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Zenisprechanschlüfse »Nter5ammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach» richten Anzeiger Eießen. Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686. Rr. 253 (Erftes Z80. Zahrgang Mittwoch. 29.Oktober (930 Gletzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Mussolinis Forderung auf Revision der Verträge Faschismus als Exportartikel Der Prügelknabe Braunschweig. SU —'— Die Sperrung der polizeikostenzuschüffe für Braunschweig. schon Innenministers Dr. Franzen in der Angelegen, heit der Verhaftung des Landwirts Guth erfolgt, da Dr. Franzen unter dem Verdacht der Begünstigung einer strafbaren Handlung steht und ein derartiger Vorwurf gegen den Polizeiminister eines Landes nicht mehr als eine persönliche Angelegenheit des betreffenden Ministers angesehen werden kann. Die von Dr. Wirth ins Auge gefahle Sperre würde einen Betrag von jährlich 1 289 000 Mark ausmachen. 3m Braunschweiger Kabinett isl man sich darüber einig, daß man im Falle einer Sperre dieser Gelder durch das Reich entschiedenen Einspruch erheben werde. 3n weiten, der Regierung nahestehenden Kreisen, ist man überzeugt, frafj Braunschweig- Regierung und Land nicht dafür bestraft werden könnten, dah etwa ein Minister nicht korrekt gehandelt habe. Trotzdem hat die Entwicklung, die die Angelegenheit in den letzten lagen genommen hat, wie die TU. meldet, nicht dazu beigetragen, die Stellung des Ministers Fran- zen zu festigen. 3n bürgerlichen Kreisen sind starke Strömungen vorhanden, den Minister zu veranlassen, von seinem Amt zur ückzu treten. Die Angelegenheit wird bis Mittwoch entschieden sein müssen, da dann der Landtag zue Entgegennahme der Regierungserklärung Zusammentritt. auch der Reichsinnenminister nicht gut eine Verurteilung machen kann. Es ist also mehr als wahrscheinlich, das; Braunschweig sich dabei nicht beruhigen, sondern genau wie Thüringen den Weg zum Staatsgerichtshof antreten wird. Für die Beziehungen zwischen Reich und Ländern aber ist dieser Verkehr Über die Gerichte nicht gerade empfehlenswert. Cs muh daher der Eindruck entstehen, als ob die Stellungnahme des Reichsinnenministeriums durch bestimmte Politische Erwägungen beeinflußt worden ist, zumal, da fast gleichzeitig noch eine andere Meldung vorliegt, die nachdenklich stimmen könnte: Der frühere Reichspressechef Dr. Spieker ist ins Reichsinnenministerium auf Vrivatdienstvertrag berufen, um dort die revolutionären staatsfeindlichen Bewegungen zu studieren. Ein etwas seltsamer Auftrag, denn dieses Studium gehört doch in den ressort- mäßigen Aufgabenkreis des Ministeriums. Dafür mühten also eigentlich Beamte mehr als genug zur Verfügung stehen, und es leuchtet nicht recht ein, weshalb gerade im Zeichen des allgemeinen Abbaus hier besondere Aufwendungen erforderlich sind. Dafür liegt jedoch die Vermutung nahe, aus der ganzen politischen Einstellung Dr. Spiekers heraus, der zum linken Flügel des Zentrums gehört, dah er den Rational- sozialismus zu seinem Spezialstudium machen wird, dah er also verpflichtet ist, das reichlich dürftige Material, das vom Reich in der Klage Thüringens über die hochverräterischen Absichten der Ratwnalsozialisten vorgelegt worden ist zu ergänzen. Herr Severing in Preußen, die Firma Wirth- Spieker im Reich, das ist wie eine Verkörperung des unglücklichen Worts von Dr. Wirth, daß der Feind rechts steht, während die Kommunisten weiterhin als „politische Kinder Severings" behandelt werden sollen. älnd dos entspricht doch wohl nicht mehr ganz den wirklichen Verhältnissen. Braunschweig protestiert. Franzens Stellung umstritten. Berlin, 28. Oft (2BIB.) Zu dem Schreiben des Reichsinnenministers Dr. Wirth an die braunschweigische Regierung, in dem mitgeteilt wird, dah der Minister sich die Sperrung der Polizeikostenzuschüsse an Braunschweig vorbehalte, hört das wolfsbureau, dah die Angelegenheit bereits seit 14 lagen in der Schwebe ist. 3n dieser Zeit haben auch wiederholt Besprechungen mit Vertretern Braunschweigs stattgeftinden. 3m Reichsinnenmlniskerium hält man es durchaus für möglich, dah die Sperrung der Polizeikosten. Zuschüsse wegen des Verhaltens des brannschweigi- Mussolini ist — auch auhenpolitisch — die auf Flaschen gezogene Aktivität. DieHochzeitvon Assisi bedeutete für iyn einen persönlichen und diplomatischen Triumph: Die enge Verbindung mit Dulgarien schafft den Italienern auf dem Kalkan eine neue starke Position. Sie haben in Albanien das Aufmarschgelände sich gesichert, von dem aus der Stoß gegen Iugosla - Der braunschweigische Innenminister Dr. Franzen, den Aufgaben des Reiches gehört, darüber zu Wachen, dah in den Ländern alles ordnungsmäßig zugccht. Kein Zweifel auch daran, daß es Verhältnisse geben kann, in denen das Reich gezwungen ist, zu solchen Gewaltmethoden zu greifen Aber wir haben doch einige Bedenken, ob die Voraussetzungen dafür in diesem besonderen Fall gegeben sind. Dem braunschweigischen Minister wird der Vorwurf gemacht, daß er in Berlin Polizei beamten gegenüber in einem Ermittlungsverfahren unzutreffende Angaben gemacht und eine Tlrkundenfälschung gedeckt habe. Er selbst b e st r e i t e t das mit aller Entschiedenheit. Man wird ihm auch bis zum Beweis des Gegenteils zugute halten müssen, dah er sich einen derartig plumpen Täuschungsversuch der Polizei gegenüber eigentlich nicht gut zuschulden kommen lassen konnte, da er als Jurist wissen mußte, wie bös er sich damit in die Resseln setzte. Vorläufig steht aber zum mindesten noch Aussage gegen Aussage. Vorläufig liegen nur Beschuldigungen gegen einen Minister vor, aus denen ohne Richterspruch Der Reichsinnenminister Dr. Wirth hat das Kriegsbeil nun auch gegen Braunschweig aus- gegraben. Genau wie im Fall Thüringen will er d i e Polizeifostenzuschüsse sperren und hat so eine Art finanzielle Reichsexekution eingeleitet, um Braunschweig geldlich auszuhun- gern und den nationalsozialistischen Minister zum Rücktritt zu zwingen. Kein Zweifel, daß es Wien erfolgen kann. Sie haben in Sofia jetzt einen neuen Stützpunkt, der die französisch-jugoslawische Front auf dem Balkan im Rücken bedroht. Kaum hat er diesen Erfolg unter Dach gebracht, so holt schon Mussolini zu einem neuen Streich aus: am neunten Jahrestage des Marsches auf Rom hat er eine mehr als temperamentvolle Rede gehalten, die deutlich zeigt, wie stark d i e Gegensätze zwischen Italien und Frankreich zur Zeit wieder sein müssen. Denn die Agressivilät seiner Reden ist immer das sicherste Barometer, an dem sich die Spannung zwischen Rom und Paris ablesen läht. Gegenwärtig scheinen die Zeichen wieder einmal auf Sturm zu deuten. Auch die letzten Ausgleichsverhandlungen sind gescheitert, Herr Mussolini wirbt also um Bundesgenossen. Er greift das Schlagwort von der Revision des Versailler Vertrags erneut auf, weil er sicher weih, dah er damit in Deutschland besonderen Eindruck machen wird. Darüber hinaus aber leugnet er das Prinzip, dah der Faschismus kein Exportartikel sei und schildert statt dessen das Zukunftsideal eines faschistischen Europa. Auch das, wie so manches andere, was der Duce in der letzten Zeit getan hat, nur auf Deutschland gemünzt. Die 107 Ra tionalso^i allsten, die ihren Einzug in ben Reichstag gehalten haben, sollen ihm ehren neuen Trumpf in den Verhandlungen mit Frankreich schaffen. Daher das neuerliche starke Liebeswerben um Deutschland, das sich in der Anbiederung an bic Rationalsozialisten unb auch an ben Stahlhelm ausbrückt. Waren boch auf bem letzten Stahlhelmtag in Koblenz mehrere italienische Schwarzhemben in voller Kriegsbemalung, um auch bei biefer Gelegenheit die faschistische Visitenkarte abzugeben. Aber wenn Mussolini über die Revision der Verträge sprach und betonte, daß nicht nur Italien, sondern die ganze Welt daran ein Interesse habe, die unmöglichen Zustände zu beseitigen, die durch die Friedensdiktate geschaffen morden sind, so ist die Frage am Platze, welche Zustande Mussolini für unmöglich hält. Es gibt so viele Probleme im heutigen Europa, die dringend der Lösung bedürfen, daß man sich zunächst einmal genau darüber verständigen muß, movon eigentlich gesprochen wird. Einig sind wir uns sicherlich darüber, daß die bestehende Rüstungsungleichheit jede wirkliche Regung des Friedens unterdrückt und den Verträgen glattweg ins Gesicht schlägt. Die Scheidung der europäischen Staaten in solche, die frei ihre Waffen führen dürfen und solche, die durch den Zwang waffenlos gehalten werden, ist eine Berlefcung des Friedensvertrages. In solcher Deut- llchkeit hat bisher noch kein Staatsmann unserer ehemaligen Feinde über diesen Punkt gesprochen. , Es ist nicht klar ersichtlich, ob Mussolini auch m Den Punkten, die uns besonders angehen, die Revision der Verträge für erforderlich hält. Wir sprechen neben der Rüstungsfrage von bem Problem der deutschen Ostgrenze, von der putschen Frage überhaupt. Revisions- potitik bedeutet für uns Revision der Grenzen msbesondere Revision der Ostgrenzen. Revisions- Politik ist für uns ohne ben Zusammenhang mit Der europäischen Minderheitenpolitik undenkbar. Deutschland hat alle Veranlassung, ferne eigenen Forderungen zur Revisionsfrage m den Mittelpunkt der außenpolitischen Erörterungen zu rücken. Mittlerweile ist der Boden so wisgelockert, daß zum mindesten eine ernst- ort Diskussion zustande kommt. Aber Mussolini wird sich natürlich auch darüber klar icm müssen, daß auch die deutsche Rechte seinen Oberheffen und Hessen-Kassel. Die Großdeutsch-Hessische Gemeinschaft Gießen. Oberhessischer Bezirk der Dcrein-glen Großdeut ch- Hessischen Gemeinschaft, bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Wie wir der Presse entnehmen, sprach vor dem Frankfurter Rundfunk der Kasseler Regierungspräsident Dr. Frielensburg über das Thema „Hessen-Kassel und Südwestdeutschland". Außer der Bejahung der Zusammengehörigkeit engeren Rhein-MaingebieteS finden wir in seinen Ausführungen erneut die Feststellung, daß man in den Kasseler offiziellen Kreisen trotz so vieler Verbindungen zwischen Kassel und Frankfurt auch letzt noch nicht gewillt ist, mit dem Rhein- Maingebiet zusammen in einem großen Reichsland Hessen oder Hessen- Rassau aufzugehen, das die zusammengehörigen Gebiete zwischen Diemel und Reckar, zwischen Rhön-Spessart und Hunsrück-Westerwald zu einer natürlichen Einheit zusammenfaßt, sondern daß man auch ferner neben einem Gesamthessen um Frankfurt einem Hessen-Kaslel um Kassel ein Sonderdasein erhalten will. Gegenüber den weiteren