Nr. 305 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 31. Dezember 1030 Erich«»»' löghdLanfcei Somtiag» und Feiertag» Betlaatn Di« 3Du|tri«rt« Wetzen«, g-amihenblän«, tzrima« im Bild Di» Scholl« ÜlonatiB<5ugsyr«ti: 2.20 Neichsmari und 30 Neich,p|ennig für Trägen lohn auch bei Nichte» Semen einjelnerDumm«m folg« hoher«, (Bemalt H«r»lvrechanlchliiße enterSamm«lnumm«r2251 Anlchrijt tüi Drahrnach» richten Bnjetger flehen- Postscheckkonto: firaHfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'fche Untverfitützvuch. und Stelndruckeret H. Lange tn Ließen. Schrtftlettnng und Leschäflrftelle: 5chlllNraße 7. Annahme von Injeiaen für die Tagetnummcr bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm Höhe für Anzeiqen von 27 mm ‘Breite örtlich 8. an»märt» 10 Reichspsenmg: für Ne» klameonieigen von 70 mm Breite liü Neichspsennig, Playvorschrift 20* , mehr. Chefredakteur Dr Friede Wilh. Lang«. Deranlwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr ft.Thgriot; Sr den übrigen Teil Ernst lumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) in (Biehen Oie Politik an der Jahreswende 1930/31. Rückblick und Ausschau nach innen und außen ... ÖaöJatM* 1930. Don Professor D. Dr Martin <5 bian, (Seneralsuperiniendenien von Schlesien. QDte dunkel man auch am Ende de» vorigen Jahre» die kommende Entwicklung angesehen haben mag. — keine Prophezeiung hat an die Wirklichkeit herangeceicht, die wir erlebt haben. 1930 ist ein Jahr schweren Unheils gewesen Man widerspricht? Habe ich. jetzt im Osten lebend, die große Wendung Im Geschick des Westens vergessen? Den Abzug der DesatzunaS- truppen? Die Befreiung deS Rheinlands? Ich bin nach wie vor innerlich viel zu eng mit dem Hessenland verbunden, al» daß ich ein Ereignis, das eS so nahe angeht, beiseite stellen könnte. Und ich will den freien Rhein ganz gewiß mit Freuden als Ergebnis diese- Jahres buchen. Aber bereits damals, al» die Glocken am Rhein da» Ende der harten Desatzungszeit begrüßten, habe ich die Sor.ie nicht loswerden können, ob diese Befreiung nicht zu teuer bezahlt sei. Denn wir haben sie bezahlt, wenn schon mit Wechseln. Was aber geschieht, wenn der Schuldner Wechsel, die er ausgestellt hat, nicht einlösen kann? Und schon die Tatsache, .daß wir die Befreiung bezahlt haben, drückt nieder Rach anderen frohen Daten de» scheidenden Jahres schaue ich vergeblich au». Um so reichlicher drängen sich der Erinnerung die Röte auf, die un». daS Leben schwer gemacht haben, und von denen nvch keine einzige überwunden ist. ja deren Ueberwindung auch beut noch nicht entfernt abzusehen ist. Ich zähle kurz auf. wa» wir alle wissen: Darniederliegen der Wirtschaft in einem bisher unerhörten Au-rnaß: Anwachsen der Arbeitslosigkeit zu phantastischen Dimensionen: völlige» Versagen de» parlamentarischen System» im Reich: steigende innere Zerrissenheit de» Volk»: di« Feindschaft der Parteien ist bi» jUt Siedehitze gediehen. Wir haben ein Rotregiment: verfassung-gemäß kann man da» Deutsche Reich eben nur noch mit Rotparagraphen regieren. Ja. ist diese RegierungSart. genau genommen, überhaupt noch verfassung-gemäß? Vielleicht ist e» ein Anzeichen wachsender Besinnung. daß sich da» Volk di« Kette von Der- fündigungen gegen den heiligen Deist de» Parlamentarismus. al» die sich das Handeln der ReichSregierung seit dem Sommer darstellt, überhaupt gefallen läßt? Vielleicht sind überhaupt erfreulichere Momente in der Richtung größerer politischer Klarheit zu verzeichnen? Die schrankenlos optimistische Finanzwirtschast im Reich, in den Ländern und in den Gemeinden hat uns in den Strudel gerissen: ist daS nun dem Volk deutlich geworden? Hat es erkannt, daß e» so nicht weiter geht? Wissen jetzt alle Volksschichten, daß Deutschland nur leben kann, wenn da» gegenseitige Sichüberbieten in volkstümlichen Aufwendungen, wie e» die Parteien liebten, auf» hört? Ich fürchte, daß diese Erkenntnis noch immer nicht allgemein ist. Roch immer glaubt jede Partei, Daß die Sache sehr bald einen guten Gang gehen werde, wenn nur sie selber am Ruder faße. Run soll hier über keine einzelne Partei geurteilt werden: und ganz sicherlich könnte und würde manches anders, manches beffer gemacht werden, wenn nicht die ausschlaggebende MehrheiiSpartei Dafür ein schwere» Hindernis bildete. Aber der Schade sitzt doch viel tiefer, viel zu tief, al» Daß er durch irgendein« Partei rasch behoben werden könnte. Ratür- Nch tragen die Reparationen eine schwere Schuld. Der V o u n g - P l a n . der 1930 seine allererste Probezeit absolvierte, ist schneller der allgemeinen Mißachtung anheimgesallen. als irgendeiner seiner Väter geglaubt hat. Seine Abänderung gilt wohl schon jetzt allgemein al- absolute Voraussetzung jede» Ansätze- zu wirtschaftlicher Gesundung Deutschland». Aber auch wenn die Abänderung gelänge, so wird Deutschlands Wirtschaft Damit noch lange nicht gesund fein: wir tragen zu schwer an den Schäden Der letzten eineinhalb Jahrzehnte: wir leiden zu hart unter Den (auch.von Den Reparationen ganz abgesehen) furchtbaren Bestimmungen De» Friedens von Versailles: wir sind durch unsere Machtlosigkeit zu sehr verhindert, uns wirtschaftlich Durchzusehen: ja, wir finD a.s Voll noch zu lehr in außenpolitischer leiharg'fcher Willenlosigkeit befangen, als Daß wir bessere Zeiten in naher Frist erhoffen Dürften. Aber hier zeigt sich doch wohl em Silber- streis? Die Reichstagswahl September 1930 hat doch ein unerhörtes Anwachsen Der scharf nationalgesinnten Seite gebracht! In der Tat: hier mag der Anfang zu einer Wendung liegen. Wir werden ihre volle Auswirkung freilich erst spüren, wenn diese neue nationale Strömung sich äußerlich so weit durchgeseht und innerlich soweit abgeklärt hat. Daß sie an der Leitung Der deutschen Geschicke mit- zuarbeiten in der Lage sein wird. Und ob diese innere Klärung sich mit weiterem Wachstum nach außen verbinden lassen wird? Fast sieht eS so aus. als gehe ein — vielleicht erheblicher — Teil nur mit, solange und soweit es auf unbekümmertes. sagen wir ruhig: politisch gänzlich unbedachte» DraufloSschlagen anlommt. Aber wir verzeichnen die Wendung und — warten. Hötig wahrhaftig haben wir nationale Energie! Denn wie hat man auch 1930 un» und allem, was deutsch ist, mitgespielt! Wie unerhört unverschämt spielen sich die Polen aus. Wie zynisch weigert sich Frankreich. Die un Der- fallier Frieden verbrieften 21 Prüft ung»- zusagen zu erfüllen! Wie grausam werden öle deutschen Minderheiten behandelt! Und nieeenD» gibt e» für Deutschland und Deutsche Copyright 1930 by Nordische Gesellschaft, Lübeck. — Nachdruck, auch auszugsweise. verboten. Rachstehend äußern sich Politiker au» verschicdenen Lagern über aktuelle Probleme, zu Deren Beurteilung sie besonder» berufen sind. Die Beiträge geben ein Spiegelbild der verworrenen politischen und wirtschaftlichen Lage, in Der sich die Welt an Der Jahreswende befindet. Darum ist Der Ausblick trüb, wie auch rückschauend Glanzpunkte das alte Jahr nicht erhellen. Um so notwendiger, einmal Bilanz zu machen, Illusionen gehörig abzuschreiben, weniger vom neuen Jahr zu erwarten, aber positiver und zielbewußter an Den Tagesaufgaben niit’.uarbeiten! Stille» Vertrauen in die Zukunft, Mitanpacken und gesunder Optimismus helfen auch diese Rotzeit überwinden, besser als verbit.erteSAbseilSstehen und lärmende Kritik der Swig-Pessimisten. Paneuropa zwischen Moskau und USA. Don Or. War! Hausier, o. o. Professor der Geographie an der Universität München, Generalmajor a. D. Da» geopolitisch bedeutendste Ereignis des IahreS 1930 ist sicher Die anglo-inDifcbe Tagung in London gewesen, Die Tatsache, daß man doch wenigsten» die indischen Opportunisten als Vertreter Asien» mit denen De» größten weißen Imperium» Der Erde konfrontieren konnte, und Dabet tn einer einzigen Aussprache Umgruppierungen, wie die Abtrennung Burma» mit rund 600 000 Quadratkilometer Landes und 13 Millionen Menschen zu erzielen vermochte. Darin sehe ich al» Befürchtung, wie Hoffnung die Uederlegenheit raum weiten Denken» über cngräumlgc Anschauungen so sehr bekräftigt, daß ich allerdings große Sorgen f ft r d i e Zukunft Pan- e u r o p a » habe, wenn es zwischen Die Mühlsteine der revolutionären panasiatischen Bewegung unter Führung der Sowjet» und Der evolutionären panpazisischen unter Der Führung Der U 8.» Amerikaner geraten sollte! Daneben wird alle» inneren ropäische Deräufe sehr unwesentlich sein. Oie Zukunst des deutschen Bürgertums. Don Erich Noch'Weser, ehem. Deichsminisier. Solange sich in unserem Volke 80 Prozent in unzureichenden Lebensumständen befinden und 90 Prozent Der Aufstiegsmöglichkeit für sich und feine Kinder ermangeln, wird keine Regierung auf die Dauer Autorität erwerben können. Autorität bleibt dem Führer nur erhalten, wenn er Erfolge auf zeigen kann. Ds kommt also letzten Ende» Darauf an, ob Die deutsche Wirtschaftskrise. Die in Wahrheit eine Weltwirtschaftskrise ist, im nächsten Jahre Dem EnDe entgegengeht. Ist da» nicht Der Fall, so wirD Der Sozialismus. der immer weitere Schichten unseres Volke», und zwar viel mehr des deklassierten Bürgertums al» der Arbeiterschaft ergreift, wachsen. Eine nationalistische Diklatur wird sich bei ihrer innerlichen Uneinigkeit und bei ihrer Hilflosigkeit gegenüber den praktischen Fragen nicht auf Die Recht! Der Völkerbund ist und bleibt ein Instrument in Der Hand Der gegnerischen Mächte, vor allem Frankreichs: wo Deutschland» Recht gelten sollte, hat er 1930 noch schmählicher versagt al» zuvor. Wir sind, Gott sei es geklagt, machtlos. Aber nationale Energie lami auch ein machtloses, geknechtete» Volk zeigen. In unserem Volk aber sind weite Schichten auch heute noch international eingestellt: sie empören sich über jedes scharfe Wort, ha» ein Deutscher spricht, und nehmen viel schärfere Worte und Taten Der Franzosen und Polen ergeben bin. Darum hat unser Volk keine Kraft, kein Ansehen! Wir beschließen daS böse Jahr 1930 mit schwerem Herze» Denn wer noch ein bißchen zu denken versteht, sieht, daß 1931 noch schwerer werden wird. Schließen wir Die» Jahr wenigstens nicht ab, ohne aus ihm zu lernen! Wir haben gewirtschaftet, ohne zu bedenken. Daß wir ganz arm sind: es gilt Dieser Tatsache rücksichtslos Rechnung zu tragen. Wir (ober Doch große Teile DeS Volk») haben auf Die wirtschaftliche Einsicht Der anheren vertraut: Da» war ganz falsch. Richt einmal Das ist richtig. Daß die anderen un», damit wir ihnen steuern können, am Leben lassen wollen. Rein, nicht einmal Da» wollen sie mehr haben. Viele haben auf den Völkerbund vertraut er verdient kein Vertrauen, unter seinem Schutz bricht Frankreich seine Abrüstungsversprechungen. Wir haben (ober doch viele) auf die Durchsetzung bes Recht» im Leben Der Völker vertraut: aber nach wie vor, ja, mehr al» je zuvor lassen Die Mächtigen nut Die Macht regieren. Wir stehen allein; so geben wir un» selber nicht aus! Wit stehen gegen eine Welt: so zerfleischen wir un» doch nicht selbst! Wir müssen unsere Sache führen; so führen wir sie Dauer halten. Ihre größte Gefahr besteht Darin, Daß ihre enttäuschten Anhänger sich schaventvei» zur äußer st en Linken wenden und Die beharrliche Politik Rußland» auf Herbeiführung einer Weltrevolution in Deutschland zuerst verwirklichen helfen werden. »Deutschland etwa che!" sollte Dem gegenüber nicht Der Schlachtruf Der Rational- fozialisten sein, sondern das Mahnwort an Diejenigen st aat» erhaltenden Elemente, Die heute noch ihre Qlugen gegenüber Den furchtbaren Gefahren, hie Deutschland bedrohen, geschlossen halten und sich in kleinlichen Zänkereien untereinander auf reiben. Oie große innere Reform. Don Eduard Dingeldey, JJtDDV, Führer Der Deutschen Dottöpartei. Die wirtschaftliche Rot unseres deutschen Volke» ist auf Drei Ursachen zurückzusühren: 1. Die gewaltige Massenerzeugung Der Welt stieß aus zerstörte Absatzmärkte. DaS Mißverhältnis von Angebot und Rachfrage führte zu einem nie geahnten Preissturz und im weiteren Verfolg schweren Funktionsstörungen Der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion in der ganzen Welt. 2. Die von sozialistischem Geiste beeinflußte, einem falsch verstandenen und häufig genug dilettantisch geführtem Wohlfahrt» st aale dienende deutsche Gesetzgebung auf Den Gebieten Der Steuerpolitik, der Sozialpolitik, Hand in Hand gehend mit einer uferlosen Aufblähung' de» gesamten Apparate» der öffentlichen Hand, hängen sich wie eine Zentnerlast an die Fähigkeit Der deutschen Wirtschaft, Den Wettbewerb In her Welt mit anderen Rationen aufzunehmen, der ohnehin durch die unter 1. genannte 'Weltwirtschaftskrise In ungeheurem Maße erschwert ist. 3. Die von außen, durch allgemeine Einflüsse, von innen durch ein falsches System von Gesetzgebung und Verwaltung in ihrer Lebensfähigkeit getroffene deutsche Wirtschaft wurde belastet mit Den Tributforderungen der Gläubiger, deren Hohe auch nach dem Voungplan außer allem Verhältnis zur wirklichen Ertrag»- fäbiqfeit her deutschen Wirtschaft steht. Aus diesem Zusammenfluß her Ursachen ergibt sich, das, die deutsche Reichsregierung u n - mittelbar nach Sicher st elluug der inneren Reformak11on Die Reuaus- rollung der Tributsrage an streben muß. Die Frage der Taktik, ob also durch Die Erklärung eines Moratoriums oder durch Anrufung de» Sachverständigenausschusse» der Internationalen Bank da» Ziel besser erreicht wird, kann hier unerörtert bleiben. Zweisellos aber liegt her deutschen Reichsregierung die Pflicht ob. die Revision De» Zoungplanes zum Ausgangspunkt ihrer außenpolitischen Aktionen im Jahre 1931 zu machen Hoffentlich wird sie dann gestützt durch eine gesunde, aber entschlossene breite Front innerer Volksgemeinschaft. Wirtschaftspolitische Einsicht. Don Discount d'äbernon, ehem. lgl. britischer Dotschaster in Derlin. Meine Ansicht ist die. haß Die Zukunft Der europäischen Politik und ihre Fortsetzung im Geiste von Locarno im kommenden Jahre hauptsächlich von wirtschaftlichen Umständen abhängt, während Die wirtschaftliche Zuruhig und besonnen, aber auch toüthlg und entschieden! Möge 1931 — trotz allem — es besser machen al» 1930' Bayern und die Reichsreform Eine Reujahrokundgebung des bayerischen Ministerpräsidenten. München. 30. Dez. (WTB.) Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held veröffentlicht au» Anlaß de» bevorstehenden IahreSwech'el» eine Kundgebung, in Der e» u. a. heißt In den vergangenen RachkriegSjahren haben die Verantwortlichen im Reich und in Den Ländern ihre Sorge mehr und mehr Dem neuenReichS- bau zugewendet. Die jüngste Vergangenheit hat geoffenbart, daß die Mängel unseres Verfaffungs- leben» nicht in Der Gewaltenleilung zwischen Reich und Ländern liegen. Sie sind vielmehr darin zu erblicken, daß ganz unabhängig davon Die Reichsgewalt al 5 solche einer hinreichend st arkenGrundlage entbehrt. Die wichtigsten und wirksamsten iragpfeiler für die Bildung einer starken Reichsgewalt sind nach den Erfahrungen der Gefchichte und nach Dem Vorbilde anderer Droßstaaten Der Welt in folgenden Forderungen zu erblicken: 1. Erhebung des ReichSrates zur gleichberechtigten Zweiten gesetzgebenden Kammer nach dem Vorbilde De» BundeSrate». 2. Gewährleistung einer größeren Stetigkeit derReichSregierung. 3. Ausbau Der orDentließen verfassungsrechtlichen Machtvollkommenheiten De» ReichSprä- | i De n tc n, etwa nach Dem Vorbilde De» Präfihinft vorwiegend von Der Währ u n g abdängt und von der Behandlung de» Goldproblem» feiten» Der führenden Handel S- iiationen der Welt. Wenn nicht mehr Verständnis für diesen Punkt von den maßgebenden Autoritäten an den Teg gelegt wird, sehe ich schwere finanzielle Verwicklungen voran». Oie Revision des Versailler Oiktats. Son Oraf IBrflorp, DlbDV, Führer der SVnnfcrvdhvcn Dolkspartei. Schon her Januar im Jahre 1931 stellt die deutsche Vertretung beim Völkerbund vor die Aufgabe, die deutsche Minderheit gegen Den brutalen Vernichtunftskamps Polen» zu schützen. Ebenso unverzüglich muß die Komödie her A brüstungSverhandlungen in Genf zum formellen Abschluß gebracht werden. 'Deutschland darf keinen Zweifel darüber lassen, haß e» jede» Interesse am Völkerbund verliert, wenn er wie bisher auf diesen beiden Gebieten versagt. Ist hie Tatsache, daß Die anderen Mächte Den vertragsmäßigen Anspruch Deutschland» auf Abrüstung nicht erfüllen, endgültig sestgeftellt. Dann ist auch Deutschland nicht mehr gebunden und in her Lage, für sich Die Rüstungsfreiheit In Anspruch zu nehmen. Reben (Senf wirb Basel al» S i tz her Tributbank un Jahre 1931 ein zweiter Brennpunkt heutfcher Außenpolitik sein. Im Interesse ebensowohl her (SläubigerlänDcr wie Deutschlands kann die Revision de» Pariser T r l b u t p 1 a n e » nicht länger aufgeschoben werden. Bei seiner Annahme bat niemand feine Durchführbarkeit garantiert. Die Aus« bringungskrise in Deutschland. Die Weltwirtschaftskrise und Da» mit ihr verbundene Steigen he» Werte» der Goldzahlungen, her Abschluß her Außenmärkte gegen die deutsche '?lu»fubr und das Versacken weiterer Kreditmöglichkeiten müssen bei Festhalten an dem Tributplan zu schwersten Katastrophen führen. Rachdem her Reg e ung Brüning die'Notverordnungen in die Hand gegeben sind, die zum Zwecke her inneren Reformen dem deutschen Volke s ch w e r st e L a st e n n n d E i n s ch r ä n k u n g e n auf erlegen, ist für sie Die Voraussetzung erfüllt unb die Verpflichtung gegeben, unverzüglich Die •Xrlbutreinflon in» Werk zu fetzen. Transferaufschub unD Einberufung des beratenden Gonder- ausschusses müssen, so gefahrvoll und unzulänglich diese im Tributplan vorgesehenen Maßnahmen find, verlangt werden, wenn da» erforderlich ist. um ha» Rad ins Rollen zu bringen. Die unmittelbaren Verhandlungen von Regierung zu Regierung mit dem Ziel einer wirklichen Re- Vision sinb Die Hauptfach« DI scheu Volkes und sein erwachender nationaler Widerstandswille gestatten keinen weiteren Aufschub. Auch diese für da» Jahr 1931 im Vordergrund stehenden Ausgaben erhalten ihre volle Vedentung erst in dem Zusammenhang her Forderung Deutschland» auf Revision de» gesamten Versailler Diktate». Da» Re- visionsgespräch her Welt hat begonnen, ö» wird und Darf nicht verstummen. Die ganze deutsche Außenpolitik muß bei Freunb und Gegner Der Revision allein Darauf gerichtet fein. Fessel um Fessel he» Versailler Diktate» abzustreifen, bl» Ehre und Freiheit der Ration wiederhergestelkl sind. Deuten Der Vereinigten Staaten von Amerika. Dazu wäre weiter nötig, haß Verfassung unb Recht im öffentlichen und privaten Leben wieder zu größerer Achtung und Geltung gelangen. Mit Treu und Glauben wird auch da» Vertrauen wiederkehren, da» heute in weiten Kreisen, nicht zuletzt durch Ereignisse aus Dem Gebiete des öffentlichen L«b< schwunden ist. VerfassungSänDerungen müssen für die Zukunft erschwert tocrDcn. Solchergestalt muß eine Reichsreform fein, wenn sie Dem deutschen Volk zum Gegen gereichen soll. Ein Werk der Zerstörung statt De» Ausbaues würde au» den Händen Derer bervorgeßen, Die ha» Fundament abtragen möchten, das Die deutschen Länder, für da» Reich In guten wie in schwersten Zeiten gebildet haben. Bauern» Aufgabe wird e« auch im kommenden Jahre und in Der Zukunft fein, solchen Versuchen gewappnet mit hem blanken» Schilde schärfsten Widerstand zu leisten. Oie Wettarbe tslosigleil. Berlin. 30. Dez. iBB.) Die These, daß die deutsche Wirtschaftskrise Teil einer Weltwirtschaftskrise ist, wird merkwürdigerweise immer noch beftritten. Die Zahlen zeigen aber ihre Richtigkeit. denn gemessen an Der Gesamtbevölkerung steht Die Arbeitslosigkeit in Deutschland erst an der zweiten Stelle her Weltstatistik. 3m Herbst waren in Großbritannien 4,8 Prozent, in Deutschland 4.7 Prozent, in den Vereinig- ten Staaten 4,6 Prozent der Gesamtbevölkerung arbcit»lo». Die drei größten Industrieländer Dal • ten fich olfo annähernd Die Waage. Bei Italien beträgt der Anteil 2 Prozent, nach zuverlässigen Rachrichstn hat fich aber auch hier die Krise In der letzten Zeit außerordentlich stark verschärft. Oes Kanzlers Ostlandreise Das Programm' der O st r e i s e des K a n z - l er s liegt nunmehr in allen Einzelheiten vor. Er wird die an den Weichselkorridor stoßenden pommerschen Gebiete, die Grenzmark, Ostpreußen, Westoberschlesien und Riederschlesien besuchen. Kleber Zweck und Bedeutung dieser Fahrt brauchen eigentlich nicht mehr viel Worte verloren werden, da schon längst alle Teile unseres Volkes, gleichgültig welcher Stommesart sie sind, oder welcher politischen Partei sie angehören, restlos darin übereinstimmen, daß dem Osten unseres Vaterlandes in seiner schweren wirtschaftlichen und nationalen Rot auf das schnell st e und wirksamste geholfen werden muh. Wir haben wohl die Ost Hilfe, die dazu bestimmt ist, namentlich der schwer um seine Existenz ringenden und vielfach bereits bedenkliche Verfallserscheinungen aufweisenden Landwirtschaft zu helfen. Allein das genügt nicht. Die Bande zwischen Ost und West, zwischen den Grenzmarken und dem Reiche, müssen fester denn je geknüpft werden. Der Ostmärker muß wissen, daß hinter ihm das ganze deutsche Volk steht, das nicht gewillt ist, rhn dem Polentum auszuliefern. Die Minister Wirth und C u r t i u s haben durch ihr Erscheinen in Oberschlesien das Vertrauen der unter den Schlünden polnischer Geschütze lebenden Bevölkerungsteile des Industriereviers wieder gestärkt, Preußen hat durch die Vermehrung der Grenz- und Schutzpolizei dem Deutschtum am Oberlauf der Oder einen sichtbaren Beweis dafür geliefert, daß man in Berlin nicht nur über Akten brütet, sondern auch mll wachem Blick die polnischen Heberfalls- und Raubgelüste beobachtet. Aber nicht nur um die oberschlesische Landzunge spült die polnische Volkswoge, Polen hat auch quer durch deutsches Gebiet einen Keil getrieben, der Ostpreußen vom Reich getrennt hat, um es zur leichten Beute des Polentums werden zu lassen, das gleichzeitig im Korridor unter den zurückgebliebenen Deutschen aufräumt und darüber hinaus ständig nach Pommern und in die Grenzmark hinein vordrirgt. Schwer wird ihm der Vormarsch allerdings nicht gemacht. Volle und uneingeschränkte staatsbürgerliche Rechte genießen dre Polen bei uns im Gegensatz zu unseren Brüdern auf polnischem Boden. Hebe call kauft b e r 0 e • mit Mitteln von der anderen Seile der Grenze reichlich versehen, notleidende Bauernhöfe und Ländereien, die schon letzt mrt Polen beseht werden oder nach Oeff- nung der Grenzen polnischen Bauern übergeben werden. Die durch unsere wirtschaftliche Rot hervorgerufene Landflucht und langsame Entleerung der Ostgebiete begünstigt diesen Polonisie- rungsprozeß ungemein. Ihm gilt es, entgegenzu-- arbeiten. Darum kommt auch der Kanzlerreise eine besondere Bedeutung zu. Wir hoffen, daß sie der Beginn einer großen Rettungsaktion für den Osten, der Schwur des geo- samten deutschen Volkes ist, die Ostmarken allen Gewalten zum Trotz zu halten und zu wertvollen Aufnahmegebieten unseres Devöl.erungsüberschus- ses zu machen. pariser Gedanken über die Ostreise Brünings. Paris, 30. Dez. (TH.) Das „Echo de Paris- beschäftigt sich mit der bevorstehenden Reise des Reichskanzlers nach dem Osten. Der Berliner De-- richterstatter des Blattes erklärt, daß man deut-- scherseits die Reise des Kanzlers zwar als eine Studienreise hinstelle, daß es sich aber in Wirklichkeit um nichts anderes handele, als um eine Propagandareise, mit dem Ziel, die Landbevölkerung zur pangermani-» st i s ch e n Propaganda a n z u f e u e rn. Brüning und Curtius wüßten nach den Ergebnissen! der polnischen Wahlen sehr wohl, daß die Zeit in Oberschlesien, im Korridor und selbst in Ost-- preußen gegen sie arbeite. Rach den schönen Worten und leeren Versprechungen für Steuer- erinätzigungen halte die Reichsrcgierung die Zeit für gekommen, endlich eine aktive Politik einzuleiten. Hnter dem Vorwand landwirtschaftlicher Beihilfen werde sie nunmehr beträchtliche Summen zur Verfügung derjenigen Elemente stellen, die in hartnäckigem und zähem Kampf gegen den polnischen) Gedanken kämpften. Die Reise Brünings bedeute daher den Beginn einer Propaganda großen Stils zugunsten des Germanismus in den Grenzprovinzen des Ostens, polens Enilastungsoffensive. Die polnische Regierung hat ihre diplomatischen Vertretungen in allen Hauptstädten Europas mobil gemacht, die fortgesetzt versuchen, Mate- 3ur deutschen Minderheiten - b e schwerde an den Mann zu bringen. In Paris hat selbstverständlich der polnische Botschafter bei allen Zeitungen Glück, die unbesehen das veröffentlichen, was ihnen aus polnischer Quelle zugeht. Airders ist es dagegen schon in England. Hier übt man wenigstens eine gewisse Reserve. Auch in Italien wird eine vorsichtige Zurückhaltung an den Tag gelegt, woraus schon hervorgeht, daß man innerllch von der Anfechtbarkeit des polnischen Cntlastungs- Materials vollauf überzeugt ist, wenn man ba4 auch nach außen hin nur zum Teil oder gar nicht Zahrrswende. Von Reichskanzler Or Brüning. Das neue Heim der Reichskanzlei. Das Jahr 1930 werden Millionen und Aber- millionen unseres Volkes mit einem gewissen Aufatmen scheiden sehen, gut, daß wir es hinter uns haben! Denn es war ein schweres Jahr, ein Jahr, das uns viel zu schaffen machte. Die Konjunktur von 1927/28 setzte ihren Abstieg von 1929 bis in das T a l einer tiefen Depression fort und machte MillionendeutscherVolks- genossen erwerbslos. Die Finanzverhältnisse besj i Reiches der Länder und Gemeinden wurden kritisch.^ ’ Depression und Krisis der Finanzen nährten das Mißtrauen in unserem Volke, ob das Leben und das Wachstum unserer Nation mit der gegebenen verfassungsmäßigen Ordnung der politischen Kräfte am besten gewährleistet seien. Es wurden Bewegungen groß, die über dieses Mißtrauen hinaus die gegenwärtige Ordnung unserer politischen Verhältnisse als des Ruins des Staates und der Nation schuldig anklagten und sich anheischig machen, Volk, Staat und Kultur aus ihren Grundsätzen, ihrem Mute und ihrer Tatkraft erneuern zu können. Solche Bewegungen waren vorauszusehen. Sie zeigen sich stets einige Zeit nach einer politischen Neuordnung, weil dann die hinter der Umgestaltung Zurückgebliebenen sich im Angriff auf sie mit jenen finden, die von ihr enttäuscht sind, weil nicht alle ihre Blütenträume reiften. Von außen fanden die innerpolitischen Erregungen Zündstoß an der allgemeinen politischen Unrast in der Welt, sowie an der Abneigung der Mächte, in den Fragen der A b - rüstung, der deutschen Tributverpflichtung, sowie der Souveränitätsoerhält- nisse im O st e n eine schöpferische, d. h. die Völker beruhigende, Gegner versöhnende, die Kultur der Menschheit fördernde Politik zu aktivieren. Wenn es auch schwer ist, eine sachliche, d. t>. •Äx. i I Das Arbeitszimmer des Reichskanzlers. Verbindung zwischen dem alten Reichskanzler« palais auf der einen Seite und dem Borsig- Palais auf der anderen Seite herzustellen. Der alte „Rote S a a l", der Empfangssaal der Fürstin Bismarck im ersten Stockwerk, ist neu aufgeführt und stellt die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Teil dar. Don dort führt eine Flügeltür gleich in den „Länder- s i h u n g s sa a l", in dem künftig die Besprechungen und Sitzungen mit den Vertretern nicht nur der Ländern, sondern auch größerer Or- ganisationeir mit den Fraktionsführeren usw. stattfinden werden. Der einzige Dildschmuck ist das Oelbildnis des Reichspräsidenten von Hindenburg von Professor Vogel. Alles übrige, Fenster. Wandtäfelungen, Teppiche, Beleuchtungsanlagen sind Stiftungen der Länder und lebendige Zeugen aller Kulturzentren Deutschlands. Weiter führt der Weg zum neuen Sitzungssaal des Reichskabinetts, der, nach der stillen Gartenseite zu gelegen, densymbolischen Ausblick nach der Bayerischen Gesandtschaft zu hat. Hier ist das bekannte Lenbachsche Bild des Reichskanzlers Fürst Bismarck, Sinnbild der Verbindung von alter und neuer Zeit. Die Vorzimmer weisen Bilder von Ebert, Stresemann und'Marx auf. West- und Ostflügel verbindet ein zum neuen Innenhof schauendes, von Rorden belichtetes Treppenhaus. Die Ostseite beherbergt u. a. die Arbeitsräume des Reichskanzlers und des Staatssekretärs. Heberall nur deutsche Handarbeit in vornehmen, ruhigen Linien. Der Vorsaal zu dem Arbeitszimmer des Reichskanzlers weist allein eine Repräsentation auf, die über die knappe Form der heutigen Rotzeit hinaus in glücklichere Tage weisen soll. wirkliche Politik nach wohlüberlegten Richtlinien auf Iahre oder gar Iahrzehnte berechnet, zu betreiben, wie es doch eigentlich sein muß, so hat sich doch im abgelaufenen Iahre soviel politisches Verständnis äußern und durchsetzen können, daß wir den Finanzen wieder — trotz der fortschreitenden Depression — eine festere Grundlage geben konnten. Wir haben sodann manches tun können, um den Ablauf der Konjunktur zu erleichtern. Die Arbeitslosenversicherung — die weit mehr ift als ihr Rame besagt — konnte besonders dank der Arbeitnehmerschaft selbst in ihren Leistungen gesichert werden. Wie denn überhaupt unser ganzes staatliches, soziales und wirtschaftliches Leben glücklicherweise, und ich sage es ausdrücklich dabei, keineswegs nur durch die Tätigkeit der politischen Organe, sondern mindestens ebenso sehr durch die Tätigkeit und Ordnungstreue aller Vernünftigen in Stadt und Land vor den Katastrophen bewahrt geblieben ist, die zeitweilig ernsthaft drohen. Wenn es aber Leute gibt, die da meinen und ausrufen, wir steckten ja schon mitten in der großen Katastrophe drin, so kann man demgegenüber nur sagen: Sie wissen nicht, was sie reden. So stehen wir an der Schwelle zwischen dem alten und Lern neuen Jahre wie Männer, die von schwerer, gar nicht ästhetischer Arbeit kommen und die Spuren davon an sich tragen, und die wissen, daß sie morgen wieder so Herangehen müssen, weil das Werk ja n o ch l ä n g st n i ch t f e r t i g ist, ja, die wissen,, daß es überhaupt n i e fertig wird, weil Politik eine Seite des Lebens ist und also auch dauert, solange es Leben gibt. Aber wie echte Werkleute, die einmal ein Werk begonnen haben, es freiwillig nichtbeiderhal- be-n Sacke bewenden lassen, so werden auch wir von der Gestaltung unserer Verhältnisse zum iBefferen, Höheren nicht ablassen, solange Leben und Kraft in uns fitzt Leben und Kraft aber haben Ä i r, das hat uns das Ringen des Volkes im ab- lgufenden Jahre bewiesen. Freilich muß die Kraft diszipliniert fein, soll sie aufbauen und nicht zerstören. Das gilt Überall von ihr. aber wenn ich an der Schwelle -um neuen Iahre uns allen und mir politisch etwas ganz Tiefes und Großes wünschen darf, dann ist es dieses: Möge unserVolk in seiner Gesamtheit, also in allen Schichten, Berufen und Ständen und Lebensaltern zunehmen in der Fähigkeit und Geschicklichkeit, seine großen Anlagen und unerschöpflichen Kräfte richtig zu behandeln und einzusetzen — besonders im Politischen — möge es also ein- seherr, daß alle praktische Politik Aufbau ist, daß aber alles Aufbauen nicht darin besteht, daß alles zugleich getan wird, sondern daß ein Stein sich auf den andern fügt. Zerstören geht viel rascher als Aufbauen, geht — sozusagen - gleichzeitiger und ohne besondere Geschicklichkeit. Mag fein, daß deswegen soviele dafür sind, daß zunächst einmal zerstört wird. Lernen wir schätzen, was wir haben, suchen wir, es zu erhalten und zu verbessern! Dazu gehört mehr Mut als zum Zerstören. Aber dazu gehört auch noch anderes, nämlich: Fleiß, Ausdauer, Geduld, immer erneutes Prüfen und Wägen ohne Haß und Reid (denn sie machen blind! und tatrge Arbeit, die geringe Dinge auch dann gering nimmt, wenn sie sich wichtig geben und wichtige ®tnge wichtig nimmt, auch wenn sie kaum auffallen. Hnd lernen wir Maß halten, nicht nur im Politischen selbst, sondern auch in den Forderungen an unsere Politik. Sie kann viel, aber sie kann die Menschen nicht glücklich machen. Es drängt mich, gerade heute diese Bedingtheiten und die Grenzen jeder Politik her- vorzuheken, einmal um vor Illusionen zu warnen, ihnen folgt die Enttäuschung, der Enttäuschung aber allzu oft nur das Versagen im des sonst Mög'ichen. Sodann aber meine rch» daß jeder die in ihm ruhenden Kräfte um so besser zur Wirkung bringen wird, je mehr er erkennt, wie er damit beitragen kann zum Gelingen in dem großen Geschehen, das wir Politik nennen. Die Aufgaben, die diese uns stellt, sind nicht neu. Wir haben sie ja auch nur einen Augenblick - gleichsam wie Außenstehende im Frühschein des neuen Iahres betrachtet. Wir begrüßen dieses Iahr als Männer mit Erfahrung und Hoffnung und wenden uns morgen wieder dem unvollendeten Werke zu. Ein Neujahrserlaß an die Wehrmacht! Berlin, 31.Dez. (TU.) Der Reichspräsident richtet an die Wehrmacht folgenden Erlaß: Am L Januar 1931 besteht die Reichswehr e i n Jahrzehnt lang in der Form, die ihr der Vertrag von Versailles bestimmte. Jn Zeiten tief ster vaterländischer Rot wurde sie unter meinem Amtsoorgänger geschaffen. Trotz aller ihr anserteg- Withetmstraße 78. Von unserer Berliner Redaktion. Fast mutet das neue Gebäude, das sich inmitten des Regierungsviertels in der Wilhelrnstrahe erhebt, fremdartig an, faft glaubt man, diese neue Fassade, die der Reichskanzlei angehört, passe nicht hierher in das mit wuchtiger Ornamentik überladene Gewirr von Regierungsstätten, die zum größten Teil in der Wirkungszeit eines Sch in- k e I entstanden. Professor Siedler von der Technischen Hochschule in Eharlottenburg hat dennoch mit dieser kühlen, sachlichen Fläche der neuen vierstöckigen Reichskanzlei das rechte Mittel gefunden, die Baulücke in der Wilhelrnstrahe auszufüllen und der zentralen Reichsbehörde e i n repräsentatives Gebäude zu erstellen. Will der Block zunächst schmucklos erscheinen, so ändert sich der Eindruck bei einem Rundgang durch die Zimmer und Korridore, die, obwohl in kühler Sachlichkeit, architektonisch wann wirken. Wohltuend ist die sparsame Verwendung aller baulichen Ausschmückungsmittel, die nachdrückliche Wirkung der Innenausstattung liegt in erster Linie in der Anwendung von Farbe, die beispielsweise dem Ländersaal eine besondere Oiote gibt, zum anderen in der raumkünstlerisch außerordentlich anerkennenswerten Benutzung und Ausstellung der Möbel. Viel Altes findet sich dabei gewiß, was noch aus der alten Reichskanzlei^ stammt und was - auch aus Sparsamkeitsgründen — den Beständen entnommen worden ist. Liber wie man den Hebergang vom guten Alten gum notwendigerweise neu zugeschaffenen Gerat bewirkt hat, das ist eine Leistung, die eine volle Hnterstreichung erfahren muh. So wuchtig und so prächtig das Gebäude als ganzes auch wirkt, es ist dennoch mit geringen Mitte I n erstellt worden. Wenig mehr als zwei Millionen Mark hat die neue Reichskanzlei an Her- ,cn Hesseln hat sich die Wehrmacht als hort des äußeren und inneren Friedens, als eiferneklammer des Reiches und als fefte Stühe des Staates erwiesen. Das 'hr zu treuen Händen übergebene Erbe der alten Armee und Marine hat sie gut verwaltet Jch danke der Wehrmacht für die Arbeit dieses Jahrzehnts und entbiete ihr meine herzlichsten Wünsche zum Reuen Jahr. Möge sie weiterhin ihre Ehre darein sehen, inGehorsam und treuer Pflichterfüllung dem Vaterlande zu dienen. Berlin, den 31. Dezember 1930. Der Reichswehrminister: Der Reichspräsident: gez. G r ö n e r. gez. v. Hindenburg. personatpotiiik in Genf. Witt man Deutschland im Völkerbund mit der Materialverwaltung abfinden? G« nf, 31. Dez. (TH.) In den Kreisen des Völkerbundes stehen gegenwärtig von neuem die Fragen der P e r s o n a l p o l i t i k im Vordergrund, denen in wachsendem Maße politische Bedeutung für die Stellung Deutschlands im Völkerbunde beizumessen ist. Rachdem die von Deutschland und Italien eingeleiteten Bemühungen zu einer grundsätzlichen Revision der politischen Oberleitung des Völkerbunds- sekretariats zu gelangen, gescheitert ftnö, wird nunmehr an angs des Iahres von neuem ein Reformausschuß zur Prüfung einer etwaigen möglichen Reform des Völkerbunds- sekretariats zusammentreten. Der seit langem von Deutschland geforderten politisch mitbestimmenden Beteiligung an den höheren Posten, besonders der Einräumung maßgebender Direk- torenposten, sucht man jetzt dadurch entgegen- zu treten, daß ein außerhalb jedes politischen Ein» slufses liegender rein bur e au kr a t i sch e r 2t.°JtCrn öer inneren Verwaltung des Volkerbundssekretariats (Haus- und Materialver- waltiing?) Deutschland angeboten wird, nachdem der seinerzeit Deutschland in Aussicht gestellte Posten eines Direktors der Wirtschaftsund Finanzabteilung nunmehr endgültig anderweitig beseht worden ist. Die deutsche Per- sonalpolitik im Völkerbundssekretariat stößt jedoch gegenwärtig auf gewisse Schwierigkeiten, da für leben vom Völkerbunossekretariat ausgeschriebe- nen belanglosen Posten von zahlreichen deutschen Stellen Bewerbungen vorliegen. Die grundsätzliche deutsche Forderung auf maßgebende Mit- beteiligung an der politischen Oberleitung des Volkerbundssekretariats findet hierdurch keinerlei Hnter st ützung. Vielmehr werden die Versuche, die deutschen grundsätzlichen Forderun- gen durch Einräumung belangloser Posten im Volkerbundssekretariat abzubiegen, dadurch von neuem ermutigt. stellungskosten benötigt, die ausgeworsen werden konnten und mußten, um der obersten Behörde, die alle zentralen Arbeiten zu verrichten hat, Arbeitsräume zu geben, die sonst nirgends so praktisch zur Verfügung gestellt werden konnten. Die innere Aufteilung von Grundstück und Reubau ist außerordentlich zweckmäßig vorgenommen, wobei es gelungen ist, eine geschickte Das Erdgeschoß enthält neben drei Dienst« Wohnungen die Dvtenmeisterei, eine Telephon« zentrale modernster Anlage, Räume für Pförtner, Polizei und Kraftwagen, sowie eine Garage fül die Kraftwagen der Reichskanzlei und eine grö« Here Halle zum Hnterftelten von 30 bis 40 Kraft« wagen. : * M -Ä öum Ausdruck bringt. Den Haupttrumpf haben die Polen aber jetzt mit der Veröffentlichung eines Berichtes über eine Inspektionsreise des polnischen Innenministers öfla* dowski nach Ost-Oberschlesien auSgespielt. Herr S-kladowski hat offenbar eingesehen, daß auch er Oberschlesien einen Besuch abstatten mühte, nachdem vor einigen Wochen die Minister Wirth und TurtiuS im oberschlesischcn Industriewinkel geweilt haben. Skladowski hat verschiedene Orte aufgesucht, die der Schauplatz wüster Ausschreitungen durch die Aufständischenverbände waren. Dabei hat er sich aber die Arbeit sehr leicht gemacht. (Sr hat in der Hauptsache mit ^ationalpolen verhandelt, die selbstverständlich die Schuld an den Ausschreitungen der deutschstämmigen Bevölkerung zuzuschieben versuchten. Auherdem ist er mit dem Bericht zurückgekehrt, dah von Zerstörungen so gut w i e gar nichts zu bemerken gewesen wäre. In diesem Punkte hat er allerdings recht. Die polnischen Behörden haben sich inzwischen beeilt, die zerschlagenen Fensterscheiben wieder in Ordnung bringen zu lassen und den Häusern, die der Wut der Aufständischen ausgesetzt waren, durch -Renovierung den Anschein zu geben, als wäre niemals in diesen Ortschaften der Friede gestört worden. Der Bericht des Innenministers wird selbstverständlich auch seine Runde machen. In allen einsichtigen und vernünftigen Kreisen des Auslandes wird er aber den gleichen Eindruck hinterlassen wie die übrigen polnischen Denkschriften, die zur Widerlegung unserer Minderheitenbeschwerden veröffentlicht worden sind. Kein Ergebnis der Lohnoerhandlungen im Auhrbergbau. Essen. 30. Dez. (2DIB.) Die zwischen dem Zechenverband und den Vergarbeileroerbänden unter dem Vorsitz des Schlichters Professor Brahn geführten Verhandlungen sind ergebnislos verlaufen. Damit ist das elngeleltete Schlichtungsverfahren beendet, und es tritt am 1. Januar 1931 hinsichtlich der Lohnregelung im Ruhrbergbau ein tarifloser Zu st and ein. Die Zechen sind deshalb gezwungen, ihren Belegschaften zum nächstmöglichen Termin, dem 15. Januar 1931, zweck» angemessener Senkung der Löhne zu kündigen. Wie mir von unterrichteter Seite erfahren, werden die Verhandlungen über die Lohnsenkung im Ruhr- berabau, die heute ergebnislos abgebrochen werden mutzten, am 7. Januar fortgesetzt werden. Dieser Termin ist im Einvernehmen beider Parteien bestimmt worden. Man will also noch einen letzten Versuch machen, um zu einer Einigung .zu gelangen. Aus den bisherigen Verhandlungen mutz man den Eindruck haben, datz die Gewerkschaften bereit wären, einer 4prozentigen Lohn, kürzung zuzustimmen, während die Zechenbesitzer ihre Forderung von 12 v.H. bereits auf 8 v. H. ermäßigt hatten. Damit sind die Verhandlungen für den Augenblick auf den toten Punkt anaelangt. Der Schlichter war nicht in der Lage, allein einen Spruch zu fällen, da das Reichsarbeitsgericht vor zwei Jahren im Falle der Rordwestlichen Gruppe entschieden Hot, daß nur Schiedssprüche, die von einer M e h r h e i t gefällt worden sind, verbindlich erklärt werden können. Es ist anzunehmen, daß das Reichsorbeitsministcrium zunächst abwartet, wie die für den 7. Januar angesehten Verhandlungen ausgehen. Ein Schiedsverfahren analog dem, wie es bei dem Konflikt in der Berliner Metallindustrie angewendet wurde, kommt zunächst nicht in Frage. Man erinnert sich, daß damals das Schiedsgericht. das aus dem früheren Reichsarbeittmi- nister Braun, Oberbürgermeister Jarres und Professor Einzheimer bestand, einen Spruch fällte, der sich von dem des Schlichters nicht erheblich unterschied. Diese Entscheidung war von Ar- beitnehmerseite heftig angegriffen worden, und so dürften denn für die Anwendung eines ähnlichen Verfahrens bei dem Ruhrkonflikt in der Arbeiterschaft die psychologischen Voraussetzungen fehlen. Zweifellos bedeutet der Ausgang der heutigen Verhandlung-n und die Kündigung der Gedinge durch die Arbeitgeber eine Verschärfung der Lage, zumal in der Arbeiterschaft auch Streik st römungen vorhanden sind. 3m Augenblick aber kann man nur die Entwicklung abworten. Die entscheidende Woche wird die vom 7. bis zum 15. Januar sein. Von der Generalkündigung, die von den Zechenbesitzern zum 15. Januar 1931 ausgesprochen ist, Werden 29 5 000 Bergarbeiter betroffen. Ob es zu einer Aussperrung der gesamten Tergarbeiterschaft durch die Zechenbefitzer kommen wird, wird sich erst nach dem 15. Januar zeigen. Tie Bergarbeiterperbände haben für den Reujahrstag und den kommenden Sonntag im ganzen Ruhrgebiet Revierkonferenzen einberufen, um die Belegschaften zu informieren. Das Ende der Selbstverwaltung. Etaatskommissare in Wuppertal, Harburg und Bielefeld. &ie Regierung in Düsseldorf hat für die Stadt Wuppertal nach Ablehnung der städtischen Steuervorlagen einen Staatskommissar ernannt. Der Staatsörmmissar dürfte zur Beseitigung des Wuppertaler Defizits voraussichtlich Die Steuererhöhungen in dem von der Stadtverwaltung beantragten, von den Stadtverordneten jedoch abgelehnten Umfange durchführen. Mit Einverständnis und auf Antrag des Oberbürgermeisters Dr. Dudek sind für Harburg- Wilhelmsburg zwei Staatskommissare ernannt worden. Die Einsetzung der- Staatskommissare ist darauf zurückzusührcn, daß die im Dezember d. 3. von den städtischen Kollegien gefaßten Beschlüsse zur teilweisen Deckung des Defizits nicht die Billigung der Regierung in Arneburg gefunden haben. Mit der Begründung, dah die Stadt Bielefeld die zur Deckung des Fehlbetrags im städtischen Haushalt, insbesondere die zur Erfüllung der Aufgaben auf dem Gebiete der Fürsorge notwendigen Steuererhöhungen und neuen Steuern nicht beschlossen habe, find vom Regierungspräsidenten in Minden zwei Staats- kommissare ernannt worden. Der Staatskommissar Oer Eiaaiskommiffar für Gießen. Oie Verfügungen für den Haushalt 1930. Der hessische Minister de» Innern hat zum Staatskommissar sür Gießen den Obcr- regierungsrat Haberkorn vom Kreisamt Darmstadt ernannt. In unserem heutigen Anzeigenteil bringt die Stadtverwaltung die Verfügungen des Staatskommlssars, die die Genehmigung des Ministers de, Innern und des Finanzministers gefunden haben, zur öffentlichen Kenntnis. Tlach den Vorschriften des Staatskommissars dürfen die sür 1930 vorgesehenen Kapitalousnahmen nicht oorgenommen werden. Roch nicht begonnene Arbeiten haben zu unterbleiben, ausgenommen solche Arbeiten, die von der Sladt aus Grund vertraglicher Verpflichtungen ouszusühren sind, oder bei denen ausgesteuerte Erwerbslose beschäftigt werden, oder deren Richtausführung der Stadt finanzielle Rachteile bringen würde. Deiche Arbeiten dabei in Betracht kommen, unterliegt zur Stunde der Riederschrist dieser Zeilen noch der Prüfung durch die Stadtverwaltung. Die Gemeindeumlagen sür das Rechnungsjahr 1 9 3 0 werden wie folgt festgesetzt: a) Der Steuersatz der Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen aus 0,35 Bit; eine Erhöhung der gesetzlichen Miete kommt nicht in Betracht. b) Der Steuersatz der Grund ft euer von land - und forstwirtschaftlich, oder gärtnerisch genutztem Grundbesitz auf 0,35 Mark. c) Der Steuersatz der Gewerbesteuer vom Gewerbekapilal auf 0,65 Mark. d) Der Steuersatz dec Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag aus 3 Mark. Ferner wird die G e t r a n k e st e u e r für Gießen mit Dirkung vom 1. Januar 1931 ab eingeführt. Einstellungen, Anstellungen und Beförderungen von Angestellten und Beamten müssen bis auf weiteres unterbleiben. Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Haushaltführung behält sich der Staatskommissar vor. für den Magistrat hat sofort im Auffichtswege für das 3ahr 1931 die Einführung derDürgerst e u e r, fowie mit Wirkung ab 1. 3anuar 1931 die Erhöhung der Bier st euer auf das Doppelte und die Erhebung einer Gemein- degetränkesteuer verfügt. Di« erforderlichen Genehmigungen des Dezirksausfchuffes unb des Oberpräsidenten find der Verordnung gleich beigefügt. — Die Ernennung der Staatskom- misfare kommt für Bielefeld insofern überraschend, als die Stadtverordnetenversammlung Dienstagnachmittag über die Einführung der Bier- und Bürgersteuer Beschluß fassen wollte. Eine Erhöhung der Realsteuersätze war von der Regierung abgeiehnt worden. Arbeiiszeitküi-zung bei der Stadt Berlin. Berlin, 30. Dez. (ERB.) Der Magistrat von Berlin hat auf Grund einer Vereinbarung mit den Vertretern der Arbeitnehmerschaft mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Rotlage die Einführung der 44ftün6igen Arbeitswoche für die städtischen Arbeiter der Kämmerei- und Regiebetriebe von Montag. 12. 3a- nuar, ab angeordnet. Darüber hinaus ist bestimmt worden, daß in Schichtwechselbetrieben nötigenfalls die 42flündige Arbeitswoche einzuführen ist. Die Durchführung der Anordnung im einzelnen soll unter Wahrung der betriebswirtschaftlichen 3nterefsen erfolgen. Die Herab- fehung der Arbeitszeit geschieht zur Vermeidung von Entlassungen, wie auch um die Beschäftigung von Wohlfahrtunte r- stützungsempfängern in den städtischen Betrieben zu ermöglichen. Sämtlichen städtischen Gesellschaften, also vor allem den Werken und der Berliner Verkehrsgefellfchaft, ist die Einführung der gleichen Arb:itsz?itr.gelung anempfohlen worden. Aus der Provinziaihaupistadi. Gießen, den 31. Dezember 1930. Jahreswechsel. Beim Jahreswechsel klagen viele Menschen, namentlich die Alten unter ihnen, daß die Zeit ihres Lebens, die hinter ihnen liegt, so rasch dahingeschmunden sei, sie klagen über verlorenes Glück. Zu solchem Klagen besteht kein Anlaß; was wir in der Vergangenheit erlebt haben, bleibt unser Besitz. Man lese die Autobiographien, die Menschen von gesundem Gefühl in ihrem Alter geschrieben haben, da ist alles „besonnte Vergangenheit", da liegt über dem Erlebten ein verklärender Schimmer, die Vergangenheit nimmt sich aus wie ein fruchtbares, von der Mittagssonne beleuchtetes Land, das man von einer Bergesspitze überschaut. Goethe gedenkt schöner, vergangener Tage und sagt: „Ich besaß es doch einmal, was so köstlich ist." Wenn man Ludwig Richters Jugenderinnerungen liest, so fühlt man, wie der alte, zitternde, augenleidende Mann froh ist, als Jüngling in Dresden und in Rom so viel Gutes erlebt zu haben. Unser bleibt der Tag, an dem wir mutvoll und hoffnungsvoll in die Welt zogen, an dem eine liebe Hand sich in die unsere legte, an dem wir froh waren über ein gelungenes Werk. Und wenn unsere Tage auch dahinschwinden wie noch einem schönen Bilde Jakob Grimms die Tropfen, die nach einem Regen von dem Dache fallen, was wir erlebt haben, kann uns keine Macht der Erde nehmen. Beklagenswert sind die Grübler, die beim Rückblick in die Vergangenheit alle Sätze, die sie in Gedanken bilden, mit den Worten beginnen: „Hätte ich doch!" — „Hätte ich doch vor dem Kriege mein Vermögen so gesichert, daß es die Inflation nicht zerstören konnte!" — „Hätte ich doch einen anderen Beruf erwählt!" — Hätte ich doch meine Kinder in andere Wege geleitet!" Wir können die Zukunft nicht voraussehen, wir können in jedem Augenblick nur so handeln, wie wir es nach gewissenhafter Erwägung für richtig halten, alles andere steht in einer höheren Macht. Deshalb sollten wir die unmutigen Gedanken abschütteln, wie wir an einem Wintertage bei der Rückkehr in das Haus den Schnee vom Mantel schütteln. Beklagenswert finb auch die. die sich immer für zurückgefetzt halten, wenn sie ihr eigenes Lebensfchickfal mit dem anderer vergleichen. Lleberall ist Sonnenschein, so meinen diese iln» glücklichen, nur bei mir ist es dunkel. Sie stellen sich das Ergehen anderer so vor, wie es zuweilen in minderwertigen Romanen geschildert wird; da werden Mämrer vorgeführt, die über unbegrenzte Macht und unerschöpflichen Reichtum verfügen, Frauen, die nichts zu tun haben, als ihre Schönheit zu pflegen, 3ugend, die bewundert wird und von einer Freude zur andern eilt. Es gibt auch minderwertige Lebensbeschreibungen, die Männer der Geschichte so schildern, als seien sie die Seligen Griechenlands, von denen Schiller sagt: .Ewig klar und spiegelrein und eben flieht das zephyrleichte Leben im Olymp den Seligen dahin. Monde wechseln und Geschlechter fliehen, ihrer Götterjugend Rosen blühen wandellos im ewigen Ruin." Eine sehr irrige und unreife Geschichtsauffassung schildert Goethe als den Olympier, den Mann un- ermessenen Glückes. Der Dichter selbst hat sehr skeptisch über das Glück seines Ledens geurteilt. Seine Familienverhältnisse waren unerfreulich, sein Sohn starb nach einem verfehlten Qcben in Rom, auf feinem Grabstein auf dem protestantischen Friedhof an der Pyramide deS Testius steht das trostlose Wort: „Goethe filius patri anfevertens“, in freier Uebersehung: .Goethes Sohn, dem Vater im Tode vorausgehend." Doch war gerade Goethe ein Mensch von seltenem Lebensmut. Er war im besten Sinne ein Optimist und hielt es hierin mit feiner Mutter, die in ihrer gefunden, unverbildeten Art als 65jährige Frau an den Sohn schrieb: .Es gibt doch viele Freuden in unseres lieben Herr Gotts seiner Welt! Rur muß man sich aufs Suchen verstehen. sie finden sich gewiß; und das Kleine ja nicht verschmähen! Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken und was zu ihren Füßen liegt, nicht achten." Heute zerbricht man sich den Kopf über die Erziehung der 3ugend. Man erzieht sie zur Handfertigkeit, zum Kunstverständnis. zu Leibesübungen, man sollte sie auch zum Optimismus erziehen, gerade Goethe ist ein Erzieher zum Optimismus. Ein Optimist im Sinne der Bibel ist auch jener sächsische Arzt Paul Flemming gewesen, der 1635 nach Persien zog und im Hinblick auf die gefahrvolle Expedition alles in Gottes Hande legte. Er sprach damals in unvergleichlichen Versen: „Cs kann mir nichts geschehen, als was er hat ersehen und was mir selig ist. Ich nehm es, wie ers gibet, was ihn von mir beliebet, das hab ich willig auch erkiest" und .Leb ich nach feinen Sähen, so wird mich nichts verletzen, nicht fehlen, was mir ewig nützt." So sollen wir beim 3ahreswechsel empfinden, Gottvertrauen und Gewissenhaftigkeit sind daS beste Weggeleite bei der Wanderung in die Zukunft. H. D. (Siebener Wochcnmarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 130 bis 140 Pf. (Kochbutter von 100 Pf. an), Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15 (pro Zentner 6 bis 8 Mk.), Weißkraut 8 bis 10 (pro Zentner 4 bis 5 Mk ), Rotkraut 10 bis 15 (pro Zentner 6 bis 8 Mk.). Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr. 2,20 bis 2.50 Mk.), gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 25, ilnterkohlrabi 6 bis 6, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 10. Meerrettich 30 bis 60. Schwarzwurzeln 30 bis 50, Aepsel 25 bis 45, Birnen 20 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, Rüsse50bis 60. Honig 40 bis 50, Gänse 80 bis 100, junge Hähne 80 bis 100, Suppenhühner 80 bis 100 Pro Pfund; Tauben 50 bis 70, Eier 16 bis 17, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 20 bis 30, Endivien 30 bis 30, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50, Lauch 5 bis 10 Pfennig pro Stück. Taten für Donnerstag, 1. Januar. Sonnenaufgang 8.05 Llhr, Sonnenuntergang 16.01 ilfjr. — Mondaufgang 13 älhr, Mond- unter gang 6.56 Uhr. 1484: der Schweizer Reformator ällrich Zwingli geboren. Bornotizen. — Tageskolenderfür Mittwoch. Stabt- theoter: „Robert und Bertram", 19.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die drei von der Tankstelle". — Astoria-Lichtspiele: „Der Hund von Baskcrville". — Tageskalender für Donnerstag. StadttHeater: „Die drei Musketiere", 18.30 bis 21.30 Uhr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die drei von der Tankstelle" und „Der Hund von Baskerville". — Vom Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 19,30 Llhr große Silvester- Vorstellung mit vielen Ueberraschungen. Zum ersten Male in neuer Inszenierung die Posse »Robert und Bertram". Spielleitung Heinrich Hub, musikalische Leitung Fritz Cuje, Tänze Ewald Bäulke; Die beiden Vagabunden: Hub und Link- maim, in den übrigen Rollen das gesamte Solo- personal. Am Reujahrstag Operettengastspiel der Vereinigten Operettentheater Bochum-Hamborn mit der großen Ausstattungsoperette »Die drei Musketiere" von Schanzer und Welisch, Musik von Benatzky. Die Vorstellung findet außer Abonnement zu ermäßigten Operettenpreisen statt. Beginn 18,30 Uhr, Ende 21,30 Uhr. Freitag, den 2. Januar 1931 als Vorstellung im Freitagsabonnement einmalige Wiederholung des Ope- rettengastfpiels Bochum-Hamborn mit der Operettenrevue »Die drei Musketiere". Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß die Operette der großen Unkosten wegen nicht in den Spielplan ausgenommen werden kann und mithin diese Aufführung als die unwiderruflich letzte Wiederholung anzuseyen ist. — Um vielen Anfragen betreffs Wtederholung des Weihnachtsmärchens entgegenzukommen, teilt die Intendanz mit daß das Weihnachtsmärchen .Goldmarie und Pechmarie" noch zweimal, am 4. und 11. Januar, zur Aufführung gelangt ** Der 400jährige Gießener Friedhof- Der alte Friedhof am Rahrungsberg besteht mit Ablauf des Jahres 1930 nunmehr 44» Jahre 3m Jahr« 1530 wurde er eingeweiht und feiner Bestimmung übergeben. • • Die Post am ReujahrStage. Am 1. Januar werden der Schalterdienst und die Driefkastenentlcerung wie an Sonntagen durchgeführt die OrtSbriefzuftellung findet nach'Bedarf statt, mindestens aber einmal am Vormittag: desgleichen eine OrtS-Geldzustellung (ohne Rach- nahme und Postaufträge' Eine Orts-Paketzustellung wird nicht durchgeführt. Die Landorte werden einmal mit Dries post bestellt. • • Die Museen und der Heidenturm sind am ReujahrStage zwischen 11 und 13 11 br bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. (Die Räume sind geheizt.) • • Reue Sachverständige der Handelskammer. Von der Industrie- und Handelskammer Gießen find öffentlich angeftellt und beeidigt worden: Kaufmann Iofef Job. Sauer in Firma Denner, Krumm & Sauer in Gießen, als Sachverständiger für Kolonial- und Materialwaren; Diplom-Ingenieur Fritz Schilling in Gießen, als Sachverständiger für das Kraftfahr- zeugwefen. • • Lernt Einheitskurzschrift! Wie • aus dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, eröffnet die 1. Reichskurzschriftgcsellschast c. V. Gießen am , Dienstag, 6. Januar 1931, in der Pestalozzischule. Rordanlage 8, unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie einen An- fängerlehrgang in der Einheitskurzschrift. Weiter gibt der Verein in seinen neu beginneirden Redeschrift-, Fortbildung-, Praktiker- und Diktatkursen zur weiteren Ausbildung reichlich Gelegenheit. • • Weihnachtsfeier derKriegSblin- de n. Am Sonntag fand im Saale des Katholischen VereinShauseS eine ernste und zugleich erhebende Feier statt. Galt es doch, denjenigen Opfern des Kriege«, denen das Schicksal das Augenlicht genommen, einige schöne Stunden zu bereiten. Außer den 40 Erblindeten, die in den Saal geführt wurden, nahmen an der Feier die Angehörigen der Blinden, die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Fürsorge und Wohlfahrtspflege, ber Friedberger Blindenanstalt, die unterstützenden Mitglieder, der Bezirksvorstand, die Presse und zahlreiche geladene Gäste teil. Sie wurden begrüßt von dem kriegsblinden Vorsitzenden Reallehrer Kranz (Friedberg), der unter dem Kernwort: „Ehre fei Gott in der Höhe", dem Danke dafür Ausdruck gab, daß es den Kriegsblinden beschieden war, den Tag des Weih° nachtsfestes zu erleben. Wenn es ihnen, den Kriegsblinden, auch nicht vergönnt sei, daS Sinnbild des WeihnachtSfesteS, den im Hellen Licht strahlenden Weihnachtsbaum zu sehen, so leuchteten die Lichter doch in die Herzen und erleichterten es ihnen, das Schicksal zu meistern. Der 'Redner dankte allen, die sich an der Veranstaltung des Feste« helfend beteiligten, besonders Herrn D o ge l, der die schwere Arbeit der Darbietungen leistete, und wünschte schließlich allen Teilnehmern einige frohe Stunden in dem Kreise der Kriegsblinden. Rach einem gemeinsam gelungenen Liede begrüßte Bürgermeister Dr. Selb für die Stadt die Teilnehmer und schloß mit dem Versprechen, dah die Fürsorge alles tun werde, den Leidenden zu helfen. Ferner dankte Studiendirektor Herz dem Vorsitzenden Kranz für die Arbeit, die er im Interesse der Kriegsblinden bisher geleistet hat. Da« reiche Programm deS Tages bot allerlei Kurzweil. Das Sextett der Regimentsmusik erntete mit seinen musikalischen Darbietungen und der Gesangverein „Concordia" mit seinen Liedvvrttä- gen reichen Beifall, ebenso der sinnige von Frl. K i l l m a n n gesprochene Prolog und ein von dem Kriegsblinden Müll (Gambach) verfaßten Gedicht. Dank wurde auch den Mit- wirkenden bei der Aufführung zweier Lustspiele zuteil. Durch die Freigebigkeit hiesiger und auswärtiger Spender war e« möglich, jedem Blinden ein großes Paket mit Liebesgaben zu überreichen und die Blinden, ihre Familien und Führer mit Kaffee und Kuchen zu bewirten. Die Kinder wurden nach dem "Bortragen von Sprüchen und Liedern vom „Rikolaus" mit Gaben bedacht. Die Tombola brachte etwa 250 Losbesihern allerlei nützliche und wertvolle, ebenfalls freiwillig gestiftete Gegenstände. Die Feier nahm einen würdigen Verlauf. "WeihnachtSfeierderKinder-Ab- tcilungt n deS Turnvereins 1 846. Der Turnverein 1846 hatte zu einer Weihnachtsfeier seiner Kinder-Abteilungen ein geloben. Die Veranstaltung fand in der Turnhalle am Oswalds- garten statt, war von vielen Eltern und Kindern besucht und vom Oberturnwart sorgfältig vorbereitet. Das Programm war sehr umfangreich und brachte neben gemeinsam gelungenen Liedern eine Reihe von turnerischen Darbietungen der 3u- gendlichen, die dem Geiste im Verein und den verantwortlichen 3ugenb(eitern das beste Zeugnis ausstellten. Während die Hebungen der Mädchen unter dem Motto „Anmut und Freude" standen, waren die der Knaben mehr erbgebunbener Rasur, nichtsdestoweniger aber frisch und lebendig. Tänze und Keulenübungen, Schrittübungen und Sprünge an Pferd unb Dock, Körperschule der Kleinsten, das alles unterhielt die Zuschauer auf das beste. Reben der Pflege des Körpers fanden auch die Bemühungen um die Pflege des Gemütes und deutscher Sitte ihren Ausdruck in den Weihnachtsliedern und in einem gut aufgeführ- ten Weihnachtsspiel. Zum Schluß erfreute Knecht Rupprecht die Kinder mit seinen Gaben. Wettervoraussage. Der neue Wirbel über Irland hat seinen Weg sehr rasch ostwärts eingeschlagen, so daß das barometrische Minimum in den heutigen Morgenstunden über der Nordsee lag. Dabei hat das an seine Warmluft gebundene Regengebiet bereits unseren Bezirk überquert und Temperaturzunahme von 3 bis 5 Grad gebracht. Im Bereich der Störung stellt sich jetzt durch den folgenden Rückfeiteneinfluh mehr unbeständiges Wetter ein. Die Winde drehen von Südwesten nach Westen zu und bewirken dabei wieder Abkühlung. Außerdem folgen in Begleitung der kühleren ozeanischen Luft vorerst noch Schauer, die aber später nachlassen werden, wobei die Bewölkung durchbrochen wird und auftlarendes Wetter vorherrschen Dürfte Aussichten für Donnerstag : Wech!:l- Haftes Wetter, bewöllt, mit Schauern, später vorübergehend aufklarend und Temper aturrückzancl Lufttemperaturen am 30. Dczcmber: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 3,5 Grad, am 31. Dezember morgens 5,6 Grad. Maximum 6 Grad, Minimum 2,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an liefe am 30. Dezember: abends —0,2 Grad; am „1 Dez. nbcr. morgens 1 Grad Celsius — Niederschläge 10 m.i'., — Tonnenscheindauer Stunde. Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Herr Ludwig Becker Frau Kätchen Erb Ww., geb. Zinsser im 68. Lebensjahre. Gießen (Wiesecker Weg 44), den 31. Dezember 1930. 08004 08020 Statt besonderer Anzeige. Lollar, den 28. Dezember 1930. 07957 Frau Bertha Rinn, geb.Waldfdimidt verwitwete Mayer 3x out. [08013 im Alter von 60 Jahren. Klein&Stiefel Maschinenfabrik, Fulda 58D Vereine ~"| Die Beerdigung findet am Freitag, dem 2. Januar 1931, nachmittags 2.30 Uhr, In 1881-1931 Gießen aut dem Neuen Friedhof statt. 89270 3 WW D.üi.-SieBen | Vermietungen | [Stellenangeaote Wallach 8916 D Das Rätsel des Düngerstreuers Schieferstein Ken, Kreuzplatz S. 74261) 13* 1 der Silvester-Karpfen Lebende Schleien Augen auf? 2.1.31,20'/ JLi 8131 D Preis. n. 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Erfüllt sich damit das Malthusschc Gesetz von der Ueberoölkerung infolge des sich vermindernden Nahrungsspielraumes? Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Die gegenwärtige Weltsituation ist eher ein S)ot)n auf diese Theorie. Denn gerade das Uebermaß an agrarischen Erzeugnissen ist es, das zusammen mit der industriellen Depression auf der Wirtschaft wie ein Alpdruck lastet. Gerade diejenigen Volkswirtschaften sind am härtesten betroffen, die die Natur mit fruchtbaren Böden verschwenderisch ausgestattet hat: die großen Agrar- und Rohstoffländer, ins- besondere auch die britischen Siedlungskolonien. Diese Tatsache des Waren Überschusses hat angelsächsische Nationalökonomen und Politiker aus den Gedanken gebracht, daß das Uebel auf der G c l d - feite liegen müsse: sie argumentieren, daß der Rück- Sana der Goldproduktion bei steigendem Bedarf an smlaufsmitteln die Dorratsstauungcn der Güter verschulde, daß also das Verhängnis des Königs Midas mit umgekehrten Vorzeichen über uns hereingebrochen sei. Wie aber will man sich demgegenüber erklären, daß die Krise mit verheerender Gewalt gerade über d i e Vereinigten Staaten von Amerika hereingebrochen ist, die über unermeßliche Goldhorte und eine Finanzkraft verfügen, die der schärfsten weltwirtschaftlichen Krise gewachsen zu sein schien. Nach dem Zusammenbruch der Welt- koniunktur im Jahr 1920 21 hatte sich die amerikanische Wirtschaft in der Tat außerordentlich rasch erholt. Man sprach von einer neuen Aera des Wirtschaftslebens, die eine dauernde Prosperität Sewährleiste. Man hotte vergessen, daß auch in Amerika die Bäume nicht in den Himmel wachsen. E i n Symptom hätte allerdings einen scharfen Beobachter rechtzeitig warnen müssen: die Spannungen, die sich zwischen Kapitalkraft Und Konsumkraft seit 1928 mehr und mehr herausbildeten. Als Hauptgläubigerland der Welt waren nämlich die Vereinigten Staaten in der Lage, die großen Fortschritte, zu denen der Weltkrieg die Technik angespornt hatte, weitgehend zu verwerten und einen Produktionsapparat aufzubauen, der eine Befriedigung des Masfenkonfums erlaubte, wie dies früher nur in den Phantasien der Zukunftsromane ausgemalt worden war. Daraus ergab sich eine wirtschaftliche Aufwärtsbewegung und eine Wohlstandsentwicklung, die zu immer neuen In - d e ft i t i o n e n anstacl)elte. Der Kapitolüberfluß ermöglichte es, sogar weit über die Grenzen des Landes hinaus vorzustoßen und selbst im verarmten Europa eine gewaltige Jnvestitionskonjunktur zu entfesseln. Die Konsumkraft konnte aber mit her Kapitalbildung schließlich nicht Schritt halten. So entstand' ein schweres Defizit in der volkswirtschaftlichen Bilanz, das plötzlich offenbar wurde, als die Rohstoff- und Effektenmärkte im Herbst 1929 zusammenbrachen. Wie konnte dieser ungeheuerliche volkswirtschaftliche Rechenfehler entstehen und solange unentdeckt bleiben? Dies erklärt sich wohl vor allem aus der eigenartigen Entwicklung des Wirtschaftssystems in allen kapitalistischen Ländern. Solange freie Wirtschaft vorherrschte, solange mit anderen Worten Preise, Löhne und Zinsen, Außenhandel ui*) Binnenumsätze frei schwingen konnten, wie dies in der Vorkriegszeit noch in hohem Grade der Fall war, konnte sich die Wirtschaft großen Veränderungen, wie sie das Bevölkerungswachstum und. vor allem der technische Fortschritt mit sich bringen, leicht anpassen. Die Wertbewegung wirkte als Regulator der Produktion und des Bedarfs. Sie vermochte die periodisch auftretenden Krisen, den Zusammenbruch einzelner Unternehmungen und ein gewisses Anschwellen der Arbeitslosigkeit zwar nicht zu verhüten: sie schuf aber die Voraussetzung für scharfe Gegenreaktionen und damit für eine verhältnismäßig rasche Erholung von einer Depression. Dies Reaktionsspiel, dieser Regulierungsapparat, ist durch die Tarifierung aus dem Gebiete des Verkehrs, der Warenpreise, der Löhne, durch diese zunehmende Erstarrung der Werte sowie durch Zollschranken und andere Hemmungen weitgehend ausgeschaltet. Die Wertbewegung, die früher Produktion und Bedarf regierte, so wie Nerven und Drüsen die Funktionen des Organismus leiten, ist sozusagen gelähmt. Die Wertbindungen sind tmar letzten Endes mit aus dem Bestreben erwachsen, die konjunkturellen Schwankungen auszuschalten. Dabei ist es aber der Wirtschaft wie in den griechischen Schicksalstragödien ergangen, wo das Verhängnis gerade durch diejenigen Maßnahmen herbeigeführt wird, die es verhüten sollten. Die erzwungene Konstanz in weiten Bereichen der Preisbildung hat nicht, wie man zunächst annehmen könnte, auf die anderen Wirt- fchaftselemente übergegriffen. Die Schwankungen sind hier vielmehr um so heftiger geworden. Industrieller Beschäftigungsgrad, Außenhandel und Landwirtschaft, die im ganzen von Bindungen noch frei sind, haben besonders schwere Rückschläge erlitten. Auch früher, z. B. in den 70er Jahren, 1900, 1907, hat cs nicht an empfindlichen Störungen der Weltwirtschaft gefehlt. Im Vergleich zu dem, was wir jetzt beobachten, waren sie aber unbedeutend. Eine Krise rief damals Arbeitslosigkeit in Höhe von nur wenigen Prozenten der industriellen Erwerbstätigen hervor, während gegenwärtig die entsprechende Zahl mehr als ‘2b o. H. ausmacht. Die Krisen wurden dabei auch verhältnismäßig rasch überwunden, in der Hauptsache meist schon nach ein bis zwei Jahren. Man muh befürchten, datz die gegenwärtige Krise, die schon seit Jahresfrist die Weltmärkte erschüttert, sich als weniger kurzfristig erweisen wird — vor allem weil das Reaktionsspiel der Werte gestört ist und sich dazu schwere Bindungen anderer Art gesellen, wie insbesondere die Fehlleitung der Kapital ströme, die durch politischen Zwang entgegen ihrem Gefälle von Gebieten hohen Kapitalertrags noch sol- chen niedrigen Kapitalertrags geleitet werden. Hinzu kommt, daß die amerikanische Kon- j u n k t u r l a g e, die gegenwärtig im weltwirtschaftlichen Rhythmus tonangebend ist, geringere Austriebstendenzen aufweist, als dies selbst in den Vereinigten Staaten im allgemeinen angenommen wird. Vor allem ist darauf hinzuweisen, daß dort der B a u m a r f t als Folge von UeberinDcftitionen im Wohnungsbau schwer darnieder liegt. Damit aber ist die Triebkraft lahmgelegt, die eine neue Auswärtsbewegung am ehesten einzuleiten vermag. Auch die „neuen" Industrien, wie insbesondere d i e Automobilindustrie, deren mächtige Expansion die letzte Hochkonjunktur mitgetragen hat, dürften auf längere Zeit hin darunter leiden, daß der Bedarf in hohem Grad gesättigt ist. Daß eine allmähliche Verringerung der Lagervorräte im Gang ist und die Realkauskraft einzelner Bevölkerungsschichten infolge sinkender Preise zu steigen beginnt, läßt höchstens darauf schließen, daß in den Vereinigten Staaten der eigentliche Tiefpunkt bald erreicht sein wird. Ich glaube aber kaum, daß die sich hieraus ergebenden Tendenzen stark genug sind, bald einen neuen großen Aufschwung herbei,zusiih- ren. — Wenn schon die Konjunkturprognose für das mächtigste und reichste Land der Welt so wenig ermutigend ist, so sind die Aussichten in den meisten anderen Ländern noch ungünstiger. Nur eine große Hoffnung bleibt uns gegenüber der Frage, wann das Unheil, das über die Welt gekommen ist, wieder behoben sein wird. Das ist die Erkenntnis, daß es weitgehend von den Völkern selbst verschuldet ist. Eine solche Einsicht aber besagt zugleich, daß das Uebel durch selsttätiges Handeln auch gemildert werden kann. An eine Rückentwicklung zur freien Wirtschaft ist nicht zu denken. Aber die Wirtschaftsbindungen ließen sich zweckmäßiger gestalten. Preis- unb Lohnpolitik, Handels- und Kapitalpolitlk stehen hier vor ganz großen, schwer zu bewältigenden Aufgaben. Vielleicht werden sie sich überhaupt nur lösen lasten, wenn sie als internationales Problem erkannt werden. Leider gehören freilich Ziele, wie eine europäische Zollunion oder eine Revision der politischen Schuldenverflechtung noch nicht zum laufenden Tagewerk der praktischen Politik. Sie schlummern noch im Traumland der Illusion oder in den weltfernen Gefilden grauer Theorie. Profit Aeujahr-1961! - Wenn unsere Jüngsten 30 Jahre alt sind. Wie wir die West in drei Jahrzehnten sehen möchten. Silvester 1930/31 beschließt ein hartes und entbehrungsreiches Jahr. — Unbeirrbarer Optimismus und unerschütterlicher Glaube an die Zukunft sind di« Grundpfeiler unseres Wiederaufstiegs, ebnen die Wege, die unsere Jüngsten zu einer freudigen und sorglosen Gegenwart führen sollen, wenn sie in drei Jahrzehnten „Prosit Neujahr 1961!" rufen. (Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Ein freies Deulschland im srikd- lichen Wettbewerb der Völler! Von Or. Wilhelm Marx, ehem. Reichskanzler. Wie ich die Welt nach 30 Jahren eingerichtet sehen möchte? Die Erfahrungen des letzten Jahrzehnts Haden bewiesen, daß die Welt zusammengeschoben, zusammengewachsen ist. Was dem einen Volke schadet, schadet auch dem anderen. Die aller Gerechtigkeit bar, auch der wirtschaftlichen Klugheit widersprechende maßlose lleberschähung der von Deutschland verlangten Neparationsleistungen bringen bei voller Ausführung auch die Wirtschaft der Gläubigermächte derart in Llnordnung, daß selbst von den Gläubigern Abhilfemahnohmen verlangt werden. Die Erdteile rücken einander immer näher: Schnelldampfer, Luftschiffe, Flugzeuge, Kabel, Funksprüche überwinden die Ozeane. Die Weltbewohner werden wie zu einer Familie zusam- mengczwungen. Auch in der Familie sind nicht alle Glieder gleich nützlich und gleich verträglich: aber die Gutgesinnten schließen sich aneinander und bezwingen die Störenfriede durch die Achtung ihrer Eintracht. So seh« und hoffe ich, daß schließlich, wenn schon nicht innere lleberzeugung und Erkenntnis des Besseren, doch wirtschaftlicher und finanzieller Vorteil schließlich auch finanzielles und wirtschaftliches Elend, die Eroberungssucht und den bösen Willen der Völker in den Hintergrund treten läßt. Die Völker werden vielleicht erst durch ungeheure wirtschaftliche Not belehrt, einsehen, daß jeglicher Wettbewerb in Handel und Verkehr, aber meist zuletzt in der Erstrebung kultureller Vervollkommnung am ersten und am besten ihr Wohl sichert. Die Menschheit soll und wird in drei Jahrzehnten einen bedeutenden Schritt auf dem Wege zur Vollkommenheit vorwärts getan haben. 3n 30 Zähren weniger - Autos, aber laufender Vürgersteig. Von einem bekannten Verkehrsfachmann. „Das Straßenbild wird sich in drei Jahrzehnten grundlegend verändert haben. Amtlicherseits schätzen wir, daß sich die Einwohnerzahl der Großstädte bis dahin annähernd verdoppelt haben wird. Das wird zu einer Einschrän- Eung — jawohl, verehrter LeserI — zu einer Eins chränkung des privaten Automobilverkehrs führen. Ich kann mir breite Zufahrtstrahen mit unterirdischen oder vorwiegend turmartigen Tagesgaragen denken, die zur Benutzung der Automobilisten in mehreren Stadtzentren stehen. Darüber hinaus müssen sie sich von den öffentlichen Verkehrsmitteln schlucken lassen, unter denen ich vor allem Massen- Omnibusse verstehe, die zur gleichzeitigen Beförderung von etwa 100 Fahrgästen bestimmt sind. Blitz untergrundbahnzüge werden eine Rieen/ukunft haben, während die Hochbahn langsam aber sicher von der Bildfläche verschwinden wird, da sie sich schon jetzt als unpraktisch und hemmend erweist. Hingegen rechne ich stark mit dem laufenden Bürgersteig, der sich ungefähr so in der Bewegung darstellen wird, wie die Rolltreppen, natürlich völlig eben. Einem unterirdischen Fußgängerverkehr möchte ich jedoch jede Zukunft absprechen. Schon heute sind wir licht- und lufthungriger, als frühere Generattonen. Daß wir Licht, Luft und Sonn« gegen auch bei bester Ventilation muffige Tunnels eintauschen werden, hält mein beschränkter Llntertanverstand für absolut undiskutabel! Oder sollte es auch in drei Jahrzehnten sein, daß das Individuum denkt und — ein hoher Magistrat lenkt? Chancen gebe ich ferner den f»genannten Etagen st raßen, die sich durch Hochbauten ermöglichen lassen und absolut ausführbar erscheinen, wenn man allerdings die immensen Baukosten außer acht läßt. Hoffentlich ist jedoch dann die allgemeine Finanzlage schon so gebessert, daß man sich ernsthaft mit der Wegesicherheit der Türger beschäftigen kann. Heute fdjeinen Ihnen, verehrter Leser, wahrscheinlich diese Ausführungen als tolle Lltopie: Warten Sie ab, wie das Straßenbild aus» sehen wird, wenn Ihre Jüngsten Anno 1960 den 30. Geburtstag begehen Sicherlich wird so mancher von Ihnen barm noch in der erfreulichen Lage fein, festzustellen, ob ich Recht oder Unrecht gehabt habe." „Der Maschinenmensch wird die Hausfrau niemals ersehen." Von Hans Dominik, dem bekannten technischen Schriftsteller. »Herr Dominik, Sie sind doch Fachmann aus dem Gebiete der Voraussagungen für Technisierung unb Mechanisierung der N s ch he i t. Gehen wir hier einem goldenen Zeitalter entgegen? Wird der Maschinenmensch, 'Der Roboter, die Rolle der Heinzelmännchen spielen und uns alle Arbeit abnehmen?" „Ra, da bin ich doch etwas skeptisch! Dem .Roboter' in der kompletten Form, wie Sie von ihm zu träumen scheinen, gebe ich genau so viel Chancen wie der .Androide' in den achtziger Jahren. Das war ein Schachautomat — »King Su‘ nannte ihn der geschickte Unternehmer — der alle Kenner durch sein meisterhaftes Schachspiel verblüffte, bis es sich schließlich herausstellte, daß im Innern dieses .künstlichen' Menschen, den die Androide verkörperte, ein lebender — Zwerg steckte, dessen scharfer Verstand die Hände der Puppe dirigierte! Anders wird es wohl auch mit dem Roboter nicht möglich sein, der den Menschen völlig ersehen soll!" „Qlber wenigstens teilweise? Ich frage Sie jetzt als geplagte Hausfrau, Herr Dominik, wird es meine Jüngst« in dreißig Jahren im Haushalt wenigstens leichter haben?" Silvesterwunder. Don Kurt Rudolf Tleuberi Der Baron, mein alter, väterlicher Freund, verlebte den Winter diesmal nicht in der Stadt, sondern war auf seinem Gute geblieben. Im Sommer hatte ich dort schöne Wochen verlebt, denn es gibt dort viel Wald und einen herrlichen See. Die Einladung des Barons, ihn zu Neujahr zu besuchen, nahm ich mit kurzem Verzicht auf alle Silvesterverlockungen der Großstadt gern an. Statt der Badesachen nahm ich diesmal die Schnee-- schuhe mit: ich glaubte die Tage auch zum Sport nutzen zu können, da ich mich schöner, hügeliger Stellen zum Schneelauf in jener Gegend erinnerte. Aber es kam nicht dazu. In der Silvesternacht hatte ich einen kleinen Unfall, der mich für zwei Tage ins Zimmer fesselte, und davon will ich erzählen Es erscheint mir noch nachträglich wie ein Wunder, was sich da ereignete — ich sehe immer noch den alten Diener Martin, einen Sechzig- jährigen, die Treppe zum Herrenhaus heraufkeuchen, den Sohn meiner Gastfreunde in den kraftlosen Armen. Wenn ich diese Geschichte erzähle, so wird es die Geschichte des alten Martin. Cs war mir gleich bei meiner Ankunft ausgefallen, daß Martin von schwerer Sorge bedrückt schien, er begrüßte mich mit der gleichen höflichen, diskret-verbindlichen Art wie sonst, aber man mertte ihm eine innere Unruhe an, gegen die er scheinbar vergeblich kämpfte. Am Silvesterabend, beim Servieren, passierten ihm kleine Ungeschicklichkeiten, die er mit einem hilflosen Blick auf die Baronin in Ordnung brachte. Seine Hände zitterten, und manchmal sah es aus, als könnte er Tränen nur mit Mühe zurückhalten. Der Baron nickte auf meine Frage etwas melancholisch mit dem Kopf, tippte die Asche seiner Zigarre in den Decher und klärte mich auf: es war der letzte Tag Marlins in diesem Hause. Der Baron hatte sich entschlossen, Martin, der jetzt fünfzehn Jahr« bei ihm in Diensten stand, zu entlassen. Es muhte eine jüngere Kraft her. Für Martin war übrigens gesorgt, die Entlassung bedeutete eigentlich feine soziale Härte, wie mir der Baron auseinandersetzte, der alte Mann sollte feinen Lebensabend bei feiner Tochter verleben, die im Nachbardorf verheiratet war. Aber ich konnte mir gut vorstellen, daß diese Entlassung den Alten sehr bedrückte und wie unglücklich er war, aus diesem Hause zu gehen, fort aus seinem Reiche des Silbergeschirrs, des Weinkellers, der vielen lieb unb vertraut gewordenen Dinge dieser Umgebung. Mit welcher Zärtlichkeit er die Gläser wischte, tote umständlich feierlich er die Weinflaschen entkorkte, die Gläser füllte, mit welcher Grandezza er durch den Salon ging, ein wenig gebückt, tiefer als sonst, ein Mann, der mit Haltung Abschied nimmt von allen diesen Dingen feines tadellosen Dienerlebens. Eine Viertelstunde vor zwölf ging die Baronin ins Kinderzimmer, um Dieter zu wecken, der vor dem Einschlafen dringend darum gebeten hatte. Er wollte dieses kleine, feierliche, komische, heitere, ernst« Schauspiel des Jahresbeginns miterleben. Aber sie kam nach wenigen Minuten bestürzt zurück: Dieter war nicht mehr im Bett. Lina, das Mädchen, wurde aus der Küche geholt, gefragt, wir suchten, riefen im Hause nach Dieter, er war nirgends zu finden. „Wo steckt der Bengel?" knurrte der Baron, der von dieser Silvesterüberraschung nicht sehr erbaut war und vielleicht erwägen mochte, seinem Spröhling zum neuen Jahr die Hosen strammzuziehen. Die Baronin hatte plötzlich einen beklemmenden Einfall. „Vielleicht ist et ins Dorf gelaufen, ober an ben See... Er war so aufgeregt heute. Lina hat ihm allerhand dummes Zeug erzählt von Silvesterbräuchen..." In der Gegend sei der Aberglaube verbreitet, man könne etwas von der Zukunft erfahren, wenn man in der Neujahrsnacht beim Glockenschlag zwölf dreimal die Geister des Sees beschwöre. .. Wir lachten — nicht ganz frei von Furcht. Lina rannte immer noch rufend durch das Haus. Wir standen jetzt auf der Freitteppe, die zum Park führt. „Dieter! Dieter!" rief die Baronin besorgt in ben Park. Wir hatten in bet Aufregung völlig vergessen. bah in diesen Minuten ein altes Jahr zu Ende ging unb ein neues begann. Der erste Glockenschlag der Kirchuhr traf uns überraschend, vom Dorf krachten gleich darauf Raketen und Knallfrösche los. Prosit-Neujahr-Rufe drangen von den Gutswohnungen herüber. Wir standen benommen, in bet Sorge um das Kind, einen eingefrorenen Glückwunsch aus den Lippen. Da mischte sich in das Glockenläuten ein gellender Ruf. Die Stimme kam aus dem Park, vom See her: .Mutti! Mut—til! HilfeU" Es war Dieters «Stimme. Martin und ich waten losgerannt. „Er ist eingebtochen!" schrie die Baronin, man konnte sie nur mit Mühe zurückhalten. Zum See waten es nur ein paar hundert Meter, aber in der Dunkelheit, auf den schnee- glitschigen Wegen, ging es nicht so rasch vorwärts. wie es notig wat. Martin keuchte noch neben mir, ich sah für einen Moment seitwärts in fein von der fahlen Schneedämme gefpenster- haft konturierles Gesicht, ein grober, fanatischer Gedanke brannte darin: Dielet retten! In Sekunden wurde mir alles klar: er wollte, muhte Dieter retten! Dann würde er immer hierbleiben, man würde ihn aus Dankbarkeit nicht gehen lassen, er könnte btzi dem Silbergeschirr, dem Weinkeller, den liebgewordenen Dingen feines Dienstes bleiben. Dieter retten! Aber ich lief an Martin vorüber. Tut mir leid, alter Mann. Ein Knabe ertrinft. Ich habe jüngere Beine. Ich werde Dieter retten. Tut mir leid, alter Mann. Jch hörte ihn hinter mir keuchen wie ein Mensch, der am Ende feiner Kraft ist unb sich zur letzten Konzenttation zufammenreiht. Das ging alles in Sekunden vor fich, unb wie ich bann plötzlich zu Boben stürzte, über irgenb etwas gestolpert, leise sluchenb, wähtenb ich ben See schon schimmern sah. Ich konnte mich nur langsam erheben, aber nicht weiterlaufen, ich hinkte, ber alte Martin rannte an mir vorbei, rannte, stöhnte, keuchte, unb es ist mir wie ein Wunber. was bann geschah, wie er ben Knaben retten konnte, ber alte Mann, aber er brachte ihn zurück, mit triefenben Kleidern, vor Kälte, vor Glück jittern!). Ich hinkte hinterher und konnte noch sehen, wie die Baronin ben schluchzenden Knaben in die Arme schloß, der schon halb im Fieber phantasierte. er hätte das Reue Jahr gesehen und ein großes, graue« Tier, unb bet Himmel wäre auseinanbergesallen und auf ihn... Ich hörte noch, wie ber Baron dem alten Martin die Hand schüttelte unb ungefähr sagte: „Du bleibst nun selbstverständlich bei uns, Alter. Wir lassen dich nicht mehr fort“ ilnb ich sah Martin mit einem unbeschreiblichen Ausdruck im faltigen, geröteten Gesicht vor dem Baron stehen: Retter und Gerettet«*» »Die Echimmetflute ift das beste pseid!" Wenn früher in Westfalen unb am Niederrhein eine Ehe gekennzeichnet werben tollte, in ber nach allgemeiner Auffassung ber Wille ber Frau allein ausschlaggebenb war, so pflegte man bas mit ber Redensart zu tun, dort „ift die Schimmelstute das beste Pferd!" Einst beschwerte sich ein junger Ehemann bei seinem Schwiegervater, daß seine Frau ihren Willen auch bann durchzusehen wiße, wenn er selbst im Recht fei. Der Schwiegervater, ber die Welt kannte, wiegte lächelnb ben grauen Kopf und machte bann folgen» ben Vorschlag: Der Schwiegersohn sollte mit einem Wagen, der mit vieren seiner-des Schwiegervatersbesten Pferbe bespannt fei, eine Rundfahrt durch die umliegenden Dörfer machen. Zugleich solle et auf dem Wagen zwei Schock Cter mitfuhren. Auf jedem Hof, wo er im Gespräch mit ben Eheleuten ben Ein- bruck gewinne, bah die Frau das Zepter führe, solle er dieser ein Ei schenken: erkenne er aber, daß in Wahrheit ber Mann in HauS unb Hof regiere, so solle er biesen aussordern, sich dasjenige der vier Pferde auszuwühlen, das thm als das peste erscheine. Wenn er dann nach der Rückkehr von seiner Rundfahrt die vier Pferde verschenlt habe, der reiche Eiervorrat aber noch nicht erschöpft sei, so wolle er seine Tochter w eder zurücknehmen. — Die Reise begann. Der Eiervorrat schmolz zusammen, doch dos Viergespann war noch vollzählig. Da gelangte er gegen Abend auf einen Meierho-, wo die Frau zunächst allein zu Hause war. Auf seine Fragen Der» sichelte sie ihm, in ihrem Hauswesen sei der Wille ihres Ehemannes allein entscheidend, und zum Beweis besten rief sie biesen vom Felde herbei. Der Mann kam unb pflichtete seiner Frau nachdrücklich bei. Aufgeforbert, sich aus dem Gespann dasjenige Pferd auszuwählen, das ihm als bas wertvollste erschiene, entschied er sich für einen hohen, starken Fuchswallach. Sie Frau widersprach: die Schimmelstute sei bas beste Pserb. In Rede unb Gegenrede vertrat jedes seine Meinung, bis die Frau entschied: „Das verstehst du nicht, die. Schimmel flute ist daS > beste Pferd!" Der junge Ehemann hatte lächelnd zugehört, nun langte er hinter sich in den Kotch unb überreicht« ber Frau - bas letzte Ei, während der schone Diererzug dem. heimatlichen Hof vollzählig wieder gutrabte. Der Ehemann aber hat sich nie wieder über seine Fran beschwert. ser> gilt Sn- Gießener Kommunalbilanz 1930 VelriebseinschMung bei her Straßenbahn Mark. hmen Ausgaben RM. 201,50 RM. Personen Einna! 58,60 gemeinen Fürsorge laufend unterstützt: am 1 Juli 1930: 447 Parteien mit 789 Personen (am zu den von Frankfurt a. M. abends hier anlangenden O-Züge gestellten Straßenbahnwagen folgendes 293 292 183 89 36 58,40 RM. 195,—RM. 36,50 RM. 201,50 RM. 17,80 RM. 201,50 RM, 7,20 RM. 195,—RM. Siaatslommiffar in Hörnsheim. O Hörnsheim, 30.Dez. Sn der hiesigen Gemeindevertretung sind zwei Ge- meindevertreter ausgeschlossen wov- Oie Menschheit wird umlernen müssen! Von Or.h.c.GrafArco,Direktor derGesellschast für drahtlose Telegraphie. rechts die Welt einseitig sieht. Das auch für den Sngenieur. Demnach lebt der genieur also beglückt und zufrieden im abgegrenzten Reiche seiner Technik, wo beinahe schon Tarnkappe und Galoschen des Glücks in — Serienfabrikation geliefert werden. Vielleicht wünscht er sich noch etwas mehr: Radio und Fernsehen, noch bessere Fliegerei oder sonstwie erhöhtes und druckknopfgesteuertes Lebenstempo. Oder sollten wir Sngenieure uns im Triumphgefühl und Könnensrausch doch ein klein wenig gestört finden von dem gellenden Rotschrei des Rachlriegselends, das heute fast die ganze Welt erfüllt? Könnte uns etwa der Gedanke kommen, daß es unsere Maschinen waren, die die Arbeitsplätze der Welt dezimierten und arbeits» frohe Menschen in die Armee der Arbeitslosen getrieben haben, so dah die wirtschaftliche Weltkrise zustande kam? Sst diese Krise wirklich wieder nur eine solche, die wir. wie wir früher glaubten, mit Optimismus allein verscheuchen rönnen? Oder sind es vielmehr die Anfänge und schmerzvollen Wehen einer neuen Zeit, die eine Reuanpassung unserer sozialen Einstellung zur Maschine fordern. Sch glaube, deutliche Zeichen für die beginnende Ilmwertung vieler Werte erkennen zu können. Was vor einem Menschenalter noch als höchste Tugend galt, hat heute nur noch zweifelhaften Wert. Wer glaubt noch an den Segen der großen Kinderschar? Sind nicht grade die Länder mit dichtester Bevölkerung die des größten Elends? Und ist heute noch die Arbeit Selbstzweck, wie ich als Sunge es lernte? Und sind Sntellektaus- bildung, Derufstüchtigkeit und Geldverdienen zusammengenommen immer noch der Sinn des Lebens? Gilt ethisches Verhalten immer noch für entgleisten Sdealismus? Rein, ich bin optimistisch genug, zu glauben, dah das „Um lern en" jetzt er st anfängt. Vielleicht weniger Menschen, aber bessere, das ist das Motto der Zukunft, der Anfang einer neuen Menschlichkeitsepoche. Daß das nicht von heute auf morgen erreichbar ist, soll uns nicht verzagen lassen. Wir wollen uns vielmehr von Herzen freuen, dah Wissenschaft und Technik uns die Mittel tn die Hand gegeben haben, um bewuht und planvoll unseren Kindern dieses ZukunftsparadieÄ zu crschliehen. Dor Schimmer solchen Morgenrotes strahlt von den neuen Erdteilen hinüber zum alten traditionsgelähmten Europa: Eugenik, Ausschliehung der Minderwertigen für die Fortpflanzung und Erziehung im Sinne gegenseitiger Hilfe. Sn diesem Zeichen kann und muh wahre Menschlichkeit und lebenswertes Leben geschaffen werden. Ergebnis: Zm April 1930 wurden befördert 200 Personen. Die Einnahme betrug 40 Mark, die Ausgaben 195 Oie Verfolgung -er Mainzer Bankräuber. Das gestohlene Auto als Hilfsmittel der Verbrecher. WSA. Mainz. 30. Dez. Zu dem Raub- überfall auf die beiden Kassen boten der Volksbank erfahren wir noch, dah die Kassen- bvten nicht verletzt worden sind. Die Räuber haben anscheinend nur einen Schreckschuß abgegeben. Das Auto der Räuber nahm seinen Weg durch die Rheinstrahe in Richtung Worms. Gin Polizeiauto, das die Verfolgung ausgenommen hatte, verlor jedoch am Holzlurm im Gedränge des Verkehrs die Spur. Don der den Dankräubem in die Hände gefallenen Summe von 90 00 0 Reichsmark bestehen 20 000 Mk. aus neuen Hundertmark-Reichs- banknoten, 10 000 Mk. aus älteren Zwanzigmarkscheinen und 20 000 Mk. aus älteren Tausenomark» scheinen. Der übrige Betrag setzte sich aus verschiedenen Geldsorten zusammen. — Der von den Tätern benutzte Wagen ist eine dunkelblau lackierte Mai 1930 Juni 1930 Juli 1930 August 1930 September 1930 endausflug nach Paris oder Luzern am besten mit ihren Janberen, bequemen und zuverlässigen Luftdroschken" zu unternehmen. Lleberhaupt wird es 1960 kein Unternehmen mehr geben, das planmäßige Werbung als „entbehrlich" betrachtet, sondern allgemein wird man wissen, dah die Werbung sowohl dem Erzeuger und dem Handel, aber auch genau so dem Verbraucher nützt! „Das ist etwas anderes. Da glaube ich allerdings, dah die Aussichten bedeutend trostreicher sind. Sn dreißig Sabren werden in jeder Wohnung sicherlich die Küchenmotoren gleich eingebaut sein. Sch glaube nicht einmal, daß cs noch dreißig Sabre dauern wird, bis auch im kleinsten Haushalt dieKücheamlaufenden Band arbeiten wird. ElekirischeGeschirrabwasch-, Trocken- und Wäschemaschinen, elektrischer Fleischwolf, Gurkenhobel u. a. m. werden der Hausfrau, und jeder Hausfrau, die Arbeit des Haushalts wesentlich erleichtern. Aber die Hoffnung auf den geistvoll konstruierten vollkommenen Maschinenmenschen geben Sie bitte auf: er wird niemals ein Wesen von Fleisch und Blut, am allerwenigsten aber das Meisterstück derSchöpfung, dieHaus- frau, ersetzen!" „Die Kunst muß wieder Volksgut werden!" Von Hans Baluscheck, dem berühmten Maler und Graphiker. Die Kunst geht nach Brot — eine uralte Wahrheit, die leider heute mehr Geltung hat denn je. Denn wir haben bedauerlicherweise die Mäzene und den kaufkräftigen Mittelstand verloren. Aber, in drei Sahrzehnten, wird der Künstler hoffentlich wieder freier und in geordneteren Verhältnissen arbeiten können. Zuversichtlich glaube ich an die Möglichkeit einer energischen Kunsterziehung der Masse, die vom schaffenden Künstler selbst ausgehen wird und sich von Sugend an auf alle Erziehungsinstitute erstreckt. Der Künstler muh und wird alle Propagandamittel für sein Vorwärtskommen aus- nützen, die ihm dann zur Verfügung stehen. Richt nur hervorragende Werke, sondern auch das gute, künstlerische Mittelniveau müssen dann in weitestem Maße Volksgut geworden sein! Rötig ist jedoch, daß sich schon heute die riesigen Organisationen unserer Volksgemeinschaft dafür einsehen, daß in jedes Haus, jn jede Lehranstalt, in jedes öffentliche Gebäude wahre Originalkunst getragen wird, und daß man auch für den weniger Begüterten die Möglichkeit schafft, Kunstwerke irgendwelcher 2Itt_ zu erstehen. Kulturpolitiker, Pädagogen und Künstler müssen dazu Hand in Hand arbeiten, denn — wenn die Kunst in dreißig Sahren aus dem Vollen schöpfen will, muß heute schon damit begonnen werden! Der deutsche Spott in 30 Jahren. Von Hanne Gobek, der deutschenFußvallkanone „Meiner Ansicht nach wird in dreißig Sahren wirklich jeder Mensch Sport treiben, und zwar neben dem allgemeinen Sport irgendeine Spezialität, die seinen körperlichen Eigenschaften vom Facharzt vorgeschrieben wurde. Selbstverständlich werden in drei Dezennien sich die Behörden die größte Mühe geben, durch geeignete Anlagen Amateure und Professionals wirksam zu fördern. Arbeiter und Angestellte werden dann ausreichend Gelegenheit haben, ihren sportlichen Neigungen nachzugehen, so daß der deutsche Sport ein richtiger Volkssport wird! Es wird keine Kämpfe mehr um ein frühM Wochenende geben! Von Staats wegen sehe ich große Sportüberwachungsstellen vor mir, Aerzte, Die Hand in Hand mit dem Magistrat arbeiten und die alles dazu tun, dah unsere Süngsten ein starkes Geschlecht werden! Was nun meinen eigenen Lieblingssport anbelangt, so hoffe ich zuversichtlich, daß wir in eirpm Vierteljahrhundert bereits Sportplätze besitzen, auf denen etwa bei einem Fuhballmatch, das ein Grohverein veranstaltet, hunderttausend Zuschauer und mehr Raum finden. Das Spiel an sich wird weniger auf das Körperliche, als auf das Technische eingestellt fein. Wir werden nur noch Feinheiten her ausarbeiten. Und Unarten werden in — drei Sahrzehnten ganz vom Schauplatz verschwunden fein. Mich selbst sehe ich bereits als Fuhball- t r a i n e r eines Vereins, denn für meine jetzige Tätigkeit beim deutschen Meister Hertha DSC. dürfte ich dann wegen vorgerückten Alters wohl nicht mehr geeignet fein. Meine Hauptaufgabe wird bann darin bestehen, die Sugendlichen für meinen geliebten Fußballsport so vorzubereiten, dah Deutschland auf der „Weltrangliste" auf diesem Gebiet noch weiter vorrückt!" „Zeitung bleibt Zeitung!" Don Prof. Dr. Dovffat,Direktor des „Deutschen Instituts für Zeitungskunde" Berlin. Wie die Zeitung in 30 Sahren aussieht, wird in erster Linie von den technischen Kräften abhängen. die sie dann gestalten werden. Sie haben den Typ Der Zeitung im letzten Sahr- hundert von Grund auf gewandelt und werden Die Zeitung auch künftighin aufs stärkste beein- flussen. Me vielfach erörterte Frage, ob das Radio Die Zeitung besiegen wird, ist falsch gestellt! Der Mensch ist immer mehr ein lesendes als ein hörendes Wesen. Was er schwarz auf weih besitzt, fesselt ihn mehr und beeinflußt ihn stärker als das, was er nur durch das Ohr vorübergehend aufzunehmen befähigt ist. Eine gänzliche Umwälzung im Zeitungswesen würde erst bann ftattf.inben, wenn die Apparatur des Bildfunks so vervollkommnet und verbilligt würde, daß die Zeitung ihren Snhalt in feiner ganzen Mannigfaltigkeit und Fülle in Bildform bis zum kleinsten Besitzer eines Aufnahmcappa- rats verbreiten könnte. Ob das je möglich wird, bleibe dahingestellt. Die Zeitung würde aber auch bann eine Zeitung bleiben! Wie man 1960 werben wird... Von Or. Kurt Kauffmann, dem bekannten Werdefachmann. 