5-^03' ? = =i* »5» 3 «2 " 8 -.3 7 3 oJ 2tfrt—2 04 *so3 »• ehgs,5i Nr. 126 Erster Blatt 180. Jahrgang Samstag, 51. Ma! 1950 Vn-S und Verlag: vrühl'lche UnIoerfilSti-vuch. und Stelntruierei H. Lange in Sieden. Schrifileitung und Seschäfirftelle: Schulittaße 7. an 120 000 bis ns nicht aus der Landau (Pfalj), 30. Mal. (ÖS71.) Als Krönung seiner Tätigkeit verhängte da« Militärpolizeigericht Landau in seiner heute abgehaltenen letzten Verhandlung nochmals unerhört hohe Strafen. Die deutschen Angeklagten waren in der Mehrzahl nicht erschienen. Ls waren ongcklagl der Lehrer und Stadtrat Hans Beihwenger aus Ludwigshafen, weil er als verantwortlicher Führer der Nationalsozialistischen Partei eine nationalsozialistische Versammlung geduldet habe, ohne sie anzu- mclden. Der Staatsanwalt beantragte eine Gesamt- gesängnisstrase von zwei Monaten und 750 Mark Geldstrafe. Vas Gericht erkannte auf 35 Tage Gefängnis und 550 Mark Geldstrafe. Erneut angeklagt wegen unbefugten Tragens der hitleruniform war der fchwerkriegsbefchädigle städtische Angestellte Ernst D ü r r f e l d aus Kaiserslautern, der vor kurzem vom Mainzer Appellationsgericht zur Ableistung einer Geldstrafe widerrechtlich verhaftet und tagelang festgehalten worden war. 3n der erneuten Verhandlung war er nicht erschienen, da er bettlägerig ist. Das Gericht erkannte, dem Antrag de» Staatsanwalts gemäß, auf eine Gefängnis ft rafe von einem Monat und 1OOO Mark Geldstr a f e. weiter angeklagt waren die Nationalsozialisten 2oh. Lamp und Philipp Hahn au» Pirmasens wegen der gleichen Ordonnanzübertre- tung. Ersterer erhielt einen Monat Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe, Hahn 20 Tage Gefängnis und 350 Mark Geldstrafe. Staatsanwalt OdL betonte am Schluffe der Verhandlung, daß die französische Besatzung nicht im letzten Augenblick ihre Militärjustiz oufgeben könne, wenn auch die ruhmreichen Fahnen, die noch über der Pfalz und dem Rheinland wehlen, nach dem Mutlerlond heimkehrten, so dürfe man sich doch nicht schwach zeigen, denn Schwäche würde am Ruhme Frankreich, zehren. soll. Möge es für Herrn Brüning ein Warnungssignal fein, das Gesetz des Handel! 150 000 Arbeitern, insbesondere Bauarbeitern, Arbeit und Brot verschaffen zu können. Für jene, die nicht sofort in den Produktionsprozeß eingegliederl werden können, muß gesorgt werden. Innerhalb vier Wochen hat der Reichstag darüber zu entscheiden, wie neben den vorhandenen Mitteln noch für weitere 5 0 0 000 bis 6OOOOOArbeitsloseneueMittelzube- schaffen sind. Durch allseitiges Zusammenwirken und Füreinandersinstehen hoffen wir, in absehbarer Zeit wieder eine bessere Atmosphäre für die deutsche Wirtschaft schaffen zu können. Hand zu geben. Der Reichskanzler hatte anscheinend die Idee, daß er die erforderlichen Maßnahmen zur Deckung des neu entstandenen Defizits während der parlamentarischen Psingstserien leichter werde durch- setzen können. Dem wird man gewiß nicht wider- sprechen wollen, obwohl angesichts der bedrohlichen Lage und der oben geschilderten Ursachen der neuen Finanzkalamität schnellstes Zupacken am Platze gewesen wäre. (Einem widerstrebenden Reichstag gegenüber hätte der Reichskanzler die nicht zu unterschätzende Unterstützung der öffentlichen Meinung gehabt. Mit ihr im Bunde hatte der Kanzler vor einer Parlamentsauflösung nicht zurückschrecken brauchen. Leider gibt aber das amtliche Kommunique über die letzte Kabinettssiyung zu der Befürchtung Anlaß, daß Brüning und Moldenhauer sich auf die abschüssige Bahn der Berhandlungen mit den Parteien drängen lassen. Die Absicht, sich in den nächsten Tagen mit den sog. Finanzsachverständigen der Regierungsparteien über das Deckungsprogramm zu beraten, schmeckt bedenklich nach der alten, bereits vom Kabinett Müller ad absurdum geführten Methode, die politische Führung von der Reichsregierung in die Fraktionszimmer zu verlegen. War diese Derschiedung der politischen Verantwortung schon bei einer ausgesprochenen Koalitionsregierung auf die Dauer unmöglich, so raubt dies verhängnisvolle System einem sich auf keine festen beitritt, in kurzer fichcruna mit zur Behandlung kommt. Die finanziellen Auswirkungen lassen sich nicht ohne weiteres übersehen, aber die Forderung einer i n * dividuellen Behandlung der verschiedenen Arbeitsrisiken wird von allen Kennern der Materie immer wieder erhoben. Oie lSewerlschasten lehnen den Schiedet- spruch Nord-West ab. Essen, 30. Mai. (XII.) 3n einer Vertreter- Versammlung deS Christlichen Metall- arbeiterverbandeS wurde einstimmig die Ablehnung deS AahmentarifschiedssprucheS für die nordwestliche Gruppe der Metallindustrie beschlossen. Die Versammlung wandte sich dagegen, daß namentlich in der sozialistischen Presse irreführende Berichte über den Gang der Verhandlungen in Oeynhausen verbreitet worden seien und sprach ihren Führern daS Vertrauen auS. — Auch der Gewerkverein Hirsch- Dun der hat sich in einer Dertreterversamm- lung einstimmig für die Ablehnung des Schiedsspruches erklärt. Damit ist der Schiedsspruch von sämtlichen beteiligten Gewerkschaften abgelehnt. Die Stellungnahme der Arbeitgeberseite steht noch auS. Letzte Ruhmestaten der stanzösischen MilärWz Hohe Gefängnisstrafen auf der Schlußsitzung des Landauer Militärpolizeigerichts. die in ihr vertretenen Persönlichkeiten vermochte sie in einer Zeit schwerster Wirtschaftsdepression und politischer Hoffnungslosigkeit neuen Glauben eine Wendung zum Besseren, Bertrauen in eine starke Führung der Reichsgeschäfte zu wecken. Der Start im Reichstag stärkte ihre Basis im Volk, das Erschließung neuer Steuerquellen zu fordern, ohne nicht gleichzeitig das schon lange angekündigte Aus- gabensenkungsgesetz vorzulegen. Aber die Verzögerung, die aus diesem an sich klugen und geschickten Vorhaben entspringt, ist nicht unbedenklich. Wir kennen die Gefahr, daß inzwischen der Finanzbedarf, den man heute so wenig klar übersehen kann, wie vor Ostern, inzwischen lawinenartig anschwillt und die eben erst mühsam errichteten Dämme mit sich fortreißt. Wir kennen auch die Gefahr, daß Parteien» und Jnteressenklüngel das Zögern der Regierung benutzen, um ihre Minen zu legen. Das Wiederauftauchen der alten, schon einmal als unbrauchbar ad acta gelegten Pläne eines Notopfers eines begrenzten Beoölkerungskreifes, das in Wahrheit nichts anderes fein würde, als ein Sonderaufschlag zur Einkommensteuer, ist schon ein Zeichen dafür, in welcher Richtung und von welchen Interessengruppen die Regierung unter Druck gesetzt werden Giftetet täglich,außer Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamUienblLtler Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-vezngrpret»: 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 8ernfpred?anfd)lüRe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Zur Reform der Arbeitslosenversicherung. Tie Demokraten beantragen Gefahrenklassen. Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) Zur Reform der Arbeitslosenversicherung haben jetzt die Demokraten einen Antrag im Reichstag eingebracht, der nicht nur eine finanzielle Sanierung, sondern eine organische Umbildung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bezweckt. Es wird die Einrichtung von Gefahrenklassen gefordert, in denen die Landarbeiter, die Bauarbeiter, die Hausgewerbetreibenden. die Heimarbeiter und die Angestellten eine besondere Behandlung finden sollen. Dem Vorstand der ReichSanstalt soU überlassen bleiben, für die einzelnen Gruppen besondere Beitragssätze festzusetzen und die Unterftüt)ung getrennt zu regeln. Ferner will der Antrag Ersahkassen m der Arbeitslosenversicherung zulassen, womit einer immer wiede^ erhobenen und bisher stets abgelehnten Forderung der großen bürgerlichen Angestelltenverbände Rechnung getragen würde. Es ist anzunehmen, daß dieser Antrag jetzt bei der Beratung der neuen Sanierung der Arbeitslosenver- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20*/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.ff.Ibgriot; für den übrigen Teil Emst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. in den Strudel hineingezogen, neben dem eben mühsam verstopften Loch öffnet sich ein neues und das alte Spiel beginnt von neuem bis zur hoffnungslosen Katastrophe. Von ihr waren wir nicht mehr allzu weit entfernt, als der Opportunismus der Regierung Müller-Hilstrding durch den Reformwillen des Kabinetts Brüning abgelöst wurde. Der Ueberschuß aus dem Poungplan, der zu Steuersenkungen benutzt werden sollte, verschwand im Orkus des staatlichen Finanzbedarfs, ohne daß ein Wort darüber verloren wurde, und statt dessen wurden an die 600 Millionen neuer Steuern aus dem Volkskörper heraus» gepreßt. Und noch hat sich diese ungeheure Belastung, mit deren Hilfe man die Reichsfinanzen saniert glaubte, noch nicht restlos auf die Wirtschaft ausgewirkt, als ein neuer Bedarf von mehreren hundert Millionen — über die genaue Zahl streiten sich noch die Gelehrten — angemeldet wird, den man nicht anders glaubt befriedigen zu können als durch eine nochmalige Umdrehung der Steuerschraube. Dabei sollte es auch hartnackig verstockten und der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft grenzenlos vertrauenden Gemütern doch langiam einleuchten, daß die Steuerschraube längst über dreht ist und das neu entstandene Loch im Staatssäckel zum guten Teil von dieser Ueberdrehung herrührt, weil eben die tatsächlichen Steuereingange die Schätzungen weit hinter sich lassen. Die Erwerbslosigkeit als Folge der Wirtschastskrisis, die wachsenden Ansprüche der Arbeitslosenversicherung an die Reichs- finanzen, zur Deckung des Etatsdefizits neue Belastung der Wirtschaft und Verschärfung der Krisis: ein verhängnisvoller Kreislauf, dem nur Einhalt geboten werden kann, wenn endlich die Einfichi sich Bahn bricht, daß nicht von der Ein- nabmenfeite, sondern nur von den Ausgaben her der Reichshaushalt für die Dauer und von Grund auf saniert werden kann. Nicht neue Steuern, sondern Ausgabensenkung, nicht wachsender Finanzbedarf der Staatsverwaltung, sondern Beschränkung der für öffentliche Zwecke in Reich, Ländern und Gemeinden aufgewandten Mittel auf ein vernünftiges Maß, das mit unserem Volkseurkom- men in Einklang steht. Der Reichsfinanzminister hat offenbar den richtigen Gedanken, daß es schon allein der psychologi- schen Wirkung halber unmöglich ist, jetzt, kaum sechs Wochen nach der ersten großen Kafsensanierung, die Ganze Arbeit! Kaum je ist in der an parlamentarischen Krisen, an finanzpolitischen Versäumnissen, an personellen Enttäuschungen überreichen Geschichte der Republik einer neuen Regierung ein solches Maß von Vertrauen von weitenDolkskreisen, namentlid) des Mittelstandes und der Wirtschaft, entgegengebracht worden, als dem Kabinett Brüning. Der an Einsicht und Erkenntnis der Zusammenhänge den meisten feiner Parteigenossen zwar weit überlegene, aber unentschlossene nud haltlose Dr. Hilfe rding hatte bei der Ordnung der Reichsfinanzen zum zweitenmal Schiffbruch erlitten. Die sozialdemokratische Fraktion hatte ihren Führern im Reichskabinett für die notwendigen Reformarbeiten die Gefolgschaft versagt. Dem jungen Zentrumskanzler Dr. Brüning war es gelungen, gestützt auf die Autorität des Reichspräsidenten und die Angst des Parlaments vor Auflösung und Neuwahlen, in wenigen lagen eine neue Regierung auf die Beine zu stellen. Durch die Art ihres Zustandekommens, wie durch Berlin, 30. Mai. (WTB.) Auf einer Kundgebung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- bundes und des Allgemeinen Freien Angestelltenbun- des wendete sich der Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung W. Eggert gegen die wirtschaftliche Katastrophenpolitik. Die Ursachen der augenblicklichen Krisis seien die ost salschen Rationalisierungsmaßnahmen, die Zollpolitik, die Preispolitik der Kartelle und besonders die rücksichtslose Drosselung der Auslandkredite. Der Redner forderte ein Notopfer auf Besitz und Einkommen und eine vernünftige Konjunkturpolitik der Auftragsbehörden. AeichSarbeit-minister Sr. h. cEteaerwald führte u. a. aus: Wir stehen im Jahre 1930 vor der nüchternen Realität, daß, um die Finanzen des Reiches, der Länder, Gemeinden, Reichsbahn, Ar- beitslosenversicherung usw. in Ordnung zu bringen, wir Volk und Wirtschaft mit rund zwei Milliarden Mark in derselben Stunde neu belasten müssen, in der man glaubte, daß durch die Annahme bcs ^oungplanes Erleichterungen auf der ganzen Linie zu erwarten seien. Und nun wird mit einem gewissen Recht gesagt, daß es verfehlt sei, so hohe Unterstützungen zu verausgaben, anstatt mit diesem großen Betrag Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Das ist leichter gesagt als getan. Um zwei Millionen Arbeitslose normal beschäftigen zu können, sind an sechs Milliarden Mark notwendig. Diesen Betrag kann gegenwärtig eine Regierung, mag sie zusammengesetzt sein, wie sie will, weder durch Ausland- noch durch Inlandanleihen, noch durch laufende Steuern beschaffen. Aus einer Wirtschaft können nicht beliebig Abgaben her - ausgepreßt werden, wenn noch etwas übrig bleiben soll für die Lohn- und Gehaltsquote. Ich habe als Arbeitsminister bestimmt keine Veranlassung, in Zweckpessimismus zu machen. Trotzdem muß ich sagen, unsere Lage ist augenblicklich er n ft. Die Reichsregierung wird alles auf- bieten, um die vorhandenen Schwierigkeiten, insbe- sondere in der Finanzwirtschaft und auf dem Kapitalmarkt, soweit sie überhaupt sofort lösbar sind, zu Überwinden. Durch verschiedene Maßnahmen, die bisher in Angriff genommen sind, hofft die Reichs- regierung, wenn der Reichstag ihren Vorschlägen Möglichkeiten der Arbeitsbeschaffung. Arbeitsminister Dr. Etegerwald über