Nr. 125 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 50. Mai 1930 6r|$et*t taghd),au6« Sonntags und Feiertag» Beilagen: vte Illustrierte Gletzener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats«Beiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer (Bemalt Zernsprechanschlüfle anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Stehen, voftfcheckkonto: firenffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrühl'sche UniverfilSlr-vuch' unö Zlettldruckerei L Lange in Gietzen. Zchnfllettung und SeschSstrftelle: 5chulftratze 1. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20' 6 mehr. Thefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantmortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Oie Llniersuchung des deutsch-polnischen Grenzkonsiikts Deutschland im polnischen Gpionageneh. Don Gert Gallw.h. Die Vermutung, daß ein polnischer Spionage- Versuch die älrsache des höchst bedauerlichen Zwischenfalles an der ostpreuhisch-polnischen Grenze gewesen ist, dürfte nicht von ungefähr sein. Dieser Versuch paßt durchaus in die s y st e m a t i s ch betriebene Tätigkeit polnischer Spioneauf deutschemDoden, in die Organisation des polnischen Nachrichtendienstes, die zwar bisher noch nicht in so aufsehenerregender Weise Anlaß zu internationalen Erörterungen gegeben hat wie die Schießerei im Regierungsbezirk Marienwerder, aber doch immer wieder zu beobachten war. Diese — es muß schon gesagt werden— mehr als ungenierte Tätigkeit polnischer Agenten in Deutschland setzte ein, als die Gründung des polnischen Staates noch nicht vollendet war und diplomatische Beziehungen »wischen Berlin und Warschau noch nicht bestanden. Es würde zu weit führen, alle jene krassen Falle polnischer Spionage in Deutschland in der turbulenten Zeit vor den Versailler Friedensverhandlungen im einzelnen anzuführen; auch die Tätigkeit polnischer Spione in Oberschlesien während der Abstimmung und der Grenzziehung soll im Augenblick außer acht gelassen werden. Die Tatsache genügt, daß Polonia restituta es zu seinen Hauptausgaben zählte, mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen nach Deutschland gleichzeitig einen wohlorganisierten, vortrefflich funktionierenden Spionageapparat in Tätigkeit treten zu lassen: den geheimen A a-ch richtendien st bei der polnischen diplomatischen Vertretung in Deutschland. AIS die erste polnische Gesandtschaft in Berlin errichtet wurde, erhielt sie einen mit ollen Salben geölten Dachrichtenagenten zugeteilt, den Oberstleutnant Dirkenbauer. Diesem polnischen Offizier wurde seine Späher- tätigkcit nicht unwesentlich durch den Umstand erletchtert, daß er während des Weltkrieges a l s Offizier der österreichisch-ungari- schen Armee wiederholt in geheimer Mission in Deutschland geweilt hatte und daher mit den deutschen militärischen Verhältnissen, vor allem aber dem Nachrichtendienst auf das innigste vertraut war. Oberstleutnant Birkenbauer war also für seinen Berliner Posten wie geschaffen und zeitweise für den Generalstab in Warschau geradezu unersetzlich. Wenn Birkenbauer feine Berliner Mission im Interesse seines Landes ziemlich ungehindert durchführen konnte, ohne einen offenen diplomatischen Konflikt hervorzurufen, so hatte er dies vor allem einem glücklichen Umstand zu danken: der unbeschränkten Machtvollkommenheit der Interalliierten K o n t r o l l k o m m is s ton, die ihre schützende Hand auch über den Sendling des polnischen Generalstabs hielt. Damals gab es Tage, an denen sowohl dei der Interalliierteit Kontrollkommission als auch bei den diplomatischen Vertretungen der Entente über tausend Anzeigen angeblicher deutscher Geheim- rüstungenoderDerletzungcnder Ab - rüstungsbestimmungcn einliefen. Oberstleutnant Birkenbauer hatte da alle Hände voll zu tun, legte sich aber bei dieser Tätigkeit so wenig Hemmungen auf, daß man es in Warschau — allerdings erst nach einem mehr als sanften Druck — doch für angebracht hielt, den Offizier abzuberufcn und an die polnische diplomatische Vertretung in Danzig zu versetzen. Das war keine Degradation, denn Danzig war und ist die Zentrale des polnischen Spionage- dienstes für Deutschland und den Nordosten Europas. War Dirkenbauer in Berlin immerhin an die diplomatische Etikette gebunden, so brauchte er sich in Danzig mit solchen Kleinigkeiten nicht abzugeben und konnte ohne Rücksicht erforderlichenfalls auch brutal seine Macht zeigen. Dies bewies unter anderem der Fall eines abgefangenen, im Solde Birkenbaucrs stehenden polnischen Reservisten, der vor Gericht aussagte, daß ihn Birkenbaucr mit & o r gehaltenem Revolver gezwungen habe, einen Epionageauftrag auszuführen. Wahren der Aera Birkenbaucr in Berlin ereignete sich auch jener berühmte Fall Anspach. Anspach übte die Spionage mit allen Kniffen, mit gefälschten amtlichen Stempeln und Formularen in größtem Maßstab aus und hatte die Ententediplomaten, selbstverständlich auch die polnische Gesandt- schaft, als Kunden. Dieser Mann, der aus Sicherheitsgründen nur „mit Gefolge" durch die Straßen Berlins ging und seine Kundschaft besuchte, hatte eine Spezialität: er verkaufte angebliche Sitzungs Protokolle des Neichskabi- n e t t s mit Stempeln und Unterschriften. Ein weit krasserer Fall, an dem die Berliner polnische Gesandtschaft beteiligt war, steht in den Akten als die „Affäre P a c i o r k o w s k iDieser „polnische Diplomat" war der Gesandtschaft als Presseattache zugeteilt — in Wirklichkeit war er Oberleutnant der polnischen Armee und Agent des Generalstabes. Sein Aufenthalt in Berlin war nur kur;, aber bemerkenswert durch den sensationellen Fall Schreck, der weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Aufsehen erregt und ein grelles Schlaglicht über die auf deutschem Boden ungeniert arbeitende polnische Spionage geworfen hatte. Der Abenteurer Zusammenlrittderilntersuchungskommission Sntereffanfe Enthüllungen über polnische Spionage in Deutschland sind zu erwarten. Berlin, 29. ZTIai. (IDIB.) Die zur Unter- suchung des deutsch-polnischen Grenzzwischensalles in Neuhöfen eingesetzte deutsch-polnische kommifion. bestehend aus dem Oberpräfiben- len für vberschlesien, Dr. Lukaschek, und dem Landrat des Kreises Marienwerder, Ulmer, sowie dem Untersuchungsrichter beim warschauer Appetta- tlonsgericht, Dr. Luxemburg, und dem Statoren des Kreises Mewe, weih, ist in Neuhösen zusammengetreten. Sie hak den Tatort besichtigt und den modus procedendi für die weiteren Verhandlungen festgelegt. Die notwendigen Zeugenvernehmungen sind oorgenommen. lieber das Ergebnis der Untersuchung ist ein gemeinsames Protokoll in Aussicht genommen. An Berliner zuständiger Stelle wird begreiflicherweise starke Zurückhaltung geübt, weil man alles vermeiden will, was die Arbeit der Untersuchungskommission irgendwie stören könnte. Nun hat ober der „Vorwärts" angebeutet, dah das bisher noch ziemlich dunkle Motiv des Zwischenfalls in einer Spionageangelegenheit zu suchen ist und ein Berliner Mittagsbtatt veröffentlicht wettere Einzelheiten dazu. 3n der lat kann man als ziemlich sicher annehmen, dah die Dinge sich ungefähr so abgespielt haben. Polnische Beamte sollen nämlich seit längerer Zeil versucht haben, durch deutsche Grenzbeamte Dokumente zu beziehen, sür die der polnische Spionagedienst sich interessiert. Dafür soll den deutschen Beamten Geld versprochen worden sein. Die deutschen Beamten sind zum Schein aus das verlangen eingegangen und haben die P o l e n in das Zollhäuschen bestellt, in dem sich bann die Schießerei entwickelte, als die Polen sich ihrer Verhaftung widersetzten. Aus den bisherigen Darstellungen weih man ja bereits, dah der deutsche Beamte, der einen Polen erschossen hat, in der Notwehr handelte, weil der Pole ihn verletzt hatte. 3n Berliner politischen Kreisen sieht man dem Ergebnis der heutigen Untersuchung der gemischten Kommission mit Spannung entgegen. Schreck war ständiger Informator Paciorkowskis und hatte diesem mit gefälschten Stempeln oer- sehne „allergeheimste Dokumente des Reichswehr- Ministeriums" verkauft. Noch ehe Schreck vor dem Reichsgericht erschien, das ihn dann zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilte, war der „Diplomat" Pacior- kowski aus der Reichshauptstadt verschwunden. Abschiedsbesuche hatte er nicht gemacht. Der Fall Schreck erregte seinerzeit um so größere Sensation, als dieser Spion irrtümlich in den Verdacht gekommen war, auch der Fälscher des berühmten „Sinojew-Briefes" zu sein. Das Thema „polnische Spionage in Deutschland" erfordert aber auch noch eine Beleuchtung von anderer Seite. Wie schon erwähnt, ist bas Zentrum' dieser Spionageaftion nicht auf deutschem Boden zu suchen, sondern befindet sich in Danzig. In der Danziger diplomatischen Vertretung der Republik laufen alle Fäden zusammen. Dort befindet sich gewissermaßen bas Hauptquartier aller Spione und Agenten, die nach Deutschland, Litauen, Estland, Lettland und Finnland geschickt werden. Das Haupt- kontingent für diese Auslandsmissionen stellt die russische Emigration. Um diese entwurzelten Elemente dem polnischen Nachrichtendienst zu gewinnen, wurde mit polnischem Geld eine „Russisch-Polnische Gesellschaft für gesellige Zwecke" gegründet, in der die auserwählten russischen Emigranten eine Art Vorbildung genießen, bevor sie soweit sind, daß sie mit Spinonageaufträgen betraut werden können. Es sei nur an den Fall des kaiserlich-russischen Generals von Lampe erinnert, den der Danziger Senat ausweisen mußte. Dieser Offizier hat zwar öffentlich gegen den Vorwurf protestiert, in Deutschland Spionage getrieben zu haben, doch steht fest, daß er in nahen Be - Ziehungen ,um polnischen Nachrichten dienst gestanden hat. Ein routinierter Organisator der Danziger Zentrale war der polnische Oberst D u b i c z, der eine besondere Spezialität ausgebildet hatte: für den Spionagedienst ehemalige Angehörige der deutschen Armee, die polnischer '.Rationalität waren, zu ködern. Gerade diese Methode bedarf ausdrücklicher Erwähnung. Denn nicht nur der Oberst Dubicz in Danzig, sondern auch alle leitenden Stellen des polnischen Nachrichtendienstes suchen nach Möglichkeit, für ihre Zwecke ehemalige deutsche Offiziere und oolbaten zu gewinnen, die den Weltkrieg mitgemadjt und durch den Friedens- schloß wieder polnische Staatsangehörige geworden sind. Spionen dieser Art fällt es verhältnismäßig nicht schwer, auf deutschem Boden Späherdienste zu leisten. Als ehemalige Reichsdeutsche beherrschen sie in der Regel die deutsche Sprache vollkommen, sind mit den militärischen, politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen wohl vertraut, und da sie natürlich mit den erforderlichen Papieren versehen sind, fallen sie bei ihren Schnüffeleien nicht weiter auf. Das Bild der polnischen Spionage auf deutschem Boden wäre nicht vollständig, wollte man die unterirdische Tätigkeit polnischer Agenten im rheinisch- westfälischen Industriegebiet vergeßen, wo der Spion in der unverfänglichen Maske eines Arbeiters auftritt. Allerdings muß diesen Elementen zugute gehalten werden, daß sie oft unter Zwang stehen und unter allerlei Druckmitteln genötigt werben, bestimmte Aufträge auszuführen, die vornehmlich auf dem Gebiet der Wirtschaftsspionage liegen. Es wäre hohe Zeit, daß sich die maßgebenden polnischen Stellen dazu bereit fänden, auf den Wissensdrang ihres Generalstabs mäßigend einzuwirken und die unverantwortliche Tätigkeit des Spionagedienstes zu desavouieren. Vielleicht heißt es Warschau zuviel zuzumuten, wenn man dies im Interesse der deutsch-polnischen Beziehungen verlangt, dafür sollte der Warschauer Regierung die Tatsache um so mehr zu denken geben, daß diese Spionagetätigkeit nur böses Blut macht, während ihr Erfolg in keinem Derhällnis zu den dafür auf» gewandten Mitteln steht. Die erwähnten Fälle zeigen, wie oft die polnischen Nachrichtenoffiziere auf Betrüger und Fälscher hereingefallen sind. Um die lleberparteilichkeit des Reichsbanners. Magdeburg, 29. Mai. (WTB.) Eine Mitgliederversammlung des Reichsbanners befaßte sich mit der vom Ortsverein Halle erhobenen Forderung, die Lleberparteilichkeit aufzuheben. Als Vertreter deS sozialdemokratischen Parteivorstandes und im Auftrage der Sozialdemokratischen Partei gab IohanneS Stelling (Berlin) folgenden Beschluß des Parteivorstandes bekannt: „Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands mißbilligt die Versuche, das Reichsbanner von feiner bisherigen überparteilichen Linie abzubringen. Bestrebungen, rein sozialistischer Schuhorganisationen oder an die SPD. angelehnte Einrichtungen ähnlicher Art zu bilden, lehnt der Parteivorstand mit aller Entschiedenheit a b." Als Vertreter des Bundesvorstandes erklärte Paul Crohn (Magdeburg), daß die Reichsbannerbundesleitung keine Verletzung der s a h u n g s g e m ä ß e n e b e r p a r t e i l i ch - feit zulassen werde. Wer die Bundessatzung nicht anerkenne, schließe sich selbst aus dem Bunde aus. Einige Mitglieder des Ortsvereins Halle (Saale), die die Abgabe genügender Erklärungen verweigerten, wurden ihrer Aem - ter enthoben und zum Teil sofort ausgeschlossen. Der Gauvorstand in Halle wurde beauftragt, den Ortsvereinsvorstand vorläufig zu ergänzen und Neuwahlen durchzuführen. Deutschland und die Weltwirtschaft. Aussichten für eine baldige Konjunktur- besserung. Paris, 28. Mai. (WTB.) In einem Bericht über die Lage der deutschen Wirtschaft, der dem Präsidenten der Internationalen Handelskammer Theunis zur Verfügung gestellt wurde, heißt es: Von einer ausgesprochenen Krise der deutschen Wirtschaft kann gegenwärtig nicht gesprochen werden. Allerdings lastet die feit einigen Monaten bestehende Depression unvermindert auf der deutschen Wirtschaft. Es spricht gegenwärtig manches dafür, daß in der allernächsten Zeit mit einer neuen Aufwärtsbewegung zu rechnen ist. Da infolge der hohen Auslandverpflichtungcn Deutschlands und der hierdurch bedingten dauernden Kapitalentziehung die Kapitalbildung aus eigener Kraft starken Schwankungen unterliegt, ist es für die Aeberwindung der Depression der deutschen Wirtschaft in der nächsten Zeit Voraussetzung, daß vom Auslände entsprechende Beträge langfriftig in die Wirtschaft hinein- kommcn. Don stärkster Bedeutung wäre, wie dies bei der Verflechtung Deutschlands in die Weltwirtschaft natürlich ist, wenn die Konjunktur des Auslandes sich von den Rückschlägen des vorigen Iahces bald wieder erholen würde, und wenn es dadurch in höherem Maße als Abnehmer für deutsche Waren in Frage kommen könnte. Die christlichen Metallarbeiter lehnen den Schiedsspruch für Aordwest ab. Essen a. d. R.. 29. Mai. (WTB.) Eine Delegiertenkonferenz des Verbandes christlicher Metallarbeiter fand heute in Witten statt, um zu dem vor einigen Tagen gefällten Schiedsspruch für die MetallindustrieDord- w e st Stellung zu nehmen. Dach eingehender Aussprache ergab die Abstimmung einstimmig die Ablehnung des Schiedsspruchs. Die Versammelten sprachen der Leitung ihr vollstes Vertrauen aus. Der Schriftsteller Dr. h. c. H e r ma n n Stege» mann wirb am 30. Mai 60 Jahre alt. Die Philosophische Fakultät der Universität Frankfurt hat Stegemann, der Honorarprofessor für neuere Geschichte an der Münchener Universität ist, „bem in ernster Zeit treu bewährten Sohne seiner rheinischen Heimat und hervorragenden Ge schichts« schreiber des Weltkrieges", ehrenhalber Titel und Würbe eines Doktors der Philosophie verliehen. Professor Stegemann ist beson- bers durch seine oierbänbige „Geschichte des Krieges* bekannt geworden. Er ist Koblenzer von Geburt, studierte in München und Zürich, lebte seit 1891 in der Schweiz und betätigte sich literar-historifch und -politisch bis zum Ausbruch des Krieges, der ihn zur Annahme des Kriegsreferats am „Bund" veranlaßte. Seine Berichte „Zur Kriegslage" genoßen Weltruf. 