Ausführungen Dr. Friedensburgs haben wir festzustellen, daß die Kreise Lauterbach unb Alsfeld untrennbare Bestandteile der Provinz Obe rhesfen bilden. Wie niemals einer Trennung der drei hessischen Provinzen das Wort geredet werden kann, die zu einer geschichtlichen und auch wirtschaftlichen Einheit zusammengewachsen sind, so kann auch niemals einer Abtrennung der Kreise Lauterbach und Alsselb von Oberhessen zugunsten eines Hessel-Kassel das Wort geredet werden. Die Wasserscheide allein kann niemals als ausschlaggebend bezeichnet werden. Beide Kreise sind durch Geschichte, kulturelle und wirtschaftliche Beziehungen auf das engste mit den übrigen Teilen der Provinz Oberhessen und damit mit dem übrigen Volksstaat Hessen verknüpft. Die Bahnlinien Fulda - Alsfeld-Gieren und Lauterbach-Stockheim— Vilbel-Frank- urt verbinden die beiden Kreise mit der Pro- nnzialhauptstadt Gießen und mit dem Wirt- chaftszentrum Frankfurt und machen auch sie neben allen anderen kulturellen und geschichtlichen Beziehungen, obwohl jenseits der Wasserscheide liegend, zu Bestandteilen des Rhein- Ma i n g e b i e t e s. Die Menschen diesseits unb lenseits des Oberwaldes sind desselben hessisch-fränkischen Stammes, sie Haden seit Jahrhunderten miteinander zum größten Teile dieselbe Landgrafschaft Hes'en-Darmstadt gebildet. Soweit sie ehemals zu reichsritterschastlichen oder geistlichen Gebieten zählten, haben sie bereits damals an den hauptsächlichen Ereignissen der Hessen-darmstädtischen Geschichte aus Gründen der gemeinsamen Landschaft teilgenommen und sind eit der Säkularisierung und Mediatisierung zu dcs vorigen Jahrhunderts mit den alt- hessischen Gebieten zur Einheit verschmolzen. Nationalsozialistische Zeitungen verboten. W i e s b a d e n , 26. Oft. (TU.) Die hier erscheinende nationalsozialistische Zeitung „R h e i m v> "ch/' wurde durch eine Verfügung des Ober- Präsidenten der Provinz Hessen-Rassau auf die nia c.r Don hier Wochen verboten wegen Verstoßes gegen § 14 des RepublikschuhgeseheS. Dieses Verbot gilt auch für das in Frankfurt erscheinende Kopfblatt „Volksblat t“. Die bei* •k nationalsozialistischen Blätter haben, wie es in der Begründung des Verbotes heißt, vom Beginn ihres Erscheinens ab die republikanische ^^sversassung und chre Repräsentanten in heftiger Form angegriffen. In erhöhtem Maße gelte dies von einem am 15. Oktober erschienenen 2"tuel »Volk und Führer", der eine Verächtlich- machung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform des Reiches bedeute. Auch das in Darmstadt erscheinende national-. Freundschaftsbeteuerungen und Revisionsangeboten mit der Reserve geaenüberstehen wird, die durch die Erfahrungen des Jahres 1915 geboten erscheinen. Solange Freundschaftsoersicherungen des faschisti- schen Italien immer nur dann über die Alpen fern- men, wenn sie gegen Frankreich zu gebrauchen sind, wird es Mussolini nicht gelingen, uns für eine Option zugunsten Italiens zu bewegen. Wir würden uns freuen, wenn die Beziehungen zwischen Rom und Berlin sich herzlich und eng gestalten ließen und wenn vor allem die Deutschen Südtirols in der Erhaltung ihrer kulturellen Lebens- bebingungen davon etwas profitierten. Das wäre Öein guter Anfang des neuen Kurses, den lini für Europa vorschlägt. Was sagt England zur Mussolini-Rede? London, 28. Oft. (TU.) Die Rede Mussolinis wird von der englischen Presse in aller Ausführlichkeit wiedergegeben. Die „Times" ist der Ansicht, daß Hoover und Macdonald bei der älnterzeichnung des Flottenpakts, die am gleichen Tage stattgefunden hat, in ihren Bemerkungen über Italien und Frankreich sicherlich noch viel vorsichttger gewesen wären, wenn sie von dieser „kampfeslufttgen Rede Mussolinis" schon vorher Kenntnis gehabt hätten. Sie würden bann ihren Optimismus noch enger umschrieben haben. Es würde sehr niederdrückend sein, wenn die drei großen Seemächte, deren Flotten von größter Lebenswichtigkeit seien und die sich freiwillig zu Einschränkungen bereitgefunden hätten, feststellen müßten, daß andere, für die die Macht zur See keinesfalls dieselbe Bedeutung habe, ihrem Beispiel nicht folgen könnten oder wollten. — Der „Daily H e r a l d" meint, Europa komme immer mehr auf seine alten Gewohnheiten zurück. Der diplomatische '.lieg habe eingesetzt. Dem französischen Bündnissystem setze Mussolini eine Gruppe entgegen, die aus Ungarn, Bulgarien, der Türkei und möglicherweise Griechenland bestehen würde. Er mache auch Deutschland offene Bündnisangebote, die sich auf die Revision der Verträge stützten. Angesichts dieser Lage sei es dringend notwendig, daß man bald zu Taten schreite, um einen -Krieg zu verhindern. — „Daily Expreß" spricht von dem Kaiser Mussolini und dem Rasseln der Säbel. Italien brauche mehr als irgendeine andere Macht in Europa den Frie- den. Wenn Mussolini so fortfahren wollte, rufe er eine Katastrophe hervor und setze alles aufs Spiel, was er bisher erreicht habe. Am neunten Jahrestage des Marsches auf Rom. Nationalfcicrn in Italien. Rom, 28. Oft. (TU.) Der 28. Oftobcr, der Iahrestag des Marsches auf Rom, wurde am Dienstag zum erstenmal als Rationalfeiertag begangen. An vielen Orten wurden im Laufe des Iahres fertiggestellte öffent- licheBauten feierlich eröffnet. In den großen Provinzstädten fanden Feiern statt, bei denen die Minister und Unterstaatssekretäre Festreden hielten. In Rom bildete ein Aufmarsch der faschistischen Miliz und der Iugendver- bänbe das Hauptereignis. Mussolini überreichte der aus Kriegsverlehten gebildeten Römer-Miliz-Legion ein neues Banner. In einer Ansprache erklärte er dabei u. a., Italien und die ganze Welt müßten zur Kenntnis nehmen, daß die faschistische Herrschaft jährlich neue mutige Männer werbe, die fähig seien, die Geste zu wiederholen, die sie in bem siegreichen Kriege großgemacht hätte. Er sei sicher, baß bie Kriegsverlehten bereit sein würden, auch morgen vor dem ganzen bewaffneten Volke einherzumarschieren. wenn die Ereignisse dies erfordern sollten. Die Schwarzhemden antworteten mit einem brausenden „Si". Das Banner wurde vom Kardinal Sincero gesegnet, der den Segen des Allmächtigen für den König, für Mussolini, für das Heer und die Miliz erflehte. Gott segne euch, so sagte er, und mit euch unses Vaterland unb mache es immer größer, immer blühender, immer christlicher und katholischer. — Am Rachmittag kreisten über der festlich geschmückten Stadt 80 Flugzeuge. Am Abend wurde auf der historischen Engelsburg ein großes Feuerwerk abgebrannt. sozialistische Organ ,.H e s s enh a m m c r" wurde vor einiger Zeit durch den hessischen Innenminister Leuschner auf die Dauer von 4 Wochen verboten. Schacht fordert Beseitigung -er Reparationen. Die Quelle der WcltwirtschaftSkrifts mutz verstopft werden. Neui) ork. 28. Oft. (TU.) Dr. Schacht, der aus seiner Rundreise durch Amerika nunmehr in Ehikago eingetroffen ist, hielt in der Universität einen Aussehen erregenden Vortrag, in dem er die '.Hepauv lionsfrage eingehend behandelte. Dr. Schacht betonte, daß die Wirtschaftskrise in den Vereinigten Staaten direkt auf die Wirtschaftslage i n Deutschland zurückzuführen sei. Die deutsche Wirtschaftskrise habe aber ihre Ursache in der derzeitigen Reparationsregelung. Die schlechte Lage der deutschen Wirtschaft habe fid) auch auf die anderen europäischen Länder ausgedehnt und so endlid; auch Amerika ersaßt. Schacht wies u. a. daraufhin, daß Deutschland bis an die Grenzen des Möglichen b e ft e u c r t sei, und daß eine weitere Besteuerung, um Lic Reparationen bezahlen zu können, Deutschlands Wirtschaft auf das schwerste gefährden würde. Da das unmöglich sei, forderte Schad)t eindeutig die A b « s ch a ffung der Reparationszahlungen. Rur die Beseitigung der gegenwärtigen Repara- tionslöfung sei geeignet, die Heilung der Weltwirtschaft herbeizuführen. Er betonte, daß dies insbesondere Aufgabe der Wirtschaftssührer aller Länder der Erde sei. — Es wird jetzt die Sache der deutschen Regierung fein, die günstige Wirkung auszunutzen, die durch den zweifellos tiefen Eindruck des Schachtfchen Auftretens in den Vereinigten Staaten erzielt worden ist. Hierzu gehört aber in erster Linie eine aktioeJnnen- Politik, auf Grund deren das Ausland das Vertrauen gewinnt, daß die deutsche Leistungsfähigkeit wirklich bis zum letzten erschöpft ist. Die Osthilfe. Rcichsministcr Drcviranus bereist den Osten. 2 e r I i n , 28. Oft (END.) Die Beratungen des Reichskabinetts über die Osthilje werden erst im Laufe der kommenden Woche fortgeführt werden können. Inzwischen ist der Reichskommissar für die Osthilse, Reichsminister Treviranus, nach Ostpreußen und Pommern gefahren, um an Ort und Stelle ein genaues Bild der Rotwendigkeiten und Möglichleiten einer erfolgreichen Tlnterstühung des notleidenden Ostens zu gewinnen. Es handelt sich u. a. um die Frage, ob die Antragssristen für den Doll- streckungsschutz. die am 31. Oktober ab- laufen, verlängert werden soll. Die Ansichten darüber sind geteilt. Insgesamt liegen bisher nur etwa 500 Anträge vor, wovon ein sehr erheblicher Teil aus Kreisen kommt, die gar nicht unter den Bollstreckungsschuh fallen. Die Bedenken richten sich nun dagegen, daß die 2er- längerung des Vollstreckungsschuhes den Anschein eines Moratoriums erwecken und kreditschädigend wirken könnte. Eine weitere wesentlich Frage ist die räumliche Ausdehnung der O st Hilfe auf ganz Pommern, Mecklenburg-Stre- li h und Mecklenburg-Schwerin, Brandenburg und Riederschlesien. Hierbei .spielt vor allem die Aufbringung derMit- te l eine Rolle. Ausgeschlossen ist sie offenbar für die Ausdehnung der Lastensenkung auf das erweiterte Gebiet. Ein weiterer Vorschlag des Reichsministers Treviranus geht dahin, auf Grund des Reichsgesehes über die Arbeitslosenversicherung und die Fürsorgepflichtverordnung im Osthilfegebiet Unterstützungsempfänger in größerem Umfang zu Meliorationsarbeiten heranzuziehen. Der Minister hat für diesen Zweck sechs Millionen Mark aus der produktiven Ecwerbslo enfürsorge angesordert. Amtsenthebung kommunistischer Bürgermeister in Thüringen. . Weimar, 28. Olt. ($11.) Das thüringische Staatsministerium hat vor einiger Zeit sämtlichen Staats-, Kreis- und Gemeindebeamten die Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei verboten. Auf Grund dieses Erlasses hat das thüringische Innenministerimn als oberste Aufsichtsbehörde gegen eine Reihe von Bürgermeistern, die sich trotz des Regierungs-» Verbotes als Kommunisten bekannten, unter vorläufiger Amtsenthebung Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstentlassung eingeleitet. So sind die kommunistischen Bürgermeister von Ruhla, Elgersburg und' Gräfenhain ihres Amtes enthoben worden. Auch gegen einen kommunistischen Beigeordneten, der Vertreter des Bürgermeisters von Walters- Hausen ist, läuft ein Disziplinarverfahren, da er die auf gewaltsamen Umsturz gerichteten Bestre- bungen der Kommunistischen Partei unterstützt habe. Vereinbarung in der Berliner Metallindustrie Beendigung des Streiks. - Endgültiger Berlin, 28. Oft. (111.) Unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Stcgerwalb fanden am Dienstag im Reichsarbeitsministerium Verhandlungen mit den Vertretungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer der Berliner Metallindustrie statt, die mit folgender Vereinbarung endeten: 1. Die Arbeit wird sofort unter den alten Bedingungen wieder aufgenommen. Maßregelungen aus Anlaß dieses Streifs finden nicht statt. 