Nr. 26 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 31. Januar (930 (Er |tt)t tnt löglich.ouhei Sonntags und Feienag» Beilagen: Die Illustrierte _ ©iefjencr Jamtlienblätter Heimat >m Bild Die Schalle monati'-Bepigsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichsplennrg für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelncrNummern infolge höherer Gewalt. tiernsorechanschlüste anterSammcInummer'2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Lietzen, potzfchecktonto: granlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrt'S vnd verloa: vrlihl'sche Universitätr-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange in Gietzen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: §chu!llra^e 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für I mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klarneanzeigen van 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrisi 20u , mehr. Chefredakteur Dr Frtedr Wilh Lange. Derantwartlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.TÜyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) in Gießen. Rücktritt des preußischen Kultusministers Dr. Becker. Ministerpräsident Dr. Braun ernennt den Sozialdemokraten Grimme vom Brandenburgischen Provinzialschulkollegium zum Nachfolger Beckers. - Scharfe Kritik der preffe. - Oie Koalitionsverhandlungen mit der Volkspartei gescheitert. Berlin, 30. Ian. (DB.) Der Kultusminister Professor Dr. Becker hat an den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun heute folgendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Die politische Entwicklung der letzten Zeit hat mich zu der Ueberzeugung gebracht, dah die Auffassung führender Parteien van der Bedeutung der gratzen kulturellen Aufgaben meines Ministeriums so stark von dem Geiste abweicht, den ich in langen Iahren mühevoller Arbeit im Dienste der geistigen und palit.schen Erstarkung der deutschen Republik zu verwirklichen bemüht war, dah für mich eine gedeihliche Wirksamkeit nicht mehr gegeben ist. Ich lege deshalb hierdurch mein Amt nieder. Ihnen, Herr Ministerpräsident, danke ich bei diesem Anlah sür die persönliche und sachliche Anterstühung, die ich in den fünf Jahren meiner Ministerschast unter Ihrem Präsidium oft bei Ihnen gefunden habe. In hoher Verehrung Ihr ergebener (gez.) Becker. Der Ministerpräsident empfing Professor Dr. Becker, der ihm sein Rücktrittsgesuch überreichte. Ministerpräsident Dr. Braun nahm das Rück- lrittsgesuch entgegen. Er dankte dem aus- fcheidenden Staatsmlnister herzlich für die grohen Dienste, die er dem Freistaat preuhen und darüber hinaus der gesamtdeutschen Wissenschaft und kulturellen Arbeit zuerst als Staatssekretär und dann als Minister im Rahmen des weit gespannten Bereiches feines Ministeriums geleistet habe und gab der Hoffnung Ausdruck, dah er seine reichen Erfahrungen aus dem Gebiete der deutschen Geistesarbeit und der wissenschastlichcn Forschung im Interesse des Volkes und des Staates auch in Zukunft an sichtbarer Stelle wirksam werde nützen können. Oer neue Mann. Tcr Lcbeusqang des neuen Kultusministers. Ministerpräsident Dr. Braun hat zum QE > nister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung den gegenwärt'gen Vizepräsidenten des Provinzialschulkollegiums für die Provinz Brandenburg, G r i m in e, ernannt, lieber die Personalien des neuen St^atZministerZ Grimme teilt der Amtliche Preußische Pressedienst u. a. mit: Adolf Grimme, der im 41. Lebensjahre steht und in Goslar am Harz geboren ist, studierte Philosophie und begann seine pädagogische Laufbahn im Jahre 1919 als Oberlehrer in Hannover. 3m 3ahre 1923 wurde er an das Provinzialschulkollegium in Hannover verseht. 3m 3ahre 1925 wurde er als Oberschulrat nach Magdeburg berufen und trat 1927 in das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Dolisbildung als H i l f s° a rbei te r ein. Cr wurde dort 1928 zum Mi - nisterialrat ernannt und verwaltete längere Zeit auch das Prefsereferat des Ministeriums. Seine Ernennung zum Vizepräsidenten des Provinzialfchulkollegiums der Provinz Brandenburg -beendete 1929 seine Tätigleit im Kultusministerium. Staatsminister Grimme ist publizistisch mit Schriften in der Schriftenreihe der entschiedenen Schulreformer t> rocr*etr.t n, um, entsprechend seiner Einstellung als religiöser Sozialist evangelischer Konfession den weltlichen Schulz: danien auch religiös zu untermauern. Er ist ferner der pädagogischen Welt bekannt als Herausgeber der maßgebenden Fachzeitschrift aus diesem Spezialgebiet, der ^Monatsschrift für höhere Schule n“. Politisch gehört er der sozialdemokratischen Partei an. Oer zurückgetretene Minister. Der zurückgetretene preuhische Kultusminister Dr. Karl Heinrich B e d c r wurde am 12. April 1876 in Amsterdam als Sohn des Konsuls Beder, 3nhaber der dortigen Banksirma Beder & Fuld, geboten. Er b.such e das Gvmnasium in Frankfurt a. M. und studierte in Lausanne, Heidelberg und Berlin Theologie und orientalische Sprachen. 1902 wurde cr Privatdozent in Heidelberg. Von 1908 bis 1912 war er ordentlicher Professor und Direktor des Seminars für Geschichte und Kultur des Orients, an dem inzwischen zur Universität umgewandelten Kolonialinstitut in Hamburg. 1913 wurde cr Leitet des zu errichtenden orientalischen Seminars an der Universität Bonn. Dr. Beder war außerdem Begründer und Herausgeber I er Zeitschrift „3slam" und Mitarbeiter verschiedener Fachwerke für 3stamforschung. 3m 3ahre 1916 kam er als Vortragender Bat ins preuhische Kultusministerium und erhielt gleichzeitig einen Lehrauftrag als ordentlicher Honorarprofessor an der Berliner Universität. Aach dem Umsturz wurde er unter dem Kultusminister Hänisch Staats- selretät. 3m April 1921 übernahm et als Fachminister im Kabinett Stegerwald das Sui« 1 tusministerium. Dem kurzlebigen preußischen Kabinett Marx vom 19. Februar 1925 ge- | hörte er wieder als Kultusminister bis zu dessen Rücktritt am 21. Februar 1925 an, ging dann aber in gleicher Eigenschaft in das nach langer Krisis am 6. April desselben 3ahres gebildete Kabinett Braun über. Oie Koalitionsverhandlungen gescheitert. Die Bolkspartei lehnt Brauns Angebot als ungenügend ab. Berlin, 30. 3an. (VDB.) Die Derhand- hingen zur Herbeiführung der Großen Koalition in Preußen müssen, soweit der Ministerpräsident als Vethandlungssührer in Frage kommt, vorläufig als gescheitert betrachtet werden. Die Deutsche Bolkspartei hat beschlossen, das Angebot des Ministerpräsidenten, mit dem Handelsminister und einem Minister ohne Portefeuille in das Kabinett zu gehen, abzulehnen, weil dieses Angebot unzureichend sei. Die Deutsche Bolkspartei hatte an Stelle des Handelsministeriums das Kultusministerium oder das 3ustizmini- ftcrium verlangt. Die Fraktion hat dem Ministerpräsidenten Mitteilung von ihrer ablehnenden Haltung in der Koalitionsfrage gemacht. Ministerpräsident Dr. Braun erklärte, damit sei seine Mission erledigt. Echo der presse. Scharfe Kritik an der Diktatur Brauns. Berlin, 31. 3an. (TU.) Zu dem durch den Rücktritt Pros. Dr. Becker hervorgerufenen Wechsel im Preuhifchen Kultusministerium nehmen die Berliner Blätter eingehend Stellung. Die „Germania" (Zentr.) bedauert das Scheiden Dr. Beckers und weist darauf hin, dah die Begründung, mit der Dr. Becker sein Amt zur Verfügung gestellt habe, für unser politisches Leben keine besondere Ehre bedeute, dah aber ihre Stichhaltigkeit schwerlich entkräftet werden könne. Das Blatt bedauert weiter, dah damit die Verhandlungen für eine Gröhe Koalition in Preußen nicht nur ohne Gewinn, sondern mit einem ausgesprochenen Verlust saldo abschliehen. Cs scheint so, daß die Sozialdemokraten, nachdem sie ihren Einfluß im preußischen Kabinett verstärkt haben, kein 3nteresse mehr an der Weiter- verfolgung des Zieles der Großen Koalition haben. — Das „Berliner Tageblatt" (dem.) sagt, für Dr. Decker sei im übrigen auch der Wunsch maßgebend gewesen, dem Ministerpräsidenten d i e •eigenartige und überaus unschöne Rolle zu erleichtern, in die ihn Herr Br°aun durch den Ansturm des betriebsamen Sozialdemokraten Heilmann und durch seine eigene Schwäche und älnterwürfigkeit gebracht habe. Dr. Becker sei den Machenschaften kleiner Kliquenzeister erlegen. — Auch die „Vossische Zeitung" (dem.) stellt fest, dah Ministerpräsident Braun bei der Genehmigung des Rücktrittsgesuches dem Druck der sozialdemokratischen Landtagsfraktion gewichen sei. — Der „Vorwärts" (soz.) sagt, der Wechsel sei eine politische Notwendigkeit gewesen. Die Sozialdemokratie sehe endlich die allseits gegebene Zusage eingelöst, dah sie das Llnterrichtsministerium in Preuhen erhalten sollte. Die „D. A. Z. (D.V.) sagt, die brüsk: Verabschiedung des Kultusministers Becker sei die neueste Leistung der Diktatur des Minister- präsidenten Braun und man bedauere nur im 3nteresse des staatsmännischen Rufes, in dem Herr Braun bisher gestanden habe, dah diesmal hinter seiner mächtigen Gestalt der sonst meist anonyme Drahtzieher Herr Heilmann sichtbar werde, der Beherrscher der sozialdemokratischen Fraktion. Er habe seinen Willen durch- geseht und mit der kleinlichen Verbohrtheit des Parteifunktionärs Rache genommen. — Der „Börsen-Cou- rier" (dem.) schreibt, nicht der Kampf um Kultur und Kirche, um Schule und Fügend, sondern s er von diesen Fragen gänzlich unbelastete Kampf um die zahlenmähige Verteilung der Ministerposten habe an dem Punkt des geringsten Widerstandes den Wechsel bewirkt. — Der „Lokal-Anzeiger" (Hugenberg) sagt, Dr. Decker sei endlich die Erkenntnis aufgedämmert, dah in der derzeitig preußisch-deutschen Republik die herrschenden Parteiinteressen allen anderen Rücksichten voran- gestellt würden. — Die „Deutsche Tageszeitung" (Landbund) betont, der Szenenwechsel zeige, dah die Sozialdemokratie einer Verschleierung ihrer Wünsche nicht mehr bedürfe. Sie wolle aufs Ganze gehen und könne es sich offenbar auch leisten- denn sie nehme seelenruhig in Kauf, die Demokraten, die sich schon seit geraumer Zeit sehr verschnupft zeigten, aufs äußerste zu brüs- I fieren. Wenn die Sozialdemokratie dennoch diesen Schritt wage, so müsse sie sich des Zentrums auherordenÜich sicher suhlen. Das Blatt gibt seinem Erstaunen darüber Ausdruck, t>afj_ das Zentrum dem Einzug des „religiösen S o z i a l i s m u s", in die christliche Kultur so widerspruchslos zustimme. Eine solche Entwicklung könne das christliche Deutschland unmöglich stillschweigend hinnehmen und es erscheine dringend vonnöten, daß insbesondere die christliche Elternschaft in Zukunft mehr denn je auf dem Posten sei. Oas Defizit Berlins. Ter Oberpräsidcnt fordert crncnt Bericht über die getroffenen Sparmatznatzmcn. B e r I i n, 30. San. (WB.) Die Berliner Stadtverordnetenversammlung nahm einen Antrag der Deutschen Bolkspartei an, nach dem lediglich der Nachtragsetat zahlenmäßig mit einer Mindereinnahme von 22,8 und einer Mehrausgabe von 25 Millionen festgesetzt, also ein Defizit von 47 Millionen Mark festgestellt wurde. Dieser Fehlbetrag muh in den Haushalt 1930, der Mitte Februar eingebracht wird, aufgenommen werden. Die Minderung des Defizits durch die St euer - erhöhungen, die 13 Mill. Mark einbringen sollten, wurde jedoch einstimmig abgelehnt. Das praktische Ergebnis der Ablehnung der Deckung des Nachtragsetats durch Steuern ist, daß der Magistrat lediglich die Zustimmung der Stadtverordneten für die von ihm vorgeschlagenen Einsparungen im Betrage von 30 Millionen erhalten hat und nun versuchen muß, durch weitere Einschränkungen der Ausgaben das Defizit zu vermindern, wenn es nicht den neuen Etat, der ja balancieren muß, erheblich vorbelasten soll. Der Oberpräsident hat an den Magistrat ein Schreiben gerichtet, in dein er um umgehenden Bericht über die Beschlüsse hinsichtlich der Deckung des im Laufe des Rechnungsjahres entstehenden Fehlbetrages bittet, insbesondere um Angabe, welcheMehreinnahmenund welche Minderausgaben sich nach den endgültigen Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung ergeben haben. Er mache den M a g i st r a t dafür verantwortlich, daß alle Sparmaßnahmen unbedingt ausgeführt werden. Ferner ersucht der Oberpräsident um Angabe, welche Vermögenswerte die Stadt und die städtische Gesellschaft aus den Ueberschüssen früherer Jahre angeschafft und noch im Besitz habe. Die Erledigung der Hounggesehe. Reichskabinett und Zentrumsforderungen. — ^oungplan, Polenabkommen, Saarverhandlungen und Zinanzreform. B e 11 i n , 30. Jan. (privat.) Das Reichskabi- n c 11 beriet in seiner heutigen Sitzung die p o u n g- g c s e tz e , die Ende dieser Woche oder anfangs nächster Woche dem Reichsrat zugehen sollen. Es ist anzunehmen, dah dabei auch die Wünsche zur Sprache gekommen sind, die das Zentrum in der bekannten Mitteilung der „Germania" zum Ausdruck gebracht hat. In Kreisen der Regierung ist man der Auffassung, dah die durch das Zentrum aufgeworfenen Fragen in einer ernsten und gründlichen Aussprache zwischen Kabinett und Fraktionsführern geklärt werden müssen. Deshalb wird der Reichskanzler die Parteiführer in den nächsten Tagen, spätestens bis Montag, zu einer Sitzung zufammen- bitten, in der zunächst über die Verhandlungen mit Polen und über die Saarbespre- ch u n g e n berichtet werden wird. Die Verhandlungen mit Polen, die sich namentlich auch auf das Rückkaufsrechl beziehen, dürften dicht vor dem Abschluß sichen. Dagegen rechnet man damit, dah die Saaroerhandlungen s i ch nochmonatelanghinziehen werden, da ein groher Komplex verwickelter politischer und technischer Fragen noch zu klären ist. Unter diesen Umständen ist eine Verbindung der Saarverhandlungen mit dem Poungplan vom deutschen Standpunkt aus schon allein deshalb nicht möglich, weil dieRäumungderdritlenZonenicht verzögert werden darf. In der bevorstehenden Besprechung der Reichsregierung mit den Parteiführern wird zweifellos aber auch der Wunfch des Zentrums nach einer Beschleunigung der Finanzreform behandelt werden. In Kreisen der Regierung hofft man, dah es möglich fein wird, mit dem Zentrum eine Verständigung zu finden, und zwar auf der Basis, dah die Erledigung der Poungge- f e h e durch die Verkoppelung mit den auherordenl- lich schwierigen Fragen der Finanzreform nicht verzögert, dah aber auf der anderen Seite den berechtigten Wünschen des Zentrums insofern Rechnung getragen wird, als die hinter der Regierung sichenden Parteien sich mit dem Kabinett über die Grundzüge derhaushaltspo l i tik für 1 930/3 1 einigen. Moldenhauers Programm. Ausgleich des Etats und Erleichterungen für die Wirtschaft muffen nebeneinander hergehen. Berlin, 30. 3anuar. (WB.) Aus einem von den in Berlin vertretenen Zeitungen im Reich veranstalteten EmPsangsabend, an dem das offizielle Berlin in überaus groher Zahl teilnahm, hielt Reichs, inanzminister Dr. Molden- Hauer eine bedeutsame Rede. Der Minister erinnerte an die letzte Veranstaltung des Vereins vom 7. Februar v. 3., dem Tage, an dem d i e deutschen Sachverständigen nachPa- r i s a b r e i st e n , um die abschließende Regelung der Reparationsfrage cin-.uleiten. Die an die Einigung der Sachverständigen geknüpften Erwartungen, Entspannung der Lage und Aufschwung der Wirtschaft, erfüllten s i ch nicht. Die Wirtschaft litt während der Dauer der ganzen Verhandlungen durch die 11 n g e • wihheit des Schwebezustandes zwischen den einzelnen Derhandlungsphasen und des Ergebnisses. Zu dieser Un, id;crljeit trat d i e Erschwerung der deutschen Kapitalversorgung. Der für Deutschland so notwendige Blutzufluh durch ausländische; Kapital wurde infolge der eigenartigen Lage des amerikanischen Marktes ungenügend, die persönliche 3nitiative erlahmte und die allgemeine Stimmung der Unternehmerschaft war von düsterem Pessimismus gefärbt. Diese Stimmung wurde dadurch verstärkt, daß nicht nur die Privatwirtschaft, sondern auch die öffentliche Hand nicht mehr über liquide außerordentlichen Etats übernommen worden, für die die Deckung durch Anleche ausgefallen wäre. Die andere sei die gewesen, daß bei den zunächst ständig wachsendenSteuererträ- gen mit einer ununterbrochenen Entwicklung nach oben gerechnet und dadurch Bewilligungen insbesondere auch durch das Parlament veranlaßt worden waren, die nur bei mindestens g.eichbleiöendem ©ieuerertrag getragen werden konnten. Aach Einsetzen einer Krise wären die durch die Wirtschaftslage und die 3ahrecz:it bedingten erhöhten sozialen Ausgaben in einem Augenblick eingetreten, wo infolge unserer kapitalarmen Wirtschaft, die zum Teil ihre Anlagen mit ihren Betriebsmitteln und kurzfristigen Krediten erstellt hätte, auch das Steueraufkommen sofort stark hinter den Schätzungen zurückgeblieben wäre. Aach seiner Ueberjeugung müsse bajer derWir t- schäft, deren zu starke Anspannung zum Sinken der Konjunktur geführt oder sie mindestens verschärft hätte, geholfen werden, und andererseits müßten die Fehlbeträge gedeckt und ein ausgeglichener Etat hergestellt werden. Beide Dinge müßten neben einander verfolgt werden, nur dann könne die deutsche Wirtschaft die Kraft finden, die Verpflichtungen des Voung-Planes, die zwar eine Erleichterung gegenüber dem Dawes-Plan, aber noch immer eine schwere Vorbelastung' der deutschen Wirtschaft vor allen Wirtschaften bilden, zu erfüllen. Oie militärischen Sachverständigen verlassen Deutschland. Mittel und über das notwendige Kapital verfügten. Der Minister ging dann auf die Etatslage des Reiches über. Zwei Auffassungen hätten bei der Uebernahme neuer Ausgaben mitgewirkt, ohne daß die Voraussetzungen, von denen dabei ausgegangen wurde, sich verwirklicht hätten. Die eine sei eine falsche Einschätzung der Kapitalkraft der Märkte und ihre Hergabewilligkeit gewesen. 