1922 erfolgte seine Ernennung $um Hono- rarprofeffor an der Münchener Universität. Der (Bet lehrte ist bereits Dr. rer. pol. h. c. von Freiburg i. B. Keine staatsbürgerliche Arbeitsgemeinschaft TieVcrhandtungen über einen Zusammen- fchlntz der Mitte gescheitert. Köln, 30. Mai. (ERB.) Wie die .Köln. Ztg.- rneldet, haben die Bemühungen um die Schaffung einer staatsbürgerlichen Partei oder Vereinigung, die bis zum heutigen Tage hinter den Kulissen fortgesetzt worden sind, mit einem negativen Ergebnis geendet. Beteiligt waren an diesen Verhandlungen der Führer der Deutschen Dolkspartei, Dr. Scholz, der demokratische Parteivorsitzende Koch-Weser, der Führer der Wirtschaftspartei Drewitz und von den Dolkskonservativen der Abgeordnete von Lindeiner-Wildau. Die Einladung zu diesen Besprechungen war von Dr. Scholz ausacgangen. In diesen Besprechungen zwischen den Parlamentariern handelte es sich vor allem um die Schaffung einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft mit dem Ziele, zu einem später gegebenen Zeitpunkt. also etwa bei einer Auslösung des Reichstages, diese Arbeitsgemeinschaft auch außerhalb des Parlaments zur Schaffung eines Parteigebildes fortzusehen. Rach anfänglichem Sträuben hat die Wirtschaftspartei auch ihre Bereitschaft zur Teilnahme an dieser parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft erklärt und weiter in Aussicht gestellt die spätere Entwicklung mitzumachen. Der Vertreter der Demokraten erklärte sich nach der Parteitagung in Halle zwar bereit, an den Besprechungen teilzunehmcn, sah sich aber nicht in der Lage, eine Arbeitsgemeinschaft mit anderen Parteien einzugehen. Don den Dolkskonservativen gaben von Lindeiner-Wildau und Treviranus die Erklärung ab, daß sie selbst durchaus nicht abgeneigt seien, an der parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft sich zu beteiligen, daß sie ihnen jedoch praktisch unmöglich sei, da die L andv olkve r tre tu ng, mit der sie in Fraktionsgemeinschaft stehen, eine solche Verbindung ablehnt. Darauf mußten die Der- Handlungen über die Schaffung einer parlamentarischen Arbeitsgemeinschaft als gescheitert erklärt werden Nebenher gingen Dersuche, Verhandlungen zwischen dem volksparteilichen Führer Dr. Scholz und dem Iungdeutschen Orden zustandezubringen. Bereits dreimal war eia fester Termin zu einer Zusammenkunft verabredet worden, jedoch sagten die Dertreter deS Iungdeutschen Ordens jedesmal kurz vor der Besprechung wieder ab. Als der Iungdeutsch« Orden seinen Beschluß faßte, bei den sächsb* schen Wahlen selbständig vorzugehen, mußten auch diese Derhandlungen alS gescheitert angesehen werden Das Kanaliunnelprojeki gescheitert. London, 30. Mai. (WTB. Funkspruch.) Prs^ mierminifter Macdonald und die zwei ehemaligen Premierminister Baldwin und Lloyd George haben an einer Sjtzung des Reichs, Verteidigungsausschusses teilgenommen, der sich mit der Frage des Baues eines ÄanaU Len Angaben seines Opfers vollkommen überein und sind so beweiskräftig, daß Kürten auch in diesem Falle als Täter einwandfrei überführt ist. Ein weiterer, erst von Kürten erwähnter und bisher unbekannter Fall hat sich im März d. 3. abgespielt. Kürten sprach auf dem Bahnhofsvorplatz ein Mädchen an. Er besuchte zunächst mit ihr ein Bierlokal und lockte sie dann in dey Wald. Hier versuchte er es zu erwürgen. Die energische Gegenwehr der Lleber- sallenen vereitelte seine Absicht, sie zu töten. Das Mädchen konnte sich seinen Griffen entziehen und ergriff die Flucht. Um für die Zukunft sicherzugehen, hat Kürten für weitere von ihm beabsichtigten Morde zwei Tage vor seiner Festnahme zwei 'Hämmer als Mordwerkzeuge versteckt. tunnels befaßte. „Daily Herold" hört, daß der Ausschuß wiederunl aus Gründen der Landesverteidigung gegen den Plan Stellung genommen habe, insbesondere soll die Leitung der Luftstreitkräfte Einwendungen erhoben haben. Das Blatt erwartet, daß demnächst im Unterhaus eine Regierungserklärung erfolgt, die di« endgültige Verwerfung des Planes bedeuten wird. Roch immer die Seckungsfrage. Berlin, 29. Mai. Die Bemühungen um eine rasche Deckung des neuerlich entstandenen Defizits scheinen doch aus größere Schwierigkeiten zu stoßen. Jedenfalls haben sich bereits im Kabinett Meinungsverschiedenheiten herausgestellt, die entgegen den ursprünglichen Erwartungen in der letzten Sitzung keine Erledigung der gesetzlichen Maßnahmen ermöglichten. Allerdings dürfte dabei auch der Gedanke eine Rolle gespielt haben, daß man aus psychologischen Gründen das Ausgabensenkungsgesetz gemeinsam mit den Deckungsgesetzen herausbringen müsse. Da aber auch hier noch zahlreiche Probleme offen sind, wird es größter Anstrengungen bedürfen, um diese Gesetze noch vor Pfingsten im Reichskabinett zu verabschieden. Im Mittelpunkt der Schwierigkeiten steht selbstverständlich die A r b e i t s l o s e n v e r- siche r u n tz , wobei sich zwar das Reichskabinett an die Vorschläge der Reichsanstalt anlehnen will, die eine einprozentige Beitragserhöhung vorsahen, womit aber die Frage der Sanierung der Versicherung noch keineswegs geklärt zu sein scheint, da diese Berechnungen auf einer Durchschnittszahl von 1,5 Millionen beruhen, das Kabinett bereits mit 1,6 Millionen rechnet, in der Praxis aber, wie aus dem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung heroorgeht, s ch o n d i e Durchschnittszahl von 1,7 Millionen Arbeitslosen zur Grundlage gemacht wird. Da man für 100 000 Arbeitslose immer einen Leistungsmehrbetrag von 100 Millionen rechnen muß, ist es naturgemäß außerordentlich schwer, zu einer befriedigenden und wirksamen Regelung zu kommen. Man hofft zwar, daß die Monate Juli und August noch einen Rückgang der Arbeitslosigkeit bringen werden, insofern als die Landwirtschaft für die Ernte und di« Hackfruchtarbeiten Neuanforde^ungen von Arbeitskräften stellen dürfte, doch wird damit keinesfalls ein so großer Rückgang eintreten, daß dadurch die Durchschnittszahl wesentlich beeinflußt werden kann. Das Schwergewicht liegt zur Zeit bei den Verhandlungen der Gruppe Nord-West der Eisenindustrie um den Lohn- und Preisabbau, deren Ergebnis fraglos zu weittragenden Auswirkungen führen kann. In politischen Kreisen ist man jedenfalls überzeugt, daß eine Klärung dieser Pro- bleme nur auf dem von der Gruppe Nord-West beschrittenen Wege herbeigeführt werden kann. Höhere Beamtenschaft und Derwaltungsreform. Das Ausgabensenkungsgesetz. Berlin, 29. Mai. (CAB.) Der geschäfts- führende Vorstand des Aeichsbundes der hö.heren Beamten befaßte sich am 28. Mai erneut mit den beamtenpolitischen Absichten der Reichsregierung aus Anlaß des Ausgaben- senkungsgesehes. Der Vorstand bestätigte Äe bisher in der Sache unternommenen Schritte. Als Stellungnahme des Vorstandes wird von ihm folgendes bekanntgegeben: Die Verwirklichung der Absichten der Reichsregierung würde eine schwere Erschütterung der Rechtsgrundlagen des Berufsbeamtentums als einer staatsnotwendigen Einrichtung bedeuten! Der Reichsbund hält eine organische Vereinfachung und eine dadurch erzielte Verbilligung der öffentlichen Verwaltung im Reich, in den Ländern und Gemeinden für nötig und durchführbar. Die jetzt beabsichtigten Maßnahmen stellen einen unorganischen Eingriff in die Beamtenrechte dar, der für die Beamtenschaft zwar mit Un- ruhe, Unsicherheit und Verletzung wohlerworbener Rechte verbunden ist, aber organische Grundlagen der Verbilligung der Verwaltung nicht schasst. Der Reichsbund ist bereit, an einer organischen Reform der öffentlichen Verwaltung politiv mitzuarbeiten. Um die augenblicklichen Notstände zu beheben, kommen nur auf a l le Bevölkerungsschichten nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit sich gleichmäßig erstreckende Maßnahmen in Betracht. Der Iungdopreffewart spricht in Paris. Die Voraussetzungen für eine deutsch- französlsche Annäherung. Paris, 28.Mai. (WTB.) Der Presfewart des Iungdeutschen Ordens und der Volksnationalen Reichsvereinigung, Abel, hielt gestern in einem Pariser Debattierklub vor zahlreichem Publikum wiederum einen Vortrag über deutsch-sranzösische Politik, an den sich eine Aussprache anschloh, in der die verschiedensten Tendenzen aus dem Publikum zum Ausdruck kamen, vor allem die, daß eine deutschfranzösische Annäherung versucht werden müsse. Abel hat dem „Oeuvre" eine Erklärung, 'die er in seinem Vortrag besonders entwickelte, zur Verfügung gestellt. Darin heißt es: Man habe niemals so viel vom Frieden gesprochen wie gerade jetzt, und trotzdem bleibe das Damoklesschwert des Krieges über den Völkern hängen. Die Grundlage, auf der man die Friedensverträge von 1919 errichtet habe, sei eine unmögliche Grundlage. Die Festsetzung der Ost grenze Deutschlands enthalte bedenkliche Elemente gegen den Frieden in Europa. Ostpreußen liege im Sterben; Danzig sei gegen das heilige Selbstbestimmungsrecht der Völker aus dem Deutschen Reich herausgerissen worden. Der Poung- plan belaste das deutsche Volk auf zwei Generationen mit Zahlen von astronomischer Höhe. Das deutsche Volk wisse sehr Wohl, daß es diese Schulden bezahlen solle als Strafe dafür, daß es absichtlich den Krieg gewollt hätte. Das sei ein unvernünstiger V o r w u r f, der mehrmals durch geschichtliche Aachforschungen in allen Ländern widerlegt worden sei. Aus diesem Grunde betrachte Deutschland diese schweren Lasten als ungerecht. Der Redner sprach sich für eine deutsch-französische Annäherung, basiert auf der Revision des Friedensvertrages von Versailles, aus und erklärte, wenn sich Frankreich dieser Auffassung nicht anschließen könne, dann müsse die Politik Deutschlands eben bei anderen L^ n d e r n Freundschaft suchen. Die Untersuchung des Falls Kürten. Düsseldorf, 29. Mai. (WTB.) Die Untersuchung gegen Kürten brachte u. a. eine Feststellung des Tatbestandes zu den bereits bekannten Ueberfällen vom. 2 0. August 1929, — Schließlich gab Kürten eine Darstellung des Ueberfalls auf Karolina H e r st r a ß aus Aeuß, die er gewürgt und in die Dussel geworfen hat. Seine Angaben stimmten mit Moldenhauer mahnt, die Heroen zu behalten. Oie Pläne zur Reform der Hetchsfinanzen. - Falsche Gerüchte über neue Gteuervorschläge. Wittenberg, 29. Mai. (ERB.) In einer Versammlung der Deutschen Dolkspartei möchte Reichsfinanzminister Moldenhauer Ausführungen zur Reichsfinanzreform. Er erklärte u. a., daß mit der Reform der Arbeitslosenversicherung zugleich eine Reform der Krankenversicherung vorgelegt werde, die eine Entlastung von 250 bis 300 Millionen Mark bringe und auch bestehen bleiben soll, wenn infolge Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse die Arbeitslosenversicherungsbeiträge wieder gesenkt werden können. Das Ausgabensenkungsgesetz sei fertig zur Vorlage. Es enthalte wichtige Bestimmungen hinsichtlich der Zu- sammmenlegung und Vereinfachung von Verwaltungen. Zur Kriegsbeschädigtenfrage sei die bedauerliche Feststellung zu machen, daß alljährlich steigend weitere 50 Millionen nötig seien, um neue Ansprüche zu befriedigen. Das Reich sei nicht in der Lage, auf Jahrzehnte hinaus hier Haftung zu übernehmen, wenn auch im einzelnen manches gebessert werden könne. Die großen Organisationen der Kriegsbeschädigten hätten sich diese Heber- zeugung zu eigen gemacht. Eine entsprechende Vorlage liege beim Reichsrat. Steuern und Löhne hätten die Gestehungskosten übermäßig nach .oben getrieben. Das deutsche Preisniveau liege, abgesehen von Amerika, über dem des Auslandes. Wenn wir davon nicht herunterkommen, so erklärte der Reichsminister, dann ist die Lage ungemein schwierig. 3n allen Schichten des Volkes ist der Lebensstandard über unsere Möglichkeiten hinaus erhöht; wenige Kreise, wie z. D. die Kleinrentner, machen eine Ausnahme. Wir stehen an der Wende, ob wir in der Richtung der letzten zehn 3ahre weitergehen sollen oder auf allen Gebieten zu einer verständigen Wirtschafts - und Finanzpolitik zurück ko inmen, die das Verantwortungsgefühl des einzelnen stärker betont. Wilde Gerüchte über neue Steuervorschläge, die alle falsch sind, durcheilen das Land. Er, der Minister, habe es vermieden, mit endgültigen Entscheidungen öffentlich hervorzutreten. äeberstürzte Maßnahmen sind untunlich. Die Regierung muß Ruhe bewahren. Man muh die Aerven behalten. Das nationalsozialistische Mime in Thüringen. Oie Länderkonferenz der Innenminister gegen die Politisierung der Schuhpoüzei. Minister Wirth droht mit Einstellung der Reichözuschüffe Berlin, 28. Mai.