2. Die Entscheidung der im Schiedsspruch vorn 10. Oktober behandelten Fragen erfolgt durch Schiedsspruch einer Schlichtungsstelle. Sie besteht aus drei Unparteiischen, die vorn Reichsarbeitsminister nach Benehmen mit den Parteien ernannt werden. 3. Die Verhandlungen vor der Schlichtungsstelle sind möglichst bald zu beginnen. Die Entscheidung hat f p ä t e ft e n s in der er ft en Woche des November zu erfolgen und i ff endgültig. Am Mittwoch sehen sich die Betriebsräte mit den Firmen wegen der Wiederaufnahme der Arbeit in Verbindung, lieber die Zusammensetzung der in Spruch einer Schlichtungsstelle. der Vereinbarung vorgesehenen Schlichtungsstelle ist bereits bei den Verhandlungen ausführlich gesprochen worden. Als Unparteiischer sott der frühere Reichsarbeitsminister Brauns ausersehen sein, der dem kreis der d)ristlichen Ge- werfschasten entstammt. Der eine Beisitzer wird von den IHetaUarbeitern, der andere von den Unternehmern gestellt. — Zu der Einigung nehmen nur der „Vorwärt s“ und die „Rote F a h n e“ Stellung. Der „vorwärts" äußert sich befriedigt über das Ergebnis, da durch den Streit erreicht werben fei, daß der Schiedsspruch, der eine Lohn- fürzung vorsah, weder verbindlich erflärt werde, noch jur Durchführung fomme. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß die Berliner Metallarbeiter ebenso geschlossen, wie sie den Kampf geführt hätten, dem Rufe des Metallkartells folgen und In d i e Betriebe zurückfehren. Die „Rote Fahne" spricht von einem verrat der Gewerkschaftsführer und fordert zum Weiter- ft reit en unter Führung der revolutionären Ge- werfschastsopposition auf. Aiederschlesien. Straßen und Dörfer überflutet. - Die Talsperren übergelaufen. Die Dämme der Katzbach gebrochen. Lüben c cn Görlitz, 28. Oft. (TU.) Das in der Rächt zum Dienstag wesentlich gestiegene Hochwasser hat in Riederschlesien schweren Schaden angerichtet. Das benachbarte K r e b a ist vom Verkehr fast vollständig abqe- schnitten, nachdem bis auf eine Straße nach Görlitz sämtliche Zufahrtsstraßen überschrremmt wurden. Zwei Brücken wurden von den Fluten hinweggerissen. Eine Mühle steht als einsame Insel in einem gelblich-schmutzigen See. Die Bewohner der schwergesährdeten Gehöfte konnten nur mittels Kähnen gerettet werden. Die Häuser sind fast alle unter Wasser gesetzt. In der Gegend von Freystadt stehen die Ortschaften Streidelsdorf, Quisdorf und Teichhof vollkommen unter Wasser und sind von der Außenwelt abgeschnitten. Pioniere aus Glrgau sind damit beschäftigt, die Orte zugänglich zu machen. Im LöwenbergerKreis erreichte das Hochwasser gestern abend seinen Höhepun t Wild schäumend rasten die gewaltigen Wasserir.a' en dahin, Zäune, Heizgerät undTier- kadaver mit sich führend. Heute morgen bildete das g anze Bober . a l einen langge st reckten See, aus dem eiirzelne Gehöfte als einsame Inseln hervor- ragen. Auch die Bahnstrecke nach Kirschberg ist vom Hochwasser bei Grunau zerstört worden. Der Personenverkehr wird durch Ilmsteigen aufrechterhalten. Das Dorf Jlieber-QJdrisfeiffen bietet heule früh ein grauenhaftes Bild der Verwüstung. Zahlreiche Gebäude sind unterspült und dem Einsturz nahe. Die vom wasser ein- geschlofsenen Bewohner verlebten in den oberen Stockwerten ihrer Häuser eine bange, falle Rächt. Die Talsperre Mauer hatte heute früh 10,375 Millionen Kubikmeter Wasser. Wenn die Degenfälle weiter in dem Maße anhalten, dann ist damit zu rechnen, daß gegen Abend die Talsperre gefüllt ist und der lieber lauf in Kraft tritt. Das Fassungsvermögen der Talsperre beträgt etwa 50 Millionen Kubikmeter. Die ganze Gegend stellt eine Kette vonSeen dar. Die beiden Talsperren von Marklissa und Dolben- traum sind gefüllt und laufen über In Ulbersdorf (Kreis Goldberg-Baynau) ist das ganze Deichsel-Tal überschwemmt. Viele Häuser muhten geräumt werden. Das Vieh wurde nach höher gelegenen Ställen geschafft. Die Brücke in Rieder- bcrg ist völlig überflutet. Im Waldenburger Tergland hat der feit Sonntag ununterbrochen . niedergehende Schneefall erhebliche Schäden angerichtet. Mehrere Landstraßen waren durch die Verwehungen unpassierbar geworden, so daß der Schneepflug eingesetzt werden muhte. Line sehr schreckliche Rachl verlebten die Dorfbewohner von Bramberg (kreis 3auer). Arn Montag gegen 10 Uhr tarn die Nachricht, daß die Landwirte, die in Riederdorf wohnen, das Vieh aus den Ställen holen sollten. 3n der stockfinsteren Rächt war das Unterbringen des Viehs bei den Rachbarn eine schwere Arbeit. Dienstag früh um 2.15 Uhr wurde jum Schutz des Reisie-Darnrnes die Freiwillige Feuerwehr alarmiert, da das Hochwasser in beängstigender weise stieg. Da die Fluten der einzelnen Flüsse im Steigen begriffen sind, so dürfte ein Hochwasser ähnlich dem Les Iahres 1903 zu verzeichnen sein. Seit der Zeit sind allerdings große Fluhregulierungen vorgenommen worden, so daß immerhin dem Hochwasser etwas Einhalt geboten werden dürfte. Jedenfalls sind umfassende Maßnahmen seitens der staatlichen Strombauverwaltung getroffen worden, um alle in der Räh« der Dämme usw. liegenden Gegenstände fortzuräumen. Wie weiter von amtlicher Seite mitgeteilt wird, dürfte eine Verschärfung der Hochwasserlage dadurch eintreten, daß die Temperaturen im Gebirge, wie auch im Flachlande angestiegen sind. Der Sturm, der am Montag im Hochgebirge Orkanstärke angenommen hatte und auch im Flachlande 25 Sekundenmeter Geschwindigkeit erreichte (100-Kilometerstundengeschwindig- keit) hat mit der weiteren Abschwächung des Stö- * rungszentrums bereits nachgelassen. Die schnelle Deichsel bei Pilgramsdorf ist zu einem wütenden Strom angeschwollen und hat weite Strecken überschwemmt. Der Fluh hat den Höchstwasserstand vom 26. Iuni 1912 überschritten. Die Ehausfeebrücken, die über drei Meter hoch sind, sind vom Hochwasser überspült. Die hierdurch angestauten Wogen suchen sich einen Ausweg, indem» sie Gärten, Wiesen und Gehöfte überfluten und alles im Wege Stehende mit fortreihen. Aus mehreren Gehöften konnte das Vieh nicht mehr gerettet werden und ist in den Fluten umgekommen. In sehr vielen Häusern sind die unterenStock- werke völlig unter Wasser gesetzt, so daß die Bewohner in die oberen Stockwerke und auf d i e Dächer flüchten muhten. Der das Dors Peterwih bei Iauer durchflutende Hellenbach überflutet Gärten und Wiesen., reiht Brücken weg und zerstört die Wohnungen. • Viele Häuser im Riederdorf stehen unter Wasser und muhten geräumt werden. Auch in R a u d t e n ist das Wasser in die meisten Gehöfte eingedrun- gen, so daß die Wohnungen geräumt werden muhten. Das Hochwasser der kahdach Hal bei Schönau katastrophale Formen angenommen. Ls ist das größte Hochwasser feit 1 8 9 7. Der bisher angerichtete Schaden ist auch nicht im entferntesten zu übersehen. Außer dec Stabt Schönau sind mehrere umliegende Dörfer von dem Hochwasser schwer getroffen. 3eder verkehr ist nicht nur auf den Reben-, sondern auch auf den Hauptstraßen unterbunden. Bei Alt-Beckern (Liegnih) ist am Dienstagvormittag der große Katzbachdamm durchgebrochen. Die Fluten setzten im Ru die in der Rähe gelegenen Gehöfte unter Wasser. Das Vieh konnte noch gerade rechtzeitig gerettet werden. Der Damm hinter der Schleuse, der den gewöhnlichen Wasserspiegel der Katzbach um etwa 6 Meter überragt, war bereits in der Rächt zum Dienstag überspült worden. Das Wasser hatte den Dammrand tief eingerissen. Roch in der Rächt wurden die umliegenden Feuerwehren alarmiert. Die Risse wurden mit Sandsäcken ausgefüllt. Das Wasser spülte die Säcke jedoch rasch hinweg. Das niedergelegene Klein- Beckern stand schon vorher f a st v o l l st ä n - Spuk im Hinterhof. Von Oskar Mana Graf. Bislang habe ich immer geglaubt, nur auf dem Lande, auf versteckten Einöden, in verfemten Häusern und uralten Tennen, in Sümpfen und einsamen Torfstichen würde so etwas wie Sput vielleicht noch möglich sein. Voriges Jahr im Herbst aber habe ich ein ähnlich gruseliges Erlebnis auch in der Stabt gehabt. Das war in einer noch ziemlich lauen Oktobernacht. Am Himmel leuchtete zwar der Mond, aber er verschwand immer wieder hinter den dunklen, massigen Wolken, die der Wind dahintrieb. Ich saß vor meiner Schreibmaschine im Atelier, bei offenem Fenster, und arbeitete ungestört. Ab und zu hörte ich die Trambahn läuten und surren, entfernte Autos tuteten, langsam jedoch wurde es still und stiller und schließlich weinte nur noch i>er Wind im Hof. Dieser Hof, in welchem sich die Werkstätten etlicher Gipsformatoren befinden, ist der hinterste und verborgenste. Man muh von ihm aus zuerst durch den Torgang des Mittelhauses und kommt in den Vorderhof. Hat man den durchschritten, muß man wiederum durch den Torgang des Vordergebäudes und gelangt endlich auf die Straße. Ich kann also sagen, daß ich hübsch versteckt wohne, keine Glocke führt zu mir, kein Brief- ober Telegraphenbote erreicht mich nachts, niemand. Mit diesem Hof habe ich übrigens vor Jahren einmal eine sehr nette Geschichte erlebt und ich muh sie erzählen, weil sie mit dem Nachfolgenden ein ganz klein wenig etwas zu tun hat. Nämlich einmal — es befand sich damals in einer Gipsformatorenwerk- ftätte noch das Büro — hörte ich tief in der Nacht unter meinem Atelier Männerstimmen und leuchtete zum Fenster hinunter. „Was ist denn los?" fragte ich und die drei Männer antworteten, sie seien Büroangestellte des Büros, ob ich nicht so gut sein möchte, sie beim Haustor hinauszulassen, sie hätten bis jetzt an der Bilanz gearbeitet und feinen Schlüssel. „Ja bitte! Warten Sie!" sagte ich, schlüpfte in eine Joppe, ging hinunter und ließ sie also aus dem Haus. Am andern Tag in der