3n dieser falschen Einschätzung seien große Beträge auf die Berlin, 31.3an. Der Reichsregierung ist eS gelungen, in Verhandlungen mit der Botschafter- konferenz durchzusehen, daß die besonderen militärischen Sachverständigen abberufen werden, die in den letzten Jahren nach 2luflöfuna der Interalliierten Militärkommission einzelner Berliner Vertretungen unserer ehemaligen Kriegsgegner beigegeben worden waren. — Diese Sachverständigen werden bereits am Samstag, dem I. Februar, Berlin endgültig verlassen. Rückständige Steuern in Hessen. Ein Bild der Wirtjchastsnot. Darmstadt, 31.Ian. (IDIB. Eigener Draht- bericht des „Gieß. Mn}.“) Ein für die schwere Rot der hessischen Wirtschaft bezeichnendes Bild ergibt sich aus einer Aufstellung, die der Reichssinanzmini- ster über den Stand der rückständigen Steuern, Zölle und Abgaben am 1. Oktober 1929 im Lande s- finanzamlsbezirk Darmstadt (also Dolksstoat Hessen) jetzt unterbreitet hat. An Rückständen waren zu verzeichnen bei der Einkommensteuer 5,6 Millionen Mark, bei der Körperschaftssteuer 2,7 Millionen Mark, bei der Reichs- umsahsleuer 1,7 Millionen Mark, bei der hersteller- und Kleinhandelssteuer 14 000 Mark, bei der Ber- mögenssteuer 1,4 Millionen Mark, bei der Erbschaftssteuer 4,1 Millionen, bei der GesellschastLsteuer 149 000 Mark, bei den Besitz- und Berkehrssteuern sind es insgesamt 16 Millionen Mark. Auch beim Steuerabzug vom Lohn stehen 105000 Mk. aus. An rückständigen Zöllen waren es 17 Millionen (dabei allerdings einige beträchtliche Rachverzollungen geschmuggelter Maren), bei der Tabu k st e u e r 1,3 Millionen, bei der Biet ff euer 21 000 Mark, bei der S p i r i t u s st e u e r 7,1 Millionen (auch hier einige Straferhebungen), bei der Zündwaren st euer 17 802 Mark und bei der Spielkarten ft euer 3140 Mark, insgesamt bei den Berbrauchssleuern und Zöllen von zirka 25,6 Millionen Mark. Oer neue Kurs in Thüringen. Tie Negierungscrklärung. Weimar, 30. Jan. (WD.) 3m Thüringer Landtag gab Staatsminister Baum eine Erklärung über das Programm der neuen Regierung ab, die bekanntlich sich aus Nationalsozialisten (Dr. Frick-München), Landbund, Deutschnaliona- len, Deutsche Volkspartei und Wirtschaftspartei zusammenseht. Ec setzte sich für unbedingte Selbständigkeit Thüringens ein. Das Gutachten des Sparkommissars solle als Grundlage für die Durchführung von Sparmaßnahmen dienen. Die Leistungsfähigkeit des Landes und seine kulturellen Belange mühten in Einklang gebracht werden. Vach Ansicht der Regierung werde aber durch Sparmaßnahmen allein die Sanierung nicht durch geführt werden können. ES müsse dazu die Erschließung neuer Einnahmequellen kommen. Der Haushaltsplan müsse möglichst ohne Defizit ausgestellt werden. Hinter den finanzpolitischen Ausgaben müssen zunächst alle anderen zurücktreten. Oie Notlage auf dem Roggenmarkt. Eine Aussprache im Reichsernahrungs- rninistcrium. Berlin, 31. Ian. (Priv.-Tel.) In einer Aussprache mit Vertretern der Landwirtschaft, des Getreidehandets, des Mehlhandels und der Bäcker führte Reichsernährungsminister Dietrich u. a. aus, daß der Weizenvermahlungszwang Erfolge gezeitigt und den deutschen Weizenmarkt weitgehend unabhängig vom Ausland gemacht habe. Beim Roggen wäre die Situation ganz anders. Die „Roggenlawine" habe unerträgliche Zustände geschaffen. Von allen Seiten würden Vorschläge gemacht, mit dem Ziele, die übergroßen Vorräte abzubauen, etwa im Wege des forcierten Exports. Demgegenüber sei zu sagen, daß die nordischen Staaten insgesamt nur etwa 750 000 Tonnen Roggen einzuführen pflegen, worin sich Deutschland, Polen und nunmehr auch Rußland teilen müßten. Ferner werde ein Beimischungszwang (Roggenmehl zu Wcizen- gebäck) und schließlich eine Ausmahlungs- vorschriftfürRoggen verlangt. Alle diese Anregungen würden geprüft, irgend etwas müsse geschehen und werde geschehen, um das Roggenproblem zu lösen, notfalls durch ein Monopol. Kommunistenunruhen in Hamburg. Hamburg, 1. Ian. (WTD.) Am Donnerstagnachmittag gegen 12.30 Ufjr hatten sich in der Straße Kohlhöfe große Menschenansammlungen gebildet. Polizelbeamte wurden beschimpft und mußten schließlich zur Räumung der Straße schreiten, wobei ihnen teilweise Wider st and geleistet wurde. Ordnungspolizeibeamte wurden vom Reubau des Deutschnationalen Handlungsgehilsenverbandes am Holstenplatz aus mit Mauer st einen und Eisenstücken beworfen und mit Latten geschlagen. Die Beamten machten von ihren Gummiknüppeln Gebrauch, auch mußten einige Schüsse auf die Angreifer abgegeben werden. In der elften Abendstunde kam cs zu weiteren Zusammenstößen zwischen Polizei und Kommunisten in der Wexstraße und in Kohlhäfen. 3n der Wexstraße hatten Demonstranten Hindernisse aus Bauplanken und Steinen aufgerichtet, von wo aus die Polizei beschossen wurde, so daß sie ihrerseits gezwungen war, ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Die Teilnehmer am „Hungermarsch" nach Hamburg werden nach den aus der Provinz Schleswig-Holstein vorliegenden Meldungen überall aufgehalten. Einzelne Trupps Erwerbsloser konnten auf dem Wege nach Hamburg u. a. in Heide. Meldorf, Itzehoe. Laegerdorf, Horst und an anderen Orten angehalten und in ihre Wohnorte zurückbefördert werden. Die Vollsitzung der Rottenkonferenz Sin Vorstoß Italiens. - (Srandis Forderungen werden zurückgestellt. Frankreichs Kompromißformel dringt durch. London, 30. Ian. (WTD.) Die dritte Doll» sihung der Seemächtekonferenz begann heute vormittag in „Queen Anne-Salon" des St. James- Palastes. Der Konferenz liegen die folgenden Vorschläge zur Behandlung der allgemeinen Fragen vor. Der französische Vorschlag: 1. System der Pauschaltonnage, der Dermittiungsvorschlag der französischen Delegation. 2. Welche Klassifizierung soll angenommen werden? 3. Der Transfer — sein Umfang und seine Bedingungen. Der englische Vorschlag: System der Beschränkung durch Kategorien. Der italienische Vorschlag: 1. Die Bestimmung des Stärkeverhältnisses. 2. Die Festsetzung der Pauschaltonnage der verschiedenen Länder. Macdonald wies darauf hin, daß es zunächst unmöglich gewesen sei, die hauptsächlichsten Fragen in öffentlicher Sihung zu behandeln. Man habe sich damit begnügt, Ansichten untereinander auszutauschrn und den Weg für ein Liebereinkommen zu ebnen. Die Ergebnisse dieser Besprechungen seien sehr befriedigend. Oer italienische Delegierte Grandi: Die von der italienischen Delegation unterbreiteten zwei Punkte werfen zunächst eine grundsätzliche Frage auf, nämlich die der Bestimmung des Stärkeverhältnisses zwischen den Flotten und dann eine tatsächliche Frage, nämlich die der Bestimmung des Höchststandes der Gesamttonnagen für die fünf Mächte. Die italienische Delegation verfolgte die Absicht, darauf zu dringen, daß die Konferenz die allgemeinen und die politischen Richtlinien der Abrüstung bestimme. Linser Problem ist im wesentlichen ein politisches. Der freiwillige Verzicht auf die Handlungsfreiheit in der Frage der Rüstungen ist im wesentlichen ein politischer Akt. Wir sollten nicht davor zurückschrecken, zu erklären, daß wir nicht hier sind, um eine technische Frage zu lösen, sondern zu allernächst eine politische. Line nutzbringende Aussprache über die Beschränkung der Flotkenrüslung kann nicht außer acht lassen: 1. Auf welcher Grundlage des gegenseitigen Stärkeverhältnisfes ist jeder von uns bereit, die Beschränkung unseres Rechts auf Handlungsfreiheit in der Frage der Rüstungen anzunehmen? 2. Beabsichtigen wir wirklich, eine Verminderung der Rlist u n g e n ins Auge zu fassen? Ich muh feststellen, dah die italienische Delegation nicht bereit ist, sich auf irgendwelche Lösungen der methodischen oder technischen Fragen zu verpflichten, bis diese beiden f u n t a mentalen Fragen der Bestimmung des Stärte- oerhällnisses und des Höchststandes der Pauschaltonnagen geregelt sind. Macddnold erklärte, die italienischen Anregungen würden e r ft später beraten werden und daher der Konferenz heute nicht vorliegen. Es seien jedoch zwei wichtige Fragen zu erörtern, nämlich die Fragen der Pauschaltonnage und der Tonnageverteilung nach Kategorien, hierauf brachte der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n eine Entschließung ein, die oorschlägt, daß die Fragen an einen Ausschuß verwie - s e n werden sollen, der sie zu prüfen und der Kon- serenz Bericht zu erstatten habe. Es liege nicht in seiner Absicht, daß auf Grund dieser Entschließung die informellen Besprechungen unterbrochen werden sollten; er betrachte im Gegenteil diese Besprechungen als äußerst wesentlich und als das beste Mittel, um die erstrebten Ziele zu erreichen. Japans Standpunkt. Bestimmtes Flottenverhältnis zu Amerika. London, 30. Jan. (WTD.) Die japanische Delegation mißt weiterhin der Frage der Rationierung große Bedeutung bei. Japan verlangt 70 Prozent der leichten Kreuzer stärke Amerikas, was etwa 49 bis 50 Prozent der Stärke Großbritanniens bedeuten würde, da dieses eine große Zahl von leichten Kreuzern besitzt. Japan verlangt auch 7 0 Prozent der Stärke Amerikas an großen Kreuzern, was etwa 80 Prozent dec Stärke Großbritanniens an großen Kreuzern ausmachen würde. Für seine Llnterseeboote verlangt Japan 78 <00 Tonnen, ohne Rücksicht daraus, ob andere mehr oder weniger besitzen. Lieber eine Begrenzung der Gröhe von Llntersee- booten ist es zu Erörterungen bereit. Grundsätzlich stimmt Japan einer Verminderung des Tonnengehaltes der großen Linienschiffe und auch einer Verlängerung der Lebensdauer dieser Schiffe zu. Die französische Kompromißformel als G unbiage weiterer Erörterungen. DieTonnagcbeqrenzung und die Schiffskateaorten. London, 30. Jan. (WB.) Der neue französische Kompromißvorschlag über die Modalitäten für die Festsetzung der Maximaltonnage, der von der heutigen Plenarsitzung der Seemächtekonferenz a l s Grundlage der weiteren Beratungen gebilligt worden ist und nunmehr von dem heute neu gebildeten Arbeitsausschuß einer weiteren Prüfung unterzogen werden wird, hat, wie verlautet, etwa folaende Gestalt: Jede Seemacht gibt eine Maximalgrenze an, über die hinaus die Gesamttonnage ihrer Flottenfahrzeuge nicht steigen darf. Außer dem Gesamtbetrag der Tonnage gibt sie aber auch bekannt, wieviel davon etwa auf die einzelnen Schiffskategorien entfällt. Das Neue des Vorschlages ist nun, daß allen Beteiligten das Recht zuftehen soll, bei der Verteilung dec zugebilligten Gesamttonnage auf die einzelnen S ch i f f s t p p e n nachträglich Dispositionsverschiebungen vorzunehmen. Derartige Aen- berungen in der Verteilung der Gesamttonnage dürfen aber einen beftimmten Prozentsatz nicht über ft eigen. Bedingung ist, daß Aende- rungen im Verteilungsplan de nan deren b e - teitigten Möchten mitgeteilt werden, und zwar in einem bestimmten Zeitraum vor ihrem Inkrafttreten. Verschiebungen der Tonnage'sollen zwischen sämtlichen Schiffskategorien möglich und erlaubt sein. Die Zahl der Kategorien hat sich in dem französischen Vorschlag auf sechs vermehrt. Der ersten Klasse sollen angeboren die eigentlichen Linienschiffe sowie die mit achtzölligen Geschützen bestückten 10 000-Tonnen-Kreu- zer, der zweiten Kategorie alle Kreuzer, die Geschütze über sechs Zoll führen, der dritten Kategorie die Schiffe, die mit Geschützen von geringerem Kaliber als sechs Zoll ausgerüstet sind. In diese Kategorie würden auch die Zerstörer fallen. Die Flugzeugmutterschiffe bilden allein für sich die vierte, und die LI n t e r s ee b o o t e die fünfte Kategorie. Die sechste und letzte Kategorie umfaßt die technischen Spezial- und Hilfsschiffe, zu denen auch die Minenleger gerechnet werden sollen. Frankreichs Floitenanspruche. Paris, 31. Ian. (WTD. Funkspruch.) Der Londoner Berichterstatter des „Petit Parisien" teilt mit, daß die französische Delegation hur Flottenkonferenz den übrigen Delegationen eine Mitteilung habe zugchen lassen, in der d i e Tonnage angegeben werde, die Frankreich nicht nur für die Gesamtflotte, sondern auch für die einzelnen Kategorien benötige. Die Gesamttonnage werde in dieser Rote mit 800 000 angegeben. Für die Großkampf- schisfe und Flugzeugmutterschiffe halte Frankreich an den ihm in Washington zugestandenen 175 000 Tonnen fest. An großen Kreuzern von 10 000 Tonnen verlange Frankreich 12 Einheiten, also insgesamt 120 000 Tonnen. Hinsichtlich der leichten Kreuzer,Torpedobootszerstörer, Geschwadergeleitschiffe, Torpedoboote usw. schätze Frankreich seine Bedürfnisse auf 210 000 Tonnen. Bei den Ll - B o o t e n werde ein Llnterschied gemacht zwischen Ll-Boo- ten von über 600 Tonnen (Hochsee-Ll-Boote) und solchen unter 600 Tonnen. An Hochsee-Ll- Booten benötige Frankreich ungefähr 30 000 Tonnen, an kleineren Ll-Booten 90 000 Tonnen. Oas neue spanische Kabinett. Rückkehr zu normalen verfassungsmäßigen Zuständen. Madrid, 30. Ian. (WB. Funksprucb.) Das neue Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Ministerpräfidentschaft und Krieg: General B e - renguer; Marine: Konteradmiral Caroia; Inneres: General Marzo; Finanzen und (interimistisch) Wirtschaft: Arguelles; Oefefntliche Arbeiten: Maios; Justiz: Eftrada; Unterricht: Herzog von Alba; Arbeit: S a n g r o, Das neue Kabinett hat der Presse eine halbamtliche Erklärung zugehen lassen, in dec es heißt: Die Regierung trat heute nachmittag um 5 Uhr unter dem Vor- s i tz des Königs zu einer Sitzung z u - [ammen, in der die Minister den Eid nach der herkömmlichen Formel leisteten. Darauf berichtete in Anwesenheit des Königs Ministerpräsident B e - renguer über seine Schritte zur Kabinettsbildung, wobei er das Entgegenkommen hervorhob, das es ihm ermöglicht habe, die Regierung schnell zustandezubringen. Darauf umriß der Ministerpräsident die allgemeinen Linien, die das Kabinett zur Befriedigung der Geister und um den Bedürfnissen der Verwaltung nachzukommen verfolgen werde. Sie werde mit aufrichtigem Willen vorgehen, sich den Verhältnissen anpassen, bis man die so wünschenswerte normale Lage in j u r i st i s ch e r und k o n st i t u t i o n e l l e r Hinsicht wieder hergestellt habe. Am Samstag wird die Regierung ihren ersten Ministerrat abhalten. Die Blätter aller Parteirichtungen sprechen ihre Z u st i m m u n g zu der Wahl Berengars als Nachfolger für Primo de Rivera aus, sie äußern sich übereinstimmend lobend über die Persönlichkeit des neuen Ministerpräfiden- ten. Die neuen Minister gehören der Konferva- tiven Parteirichtung an. Der Marquis von Alhucemas, der im Augenblick des Staatsstreiches Ministerpräsident war, soll seiner Genugtuung über die gegenwärtigen Er- eigniffe Ausdruck gegeben haben. Seiner Ansicht nach bilden sie den er st en SchrittzurRück- kehr eines normalen verfassungsmäßigen Regimes. Er fei der Ansicht, daß es notwendig und wesentlich sei, aufrichtige politische Wahle n vorzunehmen, um die Wünsche des Landes kennenzulernen und ihnen zu gehorchen. Er glaube, daß