(CAB. Eigene Meldung.) Auf der für heute vormittag einberufenen Länderkonferenz unter dem Vorsitz des Reichsmi nisters Dr.Wirth waren fast alle deutschen Länder durch ihre Innenminister vertreten. So sind u. a. anwesend der preußische Innenminister Professor Dr. Waentig, der bayerische Innenminister Stützet, der hessische Innenminister Leuschner. Thüringen ist durch Staatsminister Baum vertreten. Die Konferenz beschäftigte sich mit den Grundsätzen für die Gewährung vonReichszuschüs- sen für polizeiliche Zwecke an die Länder. Reichsminister Dr. Wirth wies einleitend auf die grundsätzliche Bedeutung der Frage hin, die von Thüringen durch die Derusung von Aationalsozialisten in leitende Stellen der Thüringer Landespoli zei aufgerollt sei; er legte die geschichtliche Entwickelung der erwähnten Grundsätze dar und stellte fest, daß die Einstellung von Aationalsozialisten mit dem unpolitischen Charakter der Schutzpolizei, wie ihn Absatz 1 Ziffer 6 der Grundsätze ausdrücklich und unbedingt fordere, unvereinbar sei. Da nach Absatz 2 Sah 1 der Grundsätze das Reich sich zur Zahlung nur unter der Voraussetzung der unbedingten Innehaltung der erwähnten Grundsätze verpflichtet hat, stellte der Reichsinnenminister fest, daß die Gewährung von Reichszuschüssen an Thüringen Wegfällen müsse, salls das thüringische Staatsministerium auf seiner Absicht beharre, die für leitende Stellen der Thüringer Polizei in Aussicht genommenen Aationalsozialisten zu ernennen. In der Aussprache wurde von verschiedenen Seiten der revolptionäreCharakterder Deutschen Aationalsozialistischen Arbeiterpartei hervorgehoben und entsprechendes Material vorgebracht. Es herrschte einmütige Auffassung, daß den verfassungsfeindlichen Bestrebungen dieser Partei mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln entgegenge treten werden müsse. Abschließend richte der Reichsminister des Innern an Herrn Staatsminister Baum die eindringliche Forderung, die beabsichtigte Einstellung von Aationalsozialisten in die Thüringer Polizei auszugeben, und erklärte daß, falls dieses Ersuchen erfolglos bleibe, er sich für verpflichtet halte, die Zahlung we i - terer Reichszuschüsse ein zu stellen. Dies um so mehr, als auch der Verlauf der Aussprache seine grundsätzliche Auffassung bestätigt habe. Staatsminister Daum teilte mit, daß die in Frage stehenden Ernennungen unter der Voraussetzung erfolgt seien, daß der Thüringische Landtag, was erst am 24. Juni möglich sei, die entsprechenden Planstellen bewilligen werde. Der Reichsminister des Innern erklärte darauf, daß er sofort ein förmliches Cr- fachen an das thüringische Staatsministerium richten werde, seinen Beschluß, soweit Aationalsozialisten in Frage kämen, rückgängig zu machen. Oie Llniversiiät Jena und der neue Kurs in Thüringen. Jena, 28. Mai. (WTB.) Auf Vorschlag der Philosophischen Fakultät der Universität Jena hat das thüringische Volksbildungsministerium auf den durch das Ausscheiden des Professors Max W u n d t seit Herbst o. I. unbesetzten ordentlichenLehr- stuhl der Philosophie den außerordentlichen Professor der Philosophie an der Universität Leipzig und Studienrat am dortigen König-Albert-Gymna- sium Dr. Hans L e i s e g a n g berufen. Dr. Leisegang hat den Ruf angenommen. Dieser Lehrstuhl sollte nach dem Wunsch des Volksbildungsministers Dr. Frick ursprünglich dem ehemaligen Heidelberger Privatdozenten Dr. Arnold Rüge übertragen werden. Oer hessische Etat vor -em Landtag Darmstadt, 28. Mai. (WHP.) Fortsetzung der Beratung über den Etat des Staatspräsidenten. Abg. Dr. Werner (Aat.-Soz.) polemisiert gegen den Landbund in der bekannten Angelegenheit der M i n i st e r p e n s i o n e n, wo 1927 der Landbund den „wohlerworbenen Rechten der Minister Fulda, Ulrich und Henrich auf ungeheure Pensionen" zugestimmk habe. Auch nach der Räumung werden die Franzosen in der entmilitarisierten Zone ihre Kommissionen behalten und unverändert ihren Vernichtungswillen durchzusetzen versuchen. Aba. Reuter (Soz.) tritt aus allgemeinen wirtschaftlichen Gründen für die Erhaltung der Gesandtschaft und des Regierungsblattes ein. Die Regierung muß dafür sorgen, daß nach der Räumung die Seuche des Aational- sozialismus' vom befreiten Gebiet ferngehalten wird. Mit dem Westprogramm der Regierung Brüning können wir uns nicht befreunden, da der leidende Westen noch für den Osten Mittel aufbringen soll. Wir wünschen eine engere Zusammenarbeit der Städte am Mittelrhein. Abg. Dr. Wolff (V.R.P.) fordert, daß sich endlich auch die Regierungsstellen davon überzeugten, daß wir ein versklavtes Volk seien. Bedauerlich sei, daß das besetzte Gebiet mit dem Lumpengesindel der Separatisten nach der Räumung nicht abrechnen könne. Wir fordern die Veröffentlichung der Aamen dieser separatistischen Landesverräter. Abg. Sumpf (K.) erklärt: Das Proletariat des besetzten Gebietes wird sich gegen die Mordbanditen der Aationalsozialisten einmütig erheben. (Der Redner erhält dafür einen Ordnungsruf.) Abg. Dr. Leucht gen s (Lbd.) erwidert dem Abg. Dr. Werner, dessen Angriffe seien nur aus persönlichen Gründen erfolgt. Wer sein politisches Kleid so oft gewechselt habe wie Dr. Werner, dürfe nicht erklären, daß er politisch der Alte geblieben sei. Dr. Werner habe bis zum Januar dieses Jahres in den besten Beziehungen zum Landbund gestanden und erst jetzt, bei seinem Llebertritt zu den Aationalsozialisten benutze er diese „ollen Kamellen" als Mitgift. Der Aatio- nalsozialist Frick habe sich als thüringischer Minister sofort seine Pension gesichert. Aach persönlichen Erklärungen des Abg. Dr. Werner folgte die Abstimmung. Das Kapitel wird gegen die Rechte und die Kommunisten genehmigt. Am Dispositionsfonds werden 5000 Mark gestrichen. 50 000 Mark zur Förderung von Kultur, Wirtschaft und Verkehr werden gegen die Rechte und Kommunisten genehmigt. Kap. 21 (Gesandtschaft Berlin). Abg. Hamman (K.) polemisiert gegen die unerhörte Verschwendung von Steuermitteln für den Gesandten. Abg. Dr. Wolf (DRP.) lehnt das Kapitel ebenfalls ab, während sich Abg. H ein st ad t (Z.) für die Berliner Vertretung energisch einsetzt. Preußen habe für die g l e i - chenZwecke bezeichnenderweise 6 0 Ministerialräte verfügbar. Die Gesandtschaft sei im Interesse von Wirtschaft und Arbeiterschaft notwendig. Abg. Scholz (DVP.) anerkennt, daß die Gesandtschaft während der Ruhrzeit durchaus nützlich und wertvoll war. Gegen die Ernennung des gegenwärtigen Gesandten Nuß hätten sich alle wirtschaft- liehen Organisationen aus rein fachlichen Gründen ausgesprochen. Aus einen Gesandtenposten gehöre eine Persönlichkeit von Format, die imstande sei, auch das Land wirkungsvoll zu vertreten. Staatspräsident Adelung setzt sich temperamentvoll für die Gesandtschaft ein, über deren Notwendigkeit nirgends Streit bestehe. Nur die Per- on des Gesandten sei umstritten, der aber genau o seine Pflicht tue, wie sein Vorgänger. Die Gesandtschaft arbeite durchaus im Interesse von Wirtschaft und Arbeiterschaft und koste eigentlich nur 68 000 Mark, während sie ein Mehrfaches einbringe. Abg. Donath (D.) stellt fest, daß sich der Syndikus der Hessischen Handwerkskammer anerkennend über die fruchtbare Tätigkeit der Gesandtschaft ausgesprochen habe. Abg. H e i n st a d t (Z.) sieht die ablehnende Haltung der Volkspartei darin, daß sie nicht mehr das Monopol der Beamtenbesetzungen besitze und daher gegen alle Beamtenernennungen der letzten Zeit Sturm laufe. Abg. Kaul (S.) bekennt sich zu der Person des Gesandten Nuß. Bei den Derhandlun'Am-um die Regierungsbildung habe die Dolkspar^i den Ge- andtenposten für sich gefordert. Abg. Scholz (DVP.) stellt erneut fest, daß keine parteipolitischen Erwägungen gegen den Gesandten Nuß sprächen. Daß Nuß seine Pflichten nicht erfülle, werde nicht behauptet, aber daß er als Rechtsanwalt aus dem besetzten Gebiet die notwendigen Fähigkeiten und die erforderliche Vorbildung mitgebracht habe, könne fraglich erscheinen. Die restlichen Kapitel des Ressorts wurden debattelos bis zur Abstimmung erledigt. Zum Kap. 15 (Ruhegehälter) fordert^ Abg. Widmann (S.) Abkehr von dem Vorurteil, daß die Ortskrankenkassen Millionen verschwendeten. Die Kritiker sollten mit ihren Rationalisierungsforderungen bei sich anfangen. Gerade bei den Beamtenkrankenkassen seien viele Mißstände festgellellt worden. „Gras Zeppelin" auf dem Wege nach Lakehnrft. Start in Pernarnbuco. — Havanna wird nicht überflogen. — Freitag morgen Barbados erreicht. pernambuco, 28.2Hai. (WTB.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist um 11.13 Uhr Ortszeit (etwa 14.30 Uhr Berliner Zeit) zu seinem Fluge nach Havanna aufgestiegen. Die Abfahrt gestaltete sich sehr eindrucksvoll. Line gewaltige Menschenmenge hatte sich auf dem Flugfeld eingefunden, und während die letzten Vorbereitungen zum Ausstieg getroffen wurden, führten mehrere Flugzeuge Schauflüge aus. Tausende von Menschen hatten die Straßen und Hausdächer beseht und winkten dem gen Norden steuernden Luftschiff ihre Abfchiedsgrüße zu. Associated preß meldet am Donnerstag aus Havanna, daß sich Dr. Lckener entschlossen habe, direktnach Aeuyork zu fahren, ohne Havanna zu berühren. Lin am Frei- tagvorrnittag beim Luftschiffbau eingegangener Funkspruch vom „Graf Zeppelin" besagt: passieren 3 llhr früh MLZ. Barbados. Kurs Nordwest. — Barbados ist die östlichste der Antilleninseln. Oie Wetterlage. ~La Cortina ~ Ihursna»'"1 Vai Scill xydistjortr 75 37Jan Haven, o io Toury /Ä8) ©Wolkenlos.O neuer, o naiö oedecuL »woixip. 9oeoeext. •KtOtH * Schnee o Graupeln a Neoet K Gewitter ©windstille. •O' sehr leichter Ost massier SÖdsudwesi Q stürmischer rtordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stehenden iahten oeoen die Temperatur an. Pie Limen verOmden Orte mit gleichet» euf neeruniVeau umgereennettn Luftdruck 4? ' V> n ©yi5 c . UL» l U Der t)ot)£, Druck hat die noch vorhandenen Störungsreste weggeräumt, so daß heiteres und trockenes Wetter herrscht. In seinem Strömungsbereich werden die ausfließenden Luftmassen vorerst zur Fortdauer der herrschenden Wetterlage führen. Dabei nimmt tagsüber die Erwärmung durch ungehinderte Sonnenstrahlung weiter zu. Da jedoch über der Biscaya eine neue Störung erschienen ist, so besteht die Möglichkeit, daß später ihre Ausläufer bis nach Mitteldeutschland vorgreifen, wobei Bewölkung und Gewitterstörungen nicht ausgeschlossen sind. Wettervorhersage für Samstag: Meist heiteres Wetter, trocken, tagsüber weitere Erwärmung. Witterungsaussichten für Sonntag: Anfänglich wenig Aenderung, jedoch später aufkommende Bewölkung, lokale Gewitterstörungen. Lufttemperaturen am 29. Mai: mittags 23,4 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 30. Mai: morgens 16,4 Grad. Maximum 24,2 Grad, Minimum 10,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Mai: abends 21,6 Grad; am 30. Mai: morgens 15,8 Grad. — Sonnenscheindauer 9XA Stunden. Reisewetterdienst. Garmisch-Partenkirchen. Temperatur 18 Grad, Verlauf seit gestern: Warmer Tag, Südwind. Witterung heute morgen: Heiter, seit gestern meist heiter. Swinemünde. Temperatur 15 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur, Aordwind; Wetter heute morgen: Heiter, der gestrige Verlauf meist heiter. jBornur M 2?» 1928 vE auch M SS Ci W keineswegs genu Ege iß d-m-us, getragenen Num M W“ ’j geschlagen A r Derkehrsiontrolle KrastsahrelM^ Stelle des W schlagen ist- . In diesem Lu sslngewiesen, das) kehrskontrolle ein trvllzettcl kc M einer Nachkor Aachprüsung gemäßen Ermesset anheimgegeben, o SiebstMen oder c auch ein am gleit Zahrzeug nochmc muß. M' Wenn in einem himmelsahrtstag mb der erholung iin Teil des Tag außerdem noch । Menschen in Spa solch einem Tage len Platz ausoerl Hann-Straus damit eigentlich sc rot) bevor ein l srMgster Art füi wndees auch. Wt und vchmih, Our am Ltzuch lustig Strauß Hl, der E nein ausgezeichnet den Lebensweg l Programm geschil der größten Zes Monn durch eine m/e bd uns, nüt SDlinifter Rt über sicher ch Ltelle, die siir ich mar: Als chervvrr »es Trotzvaters i 2n welcher D nes Orchester, m der reist, erzöge, als einen Orch Die ans Fabe Westdeutsi Wo-Spom Sonntag, den i.jt Staf * £ ,5w t,„ £ S.-: ÄJl ‘3 würben Debatte- ?Dturleil, bafe bie ’°nen Derjdjtwn. ’ven Rativnalisie. "M. Gerade bei viele Mißstände auf dem ehmsi. Havanna wird tag morgen cht. 1TB.) Das Lusl- 1.13 Lhr Orfsjeif w seinem Jluge >en. Die »bsahrt fcine gtroallige em Slugitlb tinge- en Dotbtteilungtn i, führten mehren jenbe von lllenschea »bädjer beseht und nben Lnslschiss ihre preß melde! am ich Dr. Likener cn‘ ’uijorf ju fahren, ren. Lin am Jtei- au eingegangenct “ besagt: M'«(n s. Kurs TlotbrocfL !t Antitleninsein. fördert das natürliche Bräunen der Haut, verhütet Sonnen- - Vor Gebrauch die Haut trocken reibenl Mouson einreiben. grüne Aluminiumdosen M -.25, -.50 und 1.- wollen Sie sein! Des-1 Sie för halb bei Luft- u. Son-1 brand. holt mit Sportcreme SPORTCREME MOUSON hanncslirche beginnt schon u m 1 8 h r. ES werden folgende Stücke zu Gehör aebracht. 1. Ehoral: .Nun danket all und bringet Khr", von 3ohann Erü- ger, 1647. 2. ,3m Reich der ©ferne“, von X Zwhssig. 3. .Deutschland, Deutschland über aHct", von Joseph Haydn, 1797. •• Entgleisung eines Straßenbahnwagens. Gestern abend nach 20 Uhr entgleiste in der Schulftraßc zwischen der Engelapothekc und der Kaplaneigasse ein Änhängewogen der Straßenbahn. Der Anhänger fuhr auf das Trottoir und nach kurzer Entfernung wieder auf den Fahrdamm. Mit den Aufgleisungsarbeiten' wurde sofort begonnen, so dgß die Verkehrsstörung bald wieder behoben war. Erfreulicherweise ist bei dem Vorfall nichts weiter passiert. •• Dlindenkonzert. Am vorigen Montagabend fand im Cafe Leib ein Konzert deS erblindeten Pianisten Hugo Kander-Del- den unter Mitwirkung von Frau Kander-Del- Den statt, das außerordentlich gut besucht war. Der erblindete Künstler, ein Schüler Taver Schar- wenkaS. verfügt über vortreffliches technisches Können und feine« musikalisches Empfinden. Er verstand es, sämtlichen Kompositionen eine persönliche Note zu geben; besonder- angenehm fielen die starke Verinnerlichung und anderseits die exakte Ausnutzung aller klangtechnischen Möglichkeiten auf. Der Künstler brachte Tverke von 3. S. Dach, Beethoven und Lißt, die sämtlich sehr beifällig ausgenommen wurden. Außerdem las Frau Kander-Delten auS eigenen Dichtungen und erntete damit ebenfalls reichen Beifall. Hessen-Besuch an der Wasserkante. Man schreibt uns: Die Landsmannschast der Hessen in Hamburg, deren Streben es ist, die hessische Heimat in gebührendem Gedenken zu halten, veranstaltet in der Zeit vom 10. bis 14. 3uli eine Hessen-Hamburg-Helgoland-Fahrt, um eine Zusammenkunft der hessischen Landsleute mit den Mitgliedern der Landsmannschaft bet Hessen in Hamburg herbeizusühren. Die Fahrt wird von der Hamburg-Amerika-Linie organisiert und ausgeführt, und zwar mit Son«* derzug zu billigem Preise. Die Teilnehmer der Fahrt haben Gelegenheit, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Hamburgs, wie z. B. HagenbeckS Tierpark, Elbtunnel, Hafen (unter Einschluß einer Besichtigung des Hapag-Dampfers „Neuyork"), Alsterrundfahrt, städtische Sehenswürdigkeiten usw. kennenzulernen. Am 12.3ult findet in der Stadthalle unter Mitwirkung prominenter hessischer Persönlichkeiten ein Hessenabend statt. Die Helgolandsahrt mit dem Turbinenschnelldampfer „Kaiser" findet nachts statt, um den Sonnenaufgang in Helgoland bewundern zu können. Auf dem Schiff wird eine venezianische Nacht arrangiert, mit Tanz, Dorträgen und großer Tombola. Anmeldungen und sonstige Anfragen sind an die Hamburg-Amerika-Linie in Gießen zu richten. Näheres in der Anzeige vom vorigen Mittwoch. (Schluß Des redaktionellen Teils.) Trinkt Fachinger. Schlechter Schlaf Appetitlosigkeit und Nervosität sind Die ernsten Anzeichen körperlicher Schwäche. Das Gesundheitswasser „Staatl. Fachingen" frischt das Blut auf, kräftigt den Organismus und verlängert dadurch das Leben. 