Frühe weckte mich ein aufgeregtes Gerede der Gipsformatoren. Ich horchte genauer urh erfuhr dadurch daß in dcr vergangnen Nacht in das Büro cingebrochen worben war. Dreihundert Mark, viele Brief- und Jnvalidenmarken hatten die Diebe erwischt und — ich hatte ihnen arglos das Haustor aufgeschlossen. Es läßt sich denken, daß ich seit dieser Zeit vorsichtiger war, wenngleich die Gipsformatoren ihr Büro kurz darauf in ihre Wohnung verlegten und von da ab eigentlich aus ihren Werkstätten und im Hof nichts mehr zu holen war. In jener windigen Oktobernacht vorigen Jahres nun hörte ich auf einmal ein sehr verdächtiges, ratterndes Geräusch, das sich unregelmäßig wiederholte. Kurzerhand nahm ich die Zuglampe, ging ans offene Fenster und leuchtete hinab in den verlassenen Hof. Da plötzlich flog etwas großes Schwarzes kaum meterhoch über mich weg durch die dunkle Luft. Flog, gab einen seltsamen schwirrenden Laut von sich und — ffft — war es weg. In meiner Bestürzung wußte ich mir nicht gleich zu helfen, zitterte auch leicht und jetzt, als ich endlich imstande war, in die Richtung zu leuchten, in welche das grausige Ding geflogen war, sah ich nichts mehr, hörte aber wiederum das Rattern. Es war fast so, als steige jemand ganz hinten kratzend über die mannshohe Mauer. Ich besann mich kurz, dachte hin und her, rief etliche Male in das Dunkel, suchte mit meiner Lampe herum — still war es wieder, nichts entdeckte ich. Ich überlegte: „Eine Katze kann es nicht gewesen sein. Die fliegt doch nicht. Für einen Vogel war das Ding viel zu groß ... Und ein Mensch? ... Dummes Zeug! Unsinn... Du hast dich geirrt, bist überreizt ..." Trotzdem, ich konnte mir doch nicht aus- reden, daß ich wirklich etwas gesehen hatte, fand keine einleuckstende Erklärung und — weiß Gott — cs lief mir auf einmal falt über den Rücken hinunter, ich schloß hastig das Fenster und schlug den Vorhang vor. „Quatsch! Blödsinn!" schimpfte ich mich schließlich selber, ging abermals an die Schreibmaschine und arbeitete mit Gewalt weiter. Nach einer Weile war ich wieder ganz ruhig, nach etlichen Stunden hatte ich die Sache vergessen. Draußen heulte jetzt der Wind viel stürmischer. Ich nahm wie gewöhnlich meine Briefe und wollte sie zum Brieffasten bringen. Während ich über die Stiege hinunter ging, fiel mir auf einmal wieder das schwarze Ding ein und da stieg mir ein leichtes Gruseln auf. Ich trat aus der Ture des Atelierhauses Der Mond stand halb bir' r ben Wolken unb entfd;älte sich fanafam. Der Wind blies heftig, ich ging mit schnellen, großen Schritten auf das Tor des Mittelhauses zu, dessen einer Flügel weit offen stand und da — entsetzlich — hörte ich plötzlich hinter mir wieder dieses Schwirren in der Luft, drehte mich jäh um, schaute auf und sah abermals das schwarze, grausige Ding bireft auf mich zufliegen. Ich jagte mit einem wilden TiXetiortfiAo ito< .berdtei 30 Wd' Lonf lerlli O o \ Hsgent. Parß < Bdren .. ---V-lng6 =Ä/ -F-ßd - ' ----Still Hfl ntxtfl f 3 /Vc . W.-.v*. . .- viv.v>x-Zw.v.v:............./ ........rf»#*------.... „ . ..r, 48400 KILO Kl SS NE ß. .. V. ' V, U K Ab ip' 4 > , ’n? || Ho ry ■ SW REUERBUR6 OVERSTOLZ 5 PF. RAVENKLAU 6 PF. staubfrei — schmecken niemals bitter! s ^ie können unsere Angaben nachprüfen: Wenn Sie durch eine HAUS NEUERBURG- Zigarette blasen - ehe sie brennt so werden Sie keine Spur von Staub bemerken. STAUB! Monat für Monat wird diese Staubmenge von den Filter- Kammern unserer Entstaubungs-Anlagen aufgefangen. Nicht weniger als 36 Güterwagen müssen die Last im Laufe eines Jahres aus unsern Fabriken tragen. Diese gewaltigen Staubmengen, für die wir den vollen Tabakpreis bezahlen mußten, gehen allerdings der Produktion verloren; sie sind zu nichts anderm mehr zu gebrauchen als zur Schädlingsbekämpfung im Gartenbau. 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Schon voc Heun- kirchen wachsen aus den weitgeschwungenen Wäldern schlanke Schornsteine auf, und die grauen Silhouetten der hohen Schachttürme verraten, daß hier tief unter der Sohle des Gebirges die flözreichen Schichten der Kohlenformation beginnen. Oefen uni> Essen speien dunkle Rauchwolken aus und werfen nächtens brandroten Schein gegen den Himmel. Ein seltsam wildes Dcrgland ist das Saar- revicr hier, wo das rheinische Schiefergebirge endet. Bor undenklichen Zeiten hat das Hrmeer, Schicht um Schicht den feinkörnigen Schlamm ab- logernd, diese Berge geformt: diese umspülte später das Triasmeer und lieh die steil und hochgetürmten gigantischen Sandsteinblöcke zurück. Rauch quillt aus den Tälern auf. Beruhte Schlote recken sich über ein Gewirr von Werkstätten und Rrbeitsschuppen. 2 e näher man kommt, um so heller klingt das Lied der Arbeit herüber. Ansiedlung reiht sich an Ansiedlung und Zeche an Zeche bis hinunter nach dem mächtig ausblühenden Saarbrücken, das vor mehreren Zähren mit den Orten St. Johann. Walstatt und Bürbach vereinigt wurde. Etwa fünfzehn Kilometer nordöstlich von Saarbrücken liegt am Ende der Fischbachbahn bei dem Städtchen Quierschied die Grube Wayda ch. Unermüdlich kämpfen hier Tausende in den tiefen Schächten um dos schwarze Gold der Erde, die Kohle. Roch ernster wurden die wissenden Augen der Bergleute, als sie der toten Brüder von Alsdorf gedachten, denen die Glocken das letzte Geleit-gaben. Aber das Trauergeläute war noch nicht verhallt, als man in Quierschied plötzlich dicke Rauchschwaden bemerkte, die aus dem Wettersührungsschacht der Grube Maybach ausstiegen. Sie Kunde von einer Explosion unter Tag läuft durch den Ort. Bald drängen sich die Angehörigen der eben eingefahrenen Bergleute vor den Toren der Zeche, um genauere Angaben zu erfahren. Einige alte Bergleute, an deren geschwärzten Gesichtern man erkennt, dah sie von der Anglücksstelle kommen, geben mit kärglichen Worten ihren Vermutungen Ausdruck. Zn diesen ruhigharten Mienen stehen die schweren Schicksale der unter Tag Arbeitenden ein- gcgraben, aus ihren Gesten und Gebärden glaubt man zu spüren, dah sie täglich im Todesstollen stehen. Richt gern erzählen sie von ihren Berufsgesahren. denen sie in den Schächten jeden Augenblick ausgesetzt sind: Schlagwetter, Verschüttungen, Brände. Feuer unter der Erde ist nur sehr schwer zu löschen und richtet nicht selten den ganzen Schacht zugrunde. Es gibt sogar unlöschbare Feuer. So geriet um das Zahr 1668, also vor rund 250 Zähren, im Saarkohlenrevier eine Schicht der Dudweiler Steinkohle in Brand. Natürlich ließ man fein Mittel unversucht, das Feuer zu ersticken. Man unterbrach die etwa vier Meter dicke Kohlen^chicht durch eine Brandmauer und verstopfte die Erdspalten, um der Luft den Zutritt zu dem schwelenden Feuer zu verwehren., Es half nichts. Die Dudweiler Kohle brannte weiter trotz aller Löschversuche, und sie brennt -- heute noch. Hundert Zähre später. 1770. stand der junge Goethe auf dem brennenden Bergwerk und gab nachher in „Dichtung und Wahr- heit" eine Darstellung davon, die heute noch zu- trifft: „Ein starker Schwefelgeruch umzog uns: die Höhle war nahezu glühend, mit rötlichem, weitzgebrannten Stein bedeckt: ein dicker —ambf ?u8 den Klunfen hervor, und man fühlte Die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen." Furchtbar find auch die Derfchüttun- $uec durch manche Kohlenflöze ziehen sich Erdstrecken, die hier und da versprengte Hohl- raume bilden, die mit Wasser und meist fan- Diger ©rbe ausgefüllt find. Schlägt oder bohrt ein Bergmann sie an, so bricht die Masse heraus. reiht den Stollen mit sich, und das Revier geht in den meisten Fällen zu Bruch. Run selten werden die verschütteten Knappen gerettet, benn die gleichzeitig auftretenben Gase und die hinzutretenben Wafsereinbrüche vernichten alle die vom Eteinschlag verschont blieben. Die schlimmste Gefahr für die Bergleute äst das schlagende Wetter. Hierunter versteht man ein Grubengas, das in Hohlräumen des Gesteins eingeschlossen ist. Wird ein solcher Hohl- raum nun von der Spitzhacke oder dem Bohrer yetrosfeii, so strömt das färb- und geruchlose, aber äußerst leicht brennbare Gas in den Schacht, um bei Vermischung mit frischer Luft unter gewaltigen Detonationen zu explodieren. Der Engländer Humphry Davy konstruierte vor etwa 120 Zähren eine Sicherheitsgrubenlampe, bie heute noch in derselben Form gebräuchlich« ist und ungezählten Bergleuten das Leben gerettet hat. „Das Wetter hat geschlagen!" sagt der Knappe, der auf einer anderen Abbausohle tätig ist. wenn er die Explosion hört. Zn dem Anglücksschacht verlöschen die riesigen Stichflammen. Finsternis liegt in den Gängen, wer sich noch retten könnte, muh in dem Rachschwaden, Öen durch die Explosion hervorgerufenen kohlen- oxydhaltig^n Grubengasen, ersticken. Hier gilt das alte Wort, das schon in römischen Bergwerken zu finden war: Cita mors ruit! Schnell bricht der Tod über den Menschen herein. ilcbeMsige Änsuhk, auch eine KMaWchl. Der in Nr. 239 unseres Blattes erschienene Artikel „Hintergründe der Kapitalflucht" hat einen mit R. G. gezeichneten Artikel „M i l l i a r b e n o e r I u ft c am Kapitalvermögen" in Nr. 250 aus- gelöst. Wir freuen uns, daß die darin berührten, für unser Wirtschaftsleben so bedeutungsvollen Fragen zur öffentlichen Erörterung gcftellt werden und auf diese Weise zu einer Aussprache führen, die anregend und befruchtend wirken kann. Der Einsender des ersten Aufsatzes schreibt uns: Herr N. G. hat mit der Bemerkung, daß die nach dem Ausland abgewanderten Gelder wieder in die Heimat z u r ü ck f l i e ß e n , sobald das notige Vertrauen zurückkehre, recht, — aber nur 3 um Teil. Es ist einmal zu berücksichtigen, daß der deutsche Kapitalist durch die niedrigeren Zinsen des Auslandes einen empfindlichen Verlust an '•heute erleidet, ferner aber, daß er sicher auch einen Verlust am Kapital mit in den Kauf nehmen muß, wenn er dermaleinst die gekauften Auslandspapiere wieder verkaufen will. Die hohen Kurse der Auslandswerte find gerade durch die Nachfrage nach solchen infolge unserer Kapitalflucht gestiegen, sie werden wieder fallen in dem Augenblick, in dem die deutschen Kapitalisten wieder zum Verkauf dieser Werte schreiten. Angebot und Nachfrage regeln auch hier die Preise. 