diese Wahlen für die Monarchie günstig ausfallen würden. Aus aller Welt. Explosion im kalifornischen Petroleumbezirk. Die erst vor kurzem mit einem Kostenaufwand von einer halben Million Dollar in Fresno errichtete Raffinerie der Petroleum Securities Company im Petroleumgebiet von Kettleman Hills ist durch eine Explosion schwer beschädigt worden. Durch die Explosion wurde eine Anzahl von Tanks zerstört, große Mengen Benzin und Petroleum ergossen sich brennend den Berg hinab und setzten mehrere Vorratstanks in Brand. Von der 30 Kilometer entfernten Stadt Coalinga find Aerzte und Pflegerinnen angefordert worden, so daß man vermutet, daß bei der Explosion auch Menschen zu Schaden gekommen sind. Rettungsmannschaften unternahmen einen Versuch, in die beschädigte Raffinerie einzudringen, um nach vier Arbeitern zu forschen, die vermißt werden. Die Mannschaften mußten sich jedoch zurück- ziehen, da die Flammen in dem zerstörten Gebäude immer noch wüten. Ein eigenartiger Unfall. Der Greizer Erste Staatsanwalt Floel geriet in seinem Amtszimmer in Lebensgefahr. Das Zimmer war frisch gebohnert worden und anscheinend unter der Einwirkung aus- strömender Terpentingase konnte un- verbranntes Gas aus der Drenndüse austreten. Die Folge war eine langsame Gasvergiftung des Staatsanwalts, der plötzlich mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte sank. Er erkannte noch rechtzeitig die Gefahr und konnte sich retten. Ein ün Nebenzimmer arbeitender Amtmann war ebenfalls betäubt; bei ihm war die Vergiftung bereits soweit vorgeschritten, dah man ihn fortbringen muhte. Angeschwemmte Schiffstrümmer. Am Strande von Diana Castello (Portugal) sind Lieberreste eines Rettungsbootes .angespült worden, auf denen sich außer Kistenaufschriften in englischer Sprache das Wort „D a r m st a d t“ entziffern lieh. Cs wird behauptet, dah in der Eonntagnacht ein Dampfer unweit der Küste Leuchtkugeln abgeschossen haben soll. Das Geständnis eines Mörders. Der Knecht Johannes Ludtmann aus Alten- Ohthe (Oldenburg) hat nach hartnäckigem Leugnen gestanden, die Ehefrau Ludtmann, mit der er übrigens nicht verwandt ist, mit einem Beil erschlagen und dann das Haus in Brand ge st eckt zu haben. Er ist zu der Tat von dem Ehemann der erschlagenen Frau angestiftet worden, der daraufhin in Haft genommen wurde. Der Grund zu der Tat wird darin gesehen, dah der Ehemann Ludtmann sich in den Besitz der Land stelle und des Wohnhauses seiner um 20 Jahre älteren Frau sehen wollte. Bolschewistischer Bandalivmus. Rach Meldungen aus Moskau wurde inTif - l is damit begonnen, d ie berühmte Kathedrale, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde und zu Weltruf gelangt ist, abzu- reißen. Mehrere Wände des Kirchenbaues wurden von Truppen der G. P. LI. mit Dynamit gesprengt. Auf dem Platze der abgebrochenen Kathedrale soll eine internationale kommunistische Bibliothek errichtet werden. Der Untergang der „Monte Cervantes". Eine in Hamburg eingelaufene telegraphische Meldung ergänzt die bisherigen Rachrichten über die Llrsache der Strandung der.Monte Cervantes" folgendermaßen: Die an der <3trän» dungsstelle liegenden Untiefen erstrecken sich weiter östlich als auf der Seekarte ver- zeichnet. Peilungen ergaben, daß das Schiff sich im tiefen Wasser befinden muhte, aber trotzdem erfolgte plötzlich unerwartet ein sehr ftarfer Grund stoß, durch den das Schiff vorn schwer leck wurde und deshalb so- fort auf Strand gesetzt werden muhte. Die Bergung des Schiffes ist leider unmöglich. Passagiere und Besatzung wurden alle gerettet und zwar innerh alb fünfzig Minuten auf Grund der Organisation, Disziplin und der sehr zweckmähigen Dootseinrichtungen. Lin archäologischer Fund in der Provence. In Aix ist an der Strahe nach Avignon ein M o s a i k st e i n entdeckt worden, der aus der Zeit von 125 v. Chr. stammen dürfte. Dec Stein ist 3 Meter lang und 1,50 Meter breit, gut erhalten und von großem archäologischen und künstlerischen Wert. Die Wetierlaae. Owomemos oneitet. anam DtdecM.® woirio. • otatcxi «Regt* * Sehnet a Graupeln. 5 «tDtl K 6rwittrr.(g)Wind5iille.-O- fein kräftiger Barometeranstieg ein, der sich über die Biscaya bis nach Spanien hin bemerkbar macht. Die Wetterlage wird sich daher mehr unbeständig ae- ftalten, denn mit dem Vordringen des neuen Tiefes wird wärmere Ozeanluft nach dem Kontinent gebracht, die bei ihrem Aufgleiten Eintrübung bringt wobei auch vereinzelt Niederschläge fallen. Die Temperaturen steigen etwas an. Wettervoraussage für Samstag: Rach vorübergehender stellenweiser Aufheiterung wieder Trübung und Bewölkungszunahme, etwas milder und vereinzelt Riederschläge. Witterungsaussichten für Sonntag: Meist wolkig mit vereinzelten Rieder- schlänen. Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags 1/ Grad Celsius, abends 0,9 Grad; am 31. Januar morgens 1,1 Grad; Maximum 1,3 Grad, Minimui: —1,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm lieft am 30. Januar: abends 0,4 Grad; am 31. Januar morgens 0,2 Grad Celsius. — Niederschlag 0,7 mm Amtliche Wintersporlnachrichten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Rebel minus 1,5 Grad, keine Schneedecke und keim Sportmöglichkeit vorhanden. Schwarzwald. Feldberg: Wolkig, min 3 Grad, 30 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodel- Möglichkeit gut. Alpen: Garmisch-Partenkirchen Leichter Schneesall, minus 1 Grad, 11 bis 15 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- uni Rodelmöglichkeit gut. laie. Gute, fällige Miiiftc!™ 50 69a 65 Rabatt lieber s chuhe 695 495 7” S » Bahnhofstraße 58 SIND GUT UND PREISWERT Gießen Frau Professor als Vorsitzende Großzügigkeit Dr. den Bestrebungen der Fürsorge für 59S 675 111111111II! 11111111111111111111111111IIIIIIII11111111111111111111111111111111111111111111111III Grob die Leistungen / Klein die Preise! Herren-Halbschuhe gefällige Paßform, weiß gedoppelt... Braune Herren-Halbschuhe beliebte Ausführung, weiß gedoppelt Herren-Arbeitsstiefel mit Absatzeisen Herrenstiefel, verseh. 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Der Scheidende habe sich durch sein Wirken und seine ausgezeichneten menschlichen Eigenschaften in unserer Stadt einen großen Freundeskreis erworben, in dessen Ramen er Dr. Freh herzliche Wünsche für sein weiteres Wohlergehen übermittelte. Berwaltungsamtmann R o t h a m e l dankte dem Scheidenden im Ramen der Beamtenschaft der Stadtkasse, die stets mit dem Dezernat Freh in bester Weise zusammengearbeitet habe. Redakteur B l u m s ch e i n sprach namens der Presse Worte des Dankes und der Anerkennung für die von Dr. Frey der Presse erwiesene Förderung bei der Erfüllung ihrer journalistischen Aufgaben und für das stets harmonische Zusammenarbeiten beider bei ihrer Arbeit für die Allgemeinheit. Herr Dr. Freh dankte hierauf in herzlichen Worten allen Rednern für die zum Ausdruck gebrachte freundliche Gesinnung und für die anerkennenden Worte, die seiner Tätigkeit gewidmet wurden. Er betonte weiter, daß er sich in unserer Stadt wohlgefühlt habe und daß er sich mit ihr für alle Zeit eng verbunden fühlen werde. Der Stadt Gießen wünschte er weitere gute Auf- wärtscntwick.ung, und alle seine aufrichtigen Wünsche für unser Gemeinwesen brachte er mit einem gern aufgcnommenen Hoch auf das weitere Blühen und Gedeihen Gießens zum Ausdruck. Eine humorgewürzte Ansprache des Stadtratsmitgliedes Fischer leitete dann in schöner Weise von dem offiziellen Teil zu dem gemütlichen Beisammensein über, das die Teilnehmer noch einige Stunden harmonisch vereinigte. Auf alle im Preis nicht zurückgesetzten Winterschuhe und Bflcklahrtverofltnng 3.Kl. bis50 km bei Vorzeigen der Kück fahr karte beim Einkauf von Mk. 12.50 an uien» 0 t 0 0 WJOCTt 75» des A.ice- Frauenvereins die Freys, die er zu jeder Zeit der Frauen auf dem- Gebiete alte und hilfsbedürftige Mitbürger entgegengebracht hat, ferner sein verständnisvolles Wirken zugunsten anderer sozialer Einrichtungen und sei t verdienstvolles Schaffen auf dem Gebiete der Kriegsgräberfürsorge. Stadtratsmitglied Horn erinnerte in seiner Dankesrede an Dr. Freh vor allem an dessen hervorragende Tätigkeit in den schweren Krisenjahren von 1923 bis 1927 und würdigte auch das Schaffen des Scheidenden in den anschließenden Jahren mit Worten warmer Anerkennung. Damen-Spangenschuhe Blockabsatz, großer Preis Schlager Damen-Lack-S pangenschuhe moderne Ausführung, ein besond. Schlager unseres Hauses Modefarbige Damenschuhe zweifarbig, seltener Gelegenheitskauf ..... ® 4 der städtischen Finanzsage herzlichen Dank. aus. Kramer rühmte und dankte Schwerer Autounfall. WSR. Darmstadt, 30. Ian. In der ver- gungenen Rächt ereignete sich zwischen E b e r - st a d t und Bickenbach ein schweresAuto- unglück. Ein auf dem Weg nach Gießen befindliches Lastauto hielt dort, um aus einem Reservetank Brennstoss aufzufüllen. Aus Bickenbach kommend fuhr eine Autotare plötzlich gegen die linke Kante des Lastautos, wobei der Personenwagen zertrümmert wurde. Der Chauffeur und drei Damen, die in der Taxe saßen, wurden schwer verletzt und mußten in bedenklichem Zustand in das hiesige Krankenhaus eingeliefert werden. täubb L. , ruinier. Goitu. . denenÄ"SS- HB»« !ch«b! Korbers. ‘Q,nn aus Orrlm> UO t hinein n, Jtttnn “.to- gsss •iS C fommu. lchtet werden. 1 Tenmles". WeMitäe DMchtenüber kt.aionle 5» «n ta 6frm. !«& M. Seekarte ver« zn- bah das Schiss 1 muhte, aber trotz- E ein sehr w den das Schiss und deshalb so- U werden mufjte. leider unmögli^ -den alle gerettet .ziy Minuten Sisjtplin und d« chtungen. i der hrovenll. nach Avignon ein cden, der aus der t dürfte. Der Stein leter breit, gut er- alogischen und tunst- m, nitn Jen-“’6 1 SraV. ‘6li, uni lversch"^' *• Das Roggenbrot. Zu den gegenwärtigen Bestrebungen auf Schaffung eines Roggen- brotgesehes zwecks erhöhten Konsums von Roggenbrot wird uns von der Gießener Bäcker- Innung mitgeteilt, daß bei den Gießener Backereien schon seit langer Zeit gutes und reines Roggenbrot hcrgestellt wird. Die Roggenernte in den letzten Iahren erbrachte eine sehr gute Körnerqualität, aus der vorzügliches Mehl zur Bereitung von Roggenbrot gewonnen wurde. Im heutigen Anzeigenteil macht die Gießener Bäcker-Innung die Berbraucherschaft darauf auf» rmcrksam, daß sie auch ohne gesetzlichen Zwang hier gutes Roggenbrot beziehen kann, und sie bittet die Bevölkerung, davon regen Gebrauch zu machen. Diese Aufforderung kann vom Standpunkt der nationalen Selbsthilfe aus, die eine Stärkung unserer Landwirtschaft durch den Verbrauch von Roggenbrot bezweckt, nur warm unterstützt werden. ** Haben Strahenanlieger einen Schadenersatzanspruch wegen vorübergehender Verkehrsstörungen? In den von Bücherrevisor und Steuershndikus Hermann Will zu Gießen herausgcgebenen „Aktuellen Steuerfragen" lesen wir: Ein Gast- Hausbesitzer hatte durch zeitweilige Straßensperrungen wegen vorzunehmender Ausbesserungen einen großen Derdienstausfall erlitten und klagte gegen den Provinzialverband auf Schadenersatz. Das Ooerlandesgericht Raumburg (4. Iuli 1929 - 5 11. 32/29) hat die Klage abgewiesen. Das Recht des Straßenanliegers auf ungehinderte Verbindung sei zwar ein Recht im Sinne des § 823 DGB., so daß eine vorsätzliche oder fahrlässige Verletzung eine Schadenersatzpflicht rechtfertige. Das Recht hat aber keinen weiteren Inhalt, als sich aus der Ratur und dem Zweck der Straße ergebe, so daß sich der Anlleger vorübergehende Störungen der Verbindung gefallen lassen müsse, wenn es Reparaturen oder Verbesserungen der Straße erfordern. ' Ein Rohrbruch der Wasserleitung, der erste seit April v. I., wurde gestern in der Schlohgasse festgestellt. Im Verlaufe der Rachmittags- und Abendstunden gelang es, den Schaden zu beheben, so daß die Wasserversorgung der Anwohner wieder in einwandfreier Weise durchgeführt werden kann. ’ec* ein, dkl V’v .. sSSw r&ÄS sür ÄiederMsonn- wen '»li.Januar Auf alle im Preis nicht zurückgesetzten Leder - Schuhw ren O/ trotz billigster Ij / O Preise IÄ Rabatt Aus der provinziakbauptfiadt Dießen, den 31. Januar 1930. > Probleme. Nicht zu allen Zeiten wurde so viel von Pro- blemen gesprochen. Probleme liegen jetzt ge- wissermaßen in der Luft. Was wird nicht alles Problem! Früher haben die Leute gegessen, was sie hatten. Heute haben wir das Ernährungs- Problem das von allen Seiten beleuchtet wird, vom Standpunkt des Volkswirts, des Landwirts- des Kaufmanns, des Arztes, der Modelinie und von noch vielen „Standpünktern" aus. Früher hat man gearbeitet und verdient. Heute hat man das Lohnproblem, das Problem der Wirtschaftlichkeit. Auch hierzu gibt es Standpunkte, eine ganze Masse. Wer den Lohn bezieht, hat einen anderen Standpunkt, als der ihn bezahlt, das Finanzamt hat wieder einen andern, und die Tributmächte, die nicht genug bekommen können, haben auch wieder ihren Standpunkt zum Problem. Wenn die Kinder in der Schule früher nicht folgsam, nicht artig waren, gab es ohne viel Federlesen Hiebe. Heute haben wir das Erziehungsproblem, das sich vom Standpunkte der Eltern aus anders ausnimmt als vom Standpunkte der amtlich bestellten Erzieher, Und außerdem hat jeder Teil der Ehe seinen eigenen Standpunkt zum Crziehungsproblem. Und so könnte man die Reihe der Probleme fast ins ülnend- liche fortfeyen. Alles wird uns zum Problem, alles trachten wir, grundsätzlich zu lösen. Unter grundsätzlicher Lösung verstehen wir natürlich meist die Lösung, die wir uns denken. Die sich der andere denkt, ist überhaupt keine Lösung, ist gar nicht diskutabel. Und wenn man schließlich doch so tut, als ob man bereit wäre, den anderen Standpunkt gelten zu lassen: die Menschen find noch nicht geboren worden, die sagen: Was ich denke, ist Unsinn, aber was mein Rebenmann denkt, das ist das einzig Wahre. Wenn es darauf ankommt, denken und handeln wir aber doch so. Es braucht nur einer zu kommen, der die Sache geschickt anfaßt, mit Worten einzuwirken versteht, schon ist die eigene Meinung in den Hintergrund gedrängt und die Meinung des Redners ist die einzig richtige. Dann erscheint das Problem mit einem Mal gelost oder doch lösbar, und keiner denkt daran, daß im Grunde auch die Massenwirkung ein Problem ist, zu dem man verschiedenen Standpunkt, sehr verschiedenen Standpunkt sogar, haben kann. Denn durch Massenwirkung kann etwas sehr Vernünftiges auf den Marsch kommen, es kann aber auch etwas sehr Dummes dahinschreiten. Sieht man aber die Fülle der Probleme und die Mühe, die man auf deren Lösung verwendet, kritisch an, so mühte man meinen, daß es längst keine Probleme mehr gäbe. Denn wenn sich alle Welt so ernsthaft um die Lösung der Probleme bemüht, müßte es doch wahrhaftig schon längst gelungen sein, sie zu lösen. Statt dessen sieht man das Gegenteil. Wie die Hydra, der für ein abgeschlagenes Haupt neun neue wuchsen, so fügt sich zum angeblich gelösten Problem sofort eine Reihe anderer, neuer. Und nicht nur das. Blickt man schärfer hin, so ist meist nicht allzuviel ernster Wille zur Losung vorhanden, auch nicht zur Durchdringung. Das meiste bleibt an der Oberfläche haften, begnügt sich damit, irgend einer einseitigen Auffassung Komplimente zu machen, und damit hat es sein Bewenden. Wenn man will, ist schließllch oud) das ein Problem, das Problem der Probleme. Aber es wird.ebensowenig gelöst werden wie die andern auch. Taten sür Samstag, 1.Februar. Sonnenaufgang 7.39 Uhr, Sonnenuntergang 16.49 Uhr. — M^ndaufgang 9.09 Uhr, Mond» nntergang 19 40 Uhr. 1874: der Dichter Hugo von Hofmannsthal in Wien geboren: — 1910: der Dichter Otto Iulius Bierbaum in Dresden gestorben (geboren 1865).* Vornotizcn. — Tageskalender f ü r Freitag. Stadtthcater: „Du wirst mich heiraten", 20 bis 22.30 Uhr. — VHC.: Monatsversammlung bei Hopseld. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Charlie Chaplin" in „ThePilgrim" und „Feine Leute". — Astoria-Lichtspiele: „Flucht aus der Hölle". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20 Uhr „Du wirst mich heiraten!" — Sonntag, 2. Februar, 18.30 Uhr Frcmdcnvorstellung: zum letztenmal „Katharina Knie". — Dienstag, 4. Februar, Operetten- gastfpiele, „Die lustige Witwe. — Mittwoch, 5. Februar, „Khritz-Pyritz". — In Vorbereitung „Musik" von Wedekind. — Ob st- und Gartenbauverein Gie- j e n. Nächsten Sonntag nachmittag im Hotel Hop- eld Versammlung mit Vortrag. Näheres im heutigen Anzeigenteil. Abschiedsfeier für Bürgermeister Or. Frey. Auf Einladung der Stadtverwaltung vereinigten sich gestern abend im Saale des Cafs Leib zahlreiche Damen und Herren — Mitglieder des Stadtrates, die Beamtenschaft und Angestellten des Wohlfahrtsamtes, ehrenamtlich in der Wohl- ahrtspflegc tätige Personen, die Leiter der verschiedenen städtischen Aemtcr und im kommunal- politischen Leben stehende Personen — zu einer schlichten Abschiedsfeier für den vor einiger Zeit aus unserer Stadtverwaltung ausgeschiedenen Leiter des Wohlfahrtsamtes, Bürgermeister Dr. Frey. Einem im Hinblick aut die Rot der Zeit geäußerten Wunsche des Herrn Dr. Frey Rechnung tragend, hatte die Stadtverwaltung nur einen begrenzten Kreis von Personen geladen und von einer größeren Veranstaltung zu Ehren des Scheidenden abgesehen. Oberbürgermeister Dr. Keller sprach dem seit Herbst 1920 bis zum vorigen Iahre hier tätig gewesenen Beigeordneten und in hohem Maße bewährten Leiter des Wohlfahrtsamtes namens der Stadtverwaltung und der gesamten Bürgerschaft, aber auch namens des Stadtrates warme Anerkennung und herzlichen Dank für sein ausgezeichnetes Wirten aus. Er rühmte dabei mit trefflichen Worten das starke Pflichtgefühl, das edle menschliche Empfinden und die nie rastende Fürsorge Dr. Freys für die in Rot und Bedrängnis befindlichen Mitbürger, aber auch sein vortreffliches Zufammenarbeiten mit den anderen Herren der Verwaltung, dem Stadtrat und mit den Beamten und Angestellten des Wohlfahrtsamtes. Durch seine ausgezeichneten Eigenschaften habe sich Dr. Frey in unserer Stadt einen großen Kreis von Freunden und ihm sympathisch gesinnten Bürgern gewonnen, die sich seiner auch nad) dem Weggang von Gießen stets gern erinnern werden. Der Oberbürgermeister versicherte Herrn Dr. Frey, daß sein Wirken in unserer Stadt allezeit in bester und dankbarer Erinnerung bleiben werde, und er wünschte, daß Dr. Frey in feinem neuen Wirkungskreise in Frankfurt als Leiter des dortigen Arbeitsamtes ein ebenso gedeihliches und für ihn erfolgreiches Arbeiten finden möge, wie es ihm in Gießen in so reichem Maße beschieden war. Mit einem freudig aufgenommenen Hoch auf Dr. Frey schloß der Oberbürgermeister seine eindrucksvolle Ansprache. 2m Ramen der Beamten und Angestellten des Wohlfahrtsamtes und des Versicherungsamtes sprach Verwaltungsamtmann Kedher herzliche Worte des Dankes an den Scheidenden für das zu jeder Zeit seinen Beamten und Angestellten bekundete warmherzige Verständnis, ferner wies der Redner aus genauester Kenntnis der Dinge auf die hervorragenden beruflichen Qualitäten Dr. Freys auf dem Gebiete der Sozialgesetzgebung und des Fürsorgewcsens hin. Die Beamten und Angestellten des Wohlfahrtsamtes und des Versieh,'rungsamtes würden Dr. Frev als vornehmen Vorgesetzten, ediert Menschen und vorbildlichen Charalter stets in bester Erinnerung behalten. Stadtratsmitglied Mann würdigte auf Grund seiner Erfahrungen bei der Mitarbeit an den Aufgaben des Wohlfahrtsamtes Dr. Freys Wirken mit Worten hoher Anerkennung und sprach ihm für die in dieser Tätigkeit bekundete vornehme menschliche Gesinnung und die glückliche Abmessung seines Schassens an. den Möglichkeiten Kräftige Schulstiefel mit holzgenageltem Boden A 45 Größe 31-35 4.95 Größe 27- 30 * Preußen. Kreis Wetzlar. <5 Krofdorf, 29.Ian. In den hiesigen ausgedehnten Staats- und Gemeinvewal- düngen finden alljährlich zahlreiche Personen (kleine Landwirte und arbeitslose Bauarbeiter) auf längere Zeit Beschäftigung. In diesem Winter beträgt ihre Zahl rund 150 Mann. Durch das günstige Wetter ging die Arbeit bisher rüstig vorwärts, so daß in dem Gemeindewald die H o l z f ä l l u n g nunmehr beendet ist und im Staatswald die Arbeit sich ihrem Abschluß nähert. Ieht beginnen die Versteigerungen. Der erste diesjährige Verkauf fand aus dem Staatswald statt. Es wurden dabei folgende Preise erzielt: Buchenscheit 12 bis 14 Mk., Duchenreiser 0,80 bis 1,10 Mk., Eichenscheit 7 bis 7,50 MI., Eichenknüppel 4 bis 5 Mk., Eichenrciser 0,50 bis 1, Mk. Die Preise sind niedriger als im Vorjahr, was wohl auf den gelinden Winter zurückzuführen ist. Z Vetzberg, 30.Ian. Der hiesigen Schule wurde von der Regierung eine Ravioanlage geschenkweise überwiesen, die mit großer Freude eingebaut wurde und nun von der schulpflichtigen Iugend einschließlich Fortbildungsschüler fleißig benutzt wird. Inwieweit die Anregung der Regierung, die Radioanlage auch der übrigen Bevölkerung zugänglich zu machen, sich durchführen läßt, muß noch erwogen werden. Z Launsbach, 30.Ian. In der jüngsten Sitzung der hiestgen Gemeindevertretung wurden der wiedergewählte Gemeindevorsteher Albert Pfaff und der neugewählte Vorsteher-Stellvertreter W i l h. Bechtold nach Bestätigung der Wahl durch Bürgermeister Drockmeier (Krofdorf) in ihr Amt eingeführt. Cs erfolgte dann die Prüfung und Abnahme der Gemeinderechnung für 1923. Die Einrichtung von Familiengräbern auf dem Friedhof wurde nicht zugelassen. ch Dutenhofen, 30. Ian. In diesem Monat fanden zwei Gemeinderatssihungenstatt. In der ersten erfolgte die Rechnungsablage von 1928. Darauf wurde die Vereidigung des Gemeindevorstehers Karl A p e l und dessen Stellvertreters K^rl Weber durch den Bürgermeister vorgenommey. In der zweiten Sitzung erfolgte die Reuwahl der Beisitzer und Stellvertreter zum Mieteiniqungsamt. # Niederkleen, 27.Ian. Bei der zweiten Brennholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald wurden folgende Preise erzielt: Bu- chenscheitholz 13 bis 15 Mark, Buchenknüppel 10 bis 12 Mark je Raummeter. Buchenwellen 12 bis 14 Mark, Buchendurchforstungswellen 17 bis 18 Mark je 100 Stück, Eichenscheitholz 8 bis 10 Mark, Eichenknüppel 6 bis 8 Mark je Raummeter, Eichen- wöllen 10 bis 12 Mark je 100 Stück, Kiefernknüppel 3 bis 5 Mark je Raummeter, Kiefernwellen 8 bis 10 Mark, gemischte Wellen 12 bis 14 Mark je 100 Stück. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. verwenden zur Pflege ihrer Kinder "//Penaten- Cremeund Puder lnApolhu.Drofl.60Pf96roßeSlreudo$e80pf^'^i S! *1 wrReste-VerkaufModehausNowadt Es handelt sich um zirka 1OOO Reste! 20% NOWäCk SeltersweO 85 0675 8790 Adolf Lotz und Frau. 874D 852V I Empfehlungen | Wollgarne sinn 1. Februar ah Stricksachen Strümpfe in riesiger Auswahl empfiehlt yeigten Zuspruch. Frau Elise Loh. Miele NächsteWoche Gießen, Löwengasse 20 8S3A 0679 (Vdöeni. 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Gart, schöne, freie Vafle.2X3-.3im.’ Wo na., beziehbar, billig zu verk. 0654 3. Baer, Ost an 1.29. Für die uns beim Heimgange unserer teuren Entschlafenen in so reichem Maße erwiesene Anteilnahme sagen wir aut diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Job. Georg Schmidt Heuchelheim, den 30. Januar 1930. [Vermietungen | Vhn Lüdvieriel schöne groge 3-3innn.-Wohn. mit Mücbc, Bad und Ballon, beichlag- nahniesrel. ab 1. 4. zu uvrmteicn. dir. Anaeboie unter 0658 an den Gien. Anz. Erdnuftkerne Pfd. 0.50, Haselnuii'.Para-, Walnnnterne nfiv, Mandeln z.niedrlfln. I Preisen. Wueieie« I Törrvslauinen Pfd. 0.85, grone, gesunde J-rüchie 11. a. „Nuir-Gold" d. Bnain.-Auiichnifi 6öeif[udH-5dioio;oöe ohne Essenzen und Saure. l- la Mako u. 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Dabei ist es nicht ausgeschl ssen, daß fein Dame in wenigen Wochen ebenso bekannt ist wie der seines Amtsvorgän- gcrs, von dem die Welt auch erst im 72. Jahre seines Lebens Notiz nahm. Frank Kellogg, geboren am 22. November 1856 in Potsdam — aber in dem kleinen Städtchen Potsdam des Staates Neuyork — war ein Rechtsanwalt, der als Roosevelts Kampfgeno.se im Krieg gegen die Uebermacht der amerikanischen Trusts ein wenig hcrvorgetreten war, dann von Coolidge zum Erstaunen der zünftigen Diplomaten zum Londoner Botschafter ernannt wurde und schlieh- lich im März 1925 das Amt des Staatssekretärs erhielt. 3m Sommer 1928 trat Kellogg, der bis dahin immer im Schatten anderer Persönlichkeiten gestanden hatte, zum. ersten- und zum letztenmal in feinem Leben selbst in das grelle Licht der Weltpolitik und erlangte durch seine geschickte Derhandlungssuhrung und durch den Abschluß des nach ihm benannten Friedenspaktes Weltruhm. Auch S t i m s o n ist ein amerikanischer Rechtsanwalt, der dann die politische Laufbahn einschlug, ebenso wie die amerikanischen Wirtschaftsjuristen Dawes — der den Generalstitel „honoris causa“ verliehen erhielt — und Parker Gilbert, der frühere Berliner Reparationsagent. Aber welch Unterschied zwischen Parker Gilbert, der schon mit dreißig Jahren die Augen der Welt aus sich zog, und dem zweiundsiebzig» jährigen Kellogg ober dem dreiunösechzigjährigen Lewis Stimson, Männern, die den überwiegenden Teil ihres Lebens als »zweite politische Garnitur" galten und erst seh. spät, in einer Zeit, in der andere Politiker ihren Ruhm verblassen sühlen, ihre Ramen in das Buch der Weltgeschichte eintragen können. Stimsons LebenAaus ist arm an aufregenden Ereignissen. Er wurde in der Stadt Reuyork geboren und studierte an den großen Universitäten der Bereinigten Staaten, bestand in den Jahren 1838, 1839 und 1893 Prüfungen an der Dale-Universität, der Haroard-Univerfität und der Harvard Law School und ließ sich im Jahre 1891 in Reuyork als Rechtsanwalt nieder. Zwei Jahre darauf wurde er Mitglied der Anwaltsfirma Root L Clarke, und seit dieser Zeit ist er der Freund des späteren Senators R o o t, der wahrscheinlich zusammen mit Charles Hughes dasür gesorgt hat, daß er vor einem Jahr Staatssekretär wurde. Die Anwalt sirma, zu der Stimson gehörte, wurde mehrmals umgegründet, andere Anwälte traten ein, aber immer blieb sie ein gutes Geschäft, daZ fünfzehn Jahre seine Inhaber glänzend ernährte. Dann erwachte Stimsons politischer Ehrgeiz. Er trat in den Staatsdienst und wurde 1936 S.aati- anwalt für den südlichen Teil von Reuyork, ein Amt, das er bis 1909 innehatte. Sein erster Dorstoß in die große Oessentlichleit mißglückte. 2m Jahre 1910 wurde er von der republikanischen Partei als Kandidat für den Reuyorker Gouverneurposten ausgestellt und fiel durch. Man kann nicht sagen, daß ihm dieser Mißerfolg viel geschadet hat. Denn schm ein halbes Jahr nach seiner Niederlage ernannte Präsident Taft den Juristen zum Kricgsminister, und das war eine Ernennung, wie sie zu jene? Zeit wohl nur in den Vereinigten Staaten möglich war, während man in Europa damals das Kriegsministerium gewöhnlich den Militärs vorbehielt. Aber das Experiment glückte. In den zwei bis drei Jahren, die er das Ministerium verwaltete, sprach kein Mensch von ihm, und das ist wohl das größte Lob, das man einem Kriegsminister zollen kann. Daraus darf man nicht schließen, daß Stimson damals nur aus Mangel an militärischen Kenntnissen nicht hervorgetreten fei: er hat im Gegenteil soviel gelernt, dgß er später, im Jahre 1917, als Oberstleutnant an die Front gehen konnte, um dort ein Artilleriercgiment zu führen. Auch das war kein prominenter Posten, aber Stimson gehörte nun einmal stets zur zweiten Garnitur. Wer dagegen einwendet, daß der Rame Stimson schon zu jener Zeit in Amerika einen guten Klang hatte, begeht einen kleinen Irrtum. Jener Rechtsanwalt unb Staatsmann, von dem man sich in den Vereinigten Staaten viel unterhielt, hieß Frederic Jefup Stimson. Er war gut zehn Jahre älter, hatte viele Bücher geschrieben, u. a. als erster Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts auf die Entwicklung der Trusts hmgewiesen, und ging 'm Jahre 1914 als erster amerikanischer Botschafter nach Argentinien. Don Henry L. Stimson hörte man nach seinem kaum- bemerkten Ausscheiden aus dem Kriegsministerium viele Jahre nichts mehr. Erst 1927 erinnerten sich die amerikanischen Politiker wieder dieses Mannes und empfahlen Coolidge ihn als Sonderkommissar nach Nicaragua zu senden, um dort die Unruhen beizulegen. Für dieses Amt brauchte man einen Mann, der durch nichts politisch vorbelastet war, und der deshalb bei den lateinamerikanischen Völkern kein Mißtrauen erregen konnte. Stimson, über den sich wirklich nichts sagen lieh, hatte noch den besonderen Dorzug, sehr liebenswürdig zu sein und ein vermittelndes Verhandlung stalent zu besitzen. In Ni'aragua errang er einen großen Erfolg. Die Armee des liberalen Generals Moncada streckte die Wa.sen, ohne daß man je erfahren hat, welches kostbäre Argument die Nicaraguaner zu dieser Unterwerfung veranlaßte. Nur einen kleinen Fehler machte Stimson, als er dem aufrührerischen General Sandino zu wenig Beachtung schenkte und dieser daher den Krieg auf eigene Faust fortsetzte. Aber das nahm man ihm in den Vereinigten Staaten nicht übel, und Stimson galt nun in Washington als ein Mann, der mit den südamerikanischen Dölkern umzugehen versteht und dort auch Sympathien genießt. Zur Belohnung für seine gelungen e'M'.f on wurde Stimson zum Gen er al- gouverneur der Philippinen ernannt: aber man war sich in Washington gleich darüber klar, daß dieser Diplomat nicht lange auf den fernen Inseln weilen würde, weil man seine Kraft im politischen Verkehr mit Lateinamerika nötiger brauchte. Nur ein Jahr blieb Stimson auf den Philippinen und bewies dort, daß in der Kol nialpolitik mit Liebenswürdigkeit mehr als mit Gewalt zu erreichen ist. Er gab den führenden Filipinos zu, daß ihr Streben nach Unabhängigkeit theoretisch berechtigt sei, bewies ihnen aber, daß eine zu frühe Trennung von den Vereinigten Staaten zu einer Wirtschaftskatastrophe aus den Philippinen führen müsse. Wann den Philippinen die Unabhängigkeit gewährt werden könne, hat er freilich nicht gesagt. Als Hoover in das Weihe Haus einzog, glaubte man, daß der Senator Borah das Außcnministcr'.um erhalten würde. Er hatte es redlich verdient, und man war nun sehr überrascht, daß der repräsentativste amerikanische Außenpolikiker sich Plötz ich weigerte, das von ihm vorher sehr begehrte Amt des Ministers anzunehmen. Borah fürchtete mit einem gewissen Recht, daß die ministerielle Tätigkeit ihn hindern würde, nach wie vor seine Ansichten rückhaltlos zu äußern, und er wußte, daß er als Senator Hoovers Staat sekretär ebenso anregen könnte, wie er es bei Frank Kellogg getan hatte, denn der Plan des Krieg ächtungspaktes stammt von Borah. Reben dem Senator Borah kam der Londoner amerikanische Botschafter Hough- t o n in Frage, der als ausgezeichneter Kenner der europäischen Verhältnisse gilt. Aber Hoover weiß in Europa selbst sehr gut Bescheid, und es war ihm wichtiger, in das Außenministerium einen Fachmann für L a t e i n a m e r i k a zu berufen. Wenn S t i m s o n sich in den Fragen der europäischen Politik nicht sehr gut auskennt, so steht ihm doch in London der General Dawes zur Seite, der jetzt Botschafter in der britischen Hauptstadt ist, und auch der amerikanische Bot- DZe beschwkmmen des T. D. v. 1M6 Gießen. Die alljährlich, so findet auch in diesem Jahre, und zwar am nächsten Sonntag, im städtischen Schwimmbad zu Gießen ein Werbeschwimmen statt. Zur Mitwirkung haben sich die Vereine von Friedberg, Wetzlar und Butzbach bereiterklärt. Reben Staffeln wird auch dem volkstümlichen Schwimmen Rechnung getragen. Der Oesfentiich- leit soll gezeigt werden, welche Arbeit in der Schwimmabtcilung geleistet wird, wie der Aufbau des Schwimmens in den Turnvereinen sich entwickelt und mit welcher Freude sich Alt und Jung der Schwimmkunst widmen. Die von den Kleinsten gezeigten Klebungen dürften besondere Freude machon. Ein Reigen der Turnerinnen von sämtlichen Vereinen wird ein reizendes Bild bieten, ebenso das Figureniegen, das von den Turnerinnen des Tv. 1845 Gießen ausgeführt wird. Spannende Kämpfe werden sich in den einzelnen Staffeln entwickeln, besonders in der Drustschwell- stasfel und der Doreinsstaffel. Das Wasserballspiel, das am Schlüsse der Deranstaltung ausgetragen wird, findet zwischen dem Tv. 1846 Gießen und den besten Spielern Wetzlars und Friedbergs statt. Es dürfte fraglich sein, ob der seit 1925 bis jetzt ungeschlagene Gaumcister Tv. 43 Gießen das Spiel für sich entscheiden kann. Man beachte die heutige Anzeige. Handball im Männerturnverein (D.T) Am kommenden Sonntag treffen sich auf dem Mtv.