273D E“ Gelandbeltsvaller Jean Weisel, Oiefaen, Sonnenstrahe 6, Telephon Nr. $88» Tennis-Cafe Das gute, so beliebte unb bekannte t ▲ s x x »3?as gute, so beliebte und bekannte WMMMUk Wehwsol UHU HUUUC11 Htm "5^/?.die Fuhböben so. wunderbar zum Verkauf stehen. Gießen und Marienburg (Westpr.) Wegen Aufgabe einiger Artikel Rabatt! «062 A Ab Samstag, den 31. 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Juni 1930, 11.15 Uhr nur einmalige Früh-Vorstellung H. D. von Trotha 19 Jahre Farmer in Süd-West-Afrika spricht persönlich zu seinem Expeditionsfilm Das Sonnenland Süd-West-Afrika Vom Waterberg bis Caprivizipfel 1. Teil Süd-West-Afrika einst und jetzt 2. Teil Ein Jagd- und Expeditionsfilm Kartenvorverkauf aL?Cbu PT '.1 hat - “ S Fe rbersche Universitätsbuchhandlung, Seltersweg. 3920 c Adreßbuch x— Sladlplan und Einwohner- und Geschäfisverzeichnisten von l Städten und 74 Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Dirt- schasts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnltt / preis 40Reichsmark Oberhessischer Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 Neue Sendung^ <0T4D Kinder- und Klapp-Wagen! Extta billig Einfühmngspreise Offenbacher Leder- waren-Veririeb L.Ködev Kirchenplah 9 Telephon Nr. 3750 Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahntarife. Die Fahrpreise der städtischen Straßenbahn werden ab 1. Juni d. I. wie folgt festgesetzt: 4076V Fahrscheine zum Einheitspreis von 20 Pf., ohne Rücksicht auf die Strecken- länge, mit einmaliger Umsteigeberechtigung auf dem Marktplatz. Ferner gelangen zur Ausgabe: Fahrscheinhefte mit 6 Stück Fahrscheinen zum Preise von 80 Pf., ebenfalls ohne Rücksicht auf die Streckenlänge. Die Preise der Monatskarten für Erwachsene mit 10 RM., für Studierende mit 7,50 RM., für Kinder mit 5 RM., die Einzelfahrscheine für Kinder mit 10 Pf., sowie die Fahrscheinhefte für Kinder mit 10 Fahrscheinen zu 75 Pf. bleiben unverändert. Bei Tarifänderung verliert das bisherige Fahrscheinheft feine Gültigkeit und wird gegen anteilige Vergütung auf der Kasse der Städt. Elektrizitätswerke und der Straßenbahn zurückgenommen. Gießen, den 28. Mai 1930. Direktion der Städtischen Elektrizitätswerke und der Städtischen Straßenbahn, Gießen. S t o l t e. 245 V Drogerie Sommer; TOD UND FajI TEUFEL M W allen SCHWABEN ■ Schwabenpulver Martial ■ vertilgt Schwaben samt B Srut restlos. 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Wettbewerben e'v setzen und dadur 5er Marneschlach hätten, so trifft ist dem deutsche! letzten Augenblic sal? Das ist dii cinwanösrei bew Mißerfolges auf und daß auch die keinen vollen Au durch schwere Irr Bahnen gerät Dl eben doch das Pr Detter sagt Tri vom ärztlichen 6h cchuldsrage beha „psychischen Aerh an der Marne h lichkeiten" untersu wisse Krankheitsei fouenftein, bem i Mb bei Hentfch zr 'vichen fragen de paht nicht in den dien. Mvltle jüngeren Jahren nicht an sich geb sogar seine abw mit noch mchr ( urteilung Laue kommt, ernstes ausgezeichneter: ^n-DeiHent dm Gallenleiden ^ nschen Grund tvesen. An seiner Aeiselt. Aichtj, totcflung mit gro! “WnS andere ?.un,9 durch das Ingens sind kvmmandvl ob Atveite nicht L^P-rsönliä Mn^Entschlüffei Beater um ®n Sesprä Von L ^Aeini ’^hnbii S^rehor Ä.Ä HS »Augen si Zeatersiad allem dem e 9r°6en Da, ttDQäbu,rl und ••«Ult «Ute >s>/Jnt Achtend Mit, ^gen 7?i,e. d°. ft eis- ■näßigUng Nr. 125 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Freitag. 50. Mai (950 _____ b' erneu,,n, rnv ntinbt "Wosophrn^^ l«6 gelber 3ungtn. Gmfrttt frei! 'geladen. . .Der Jrauetwerein. N«ne. WJD iteht - - der Herd. \n Ihm lauten timt- Iche Fäden der Heu». Haltung luiammen. Er Ist ein wichtiger Hausgefährte. Sorgen Sie dafür, daß er auch ein sparsamer Haus- geflhrte Ist, daß er praktisch, »“her und bequem Ist Schaffen ,le sich einen Roeder- ierd an. Er verein # I Ile Vonüge n sich I liWltdium Schmuck' stück ihrer Küche. Lassen Sie sich heute noch die neuesten Modelle von uns vor- führen. W,A SGARTIN SeE ant AS in». I ehr iuf. 555 ln£ hte Sies zu vergrv"',' - 8 Challler Neuenivea w Das „Marne-Wunder". Deutsche Schuld? Deutsches (Schicksal? — (Lin neues Wert General (SroenerS. Unter dem Titel .Der Feldherr wider Willen" wird Reichswehrminister Groener in den nächsten Tagen eine Reihe von operativen Studien über den Weltkrise veröffentlichen, die den MarGeseldzug des 3a0te« 1914 behandeln und feine einzelnen Phasen kritisch und klar beleuchten. .Wie wir in Friedrich dem Groszen", heißt es in dem Dorwort, .den siegreichen Feld- Herrn des Kampfes gegen die Liebermacht ruh- men, so erkennen wir in der Gestalt des Grasen Schliessen, dem es nicht vergönnt war, den Kommandostab zu führen, den unübertroffenen Lehrmeister der Kriegführung mit Millionenheeren, xber feinem Rachfolger be.i Weg wies zum siegreichen Bestehen des Kampfes Deutschland« gegen eine gewaltige Lleberlegenheit der Zahl. Der jüngere Moltke ist von diesem Wege ab» geirrt Hnfere Studien können daher nicht den Ruhm des Feldherrn künden, auch nicht die Tragik des niedergeworsenen Helden. Wohl aber wollen wir der vielen, vielen Helden eingedenk bleiben, die ihr Geben in jenen Marnetagen hingegeben haben. So soll mein Buch dem Ruhm des deutschen Heeres von 1914 gewidmet sein." Es entspricht der Tendenz dieser Sähe, wenn Groener in dem letzten Kapitel .Schuld oder Schicksal?" zusammensassend feststellt: Das deutsche Heer hat den Mißerfolg an der Marne nicht verschuldet An kriegerischem Geist, Organisation, Ausbildung und Leistung überragte es die Gegner. Auch die Gefechtsführung hat an keiner Stelle den Schlachterfolg in Frage gestellt. Die taktischen Anschauungen waren gewiß nicht frei von Irrtümern, aber es wäre verfehlt, darin mehr zu sehen als die allgemeine Erscheinung des kriegerischen Handelns, der jedes Heer unterworfen ist. Wenn die Franzosen von einem .Marne-Wunder" sprechen, so liegt darin die größte Anerkennung für die Leistungen des deutschen Heeres. Wenn sie aber bei sportlichen Wettbewerben einen „Prix de la Marne“ aussehen und dadurch kundtun wollen, das; sie in der Marneschlackft aus eigenem Berdienst gesiegt hätten, so trifft dies nicht zu. In Wirklichkeit ist dem deutschen Heere der verdiente Sieg im letzten Augenblick entgangen. Schuld oder Schicksal? Das ist die Frage. Unfcrc Studien haben einwandfrei bewiesen, daß die Ursachen des Mißerfolges auf rein operativem Gebiet lagen, und daß auch die besten Leistungen der Truppen keinen vollen Ausgleich schaffen können, wenn durch schwere Irrtümer die Operation in falsche Bahnen gerät Dem strategischen Element kommt eben doch das Primat für den Schlachterfolg zu. Weiter sagt Groener an anderer Stelle: „Auch rom ärztlichen Standpunkt aus ist neuerdings die Schuldfrage behandelt worden. Es sollen die „psychischen Derhältnisse der im Krisenkampfe an der Marne hauptsächlich beteiligten Persönlichkeiten" untersucht werden. Dabei sind auch gewisse Krankheitserscheinungen bei Moltke, Bülow, Lauenstein, dem Generalstabschef der 2. Armee, und bei Hentsch zur Sprache gekommen. Sich mit solchen Fragen der Medizin auseinanderzusehen, paßt nicht in den Rahmen von operativen Studien. Moltke und Bülow hätten auch in jüngeren Iahren bei voller Gesundheit den Sieg nicht an sich gebracht, vielleicht hätte der letztere sogar seine abwegigen operativen Anschauungen mit noch mehr Starrsinn vertreten. Bei der Beurteilung 2a u en ft ein« ist, wie es häufig vorkommt, ernstes Streben und großer Fleiß mit ausgezeichneter Führerbegabung verwechselt worden. Bei Hentsch ist vor der Marneschlacht von dem Gallenleiden und der dadurch bedingten pessimistischen Grundeinstellung nicht die Rede gewesen. An seiner geistigen Frische hat niemand gezweifelt. Richtig ist, daß er d e operative Entwicklung mit großer Skepsis betrachtet hat, wie übrigens andere auch, und daß er an eine Wendung durch das Kriegsglück nicht mehr glaubte, ilebrigen« sind auch beim kerngesunden Oberkommando I operative Irrtümer von großer Tragweite nicht ausgeblieben. Lind andere sehr robuste Persönlichkeiten haben bei ihren operativen Entschlüssen, wie man zu sagen pflegt, ebenfalls „daneben gelegen“. Demgegenüber ist von einer großen Führernatur zu erwarten, daß sie, solange der Geist nicht getrübt ist, selbst vom Krankenbett aus den Weg zum Siege zeigen wird. Wenn Moltke unmittelbar nach der Marneschlacht und später auch Hentsch seelisch zusam- mengebrochen sind, so war dies nicht zu verwundern." Zuleht spricht Groener von der Harmonie der Fühcereigenschaften: geistige Freiheit und Gehorsam. Wie war es damit bei uns bestellt? Groener antwortet: „Der voraussehungslose Gehorsam ist der feste Fels, auf den jede Wehrmacht gegründet sein muß. Immerhin gibt es einen seinen Llnterschied im Gehorsam. Iedct Führer kann vor dem Feinde in einen schweren Gewissenskonslikt geraten, wenn er den ihm gegebenen Beseh! wegen einer inzwischen eingetretenen Aenderung in der Lage oder wegen falscher Doraussehungen beim Erlaß des Befehls nicht ausführen kann. Er handelt dann nach eigenem selbständigen Entschluß und trägt dafür die Derantwortung mit allen Folgen. Hm aber mit Takt des Llrteils in Blitzesschnelle die richtige Wahl zu treffen, bedarf der Führer der höchsten geistigen Freiheit. Richts darf ihn hemmen, ihn führt das innere Licht. Unter dieser Gruppe der Führereigenschaften verstehen wir alle die Kräfte des Geistes und Charakters, die den hohen Persönlichkeitswert verleihen, die den Menschen wahrhaft unabhängig machen von allem äußeren Zwange... Im Kreise der Heeresleitung sah man damals die Eigenmächtigkeit der Oberkommandos zwar nicht gern, scheute sich aber, sie zu unterbinden. Dom Grafen Schliessen weiß man, daß er das Heer mit straffer und fester Hand geführt hätte, ohne der Selbständigkeit der Unterführer viel Raum zu geben. Aus feinen Schriften geht auch hervor, daß er die geistigen Fähigkeiten der Unterführer nicht allzu hoch einschähte und vor allem das operative Verständnis vermißte, ohne das die Selbständigkeit zum Hebel wird. Es muh also doch wohl in der Vorbereitung des Führertums ein Mangel bestanden haben. Dies war schon von Beginn des Krieges ab zu spüren. Freilich, wenn die Seele eines großen Feldherm mit ihrer göttlichen Kraft das Führertum tief durchdrungen hätte, dann wäre der Mangel schnell verschwunden ... Schuld oder Schicksal? Wo liegen die Grenzen? Daß der einzelne Mensch schuldig wird, ist das Schicksal der Gemeinschaft. Daß der einzelne mit der Gemeinschaft unlösbar verbunden ist, mit ihrer Zeit, mit ihrem geistigen und politischen Leben, ist das Schicksal des einzelnen. So wird Schuld zum Schicksal. Erkenntnisse zu gewinnen und sie zu verwerten, war das Ziel dieser Studien. Möge ein gütige« Geschick unserem Volke ersparen, daß nach kommenden Entscheidungen wieder um solche Erkenntnisse rückschauend gerungen werden muß," Industrie- und Sandeistammer Friedberg. Bad-Nauheim, 27. Mai. In der heute unter dem Vorsitz des stellvertretenden Vorsitzenden PH. Müller (Bad-Nauheim) im hiesigen Stadthause stattgehabten Vollversammlung der Industrie, und Handelskammer Friedberg-Büdingen-Schotten genehmigte man einstimmig die Rechnung des abgelaufcnen Geschäftsjahrs und nahm en bloc auch den Voranschlag für 1930/31 in der vom Bureau vorgelcglen Aufstellung an. Nach einem Referat von Syndikus Dr. Goebel wurden die Bestrebungen auf 21 u s • gestaltung des Bücherrevisorenberufs eingehend besprochen. Dabei wurde grundsätzlich anerkannt, daß das Bedürfnis zur Schaffung eines unabhängigen, hochqualifizierten Standes von Sachverständigen bestehe, die aus dem Kreis der vereidigten Bücherrevisoren und der bewährten Treuhandfirmen durch besondere 2luswahl zu bestimmen seien. Hotelier Krauß berichtete eingehend über die Tagung des Südwestdeutschen Handelskammerausschusses für Hotelgewerbe und FremdenTheater und Tonfilm der Zukunft Ein Gespräch mit Max Meinhardt. Von Or. Manfred Georg. Mar Reinhardt begeht am 30. Mai sein sünfundzwanzigjähtiges Jubiläum als Direktor des Deutschen Theaters in Berlin. Die Universität Kiel al« eine der ältesten Pflegstätten der Theaterwissenschaft hat, wie bereits gemeldet, ihn au« diesem Anlaß zum Ehrendoktor ernannt; die Universität Frankfurt a.M. ist diesem Beispiel gefolgt. Diese Ehrungen sind wohlverdient; wenn die Hauptstadt des Deutschen Reiches heute die erste Theaterstadt der Welt ist, so dankt sie es vor allem dem Schöpfer der modernen Regie, dem großen Magier der Bühne: Max Reinhardt. Die Verleihung des Ehrendoktor-Titels, wie sie Max Reinhardt in diesen Tagen durch die Universitäten Kiel und Frankfurt a.M. erfahren hat, ist etwas durchaus Ungewöhnliches. Sie zeigt, daß sich die deutsche Welt der Wissenschaft der schöpferischen und künstlerischen Tat bewußt ist, die der von ihr Geehrte in seiner fünfundzwanzigjährigen Tätigkeit als Bühnenleiter und Bühnenschöpfer geleistet hat. Als kleiner Schauspieler, der meist Rollen alter Männer mit Greisenbart und Greisenlocken gab, begann er in Berlin. Heute kennt die Welt seinen Ramen, heute ist er mehr als irgendein anderer der internationale Repräsentant deutscher Theaterkunst. Bruno Frank hat vor kurzem eine Rovelle geschrieben: „Der Magier". Es ist nicht der erste Schlüsselroman über Reinhardt. Aber der mit dem richtigen Titel. Keine Interview-Einleitung stehe hier, aber eines sei erzählt, eine Bestätigung, eine Freude: wie leuchtend, wie begeistert, wie unmittelbar aus dem Inneren Wort und Begriff formend, der Befragte in ein Gespräch mit mir hineinging. Der schöpferische Mensch offenbarte sich. , Ich habe", so begann er, „den so heftig umstrittenen Unruh aufgeführt, weil ich ihn, trotz und wegen seines Pathos zugleich, für einen Mann halte, der eine gute Komödie schreiben kann. „Phaea" ist einer seiner Versuche. Uns haben ja Komödien von Riveau so sehr gefehlt. Wir Theaterleiter sind, wie Eie zugeben werden, in einer wirklich schwierigen Situation. Eine Zeit, platzend vor Lebendig- leit, Sensationen, Ereignissen, Schicksal- und die dramatische Quelle ist ein dünnes Rinnsal." ^So muß sie vielleicht durch Initiative vom Theaterschöpfer her stärker zum Sprudeln gebracht werden.“ „Gewiß, den Dichter in der Einsamkeit kann es heute kaum noch geben. Die Zeiten der reinen Literatur sind vorbei. Einzigartig ist Berlins Ruhm, solche Literatur mehr als jede andere Stadt der Welt gepflegt, verstanden und gefördert zu haben. Aber sie ist nicht mehr die natürliche Rahrung." „Und die Klassiker?" .Ich glaube, sie müßen eine Schonzeit haben. Solche notwendigen Dunkelzeiten für sie treten immer periodisch ein. Eine davon ist jetzt da. Sie bleiben gegenwärtig die Aufgabe der staatlichen Repertoirebühnen — " .Ich verstehe. Wahrung des Kulturgutes — Hüten der Tradition — Mittler für die Iugend." .In gewißem Sinne schon; bas lebendige Theater müßte die Klassiker kürzen oder vergewaltigen, denn sie sprengen seinen heutigen Rahmen. (Llbrigens: ihre Zeit kommt vielleicht bald wieder.) Was nun aber die Initiative der Theaterleute anlangt, den Stoff sollte doch der Dichter bringen. Rur Kontakt muß er haben. Dauernden, ständigen, produktiven Kontakt mit Schauspielern und Regisseuren.Wie hat doch Hauptmann mit Brahm, Rittner, Lehmann zusammen- gearbeitet!