'Der Ausfall an Zinsen und der spätere Kursverlust sind aber auch Verluste, die sehr hohe Werte annehmen und die dem deutschen Bolksvermögen unwiederbringlich zugefügt werden. Die andere von dem Artikelschreiber erwähnte Kapitalabwanderung — Verbrauch meist unnötiger Artikel aus dem Ausland — ist allerdings auch von größter Bedeutung. Wenn wir einmal unser tägliches Leben mit 'kritischen Augen betrachten, werden wir erkennen wie sehr unsere heimische Wirtschaft mit der Weltwirtschaft verbunden ist, wie wir fast jede Stunde des Tages daran erinnert werden, daß wir Erzeugnisse des Auslandes genießen, verarbeiten oder verwerten, ja daß wir ohne solche Dinge gar nicht leben fön« nen. Ganz ohne Einfuhr fremder Erzeugnisse können wir nicht leben und arbeiten, einmal weil ein großer Teil von unserer heimischen Wirtschaft überhaupt nicht, oder nur zum Teil erzeugt werden kann, ferner aber auch, weil wir dem Ausland Produkte abraufen müssen, wenn unsere Industrie beschäftigt und mit Auslandsaufträgen versehen werden soll. Wir müssen aber bei diesen Dingen unterscheiden zwischen notwendigen und mehr oder weniger entbehrlichen Erzeugnissen. Solange wir für Kaffee, T e e und Kakao keine entsprechenden Ersatzmittel haben, müssen wir diese einführen. Daß es sich hier um recht beträchtliche Summen handelt, zeigt uns das Statistische Jahrbuch des Deutschen Reichs. Danach wurden im Jahre 1929 an diesen für zusammen nahezu eine halbe Milliarde eingcsührt. An Eiern, die wir zur Ernährung unseres Volkes dringend benötigen, haben mir in 1929 für 280 Millionen Mark eingeführt. Unsere heimische Landwirtschaft kann den steigenden Konsum noch nicht befriedigen, obwohl sie diesem Zweig in den letzten Jahren steigende Aufmerksamkeit zuwandte. In 1908 wurden nur für 136 Millionen Mark ein- geführt. Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß der Eierverbrauch im Inland stark zugenom- tnen hat, wenn vielleicht auch ein großer Teil nicht unmittelbar zum Genuß Verwendung findet, son- öern industriell verarbeitet wird. Wenn wir einmal untersuchen, aus welchen Ländern wir heute Eier beziehen, so fallen uns einige interessante Verschiebungen gegenüber der Vorkriegszeit auf. Aus dem kleinen Holland bezogen wir im Jahre 1908 für 4,4 Millionen Mark, heute für 82,2 Millionen Mark Eier. Für Italien stellen sich die Ziffern auf 7,2 Millionen Mark in 1908 und 13,07 in 1929. Dänemark, das in der Vorkriegszeit kaum nennenswerte Mengen Eier ausführte, lieferte uns in 1929 für 20 Millionen Mark. Da tauchen für uns zwei Fragen auf: können mir uns nicht von dieser Eiereinfuhr zumindest teilweise frei machen und rote kommt es, daß Länder, wie Holland, Dänemark, die doch wohl sehr ähnlichen klimatischen und landwirtschaftlichen Verhält- Nissen unterliegen, wie unsere norddeutsche Tiefebene, sich von eiereinführenden zu eieraussüh- reu den Ländern wandeln konnten? Vielleicht kann sich hierzu ein Fachmann äußern. Schlimmer noch ist es mit der Butterein- fuhr. In den Jahren 1928 und 1929 haben mir für 435 Millionen Mark, bzw. 461 Millionen Mark Butter vom Ausland bezogen. Auch bei diesem Ar- tifcl fällt uns die Tatsache auf, daß Dänemark mit 155,8 Millionen Mark und Holland mit 113 Millionen Mark an der Spitze marschieren, wahrend Rußland, das in der Vorkriegszeit an der zweiten Stelle der Einfuhrländer stand, in 1929 - nur für 19 Millionen Mark Butter an uns lieferte. Die Tatsache, daß mir ein stärker industrialisiertes Land sind, als die vorgenannten, kann allein nicht maßgebend fein. Woher kommt es, daß wir z. B. in 1908 nur 34 Millionen Tonnen im Werte von 74 Millionen Mark einführten, in 1929 aber 135 Millionen Tonnen im Werte von 461 Millionen Mark? In welchem Maße hat die Eigenproduktion sich in den letzten Jahren im Vergleich zur Dor- kriegszeit entwickelt? Nach dem Statistischen Jahrbuch waren in 1908 20 Millionen Stück Rindvieh in der deutschen Landwirtsä>aft vorhanden, in* 1928 wurden 18,4 Millionen Stück gezählt. Eine andere Frage, deren Klärung von Interesse wäre, ist die, wie hat sich der Verbrauch an Butter im Inland in den letzten Jahren entwickelt? Hierbei ist zu berücksichtigen, daß in der Kriegsund Nachkriegszeit der Verbrauch an Margarine erheblich zugenommen hat. So führten wir in 1929 für insge|amt 212,6 Millionen Mark ein. Für 164,7 Millionen Mark wurde wieder ausgeführt, also veredelt, so daß immerhin auch für diese Produkte 47,9 Millionen Mark an das Ausland abfloffen. — Daß wir für Käse im Jahre 1929 für 106 Millionen Mark einführten — 61 Millionen Mark aus Holland und 17,3 Millionen Mark aus der Schweiz — ist ebenfalls eine bedauerliche Erscheinung. Auch in diesem Produkt konnte durch Hebung der Eigenproduktion noch manct-es geschehen. Ganz besonders hoch und unsere Volkswirtschaft schwer belastend sind die Einfuhrziffern von Gemüse, Obst und Südfrüchten, in 1929 insgesamt für 598,7 Millionen Mark. Die Einfuhr dieser Produkte hat gegenüber der Friedenszeit eine Steigerung erfahren, mic kaum ein anderes Erzeugnis. Bananen und Apfelsinen haben an dieser Steigerung wohl den größten Anteil. Bei weiser Beschränkung des einzelnen konnten hier dem Dolksvermögen gewaltige Summen erspart werden. Jeder Deutsche gibt allein für diese drei Kategorien jährlich 10 Mark aus. Sollte cs nicht möglich fein, unserem Volk klarzumachen, roie leichtsinnig manche Mark ausgegeben wird? Für Branntwein und Sprit (einschl. Brennspiritus) wurden 1929 6,12 Millionen Mark, für Wein und M o st 60,76, für Bier 6,13, für sonstige Lebens mittel und Getränke 113,53, zusammen also 186,54 Millionen Mark an das Ausland bezahlt. Da aber die Ausfuhr in den vorgenannten Erzeugnissen insgesamt 125,47 Mill. Mk. betrug, mithin insgesamt nur 61,07 Mill. Mk. eingeführt wurden, so ist diese Mehreinfuhr an sich nicht so schwerwiegend. Immerhin konnten uns auch da Werte erhalten bleiben, wenn mir uns daran gewohnten, statt franzöfisclxer und spanischer Weine, deutsche Weine und statt Tschechenbier deutsche Biere zu trinken. An R o h t a b a f c n wurden in 1929 für 248 Mill. Mk. importiert. Davon entfallen allein auf Bulgarien 21,4 Mill. Mk., auf Griechenland 66,4 Mill.'Mk, die Türkei 31 Mill. Mk., zusammen 118,8 Mill. Mk. für Zigarettentabake! Wenn in den letzten Monaten die Spalten der Tageszeitungen angefüllt sind mit Abhandlungen über Sparmaßnahmen, so sollte man das Sparen nicht Immer von anderen verlangen, sondern sich selbst auch einmal die Frage vorlegen: was kann ich im Interesse des Bolksganzen tun, um an der Wiedergesundung unserer Finanzen mit- zuarbeiten? Vielleicht regen die obigen Ausführungen unsere Hausfrauen, unsere Familienväter und auch die 3ugenb an, über diese Frage einmal nachzudenken. Wir können ohne Beeinträchtigung des Wohlergehens und der Gesundheit des einzelnen im Interesse des Bolksganzen manches in unserer Lebensweise ändern und damit dieser Art von Kapitalflucht entgegenwirken. In diesen Zeiten der Not sollte jeder etwas mehr Verantwortungsgefühl dem Dolksganzen gegenüber entwickeln. WMW-WSM Roman von Hans Friedrich. Hrheber-Rechtssch utz durch 'Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten „Zst hier eine Brieftasche mit deutschen und österreichischen Banknoten als gefunden abgegeben worden?" Man bedauerte. Riemand hatte etwas gefunden. Ein paar Touristen sahen dem Davon- eilenden nach. Der Mann tat ihnen leid, sah nicht aus wie einer, der den schmerzlichen Verlust lächelnd entbehren kann. Dann löffelte man weiter, verlor den Suchenden aus Blick und Gedächtnis. Die Sonne stand schon bedenklich tief, als Gutenberg endlich den obersten, gestern erreichten Punkt am Grieskofel erreicht hatte. Erschöpft sank er dort auf eine Felsnase. Sein Blick war trüb und umflort. Don seinem Eigentum hatte er leine Spur zu finden vermocht. Zn zwei Stunden würde die Dämmerung hereingebrochen fein, bann war es aus mit dem Suchen, dann mußte er sich beeilen, ins Tal zurückzukommen — als Bettler. Hunger • quälte ihn. Er versuchte, zu essen, 9-uo es aber auf: denn jeder Dissen würgte ihn nn Munde. Mit hängendem Kopf und zitternden ©liebem trat er den Abstieg an, ohne zu wissen, ui welche Gefahr er sich begab. -Oft geriet er ins Gleiten, hatte aber stets ©lud, wieder festen Boden unter die Füße zu bekommen. Dann erwachte noch immer der Selbst- erhaltungstrieb. Zum Teufel, durfte sich ein Mensch soweit verlieren, dah er sich wegen einiger schmutziger Geldscheine selbst aufgab? Schon der Gedanke an Trude verlieh ihm neue Kraft. Wer sagte ihm denn, daß er bei einem etwaigen Absturz nicht als Krüppel ins Leben zurücktehrte? Was dann? Etwa Gertrud zur Last fallen für ein ganzes Menschenalter? Mit zusammengebissenen Kiefern kletterte er weiter, sich mit Händen und Füßen sichernd, so gut oder so schlecht es ging. Tiefe Schatten fielen von den Felsen auf feinen Pfad. Es war höchste Zeit, sich zurückzufinden zu den Menschen im Tal. Gefährliche Torheit, um diese Zeit rwch mutterseelenallein im Hochgebirge zu kraxeln! Mit knurrendem Magen und einem fatalen ■Sittern in den Knien kam Gutenberg Meter um Meier abwärts. Mehr und mehr spürte er feine Willenskraft schwinden. „Wenn ich wenigstens bis zur Almhütte komme!" sprach er sich Mut zu. Da kam ihm zugleich wieder die Hilflosigkeit seiner Lage zum Bewußtsein: Was wollte er ohne einen Pfennig Geld beim Wirt?! Sollte er zum Schaden noch den Spott haben? Ach, man konnte das Bezahlen morgen erledigen. Vielleicht half ihm Mute Hansen mit einem kleinen Betrag aus. Aber auch dieser Zdee konnte er keinen Geschmack abgewinnen. Rein, von Mute wollte er nichts borgen. Sein Ehrgeiz wurzelte so tief: Das sind die besten Freunde, die einander nicht zur Hilfeleistung beanspruchen! Unnütze Quälerei. Weiter! Rur jetzt den Mut nicht verlieren! An den Verlust dachte Heinz Outen berg nun nicht mehr. Alle Willenskraft spannte er in bie Erhaltung seines Lebens. Schritt um Schritt abwärts. Zeber Dezimeter wollte erobert werben. Plötzlich verlor er den Halt. Was ist das für ein tiefer Schatten links? Das war fein letzter Gedanke. Er kam ins Gleiten aus dem weichen Lös des Bodens, immer rascher abwärts. Die Hände sanden in dem rutschenden Boden keinen Halt mehr. Ebensowenig die Füße mit den Rageischuhen. Dlihgeschwind erkannte Gutenberg die Gefahr. Zu spät. Ein erstickter Schrei — — dann Stille. Als Gutenberg aus seiner Ohnmacht erwachte, war es Rächt. Das erste, was er spürte, war Kälte. Er lag auf einem Geröllhaufen, rechts und links hoch aufragenbe schwarze Felsen, ganz oben ein winziger Ausschnitt tounberbar klaren, besternten Himmels. Der Abgestürzte machte eine Bewegung. Es ging. Run rappelte er sich auf. Richts schmerzte. Er befühlte sich. Alles in Orbnung. Rur int Kopf spürte er einen bumpfen Druck. Allmählich kehrte mit ben wiedererwachenden Lebensgeistern auch das Erinnerungsvermögen zurück. Run begriff er: Von da