmenden Umwelt keine Zugeständnisse machen, die ihre Persönlichkeit nicht gegen Flitter und billige Erfolge eintauschen, und die vor allem andere Götter haben, als das Geld! Ich frage nicht danach, wieviel Geld du hast, noch wie gut, wertvoll oder bedeutend du bist: Wenn dein Geben nicht irgendwie und irgendwo Schönheit und Harmonie hatte, hast du wahrlich nicht gelebt! Wenn in dem Buche deines Lebens nirgends ein Gedicht, eine kleine Rovelle, ein schönes Bild zu finden .ist, lohnt es sich nicht, die letzten Seiten zu lesen, und du hast Gottes Absicht und den Zweck ter Ratur verkannt! Selbst das Leben in .ter heutigen Form kann «ns noch reich machen. Cs gibt noch Vieles, das mehr als Geld oder rauschendes Glück bedeutet: Rach Zufriedenheit streben... Dom Leben zu lernen ... Uns selbst besser kennen zu lernen.. Viel gute Bücher zu lesen... Zu wagen, begreifen, alten Zielen aozusagen und neue zu verfolgen, unbekümmert um Ansichten, Enttäuschungen, Schmerzen oder Verluste. Die Worte, die Thales von Milet vor über 2500 Iahren sprach, haben heute noch Geltung: „Wer ist glücklich: Wer Gesundheit, Zufriedenheit und Bildung in sich vereinigt." Und jeder, selbst in bescheidensten Grenzen, kann dieses Ziel strebend erreichen. Und selbst schon auf dem Wege zu diesem Ziel verlernt er schon die Frage ter heutigen Zeit: „Wozu das alles?" M. A. Daten für Samstag, 2 Mai. 1519: Leonardo da Vinci in Schloß Clour bei Arnboise gestorben; — 1772: der Dichter Novalis in Oberwiederstadt geboren; — 1864: der Komponist Giacomo Meyerbeer in Paris gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater: „Die Jungfrau von Orleans", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Kaufmännischer Verein von 1873: Hauptversammlung, 20.30 Uhr, Vereinshaus. — VHC. Gießen: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Prozeß der Kitty Kellermann (Hokuspus"). — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis seiner Frau". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 19.30 Uhr, unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch : Wiederholung der romantischen Tragödie „Die Jungfrau von Orleans" von Schiller mit Beatrice Döring in der Titelrolle. — Di« Rational sozialistisch« Deut- sch« Arbeiter-Partei, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Sonntag, 3. Mai, 20.15 Uhr, im Saal« des Cafe Leib eine Versammlung, in der ter Gaupropagandaleiter Wilhelm Tr «fz sprechen wird. (Siehe heutig« Anzeige.) * " Fremdenvorstellung im Gießener Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Viele Wünsche, Anfragen und Bitten, zumal aus Kreisen auswärtiger Theaterbesucher, veranlassen die Intendanz, am Sonntag, 3. Mai, die Schlageroperette „Meins Schwester und ich" nochmals als Fremtenvor- stellung zur Aufführung zu bringen. Dieses amüsante Werk von Derr und Vemeuil, zu dem Ralph Benatzky die Musik geschrieben hat und das auch bei uns, wie an allen anderen Bühnen, ter grobe Erfolg des diesjährigen Winterspielplans wurde, geht unter ter Spielleitung von Intendant Dr. Prasch in Szene. Musikalische Leitung: Kapellmeister Fritz Cuj6; Einstudierung ter Tänze: Ewald Bäulke. Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß diese Aufführung bei gewöhnlichen Schauspielpreisen die letzte Wieder- holung dieser Iazzoperette ist. Beginn 18.30 Uhr, Ente 21.30 Uhr. ** Flugverkehr Gießen —Frankfurt. In der gestrigen Anzeige der Luftverkehr AG. Ober- hessen-Lahngau über den Beginn des Sommerlust- verkehrs 1931 am heutigen 1. Mai ist infolge eines Sehfehlers die AbflugzeitvvmGießener Flughafen in Richtung Frankfurt leider falsch angegeben. Die Flugzeuge starten nicht um 14.15 Uhr, wie zu lesen war, sondern um 14.45 Uhr in Richtung Frankfurt a. M. " V ruber Krastpost Gieße n—H och e l- heim. Der Dettieb auf ter Kraftpostlinie Gießen—Hochelheim ergab in ter Zeit vom 1. 3a- nuar bis Ende März einen Fehlbetrag in Höhe von 117,65 Mk. Da die Einnahmen tes ganzen Detriebsjahres (von April bis März) der Berechnung zugrunde gelegt werden und in den früheres Vierteljahren Ueberschüsse erzielt wurden, ist ter Fehlbettag gedeckt, so dah von den Garantiegemeinten ein Zuschuß nicht zu leisten ist. " Bezahlt das Kirchnotgeld! Bet Oer bedrängten Lage, in der sich die Hessische Evangelische Landeskirche befindet, mutz von jedem Gemeindeglied ein besonderes Kirch Notgeld erhoben werden. Diejenigen, die ohnedies Kirchensteuer entrichten, bezahlen dieses Kirchnotgeld mit ihrer Kirchensteuer, von den übrigen wird cs besonders erhoben. In unserem Anzeigenteil veröffentlicht heute der Gesamtkirchenvorstand die Bitte, datz die seither säumigen Steuerpflichtige« das angeforderte Kirchnotgeld demnächst entrichten mögen. Rach den angesetzten Terminen erfolgt die Einziehung direkt bei ten Steuerpflichtigen durch einen besonderen Boten. “ Finanzamtspersonalie. Der Vorsteher des Finanzamts Butzbach, Regierungsrab Geis, wurde in gleicher Eigenschaft an bad Finanzamt Oppenheim verseht. ** Arbeitsjubiläen. Der Werkmeister Wilh. Luch von hier konnte am 27. April, und der Former Karl Krombach aus Krofdorf am 16. April das Jubiläum ihrer 25jährigen Tätigkeit im Betriebe der Firma H. S ch a f f st a e d t G. m. b. H. begehen. Die Jubilare erfreuen sich bei der Werkleitung und bei ihren Mitarbeitern bester Wertschätzung. •’ Das Maienblasen vom Turm der Iohanneskirche aus beginnt heute. Es wird in ter Zeit von 19 bis 20 Uhr stattfinden. DaS nächste Maienblasen wird am morgigen Samstag in ter gleichen Zeit ausgeführt, dann findet «s an jedem Mittwoch und Samstag im Monat Mai von 19 bis 20 Uhr statt. ** Don den Giehener Schulen. Mit Beginn tes neuen Schuljahres sind in der Volksschule 507 Kinder (gegen 525 in 1930), und zwar 250 (240) Mädchen und 257 (285) Knaben, ausgenommen Worten. Davon entfallen auf dis Goetheschule an ter Westanlage 154 (199), 67 (104) Mädchen, und 87 (95) Knaben, auf die, Schillerschule 183 (136) Mädchen, auf die Pesta- lozzischule an der Rordanlage 170 (190) Knaben. Dem Religionsbekenntnis nach verteilen sich die Kinder wie folgt: 447 Evangelische, 52 Katholiken, 3 Israeliten und fünf andere Weltanschauungen. —_ Mit dem neuen Schuljahr gingen 223 (229) Schüler an unsere höheren Schulen über. Davon entfallen 39 (20) auf das Gymnasium. 57 (69) auf das Realgymnasium, 31 (46) auf dis Oberrealschule und 96 (87) auf die Studienanstalt. Weitere Lokalnacbrichten im zweiten Blatt I t Eine Kaufgelegenheit von ungeheurer Billigkeit Sonder-Verkauf in bietet unser morgen beginnender 2.50, ca unter den regulären Preisen! [Wilhelm Trefiz Schlachtfest _L f A- Bund ( o der Durch Hlsctell nid Knebelung zur deutschen Freiteil 02578 Schlachtvlattcu. Nicht beirren lassen LHypsUieiten National-Sozialist. Deutsche Arbeiterpartei Ortsgruppe Giefcen. 02551 zu vermteteu. 0T*A Ebelstr. 11 H. vt. Vereine Unsere Rätselecke ■SR Verkäufe | | Mietgesucne | Zwangsversteigerung 2/31 1635V versteigert. August Stoll 3039 D Stellenangebote| | Kaufgesuche | zröhltchieit Ich biete an: 1857 V ommer- zu verkamen. Stcinstr. 61 vt. Betten-Bär Kinderwagen neu eingetroffen Seltersweg 20 3074 A ca.1000 Trikotagen Der beutln.tScfnmtauflaae des Gießener Anzeigers lteat ein Werbeblait der Firma Bettina-Sclmhges. tn.b.H., Gießen, bet. 31M?D Wie fesseln Sie Ihren Herrn Gemahl an Haus und Familie? Kreuz-Drogerie, Ba nbosstrake 53. Alleinverkauf von Wevrofol. 1.50 1.75 Schaufenster- Dekorateur Verkäufer Kellner Metzger Schuhmacher Schneider Gäriner Melker Geflügelzüchter AuskllnIteinNechts-. 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[ * SS HMsroS' u ner wupp E 5 Soulier ist Q der M des Die BfB-er der Gencin Man wird k tretung gege Offenbacher, füllte den (5' geben haben ehrenvollen i rechnen durs Äu/ste/ong a (er, MJ Cchneiöer, lni Sie brltle Ü Sbenb ein1 l nach Mnnschaft ar eine sehr stab eine Niederlap denn Garben schäften, die t Man darf m viel vorgenoi S8om vergc die erste 3ut Sich fpielte, durchzusetzen von 2:0 heir in Klein-Lin- Spielvk Spiels BfB. Am cameto der Spielwtei der Kurhcfjen Mannschaft d finden, der fi Könnens her Gastspielen ir sehr gul'ju at\ M einen seh weniger gut im erolm üppige Lorbec zeit gegen de- Cpielvereinigr winnen, Erge der Kurhesscn alles tut jedo die Marburgei 3m Tor steht e Die Verteidigui was dem Etu teilweise durch das die 1900ei haben die M nach den wit dem Hein dm man zu wird mit ein rechnen sein.! weißen wohl verhindern. 1 Europa Voi Ävei nisse fo ßröffnu stngen i lionen r sahrtsde d ®SW tut u llne ftQt und an Ded Mgen Lag 1809 l< bJk au4 «SfS LZ; ^ge dAung "isten KL"- Mi LKS , Diese ' ubep 3MIA der «1 1.15 1.15 1.00 1.00 150 ^°nn«aa, 3. Mai SJratam Brtilat-Siohftai. lenbetfl-Jembad). lal— -Berfltiauien— ©rrmnnnftetn. 5lbi. &01 SonntaoS« tone Wehilir Wfi ML Lamstag, 2. Mai MM nfdiliefi. Mailtict iarlsrube. äffiDe iobier 8 Hör Bei- melot ftumm '■Jlbr ->Mtox.$ti inftühhiftet, lübltt Kinexnnfl Anbitt ibtniallb Rolltor. '«0 Der Sotiinnb. Lonutao. 3. Mai, Don 9—12 Ubru.uon 15 U.bis Sunlelbeit Anschießen aus dein Waldlchieb- iMS. Wadjinut. bet Z ©eilet balt bit Tteiiv.niiiAamMU GikM^Mv 6*fl* ßär w. voN «s?