die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Produktionsprozeß. von Parteientaktik und Kulissenpolitik schon lange nichts mehr wissen will, sondern nach dem jahrelangen Palaver und Geschacher des Parlaments- betrieb», wie er sich in Deutschland ausgebildet hat, auf Taten wartet. Und wenn auch von dem bereits vom Kabinett Müller-Hilferdiny versprochenen Steuersenkungsprogramm nichts übrig blieb, als die in ihrem Wert immerhin problematische Zulage des neuen Reichsfinanzministers, im nächsten Jahr mit dem Steuerabbau Ernst zu machen, so sah die Oessentlichkeit doch in den ersten Handlungen des neuen Kabinetts den entschiedenen Willen, gegebenenfalls auch ohne den sich einer Mitarbeit versagenden Reichstag, die Reichsfinanzen zu ordnen, den Etat auszugleichen, der Landwirtschaft als dem bedürftigsten Wirtschaftszweige Hilfe zu bringen und damit den inneren Markt zu stärken, gleichzeitig auch dem volks» und kulturpolitisch wie wirtschaftlich am stärksten bedrängten Osten mit Reichsmitteln unter die Arme zu greifen. Es ist fein Zweifel, daß die ersten Taten des Kabinetts Brüning einen außerordentlichen Eindruck machten, möge man auch zu den steuerlichen Maßnahmen Moldenhauers — leider in manchem ein Kompromiß nach dem Grundsatz des geringsten parlamen- tarilchen Widerstandes — oder den agrarpolitischen Schieles im einzelnen stehen, wie man wolle. Und die günstige psychologische Wirkung hätte sich zweifellos verliefen, zu einem neuen starken Impuls für die Wirtschaft auswerten lassen, wenn ... ja, wenn nicht, sagen wir es offen, die Ereignisse des Wonnemonats Mai ernste Bedenken geweckt häten, ob das Kabinett Brüning auch in Zukunft Energie und Eigenwillen genug aufbringen werde, um die Lösung der ihm gestellten Aufgaben, rücksichtslos gegen Parteiwünsche und Einzelinteressen allein mit dem Blick auf das Ganze zu bewerkstelligen. Reichssinanzministcr Moldenhauer, der es sich offenbar zur Regel gemacht hat, qllsonntäglich im Kreise seiner Parteifreunde über feine Reformpläne zu sprechen, mahnt, salschen Gerüchten keinen Glauben zu schenken, Ruhe zu bewahren und sich nicht nervös machen zu lassen. Ader Herr Professor Moldenhauer wird als Politiker von Format sich selber ja darüber klar sein, daß das wochenlange Zögern der Reichsregierung, mit ihrem Deckungs- Programm für den Reichshaushalt und die Arbeitslosenversicherung herauszukommen, grade weil es in peinlichem Gegensatz steht zu der mutigen Entschlossenheit, die die Politik des Kabinetts Brüning vor Ostern kennzeichnete, ein Gefühl der Enttäuschung aufkommen ließ, das man unter allen Umständen vermeiden mußte. Denn politisch wie wirtschaftlich gesehen, war es die dringlichste und wesentlichste Aufgabe der neuen Männer, die das Vertrauen des Reichsoberhaupts und nicht Parteibürokratie und parlamentarische Klüngelwirtschaft in einer Stunde der Not an das Staatsruber berufen hatte, durch entschiedenes und schnelles Handeln die lähmende Vertrauenskrisis zu überwinden, die unter dem System des Treiben- lassens so verhängnisvoll tiefe Wurzeln hatte schlagen können. Der Anfang war EheißungsooU. Wenn auch aus der Vielheit der kleinen Gruppen der bürgerlichen Mitte, die das Kabinett stützen, der Versuch zur Durchsetzung besonderer Interessen gewiß nicht ausblieb, hatte man doch im ganzen den Eindruck gewonnen, daß Reichskanzler Dr. Brüning und feine Mitarbeiter das Parlament auf ihre eigene Linie zwangen. In den letzten Wochen feit öftern droht dieser günstige Eindruck allerdings zu schwinden. Wir haben stets den mitreißenden, sieghaften Optimismus Dr. Moldenhauers grabe in unserer Situation als ein besonderes Aus des neuen Kabinetts empfunden, aber er darf nicht zum Opportunismus hinabgleiten, der die Dinge an sich herankommen läßt in der falschen Meinung, so schlimm werde cs schon nicht werden. Leider wissen wir nach der zweiten Aera Hilferding, daß cs meist viel schlimmer wird, als man es sich, aedacht hatte, und daß es kein Halten gibt, wenn der Karren der Reichsfinanzen einmal ins Rutschen gekommen ist. Ungestraft sündigt auch der Staat nicht gegen die kaufmännische Vernunft, die rechtzeitige Bilanz und rechtzeitige Sanierung verlangt, wenn ein Betrieb in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist. Klare Uebersicht über die Schulden und schnelle, energische Maßnahmen zu ihrer Abdeckung können allein zur allmählichen Gesundung führen. Kommt jedoch die Sanierungsaktton zu spät, so werden die dafür aufgeroanbten Mittel mit Bindungen stützenden Kabinett vollends die politische Bewegungsfreiheit, die ja das Kabinett Brüning vor den meisten seiner Vorgänger vorteilhaft ausjcidjnete. Gerade, m e i I es in seinen Entschlüssen frei ist von Rücksichten auf Fraktionen und Interessenvertretung hat es in der öffentlichen Meinung die große Autorität, im Notfälle auch gegen das Parlament sich durchzusetzen. Aber soweit braucht es gar nicht zu kommen. Dieser Reichstag lechzt geradezu nach einer ft a r f c n Hand, die ihm Führung und Verantwortung abnimmt und ihn der Sorge enthebt, einen eigenen Willen zu haben. Außer den radikalen Flügeln scheuen im Grunde ihres Herzens aüe Parteien den Wahlkampf. Sie werden es fo leicht nicht auf eine Neichstagsauflösung ankommen lassen und der Re- gicrung das geben, was sie fordern zu müssen glaubt, solange das Volk selber des Reichskanzlers stärkster Bundesgenosse ist. Ader wenn das sein soll, muß das Reichskabinett nun mit den verheißenen Reformen Ernst machen. Mit dem ideenlosen Ausschreiben neuer Steuern kann es nicht getan fein. Das Ausgabensenkungsgesetz muß kommen, zusammen mit der längst überfäUigen Verwaltungsreform. Es ist jetzt keine Zeit mehr zu langem Palavern, man muß endlich mit mutigem Entschluß aus der Theorie in die Praxis steigen. Das gleiche gilt von der großen Reichs, re form, die unter Seocring nicht einen Schritt Dorangefommen ist. Herr Dr. Wirth, der neue Reichsminister des Innern, möge statt des ermüdenden und die Reichsautorität schädigenden Notenkrieges mit Thüringen seine sruher oft und mit Recht bewunderte Energie fruchtbareren Dingen zuwenden. Der Neubau des Reiches muß kommen, wenn Finanz- und Verwaltungsreform Hand und Fuß haben sollen. Nur eine organische Reform des Staates kann Volk und Nation eine finanzielle Entlastung bringen, die von Dauer ist und innere Gesundung verspricht. Aber mit den abgenutzten Methoden und auf den ausgefahrenen Gleisen früherer Kabinette wird Herr Dr. Brüning nicht Dorantommen. Nur der eiserne Wille zurganzen Arbeit und ein Kabinett, das sich eins fühlt in Weg und Ziel, kann die Riesenaufgabe der innerpolitischen Neuordnung losen, die man vor zehn Jahren vor den dringenderen Sorgen um den Bestand des Reiches zurückftellen mußte. 3=° Ä c ® c □ -o "'S u- = 5. 1C/5 3HJ o r a® £ 3 e » y' X1 3 e -• S = E O a ;§ ” 5" rU= 3 Ton 2 n 2 £=■==; s SS 3- s 3 s 0 l --4 - S 2 r-t* rt C* 2-c^S 2 5 v " 2 * Ä-T '< 2.P 5^5 S -5 ^2-0°2-2 2. P ri ” lief o 2 "ß "• BMW - ?2S?" ' wä=;'. h ® 0 3n « 2 n h .. E: E □ Q n e b 2 3- S' Die Slaaerral-LkinnenWswache zieht aus Oie Wetterlage. 105 Thorsnav _ M ftDerdetn- Wlen =753 von Ta CorunäT^ Paris Thüringen gibt nicht nach Ter Konflikt um die Polizei. Eintreffen Lakehurst 10 Ahr mittlere Green- wichzeit. Alles wohl." wegen des überraschend früh angefagten Eintreffens des „Graf Zeppelin" haben sich bisher nur hundert Automobilisten auf dem Flugplatz in Lakehurst eingefunden, um bei der Landung anwesend ;u sein. Die Benutzung des beweglichen Ankermastes gestattet eine starke Verringerung der Bodenmannschaft. Als weitere Vorsichtsmahnohme wurden sämtliche Elektroapparoke aus der Unterkunftshalle entfernt, um die Möglichkeit einer Explosion durch elektrische Funken auszuschliehen. Als Vertreter des Botschafters ist Konsul Heuser aus Meuporf eingetroffen. Q Klagen Briands Paneuropa- Memorandum Scharfe Kritik im „Echo de Paris". Paris, 30. Mai. (WTB.) Der AuhenPvN- tiker des nationalistischen „Echo de Paris", P e r- t i n a x, beschäftigt sich mit Driands Memorandum in der Paneuropafrage, das er entgegen der ersten Stellungnahme seines Blattes ablehnt. Er schreibt: Das Driandsche Memorandum über die föderalistische Organisierung Europas ist das zweideutigste und Widerspruch- vollste Dokument, das man sich denken kann. Briand spricht von Föderation und erklärt auf der anderen Seite in vollem Ernst, daß an der Souveränität keines Volkes gerührt werden dürfe. Das sei di)ch ein Widerspruch. Er sehe die Schaffung eines Exekukvg^sschusses vor, dessen Beziehungen zu dem Exekutwrat des Völkerbundes man sich nicht recht vorstellen könne, um so weniger, als der von Briand geplante Exekutivausschuh, da er aus einer Wahl hervorgehen solle, sehr wohl überhaupt keine Großmacht umfassen könne, während die Großmächte im Völkerbundsrat über die Stimmenmehrheit verfügen. Da der Völkerbund. au, 'der ganzen Front rm Rückschritt begriffen sei, laufe das Driandsche Memorandum auf eine erneute Frage seht leichter Ost S* massiger "Sudsoowest Q stürmischer «orowesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen sttnendcn Za^ len geben die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichem •uf neeresnweau umgerechneten luftdruch den Realsteuern. Abg. Dr. Reinhold (Dem.) erwähnte, zur Sicherung der Reichsfinanzen seien notwendig: eine durchgreifendere Reform der Arbeitslosenversicherung und eine wirkliche, nicht fiktive Sanierung derAusgaben.' Abg. Dr. Cremer (D. Vp.) verbreitet sich dann über den Umfang der Kapitalflucht, Die letzte Ursache dieses überaus traurigen Kapitels ist die zu scharf anpackende Steuerschraube. London, 30. Mai. (WTB.) Pertinax meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris: Infolge der Reden, die Mussolini während der letzten zwei Wochen gehalten hat, wird die französische Regie- , rung wahrscheinlich vorläufig nicht geneigt Mehrbedarf hon insgesamt 600 WM°nen erzeugt | fein, bk ungen Jortjufij$n, jbte w grenze von Lybien und die Stellung dec italienischen Ansiedler in Tunis begonnen worden sind. Infolgedessen dürfte die italienische Note, die der französischen Regierung am 3.Oktober 1929 übersandt wurde, unbeantmor- t e t bleiben, bis günstigere Umstände eintreten. Inzwischen hat der Chef des Generalstabes, General W e y g a n d, eine Inspektionsreise an der Südo st grenze unternommen. Alle notwendigen Maßnahmen sind getroffen, um einen unverhofften Zwischenfall zu verhindern. Das dem italienischen Parlament unterbreitete Flottenprogramm wird von der hiesigen zuständigen Stelle aufmerksam geprüft, und das ganze Problem wird dem Ministerrat in absehbarer Zeit unterbreitet werden. Ankurbelung der Wirtschaft. I Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 31.Mai 1930. Es ist nur zu begreiflich, daß sich aller Augen jetzt auf die Gefahren der wirtfchaftlichen Lage richten. Von jeher haben einsichtige. Beurteiler davor gewarnt, die gegenwärtige schlechte Konjunktur als eine nur vorübergehende Erscheinung zu betrachten. Das 3nstitut für Konjunkturforschung ist der Auffassung, daß die Krise sich allmählich jetzt dem Stadium der Depression nähere, 6. h. also, daß mit einem Abklingen derjenigen Erscheinungen (Zusammenbrüche usw.) I zu rechnen ist, die man als eigentlich krisen- I haft bezeichnet, daß aber von einer Wiederbelebung einstweilen noch nicht die Rede sein kann. I Die weitere Entwicklung wird nach dieser Auf- I fassung entscheidend beeinflußt werden, einmal I durch die sich bessernde K a p i t a l v e r s o r - gung, dann aber auch durch den Preis ruck - I gang. Es kann nicht genug hervorgehoben werden, daß gerade dieses Moment, der Preisruck- I gang, vielleicht eine entscheidende Rolle zu spielen I berufen ist. Man darf aber nicht verkennen, daß gerade in unserem heutigen politisierten I Wirtschaftssystem — tarifierte Löhne einerseits, kartellmäßig gebundene Preise andererseits — die Voraussetzungen dafür nur schwer zu schassen sind. Einen Anfang hat letzt die nordwe st deutsche Eisenindustrie durch den allerdings von den Gewerkschaften bisher bekämpften Abbau der Akkordlöhne gemacht, durch den eine Senkung der Eisenpreise erreicht werden soll. Wir werden uns I wahrscheinlich in dem jetzt beginnenden Stadium der wirtschaftlichen Entwicklung durch unvermeidliche Auseinandersetzungen über Preis- und Lohngestaltung einer Krise nähern. Die Forderungen, die die freien Gewerkschaften unter dem Motto „Gebt Arbeit" an die Oeffentlichkeit gerichtet haben, gehen nach tote vor grundsätzlich an der Frage der Rentabilität der Wirtschaft vorbei. Wenn z. D. an die Regierung die Forderung gesteltt wird, planmäßige Konjunkturpvlittk zu treiben und eine Stärkung des Baumarktes zu erstreben und das fehlende Kapital aus dem Ausland hereinzuholen, so beweisen die Vertreter solcher 3deen, daß sie das G r u n d P r o b l e m, um das es jetzt geht, noch nicht erkannt haben. Denn bei den Auslandanleihen kommt es doch schließlich nicht nut auf die Tatsache an, daß wir sie her- einbekommen, — auch wir sind der Meinung, | daß zu vernünftigen Bedingungen hereingenommenes Auslandkapital uns wertvolle Dienste zu leisten berufen ist, — entscheidend ist die Frage, zu welchen Bedingungen wir es erlangen können. Denn wenn die Wirtschaft unter dem Druck einer übergroßen öffentlichen Belastung nicht in der Lage ist, ihre Betriebe so rentabel zu gestalten, daß auch diese hohen Zinssätze noch herausgewirtschaftet werden, dann bedeutet jetzt die Hereinnahme von Auslandkapital nur eine Kampfetspritze, die nicht zur Heilung, sondern zu noch größerem Siechtum führt. Wir haben doch in den vergangenen Zähren mit wahllos hereingenommenem Ausland- kapital böse Erfahrungen gemacht. Wenn die freien Gewerkschaften weiter verlangen, daß cm „auskömmliches" Rotopserauf Besitz und Ein- kommen zur Sicherstellung der Erwerbslosen» 7 Unterstützung eingeführt werden soll, bamt werden wir es erleben, daß das deutsche Kapital noch weniger Anreiz als bisher zur Betätigung im eigenen Lande findet. Die acht Milliarden ausgewanderten Kapitales sollten schrecken. Was soll man sich ferner unter einer „vernünftigen Konjunkturpolitik ber Auftragsbehörden" denken? 