-Platze die ersten Mannschaften der Turnge- meinde Friedberg und des hiesigen Männerturn- oereins zu einem Handball-Freundschaftsspiel. Die Friedberger Mannschaft hat durch ihre guten Resultate, die sie in den vergangenen Verbandsspielen erzielen konnte, von sich reden gemacht, und sie wird den Männerturnern einen Sieg wohl schwer machen. Den Leistungen der Gießener vom Vorsonntag noch zu urteilen, ist ein solcher sogar sehr in Frage gestellt. Die zweite Mannschaft und die Schülermannschaft des Mm. fahren nach Bußbach, um gegen die gleichen Mannschaften des dortigen Turn- und Sportvereins ebenfalls Freundschaftsspiele auszutraaen. Der Ausgang dieser Spiele steht vollkommen offen. Handball im La n-Oünsberg Ga^, Tv. Londorf 1. — Tv. Kinzenbach!. 1:0 abgebr. Tv. Dorlar!. — Tv. Garbenteich I. 2:11. Tv. Staufenberg 1. — Tv. Wie eck l. 2:11. Tv. Beuern 1. — Tv. Rodheim 1. 0:0 abgebr. Im ersten Spiel in Londorf sah man einen schnellen und abwechslungsreichen Kampf, der oft sehr hart durchgeführt wurde. Während in der ersten Hälfte das (Spiel verteilt war und beide Mannschaften die gleichen Torchancen hatten, von denen Londorf durch einen Strafstoß das einzige Tor erzielen konnte, war Kinzenbach nach der Pause durchweg leicht überlegen, scheiterie aber an der zahlreichen und hart arbeitenden Hinte» schafter in Brüssel, Gibson, ist zur Flottenkonferenz nach London gefahren. Die militärischen Fragen sind dem ehemaligen Kriegsminister natürlich gut bekannt, aber es versteht sich, daß in seinem Gefolge die wichtigsten amerikanischen Marineoffiziere nach London gekommen sind, um ihm zu Helsen, Amerikas Anspruch auf Weltgeltung zur See zu verteidigen. Daß Stimson im liebenswürdigsten Ton verhandeln, aber grundsätzlich vorn amerikanischen Standpunkt nicht eine Handbreit abweichen wird, ist für jeden Kenner seiner Persönlichkeit selbstve.-stündlich. Denn den Amerikanern liegt weniger an einer Abrüstung und einer Einschränkung ihres Flottenbaus, den sie sich leisten können, als an einer Stärkung ihrer Weltgeltung, und Stimson ist nüchtern genug, diese Tatsachen keinen Augenblick zu vergessen. mannschaft des Plahvereins. Kurz vor Schluß mußte das Spiet infolge eines g.oben Regelverstoßes des Londorser Linksaußen vom Schiedsrichter abgebrochen werden. Das c^>iel in Dorlar sah Garbenteich jederzeit klar in Front, während dasselbe von dem Spiel in Staufenberg zu sagen ist, wo Wieseck durch seinen flinken Sturm es fertig brachte, der Platzmannschaft mit 11:2 das Rauschen zu geben. Das Spiel in Beuern sah zwei gleichwertige Gegner. Während Rodheim in der ersten Hälfte etwas mehr vom Spiel hatte, war Beuern nach der Pause etwas im Dorteil. Im Verlaufe der zweiten Hälfte muhte der Schiedsrichter das Spiel infolge des schlüpfrigen Bodens abbrechen. Kommenden Sonntag treffen Wieseck und Londorf auf dem W'.esecker Platz aufeinander. Im Vorspiel konnte Wieseck den Meister zu Hause 4:2 schlagen, ob es ihnen diesmal gelingt, bleibt abzuwarten. Garbenteich sollte Staufenberg auf seinem Platze sicher schlagen, während Rodheim gegen Dorlar einen knappen Sieg erkämpfen sollte. Hochschulsport. Am Montag veranstaltete die Gießener Studentenschaft bei herrlichem Wetter einen Waldlauf, der gleichzeitig als Ausscheidungslauf für die Waldlaufmei st erschuften in Heidelberg am 8. und 9. Februar ausgetragen wurde. Die Strecke führte über 5,5 Kilometer mit etwa 25 Meter Steigung und wurde von den Läufern in guter Haltung und schr guter Zeit bewältigt. Der Waldlauf wurde als Einzel- und Mannschaftslauf ausgetragen. Ergebnis: 1. Sieger Stepp (Freistudent) 16.45 Min.: 2. Sieger Kleeberg (A. T. V. Rheinfranken): 3. Sieger Klcrnann (Freistudent). — Den 1. Mannschaftssieg errang die A. T. D. R h e i n f r a n l e n mit 24 Punkten. An zweiter Stelle lief die Mannschaft der Burschenschaft Frankoniaein (38 Punkte). V. f. Ä. Arn kommenden Sonntag stehen sich auf dem Waldsportplah die Liga und zweite Mannschaft in einem Uebungsspiel gegenüber. In erster Linie soll dies dazu dienen, besonders bei der Liga verschiedene Ausstellungen auszuprobieren, um unter ilmftänben für das letzte 03;r» banlsspiel gegen »Germania" Marburg eine Um» stellung der Mannschaft vorzunehmen. Die dritte Mannschaft hat sich die erste Queckborns zu einem Gesellschaftsspiel nach hier eingeladen. VfB. hat zwar in letzter Zeit von feiner früheren Spielstärke verloren, sollte aber auf Grund seiner reiferen Spielweife und größeren Erfahrung in der Lage sein, das Treffen für sich zu entscheiden. Don der Jugend» und Schülerabtel» I u n g sind die Spiele vom vergangenen Sonntag noch zu berichten. Die erste Jugenbmannschaft war in stark ersatzgeschwächter Aufstellung in Turnen, Sport und Spiel. Gießener Stadttheater. Gastspiel von Paul Wegener. Die beiden männlichsten Erscheinungen unter den ganz großen Schauspielern in Deutschland sind Da.sermann und Wegener: dennoch kann man sich — man hat sie ja hier nun beide auf der Bühne gesehen — kaum einen größeren Unterschied denken. Sie stehen sich polar gegenüber: zwei Landschaften, zwei Temperamente, zwei Gestalten und überragende Gestalter. Süden und Osten, Eleganz und Wucht. Dirtuo ität und Dämonie, Geist und Blut. Ganz gewiß ist auch bei Wegener (der ursprünglich Akademiker war) eine hohe Intelligenz, die geistig-bewußte Formung jeder Rolle ein wesentlich schöpferisches Element seiner Darstellungskunst : aber sie bestimmt nicht so entscheidend wie bei Bassermann den Eindruck seiner Leistung. Man bewundert beide, — aber man vergißt bei Dassermann bis zuletzt niemals ganz das »Spiel", die Rolle, das Theater. Wegener, in seinen ftäitften Augenblicken, läßt die greifbare Wesenheit und Umwelt der Bühne ins Unwirkliche versinken. Und man sitzt da, von Schauern überlaufen, angepackt, erschüttert. * Wenn man sich, nachträglich, kontrolliert, muß man sich gestehen, daß diese theaterferne Erschütterung, dieses Ergriffenfein nicht vom Stück ausgeht — so fürchterlich und erregend und zermürbend es ist —, sondern von der maßlosen menschlichen Stoßkraft des überragenden Schauspielers, der da im Zentrum der 'Begebenheiten steht. Ein furchtbares Stück, — man kann es nicht anders sagen. Und man ist ja nachgerade daran gewöhnt, die Prominenten auf ihren Gastspielreisen in schlechten oder belanglosen Stücken auf treten zu sehen, — oder in Stücken, die man einfach nur als schrecklich bezeichnen kann. (Die Gründe dafür können hier nicht untersucht werden.) * Wegener mit seinen Leuten spielt ein russisches Stück »Der Gedanke", Drama in fünf Akten von Leonid Andrejew. Dielleicht ist es die ausgesprochen russische Atmosphäre — aussteigend aus Schwermut, Einsamkeit, Grübelei, Blutdunst und einer grenzenlosen, grauen Trostlosigkeit und Hossnungsleere —, die Wegener mit seinem Slawenschätel, der schon äußerlich östlichste Typus unter den deutschen Schauspielern, als wahlverwandt empfunden, und die ihn als Regisseur und noch mehr als Schauspieler gereizt haben mag. • Es gibt Stücke, deren »Inhalt" man nicht erzählen kann. Und es gibt Stücke, deren Inhalt zu erzählen man sich sträubt, weil man. es g eicherweise als sinnlos und quälend empfindet, noch einmal zu beschwören, was man vor kaum einer Stunde erst aufatmend zu Ende gebracht sah. Deshalb wollen wir nur andeuten, worum es sich hier handelt. Es handelt sich, wie der Titel sagt, um den Gedanken, um die Kraft des Gedankens, um die Macht des menschlichen Willens über das Gehirn und die Phantasie. Um ein furchtbares Experiment. um den Dcrsuch eines Wissenschaftlers, eines grübelnden Arztes, ob es der Kraft des Gedankens gelingen kann, den Wahnsinn in sich selber zur Wirklichkeit werden zu lassen. Die verzweifelte Frage nach dem Sinn eines solchen Unterfangens wird fünf Akte lang immer wieder verschüttet von der untergründig bohrenden und wühlenden Vehemenz eines Spiels auf des Messers Schneide. Der Arzt Dr. Kershenzew, einsam, menschenscheu, in sich selbst vergraben und verschlossen, gerät halb grüblerisch tastend, halb aus einer rätselvoll sprunghaften Verrückung seiner Phantasie an diese entsetzliche Kraftprobe. Er hat keinen Menschen um sich, nur im Käfig einen Menschenaffen, dessen stumm verschlo sene, undurchdringliche Einsamkeit ihm einen Spiegel seiner selbst vorzuhalten scheint. Das Tier stirbt. Run hat er weder Tier noch Menschen in seiner seelischen Rähe, keinen Freund und keine Frau. • Rur ein paar Bekannte. Einer von denen hat vor Jahren die Frau geheiratet, der Kershenzews Liebe gehörte, die aber feine Werbung aus- schlug. Als er ihr wieder begegnet, ihr und dem Mann, welcher ihm damals zuvorgekommen ist, da regt es sich dumpf in Kershenzew, da bekommt sein rein geistiges Experiment — schon furchtbar genug — den entscheidenden, schwelenden und zündenden Antrieb aus einer wilden Wirrnis von verschütteten, vergrabenen, verdrängten Gefühlen. Späte Liebe, neues Begehren, Eifersucht. Scham. Wut, Hatz K'rfhenzew erschlägt den Mann, der ihm die geliebte Frau genommen hat, ... und nun ist es an dem, daß sich die Frage erhebt: hat er den Mord begangen, weil er wahnsinnig war — ober hat er den Wahnsinnigen gespielt, um diesen Mord zu begehen. Die Beantwortung ist trostlos und sinnlos wie das ganze »Experiment". • Aber schon dieser roh angedeutete Umritz der Fabel läßt wohl das ganze Ausmaß dessen erkennen, was hier »gespielt", was hier m t menschlichen Mitteln dargestellt wird. Zwei Akte lang wird es erst vorbereitet. Da steht dieser Mann mit dem Mongollr.schädcl, den vorspringenden Backenknochen und den schrägen Augenbögen, ein Mensch mit einem tierhaften Körper, und redet und grübelt sich rätselhaft, erschreckend, Schritt für Schritt, unheimlich und unaufhaltsam in seine wahnwitzige Phantasie, in einen phantasierten Wahnsinn hinein. • Im dritten Akt ist cs soweit. Alle Nerven sind angespannt, wenn man allmählich, Zug um Zug, die Katastrophe kommen fühlt, welche die Frau, Hel. sich.ig und angsterfüllt, vergeblich abzuwenden sucht, und die das ahnungslose Opfer mit verächtlichen, höhnischen, aufreizenden Reden unabwendbar macht. Eine lange Z:it steht Kershenzew ganz stumm. Die Stille vor dem Sturm. Gleich wird ein fürchter.icher Ausbruch da fein. Und in diesen Augenblicken geht von dem Darsteller Wegener, der wie ein B.ock dasteht, wie ein regungsloses, drohendes, asiatisches Göhenblld, — von seinem verzerrten, zuckenden, wetterleuchtenden Gesicht jenes Sckunden-Erlebnis auf den Zuschauer über, das sehr selten ist im Theater: da löscht die Magie eines ganz großen Schauspielertums alle Illusion der Kulisse und der zufälligen Umwelt aus. • Dieser Höhepunkt wird im Folgenden für unser Empfinden nicht mehr erreicht, — obwohl der vierte Akt noch einmal eine grandiose darstellerische Entfesselung bietet: wenn Kershenzew nach der Tat heimkornrnt, „es" in sich ausbrechen oder ausgebrochen fühlt, nicht mehr den Weg zurück findet, an der Kraft des Gedankens zu zweifeln beginnt und vcrzw.ife t auf der Verschwimmenden Grenze zwischen hüben und drüben, zwischen Ein- bi.bung und Wirk.ichkeit, zwischen Wahnsinn und Phantasie. Hier und im letzten Akt, der den trostlosen und auafbollcn Epilog im Irrenhaus macht, geht von Wegeners Eesta'tung (obwohl sie noch voller Bewegung und Wanüiung, boJ von unheimlichen, erschreckenden und erregenden Einzelheiten ist) nicht mehr jener elementare Eindruck aus, von dem wir sprachen. Hier berührt er sich irgendwie mit seinem Antipoden, mit dem funkelnden Virtuosentum Basfcrmanns, der alles kann und nie versagt: hier spürt man am stärksten den Intellekt, die geistige Durchdringung und Unterbauung seiner schaufpielerischen Form. H!er ist feine Kunst am fühlbarsten vorn Gehirn her gespeist und nicht mehr so unbedingt (wie in jenen Augenblicken) vom Dlutstrom einer untergründig aufbrechenden Menschlichkeit. — • Wegener hat fein eigenes Ensemble und er ist fein eigener Regisseur. Naturgem-äitz tritt die Regieleistung hier hinter dem Schaufpielerischen zurück und intereffiert nicht so sehr: schon deshalb, weil das Stück entscheidend auf eine Rolle hin geschrieben ist, weil er selbst diese Rolle gibt, und weil unter solchen Umstünden auch für den besten Regisseur nicht mehr viel zu tun übrig bleibt. Das Ensemble ist, wie man es erwarten konnte, tadellos eingespielt und im einzelnen zuverlässig und treffsicher beseht. Zwei durchaus persönlich gefaßte Gestaltungen heben sich heraus: die Tatjana der Antonie Strahmann vom Staatstheater, eine feine, sympathische und sehr frauliche Erscheinung, schon äußerlich die gegebene Komplementärfigur des großen Partners.. Und Walter D h s i n g vom Deut'chen Künstlertheater, der als Ssawelow eine interessante Charakterstudie bot Fritz Schm e11er15h , Horst Smel» ding und Herminia Dorn wären noch zu nennen. — Das Haus war erfreulicherweise ganz auS- verkauft. Man mutz der Theaterleitung dankbar fein, datz sie dem Gießener Publikum daS Gastspiel beschert hat: es wird zu den großen und bleibenden Eindrücken dieser Spielzeit gehören. Dr. Th. Lollar und verlor dort ihr Pflichtspiel nach ausgeglichenem Kampf knapp mit 1:2. — Das an- gesagte Pflichtspiel der zweiten gegen die erste Leihgesterns kam wegen Sperrung des Gegners nicht zum Austrag. — Wie erwartet, verlor die dritte gegen ihren ungleich stärkeren Gegner, die erste Jugendelf Großen-Buseck, auf dortigem Platz mit 1:4. — Während die erste Schülermannschaft ohne Gegner blieb, verlor die zweite gegen die gleich« der Gießener Spielvereinlgung knapp mit 1:2. Fußball in Heuchelheim. Kommenden Sonntag trägt der Sportverein 1920 sein letztes DerbandLsp'.el in te: dies^öh igm Runde auf eigenem Platze gegen Sechsyeloen aus. Das Dorspiel verlor Heuchelheim, allerdings nur mit neun Mann spielend, 3:1. Sechshelden hat inzwischen bedeutend an Spielstärte gewonnen. Der Sieger in dem kommenden Treffen wird erst beim Schlußpfiff feststehen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Nächsten Sonntag fährt die erste Mannschaft Großen-Busecks nach Ettingshausen, um dort ihr fälliges Derbandsspiel auszutragen. Die Busecker müssen vier Spieler ersetzen, was wohl eine Niederlage für. den Tabellenersten bedeutet. Ettingshausen ist eine durchschlagökräftige und gute Mannschaft, besonders auf eigenem Platz. Die Jugend der Busecker spielt in Hermannstein und wird ihrer Aufstellung nach eine Niederlage mit nach Hause nehmen. V. f. K Och. Am nächsten Sonntag hat die Jugend in Büblingshausen anzutreten. Welche Spielstärke der Plahverein besitzt, ist nicht bekannt, da er es beim Borspiel vorzog, zu Hause zu bleiben. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Die seitherige KreiZklassenman schäft Gießens, die dem Abstieg aus der Kreisklasse verfallen war und nun wieder 1. Bezirksklasse spielt, wird am kommenden Sonntag auf dem Wiesecker Sportplatz ein fälliges Rückspiel gegen die erste Mannschaft Wiesecks auZtragrn. Der Ausgang des Spiels ist osfen zu lassen. Borher werden sich die lb-Mannschaften beider Vereine ein Freundschaftsspiel liefern. Ob es der Ib-Mannschaft Gießen gelingen wird, der aussteigenden Ib Wiesecks eine Niederlage zu bereiten, ist zweifelhaft. Den Beginn machen die Jugendmannschaften beider Vereine. Auch hier ist der Sieger nicht vorauszusagen. In Lollar findet eine Gruppenturnstunde der -weiten Gruppe statt. Als LIcbungsplan sind die Frei- und Geräteübungen zum Bezirksfest in Wißmar und zum Kreisfest in Darmstadt vorgesehen. Oberheffen. Landkreis Gießen. U Großen-Lind en, 31. Jan. Ein Vorfall, der ein schlimmes Ende hätte nehmen können, ereignete sich hier gestern vormittag. Eine junge Mutter mußte nach dem Baden ihres etwa fünfMonate alten Kindes das Zimmer für kurze Zeit verlassen und bettete das Kleine auf dem neben der Badewanne stehenden Tisch. Nach ihrer Rückkehr fand sie das Kind, daß infolge lebhafter Bewegungen vom Tisch her- untergefallen war, im Wasser lie- ?; e n b vor. Es wäre ertrunken, wenn die Mutter urze Zeit länger weggeblieben wäre. Durch rasch hinzugezogene sachverständige Hilfe wurde das Schlimmste vermieden. Dem Kinde geht es wieder gut. Bg. Großen-Buseck, 29. Jan. Heute morgen wurden die Einwohner durch starken Qualm aus dem früheren Schulhaus, einem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, erschreckt. Cs handelte sich jedoch nur um einen,allerdings lange anhaltenden Kaminbrand. Von sachkundiger Seite überwacht, erlosch er, ohne daß ein Eingreifen der Feuerwehr nötig wurde. — Um dem von vielen Hausbesitzern lästig empfundenen Bekleben der Hoftore und Häuser mit Reklamezetteln usw. entgegenzuwirken, hat die Gemeinde an verkehrsreicher Stelle eine Plakatsäule errichten lassen. 