1960 wird das Publikum Propaganda nicht mehr als „Reklame", sondern als sachliche Beratung empfinden, wo und wie es seine 2. In der Stillegung einer Teillinle der Straßenbahn. Der Wegfall der Früh- und Spätwagen allein genügt nicht, um die Straßenbahn finanziell fühlbar zu entlasten. Es mußte aus diesem Grunde auch die Stillegung einer Teillinie, und zwar der Teillinie Marktplatz-Bahnhof st raße-- Bahnhof, ins Auge gefaßt werden. Die hieraus sich ergebende Ersparnis wird täglich aus 80 Mark und für den Rest des Rechnungsjahres auf rund 7200 Mark veranschlagt. Die Stillegung wird a b 1. Öanuar 1931 eintreten. Die vorgenannten beschlossenen Maßnahmen sollen zunächst für den Re st des Winterhalbjahres Platz greifen. Mit Ablauf dieser Zeit wird es Aufgabe von Stadtverwaltung und städtischen Körperschaften sein, in eine erneute Nachprüfung der Angelegenheit einzutreten. Don der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Die finanzielle Lage der Straßenbahn veranlaßte Stadtverwaltung und städtische Körperschaften neuerdings, nachdem im Laufe des Jahres bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen worden waren, nachzuprüfen, in welcher Weise E r. s p a r n i s s e zu erzielen sind. Nach der finanziellen Entwicklung, die die Straßenbahn bis zum 1. November 1930 aufzuweisen hatte, ergab sich eine durchschnittliche Zuschuhleistung von rund 6600 Mark monatlich. Bei einer Nichtabdrosselung dieser monatlichen Ausgabenhöhe wäre der Zuschuß der Straßenbahn am Ende des Rechnungsjahres auf etwa 80000 Mark angewachsen. Voranschlagsmäßig vorgesehen war eine Zuschuß- leistung der Stadt in Höhe von rund 44 000 Mark. Die ungünstige Entwicklung der Finanzlage der Straßenbahn ist in erster Linie auf die allgemeine ungünstige wirtschaftliche Lage, insbesondere auch auf die bestehende große Arbeitslosigkeit zurückzuführen. Die Einschränkungen des Straßenbahnbetriebs sollen bestehen: 1. In dem Wegfall der Früh- und Spätwagen auf beiden Linien. Die vorgenommene Kontrolle hat ergeben, daß die Benutzung dieser Wagen nicht die entstehenden Ausgaben deckt. Insbesondere ergab die Kontrolle der Gelegenheit noch einige Gedanken anfügen, die sich bei einer Jahresschlutzbetrachtung über die kommunale Wirtschaftslage der Gegenwart in den Vordergrund drängen. Es wird wohl auch bei der Regierung niemand glauben wollen, daß durch den diktatorischen Spruch der Staatskommissare die Wirtschafts. und Finanznot in den Städten zu beheben fein wird. Man wird sich hoffentlich auch in Darmstadt sagen, daß man durch derartige Steuer» bittate die an sich zahlungsschwachen, ober gar zahlungsunfähigen Steuerpflichtigen nicht zu stärkeren Leistungen an das Finanzamt befähigen kann. Auch unter dem Regiment der Staatskommissare wird bei der gegenwärtigen Lage der Dinge die Deckung von Fehlbeträgen bis zu einem gewissen Grade immer nur auf dem Papier stehen, solange keine grundlegende Aenderung für die kommunale Steuerpolitik herbeigeführt wird. Man geht wohl auch nicht fehl, wenn man behauptet, daß die Einrichtung des Staatskommissars doch nichts anderes sein dürfte als der letzte Versuch, den Zusammenbruch eines Teiles unseres ganzen deutschen Steuersystems noch aufzuhalten, oder wenigstens weiter hinauszuschieben. Man darf sich nicht darüber Hinwegtäuschen, daß das bisherige System der Kostgängerschaft der Kommunen beim Reiche und bei den Ländern am Ende seines Lateins ist. Dafür haben Reich und Länder mit ihrer Gesetzgebung zur Genüge gesorgt, indem sie von sich aus die Gesetzgebungsmaschine immer kräftig arbeiten ließen, zum Teil um mancherlei Versprechungen der Parteien im Wahlkampfe einzulösen, daß aber in den meisten Fällen die Kosten für diese gesetzgeberische Tätigkeit teils ganz, teils im größten Ausmaße den Gemeinden auferlegt wurden, ohne daß man ihnen entsprechende Einnahmequellen erschlossen hätte. Nachdem es nunmehr in der bisherigen Weise nicht mehr weiterzugehen scheint, soll der Staats« kommissar helfen, wobei man sich aber anscheinend gar keine besonderen Sorgen Darüber macht, ob dabei die Selb st Verwaltung der Gemeinden ganz oder zum Teil unter die Räder kommt. Jetzt kann eine Wendung zum Besseren nur durch entschiedene Abkehr von dem bisherigen Steuer- erhebungs- und -verteilungsmodus, d. h. durch dis Rückkehr zu den durchaus bewährten Grundsätzen der S t e u e r h o h e i t s v e r- teilung vor dem Kriege erreicht werden. Man muß die steuerliche Selbständigkeit der Gemeinden in der früheren Form wiederherstellen, denn nur auf dem Wege bep früheren Bedarfs- deckung ber Gemeinben durch Zuschläge zu ben Einkommen- und Realsteuern wird eine stabile und gesunde Finanzwirtschaft der untersten Zellen des Reiches und des Staates, ber Gemeinben, unb bar- auf aufbauend auch ber übergeordneten öffentlichen Körperschaften zu erzielen fein. Mit Recht forbert ber Präsibent bcs Deutschen Stäbtetages Dr. Mule rt in ber Nummer 12 ber Zeitschrift „Der Städtetag" in einem Artikel „Krise ber Selbstverwaltung?" eine berartige Revision unb in biefem Rahmen „Die Schaffung einer Gemeinde-Einkommen- ftcuer unter Außerkraftsetzung des jetzigen Ge- meinbeanteils an ber Reichseinkommensteuer und bie organische Verbinbung bieses selbstänbigen gemeinblichenBesteuerungsrechtsmit den Realsteuern", ba nur bann auf ber Einnahmeseite bie Beweglichkeit unb Verantwortlichkeit im Gemeindehaushalt wieberherzustellen sein werbe. Wenn man heute eine sehr betrübliche Wirtsckafts- und Kommunalbilanz für 1930 feststellen muß, so darf man aber doch nicht allen Mut verlieren. Wenn überall reger und guter Arbeitswille in verständnisvoller Weise bei ber Aufbauarbeit in Erscheinung tritt und dabei von ben gesetzgebenden Faktoren bie hier nur in kurzen Strichen angebeutete Reformarbeit im nächsten Jahre zur Durchführung gelangt, wirb man wohl hoffen bürfen, daß auch bie gegenwärtige Not her Wirtschaft und ber Gemeinden in absehbarer Seit wieder zu beheben sein wird und bann allen Gliedern unseres Volkes ein günstigerer Weg für bie Kräfteentfaltung bereitet werben kann. 30. Dezember 1930: 575 Parteien mit 981 Personen (270 Parteien mit 427 Personen): baoon waren u. a. Wohlfahrtserwerbslose (arbeitsfähige Unterstützungsempfänger) am 1. Juli 1930: 297 Parteien mit 582 Personen (am 1. Juli 1929: 76 Parteien mit 134 Personen), am 30. Dezember 1930: 358 Parteien mit 659 Personen (am 31. Dezember 1929: 122 Parteien mit 216 Personen). Mietunter st ützung aus Mitteln ber Sondergebäudesteuer würben am 1. Juli 1930 an 1715 Parteien (am 1. Juli 1929 an 1485 Parteien), am 30. Dezember 1930 an 1988 Parteien (am 31. Dezember 1929 an 1721 Parteien) gewährt. Alle biese Ziffern sprechen so stark für sich von ber großen wirtschaftlichen Not, bie auch in unserem Gemeinwesen eingezogen ist, baß es weiterer Darlegungen über bas Abgleiten unseres Wirt- schastsstanbes von bem früheren Niveau wohl nicht mehr bebarf. Der starke Rückgang im Wirtschaftsleben wirkte sich natürlich auch sehr ungünstig auf die finanzielle Lage ber Kommune aus. Die Haushaltsorgen ber Stabtverwaltung würben im Perlaufe bes Jahres 1930 immer größer, ba auf ber einen Seite bie Wirtschaftsnot in Steuer- minberungen zum Ausbruck kam, auf ber an- beren Seite bie Ansprüche an bie Kommune namentlich in ber Wohlfahrtspflege immer größer würben. Dank ber verstänbnisvollen Zusammenarbeit zwischen Stabtverwaltung und ©tabtrat, gelang es dis in bie jüngste Zeit hinein, für bis gesteigerten Ansprüche der öffentlichen Wirtschaft Deckung zu beschaffen, bis schließlich in den letzten Tagen die Bemühungen um den Ausgleich eines erneuten Fehlbetrages im Haushall fehlschlugen und nunmehr zum Leidwesen weitester Bürgerkreise der Staatskommissar auch für Gießen in Erscheinung trat. Was über diese bedauerliche Entwicklung in unserem Gemeinwesen von uns zu sagen war, haben wir in unseren Nummern 292 und 303 zum Ausdruck gebracht. Wir möchten aber bei dieser Es sind keine frohen Gedanken, mit denen bie Kommunalpolitiker unserer Stabt heute am Jahres- schluß bie Kommunalbilanz bes Wahres 19 3 0 ziehen. Als ein Jahr ber herben Enttäuschungen und schwersten Sorgen wirb 1930 in ber Gießener Kommunalgeschichte verzeichnet bleiben. Man hatte bei seinem Beginn sicherlich mit mancherlei Schwierigkeiten im Verlause bes Jahres gerechnet, aber wohl niemand wird damals geglaubt haben, daß beim Jahreswechsel 1930/31 bie allgemeine wirtschaftliche und kommunale Lage so düster aussehen werde, wie man sie jetzt erblickt. Unter ber Auswirkung ber allgemeinen wirtschaftlichen Not nahm auch in unserem Gemeinwesen bie Lage von Inbustrie unb Hanbel, G e - werbe unb Handwerk unb aller anhängenben Wirtschaftszweige im Verlaufe bes Jahres 1930 eine außerorbentlich ungünstige Gestalt an. Mit ber Fabrikation in ben industriellen Betrieben unb mit ben Absätzen in den Geschäften ging es in zunehmen- bem Maße rückwärts. Einst blühenbe Betriebe tarnen entmeber völlig zum Erliegen, ober sie wurden so empfindlich von der Wirtschaftskrise unb, wie beispielsweise die Tabakindustrie, von ber Auswirkung ber jüngsten Steuerpolitik betroffen, baß sie in schwerste Bebrängnis gerieten unb erhebliche Einschränkungen ihrer Produktion vornehmen mußten. Im gewerblichen Geschäftsleben und in den Handwerksbetrieben trat, je länger je mehr, eine Verkaufs- und Auftrags- f la Ute ein, wie man sie in diesem Ausmaße bisher noch nie bemerkte. Auch das Weihnachtsgeschäft, von dem sonst immer ein guter wirtschaftlicher Austrieb ausging unb bas noch im vorigen Jahre einen ansehnlichen Umfang erreichte, lag in biefem Jahre schwer barnieber unb bürste für bie meisten Geschäftsinhaber wohl kaum befriebigenb gewesen fein. Das Hanbwerk litt befonbers schwer unter bem zu- nehmenden Auftragsmangel, ba bei ber Lage ber Privatinbustrie natürlich an Aufträge für bas Hanbwerk nur wenig zu benken war, zur gleichen Zeit aber auch bie Stabt, bie immer noch bie bebeu- tenbfte Auftraggeberin für bas Handwerk darstellt, mit zunehmenden Finanzschwierigkeiten zu kämpfen hatte unb leiber immer weniger in ber Lage war, bem Handwerk mit Arbeitsbeschaffung beizuspringen. Zwar konnte die Stabt bie Wohnungsbauten im Schwarzlachgebiet am verlängerten Asterweg fort- führen und daneben an ber verlängerten Schottstraße bie Errichtung eines neuen Wohnhausblockes in Angriff nehmen lassen: es war ihr auch möglich, an bie Fortsetzung ber Bauarbeiten am Marktlau- bengebäube unb an ber Rinberkuttelei im Schlacht- hvf wieder heranzugehen. Unter der Leitung des städtischen Hochbauamtes konnte mit den Mitteln des Hessischen Krüppelfürsorgeoereins ber Bau ber Orthopädischen Klinik in Angriff genommen werden. Leider war es aber wegen Mangels an Geldmitteln nicht möglich, den großen Schulhausbau in ben Eichgärten weiter fortzuführen unb zur Vollendung zu bringen, ebensowenig konnten anbere Bauprojekte soweit vorangebracht werden, baß sie ber heimischen Wirtschaft oerbienftbringenbe Arbeit hätten bringen können. Auch bas Viehhofprojekt konnte leiber über bie allerersten, einleitenben Arbeiten nicht hinaus- gebracht werben. Immerhin ist es als ein erfreuliches Ergebnis anzuseben, bah mit dieser Bauarbeit nun wenigstens der Anfang gemacht wurde. Angesichts dieser Verhältnisse, die sich natürlich in ber verschiebenartigsten Weise auf alle Erwerbszweige auswirkten, ist es nicht verwunderlich, daß im Verlaufe des Jahres 1930 das Wirtschaftsleben in unserer Stabt schwere Einbuße erlitt. Als sprechenber Beweis bafür kann bie Tatsache gelten, bah im Jahre 1930 in Gießen 32 Konkurse zu verzeich- nen waren, gegen 15 im Jahre 1929 unb 18 im Jahre 1928, ferner im Jahre,1930 in Gießen 15 Vergleichsverfahren gegen 8 im Jahre 1929 eingeleitet würben; Beweis bafür ist ferner bie starke Klage über mangelnde Geschäftsmöglichkeiten, bie man heute von allen Personen bes Wirtschaftslebens, barunter auch von solchen, bie sonst nie zu ben Pessimisten gehörten, vernehmen konnte. Aber auch in ben Ziffern bes Arbeitsmarktes unb ber Wohlfahrtspflege findet bie außer- orbentliche Verschlechterung ber Wirtschaftslage gegenüber bem 'Vorjahre einen starken Nieberschlag. So würben beim Arbeitsamt Gießen allein aus ber Stabt Gießen in ber Arbeitslosenunterstützung gezählt: Am 1. April 1930: 455 Personen (1. April 1929: 236 Personen), am 1. Juli 1930: 457 (208), am 1. Oktober 1930: 435 (214), am 1. Dezember 1930: 487 (367); in ber Krisenunter- srÜtzung waren es aus ber Stabt Gießen: am 1. April 1930: 66 Personen (1. April 1929: 65 Per- fönen), 1. Juli 1930: 102 (73), 1. Oktober 1930: 141 (46), 1. Dezember 1930: 158 (53). Vom ftäbti- schen Wohlfahrtsamt würben in ber alt- Mercedes-Benz-Limousinemit schwarzen Kotflügeln und Linkssteuerung. Der Wagen ist am 28. Dezember einem Kaufmann in Wuppertal gestohlen worden. Sm Wagen befanden sich bie Ausweispapiere der Firma Kohler & Dovenkamp in Barmen-Wuppertal. WSR. Mainz. 30. Dez. Wie aus Bonn gemeldet wird, wurde heute abend der dortigen Kriminalpolizei mitgeteilt, daß das Auto, in dem die Mainzer Bankräuber nach dem ileöerfall Mainz verlassen hatten, in Bonn vor einem Cafe stehe. Die Polizei riegelte sofort das ganze Viertel ab, jedoch waren die Täter durch Die inzwischen angesammelte Menschenmenge aufmcrlfam gemacht worden und beim Eintreffen der Polizei bereits verschwunden. Sie hatten sich nur ganz kurz Zeit in dem Cafö auf gehalten. Das Auto wurde von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Bedürfnisse praktisch und preiswert befriedigen kann, — und zwar nicht nur die Bedürfnisse von 1930, sondern auch die von 1960! Denn dann werden Gewerbe und Industrien§u werben haben, die es heute noch gar nicht gibt oder erst im Keime-gibt. Rur ein einziges Beispiel: Genau wie heute die Automobilfabriken, so werden 1960 die Flugzeugwerke werben und uns klar machen, weshalb es sich lohnt, ein Flugzeug zu I kaufen. 1960 werden uns Flugdroschken-Gesell- I _ . _____.......... ........... schäften umwerben, die uns einladen, den Wochen- I 1. Juli 1929 : 209 Parteien mit 334 Personen), am Die moderne Arbeitsteilung und das , fylittcrte Spezialistentum haben zur Folge, dah jeder Beruf mit Abblendung nach links und den. weil sie ohne Angabe von Gründen bi» Sitzungen versäumten. Die.Listennächsten haben ebenfalls den Eintritt in den Demeindcrat ver- weigert. Der Gemeinderat bestehl deshalb zur Zeit nur aus vier Mitgliedern, die die Verantwortung für neue Steuern ablehnem So wurde die Einführung der Dürgersteuer und Vier st euer abgelehnt. Die Aufsichtsbehörde hat inzwischen den Bürgermeister vonGioß- Rechtenbach. Dr. Reumann, als S t a a ts- ko mm iss ar bestimmt, der nunmehr die Bürgersteuer zwangsweise einführte. Oberbeffen. VaiiDtrcic Wier.cn. X Klein-Linden 29.Dez. Die hiesige Zigarrenfabrik Behrens hat ihren Betrieb völlig eingestellt, so daß hierdurch etwa 80 Arbeiterinnen und Arbeiter brotlos geworden sind. — Am ersten Weihnachtstage konnte der Landwirt und Wagnermeister Konrad Lotz II., Kirchstrahe, seinen 83. Geburtstag feiern, während Frau Marie Langsdorf Witwe, Wetzlarer Straße, vorgestern 80 Jahre alt wurde. Beide erfreuen sich einer guten Gesundheit. X Wieseck, 30. Dez. Der Evangelische Frauenverein veranstaltete zusammen mit dem Frauenchor zum ersten Male in einem weiteren Kreis von Freunden kirchlicher Vereins- arbeit eine Weihnachtsfeier. Der Ortsgeistliche begrüßte die Teilnehmer, gemeinsame Lieder wechselten mit mehrstimmigen Ehorgesängen. Eine stattliche Lichtbilderreihe zeigte Weihnachtssitten und -gebrauche in aller Welt. Zur Ausführung eines flotten Einakters hatte sich die Jugend der Stenographen-Dereinigung zur Verfügung gestellt. • Lollar, 30. Dez Die Sängervereini- gung Lollar veranstaltete am zweiten Weih- nachteseiertag eine Weihnachtsfeier. Zwei Weibnachtslieder, zwei schöne Volkslieder und ein Ehorlied fanden ungeteilten Beifall. Ganz besonders gefiel das zu Gehör gebrachte Wiegenlied von BrahmS, so daß sich der Verein zu einer Zugabe entschließen mußte. Der Ehor, der seit etwa fünf Wochen unter der Leitung von Herrn 3. Dapper steht, stellte große Fortschritte unter Beweis. Zwei Theaterstücke und einige Konzertstücke vervollständigten das Programm. v Londorf, 30. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt der Turnverein „Gut Heil" fein diesjähriges Wintervergnügen in der Volkshalle ab. Die Veranstaltung nahm einen harmonischen Verlauf. Zwei Theaterstücke fanden großen Beifall. Die turnerischen Darbietungen am Pferd und Reck wurden sehr exakt ausgeführt. xf Leihgestern, 29. Dez. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist u. a. zu berichten: Auf Antrag des Schulvorstandes wurden der hiesigen Volkshochschule aus der Gemeindekasse 50 RM als Beihilfe für Lehr- und Dortragszwecke zur Verfügung gestellt. Etwa 30 Gesuche umWln - terb et Hilfe fanden nach genauer Prüfung und zur Hälfte Berücksichtigung. Die schlechte Finanzlage der Gemeindekasse gebietet äußerste Sparsamkeit, und so konnten nur die unter di« allgemeinen Richt- sätze fallenden Antragsteller berücksichtigt werden. Der Rechnungsdefizit der Gemeinde für 19 30 beträgt bis heute 5000 RM Es wurde eine Kommission gemäht, welche die Steuersätze prüfen und dem gesamten Gemeinderat in der näch- 3. Jugend Skitag auf dem Hoherodskopf. Am Samstag, 3., und Sonntag. 4. 3anuar, findet auf dem Hohcrodslops ein Iugendskitag statt, bei dem sich die schneeschuhlausende Jugend ein Stelldichein geben soll. Das Programm umsaßt eine KampsgerichtS-Sitzung am SamStag im Klubhaus, am Sonntag um 8 Uhr beginnen die L a n g l ä u f e , deren Start und Ziel in der Nähe deS Klubhauses ist, um 11.30 Uhr finden dann die Sprungläufe auf der Schanze ebenfalls in der Bähe des Klubhauses statt, und gegen 15 Uhr bildet di« Siegerverkündigung den Abschluß der Veranstaltung. An den Wettkämpfen können Jugendliche von 12 bis 18 Jahren teilnehmen, ein Renngeld wird nicht erhoben. Um an diesem Wettkampf teilzunehmen, ist eine vorherige Anmeldungnicht notwendig. Des weiteren ist die Teilnahme nicht lediglich auf die Mitglieder des Deutschen Sliverbandes beschränkt, vielmehr kann sich jeder Jugendliche im Alter von 12 biS 18 Jahren daran beteiligen, sofern er ein Paar Skier (und seien es selbstgefertigte) besitzt. Hoffentlich ist der Veranstaltung, der man den größten Erfolg wünschen möchte, auch sten Sitzung Vorschläge über die Aufbringung der fehlenden Mittel machen soll. * L i ch , 31. Dez. Am Donnerstag, 8. d. M., findet im Llcher Stabtroalbe bie erste Brenn- holzversteig erung statt. Aus bie Anzeige im heutigen Blatt sei hingewiesen. Hörden unterstützten bi« Bemühungen, indem sie Gelände für die Flüge freigaben und zugleich den UeberwachungSdienst durchführten. $. E Teutonia Steinberg. FC. Teutonia I — Germania Marburg II 5:1 (1:1). Am 1. Weihnachtsseiertag hatte die erste Mannschaft der Teutonen die Liga-Reserv« der Germania Marburg zu Gast. 'Das überaus faire Spiel endete mit einem unerwarteten 5:1- Sieg. Jt. Teutonia I — Vsv. Gießen II 6:3 (2:3). Zum letzten Derbandsspiel auf eigenem Platz standen sich die I. Mannfchaft der Teutonen und die Liga-Aescrve des VfB. Gießen gegenüber. 3n der ersten Halbzeit sah man ein ausgeglichenes Spiel. 3n der zweiten Halbzeit gab Der Plahbefiher den Ton an, und drängte den Gegner vollständig in feine Lpielhälfte zurück. Die Platzbesitzer spielten geschlossener und erzielten noch vier weitere Tore. Die Gäste waren dem von Anfang an scharfen Tempo nicht gewachsen Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Ein am Sonntag in Weilburg auSgetrcigeneS Derbandsspiel konnte der dortige Sportverein 1920, wenig« Minuten vor dem Schlußpsisf. mit 5 4 Toren für sich entscheiden. Die Busecker Ligamannschaft war in bester Aufstellung an- getreten, konnte auch das Spiel bis Halbheit aus 2:0 für sich gestalten, gewann nach der Pause immer mehr an Ueberlegenheit, und nur durch das Ausscheiden eines Verteil».gr> wurde kurz vor Schluß der Vorsprung der Weilburger erzielt. Die Busecker Mannschaft spielte eifrig, der Torhüter war wieder in bester 'Verfassung, die Verteidigung wehrt« gewissenhaft ab. die Läufer erschienen in einer Aufstellung, die sich glänzend bewährte, der Sturm war auf der Höhe. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Cigareferoe Friedberg 3:2 (2:0). Am zweiten Weihnachtsfeiertag weilte die Ligareserve des VfB. Friedberg zu einem Gesellschasls- spiel in Leihgestern. Von Anfang an entwickelte sich ein sehr spannender Kamps, in dem die Gäste leicht überlegen waren. Das Glück war jedoch beim Platz» bcsitzer, der nach einigen Durchbrüchen zweimal erfolgreich sein konnte. Rach der Halbzeit kamen die Gäste jedoch auf und konnten zwei Tore erzielen, denen Leihgestern nur noch ein Tor entgegensetzte. An der Jahreswende. Von Staatssekretär a. D. Dr. Th Lewald OJl.-tf’pori daS geeignete Wetter beschieden. Segelflüge bei Homberg. Mit dem „Zögling" eine Stunde in der Luft. Die Marburger Segelllieg^r vom „Kurheffi- fchen Verein für Luftfahrt" weilten mit einem Segelflugzeug am 2. Weihnachtsseiertag wieder einmal in der Rähe von Homberg und veranstalteten am Aieder-Ofleidener Dasaltbruch einige Segelflüge mit der Degelllugmaschine Typ „Zögling", die sich teilweise über eine Stunde Dauer erstreckten. Die ersten Starte bet Segelflieger vor einigen Wochen auf diesem Gelände standen im Zeichen eine- ungünstigen nebeligen Wetters, die Flüge, die nun am zweiten Feiertag durchgeführt ttmroen, wurden wohl bei einigermaßen klarer Luft vollzogen, jedoch war die Windstärke nicht ganz so, wie sie sich der Segelflieger wünschte. Daß trotzdem Flüge von über einer Stunde Dauer, dazu noch auf dem kleinen Hangegleiter ^Zögling" zustande kamen, muß als hohe, sportliche Leistung gewertet werden. Der Verein beabsichtigt auf dem Gelände, daS sich bisher als vorzüglich geeignet erwieS, demnächst auch mit einer größeren Maschine zu starten. Des weiteren soll angeregt werden, daß von der zuständigen Stelle, dem Deutschen Luftfahrt-Verband, das Gelände am Vieder-Osleidener Bruch als zur Ablegung der B-Prüfung geeignet zugelassen wird. Die De- Wer im Mittelpunkt der Turn- und Sport- Verwaltung steht, blickt sorgenvoll In die Zukunft. 3n Deutschland gibt es zur Zeit 400 000 Jugendliche zwischen 17 und 21 Gabrcn, die erwerbslos sind: das bedeutet mindestens 200 000 erwerbslose Aktive unserer Verbände. Dazu kommen noch die Erwerbslosen aus den anderen Iahresklassen, und somit ein gewaltiger Ausfall an Mitteln zur Aufrechterhaltung desTurn- und Sportbetriebs. Denn selbstverständlich werden diese Erwerbslosen nicht deswegen, weil sie keinen Beitrag zahlen können, aus dem Vereinsbetrieb gestoßen. Vielmehr entfaltet die Turn- und Sportbewegung hier ihre schönste, aber auch la- stendste Ehrenpflicht. Während die Einnahmen absinken, erhöhen sich die Steuern und Abgaben. Auch die neuen Steuergesetze der Notverordnung bringen nicht bie von uns erhoffte Er.eichterung. Und doch, trotz aller dieser Schwierigkeiten lebt der deutsche Sport und er wird roeitcrlebcn. Er wird auch das Tal Überwinden, in das er jetzt widerstrebend hinabgleitet und wird wieder zur Höhe anklimmen. Die beispiellose Unternehmungslust und innere Kraft der deutschen Turn- und Sportbewegung, bie bie Bewunderung des Auslandes immer wieder neu hervorruft, ist die beste Gewähr dafür. Diese Straft gründet sich auf den deutschen Idealismus. Darum ist es für den Sport geradezu eine Existenzfrage, diesen Idealismus rein zu erhalten. Wer sich gegen den Amateurparagraphen versündigt, indem er auch nur einen Pfennig mehr erstattet, als er erstatten darf, legt die Axt an die Wurzel der Gesundheit des deutschen Sports. Er nimmt unS den Grund, auf dem wir stehen und dem Dpocls- mann, dem er zu Helsen vermeint, das Schönste, was ihm der Sport bieten kann: Das Gefühl, ohne Eigennutz mit Opfern einer hohen Sache zu dienen. Ich bin sicher, daß der Reinigungsprozeß, der im vergangenen Jahr eingeleitet wurde, bis zum letzten durchgesührt wird. Dann werden Turnen und Sport freundschaftlich geeint ihre fozial-sitt- liche Gemeinschaft erfüllen und auch ihren nationalen Aufgaben nach innen und außen gerecht werden. Ein« so von Idealen getragene und von allen politischen Wirrnissen sich fernhaltende Turn- und Sportbewegung wird auch in der Rot dieser Zeit die Mittel aujorlngen, um eine klein«, aber erlesene Mannschaft zu ben Internationalen Olympischen Spielen des Jahres 1932 nach LoS Angeles zu entsenden. Wer, wie ich bie Rot unserer Dache tief verspürt, aber auch den Mut und den Schwung kennt» mit dem man sie zu überwinden trachtet, kann den Optimismus für die Entwicklung unserer Sache nicht verlieren. Sursum corda! Der Nachtragsvoranschlag für 1930 ber i Gemeinde Leihgestern liegt vom 31. b. 2TL eine Woche lang auf ber Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Es wird eine Umlage erhoben zu welcher bie Ausmärker beizu- tragen naben. 894ID Leihgestern, ben 30. Dezenwer 1930. _____________Bürgermeisterei._____________ Betr.: Sicherung ber Haushaltsführung ber Stabt Gießen Anordnung. Auf Grunb Art. 1 des Gesetzes zur Sicherung ber Haushaltsführung ber Gemeinden vom 11. Dezember 1930 wirb, soweit erforberlid), mit Genehmigung bes Ministers des Innern und des Ministers ber Finanzen, für ben Haushalt ber Stabt Gießen folgendes angeorbnet: 8767C 1. Der Haushalt ber Stabt ist mit jofor- tiger Wirkung in ben Rubriken des Voranschlags 1930, bie burch den von mir feftgeftellten Nachtragsvoranschlag vom 30. Dezember 1930 abgeändert worden sind, nad) diesem Nachtragsvoranschlag zu führen. 2. Die in dem Voranschlag in der Abtei- hing B „Dermoaensrechnung" für 1930 vorgesehenen Kapitalaufnahmen und Arbeiten haben, soweit sie noch nicht begonnen worden sind zu unterbleiben, es fei denn, daß es sich um Arbeiten handelt, die auszuführen die Stadt vertraglich gebunden ist oder die zur Beschäftigung von Ausgesteuerten dienen oder deren Nichtausführung ber Stadt finanzielle Nachteile bringen würde. 3. Die Gemeindeumlagen werden für das Rj. 1930 wie folgt festgesetzt: a) Der Steuersatz der Grundsteuer pon Gebäuden und Bauplätzen auf 0,35 Reichsmark: eine Erhöhung der gesetzlichen Miete wird nicht beantragt. b) Der Steuersatz der Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlich ober gärtnerisch genutztem Grunbbesitz auf 0,35 RM. c) Der Steuersatz der Gewerbesteuer vom Gewerbekapital auf 0,65 RM d) Der Steuersatz der Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag auf 3,00 RM 4. Die Getränkesteuer wird für die Gemarkung der Stadt Gießen nach anliegender Steuerordnung mit Wirkung vom 1. Januar 1931 eingeführt. 5. Einstellungen, Anstellungen und Be- föröerungen von Angestellten und Beamten müssen bis auf weiteres unterbleiben. . 6. Weitere Maßnahmen zur Sicherung der Haushaltsführung bleiben Vorbehalten. Darmstadt, den 30. Dezember 1930. Haberkorn, Ober-Regierungsrat, durch Verfügung des Herrn Ministers des Innern vom 30. Dezember 1930 auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Haushaltführung der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 zum Staatskommissar für die Stadt Gießen bestellt. Wird veröffentlicht. Gießen, den 31. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. (SteuerorOnung über bie Erhebung einer Getränkesteuer In ber Stabt Gießen. Der Staatskommissar hat auf Grund des Artikels 1 des Gesetzes zur Sicherung der Haushaltsführung Der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 (Reg.-Bl S. 311) mit Zustimmung der Landesregierung für den Gemarkungsbezirk der Stadt Gietzen die nachstehende ©etränfefteuerorbnung erlassen: 8 1- Die entgeltliche Abgabe von Wein, wein- ähnlichen und weinhaltigen Getränken, Schaumwein, schaumweinähnlichen Ge- tränten, Irintbranntroein, Mineralwässern und künstlich bereiteten Getränken sowie Kakao, Kaffee, Tee unb anberen Auszügen aus pflanzlichen Stoffen zum Verzehr an Ort unb Stelle, insbesondere in Gast- und Schankwirtschaften und an sonstigen Stätten, wo derartige Getränke entgeltlich ver- abreicht werden, unterliegt einer Steuer nach Maßgabe dieser Ordnung. § 2. Die Steuer beträgt 5 v. H. des Entgelts (Kleinhandelspreises) für die in § 1 be- zeichneten Getränke. Bei der Berechnung der Steuer darf für übliche Beigaben, deren Preis herkömmlicherweise im Preise für das Getränk nütenthaUen ist (z. B. Zucker und Milch bei Kaffee, Zitrone bei Tee), nichts abgezogen werden, dagegen gehört das Bedienungsgeld nicht zum Kleinhandelspreis. § 3. Zur Entrichtung der Steuer ist verpflich- tet, wer steuerpflichtige Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle entgeltlich abgibt (Steuerpflichtiger) § 4. Die Steuerschuld entsteht, wenn gemäß § 1 steuerpflichtige Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden mit dem Zeitpunkt der Abgabe des Getränkes. 