3m gegenwärtigen Stadium würde sie nichts weiter bedeuten, als eine neue Erhöhung der schwebenden Schulden, also gerade das, was wir am allerwenigsten gebrauchen können, wenn wir eine Gesundung der Verhältnisse am Geld- und Kapitalmarkt erstreben. Mit diesen Rezepten führt man Deutschland nur noch in tiefere wirtschaftliche Rot hinein, nicht aber zur Gesundung. Stuttgart, 30. Mai. (WTB.) 3m Deutschen Auslandinstitut hielt Freitagabend Reichs- auhenminister Dr. Curtius eine Rede, in der er u. a. folgendes aussührte: Reben dem Verein für das Deutschtum im Auslände, der sich bereits seit Zahrzehnten die Fürsorge für die deutschen Auslandschulen als bef andere Ausgabe gestellt hatte, stellt sich das Deutsche Auslandinstitut unbestritten an die Spitze jener seit dem Kriegsende mächtig anschwellenden Bewegung, die daraus hinziell, das gesamte deutsche Volkstum auf der Erde in dem Bewußtsein innerer Verbundenheit zusammenzufassen. Süddeutsche Stammesart bewährte sich in der heiteren Beweglichkeit, mit der das Znstitut jeder Lebensform des Auslandsdeutschtums warmherziges Verständnis entgegenbrachte und sich umgekehrt für jedes kulturelle und praktische Bedürfnis mit anschmiegsamer Dienstbereitschaft zur Verfügung hielt. 3ch glaube, daß dem Volkstumsgedanken die Zukunft gehört. Wir Deutsche dürfen dies mit gutem Gewissen auch anderen Rationen gegenüber t>ertreten, denn der echte Volkstumsgedanke, wie er in voller Reinheit gerade bei den idealistischen Denkern unserer klassischen Periode ausgebildet ist, schließt fremdes Volkstum keineswegs aus, sondern sordert es geradezu. Die Erkenntnis, daß eine Zusammenarbeit des Volks- j tums verschiedener Prägung möglich ist, und die Durchdringung der politischen Praxis mit dieser Erkenntnis ist eine der Voraussetzungen für eine würdige Befriedung und gedeihliche Entwicklung Europas. Die Frage der nationalen Minderheiten ist keineswegs ausschließlich oder überwiegend eine deutsche Frage. Seit ben Friedensverträgen beläuft sich die Gesamtzahl der nationalen Minderheiten in Europa bei vorsichtiger Schatzung auf insgesamt etwa 35 Millionen Seelen. Alle diese Minderheiten wünschen ihre kulturelle Eigenart, die sie von ihren Vätern ererbt haben, zu erhalten und zu entwickeln. Das ist ihr gutes Recht, ein ursprüngliches Menschheitsrecht. Den Minderheiten sind ihre Rechte aber auch ausdrücklich in bindender Form am Ende des Weltkrieges von den damals alliierten Mächten bestätigt worden, und zwar in besonderen Minderheitenschutzverträgen, die unter die I Garantie des Völkerbundes gestellt I sind. Leider muß festgestellt werden, daß diese Ver- I träge in ber überwiegenden Mehrheit noch fern l von ihrer Erfüllung sind. Statt daß die I Minderheiten in den verschiedenen Staaten die I ihnen gewährleistete Gleichberechtigung und kultu- I relle Freiheit genießen, hat die Entwicklung der » letzten Jahre gezeigt, daß die Minderheiten i n nt Gen! ___o sreiheit im Rahmen der Staatsgemeinschaft. Die öffentliche Meinung ber Welt ist immer entschiebener baoon überzeugt, baß nur zufriebenge st eilte Minderheiten mit innerer Bereitwilligkeit ihre Pflichten gegenüber dem Staate erfüllen und damit nicht nur Stütz- . Pfeiler ihres eigenen Staatsganzen, sondern auch Wettervoraussage, ein wichtiger Faktor zur Aufrechterhaltung und Die Erwärmung hatte im Laufe des gestrigen Förderung guter Beziehungen zu auswärtigen Staa- Tages derart zugenommen, baß sich in der Nacht ten sein werden. Die Minderheiten werden dann infolge Zufuhr kühler Lust ein starkes Gewitter bil- bi e wichtigste Brücke ber Völkerver- dete, bas über unser Gebiet hinwegzog. Dabei kam ftänbigung bilben. Jeber Schritt auf dem Wege e9 3U recht ergiebigen Niederschlägen. Der Luftdruck zu diesem Ziel bedeutet mithin einen wertvollen jst über Mitteldeutschland wieder angestiegen, so daß Beitrag zur Befriedung Europas. Hier fällt auch das nordische Hochdruckgebiet mit dem italienischen dem Völkerbund eine wichtige und verant- durch eine schmale Brücke in Verbindung getreten wortungsvolle Ausgabe zu. Er wird sich ihr nicht ist. Im Bereich des hohen Druckes wird zunächst entziehen können, wenn er seiner Rolle als Weg- wieder Aufheiterung eintreten und erneute Erwär- bereiter für eine neue Welt gerecht werden will. mung einsetzen. Das heute morgen über der Nor- frtnhttnn mandie liegende Tiefdruckgebiet läßt eine stabile //Graf Zeppelin vor oer lanoung Wetterlage zunächst nicht aufkommen. Unter feinem in £flfcf)UrfL Einfluß wird feuchte ozeanische Lüft nach dem Kon- 11 7N„r rmTR Tunk- tinent verfrachtet, die stellenweise Gewitterbildungen Friedrichshafen 31 Mai. (MTB Fum tommen läßt, wobei auch Gewitterregen fpruch.) von Bord des Luftschiffes „Graf Zeppelin ^'^eten tönnen. ist beim Luftschiffbau Friedrichshafen der folgende Wettervoraussage für Sonntag direkte Funkspruch eingegangen: Teils heiter, teils wolkig, warm, lokale Getoitter- „llm 4 Uhr mittlere Greenwichzeit 100 Kilo- störungen. m-ter nördlich Kap Hatteras. Erwarten Lufttemperaturen am 30.Mai: mittags 25,1 Grad ’ - ....... ~ 1 Celsius, abends 19,3 Grad; am 31. Mai: morgens 15,8 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 14,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Mai: abends 23,2 Grad; am 31. Mai: morgens 18 Grad. — Niederschläge 12,7 mm. — Sonnen. Mayei 'M 4+ ISlo 45— träft 15 o Z L i1.' —- ---Sdll MsmrrW WS dkl 1 SÄKlIj’uj8 fe“" UN! Sie JUWÄ •n,ft7Ä “ffitm ich ' verspätet Ä und auf, macht lu‘ führt mich a_n 1 Si*6r. Witte uw MMl meine d freundlichem L° SemMiliaM öfnifl n>he. re sein säuberlich r Aus ihren Bo Stabt zur« des neuen Son bestaunt gedulö im Hause df ' ee Modell em iper zu zucke 6t findet auch nichts anzuziehen Kleider, die am Ich bin Zeuge, teuersten Warr ganz zarte Md den ausgeioahtl ■ 3n der Zeit! fet Ersatzmann mine Frau bra fehlt. Eigentum! wenn man ihn schon aus der E gnädige Frau f ihre Arbeit voll heimkomme, sich putzt mir die S Eßzimmer reicht nicht die „ganz Fallt Zigarrem nach dem Ikiw Vormittags steht er wie e meinem Schrei „endlich wieder d. h. daß die P ohne jegliche Zr Zu allen fonf sagt er Ja und wenn die Wasa mit den finden steht er aus und und betreuend t Kein lautes T Er kommt nie / derlvrengegangk vertauschten Sc gesprungenen j am Meyleper treuer Hausgeist 1kg. .Sehen Sie, ei 'Mzung meine' sich wohl viele den? Actzen Es kosteten Dutter 140 bi Klio ©tue Weißkraut 8 I Wen 10 bis b-s 15, Am 60, Spa Aüschgemüse 10 rettich 50 bis ' ^rzeln 40 b 4'5 b Ml 10 bis 1 b«s 100, Mss Me Zähne's Jj 120 Pro Pf Uwnkohl 50 Men 50 bis 8 >kvpa, m. srage: Wollt'ihr elngeführten lZgen oder nicht? msativnSiuislchui^ erauslesen komm, lalienische ig. rjebeiiM ) Pertina; meldet ans: 2nsolgr der d der letzten zwei r Mnzötzlche Elegie. >8 nid)t geneigt sottzusetzen, die vor hnung der Süd- dieStellungder r in Tunis üe- teilen dürste die ila« Ren Negierung am de, unbeantmor- nstände eintreten. In- eneralstaber, (Benerat ionsreife an der len. Alle notwendigen m einen unoerMn Das dem iialieni[d)tn ottenprogramm Men Stelle aufmerl« Problem wird dem unterbreitet werden. Paris-, Ä J«S? ft au? einet M lk/»,"baupt & ^nr, wöh. aknbund-rat über L bet 2öl- ■en. Front im bas Driand- '^eute Frage \ die Uni!, laae. « kam tzinaeM MM! LÄSL LLSZS Druckes < EMl' ebiet E Unlcr se.nem LLrS nueile ®e ^ferrtfl obe> ); a/ dm » " 3i*e> 15 »H > m: 1 Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 31. Mai 1930. Oie,Stütze" des Ehemanns. Meine Frau war begeistert, al» fie am vorigen Freitag im „Gieß Anz." von der Ersatzfrau las. Gerade eine solche Hilfe hätte sie noch nötig, meinte sie. Ich dachte, was dem einen recht ist, ist dem andern billig, und habe deshalb eine Anzeige aufgegeben, in der ich eine Stütze, einen Ersatzmann suche. Ich will ihn fürstlich bezahlen. Und was soll er tun? Wenn ich wegen geschäftlicher Angelegenheiten verspätet heimtomme, meine Frau nicht mehr zu Hause ist, und ich die Mappe ärgerlich in die Ecke schleudere, dann hebt sie der Ersatzmann sorgsam auf, macht für mich ein freundliches Gesicht und fuhrt mich an den Herd, wo das gewärmte Mittagessen steht. Er hilft mir die versalzene Suppe hin- unterschlucken, ißt das schwarzgebrannte Stuck des Koteletts und lobt für mich das tadellose Essen. Kommt meine Frau nach f>aufe, empfängt er sie mit freundlichem Lächeln, sagt, daß ich sehr zufrieden mit dem Mittagessen gewesen sei und daß ich nun ein wfnia^ruhe. Teller, Schüsseln usw. hat er natürlich sein säuberlich weggestellt. Auf ihren Borschlag ist er sofort bereit, mit in die Stadt zuriickzusahren, damit er ihr beim Aussuchen des neuen Sommerhutes behilflich fein kann. Er bestaunt geduldig alle Läden, wartet drei Stunden im Haufe der Modistin, findet das endlich ausgesuchte Modell entzückend und — zahlt! Ohne mit der Wimper zu zucken! Er findet auch, daß meine Frau eigentlich wieder nichts anzuziehen hat und bestellt zur Ansicht einige Kleider, die am Abend ins Haus gebracht werden. Ich bin Zeuge, wie mein Ersatzmann nur für die teuersten schwärmt. Meine Frau ist glücklich. Zwei ganz zarte Kleider (traumhaft! wie sie sagt!) werden ausgewählt und vom Ersatzmann bezahlt. • 3n der Zeit des großen Reinemachens springt der Ersatzmann auch ein. Der Fußschemel, den meine Frau braucht, um das Fenster zu putzen, fehlt. Eigentümlich, daß er immer nicht Da ist, wenn man ihn braucht. Meine Stütze aber kniet schon auf der Erde, auf Händen und Füßen, die gnädige Frau steigt auf seinen Rücken und kann lhre Arbeit vollenden. Wenn ich bei Regenwetter heimkommc, steht mein Ersatzmann schon da und putzt mir die Stiesel sein säuberlich ab, vor dem Eßzimmer reicht er mir die Pantoffeln, damit ich nicht die „ganze Sttahe" auf den Teppich trage. Fällt Zigarrenasche auf den Boden, läuft er schon nach dem kleinen Dreckschippchen und dem Besen. Vormittags aber, wenn ich im Geschäft bin, steht er wie ein drohender Engel schützend vor meinem Schreibtisch und verhütet, daß daselbst „endlich wieder einmal Ordnung gemacht wird", b. h. daß die Papiere wohl nach der Größe, aber ohne jegliche Zusammengehörigkeit, gelegt werden. Zu allen sonstigen Anordnungen meiner Frau lagt er 3a und Amen, dreht die Waschmaschine, wenn die Waschfrau nicht kommen kamt, spielt mit den Kindern und singt sie in Schlaf. Rachts steht er auf und deckt sie zu. Besonders fürsorgend und betreuend behandelt er die Schwiegermutter. Kein lautes Wort kommt aus seinem Munde. Er kommt nie zu spät, nie zu früh. Er sucht die verlorengegangenen Hemdenknöpschen, bringt die vertauschten Schuhe in Ordnung, näht die ab- gesprungenen Hosenknöpse und den Anhänger am Ueberzicher an. UeberaH schwebt er wie ein treuer Hausgeist um uns, unermüdlich, unersetzlich. Sehen Sie, eine solche Stütze, eine solche Er- »gänzung meiner Person möchte ich haben. Ob sich wohl viele auf meine Anzeige melden werden? R. Gictzencr Wocherrnrarttpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 25 bis 30, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 55 bis 60. Spargel 40 bis 80, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80, Meerrettich 50 bis 70, Zwiebeln 8 bis 12, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4.5 bis 5 (pro Zentner 3,80 4 Wk.), Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 80 bis 100, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bi« 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bi« 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 80, Eier 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15. Salat- gurfen 50 bi« 80, Oberkohlrabi 20 bis 25. Bornotizen. — Tageskalender für SamStag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm „Der blaue Engel". — Aftoria-Lichtspiele: „Menschen im Feuer' und „Lupine Lane und die Seeräuber". — Tageskalender für Sonntag. Matthäusgemeinde, Familientag, 15,30 iHjr, im Der Voranschlag des Kreises Gießen für 1930. 