8 D a u b r i n g e n, 29. Jan. Der h e.ige K r i e- gerverein hielt in seinem Dereinslokal bei Gastwirt Weimer seine diesjährige Generalversammlung ob. Der Vorsitzende Wilhelm Walther VII. begrüßte die Mitglieder und gedachte in ehrenden Worten des Reichspräsidenten. Die Rcchnungsab.age erstattete der Vereins- rechner Ludwig D o r t II. Die Einnahmen betrugen rund 3öO Ml.. die Ausgaben 316 Mk., so daß ein Ueberschuh von rund 44 Mk. vorhanden ist. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Verleihung von Ehrenzeichen nach 25-, 40- und 50jähriger Mitgliedschaft erfolgt durch den „Hassia"-Verband. Alle übrigen Ehrenzeichen sollen durch Kauf durch den Verein bezogen wer- den. Die Generalversammlung erachtet es als notwendig, neue Statuten auszuarbeiten. Das 71jährige Vereinsmitgl:ed Weihbindermeister Heinrich Weimer II. wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Karl Weimer konnte der silberne Becher der Bezirkshassia für hervorragende Leistungen beim Verbandsschießen im vergangenen Sommer überreicht werden. Alle Mitglieder, die am Schießen nicht teilgenommen hatten, sollen zur finanziellen Stützung der Kasse 1 Mk. entrichten. f Treis a. d. Lda., 29. Jan. Der Turnverein „Gut Heil" hielt am Sonntag seine diesjährige e^ste ordentliche Hauptversammlung ab. Aus den Jahresberichten des Vorsitzenden und des Oberturnwarts ging hervor, daß auch im verflossenen Jahre wieder rege in turnerischer Beziehung gearbeitet wurde. Es ist dies besonders zu danken der überaus fleißigen und sachkundigen Arbeit des Oberturnwarts Rabenau, der dabei von den Vorturnern verständnisvolle Unterstützung gefunden hat. Daraus erklären sich auch die schönen turnerischen Erfolge, die der Verein im letzten Jahre zu verzeichnen hatte. 35 Siege, darunter ein erster Sieg des Turners K. Leinweber, konnte der Verein buchen. Auch die Spieltätigkeit hat sich unter der bewährten Leitung des Spielführers gehoben. Leider ist es dem Verein nur unter großen Opfern, wegen der abgelegenen Lage des Vercinsorls, möglich, seine Spielmannschaften anderen auswärtigen Mannschaften auf dem Spielfelde gegenübcrzustellen. Die Vereinsgeschäfte wurden in fünf Hauptversammlungen und vier Vorstondssihungen erledigt. Eine besondere Ehrung wurde dem Verein am Anfang des vergangenen Jahres zuteil, indem seinem Vorsitzenden der Kreisehrenbrief überreicht wurde. Im Jahre 1930 sieht der Verein auf 25 Jahre seines Bestehens zurück. Aus diesem Anlaß soll eine Jubelfeier am l.Juni stattfinden, die mit dem Bezirksturnen des 2. Bezirks des Gaues Hessen verbunden ist. Zur Vorbereitung auf dieses Fest wählte die Versammlung die Ausschüsse. <5 Allendorf o. d. Lumda., 27. Jan. Am Samstagabend hielt der hiesige Krieger- verein im Saale der Gastwirtschast Eberhard Ranft Witwe seinen diesjährigen Familienabend ab. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Musik wurde von der Kapelle Sommerlad, Beuern, gestellt. Nach einem flott gespielten Eröffnungsmarsch hieß der erste Vorsitzende Lehrer Strack die Besucher willkommen und wies dann in seiner Ansprache darauf hin, daß unser deutsches Vaterland nur dann wieder erstarken könne, wenn die Einigkeit bei uns wieder einziehe. Das ausgebrachte Hoch galt dem Vaterland. Hierauf wurden von Mitgliedern des Vereins und deren Angehörigen einige Theaterstücke (Einakter) flott gespielt, die reichen und wohlverdienten Beifall fanden. Anschließend fand eine Tombolaverlosung statt, zu der wertvolle Preise gestiftet waren. Humoristische Vorträge sowie der übliche Tanz hielten die Teilnehmer noch lange beisammen. * Kes selb ach, 28. Jan. Am Samstagabend hielt der Gesangverein „Liederkranz" seine diesjährige Generalversammlung bei Mitglied F. Weber ab. Der vom 1. Vorsitzenden Leonh. Wißner erstattete Jahresbericht zeigte ein erfreuliches Bild stetiger Aufwärtsbewegung des Vereins. Auch der Kassenbericht, der in Einnahme 1167,30 Mk., in Ausgabe 1087.95 Mk. aufwies, war trotz der schweren Zeit, in der die Gesangvereine um ihre Existenz kümpfen, günstig. Der Vorstand wurde einstimmig wicdergewählt. Nur für das Ehrenmitglied W. D i e tz, der fast Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 249. Don Josef Pospisil. 6 5 3 8 4 2 7 2 11 8 6 5 4 3 2 a b Schwarz, d e f Weiß. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 6 Steine Kb2; Dfl; Tc4; Ld7; Sei; Be3. Schwarz: 8 Steine Kd5; Dh7; Lc2, e7: Bb4, c5, d6, e5. Partie Nr 175. Die nachstehende hübsche Partie wurde am 6. Dezember 1929 im Meisterturnier des Berliner Schachheims „Moka Cfti" gespie.t. AbgelehntcS Damengamöit. Weiß: Hel lag. Schwarz: Koch. Ld2-d4 l.Sg8-f6 2. c2 - c4 2. e7 - eb 3. Sbl-c3 3. d7-d5 4. Sgl-13 4.c7-c6 5 Lei -g5 5. Sb8-d7 6 e2-e4 Seinem Spielthpus gemäß greift Weiß gleich scharf an: vorzuziehen ist hier 6. e3. 6 . . . 0. DJ8-b6 7. e4xd5 7. Db6xb2 2n Verbindung mit dem nachfolgenden Zuge ein sehr gesundes Manöver, da der weiße Damenflügel hierdurch geschwächt wird. 8. d5xea 8. L8-b4! 9 e6xd7+ 9. Lc8-d7 10 Tal-bl Besser geschieht LXc3+ 11. Ld2 usw. 10.. . . 11. Sf3-d2 12 Lo5xd2 13. Tblxb7 an dieser Stelle 10. Tel, 10. Lb4xc3+ 11. Lc3xd2-4- 12. Dc2xd4 13.0-0-0! Ausgezeichnet gespielt! 14. Tb7-b3 Schlecht wäre natürlich 14. Dbl oder b3 wegen 14. . . ., The8-f- 15. Le2, Txe2-H 16 Kxe2, Lg4+ und Schwarz gewinnt. 14. Tc?+, KbS usw. 14.... 14. Ld7-g4! 15.f2-f3 Weiß hat nichts Besseres, denn auf 15. Le2 gewinnt Schwarz durch 15..... Lxe2 16. Dxe2, Dal 4- 17. Ddl, Dxdl + 18. Kxdl, Se4! das Spiel. 15... 15. fh8-e8+ 16. Lfl-e2 16. Lg4-f5 17. Th 1 — f 1 Die weiße Partie ist völlig hilflos, Schwarz entscheidet nun das Spiel durch einige kräftige Züge. 17... 17 Lf5-d3! 18. Tb3xd3 18. Dd4xd3 19. Tfl-f2 19. Td8-d7 20. c4—c5. Es droht nun 20..... Tb7. Soll 21. Kfl ermöglichen, weil Schwarz hierauf den Läufer d2 nicht schlagen könnte, wegen 22. La6-fc und so weiter. 20.. .. 20. Sf6-d5 21. Ddl -b3 Jetzt würde 21. Kfl an Se34- scheitern. 21... 21. Dd3-d4 22. Kel-fl 22 Dd4-al + 23. Le2 - d 1 oder 23. D oder Ld 1 23.....Se3+ u. gew. 23... . 23. Sd5-e3+ 24. Ld2xe3 24.Td7xdl + Aufgegeben. Lösung des Problems Nr. 245. Don Trcala. 1. Del-25!, Kg4 2. Sl6 mott. I........g4, 2. Le8 matt. 1........c3, 2. Le2 matt. Aus der Schachwclt. 2m vorjährigen Weihnachtsturnier zu Hastings siegte Capabtanca mit 6lA Punkten, 2. Preisträger wurde Vidmar mit 51/? Punkten. 3. Jates mit 5 Punkten, 4. bis 5. Maroczh. Sear^ant Takacs und Thomas mit 4Vs Punkten. Es folgen Winter mit 4 Punkten, Miß Menshik mit 3Vr Punkten und Price mit 2 Punkten. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom NedakttonSf sch. Transaktionen. „Schau, heute habe ich endlich das Gegenstück zu unserer ch.n s.schen Vase finden können: Kostenpunkt dreihundert Mark!" „Schöne Pleite — das ist doch unsere Vase, die ich heute für hundert Mark verkaufte, weil wir die zweite nie bekommen konnten!" Prohibition. Jim Rainbow steht vor dem Schnellgericht in Neuyork. Soll Alkohol verkauft haben. Ein schweres Verbrechen. Ein sehr schweres Verbrechen. Sagt ein Verteidiger zu den Richtern: „Betrachten Sie doch den Angeklagten!" . Sie betrachten ihn lange und eingehend. Dann fährt der Verteidiger fort: „Glauben Sie im Ernst, daß dieser Mann Alkohol verkauft wenn er mal welchen hat?" Jim Rainbow wurde freigesprochen. Der Traum vom SM. Vornan von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 25 Fortletzung. Na.-druck verboten. Der die Verhandlung leitende Richter ersuchte die beiden jungen Mädchen, näher heranzutreten, worauf jemand von den Anwrsenden einen höl- sch"b" für die zitternde Sabine Herbei- Alle sahen bedrückt und zugleich mit höchster Spannung dem Weiteren entgegen. Sabine aber war mit einem Schlage der Mittelpunkt des all- seitigen Interesses geworden und aller Blicke ruhten auf ihr. Nur Kurt von Wildhofen lehnte mit abgewandtem Gesicht und verschränkten Armen an der kahlen Wand des öden Raumes, allein und scheinbar teilnahmslos, obwohl er Folterqualen ausstand. Sie ist gekommen, um ihre Beziehungen zu jenem Elenden einzugcstehen — sich in den Augen aller hier Anwesenden selbst zu erniedrigen, dadurch, daß sie ihre Schande ans Licht zieht, dachte er mit bitterem Weh im Herzen. O, wäre sie nicht gekommen! Hätte sie geschwiegen — es wäre nicht noch der letzte Rest von Achtung für sie in mir vernichtet worden! Welchen Zweck haben jetzt noch ihre unziemlichen Bekenntnis.«? Aber wie in aller Welt kommt die kleine Doris dazu, dos unselige Mädchen hierherzubcgleiten und in seinem Vorhaben noch zu bestärken? Wahrscheinlich ahnte oder verstand sie das Ganze nicht! O, hätte er ahnen können, was Sabine in der letzten Nacht durchgemacht hatte! Wäre er Zeuge der cntfetzlichen Auftritte gewesen. die sich zwilchen Mutter und Tochter abspielten — Zeuge der wilden Drohungen und Klagen, der zornigen Verwünschungen, ja Flüche, womit erstere ihr Kind überschüttet hatte —, und noch mehr, hätte er jene schöne Frau, die er als die Mutter seiner geliebten Sabine so hoch verehrte, sehen können in dem Augenblick, wo sie sich auf den Knien durch das Zimmer zu ihrer Tochter schleppte und ihr eigenes Fleisch und Blut beschwor, sie nicht zugrunde zu richten durch die Offenbarung ihrer Familienschande. Dann, ja dann hätte er vor allem anderen das tiefste Mitleid für das unglückliche Mädchen empfunden. Und die entsetzliche, endlose Nacht hindurch hatte Sabine sich ruhig und gefaßt aufrecht gehalten. „Eine von uns muß reden. Mutter!" Das war die Antwort auf alles Bitten, Weinen und Flehen, auf alle Wutausbrüche und Verwünschungen gewesen. „So willst du mich also vernichten?!" hatte die fast wahnsinnige .Frau ihr entgegengehalten. | „Mein ganzes Leben als eine Kette von Schande und Betrug aufdecken vor den Augen der Welt! Ich werde mein Haupt nie wieder erheben, den Menschen nie wieder in die Augen blicken können." „Unsere Freunde, die uns nur Gutes erwiesen haben, dürfen nicht noch weiter belogen und hintergangen werden: und ich will meinen toten Vater nicht verleugnen!" „Welcher Wahnjinn! Wie entsetzlich überspannt! Ist es doch ein unermeßliches Glück für uns. daß er tot ist. und wenn ich froh — ja — froh darüber bin. daß dein ehrloser Vater uns verlassen hat. so kannst du, die du ihn seit deiner Kindheit nicht mehr kennst, doch unmöglich traurig über sein Ende sein." „Still, Mutter, still! Sprich nicht solche Lästerungen aus. Ueber den Tod eines Menschen froh zu fein, ist ein Verbrechen — und dieser Mann war der Vater deines. Kindes. Auch bist du im Irrtum! Ich habe ihn selbst kürzlich gesehen, erst vorgestern — und habe eine Unterredung mit ihm gehabt. Er verlangte Geld von mir, und ich versprach, es ihm zu verschaffen." Der Mutter maßloses Erstaunen machte einer um so größeren Entrüstung Platz, als sie erfuhr, daß Sabine Kurt von Wildhofen tatsächlich um ein Darlehen gebeten hatte. Sie war nafre daran, sich die Haare auszuraufen vor Verzweiflung, daß nun ihrer Ansicht nach alles, alles arrs sein mußte. Und selbst jetzt brachte Sabine es nicht über die Lippen, von den Drohungen zu reden, die ihr Vater gegen Kurt ausgestoßen hatte. Nie» mand auf der Welt, so schwor sie sich zu, sollte es jemals von ihr erfahren, ausgenommen Kurt selbst, wenn er je — jemals... Ach. wie kam dieser törichte Traum noch einmal in ihre Seele! Wie hätte feine Liebe alles das überdauern können, was geschehen war! Inzwischen hatte sich die vor Zorn fast sinnlose Frau auf das Bett geworfen, ohne sich zu entlleiden. Dort lag sie schluchzend, das Gesicht in die Kissen vergraben, ihre Tochter schmähend als das schlechteste, undankbarste und grausamste Geschöpf, das je auf Erden gelebt. Aber Sabine blieb fest und unerschütterlich bei ihrem Entschluß bis zum ersten schwachen Morgengrauen, wo ihre Mutter, völlig erschöpft nach ihrem Paroxysmus, in einen bleiernen Schlaf sank. Kaum drangen ihre schwachen Atemzüge an Sabines Ohr, als sie, in einen warmen Schlafrock gehüllt, leise zur Tür hinaus und die schmale Treppe hinaufschlich, die zu den Zimmern der kleinen Doris führte. Es bedurfte nur eines leisen Klopfens, um diese auS einem ohnehin unruhigen Schlummer zu erwecken. Als sie Sabines Stimme erkannt hatte, sprang sie aus dem Bett und öffnete die Tür. Anter Zittern und Schluchzen weihte bat un» I glückliche Mädchen die Freundin in alles ein und schloß mit den Worten: »2ch bitte Sie inständigst, mir beizustehsn — mir zu sagen, was ich tun soll, ober richtiger, wie ich cs tun soll. Ich sehe klar vor mir, daß die Wahrheit jetzt an den Tag kommen muh, daß ich nicht länger unter einem falschen Namcn leben kann. Ich will auch nicht zulassen, daß mein unglücklicher Vater von den einzigen, die ihm nahestehen, verleugnet und wie ein Selbstmörder begraben wird." Doris zog das in Tränen aufgelöste Mädchen in ihr eigenes, warmes Bett und versprach aus vollem Herzen, ihr in jeder Weise zu helfen, so gut sie dazu imstande sei. Doris hätte nach dieser neuen Entwicklung der Dinge noch sehr gern den Rat von Konrad Hagenau gehört: aber obgleich sie sehr zeitig aufstand, fand sie ihn nicht mehr anwesend. Dom Fenster des Speisezimmers aus konnte sie gerade noch am äußersten Ende der langen Pappelallee den Wagen, der ihn zur Dahn- station führte, verschwinden sehen. Später galt es, sich Sabinens Mutter zu widmen, die in einer an Wahnsinn grenzenden Der- sassung zum Frühstück erschien. Sie war auf irgendeine Weise xu der ganz richtigen Vermutung gelangt, daß Doris von ihrer Tochter ins Vertrauen gezogen war, und goß nun die Schale ihres 3orncg ohne Mäßigung über diese aus. Doris hatte das arme, überwache Mädchen zu überreden gewußt, in ihrem stillen, kleinen Reich zu bleiben und sich ihr Frühstück dort hinaufbringen zu lassen. Als sie dies in vorsichtig gewählten Worten der aufd äußerste gereizten Frau mitteilte, schoß diese wie ein Pfeil durch das ganze Speisezimmer auf die am Kredenztisch beschäftigte Doris zu. „Das alles ist Ihr Werk, Fräulein Harter," rief sie wutschnaubend. „Eie sind es, die meine Tochter unterstützt und bestärkt in ihrem Ungehorsam gegen mich, ihre Mutter. Gehen Sie hinauf und sagen Sie ihr, daß sie sofort herunter* kommen soll. Ich verlange es von ihr!" ♦ Die arme Doris schien sich in einer unbeschreiblichen Verfassung von innerer und äußerer Aufgelöstheit zu befinden. Ihre Frisur war schief, der von ihr unzertrennliche Schal war ihr von den Schultern geglitten und eine einzelne Strähne des grauen Haares hing ihr tief in den Nacken herab. „Oh. Doris!" rief fie, sobald sie des jungen Mädchens ansichtig wurde. „Komm her und seh dich zu mir! Wie froh bin ich. endlich jemand zu haben, dem ich mein Herz ausschütten kann! Dein Onkel ist wohl noch immer bei den Herren, nicht wahr! Ich kann kaum ein paar Worte über diese entsetzliche Geschichte mit ihm reden!" „Das Mittagessen ist bereits vorüber, Tante Hanna, und ich denke, daß die Herren jetzt im Begriff sind, das Schloß zu verlassen. Jener unangenehme Mensch, der junge Bertram, scheint zu viel getrunken zu haben. Ich mußte soeben vor seinen mehr als ungehörigen Reden die Flucht ergreifen." „Oh, mein liebes Kind," brach Frau von Wildhofen klagend aus, ohne das Gesagte zu beachten, „hast du's schon gehört, jenes Furchtbare über die — Rechtens? Ich kann's nicht glauben, bis ich deinen Onkel gesprochen habe. Man hat mit gesagt, daß etwas sehr Schlimmes über sie bekannt geworden sei, daß alle beide Betrügerinnen seien, nicht im entferntesten das, wofür sie sich ausgegeben haben. Kannst du dir etwas Schrecklicheres denken? Und nun stelle dir vor, datz Onkel Georg und ich schon ganz ernstlich an eine Heirat unseres Sohnes mit diesem — wie finde ich nur die Worte — diesem nichtswürdigen Mädchen gedacht haben." „Aber liebste, beste Tantel Sabine ist in meinen Augen keine andere geworden, sie ist noch ganz dasselbe achtbare Mädchen wie vor dem unglücklichen Ereignis und des besten Mannes wert. Hättest du nur gesehen, wie großartig sie sich bei dem Verhör benommen bat!