8 5. Der Steuerpflichtige hat bis ;um zehnten Tage eines jeden Monats bie Getränke, für bie im vergangenen Monat eine Steuerschuld entstanden ist, bei der Steuer- stelle (88) nach Art, Menge unb Klein- banbelepreifen anzumelben unb bie sich danach ergebende, von ihm selbst zu berechnende Steuer zu entrichten. § 6. Wenn der Steuerpflichtige die ihm durch diese Steuerordnung auferlegten Pflichten nicht erfüllt, insbesondere die Meldung über die von ihm abgegebenen steuerpflich tigen Getränke nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erstattet, kann die Steuerschuld geschätzt werden. § 7. Die Veranlagung und Erhebung der Getränkesteuer erfdtat durch den Oberbürgermeister obst Die von ihm beauftragte Stelle. § 8. Die Steuerstelle kann mit dem «teuer- pflichtigen Vereinbarungen über die zu entrichtende Steuer (z. B über ihre Berechnung, Fälligkeit, Erhebung, Pauscha- lierung) treffen, soweit diese die Besteuerung vereinfachen und das steuerliche Er-1 gebnis bei den Steuerpflichtigen nicht wesentlich verändern. § 9. Der (Erteilung eines Steuerbescheids be- darf es nur bann, wenn bie Steuerstelle einen höheren Betrag als den nach § 5 selbst errechneten festjetzt In diesen Fällen ift der Mehrbetrag sofort nach Erhalt der Festsetzung zu entrichten. Erfolgt bis zum nächsten Anmeldungs- termin (§5) eine Beanstandung der von dem Steuerpflichtigen eingereichten Steuer- berechnung nicht, so gilt die Steuerberech- nung als endgültige Veranlagung. § 10. Gegen die Veranlagung zur Getränke- [teuer ist binnen einer Frist von einem Monat nach Zustellung des Steuerbescheids (§ 9 Abs. 1) oder im Falle des § 9 Abs. 2 nach dem Tage, an dem bie von dem Steuerpflichtigen eingereichte Steuerberechnung als endgültige Veranlagung anzusehen ist, der Einspruch zulässig. Der Einspruch ift bei dem Oberbürgermeister einzulegen, Der über ihn entscheidet. Gegen die Entscheidung des Oberbürgermeisters steht dem Steuerpflichtigen die Klage im Derwattungsstreitoerfahren gemäß Art. 200 StO. offen. § 11. Die Beitreibung der Getränkesteuer geschieht im Verwauungszwangsverfahren. § 12. Die Steuerstelle kann die Steuer in einzelnen Fallen aus Billigkeitsgründen ganz oder teilweise erlassen. § 13. Zuwiderhandlungen gegen diese Steuerordnung unb bie von bem Oberbürgermeister zur Ausführung erlaßenen Bcstim- mungen werden mit einer Geldstrafe bis zu dem nach Art. 199 StO. in Verbindung mit der Verordnung über Vermögens- strafen und Bußen vom 6 Februar 1924 (RGBl. I S. 44) zulässigen Höchstmaß bestraft, sofern nicht nach sonstigen Gesetzen eine höhere Geldstrafe oder Freiheitsstrafe verwirkt ist Inbetresf der Erkennung ber in Abs. 1 bezeichneten Strafen unb des bezüglichen Verfahrens finden die Bestimmungen des Gesetzes vom 20 September 1890, betr. die Einführung des Derwaltungsstraf. bescheibs bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die Erhebung ösfent- sicher Abgaben und Gefälle, Anwendung. Die nach Abs. 1 erkannten Geldstrafen fließen in die Stadtkasse. § 14. Soweit die vorstehende Steuerordnung nichts Abweichendes bestimmt, finben bie Vorschriften der Reichsabgabenordnung in ihrer jeweils geltenden Fassung sinngemäß Anwendung. § 15. Diese Steuerordnung tritt am 1. Januar 1931 in Kraft. Sie tritt mit dem Ablauf des Rechnungsjahres 1930 außer Straft. Gießen, den 31. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. Dr. Ä e 11 e r. Vergleichsverfahren. lieber das Vermögen des Kaufmanns Hugo Runk in Gießen. Selterswcg 35, ist am 29. Dezember 1930, um 10 Uhr vor- mittags das Vergleichsverfahren zur Ab- Wendung des Konkurses eröffnet worden Der Dr. Ruckeishausen, Volkswirt RDV. in Gießen, Goethestrahe Jlr. 30, ist zur Dertrauensperson ernannt. 8928D Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag ist auf Donnerstag, den 22. Januar 1931 9 Uhr vormittags vor dem Hessischen Amtsgericht in Gießen, Zimmer Nr. 112, anberaumt. Der Antrag auf (Eröffnung des Verfahrens nebst feinen Anlagen ist auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 29. Dezember 1930. Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Nutz- unb Brennholzversteigerung Freitag, den 9. Januar 1931, vormittags 10 Uhr, werden in der Gastwirtschaft von Ronthaler zu Langd aus den Staatswald- distrikten Hupp 10, Heegwald 5b und 6a, Eisenkaute 5e und Hatloh 6a versteigert: A. Ruhholz. Langholz. Lich«: SU. 3N 1 St. = 0,53 km, HI. 4 N 1 St. - 0,62 Im; Kl. 5 N 1 St. - 0,51 km. Esche: SU. 1 N 9 St. = 1,45 km, SU. 2 N 2 St. = 0,61 Im; SU. 3 N 1 St. = 0,72 km. Fichte: Kl. 1b N 1 St. = 0,40 km. Ruhknüppel: Liche: 14 rm (4 bzw. 2,50 m lang). B. Brennholz. Scheiter rm; 443 Buche l.Stt, 8 2. SU.; 7 Eiche 1. SU.; Knüppel rar: 260 Buche 1 Kl., 5 2. SU.; 57 Hainbuche; 126,2 Eiche; 2 Esche. Reisig 1. LI. (finüppelretfig) rm: 95 Buche, 228 Eiche. Reisig 2. Li. (Stamm- reisig) rm: 334 Buche. 8940D Sämtliches Hoi.; lagert an chauffierten Wegen. Aus Distrikt Heegwald 5 unb 6 und Hailoh 6a kommt sämtliches Brennholz, aus Eisenkaute 5e sämtliches Brennholz außer Reisig 3. Klasse und aus Distrikt Hupp 10 nur das blau gestrichene Brennholz zur Versteigerung. Besichtigung, insbesondere des Nutzholzes, wird vorausgesetzt. Nähere Auskunft erteilt Herr Sortier Büttner zu Langd. Eichelsdorf, den 30. Dezember 1930. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. MchlraMVoranschlT" der Gemeinde Lumda für 1930 liegt vom Mittwoch, dem 31. Dezember 1930, ab eine Woche lang auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei zur Einsicht und Erhebung von Einwänden offen. Bemerkt wird, daß die Erhebung einer Umlage beschlossen wurde, die auf die Einwohner unb Aus- märker zum Ausschlag kommt. 8938D Lumda, den 29. Dezember 1930. Bürgermeisterei Lumda. Schultheiß. Holzversteigerung aus den Forstorten Hainstruth, Sidlerge- heg, Rinnwege, Sidlergraben, Exerzier» platz, Hundsiegstannen, Kahieberg, Holzapfeldrusch, Kirchgeheg, Steinberg unb Köpfchen des Schutzforstes Rabenau. Dienstag, ben 6. Januar 1931, 10 Uhr vormittags, im Saale von L. Lich, Londorf. Es werden versteigert: Stämme, im: Eiche 1 2. Kl., 0,61 3. Kl., 3,84 4. SU. unb 1 Hauklotz; Fichte: 1 Abschnitt 0,30 Im; Derbstangen, Stück: Fichte 7 1. SU., 2 2 Kl., 25 3. SU.; Ruhscheiter, rm: Fichte 4,4 rm (3 m lang), Kiefern 4 rm (3 m lang); Ruhknüppel, rm: Eiche 4 (Gartenpfosten); Brennholz, rm: Scheiter: Buche 24, Eiche 9, Kiefern 6, Lärche 2, Fichte 2. SU. 78; Knüppel. Buche 330, Eiche 150, Birke 2. SU. 8, Aspe 2. SU. 10, Kiefern 44, Fichte 1. SU. 96, Fichte 2. SU. 45, ftnüppelrcifig: Fichte 10; Stammreisig: Buche 115, Eiche 36; Astreisig: Buche 330, Eiche 36; Stöcke: Buche 8, Eiche 9, Kiefern 6, Fichte 18. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. 8942D Londorf, den 30. Dezember 1930. ______Hessisches Forstamt Rabenau. Holzversteigerung aus dem Schutzforst Ampel, Donnerstag, den ^8. Januar 1931, 10 Uhr vormittags, im Saale von Heinrich Theiß, Rüddings» hausen. Es werden versteigert: Stämme, km: Eiche 0,46 Ki. 2, 1,99 Kl. 3; Ruhfchei- ler, rm: Eiche 3 (2 m lang), Fichte 5 (3 m lang); Ruhtnüppel, rm: Eiche 13 (2 m lang), 2 (1,70 m lang), Fichte 4 (3 m lang); Brennholz, Scheiter, rm: Buche 190, Eiche 13, Fichte 2. Kl 17; Knüppel: Buche 90, Eiche 58, Fichte 20; Knüppelreisig: Fichte 4; Reisig. Buche 182, Eiche 4; Stöcke: Buche 28, Elche 2, Fichte 2. 8942D Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksich- tigt werden. Zahlungsbedingungen finb dieselben, wie beim hessischen Staat. Londorf, den 30. Dezember 1930. Hessisches Forstamt Rabenau. Sreltag, den 2. Jan. 1931, nachm. ab 2 Uhr versteigere ich im Löwen,71euenweg 28: ein Schlafzimmer, eine Brandkiste, ein Klavier (Marke Schwechten), einen Radioapparat, einen Staubsauger, einen Spiegel (oval), mehrere Bilder, Zigarren, Sekt, Damenhüte, Dampfmaschinen, Eisenbahnen, Maskenstoffe, Anzugstoffe u. n. v. a. 8944V Versteigerung bestimmt. Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Zum verkauf kommen: ein Schlafzimmer (Elche), ein BüfetL Waschtische, Nachtschränke, zwei Schreib, tische einen Bücherschrank, einen ftlei* verschränk. VeVauntnrachuns Betr.: TtrahenbahN'FahrPlan. Ab 1. Januar 1931 tritt nachstehender Fahrplan in Kraft: Grüne Linie. 8912D Sefamtumlauf d. Goldpfandbr. u. Goldkommunalobligat, rd. 490000000 Golbmarl Vir empfehlen zu dauernder Rote Linie. Kapitalanlage unsere 7% Goldpsandbnese Reihe 16 nicht rückzahlbar vor 1.1.1936 - Zinsscheine Zanuar-Zuli Direktion der Ltädt. Straßenbahn. Gießen, den 30. Dezember 1930. Stolte. Statt Karten! Hassemer-Wein Steinstraße 23 Astoria 3982 V Ruppertsburg 8908 d: Verlobte Klein-Linden, Silvester 1930 07987 Nutzen Sie diese Gelegenheit! 8939 D Lernt Einheitskurzschrift 8538 D] Anfang 8 Uhr! Anfang 8 Uhr! Theater - Lanz! und Photo Radio Telefunkendienst Im Emmy Geis Otto Umn .. 12005 000 Aeichsmarl .. 12 000000 Aeichömatt rd. 420000000 Goldmark Aktienkapital............... Offene Reserven............ Gesamter Darlehensbestand -.. Stückelung: von Goldmatt 100 aufwärts. Au beziehen durch uns selbst (Gallusanlage 8) oder bei sämtlichen Banken, Bank- geschästen und Spattaffen. Gießen Kaiserallee 30 Amtliche Notierung an der Irankfurterdörse - Lombardfähig- leit bei der Reichdbank beantragt - 3n Hessen mündelsicher. Sin Abzug der Kapitalertragsteuer findet nicht mehr statt. Stücke sofott lieferbar. Carl Küchel Nacht, Gießen Weingroßhandlung und Likörfabrik Wir trinken heute auf das Wohl all* unserer Freunde einen herzhaften Schluck 10 000 — 5 000.— 4000.- 1000.— 8917D Else Heckmcrnn Hugo Port Verlobte tanken Sie für die Slivesterfeler gute Laune Nächste Woche Ziehung! Offenbacher Geld-Lotterie mit TANZ in sämtlichen Räumen 08006 Rodheimer Straße 29 .................... 07997 Kommen Sie alle zu Lilian Harvey und Willy Fritsch zu der lustigen, herzerfrischenden Tonfilm-Operette Die drei von der Tankstelle 3185 Gewinne zusammen Höchst- ........... und Hauptgewinne- 1. Prämie........... Kurzschriftverein v. 1861 mit Damenabteilung e.V. Unterrichts-Säle: Goethescfaule.Wesianl.43 Anmeldungen und Auskunft durch den 1 Vorsitzenden Franz Haustein, Giefaen, Wilhelmstrahe 6, II oder zu Beginn des Unterrichts Ihre Verlobung geben bekannt Liefet ©Opfer Arthur Schmidt Gießen, Neujahr 1931 Zigarrenhaus E. Reuter vorm. R. Buchacker Gießen/Lahn, Neuen Bäue 11. Beginn neuer Lehrgänge: 1. Anfängerlehrgang: Montag, 5. Januar, 19 Uhr 2. Fortbildung in Verkehrsschritt: Montag, 5. Januar, 19 Uhr 3. Redeschrift für Anlänger: Montag, 5. Januar, 20 Uhr 4. Diktat, 60—80 Silb.: Montag. 5. Januar, 20 Uhr 5. Vorbereit, a. d. Handelsk.-Prüf.: Dienstag, 6. Januar, 19 Uhr 6 Diktat, 100—120 Silb.: Dienstag, 6. Jan , 19 Uhr 7. Fortbildung in Redeschritt: Dienstag, 6 Januar, 20Uhr 8. Diktat, 140 Silb. u. höh.: Dienst., 6. Jan., 20 Uhr Heute Silvesterabend Hedwig Kuhl, Heinrich Klinket, Maßschneiderei Gießen-Klein-Linden Sahvplau der Städtischen Straßenbahn Gießen, ab 1.Januar 1931 Total-Ausverkauf Gebr.Weil Neustadt 10 Für die vielen Karten, Älumen und Geschenke anläßlich unserer Verlobung herzlichen Dank Gleichzeitig unserer werten Kundschaft Freunden und Äekannten ein gesegnetes Neujahr I Gemeinschastsgruppe Deutscher Hypothekenbanken Frankfurter Hypothekenbank gegründet 1862 RM. KM. RM. RM. Warum den Winter fürchten • Wörisholer Grippe-Tee schützt gegen Erkältung. Grippe usw. und deren Folgen. 07947 Kräuterhaus Jung Schulstr.5 Frankfurter Hypothekenbank Frankfurt a. JU., 1. Januar 1931. Gallusanlage 8. Telephon: Sammelnummer Senckenberg 34151. Lichtspielhaus 8816 q Lernt Einheitskurzschrift Wir eröffnen am Dienstag, dem 6. Januar 1931, abends 7 Uhr. in der Pestalozzischule, Nordanlage 8, lür Damen und Herren einen Jtnfänj»er-£etirgan£ in der €infteitsfturxs r Gesetzgebung, besonders hinsichtlich der Arbeitslosenversicherung, erkennt aber an, daß in den Notverordnungen schon merkbare Schritte zur Besserung gemacht worden sind. Cs fordert weiter stärkste Durchführung der vorgesehenen Sparmaßnahmen und der Derwaltungsre- v rin. Das Handwerk wird dann auch die Lasten, die ihm als Glied am deutschen Wirtschaftskörper nach gerechter Verteilung zukommen, willig tragen, insbesondere wenn es bei fortschreitender Sanierung sieht, daß es wieder aufwärts geht, daß wieder Aufträge und damit Arbeit anfallen. Dieser Faktor ist es, auf den das Handwerk als selbständiger, arbeilssreudiger Berufsstand am ersten Anspruch erhebt und am meisten Wert legt Crwerbsgruppen vermeiden. ileberhaupt halte ich dafür, daß es dem ^urr- fchaftsfrieden dienlicher wäre, wollte man sich mehr in tic Lebens- und Existenzbedingungen der einzelnen 'Berufe, seien es nun Industrie, Landwirtschaft, Handel und Handwerk, seien es Beamte oder Arbeiter, hineindenken. Verständnis gewinnen für die wahren Verhältnisse, unter denen der einzelne leben und wirtschaften muß, dürfte gar manche Kluft beseitigen und vor allem die scharfen Auslassungen, die stets bei solchen Aktionen bedauerlicherweise aut treten, hintan- halten. , , . Richt Vorbeigehen darf man aber auch an Den schädlichen Folgen, die die Preissenkung s - aktion für das Geschäftsleben mit sich brachte. War doch vielfach ein ausgefprochener Käuferstreik zu verzeichnen. Zeder Geschäftsmann weiß hiervon ein Lied zu fingen und die F^nanzbehor- Den werden bei dem Jahresabschluß 1930 das Ergebnis an dem Rückgang der Steuereinnahmen feststellen müssen. , * , So bringt die Bilanz des Jahres 1930 auf der ganzen Linie ein negatives Ergeb- n i s . das jeden in der Wirtschaft Stehenden mit Schrecken erfüllen muß. Die Blicke wenden sich dem neuen Jahre zu. _ Richt mit voll Hoffnung geschwellten exgeln steuert das Wirtschaftsschiff Deutschlands in das Jahr 1931. Ahnt und fühlt doch jeder, daß das Ende der Krise noch nicht erreicht ist, daß wir noch einen schweren Weg zurücklcgen muLcn. Die Reichsregierung geht konsequent ihre einmal beschrittene Bahn weiter. Durch Ordnungen vom 26.3uli und 1. Scicmber 1 hofft sie die Grundlagen geschallen zu haben u Deutschland vor weiterem Riedergang zu rette Zweifellos wird auch eine Revision zur Reureg<- lung der Tributlasten Deutschlands aufgegriffen Man wollte den Beamten etwas abnehmen, und man nahm ihnen so beträchtlich viel ab, daß es namentlich für die ohnehin kärglich bezahlten unte ren und mittleren Gruppen einfach unverantwortlich ist. Wir glauben, keiner der Kritiker ist sich bewußt, was es heißt, einem Manne, der 125 oder 140 Mark Brutto im Monat bekommt (und der dafür hartarbeiten muß!), noch außer Steuern, Miete, Versicherungen usw. 8 bis 9 Mark abzunehmen, und ihm dann noch die Aufgabe zu stellen, von dem Nest womöglich „standesgemäß" den Unterhalt für Nahrung, Kleidung, Heizung, Shilturbeburf nisse (?!) usw. zu bestreiten! Die Beamten hätten nichts hergebcn, nichts opfern wollen? Nur Böswillige können so etwas behaupten. Die Beamten sehen die N o t i m L o l k c, sie fühlen mit den Hungernden, Frierenden, Erwerbslosen, sic kennen und würdigen die beklemmende Notlage der Staatshaushalte. Aber sie bestreiten, daß die rein fiskalische Ordnung die höchste staatsmännische Weis- heil ist, sie bestreiten, daß man verschleppte und durch Weltkrisen gehäufte Defizite in Krisenzeiten mit einem Schlage beseitigen kann, sie sehen, daß eine sehr mangelhafte steuerliche Gerechtigkeit herrscht, und sie stellen unter Beweis, daß es noch viel leistungsfähigere Kreise als die Beamten, Angestellten und Arbeiter gibt, die nicht oder nicht in genügendem Maße zu den Opfern herangezogen werden. Das war der Sinn des Kampfes, den die Beamten und ihre Bünde im Jahre 1930 geführt haben. Nach unserer Auffassung ist dieser Kamps m a t e r i e l l zu einem Teil verlorengegangen, aber sittlich gewonnen worden. Die Verbände, Der- I eine und Bünde der Beamten stehen fester da als je, und ihre Ueberzeugung ist geklärt und geschloßen. Die Gegner sind verdutzt und werden von Tag zu Tag stiller. Bei vielen von ihnen ist die Erleuchtung aus dem Bewußtsein gekommen, daß ihre Bestrebungen sehr unerwünschte Rückwirkungen für ihr eigenes wirtschaftliches Gedeihen haben! Wenn man in wirtschaftlichen Tiefdruckzeiten weiten Schichten die Kaufkraft weg- nimmt, lähmt man den in feiner Bedeutung leider weit unterschätzten inneren Markt. Diese und andere Erkenntnisse sollte man in das neue Jahr mit hinübernehmen. Wir sehen 1931 nicht rosig autbämmern. Die Kurve zeigt noch abwärts. Wir sind der Meinung, daß sie im Fruhsornrner den tiefsten Punkt erreichen wird, daß es bann wirtschaftlich wiederlangsam aufwärts geht. Die nächste Aufgabe ist also, über die sehr schweren ersten Monate Hinwegzukommen, ohne daß Volk und Vaterland in ihrem Bestände bedroht werden. Reiche jeder dazu die helfende Hand! Die deutsche Beamtenschaft wird es, wenn man ihr Verständnis entgegenbringt, an ihrem Teil nicht fehlen lassen. Was haben uns doch die vergangenen 2ahre alles gebracht an Auf- und Abflauen der Wirtschaft- Wie haben Reich, Länder und Gemeinden, ja fast jede Familie, sich sozusagen überboten in künstlicher Hochhaltung der Lebensführung. Anstatt mit vermehrter Arbeitsleistung, «ise^er Sparsamkeit und Genügsamkeit mit Q^mgem ©m- tammen die Geschicke zu meistern, bat man ine Arbeitsleistung gesetzlich gedrosselt, die Lohne und Gehälter erhöht, an Sparen kaum noch gedacht. Die furchtbaren Folgen traten uns im 3a£re 1930 vor Augen. Wohin wir sehen.stärkste Der schuldung der öffentlichen Körper chasten Auspressen der Steuerkraft der werktätigen Ärei,e, Rückgang der Kaufkraft breitester Massen, Arbeitslosigkeit und katastrophaler Riedergang der gesamten Wirtschaft. Das Handwerk, zum Mittelstand gehörig, heute sozusagen ein Stand ohne Mittel, leidet.hierbei mit am stärksten. Tie Bautätigkeit liegt im allgemeinen völlig Darnieder, Die Bekleidungsgewerbe die RahrungSmittelhandwerke die schmückenden Gewerbe, sie alle suhlen als Endver. Arbeiter den Riesenausfall an Kaufkraft infolge der Arbeitslosigkeit, die s°st 4 Millwnen Menschen in eisernen Klammem halt, produktiver 4xi tiglcit entzieht. Zusammenbruche, Konkurse uni) Bergleichsverfahren auch bei alteingesessenen Be trieben geben ein erschütterndes Bild der trostlosen Dabei werden Handwerk und Gewerbe erdrückt durch steuerliche und soziale Lasten, schwer ^schädigt durch die Rebenarbeit all der unendlich Vie- len aus ihrem Verdienst herausgerissenen Men- schön, die gezwungen sind, noch nebenher etwas zu verdienen. Endlich reibt das Handwerk in der Jagd nach den kargen Aufträgen sich selbst auf durch die unglaublichen Unterbietungen. Mich angesichts der Si bmissionsblüten bei öffentlichen Vergebungen kann man im Jahre 1930 von einem Rekordjahre sprechen. 3m zweiten halben Jahre trat die Regierung mit ihren Preisabbaubestrebungen hervor. Die tat dies um den Boden vorzubereiten für die ge- setzgeberisck)en Maßnahmen zur Gesundung der Wirtschaft. Das Handwerk hat durch seine Spitzenvertretungen die Berechtigung dieses Vorgehens anerkannt und sich zur Mitarbeit bereit erklärt. Die einzelnen Handwerkszweige sind in eine Preisrevision eingetreten, die als sogenann.e -~or’ leiftungcn anzusehen sind, da Grundvoraussetzungen für dauernd fühlbaren Preisabbau dir Senkung der die Unkosten des Handwerks beemflussenden Faktoren ist. Das Handwerk als Endverarbeiter kann zu einer Riedrighaltung der Preise naturgemäß nur kommen, wenn die zu verarbeitenden Materialien, wenn die Arbeitslöhne, Die Kosten für Stromverbrauch, die öffentlichen Lasten, Steuern, soziale Abgaben usw. herabgesetzt werden. Diese Zusammenhänge, die für alle Erwervs- zweige gelten, sollten bei der Behandlung dev Preissenlungsaktionen von jedermann gewürdigt werden, dann ließen sich die mitunter recht unliebsamen Auseinandersetzungen zwischen Vehor- den und Wirtschaft, wie zwischen den einzelnen Die Entscheidung über das Sanierungswerk wird wohl endgültig im Januar oder.Februar beim Zusammentritt des Reichstags erfolgen, ^aft will es scheinen, als ob unser Volk sich auseinandergeredet habe. Gebe Gott, daß die grenzenlose Rot die alle unsere Volksgenossen erfaßte, auch den Männern, die berufen sind, die Geschicke Deutschlands zu lenken, das Bewußtsein gibt, daß ihnen nur die Vernunft bei den Beratungen Richtschnur sein darf. , 3m übrigen: es ist noch icbcm Winter, und fei er noch fo hart gewesen, ein Frühling gefolgt. Es muh und wird auch für die deutfche Wirtschaft für das deutsche Volk ein neues Aufblühen geben wenn nur jeder an feinem Teil und mit feiner’ schwachen Kraft in ernstem Wollen bereit ist, mitzuhelfen. renmengen führen. „ Unbestreitbar hat aber das 3abr 1930 in allen Wirtschallsgruppen unter einem unglücklichen Siem gestanden. Die Zahl der zusammen- gebrochenen Firmen und die Rackenschll ge. weihe die noch existierenden Firmen e.l llen ha- > ben, sind so ungeheuer gewachsen, daß es nur noch eine Frage D;r Zeit ist, wie lange d.^s ^p cl fortgesetzt werden kann. Die ArbeitSlosig.eithat die 4-Mi.lionen-Ziffer bereits überschr.tten. Wo aber zeigen sich überhaupt A:tzeichen einer Besserung { Es handelt sich ja nicht ausschließlich um eine deutsche Krise, die ganze Welt ist von einer ungeheuren Welle der ArbeitSlo igkeit ersaßt, ilcberall hält Produktion und Ab atz nicht mei)t miteinander gleichen Schritt. Es scheint mir das Kernproblem zu einer Besserung der derzeitigen Wirtschastsiage darin zu liegen, daß man sich i n d e r g a n - e n We lt - us a m m c! n - etztundberät.wie man Absatz und -p r o- duktion wieder in ein n o r m a les Der - h ä 11 n i s zueinander bringen kann. Im Zeichen des technischen Fortschrittes ist nicht wur bei uns sondern selbst in primitiven Rohstoffländern die Produktionskapazität vervielfacht worden gleichzeitig aber ist ein großer Teil b-r Welt derartig verarmt, daß der Konsum und der Lebmsstandard stark herabgedrückt wurden. Wir in Deut chland befinden uns nun gegenüber den anderen betroffenen Staaten, wie England, Amerika usw.. in doppelt schwieriger Lage, da wir nicht tm entferntesten mehr fo kapitalstark sind, um cme tangere Zeit andauernde Wrtfchaftsde Zession durchhalten zu können. Durch die Techmnerung unterer Produküonsbetriebe. welche eine verbilligte Produktion zum Ziele hat e. wurden enorme Kapitalien festgelegt, oft auslandiichen Ursprungs, d.e heute hoch verzinst werden mulsen. Die dauern- den älnko st en haben .ich arge icht de; schlechten Geschällsganges erst recht erhöht, tungen also die man zu Zeiten einer Produktion oortme- aenb mit Memchenhand nicht in solchem iimfang kannte Daneben muß aber die arbeitslos gewordene menschliche Arbeitstakt auch noch cius ofsent- 1 ich en Mittel.', die größtenteils aus der Wirtschaft selbst stammen, unterhalten werden. An einen Menschenexport. an eine Auswanderung großen Stiles ist auch nicht zu denken, denn iedes Land sperrt sich heute gegen einen solchen Menschen- zufluß, um die eigene Arbeitslo igkeit n.cht noch ^^Boin ^Standpunkt des Einzelhandels aus gesehen. bedeutet die heutige Arbeitslosigkeit n.eyts weniger als den Ausfall o o n 1 d bis 20 Prozent der gesamten Verbraucher- schäft da diese Kunden nur m .der Lage sind, das Allernotwendigste einzukaufen. Da für uen Einz'lhandel außerdem neben dem Um atz im -Jn- lanö kein Ventil in Gehalt eines Er Portes möglich ist trifft ihn die inländische Wirtschaftsk.ise gan- besonders schwer. Wenn auch heute nicht mehr die großen Warenläger untermal en we.den, wie dies ^och vor 1 bis 2 Fahren der Fall war, so sind trotzdem die Lasten, die die'e Warenmengen mit fich bringen, doppelte. Einmal das Risiko der Preiskonjunktur, ander e ts die De r z i n- f u n g der heute angesichts der starken Derschul- duna der Warenlager zu ernster Be orgnis Anlaß aeben Die Abschlußbilanz 1930 wird für viele Geschäfte die Schicksalsfrage bringen, ob man sehenden Auges noch so Breiter wirtschaften kann oder ob nicht möglichst bald das Unternehmen in irgendeiner Fvmr liquid.ert vrerden muh Hier zeigt sich nämlich in erschreckender Weise d e Kehr leite des im Einzelhandel vollzogenen P r e i s a b b a u e s. Die Einkaussprei e sind billiger geworden, der Einzelhandel ist im vollen älm- 4ange schon feit mehr gls Jahresfrist jedesmal bloß um materielle Dinge, Besoldung, Geld und Gut, sondern auch um die Rechte und um den Be- tand des Berufsbeamtentums überhaupt. Die Beamtenschaft hat diesen Kampf nicht heraufbeschworen, das liegt ihrem im tiefsten Grunde Volks- versöhnenden Wesen fern! Sie hat den ihr ausgezwungenen Kampf auch nicht aus rein selbstsüchtigen Gründen geführt, nur um ihre Versorgung, koste es was es wolle, sicherzustellen. Das wäre ein schlechter Beamter und Volksgenosie, der sagen wollte: „Was schiert mich die Not der anderen? Wenn mir's nur gut geht. Ich sorge für mich selbst, und auch was nach mir kommt, ist mir einerlei! Nein, die wahren Beamtenführer haben gekämpft, weil'sie ein Berufsbeamtentum mit den alten guten Eigenschaften: Treue, Fleiß, Gewissenhaftigkeit, Pünktlichkeit, Unbestechlichkeit und mit den neuen noch hinzu zu erwerbenden Eigenschaften: Freundlichkeit, Helle, Entgegenkommen, Volksverbundenheit für unumgänglich notwendig halten, wenn ein so zerrissenes Volk wie das deut- jche überhaupt noch bestehen und zusammengehalten werden soll. Don diesem grundsätzlichen Standpunkte aus gewinnt man erst den richtigen Blick auf diesen „Kampf", der dann nicht mehr als ein keifender, t'leinlichcr Streit erscheint. Von diesem Standpunkte aus darf allein auch nur die Beamtenhetze und das, was die Beamten dagegen getan haben und tun mußten, beurteilt werden. Es wäre weichlich, jetzt in diesen gemütsbewegten Tagen die Bedeutung dieser Tatsachen leugnen, oder auch nur bis ins Unwahrhafiige abschwächen ,}u wollen. Leider hat es eine scharfe und sehr bö|e Beamtenhetze gegeben — und man kann heute vielleicht nur deshalb eiwas ruhiger davon sprechen, well der Höhepunkt offenbar überschritten und weil eine (hoffentlich unbegrenzt dauernde) Flaute eingetreten ist. Unverantwortliche Kreise, denen Wert und Würde eines Berufsbeamtentums noch nicht aufgegangen waren, beeinflußten die öffentliche Meinuna und schufen damit bewußt und in erkennbarer Absicht in weitesten Kreisen des Volkes eine beamtenfeindliche Stimmung. Daß es unsachliche und meist sehr bedenkliche Mittel waren, die man anwandte, was tot es9 Es sollte ein bestimmter Zweck erreicht, mindestens aber das allgemeine Unbehagen abrea- giert werden. So suchke man sich unter den vorhandenen dasjenige Objekt, das man für das abhängigste, alio wehrloseste hielt: Man machte die Beamtenschaft einfach für alles Unglück, für alle Rot in Volk und Vaterland und Wirtschaft verantwortlich. Der Tenor aller Anklagen lautete im rohen: Es sind viel zu viel Beamte da, sie arbeiten wenig oder nichts, und sie bekommen viel zu viel Gehalt! Keiner macht sich die Mühe, diese drei Sätze, oder auch nur einen von ihnen gewissenhaft, geschweige denn wissenschaftlich zu untersuchen, oder gar zu beweisen. Oberflächlich, stimmungsmähig wurden sie hinausgeschleudert, und die „Masse Mensch' war froh, endlich denjenigen ohne Denkmühsesigkeiten so eindeutig bezeichnet zu finden, an dem man sein Mißvergnügen und den ganzen aufgespeicherten Verdruß auslassen konnte. Und man ließ ihn aus, wahrhaftig! Die Hetze schuf die psychologische Vor- aussetzungen für Reichs Hilfe und Notopser, Gehaltskürzungen aller Art, namentlich in Hessen, Entziehung der Kinderzuschläge, Entrechtiing und Bedrohung des Berufsbeamtentums. Wenn wir heute am Ende des Jahres eine I Rückschau auf das Geschäftsjahr 1930 halten, fo [ müssen wir sagen, daß dieses Jahr an Krisen den HöhePukt, an Geschäftsergebnis den tiefsten Punkt f.it langer Ze t b deutet! Mit welchen Hornungen hat man in Kreisen der Kaufmannschaft das Jahr 1930 begrüßt. Galt cs doch, den zurückgegangenen älmfah von 1929 wettzumachen, der gegen 1928 um etwa 10 Prozent gefallen war. Man erkannte damals noch nicht, daß dieser Tlmsahrückgang nur zum Teil auf eine mengenmäßige Reduzierung, zum anderen -i-cu aber auf eine preis.näßige Verschlechterung der ilm'ätye zurückzuführe war. Schon d.e ersten Monate des Jahres 1930 zeigten aber, daß her Optimismus bezüglich einer Besserung der Wirtschaftslage ganz entschieden fehlging. Wenn der Januar vielleicht noch Darüber hinwegtäuschte, so ließen doch Februar, März und April deutlich erkennen, daß die Wirtschaftskrise sich verschärfte. Den Sommer über hoffte man auf den Herbst, im Herbst auf das Weihnachtsgeschäft, jedeSinal wurde man gründlich enttäuscht. Der preiSmäßige älmsatzrückgang gegenüber 1929 dürste ungefähr im Jahresdurchschnitt 20 Prozent erreichen^ wobei natürlich in feder Branche bessere und noch schlechtere Einzelergebni se verzeichnet werd n tannen. Die Streitfrage, inwieweit der Uniiahrud- gang teils aus geluntenc Preise, teils auf Zusammenschrumpfen des Konsums zurückzujühren ist, kann mit Bestimmtheit nicht beantworict werden, da wir im Einzelhandel lediglich Statistiken nach dem Llmsah der Preise, nicht aber der Wa- So kann es nicht ausbleiben, daß ein Rückblick auf das sich feinem Ende zuneigende Jahr keine Hellen und freudigen Erinnerungen wachrufen kann. Es war ein Jahr härtesten Kampfes, nicht ^Dreißig neue Gesetze find es. die die Mwhalt- nisse fantcrcn die Wirtschaft wieder in Sluh bringen sollen. Das Handwerk hat vrinzlpiell die Maßnahmen der Regierung ^ls einen Anfang zur Ge undung der deutschen Wirtschaft aner kannt, wenn es auch zu verschiedenen »ragen no$ Abänderungsvorschläge vorzubringen hat. 4>ot allem fordert das Handwerk Senkung der Realsteuern und Dvr sozialen Lastern Es fordert grundlegende Aenderung der sozialen wahren, als er bisher war. .Die aefamieni Sparmaßnahmen können vorläufig oe Wirtschaft keine Sn11 astun g bringen, obwohl die wenigsten die öffentlichen Ai^gaven beschneiden. Der Mindereingang fast aller S.eucrn ist so groß, daß eine wirNiche Senkung des Steuer satzes nicht durchgeführt werden kaum Groß ist der Wunsch-eitel des Einzelhand.