2lm kommenden Montag wird der Kreistag des Kreises Gießen zu seiner diesjährigen ordentlichen Sitzung zusammentreten, in deren Mittelpunkt die Beratung des Voranschlag« de« Kreises Gießen für das Rechnungsjahr 1930 stehen wird. Ziffernmäßige Einzelheiten über den in Einnahme und Ausgabe mit 1 041 037 Mk abschließenden Voranschlag haben wir in Rr. 121 deS Gieß. Anz. vom 24. Mai bereits veröffentlicht. Am vorigen Montag (Rr. 122 des Gieß. Anz.) gaben wir ferner einem interessanten Kommentar der Kreisverwaltung zu dem neuen Voranschläge Raum In diesen Erläuterungen wurden der Oesfentlichkeit bemerkenswerte Einzelheiten über neue Pläne der Kreisverwaltung im Rahmen de« Voranschlags für 1930 zur Kenntnis gebracht. Bei der Urtciläbilbung über den Gesamtvoranschlag ist vor allem mit Befriedigung zu verzeichnen, daß e« der Kreisverwaltung gelungen ist, trotz stärkerer Aktivität im Schaffenswillen den Voranschlag ohne Steuererhöhung auSzugleichen. Diese Tatsache ist besonder« erfreulich für die ohnehin wirtschaftlich schwer ringende Landbevölkerung, sie ist aber nicht minder befriedigend für die Stadt Gießen, deren Steuerzahler ja zu einem großen Teile auch Mit- träger der Lasten des Kreises sind. Bei der Betrachtung von Einzelheiten de« Voranschlag« an Hand des erwähnten Kommentar« der Kreisverwaltung sei zunächst zu der vorgeschlagenen Schaffung der Stelle eines Kreisrechnungsrevisors ein Wort gesagt. Wenn man in einer wirtschaftlich so schweren Zeit wie heute mit guter Begründung Gegner der Schaffung von neuen Stellen sein kann, so wird man doch im vorliegenden Falle eine von dieser Meinung abweichende Stellung einnehmen müssen. Die bedauerlichen und bis heute noch nicht völlig geklärten Unregelmäßig» leiten bei der Gießener Kreiskasse, die nach dem Tode deS früheren Kreiskasserechners in Höhe von 70 000 Mk. zutage traten, und eine Verfehlung in Höhe von 8000 Mk. bei einer anderen Stelle der Kreisverwaltung, wodurch die Kreiskasse insgesamt einen Verlust von 78 000 Mk. erlitt, lassen das Vorhaben der Kreisverwaltung, für die Zukunft eine ständige und eingehende Kontrolle der Kreiskasse zu schaffen, berechtigt erscheinen. Damit würde auch einton Verlangen des früheren Kreistages nach wirksamerer Kontrolle der Kassenführung als in früheren Jahren entsprochen. Die neue Maßnahme kann selbstverständlich von niemand al« ein Mihtrmienszeichen gegenüber der Beamten- schast der Kreiskasse angesprochen werden, deren jetziger Direktor übrigen« vor dem früheren Kreistage gelegentlich der Erörterung über den Fehlbetrag von 70 000 Mk. eine laufende Kontrolle selbst als erwünscht und notwendig bezeichnet hat. Es handelt sich bei der Schaffung dieses Kontrollorgans lediglich um die Durchführung einer Der- waltungsmaßnahme, die selbstverständlich zu einer geordneten Führung der Geschäfte gehört. Daß der Kreisrechnungsrevisor seine Kontrolltätigkeit auch auf die Gemeindekassen und auf die Prüfung von Krankenkassen ausdehnen soll, ist gleichfalls als eine selbstverständliche Amtshandlung der Aufsichtsbehörde anzusehen und von keinerlei Der- dächttgung gegen irgendwelche Amtsstellen diktiert. Die Kosten dieser neuen Stelle erscheinen vertretbar. wenn man bedenkt, daß einmal durch diese laufende Kontrolltätigkeit vorbeugend und sichernd gewirkt wird und zum andern die Aufwendungen, die der Kreis bisher für die Kassenrevisionen durch Beamte der Oberrechnungskammer machen muhte, fünftig in Fortfall kommen werden. Als eine bedeutsame Maßnahme erscheint uns der Plan der Kreisverwaltung, zur Hebung des Wirtschaftslebens im Kreise durch Belebung der Bautätigkeit ein Kapital von 100 000 Mark zu beschaffen und dies als Einzeldarlehen unter Bereitstellung von zinsverbilligenden Mitteln für Bauzwecke auszuleihen. Die Kreisverwaltung erwartet von dieser Förderung der Bautätigkeit eine belebende Wirkung auf die Gesamtwirtschaft im Kreise, an der weite Devölkerungsgruppen stark interessiert sind. Man kann diese Maßnahme der Kreisverwaltung nur begrüßen, denn sie ist geeignet, produktiv auf das Wirtschaftsleben im Kreise Gießen einzuwirken und dadurch bis zu einem gewissen Grade mit beizutragen zur Lieberwindung der heutigen allgemeinen Wirtschaftsnot. Reben der Genugtuung über diese Absicht der Krei-verwaltung steht aber auch ein starke« Bedauern, das man über die unzulänglicheZuweifung von staatlichen Daudarlehen für unseren Kreis empfinden mutz. Während im Kreise Gießen rund 700 000 Mark an staatlichen Daudarlehen angefordert worden sind, hat die KreiS- verwaltung bi« jetzt nur 160 000 Mark von der Regierung zur Verteilung erhalten. Wenn e« auch selbstverständlich ist, daß sich die Zuwendung der Regierung unter dem Einfluß des hessischen Sparprogramms in geringerer Höhe als in den Vorjahren bemerkbar machen wird, so erscheint uns doch eine so niedrige Bemessung der Baudarlehen wie jetzt in keiner Weise geeignet, der Bedeutung des Kreise« Dießen gerecht zu werden. Es ist uns nicht unbekannt, daß dem Kreise Friedberg — dem wir natürlich nicht mißgünstig gegenüberftefcen — der Betrag von 390 000 Mk. an staatlichen Baudarlehen für 1930 von der Regierung zur Verfügung gestellt wurde. Wir wollen hier in keiner Weise einer Kürzung deS Betrages für den Kreis Friedberg das Wort reden, e« liegt uns auch fern, die Forderung aufzustellen. daß der KreiS Gießen unbedingt wesentlich mehr erhalten müsse, als der RachbarkreiS. Aber wir möchten doch dem dringenden Ersuchen an die Regierung Ausdruck geben, den mit dem Kreise Friedberg wirttchaftlich auf gleicher Stufe stehenden Kreise Gießen als Mindestmaß die gleiche Fürsorge bet der Zuweisung von Baudarlehen zuteil werden zu lassen. Die jetzige starke Differenzierung bei der Bemessung der staatlichen Baudarlehen Verden die Bewohner deS KreiseS Gießen mit uns als eine starke Unbilligkeit empfinden. Man darf wohl als selbstverständlich annehmen, daß die Gießener Kreisverwaltung sich mit der jetzigen Bemessung der staatlichen Baudarlehen nicht ab* finden, sondern alle Mittel und Wege versuchen wird, um eine Aenderung bei der Bemessung dieser Zuwendungen durch die Regierung mit dem Ziele einer gerechteren Berücksichtigung unseres Kreises herbeizuführen. 3n Gießen hat man mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß im Kreisetat erstmalig ein Zuschuß an das Stadttheater Gießen enthalten ist. Rach einem Mehrheitsbeschluß de« KreisausschusseS sollen 3000 Mk. al« einmalige Beihilfe gegeben werden. Die Begründung dieses Beschlusses in dem Kommentar der Kreisverwaltung ist treffend und kann auch von der Landbevölkerung des Kreises als sachlich durchaus vertretbar anerkannt werden. Uns dünkt aber, daß diese Begründung und dieser Beihilfe- beschluh nicht nur für diese« 3ahr einmalige Berechtigung haben, sondern daß man auch für die nächsten Jahre mit den gleichen guten Gründen den Standpunkt vertreten kann, daß dem Gießener Stadttheater auch vom Kreise Gießen mit einem alljährlichen Beitrag in der jetzt vorgesehenen Höhe hilfreich beigestanden werden sollte. Wie stark die Bewohnerschaft de« Landkreises Gießen an den künstlerischen Darbietungen unseres Stadttheaters interessiert ist, kann man im Verlaufe der Spielzeit oft genug feststellen: insbesondere werden die SonntagSvorstel- lungen in sehr weitem Ausmaß von der Landbevölkerung des Kreises besucht. Dadurch gewinnt unser Stadttheater al« Mittler guter darstellerischer Kunst auch für unsere Mitbürger in den Städten und Dörfern des Kreises stark an Bedeutung, und diesem engen geistigen Derbun- densein zwischen dem Gießener Theater und der Landbevölkerung des Kreises sollte — bei aller gebührenden Anerkennung des jetzt vorliegenden Kreisausschußbeschlusse« — auch über diese« 3ahr hinaus bis zur Uebertoinbung der dringendsten wirtschaftlichen Rot eine entsprechende finanzielle Grundlage gegeben werden. Mit Befriedigung möchten wir schließlich noch registrieren, daß auch der Gießener Stüde n t e n h i 1 s e ein einmaliger Beitrag von 2000 Mark für das Studentenhaus gewährt werden soll und daß für die Volkshochschule ein um 400 Mark erhöhter Zuschuß von insgesamt 500 Mark jährlich vorgesehen ist lieber den Sozialetat im Rahmen dieser Betrachtung 7u>ch Ausführungen zu machen, erscheint uns nach den eindrucksvollen Darlegungen der Kreisverwaltung überflüssig, da dieser Etat mit seinem in Ziffern ausgedrückten Elend unserer Zeit zur Genüge für sich seihst spricht- Philosophenwald. — Gießener Studentenschaft und Gießener Studentenhilfe: Sommerfest (Motto: „Rund um die Welt in einer Sommernacht"), 20 Uhr. in der Volkshalle. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der blaue Engel": Dorrn. 11,15 Uhr. „Süd-West- Af r ika", Film mit Vortrag. — Astoria-Lichtspiele: „Menschen im Feuer" und „Lupine Lane und die Seeräuber". — ,DaS Sonnenland Südwest- Afrika". An die Vorführung dieses Film« am morgigen Sonntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße erinnert die Ortsgruppe Gießen der Deutschen Kolonialgesellschaft in unserem heutigen Anzeigenteil. Der Film sei der Beachtung aller Kolonialfreunde angelegentlich empfohlen. • * 53 o m $ o ft a m t I. ?fm 1. Juni wird die neuhergerichtete Schalterhalle des Hauptpostamt» (Bahn- Hofstroße) für den Bries-, Geld-, Telegramm- und Fernsprechverkehr in Beiried genommen. * Die Sommerspielzeit de« Gießener Stadttheater« beginnt am Diei,»tag, 10. Juni. Al» Eröffnungsvorstellung wird .Flieg' roter Adler von Tirol' von Fred 2. Anger - m e ö c r gegeben. Auch in diesem 3ahve werden Sommerabonnement- au »gegeben, die unter erheblichen Vergünstigungen den Besuch von sechs Vorstellungen ermöglichen. • • Uraufführung am Stadtthater Gießen. Die Intendanz de« Stadttheater« hat für die Sommerspielzeit zur alleinigen Uraufführung da« Lustspiel .Ich habe keine Zeit" von Karl Rößler angenommen. Karl Rößler ist bekanntlich der Autor des erfolgreichen Lustspiel« .Die fünf Frankfurter". • • D i e Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen aeöffnet. • • Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckcnbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. * • Anlagenkonzert findet morgen, Sonntag, 11 Uhr durch das Musikkorps des I. Batl. 15. Inf.-Rgts. bei günstigem Wetter in der Südanlage statt. Leitung: Obermusikmcister W. L öber. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch II, 145 „Ra- detzlymarsch" (Parademarsch des ehern. Ins.-Rat». 118), Ioh. Strauß: 2. Ouvertüre zur Operette ,,6a» Modell", F. v. Suppt; 3. Fantasie aus der Oper „Carmen", (9. Bizet: 4 Zwei Stücke aus „Sigurd Iorsalfar", a) „Das Nordlandoolk", b) „Königslied", E. ®rieg; 5. Festmarsch über Themen aus Beethovens Es-Dur-Konzcrt, W. I. Wieprccht; b) Armeemarsch II, 267 (Hindenburg-Marsch), G. Gerlofs. •• DaS Sommerfest der Gießener Studentenschaft, das am morgigen Sonntagabend unter dem Motto .Rund um die Welt in einer Sommernacht" in der Volk-Halle statt- findet, ist in großzügigster Weise vorbereitet wor- ben. Don den bevorstehenden Ereignissen sei heute u. a. erwähnt, daß ein Dampfschiss dusch die Volk-Halle fahren und dabei an die Annehmlichkeiten de« bekannten Koblenzer Weindorfe« erinnern wird: ferner wird ein Flugzeug vom MarS mit einem Beauftragten der Mar-regierung erscheinen, um von dieser eine Botschaft an die festliche Versammlung zu überbringen. In erfreulicher Weise haben zahlreiche Gönner der Studenten Hilfe durch Stiftungen dazu beigetragen, daß dieses Fest der Studentenschaft reichhaltig ausgestattet werden konnte. Man darf mit Sicherheit einen schönen und abwechslungsreichen Abend ertDarten, bei dem hoffentlich auch für den guten Zweck des Unternehmens, nämlich die Förderung der Studentenhilfe, etwas Ansehnliche« herau«- fbringen wird. •• Geschäftssubiläum. Der Glasermeister Heinrich Arnold, Grabenstraße 8, kann am 1 Juni auf das 40jährige Bestehen seiner Bau- und Blankglaserei zurückblicken. ** Gesellschaf t Liebig - Museum. Man schreibt uns: Eine neue Wirksamkeit entfaltet die Gesellschaft Liebig-Museum durch bte Einrichtung des Liebig-Zimmer« in Bad-Salzhausen, das am 5. Juni, nachmittags 4 Uhr, durch eine öffentliche Feier eingewecht werden folL Alle Vorbereitungen find getroffen. ES soll dabei Liebigs Analyse der Salzhausener Sole zur Anschauung kommen, neben etner Darstellung der Saline Salzhausen und der neueren Tiefbohrungen. Dabei wird das alte Salinen- Wasserrad wieder in Gang gesetzt toerben. Die Feier dürfte inhaltlich weitere Kreise interessieren. Das Liebig-Zimmer wird öffentlich zugänglich sein Man beachte die heutige Anzeige. ** Mit dem Motorrad in ein Auto hineingefahren. Ein schwerer UnglückSsall ereignete sich gestern gegen 15 Uhr an der Ecke Friedrichstraße und Frankfurter Straße dadurch, daß ein Motorradler, mit einem Beifahrer auf dem Soziussitz, in ein Privatauto von hier hineinfuhr. Der Motorradler, ein junger Mann au« Steinberg bei Gedern, hatte seinen Mitfahrer, der in der hiesigen Klinik zur Behandlung gewesen war, abgeholt, um ihn auf dem Motorrad nach Hause zu bringen. Kurz nach der Abfahrt von der Klmik kollidierten die beiden jungen Leute mit dem Privatauto. Der eben erst ander Klinik etitlaffene Beifahrer trug einen Oberschenkelbruch und Kopfverletzungen davon, während der Lenker des Motorrads gleichsaUS einen Oberschenkelbruch erlitt Beide mußten sofort der Ehiruraischen Klinik zugesührt werden. Die Insassen oe« Autos blieben unverletzt. DaS Motorrad wurde schwer beschädigt, der Kraftwagen erlitt geringeren Schaden. ErrtsettungS-^uven im Srrühlirrg find besonder» empfehlenswert, well der Ctnani»- mu» gerade in dieserJabreSzeit eine befand.Neigung zur Stoffausscheidung besttzt. Bei vorhandener ober au befürchtender Korpulenz nehmen Sie zwei- bi» dreimal täglich je 2 Toluba-Kerne. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne In Apotheken. 3488V SUNLICHTGESELLSCHAFT A G, MANNHEIM-BERLIN TRAGT DIE GUTE SCHMÜCKER - KLEIDUNG 3469A J E 11111......'»IM bieten dem Käufer für das Geld — das er dafür bezahlt—wirklich etwas ganz besonders Gutes und Schönes Alleinige Niederlage: Gießen Mäusburg 12 DopPeldoH 50^ Normal05* 30* Prima Spellt- d. Salat- MW W. Hankel Neuen Baue 7."'O Televbon 2612 Kurzgeschuitlenes liefert 1490D Damplsägewerk Lollar v. Äaba, U.-G. . Mk. 8.50, 10-50, 12-5° SCHUHHAUS 3408* i Giefien, Bückeburg, 30. Mal 1930. in Nachschau: H08D von Impftermin: von Nachschau: 3. von von Gießen (Henselstraße 6), Berlin, den 30. 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Zu diesen Terminen können alle in 1929 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vor- gestellt werden. In 1930 geborene Kinder können in diesen Terminen nicht geimpft werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zugelassen. Gießen, den 20. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingspor. Ponypserd lOjähr. Rappe. schön. Tier, mit neuem Svazierwagen au verkauf. Schr. Anfr. u.4082Da.b.Gß. An». durchaus auöerlatft sauberes [03573 Mädchen zum 1. Juli gesucht Ostaulage 37. Einige Arbeiter für Holzbearbei- Impstermin: Mittwoch, 11. Juni, 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Mittwoch, 18. Juni, 16 bis 16% Uhr. Zu der am Sonntag, dem 1. Juni, naohnu 3 Ühr ftattnnbenben Erttffnnngsleler sei» neö neuen Bootö« Hauses, Wlflmarer Weg 4. hat uns der Marine-VeretwGie« ben etngeladen. 