“ „Aber Doris! Die Diener, die gehorcht zu haben scheinen, sagten mir, daß der getötete Vagabund ein soeben entlassener Sträfling war und jene beiden Geschöpfe seine Frau und Tochter, also ihr Name gar nicht ,von Rechten'. Sie müssen alle drei etwas Schreckliches gegen uns im Schilde geführt haben, und es ist ein Wunder, daß wir nicht alle in unseren Betten ermordet worden sind! Ach, dabei fällt mir ein, daß Matthias nachher gleich das Silberzeug zählen muß. Du kannst sicher fein, es fehlt schon etwas!" Doris konnte nicht umhin, ganz respektwidrig aufzulachen. Gleich darauf aber setzte sie doch sehr ernsthaft hinzu: „Aber beste Tante, du wirst jene Frauen doch nicht für Diebinnen halten, weil ihr unglückllcher Angehöriger vor langen Jahren ein Verbrechen begangen hat?" *I6er Tante Hanna war nicht zu beruhigen. -Mein Gott, mein Gott, wenn ich bedenke, daß jener gefährliche Mensch — Kleemann war fein Name, nicht wahr? — sich hier schon eine Böoche lang in unseren Waldungen umhergetrieben und mit seiner Familie hier in Verbindung gestanden hat! — Oh. schweig, Doris! Ich sollte nicht durchschauen, daß die ganze Geschichte ein zwischen den dreien geschmiedetes Komplott war, um uns zu ermorden und zu berauben?! Furchtbar! Entsetzlich! Und — mein armer, unschuldiger Kurt! So verstrickt in den Netzen jenes elenden Mädchens! Nur durch ein Wunder ist er ihr noch im letzten Augenblick entronnen! Es macht mich krank, zu denken, in welcher schamlosen Weise wir hintergangen worden finb! Aber zu allernächst müssen wir nun Sorge tragen, fic so schnell als möglich zu entfernen. — WaS mögen sie jetzt tun!“ _ (Fortsetzung folgt) sät** __I11' der |Qft lÄ«- f5 ' Schwa» $ eW käf(igc3 d3! *d3 -d7 ' •••■Tb?. Toir ’S hieraus den Wegen 22.La64. i5 ‘nd4Sc3+ scheitern. -al+ -ä+s^‘**fc Kdl+ St.245. Ult hierzu Sjaftingg Julien, 2. Preis- Unkten, 3. Ia'eL cvezh, jJuntkn. Ls loi» W Aenshik mit Tratten. appe. LedattionSt'sch. L ich das Gegenstück tat linnen; Kosten- doch unsere Dose, ork verlauste, veil oimten!“ em ßünellgttity im schweres «n Lichtern: .De- tagten!“ - nd eingehend. er fort: .Glauben inn Alkohol verhüt?“ sproche^^^^ ÄseiUmM [C Bertram, scheint Ich muhte soeben ötigen Leden die ,ch Frau vonDild- Sesagte zu beachte^ s Furchtbare übet nicht glauben,^ ibe. Wan Hal mit imcs über sie beide Detrugerlnmn as, wofür fic f'ch btt etwas Schreck i dir vor, M nr ernstlich an «J Adem - Wie fj«®* iem nichtsmrd>gen i Sabine iü ,J e Zn f iU14tk5 *%fess s>» 5 &£ »albunS^ Derb'N' ;.ß„yS tzS- ltÄ’ 2lber 8“ 'S«»“1*“ >5 3nbte das Amt des Qttt&ner« verwaltete, unb den 2. Vorsitzenden 3/Bott, bw «iu: OBic- Xrwahl ablehnte, wurde Ersah gewählt. Es ge- Sören jetzt dem Vorstand an. Leonh.Wrßncr [ Bors., Gemeinderechner H.Schomber2.V rs, D Grohhaus Schrissiührer, 'Iß. Weber zr^chner Valentin Hillgärtner Äontrol- (cur, H.S chnell II. Votenwart. Kreis Büdingen. 4 Büdingen. 27.Ian. Am Sonntag hielt der demokratische Kreisvercin im Gasthof -Dum Deutschen Haus" eine Kreisocrsammlung ab. !n der Generalsekretär Dr Neubauer referierte. In Diesem Zusammenhang sei darauf hingewiefen, daß Die Gerüchte über den Austritt des Oberamtsrichters Dr. Andrae (Ortenberg) aus der demokratischen Partei jeder Grundlage entbehren. Kreis Schotten. s. Schotten, 27. Ian. Ihre diesjährige Jahreshauptversammlung hielt die Freiwillige Feuerwehr am Samstag unter sehr starker Beteiligung ab. Der 1. Kommandant O. Stang begrüßte die Wehrleute, Ehrenmitglieder und Gäste und gab einen Rückblick über das letzte Vereins ahr. Unter starker Be- teiligung der ganzen Bürgerschaft konnte die Wehr im März vorigen Iahres ihr goldenes Jubiläum feiern. In bester Erinnerung wird dieses schon verlaufene Fest in der Stadt bleiben. Brandfälle kamen im vergangenen Jahre in der Stadt nicht vor. Einmal wurde die Wehr bei Hochwasser alarmiert. — Die Protokolle aus dem letzten Iahr wurden verlesen, die Rechnung geprüft und genehmigt, ebenso der aufgestellte Voranschlag der mit zirka 500 Mk. balanciert. Die Wehr hat zur Zeit 12 Ehrenmitglieder. 97 aktive und 154 passive Mitglieder. An die alten Kameraden, die schon 40 bzw. 25 Iahre der Wehr angehören, wurden Auszeichnungen verteilt, Bürgermeister Menget überreichte auch solch« mit entsprechenden Worten namens der T Stadt. Im März hält die Wehr einen Familien- t abend ab. Bei den Klängen der Feuerwehrkapelle blieb man in altgewohnter Weise noch lange im gemütlichen Teil beisammen. — Die StadtSchotten hielt heute ihre erste Holz- oer Weigerung ab, in der Hauptsache Brennholz. Gelöst wurde zirka 6500 Mk. Im Durchschnitt wurden für Scheitholz 13—15 Mk., für Knüppel zirka 8 Mk. gezahlt. Es folgen noch weitere Brenn- und Rutzholzverkäufe. )—( Ruppertsburg, 26. Jan. Die 48. ordentliche Generaloerfammlung des hiesiegen M ä n • nergesangoereins „Sängerbun d" tagte gefteren abend bei Gastwirt Schön. Der langjährige Vorsitzende Jakob Bocher leitete die Versammlung. Protokoll und Jahresbericht wurden durch den Dirigenten verlesen. Zur Zeit zählt der Verein insgesamt 138 Mitglieder. Im letzten Iabre hatte er den Tod von drei Songesbrüdern zu bellagen. In gewohnter, gewissenhafter Weise erstattete der Vereinsrechner Wilh. Lehr II. die Rechnungsablage, die eine Einnahme von 439,06 Mark, eine Ausgabe von 412,15 Mark, also einen Kassenvorrat von 26,91 Mark ergab. Das Barvermögen des Vereins beträgt 425,39 Mark. Eine rege Aussprache entspann sich über die vielen Feste in unserem Volke, lagen doch bereits wieder vier Einladungen zu Sängerfesten der Umgegend vor. Es wurde einstimmig beschlossen, höchstens zwei davon zu besuchen. An Stelle des verstorbenen Vorstandsmitglieds Heinrich Schad II. wählte man einstimmig W.lhclm Port II. — Unsere erste diesjährige Gemeindeholzversteigerung hatte einen guten Besuch aus der näheren und weiteren Um« ;egend aufzuweisen. Trotzdem blieben die Preise sinter den vorjährigen zurück. Es kosteten Buchen- cheiter 11 bis 12 Mark, Buchenknüppel 7 bis 8 Mark pro Raummeter. Noch viel größer ist der Einnahmeausfall der unserer Gemeindekasse durch die sehr geringen Nutzholzpreise entsteht. Kreis Alsfeld. Z Dannenrod, 28.Jan. Im Saale der Wirt- schäft von Heinrich Handstein III. hielt am Sonntag der Krtegcrverein Dannenrod die Feier seines 25jährigen Bestehens ab. Rach einem Gesang der Schüler eröffnete der Präsident des Kriegervereins, Georg Sehrt, die Feier mit der Begrüßung der zahlreichen, auch von auswärts erschienenen Besucher. Bürgermeister Koch trug dann die Geschichte des Vereins vor. Rach dieser ist der Verein am 27. Dezember 1934 von 27 Mitgliedern (17 aktive und 10 passive) gegründet worden, als Gründungstag sei der 1. Januar 1905 anzusehen. Der gleichzeitige Anschluß an die Kriegerkameradschaft .Hassia" und an den Kriegervereinsbezirk Homberg wurde beschlossen. Vier Gründer gehören noch heute dem Verein an. 21 Mitglieder waren im Weltkriege, 16 aktiv am Kampfe beteiligt, 3 sind auf dem Felde der Ehre geblieben. An Leistungen des Vereins seien genannt: Die Anschaffung der Vereinsfahne und deren Weihe am 12. und 13. Juli 1908, das ®c- faUenen-Denkmal auf dem hiesigen Friedhof (Sommer 1921) und der Schießstand auf der Tannenplatte in 1925. Zum Schluß forderte der Redner zur weiteren Pflege des kameradschaftlichen Geistes auf. Runmehr hielt Rektor Otto Weber, Butzbach, der von 1903 bis 1905 an der hiesigen Volksschule als Lehrer wirkte, der Gründer und 1. Vorsitzender des Kriegervereins war, die Festrede. In seiner Ansprache brachte er zu Herzen gehende Worte, den kameradschaftlichen Geist zu wecken und zu erhalten, er schilderte die Entstehung und Entwicklung des Kriegervereins- wesens, die Ausgaben der Kriegervereine und betonte den guten Willen zur heutigen Staats- form, sowie den praktischen Wert der früheren Heeresschule. Den Schluß seiner Rede bildete das Hoch auf den Reichspräsidenten und das gemeinsame Abs.ngen des Deutschlandliedes. Alsdann überreichte Amtsgerichtsrat ©unörum. Homberg, al6 Vorsitzender des Dezkrksverban» deS der Kriegervereine unter Glückwünschen zum Vereinsjubiläum, zugleich dankend für die seither bewiesene Treue durch 25jährige Mitgliedschaft, folgenden Dereinsmitgliedern Ehrenurkunden: Heinrich (Bodner HL, Johann Adolf Sack, Peter Schmidt und Ludwig Stumpf; außerdem wurde Rektor Weber unter gleichzeitiger Aeberreichung einer Ehrenurkunde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Ramens aller Geehrten dankte dieser für die Auszeichnung und Wertschätzung. Der Klein- kaliber-Schühenverein Dannenrod ließ durch seinen 1. Vorsitzenden, Heinrich Schmitt, unter Glückwünschen dem Druderverein einen Fahnennagel überreichen. Hieraus folgte ein Lichtbildervortrag des Lehrers R. S ch m o l l, Elpenrod, der es verstand, mittels seiner kernigen Aussprache, von echtem Humor durchwürzt, fesselnd auf die Zuhörer zu wirken. Der erste Teil des Vortrages behandelte die verlustreichen Kämpfe der 5. Armee unter dem deutschen Kronprinzen bei Verdun 1916, der zweite Teil zeigte die Kämpfe in Flandern 1917. An passenden Stellen fang der Kirchenchor Dannenrod unter Leitung von Pfarrer Kalbhenn, Maulbach. Mit herzlichem Dank an alle Beteiligten für den schönen Abend brachte daS Mitglied des Kriegervereins Wilhelm Heinrich Karl Küster gegen 11 Uhr das Schlußwort. Jun Welte), (Heben, Sonnenstrabe 6, Telephon Nr. 3888 Wirkt Nifthfiches Im ersten Jahrzehnt nur W 29/30 NIVEA KINDERSEIFE Sie ist nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut des Kindes hergestellt. Ihr seidenweiche» Schaum dringt schonend in die Hautporen ein und macht sie frei lüi eine gesunde Haut- atmung. 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Freilich sind, wie das Institut für Konjunkturforschung in einem neuen Wochenbericht feststellt, die Bewegungen bis jetzt noch so kurz, daß sich ein endgültiges Urteil schwer fällen läßt. Wenn es sich bei der Bewegung der letzten Wochen tatsächlich um Auswirkungen konjunktureller Vorgänge handelt, so wäre dies ein Zeichen dafür, dah der Tiefpunkt der Abschwungsbewegung tn der Gesamtwirtschaft vielleicht erreicht ist, zeden- falls aber in absehbarer Zeit erreicht werden wird. Die stetige Zunahme der konjunkturellen Arbeitslosigkeit spricht dafür, das; der Liquidationsvorgang in der Produktionswirtschaft noch nicht abgeschlossen ist. Trotz der Auf- und Abwärtsbewegungen der Aktienkurse ist eine gewisse Konsolidierung der Verhältnisse auf dem Effektenmarkt unverkennbar. Auch auf dem Kapitalmarkt liegen seit Vovember 1929 Anzeichen für eine Verminderung der Spannungen vor. Allerdings ist für die Gesamtlage des Marktes festverzinslicher Papiere wesentlich, dah der leicht gestiegenen Vachfrage nach wie vor ein großes Angebot qegenüberst-''^. Mit dcr Kursbclebung auf dem E'fektenmarlt ist aud) wieder eine Belebung der gegen Ende 1929 auf ein Minimum gesunkenen Umsahtätig- keit eingetreten. Man darf schätzungsweise annehmen, dah im ganzen Jahr 1929 auf dem Effektenmarkt Umsätze in der Höhe von 30 bis 45 Milliarden Mark getätigt worden sind. Gegenüber dem Höhepunkt im Jahre 1927 (80 bis 110 Milliarden) sind die Umsätze auf gut die Hälfte, vielleicht sogar auf ein Drittel ihres damaligen Umfanges zusammengeschrumpft. Die Effektenumsähe machen im Jahre 1929 etwa 1/5 bis '/7 der Warenumsätze (218 Milliarden) aus, während sie im Jahre 1927 bei der damals bestehenden Dörsenkonjunktur etwa die Hälfte der Warenumsätze (203 Milliarden Mark) erreichten. Aus einer Gegenüberstellung der Umsätze auf dem Efsektenmarlt und der auf dem Warenmarkt, ergibt sich weiter, dah die Umsahschwan- kungen auf dem Effektenmarkt auherordentlich heftig sind, während bei den Warenumsätzen die Konjunk!urschwanlungen gegenüber dem strukturellen Wachstum zurücktreten. Herabsetzung des polnischen Bankdiskonts. Warschau, 31. Ian. (WTB. Funkspruch.) Der Derwaltungsrat der Dank von Polen hat gestern beschlossen, den Diskontsatz mit Wirkung vom heutigen Tage von 8,5 auf 8 Prozent herabzuschen. * Don d'e r Leipziger Fürsorge. Die Generalvcr'aiNmlung der Württembergischen Privatkrankenkasse in Stuttgart hat einen mit der Leipziger Fürsorge, Versicherungsanstalt für Beamte und freie Berufe, V. a. G., Leipzig abgeschlossenen Fufionsvertrag genehmigt, der auch die Zustimmung der württembergischen Aufsichtsbehörde ge'unden hat. Die Württembergische Privatkrankenkasse ist dadurch mit ihrem gesamten Dcrsicherungsbestand auf die Leipziger Fürsorge übergegangen. • Opel senkt d i e Preise. Gestern wurde in Frankfurt a. M. von der A. Opel A.-G. eine Tagung der Opel-Grohhändler veranstaltet, bei welcher die seit dcr Umstellung der Opel» werke hergestcllten neuen 4 PS- und 8 PS-Wagen erstmalig vergesührt wurden. Wie mitgeteilt wurde, wird mit der Freigabe der neuen Typen zum Verkauf, die in etwa acht Tagen erfolgt, eine Preissenkung für alle Typen verbunden sein. - Ermähigung der Zinssätze der Bank von Frankreich. Die Bank von Frankreich hat den Wechseldiskont von 3' 2 auf 3 v. H. und den Lombardzinsfuh von 5>/2 auf 4i/2 v. Sy ermähigt. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t, 31. Ian. Tendenz zurückhaltend. — Im Anschluß an die gestrige feste Abendbörse war die Stimmung im heutigen Dormittagsverkehr Jerilebergang der Hesrag an die Preußen-Gellra. Darmstadt, 30. Ian. Der hessische Finanzminister unterbreitet soeben dem Landtag die Vereinbarung zwischen Hessen und der P r e u - hischen Clektrizitäts-A. -G. über den Uebergang der Hefrag, die mit Wirkung vom 1. Januar d. 2. ab erfolgen soll, vorbehaltlich der Genehmigung des Hessischen Landtages und des Aussichtsrates der Preuhen-Eleltra. Hessen hat bekanntlich im Jahre 1927 gemeinsam mit der Stadt Frankfurt 0. M. die Gesellschaft B r a un k 0 h l e n - S ch w e l kr a f t w e r k Hessen-Frankfurt (Hesrag) gegründet. Bei der Ausführung des Werkes ergaben sich Voranschlagsüberschreitungen von rund vier Millionen Mark, und im Verein mit der Auswirkung der nicht vorausgeschenen großen Einlaufschwierigkeiten konnte die seinerzeit veranschlagte Vente nicht erzielt werden. Um eine gesunde Grundlage zu schaffen, wäre eine Kapitalerhöhung mit beträchtlichen Mitteln erforderlich gewesen. Während dieser Verhandlungen hat die Stadt Frankfurt a. M. ihre Aktienbeteiligung bei der Hesrag an die Preußen-Elektra abgetreten. Diese wollte auch den hessischen Anteil erwerben, und die hessische Vegierung war der Ausfassung, daß die- ses Angebot nicht abgelehnt werden könne, da bei einem gemeinsamen Weiterbetriebe die unbedingt notwendige große Erhöhung des Aktienkapitals die Aufbringung sehr erheblicher Landesmittel verursacht hätte. Außerdem war man der Ansicht, daß die privakwirkschaskliche Renkabililäl und der volkswirtschaftliche Nutzen des Werkes leichter durch Eingliederung in ein so großes Betriebs- ganzes wie die Preußen-Elektra sichergestellt werden. Es kam dann ein Abkommen zustande, nach dem mit Wirkung vom 1. Januar 1930 ab die hessische Mtienbcteiligung bei der Hesrag von der Preußen-El:kira übernommen und die staatlichen Braunkohlenbergwerke abgetreten wurden. Als Gegenleistung erhält Hessen Preutzen-Elek- tra-Altien im Gesamtnennbetrage von 3 Mill. Mart. Vach Auffassung der Regierung entspricht das getrogene Abkommen im Hinblick auf die nun einmal eingetretenen Verhältnisse und die im Vertrag enthaltenen Sicherungen den Interessen des Landes. 