^ auch bezüglich anderer Dinge, die 1930 nicht rn Erfüllung gegangen sind. Wo ist bw vielen Jahren so dringlich geforderte Mrschur sung und Ergänzung deS unla u t ere n W et t bewerbsgeseheS geblieben? Wo die Reuregelung der A u S v e r k a u s s b e st i m m u n gen und daS schon in greifbare Rahe fl^nidic vollständige Verbot Der Ankündigung und UX Währung von Z u g a b e n? Es ist bedauerlich, d ß bei uns immer noch eine zufällig eintretende Re gierunqSfrife genügt, um jahrelange Vorarbeiten illusorisch zu machen und Die ^hngc uueDcr an ihren Ausgangspunkt Lurückzusuhren. ES-.igt Nch hier insbesondere auch Die politische SeieutungS loiigkeit des Einzelhandels Der trotz ^ster zahlenmäßigen und voUswirt^chaftl-chen Dichtigkett nicht in Der Lage ist, sich mit berechtigten Wun leben Durchzufetzen. Er ist nicht nur immer wieder der Prellbock für Angriffe, sowohl Der Qkrtaaa- cherschast. als Der Lieferanten sondern auch ur seinen eigenen Reihen berrfefct S?t. kurrenzkamps. Wer schützt den selbständigen Mittelstand gegen die Kapitalmacht und überlegenen! VerkausSmechoden der Groß konzerne^ Die oft zitierten Testimmungen in Der sassung über den Schutz DeS g^rblichenMi t-1 ftanDcS Haden auch heute keine Aussicht. Wirklich leit zu werden. ES ist sehr gut zu verstehen, wenn heute eine Warenhaus- und Filialsteuer gefordert wird, um dadurch die stärkere Belastung des Mittelstandes gegenüber den Groß- dieser Verbilligung gefolgt, aber auf Kosten seiner Existenz. Das Warenlager ,st vielleicht noch SO oder 85 Prozent gegenüber Dem 31. Dezember 1929 wert. D.e Schulden aber haacn diese Entwertung nicht mitgemach", sie sind dee- sclben geblieben, oder sogar noch hoher geworden DaS gleiche gilt für D.e Unkosten. Die Mieten sind nicht zurückgegangen, die Steuern und sozialen Lasten gestiegen, ebenso Die Frachten, während Gehälter und Löhne stabil blieben. Wie sollen Die Preise noch weiter zurückgehen, wenn ein großer Teil Der Voraus ehungen hierzu fehlt? W o bleibt Der Preisabbau von Staat, Gemeinde und öffentlicher Hand? Der hessische Staat hat Steuererhöhungen vorgenommen. Viele Gemeinden sind ihm zwangsläufig ■ gefolgt, da eine Reihe von Steuern Minderein- I nahmen ergeben haben, d.e Wohlfahrtslasten aber ständig steigen. Die Auswirkung der von der ReichSregierung angeorDnelcn Steuerfenkungs- aktion für 1931 sind fraglich. Zum Beispiel die Gewerbesteuer: wird es nicht so kommen, daß Die gesunkene Steuerkraft der von der Gewerbesteuer betroffenen Kreise so groß ist, daß eine Reduzierung des gesamten staatlichen he sischen Gewerde- steuerauskommens um 20 Prozent gar nicht ausreicht, um Die noch steuerfähigen Wirtschaftskreise vor einem höheren Ausschlagsatz für die Gewerbeertrags- und auch die Sewerbekapitalsteuer zu be- Das Jahr 1930, ein Katastrophenjahr für deutsche Wirtschaft und das gesamte deutsche Volk, hat allen, die sehen wollen, gezeigt to(^ ct£ ’£r‘ lotencc Krieg, was eine zehnjährige, vielfach verfehlte Wirtschaftspolitik für ein 3oL beDeutet Bitterste Rot pocht an Die Turen^on Hundert- taufenden. unD jcDer einze ne. v'-l ficht mu Ausnahme weniger Auserwahlter fühlt letzt. Daß der Rückschlag eingetreten ist. 2eder merkt letzt, Daß wir uns künstlich einen gewissen ^blstanD vor- täuschten, so taten, als ob es uns trotz verlove- nem Krieg unD seinen Rachwehen seither gut ge- firmen auSzagleichen. k,t Mit Sorgen, wie nie zuvor, tritt deshatv per deutsche Einzelhandel in DaS 3aht 1931. Es wird Dem EinzelhanDel auch im neuen 2ahre nicht Mi Dem zähen Willen unD Dem Schaffensgeist fehlen, um sich auch Durch Die Röte Der Zukunft, tote schon in Der Vergangenheit, erfolgreich durchzunngcn. Wenn eS aber mit uns in Deutschland wieder aufwärts gehen soll, so müssen durch ein Zus am - menstehen aller Kreise die Voraussetzungen hierzu jetzt endlich geschaffen werden. Zwölf Jahre nach dem Kriege stehen wir noch in einem Kampfe aller Stände untereinander. Ri.mand hat ~kg zu einer Dolksgemein- i. Man verlangt zwar Opfer, sucht Bilanz des Einzelhandels. Don Dr. Moeßner, Darmstadt, Synditus des Landesverbands des Hess. Elnzelhandels. Wirtschaft 1 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse JronTfurt a. 271. »ertln Banfnofen. Schluß«! Anfang« kurS | Kurü Dalum 30. 12 31 12 49,65 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt a. zn. 1,3 1,4 1 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H 6 D. $). 25,9 2 3,25 3,25 52 5,2 3,2 3,2 100 97 97 21,7 18,13 52 5,2 30 12 31 12 <% Oellerretchtlche Soldrenke . <,2O% Ocsterreichifche EUberrcnt <% Oellerreichilche Einheülich Rente ..... 4% Ungarische Goldrente . . . 4%. Unflatifrfie Etaatürentev. 191 4*4% be-gl. von 1913 . . . 4% Ungarische lkroneareute . . . 4% LOrktsch« Zollanleche von 191 4% Türkische Bagdadbahn-Lol. Serie I 4% desgl Gerte N....... 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 . tVi% Rumänische vereinh. Rente von 1913........ t VA Rumänische vereinh. Rente . Schluß« l ,.UI)r7 kurS s Kur« unpersönlich gewordene Kapital verwalten und für seine Verzinsung sorgen. Leistungssteigerung &urd> fortgesetzte Schulung und Anpassung an die moderne Kaufmannsarbeit ist daher auch für den Angestellten unerläßlich. Die Angestellten sehen die Schwierigkeiten, in denen sich die Wirtschaft und unser Volk befindet, sie sind bereit, durch Einsatz ihrer ganzen Kräfte an deren Aeberwindung mitzuhelfens sie erwarten anderseits ober auch eine gerechte Bewertung ihrer volkswirtschaftlichen Arbeit und eine möglichst freie Selbstbestimmung über ihre sozialen Angelegenheiten. 101 51,9 5,2 88,5 50 50,13 98,5 92 88,25 100 97 97 93 87,25 100,8 52 5,2 88,5 Weitem Maße auch Selbsthilfemaßnahmen, um weitere Gefahren von ihrem Berufsstand fernzuhalten, dies auch ganz besonders auf dem Gebiete der weiteren beruflichen Ertüchtigung. Wollen die Angestellten einen erheblichen Schritt in der Frage verstärkter Mitleitung und Mitverantwortung in der Wirtschaft nach vorwärts tun, dann wird das berufliche Bildungsstreben noch stärker werden müssen, als im alten»Fahre. Unternehmerinitiative zu entfalten, ist kein Privileg des Arbeitgebers, auch der Gehilfe des Unternehmers kann und muh sie entwickeln. Tatsächlich werden doch heute die größeren Betriebe von Angestellten geleitet, die das 6% Deutsche ReichSanlethe von 1927 ........ 7% Deutliche Relchranleihe von 1929 ........ Deutsche Anl..AblSI.«SchuId m AuSlol.-Rechien . . . DeSgl. ohne AuSIof.-Rechle . . . 6% ©eil. VolkSstaat von 1929 (rüctiablb. 102%)...... Cberbeilcn Provinz. Anleihe mti AuSIos.«Rechten.....- . Seuifdie komm. Sammelnd 1. Anleihe Serie 1 .... 6% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 614 1933 . . . <’/'% Rheinische Hyp.-Bank Liau. Goldpse.. . . . . 6% Pr. LandeLpsandbriesanSalt, Psanvbriese 81. i 9..... 8% Pr Landespi an dbriesanllalt, ftomm^Cbl. R. 20...... 7% Pr Landeöpiandbrtesanstalt, Psanvbclese 81. 81...... A.E.G. obfl. Vormegs-Obligatio- ucn, rü ein Seil Saffh Mein b an ein i ein ßa G WM tut) Mein em Ems u 3um; tverten die Nu 6peng ting Saus Heuchel ®lei •Ner w Heilst c r r Launsbach Keffelbach Leihgestern Krofdorf Heuchelheim r Lollar 8?01 D Lang-Göns L | ein glückliches neues Fahr! r Ihren werten Gästen u. Gönnern Klein-Lin-en Allen denen, die mich kennen, die sich Freunde zu mir nennen, ob verwandt sie, ob bekannt, in und drautz vom Hessenland, bringe ich zum neuen Jahr meine besten Wünsche dar! Unserer werten Kundschaft, (Stiften, Freunden, Verwandten und bekannte ein glückliches neuesFahr ; Gin glückliches neuesFahr ; wünscht seiner verehrten Kundschaft, Freunden und Bekannten MeinerwertenKundschast, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Unseren werten Kunden und Gästen sowie Freunden und Bekannten ein herzliches Prosit Neujahr! ein recht fröhliches neues Iahr! Unseren werten Kunden, Gtisten, Der« wandten und Bekannten Zum Zahreswechsel entbiete Ich meiner werten Kundschaft,Freunden u. gekannten die besten Glückwünsche! August Schleenbecker, Heuchelheim Spenglerei u. Installation, Kolonialwaren 8'900 Heinr. Menges Ww. u.Jamilie Gasthaus ,3um Stifter*, Großen-Linben 84560 Heinrich Krahl und Frau Brot- und Feinbäckerei, Großen-Linben 85350 Unserer werten Kundschaft, Gäften, Freunden und bekannten wünschen wir ein glückliches Neujahr! Georg.Luh und Familie Bäckerei und-Cafä, Klein-Linden 65401) 3nf).: Hugo Weitzel und Frau Brot- und Feinbäckerei, Lang-Göns Ludwig Schäfer und Familie Tabakfabrikate, Heuchelheim 8592D Friedrich Stein und Familie Brot- ii. Feinbäckerei, Klein-Linden 8537 D Familie Wilhelm Fries Gastwirtschaft u. Kolonialwaren, Krofdorf 86'3D Familie Karl Weiß Sattler u. Polsterer, Klein-Linden 854JD Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten Unseren werten Gästen, Kunden, Der- wandten und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Meiner werten Kundschaft ein frohes neues Fahr! r Victoria-Drog. H. Sommer, Lollar | .................... 84/ID t Familie Ludwig Hofmann VI. Gastwirtschaft und Metzgerei „Zum Löwen", Lollar / Tel. 39 848kl) Ludwig Steinmüller u. Familie r Brot- u. Feinbäckerei, Lang-Göns i iiiiiiHfiriTTTriiniiuu-ln---Hir.-rKu,I?iii Herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahre! Unserer werten Kundschaft, Verwandten und bekannten | Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten r ! ein glückliches neuesFahr! Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten Heinrich Hofmann u. Familie Lollar Gasthaus „Zur Linde" und Tabakwaren-Großhandlung 8 4 830 Herzliche Glückwünsche zum neuen Zahre! Friedrich Fung VH. und Frau Auto-Reparaturwerkstätte und Fahrrad-Handluna, Klein-Linden 85391 Georg Heß, Leihgestern 8932 Wilh. Hinterlang u. Famili Metzgerei, Klein-Linden 855)0 | Ludwig Wagner und Familie Tabakfabrikate, Launsbach Familie Loevenich Gastwirtschaft und Metzgerei, Lang-Göns 86971» Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche ;um Jahreswechsel! x-sso Albert Juchs und Frau, Lollar Herren- und Oamen-Friseur die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Familie Earl Volkmann Lollar, Metzgerei und Gastwirtschaft .......................... «4750 Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten - ein glückliches neuesFahr! | Fritz Weller, Schuhmacher r Klein-Linden, Lühellindener Straße 12 85441» Unserer werten Kundschaft, Verwandten Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr Unserer werten Kundschaft, Gästen, | Verwandten, Freunden und Bekannten : die herzlichsten Glückwünsche I zum neuen Jahre! Zoh Heß,Mekgermstr., u. Familie | ^Gastwirtschaft zum SlMer*, Lechgestern | 7 I I I 7 I I 1 1 ~ 1 7 I T 7 I I I I I I U I I 1 855,0 r Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Philipp Schaum und Familie Gastwirtschaft, Großen-Linben 85330 Karl Gspich und Frau Lollar Möbelhaus, Daubringcr Str. 21 81740 Unserer werten Kundschaft, Gästen und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Meinen werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Crnst Schmidt, Schneidermeister und Familie, Heuchelheim -5910 Unserer werten Kundschaft, Verwandte und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! V al Kehl u.Familie, Klein-Linden Schreinerei und Möbelhandlung 85481 Meiner werten Kundschaft, Gästen und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Zahr! KarlHofmann II. u.Irau,Lollar «4870 Meiner werten Kundschaft, Gönnern und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Ludwig Hettche, Malermeister Lollar 84720 Meiner geehrten Kundschaft hiermit die besten Wünsche, ein gesegnetes neues Fahr! Ludwig Oiemotz Spenglermeister, Kesselbach (Oberhessen) 8929 D Unserer werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Ant.Mohr u.Familie,KleiN'Liuden Schuhlager, Maß- u. Neparaturwerkstätte 85470 Unserer werten Kundschaft, Verwandten, | Freunden und Bekannten herzlicheGlückwünsche j zum neuen Jahre! Gebrüder Müller Spenglerei,Znstallation,Schlosserei I Klein-Linden, Labnstraße io | «5460 j Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten wünschen wir ein glückliches neuesFahr! Heinrich Koob und Familie Gastwirtschaft,Zum grünen Baum', Lollar 64/dO Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Familie Ludwig Luh II. Tabakwaren, Klein-Linden 85450 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Zahre! I Meinen werten Gästen, Freunden, Der- wandten und Bekannten > HerzlicheGlückwünsche I zum neuen Jahre! Wilhelmine Müller Turnerheim, Klein-Linden 85520 Unseren werten Gtisten, Verwandten und' Bekannten ein glückliches neuesFahr! Meinen werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Hans Volkmann, Autovermietung Heuchelheim, Fernsprecher 4227 Gießen 4'890 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein frohes neues Fohr! Rudolf Krehbiel und Familie Lollar, Gartenbau, Hauptstraße 84770 Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Karl Volkmann VII. u. Familie Gastwirtschaft, Heuchelheim 8704 0 Unserer werten Kundschaft, Verwandten r und Bekannten herzlicheGlückwünsche i zum Zahreswechsel! Meinen werten Gäften, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! CduardMoos,Gastwirt, u.Familie Krofdorf Meiner geehrten Kundschaft, Verwandten und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Heinrich Bechtold und Familie Elektro-Installationsgeschäft Gießen-Klein-Linben gMJD Ihren werten Gästen und Gönnern die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Hettche und Familie Gastwirtschaft „Zum Schwan" Lollar, Neujahr 1931 8485 0 Familie Eduard Abel Wwe. Brauerei und Gastw.rtschaft Krofdorf, Silvester 1930 86750 Unseren werten Kunden u. Gästen die besten Glückwünsche zum Fahreswechsel! Konrad Moos und Familie Metzgerei und Gastwirtschaft Lollar, Neujahr 1931 ............ 8491 O Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten 8700 ein glückliches neues Fahr! Familie Georg Beierdörffer, Lollar Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr Lorenz Burk und Familie Turnhalle, Heuchelheim 8'950 Meinen werten Gästen, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Elisabeth Lang und Familie Wirtschaft,Zum Schipka-Paß" Großen-Linben 8454 0 Carl Sack, Zigarrenfabrik Heuchelheim-Gießen 86960 | Unserer werten Kundschaft sowie unseren | Gästen, Freunden und Bekannten r ! ; ein glückliches neuesFahr! | Wilhelm Weitzel Wwe. ein glückliches neuesFahr! | Unseren werten Kunden, Freunden und i Bekannten ein glückliches neuesFahr! s Crnst Daubertshäuser und Familie r Uhrmacher, Krofdorf ■ -lir,mm*.?,..? | ein glückliches neuesFahr! s r Unseren werten Mitgliedern nebst Familie | ein gottgesegnetes neues Fahr! Unserer werten Kundschaft, Verwandten, i Freunden und Bekannten em glückliches neues Fahr! t Wilhelm Müller IV., Lang-Göns | Gemisch twarenhauS _________________ r___________________ 846)0 t Unserer werten Kundschaft, Verwandten | und Bekannten ein glückliches neuesFahr! K. petrasch, Lollar Wirtschaft „Zur Äergschenle" Hauptstraße 173 ..... 84800 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahre! SchuhhausWilh.Weigel II. Klein-Linden g542D Unserer werten Kundschaft von Lollar l und Umgegend sowie allen Verwandten, ! Freunden und Bekannten . ein frohes neues Fahr! Schuhhaus Schnell Lollar, Hauptstraße 94 ......................... 84 76D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Carl Lennertz Wwe. und Familie Gastwirtschaft -Zum Vangierkopf-' Klein-Linden 8551 1 > t Unserer werten Kundschaft, Verwandten, t |z Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche | Izum neuen Jahre! Georg Kreipl und Familie i Bäckerei, Lollar 8182 0 r Fritz Hmterlang und Famili Metzgerei und Wirtz'chast Klein-Linden .. 85490 Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten t die herzlichsten Glückwünsche i zum Zahreswechsel! Heinrich Pempfer und l^rau - Friseur, Lollar .. 8484 0 ! Cisenbahner-VereinLeihgeflern Oer Vorstand 07950 Christoph Kaiser und Familie Fein- und Zwiebackbäckerei Lang-Göns 84580 Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ; die herzlichsten Glückwünsche l zum neuen Zähre! Steinbach Watzenborn-Steinberg Jir.9t Watzenborn 85261’ Letr.: ® 8676V Waldgirmes ein glückliches neuesFahr! 8918 D l Meiner werten Kundschaft, Freunden und | Wieseck Bekannten 8712L) Londorf Profit Neujahr! Mainzlar Unseren verehrlichen Mitgliedern Rodheim a.d.B 8690 D Steinbach 07953 Wißmar r 8525 D | Staufenberg Treis a.d.Lda ein glückliches neuesFahr! I. Wird v Gießen, Meiner werten Kundschaft, Freunden und bekannten Meinen werten Kunden von Gießen und Umgegend durch Ber 1930 auf Gemeinden Inhalt sührung l die herzl. Glückwünsche zum Jahreswechsel! I Wilhelm Wörner u.Familie, Lollar Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten die Unserer werten Kundschaft, Ver- wandten/Freunden und bekannten ein glückliches neues Jahr! Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten wünschen wir ein gesegnetes neuesFahr! Georg SommerVI. u. Familie Metzgerei u. Gastwirtschaft „Zum Löwen" Ludwig Klas, Zigarrenfabrik Waldgirmes bei Wetzlar herzlichsten Glückwünsche zum neuen Zahr! Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten wünschen wir 0,f d) Le 4 Die d anlieg geD 5. Einste Beam 6. Weite vorbei Meiner werten Kundschaft sowie Freunden, Verwandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Familie Peter Hahn Milchhandlung, Steinbach 8630V Unserer werten Kundschaft, allen Gästen, Freunden, Verwandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Ludwig Hahn II., Steinbach Metzgerei und Gastwirtschaft 8631 D Friedrich Müller und Frau Brot- u. Feinbäckerei, Watzenborn 86 JOD Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Familie Karl lein Brot- und Feinbäckerei, Wieseck ................. 86771 > Meiner werten Kundschaft, Freunden, Bekannten und Verwandten ein glückliches neues Fahr! Christoph Größer und Familie Kohlen, Baumaterialien, Oefen. Herde, landw.Maschinen, Eisenwaren, Steinbach 8ö3W Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel Familie Louis Geißler 11 Gastwirtschaft, Staufenberg 37100: Familie Heinrich Hormann Gastwirtschaft,Zum kühlenGrund' Wieseck über Der St, Sicherung OeM S. kungsbezirk erlafien: Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten Heinrich Wagner und Familie Spenglerei und Installation Wieseck Unseren werten Gasten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! ein glückliches neues Jahr! Unseren werten Kunden, Gästen, Verwandten, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel herzliche Glückwünsche! Wilhelm Lemp II., Treis a. d.Lda. Gasthaus zum Witter und Kolonialwaren ..... - .........8^51 v Die ent Getränken, mein, ÜJlim Kassee, Tee W an Ort an sonstige, den, unterli Herzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Karvtömeru.Famstie,Lollar Fahrräder, Radio, Nahmaschinen 8479 V Bellofs Fried, Wieseck 8691D Aus( der @eir GenetM für den 1. Der des trag- nach 2. Die für 1 sie n daß । lich! diene bring 3. Die < a) D< au be b) Di ob Unseren verehrlichen Mitgliedern die besten Wünsche zum neuen Jahre! Landwirtsch. Konsumverein e. G. m. b. G. Watzenborn-Steinberg, Direktor Sommer 8602 D Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Wilhelm Lecke und Familie Milchhandlung, Steinberg 8529D die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Unserer werten Kundschaft, allen Gästen, Freunden, Verwandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahre! Johann Deuker u.Frau,Steinbach Bäckerei und Gastwirtschaft 1633 D Unserer verehrten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Otto Haas und Familie Metzgerei u. Wirtschaft, Wieseck, Alicestr. ..................._________ 86«! D Stempelfabrik und Druckerei E. L. Weimer, Lollar 8473D Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! FamilieKarlStark, Sattlermeister Wieseck 8687V Meiner werten Kundschaft, Freunden und ; Bekannten herzl.Glückwunsch zum neuenZahr! | Schreinermstr. Oudenhöfer u.Fam. | Rodheim a d. Bieber 3/090 | Meiner werten Kundschaft sowie Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Wilh.Kreiling,ViehhändTv.Familie Wieseck 8678V Karl Wagner Maßschuhmacherei, Lollar, Lumdastr. 26 8934 D Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahr! Familie Paulus Gerhard 1. Metzgerei u. Gastwirtschaft „Zum Rittes Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein frohes neues Fahr! Metzgermeister Emil Schäfer u. Frau, Wieseck . 8688 V (Meiner Kundschaft und meinen Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Karl Höres I., Baugeschäft | in Londorf Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahre! WilhelmMoos u.Familie, Wißmar Schuhwaren, Maßanfertigung und Lager 8704 V Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Karl Faah und Frau, Wieseck ,,...... 8683 D Familie F. Bechtold Metzgerei und Wirtschaft Rvdheim a. d. Bieber 8599 D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahre! Georg Häuser XIV. und Familie „Zur Krone", Steinberg 8520V Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahre! Hermann Ullrich u. Familie Brot- und Feinbäckerei, Wißmar 8705V Oie besten Wünsche zum neuen Jahr! Wilhelm Oorfeld und Familie Wieseck Meinen werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Adam Oebus Gastwirt „Zur Germania", Wieseck 8 >861) Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahre! Heinrich Sommer u. Familie Maß- und Schuhgeschäft Watzenborn, Bahnhofstr. 55 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesZahr! Familie Georg Buß II., Metzgerei Watzenborn Meinen werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Wilhelm Haas, Metzgermeister und Familie, Wieseck ....... . 8685D Der werten Einwohnerschaft von Lollar und Umgegend sowie Freunden und Bekannten ein fröhliches neuesFahr! Meiner werten Kundschaft, Bekannten und Verwandten ein glückliches neuesFahr! Ludwig Schwalb, Steinbach Fahrräder, Nähmaschinen, Zentrifugen, Rauchwaren ................ 9627D Meiner werten Kundschaft sowieFreunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahre! Karl Wallbott und Familie Elekr. Licht« und Kraftanlagen Wahenborn-Sleinberg ...................... y «528 D Meinen werten Kunden, Freunden, Ver. j wandten und Bekannten ein glückliches neues Zahr! ! Karl Reuschling und Familie 1 Gchuhmachermeister, Steinbach ..... / 8628 vt Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Ludwig Bierau und Familie Burg Staufenberg 37110 Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Wilhelm Leib und Familie Gastwirtschaft, Wißmar 8672 V für Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Wilhelm pausch I. Drogerie, Wieseck 86v9v 1 Meiner werten Kundschaft, Verwandten l und Bekannten V die herzlichsten Glückwünsche J zum Jahreswechsel! -r Heinrich Zecher I. Wwe. u. Familie Metzgerei, Mainzlar °670D ♦..................................... Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahre! Ernst Oamasky und Frau Bäckerei, Steinbach 8634V Unserer verehrten Kundschaft sowie Verwandten und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Fahreswechsel! Heinrich Degen und Frau Friseurgeschäft und Rauchwaren Wahenborn-Steinberg g,Q2L) Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Georg Kolb und Familie Wieseck, Kirchstraße 8682V Ludwig Häuser und Frau Bäckerei, Steinberg 8522D Unserer werten Kundschaft, Freunden und \ Bekannten ein glückliches neuesFahr! - Familie Karl Schmandi III. | Spenglerei, Installation, (Siehr. Licht- u. i Kraftanlagen, Zentralheizung., Steinberg i ........... een v r Unseren werten Gäste, Verwandten, I Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche j zum neuen Fahr! Ioh. Friedr. Kehr, Treis a.d.Lda. r Gasthaus zur Krone 8452D | Die Siei §1 be,jei »büche $eii Setränt mit *«), nichts M Keich ^.Znr Ent ranke jum hger). Die Stei 311m bfr Abgabe in 3er Sie, wtrante, st | ¥elte£‘V 'hn an B Hr 1 schönen t Der §jf„$ran noch 1 jene el für s UQ 6luhechn », ^fei I eine "W Sie ' lelbs biech crftc Geleg I Ä3 h der 1 fjne gute & blc K ■ d>e bon lewer ^'"erhch^'sch I A km E? “nb j?6 ««Ä. W" Wtt JW* ‘ 0,6 tri; Unseren werten Gästen, Freunden und j Bekannten : die besten Glückwünsche zum neuen Fahr! Familie Ludwig Zecher V. Gastwirtschaft „Zur Stadt Staufenberg"- Staufenberg ; 000 J L-> 4 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Christian Tönges und Familie Bäckerei, Wißmar 8671D Herzliche Glückwünsche zum Fahreswechsel allen unseren lieben Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten Heinrich Braun und Familie Gastwirtschaft und Metzgerei Wieseck/Gießen ........... 86841) zum neuen Fahre! Landwirtsch. Konsumverein e.G. m.d.H., Steinbach Der Vorstand 8629D Unseren werten Gästen, Freunden und r Bekannten ein glückliches neues Fahr! ; Christine Faber und r Familie Carl philipp,Watzenborn r „Zum goldenen Stern" | _____ 85241) i Meiner werten Kundschaft,Gästen,Freunden u.Bekannten | herzliche Glückwünsche ♦ zum neuen Fahre! Georg Philipp und Familie r Metzgerei und Wirtschaft „Zur goldenen Nuß", Steinberg | 521I) | Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden u. Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Familie Gustav Weller Brot- und Feinbäckerei, Wieseck «6/90 Meiner werten Kundschaft, Freunden t und Bekannten ein glückliches neuesFahr! i Schlossermstr.Schmandt u.Familie | Fachgeschäft für autog. Schweißerei, Fahr- | räder, Nähmaschinen u. dgl. » Steinberg j ..TT.fr...trtw^^........... 853311 | Am Neujahrstag Tanzmusik ............. 8680 D ttwoch. 51. Dezember 1930 Nr. 96 Erscheint DienSlag und Freitag. 31. Dezember Hur durch die Post zu beheben. 1930 4. auch 5. 6. Darmstadt, den 30. Dezember 1930. bei Mark auf in Links ab* 100 Mark. neuen bisher 200 hier n Zuschuß von 3000 M k. 1. Re Gießener Hochschulgesellschaft bisherige Zuschuß von k gekürzt werden. Auch Bekanntmachung. Betr.: Die Einführung der Biersteuer und der Bürgersteuer für die Gemeinde Allendorf a. d. Lahn. Auf Grund des Art. 3 Abs. 2 des hessischen Ausführungsgesetzes zu dem zweiten Abschnitt der Verordnung des Reichspräsidenten zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände vom 26. Juli 1930 (RGBl. I S. 311), vom 11. Dezember 1930 (RegBl. 6.311) wird auf Anordnung des Ministeriums des Innern für die Gemeinde Allendorf a. d. Lahn zum Ausgleich des Haushalts derselben: Gießen, den 31. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister. Dr. Kelle r. n § 3. Zur Entrichtung byr Steuer ist verpflichtet, wer steuerpflichtige Getränke zum Verzehr an Ort und Stelle entgeltlich abgibt (Steuerpflichtiger). § 4. Die Steuerschuld entsteht, wenn gemäß § 1 steuerpflichtige Getränke Zum Verzehr an Ort und Stelle abgegeben werden mit dem Zeitpunkt der Abgabe des Getränkes. § 5. Der Steuerpflichtige hat bis zum 10. Tage eines jeden Monats die Getränke, für die im vergangenen Monat eine Steuerschuld entstanden dem Beschluß des Kreistages ün ur 100 Mark empfangen, statt 'k- Oberregierungsrat Ritzel, der im schuh überstimmt wurde, regt die Be- : von 150 Mark an. Ein dahingehender 5 chudt (D. Dpt.). Giehen. wird jedoch er Mehrheit von Rechts und Betr.: Sicherung der Haushaltsführung der Stadt Gießen. Anordnung. d-r'Äm°L ’S* ILafjember G-n-hmigung des Ministers des Innern nnd d» Ministers'der Fin^nz7n! für den Haushalt der Stadt Gießen folgendes angeordnet: * ?er ^oushalt der Stadt ist mit sofortiger Wirkung in den Rubriken des Voranschlags 1930 die durch den von mir festgeftellten Nach- tragsvoranschlag vom ;30. Dezember 1930 abgeändert word!n sind uach diesem Nachtragsooranschlng zu führen 2 v iü9/?Cm ^^nschlag in der Abteilung B „Vermögensrechnung" “r ni*?ChC?nenCn ^pitalauf nahmen und Arbeiten haben/soweit Lnt. b»? knnten ®oröen s'nd, zu unterbleiben, es sei denn ..A“"1 J!rbne*tcn Janbelt, die auszuführen die Stadt vertrag lich gebunden ist oder die zur Beschäftigung von Ausgesteuerten bringen "würde!"" ^ausfuhrung der Stadt finanzielle Nachteile ____regt Ober- lsrat Ritzel die Bewilligung des bis- Seitrages an, ein entsprechender Antrag r auch mit erheblicher Mehrheit von beten des Hauses abgelehnt, so daß 100 Mark gewährt werden. » mit dem Zuschuß für das Theater bc- me, dem zu empfehlen sei, seinen Haus- h Erhöhung der Eintrittspreise auszu- 2Ibg$. Lchudt (Dt. Dp ). Gießen, KreiS- nitg.ied Benner lLoz s, Dieseck, Abg. r g c r (Soz.). Gießen. Abg. Dr. Katz Niesten und OberregierungSrat Ritzel egen den Landbundantrag Stellung und - nachdrücklich für die Bewilligung der '. ein. In den Ausführungen dieser wird die wirtschaftliche Roilage des >ters betont, die enge Derbundenheit instinstittits der Stadt Gießen mit den i des Kreises hervorgehoben und dabei irauf hingewiesen, daß das Gießener bisher Dorstellungen in Lich. Großen- Dieseck gegeben habe und am Reujahrs* ) in Heuchelheim spielen werde: weiter i Spielplan des Theaters, der durchaus leichtem und seichtem Stoff beherrscht »llc Anerkennung g.-zollt und der Wille aterintendanz zu weitgehendster Rück* e auf die Wünsche der Theaterfreunde chließlich wird auch erwähnt, daß die z des Theaters sich bei der Reichsbahn um die Schaffung besserer Zugver- i für die Theaterbesucher vom Lande ;abc und weiter bemühen werde, und )ird auch auf die enge Derbundenheit en er Theaters mit der Landesuniversi* auf seine hohe Bedeutung für die beit in Oberhessen hingewi.s.n. In der ing tritt eine Minderheit, bestehend aus dbundabgeordneten und dem Komrnu- bg. Lepper, Gießen, für die Strei - s Zuschusses ein. die Mehrheit des bestehend aus den Abgeordneten der Doltspartei. der Wirlschastspartei, der en und der Sozialdemokraten, bewil* Ltcncrordnung über die Erhebung einer Gelränkesteuer in der Stadt Giehen. Der Staatskommissar hat auf Grund des Artikels 1 des Gesetzes zur der Haushaltsführung der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 (RegBl. S. 311) mit Zustimmung der Landesregierung für den Gernar- e3en-3irr 6tQbt ®ic&en bie nachstehende Getränkesteuerordnung § 1. Die entgeltliche Abgabe von Wein, weinähnlichen und weinhaltigen Getränken, Schaumwein, schaumweinähnlichen Getränken, Trinlbrannt- wem, Mineralwässer und künstlich bereiteten Getränken sowie Kakao, Kaffee, Tee und anderen Auszügen aus pflanzlichen Stoffen zum Verzehr an Ort und Stelle, insbesondere in Gast- und Schankwirtschaften und an sonstigen Statten, wo derartige Getränke entgeltlich verabreicht werden, unterliegt einer Steuer nach Maßgabe dieser Ordnung 8 2. tRnnnifpn miiffpn hic nut von Angestellten und Beamten müssen bis auf weiteres unterbleiben. vorbehalten3ur Sicherung der Haushaltsführung bleiben Die Steuer beträgt 5 v.H. des Entgelts (Kleinhandelspreises) für die in 81 bezeichneten Getränke. Bei der Berechnung der Steuer darf für übliche Beigaben, deren Preis herkömmlicherweise im Preise für das Getränk mitenthallen ist (z. B. Zucker und Milch bei Kaffee, Zitrone bei Tee), nichts abgezogen werden: dagegen gehört das Bedienungsgeld nicht zum Kleinhandelspreis. 3" AEmemdeumlagen werden für das Rj. 19.30 wie folgt festgesetzt: mff öcr ®ruÄf,eucr DOn Gebäuden und Bauplätzen beantragt ' * "C ®r^°*un0 ber gesetzlichen Miete wird nicht b) Der Steuersatz der Grundsteuer von land- und forstwirtschaftlich ober gärtnerisch genutztem Grundbesitz auf 0,35 RM. C 065 UCr bCr Gewerbesteuer vom Gewerbekapital auf t!- Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag auf 3,— RM. ?nfiM<>nhan,rtfUCr msirb blc Gemarkung der Stadt Gießen nach anliegenher Steuerordnung mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ein* eisfürsorgeaml und kreisjugendaml. rndervoranschlag für diese Aemter schließt 149 Mk. Einnahmen, 483 296 Mk. Aus- so mit einem Fehlbetrag von 246 447 Mk. Leiter dieser Aemter, Reaierungsrat Dr. , betont, daß der Voranschlag nach den en größter Sparsamkeit ausgestellt und die g der veranschlagten Sätze zu erwarten 1 nicht ganz unvorhersehbare Ereignisse »trag des Abg. Benner (Soz.) - Heuchel- den, nach Befürwortung durch den Abg. l (Ldbd.).Öber-Höryern für Kriegsbe - tk. Kriegerhinterbliebene und eichgestellte einstimmig bewilligt: 'meinen Fürsorge für Kriegsbeschädigte rf wie im Vorjahre, statt der jetzt vom chuß beantragten 2000 Mark, zur allgemei- orge für Witwen und Waisen 9000 Mark Vorjahre, statt der jetzt vom Kreisausschuß ."