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Saiferallee 45 Telephon 4067. 4I0lD Beerdigung: Montag, 11 Uhr, Neuer Friedhof. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 3. Juni,nachmittags 3V, Uhr.auk dem Neuen Friedhöfe statt. — Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. In tiefster Trauer: Kriegsgerichtsrat i. R. Bramm und Frau, geb. Bergen Dr. phil. Otto Bramm und Frau, geb. Schiel im Alter von 63 Jahren nach schwerer Krankheit für immer von uns gegangen. Paula Frees, geb. Wehn Hedi Karst, geb. Frees Hans Frees Friedrich Karst Hauptmann im 18. Inf.-Rgt An Christi Himmelfahrt verschied plötzlich und unerwartet meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwiegertochter, Schwägerin und Tante Auguste Stein, geb. Deckmann im Alter von 50 Jahren. Die tief trauernd Hinterbliebenen: Christoph Stelh, Polizei-Hauptwachtmeister und Kinder Gießen (Wiesecker Weg 13), den 31. Mai 1930. Die Beerdigung findet Montag, den 2. Juni, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 4099 D Heute nachmittag nahm Gott unser herzliebes Kind, unsre treue Schwester, Schwägerin, Base und Nichte Fräulein Margrit Bramm nach langem, schwerstem, heldenhaft und mit rührender Geduld ertragenem Leiden zu sich in sein himmlisches Reich. Heute früh 71/, Uhr ist mein lieber, guter Mann, unser treuer Vater August Frees 2. i l । werdend. &obniM . beiminbiit.lOOOO$t Anzahlung in gairr : Lage zu faulen utL ■ Llhr. Ang. u. 03M7 «Ur. Ang. u. (BM7 an den Giek. Sn». Iu» ucn yiitH. «n». K»«S u eotl. mit Soliiielti, D auibemüaabeito/. .1 ober pachten geE Schn Ang. not. OSN will- iS lall ich' zug tu.« iOP cid). SH SU de- itifl NS L ieb. 2D tz. en br 0D IW! 'labr utc« jhe"' B-r Mi 2-3x4 oder 6 Ammern, mit frei* Zer Ute: K 13592 !l oße von für iber ein. int' en« itr. nge r.»S6 51. !U. nj. WM werben fachskmüh gelflOenu.reDQnen DW SflWSM'3 MM M 5'Jn« Karl Schöpke, der im Verlage von 3. F. Lehmann in München jüngst ein Buch über „Deutsches Llrbeitsdienstjahr statt Arbeitslosen-Wirrwarrl" hat erscheinen lassen. Eine von innerem Feuer getragene Werbeschrift, die sich über viele Bedenken mit dem begeisterten Rufe hinwegsetzt, daß Gröhes vor allem gewollt werden muh, um möglich zu sein. Vach seinem, teilweise sehr ins einzelne ausgeführten Plane sollen jährlich eine Million Achtzehnjähriger zum Arbeitsdienstjahre ein gezogen werden. Am 1. Februar beginnt der Dienst mit Schulung, zunächst 6 Wochen allgemeiner, dann besonderer Derufsschulung für die Aufgaben. Während die jungen Männer vor allem mit land- und forstwirtschaftlichen Arbeiten, mit Urbarmachung von Oedland und Mooren, mit Kanalund Wegebau, Wohnungsherstellung und Errichtung von Siedlungen beschäftigt werden sollen, liegt das Llnterrichts- und Tätigkeitsfeld der Mädchen vorwiegend in Haushalt und Gesundheitspflege. Mit stimmungsvoller Weihnachtsfeier soll das Arbeitsjahr schließen und einen dauernden sittlichen Wert hinterlassen. Die Kosten veranschlagt Schöpke auf 1200 Marl für den Kopf und das 3ahr, also bei einer Million Dienstpflichtiger (die Gesamtzahl der Achtzehnjährigen beträgt gegenwärtig ein Drittel mehr!) auf 1,2 Milliarden. Dafür soll aber die Gesamtheit die 3 Milliarden sparen, die gegenwärtig für die Versorgung der Arbeitslosen ausgegeben werden. Denn in (rnihver- stondener) Anwendung eines Wortes des Ernährungsministers Schiele, dah jeder in der Landwirtschaft tätige Mensch anderthalb gewerblich tätige beschäftige, hofft er, dah durch die Million Dienstpflichtiger eine weitere Million Arbeitsloser wieder in Tätigkeit und Brot käme. Es hat wenig Wert, die Vorschläge im einzelnen kritisch zu prüfen. Denn bis zur Durchführung eines derartigen Gedankens ist ein weiter Weg. Lind so dringend die Not Deutschlands ist, so wenig Aussicht besteht, dah in raschem Entschluß eine so gewaltige Neuerung wie die allgemeine Arbeitspflicht sich durchsetzen wird. Gegenwärtig vor allem deswegen nicht, weil aller Voraussicht nach die Entente sofort Einwendungen wegen verkappter Wehrpflicht erheben würde. Die nächsten 3ahre sind auch wohl deswegen nicht besonders geeignet, weil die Zahl der Achtzehnjährigen sehr gering sein wird. Seit dem Vorjahre treten die Kriegsjahrgänge in das Wirtschaftsleben ein, die bekanntlich nur halb so stark beseht sind wie die Normaljahrgänge. Weite Kreise der Wirtschaft sehen schon mit Sorge einen Mangel anNachwuchs vor Augen, und es dürfte kaum zweckmäßig sein, gerade in dieser Zeit einen ganzen Jahrgang mit einer Million junger Menschen aus der Wirtschaft zu ziehen. Die Aufhebung der Arbeitslosigkeit durch Arbeitsdienst ist leider nicht so einfach, wie der Verfasser sich ausmalt. Wenn nach seinem Vorschläge die Diensttuenden in private Betriebe zur Hilfe geschickt werden sollen, so sind sie dort entweder zu teuer oder sie verdrängen als billige Staatskräfte erst recht die auf den Er- tperb angewiesenen Arbeiter. Es darf darauf hingewiesen werden, daß die Gefängnisverwal- i hingen Arbeitskräfte nur gegen tarifmäßige Vergütung ausleihen, um unlauteren Wettbewerb gegen die übrige Privatwirtschaft zu hindern. Wenn durch die Dienstpflicht die Erwerbslosigkeit vermindert werden soll (wie es durch die alte Wehrpflicht natürlich geschah), so muß von den Pflichtigen eine Arbeit geleistet werden, die sonst nicht geleistet würde und die nicht in Wettbewerb mit der Privatwirtschaft steht. Solche Arbeit gibt es sicher in Fülle. An erster Stelle steht die Einrichtung von Millionen von Siedlungen, Kleinbauernstellen und Heimstätten mit Garten. Sie sind das dringendste Erfordernis, wirtschaftlich und politisch. Sie sind das wirkungsvollste Mittel, Erwerbslose vom Arbeitsmarkte wegzubringen, indem man sie aus die Selbstversorgung verweist, bei der es nie Mangel an nützlicher Arbeit geben kann. Sie sind aber äuch das einziga Mittel, den bedrohten deutschen Osten Lauernd gesund zu machen und beim Reiche zu halten. Sie sind das große Mittel gegen die zunehmende Kinderlosigkeit und gegen den Wahnsinn der kulturmordenden Weltstadt. Doppelt nützlich sind die Siedlungen, wenn das Land dafür neu gewonnen wird. Wie Friedrich der Große stolz war auf die Provinz, die er ohne Krieg eroberte, indem er die märkischen Oedländer urbar machte und dorthin neue Einwohner rief, so hat auch das heutige Deutschland Gelegenheit genug, ungastliches Land in Stätten frohen Fleißes zu verwandeln. Damit wird zugleich eine Aenderung in der De» rufsver teilung des Volkes, ein Festhalten der ländlichen 3ugend auf dem Lande, 'eine Zurückführung städtischen Rachwuchses in die Hr- produktion, eine Llmkehrung der Binnenwanderung zur Minderung der Großstädte angebahnt, die auf die Dauer zur Gesundung unserer Wirtschaft unentbehrlich ist. . Neben dieser größten und wichtigsten Aufgabe verschwinden alle anderen. So dringend der Bau von Wohnungen, von Kanälen und Straßen an sich fein mag, so wenig besteht heute die Notwendigkeit, solche Arbeiten von Staatsdienst- Pflichtigen ausführen zu lassen. Es sind gelernte und ungelernte Arbeiter genug vorhanden, die solche Arbeiten gern ausführen würden, wenn nut das Geld vorhanden wäre, sie zu bezahlen. Dah die Arbeit durch die Dienstpflichtigen viel 'billiger wäre als die durch freie Arbeiter, muß leider bezweifelt werden auf Grund der Erfahrungen, die mit der wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge gemacht sind. Diese arbeitet wesentlich teurer als die freie Wirtschaft. Lind die dienstpflichtige Jugend würde nur dann billiger arbeiten, wenn die Million erfüllt wäre von dem großen Gedanken des Volksdienstes, von der Schaffensfreude, die den besten Ansporn zur Leistung gibt. Diese seelischen Voraussetzungen betont auch Schöpke sehr stark. Gr schildert richtig die seelischen und sittlichen Gefahren der Arbeitslosigkeit und will das Dienstjahr mit einer Erziehung beginnen, die den Gemeinschaftsgeist und Staatsbürgersinn mächtig weckt. Ohne dos wird es auch sicher nicht gehen. Aber diese geistigen Voraussetzungen gilt es zu schaffen, ehe wir an die Ausführung des Planes gehen können. Sonst mißlingt et. Deswegen begrüße ich jeden Auf, der aus warmem Herzen in die Welt hinaus ertönt. Denn so sehr zu hoffen ist, dah die allgemeine Wehrpflicht als Waffenpflicht überflüssig werden möchte, sv sehr zu wünschen ist, M eine andere, die allgemeine Schulpflicht ergänzende V olksdienstpflicht an ihre Stelle tritt Die Erfahrungen des letzten 3ahrzehnts dürften bewiesen haben, daß der Sport kein Ersatz für die Wehrpflicht ist. Dem Heranwachsenden Geschlechte fehlt etwas, was die Sol» datenzeit der Vorgenevation mitgab. Lind wenn auch die Einrichtungen in Bulgarien oder Rußland oder in noch ferneren Ländern nicht von uns übernommen werden können, so steht das Problem eines Pflichtdienstjahres jedes Deut- schen zur Arbeit im Gemeininteresse doch unausweichlich vor unserer Zukunft. Oberheffen. Kreistag in Lauterbach. * Lauterbach, 30. Mai. Heute trat hier unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Michel der Kreistag des Kreises Lauterbach zu feiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen. Von 21 Kreistagsabgeordneten waren aller Art Ne Hühnerhaltung rationeller zu gestalten. So fand dieser Tage eine Besichtigung des Tierzucht- institutes der Landesuniversität Gießen und der Dittmarschen Geflügelfarm in Gießen statt. Der Verein zählt bereits eine stattliche Zahl Mitglieder. Vorsitzender ist Lehrer Jung, Rechner Wilh. Weis, Schriftführer A. Hahn. + Grünberg, 28. Mai. Der Gemeinde- r a t verhandelte in seiner jüngsten Sitzung, zu der 10 Gemeinderäte erschienen waren, u. a. über folgende Punkte: 3n der Frage der Errichtung eines neuen Spritzenhauses, das nach einem Kostenvoranschlag des Architekten Balser auf 9718 Mk. kommt und damit die seinerzeit festgesetzte Summe von 8000 Mk. erheblich überschreitet, war es in der vorigen Sitzung zu keinem Beschluß gekommen. Architekt Balser, der zu der jetzigen Sitzung zugezogen war, erläuterte in längeren Ausführungen den Kostenvoranschlag, worauf der Gemeinderat beschloß, daß die Arbeiten für das Spritzenhaus in engerer Submission in nächster Zeit vergeben werden sollen. — Die Beleuchtung des G allmarktplatzes bzw. dessen Herstellung als Sportplatz verWas bietet der Gießener Anzeiger seinen Lesern? Werktäglich Das große Heimat» und Anzeigenblatt die führende Tageszeitung in dem Gebiet zwischen Frankfurt am Main - Kassel und Koblenz-Erfurt Wöchentlich zweimal Gießener Familienblatter Wöchentlich Die Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat Im Bild Die Scholle In ständigem Wechsel Sonderselten des Gießener Anzeigers: Turnen, Sport und Spiel Für den Büchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Jugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht Im täglichen Leben Zeitfragen des Mittelstandes Jährlich zweimal Taschenfahrplan in Heftform Jährlich Künstlerischer Wandkalender 20 zugegen. Hauptgegenstand der Verhandlungen war der Voranschlag des Kreises Lauterbach für das Rechnungsjahr 1 93 0. Der Voranschlag schließt, wie vor einigen Tagen bereits berichtet, in Einnahme und Ausgabe mit 280 592 Mk. gegen 246 029 Mk. im Vorjahre ab. Auf die Betriebsrechnung entfallen in Einnahme und Ausgabe 253 247 Mk., gegen 225 226 Mk. im 3ahre 1929, auf die Vermögensrechnung kommen 27 345 Mk. (im Vorjahre 20 803 Mk.). An Kreisumlagen sollen unter Zugrundelegung der vorjährigen Sähe wiederum 82 000 Mk. eingehen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dah der Kreis Lauterbach die niedrig st en Steuersätze in ganz Hessen hat. Nach längerer Beratung, bei der es infolge mehrerer nationalsozialistischer Anträge, die nach der Ansicht der Sitzungsteilnehmer nur agitatorischen Zwecken dienten, zu stellenweise lebhaften Aussprachen kam, wurde der Haushaltsvoranschlag nach den Vorschlägen des Kreis- ausschusscs mit den vorstehenden Abschlußzisfern angenommen. Für den Voranschlag stimmten alle Parteien, einschließlich zweier nationalsozialistischer Mitglieder des Kreistages, gegen den Voranschlag stimmte, im Gegensatz zu feinen beiden Parteifreunden im Kreistage, als einziger der nationalsozialistische Abg. Dr. Lang (Grebenhain). Die Anträge der Nationalsozialisten wurden a b gelehnt. Der Kreistag beschloß weiter, die vorläufigen Steuerausschlagsfähe für 1929 als endgültige Sähe zu bestimmen. Der Einführung einer Kreis-Hundesteuer in den selbständigen Gemarkungen des Kreises wurde zugestimmt. Danach werden an Steuern e^oben für den ersten Hund 12 Mk., für jeden weiteren Hund ein Zuschlag von ebenfalls 12 Mk. Genehmigung fanden weiterhin die Einführung einer Kreis-Bier- steuer in den selbständigen Gemarkungen des Kreises, sowie der Bericht des Kreisausschusses über die Verwaltung des Kreises Lauterbach im Rechnungsjahr 1928. Landkreis Gicsten. Bg Großen-Buseck, 30. Mai. Dor kurzem wurde hier ein Geflügelzuchtverejn geprün- bet. Hauptzweck des Vereins ist, durch Aufklärung ursachte wiederum eine längere Aussprache. Eine Ortsbesichtigung, die auf Beschluß der vorigen Sitzung stattgefunden hatte, ergab, daß der weiterhin vorgeschlagene Platz auf der Lehmkaute an der Göbelnröder Straße nicht als Sportplatz geeignet ist, da er eine schräge Lage aufweist und eine Menge Obstbäume zur Entfernung kommen mühten. Gemeinderat Wilh. Schmidt schlug vor, einen Platz oberhalb vom Spitzen Stein in der Nähe des Tannenkopfes in Aussicht zu nehmen. Der