“ .Also ruhig wieder Rollen auf den Leib schreiben?" 'Gewiß. Das ist ganz zu Hnrecht verpönt. Liefert der Dichter wieder wirklich Material, hat er die schau- spielerische Vision — wie hat Hauptmann damals seine Sachen nur vorgelesen — dann tritt das durch, aus nicht wünschenswerte Übergewicht des Regisseurs von allein wieder zurück. Aber für griechische Klassiker oder moderne Stücke theaterfremder Autoren ist er eben notwendig. Er braucht gar kein Moliere zu sein, geben Eie nur einen Restroy, und die Situation ist verwandelt." „Meinen Eie nicht, daß für diese dramatische Erneuerung in einer Zeit, da da« Einzelschicksal zurück- tritt, und das Gemeinschaftserleben wächst, Chorisches und Musikalisches entscheidend für die Wandlung wird?" .Sicherlich wird die Musik eine Brücke sein. Die alte Oper gestaltet sich um, die sentimentale Walzer- opereUe ist knockout. Aber ich denke an meine Versuche verkehr in Bad-Nauheim, unter besonderer Berücksichtigung der für das Gastwirtsgewerbe besonders aktuellen Verkehrsproblems. Zum neuen ® a ft • ftättengefetz nahm Syndikus Dr. Goebel in einem Referat Stellung. (Er schilderte, in welcher Weise die Berufsvertretungen die für das Gastwirtsgewerbe gefährlichen Vorschriften verhindert oder gemildert hätten. Bei der Behandlung der Verkehrsfragen wurde u. a. darauf hingewie- (en, daß die von der Reichsbohnverwaltung im neuen Fahrplan begonnene Einführung des B e ■ zirkseiloerkehrs im Rhein-Maingebiet weiter auszubauen fei. Aus dem Bericht über die letzte Vertrelerbefprechung der heffifä)en Handelskammern ist hervorzuheben, daß die Industrie- und Handelskammern beim Finanzministerium beantragt haben, ähnlich wie im preußischen Gewerbesteuergesetz den steuerfreien Gewerdeverlust- vortrag aus dem Vorjahre zuzulassen. Befpre- chungen über die Anlegung der Handwerksrolle beschlossen die Vollversammlung. Laguna der Hessischen SandwertSlammer WER. D a r m ft a b t, 26. Mai. 3m Stadtratssaal war heute die H e s s i s ch e Handwerkskammer zu ihrer diesjährigen ordentlichen Hauptversammlung zusammengetreten. Präsident R o h l eröffnete dte Versammlung mit einer Begrüßungsansprache und hieß insbesondere ben Vertreter der Regierung, Ministerialrat Hechler, willkommen. Er verbreitete sich bann übe« die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich das' Handwerk und daS Gewerbe zur Zeit befinden. Rach kurzer Aussprache wurden der Der- waltungsbericht der Handwerkskammer und tbree Rebenstellen für da« Iahr 1929, der Tätigkeitsbericht der Gewerbes örderungS- und Betriebsberatungsstelle, sowie die Rechnungsablage für das Iahr 1929 genehmigt. Der Voranschlag für 1930 sieht die gleiche Hmlage wie bisher vor. Die Meisterprüfungsordnung wurde dahin abgeändert, daß der dreijährigen Gesellenzeit der Besuch einer anerkannten Fachschule gleichgestellt wird. Für die Haltung von Lehrlingen im Buchbindergewerbe wurde ebenfalls eine Reuregelung vorgenommen. Der Bericht über die Lage und die Tätigkeit der Handwerkszentralgenossenschaften wurde gebilligt. Rach der Erledigung verschiedener kleiner geschäftlicher Angelegenheiten fand die Tagung mit einem gemeinsamen Mittagessen ihren Abschluß. Tumen, Sport und Spiel. Llm die Faustballmeisserschafi im Turngau Hessen (O.T.). Sonderbericht des „Gießener Anz." • Friedberg, 27. Mai. Wie schon kurz gemeldet, sanden am Sonntag in Friedberg die Rückrundespiele der Gausonder- klasse in Faustball statt. Bis auf Tv. Halgehausen, der es vorgezogen hatte, nicht anzutreten, sah man wieder die bekannten Mannschaften der Donderklafse im Kampf. Tv. Halgehausen verlor also die Rückspiele kampslos und muß als Tabellenletzter aus der Sonderklasse wieder in die Spielreihe seines Bezirks absteigen. Richt so leicht wie die Frage des Abstieg« entschied sich die Frage der Gaumeisterschaft. Hier brachten die Rückspiele für die Faustballer de« Gaues Hessen eine große Lleberraschung. Die Tgm. Friedberg, die seit 1924 ununterbrochen die Meisterschaft behauptete, wurde von ihrem langjährigen Rivalen, Tv. 1846 Gießen, in äußerst spannendem und spielerisch sehr hochstehendem Kampf geschlagen. Die Gießener Manns chaft (R. Riexinger, Hans Geismar. Wilh. Loh, Walter Loh, Wilh. Mohr) erreichte durch diesen ehrenvollen Sieg den Tabellengleichstand mit dem Wetterauer Meister, so daß ein Entscheidungsspiel notwendig wurde. Die übrigen Mannschaften hatten gegen die beiden Spitzenocreine wenig zu bestellen und mußten verhältnismäßig hohe Niederlagen einfteden. Am besten hielt sich noch der To. Frankenau, der, wie alljährlich, den 3. Platz in der Tabelle mit Sicherheit behauptete. Nachstehend die Spielergebniffe: Tv. 1846 Gießen — Tv. Frankenau 43:33; Tgm. Friedberg — Ak.-Tv. Kurhessen Marburg 43:25; Tv. Frankenau — Tgm. Friedberg 27:41; Tv. Wetzlar — Tv. 1846 Gießen 22:60; To. 1846 Gießen — Ak.-Tv. Kurhessen Marburg 44:20; Tgm. Friedberg — To. Wetzlar 46:20; To. Frankenau — Tv. Wetzlar 49:32; Tgm. Friedberg — Tv. 1846 Gießen 29:30; Ak.-Tv. Kurhessen — To. Wetzlar 41:31; Tv. Frankenau — Ak.-Tv. Kurhessen Mar- bürg 32:29. Tabellen st and nach Vor- und Rückrunde: To. 1846 Gießen Spiele gew. verl. P. 10 9 1 18 Tgm. Friedberg 10 9 1 18 Tv. Frankenau 10 6 4 12 Ak. Tv. Kurhessen Marburg 10 3 7 6 To. Wetzlar 10 2 8 4 To. Halgehausen 10 1 Rach bem Tabellenstand wurde ein 9 2 Entscheidungsspiel der beiden Tabellenführer notwendig. Es galt die Frage, ob Gießen den in der Rückrunde errungenen Sieg wiederhole und bamit die langjährige Vorherrschaft der Faustballhochburg Friedberg stürzen konnte. Gießen brachte es tatsächlich fertig, wiederum einen zwar knappen, aber verdienten Sieg zu erkämpfen. Bereits bei Halbzeit lagen die Gießener mit einem Punkt (15 14) in Führung und konnten auch in der zweiten Spielhälfte den kürzesten Vorsprung nicht nur halten, sondern um einen weiteren Punkt verbessern. Wie au« dem SchlußergebniS (2 7 :25) ersichtlich, wurde auf beiden Seiten ein hervorragender Faustbali gezeigt. Beide Mannschaften bedienten sich eine« äußerst sicheren Zrr- spiels. Aus Grund der gezeigten Leistung ist mit Bestimmtheit zu sagen, daß der neue Gaumeister, Tv. 1846 Gießen, in den Spielen der Gaugruppe Main-Lahn einen nicht zu unterschätzenden Gegner abgeben wird. Bei den Turnerinnen traten zu den Spielen um die Darrmeisterschaft nur M tv. Gießen (Paula Hofmann, Liefet Hofmann, Paula Bürk, Ria Schwan, Emmi Heß) -und Tgm. Friedberg an. Mtv. Gießen konnte Dor- (64:37) und Rückspiel (51:33) überlegen für sich entscheiden und somit die Gau- meisterschaft getoinnen. Der DSS.-Sanddallmelster der Frauen. Viktoria Hamburg — SL. Lharlottenburg 3:1 (2:0). In Frankfurt a. b. D. wurde am Himmelfahrtstag vor 1500 Zuschauern das Endspiel um die Hand- ballmeisterschast der D.S B. ausgetragen, zu dem sich Viktoria Hambury und der Titelverteidiger S.C. Charlottenburg qualifiziert hatte. Hamburg war in körperlicher, wie auch in spieltechnischer Hinsicht ihren Gegnerinnen überlegen und lagen bereits bei der Pause mit 2:0 in Front. Irn weiteren Derl.nif des Kampfes erzielte noch jede Partei einen Treffer, so daß mit 3:1 Hamburg ersolgreich blieb und damit in den Besitz des Meistertitels kam. Handball im Turnverein 4860 Lich. To. Lich Jugend — Gymnasium Gießen II 3:1. Am gestrigen Himmelfahrtstag errang Lich« Äugend einen verdlenten 3:1-Sieg über die Ober- fekunda des Gymnasiums Gießen. Beide Mannschaften lieferten sich ein faires Spiel, dessen Ergebnis dem Spielverlauf entspricht. Handball im T. D. Londorf. Tv. Rardeck 1. 3gb. — Io. Londorf 1. 3gb. 3:9. In ihrem ersten Spiel zeigte die Nordecker Jugend gute Leistungen, besonders im Feldspiel. Durch größere Spielersahrenheit konnte Londorf bis Halbzeit 6:1 führen. Nach Halbzeit zeigte der Nordecker in der „Fledermaus", in der „Viktoria", denke an die balladesken Formen der „Dreigroschenoper"—. WaS ist denn die Sehnsucht eines Dichters, wenn er Verse macht? Musik will er machen. Sich vom Boden heben. Shakespeare und Moliere waren voll von Tanz, Musik und Ballett. Hnd das antike Theater mit feinen Chören und Reigen schließlich auch." So profan es klingen mag: kann hier nicht der Tonfilm eine eingeschaltete und fördernde Zwischenform fein?“ .Der Tonsilm ist auf dem besten Weg, feine Form zu finden. Von der künstlerischen und literarischen Gestaltung des „Blauen Engel" bin ich geradezu erregt gewesemWie herrlich die schauspielerischen Leistungen hier! Der Weg für Dichter und Künstler im Film ist wieder frei. Eine enorme Zukunft hat diese Kunstgattung. Hnd sie wird in dem von Ihnen erwähnten Sinne auch fruchtbar für das Theater werden. Denn sie verlangt die eingeborene Knappheit bei DrarnaS, die letzte Knappheit des Wortes." „Aber er wird keine Konkurrenz für das Theater fein?" „Keineswegs. Immer wird das Theater allen anderen Künsten, höheren und niederen, voran fein durch den Kontakt von Publikum und Künstler. Die Spannung des PublilurnS, die Energien, die es entwickelt, jene geheimnisvoll steigernden Strömungen, die es produziert, und die vom Parkett zum Darsteller auf- steigen, sie geben das undefinierbare Plus der schau- fpielerischen Leistung, das sie einzigartig und unersetzbar macht." Reinhardt erzählt bann von seinem ersten eigenen Erlebnis b er Massensuggestion, ba erals Heiner punge in ber Wiener Eängerhalle bie Ovationen für ben österreichischen Kaiser erlebte: „Ich war ein schüchterner Bub, ich sah ihn gar nicht, aber ich brüllte mit"— unb ba läuft bie Unterhaltung logisch auf bas Thema Maste unb Theater zurück. Reinharbt meint: „Ich habe immer ba« Theater au« ber Gefangenschaft ber Guckkasten-Bühne, bie ja von ber höfischen Oper herstammte, befreien wollen. Hinunter gehen ins Publikum, Kontakt mit ihm haben, in ben Zuschauerraum hinein — ba« ist bas Geheimnis bet Wirkung. Deshalb ging ich bamal« ins Große Echaulpielhaus. Deshalb ber Versuch mit bet Dotdetbühne. Einmal habe ich einen Fehlet gemacht. Ich setzte mein Publikum in zu bequeme Fauteuils. In Fauteuils läßt sich bas Publikum etwas vormachen. Aus Holzbänken geht e« mit Diese- Mitgehen wirb baS Theater immer vor bem Tonfilm vorauShaben. Da« Theater ist ein Lebensrnittel nach wie vor, in beS Worte« wahrster Bedeutung, Erinnern Eie sich noch an ben Krieg? ES war Zuflucht, Belebung, Rückhalt - es ist auch heute - ich kann nur wieberholen: Mittel zum Leben." Dann gleitet bas Gespräch auf Reinhardt- eigene Tonfilm. pläne über. Gr hat sich jetzt mit bem ameti- kanifchen Produzenten Mellnitz zufarnmengetan, bet vermutlich bie erste Ton-Verfilmung von Offenbachs .Pariser Leben" ihm in Auftrag geben wirb, „Mein erster Schwarm war freilich bie „Sieber- mauS".Aber ba hemmen urhebetliche Schwierigkeiten bie Ausübung meine« Plan«. Auf jeben Fall hoffe ich zu beweisen, baß Theater unb Film niemals Gegensätze fein, fonbem sich stets nur aneinanbet steigern werben." Das nicht vergessene Versprechen. Folgenbe nette Geschichte hat sich in Amerika zugetragen. Sie beweist, bah eS noch Versprechen gibt, bie eingehalten werben. 3mIahre 1925 nahmen drei Personen gemeinsam daS Abendesten ein: Miß Hollings, bie Golfmeisterin ber Vereinigten Staaten, MtS. Dublei aus Santa Monica und Mr. Pebley, Polomeister von Amerika. Bei ber Unterhaltung kam bie Sprache auf bas Gelbverbienen, unb bie brei Fteunbe faßten am Ende der lebhaften Debatte den Entschluß, daß derjenige, ber zuerst eine Million Dollar oerbienen würbe, jebem bet beiben anbeten 25000 Dollar auSzahlen sollte- Der Vorschlag würbe unter allgemeiner Begeisterung angenommen. Seit- bem gingen viele Monate in« Land. Miß Holling- versieg auf einige Zeit ben Golfplatz unb widmete sich geschäftlicher Betätigung. Sie gründete in Kalifornien eine Petroleumgesellschaft. Hiermit halte sie einen solchen Ersolg, bah ihr bie Ctanbarb Oil- IS esellschaft ba« ganze Hnternehmen für mehr als zehn Millionen Dollar abkaufte. Drei Millionen hiervon entfielen auf Mih Hollings persönlich. Da er- innerte sie sich be« gemeinsamen Versprechen« an jenem Iahte zutückliegenben Abenb unb lub ihre alten Tischgenosten zu tinem neuen Abenbesten ein. Richt gering war ba« EMaunen unb bie Freube bet beiben anbeten, als sie diskret in einem Hmschlag unter bem Gebeck einen Scheck von 25000 Dollar vorsanben. Oer Sport am kommenden Sonntag Se Geschä bei Brüt Pfil I i Hervo SCHONE HAARE aufie Patgulli, Gauner, Südwind usw. das die auch sonst stark heutigen Anzeige. Delifee, Negus, Mignoma, Programm der Flachrennen, beseht sind. Näheres in der Di ver Mk., Kl. 2a 18,10 Mark. Frl Ein Poi Arbeiter-Turn- und Sportbund. Wieseck I — vezirksmannschaft 2:4. Aus dem Wiesecker Sportplatz standen sich gestern diese Mannschaften im Rückspiel gegenüber. Im Vorspiel siegte die Bezirksmannschaft mit 7:4 Toren. Auch gestern waren die Bereinigten, die in anderer Besetzung antraten, dem Platzbesitzer etwas überlegen. Bereits wenige Minuten nach Spielbeginn konnte die Bezirks-Elf in Führung gehen. Dann strengte sich Wieseck etwas mehr an, doch die ballsichere Abwehr der Verteidigung der Bezirks-Elf klärte alle guten Angriffe. Rach Verlauf einer Viertelstunde kamen die Vereinigten zu ihrem zweiten Tor, dem nach kurzer Zeit ein Strafstoß den dritten Erfolg anfügte. Dann kam auch Wieseck zu einem längst verdienten Erfolg und stellte so das Halbzeitergebnis 3:1 her. Vach Seitenwechsel war Wieseck mehr im Angriff und stellte nach kurzer Zeit das Ergebnis auf 2:3. Dann folgte weiter schönes offenes Spiel, bei dem Wieseck gegen Schluß etwas abfiel und die Bczirksmannschaft das Endergebnis mit 4: 2 Toren herstellen konnte. ferne. Der Redner ging dann auf den Umfang der Wirkungen Les Krieges auf einzelne wirtschaftliche Gebiete ein. Die finanzielle Lage könne nicht so schlecht gewesen sein, wie man bisher glaubte, denn die große Zahl von Truppen, die 1648 entlassen werden mußten, sei pünktlich entlohnt worden. Ferner sei der Zinsfuß in Deutschland nach dem Kriege ebenso niedrig geblieben wie vor ihm; * ' ' ' .ch das bewegliche Ver- allerdings habe sich ja au:, „ , mögen verringert. Daneben könne man ein Steigern der Verschuldung der öffentlichen Hand feststellen: de.ch sei noch zu erforschen, ob diese ungesunde Bewegung nicht schon vor 1618 im Gange gewesen sei, oder ob der Krieg die Produktion geschwächt habe. Beim Beurteilen der Wirkung auf die Landwirtschaft müsse man beachten, daß es Landschaften gab, die kaum vom Kriege berührt wurden, neben andern, die sehr stark litten. Dauernde Wüstungen aber habe es PIXAVON-J^z^m BEUTEL 304$ Geitrell Kellner leote Ei Ml. 12.