&s •'"ÖÄ Morse" obenb Mai-Kneipe , || . Abeti“* SgteegS Nr. |OI Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen) Freitag, I. Mat |95| D. f. B. vfv. Giehen (Ligo) — vsv. Friedberg (Liga). Da der kommende Sonntag aus Anlaß des Äugendspieltages sreigehnlten werden muß, trägt der hiesige BsB. bereits am Samstagabend ein Spiel aus und hat sich dazu den Namensvetter aus Friedberg verpflichtet, der in Gießen kein Unbekannter ist. Die Gastmannschaft verfügt über ein ansehnliches Können, und vermochte sich in den Verbandsspielcn in der Nord-Main-Kreisliga führend zu placieren. Die Mannschaft hat den Ober- ligavereinen des Nord-Main-Kreises schon manchen harten Kampf geliefert und befindet sich zur Zeit in bester Form. In der Mannschaft befinden sich einige Spieler, deren Können über den Durchschnitt hinausragt und die Gäste zum gefährlichen Gegner machen. So hat die Elf z. B. in Kehler und Rupp zwei brillante Verteidiger, der Mittelstürmer Sautier ist als Schußkanone bekannt, sehr gut ist der Platz des Halbrechten mit Ebner besetzt. Die VsB.er haben eine Ruhepause hinter sich, in der Gelegenheit genug war, Kräfte zu sammeln. Man roirtT gut tun, dem Gegner die stärkste Vertretung gegenüberzustellen. Der Sieg gegen die Offenbacher, die zuletzt in Gießen zu Gast waren, sollte den Grünweißen einiges Selbstvertrauen gegeben haben und man sollte wenigstens mit einem ehrenvollen Ergebnis gegen die morgigen Gegner rechnen dürfen. Die Hiesigen treten in folgender Aufstellung an: Balser; Henrichs, Bingel; Leutheuser, Kreß, Lehrmund; Schmidt, Sauer, Haupt, Schneider, Ritter. Die dritte Mannschaft wird ebenfalls am Samstagabend ein Spiel zum Austrag bringen. Die Elf fährt nach Garbenteich, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutreten. Obwohl man die Dritte als eine sehr stabile Mannschaft ansprechen darf, liegt eine Niederlage doch sehr im Bereich des Möglichen; denn Garbenteichs erste ist eine jener Landmannschaften, die nicht im Handgalopp zu überlaufen ist. Man darf wohl sagen, daß sich die VsB.er etwas viel vorgenommen haben. Vom vergangenen Sonntag ist nachzutragen, daß die erste Jugend gegen die erste Jugend des VfR. Lich spielte, sich auf des Gegners Platz nicht ganz durchzusetzen vermochte und mit einer Niederlage von 2:0 heimkehren mußte. Die Schüler verloren in Klein-Linden mit dem gleichen Resultat. Spielvereinigung 1900 Gießen. Spielvereinigung 1900 (Liga) gegen DfB. kurhefsen Marburg (Liga). Am Samstagnachmittag fährt die Ligamannschaft der Spieloereinigung nach Marburg. Auf dem Platz der Kurhessen werden die Hiesigen in der ersten Mannschaft des Platzbesitzers einen Gegner vor- finden, der fie wieder zur Hergabe ihres ganzen Könnens herausfordern wird. Bei ihren letzten Gastspielen in Gießen vermochten die Kurhessen sehr gut zu gefallen. Sie lieferten gegen den hiesigen VfB. einen sehr ansprechenden Kampf, gefielen nicht weniger gut im Treffen gegen die Spielvereinigung, ernteten jedoch bei beiden Begegnungen nicht allzu üppige Lorbeeren. Die Marburger konnten seinerzeit gegen den VfB. nur mit 2:1 und gfgen die Epieloereinigung 1900 auch nur knapp mit 3:2 gewinnen, Ergebnisse, die in Anbetracht der Position der Kurhessen, nicht gerade erschütternd sind. Das alles tut jedoch der Tatsache keinen Abbruch, daß die Marburger einen gefährlichen Gegner darstellen. Im Tor steht ein außerordentlich zuverläjsiger Hüter. Die Verteidigung ist nur sehr schwer zu überwinden; was dem Sturm an Durchschlagskraft fehlt wird teilweise durch das technische Vermögen ersetzt, an das die 1900er nicht ganz heranreichen. Schließlich haben die Marburger in dem morgigen Treffen noch den Platzvorteil für sich, der in Verbindung mit dem heimischen Publikum ein" Faktor, ist, mit dem man zu rechnen hat. Unter diesen Umständen wird mit einem Sieg der Hiesigen wohl kaum zu rechnen sein. Immerhin sollte das Können der Blau- weißen wohl ausreichen, eine hohe Niederlage zu verhindern. Die Mannschaft muß sich allerdings zu einem etwas produktiveren Spiel aufraffen, als es gegen Alsfeld gezeigt wurde. Das gilt insbesondere für die Läuferreihe und für den Sturm, die einander leider nicht so ergänzen, wie es notwendig wäre. Bisher waren es immer nur kleine taktische Fehler, die die Erfolge verhinderten. Etwas weniger egoistisches Spiel, stottere Ballabgabe, könnte in dieser Hinsicht schon Wunder wirken. Die Ligareserve trägt voraussichtlich, ebenfalls am Samstagabend ein Spiel gegen die erste Mannschaft von Watzenborn-Steinberg in Steinberg aus. Die Mannschaft des Platzbesitzers ist bekannt als eine Elf, die nicht nur über ein hohes Maß an Stehvermögen, sondern auch über ein für einen Landverein beachtliches Maß an technischem Können verfügt. Die Hiesigen werden gerade gegen diesen Gegner sehr auf der Hut sein müssen, wenn ihnen nicht eine eklatante Niederlage beschieden sein soll. Gepäckmarsch des 1. Bataillons. 3m Rahmen der sportlichen Wettkämpfe für die Divisions» und Heeresrneisterschaften wird die wichtigste der angewandten Leibesübungen der Infanteristen, der Gepäckmarsch, am morgigen Samstag durchgeführt. Die Sieger sollen das Bataillon im Gruppen-Gepäckmarsch der Divisions-Meisterschaften vertreten, dis, wie wir am Montag berichteten, im Mai dieses Jahres in Gießen ausgetragen werden. 3n Verbindung mit dem Wettbewerb findet die Prüfung für das Deutsche Turn- und Sportabzeichen im Gepäckmarsch statt, die neben dem 10-Kilometer-Lauf in die Gruppe 5 neu ausgenommen wurde. Die Einzelkämpfer starten zu je acht in Abständen von drei Minuten, während die Prüflinge für das Sportabzeichen in geschlossenen Gruppen die Mindestzeit von vier Stunden zehn Minuten nicht überschreiten dürfen. Start und Ziel der 25 Kilometer langen Strecke ist im Hof der Reuen Kaserne. Der Marsch führt über den Alten Anneröder Weg, durch den Stadtwald, um den Hohe-Wart-Berg, längs durch den Fernewald, erreicht 300 Meter ostwärts der Ganseburg die Reiskirchener Chaussee, die bis zur Strahengabel nach Grohen- Buseck, 1 Kilometer nördlich Oppenrod verfolgt wird. Dort ist Wendepunkt, von dem aus der Marsch den gleichen Weg zurück führt. Die Sieger werden in etwa dreieinhalb Stunden die Specke zurücklegen müssen, um mit Aussichten in die Divisionsmeisterschaften geschickt zu werden. Der Wendepunkt sollte von den ersten Leuten kurz nach 9 Uhr, das Ziel um 11 Uhr erreicht werden. M. Leichtathletik im Männerturnverein. Bet der Lgde. Frankfurt-Rödelheim zu Gast. Obwohl die schlechten Witterungsverhältnisse der vergangenen Wochen den volkstümlichen Turnerinnen und Turnern bis jetzt noch wenig Gelegenheit zum Trainieren gegeben haben, werden am kommenden Samstag und Sonntag dennoch einige Turnerinnen und Turner an den kreis- offenenLeichtathletik-Wettkämpfen der Turngemeinde Frankfurt-Rödelheim teilnehmen. Diese Wettkämpfe erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Dis Rödelheimer Turngemeinde konnte im vergangenen Jahr eine Teilnehmerzahl von über 400 — mit über 1000 Einzelmeldungen — verzeichnen. Am Samstagnachmittag messen die Jugendlichen ihre Kräfte. Bei diesen wird Frl. Röhmig sowohl im 75° Meter-Lauf, als auch im Hochsprung und Schlag- bailweitwurf ein ernstes Wort um den Sieg mit- reden können. 3n der Turnerinnen-Oberstuse wird der MW. Giehen durch Frl. Bickelhaupt im Hochsprung und 100-Meter-Lauf, Frl. E s p a ch im Weitsprung und lOO-Meter-Lauf und Frl. A m e n d im Dreikampf vertreten sein. Bei den aktiven Turnern bestreitet H. Rothermel das Speerwerfen, Schleuderballwurf und Dreikampf, L. Malkomesius Dreikampf' und Stabhochsprung und E. S e y b den Dreikampf und Weitsprung. Die hiesigen Turner und Turnerinnen Vlissingen, Europas neuester Welthafen. Don Karl Richard Gravih. Zwei für Deutschland bedeutsame Ereignisse werden aus Holland gemeldet: die Eröffnung des neuen Welthafens Dlis- fIngen und die Bewilligung von 110 Millionen Mark für einen neuen Großschifffahrtsweg Rhein—Amsterdam. „Schlüssel der Rordsee" — so nannte man Dlissingen zur Zeit Karls V. Der Hafen auf der 3nsel Walcheren hat eine große Vergangenheit. In den Zeiten feiner Blüte verfügte Dlissingen über eine starke Flotte, die unter eigener städtischer Flagge die Meere befuhr. Aber dann kamen Abstieg und Verfall, Vlissingen verlor immer mehr an Bedeutung — trotz seiner hervorragend günstigen Lage — und nach der Beschießung im Jahre 1809 lag die Stadt isoliert und verwüstet da, wie ausgelöscht aus der Reihe der blühenden Handelsstädte Hollands. Run soll es wiedc-r aufwärts gehen. Soeben ist, nach vielen Jahren, intensivster Bautätigkeit, der neue Welt- hafenDlissingen dem internationalen Verkehr eröffnet worden. Rach großen Schwierigkeiten konnte der Vlissinger Bürgermeister van Woelderen im Jahre 1925 die Zustimmung der holländischen Regierung für den Ausbau des Hafens von Vlissingen erlangen. Damals wurden die ersten Arbeiten in Angriff genommen, um die bereits vorhandenen Anlagen zu einem Anlaufhafen für den Schnellverkehr und zur Steinkohlen- und Heizölstation zu erweitern. Vorbedingung für den Ausbau war die günstige Lage, denn der Vlissinger Küstenhafen an der Scheldemündung ist auch für die Seeschiffe größten Tonnengehalts bei allen Witterungsverhält- niffen sicher erreichbar. Als im Jahre 1HO3 die Vlissinger Hafenwerke eröffnet wurden, entsprachen der Außenhafen, die Binnenhäfen und der die Insel Walcheren durchschneidende Kanal den höchsten Anforderungen der damaligen Zeit. Dann kamen die schweren Kriegswirren, die Beschießung, die den Hafen zerstörte und aus Vlissingen eine tote Stadt machte. Diese Schädigung hat Vlissingen jahrzehntelang nicht überwunden. Erst im Jahre 1873 kam es in den Besitz eines modernen Hafens und eines Kanalnetzes, dellen Betrieb freilich weit über seine Kräfte ging. Reben dem erforderlichen Kapllal fehlte es übrigens auch an Weitsicht und Initiative. Dor allem hatte man gar keine llare Vorstellung, in welcher Richtung sich der Hafen entwickeln sollte. Bei der Anlage hatte man in erster Linie an den Transitverkehr nach Deutschland gedacht. Aber ein Küstenhafen wie Dlissingen, der alle Eigenschaften eines Hafens für den Schnellverkehr besitzt, kommt nicht für einen Transitverkehr in Massen- und Stückgütern in Betracht, denn solche Transithäfen müssen so tief wie möglich im Binnenlands liegen, und es liegt auf der Hand, daß Dlistingen in dieser Hinsicht niemals mit Welthäfen wie Rotterdam und Antwerpen in Konkurrenz treten kann. Um so gefährlicher wird der neue Hafen wahrscheinlich für Antwerpen werden, denn viele ausländischen Schiffe, die