**~7* ivu4 |ix. umuiuuo iiixyt iu luijtg, toic sie schien. Ihr Plan war gefaßt Sic wollte ipn. an der Stelle packen, an der der Mann einer schonen Frau noch immer verwundbar war — an der Eifersucht. Glaubte sie doch, daß immer noch Liebe m ihm für sie lebte. Sie brauchte sich nur jene Szene zu vergegenwärtigen, da sie von dem verlustreichen Abend im Spielklub nach Hause gekommen war. Za — die Eifersucht wollte sie in ihm zur glühenden Flamme entfachen. Spielen wollte sie — eine Rolle, die ihr am besten lag! Eine Rolle, bei der sie sich selbst sogar gut unterhalten würde. Die erste Gelegenheit dazu sollte sich bald bieten. Kommissionsrat Schumann, der Direktor des neuen Zirkus, der in der Gesellschaft eine bedeutende Rolle spielte, veranstaltete mit seiner Vattin Olly, die als junge, elegante Schulreiterin eine gute Figur machte, ein ,.venetianisches Früh- lingsfest" in seiner prachtvollen Dilla m Dahlem, die von einem wundervollen, aufs reizvollste angelegten Park umgeben war, dellen besondere Sehenswürdigkeit ein zwischen hohem Baumbe- ftanö romantisch eingebetteter Teich bildete. Immerhin so groß, daß man darauf kleine Spazierfahrten unternehmen konnte. Alles, was in der Welt des Theaters, des Films, der Kunst und an der Börse halbwegs einen Rarnen hatte, war natürlich dazu eingeladen, und wenn auch nicht alle kamen, so pflegten diese Feste doch immer Veranstaltungen von wirkungsvollem, gesellschaftlichem Gepräge zu fein. .Hubert, du wirst mich doch diesmal nicht allein gehen lassen", sagte Rorma am Tage vorher zu ihrem Gatten. Er hatte keine große Luft, mitzukommen, aber er wußte, es wurde schon heimlich hier und da über ihn und Rorma getuschelt, besonders seitdem diese Affäre am Theater vorgefallen war. 65 war vielleicht gut, wenn er sich mit Rorma wieder einmal im gesellschafllichen Trubel sehen lieh. Die bösen Zungen, von denen er kein Freund war, schwiegen bann vielleicht wieder für eine Teile, und die ^allzu galanten Verehrer seiner me couorctx Deren Liebschaften mit ehemaligen Mitgliedern der Hofgesellschaft hinreichend be- tonnt waren, das neueste Chanson aus ihrer Operette der Zauberkünstler Legatin, in dem letzten Zirkusprogramm eine Attraktion von großer Seltenheit, holte zum Dergnügen der Gäste Blumensträuße aus ter leeren Lust, die er an die -tarnen verteilte, zauberte einem Kommerzienrat feine Brieftasche förmlich unter den Händen weg indem er sie in eine Drennschere verwandelte' dleweil der Kommerzienrat sich koketterweise die Schlafenhaare zu locken pflegte, und zog die verschwundene Tasche dem Trainer Buchholtz aus cas srackschoß wieder heraus. Es war eine ungemein vergnügliche Produktton. Manches andere folgte noch. Kommissionsrat Schumann und seine elegante @atlin machten mit Humor und Weltgewandheit die Honneurs. ^.rotj der Fülle der Gäste drängte man sich 00$ nirgends denn in den vielen und weiten Raumen des Hauses und auf den Wegen des Gartens und in feinen mancherlei Kiosken Verstecken und Laubennischen verteilten sich die An- we^nden und fanden und unterhielten sich je nachdem sie Freundschaft und Geschmack und der Flirt zusammenführte. Wördehoff und Rorma waren eine ganze Weile MnSn5rn' schatte sich beinahe zärtlich an nrnfJI Arm geschmiegt und Wördehoff empfand H,"^ .b^ ^rubels beinahe etwas von dem ^Kgefuhll daß ihm diese schöne, strahlende £ cutterte sich im stillen über Xoma beSen M unenHM8‘ m,3pAr e® Querte nicht lange, so empfand er SJiÄ orrtSor?ex blefcr Unterhaltung, und Ror- ihn nAös anbern *u 'Herzen, machte .2lh — Herr Barnowsky —“ ÄS ÄÄS. s H iu^'auf-uüd Amtsverkündigungsblatt für die^provinzias-irektion Oberheffen und für das Kreisamt Gießen cor ceor |ck>meicyelyaff Er lächelte ironisch. »'-IDen also wird man denn da alles begrüßen können?" H u ..Gott kannst du dir doch denken. Hollmann wird jedenfalls nicht da fein — zu deiner Be- ruhlgung. Er schwärint ja nicht für Zirkusluft, -aber die neuesten Größen vom Film und Brettl. Kollegen von dir, einige Kommerzienräte und die neuesten Modekunstgrößen werden wohl da sein Raturlich auch der Sport." .Aha. Also Herr Barnowsky wohl auch?" Es klang gleichmütig. ^lonna warf kokett den Kopf in den Racken. nru" bift btKb Nicht etwa eifersüchtig?" .Ah - red' nicht so, Rorsma." Er dachte daran, daß er dem Maler noch nicht das feiner Frau geliehene Geld zurückgeschickt hatte. Er hatte es ihm persönlich bringen wollen. -Kun konnte es ja geschehen. Rorma dachte daran. Aber sie vermied es, ihren Gatten zu fragen, ob er bereits die Angelegenheit geregelt habe. — G-S war in der Tat eine intime gesellschaftliche -Veranstaltung und eine Toilettenschau von fei- tenen ajjarteften Moden, die dieses Frühlingsfest darstellte. Es begann natürlich erst, als es so langsam zu dunkeln anfing. Hunderte von bunten veidenlampions schaukelten im Garten, über dem glattgeschorenen Rasen mit den Blumenbeeten bann, zwischen den Sträuchern und Bäumen, die in ihrem frischen Grün prunkten. Die großen Raume des Hauses, die weite Glasveranda, die schloßrampenartige Terrasse — alles war strah- lend erleuchtet und in dem Licht strahlten die glanzenden Racken der Frauen, die mit angeborener Anmut oder mit wohleinstudierter Ko- ketterte ihre kostbaren Toiletten trugen. Rorma trug em teefarbenes Seidenkleid mit großen. Hauchsein in den Stoff gewobenen Chincrrvserr gedeuteter Rokokomanier gerafft. Em Haarschmuck aus dicht aneinander- gerechten Reihern. fächerartig nach den Seiten ausgebreltet^ bildete eine reizvolle Folie für ihr pikantes Schauspielerinnengesicht. Sie hatte bald ist, bei der eteucrftelle (§ 8) nach Art, Menge und Kleinhandelspreifen anzumelden und die sich danach ergebende, von ihm selbst zu berechnende steuer zu entrichten. § 6. Wenn der Steuerpflichtige die ihm durch diese Steuerordnung auferlegten Pflichten nicht erfüllt, insbesondere die Meldung über die von 'Om abgegebenen steuerpflichtigen Getränke nicht rechtzeitig oder nicht vollständig erstattet, kann die Steuerschuld geschätzt werden. § 7. Die Veranlagung und Erhebung der Getränkesteuer erfolgt durch den Oberbürgermeister oder die von ihm beauftragte Stelle. • § 8. Die Stcuerftelle kann mit dem Steuerpflichtigen Vereinbarungen über die zu entrichtende Steuer (z. B. über ihre Berechnung, Fälligkeit, Erhebung, Pauschalierung) treffen, soweit diese die Besteuerung vereinfachen und das steuerliche Ergebnis bei den Steuerpflichtigen nicht wesentlich verändern. 1 § 9. Der Erteilung eines Steuerbescheides bedarf es nur dann, wenn die steuerstelle einen höheren Betrag als den nach § 5 selbst errechneten fest- setzt. In diesen Fällen ist der Mehrbetrag sofort nach Erhalt der Festsetzung zu entrichten. Erfolgt bis zum nächsten Anmeldungstermin (§ 5) eine Beanstandung ber von dem Steuerpflichtigen eingereichten Steuerberechnung nicht jo gilt die Steu-rberechnung als endgültige Veranlagung. § 10. Gegen die Veranlagung zur Getränkesteuer ist binnen einer Frist von einem Monat nach Zustellung des Steuerbescheids (§9 Abs. 1) oder im Falle des § 9 Abs. 2 nach dem Tage, an dem die von dem Steuerpflichtigen eingereichte Steuerberechnung als endgültige Veranlagung anzu- sehen ist, der Einspruch zulässig. Der Einspruch ist bei dem Oberbürgermeister einzulegen, der über ihn entscheidet. Gegen die Entscheidung des Oberbürgermeisters steht dem Steuerpflichtigen die Klage im Verwaltungsstreitoerfahren gemäß Art. 200 StO. offen. § 11. verfahren^"'b""g ber Getränkesteuer geschieht im Verwaltungszwangs.' § 12. „Die Steuerftelle kann die Steuer in einzelnen Fällen aus Billigkeits- grünben ganz oder teilweise erlassen. . § 13. Zuwiderhandlungen gegen diese Steuerordnung und die von dem Oberbürgermeister zur Ausführung erlassenen Bestimmungen werden mit einer Geldstrafe bis zu dem nach Art. 199 StO. in Verbindung mit der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924 jRGBl. I S. 44) zulässigen Höchstmaß bestraft, sofern nicht nach sonstigen Gesetzen eine höhere Geldstrafe oder Freiheitsstrafe verwirkt ist. Jnbetreff der Erkennung der in Abs. 1 bezeichneten Strafen und des bezüglichen Verfahrens finden die Bestimmungen des Gesetzes vom 20. September 1890, betreffend die Einführung des Verwaltungsftraf- bcscheids bei Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle, Anwendung. Die nach Abs. 1 erkannten Geldstrafen fließen in die Stadtkasse. § 14. Soweit die vorstehende Steuerordnung nichts Abweichendes bestimmt, inden die Vorschriften der Reichsabgabenordnung in ihrer jeweils geltenden Fassung sinngemäß Anwendung. § 15. Diese Steuerordnung tritt am 1. Januar 1931 in Kraft. Sie tritt mit dem Ablauf des Rechnungsjahres 1930 außer Kraft. Gießen, den 31. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister Dr. Keller. fl. Sein Gesicht verriet den Polen, ast vibrierte darin. -neigte sich tief vor Rorma und küßte )anb. Es war ein Kuß, der länger als :erte. Dann verbeugte er sich vor Dörde- großer Liebenswürdigkeit. Der nickte > Sah dann ruhig zur Seite. vsky verstand gut und temperamentvoll tung zu machen. Sein junger Ruhm seinen Worten. Und in seinen Augen 's, wenn er Rorma ansah. Wördehoff - Sie gestatten, daß ich Ihre Gemahlin zu dem wundervollen Boston hf»n ?.!c 3aMbanb gerade spielt, in oie Arme nehme? Rorma lachte belustigt und legte vertraulich. bie Hand in seinen Arm. „Aber ja, übrigens bin ich doch kein Harems* Ä! ’^ntto”tetxC Abrdehofs ruhig lächelnd. „Meine r»am? Lampst die weichere und harmonischere Musik des Salonorchesters. Langsam wanderte er die Wege unter den Lampions entlang. Hier und öa begegnete ct einem CBefannten und sprach mit ihm eine Weile 'ummelten sich einige Gondeln' Da ergötzte sich die junge Welt soweit sie noch nicht vom Tanzfteber allzu sehr ergriffen war. rnafLÜ!!nn,CLtiefdunkel geworden. Zahllos funkelten die Sterne. ^^s^ördehofs hatte lange allein auf einer Bank )N die Rächt hineingeträumt. Eine k nach Ruhe vor diesem ge- MmhHCS- 2Jclben erfüllte ihn, das nur gedampft bis hierher drang. u 3a — das war die alte Sehnsucht? des Dichters nach Beschaulichkeit, nach stillem Gluck, aus dem heraus er schassen konnte. Die laute Welt - er kannte sie genug! - Da schreckte er zusammen. ußar das nicht das Lachen RormaS? Er lauschte. LZottfetzung folgt.) .......—- **'••• H Dezember 1930 zum Staatskommissar für ,.rc Stadt Gießen bestellt. Wird veröffentlicht. t; es verbleibt also Gleibergoereln. suhrung der Biersteuer und Bürgers^euer ,ür (Sememh ®'cuerorbnu29 “bet b,e Erhebung der Gelrankesteuer. - Die Ein. Umlagen für das Rj 1930 - inbe Qlflcnöorf a. d. Lahn. - ilcberficbt über die zur Erhebung kommenden Rachirags- ___________________ b Un>aflg aus Bahnübergängen. - Die Einführung der Biersteuer. - Dienstnachrichlen. Haberkorn, Oberregierungsrat, 5ßfrm0Un? ?C5 5efrn Ministers des Innern vom 30. Dezember fflempinhL®rnnb äur Sicherung der Haushaltführunq der Gemeinden vom 11. Dezember 1930 mm Sfnntßfr.mminnr k,." ^j€ 2 — Ur. 305 Ritzel. Druck der Brühl'schen Tlniversitäts-Ducb- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. vd»vc> r. Wißmar 8525D Treis a.d.Lda ein glückliches neuesJahr! r Staufenberg 8669D Staufenberg Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten Unserer werten Kundschaft, Säften, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel ■ Familie Louis Geißler II Gastwirtschaft, Staufenberg 871OD; Wilhelm Lemp II., Treis a.d.Lda. Gasthaus zum Ritter und Kolonialwaren 8451D Friedrich Müller und Frau Brot- u. Feinbäckerei, Watzenborn 86I0D An das Polizeiamt Gießen und die Ortspolizeibehörden des Kreises. Unter Bezugnahme auf vorstehende Bekanntmachung machen wir Sie auf die scharfe Durchführung der bestehenden Polizeioorschriften besonders aufmerksam. Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten 1. die Gememdebiersteuer nach den Sätzen der vorgenannten Berord- nung des Reichspräsidenten mit Wirkung vom 1. Januar 1931 ab : 2. die Bürgersteuer nach dem Landessatz für das Rj. 1930 eingeführt. Die von dem Minister des Innern herausgegebene Mustersatzung mit den sich aus dem obengenannten Hessischen Ausführungsgesetz ergebenden Aenderungen gilt entsprechend und wird im nächsten Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht. Gießen, den 31. Dezember 1930. Kreisamt Gießen. I. 23.: Ritzel. em glückliches neues 3of?r! Metzgermeister Smil Schäfer u. Frau, Wieseck 8688D Der Dorsiheni weist in seiner großen Ernst dei fangreiche Arbc Zwang zur g Interesse des j Diesem Erfordere im Einvcrnehmei Doranschlag für ausgestellt. Jetzt tationsanträge oi sich jetzt nur darr der" Kreis über i gebracht werde. § Berände bekannt. Die Her dors, Müller, l ßen, und Haas den Kreisausschck Kreistagsmandate sind in den Kre Schäfer. 5)ungi mer, Heuchelheim Don 30 Kreiste lend, ein Mitglie! krankung. TieNechnungdei tungsbcricht de; werden ohne Erö Dse Dcchming füi triebsrechnuna 69 lchuh von 1378t redinung eine Ej ,tne Ausgabe voi 6aten ^est von 20' Gießen, den 31. Dezember Kreisamt Aeraiun Duhe' Stempelfabrik und Druckerei E. L Weimer, Lollar 8473D Unseren werten Kunden, Gästen, Verwandten, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel herzliche Glückwünsche! Herzliche Glückwünsche zum neuen Fahre! KarlMmeru.Familie,Lotlar Fahrräder, Radio, Nahmaschinen 84790 1930. Gießen. I. 23.: Karl Wagner Maßschuhmacherei, Lollar, Lumdastr. 26 8934 D Unserer verehrten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Otto Haas und Familie Metzgerei u. Wirtschaft, Wieseck, Alicestr. 8bBl D Unserer werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten ein frohes neues Jahr! Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! Karl Faah und Frau, Wieseck 8683D Meiner werten Kundschaft, Bekannten und Verwandten ein glückliches neuesFahr! Ludwig Schwalb, Steinbach Fahrräder, Nähmaschinen, Zentrifugen, Rauchwaren 9627 n Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Hermann Ullrich u. Familie Brot, und Feinbäckerei, Wißmar 8705V Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! WilhclmMoos u.Familie, Wißmar Schuhwaren, Maßanfertigung und Lager 8704 0 Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Zahreswechsel! Heinrich Zecher I. Wwe. u. Familie Metzgerei, Mainzlar °670v Der werten Einwohnerschaft von Lollar und Umgegend sowie Freunden und Bekannten ein fröhliches neues Jahr! Meinen werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesJahr! Wilhelm Haas, Metzgermeister und Familie, Wieseck 868 5 D Meiner werken Kundschaft sowieFreunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahre! Karl Wallbott und Familie Elekr. Licht- und Kraftanlagen Watzenborn-Steinberg Meinen werten Gästen, Freunden und I Bekannten die herzlichsten Glückwünsche | zum Jahreswechsel! Ludwig Bierau und Familie | Burg Staufenberg bziid t Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Wilhelm Leib und Familie Gastwirtschaft, Wißmar 8672V Bekanntmachung. 23etr.: Unfälle auf Bahnübergängen. Im Jahre 1929 sind an unbewachten Bahnübergängen bei den Straßen- und Vorortbahnen wiederum sehr zahlreiche Unfälle erfolgt. In der Hauptsache sind die Unfälle auf Fahrlässigkeit und Unaufmerksamkeit von Kraftwagen- und Kraftradlenkern oder von Fuhrleuten zurück- zufllhren. Um die Gefahren des Eisenbahnbetriebs nach Möglichkeit zu verringern, weisen wir die Bevölkerung auf die besonderen Gefahren hin, die beim Ueberschreiten und Ueberfahren von unbewachten Bahnübergängen und Bahngleisen, insbesondere auch bei den Straßenbahnen durch Unaufmerksamkeit der Beteiligten entstehen. Gießen, den 29. Dezember 1930. Kreisamt Gießen. I. 23.: Ritzel. Übersicht über die mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern in den nachstehenden Gemeinden zur Erhebung kommenden Nachtragsumlagen für das Rj. 1930. Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Jahr! Familie Ludwig Zecher V. Gastwirtschaft „Zur Stadt Staufenbergs Der «nl« d-m D°- im i«ft gesnoch vor o jabres 193' Mnlande zu.' vielleicht bctfpi Wallungen tnm Wellung des deswillen begr Landgemeinden Gestaltung ihrer auf den Deschlul gegeben wird. : Jam dmchgefu denz macht, w erkannt wurde, dadurch verstört hing der. bis keinerlei St Unseren werten Gäfte, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Zahr! Zoh. Friedr. Kehr, Treis a.d.Lda. Gasthaus zur Krone 8452l) Unserer werten Kundschaft, Freunden und | Bekannten ein glückliches neuesJahr! Familie Georg Buß II , Metzgerei Watzenborn S5*** ' seinen war ! Ä» 1 i *" eine t? n ain,h’ % V'4,eIb biete^ er tc ! kä*. in ÄS we Ä b,e al i ^.Aliez „ nfetnc i de^E, in I sinen Kunst !?b«n, uA^batt, I .Me Fe?? Qu | UnÖ^olLM imr « Mik ^lells 8r p&j^S Ae Hei tiomai Bekanntmachung. Betr.: Erschließung neuer Steuerquellen für die Gemeinden; hier: die Einführung der Biersteuer. ~ Die durch den Herrn Minister des Innern genehmigten Biersteuerordnungen der Gemeinden Burkhardsfelden, Großen-Linden, Langd, Lang-Göns, Lauter, Leihgestern, Rieder-Bessingen, Obbornhofen, Rödgen, Treis a. d. Lda., Weickartshain, Lindenstruth, Reiskirchen, Garbenteich und Watzenborn-Steinberg liegen vom 31. d. M. bis einschließlich 7. Januar 1931 zur Einsicht auf den Bürgermeistereien der -genannten Gemeinden offen. Gießen, den 30. Dezember 1930. Kreisamt Gießen. 3. 23.: Dr. Braun. Dienstnachrichlen des kreisamies. Heinrich Sarnes XL und Karl Kuhl von Dorf-Gill wurden als Mitglieder des Wiesenvorstandes Dorf-Gill sowie Friedrich Dahl und August Weih als stellvertretende Mitglieder des Wiesenvorstandes der Gemeinde Dorf-Gill verpflichtet. Die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Anspach, Kr. Ufingen, ist erloschen. Die Sperrmaßnahmen sind aufgehoben. Der Kreis Usingen . ist wieder frei von Maul- und Klauenseuche. Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten em glückliches neues Fahr! Christian Tönges und Familie Bäckerei, Wißmar 8671D Unseren werten Gästen, Freunden und t Bekannten ein glückliches neues Fahr! r Christine Faber und Familie Carl Philipp,Watzenborn r „Zum goldenen Stern" g524D | wanvren uno geraumen t ein glückliches neues Jahr! Karl Reuschling und Familie Schuhmachermeister, Steinbach .............. 86261> Gemeinden Betrag des nachträglichen Umlagebedarfs RM. Ausschlagssätze von je 100 NM. Grundsteuer Gewerbesteuer auf Gebäude u. Bauplätze Npf. aus den land- u. forstw. genutzten Grundbes. Rpf. auf das Gewerbe- kapital Rpf. auf den Gewerbeertrag Rpf. i Burkhardsfelden 2000 7 15 — — 2 Garbenteich .... 8000 16 30 20 60 3 Hausen........ 2977 7 14 40 170 4 Heuchelheim .. . 3600 2 4 <> 20 5 Fnheiden...... 3174 __ — 12 40 6 Leihgestern..... 4090 3 10 10 7 Lumda........ 2070 6 18 — — 8 Londorf....... 3500 5 16 8 5 9 Rüddingshausen. 2500 9,5 22,5 — — 10 Stangenrod .... 1900 13,5 27 60 240 11 Trais-Horloff... 5000 12 23 50,3 200 12 Treis a. d. Lda. . 2700 5 10 20 70 13 Watzenb.-Steinb. 12000 10 20 — — 14 Wieseck........ 5700 7 6 8 10 : Meiner werten Kundschaft, Freunden und | J Bekannten 8712U I | die herzl. Glückwünsche zum Jahreswechsel! | | Wilhelm Wörner u.Familie, Lollar r | Londorf [ Meiner Kundschaft und meinen Bekannten | herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Karl Höres L, Baugeschäst ! in Londorf r L4C.1!- ............................................. : -—-------------------- Mainzlar ^odheim a.d.B. r $ । : Unserer werken Kundschaft, Gästen, I Freunden und Bekannten die I herzlichsten Glückwünsche s zum neuen Jahr! Familie I. Bechtold ! Metzgerei und Wirtschaft 1 I^-idheim a. d. Bieber ........,-TT-T- —,........,«599 v j j I Meiner werten Kundschaft, Freunden und i Bekannten herzl.Glückwunsch zum neuenZahr! r Schreinermstr.Oudenhöfer u.Fam. | Rodheim a d. Bieber 8/09D t 1 Nr. 305 viertes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen) Mittwoch, 31. Dezember 1930 Der Verlauf der Sitzung Zuschuß von 3000 M k. auch Gießener hochfchulgefellfchaft 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. wenn sie mit ihm zusammen war. an der der Mann einer l i g t den für 1 931. Die Vorsitzende. Oberregierungsrat Ritzel, weist m ferner einleitenden Ansprache aus den großen Ernst der Zeit hin, erinnert an die umfangreiche Arbeitslosigkeit und betont Den $ti’anra zur größten Sparsamkeit im Interesse des Kreises und der Steuerzahler. Diesem Erfordernis Rechnung tragend habe er im Einvernehmen mit dem Kreisausschuß den Voranschlag für 1931 mit stärkster Sparsamkeit aufgestellt. Jetzt sei auch nicht Zeit für Agi- taklonsantrage oder -reden, sondern es handle sich letzt nur darum, die Gewähr zu schaffen, daß der-Kreis über die gegenwärtige Krise hinweg- gebracht werde. Sodann gibt er Veränderungen im Kreistage &cfannt Die Herren Rommersheim, Langsdorf, Müller. Dellersheim. D e d in a n n, ®ic- DfH, und Haas. Steinberg, die seinerzeit in den Kreisausschuß gewählt wurden, haben ihre Kreistagsmandate niedergelegt. Als Rachfolger sind in den Kreistag eingetreten die Herren Schäfer. Hungen. Sehrt. Steinbach. Germer. Heuchelheim, und Schöne. Lich. Don 30 Kreistagsabgeordneten sind 29 anwesend. ein Mitglied fehlt entschuldigt wegen Erkrankung. TicNcchnungvcrKrcistafseunddcrVcrwal. tungsbcricht des Krcisausjchuü'cs für 1929 toctöcn ohne Erörterung einstimmig genehmigt. Die Rechnung für 1929 verzeichnet in der De- triebsrechnung 691 577.51 Mk. Einnahmen und 677 786.26 Mk. Ausgaben, mithin einen Heber- schuß von 13 789.25 Mk., in der Vennögens- rechnung eine Einnahme von 298 832.29 Mk eine Ausgabe von 90 855.70 Mk.. mithin einen baren Rest von 207 976.59 Mk. Aorma erwähnte ihrem Gatten gegenüber nichts von der Rotiz in der Zeitung. Sie tat so. als sichte sie — wenige Wochen vor Abschluß der Saison — nicht mehr an den Streit, und hatte ein freundliches Gesicht, 3a — die Eifersucht wollte sie in ihm zur glühenden Flamme entfachen. Spielen wollte sie — eine Rolle, die ihr am besten lag! Eine Rolle, bei der sie sich selbst sogar gut unterhalten würde. Die erste Gelegenheit dazu sollte sich bald bieten. Kommissionsrat Schumann, der Direktor des neuen Zirkus, der in der Gesellschaft eine bedeutende Rolle spielte, veranstaltete mit' seiner Gattin Olli), die als junge, elegante Schulreiterin eine gute Figur machte, ein „venetianisches Frühlingsfest" in seiner prachtvollen Dilla in Dahlem, die von einem wundervollen, aufs reizvollste angelegten Park umgeben war, dessen besondere Sehenswürdigkeit ein zwischen hohem Daumbestand romantisch eingebetteter Teich bildete. Immerhin so groß, daß man darauf kleine Spazierfahrten unternehmen konnte. Alles, was in der Welt des Theaters, des Films, der Kunst und an der Börse Halbwegs einen Aamen hatte, war natürlich dazu eingc- loden, und wenn auch nicht alle kamen, so pflegten diese Feste doch immer Veranstaltungen von wirkungsvollem, gesellschaftlichem Gepräge zu sein. „Hubert, du wirst mich doch diesmal nicht allein gehen lassen", sagte Rorma am Tage vorher zu ihrem Gatten. Er hatte keine große Luft, mitzukommen, aber er wußte, es wurde schon heimlich hier und da über ihn und Rorma getuschelt, besoirders seitdem diese Affäre am Theater vorgefallen war. Es war vielleicht gut, wenn er sich mit Rorma wieder einmal im gesellschafllichen Trubel sehen ließ. Die bösen Zungen, von denen er kein Freund war, schwiegen dann vielleicht wieder für eine Weile, und die Xillzu galanten Derehrer seiner nicht noch mit dem Zuschuß für das Theater belasten könne, dem zu empfehlen fei, seinen Haushalt durch Erhöhung der Eintrittspreise auszu- gleichen. Abgg L ch u d t ( St. Vp >, Gießen, KreiS- auSIchußmitg.ted Denner (Soz), Wiesed. Abg. Homberger (Soz.), Gießen. Abg. Dr Katz (Dem.), Gießen und Oberregierungsrat Ritzel nehmen gegen den Landbundanirag Stellung und setzen sich nachdrücklich für die Bewilligung der 3000 Mk. ein. In den Ausführungen dieser Redner wird die wirtschaftliche Rotlage des Ltadttheaters betont, die enge Verbundenheit diese« Kunstinstituts der Stadt Gießen mit den Landvrten des Kreises hervorgehoben und dabei u. a. darauf hingewiefen. daß da» Gießener Theater bisher Vorstellungen in Lich. Großen- Linden. Wiesed gegeben habe und am Reujahrstage auch in Heuchelheim spielen werde: weiter wird dem Spietplan des Theaters, der durchaus nicht von leichtem und seichtem Stoff beherrscht werde, volle Anerkennung gezollt und der Wille der Theaterintendanz zu weitgehendster Rücksichtnahme auf die Wünsche der Theaterfreunde betont; schließlich wird auch erwähnt, daß die Intendanz des Theaters sich bei der Reichsbahn energisch um die Schaffung befferer Zugverbindungen für die Theaterbesucher vom Lande bemüht habe und weiter bemühen werde, und endlich wird auch auf die enge Verbundenheit des Gießener Theaters mit der Landesuniversität und auf feine hohe Bedeutung für die Kulturarbeit in Oberheffen Hingewi, s.n In der Abstimmung tritt eine Minderheit, bestehend aus den Landbundabgevrdneten und dem Kommunisten Abg. Lepper, Gießen, für die Streichung des Zuschusses ein, die Mehrheit des Hauses, bestehend aus den Abgeordneten der Deutschen Volkspartei, der Wirtfcyaftspartci, der Demokraten und der Sozialdemokraten, bewil- lich waren, cm Umstand, den man heutzutage bei bem allgemeinen Steueraufbau der Verwaltungen mit besonderer Anerkennung unterstreichen muß. Der interessanteste Punkt der DoranschlagS- beratung war die Aussprache über den 3u- f u ß an das G ießener Stadttheater Gegen diese Deihilse wurde von den Vertretern des Landbundes unter dem Eindruck der allgemeinen Wirtschafts- und Finanz not Widerstand geleistet, erfreulich berührte jedoch dabei der nach- druckliche Hinweis der Landbundsprecher, daß fte an sich durchaus nichts gegen das Gießener Theater einzuwenden hätten, sondern nur finanziellen Erwägungen folgten. Der Zuschuß wurde nach längerer Aussprache genehmigt und damit eine Tat geleistet, die dem Kreistag sicherlich nicht zum Vorwurf gereichen wird. Demerkens- wert war auch die nochmalige Behandlung des Falles Kautz, der heute für den Kreistag erledigt wurde, ohne daß es allerdings möglich gewesen wäre, von den fehlenden 70 000 Mark irgendetwas wieder für die Kreiskasse zu erlangen. Im ganzen gewertet, hat der Kreistag mit feiner heutigen Doranschlagsgestaltung gute Arbeit geleistet. Bewegung. Sein Gesicht verriet den Polen. Leidenschaft vibrierte darin. Er verneigte sich tief vor Rorma und küßte ihr die Hand. Es war ein Kuß, der länger als nötig dauerte. Dann verbeugte er sich vor Wörde- hoff mit großer Liebenswürdigkeit. Der nickte freundlich. Sah dann ruhig zur Seite. Barnowsky verstand gut und temperamentvoll Unterhaltung zu machen. Sein junger Ruhm nang in feinen Worten. Und in feinen Augen funkelte es, wenn er Rorma ansah -Herr Wördehvff — Sie gestatten, daß ich Ihre Frau Gemahlin zu dem wundervollen Boston den da drinnen die Jazzband gerade spielt, in die Arme nehme?" Rorma lachte belustigt und legte vertraulich. die Hand in seinen Arm. „Qlber ja, übrigens bin ich doch kein HaremS- wachter", antwortete Wördchoff ruhig lächelnd. ,,mcine_ kr.„?!?lmcL to2=r tiefdunkel geworden. Zahllos funkelten die Sterne. ^tte lange allein auf einer Dank J.n hineingeträumt. Eine Sälna^et?' nach Ruhe vor diesem gc- Selben erfüllte ihn, das nur gedampft bis hierher drang. 3a — das war die alte Sehnsucht! des Dichters nach Beschaulichkeit, dem heraus er schassen kvniite. Die laute Welt — et kannte sie genug! — schreckte er zusammen. 3^? das nicht das Lachen Rormas? Er lauschte. .(Fortsetzung folgt.) ~ , Gießen, 30. Dezember 1930. x Gießener Kreistag trat heute . c- dem Vorsitz von Oberregierungsrat Ritzel im yiengen Regicrungsgebäude zu einer Sitzung zusammen, m deren Mittelpunkt die Beratung .u*™r Genehmigung deS H a u s h a 11 s v o r a n - schlags des KreiseS Gießen für das ^n!urnUn0t,£&r 1931 stand. Mit der Fer- tigstellung und Verabschiedung öiefe» Voranschlag ??K?nViOnröc mAblaufdesKalender- VL?JniJtxl 9 3 ? 'lt eine Steuerung im ganzen ^Ä^^nde zutage getreten, die von hier aus vielleicht beispielgebend auch für andere Verwaltungen werden dürste. Diese frühzeitige Fer- tigstellung deS Voranschlags ist besonders um DeStoiHen begrüßenswert, weil dadurch den Landgemeinden eine gute Grundlage für die (l5.rr,,Ortlid)cn Haushalte, soweit diese auf den Beschlüssen des Kreises aufbauen müssen, gegeben wird. Ter Voranschlag mit seiner toirt- |am durchgefuhrten S p a r s a rn k e i t s t e n - de nz macht wie heute auch im Kreistage an» erfannt wurde, einen guten Eindruck, der noch dadurch verstärkt wird, daß unter Beibehal- !^*|C , . bisherigen Verwaltungsleistungen keinerlei Steuererhöhungen erforder- eine Senkung der Gebühren vorgenommen wird. Den Beitrag an den Verein für das Deutschtum Im Ausland hat der Kreisausschuh von 100 Mark im Vorjahre auf 50 Mark für das neue 3ahr herabgesetzt Abg Schudt (Dt. Dp.), Gießen, beantrag:, dem Verein auch für das nächste Jahr wieder 100 Mk. -u gewähren, der Antrag wird aber gegen einige Stimmen abgelehnt. Die Kosten für einen Baufontrolleur in Höhe von 2000 Mk.. die im Rj. 1930 schon ab- gelehnt worden waren, werden auf Antrag des Abg. Klein (Ldbd.s, Klein Linden, nach kurzer Ans prache auch jetzt wieder mit 17 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Die Gewerbeschule Gießen sollte nach dem Vorschläge des Kreisausschusses statt 1000 Mk. Zuschuß im Vorjahre künftig nur 500 Mk. erhalten. Da an die Handwerkerfchulen in Landgemeinden 800 Mk. gegeben werden fol.ea, beantragt Abg. Schmidt (Wirlschpt.). Giesen, auch der Gießener Gewerbeschule mindestens 800 Mark zu bewilligen. Dieser Antrag wird mit den 16 bürgerlichen Stimmen angenommen. Ten gleichen Zuschuß wie im Vorjahre — 500 Mark soll nach dem Vorschläge des KreiSaus- schusses die Volkshochschule Gießen auch im 3ahrc 1931 erhalten. Ein Antrag Huber Klein (Cöoj.) empfiehlt die Zustimmung zu nur 400 Mk. Abg. Fenchel (Lbd), Obcr-Hör- gern, tritt f ü r diesen Anlrag ein, da Sparsamkeit auch hier notwendig sei und für die Kreis-Lehrer- bibliothek auch 100 Mark abgehetzt worden seien. Die Abg. Schudt (Dt. Vp.j. Gießen, und Dr. Katz (5>em.t, Gießen, sprechen sich für die De- willigung vo.i 500 Mk. nach dem Vorschläge des Kre.sausschufses aus, wobei sie den bisherigen Leistungen der Volkshochschule als neutrales und vielseitiges Vvlksbildungsinstttut volle Anerkennung zollen. Oberie.zierungerat Ritzel unterstützt diesen Standpunlt und gibt ferner namens deS Kreistages der Erwartung Ausdruck, daß die Stadt Gießen die Volkshochschule im städti- scl en Zuschuß nicht weiter z lrückfetzc, sondern sie wieder mit der früheren Beihilfe ausstatte. Die Ac stimmung ergibt Ablehnung des Ql n - träges Huber Klein und Zustimmung der Mehrheit zu einem Zuschußvon500Mk. Der Zuschuß zum Gießener Skadlkhealer - in Höhe von 3000 Mk., der im Rj. 1930 erstmalig bewilligt wurde, soll noch dem Vorschläge des Kreisausschusles dem Theater auch für 1931 wieder gewährt werden. Ein Antrag Huber- S ch i e f c r ft e i n (Ldbd.) fordert Streichung dieses Betrages. Kreisau.schußmitglied Dommershsim (Ldbd.), Langsdorf. Abg. Müller (Ldbd.). Bellersheim. Abg. Schaum (Ldbd.), Lang-Eöns und Abg. Fenchel (Ldbo.), Ober-Hölgcrn, treten nachdriid.ich für den Streichungsantrag ein, wobei geltend gemacht wird, daß man durchaus nichts gegen das Gießener Sladtthcatcr an sich habe, obwohl heutzutage auf den Bühnen viel leichter und seichter Stoff geboten werde, den das Landvolk nicht wünsche, daß man ober in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Rotzeit die Steuerzahler auf dem Lande 5rau,_ die leider eine nur allzu bedenkliche Schwäche für Galanterien hatte, wurden vielleicht doch endlich etwas reservierter. Freilich — ob es wirklich Zweck hatte! Ob Rorma selbst es wünschte? Ach — er zweifelte stark daran. Aber er nickte und antwortete: -3a, ich komme natürlich mit. Man hält mich sonst am Ende für einen größeren Duckmäuser als ich bin.“ -O, das freut mich, Hubert. Es ist auch Zeit, daß du dich wieder einmal sehen läßt. Man hat schon so oft nach dir gefragt.