- Buthes sowie lsl Elienbih Bnriehei Seue leie nni bhg Sommer]« schied, da Talen für Samstag, 31. Mai. Sonnenaufgang 3.51 Ahr, Sonnenuntergang 20.04 Ahr. — Mondaufgang 6.22 Ahr, Mond Untergang 0 Ahr. 1750: der preußische Staatsmann Karl August Freiherr v. Hardenberg in Cssenroda geboren; — 1857: Papst Pius XL zu Desio, Provinz Mailand, geboren; — 1916: Deutsch-englische Seeschlacht vor dem Skagerrak Mene eien M 25.- Tritl. Auch hi au. Kinderti jahrsmäj äuherst1 Joppen fiebrin:h auch für i Bonn f0| 8 Arni D. f. B. Die Ligamannschaft steht am kommenden Sonntag wieder vor einer schweren Aufgabe. Sie hat auf hiesigem Platz die Ligareserve (Pokalmannschaft) des Fuhballsportver» eins Frankfurt in einem Gesellschaftsspiel zum Gegner. Die Gäste sind Meister der Liga II und haben seit Beginn der vorjährigen Verbandsspielsaison einschl. aller ausgetragenen Privatspiele nicht ein einziges Spiel verloren. Die Elf wird trainiert von dem ehemaligen Internationalen Schmidt, früher 1. F. C. Nürnberg, dessen Anleitung sie ihren Aufstieg zu verdanken hat. Sie pflegt das ausgesprochen flache Kombinationsspiel, auf das ihr Trainer als langjähriger Spieler der Nürnberger Meistermannschaft speziellen Wert legt, versteht aber auch, ihr glänzendes FelVspiel dank des Schuß- Vermögens der Stürmerreihe in zählbare Erfolge umzusetzen. Die V. f. B.-Mannschaft wird Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht ein Referat des Oberamtsanwaus S a r k a m m (Berlin) über die Justizreform im Reiche, in Preußen und in Hessen, sowie eine größere Anzahl von Anträgen, die sich mit dem Problem der Vereinfachung, Beschleunigung und Verbilligung des Geschäftsganges bei den Gerichten befassen und aus eine Verreichlichung der Länderjustizverwaltungen hinausgehen. Im Anschluß an die ösfentliche Sitzung findet eine nichtöffentliche Tagung statt. Oberhefsen. Landkreis Gietzen. :—: Beuern, 27. Mai. Dieser Tage fand hier Irenen Sand- und Fußballmeisterschaft der D. $. Vorschlußrunde am 1. Juni. Nachdem die Turnerinnenmannschaft von Tv. Mainz 1817 auf eine Wiederholung des zweimal unentschieden geendeten Zwijchenrundspiels gegen Turnerbund Ulm verzichtete, stehen jetzt alle Teilnehmer für die Vorschlußrunde im Handball und Fußball, die am l.Juni zum Austrag kommen, fest. Die Spiele im einzelnen sind: Handball (Männer): TSV. 1867 Leipzig — Tv. Friesenheim (in Erfurt); Mto. Braunschweig — Mtv. Königsberg (in Braunschw.) Handball (Frauen): Berliner Tschft. — Barmbeck Uhlenhorst (in Berlin); Turnerbd. Ulm — Vorwärts Breslau (in Erfurt). Fußball: Kruppsche Tgm. Essen — Tv. Mannheim 46 (in Essen); Mto. Altenburg — Mtv. Harburg (in Braunschweig). Zußball-MeisterÄasts-Zwischenrunde. Acht Mannschaften haben die erste Schlacht der berühmten K.o.-Runde um die Deutsche Fußball-Meisterschaft erfolgreich überstanden. Der nächste Sonntag wird wiederum der Hälfte alle Hoffnungen nehmen. Es sind folgende Begegnungen akigesetzt: Dresden: Dresdener S.C. — Sp- Vg. Fürth; Berlin: Eintracht Frankfurt — Holstein Kiel; Köln: Hertha B.S.C. — Köln/Sülz 07; Nürnberg: 1. F.C. Nürnberg — Schalke 04. Der Dresdener SC. ist bei manchen Fußballkennern der Geheimtyp des diesjährigen Meisterschaftsrennens. Man geht nicht fehl, wenn man den Sachsen manches zutraut und von einem glatten Sieg der Fürther nicht zu sehr überzeugt ist. Eintracht Frankfurt sollte gegen Holstein Kiel gewinnen, doch eine Niederlage käme auch nicht überraschend. Zu demselben Schluß kommt man bei dem Spiel Hertha B.S.C. gegen Köln/Sülz 07. Vielleicht warten die Berliner mit einem ansprechenden Sieg auf, vielleicht kommt es auch anders. Es ist bei diesen Meisterschaftsspielen halt alles „drin". Rechten der O T Haine Eifler I ceita. ""i kh .Bemt te|niä( seid( Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Beschwerde von der Westanlage. Aeber die Verwendung der leeren Anlagenflächen in der umgebauten Westanlage wird allerhand gemunkelt. Einige wollen wissen, daß der Verein der Bienenzüchter 1 das Bepflanzen dieser Fläche mit Klee beabsichtigt. Für diesen.Zweck lagern bereits im Haupt- . zollamt 95 Sack ausländischer Kleesamen. Andere | sind für die Anlage von Kartoffeläckern, aber ■, glaubwürdiger ist die Behauptung, daß die Vereinigung hiesiger Banken die Flächen mit „Tau- I sendguldenkraut" einsäen lassen will. Tausend ehemalige süddeutsche Gulden sind bekanntlich 1714,29 Mk., während holländische Gulden gewöhnlich nur mit 1700 Mk. umgerechnet werden. Abgesehen von dem wertvollen Namen zeigt dieses Geldkraut noch ein hübsches Blümchen und ist ziemlich selten geworden. Es sind bereits 171 Leute für diese Arbeit verpflichtet. B. eine Submission über Fichten- und Tannenstammholz aus den hiesigen Gemeindewaldungen statt. Es wurden insgesamt neun Angebote abgegeben. Die Preise lagen im allgemeinen durchschnittlich je Festmeter 3 bis 4 Mark niedrigeres bei der im Februar abgehaltenen Submission. Es wurden geboten (Höchstgebot), Fichtenstämme: Klasse 1b je Fm 17 Mk., Kl. 2a 19 bis 22,50 Mk., Kl. 2b 22 Mk., Kl. 3a u. 3b 23,50 Mk., Kl. 5 24,55 Mk. Kiefernstämme: Klasse la je Fm. 9 Mk., Kl. 1b 14,20 — " ~ 16,10 Mk., Kl. 2b 17,10 Mk., Kl. 3a nie gegeben. Die beim Anmarsch eines Heeres geflohenen Bewohner seien nach dem Abrücken der Truppen in ihre Wohnsitze zurückgekehrt und hätten die Produktion wieder aufgenommen. Am Beispiel Brandenburg zeigte Professor Roloff, wie durch Flucht und starke Menschenverluste unter den Ansiedlern eine Steigerung des Großgrundbesitzes durch Aneignung von Bauerngut und damit eine Aenderung der sozialen Struktur zustande kam. Zu den Devölke- rungsverlusten habe der Krieg selbst nur wenig beigetragen. In den Schlachten hätten verhältnismäßig geringe Massen sich gegenübergestanden; das Heer habe die Bevölkerung zur Nahrungslieferung gebraucht und sie deshalb geschont. Durch Hungersnöte und Seuchen die in den von Flüchtigen überfüllten Orten leicht entstanden, seien mehr Verluste hervorgerufen worden, als durch den eigentlichen Kampf. Handel und Gewerbe zeige allgemein einen starken Rückgang. Die Ausfuhr besonders habein ach- gelassen, während die Einfuhr, vor allem englischer Tuche, nach dem Kriege steige. Doch müsse auch hier nach untersucht werden, ob erst der Krieg diesen Rückgang erzeugt, oder etwa nur eine schon vorher einsetzende Entwicklung stark gefördert habe. Die Hanseaten hätten bereits vor 1600 ihre Organisation verloren. Beim Rückgang der süddeutschen Reichsstädte müsse man den Merkantilismus mit in Betracht ziehen und die Territorienbildung mit ihrem Bestreben, kleinere Gebiete aufzusaugen, um so eine stärkere Stoßkraft gegen die kaiserliche Zentralgewalt zu bilden. — Beim Betrachten all dieser Fragen komme es darauf an, stets das Augenmerk auf die Gesamtheit der Probleme zu richten und größere geographische Räume auch bei Arbeiten über ein kleines Gebiet in Betracht zu ziehen. Der Vortrag, überaus klar aufgebaut, gab den Studierenden einen ausgezeichneten Einblick in die Methode der Forschung und vermittelte den Hörern ein anschauliches Bild von der Arbeitsweise des Historikers. F. H. * ** Der Verein Hessischer Iustizamt - männer hält am kommenden Sonntag im Völks- bildungsheim zu Frankfurt a. M. feine diesjährige Aus her provinzialhaupistaöi. Gießen, den 30. Mai 1930. Rottreuztag. Eonn ag, 1 Juni. Das Deutsche Rote Kreuz ruft auch in diesem Jahre wieder in allen Teilen des Reiches feine Gelreuen zur Kundgebung für den großen Hilfs- gebantcn des Roten Kreuzes zusammen. Auch unser Ort wird am Sonntag, l.Juni, im Zeichen des Rotkreuztages stehen. Das Rote Kreuz will helfen, nichts als helfen. Jeder kann zu ihm kommen, der irgendwelcher Hilfe bedarf. Die Zeiten sind nicht besser geworden. Die wirtschaftliche Not lastet immer schwerer auf allen Volksschichten. Kaum ist ein Stand, ein Beruf, ein Gewerbezweig .vom Existenzkampf verschont. Das Heer der Arbeitslosen setzt sich schon lange nicht mehr aus den Handarbeitern zusammen. Unzählige Angestellte und Angehörige der freien Berufe sind ohne Stellung. Die Zahl der Hilfsbedürftigen wächst ins Uferlose, |o daß die öffentliche Wohlfahrtspflege unter den Ansprüchen, die an sie gestellt werden, finanziell fast zusammenbricht. Das Deutsche Rote Kreuz, als ein starkes Glied der freien Wohlfahrtspflege in Deutschland, sieht deshalb seine Ausgaben wachsen und stellt mit selbstverständlicher Bereitschaft seine Kräfte und Mittel in den Dienst für die Gesamtheit, geleistet am einzelnen. Seine populärsten Helfer sind seine Schwestern und seine Sanitätsmänner. Aber nicht in der Krankenpflege und der ersten Hilfe bei Unglücksfällen erschöpft sich die Tätigkeit des Roten Kreuzes. Vor die Heilung stellt es die Vorbeugung durch Fürsorge für Mutter und Säugling, Beratungsstellen, Milchküchen und Krippen und den Kampf gegen Tuberkulose, Krüppeltum, Geschlechtskrankheiten und Trunksucht. In seinen Kindergärten, Horten, Erziehungs- und Erholungsheimen dient es der Jugend. Der Rotkreuztag trägt einen werbenden Gedanken in sich. Er will gemäß der hohen Mission und Tradition des Roten Kreuzes den Dienst am Nächsten als Selbstzweck des Menschen hinstellen und immer neue Bekenner und Mitarbeiter dafür gewinnen. Möge der Rotkreuztag auch in diesem Jahre wieder seinen vollen Erfolg haben! Denn der Dienst am Nächsten bedeutet ©egen für das Ganze. Oberhessiicher Geschichtsverein. Auf Einladung der Historischen Fachschaft an der Landesuniversität hörte man dieser Tage einen Vortrag von Professor Dr. G. Roloff Über das Thema: „Zu denWir- kungen des 30jährigen Krieges auf Deutschlan b.“ Der Redner wies — so berichtet man uns — einleitend darauf hin, daß die stärkere Beschäftigung mit den Problemen des 30jährigen Krieges nicht eine Folge des letzten Krieges sei; sie sei rein wissenschaftlichem Interesse entsprungen und schon seit den 93er Iahren zu beobachten. Nach der landläufigen Vorstellung sei Deutschland vor dem Kriege wohlhabend gewesen, habe blühendes Leben und eine zahlreiche Bevölkerung gezeigt. Nach ihm sei es völlig verarmt, wirtschaftlich und moralisch ruiniert gewesen. Prüfe der Historiker diese Behauptung, die sich auf zeitgenössische Schilderungen stütze, müsse er beachten, daß diese in einer Art Kriegspsychose zur Aebertreibung neigten, besonders aus zwei Gründen: dem Interesse des Berichterstatters, Mitleid zu erwecken, und dem konfessionellen Gegensatz, der dem Gegner das Schlimmste zuschrerben wolle. Auch müsse die Tatsache stutzig machen, daß die Schilderungen um so farbenreicher würden, je weiter man von den Ereignissen sich ent- Torwart sehr gute Abwehr. Nordeck kam sehr auf und konnte zweimal erfolgreich sein, während Londorf das Resultat von 9:3 herstellte. $. C „Teutonia" Steinberg. Steinberg I — Bissenberg I 1:1 (0:0). Dissenberg weilte am Sonntag mit seiner ersten Mannschaft in Steinberg zum Rückspiel. Dissenberg stellte eine technisch gute und flinke Mannschaft. Bei dem Platzbesitzer ragte die Hintermannschaft hervor, in der sich der Torhüter ganz ausgezeichnet schlug. Der Spielverlauf sah vorerst die Bissenberger stark in Angriff. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde das Spiel ausgeglichener und in der zweiten Halbzeit war Steinberg leicht im Vorteil. Kurz nach Halbzeit gingen die Gäste bei einem Durchbruch in Führung. Das Spiel wurde nun härter, da Steinberg mit aller Macht den Ausgleich erzielen wollte. Den Plahbesihern wurden einige Strafstöße zugesprochen, von denen einer unhaltbar zum Ausgleich eingelenkt wurde. Dis zum Schluß wurde trotz Anstrengungen beider Parteien kein Tor mehr erzielt. Preußen • Hohensolms, 27. Mai. Schlechtes Wetter schreckt die Iugend nicht; so hatten sich trotz des durchweichenden Regens am Samstag und am Sonntagmorgen etwa 70 Teilnehmer von auswärts zur er st en Sommertagung der „Hohensolmser Arbeitstage f. evangelische Lebensgestaltung" eingefunden. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag von Kaufmann Ludwig R ö s s i n g e r, Frankfurt a. OH., über den „Sinn von Arbeit und Beruf in der heutigen Wirtschaft". Seine klaren und eindrucksvollen Worte führten die Nöte des heutigen Arbeitslebens und ihre Zusammenhänge mit den gesellschaftlichen Zuständen vor Augen und riefen eine lebhafte Aussprache hervor. Wie immer, so umkleideten auch diesmal frohe gesellige Stunden die ernste Tagungsarbeit. — 3m Juli wird die zweite Sommertagung stattfinden. Seit Anfang Mai läuft im Schloß auch wieder einMädchenlehrgangderVolks- ( Hochschule. Am Pfingstfest und in der Pfingst- woche finden größere Tagungen statt, so daß auch das Dorf wieder Einquartierung bekommen wird. Kirche und Schule. Eupenntendenlurkonserenz der Evangelischen Geistlichen von Oberheffen. Stark besucht trat diese Konferenz am Mittwochvormittag im Johannessaal zu Gießen zusammen und wurde von Dekan Engel (Obbornhofen) mit Schriftlesung und Gebet eröffnet. Der Superintendent, Oberkirchenrat Wagner, begrüßte die Er- schienenen und gedachte der im letzten Jahr Heimgegangenen Mitglieder: Landeskirchenrat Bern- beck (Okarben), Pfarrer i. R. Nebel (Laubach), Pfarrer Weber (Trais-Horloff), Pfarrer i. R. Muhl (Schotten). Im letzten Jahr hat die Zahl der hessischen Pfarrer um 11, dabei in Oberhessen allein um 5, abgenommen, zu den Zeichen der Zeit gehört das Zunehmen der Sekten und freidenkeri- chen Bestrebungen, auch Verstöße des Kultusmini- teriums gegen das Volksschulgesetz bei der Be- etzung von Lehrstellen, die dann eine Regelung cr- ahren müssen, ferner das Autzerachtlassen der De- timmungen über die Feiertage und Abendmahl - tage. Solche Erscheinungen gebieten den Pfarrern, stark und entschieden den kirchlichen Standpunkt za wahren. Alsdann behandelte ein Referat von Pfarrer Clotz (Frischborn) „Die Bedeutung des Be-' kenntnisses von Augsburg für unsre pfarramtliche Tätigkeit". Seinen Ausführungen lagen folgende Leitsätze zugrunde: 1. Die geschichtliche Bedeutung des Augsburgischen Bekenntnisses liegt: a) darin, daß es den Protestantismus in entscheidungsvoller Stunde zusammengeschmiedet hat, b) darin, daß es durch die Jahrhunderte hindurch Einheilsband und Lehrnorm der lutherischen Kirchen gewesen ist. 2. Die Gegenwartsbedeutung ergibt sich daraus, daß es in klassischer- Weise den Zugang zu den tragenden Grundgedanken der Reformation vermittelt: a) die Grundhaltung ist theozentrisch, b) das Thema ist die Recht-) fertigung des Sünders vor Gott; c) Ethik, Kirchen- und Sakramentsbegriff find von hier aus bestimmt. 