heute noch Antwerpen anlaufen, werben künftig den Dlissinger Hafen vorziehen, und damit wird sich auch der Transitverkehr heben. Auf diese Weise will Vlissingen seine alte Stellung im Weltverkehr zurückerobern, auf die es durch seine günstige geographische Lage Anspruch hat. Als Hafen für den Schnellverkehr, für Post- und Passagierdampfer ist Vlistingen wie geschaffen. Gegenüber Antwerpen hat es den Vorzug seiner Küstenlage. Da der Hasen auch bei Rebel und Eisgang zu erreichen ist, kann Vlissingen von einem regelmäßigen Dienst mit größter Sicherheit benutzt werden. Gegenüber Rotterdam ist Dlissingen ebenfalls im Dorteil, da die sichere Pforte seines Hafens nach Südosten gewendet ist, während sich die Mündung des Waterwegs bei Hoek van Holland nach Rordwesten richtet. Für den internationalen Handel ist der Besitz von schnellen Post- und Perfonenverbindungen eine Lebensnotwendigkeit. Für Lebensmittel beispielsweise, die leicht dem Decderben ausgesetzt sind, sind Eilgutlinien erforderlich, und gerade auf diesem Gebiet wird Dlissigen auf die Zukunft vertrauen können. Roch ein anderer Faktor lenkt die Aufmerksamkeit des Schnellverkehrs gerade auf Dlistingen. Das ist seine besonders günstige Lage für den internationalen Luftverkehr. Es sind bereits Schritte getan worden. um auf der Insel Walcheren einen neuen Stützpunkt für den regelmäßigen Luftverkehr zwi» werden in Frankfurt auf eine starke Konkurrenz stoßen. Aus dem 4.Sczirk Im rurngau SessenM.) Der 4. Bezirk im Turngau Hessen trug seinen Frühjahrswaldlauf am Sonntag in Schlitz aus. In den drei Klassen starteten insgesamt 53 Turner. Rachstehend die ersten Sieger jeder Klaste: Turner (5000 Meter): 1. K. Hamel. Tv. Frischborn, 17:31; 2. 2. Hohmeier, Tv. Schlitz, 17:45; 3. R. Dollmöller, Tv. Schlitz, 17: 49. - Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 13 Punkte; 2. Tv. Rieder-Ohmen, 16 Punkte; 3. Tv. Pfordt, 43 Punkte. .Jugend-Oberstufe (3000 Meter): 1. PH. Weppler, Tv. Schlitz, 11:53; 2. W. Hinkl, Tv. Schlitz, 12:42; 3. G. Kuhl, Tv. Angersbach, 12:47. Großer Tag Der Deutsche Fuhballbund hält auch in diesem Jahre wieder, und zwar am kommenden Sonntag, 3. Mai, in Derbindung mit der Deutschen Sport- hehörde im ganzen Reichsgebiet einen Iugendtag ab, der die Jugendlichen aller den beiden Organisationen angehörenden Dereine auf den Sportplätzen zu vielfältigem Wettkampf vereinigen soll. Der Tag soll den Eltern und Erziehern einen Einblick verschaffen in die Arbeit, die die. Sportvereine für die körperliche Ertüchtigung der deutschen Jugend leisten und vor breitester Oef- fentlichkeit sollen die Jugendlichen zeigen, wie weit ihre Leistungsfähigkeit, ihre Selbstbeherrschung, ihr sportliches Können gefördert worden ist. Der Tag soll zugleich ein Zeugnis jener unverbrauchten sprühenden Kräfte der Jugend sein, die sich in Spiel und Wettkampf äußern sollen. Der ursprüngliche gesunde Kampfgedanke, der in jedem Jugendlichen, in jedem Jungen leben muß, wenn er ein rechter Junge sein will, wird an diesem Sage im Dordergruick» stehen, ein edler Wettstreit um den Platz des Ersten wird die Gemüter der Teilnehmer beherrschen und in Bewegung halten. Außerdem aber soll dieser Iugendtag zeigen, daß Spork nicht nur eine Spielerei bedeutet, sondern ein Teil, und zwar ein wesentliches Teil der ernsten Arbeit im Dienste der Ertüchtigung unseres Dolles und der zukünftigen Generation darstellt. Die Erwachsenen sollen nicht versäumen, an diesem Sag einmal zum Sportplatz zu gehen, um an der Lebensfreude, die sich in all den Kampsspielen zeigen wird, teilzuhaben. Für die Jugendlichen der Vereine unserer Stadt Gießen und der Umgebung ist die Durchführung der Wettkämpfe der hiesigen Spiel- tiereinigung 1900 übertragen worden. Die Oberleitung liegt in Händen des rührigen Iugend- leiters der Spielvereinigung D o n b r a n, der schon manche Stunde aufreibender Arbeit den Jugendlichen gewidmet und auch für diesen Sag eine große Menge organisatorischer Arbeit übernommen hat. Die Wettkämpfe selbst finden auf drei verschiedenen Plätzen statt. Ein Seit der Wettkämpfe gelangt auf dem 1900er- Plah, auf dem Waldspielplatz des VfB. und auf dem Platz der Deutschen Iugendkraft (auf dem Stieb) zum Austrag. Vorgesehen sind eine Reihe von Fußballspielen, Handballspiele, außerdem leichtathletische Mannschasts- und Einzel- Wettkämpfe. Bisher haben folgende Sportvereine der Umgebung feste Zusagen gegeben: FC. Großen- Duseck, Spv. Heuchelheim, S. u. Spv. Wieseck, VR- Lich, SP. Vgg. Leihgestern, Spv. 1928 Garbenteich, SD. Wetzlar, DfL. Wetzlar, Spv. 1921 Ettingshausen, DsR. Butzbach, S. u. Spv. Lollar und Spv. Rieder-Weisel. Reben diesen Vereinen werden sich naturgemäß auch die beiden hiesigen Dereine, 1900 und DfB., mit ihren starken 2u» genöabteilungen in großer Anzahl beteiligen. Der 2ugenötag bringt in Anbetracht der zu ertoarten» — Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 10 Punkte; 2. Tv. Angersbach, 16 Punkte; 3. Tv. Lauterbach, 32 Punkte. 2ugend-Unter stufe (2000 Meter): 1. H. Möver, Tv. Schlitz, 8:13; 2. H. Lang, Tv. Lauterbach, 9:51; 3. H. Euler, Tv. Frischborn, 9:52. — Mannschaftssiege: 1. Tv. Schlitz, 10 Punkte; 2. Tv. Lauterbach, 19 Punkte. Kurze Sportnotizen. Die Motorboot-Regatta auf dem Templiner See bei Potsdam vom 4. bis 7.2uni hat schon jetzt eine gute internationale Beteiligung gefunden. 2e eine französische, spanische und schwedische Mannschaft sind gemeldet worden und weiterhin rechnet man stark'.mit der Teilnahme des englischen Weltrekordfahrers Matze Don. -er Lugend. den starken Beteiligung ein umfangreiches Programm. Dorgesehen sind folgende Begegnungen: Auf dem Platz der Spielvereinigung 1900 kämpfen 1900 1 — V,B. 1; 19001 (Handballjugend) gegen DfL. Wetzlar 1 (Handball.ugend); Butzbach gegen Ettingshausen und Garbenteich — Rieder-Weisel. Auf dem DfB.°Plah treffen sich die Mannschaften 1900 II — DiB. II; DfB. Schüler — SD. Wetzlar; Grohen-Duseck — Lich i n) Heuchelheim — Lollar. Auf dem Platz der Deutschen 2ugendkraft stehen sich Leihgestern Schüler — Wieseck; 1900 Schüler und Garbenteich; Lollar Schüler — Butzbach und 1900 3.2ugend Leihgestern gegenüber. Die Spiele werden in Spielzeiten von 2X20 Minuten durchgeführt. Die Mannschaften treten in den Aufstellungen, in denen sie die Derbandsspiele bestritten haben, an. Zu den leichtathletischen Wettkämpfen stellen die Vereine fiampfmannfdjaffen von je acht Mann. Die (Zugendlichen sind in drei Altersklassen eingeteilt. Der ^-Klasse gehören die Jahrgänge 13/14, der 8-Klasfe 15/16 und der S-Klasse die 2ugendlichen von 1917 und jünger an. Die ^-Klasse hat den 100-Meter-Lauf, Weisprung, Kugelstoßen, eine 4X5O-Meter-Staffel und das Tauziehen zu bestreiten. Für die 8-Klaste ist Hochsprung, Rollball, -Speerwerfen, lOO-Meter- Lauf und ein Hindernis-Lauf vorgesehen. Die S-Klasse hat 75-Weter-Lauf, Weitsprung, Ballweitwurf und Tauziehen zu bestreiten. 2eder 2ugendliche der aus acht Mann bestehenden Kampsmannschaften kann sich nur an einer Konkurrenz beteiligen. Bei den Würfen und Sprüngen kommen nur zwei Ausführungen in Frage, die jeweils bessere wird gewertet. Die Wertung erfolgt nach Punkten. Die Kampfrichter für die leichtathletischen Wettbewerbe werden von den einzelnen teilnehmenden Vereinen gestellt. 2m Rahmen der 2ugendwettlämpfe wird außerdem ein Städte-Handball-Wett- spiel zwischen Gießen und Wetzlar stattfinden. Die gesamten Wettkämpfe sollen im Laufe des Rachmittags durchgeführt werden. Um 13 Uhr wird auf allen Plätzen mit den Fußballspielen begonnen, ab 16.20 Uhr werden die leichtathletischen Wettbewerbe durchgeführt, gegen 17.30 Uhr soll ein Aufmarsch und die Bekanntgabe der Sieger sowie die Verteilung der Diplome den Tag beschließen. Der großzügigen Veranstaltung, die sich zugleich zu einer werbenden Kundgebung gestalten dürfte, ist ein großer Erfolg zu wünschen — in der Hauptsache aber auch gutes Wetter. Die Spielplätze sollten am kommenden Sonntag das Ziel all derer sein, die in der 2ugenö das Leben und die Zukunft sehen. Während des 2ugendkages pausieren die ak- tiben Mannschaften, oder tragen bereits am Samstag Spiele aus. Soweit die attiven Mannschaften auf den Plan treten, gelten auch ihre Wettkämpfe dem Iugendtag und der Unterstützung der Iugendsache. schen England und dem Festland unter Anschluß an das übrige europäische Lustneh einzurichten. Jedenfalls zeigen die maßgebenden Stellen des englischen Flugwesens großes Interesse an den durch den Ausbau des Vlissinger Hafens gegebenen Möglichketten. Roch eine andere für Deutschland bedeutsame verlehrspolittsche Tat wird aus den Rieder- landen gemeldet. Die Volksvertretung hat soeben ihre Einwilligung zur Durchführung eines Projektes gegeben, das auch für den deutschen Verkehr. den Anschluß des Reiches an die Weltwirtschaft, von großer Bedeutung ist. Es soll ein neuer Kanal zur Derbindung des Rheins und Amsterdams mit einem Aufwand von etwa 110 Millionen Mark in sechs Jahren gebaut werden. Diese Kosten trägt der Staat nur zu einem geringen Teil, indem er etwa 10 Millionen Mark aufwendet, während Amsterdam 27 5 Millionen Mark beisteuert. Der Rest wird von verschiedenen Interessenten aufgebracht. Da Amsterdam mit einem großen Aufschwung im Güterumschlag rechnen kann, wird das große 2nteresse begrifflich, das die Oeffent- lichkeit an diesem Projekt nimmt. Es ist um so großer, als schon immer ein stiller, zäher Kampf zwischen den Städten Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen um den Rheinverkehr geführt wird. Da das Gedeihen Belgiens und Hollands in hohem Maß vom Güterstrom abhängt, der von Deutschland über den Rhein zur See und in umgekehrter Richtung fließt, suchen diese Länder den Interessen des Hinterlandes möglichst ent» gegenzukommen, wobei Deutschland nur gewinnen kann. So beabsichtigt jetzt Amsterdam, auch für solche