2n dem Vertragswerk ist von besonderem Interesse, dah sid) Hessen an der Preußen- Elektra durch Uebernahme von Aktien imVenn- betrage von 4,3 Mill. Mark beteiligt, ausgestattet mit Gewinnberechtigung vom 1. Oktober 1929 an. Als Gegenleistung wird Hessen seinen Aktienanteil an der Hesrag im Venn bet r-age von 1,5 Mill. Mark auf die Preußen-Elektra übertragen, außerdem die staatlichen Braunkohlenbergwerke in Oberhefsen übereignen und sich wegen der Forderung von 1,8 Mill. Mark, die Hessen aus der Veräußerung des alten Kraftwerkes an die Hesrag zustehen, für befriedigt erklären. Hessen erhält im Aufsichtsrat der Preußen- Elektra zwei Sitze. Die Hesrag wird ihren Sitz nach Hessen verlegen. Hessen steht das Recht zu, auch künftig im Aufsichtsrat der Hefrag mit zwei Mitgliedern vertreten zu fein. Das Bergwerkseigentum der Bergwerke an den Braunkohlenfeldern wird auf die Preuhcn- Llektra übertragen, weitere Grundstücke werden übereignet. Die Anlagen und Einrichtungen gehen ebenfalls auf die Preußen-Elektra über, ebenso auch die subjektiv dringlichen Rechte, die mit den Bergwerken und Liegenschaften verbunden sein sollten. Die Patentrechte und Polent- anwartschaften werden aus die Preußen-Elektra übertragen. Die Nutzungen und Lasten gehen mit dem 1. Januar 1930 über, und die Preußen- Elektra tritt in alle Rechte und Pflichten aus bestehenden Bertragsverhältnisfen ein. Die hessischen Beamten, die der Bergwerksdirektion Wölfersheim unterstellt sind, werden der Preußen-Elektra zur Dienstleistung überwiesen. In der Rechtsstellung dieser Beamten tritt eine Aenderung nicht ein. Die Sehaltsbezüge und Ruhestandsgelder werden der Staatskasse von der Preußen-Cleit.a erftat c':. Soll en Anges eltte und Arbeiter dem Uebergang wegen einer etwa veränderten Einrichtung des Betriebes nicht weiter beschäftigt werden können, so werden sie, soweit es irgend möglich ist, von der Preußen-Elektra in andere ihr gehörende Betriebe übernommen werden. Die Preußen-Elektra wird aus die Bedürfnisse der Landwirtschaft nach Möglichkeit Rücksicht nehmen und den Tagebaubetrieb so einrichten, daß gleichzeitig mit dem Fortschreitcn des Tagebaues eine ihm entsprechende Fläche in kulturfähigem Zustande und mit Mutterboden bedeckt der Landwirtschaft jeweils wieder zuaeführt wird. Die Preuhen-Eleltra wird bis zum Jahre 1934 davon absehen, den Betrieb der bisher staatlichen Braunkohlenbergwerke, sowie des Schwel.rastwer- kes Wölfersheim einzustellen. Sollte der Betrieb eingestellt und binnen drei Jahren nicht wieder ausgenommen werden, so fällt das Bergwerkseigentum an den übereigneten Feldern gegen angemessene Entschädigung kraft Heimfallrechtes an Hessen zurück. Die Preußen-Elektra wird außerdem der Provinz Oberhessen einen Stromlieserungsverkrag anblefen, durch den die berechtigten Interessen der Provinz Oberhessen in loyaler weife berück- sichtigt werden. Für das Gebiet, das zur Zeit durch das Elektrizitätswerk der staatlichen Bade- und Kurverwaltung Bad-Vauheim versorgt wird, sind besondere Sicherungen und Vergünstigungen vorgesehen. freundlich. Die Diskontsenkungen in Frankreich und Polen ließen Hoffnungen hinsichtlich einer baldigen Reaktion auf die Diskontsätze der Reichsbank aufkommen, und man war zuversichtlich gestimmt. Hiervon ausgehend zeigte die Spekulation weiter größere Unternehmungslust. Die festere gestrige Reu- yorker Börse trug zur Besserung der Lage bei, ebenso machten die günstigen internationalen Geldmarktverhältnisse einen günstigen Eindruck, und man sieht wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft. Zu Beginn des offiziellen Marktes trat aber wieder infolge des geringen Auftragseinganges eine Derst.mmur.g ein, und im Zusammenhang mit dem heutigen Zahltage war eine g e - wisse Vorsicht und Zurückhaltung zu beobachten. Die Kulisse schritt verschiedentlich aus Gründen der Geldbeschaffung zu Abgaben, aber auch gewisse Meldungen dürften eine Rolle gespielt haben. Da die Aufnahmelust gering geworden war, traten vereinzelt Rückgänge ein. Das Geschäft bewegte sich in kleineren Bahnen. Das Ausland war heute ziemlich zurückhaltend und kaum vertreten. Das Gros der Papiere konnte gegenüber der gestrigen Abendbörse etwas anziehen. Etwas stärker unter Druck standen Elektrowerte. Siemens verloren 1,5, AEG und Schuckert 1 d. Sy, Gejfürel lagen gut behauptet, und Licht und Kraft konnten 1 v. H. gewinnen. Farben waren vernachlässigt und leicht gedrückt. Rütgerswerke leicht gebessert. Die Grundstimmung blieb unverändert freundlich. Kaliwerte lagen uneinheitlich. Aschersleben plus 1,5 v. H., Westeregeln minus 1 v. H. und Stahlverein bis zu 1 v. H. anziehend. Stärker unter Druck lagen hier Rheinstahl mit minus 1,5 d. Sy, Gelsenkirchen minus 1 d. Sy Am Bankenmarkt hatten Reichsbankanteile nach der gestrigen starken Aufwärtsbewegung auf Gewinnmitnahmen einen größeren Verlust von 6 v. Sy zu verzeichnen. Die übrigen Werte dieses Marktes lagen uneinheitlich, doch gingen die Gewinne und Verluste kaum über 1 d. Sy hinaus. Zellstoff Aschaffenburg plus 1,5 d. Sy Renten still. Deutsche Anleihen leicht erhöht. Im Verlaufe war die Umsatztätigkeit sehr gering. Aufträge waren kaum eingetroffen. Die Kurse lagen bei etwas schwächerer Tendenz unter Druck. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 7 ö. Sy erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1864, gegen Pfund 20,371, London gegen Kabel 4,8660, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,98, gegen Madrid 36,80, gegen Schweiz 25,21, gegen Holland 12,1175. Berliner Börse. Berlin, 31. Jan. Nachdem gestern abend Paris, wie, erwartet, seinen Diskont von 3,5 auf 3 v. H. ermäßigt hatte, konnte sich in den meisten Papieren eine kräftige Befestigung durchsetzen., die im heutigen Vormittagsverkchr sich noch fortzusetzen schien. Gegenüber den recht hohen Kursen aus dem Dormit- tagsverkehr lag die Eröffnung der heutigen Börse bann aber etwas enttäuschend. Es lag zwar eine Reihe günstiger Momente vor (die internationale gute Geldlage, die gestrige Rede Dr. Moldenhauers, ein Wirtschastsbericht der Commerzbank, bevor- ftcfcnber Eintritt Thyssens in die Großstahlgemein- schast, Meldungen von einer Belebung am Stickstoffmarkte, verschiedene Dioidendenerhöhungen, so bei Julius Berger, Felten, Goldschmidt usw.), inner- politische Befürchtungen und vor allem die Möglichkeit kommunistischer Unruhen am 1. Februar wirkten aber hemmend. Während die Provinz noch eher Kaufneigung bekundete, schien die Börse zu realisieren. Der Ordereingang bei den Banken war wieder im allgemeinen sehr gering, die Umsatztätigkeit auf den meisten Märkten klein. Größere Kursveränderungen hatten Dessauer Gas plus 3,75 v. Sy, Feldmühle, Zellstoff Aschaffenburg und Hotelbetriebs, gesellschaft mit je plus 4 v. Sy, Polyphon plus 3,75 0. Sy und Svenska 5,5 Mark, Goldschmidt plus 2,5 0. Sy usw. Dagegen verloren Tietz 2 v. Sy, und Bem- berg nach der gestrigen starken Steigerung 5,5 v. Sy Deutsche Anleihen freundlich. Ablösung ohne Option anfangs fester. Ausländer ruhig. Oesterreicher und Ungarn allgemein fester. Der Pfandbriefmarkt war ebenfalls freundlich. Größeres Geschäft entwickelte sich in Reichsbankvorzugsaktien. Der Geldmarkt war trotz des Ultimos weiter leicht und recht flüssig. Das stärkere Angebot von französischen Geldern hält an. Tagesgeld, das heißt: heute Geld über Ult mo stellte sich auf 7,50 bis 9,50 v. H., Monatsgeld nannte man mit 7,25 bis 8,5 v. Sy Kunst und Wissenschaft. Professor Schmeil 70 Jahre all. Professor Dr. O. Schmeil, der Begründer des modernen naturwissenschaftlichen Unterrichts, begeht am 3. Februar in vollster Tatkraft und Frische seinen 7 0. Geburtstag. Ihm verdanken wir das verbreitetste biologische Unterrichtswerk, das er in rastloser Schaffenskraft zu vervollkommnen und den ständig wachsenden Forderungen der Zeit cmzupas- sen weiß. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Slädlifches Haus. Das Waschen für andere Familien ohne Genehmigung des Hauseigentümers ist unstatthaft und berechtigt diesen zum mindesten, vom Mieter Schadloshaltung wegen des Wassermehroerbrauchs zu verlangen. Mülleimer. Die Vorschriften der Stadt Gießen hinsichtlich der Mülleimer und der Müllabfuhr unterliegen keinen rechtlichen Bedenken, ebensowenig diejenigen wegen der Müllabfuhrgebühren. Sie müssen von den seitens der Stadt angebotenen Leistungen (Abholen des Mülls) Gebrauch machen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Polizeivorschrift macht Geschäftsrellamel Laut einer Polizeiverordnung müssen in G a - ragenBetriebsvorschriften ausgehängt werden. Diese Betriebsvorschriften werden von der Polizei unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Cs ergibt sich nun aus den Vorschriften, daß der Garagenbesitzer ein Plakat aufzuhängen hat mit der Aufschrift: „Rauchen und Betreten mit offenem Licht polizeilich verboten!" Ein solches Plakat ist wegen der eventuellen Feuersgefahr ja sehr verständlich. Ferner muß das Plakat aus wetterbeständigem Material sein, was auch noch verständlich ist. Vur nicht zu verstehen ist, dah auf derselben Polizeivorschrift eine Firma in Mainz bezeichnet wird, bei welcher man solche Plakate zum Preise von 5,50 Mk. das Stück beziehen kann. Außerdem weist die Po.izei noch mündlich auf diese Bezugsquelle in Mainz hin. Unwillkürlich taucht da der Gedanke auf, ob man angesichts dieser sonderbaren Erscheinung noch auf Verständnis in der heutigen schweren Wirtschaftskrise hoffen darf. Es wäre sehr erfreulich, zu hören, um eventuellen Mißverständnissen vorzubeugen, was die Polizeibehörde hierüber zu sagen hat. Ein Garagenbesitzer. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt belchlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskvnt 6,5 o. H., Lombardzinsfuß 7,5 d. Sy .trenlfurt a Berlin 'ranHurt a Berli' ^ranlfurt a 'Vl Berlin Banknoten. dJillB- Ul Qure Rur 5d)iuB 1 Amana- nur ■ fiur a> ub- Ui< Qure , nur L ch.uv . Aman»- ftnr ' tinr .-ch nv- Ui «Iure , #nr Schlug i Aniana- ftt'r 1 0 ti r Berlin, 30. Januar Amerikanilche Noten ... Geld 4,163 Bries 4.183 58,42 112.07 20,405 Datum 30- 1 31- 1 30. I. 31 1 Da uw 30 1 31 1 30 1 31 1 Datum 30 1. 31 1 30 1 31 1 Belgische Noten ...... Dänische Noten ........ Englische Noten . ....... — 1 58, lö 11,63 0,325 16.44 67,78 21.88 11,53 58.70 2.465 12,05 80.84 55.99 2.325 72.90 'ronksur 31 Amtli-1 Gelt 6^„ 3 tu kdc ,1 idieanieiöc ron u z? ....... 7% Ternsche Reichranleihe oon 19z9 ......... Dl. 81n.^21blö|.-Sd)ulo mit Äu: wl -Siechten..... Ze:nl ebn; Au4!o> Rechte 8% He». PoIWlaat von 1929 irückjahlb. 102%) Cbcrbeilcn Provinz - Anleihe mH iMutlof.-äicducn..... Deutsche Äumm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 . . 8% Franks. Hnv.-Dank Oolbplc XIII üntünobar bio 1084 . 7% Franks. Hnp.-Aank (Molbplc unkündbar bio 1932 ..... 4V?% Oibeinlldif Hyv-Bank Lian. Goldvie........ 8% Pr. LandceplandbrlesanNalt Psandbriese R. 17..... 8% Pr. LandccvlanbbrlelanNall fiomin.-£bl. 8i. 16 .... . 7% Pr. Landeepsandbrlesanstall, Psandbriese R. 10 Ö.e tiJ. obo- LorkrtegL-Obllgatton rückzahlbar 1932 ..... 4% Oelterrekchiiche Goldrle.. 4,20% Leite« Silbern- 4% Veslcrrelchilche Einheitliche Diente.......... 4% Ungarische Goldne.. . - 4% Ungarische Sloater. v. 1910 *y.°/n tcifll. von 1913 . . . 4% Unnariiche Kronenrte.. . 4% Türk. Roilanlcibe v. 1911 4% Türliiche Bagvadbahn-An . Serie l. . 4% Pesfli. II 5% Rumünilche vereint» (Rente von 1903 . . . . 4H% ti? -mfintidtf vereinh Renn von 1913 ....... 1% VtumauVche vereinh. j.ea2.5 23,6 2,15 <1,05 8,1 8 05 10,13 15,75 8,15 | 1 ZS". 1 1 1 i I 1 1 1 1 I 1 1 13« 1 «2 as 1 II Hamburg-Amerlla Pater Hamb Züdam Tompsich. . <■ Hama Domrllhisi.....1' Norddeutscher Lloyd.....' Allg $euiid)c GreottanfL . . 1< Barmer Bankverein ... 1' Berliner Hanvelrgeiellich. . - 1- Uommerz- und Prtoot-Bank . । < Tarmkl. u. Nattonatbant . 1 Teimche Bank ......1 Dieconto-GeteUschall, Ant. . 1< Dresdner Bant......1 Reichsbant........1 A.E.G.......... Berflmann ... (fiel«. LieierunargeieMchasi i Licki und Ilrasi 1 »selten ch Guilleaume. ... IV, Gei. 1 Ifleltr. Untern.. ... w Hamb Gleite -Werte .... 1 Rhein Glektr ....... Schlei ttle’’- ......1' Schütten S Go......11 Siemens & yatske ..... 16 Transradto Lahmever L Go.. ..... lo Deutsche ErdSI . ...... B Ihtener Steinkohle......" Gelsenkirchener .••••.■< ................. 0 Hoeich Eiken........6Vj !Nie Berabau..... • 10 Klotknenverke ....... Möin-Mcuellen .... 7 Mannesman -Röhren .... 7 Mansieldc. Bergbau..... Cbcnrh'ei. Et>> n eoan . . . - Lberuhtet Nokswerke.....7 Photttr Berabau......6V» Rbe nitch- Braunkohlen... 1' Riebe ck ............ 105,5 104.5 123,25 129 186 15',73 241 152 152 152,5 308 173,5 170,5 123,5 174 189,25 281 171 74,5 144.75 142,25 108 109.5 111.5 83,25 109 .'53,75 124,5 158 151,5 151,5 153 303 171,5 174 188.75 279,5 75 108 144 142,5 — 109,6 109,25 123 105,25 169 152,5 194 25 122,75 128,5 185.75 157,25 240,25 151,25 151.25 152,5 305,5 171.75 208,5 164 169 123,25 171,5 167.5 186.75 278 127 170 73,75 108 138 143,5 142.5 117.75 250 107.25 115,5 108.75 H0.75 80.5 103 109.13 252 123.75 105,25 105.13 125 128,25 186.25 158 241 151,5 151,5 152.9 304 172 210.5 165,25 171 125 173 134 169 189,25 280 128,85 1 76 107,9 139 143,25 143,13 118.25 107 116 109,9 112 82.5 105,25 109.6 252.5 124 siteretntflte Stahiw . . 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Nähere Auskunft erteilen Förster Kalber- lah, hier, und die Bürgermeisterei. Rüddingshausen, den 31. Januar 1930. (Post Londorf) Bürgermeisterei Rüddingshausen. Müssig. ä 1 RM. sind bei allen bekannten Loseverkäufern in Stadt und Land zu haben. Hauptgewinn 2 Vierde im Weite von 2000 RM. oder Bargeld 1600 RM. General-Vertrieb: NrrcharSev, iUuett Dürre 11 Daselbst 11 Lose für 10 RM. 28 Lose nir 25 [720l) Brennholzversteigerung Montag, den 3. Februar 1930, vormittags 10 Ühr anfangend, werden im Gasthaus „Zum Bahnhof" folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 793D Distrikt 16, 36b, 41, 45: 17 rm Eichennutzscheit (Küferholz) Nutzholz) 157 rm Eichenscheit (Alteichen, zum Teil 149erm Eichenknüppel 21 rm Buchenscheit 325 rm Buchenknüppel 11 140 Stück Duchenwellen 41 rm Nadelholzknüppel. Brandoberndorf, den 29. Januar 1930. Der Bürgermeister. Stahl. ernar Filiale: Gießen, Kirchenplatz 12 ÜBER FILIALEN ::::::::::::: HERMANN kMnWW iob nweg iß lÄ-KMM MW iueralbrunllkn inrfit ;unD Umgebung einen Ml iung waggonweile be- ebmounneiiunbuebcr- laigen Reklame wird lUllReierenienunier irch Rndoli MA le.^8rKalb-r- •g"»5* MM RM. inten Volenerfäulent l'anb zu haben. ietbe nie von 2000 RM. Bargelb 1600 N9JI. Vertrieb: meuBäuell n'e für 10 RL!. ir 25 toi. [720D iiveüeo es*—1* iai)L * «ed-Cmng S-M-* 1930 * «teil "Ch ••«<« I.U *■ ■'CS ......Mund i.Qo 'binar 1930 hrts- WlB rewinne >00 IOO IOO Mit Porto rmn'ehlend, io, Worms, >191 Krank- i Cigarren- *. fr. Buch- L bei: Jes. MaiEehl, -ilLWÜb, litt. Webst. ^erlauf. e öes fchnM" an' - d-Z äu A lamme. tüd, 0&™ ' 8.94 „ " 11,27 „ " 4,87 , l,67» 27,06 ta • 33,66 „ * 45,76 „ ’ 41,68 „ M 4,08 „ " 7,25 „ * 7,78 „ »5s- !JÄ.! KAUERE KAFFEE-GESCHÄFT r Fr. Levennann, Bleien, Seltersweg 81 Bielefelder Herren-Wäsche Mein Inventur-Ausverkauf dauert nur bis Mittwoch, den 5. 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Februar 1930, von 10 Uhr vormittags ab, sollen aus den Waldungen bei Nordeck in dem Stolzenbachschen Gasthause zu Nordeck öffentlich meistbietend versteigert werden: Pfund 0.54 Pfund 0 85 Pfund 1.00 Eier-Bandnudeln.. Mischobst feines....... Mischobst califomisches Eier-Bruchmakkaroni.... Pfd. 0.52 Italienisches Tomatenmark 2 Dosen ä 200 g 0.68, 3 Dosen i 100 g 0.58 Heue eletui le Sumin- und MAnNntel Von Mk. 6.— an. Wo liegt der Vorteil? Erst proben, dann loben! Apfelmus ...........2-Pfund-Dose 0.55 Erbsen grün, mit Schale.......Pfund 0.30 Buche rm Fichte rm Echt, und Kn. Stck. Reis Kn. 500 50 2000 55 bisher Pfund 4.60, 3.80, 3.40, 3.00, 2.60 jetzt Pfd. 4.40, 3.60, 3.20, 2.80, 2.40 W Keines verianme daS günstige Angebot! “W Gebrauchte Ulster und Paletots von Mk. 10.— an. Gebrauchte Ansage, noch sehr nut erhalten, v. Mk. 12.— an, auch für korvul. Herren. Frack-, Smoking-, Gehrock- n. Cutaway-Ansage lehr btUm. Sakkos mit Westen und Hosen sowie Keiber-Westen äutzern vretSwürdtg. 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S.M ' - eZ5 <9 S> i k- ö N E 3 E TT LZ Z o KZ an S ö s® ■ß !_ C3 ,a V L ° Ä ~ v A- l'UU 2 _ 3 a GZ. *- H M M z z ■e ° co -sr &EÜ>x5 ez°.E KZK77Z K<9^M •C 'S g Z E b“ "ä> "C 'LZ o=F» re vZ>__ a o c l9iZ- E 1 Z-S I LZ ^(o®2° Z 5 tfi ii ^Ac so TS S O) E Z.K2 2.2 2 u> X . ii K E 3 E 3 M Ä Z.D to.3 3 E^i ^-2Z .E-Z -e 5 e 2-2- o E 2 2 SzLZ ~^19 ■f£ L 2-E.3 Sg'ir ■;il 1ZZ Zä2-; ES® . E | E’g'Z's- Z E.SL-q' E Q S E .EZ V O o V C «- p: 2 £ o to >a% cs Z:E l§ H •tc£ - KAL 5) Z. >A c ,J<7? Ä c ! el 3e L m* o c -- ,. Z^ZZKLZ L Z 19 EZ Z o. L'2 •e (9 S 5S •e •sn 2LZ- Ao to: 2 <15 S" z i£3 g.-Bi L.S3 IS 7 2 L ^zez s 2 2 E' ■Zeä ■eS 2 2 o 2 V to h ö.z o z L' p €2 go'E ZQ E E o= Sf=-if E E ’§ e«»«» A-E — 2 zV LZ «ft Z^ 9 ESZ (9fl EZ ,= € zz iS 4 Q AL HL-g o N C S -•E Z^l Z 2 2 5-e L ED £-A A sr mc - °X> s ZE s . 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