Gemeinderat beschloß, diesen Platz zu besichtigen. Jedenfalls ging aus der Aussprache hervor, dah man allseitig der Meinung ist, dah die Sportplatzfrage in irgendeiner Weise gelöst werden müsse. — Das Kreisamt hat die Genehmigung zum freihändigen Verkauf des Färbgrabens an die Weberei H. Schmidt L zurückgezogen und öffentliche Versteigerung anhcimgestellt. Schlossermeister Schäfer bat in einer Eingabe um Teilung des Platzes und freihändigen Verkauf des kleineren Teiles an ihn und des größeren Teiles an H. Schmidt 1. zu einem angemessenen Preise. Nach längerer Aussprache wurde die Sache zurückgestellt. * Grohen-Linden, 29. Mai. Bei dem am vorigen Sonntag in Wieseck abgehaltenen 6. Bundesfest des Keglerbundes Lahn-Busecker Tal errang unter 281 Mitbewerbern Alfred 3 u n g von hier den ersten Preis und die Bundesmeisterschaft, Erwin Tank von hier den dritten Preis. Bei der vorjährigen zweiten Bun- dessahrt konnte Alfred 3 u n g unter 200 Bewerbern ebenfalls den ersten Preis davontragen, womit auch der Keglerverein „Alle Neune" den ersten Preis für sich buchen konnte. = Lang-Göns, 30. Mai. Auf der Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesell- schäft in Köln hatte der hiesige Schweinezucht v e r e i n — wie gemeldet — acht Tiere ausgestellt. Bei der Preisverteilung wurden ihm zu- erkannt: Ein 1. Sammelpreis, ein 2., ein 3. und ein 4. Preis sowie drei Anerkennungen: von acht Tieren wurden also sieben ausgezeichnet. Zum erstenmal beteiligte sich der Zuchtverein an der Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, und er kann mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein. Der Verein steht seit seiner Gründung unter der bewahrten Leitung des Landwirts Ludwig Konrad L u h. * Lich, 31. Mal. Der bekannte L ich er Pfingltmarkt findet in diesem Jahr nur als Schweine- und Krämermarkt statt, während der sonst mit dem Markt verbundene Ziegenmarkt aus den 22. und 23. Juni verlegt worden ist, an welchen Tagen hier die 25. Jubiläumsfeier des Kreisziegenzuchtoereins Gießen stattfindet. Trotzdem ist bei der bekannten Güte des in Lich immer aufgetriebenen Zuchtviehmaterials mit einem guten Marktbesuch zu rechnen. Man beachte die heutige Anzeige. LI Rodheim a. d. Horloff, 30. Mai. Dieser Tage hielt die hiesige Spar- und Darlehenskasse ihre diesjährige Generalversammlung ab. Nach Begrüßungsworten durch den Präsidenten des Aufsichtsrates legte Rechner Karl Hofmann die Bilanz des letzten 3ahres vor, die folgenden Stand -zeigte: Aktiva. Kassenbestand 166,15 Mk., Wertpapiere 17 000 Mark, Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 6000 Mark, 3mmobillen 100 Mk., Guthaben in laufender Rechnung bei Genossen 84 341,60 Mk., Darlehen auf Schuldscheine 149,70 Mk. und Hypotheken 4750 Mk.: Summe: 112 507,45 Mk. Passiva. Reservefonds 2150 Mk., Detriebsrücklage 1860,54 Mark, Geschäftsguthaben der Genossen 2300 Mk., Spareinlagen 61 055,72 Mk., Bankschuld in laufender Rechnung 4923 Mk., auf Abwicklungskonto 22 226,25 Mk., Schuld in lfd. Rechnung an Genossen 5615,78 Mk., und Wechsel 11000 Mk.: Summe der Passiva 111 131,29 Mk., so dah ein Reingewinn von 1376,16 Mk. verbleibt. Die Zahl der Kassenmitglieder beträgt 119. Nach der Rechnungsablage wurde dem Vorstand und dem Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Lieber die Verwendung des Reingewinns wurde beschlossen, daß 10 Prozent Dividende auf das Geschäftsguthaben der Mitglieder ausgezahlt werden sollen, der verbleibende Rest wird dem Reservefonds und der Detriebsrücklage zugewiesen. Bei der Ergän- zungswahl des Vorstandes wurden die seitherigen Mitglieder Ludwig Rudel (gleichzeitig auch Direktor der Kasse) und Friedrich Keil (Stein- Heim) wieder gewählt: in den Aufsichtsrat treten neu ein: Friedrich Nicklas (Rodheim), Karl Schäfer (Rodheim) und Richard Rudel (Steinheim): die ausscheidenden Herren traten aus Rücksicht auf ihr Alter und ihre Gesundheit freiwillig zurück. Kreis Friedberg. ch O st h e i m bei Butzbach, 30. Mai. In den letzten Tagen sind hier drei Einbrüche verübt worden. Während den Dieben in zwei Häusern nicht das Gewünschte — sie hatten es allem Anschein nach auf Geld abgesehen — in die Hände fiel, waren es im aannzen 15 Mark, die die Einbrecher, als sie ihre Arbeit zum drittenmal versuchten, erbeuteten. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 26. Mai. Gestern hielten hier die vor 50 3ahren im Kirchspiel Nidda Geborenen eine Zusammenkunft ab, um gemeinsam ihren 50. Geburtstag mit einigen fröhlichen Stunden des Wiedersehens zu feiern. Vollzählig waren sie von hier, Kohden und Llnter-Schmitten dem Ruse ihres Altersgenossen, des Spenglermeisters Heinrich Wolf hier, gefolgt, und wer es von den auswärts wohnenden Schulkameraden einigermaßen möglich machen konnte, war mit feinen Familienangehörigen erschienen. Nur die durch Krankheit oder Dienstpflichten verhindert waren, hatten herzliche Begrüßungsschreiben und 8um Teil recht beträchtliche Geldspenden geschickt. Einer hatte aus Amerika 100 Dollar überwiesen. Die Feier begann mit einem gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes, in dem Dekan Scriba die Festpredigt über 3esajas 40, 27 bis 31 hielt. Dann folgte ein Rundgang durch die Stadt, die für manchen, der sie lange nicht gesehen hatte, durch die zahlreichen Neubauten wesentlich verändert schien. Einem gemeinschaftlichen Mittagessen in der „Traube" schloß sich ein gemütliches Zusammensein im gleichen Lokale an, zu dem als Gäste die beiden hiesigen Geistlichen und die hier noch im Ruhestand lebenden ehemaligen Lehrer der Altersvereinigung, Domm, Gatzert und K ü f e r, eingeladen waren. Pfarrer Laut konnte wegen Dienstgeschäften nicht teilnehmen. Die übrigen waren erschienen und wurden aufs herzlichste begrüßt. 3n der von echt kameradschaftlichen Geiste und großer Heimatliebe getragenen Festrede des Oberstudiendirektors Dr. Kammer (Darmstadt- wurden die Verdienste der Lehrer in Dankbarkeit und Anerkennung gewürdigt und den verstorbenen und im Weltkrieg gefallenen Schulkameraden ein ehrender Nachruf gewidmet. Die Anwesenden ehrten die Toten mit einigen Minuten stillen Gedenkens, während die Musik leise eine Strophe von „3ch hott' einen Kameraden" spielte. Oberreallehrer Küfer und Rektor Gatzert dankten für die Einladungen und die Anerkennung der Leistungen der Real- und Volksschule. Eine längere Ansprache des Lehrers Friedrich Ringshausen (Offenbach a. M.) über den ethischen, Oleibenden Wert der Heimat im wechselvollen Kampfe des Lebens sand reichen Beifall. Unter Musik- und Gesangsvorträgen von den Töchtern zweier 3ubilare und dem gegenseitigen Austausch von 3ugenderinnerungen und späteren Erlebnissen verflossen die wenigen Feierstunden rasch. ow. Ober-Widdersheim, 26. Mai. Einen fröhlichen Tag verlebte unsere M ä d ch e n Vereinigung am gestrigen Sonntag durch einen Ausflug nach Melbach zum Besuch der dortigen Mädchenvereiniaung. Die jungen Mädchen wurden bei Melbacher Familien zu Kaffee und Abendbrot zu Gast geladen. Nach der Kaffeepause versammelte man sich im Saale des Gasthauses „Zur Post". Dort cntwickelle sich bald ein echt jugendlich-fröhliches Leben. Der Lauten- und Mandolinen-Chor spielte aus den Liederbüchern des Reichsverbandes Die verschiedensten Lieder. Pfarrer Naumann begrüßte die Gäste mit einer Ansprache. Von Ober- Widdersheimer Mädchen nach verschiedenen Volksliedern getanzte Neigen brachten viel Freude. Den Höhepunkt erreichte die fröhliche Stimmung, als auch die Melbacher Mädchen sich unter die Tanzenden mischten und an den Gesellschaftsspielen sich beteiligten. Ein kleines heiteres Theaterstück der Ober-Widdersheimer ließ alle hell auflachen. Pfarrer M e m m e r t dankte für die freundlichen Be- grüßungsworte und die gastliche Aufnahme und lud zum Gegenbesuch nach Ober-Widdersheim ein. Unter Gesang des Liedes „Kein schöner Land" endete die Feier im Saal. Nach einer Stunde Abendbrotpause wurde noch durch den Musikchor an verschiedenen Plätzen des Ortes gespielt und gesungen. Danach zeigte Pfarrer Naumann den Gästen die Kirche, gab Aufschluß über deren Stil und Erbauung und erklärte die vorhandenen vier Doppelbilder. Zum Schluß wurde das Ehrenmal der Krieger besichtigt. Dann ging es unter stattlicher Begleitung zur Bahn. — Am gestrigen 6omu ,6s Lebens lare W » und ge^errnn jgtn Men die * 26 6"1!1! KALO- ffasseep^ ßUr N ‘ e"Aa$4« et/Ä*”!l11 5>-n .ach DcrS gteube- Ätz SL für S, W‘,f,n'rt ein. 'S LE A-AZ AS-.S taa konnten der Polizeidiener Johannes H 3 cherH. und seine Ehefrau Lütharina. geb. Diehlmann das Fest der goldenen Hochzeit feiern. Beide Ehegatten erfreuen sich noch guter Gesundheit, so daß der Mann neben landwirtschaftlichen Arbeiten noch seinen Dienst als Gemeinde- und Polizeidiener, den er schon 39 Fahre versieht, leisten kann, während die Frau noch in der Hauswirtschaft tätig ist. Wegen der großen Entfernung vom Gotteshaus und der ungünstigen Witterung fand die kirchliche Feier im engsten Familienkreise im Hause des Jubelpaares statt. Der Pfarrer sprach im Anschluß an Psalm 91 und segnete dos Jubelpaar noch einmal ein für weiteren gemeinsamen Gang durchs Leben. Im Auftrag des Landeskirchenamtes überbrachte der Pfarrer dessen Glückwünsche und überreichte ein künstlerisches Gedenkblatt. Das Dekanat hatte schriftliche Glückwünsche übersandt, die der Pfarrer zur Verlesung brachte. Im Auftrag der Äirchengemeinde und des Ltirchenvorstandes sprach er auch deren Glückwünsche aus. Die Gemeinde Unter.Widdersheim ehrte ihren langjährigen Ge- meindedtener durch Ueberreichung eines Feltge- fchenkes in Gestalt eines hübschen Sessels. Diele Blumengrüße und Gaben bezeugten dem Jubelpaar die allgemeine Wertschätzung und freudige Anteilnahme an seinem Ehrentag. ch Ortenberg, 29. Mai. Der hiesige Dor- schuß - und Äreditoerein hielt gestern seine Generalversammlung über das 55. Geschäftsjahr (1929) ab. In dem Bericht des Vorstandes wurd" betont, daß das Jahr 1929 von einer außerordentlich schwierigen Geldbeschaffungsmoglichkeit gekennzeichnet war. Lu Beginn des Geschäftsjahres sei der Verkehr mit der Hessischen Landesbank ausgenommen worden, wodurch Kredite beschafft werden konnten und neben der Versorgung der Kunden die Finanzierung von Bauten möglich war. Auch die Beziehungen zu den übrigen Bankverbindungen gestalteten sich reibungslos und erfreulich. Die Gewährung einer Dividende von 10 v.H. konnte bei» behalten werden. Der Umsatz erreichte die Höhe von 8 418 127,34 Mark. Die Bilanz per 31. Dezember 1929 schließt mit 561 330,19 Mark in Aktiva und Passiva ab. Der Reingewinn einschließlich Vortrag aus 1928 wird mit 6293,99 Mark ausgewiesen. Die Anträge der Verwaltung wurden von der Dersamm- lung einstimmig angenommen. Aus dem Aussichts- rat schieden infolge Ablaufs der Wahlperiode die Herren Otto (Brom und Heinrich Wiesner aus. Da letzterer auf die Wiederwahl verzichtete, wurde für ihn Heinrich Suhl III. gewählt, Otto Grom wurde wiedergewählt, neu in den Aufsichtsrat kam Fritz Gödel. A Blofeld, 30. Mai. Gestern ereigneten sich infolge des starken Verkehrs in der Rähe unseres Dorfes zwei schwere Unfälle. Sin junger Bursche aus Reichelsheim fuhr mit dem Motorrad an der abfallenden Straße beim Ausweichen wider einen dicken Stein, der auf dem Fußsteig lag, stürzte vom Rade und verletzte sich schwer am Kopfe. Der Verletzte mußte im Auto nach Hause gebracht werden. — Ein lljähriger Schuljunge aus unserer Gemeinde kam mit dem Rade in derselben Straße zu Fall undtrüg Verletz ungen am Kopfe davon. Kreis Schotten. □ Laubach, 29. Mai. 3n der letzten Rächt verunglückte gegen 1.30 Uhr an der etwa hundert Meter vor dem Ortseingang bei Wetterfcld liegenden Kurve ein Personenauto, das sich auf der Rückfahrt nach Butzbach befand, indem eS gegen einen Baum rannte. Das Auw wurde zertümmert- Die beiden 3n- sasfen trugen erheblicheKopf-und Armverletzungen davon. Die Verunglückten wurden nach erster ärztlicher Hilseleifwng in daS hiesige Krankenhaus verbracht. D Wingershausen, 29. Mai. Nachdem seit fast 1 */. Fahren kein Todesfall mehr in der hiesigen Gemeinde vorgekommen war. starb jetzt die älteste Frau des Kirchspiels. die allgemein geschätzte Witwe Margarete Decker, geb. Lilinger, im fast vollendeten 9 0. Lebensjahr. Sie war bis in ihre letzte Stunde geistig außerordentlich regsam und war ihr Leben lang so kräftig und gesund gewesen, daß sie als Mädchen in der elterlichen Mühle die schwersten Säcke tragen konnte und bis wenige Tage vor ihrem Ende niemals einen Arzt gebraucht hatte. 