Schiffe, die nur einen Seil der Ladung löschen, das Hafengeld nur im Verhältnis zur gelöschten Warenmenge und nicht wie bisher, je Schiffseinheit, zu berechnen, was eine wesentliche Devöilligung bedeutet. Auch Rotterdam senkt die Hafengebühren um mehr als die Hälfte. Damit paßt man bei den großen Rotterdammer Hafenunternehmungen den Tarif dem einer kleineren Unternehmung an, der bisher von den großen deutschen Verbrauchern von Auslanderzen das Umladen übertragen worden war. Auch die Gebühren für das Löschen von Getreide werden dort um 15 Prozent ermäßigt werden. So werden also für Deutschland öle Frachtkosten im Innen- und Außenhandel etwas niedriger werden. Roch mehr Ruhen wird es aus dem Dau des neuen Kanals ziehen. Für Öen Warenumschlag haben Amsterdam und Rotterdam ganz andere Aufgaben zu erfüllen, indem dieses mehr dem Umschlag von billigen Massengütern, jenes dem Stückgutverkehr dient. Der Verkehr zwischen dem Rhein und Amsterdam hatte bisher mit ziemlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zwar besteht schon seit dem Jahr 1892 zwischen dem einen Arm der Rheinmündung, dem Lek, und Amsterdam ein Kanal, der Merwedekanal. der aber den Anforderungen der modernen Schiffahrt keineswegs mehr genügt. Im Jahre 1927 wurden über diesen Wasserweg 21 Millionen Tonnen Güter befördert, doch formen auf ihm nur Kähne von höchstens 2C00 Tonnen Tragfähigkeit verkehren, während es heute schon viele weit größere gibt. Seine Breite ist zu gering, die kleinen Brückenöffnungen und wenig leistungsfähigen Schleusen sind andere, nicht zu unterschätzende Verkehrshindernisse. Auch ist der Riederrhein und Lek bei niedrigen Wasserständen schwer zu befahren, so daß in diesem Fall die Schiffer zu einem viermidzwanzigstün- digen Umweg gezwungen sind, der sie üoer den anderen Mündungsarm des Rheins, den Waal, über Rotterdam und Gouda nach Amsterdam führt. Rachdem man sich seit dem Jahre 1917 mit der Frage der Derkehrsverbesierung beschäftigt und zahlreiche Pläne erwogen und wieder verworfen hat, wurde nun folgende Entscheidung getrogen: der über Utrecht führende Merwedekanal wird erweitert, überquert den Lek bei Wijk und führt dann in neu zu grabenden Kanalrinnen an den Waal bei Siel. Unabhängig davon wird an der bisherigen Mündung des Kanals in den Lek eine moderne Schuhschleuse gebaut. So wird eine bei ieöem Wasserstand befahrbare Straße vom Wcal nach Amsterdam geschaffen. Re^en diesem ^rojekt denkt man noch an die Ausführung anderer Pläne. So will man den wirtschaftlichen Bedürfnissen der Textilindustrie in der Provinz Overijssel nahe der westfälischen Grenze, die einen Anschluß an die Rheinschiffahrt als notwendig bezeichnet, entgegenkommen. Man hat an den Bau eines Kanalnetzes von insgesamt 120 Kilometer Länge gedacht. Auch dieses Projekt verdient in Deutschland entschieden Beachtung. Aus der Provinzialhauptstadt Gießen, den l.Mai 1931. Lorchel-Bergistungen. Die Frühlingszeit ist gekommen. Morcheln, Lorcheln und Dechcrlinge erscheinen. Die Lorchel — vielfach fälschlich Morchel benannt — tritt in den Frühlingsmonaten (März bis 2uni) besonders in sandigen Kiefernwäldern truppweise, oft in großer Zahl auf. Der hohle, weißliche Stiel ist mitunter ganz im Boden eingesenkt, so dah nur der braune Hut mit seiner wulstig-faltigen Oberfläche aus der Aadelstreu hervorschaut. Durch ihre braune Schuhfarbe wird die Lorchel oft übersehen. Noch nicht genügend beiairnt rst es, dah Die Frühlings-Lorchel (Hclvella esculenta) alsG ifp pilz sehr verhängnisvoll werden kann. Auch im abgelaufenen Jahre hat dieser Pilz eine ganze Reihe von Todesfällen und schwe- ren Vergiftungen verursacht. Wie schon vor 100 Jahren bekannt war, bleibt der Genuß der Lorchel meist (nicht immer!) ohne schädliche Folgen, wenn die Brühe der genügend (mm- destens 5 Minuten) gekochten Pilze vor dem Genuß weggeschüttet wird. Sorgfältig (un- gefähr 2 Wochen) getrocknete Lorcheln sollen gewöhnlich auch ohne diese Vorsichtsmaßregel bekömmlich sein. . , Bon manchen Menschen wird die Lorchel auch mit dem Kochwaller vertragen. Zuweilen tritt erst eine Erkrankung ein, wenn «ine zweite Lorchelmahlzeit in kurzem Zwischenraum nach der ersten stattfand. Auf jeden Fall bleiben in bezug auf die Giftigkeit der Lorchel noch mancherlei Rätsel zu lösen. Am besten ist jeglichen Genuh der Frühlingslorchel zu meiden. Bom Pilzmarkt sollte ein Pllz. der schon so viele Todesfälle zur Folge hatte, ganz 2 us - ge schlossen werden, wie das in Oesterreich schon der FcÄ ist. * \ * Johann Strauh in Gießen. Das Wiener Orchester unter der Lettung von Johann Strauß gastiert am Samstag, 9. Mai, wieder in Gießen. Das Konzert findet in der Dolkshalle statt und dürfte auch diesmal wieder viele Freunde finden. Strauhsche Walzermusik, jene unsterblichen Schöpfungen, werden das Gießener Publikum aufs neue begeistern. Es ist damit zu rechnen, dah die Dolkshalle wieder, wie bei den bisherigen Strauß-Konzerten, bis auf den letzten Platz beseht sein wird. Aus diesem Grunde dürste cs sich empfehlen, den Karten- Dorverkauf in Anspruch zu nehmen, der bereits rege eingesetzt hat. "Radivübertragung einerFrauen- Friedenskundgebung. Am nächsten Sonntag 18 Uhr wird durch den Frankfurter Rundfunk eine Frauenkundgebung für den Frie^ns- gecanken übertragen. Bei dieser Kundgebung werden der Bischof von Limburg, Dr. Antonius H i l f r i ch , außerdem Frau Dr. Gerta Krabbel, die Vorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes, und Dr. Else Peerenbvomals Vertreterin der Jungfrauenverbände sprechen. Der ^-cappelia-Chor für geistliche Musik wird unter der Leitung von Freiherrn v. D r v st e die Feier umrahmen. ^^"Oeffent liehe Dücherhalle. 2mApril wurden 1545 Bände ausgeliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 1061, Zeitschriften 55, Jugendschriften 97, Literaturgeschichte 8, Gedichte und Dramen 8,. Länder- und Völkerkunde 91, Kulturgeschichte 3, Geschichte und Biographien 112, ' Kunstgeschichte 9, Naturwissenschaft und Technologie 71, Heer- und Seewesen 1, Haus- und r" Landwirtschaft 3, Gesundheitslehre 1, Religion - und Philosophie 12, Staatswifsenschaft 11, Sport 2 Bände. Rach auswärts kamen 6 Bände. *"* Zusammenstoß zwischen Lastauto und Motorradler. Gestern gegen 18.30 Uhr ereignete sich an der Ecke Ludwig- und Bleichstras.e ein Zusammenstoß zwischen einem Lastauto der Firma Grieb und dem auf seinem Motorrad fahrenden 25 Jahre alten Weißbinder Heinrich Hahn aus Hattenrod. Das Lastauto fuhr aus der . Bleichstraße in Richtung Gnauthstraße über die Ludwigstraße hinweg, als im gleichen Augenblick der Motorradler die Ludwigstraße herab in Richtung Ludwigsplatz gefahren kam. An der Straßenkreu- zung rannte der Motorradler seitlich gegen dos Lastauto an und wurde bei dem Zusammenprall von der Maschine geschleudert. Er blieb bewußtlos an der Unfallstelle liegen und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden. Er trug eine Schädeloerletzung davon, befand sich aber heute morgen wieder bei Bewußtsein und den Umständen entsprechend wohl: Lebensgefahr besteht erfreulicherweise nicht. Von den Insassen des Lastautos wurde zum Glück niemand verletzt. Der Lastkraftwagen konnte nach Feststellung des Sachverhalts feine Fahrt fortsetzen, dageaen wurde das Motorrad erheblich beschädigt. Die Ermittelungen über die Schuldfrage sind noch im Gange. ** „O m mani padme hum!" Diesen Titel hat der berühmte Asiensorscher Dr. Wilhelm Filchner dem Fllm gegeben, der einen Originalbericht seiner abenteuerlichen und entbehrungsreichen Forschungsreise durch Tibet dcrr- stellt. „Om mani padme hum“ heißt zu Deutsch: „O du heiliges Kleinod im Lotos, Amen!" und ist ein Gebet, das Tausende frommer Tibetaner murmeln, das auf Gebetstrommeln und -mühten millionenfach heruntergeleiert wird. Seinem Sinne nach bedeutet es: Aus der „ Lotos“ blume wuchs der kleine Buddha, das „Kleinod“, das mit diesem Gebet gepriesen wird. Cs ist der Schlüllel zum Wesen der dem Europäer so schwer verständlichen Tibetaner im Lande des Dcllai-Lama. Dr. Wilhelm Fi lchner hat in diesem Film, der nur unter den größten Schwierigkeiten nach Europa gebracht werden konnte, die Fülle seiner Erlebnisse festgehalten, er vermittelt in ihm einen wertvollen Schatz wissenschaftlichen Materials und läßt den Laien einen Einblick tun in jenes rätselhafte Land mit seinen noch rätselhafteren Bewohnern. Der Kulturfilm, dessen hohen Wert man bei der Person des Forschers ohne weiteres als gegeben ansehen darf, kommt am nächsten Sonntag 11.15 llhr im Lichtspielhaus, Bahnhof- strahe, zum erstenmal zur Aufführung. •• Eltern-Abend der Kaufman ns- jugend im DHV. Man berichtet uns: Der Bund der Kaufmannsjugend im DHV., Ortsgruppe Gießen, veranstaltete in den Räumen des Verbandsheimes einen Ellern- und Freunde- Abend. Rach einleitenden Musikvorträgen und einem Vorspruch begrüßte der Jugendführer Hans Depperling die Teilnehmer. Er gab in seiner Ansprache ein Bild von der Mannigfaltigkeit der ÄnSleuerpwtesi der hessischen Handelskammern. | Die hessischen Industrie - und Handelskammern haben in einer Dertreterver- sammlung, die am 29. April stattfand, eingehend zu der letzten Erhöhung der Grund- und Sondergebäude st euer in Hessen Stellung genommen und nachstehende Entschließung an die hessische Regierung gerichtet: „Bereits bei der Einbringung der letzten hessischen Steuervorlagen zur Verdreifachung der Grundsteuer und zur teilweisen Neuveranlagung der Sonder- gebäudesteuer haben sich die hessischen Industrie- und Handelskammern veranlaßt gesehen, gegen die erneute Erhöhung der Steuerbelastung die ernstesten Bedenken geltend zu machen. Die schon damals zum Ausdruck gebrachten Befürchtungen sind durch die tatsächliche Entwicklung noch übertroffen worden. Die Zustellung der neuen hessischen Landessteuerbeschelve mit ihren ganz ungewöhnlich überhöhten