“ .So? Sehr schmeichelhaft." Gr lächelte ironisch. »Wen also wird man denn da alles begrüßen können?" .Gott, kannst du dir doch denken. Hollmann wird jedenfalls nicht da sein — zu deiner Beruhigung. Er schwärmt ja nicht für Zirkusluft. Aber die neuesten Größen vom Film und Brettl, Kollegen von dir, einige Kommerzienräte und die neuesten Modekunstgrößen werden wohl da sein. Ratürlich auch der Sport." .Aha. Also Herr Barnowsky wohl auch?" Es klang gleichmütig. Rorma warf kokett den Kopf in den Racken. »Sicher. Du bist doch nicht etwa eifersüchtig?“ -Ah — red' nicht so, Rorsrna." Er dachte daran, daß er dem Maler noch nicht das seiner Frau geliehene Geld zurückgeschickt hatte. Er hatte es ihm persönlich bringen wollen. Run — konnte es ja geschehen. Auch Rorma dachte daran. Aber sie vermied es. ihren Gatten zu fragen, ob er bereits die Angelegenheit geregelt habe. — Gs war in der Tat eine intime gesellschaftliche Veranstaltung und eine Tvilettenschau von fei- tenen, apartesten Moden, die dieses Frühlingsfest darstellte. Es begann natürlich crst, als es so langsam zu dunkeln anfing. Hunderte von bunten Seidenlampions schaukelten im Garten, über dem glattgeschorenen Rasen mit den Blumenbeeten öarin, zwischen den Sträuchern und Bäumen, die in ihrem frischen Grün prunkten. Die großen Räume des Hauses, die weite Glasveranda, die schlohrampenartige Terrasse — alles war strah- lend erleuchtet, und in dem Licht strahlten die glänzenden Racken der Frauen, die mit angeborener Anmut oder mit wohleinstudierter Koketterie ihre kostbaren Toiletten trugen. Rorma trug ein teefarbenes Seidenkleid mit großen, hauchfein in den Stoff gewobenen Chinarosen, m den Hüften leicht in angedeuteter Rokokomanier gerafft Ein Haarschmuck aus dicht anetnanber- gereihten Reihern, fächerartig nach den Seiten ausgebreitet, bildete eine reizvolle Folie für ihr Pikantes Schauspielerinnengesicht. Sie hatte bald einen Schwarm von Bewunderern um sich und verteilte mit der ihr eigenen hochmütigen Grazie Lächeln und kleine Koketterien an ihre Verehrer. 3m Garten spielte, dicht bei der Terrasse, ein Salonorchester im Innern des Hauses rasselte in dem großen, saalartigen Tanzraum eine 3azz- band-Kapelle und erhöhte hier die Stimmung i>er vom Wein und einem guten Souper, wie man es hier nicht anders gewöhnt war, schon aufs beste animierten Gäste. Hier und da wurden kleine, pikante oder ernste Vorträge zwischen die allgemeine Unterhaltung geschoben. So fang die kapriziöse Mizzi Wolter die Soubrctle, deren Liebschaften mit ehemaligen Mitgliedern der Hofgesellschaft hinreichend bekannt waren, das neueste Ehanson aus ihrer Operette, der Zauberkünstler Legatin. in dem letzten Zirkusprogramm eine Attraktion von großer Seltenheit, holte zum Vergnügen der Gäste Blumensträuße aus der leeren Luft, die er an die Damen verteilte, zauberte einem Kommerzienrat feine Brieftasche förmlich unter den Händen weg, indem er sie in eine Drennschere verwandeltes dieweil der Kommerzienrat sich koketterweise die Schläsenhaare zu loden pflegte, und zog die verschwundene Tasche dem Trainer Buchholtz aus das Fradschoß wieder heraus. Es war eine ungemein vergnügliche Produktion. Manches aydere folgte noch. Kommissionsrat Schumann und seine elegante Gattin machten mit Humor und Weltgewandheit die Honneurs. Troy der Fülle der Gäste drängte man sich doch nirgends, denn in den vielen und weiten Räumen des Hauses und auf den Wegen des Gartens und in seinen mancherlei Kiosken Der- steden und Laubennischen verteilten sich die Anwesenden und fanden und unterhielten sich, je nachdem sie Freundschaft und Geschmack und der Flirt zusammenführte. Wördchoff und Rorma waren eine ganze Weile beisammen Sic hatte sich beinahe zärtlich an feinen Arm geschmiegt und Wördehoff empfand inmitten des Trubels beinahe etwas von dem alten Stolzgefühl, daß ihm diele schöne, strahlende Frau gehörte. Er amüsierte sich im stillen über die Galanterien der Herren, die da unentwegt Rorma begleiteten. Aber es dauerte nicht lange, so empfand er auch die Torheit dieser Unterhaltung und Ror- mas Art. mit denen andern zu scherzen, machte ihn nervös. „Ah — Herr Barnowsky —“ Aorma hatte es leise auSgerusen. Sie saß nut Wördehvff und einigen Herren au» der Terrasse. Der Maler näherte sich. Gr sah noch sehr jung auö — schlank, geschmeidig in Haltung urtb Die kleine Aicolelle Vornan von Paul Hain Gießener Kreistag. »»-bW-dun, d-« Soranfdilagte für da« A.chaang-jahr 1931. - ®«. ieuffetf in ganz Hessen. Feststellung des nächstjährigen Haushalts noch vor Ablauf des alten Kalenderjahres. - Schlußstrich unter den Fall Kauß. soll nach dem 'Beschluß des Kreistages UN neuen Jahre nur 100 Mark empfangen, statt bisher 150 Mark. Oberregierungsrat Ritzel, der im Kreisausschuh überstimmt wurde, regt die Bewilligung von 150 Marl an. Ein dahingehender Antrag Schudt (D. Vpt.), Gießen, wird jedoch mit groher Mehrheit von Rechts und Links ab« gelehnt: es verbleibt also bei 100 Mark. Dem (Bleibergoereln. soll dcr bisherige Zuschuß von 200 Mark auf 100 Mark gekürzt werden. Auch hier regt Oberregierungsrat Ritzel die Bewilligung des bisherigen Beitrages an, ein entsprechender Antrag wird aber auch mit erheblicher Mehrheit von beiden Seiten des Haufes a b g e l e h n t, so daß also nur 100 Mark gewährt werden. fireiafürforgeaml und Areisjugendamk. Der Sondervoranschlag für diese Aemter schließt mit 236 849 Mk. Einnahmen, 483 296 Mk. Aus- gaben, also mit einem Fehlbetrag von 246 447 Mk. ab. Der Leiter dieser Aemter, 'jteaicrung^ral Dr. Braun, betont, daß der Boranschlag nach den Grundsätzen größter Sparsamkeit ausgestellt und die Einhaltung der veranschlagten Sätze zu erwart,n sei, wenn nicht ganz unvorhersehbare Ereignisse eintreten. Aus Antrag des Abg. Benner (Soz.) • Heuchelheim werden, nach Befürwortung durch den Abg. F e n ch e l (Ldbd.)-Ober-Hörgern für Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene und ihnen Gleichgestellte einstimmig bewilligt: zur allgemeinen Fürsorge für Kriegsbeschädigte 2500 Mark wie im Vorjahre, statt der jetzt vom Kreisausschuß beantragten 2000 Mark, zur allgemeinen Fürsorge für Witwen und Waisen 9000 Mark wie im Vorjahre, statt der jetzt vom Kreisausschuß Oie Beratung des Voranschlags für 1931. Der Vorsitzende verliest zunächst eine Anzahl Anträge und nimmt dazu kurz Stellung. Kommunistische Agitationsanträge lehnt er ab und der Kreistag folgt ihm dabei in der Abstimmung. Die übrigen Anträge kommen in der Emzelberatung mit zur Entscheidung. Oberregie- rungsrat Ritzel weist dann auf die 6prozentige Gehaltskürzung hin, die in dem Voran- KOlag zum ersten Male in Erscheinung trete und hebt dabei hervor, daß die Angestellten, deren Anstellungsverträge zum Zwede der Gchalts- neurcgclung zu kündigen gewesen wären, sich freiwillig mit der 6prozentigen Gehaltskürzung einverstanden erklärt hätten. Weiter teilt er mit. tafj die Krcisverwaltung in den letzten Monaten mit aller Strenge auf weitgehendste Einschränkung der Rebenbeschästigung von Beamten des Kreisamtes gesehen habe Rur noch in einigen Ausnahmesällen werde den Kreisbeamten ein.. Genehmigung von Rebenarbeit erteilt, die sonst aber grundsätzlich verboten sei. Er halte diese Maßnahme im Hinblick auf die große Erwerbslosigkeit für notwendig, denn diese Rebenarbcit könne stellenlosen Kaufleuten usw. Verdienstmöglichksit geben. Das Haus tritt sodann in die Einzelberatung des Voranschlags ein und beschäftigt lich zunächst mit der Festsetzung der hohe der Tagegelder und Reisekosten. Aus Vorschlag des Vorsitzenden wird einstimmig beschlossen, für die Zukunft di.' gleichen Tagegel- der und Reisekosten an die Kreisausschuß- und Krcistagsmitglieder zu zahlen, wie sie von dem I bevorstehenden Provinzialtag für die Provinz be- I schlossen werden. Es wird dabei erwartet, daß ' Aber innerlich war sie durchaus nicht so ruhig, wie sie schien. Ihr Plan war gefaßt. Sie wollte ihn an der Stelle packen. schonen Frau noch immer verwundbar war — an der Eifersucht. Glaubte sie doch, daß immer noch Liebe in ihm für sie lebte. Sic brauchte sich nur jene Szene zu vergegenwärtigen, da sie von dem verlustreichen Abend im Spielklub nach Hause gekommen war. Beantragten 8000 Mark, zur Fürsorge für Elternrentenempfänger 2000 Mark wie im Vorjahre, statt der jetzt vom Kreisausschuh beantragten 1500 Mark. Die Mehrbewilligung von 2000 Mark findet ihre Deckung in den vorgesehenen, vom Kreistag aber gestrichenen 2000 Mark für einen Baukontrolleur. Die Beiträge an Vereine für Hilfeleistung bei Unglücksfällen (Sanitätskolonne vom Roten Kreuz und Arbeiter-Samariter- kolonne) werden in der Höhe des Vorjahres von 500 Mark, wovon jeder Verein die Hälfte erhalten soll, wieder bewilligt. Ein Antrag Klein (Lbbb.)-Klein-Linben auf Herabsetzung auf 300 Mk. insgesamt wird abgelehnt. Im übrigen gibt der Sondervoranschlag keinen Anlaß zu weiteren Bemerkungen. fueicabbctferei. Oberregierungsrat Ritzel verweist hier auf die auch in unseren Spalten (Nr. 301 des Gießener Anzeigers) bei der informatorischen Uebersicht über den neuen Kreisvoranschlag gemachten Angaben und ersucht um Vollmacht für den Kreisausschuß zum Abschluß eines neuen Vertrages über die Verpachtung der Kreisabdeckerei, wobei jedoch die Person des künftigen Pächters heute noch nicht feststehe. Diese Vollmacht wird erteilt, ebenso besteht lieber, einftimmung zwischen dem Kreistag und der Verwaltung über die baldige Beseitigung eines noch bestehenden Uebelstandes bei der Vernichtung von Tierresten. Bei dem Titel „Ruhgehalte und Hinterbliebenenversorgung" kommt der Fall Kautz zur Sprache, der übrigens auch auf der Tagesordnung steht. Dberregierunasrat Ritzel teilt mit, daß die Staatsanwaltschaft die Ermittelungen und auch das Verfahren e i n g e ft e U t habe. Auch die Kreisverwaltung habe sich sehr bemüht, den Verbleib der nach dem Tode des Kreiskassedirektors Kau ß in der Kreiskasse fehlenden 70 0 0 0 Mark festzustellen. Einwandfrei habe sich aber trotz aller Bemühungen beider Behörden nichts feststellen lassen; vielleicht könne nur ein Zufall einmal auf die Spur des Geldes führen. Provinzialdirektor Graes und er (Redner) hätten die Witwe K a u ß zu veranlassen gesucht, nach und nach Ersatz für den Schaden dadurch zu leisten, daß sie auf einen Teil ihrer Pension von 3645 Mark, auf die sie einen Rechtsanspruch habe, verzichte. Frau Kauß denke aber nicht daran, diesen Verzicht vorzunehmen. Daher müsse nun nach der Seite Kauß hin der Vorfall als erledigt angesehen werden, weil eine andere Möglichkeit zur Schadloshaltung des Streifes nicht bestehe. Festgestellt sei jetzt, daß der verstorbene Kreiskassedirektor Kauß zahlreiche und sehr bewegte Bankkonten hatte und wahrscheinlich das Geld zu Spekulationen aufKosten d e r K r e i s k a s s e verwandt worden sei, jedoch lägen hierfür keine schlüssigen Beweise vor. Der Kreistag möge bei dieser Loge der Dinge damit einverstanden fein, daß diese Angelegenheit eingestellt werde. Weiter sei ein neuer Antrag an den Kreisausschuß gekommen, mit dem aber der Kreistag nichts zu tun habe. Abg. Fenche l-Ober- horgern (Ldbd.) stimmt dem Vorsitzenden zu und gibt zu erkennen, daß dieser neue Antrag von der Landbundgruppe gestellt ist. Im Einvernehmen mit dem Abg. Fenchel verliest Oberregierungsrat Ritzel den Antrag, aus dem sich ergibt, daß die Landbundgruppe festgestellt wissen will, ob die Unterschlagungen, die man Kauß zuschreibt, infolge mangelnder Kontrolle durch vorgesetzte Stellen ermöglicht wurden, ferner soll geprüft werden, ob eine Schadenersatzklage gegen b i e betr. Beamten Erfolg verspricht. Der Antrag wird im Kreisausschuß geprüft werden. Der Kreistag erklärt sich nach kurzer Aussprache, entsprechend dem Vorschläge des Vorsitzenden, mit der Einstellung der Angelegenheit einverstanden. Der Mmlagenbebarf des Kreises beziffert sich, wie im Vorjahre, auf 220 000 Mark, und er soll in der gleichen Weise wie voriges Jahr, ebenso in der Verteilung zwischen Stadt und Kreis Gießen, gedeckt werden. Die Vermögensrechnung gibt zu Bemerkungen keinen Anlaß. Die Schlus abstimmung ergibt die Annahme des Voranschlags mit allen Stimmen gegen die des kommunistischen Abgeordneten. Die Steuerverteilung auf den Gesamtkreis (einschl. Stadt Gießen) und die Landge- gemeinben nach bem vorjährigen Mobus wirb gegen bie Stimmen bes ßanbbunbes gutgeheißen. Der Voranschlag schließt ab mit 983 766 Mark gegen 1036 537 Mark im Vorjahre ; auf bie Betriebsrechnung entfallen bavon 758 622 Mark (im Vorjahre 809 279 Mark), auf bie Vermögensrechnung 225 144 Mark (im Vorjahre 227 258 Mark). Ter Erstehung einer Kreishundesteuer in ben felbftänbigen Gemarkungen wirb 3 u g e ft i m m t. Es werben pro Hund und Jahr 12 Mark erhoben. Eine Geschäftsordnung für ben Kreisausschuß unb ben Kreistag soll erst nach ber Reform ber hessischen Verwaltungsgesetze, bie eben im Gange ist unb bie auch für bie Streife Veränderungen bringen wird, ausgearbeitet unb oorgelegt werben. Srieffaften öer Redaktion. (Rechtsgutachten finb ohne Verbinblichkeit ber Schnftleltung.) L. M.--Sch. in G. Sie sind z Zahlung dos an» geforderten Betrages verpflichtet, wenn Sie dessen Höhe nicht bestreiten können. Eine Verjährung ist noch nicht eingetreten. Kirchliche Nachrichten Evangelische Gemeinden. Mittwoch, ben 31. Dezember. Silvester. Klein-Linden. 20 Uhr: Jahresschlußfeier. Neujahr, den 1. Januar 1931. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Müller; 11: Kinder- kirche für bie Matthäusgemeinbe; Pfr. Mahr ; 17: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; 11: Kinderkirche für bie ßufasgemeinbe; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausselb. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elifabeth- kleinkinderschule. 9.45: Pfr. Lic. 9Baas; 11: Kinber- kirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — wiefeck. 9.30: Kollekte; 10.45: Kinderkirche. — AltenBuseck. 14: Kollekte. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 13.30: Mainzlar. — Leihgestern. 10.30. — Hausen-Garbenteich. 10: Garbenteich-, 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienst (Opfer für Armenpflege). — Lich. 10: Stiftsdechant Kahn; Chorschule; Kollekte; 14: Pfarrvikar Draudt. — Klein-Linden. 13.30: Hauptgottesdienst. katholische Gemeinden. Donnerstag, den 1. Januar. Neujahr. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen; Beichtgelegenheit. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht mit Ansprache. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt, — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Freitag, den 2. Januar. Gießen. 7.30 Uhr: Segensamt. — Lich. 7.15: Segensmesse. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in ber Synagoge (Südanlage). Samstag, 3. Januar 1931. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abvnd». 4.50 unb 5.30 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier ben 3. Januar 1931. Freitag abenb 4 15 Uhr; Samstag vormittag 8.30; nachmittags 4.45; Sabbatausgang 5.30. — Wochengottesbienst morgens 7.10; abenbs 4 Uhr._______________________________________________ SonnlaasdlcnU ^.'Rcrzre u. cktvorberen aiu 1.1.3t. Fr. Or.Marx. Ur Neumnnn-Svennel. Pelikanapoih. BrtbnarV: Gomer. *D Die Dapolin-Gesellfchaft baut in Stettin ihre Tankanlage, die bisher durch Seeleichter mit Mineralölen versorgt wurde, zu einer Uebersee-Verladestelle aus. Dadurch werden bie Uebersee-Tankschiffe bis an bie Anlage, welche an ber Parnitz belegen ist, heranfahren unb bireft in große Lanb-Tanks entlöscht werben können. Stettin wirb burch biesen Mineralöl- Seeumschlagplatz, ber Anfang nächsten Jahres bem Betrieb übergeben werben soll, bie Versorgungsbasis bes Ostens einschließlich Berlins, wie Hamburg für Nord- unb Mittelbeutschland. 2525V Allen Lesern, Mitarbeitern undFreunden des Gießener Anzeigers wünschen wir ein gesegnetes neues Jahr! Schristleitung und Verlag des Gießener Anzeigers 8746' 1 Unserer werten Kundschaft, Schülern, Freunden und Bekannten j die herzlichsten Glückwünsche I zum neuen Jahrs Gießener Privat-Fahrschule Inhaber Heinrich Appel Willi Appel, Motorfahrzeuge u. Reparatur .............................. 8839 D Unseren werten Schülern, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Tanz-Lehr-Fnstitut Saulfe, Gießen 8833D HerzlicheGlückwünschezum^ahreswechsel allen Kunden, Freunden unb Bekannten Wilhelm Fleckenstein und Frau 8837D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! L. Lest u. Frau, Bleichstr. 11 8923 D Allen Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten zum Jahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Karl Soifer und Frau Gastwirtschaft und Metzgerei 88501) Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Richard Bornemann Motorrad- und Fahrrad-Handlung und Frau S. Bornemann Oamenschneidermelsterin «757 D Ein gesegnetes neues Jahr wünschen ihr^n Gästen, Freunden und Bekannten Gastwirt Oechert und Frau „Kühler Grund", Neuen Bäue 5 8832 D Zum Jahreswechsel wünsche ich meiner verehrlichen Kund- schafßallen Freunden undBekannten ein gesegnetes glückt, neues Jahr! Edgar Borrmann Eisenwaren-, Werkzeug-, Haus- und Küchengeratehandlung 8894 D Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Iahr! Familie Heinrich Dippel Gastwirtschast 8892 D Gasthaus zum Deutschen Hof Allen Freunden und Gästen herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Karl Faber 8868 D Allen Geschäftsfreunden und Bekannten die besten Wünsche zum Iahreswechsel! FamilieW.Ieuerbach Gießen, Marburger Straße 2S 8 54" Unseren werten Gästen, Freunde^ und Gönnern ein frohes neues Iahr! Restaurant (Safe Ebel Frau Gertrude Erb und Sohn 08005 prosit Neujahr! Unseren verehrten Kunden, Freunden und Bekannten zum Iahreswechsel bie besten Dünsche! Aloys Franz Elbert und Angehörige Spezialgeschäft für Qualitäts-Obst und Frisch-Gemüse Neuenweg 18 07952 Meiner werten Kundschaft sowie Freunden u. Bekannten ein herzliches prosit Neujahr! Hans Göh,Herren- u. Oamensriseursalon Asterweg 1 Frankfurter Straße Telephon 3762 07971 Meiner werten Kundschaft und Gästen sowie allen Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Familie Karl Haas,. Bäckerei, Konditorei, (Lass Bleichstraße 21 8801 d Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Iahr! Theodor Karl / Backerei, Konditorei, Caf6 Llcher Straße 29 8842 D Meiner Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Schuhmachermeister B.Amendu.Frau,Hundsgasse4 875 -D Meiner werten Kundschaft, allen Freunden u.Bekannten ein kräftiges prosit Neujahr! Familie £. Lecker Maler- und Anstreichermeister Frankfurter Str. 33 r-iTM^iR.i Unseren werten Kunden, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Richard Bischoff und Familie Metzgerei, Marburger Straße 87490 MeinerKundschaftzallen Freunden und Bekannten beste Neujahrswünsche! Heinrich Balser und Frau ■ Elektroinstallateur 8813H : Meiner werten Kundschaft sowieFreunden : und Bekannten ein frohes neues Zahr! GeorgBörding,Schuhmacher: Gießen, Teufelslustgärtchen 3 q : Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzlichenGlückwunsch zum neuen Iahr! Bäckermeister Will). Dippel u. Frau Crebnerstraße 46 8799 D : Meiner werten Kundschaft sowie Gästen, Freunden u. Bekannten zum Iahreswechsel die herzlichsten Glück- und Segenswünsche! Paul Bender und Familie Bäckerei, Konditorei u. Cafe,Echubertstr.2 ...r.,,ir.r,...... 87951) Meiner werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten ein glücklichesneuesZahr! Otto Brauer, Friseur Gonnenstraße 7 7 ...8921 D, Unserer verehrten Kundschaft die besten Glückwünsche z. neuen Iahr Brühl'sche Universttäts- Buch- und Steindruckerei, Lange, Gießen Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein frohes neues Fahr! Iosef Eckert, Schuhmacher Wilsonstraße 2 39300 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesZahr! Gg. Götz und Frau Tapezier-, Polster- u. Dekorationsgeschäst Bleichstraße 8 Privatwohnung: Güdanlage 12 0851 • • Meinen verehrtenGästen,Freunden und Gönnern wünsche ich ein fröhliches neuesZahr! Heinrich Greilich und Familie Restauration „Zum Gambrinus" Klinikstraße 21 87981> Unserer werten Kundschaft sowie unseren Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Jahr! Heinrich Faulstich und Frau Wirtschaft und Metzgerei 88451' Prosit Neujahr! Familie August Gissel //Stadt Lich" Unseren werten Gasten unb Gönnern t herzlichen Glückwunsch zum neuen Iahr! Ernst Hebstreit und Frau I Restauration und <§afä Gießen, Frankfurter Straße 62 I -1..t1...ir..tT„T„J1[|rT„._______ g 8130 D 1911 2oFahre Chabeso 1931 ein glückliches neues Zahr! Neils & Kraft Ein frohes neues Jahr wünschen wir unseren Kunden und nehmen Veranlassung, Ihnen tür die im alten Jahre bewiesene Treue zu unserem Hause zu danken. Wir tun es mit dem Versprechen, Ihnen durch hohe Leistungen und Interessierte aufmerksame Bedienung die Anhänglichkeit reich zu lohnen I Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Heinrich Meier und Frau Oachbeckergeschäft / Dalltorstraße 46 88091' Willy Hoelters u.Frau Bäckerei, Konditorei und CafL 8796 n Allen Gönnern zum neuen Jahre viel Glück, Gesundheit und langes Leben Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten wünschen wir Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Fahr! Oie besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet ihrer Kundschaft Metzgerei Jakob, Neuenweg 18 88890 Ein glückliches neues Fahr wünscht Optiker E. Leisler vorm. Emil Schmidt, R.uenweg 16 8925 D Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Unseren werten Kunden, Gästen,Freunben und Besonnten ein glückliches neuesZahr! Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Wilhelm Happel Afterweg Z, Fahrräder, Motorräder 8812 > Meiner werten Kundin aft sowie'Freunben und Bekannten herzliche Glückwünsche -um neuen Fahr! Kar! Herling, Marktstraße 12 Spenglerei und Installation 88351* Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Wilhelm Nebhuth * Seilerei Robheimer Straße 56 58 8896 D Unseren werten Kunden, Gästen, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! , Familie Kimpel Mel.gerei u. Restauration, Ocher Str. 57 8935 D Meiner werten Kundschaft, Nachbarschaft, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Jahreswechsel! Gustav Loichinger u. Familie Restaurant »Zum Graf Zeppelin" Wilhelmstraße 49 8804 D Meiner werten Kundschaft sowie allen Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr! L Cronenberg, Bäckermftr., wFrau Gießen, OSwengasie 23 8852 D Wich. Kem, Shabeso.Fabri'k ■'7994 SCHMUCKER Gießen, Marktstraße 4—8 Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr! Hübner, Schneidermeister Bahnhoistraße 44 gggnD Oie besten Glückwünsche zum Jahreswechsel entbietet seiner Kundschaft,Freunden und Bekannten Otto Heyder, Schleiferei Am Ondenplah flg07n Familie Gustav Müller Bäckerei, Kondftorei und Gafä Kaiserallee 20 8843 D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Cafe und Konditorei Haas Reuenweq 12 892k «> Herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel allen unseren werten Gästen, Kunden, Freunden und Bekannten Carl Heckmann und Frau Metzgerei und Gastwirtschaft ' Kaiserallce 30 8831 1' Alois Fanson und Frau . „Hefstfcher Hof" 88471' Herzliche Glückwünsche zum neuen Jahr! Astoria-Lichtspkele Lichtspielhaus 8947 D Walltorstraße 71 nb 08nnrgungzbasls lamburg für 2525V ikGmJ Konsm-Derejn Gießen und Umgegend e.G.m b.S. UnsernverehrlichenMilgliedern beste Glückwünsche zum neuen Zähre! Der Vorstand Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Fahreswechsel! Karl Krug, Mehgermeister, und Familie Marktplatz 23, Telephon 1472 88340 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzlche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Familie Kunz, Metzgerei, Bleichstraße 29 ^8000 8564 A efannltn 079» lefonnltn r Etraße nnttn die i Ähr! rige Smüse ndM i"11 E ictPie unferen jefonnM ********* ile allen Meiner Kundschaft, allen Freunden und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Bäckerei Lange, Neustadt 47 88930 Unserer werten Kundschaft, allen Freunden und Bekannten herz'iche Glückwünsche zum Fahreswechsel Karl Lapp und Frau Oachbeckergeschäft und Bauklempnerei, Oiezstr.7 88970 Myer im Schuh 8866 A ruft feiner Kundschaft und denen, die es noch werden Prosit Neujahr ru! dankt A um baldiges Wiedersehn Ein glückliches neues Ja h r wünscht, Unseren werten Gästen, Freunden und Bekannten Unserer werten Kundschaft, Gästen, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Jahreswechsel! Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Zahr! Unseren werten Gästen, Kunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Karl Will und Familie Cafe u. Restauration,Anneröber Mühle' 86390 Heinrich Schwab Südfrüchte en gros, Gießen 08024 Unserer werten.Kundschaft und Gästen herzliche Glückwünsche zum neuen Jahre! Wilhelm Reeh, Gastwirt „Reehmühle" im Biebertal 8 3970 Ludwig Faber und Familie „Zum Nebstock", Großen-Linden 84550 Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten Gottes Segen wünscht zum nenen Jahre! Heinrich Leun III und Familie Metzgerei, Großen-Lindcn 8530o Meiner werten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Karl Dietrich und Familie Bäckerei und Wirtschaft zur „Germania", Beuern 86380 Allen unseren Gasten von nah und fern herzliche Glückwünsche zum neuen Fahre! Cafe Schwarz Konditorei und Konfitüren 8849 D I Unseren werten Gästen, Freunden und | Bekannten die herzlichsten Glückwünsche I zum neuen Jahr! 8t9to Familie Heinrich Schlierbach Gastwirtschaft „Biebertal"/ Baumaterialien Unfern werten Gästen und Kunden ein recht fröhliches neues Fahr! Weinstube und Kolonialwarenhandlung Fritz Seibel und Frau 8803 O Unseren werten Kunden,Gästen,Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Familie Gustav Stephan Metzgerei und Gastwirtschaft * Steinstr. 76 ................... . 8924 r> Unseren werten Gäften und Bekannten die besten Neujahrswünsche! Zum Fahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche Unseren werten Gästen, Verwandten, Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Ludwig Oöpp Wirtschaft „Zur Germania", Alten-Buseck 8698 0 Unsererwerten Kundschaft, Gästen und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Prosit Neujahr! Meinen werten Gäften, Freunden und Bekannten herzlicheGlückwünsche zum neuen Fahre! Hans Schmitz „Zum Ventilche", Sonnenstr. 13 875'0 Unserer werten Kundschaft sowieFreunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Karl Paul und Frau Bäckerei und Konditorei * Bahnhofstr. 62 8846 D Unserer werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein gesegnetes neues Fahr! Eberhardt Voß und Frau Brot- und Feinbäckerei, Oaubringen 85071 - Meiner verehrt. Kundschaft, Verwandten I und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum Fahreswechsel! Wilhelm Stumpf, Friseurgeschäft | Garbenteich | Meiner werten Kundschaft, Verwandten, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Karl Schmidt und Familie Schloffermeister, Löberstraße 19 08007 Familie KonradWißner Bäckerei * Steinstraße 33 .............. 8922 D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzliche Glückwünsche zum Fahreswechsel! Nobert Nagel, Metzgermeister und Familie, Frankfurter Str. 77 8888 D Meiner werten Kundschaft sowie allen Verwandten, Freunden und Bekannten wünsche ich ein glückliches neuesFahr! Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahre! Peter Becker und Familie „Zum kühlen Grund", Garbenteich 85930 Unseren werten Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Familie Karl Steup „Zum weißen Noß", Garbenteich 85940 Meinen werten Gästen, Freunden und Bekannten ein frohes neues Fahr! Gastwirtschaft Erb „Zum Blauen Hecht", Oaubringen 8504D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Emil Malkomeflus Sattler- und Tapeziermeister 87560 Meiner werten Kundschaft, Gästen und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Zahre! Ludwig Weimer, Oaubringen Metzgerei und Wirtschaft 85061) Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahre! Wilh. Walter XIV., Metzgerei Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten em glückliches neues Fahr! Otto Hofmann II. und Familie Schlosserei und Clektro-Fnstallation Großen-Linden 85340 Meiner werten Kundschaft und allen Bekannten zum Fahreswechsel die herzlichsten Glückwünsche! Ed. Weisel Wwe. Generalvertretung des Römerbrunnen Schottstraße 10 8933 d Meiner werten Kundschaft, Verwandten und Bekannten die besten Glückwünsche zum neuen Fahre! Karl Dort, Beuern Fahrräder, Nähmaschinen, Motorräder Reparaturen 86370 Meiner werten Kundschaft, Freunden und -Bekannten ein glückliches neuesFahr! Friedrich Muth und Familie Dampfbäckerei, Beuern 86360 Meinen werten Gästen, Kunden, Der- wandten und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Georg Lang u.Familie, Garbenteich Gasthaus „Bur Krone" Hauptvertreter b. Alfa-Laval-Separatoren G. m. b. H., Berlin 859oo Familie Römer Restaurant „Germania" 8814 D Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten ein glückliches neuesFahr! Ludwig Weber und Frau Krofborser Straße 30 8891 D Unserer werten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Karl Sommerlad Metzgerei 86350 u. Gastwirtschaft „Holländ. Hof", Beuern Wir rufen allen Kunden, Verwandten und Bekannten ein Prosit Neujahr zu Oie Milch-Erzeuger Allen-Äuseck TTMtttl.ll.ftT11.H1UI ......, -lltniiri li Prosit Neujahr! Wünscht 85310 Wilhelm Krauskopf und Frau Betten- u. Gardinengeschäft, Gr.-Linden Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten die besten Glückwünsche zum Fahreswechsel! Heinrich Wißner, Metzgerei Mendorf a. d. Lda. 84530 Unseren werten Kunden, Freunden und Bekannten die herzlichsten Glückwünsche zpm neuen Fahr! Fulius Misch Bäckerei * Neuen Bäue 9 8836 D Friedrich Rau Schlossermeifter 88080 Ludwig Neuß u.Familie Bäckerei, Konditorei und Cafä Seltersweg 46 8857 D Lase-Rest. Mlelstmühle bei Trohe Mittwoch, 31. 12., Silvesterfeier. Gleichzeitiq wünschen wir unseren werten Gästen und Freunden ein glückliches neuesFahr! Familie kirstein ..................... 08006 Prosit Neujahr! Meiner werten Kundschaft, Freunden und Bekannten herzlichen Glückwunsch zum neuen Fahr! Fa. Fean Weisel Mineralwasser-Großhandlung Sonnenstraße 6 87500 Meiner werten Kundschaft, Gästen, Verwandten und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Gastwirt Rühl und Frau Alten-Buseck »7070 Aulo-Derkehr Äeuern wünscht seinen verehrten Fahrgästen, Freunden und Gönnern ein glückliches neues Fahr Otto Damm 87060 Familie Heinrich Lotz Metzgerei und Wirtschaft Garbenteich 85960 Unseren Schühenbrüdern nebst Familien sowie Freunden und Bekannten ein glückliches neues Fahr! Schutzengesellschaft 1926 Gießen e. B. Zusammenkunft mit Familie ■ 1. Fanuar, 16 Uhr, im Dereinslokal (Liebigshöhe) x .................. 8920 d: Chr. Spies und Familie Sattlerei und Lederwaren Neustadt ö 8895 D Meinen werten Kunden und Gästen die besten Glückwünsche zum Jahreswechsel! Robert Nohl und Frau Gastwirtschaft und Metzgerei Ederftraße 6 88110 Franz Soldan und Frau Restaurantz.schwarzen Walfisch Seltersweg 50 8853 1)