3. Aus dieser inhaltlichen Bestimmtheit ergibt sich seine Bedeutung für unser Pfarramt: a) es will nicht „gefeiert", sondern bekannt werden; b) es will uns helfen zu rechter Zielsetzung für Seelsorge, Predigt und Unterricht. Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine rege Aussprache, an der sich außer dem Vorsitzenden beteiligten: Pfarrer Andres (Allendorf a. d. Lda.), Dekan a. D. V o l p (Laubach), Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt), Pfarrer Sch a f e r (Bad-Nauheim), Pfarrer Eckhardt (Wahlen). Dekan Guß mann (Kirchberg), Dekan Vogel (Bruchenbrücken), Pfarrer Ausfeld (Gießen), Sattler (Wkeseck), Prätorius (Homberg), Lenz (Gießen), Fresenius (Lißberg). >■ gegen das überragende Können der Gäste nicht aufkommen und muß mit einer klaren Niederlage rechnen. Sie sollte aber, wenn sie die Nerven behält und vermehrten Eifer zeigt, verhüten können, daß das Resultat allzu hoch wird. Inwieweit sie Ersatz einstellen muß, steht bei der Niederschrift dieser Zeilen noch nicht fest. Während die Ligareserve und vierte -Mannschaft, sowie die gesamte Iugend- und Schülerabteilung wegen des Ligatreffens pausieren, ist die dritte Mannschaft auf dem Plan. Sie beteiligt sich an den Pokalspielen des Sportverein s Garbenteich. Auf welche Gegner sie dabei trifft, wird sich dort erst ergeben. Man kann aber annehmen, daß sie sich dank ihrer vielfachen Erfahrung in Pokalspielen, auch bei dieser Konkurrenz erfolgreich durchzusehen versteht. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Nächsten Sonntag ist die Liga- sowie die Iugendmannschast des V. f. B. A ß l a r Gast in Großen-Buseck. Aßlar spielt 2. Bezirksklasse und konnte in den verflossenen Verbandsspielen einen guten Tabellenplatz einnehmen. Die Gäste stellen eine flinke und wuchtige Mannschaft, die wohl den Sieg erringen dürfte. Die junge Busecker Mannschaft wird ihr Bestes hergeben, um ein ehrenvolles Abschneiden zu erzielen. Der Ausgang des Spieles ist von Wichtigkeit, da auch Aßlar in den kommenden Verbandsspielen Gegner der Einheimischen sein wird. Vorher treffen sich die Iugendmannschaften beider Vereine. Auch hier werden wohl die Gäste als Sieger vom Platze gehen, zumal Großen- Buseck mit neuen Spielern antreten wird. Rapport im Lahngau Am kommenden Sonntag findet die „100- Kilometer » Zuverlässigkeitsfahrt" des Gaues Lahn im B. D. R. mit Start und Ziel in Wetzlar statt. Die Strecke führt über Herborn, Dillenburg, Mandeln und zurück. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Der kommende Sonntag bringt eine Anzahl Mannschaften in rückständigen Spielen der Frühjahrsrunde. In der 1. Bezirksklasse hat Gießen I. die Ib-Mannschaft Wieseck auf dem Trieb zum Gegner. Hier werden die Plah- besitzer wohl Sieg und Punkte behalten. Gießen Ib muß nach Grohen-Linden und wird in der dortigen Elf einen Gegner finden, der sich auf eigenem Platze wohl nicht schlagen lassen wird. Wieseck I. muß nach Naunheim, um gegen die dortige erste Mannschaft anzutrelen. Wenn die Gäste vollständig antreten, dürfte ihnen der Sieg wohl zufallen. Heuchelheim I. hat Rodheim I. zu Gast und wird, trotzdem die Gäste einen guten Fußball spielen, auf eigenem Platze wohl Sieger bleiben. In der zweiten Klasse hat Heuchelheim II. Klein-Linden I. zu Gast; auch in diesem Spiel dürften die Einheimischen die besseren fein. Watzenborn ist in Beuern und wird wohl Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Auch Odenhausen dürfte in Fronhausen aus einen Gegner treffen, der sich so leicht nicht schlagen lassen wird. In L o n d o r f ist S t a u f e n b e r g zu Gast. Den Ausgang dieses Spieles wollen wir offen lassen. Annerod hat Gießen II bei sich. Ob es den Gästen gelingt, die Punkte mit nach Hause zu nehmen, steht in Frage. Die I u g e n d G i e ß e n s muß nach Leun, und wird wohl einen Sieg mit nach Hause bringen. Handball. Zum Handballspiel hat Wieseck am kommenden Sonntag Großen-Linden zu Gast. In diesem Spiel werden die Einheimischen Sieg und Punkte für sich behalten. Hennen in Sranliurt a. M.-Aieberrad. Am I.Iuni beginnt der Frankfurter Rennklub fein Sommer-Programm, das am 1. Psingstfeier- tag feine Fortsetzung findet. Der kommende Sonntag bietet mit dem gleichzeitig, zu Beginn des Nachmittags, ab 1.45 älhr stattfindenden Automobil-Schönheits-Wettbewerb, den der Frankfurter Automobil-Club auf der Rennbahn durch führt, eine besondere Attraktion. Die Rennen treten aber gegen diese Schau schöner Auto- I mobile nicht zurück. In zwei prächtig besetzten Jagdrennen für Herrenreiter sind u. a. Cardinal II, Malkasten, Monte Godello, Turned up, Montagne Russe, Thermidor, Cupido und Kabalia engagiert. Neben dem ersten Zweijährigen-Ren- nen des Iahres ziert u. a. der Preis vom Erlen- hof mit Startern wie Waisenknabe II, Pompejus, Die Fechker des Turngaues Hessen in Gießen. Am kommenden Sonntag treffen sich die Altmannen des Gaues Hessen in der Turnhalle des Turnvereins 1846 zur Ausscheidung auf Florett und leichten Säbel für das Kreistumfest des 9 Kreises Mittelrhein in Hanau. Bei den Florettwettkämpfen am Vormittag streiten 17 Teilnehmer um die Berechtigung der Teilnahme an obengenannten Kreiskämpfen, die erstmalig den sechs Besten jeder Waffengattung erteilt wird. Die Säbelkämpfe zeigen eine etwas geringere Teilnehmerzahl. Der großen Anzahl der Gefechte wegen werden diese auf zwei Dahnen ausgetragen. Die Leitung der Veranstaltung liegt in Händen des Gaufechtwartes Karl Kühn (Friedberg). OS. B-Staffeltag. d. Die deutsche Sportbehörde hat den Großstas- felläufen weitgehendste Förderung zuleil werden lassen und sogar einen Sonntag in jeder Saison für ihre Durchführung vorgesehen. In diesem Iahr sollen die Staffeln tunlichst am 1. Iuni zum Austrag kommen. Für Gießen war ursprünglich die von früher bekannte Staffel „Rund um die Anlagen" vorgesehen, jedoch wurde der Plan fallen gelassen, da die Turnerschaft wegen einer offiziellen Veranstaltung ihrerseits die Zusage nicht geben konnte. Der Gau Gießen-Wetz- lar hat nunmehr die Spielvereinigung 1903 beauftragt, den Staffeltag auf ihrem Platz durchzuführen, und zwar in Form von Dahnstaffeln. Es werden insgesamt fünf Staffeln gelaufen, (für Aktive 1, für Iugend 3 und Frauen 1). Die Zusammenstellung der Staffeln ist in der Weise erfolgt, daß für alle ßäufertatogorien der teilnehmenden Vereine — im Vordergrund werden V. f. L. Wetzlar, V. f. D. und 1900 Gießen stehen — ein Betätigungsfeld haben. Handball der Sp.-Bg. 1900. ö. Der mit dem Tv. Alsfeld, der am vorigen Sonntag hier gastierte, eingegangenen Rückspielverpflichtung haben die 1900er schon am kommenden Sonntag nachzukommen. Sie sind vor eine ungleich schwerere Aufgabe als in Gießen gestellt, da sich der Gegner auf heimischem Gelände energisch seiner Haut wehren wird. Es wird als zufriedenstellend zu betrachten sein, wenn die Gießener ein Unentschieden, oder einen knappen Sieg mit nach Hause bringen können, zumal sie auf verschiedene wichtige Posten Ersatzleute stellen müssen. 36I4.A seinen Schuh! Und zum nicht i Manna“ verhütet das Brechen von Lackleder 6ießen, Bahnhofstr. 58 Wetzlar Eisenmarkt 2 Aparte modefarb. Pumps ßeschmackv. Kombinat <1^90 17.50, 13.90, 19.50, IV Eleg. Herren-Halbschuhe gefällige Formen, weibgedoppelt schwz 14.50,19.50,10.50,895 braun 16.50,14.90,12.50, 97S Damen-Sandaletten verschiedene Farben, gute Qualität... 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ZH. gab® 170 170,5 106 105 105,5 85,9 95 ire >ob' 10 252 243,5 77,4 162 111,4 .weiS 99 118,5 100.5 120,75 138,9 125 . 8 . 9 10 10 IVi 167,5 119 170 147,5 186 137 124,5 171 75,5 100 110 73 103 116,75 174,5 70,5 69.25 124 20 160,5 326,5 165,5 119,5 169,25 140 171-5 187 251 , o , 0 , 6 10 323,75 272 101.25 120.25 178.25 141 104 167,75 39 242,5 53 20,25 84.75 161,5 326,5 324,75 272.5 117 175 103,75 168.5 38,75 IS'/, . 8 . 9 . 0 elder f Five 101,75 177 1. d2-d4 2. c2 —c4 20. Db3-d3 21. b2-b3 22. Dd3xc2 23. Dc2 —c7 24. Dc7xd6 1. Sg8-f6 2. e7-eb Sf3-g5 Dc3-e3 Sg5xe6 TdlxdS Thl-dl Kclxdl De3-b3! tausch im Mehrbesitz von In der siebten Runde Dessauer ttfae . . . t atmirr Mowren . Teutfdx fibwlenm ®2ai»tntnbau Wat. Automobil . . Crenftrtii & Koppel Leonhard Lieh . . Bötnefa..... 21. Df4-e5 22. De5Xe6 23. Tf8xd8 24. Td8xdl4- 25. De6-e5 26. Sc6-a5 27. Sa5-c6 nach dem Springer- zwei Bauern bleibt. e6-e5 Dd6-c7 Se4xc3 Lc8-e6 Ta8-d8 e5-c4 Dc7 - f4 4- Sa2 —c3 Tb6xc6 Sc3-a2 Kg5-g5 Kg5-g6 34. 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Schwarz: Dreher, Bielefeld (zur Zeit Frankfurt). . . s . 10 . 11 . 16 . . 8 . 10 . . 6 . . 6 . . 8 . . 8 . . 0 . 6 V, . io I *. 7 . . 7 . . 7 . . 6 . . 7 . 6H . 10 . . 6 . V Weih: 10 Steine. Kcl; Dc7; Te3; Lf8; Bb2, c2, 52, 56. Untemebmungrn .... lv Hamburger EleknizitLtt-Werke 10 Rhemtsche (Betayltti Schlesische iriektrizitLI. ediudert & So. . . . Siemen« & Halske . . Trandradio ..... Lahmeyer L Lo.. . . Buderus...... Deutsche Erdöl . . . (fffetiet Steinkohle . . Gelsenkirchener . . . Harpener...... Hoesch Eisen..... I.se Bergbau .... Klücknerwerke .... fiöln-Weueilen.... Mannesmann-Röhren Mantselder Bergbau . Cberfdilef. Sisenbedarf Lberschles. SokSwerke. Phönix Bergbau . . . Rheinische Braunkohlen Srheinftoul..... Ätebtd Montan. . , 3. Sbl-c3 4. Ddl-b3 5. d4Xc5 6. Sgl-53 7. Lei -d2 8. Db3-c2 9. c2-e4 10. Dc2xc3 Wenn 10. LXc3, mit DorteiL 10. ... 11. c4-e5 12. Dc3-c3 13. e5xd6 e. p.? 14. 0-0-0 15. Ld2-c3 16. S53-d2 17. De3xc3 18. Sd2 —53 19. L51-e2 90,5 70.75 68,65 123 «E«........... Bergmann ........ Elektr. Lteferung«geseIIschas1. Licht und Kraft...... Selten & »utlleaume . . . Gesellschaft für Elektrische 33. 34. 35. 36. 37. e posten igteitj jn usw‘- dsgeleS1) Carlo (BW börse vom 28. Mai höher eröffneten. Schisfahrts- werte lagen ruhig. A.G. für Verkehrswesen büßten auf der anderen Leite ein. Von Elektroaktien lagen Rheinische Elektrizität gebessert und 2,5 v. H. befestigt. Die übrigen Werte zogen bei stillem Geschäft durchweg bis zu 1 v. H. an. Gefragt waren noch von Bauunternehmungen Holzmann mit plus 2 v. H. Rach Berücksichtigung des Dioidendeabzuges lagen Waiß & Frytag leicht gedrückt. Von Renten zogen Schutzgebiete erneut etwas an, dagegen waren Rcubesitz weiter vernachlässigt. Im Verlaufe wurde Pas Geschäft wieder still. Die Spekulation schritt zu Gewinnmitnahnien, und die höheren An- sangskurse konnten nicht immer behauptet roerten. Die Abschläge überschritten aber kaum 1 v. f).' Starter gedrückt waren Zellstoff Waldhos mit erneut minus 2 d. f)., in Erwartung der Ausführungen in der G.-D. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 v. H. unverändert. Arn Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1902, gegen Pfund 20,38-30, London gegen Kabel 4,8594, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 39,80, gegen Schweiz 25,1190, gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 30. Mai. Im Bormittagsverkchr rechnete man damit, dah die heutige Börse, angeregt durch einige Spczialbewegungen, etwas fester eröffnen würde. Allerdings fehlten zu einer wirklich freundlicheren Börse immer noch die nötigen Publikumsausträge. So konnte denn auch die Eröffnung, trotz der sich erhaltenden allgemein freundlichen Grundstimmung, keine Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStlsch. Geordnete Wirtschaft. „Liesbeth, bringen Sie mir mal aus dem Speiseschrank die Benz in flasche mit der Aufschrift Essig, da muh noch etwas Himbeersaft drin sein." (Lust. Bl.) Die Rache schläft nicht. Die Kinder in der Achten wurden darüber befragt, welches ihr Lieblingswunsch sei. „Ich möchte meiner Mutter mal das Gesicht waschen und sie in die Schule schicken!" sagte der siebenjährige Robert. (Lust. Dl.) 20. 21. 22. 23. 24. 25. 26. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. Schwarz: 9 Steine. Kd4; Dg5; La6, a7; Sa3; Ba4, b7, 55, g4. Partie Nr. 191. Gespielt im hessischen Hauptturnier am 19. April 1930 zu Offenbach a. M. Indisch. Weih: Dr. Schweihguth, Alsfeld. Schwarz: Stumm, Mainz. des rheinisch-westfälischen MeistcrschastSturnierS am 22.April 1930 gespielt. pMfverb ahnvesu-beri. W.3/MV 1 'jfOgV Schultheis Patzenhoser ... 15 Cftroede.........12 Aku...........18 Beinberg.........14 3. ®. ssacden Industrie ... 12 Tnnamii Nobel.......6 £e tneid)eameU)e von 1927 ......... 7% Deutsche Reichtanlethe von 1929 .......... teutldie Anl..«blös.-Schull> mH Suslos.-Rechten....... tHfll. ohne Au-ws^Rcchte . . . 8% Hess. BoUSstaat von 1929 (rüdjablb. 102%)...... Cberbciicn Provinz. Anleihe mü lu#lo|.-9ie(f)ten....... Ecuttibf Komm. Sammelabl. Anleihe äertf 1....... 8% Rtanlf. Hvv.-Bank Goldpfe XIII unkündbar Si» 1934 . . . 7% Franks. Hyp -Bank «oldpfr unkündbar bi« 1932 ..... | | | | | | | | | | CT | | | | | ct | CTO cm t | SS CM CM OO ° 5: Jranffurt a. Ul. Derlln Gchluß- fur< । t-Uhr- flur< Echluß- furt Ansan g- fturJ Datum 28 5 30 5 28 5 30 5 r>amvurg>Ämertka Patel . t 113,25 113,5 113,25 Hamburg. Südam. Dampfschiff 8 — — — — Hansa Tampsschiss..... 10 — — 155 — Norddeutscher L'lohb .... 8 113,75 113.4 113.4 Wgemeine Deutsche TreditanÜ. 10 115.25 —— 115,25 115 25 Barmer Bankverein .... 10 126.75 — 126.5 126 5 Berliner Handelsgesellschaft . 12 176 — 176 177.25 Commerz- und Privat>Bank. 11 152.5 152.25 152,5 152 25 Tarmstüoter und Raiionalbank 12 234 — 233,5 233.25 .Deutsche Bank und Tieconto-lSesellschaft, . . . 10 141,5 — 141.65 141,75 Dresdner Bank...... 10 142,75 — 142.5 142 Reichebank........ 12 — — 297,25 295,75 Sranffurt a. Ul. Derlin Schluß- kur« 1-Uhr- flur# «Schluß, für# Anfang, fiur# Datum 28 5 30 5 28 5 30 5 Bereinigte Lrahlwerte .... 97 97,75 97,13 98 LtavtMtncn......16’/, 52,25 52,75 Kaliwerke Alcherlleben . . . 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 232 _ 232 233,25 234 235.25 234,75 236 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 423 427 423,75 425 Serlln, 28- Mai Gelb Ärles ‘ Amerikanische Noten...... 4,167 4 187 Belgische Rolcn. ....... 58,29 58,53 Tünische Noten ........ 111,68 112,12 Englische Noten ........ ffranzüsische Noten....... 20,305 16,41 20,385 16.47 Holländische Noten....... 168,06 168,74 Italienische Noten. ....... 21,93 22,01 Rorwegische Roten....... 111,73 112,17 Deutschs Oesterreich, i 100 Schilling 58,97 59,21 Rumänische Noten....... 2,46 2,48 Schwedische Noten....... 111.98 112,42 Schweizer Noten........ 80.89 81,21 Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... 51,00 12,40 51,20 12,46 Ungarische Note»........ 73,02 73 32 28 Dia, 30 Mai Amtliche Nonerung Amiiiche llolierung cyrlv ! 3rlr Geld Dries «mft.-Wott. 168.39 168,73 168,36 168,70 Bu-n.-Aires 1,595 1,599 1,590 1,594 Brss.-Antw- 58,415 58.535 58,425 58,545 tfbriftianta. 111,99 112,21 111.98 112,20 Kopenhagen 111.99 112,21 111,99 113,21 Stockholm • 112 29 112,51 112.28 112,50 Heli'ingforS. 10,538 10 558 10,538 10,558 ytaüen . . . 