Anforderungen hat in den Kreisen der betroffenen Steuerpflichtigen größte Bestürzung hervorgerusen. Die Entwicklung der Dinge bringt den klaren Beweis dafür, daß in der Tat biex in ihrer endgültigen Auswirkung erst jetzt voll zu übersehende Erhöhung der hessischen Landessteuern geradezu die von der R e i ch s r e g i e r u n g zur Senkung der Preise und Gestehungskosten eingeleiteten Maßnahmen durchkreuzt hat. Jür den hessischen Steuerzahler ist an Stelle der in der Rotverordnung des Herrn Reichspräsidenten zugesicherten Lastensenkung in Wahrheit eine ungeheuerliche Erhöhung der Realsteuern eingetreten, und dies zu einer Zelt, in der die Einkommen der von den Steuererhöhungen betroffenen kreise zusehends weiter stark einschrumpsen. Da die Steuererhöhungen zudem vorwiegend die kleineren und mittleren Steuerobjekte besonders empfindlich belasten — bekanntlich war das Gegenteil angenommen worden —, wirken sie sich ry ittelstandsfeindlich und unsozial aus. Es darf heute schon als feststehend angenommen werden, daß der Ertrag dieser Steuererhöhungen, insbesondere bei der Sondergebäude st euer, weit über das bei ihrer seinerzeitigen Vorlage Geschätzte hinaus geht. So war die Auswirkung der teilweisen Neuveranlaguna der Sondergebäudesteuer für Hessen mit 500 00Ö Mark angenommen worden, während der tatsächliche Ertrag ein Vielfaches dieser Summe ausmachen soll. Die hessischen Industrie- und Handelskammern müssen nach wie vor betonen, bafe irgendwelche Steuererhöhungen unter den jetzigen Verhältnissen überhaupt nicht zu verantworten sind. Angesichts dieser Sachlage ergibt sich die zwingende Forderung, die unerträgliche Erhöhung der Sonder- gebäubefteuer rückgängig zu machen. Gleichzeitig müssen von ber Regierung Mittel unb Wege gesucht werben, um bie in ihrer SSerbrei» fachung mit größten Härten sich auswirkenbe Erhöhung ber Grunbsteuer auf ein erträgliches Maß herabzufetzen.“ 48. Verbandslag des Rhein - Main - Gasi wirteverband es. WSR. Heppenheim, 29. April. Der Rhein - Main - Gastwirte - Derband (Hessischer Landesverband) hielt gestern und heute in Heppenheim seinen 4 8. Verbands tag ab. Rachdem bereits gestern abend ein Degrühungs- abend, von der Heppenheimer Gastwirte-Jrmung gegeben, die Tagung eingeleitet und eine Sitzung des Gesamtvorstandes di« Arbeiten des Der- bandstages vorbereitet hatte, eröffnete heute vormittag der Dorsihende der Heppenheimer Innung, Gastwirt Seibert, den Derbandstag. Der zweite Dorsihende, Döring, Darmstadt, leitete- die Verhandlungen, die einen ausgezeichneten Verlauf nahmen, trotzdem die schwer« wirtschaftliche Lage, unter der besonders das Gastwirts- und Hotelgewerbe zu leiden hat, das Leitmotiv der gesamten Beratungen bildete. Der Geschäfts- und der Kassenbericht wurden ohne Aussprache erledigt und dem Vorstand Ent- lastung erteilt. Dann sprach der Präsident des Deutschen Gastwirte-Verbandes Reichstagsabgeordneter Emil K 5 st er über die allgemeine Wirtschaftslage Deutschlands und die Einstellung des Reichstages zu den aktuellen, wirtschaftspolitischen Fragen. Der Redner bezeichnete als den Angelpunkt unserer Außenpolitik das polnische Problem, das für die Zukunft Deutschlands entscheidend sein werde. Innenpolitisch wandte sich der Redner vor allem gegen den übersteigerten Dildungsfimmel und die im Reichsetat angesichts der stetig zurückgehen- den Steuer- und Zolleinnahmen notwendig werdenden Einsparungen. Der Redner kam zu dem Schluß, daß die jetzige Reichsregierung doch den ernstlichen versuch mache, den weg nach vorwärts zu gehen, der allerdings dornenvoll und opferschwer sein werde. Trotzdem sei Grund zu Pessimismus nicht gegeben, jedoch die ernste Mitarbeit jedes einzelnen notwendig. Der zweite Vorsitzende wandt« sich dann unter dem Beifall der Anwesenden gegen die Absicht des hessischen Innenministeriums, den § 11 des Gaststättengesetzes im politischen Kampf anzuwenden, und fand darin auch die grundsätzlich« Zustimmung des Referenten des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, Ministerialrat Hechler. Anschließend an ein Referat des Syndikus des Verbandes, Rechtsanwalt Dr. Mattern, entspann sich eine von zahlreichen gravierenden Beispielen aus der Praxis belebte Aussprache über die Mißstände und die Rückständigkeit des hessischen Urkundenstempelgesehes. das zu grotesken Zuständen namentlich in den Grenzdistrikten, führe, und im Vergleich mit den angrenzenden Ländern Preußen, Bayern, Baden und Württemberg viel zu hohe Gebühren fordere. Die Referate über das Selbsthilfewerk ergaben den günstigen Stand der Sterbe lasse und Versicherungseinrichtungen. Trotz aller Rückschläge verzeichn« auch das Derbandswerk „Selterssprudel Auguste Viktoria" in Selters in diesem Jahre einen erheblichen Gewinn. Der Verbandstag beschloß, die nächstjährige Tagung in Worms abzuhalten. Die Versammlung nahm anschließend folgende Entschließung an: „Die Versammlung erhebt entschiedensten Einspruch gegen die Erhöhung der Biersteuer und die Einführung der Gemeindegetränkesteuer, sowie gegen die Erhöhung der Grundsteuer und Sonder- gebäudesteuer. Diese neuerlichen Steuermaßnahmen nehmen dem schwer ringenden Gewerbe die letzte Möglichkeit, seine Existenz zu erhalten. Schon jetzt läßt sich voraussehen, dah bie Auswirkung dieser neuen Steuern katastrophal sein und zu einem völligen Zusammenbruch des Gewerbes führen müsse. Die Versammlung richtet an bie Reichsregierung und bie hessische Regierung in letzter Stunde das dringende Ersuchen, den Abbau dieser neuen Steuern in die Weg« zu leiten, ehe es zu spät ist." im DHV. betriebenen Jugend-Dildungsarbeit und erläuterte den Zweck des Abends. Er dankte den Erschienenen für ihr Kommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Abend dazu angetan sein möge, die Zusammenarbeit zwischen ben Eltern und der Jugendführerschaft zu fördern. Mit einigen Schargesängen der Jugendgruppe fand der erste Teil seinen Abschluß. Kaufmanns- lehvling Ernst P r ü h« brachte ein Gedicht zum Vortrag und Kreisgeschäftsführer Schroeder sprach sodann über: „Der Iungkaufmann, sein Stand und Verband." Der Redner gab einen lieberblick über die Wandlung pn wirtschaftlichen Leben vom persönlichen Inhaber zur unpersönlichen Gesellschaft und die damit veränderte Position des Kaufmannsgehilfen. Er schilderte di« Arbett des DHV., seine Bemühung um den Kaufmannsstand und seine Arbeit auf dem Gebiete der Fortbildung des jungen Rachwuchses. Die Hauptaufgabe sehe der DHV., so führte der Redner zum Schluß aus, in der Erziehung seiner Mitglieder zu deutschen Menschen. Der dritte Tell des Abends, der dem deutschen Humor Gewidmet war, brachte lustige Schargesänge der kugendgruppe, die sehr beifällig ausgenommen wurden. Richt minder starken Beifall fand das aufgeführte Hans-SachsSpiel „Der Dauer im Fegefeuer", welches von Mitgliedern der Fahrenden Gesellen und der Jugendgruppe gespielt wurde. •• 25 Jahre Westerwaldbahn. WSR. Herborn, 30. April Morgen sind 25 Jahre vergangen, dah die erste Teilstrecke der Westerwaldquerbahn Herborn— Westerburg dem Dertehr übergeben wurde. Der Bau der Dahn war bereits im Jahre 1898 vom Preußischen Ahgeordnetenhaus bewilligt worden, doch waren die (Sauarbeiten erst 1906 so weit vorgeschritten, daß am 1. Mai die Dahn bis Driedorf in Betrieb genommen werden konnte. Im Oktober des gleichen Jahres konnte der zweite Ab chnilt der Strecke, Driedor,—Rennerod, eröffnet werden. 2m Laufe der 2ahre hat sich die Dahn zu einem Faktor im wirtschaftlichen und kulturellen ßeben des Dillgebietes entwickelt, der heute niemandem mehr entbehrlich erscheint. Die Personenbeförderung hat namentlich seit 1913 überall einen nennenswerten Aufschwung genommen, und auch die Zahlen des Güterverkehrs bewegen sich in ansteigender Linie, wenn auch neuerdings der Konjunkturrückgang der Westerwälder Steinindustrie in den Umschlag- ziffern zum Ausdruck kommt. Hessischer Evangelischer Landeskirchentag. Darmstadt, 30. April. (WSR.) Der Landeskirchentag der Evangelischen Landes» kirche nahm heute zunächst eine Reihe von Ersatzwahlen zu mehreren Ausschüssen vor und gab seine Zustimmung zu mehreren Aenderungen, die von der Kirchenregierung bereits auf dem Gebiete der Pfarrstellenbesetzung vorgenommen waren. Die neue Geschäftsordnung für den Landeskirchentag wurde in ihren 101 Paragraphen durchgesprochen und nach geringen Abänderungen in erster Lesung einstimmig angenommen. Die zweite Lesung wird am Freitag erfolgen. Da die einzelnen Gruppen des Kirchentages mit ihren Beratungen noch nicht zu Ende waren, wurde di« Sitzung unterbrochen. 2n einer Abendsihung nahm der Landeskirchentag einstimmig folgend« Kundgebung an: „Zu der Frage der Verlegung des Pädagogischen 2nstituts von Darmstadt nach Mainz gibt der 2. Evangelische Landeskirchentag kund: Der Landeskirchentag bekennt sich zu den Einsprüchen, die von der Evangelischen Kirchenregierung und von verschiedenen Körperschaften des Landes gegen öje Aufhebung des Pädagogischen Instituts zu Darmstadt erhoben worden sind, und dankt allen, die sich für die Erhaltung des Instituts eingesetzt haben. Der Landeskirchentag nimmt mit Bef re m den davon Kenntnis, daß wichtige Interessen der Evangelischen durch die geplante Maßnahme der. Regierung nicht gebührend berücksichttgt werden. Er hat volles Verständnis für die Beunruhigung, die dadurch in weiten Kreisen der evangelischen Bevölkerung hervorgerufen wurde. Ohne sich gegen den Fortbestand des Mainzer Instituts zu wenden, fordert der Landeskirchentag, dah das Institut zu Darmstadt erhalten bleibt, daß aber andernfalls eine zweite Lehrer- ausbildungsstätte geschaffen werde, die neuzeitlichen Forderungen entspricht und auch den Bedürfnissen der evangelischen Landbevölkerung Rechnung trägt. Sollte dies zur Zeit nicht möglich sein, so spricht der Landeskirchentcvg die bestimmte Erwartung aus, daß die Leitung des Mainzer Instituts, solange nur diese eine Lehrerausbildungsstätte besteht, in dem zu zwei Dritteln evangelischen Hessenlande in evangelische Hände gelegt wird. Gleichzeitig fordert der Landes- sirchentag ausreichende Sicherungen dafür, daß der simultane Charakterder Lehrerausbildung und derhess ischenSchule und dabei die Lebensinteressen der Evangelischen Kirche und der evangelischen Bevölkerung tu keiner Weis« beeinträchtigt werden.