3n ihrer Erinnerung war eine fast hundertjährige Geschichte von Wingershausen ganz ttzbendig. Sie sprach mit Stolz davon, daß ihre 3 Söhne (von denen der eine seit 28 3ähren Bürgermeister, der andere Kirchenrechner von Wingershausen ist) 7 3ahre lang nacheinander in Gießen aktive Soldaten gewesen toarert 3hre Rachkommenschaft sind 3 Söhne, 11 Enkel und 16 Urenkel. Sie war die älteste von 16 Geschwistern, die jedoch alle, z. T. sehr frühe, gcftorlxn sind. Rur eine 15 Fahre jüngere Schwester, Frau Elisabeths Lihner, geb. Usinger, seit 42 Fahren ebenfalls Witwe, lebte noch tm Rachbarhause. Diese war in den letzten Fahren öfters kränklich und ist setzt — welch« wunderbare Fügung! — am gleichen Tag wie ihre Schwester, 12 Stunden später, einer Lungenentzündung erlegen. So bewegte sich ein Trauer- fug, wie er wohl selten gesehen worden ist, zu untrem Friedhof hinauf. Voran wurden nebeneinander die Särge der beiden hochbetagten Schwestern getragen. Rach ihrem Wunsch wurden sie in einem gemeinsamen Grabe beigesetzt. Kreis «ISfelv. v Rieder-Gemünden, 29 Mai. Die hiesige Molkereigenossenschaft hielt dieser Tage unter der Leitung deS AufstchtsratSvorsitzenden Bürgermeister Lutz (Slpenrod) ihr« diesjährige ordentliche Generalversammlung ab. Aus der Fahresrechnung für 1929, die von bem Rechner Martin erstattet wurde, ging hervor, daß der Reingewinn im Geschäftsjahre 1929 gering war: er wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Genossenschaft gehörten am Schlüsse des Berichtsjahres 309 Mitglieder an. Die aus dem Aufsichtsrat turnusmäßig ausschcidenden Mitglieder Hochgrewe (Rieder-Ofleiden) und Bürgermeister Lutz (Elpenrod) wurden einstimmig wiedergewählt, für das freiwillig ausscheidende Aussichtsratsmitglied Pfannstiel (Hainbach) wurde Heinrich Erb Hi. (Schadenbach) einstimmig in den AufsichtSrat entsandt. Die Versammlung beschloß weiter die Verhängung von Strafmaßnahmen gegen solche Mitglieder, die nicht mindestens ihr.Pflichtquantum an Milch an die Molkerei abliefern. Geschichten aus aller Welt. Brautfchau in Hellas. (t) Athen. Tausend Herzen junger, hübscher Griechinnen dürsten in diesen Tagen schneller geschlagen haben, als aus Reuyork der Lieberseedampfer »Saturnia" in der Phaleron-Bucht eintraf. Denn auf diesem Schiff befanden sich 800 junge Griechen, die der Heimat zustrebten, um sich eine Braut zu suchen. Einige dieser Heiratsfrohen waren mit so festen Absichten gekommen, daß sie sogar eine doppelte Rückfahrkarte gekauft hatten. Mit einem Lächeln auf den Lippen stiegen die modernen Argonauten von dem Dampfer herab. Am Quai erwarteten sie schon Hunderte, ja Tavsende von jungen Damen, die ebenfalls ein freudigerregtes Lächeln auf den Lippen hatten. Sogar eine Abordnung der Stadt Athen und einige Beamte der griechischen Regierung hatten sich eingefunden, um die Brautsucher zu begrüßen und ihnen alles Gute für die Wahl zu wünschen. Allerdings so ganz ohne Anhalt sind sie nicht über das Meer gekommen. Die „Engros"-Chever- handlungen liegen schon einige Feit zurück. Man hatte durch die politische Vertretung Griechenlands in den Vereinigten Staaten fleißig Propaganda machen lassen, und sogar einen Musterposten von tausend Photographien abgesandt. Danach hatten sich jene Griechen oder zu Amerikanern gewordenen ehemaligen Griechen eine Frau ihrer Wahl ausgesucht und waren bisher zum Teil nut telegraphisch mit ihr in Verbindung getreten. Mancher wird von dem Original entzückt sein, das er vorfand, als er griechischen Boden betrat, manch anderer dagegen dürfte eine kleine Enttäuschung erlebt haben, wenn auch die Möglichkeit besteht, in Griechenland, dar ja nicht gerade arm ist an schönen Frauen, eine andere Schönheit zu finden. Diese Argonauten deS 20. FahrhundertS brachten zum Ausdruck, daß sie in Amerika fleißig nach einer Braut gesucht hätten, freilich ohne eine zu finden. Und so seien sie auf die Heimat zurückgekommen, die ihnen doch noch immer die lieblichsten Wesen des weiblichen Geschlecht- zu liefern in der Lage sei. Bald wird es 800 fröhliche Hochzeiten geben in Griechenland. Spitzbubcn-Krcchhcit. (v) Budapest. Hin Spitzbubenstück, da- von edler Dreistigkeit zeugt, erzählen hiesige Blätter. Als in einem hiesigen Eafä ein Börsenmakler, der mit Geschäftsfreunden zusammensah. das Rotizbuch auS dem abgelegten Lieberzieher holen wollte, stellte er zu seinem Schrecken fest, daß dieses — erst neu angeschaffte — Bekleidungsstück spurlos ver- schwunden war. Man suchte fast eine halbe Stunde lang in dem ganzen Lokal, natürlich vergeblich, und der Geschädigte wollte sich gerade aufmachen, um der Polizei persönlich 2Uizeige zu erstatten, als ein kleiner 3ungc im Gastraum erschien und am Büfett ein kleines Paket mit der Aufschrift abgab: »Dem Herrn, dem der Mantel gestohlen wurde!" Das Paket enthielt da- Rotizbuch, auf dessen erster leerer Seite mit fremder HaEchrift die Adresse einer nahen Psandleihe angegeben war. während die Deckeltasche den Pfandschein enthielt — Der Bestohlene eilte sofort in die Pfandleihe und fand dort tatsächlich seinen vor etwa einer Viertelstunde versetzten Lieberzieher vor. Er löste ihn ein, zog ihn an und suhlte in der einen Tasche ein knisternde- Papier. Er entfaltete e- und laS in derselben fremden Handschrift, die den Wink in das Rotizbuch geschieben hatte: t .Fch danke. Fch wußte mir nicht anders zu Helsen. Gin ehemaliger Millionär." Ter Schakal. (c) Kairo. Ein junger Araber, Omar Sjih. einstigerDiener in einem Hotel in Kairo, hat gegen seinen früheren Direktor eine Klage wegen unrechtmäßiger Entlassung anhängig gemacht. Run sind ja derartige Prozesse an der Tagesordnung. Aber die Llmstände, unter denen feine Entlassung erfolgte, sind doch wert, festgehalten zu werden. 5m Fanuar dieses Fahres nahm ein Amerikaner im Hotel Wohnung, um sich die Wunder Aegypten- anzusehen und die Hoteldirektion versprach ihm ihre Hllse. Der Amerikaner verbrachte eine der ersten Rächte in einem Zelt, da- er sich auf einem Esel in die Wüste halte bringen lassen. Man hatte ihm nämlich mitgeteilt, daß er, wenn er Glück hätte, das Heulen der Schakale hören könnte, ein angenehm gruseliges Geräusch, da- er nie wieder vergessen würde. Lind wirklich, gegen ein Lihr nachts, begannen die Schakale zu heulen, zunächst zwar nur schwach, dann aber immer lauter. 3n dem tiefen Blau der Wüstennacht ein schauererweckendes Geräusch. Aber der Amerikaner war ein nüchterner, rechtschaffener Mann. Anstatt sich mm am nächsten Morgen bei der Direktion zu bedanken, lieh er sich den Geschäftsführer kommen und ranzte ihn mächtig an. Denn der Amerikaner war Direktor eines Zoologischen Garten- und hat in seinem Geben mehr Schakale heulen gehört al- jemals ein Wüstenreisender. Er war wütend, daß man e- gewagt hatte, ihm eine armselige Rachahmung als echte- unverfälschtes Schakalgeheul vorzusetzen. Gr beruhigte sich nicht eher, bi- man ihm den stümperhaften Tierstimmenimitator brachte und dieser war Omar Sjih. Am frühen Morgen schon bekam Omar eine unvergeßliche Strafpredigt zu hören und wurde schließlich von seiner Direktion entlassen. Wegen Llnzulänglichkeit. Er klagt, weil er auf Zoodirektoren als Schakal-3mitator doch nicht verpflichtet gewesen sei. Pfarrer Heumann's Vf VÖL Heilmittel W bewährt bei zahlreichen Krankheiten. 180 000 Dank- r'tT1 schreiben. Dan Pfarrer Hea- mann-Buch(272S.,150Abb.) jeder, der »ich auf diese» Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch Ludwig Heumann & Co., Nürnberg S 7. Die Pfarrer Heumann-Heilmittel erhalten Sie 8 < In allen Apotheken Gießens beitimmt: Hirich-Apotheke, Frankfurter Str. 4 Vorrätig in Giefoen: Gummi-Gantenberg, Frankfurter Str. 86 Neils & Kraft, Marburger Strabe. 275v sirv Preis a höW im Vert den Fahrern denkbar 6eringslcn [ _ 0 Adreßbücher—Sladlplan und Einwohner- und Geschästsverzeichnlssen von 7 Städten und 74 Orfsgerneinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schastS- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / Preis-10 Reichsmark Sbeehessischee Adreßbuchverlag, Gießen, Schalste. 7 Hausfrauen! Achtung! Seit kurzem ist ausländisches Siedesalz im Handel. 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Die Deutsche Kolonial-Gesellschait Ortsgruppe Giefeen LWWMBMI IIIJ llllll ■IIIIMI weist empfehlend auf den am SonnlaO, dem 1.W 1930.vormitta0s 11.15 Bür im Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße lautenden Kolonialfilm „Das Sonnenlanü Süßest-Afrika“ hin. 4090D Stanenüund ö. Seutfthen golonloloWafr irauenoeteio Ootenfimu s.NMe ttU.See. Dir machen unsere Mitglieder auf den Filmvortrag von Herrn D. von Trotha y „Das Sonnenland Südwestafrika" am Sonntag, dem 1. Zum, ll18 Uhr aufmerksam. 03596 Die Vorstände. r Gießen, Lichtspielhaus Sonntag, den 1. Juni 1930, 11.15 Uhr I nur einmalige Früh-Vorstellung I |H. D. von Trotha I 19 Jahre Farmer in Süd-West-Afrika I I spricht persönlich zu seinem Expeditjonsfllm I Das Sonnenland I Süd-West-Afrika I Vom Waterberg bis Caprivizipfel 1. Teil Süd-West-Afrika einstund jetzt I 2. Teil Ein Jagd- und Expeditionsfilm I | Kartenvorverkauf I Fe rbersche Universitätsbuch- I handlung, Seltersweg. 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Ulal (flelb Ml Ämerifanfirfie Roten...... 4,169 i 189 Belgische Roten ....... 58,25 58,49 Tonische Roten ........ 111.68 112,12 Englische Roten........ 20,305 20,385 Hro,zol»ick>e Roten....... 16.405 16.465 Holländische Roten....... 168.03 168,76 Italienische Roten........ Norwegische Noten....... 21.96 111,73 22,04 112,17 Deutsch-Leiterretch, 4 100 Lchilling 59.00 59,24 Rumaniick'e Roten....... 2,46 2.48 Lckwedische Roten....... 111.98 112,42 CchweUer Roten . . . . »/. 80.94 81,26 Cpanische Roten........ 50.80 51, CO Tlchechoilowokische Roten..... 12,40 12,46 Ungarische Roten........ 72.98 73 28 30. Ma. 31. Ulai Amtliche Dotierung Vmiiiche ■Notierung Geld r'rie. 05t 10 »ries Rott. 168,36 168,70 168 34 168,68 Buen- Aires 1,599 1,594 1.585 1.589 Brii.-Antiv 58,425 58,545 58,41 58.53 (tbriflianla - 111.98 112,20 111.98 112,20 Kopentzag-n 111.99 113,21 111,98 112.20 Stockholm . 112,28 112.50 112.28 112.50 HeliingforS. 10,538 10,558 10.535 10 555 Italien. . . 21,93 21,97 21.93 21 97 London. . . 20,341 20,381 20.34 20.38 Weunorf . . 4.186 4,194 4,186 4 194 Paris. . . . 16,41 16.45 16,41 16,45 Schweiz - . 80,995 81.155 80,995 81.155 Spanien. 51,05 51,15 51,00 51,10 Japan . . . 2,068 2,072 2.068 2.072 -Lia de 3an 0.495 0,497 0.4955 0,4975 Sten In Lett, abgesl 59 06 59,18 59.06 59,18 t'tQQ - - - - 12,421 12,441 12.42 12.44 Belgrad . . 7,391 7.405 7,393 7 407 Budapest. . 73,15 73.29 73,15 73.29 Buioarüu . 3.035 3,041 3.035 3,041 L'kkabou . . 18.80 18.84 18.80 18,84 2 tinzia - - . 81.35 81.51 81.32 81.48 Äonft-mlin. 1.784 1,789 1.785 1.783 Athen. . . 5.43 5,44 5,42 5,43 Canada .. 4,183 4,191 4,183 4,191 Uruguay. . 3,816 3.824 3,796 3,804 Cairo . .. 20,865 20,905 20,865 20,905 Hasfla-Dezirksfag in Gießen tp Der Frühjahrsbezirkstag des „Ha s f i a" -BeztrksG ießen fand am Sonntag im ..'Postkeller" zu Gießen statt. Die Sitzung, zu der die Vertreter von 27 Vereinen erschienen waren, wurde von dem I. Bezirksvorsitzenden Professor Dr. Kraeme r geleitet. Der Versammlungsleiter konnte mitteilen, daß der Kriegerverein Heuchelheim der „Hassia" wieder beigetreten ist und der Verein ehemaliger 24er Dragoner des Kreises Gießen (Sih Gießen) mit Wirkung vom 1. Sult der „Hassia" angehört. Dem Kameraden Philipp (Watzenborn-Steinberg) wurde das ihm vom Verband verliehene „Hassia"- Ehrenkreuz überreicht. Vach dem Jahresbericht des Vorsitzenden zählt der Bezirk zur Zeit 28 Vereine (nach dem 1. Juli werden es 29 Vereine) mit 1939 (ab 1. Juli 1975) ordentlichen und 79 außerordentlichen Mitgliedern. 3n den meisten Vereinen wird das Schiehwesen gepflegt: eine Anzahl Vereine hat besondere Kleinkaliberschiehabtei- lungen. Eine Iugcndgruppe besteht in Lollar, die dem dortigen Veteranen- und Kriegerverein angegliedert ist. Der Vermögensstand der Vereine ist gegenüber dem Vorjahre um rund 1000 Mk. gestiegen, der Inventurwert weist gleichfalls eine Steigerung auf. An Unterstützungen an bedürftige und in Rot geratene Kameraden kamen durch die Vereine 1761 Mk., durch den Verband 450 Mark zur Auszahlung. An 16 Waisenkinder wurden anläßlich ihrer Konfirmation aus der Ernst- Ludwig-Ctiftung durch den Verband 160 Mk. ausgezahlt. An Rückvergütung seitens der Hassia- Vertragsgesellschaften flössen den Bezirksvereinen 1300 Mk. zu. Erstmalig nach dem Kriege wurde ein Bezirkspreisschietzen durchgeführt. 33 silberne Decher mit „Hassia"-Abzeichen konnten verliehen werden. Die Verbandsmeisterschaft im Klein- kaliberschietzen der Kriegerkameradschaft Hassia erwarben die Dezirksangehörigen G e o r g, Hainbach, Mooh, Schilling (sämtlichvom Kriegerverein Gießen). Durch den Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft „Hassia" werden rund 600 Dezirksangehörige betraut. Anschließend hielt der Dezirksdirektor Reiber (Gießen- einen kurzen Vortrag über die Krankenversicherung bei der Deutschen Krankenversicherung Berlin, die Dertragsgesellschaft der Hassia ist. Die Tagesordnung für den am 15. Iuni in Alsfeld stattfindenden Verbandstag wurde besprochen und insbesondere die Stellungnahme des Bezirks zu den vorliegenden Anträgen festgelegt. Zum Bezirksvertreter wurde der Vorsitzende, Professor Dr. Kraemer (Gießen) gewählt. Die Arbeit der Fürsorgestellen und Obleute fand volle Anerkennung. Der Vorsitzende wurde beauftragt, dem Dezirksobmann Döhn und dem Leiter der Fürsorgestelle für Oberhessen, Kamerad D o n h a r d (Gießen), Anerkennung und Dank des Bezirks Gießen zu übermitteln. Die Forderung der Jugendbewegung wurde eingehend behandelt und die Vereine erneut auf die Bedeutung dieser Arbeit hingewiesen. An der Aussprache beteiligten sich neben dem Vorsitzenden die Kameraden Brück und Ewald (Lollar) und Säger (Leihgestern). Das Schießwesen (Kleinkaliberschießen) wurde in Verhinderung des Dezirksschietzwartes durch den Vorsitzenden und Kam. Wagner, Gießen, besprochen. Für das anfangs September in Gießen stattsindende Landesschieben wird ein zahlreicher Besuch seitens der Vereine gewünscht, da neben dem Meisterschaftsschießen ein allgemeines Preisschiehen einhergeht. Die Vorst andswahl ergab die Wiederwahl des seitherigen Vorstandes, der sich demnach zusammensetzt: 1. Vorsitzender Prof. Dr. Kraemer, Gießen: 2. Vorsitzender Oberpoftsekretär Post, Grotzen-Linden: 1. Schriftführer Lehrer Keil, Klein-Linden: Rechner und 2.Schriftführer Steuerinspektor Säubert, Lollar: Bezirksobmann für die Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Lehrer Döhn, Gießen: Bezirksschietzwart Albin Klein, Gießen. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 1.3uni, 19 bis nach 22.45 Llhr: „Der Rosenkavalier". — Montag, 2., 20 bis gegen 22.30: „Tiefland". — Dienstag, 3., 19.30 bis nach 22: „Der Freischütz". — Mittwoch, 4., 19.30 bis nach 22: ».Das Land des Lächelns". — Donnerstag, 5., 19.30 bis 22.15: „Transatlantik". — Freitag, 6., 20 bis 22: „Der getreue Musikmeister", hierauf: „Petrouschka". — Samstag, 7., 18 bis gegen 22.30: „Tristan und Isolde". — Sonntag, 8., 19.30 bis gegen 23: „Carmen". — Montag, 9., 19.30 bis nach 22: „Das Land des Lächelns". Schauspielhaus. Sonntag, l.Suni, 11 bis 13 Uhr: Szenen-Aufführung der Schauspielschule. Wiistrie- und Handelskammer Gießen. lieber die jüngste Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach wird uns berichtet: Konsumverein Gießen und Handelskammer. Die Aussprache über die in Nr. 78 des „Gießener Anzeigers" veröffentlichte Entgegnung des Konjurnveceins hat zu folgendem Ergebnis geführt: „Der Konsumverein Gießen behauptet, in dem Sitzungsbericht der Industrie- und Handelskammer sei gesagt, die Konsumvereine gingen weit über den Kreis ihrer Mitglieder hinaus: es ist aber in dem Bericht nur gesagt worden, daß einzelne Konsumvereine über den Kreis ihrer Mitglieder hinaus Waren abgesetzt hätten und daß dies auch auf den Konsumverein von Gießen und Umgegend zutreffe. Diese Angabe ist richtig und wird von dem Konsumverein auch gar nicht bestritten. Der Konsumverein wendet sich sodann gegen die von der Kammer bezüglich seines Betriebs gemach- ten Angaben, indem er betont, daß ein beabsichtigter Verkauf an Nichtmitglieder nicht festgestellt und daß die Zahl der festgestellten Fälle nur gering sei. Der erste Einwand ist deshalb hinfällig, weil die Kammer von einer Absicht gar nicht gesprochen, sondern nur die Tatsache solcher Verkäufe festgestellt hat. Diese Tatsache aber wird eben- alle nicht von dem Konsumverein bestritten; was >ie Zahl betrifft, so gibt die von dem Finanzgericht estgestellte Zahl gar kein Bild von dem wirklichen Umfang, da sich die meisten Fälle bei dem negativen Interesse der Beteiligten an einer Aufklärung naturgemäß der Feststellung entziehen. Bei einem Verfahren kann es darauf ankommen, wenigstens eine Reihe von Fällen festzustellen, und das ist geschehen. Der Konsumverein sagt weiter, daß bei der Na ch- zahlung der Körperschaftssteuer, zu der er verurteilt wurde, es sich nicht um 60 000, sondern nur um 19 148 Mark gehandelt habe. Wir wollen diese Differenz auf sich beruhen lassen, da wir die Angabe des Konsumvereins in ihrer bestimmten Form nicht bestreiten können, anderseits unser Gewährsmann seine Angabe aufrecherhält. Wir können das um so mehr tun, als es ja gar nicht auf die Höhe der Summe, sondern auf die Tatsache der Verurteilung ankommt, die wiederum nicht bestritten wird. Ebenso bleibt bestehen das berechtigte Befremden der Kammer gegenüber dem Verfahren des Reichsfinanzministers, durch eine allgemeine Verfügung den Konsumvereinen gesetzlich geschuldete Steuerbeträge erlassen zu haben, eiste Verfügung, die, wie uns von zuverlässiger Seite mitgeteilt wird, unter dem Druck der Spitzenverbände der Genossenschaften, in erster Linie der Konsumvereine, erfolgt ist. Daß diese Bevorzugung dann wohl oder übel auch den Einkaufsgenossenschaften des Einzelhandels nicht vorenthalten werden konnte, ändert nichts an den Tendenz und der Unbilligkeit der Maßnahme gegenüber der Allgemeinheit der Steuerzahler. Von Interesse wäre es — doppelt zu einer Zeit der Finanznot — zu wissen, welche Summen auf Grund dieser Verfügung im ganzen niedergeschlagen worden sind. 9m übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß, auch wenn die Konsumvereine sich auf den Kreis ihrer Mitglieder beschränken, — was bei der Leichtigkeit der Erwerbung der Mitgliedschaft keine wesentliche Beeinträchtigung ihres Geschäftsbetriebs zu bedeuten braucht — ihre Freilassung von der Einkommen- bw. Körperschaftssteuer eine ungerechte Bevorzugung bedeutet, denn sie arbeiten kaufmännisch genau so wie die selbständigen Kaufleute, ,und erzielen auch Gewinne, die ihren Fnhabern, den Genossen, ebenso zugute kommen, wie die Gewinne der Einzelgeschäfte deren Fnhabern. Es besteht nur der Unterschied, daß, während die Einzelkaufleute und auch die Aktiengesellschaften ihre Gewinne am Jahresabschluß in der Bilanz nachweisen müssen, die Konsumvereine, da sie die Gewinne ihrer Mitglieder in der Form von Rabatten verteilen, ober auf sonstige Weise verwenden, sich der Besteuerung ihres Geschäftes entziehen. Daß die Konsumvereine Gewinne im wirtschaftlichen Sinne erzielen, beweist ja übrigens auch der Umstand, daß sie ihre Geschäftsbetriebe ständig vergrößern, was ohne Gewinn- erzielung nicht möglich wäre. Durch diese steuerliche Bevorzugung besitzen sie einen ungerechtfertigten Vorsprung vor ihren Konkurrenten. Es wäre eine Aufgabe gerechter Gesetzgebung, das Einkommen- bzw. Körperschaftssteuergesetz so zu gestalten, daß die Konsumvereine ihrer wirtschaftlichen Bedeutung entsprechend zu jenen Steuern ebenso herangezogen werden, wie die Einzelkaufleute." Die Vollversammlung ist der Ansicht, daß mit dieser Antwort die Angelegenheit für die Kammer ihre Erledigung gefunden hat. Der Wettbewerb im Einzelhandel. Vorkommnisse aus der jüngsten Zeit auf dem Gebiet des Wettbewerbs im Einzelhandel geben der Kammer Veranlassung, ihre in der Vollversammlung vom 9. Januar 1930 abgegebene Erklärung zu wiederholen: „Die Notwendigkeit der Geschäftsreklame für den Kaufmann wird gewiß von keiner Seite verkannt. Darunter darf aber niemals die Lauterkeit der Reklame Not leiden Nun hat aber der verschärfte Wettbewerb bedauerlicherweise in den letzten Fahren vielfach Formen angenommen, welche über das Maß des Erlaubten hinausgehen und oft genug die unbedingt notwendige Rücksicht auf kaufmännische Zusammengehörigkeitsgefühl und kaufmänische Ehrbegriffe vermissen lassen. Leder Kaufmann sollte aber doch von selbst wissen, wie weit er bei seinen Ankündigungen gehen darf. Denn die innere Wahrheit und Klarheit seiner Geschäftsreklame wird stets oberstes Gesetz seines Handelns sein und bleiben müssen/' Städte und Plakatanschlag. Da Bestrebungen im Gange sind, durch gesetzliche oder sonstige Maßnahmen das Monopolrecht der Städte im Plakatanschlaggewerbe zu sichern, werden die hessischen Industrie- und Handelskammern bei der hessischen Regierung die geeigneten Schritte unternehmen, damit die drohende Monopolisierung des Reklamewesens verhindert wird. Gegen die Einführung einet Inseratensteuer. Ein bestimmter Vorgang, hat den hessischen Industrie' und Handelskammern Veranlassung gegeben, sich im Interesse der beteiligten Kreise mit aller Entschiedenheit gegen die Bestrebungen auf die Einführung einer Inseratensteuer (Besteuerung der in örtlichen Zeitungen aufgegebenen Inserate auswärtiger Firmen) auszusprechen. Ausgestaltung der Steuerbescheide. Die hessischen Industrie- und Handelskammern werden sich für eine Ausgestaltung der Steuerbescheide für die hessische Gewerbesteuer und die Sondergebäudesteuer in der Richtung einsetzen, daß den Bescheiden ein Durchschlag der von den Finanzämtern aufgestellten rechnerischen Unterlagen beigefügt wird. Mehr Silbermünzen verwenden! Wie die wöchentlich von der Reichsbank veröffentlichten Bankausweise zeigen, wachsen seit zirka zwei Jahren die Bestände an Hartgeld, insbesondere an Silbermünzen, langsam aber stetig derart an, daß es dem Reichsbank-Direktorium nötig erscheint, dieser unliebsamen Entwicklung entgegenzutreten. Die Silbermünzen gelten nach den bankgesetzlichen Bestimmungen nicht als Notendeckung. Ein stetes Anwachsen der Bestände an Silbermünzen in den Tresoren der Reichsbank deutet darauf hin, daß bei Lohn- und Gehaltszahlungen übermäßig viel Reichsbanknoten zu 10 Mark von Handels- und Industrie- firmen ausgegeben werden, wodurch der Notenumlauf sich in unerwünschter Weise erhöht, während Silber, das in den Tresoren der Bank einem zinsfreien Vorschuß der Reichsbank an das Reich gleichzuachten ist, nicht in dem gewünschten Maße seine Zahlungsmittelfunktion ausübt Nach Ansicht des Reichsbankdirektoriums sind Anzeichen einer Uebersättigung des Verkehrs mit kleineren Zahlungsmitteln nicht zu bemertep. 9m Gegenteil konnte des öfteren, so auch im Bezirk der Reichsbankstelle Gießen, beobachtet werden, daß im Klein- oerkehr das Umwechseln von Noten wegen Mangels an Silbergeld auf Schwierigkeiten stößt und des öfteren aus Kreisen der Kolonialwaren- undLebens- mittelfirmen Klagen über Mangel an Hartgeld laut werden. Alle Anzeichen scheinen vielmehr daraus hinzudeuten, daß dsts Mißverhältnis zwischen den bei der Reichsbank stetig anwachsenden Silber- beständen einerseits und dem zuweilen in die Erscheinung tretenden Mangel an Hartgeld anderseits auf eine im Geldverkehr zu beachtende Bequemlichkeit des Publikums zurückzuführen ist. Das Bestreben der Reichsbank geht deshalb darauf hinaus, den Notenumlauf auf Kosten der bei ihr ruhenden großen Silberbestände durch eine systematisch stär- kere Ausgabe von Silber zu verringern und dadurch das Verhältnis der bankmäßigen Notendeckung (Wechsel und Schecks) zur Hohe des Notenumlaufs zu verbessern. — Wir kommen mit diesen uns zur Verfügung gestellten Ausführungen einem ausdrücklichen Wunsche der Leitung der hiesigen Reichsbankstelle nach und richten im Anschluß hieran die Bitte an die Kaufmannschaft unseres Bezirks, ihrerseits dafür besorgt zu fein, daß bei Lohn- und Gehaltszahlungen in Zukunft mehr Silbermünzen zur Verwendung gelangen. 20 bis gegen 22.30: 2. Ensemble-Gastspiel Conrad Veidt: „Er". — Montag, 2., 20 bis nach 22: „Die liebe Feindin". — Dienstag, 3., u. Mittwoch, 4., 20 bis gegen 22.30: „Er". — Donnerstag, 5., 20 bis nach 22: „Die liebe Feindin". — Freitag, 6., 20 bis nach 22.30: „Die Bekehrung des Ferdys Pistora". — Samstag, 7., und Sonntag, 8., 20 bis gegen 22.30: „Er". — Montag, 9., 20 bis nach 22.30: „Die Bekehrung des Ferdys Pistora". Turnen, Sport und Spiel. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. 1900 hatte für den morgigen Sonntag die Liga der Kasseler Kurhessen verpflichtet. Da aber vereinbarungsgemäß der Lokalgegner V. f. B. im Gießen spielen sollte, wurde dieser Abschluß! rückgängig gemacht, und da auch weitere Bemühungen um einen Spiel-Abschluß nach auswärts ohne Erfolg blieben, ist die Ligamann-- schäft am Sonntag voraussichtlich ohne Spiel. Die Ligareservemannschaft hat dis gleiche Elf der Marburger ©ermanein auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe als Gast. Die Marburger sind sehr spielstark. Sie Habern in den letzten Meisterschaftsspielen ausgezeichnet abgeschnitten und stehen in der Spitzengruppe: ihrer Klasse. Bei den Gießenern chatrnan auf im letzter Zeit unzuverlässige Spieler Verzicht gc-- leistet und dadurch ein neues Mannschaftsgefüg2 geschaffen, mit dem man hofft, bessere Aussichten auf Erfolg zu haben. Erwarten muß man ah er, daß die Dlauweihen mit mehr Eifer als seitheu in den Kampf gehen. Der Ausgang ist vollftän-- dig offen. Die erste 3ugeni>elf fährt zu einem Rückspiel nach Friedberg und dürste dort um eine Riederlage wohl nicht herumkommen, wenn mau berücksichtigt, daß die Gießener auf eigenem Platze nur ein Unentschieden erringen konnten. Der hervorragende Torwart vom V. f. D. Friedberg wird sich nur sehr schwer schlagen lassen. Aut dem Sportplatz an der Liebigshöhe empfängt die dritte Jugend die erste Jugend Garbenheims im Rückspiel. Man rechnet dabei mit einem knappen Sieg 1900'6. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. 4 Sonntag, den 1.9uni. Exaudi. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Mahr; Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mai- thäusgemeinde: 9.30: Pfarrer Becker; 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde: 9.30: Pfarrer Ausfeld; 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im 9ohannessac.l, Pfarrer Lenz. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirchs für die Luthergemeinde, Pfarrer Lenz. — Elifabeth» kleinkinderschule. 8.15: Christenlehre für die Neu- konfirmierten der Petrusgemeinde; 9.45: Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst. — wieseck. 9.30: Nach- fonfirmation; im Anschluß Beichte und hl. Abendmahl. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die 9ugend von Ruttershausen. — Hausen- Garbenteich. 9.30: Hausen, Christenlehre: 10.45: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst mit Christenlehre. — Cid). 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Draubt. katholische Gemeinden. • Samstag, den 31. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 1. 9uni. 6. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Ansprache und Andacht. — Caubach. 10.15: Hochamt mit Predigt. — Cich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt.--Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Montag, 2., und Dienstag, 3. 9uni: W 0 ch e n f e st. Montag: Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30; Predigt. — Dienstag: Vorabend 7.45; morgens 8.30; abends 8.50 und 9.25. Sonntagsdienst d.Acrzteu.Avotbeken am 1. 6. 30 Frl. Dr. Gürtler. ^L.-R. Dr. SclUtephake. Hirschavoth. Zahnarzt: Dr. Buchinger. 'D miw; Der gutgepflegte Kopf gehört zur zeitgemäßen Kultur. Wundervolles, seidenweiches und duftiges Haar ergibt die wöchentliche Haarwäsche mit Schwarzkopf Sdiaumpon („Extra“ m It Haarglanz-Pulver 30Pfg.) AUF 10 LITER .seitdem ich mit © spüle, wird das Oescftirr viel schneller und besser sauber,“ ’ÄTEUE» HANS Bei Millionen Hausfrauen bestätigt sich dieses Urteil täglich: Spiegelnden Glanz, appetitliche Sauberkeit zeigen ©-gepflegte Geschirre. Frischer und bekömmlicher schmecken die Speisen, seit- 1 ESSLÖFFEL -- 1 EIMER HEISSES WASSER dem mit © gespült wird. Und vor allem viel weniger Arbeit und Mühe beim Aufwaschen und Spülen. 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