21,93 21,97 21,93 21,97 London. . . 20.341 20,381 20,341 20,331 Ncuvork . . 4,1355 4.1935 4,186 4,194 Paris. . . . 16.41 16.45 16,41 16,45 Schwei» . . 81,005 81,165 80,995 81,155 Spanien. 51,20 51.30 51,05 51,15 Japan . . . 2,063 2,072 2,068 2,072 $!to de Jaw 0.496 0,498 0.495 0,497 Wien in T-' Ceft- abgest 59,055 59,175 59.06 59,18 Prag . . - - 12,417 12,437 12.421 12,441 Belzrad . . 7.391 7,409 7.391 7.405 Blldapelt. . 73,14 73.28 73,15 73,29 Bn lo arten. 3,053 3,041 3-035 3,041 Lissabon . . 18,80 18,84 18,80 13,84 Tanjig - . . 81,35 81,51 81,35 81,51 lÄonftantin. 1,785 1,789 1,784 1,739 | Athen. . . 5,43 5.44 5,43 5,44 | Canada . . 4,185 4,193 4,183 4,191 1 Ucnsutrt). . 3,796 3,804 3,816 3,824 1 Cairo . .. 20,865 20,905 20,865 20,905 . 4 30,5 — 30,5 . 6 36,5 •— 36,5 . 0 •— — — . 6 40,25 — 40,13 . 8 98.5 — . 8 98,75 — — 10 119 — 118,5 10 107 — . 9 157 — 160 10 161,75 - 1621 8 7 6 5 4 3 2 1 b g h 8 6 5 4 3 2 1 d e Weiß. a b c d e ! g h Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Konstanze. Roman von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister. Werdau 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten Er musterte eine Zeitlang die Spieler und immer größerer Ekel stieg in ihm empor. — WaS würde Konstanze sagen, wenn sie ihn hier sähe in diesem Morast? — Diese Gedanken trieben ihm das Blut ins Gesicht. — Er war nicht würdig, daß Konstanze ihn liebte. Er verdiente diese Frau nicht. — Mochte sie ihn lassen! Hierher gehörte er! Hier war fein_ Element, von dem er nicht mehr loskommen würde. Poldh Malier, ein berufsmäßiger Spieler, sah dort am unteren Ende des Tisches. Er war so vertieft in den Gang des Spieles, dah er gar nicht die Zeit fanb, Peter zu begrüßen. — Ein hagerer Mann mit fremdländischem Typ hielt die Dank. Er gewann in einem fort und war sichtlich ärgerlich, als seine Zeit abgelaufen war. 2ln seine Stelle trat ein ganz junger, bartloser Mann. Er sah aus wie ein verkrachter Schauspieler und hatte schon die Hände des berufsmäßigen Spielers. Einigen der Männer war es zu heiß geworden. Sie hatten die Kragen abgebunden oder die Westen aufgeknöpft. Einer hatte sich sogar seiner Lacke entledigt. Ein würgendes Grauen preßte Peter die Luft ab. Ein Grauen zwar, aber doch ein erwartungsvolles Verlangen, die Karten in die Hand zu nehmen. Es war gut, daß Leda den Sekt brachte. Er stürzte ein Glas des kühlen Getränks hinter, zahlte den unverschämten Preis und Leda quittierte mit einem süßlichen Blick. Die stieren Augen der Spieler hingen festgebannt an den Karten. Die schmutzigen Hände reichten das Geld. Die Mienen dieser Menschen schienen aus Stein zu sein. Es war Peter nur, als lächle Poldh Mayer jedesmal entschuldigend, wenn er dem Hageren mit dem ausländischen Typ, der immer noch gewann, sein Geld hinschob. Peter zog seine Brieftasche und entnahm ihr einen Fünfzigmarkschein. Er nahm sich vor. sehr vorsichtig zu pointieren. Die Verluste der letzten Tage und Wochen im Bolton-Klub muhten wettgemacht werden. — Er dachte daran, wie er Konstanze belogen, daß er zu einem Freund nach Dachau reise und wie er diese Tage und Nächte im Bolton-Klub am grünen Tisch gesessen und alles verspielt hatte. Er schämte sich. Oh, er hatte Konstanze abzubitten dieser herrlichen Frau, der er es zu verdanken hatte, dah er noch einmal spielen konnte, daß er hier sein durfte, uml mit diesen Menschen in ein unedle« Turnier zu treten. — Er würde mit diesen wenigen hundert Mark die Verluste der ganzen letzten Zeit wieder wettmachen. Er brauchte nicht mehr zu Kurt Helbing betteln zu gehen, der ihm nichts mehr gab, da seine Schuld bei ihm schon ins Ungeheure angewachsen war. — Mit diesem Geld, das ihm Konstanze, seine geliebte Konstanze gegeben, würde er imstande sein, Kurt Helbing alles zurückzuzahlen. — Plötzlich hatte er die feste Gewißheit, er werde gewinnen. Er fühlte ganz deutlich, das Spielglück würde ihm bald hold sein. Die Dank wurde abgegeben. Peter übernahm sie. Als er die schmutzigen, klebrigen Karten in der Hand hielt, war er ganz Spieler, ganz der Mann, den nichts in der Welt, selbst die tiefste Erniedrigung nicht, von seiner Leidenschaft befreite. Er pointierte ganz vorsichttg und überlegend. Er versuchte mit gewaltiger Anstrengung seiner Vernunft Herr zu bleiben. Gr sah die ersten fünfzig Mark dahinschwinden. Mit den zweiten fünfzig Mark gewann er das Doppelte. Es entstand ein scharfes Duell zwischen Peter und dem blonden Dartlosen. Der Blonde kaufte auf fünf eine Sieben. Peter deckte auf. Der Blonde schob ihm einen Schein zu und lachte töricht. Peter gewann weiter. Als seine Zeit um war, erhob er sich und zählte die Scheine. Er war ganz ruhig. Ein brennender Durst quälte ihn. 3m Ru hatte er seine Flasche Sekt leergetrunken. Er klingelte. Als Leda hereinrauschte. bestellte er eine zweite Flasche und schenkte ihr zehn Mark. Sie wäre ihm am liebsten um den Hals gefallen, begnügte sich aber mit einem vielversprechenden Lächeln. Peter rauchte eine Zigarette und zählte wieder von vorne seine Scheine. Er hielt eintausendsiebenhundert Mark in den Händen. Sein Geld hatte sich beinahe um das Sechsfache vermehrt. Es dauerte eine Zeit, ehe die Reihe als Bankhalter wieder an ihn kam. Gr trank sehr schnell und fühlte, wie ein Rausch in sein Blut trat. — Er umarmte Konstanze mit zärtlichen Gedanken. — Diese Frau! — Sie brachte ihm Glück, ohne Zweifel! — Mutzte man diese Frau nicht lieben? — Er rauchte fortwährend und blickte teilnahmslos zu dem Spieltisch hinüber. Er schwor sich, sollte sich sein Glück wenden, würde er sofort aushören. Wan durfte das Spielglück nie zwingen wollen, das hatte er in tausend zerrüttenden Spieltagen und Spielnächten erkannt. Man muhte warten, bis es kam. Endlich konnte er die Bank übernehmen. pointierte wiederum vorsichtig wie ein Anfänger. 3n diesem Spiel verlor Poldh Mayer grotze Summen. Das Häufchen Scheine vor Peter türmte sich höher und höher. Er gewann und gewann. 3m Geiste überschlug er rasch seinen Gewinn. Er muhte weit über dreitausend Mark vor sich liegen haben. — Da kam eine Verlustkarte. Es war eine geringe Summe, aber es ärgerte ihn. .Run mutzt du aufhören", sagte er sich und kaufte eine neue Karte zu. Er deckte auf und hatte verloren. Er wollte sich erheben, aber sein Stuhl schien magnetisch zu sein. — Run, man macht solche ftet» ne Verluste sehr leicht wett, nicht wahr? — Er kaufte abermals und verlor wieder. Ein Gefühl des Zornes glomm in ihm auf. Da war seine Zeit auch schon vorbei. Das Spiel hatte die Zeit gefressen. Wieder trank er. „3ch konnte jetzt gut viertausend Mark haben und habe nur reichlich zweitausend", dachte er und nahm sich vor, noch einmal, ein einziges Mal nur noch zu pointieren, Dann würde er nach Haufe gehen. Als er wieder an der Reihe war, wägte er eine große Einlage. Tausend Mark. Die Spieler hoben den Kopf, musterten Peter und deckten ihre Karten auf. Das Geld war verloren. — 3mmer wieder pointierte er. Cs war ein Wahnsinn, er wußte es, doch er spielte weiter. Als er nur nach den letzten Schein in den Händen hatte, warf er die Karten auf den Tisch. Er erhob sich steif. „Leben Sie wohl, meine Herren!" Keiner hörte es. Das Spiel ging weiter. 7. Der Film „Miß Doverh" hatte 3ulia Koro- mihky den Ruf einer der bedeutendsten Filmschauspielerinnen eingebracht. Sie bekam von den größten Gesellschaften des 3n- und Auslandes die bestechendsten Angebote. Sie lachte nur und blieb in Berlin. Die letzten Monate war sie in Dalmatien und dann in Südungarn gewesen. 3ulia hatte ihre bestimmten Empfangstage in der Woche. Es fanden sich Künstler und Kritiker. Finanzleute und Großindustrielle bei ihr ein. Sie hatte die Gewohnheiten einer Weltdame an- Srnen und strahlte von bezaubernder Lie- ürdigkeit. Alle Welt war entzückt von ihrem anmutigen Wesen. Die 3llustrierten Blätter brachten ihr Bild und Artikel über kleine Geheimnisse aus ihrem Privatleben. Lothar Emmerstorff blieb an ihren offiziellen Empfangstagen ihrem Salon fern. Er liebte die Stunden mit ihr allein. Er wußte, datz man ihn beneidete um diese Frau, und das genügte ihm. 3ulia bat ihn in einem halbstündigen Telefonat um sein heutiges Kommen zu ihrem Crüpfangs- tag. — „Geschäfte! Es ist nicht möglich." — Er kam also nicht! — Was lag daran? 3ulia verzog die Lippen und hängte den Hörer ein. Das Mädchen meldete den ersten Besucher: „Herr Warburg", und schon trat Ludwig über die Schwelle. Er strahlte in tadellosem Smoking und sah gepflegt aus. Sein Haar war sorgfältig gescheitelt. Gr brachte ihr Blumen. Sie reichte ihm lächelnd die Hand, die er küßte. „Wer kommt heute?" fragte er mit einem leichtsinnigen Lächeln und streifte ihren Körper, den ein rotseidener Kimono mit schwarzen Aufschlägen umfloß, mit den Blicken. Dieser Kimono war das Produkt der ersten Londoner Firma. „Sie werden alle kommen, die du kennst, auch Doktor Ringer", sagte sie leichthin und balancierte ihre Zigarette in anmutigen Bewegungen zwischen den roten Lippen. „3ch hasse alle, die dich umschwärmen." Ein trotziger, böser Ausdruck trat in sein Gesicht. Plötzlich lachte er grell auf. „Es sind alles arme *21 arten. Auch Emmerstorff." — „Sage nichts über Lothar", befahl sie mit drohender Stimme, „ich bin ihm Dank schuldig. Auch du bist ihm Dank schulMtz.2- „Dah er dich mir geraubt fjat, vergesse ich ihm nie. Die Stunde wird kommen, da er meine Rache fühlen wird." Sie hatte wieder ein verächtliches Lächeln auf den Lippen. „Was bist du gegen ihn? — Der Besitzer eines sehr zweideutigen Wettbüros." Sein Puppengesicht verzerrte sich und wurde boshaft. „3ch werde ihn mit seinen eigenen Mitteln schlagen. 3ch werde dich mit seinem eigenen Gelde zurückkaufen. Begreifst du das?" „Rein", sagte sie und sie wollte soeben noch mehr hinzufügen, als das Mädchen meldete: „Herr Doktor Ringer." 3ulia tat ein paar Schritte zur Tür und sah erwartungsvoll aus. Ludwig Warburg bih die Lippen zusammen: „Dann bin ich wohl überflüssig?" Er schritt an ihr vorbei und wäre beinahe mit Doktor Ringer zusammengestotzen. — Eine Tür fiel ins Schloß. — 3ulia war allein mit ihrem neuen Besucher. Mit jäher Leidenschaft riß er sie an sich, und 3ulia gab sich ganz seinen Zärtlichkeiten hin. — Das Mädchen meldete weitere Gäste. Der Salon füllte sich mehr und mehr. Auch Damen besuchten 3ulia. 3unge und alte, blonde und schwarze. Keine aber hatte so rotes Haar wie 3ulia. Keine plauderte so geistreich witzig, und keiner machte man so den Hof wie ihr. An dem Tage, an dem die Uraufführung des neuen Films „Die Zirkuskönigin" im Oedipus- Theater stattfand, meldete sich Lothar bei 3ulia. Er kannte den Film, in dem 3ulia die Hauptrolle spielte, schon von der Festvorstellung her, die man vor geladenen Gästen geboten fjatte und wollte nun diesen heutigen Tag mit etwas ganz Besonderem krönen. (Fortsetzung folgt) RASSOL Und D.R.P. MARGARINE doppelt* so gut Viel nachgeahmt,doch nie erreicht Kostenlose Fußberatung und Messung 8450 A 1 gr. Fl. MK. 1.75 Fertig nach Maß i kein er &ajelb uller den QSie eine so weitgehende Ramq im Blauband Gin Bück aufs Datum und Sic wissen sofort, tune fr&ch „Rama im Blauband* ist Sagen Sie selbst meine Damen: hat diese Garantie nicht etwas erstaunlich Großzügiges an sich 1 So etwas kann eben nur ein Weltuntcmchmen bieten, das wegen def lebhaften Nachfrage täglich allerfeinste Ware frisch auf den Markt bringe Also das nächste Mal*-„Rama im Blauband“ mit dem Garantiedatum da Frische mengen. Verlangen Sie nur echtes Rastol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel* apotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. Alleinverkauf: Schuhhaus Waldschmidt Seltersweg Ecke Blockstraße Alle Schweine, solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln fich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes .ßhaoaftfci/- Schuhe bleiben die führende orthopädische Fußbekleidung. Anatomisch richtig. Vollendet In Schönheit und Form. 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Verschlossene Angebote auf Vordruck sind bis zum Derdingungstermin am Freitag, dem 6. Juni 1930, 10 Uhr. bei dem Stadt. Hochbauamt, Asterweg 9, einzureichen, woselbst die Vordrucke (soweit der Vorrat reicht) zu haben sind. Die Zeichnungen liegen auf dem Bau- bureau im Verwaltungsgebäude der Stadt. Elekttizitätswerke während der Dienststunden zur Einsichtnahme offen. Städt. Hochbauamt: Gequert. tAff E? 83 Q ET DRUCKSACHEN ■I lültlO C.Brühl’sche Druckerei Heugrasversteigerung. Am Montag, dem 2. Juni, nachmittag» VA Uhr, findet auf dem Warthof b. Grün- berg eine Heugrasversteigerung statt. Zur Versteigerung kommen zirka 65 Morgen gutes unbeweidetes Heugras. 4064V Versteigerungsbedingungen'. Die . versteigerte Flache mutz bis xum 20. Sunt gemäht sein. Die Grasstücke werden je 1 Morgen groß ausgeboten, für genaue Größe wird keine Gewähr geleistet. Unbekannte Steigerer haben Zahlungsnachweis oder Bürgen zu bringen. Zahlung erfolgt am L November 1930 an die Landwirtjchastskammer für Hefferr in Darmstadt. Die Gutsperwattvng warchvs b. Gründer^ Bekanntmachung. Am 2. Juni 1930 findet eine Schweine- nvischenzählung in den Gemarkungen Gießen und Schiffenberg statt. Die Schweinebesitzer haben den Zählern die notwendigen Angaben bezüglich ihrer Schweinebestände bereitswilligst zu erteilen. Auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen, angeschlagen in den Aushängekasten der Stadt Gießen, wird besonders hingewiesen. 4050C Gießen, den 27. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. 8. V.l Vr. Rosenberg. ( 3954D ( o° x^e S to E eBtgiD E fe=e 8?uO E 8* D tu ffl = E 8? o a SP ro = es SP S?8? c ■5* e S 8? s -DL I m «s? .EeßS £2.2 S 05 . 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Dem ju ning mc es { bti Reichspräsid ments vor Aujli Tagen eine neue Durch die Art i die in ihr vertre in einer Zeit |i po,litifd)er hosfn eine Wendung starke Führung Start im Reich; von Parteienta nichts mehr w langen Palave; detriebs, wie ei auf laten wart vom Kabinett Cteuersenkungss die in ihrem Uage des neue; W mit dem seh die ^jentlid des neuen Lab gegebenechlls a verjagenden ^ei nen, den Etat c dem bedürftigste gen und damit gleichzeitig auch mirt!d»hlid) an Xeitymitteln un "in Zweisel, da Brüning einen c möge man aud Moldenhauers - mih nach dem torischen Wider Schieles im eii günstige psr '05 Verliesen, die Wirtschaft, W. sagen rvii monats Mai er Uiixlt Srüm wgenmiüen gen rJN gestel Lieiwunsche t «tf auf dos g s-^stnanzm !'ch offenbar zu >m Kreise seine, fei“ spreche «“Uten zu sch, Snekrt,Ö5 ma Adenhauer w Sr iQ terubi y^rn der Rei prQmm für b ^Versicherung ^""'chem d, WM. die K.L K 9 S **a t£«t su-y LKi CS'i» teilen Qn?lt "nferer veuen enklUQli ?PportUnK?5 8«rrr »«ift Z?« ^te, Un! 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