“ 4364 Studierende in Marburg. WSR. Marburg, 30. April. Die (Sintra* gu g:n zu < em dies,ä.^r gen Sommersemester an unserer Universität sind jetzt offiziell beendet. Es haben sich insgesamt 4364 Studierende eingetragen, davon 3362 Männer und 1002 Frauen. Die Verteilung auf die einzelnen Fakultäten ist wie folgt: Theologie 485 Männer und 31 Frauen, Rechts- und Staatswissenschaft 734 Männer und 69 Frauen, Mediziner 997 Männer und 175 Frauen, philosophische Fakultät 1146 Männer und 727 Frauen. Da noch mit etwa 40 (Nachzüglern zu rechnen ist, wird die Zahl 4400 erreicht werden. Außerdem werden noch etwa 50 Gasthörer zu erwarten fein. 2m vorigen Sommersemester betrug die Gesamtzahl der Studierenden 4228, so daß in diesem Semester rund 175 Studierende mehr hier anwesend sind. Aus oder Wett. Einweihung des Reubaues der Tübinger Universität. 2n Tübingen wurde in feierlicher Weise der Erweiterungsbau der Eberhardt-Karl-Llni- versität, der zahlreiche üniberfitähSräume und eine neue Aula enthält, seiner Benutzung übergeben. 2m Festsaal hatten sich etwa 1200 Gäste, Professoren und Studenten, eingefunden, unter ihnen Staatspräsident Dr. Bolz und alle würt- tembergischen Minister mit Ausnahme des erkrankten Kultusministers, die Spitzen der kirchlichen Behörden und zahlreich« andere Persönlichkeiten. Finanzminister Dr. D e h l i n g e r hielt die Festrede. Profesior Dr. ßittmann s.» stattete seinen Rektoratsbericht. Hierauf übernahm der neue Rektor Profesior Dr. Kirschner sein Amt. Der deutsche Konsul in Ryborg tödlich verunglückt. In einem Wallgraben fand man eine Im Wasser treibende Leiche. Wie festgestellt wurde, handelt «s sich um den deutschen Konsul in Nybora, Baron v. Haxthausen, der Inhaber einer Buchdrucke- rei in Nyborg ist. Baron v. Haxthausen war in der Dunkelheit über einen niedrigen Drahtzaun gestolpert und in den Grabe« gestürzt. Insektenplage im Mississippidetta. Das Mississippideltal wird gegenwärtig von einer Insektenplage heimgesucht. An den Stichen der giftigen Blutsauger, sog. Büffelmücken, sind u. a. schon mehr als 1000 Maultiere ein- gegangen. Der Schaden an dem Viehbestand beträgt bereits 100 000 Dollars. Kunst und Wissenschaft. Frühjahrsneuigkeiten des 2asel-Der!ages. Dem neuen Werk von Stefan Zweig, „Die Heilung durch den Geist", das an den drei großen Beispielen von Franz Anton Mesmer, Mary' Daker-Eddy und Sigmund Freud in das Geheimnis der wunderwirkenden inneren Kräfte des Menschen eindringt, ist eine stattliche Reih« anderer wesentlicher Bücher gefolgt Zwei neue □tarnen begegnen uns zuerst: Hubert M um eiter schildert in seinem Roman „Zwei ohne Gnade" das selig-unselige Verhältnis zwischen Oswalt von Wolkenstein und Sabina 2äger. Auf dem,Hintergrund großer politischer Ereignisse, die ju den bewegtesten der Tiroler Geschichte gehören, spielt sich zwischen diesen beiden Menschen, die dazu bestimmt sind, einander ebenso abzustohen wie anzuziehen, ein erschütternder Liebeskampf ab. 2n seinem „Bienenroman" hat Georg R e n d l das Leben der Bienen beschrieben, ein Leben, das uns in der Phantastik seiner Vorgänge und Zustände in Erstaunen und Ehrfurcht versetzt. Albrecht Schaeffer erfreut seine Gemeinde mit zwei neuen Büchern, einer Sammlung seiner Gedichte aus den 2ahren 1915 bis 1930 und einer mit 37 Bildtafeln geschmückten monographischen Darstellung des Verhältnisses zwischen 'Roh und Reiter. Rudolf Alexander Schröder schenkt uns fein erstes Prosawerk „Der Wanderer und die Heimat". Alfred Mom- b e r t seht seine großen kosmischen Gesichte in dem Drama „Aiglas Tempel" fort. 2n Johannes Bühlers Buch „Das erste Reich der Deutschen. Von der Völkerwanderuntz bis zur Reformatton" lernen wir das innerste Wesen eines der gtor« reichsten- Zeitalter der deutschen Vergangenheit, feine politischen und kulturellen Lebensmächte, kennen. Aus dem fremdsprachigen Schrifttum erscheinen Dirgina Woolf und Aldous H u x I e h mit zwei neuen Romanen: „Die Fahrt zum Leuchtturm" von Virginia Woolf spiell, wie alle Werke der berühmten englischen Dichterin, im Sinnlich-Äebersinnlichen, in einer Sphäre, in der es zwischen Traum und Bewußtsein kaum noch eine Grenze gibt; in dem Roman „Zwei oder drei Grazien" von Aldous Huxley sind die Vorzüge des Dichters: Ironie, unerbittliche Diagnose und unerhörtes Wisien um menschlich« Hintergründe vereinigt. — Die neue Reihe der Zwei- Mark- Fünfzig-Bücher bietet wertvolles Gut des gegenwärtigen Schrifttums in bester Ausstattung. Es sind erschienen: von Ricarda Huch „Der große Krieg" (in einer^geEürgten Ausgabe), von Stefan Zweig „Qlmor unß der „Pallieter" von Felix Timmer nra n s. kirchliche Nachrichten Ifraelitifche Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 2. Mai. Vorabend 7.30 Uhr; morgens 8.30; abends 8 unb 8.40 Uhr. Ein Wink fürs Kaffeekochen: Bohnen belfer ausnutzen- Natürlich mil Damit holen Sie alle Kraft und Würze aus den Bohnen. Sie werden Raunen, was das bißchen We-foyw ausmacht! Jochen: aüsiwlzen* J>s8««#S-W senschast. IosebLerlages. fan Zweig, „Die an ben drei großen li Mesmer, Waih 3id in düs Tehrim« innen Arästr des stattliche Mhe an« Slgt. Zwei neue Hubert Mumel« oman „Zwei ohne SerhÄtniS zwischen täina Jäger Auf iitischer fcreigniflt, Drvln Telchichte liefen beiden Men« ch, einander ebenso , ein erschütternder „Bienenrvinan" hat r Dienen beschrieben, r Phantastik seiner Erstaunen und Ehr- eff er erfreut feine chern, einer Lamm- i Jahren 1915 bis »tafeln grschmüäien des DerMtmiirs Mols Mande n erstes Wxt nat». Mred Wvln- smift&en »Ü* ™ - fort. In Johannes Aeich der Deutz efen eines der gwr scheu Dergangcnh^t. retten Lebensmachte. 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Nachmittags wird sich die Jugend auf der Festwiese zusammenfinden und Spiele aufführen, ferner mit gesanglichen Darbietungen erfreuen. Ein Dortrag des Pfarrers Lic. Waas aus Gießen wird sich Qn|?®ro 6 en-Linden, 30. April. Der Siedlungsgedanke ergreift immer weitere Kreise der Bevölkerung. Nachdem vor einigen Wochen ein früherer Großen-Lindener, der seit einigen Jahren in Gießen wohnte, ein Siedlungsgut in Mecklenburg erworben hat, ist am gestrigen Mittwoch ein hiesiger Geschä'lsmann, der ein Zementwarengeschäst betrieb, mit seiner Familie nach Massow bei Neustrelitz abgereist, um dort ebenfalls ein Siedlungsgut zu bewirtschaften. Das Gut umfaßt 52 Morgen Ackerland, 12 Mor- g n Wiesen und Hutland und ist ein Teil eines Rittergutes, das in 50 solcher Siedlungsgüter aufgeteilt wurde. > Daubringcn, 30. April. Dom 1. Mai ab wird unsere Posthilssstelle, die bis jetzt der Postagentur Mainzlar angegliedert war, in eine selbständige PoststeIle umgewandelt. Als Poststelleninhaber ist von der Oberpostdirektion Darmstadt der frühere Hüttenarbeiter August Kümmel bestellt worden, der auch den täglichen Zustellungsdienst versieht. (-) Burkhardsfelden, 30. April. Ein I u- biläum seltener A r t seierte dieser Tage unsere Kinderschulschwester Elisabeth Stotz. Seit 50 Jahren versieht sie in unserem Dorfe den Dienst an der Kleinkinderschule. Mit viel Liebe und Treue waltete sie ihres Amtes. Ohne öffentliche Anerkennung erlangen zu wollen, hat sie in der Stille gewirkt, und darum gebeten, bei ihrem goldenen Jubiläum von einer größeren Dankesfcier, wie sie von der Gemeinde und der Kirchenbehörde geplant war, abzusehen. Ein Schreiben des Landeskirchenamts und ein schöner Wandspruch wurden ihr als äußere Zeichen der Anerkennung überreicht. Als die Reiseschwester des Multerh u es Nonnenweiher zu einem Bor- trag im Dorie weilte, gedachte der Ortsgeistliche Pfarrer Frank in herzlichen Worten der aufopferungsvollen Arbeit der Jubilarin, die trotz ihres hohen Alters heute noch vollen Dienst tut. Kreis Büdingen. „?“ Büdingen, 29. April. An dem am 10. Mai hier stattfindenden zweiten Wertungssingen des Gaues Dogels- berg-Süd beteiligen sich 34 Gauvereine, die in zwei Abteilungen singen werden. Wertungsrichter sind die Musiklehrer Blaß (Gießen) und Samper (Darmstadt). Wie beim ersten Wertungssingen in Schotten sind auch diesmal die schwierigen Kunstchöre als Wahlchöre stark vertreten. Kreis Schotten. x Schotten, 30. April. Der Turn- und Gesangverein Schotten hielt in der Turnhalle seine Jahresversammlung ab. Der Männerchor trug zuerst einen Ero,fnungschvr vor, dann wurde der Jahresbericht über den turnerischen Betrieb, über das sonstige Leben im Turnverein und in der Gesangsabteilung erstattet. Die Rechnung über den Turnhalle-Anbau, die mit über 42 000 Mk. abschlieht, wurde genehmigt. Die andere Jahresrcchnung muß infolge Erkrankung des Rechners später gehört werden. Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Der als Gast anwesende Gauvertreter Schneider, Butzbach, überreichte dem früheren ersten Sprecher Engel den Ehrenbrief des Mittelrheinkreises und dem langjährigen Turnwart Grand- homme den Gauehrenbrief. Für 50jährige Mitgliedschaft wurden die Mitglieder Gg. Frank und Fr. 11 ß n e r durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Gauvertreter Schneider hielt noch einen sehr interessanten Vortrag über seine Erlebnisse auf der Amerikareise, die er mit dem ersten Sieger im Deutschen Turnfest 1928 Reuter. Gießen, unternahm. Die Gesangsabteilung verschönte den Abend mit ihren Vorträgen. # Glashütten, 30. April. Arn Samstag hielt der Kriegerverein eine außerordentliche Generalversammlung ab. Der Abend war der Ehrung langjähriger Mitglieder, insbesondere dem erschienenen Ehrenmitglied Karl Folie r, gewidmet, der wieder nach Amerika zurück- kehrt. Ihm wurde vom 1. Vorsitzenden, Pflaster- meister Ludwig Ott, ein Ehrendiplom überreicht Außerdem wurden die Kameraden Konrad Müller, Friedrich Wagner und Karl Maurer i. für 40jährige treue Mitgliedschaft durch je ein Diplom geehrt. Y Gedern, 28. April. Am Samstag hielt der hiesige Turnverein seine Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende Ehr. Stöhr erstattete den Jahresbericht, in dem er als bedeutendste Leistung des Vereins im verflossenen Jahre den Kauf der Turnhalle würdigte. Den Turnbericht gab der 1.Turnwart Karl Carl. Es wurden insgesamt 182 Turnstunden gehalten, deren Besuch durchweg gut war. Das Bezirks» turnfest in Schotten wurde mit 17 Wetturnern beschickt. Sämtliche Turner konnten Preise erringen. Beim Wintergeräteturnen war der Verein durch 16 Turner vertreten, und es wurden 15 Preise errungen. Spielführer E. Wahn gab einen Heberblick über die Handballabteilung. Die 1. Mannschaft trug 24 Spiele aus und erwarb das erstemal die Meisterschaft in der ^»Klasse. Für 25jährige ununterbrochene Mitgliedschaft wurden Wil^lm Gruner, Karl Franz HL, Otto Noll und Hermann Deckenbach zu Ehrenmitgliedern ernannt. Die vom Kassenwart B. Bauer vorgetragene Rechnung ergab eine Einnahme von 2085,13 Mark und eine Ausgabe von 1798,99 Mark. Der Vermögensstand betrug am Ende des Turnjahres 1737,44 Mark. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Neuwahl des Vorstandes zeitigte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Reichsbahnassistent Christian Stöhr: 2. Vorsitzender: Lehrer Fr. H ä u s el; 1. Schriftwart: Apotheker H. Veesenmeyer: 2. Schriftwart: Landwirt Wilh. Oberheim: 2. Kassenwart: Rendant B. Bauer: l.>Turn- wart: Landwirt Karl Carl; 2. Turnwart: Maurer Heinr. Ober he im ; Damen turnwart: Maurer Herm. Stöhr: Zeugwart: Buchbinder K. Limpert: Jugcndwarte: Willi Meyer und Wilhelm Müller: Spielwart Lehrer Georg Steinmann: Beisitzer: Dr. med. H. Bach, Spcnalermcister Rich. Dinges, Lokomotivheizer Otto Noll. preuhen. Kreis Wetzlar. T Wetzlar, 29. April. Der Verband für Leibesübung im Kreise Wetzlar hielt am Sonntag hier seine Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende, Buchhalter Gustav Fischer, begrüßte die Vertreter von 56 Vereinen und stellte in seinem Jahresbericht fest, daß auch im verflofsenen Jahre in allen Vereinen fleißig an der Ertüchtigung der Jugend gearbeitet worden ist. Der Prüfungsausschuß für das Turn- und Sportabzeichen konnte eine Reihe von Ehren- zeichen ^ein goldenes, ein silbernes, 12 in Bronze, vier an Jugendliche, darunter zwei an Mädchen) vergeben. Am Lehrgang für Leibesübung, der über fünf Sonntage ausgedehnt werden mußte, beteiligten sich 25 Personen. In der Aussprache wurde bedauert, daß das Kreisjugendamt den Zuschuß von 800.Mark fallen lieh und im diesjährigen Kreisetat für den Turn- und Sporttag nur 300 Mk. vorgesehen hat. Ein Antrag um Erhöhung fand einstimmige Annahme. Der Kassenbericht des Rechners Luft wies eine Einnahme von 181,60 Mk. und eine Ausgabe von 229,85 Mk. auf, da viele Vereine mit ihren Beiträgen im Rückstand sind. Dem Redner und Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Wiederwahl des 2. Vorsitzenden Lehrer Schrupp (Waldgirmes), Kassierer Luft (Wetzlar) und Beisitzer Reih (Hochelheim) erfolgte einstimmig. Als 2. Schriftführer wurde Lenz (Werdorf) gewählt. d L a u n s b a ch, 30. April. Gestern fand die Verpachtung der Gemeindejagd statt. Höchstbietender blieb Schmiedemeister Bechtold von hier mit 640 Mk., wozu noch eine jährliche Summe von 300 Mk. für Wildschaden kommt. Der Jagdbezirk umfaßt 251 Hektar Feld und 69 Hektar Wald. l. Ahbach, 29. April. Bei der Verpachtung der Gemeindejagd wurde ein Preis von 2330 Mk. erzielt. Höchstbietender blieb der bisherige Pächter Bauunternehmer Müller, Wetzlar. Der bisherige Pachtvreis betrug nur 1600 Mk. Der Zuschlag erfolgte im Termin. Wirtschaft. Zentralisierung des Kunstseideabsahes. Bei den Verhandlungen in der Kunstseideindustrie ist unter den beteiligten Firmen, welche mehr als 90 Prozent des deutschen Verbrauches an Discoseseide decken, eine Einigung über eine vollständige Zentralisierung ihres ganzenAbsahesamdeutschenMarkte bei einer gemeinsamen Verkaufsstelle erzielt worden. In den beteiligten Kreisen hofft man, die Verhandlungen über noch zu erledigende Einzel» fragen spätestens bis Ende Mai zum Abschluß zu bringen und dann ziemlich rasch die Neuregelung in Kraft sehen zu können. Es bestehe auch der Plan, den Absatz von Kupferseide und vielleicht von Acetatseide später mit dem Viseose- shndikat in Verbindung zu bringen. * * D ie Reichsindexziffer für die Le - benshaltungskosten im April. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats April auf 137,2 gegenüber 137,7 im Vormonat. Der Rückgang beträgt somit 0,4 v. H. Es sind zurückgegangen die Indexziffern für Ernährung um 0,3 v. H. auf 129,2, für Wohnung um 0,2 v. H. auf 131,6, für Heizung und Beleuchtung um 0,7 v. H. auf 149,3, für Bekleidung um 0,6 v. H. auf 141,6, für „sonstigen Bedarf" um 0,2 auf 185,1. In der Gruppe „Ernährung" sind die Preisrückgänge für Eier, Milch und Butter, sowie für Fleisch und Fleischwaren durch das Anziehen der Preise für Gemüse, Kartoffeln und Brot zum Teil ausgeglichen worden. Die Wohnungsmiete hat infolge von Veränderungen in den Zuschlägen zur Grundvermögenssteuer in einzelnen Gemeinden im Reichsdurchschnitt etwas nachgegeben. In der Indexziffer für Heizung und Beleuchtung haben sich die Sommerrabatte für Heizstoffe ausgewirkt. • Hartmann & Braun AG., Frank- f u r t a. M. Die Gesellschaft erzielte im Geschäftsjahr 1930 nach Abzug der Unkosten, die nicht angegeben sind, einen Betriebe Überschuh von 288 615 (596 987) Mk.. von dem für Ab treibungen 177 117 (396 699) Mk. verwendet werden, so daß einschließlich 52 112 Mk. Dorjahrsvortrag ein Reingewinn von 163 610 (259 534) Mk. verbleibt. Rach dem Vorschlag der Verwaltung sollen auf die Stammaktien 7 (10) Prozent und auf die Vorzugsaktien wieder 8 Prozent Dividende ausgeschüttet und 27 216 Mk. vorgetragen werden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Mai. Tendenz: fest. Nachdem schon an der Abendbörse eine bessere Beurteilung der Lage Platz gegriffen hatte, machte sich auch zu Beginn der heutigen Börse eine weitere Erholung und Beruhigung bemerkbar. Die Hauptan- regung ging von der kräftigeren Haltung der gestri- gen Neuyorker Börse aus. Daneben erhielt sich die Hoffnung auf eine unveränderte 12-o. H.-Dividende bei JG.-Farben, die in der morgen stattfindenden Aufsichtsratssitzung in Vorschlag kommen dürfte. Das Rätselraten um die Farbendioidende dürfte damit ein Ende erreicht haben. Stimulierend wirkte außerdem ein stark optimistischer Wochenbericht der Commerzbank, die Vermutung, daß die Arbeitslosenziffern eine weitere Abnahme zeigen würden, sowie die Lösung der schwebenden Zollfragen. Das Geschäft war zu den ersten Kursen ziemlich lebhaft, und gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich durchweg Besserungen von 1 bis 2 v. H. Darüber hinaus gewannen am Kalimarkt Aschersleben 3,5, Salzdetfurth 2,5 v. H., von Elektrowerten AEG. und Schuckert bis 3 v. H., auch die übrigen Elektrizitätswerte hatten meist Besserungen bis 1 v. H. Recht lebhaft war das Geschäft am Farbenmarkt. JG.-Farben zogen zunächst 1,5 v. H. an und gewannen nach den ersten Kursen erneut etwa 1 v. H. Schiffahrtsaktien, die in den letzten Tagen besonders unter Kursdruck standen, konnten sich bis zu 1 v. H. erholen. Bankaktien blieben gut behauptet. Reichsbank notierten heute exklusive Dividende. Höher eröffneten außerdem noch Daimler, Holzmann, Rüttgerswerke und Scheideanstalt bei Erholungen bis 1,5 v. H. Schwächer lagen ferner Deutsche Linoleum, die 3,5 v. H. niedriger eröffneten, aber später einen Teil ihres Anfangsverluftes wieder zurückhalten. Auch Wayß & Freytag büßten auf den voraussichtlichen Dividendenausfall erneut 1,75 v. H. ein. Am Anleihemarkt zogen Neubesitz um 0,30 v. H. und Schutzgebiete um 0,25 v.H. an. Allbesitz lagen behauptet. Von fremden Werten konnten sich Anatolier nach den Rückschlägen an der Abendbörse bis 0,75 v. H. erholen. Der Pfandbriefmarkt lag ziemlich ruhig, aber behauptet. Reichsschuldbuchfordcrungen etwas fester. Im Verlauf wurde das Geschäft merklich ruhiger, doch blieben die Kurse bei kleinen Umsätzen gut gehalten. Vereinzelt ergaben sich noch kleine Besserungen, so für Deutsche Erdöl, die erneut 1 v.H. anzogen. Am Geldmarkt hielt die starke Nachfrage nach Tagesgeld auch nach dem Ultimo an, so daß der Satz auf 6 v. H. belassen wurde. Am Devisenmarkt war die Lage nur wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,4240, London gegen Neuyork 4'8634. gegen Paris 124,24, gegen Mailand 92,88, gegen Madrid 46,40, gegen Schweiz 25,2513, gegen Holland 12,059. Berliner Börse. Berlin, l.Mai. Den Erwartungen des Vormittags entsprechend, eröffnete die Börse in fester Haltung. Nach der Veröffentlichung der Zollmaßnahmen der Regierung hielt man die inner- politische Situation für entspannt. Obwohl Neuyork keine Diskontsenkung vorgenommen hatte, verkehrte die Börse drüben kräftig erholt, was an den hiesigen Märkten ebenfalls' nicht ohne Einfluß blieb. Das In- und Ausland zeigte etwas stärkeres Kaufinteresse, so daß sich die Spekulation zu weiteren Deckungen gezwungen sah. Dies führte bei den meisten Papieren zu Kursgewinnen bis 2i v. Sy, vereinzelt waren auch Besserungen bis zu 4i v. H. festzustellen. Aku, Bemberg und die Kalinebenwerte, Schwarzkopf-Maschinen, Schubert Le Salzer erschienen sogar mit Plus-Plus-Zeichen. Viel besprochen wurde ein Interview des WTB.-Dertre- ters mit dem amerikanischen Botschafter Sackett. Auffallend schwach lagen nur Mansfeld und Deutsche Linoleum, bei denen die Veröffentlichung der Abschlußziffern unmittelbar bevorstehen dürfte. Mit einer mehr als 5prozent. Dividende wird bei diesen Papieren kaum noch gerechnet. Reichsbank notierten heute exklusive Dividende. Anleihen ruhig. Ausländer nicht ganz einheitlich, Anatolier etwas fester. Die 4prozentige ungarische Staatsrente für 1910 notierte heute exklusive Kupons. Pfandbriefe still. Reichsschuldbuchforderungen bis 0,5 v. H. hoher. Geld bei kaum veränderten Sätzen eher noch fester. Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 8 v. Sy, Monatsgeld 5,5 bis 6,75, Warenwechsel zirka 5v. H. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei nachlassendem Geschäft in Reaktion auf die anfänglichen Erhöhungen etwas ab, später führten aber festere Meldungen von den Auslandbörsen wieder zu verlustausgleichenden Besserungen. Bayrische Motoren lagen im Verlaufe um weitere 1,5 d. Sy fester, wobei günstige Abschlußerwartungen (bekanntlich rechnet man mit einer unverändert 7-v. H.-Dividende) stimulierten. Recht lebhaft bewegte sich das Geschäft am Kunstseide- und Farbenmarkt. Trotz später eintretender Schwäche als Folge fehlender neuer Orders blieb die Grundstimmung freundlich. Nur Reichsbank minus 1,75 und Schuckert minus 2 d. Sy fielen durch relativ schwache Haltung auf. Berliner Produktenmarkt. Berlin, 30. April. Nach stetigem Vormittags- Verkehr machte sich an der heutigen Produktenbörse eine Befestigung geltend, von der insbesondere der Weizenmarkt, der gestern am stärksten gedrückt war, profitieren konnte. Infolge der Vertagung der Kabinettsberytungen, und angesichts der Unsicherheit über das Ausmaß der Zollermäßigung, war das Jnlandangebot geringer und in den Forderungen wenig nachgiebig. Am Lieferungsmarkte wurden die gestrigen Preisverluste durch die heutigen Steigerungen von 2 bis 4 Mark zumeist wieder eingeholt. Roggen bleibt bei knappem Jnlandangebot und besriedi- gender Nachfrage der Mühlen für Waggonware im Prompt- und Liekerungsgeschäft gut behauptet. Für Weizen- und Roggenmehle lauten die Forderungen unverändert. Einige Nachfrage besteht für billige Provinzroggenmehle. Sprechstunden vcr Redaktion. 11.30 bif 12.33 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 5 o Sy, Lombardzinsfuß 6 v. H. Banknoten. 84,75 85 100 100 95,65 96 57 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt 56 55,9 101,5 97,5 91,5 100,5 100,5 96,5 22,75 2,25 15,9 3,9 3,85 3,75 3,8 3,75 8,25 6,75 6,75 6,8 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlosienen Dividende an. 57,4 5,65 18,65 16,13 57,4 5,95 18,75 16,4 16,5 15,2 I 7,2 l 57,4 5,9 3.8 3,75 4% Oeflerretd)l|d)e ©olbrente . . 4,20% Ocsterreichische Silberrente 4% Oetterreichiiche Einheitliche Rente ■ 4% UngarW Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y,% betgl. von 1913 4% Unpariläf Kronenrente . . 4% Tii ritsche Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie I ... 4% beffgl. Serie II....... 6% Rumänische verrtnh. Reute von 1903 ... . 4H% Rumänisch« veretnh. Reute vou 1913 4% Rumänische Verein-. Reute . AmN.-Nott. Buen.-AireS Brss.-Antw. Chrtstiania. $topenbag:n Stockholm . fcclfingiorS. Aralien. . . London. . . Wemwrt .. Paris.... Schwei» .. Spa neu • . Japan . . . 'Kto de Jan. Wien in D-- Ceft abgeft Prag . . . Belgrad . . 4»uoup:E. . Bul arten . Lissabon . Damig ■ - . ÄonfLntm. Ltben Lanada Uru mu» ■ . Catn . . . 6% Deutsche Reichdanlethe von 1927 . 7% Deutsche ReichSanleihe von 1929 . ....... Deutsche Anl.-Ablöl^Schuld mit Autlos.-Rechten ..... Desgl. ohne Au«lol.-Rcchte . . 8% Hell. Bollrstaa, von 1929 (rüdtablb. 102%)...... Cbeibcllcn Provinz - Anleihe mti Auslos.-NecMen...... Deulsche fiomm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 8% tsranls. Hnp.-Bank Goldvfe XIII unkündbar 6U 1934 . 7% Htonlf. Hvp.-Bank Goldvfe unfünbbat bll 1932 ... 4Vi% Rheinische Ht>p.-Bank Slqu. Goldvle......... 6% Pr. LondeSpiandbrielanstalt, Psondbriefe R. >» 8% Pr LandeSwon c-briesanstalt, Komm.-Lbl. R. 20 7% Pr. Landesptandbriesanstall, Psonbbriese R. tl V.S.G. abg. Monttegfr Obligationen, rückzahlbar 1932 . . . Berlin. 30. April_________ Amerikaniiche Rote«..... Belgische Roten ...... Dänische Roten- ....... Englische Roten ....... ssronzüiische Roten....... Holländische Roten Italienische Roten Norwegische Noien Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten Schweizer Roten Spanische Noten ... Dchechollowakische Roten Ungarische Noten .... (Selb 4,18 58,10 112.05 20,372 16,37 168,28 21,98 112,03 58,83 2,482 112,11 80,60 44,11 12,40 72,93 Brief 4,20 58,34 112,49 20,452 16,43 168,96 22,06 112,47 59,07 2,502 112,55 80,92 44.29 12,46 73,23 a. rn. Hrankiuri a. Dl. Berlin Schluß« lur« 1-Uhr« Kurs (Schluß-s Anfang. kur- , Äurd Datum 30.4 1.5. 30.4 1.5. «eretntgie Stahlwerke . 54 54 54,25 54.75 Otavi Minen . . . 18'/. 28,5 — 29,25 29.75 Äalin e Alcherkleben . . . 10 141,5 — 140,5 145 Kalin., .le Westeregeln . . . Kaliwerke Salzdetfurth . . . 10 146,5 145 145,25 151 15 227 229 225 229,5 g. 0. Rcnben.gnDufate . . . Dvnamik Nobel...... 12 147,5 148,9 146,4 118 6 — — Sck>eideanstaU....... 9 132 133 — —' 0oldschmidt....... . 6 45 — 44,75 45 RüigerSwerke....... . 6 51,5 53 51.5 53,75 Metallgelellschaft...... . 8 68,5 69 68 — Philipp Holz in mm..... . 7 100,5 101 100 101,75 Zementwerk Heidelberg . . 10 78 — — Eemenkwers Karlstadt. ... 10 — — — — Wavb & Drehtag..... . 8 34 32,25 32 — Schul theu Patzenhofer . . . 15 _ — 158 160 Cftroerte......... 12 — — — — «ku........... 18 83 84,75 81 84.5 Bemberg......... 14 96 100 93,5 98 Zellstoff Waldbol .... 18V. 96,5 — 96,75 98 Zellstoff Aschaffenburg . . . Charlottenburger Wasser . . 12 84 83,4 82 84 . 8 — — — — Dessauer Was...... . 9 — — 127,5 — Daimler Motoren..... . 0 30 31,5 29 — Deutsche Linoleum .... 87 83,5 86 85 Maschinenbau A.-0. .... . 0 — — — — Nm. Automobil . . • . . . o — — — — Orenstein & Koppel .... . 6 — — 49,75 50,5 Leonhard Tietz ...... 10 110 — 109 111 Eveutka . . ...... 243 — 243,5 247 fttanfrma Malchtue» . • . . 4 —- 15 * Erttzner ..... • • Hevliaenstaedt ...... Zunghan«......... Lechwerke......... . t — — 38 —• . k — — — . 6 — — —— —• . 8 — — — — Mamkraltwerke Höchst a. M.. . 8 67,13 — — — Miag........... 10 — — — Gebr. Roeder....... 10 — — — Voigt K Haefsuer . . . . . Süddeutsche Zucker .... . 9 10 126,25 126 126 — ^rankiuri a. u . | Berlin Schluß« iur< 1-Uhr« Kur, Schluß« i Iuf4 | Anfang« flurt Ochtum 30 4 1.5. 30.4 1.5. Hamburg-Amerika 'Batet ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 58.75 59 58,25 58,75 — — 112 114,5 Hanta Dampfschiff ... 10 — — 80,5 81,5 Norddeuttcher Lloyd.....8 59 59,9 59 59,9 Allgemeine Deutsche Creditanst. 10 — — — — Barmer Bankverein ... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 ■ — — — 120 — 119,25 120,5 Commerz- und Pnvai-Bank . 11 109,5 110 109,5 110 Darmstädter und Nationalbank 12 134 — 133,5 134 Deutsche Bank und DiSronto-Gelellschaft,... 10 105 — 105 105 Dresdner Bank......10 105 105 104,75 105 Reichsbank........12 161 — 161 151,5 AEG............8 104 107 103,5 106,25 Bergmann.........9 — — 86,9 87 Elekir LtelerungSgeselllchaft. 10 — — 116 120,4 Licht und Kraft......10 120,5 — 119,13 -- flellen L Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 83 —— 82 84,65 124 124 122 124 — —— — —— sibeinische Elektrizität .... 9 113 — 112,25 115,5 Schiemche Elektrizität. ... 10 — — — — Siiutckerl 8 Co.......n 138,5 140,5 137,25 140 Siemen, L Halske.....16 168,5 160,5 167 170 rraneradio.........8 — — — i'abrneyer.......10 126 — 125,5 — Buderus .........8 46 _ 45,75 48,5 Deutsche Erdöl.......6 71 72 70,5 73,25 Essener Steinkohle ...... 8 — — — Gelsenkirchener ....... 8 77 78 77 78,65 Harpcner ........ 0 69 —— 67,5 — Hoeich Eilen........ Fleischverkaus. Hühneraugen Warten Hornb illen beseitigt restlos auch tn den hartnäckigst Bällen todsicher uni. Gar. tnnetü. 6—6$a. Hühneraugen- Eapid Erhält!, nur: Löwen- Drogerie W. Kilbinqer Nacht., Seltersweg 69. IMdii tn Violine. Klavier, Mandoline u. Laute mit theoret. Unter» richt zu mäst.Preisen erteilt 102559 6. Hiller, Ludwlgstraße 62 Am SamstagVormittag bringen wir ganz besonders billig: gute Oebrauchswarc 3 Stück Wischtücher rot oder blau-weiß kariert, 55/55 cm, Tischdecken moderne Karos............ 1 Stück Mitteldecken^“ tonne, entzückende Muster, 1 Stück Q||n Netzspültücher od. gelbe üUu Poliertücher.........6 stück 17K Scheuertücher 11 U extra schwer, 60/80 cm groß, 2 Stück Hanrltiirhor aus Ia Halbleinen. 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E 6 ■x© o e o C — Cu 'tz 3 E " E Os f§®w rmittag A LZ LÜ AZ 5 gAS gÜ) A ee: b.E2 StStoS e Lp5 «33© a •■ 8 L 8 E AbZ. ?EB R H« ±t£© ©S Eo=8 ö ZN o — H sr c K a *© SS A «'S 3 8 © SJ?C€E 19 -fe 8 8 °2$? •e 8 «c W E® m «; E = fefeÄ p® ML e S#’ö ZA 3® 8« p .8 E 5*2 e L.A ■»e. 3’S 0 3} S 3xff” 2 o a>. E £ Sz £ 8 <*ö .3 o A-gN TI 2 «Ä J(fe 8 E = . 3^ Ä® £2- oA ofe® ,E = ‘5®H 8 = *-■8' * fi.o s B«?E 2 a O A e— C *C* __.. O E *^-«g c? 21E e Z «& 3 tJ 3 5 ö <£> Q ■e c'-e7 g.€i 3_»Jr £E <3) E 3 OQ fe o>(9 -6'- 19 o CE Ä) ^55 3 ©5 AZL H -P'/a •e| eSJ toä L-b p9eS "o *3^ 2& =» o ®e's »: "e WO E E'= o E 3x3 s® ES eg ee rgebung. be» Marktlaubrn. ihnen Vnpah- nöl' •qeben werden. )rutf smd bl' W oonnitfagj iOU^ xsK " C}" s-e N B 5® >2. gfe © § o^4e El AZ A o 13'‘o"^«i sio C r-'-Z- o-fe ■6x.§ ® Sg etox> AB "e5 Efe SK E-: E e 8-s ?!§®a ZZZ4 ee- o toc c — 519 EtoHE ä§.E E-bg 3 — E — _ „ E •E' §19 LZ A-8- „®Ö 2 E .3 0^-2 c LZ LA- »Ö’S 8 3 N-b BffiW e 3 a . g-*» ZG ■5 3 o । ZZ — s 3 E -S 111931 inü; Cravers UCKSACHEN hi'sche DrucW^J HVg^fts^gjfg ®* E | E" o E <-> r~. a_. a O TI XD ö TI E pa'g B ° « ”19 5 ® o - o © , K *eeE 2 ®t®“ «Tibor, ^r. fü r Ä Üblich ,nn wNk.DlidI der «ettj 5 welcher bar dicker, den, man ‘ gönnen bollfe sie tastend ein. rr für da», was hat." 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