oben war er ins Gleiten gekommen. Immer schneller hatte ihn der tiefe Schatten aufgefogen. Ein Glück, dah er immer auf weichem Lösboden gerutscht war! Andernfalls wäre er wohl kaum imstande gewesen. jetzt noch leidlich vernünftig zu denken. Erste Regung: Aus Rettung! Vor Hunger taumelte er wieder nieder. Da war ein vorragender Stein. An den war er vorher angeprallt, der trug Schuld an seiner Bewußtlosigkeit. Aus der Höhe rutschte Erdreich nach. „Hm Himmelswillen — hier werde ich lebendig begraben!" schrie Gutenberg, die Gefahr erkennend. Er suchte in seinen Taschen und sand noch etwas Brot, das er int Heißhunger verzehrte. Au, die unerhörte Anstrengung von gestern und heute folgte nun die Reaktion. Der Hnglückliche fühlte sich an allen Gliedern wie zerschlagen. Er wußte: Selbst wenn er heil diesem Felsenkerker entrann, würde er Tage brauchen, um wieder in den Vollbesitz seiner Kräfte zu gelangen. Die Ansprüche, die der Magen stellte, waren leidlich befriedigt. Run vorwärts, an die Rettung. Da die Augen versagten, wurden die Hände zum Ertasten der näheren Hingebung zu Hilfe genommen. Das Ergebnis war niederschmetternd: Auf der einen Seite harter Fels. Auf der anderen Seite lockeres Erdreich, gelöster Stein, wie es Frost und Regen in Zahrmillionen zernagt hatten. Gutenberg kalkulierte ganz richtig: „5)er geringste Erdrutsch von dieser Seite wird mir zum Verhängnis. Dann werde ich in dieser Felsspalte lebendig begraben. Ein rollendes Steinchen, der Tritt einer Gemse kann mein Schicksal bestimmen .. Das waren niederschmetternde Aussichten. Hnd doch mußte er versuchen, Rettung aus eigener Kraft wenigstens zu versuchen. Er tat ein paar Schritte auswärts. Es ging. Wohl fünf Meter hatte er sich hochgeschoben mit Händen und Füßen. Schon regte sich schüchtern ein Hoffnungspflänzchen — da begannen bie Erbmassen wieder zu gleiten. Zn weniger als zwei Sekunden sah sich Gutenberg wieder am Grunde der Spalte. Heiße Angst um das nackte Leben kroch ihm ans Herz, preßte ihm die Brust zusammen, dah die Atemzüge pfeifend aus seinen Lungen gingen. Grauenhaft deutlich sah er sein Schicksal scharf umrissen vor sich. Menschlein. Menschlein, du zogst aus, einen Roman zu erleben, am eigenen Leibe zu spüren — da hast du ein Kapitel — aber gib acht, daß es dich nicht zermalmt! Wie Frevel erschien jetzt dem Aermsten sein Hnterfangen. Hnwillkürlich formten feine Lippen Gebetsworte. Heinz Gutenberg gehörte nicht zur Schar der Gottesleugner, — aber so intensiv, so im Innersten gepackt durch kalte Todesnähe hatte er noch nie in seinem Leben Zwiesprache mit Gott gehalten. Hnb wirklich kam eine gewisse Ruhe und Selbstsicherheit über ihn. Er schien fast körperlich zu suhlen, daß es noch nicht mit ihm zu Ende sein sollte. Wieder und wieder wagte er ben Anstieg, manchmal vorsichtiger, manchmal ungeftümer. Das verlorene Geld — bah. kein Gedanke mehr daran! Rur erst oben fein, nur Leib und Seele aus dieser Rächt ins Licht eines neuen Morgens gerettet haben — vor diesem Ziel versank alles Materielle ins Richts. Es glückte nicht. Von oben herab schien eine Riesenfaust den Hnglücklichen immer wieder in die Tiefe zurückzustoßen. Zuletzt kam so viel Schutt nachgerollt, dah der Todgeweihte fast bis an den Hals darin begraben wurde. So stand er eine Weile, den Blick zur Höhe gerichtet, mit versagenden Lungen atmend. Richt einen einzigen Schritt wagte er noch zu tun. Unter unsäglichen Mühen gelang es ihm. sich aus der Umarmung der Erde zu befreien. Den Rest der Rächt wanderte er ruhelos in feinem grausamen Gefängnis auf und ab. Run wußte er, was Todesnähe fei. In dieser Hinsicht würde ihm kein Dichter der Welt mehr etwas voraushaben. Eine solche Szene würde er sehr realistisch darzustellen vermögen — vorausgesetzt, daß ihn sein Schicksal aus dieser Hölle wieder entließ... Der Morgen graute. Hier unten wurde es nur widerwillig Tag. Und nun erst sah Gutenberg, daß er dieser Gruft nicht aus eigener Kraft entrinnen könne. Hoffen und Harren kann viel schrecklicher und zermürbender sein, als eine jähe Tat. Für Heinz Gutenberg begann jetzt erst das Martyrium. Stunde um Stunde verrann. Iede zu sechzig Minuten. Iede Minute zu sechzig Sekunden. Man spricht von unausdenkbaren Ewigkeiten, von tausend Iahten. die vor Gott wie ein Tag sind — der winzige Mensch in Bergnot wußte nun, dah selbst Sekunden in ihrer grauenhaften gleichförmigen Aufeinanderfolge zu einer Höllenewigkeit, zu einer schrecklichen Verdammnis werden können. Er hatte einige Vertiefungen und Scharten im Fels ausfindig gemacht. Auch hier wagte er den Qlnftieg —_ und war froh, als er aus einigen Metern Höhe wieder heil unten in der Sohle ankam. „TEenn mir kein Retter ersteht, stürze ich mich von da herab!" nahm er sich vor. fest gewillt, dem Hungertod durch ein rasches und selbst herbei- geführtes Ende zu entgehen. Das war am Vormittag. Aber schon drei Stunden später wußte er. daß seine Lebensgeister viel zu zähe waren, um diesen Entschluß jemals in die Tat umzusehen. Der Wille zum Leben war mächtiger, als der Wille zum Sterben. Gegen drei Hhr nachmittags wurde es schon wieder Rächt in Gutenbergs Verlies. Mehrfach legte er die letzte ganze Kraft in einen schallenden Hilferuf. Kein Mensch antwortete. Man schien ihn vergessen, jetzt schon aus der Liste der Lebenden gestrichen au haben. Eine Stunde später legte et M) merkwürdig ergeben in die steinerne Rinne, ^n Geiste nahm er Abschied von Trude, seinem Weibe. Seine Gedanken schufen eine Brücke, baten her fernen Frau alles ab, womit er sie je gekränkt und beleidigt hatte. Seine Hände griffen zum Rotizblock und zur Dkeifeder. Als er zum Schreiben ansetzte, tauchte Mutes Kopf oben am Rande auf und nannte feinen Damen. Die Retter waren da. (Fortsetzung folgt) Aus der Provinzialhauptstadt. Giehen, den 29. Oktober 1930. Eröffnungsabend der Volkshochschule Gießen. Es war zu begrüßen, daß tierr Hegar die Winterarbeit der Volkshochschule nm Samstagabend im Großen Hörsaal der Universität mit einem aufklärenden Vortrag eröffnete. Prägnant zusammengefaßt hierüber folgendes: Hinsichtlich der bildungssuchrnden Menschen sind zwei Schichten zu unterscheiden: einmal die Kreise, deren günstige wirtschaftliche Lage — also deren Sorgenfreiheit — es gestattet, sich in Ruhe und Muße zum Kulturträger heranzubilden. Von ihnen unterschieden sind die Volksgenossen, bei denen wirtschaftliche und berufliche Ünsicherheit hemmend auf die geistige Entwicklung und Pflege des Jnnenmenschen einwirken. Aber auch solchen Menschen muß eine Erhebung ihrer Seele über die Alltagssorgen hinaus ermöglicht werden. Diese Volksschicht darf als kulturbringender und kulturfördernder Faktor des Volkstums nicht geistig und seelisch verelenden. — Es ist nicht das Ziel einer Volkhochschule, ihren Hörern das Rüstzeug zur Erlangung irgendeiner äußerlich günstigen Lebensstellung au verleihen. Zu diesem «treben gibt es andere Ausbildungsmöglichkeiten. Vielmehr wendet sich die Volkshochschule an den Menschen, der schicksalsgebunden bleiben will, d. h. an den Menschen, der zufrieden ist mit dem Platz, auf den ihn nun einmal das Schicksal aestellt hat. Die Volkshochschule erblickt ihre hohe Mission darin, diesen für die Erhaltung unseres Volkstums so außerordentlich wertvollen Menschen Armen und Ohren zu öffnen für unsere geistigen Errungenschaften, ihre Herzen begeistern und ihren Blick zu schärfen für schöne und wahre Kunst, ihre Seele und ihr Gemüt zu pflegen, Charakter- und Herzensbildung am Menschen zu betreiben. Diese Kulturmission darf — auf Gießen angewandt — das mittelstädtische Gemeinwesen nicht allein zum Wirkungsfeld haben; eine Verschmelzung der Volks- hvchschultätigkeit in Stadt und Land — vor allem durch gegenseitigen Austausch von Lehrkräften — wird hier befruchtend wirken. Der weitere Verlauf des Abends führte gleich in die praktische Volkshochschularbeit hinein: Volks- kun st abend des Kammerorchesters. Der vollständig besetzte Saal ließ starkes Interesse an dieser Art gemeinsamen Musizierens erkennen. Einleitende Worte von Musiklehrer Franz Bauer jun. klärten über die Ziele dieser musikalischen Arbeitsgemeinschaft auf: kein berufsmäßiges Musizieren vor einem hierzu eigens erscheinenden Konzertpublikum, sondern zusammenfassende Darbietung des in mühsamen uebungsstunden erarbeiteten musikalischen Stoffes vor den Mitgliedern der Volkshochschule, ihren Gästen. Freunden und Förderern. Wenn die Leitung des Orchesters für die musikalische Bildungs- arbeit seiner Mitglieder Werke der Bachzeit (Bach, Telemann, Händel - d'Allabaco) wählte, so dokumen- liert sie hiermit in pädagogischer Weise die einfache Tatsache, daß es wieder an der Zeit ist, im Sinne und Geiste dieser Kunstepoche zu musizieren; denn ein großer Teil allermodernster Musikliteratur weiß wohl seelisch zu erschüttern, aufzuwühlen, zu reizen; vermag leider aber nicht in dem Maße zu vertiefen, .zu erbauen, zu veredeln wie die erwähnten alten Meister. Wer die Darbietung unter diesem Gesichtswinkel betrachtet und ohne Voreingenommenheit mit aufnahmefähigem und kunstverlangendem Gemüt die Werke auf sich wirken ließ, spürte in seinem Innern, eine Dankesschuld abtragen zu müssen denen, die sich diese Werke zum musikalischen Besitz erarbeitet haben und sie in so erhebender Weise vortrugen. Frau Minna Wolfs sang mit ausgezeichneter Einfühlung in den Bachstil mit absolut musikalischer Sicherheit, rhythmisch genau und tonlich rein. Ein sicherlich ernsthaft betriebenes belle-canto»<5tubium mag zu dieser beachtenswerten Stufe stimmlichen Könnens geführt haben; insbesondere war dies in den Rezitativen und Messias-Arien zu erkennen. Herr Helm-Eger begleitete auf der Flöte recht geschmackvoll die Bachsche Kasfekantate. In Frau Elfriede Fischer besitzt das Orchester eine Cem- balistin von durchaus führender Sicherheit und feinfühlender Einordnung in den Klangkörper. Starker Beifall lohnte die fleißige Arbeit des Streichorchesters und seines künstlerisch hochstehenden Führers. Plastisch klar differenziert waren die in der Telemannschen /^-Moll- Suite enthaltenen Tanzformen. Dankbar begrüßt wurde es. daß das Orchester ein Werk eines bis jetzt weniger bekannten Meisters des 18. Jahrhunderts bot, d'Allabaco, der es verdient, neu belebt zu werden. Mit dem Studium der Einleitung des „Messias" hat sich das Orchester in den Händel-Stil eingearbeitet und sich hierdurch auf eine innerliche Aufnahme und in das Der- ständnis der im Februar kommenden Jahres vom Konzertverein beabsichtigten Messiasaufsüh- rung vorbereitet; denn Zweck des gemeinsamen Musizierens ist, durch praktische Musikpflege Werke unserer Meister zu verstehen und zu erleben. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater: „Reidhardt v. Gneisenau", 19$ bis 22$ Uhr. — Bürgerverein Gießen: Versammlung, 20 Uhr, im Postkeller. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Spielereien einer Kaiserin". — Astoria-Lichtspiele: „Polizei-Spionin 77". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend findet die Erstaufführung von Wolfgang Goetz' Schauspiel „Reidhardt von Gneisenau" statt. Die Bearbeitung und Regie, sowie die Hauptrolle liegt in Händen von Oberspielleiter Walter Bäuerle. Mitwirkende Damen: Schwend, Walther-Lederer, Herren: das gesamte Solopersonal. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22.30 Uhr. Die Bühnenbilder stammen aus der Werkstatt Karl Löffler; Kostüme: Kurt Huber. — Volkshochschule. Auf die heute beginnenden Mittwochskurse wird im heutigen Anzeigenteil besonders hingewiesen. — „Paulus und b i e Gegenwart." lieber dieses Thema spricht Lic. Robert Goebel. Der Vortragende wird solche Seiten der paulinischen Anschauung schildern, die einen weiteren Beitrag geben zur Frage: „Christentum und Okkultismus . Der erste Vortrag, am Freitag, 31. Oktober, behandelt die Fragen: Die Schau der Geisteswelt im Leben des Paulus; Glaube und höhere Erkenntnis; die Gaben des Geistes. (Siehe heutige Anzeige.) * * Flaggen auf Halbmast. Aus Anlaß der Beisetzung Der Opfer der Grubenkatastrophe in May. badi wurden heute an allen staatlichen und städtischen Amtsgebäuden die Flaagen auf Halbmast gehißt. • * Intendant Dr. Prasch spricht im Frankfurter Rundfunk. Zwischen Intendant Dr Prasch und dem künstlerlschen Ccikr der Wanderbühne des DühnenvolkSbundeS Dr. Beigel findet im Rahmen der Theaterwerbewoche des Frankfurter Rundfunks am Donnerstag, 30. Oktober, in der Zeit von 18.35 bis 19 Uhr ein Zwiegespräch statt. „Bodenständiges Theater und Wanderbühne'' lautet das Thema des Abends. •• Öffentliche Ziehung von Anleihe-Auslosungsrechten. Am kommenden Freitagnachmittag findet im Stadthaus, Bergstraße. Zimmer 6, die öffentliche Ziehung der Auslosungsrechte zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für die Jahre 1926 bis 1930 statt. Interessenten seien auf die gestrige Bekanntmachung der Stadtverwaltung hingewiesen. ** Zur Wiederbelebung des Dür- gervereins findet heute abend im „Postkeller" eine öffentliche Versammlung statt, ^u der nicht nur die früheren Mitglieder des Dürgervereins, sondern auch alle übrigen Mitbürger erwartet werden. Der Zutritt zu der Versammlung ist für jedermann frei. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, daß die Arbeit des Dürgervereins unter strenger politischer und konfessioneller Neutralität geleistet werden soll, so daß also für jeden Bürger Raum in diesem Verein vorhanden sein wird. Die bedeutsamen Aufgaben unseres Gemeinwesens in der Zukunft lassen es dringend wünschenswert erscheinen, daß sich die breitesten Dürgerschichten an der Mitarbeit im Dürgerverein beteiligen. ** Eine öffentliche Zahlungsaufforderung richtet die Stadtkasse im heutigen Anzeigenteil an diejenigen Bürger, die mit Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf Steuern, Schulgeld, Wo hnungs miete und Berufs- genossenschaftsbeiträgen im Rückstände sind. Die Zahlung muß bis zum 6. Rovember erfolgt sein. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. • • Obst- und Gartenbauverein Gießen. Die erste Versammlung des Winterhalbjahres, die am Sonntag im Kaufmännischen Vereinshaufe stattsand, führte die Mitglieder zu einem Vortrage zusammen, der die Behandlung der Zimmerpflanzen zum Gegenstände hatte. Einleitend wurden die gegenwärtig notwendigen Arbeiten besprochen, sv vor allem das Einwintern der Knollen- und Zwiebelgewächse, die Hinterbringung der härteren, immergrünen Dekorationspflanzen, auch einiger Reuerscheinungen an Deerenobst wurde gedacht. Der Vortragende, LIniversitäts-Garteninspektor i. R. Rehnelt (Gießen), gab sodann einen Lieberblick über die Grundzüge der erfolgreichen Dlumenpslege im Zimmer während der sonnenarmen Wintermonate und schilderte die Eigenheiten der bekannteren Blatt- und Blutenpflanzen. Eine Gratisverlosung, bei der jedes anwesende Mitglied mit einem Gewinn bedacht werden konnte, beschloß den anregend verlaufenen Rachmittag. • • „Christentum und Okkultismu s". Man schreibt uns: Lieber dieses Thema sprach, auf Einladung der Christengemeinschaft, Eduard Lenz aus Prag dieser Tage in der Universität. Er schied scharf zwischen den Erscheinungen, die gemeinhin mit dem 21 amen Okkultismus belegt werden und die naturwissenschaftlich experimentell auf ihre Wahrheit hin geprüft werden können und dem wahren Wesen des Okkultismus. Dieser letztere Okkultismus seht sich das Ziel der Erforschung des verborgenen Wesens der Welt und des Menschen auf Grund entwickelter höherer und sittlich geläuterter Dewußtfeinszu- stände. Während der falsche Okkultismus dumpfe Bewußtseinszustände benutzt, will der wahre Okkultismus die Kräfte eines klareren und überschaubaren Bewußtseins entwickeln und pflegen. Dieser wahre Okkultismus führt den Menschen schließlich zur Begegnung mit der Gottheit. Deswegen konnte dieser Okkultismus, der so alt wie die Menschheit ist, auch das Wesen der vorchristlichen Mysterienreligionen fein. Diese setzten sich das Ziel, den Menschen durch einen bestimmten Erziehungswcg, durch die sog. Einweihung, zu einer übersinnlichen Erfahrung des im Alltagsmenschen wohnenden höheren Menschen und dadurch zu einer Erfahrung der wirkenden Gottheit selbst zu führen. Der Mensch des Altertums suchte in den Mysterien „Offenbarung". Diese „Offenbarung" trat für das Christentum auf Erden auf in der Gestalt des Christus Jesus. Was früher auf dem Weg der Einweihung, durch die Schulung der okkulten Kräfte, erreicht wurde, trat den Menschen nahe in der Menschwerdung Gottes. Die Anschauungsgewalt des Paulus läßt sich nur auf dem Hintergrund dieser auf der Grundlage des echten Okkultismus stehenden Mysterien verstehen. Was Rudolf Steiner im 20. Jahrhundert verkündete, war die Reuoffenbarung dieses so verstandenen Christentums, das durch die Forschung des Okkultismus nur vertieft werden kann. Darin sieht die Bewegung für religiöse Erneuerung, welche in einem gegenwartsgemähen Sinn die Kräfte der Andacht und der Anbetung im Menschen durch den Zusammenhang mit der Feier des heiligen Mahles und der christlichen Sakramente pflegen möchte, die Bedeutung der wahren okkulten Forschung, wie sie bei Rudolf Steiner vorliegt: daß nämlich diese Forschung auf der christlichen Erfahrung beruht, die sich mit der Erfahrung eines Paulus vor Damaskus zur Zeit des Llrchristentums vergleichen läßt. Aus dieser Erfahrung läßt sich heute neues, lauteres religiöses Leben speisen. Die Hörerschaft folgte den Ausführungen des Redners mit gespannter Aufmerksamkeit. "• „Tiere sehen dich an". Ein Film von ganz eigenartiger Prägung lief am Sonntag- vvrmittag im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße. Rach dem bekannten Buch von Paul Eipper unter des Verfassers künstlerischer Leitung entstand ein Filmwerk, daS seinesgleichen sucht. Die Tierwelt in ihrer Vielgestaltigkeit tritt beseelt und verkörpert an den Menschen heran, der doch gerade in der heutigen Zeit oft jeden Kontakt mit dem Tiere verloren hat. Der Film gibt vieles zurück, er läßt den Beschauer einen tiefen Blick in die Bezirke einer anderen Welt tun und zugleich manches, das uns bisher tierhaft und nur einfach erschien, problematisch erscheinen. Wir hatten Gelegenheit, den König der Tiere zu beobachten, dem Elefanten in das Auge zu sehen, die massige Wucht des Rilpferdes, des Rashorns nachzuempfinden, die schlanke Grazie der Flamingos und Reiher zu bewundern, die tolpatschigen Bewegungen der Bären, das wilde Liebesspiel der Walrosse, das possierliche Gehabe der Affen und vieles andere zu sehen. Großaufnahmen des rätselhaften Vogels Abu Marküb ließen erkennen, daß es dem Menschen nie möglich sein wird, das Tier, einzelne Tiere, jemals völlig zu begreifen. Aus den Augen jenes Vogels starrte uns das seelische Sein der Tiere tote ein großes Rätsel entgegen, ein Rätsel, das wiederlehrend uns begegnet in den Augen der Tiger und der Panterlatzen mit ihrem unheimlichen, abgrundtiefen Gefunkel. Demgegenüber steht die Freiheit und Ungezwungenheit der Bewegung und des Handelns der Tiere, eine schier erhabene Natürlichkeit spricht aus dem Fressen, aus dem Spiel und aus dem Benehmen der Tiere, die den Zuschauer mit Freude erfüllen muß. Den Wert des Filmes aber bestimmt die große künstlerische Linie, die dem Filmstreifen zu eigen ist; mit sorgfältig prüfender Hand wurden die Bilder ausgewählt, die nicht nur in künstlerischem Sinne, sondern auch in technischer Hinsicht vollkommen zu nennen sind. ** Gewerschaftsbund der Angestellten. Man berichtet uns: Im Rahmen des Winterbildungsprogramms der Ortsgruppe Gießen des GDA. hielt dieser Tage im Kaufmännischen 58er- einshaus Herr Rohn (Frankfurt a. M.) einen Vortrag über die Rufbuchhaltung, in dem er die Hand- unb Maschinenbuchhaltung vorführte. Theoretisch wie praktisch würben den Zuhörern alle Einzelheiten klargelegt. Das Buchungsverfahren wurde außerdem mit einer eigens für diesen Zweck konstruierten Schreibmaschine erläutert, so daß die Besucher die Handhabung leicht erfassen konnten. Damit hatte der GDA. seinen Mitgliedern alle maßgebenden Durch. schreibe-Buchführungssysteme wie Taylorix, Definitiv, Hinz usw. in diesem Jahre nahegebracht und ihnen die Möglichkeit gegeben, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Oberheffeu. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 28. Okt. Am Sonntag feierte unsere Gemeinde das Kirchweihfest. Der hiesige Posaunenchor leitete morgens mit Vorträgen alter geistlicher Musik den feierlichen Tag ein. Der Ortsgeistliche Pfarrer Bremmer hielt die Festpredigt und gedachte zugleich der vor 64 Jahren erfolgten Einweihung der Kirche. Durch den Vortrag einer Motette, gesungen vom Mädchenchor der evangelischen Jugendvereinigung, erhielt der Gottesdienst noch eine besondere Weihe. © Holzheim, 28. Okt. Der frühere langjährige Beigeordnete Wilhelm Grieb V. und feine Ehefrau Susanne, geb. Ohly, feiern am 30. Oktober das Fest dergoldenenHochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch geistiger und körperlicher Rüstigkeit. )( L i ch, 28. Okt. In stark besuchten Gottesdiensten feierte unsere Gemeinde am Sonntag das Erntedankf eft. Sowohl am Vormittag, als auch am Rachmittag wirkten der Posaunenchor und die beiden Gesangvereine „Cacilia" und Roth'scher Männerchor unter der bewährten Leitung ihrer beiden Chormeister I l g e und Stein mit und trugen so wesentlich zur musikalifchen Ausstattung der Gottesdienste bei. Die Kinder feierten in besonderem Gottesdienst. Die am Schlüsse der Gottesdienste gesammelten Erntegaben erbrachten 93 Mark und wurden für die Herrnhuter und Leipziger Mission bestimmt. Eine besondere Festesfreude für die Gemeinde war die Bekanntgabe einer Stiftung. Diese besteht in einer prachtvollen, von dem Kirchenmaler K i e n z l e entworfenen weißen Altarbekleidung für Weihnachten und Ostern. Durch diese Stiftung wird die Kirche in Zukunft über fünf Altarbekleidungen verfügen, so daß der QHtar in jeder Kirchenzeit mit den richtigen liturgischen Farben geschmückt werden kann. — Auf Anordnung der Kirchenbehörde und auf Beschluß des Kirchenvorstandes wird das Re - formationsfest in unserer Gemeinde am 31. Oktober (Freitag) durch einen Gemeinde- und Kindergottesdienst gefeiert. Am Abend findet in der Turnhalle ein Festabend der Jugendvereinigung statt. Grünberg, 28. Oktober. Der hiesige Schützenverein hielt am Sonntag sein diesjähriges Schlußschiehen mit Preisverteilung ab. Erster Preisträger und damit zugleich Gewinner des Wanderpreises, bestehend in einem silbernen Pokal, der erst nach dreimaligem Erringen in das Eigentum des Gewinners übergeht, war Llhrmachermeister Richard I ö ck e l. Die übrigen Preise gelangten in folgender Reihe zur Verteilung: 2. August Trinkaus; 3. Otto M a t - thles jun.; 4. Max Menzlnger; 5. Karl Möller; 6. Friedel Hofmann;?. Otto M a t- thles fern; 8. Kurt Bock; 9. August Stammler; 10. Oberbahnmeister K i tz; 11. Friedrich Jockel; 12. Hermann Eiertänzer; 13. Otto Allmendinger; 14. Karl Schott; 15. Heinr. Kappes; 16. Otto Schmitz. Sämtliche Preise bestanden in Wertgegenständen, die von den Mitgliedern gestiftet waren. Die Ehrenschslbe des Tages schoß Kaufmann Friedel Hofmann. Abends sand im „Hessischen Hof" eine Rachfeier mit Familie statt, bei der Schühenmelster Llhrmachermeister Friedrich Jöckel I. mit einer Ansprache die Preisverteilung vornahm. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 28. Okt. Am Sonntagabend geriet ein großer Strvhhauf en auf dem benachbarten Hofgut Belenhelm in Brand. Das Feuer hielt die ganze Rächt hindurch an und vernichtete mehrere tausend Zentner Stroh. Der Feuerschein war weithin sichtbar. ES wird Brandstiftung vermutet. pb. Butzbach, 28. Ott. Der Turn- und Sportverein 1846 Butzbach hielt vorgestern abend im großen Saal des „Hessischen Hof" seine diesjährige Schluhfeier ab, die mit einet Ehrung aller Sieger, die auf den verschiedenen Turnfesten Siege errungen hatten, verbunden war. Rach einer Ansprache Les 1. Sprechers Dr. med. Rau fanden Vorführungen der einzelnen Riegen, Gesangsdarbietungen I der Turnerinnen ufto. statt, die von Musikstücken der Hauskapelle der Turner umrahmt waren. Der 2. Gauvertreter C. Schneider überbrachte dem um die Turnfache verdienten, der Altersriege angehörenden Turner L. Lln- verzagt den Gauehrenbrief. Der vorgesehene Tanz fiel mit Rücksicht auf die Opfer der beiden Bergwerkskatastrophen aus. I Steinfurth, 28. Okt. Am Sonntag wurde in unserer Kirche das Erntedankfest gefeiert. Eine zahlreiche Gemeinde hatte sich zum Gottesdienst eingefunden. Die Konfirmanden hatten, wie alljährlich, den Altar mit Blumen und Früchten des Feldes und der Gärten geschmückt. Reben der Festpredigt des Pfarrers erhielt der Gottesdienst noch sein besonderes Festgepräge durch ein gut vorgetragenes Lied eines Schülerchors unter Leitung von Lehrer Philipp. Außerdem fang Lehrer Kruger zur Orgelbegleitung zwei Lieder in reinem, wohlklingendem Tenor. So wurde das Fest zu einem andächtigen Gottesdienst. Kreis Büdingen. △ Nidda, 28. Okt. Am Sonntaanachmittag verunglückte auf dem hiesigen Bahnhof beim Rangieren der Bahnbebienstete Friedrich Z o b e. Er glitt auf ben nassen Schwellen ausr geriet m i t dem Unterarm zwischen zwei Puffer und erlitt dabei schwere Quetschungen an der Hand. Der sofort herbeigerufene Arzt, Dr. med. Fritz Koch, leistete die erste Hilfe. Der Verunglückte wurde nach der Gießener chirurgischen Klinik gebracht. Sein Befinden gibt, wie man hört, erfreulicherweise zu Bedenken keinen Anlaß. • Berstadt, 28. Oft. Am 31. Oktober feiern Altbürgermeister August Wolffl. und seine Gattin Katharina Elisabetha, geb. Dieffenbach, das Fest der goldenen Hochzeit. Gemeinde und Kirche Berstadt werden dieses Tages im Gefühle aufrichtiger Verehrung und Dankbarkeit für das Jubelpaar gedenken. War doch Alt- bürgermeister Wolff über drei Jahrzehnte Bürgermeister unserer Gemeinde und über 41 Jahre Mitglied des Kirchenvorstandes. Dabei ist er durch seine langjährige Tätigkeit in den Feldbereinigungsarbeiten auch weiteren Kreisen Oberhessöns bekannt. Kreis Alsfeld. n* Alsfeld, 27. Okt. Die hiesige Dürer«, gesellschaft unter Leitung von Studienrat Dr. Berg begann ihre diesjährigen Wintervorträge mit einem Vortrag von Universitätsprofessor Dr. UR o mb er t aus Gießen, der über das Thema „Kultur und Wirtschaft" sprach. Er erläuterte in geistvoller Weife die Entwicklung und den Begriff der Kultur und stellte sie in Beziehung zu unserer Wirtschaft, deren Macht allmählich unser ganzes Leben durchdringe. Er wies nach, baß Kultur und Wirtschaft einen Gegensatz in sich enthalten, per sich niemals restlos auflösen lasse. Die tiefgründigen Ausführungen des Gießener Gelehrten fanden den lebhaften Beifall der Interessierten Zuhörer. Der gute Besuch des Vortrags bewies, daß für derartige Veranstaltungen'ein Bedürfnis auch in kleineren Städten besteht. Preußen. Kreis Wetzlar. cP Krofdorf, 26. Okt. Die Ernte der Hackfrüchte, die sich durch das regnerische Wetter sehr verzögerte, ist nun beendet. Kartoffeln und Dickwurz find gut geraten, doch läßt der Absatz zu wünschen übrig. Es werden für Kartoffeln pro Zentner 3 Mk. und für den Zentner Dickwurz 0,95 Mk. verlangt. — Infolge der niedrigen Verkaufspreise für Schlachtschweine schlachten die hiesigen Landwirte feit einiger Zelt wöchentlich mehrere Schweine aus und finden gute Abnahme für das Fleisch. Rach diesem Vorgehen der Landwirte ist bereits eine Senkung der Ladenpreise eingetreten. * Salzböden, 28. Okt. Seltenes Jagdglück wurde dem Preußischen Staatsforstgehilfen R. Saleik zuteil. Er erlegte im Krofdorfer Staatsforst einen kapitalen zwölfender Hirsch. # Erda, 26. Okt. Die Schafe sind nun auch hier ans dem Dorfbild verschwunden. Die Zahl der Schafe verringerte sich in der letzten Zeit mehr und mehr, so daß am 1. Oktober, nachdem die Schafbesitzer sich geweigert hatten, einen Zuschuß zur Schäferei zu leisten, die Schafhaltung überhaupt aufgelöst wurde. Da die Gemeinde über größere Weideflächen verfügt, muh der Gemeinderat demnächst über deren Verwendung Beschluß fassen. — Kurz vor dem Abschluß der Drescharbeiten fiel ein hiesiger Landwirt infolge eines Fehltritts im den Strohbinder. Der Maschinist, der am Binder stand, setzte sofort die Maschine außer Betrieb und bewahrte so den Verunglückten vor schwerem Schaden. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes', 26. Okt. Der Arbeiterin Frau Katharina Koch wurde aus Anliß ihres 4 0. A r b e i t s j u b i l ä u m s bei der Zigarrenfabrik Rinn & Cloos ein ansehnliches Geldgeschenk und herzliche Glückwünsche zuteil. AenrrPmefir Kathreiner IMndpMKM. 50 Pfg.f tzWm-MktAM. 26 Pfg./ ^.wicdcr ein Hnmd mehr, immer Kathreiner Geleaenheitskauf Damen-Westen 9.75, 7.50, 5.50 Damen-Pullover 6.50, 5.50, 2.95 Kinder-Westen 3.95, 2.95, 1.95 Kinder-Hütchen 1.95, 1.50, 0.95 Preiswertes 1684 A Bratensoße Bett 39.50 ILintai*'- C.Röhr&Co 7349 A 6in <£igenOetm| Qaus-Standuhren kauft man am besten da, wo eie 6o81 A j'A hergestellt werden. Schwenningen, die größte Uhrenstadt der Welt, bietet Ihnen Gelegenheit, direkt Gleichzeitig suchen wir 7355 V Mäusburg 3 Frankfurt tu M. Steinweg 9 Ä „Thamsana“ ißt sich mit Behagen - auch Marke,Landhaus' dient dem Magen „Thagin“zum Backen, Kochen,Braten — wer diese kauft, ist gut beraten. fettdicht, in Rolleu und Formaten 06686 liefert als Spezialität billigst Papier-Wiegelmann Frankfurter Str. 86. 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Die Fertigung der Probebilanzen im Aktiv» und Passivverkehr ergab Übereinstimmung mit dem Sollbestand,- die Dar- lehensurkunden waren vorhanden und entsprachen diese und die sonstigen Sicherheiten den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften. Kochendörfer Revisor des Hess.Sparlaisen- u.Giroverbandes. Veröffentlich gemäß Art. 3 Abs. 4 des Hessischen Sparkaffengesetzes vom S. AugUst 1902. 7251D Gießen, den 23.Oktober 1930. Bezirkssparkasse Gießen Zacheis Bezirksverireier und Mitarbeiter an allen Orten Frankfurter Bausparkasse vom Herstellungsort zu kaufen. Wir gewähren Ihnen: Mehrjährige schriftl. Garantie, Lieferung: Franko Haus. iede Uhr wird durch unseren 'ach mann kostenlos nech- geprüfL Angenehme Teilzahlung. überzeugen Sie sich bitte selbst und verlangen Sie heute noch per Postkarte die„koitenlose Zusendung unseres Katalogs. Standuhren? £ Seb wenningen iS. Alleenstraße 17 (Schwarzwald) Ein Posten Damen-und Kinder-Strickkleider 20 °/o Rabatti Kapokmatratzen 3teilig m. 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Mitteldecken 1 Damen-Schürze, moderne Form, uni und gemustert 1 Kinder-Leib- und Seelhose, Normal 1 Paar gute Flor- oder Mako-Damen-Schlüpfer 1 Bettvorlage, schönes Muster 1 Mädchen- oder Damen-Basken-Mütze 1 Meter Wachstuch, 70 cm, schöne Muster 1 Paar Damen-Handschuhe mit Umschlag 1 Paar Damen-Schlüpfer, warm gefüttert 1 Kinder-Röckchen, gestrickt oder Trikot 1 Ueberhandtuch, fertig gestickt 1 Hüfthalter, Kunstseide und Damast 1 Mädchen-Finett-Hemd mit reicher Stickerei 1 Paar Herren-Socken, reine Wolle, gestrickt 1 Sahne-Service mit Tablett, dreiteilig 1 Glas-Tortenteller, Kristallimitation 5 Biergläser mit Weinlaubkante 1 Salatschüssel, 23 cm, schönes Muster, und 1 Salatbesteck, zusammen 3 Porzellan-Tassen mit Untertassen, Zwiebelmuster, Goldrand oder Blumenkante 3 Porzellan-Teller, Zwiebelmuster, Goldrand oder Blumenkante 4 Porz.-Tass. m. Unterlass., weiß, hoch od. nied. 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Nickeldeckel 1 Brotkorb, gut vernickelt 1 Taschenlampe, komplett, mit Batterie 1 Emaille-Ringtopf, gestanzt, 20 cm 1 Spülschüssel, extra groß, braun 1 Blumenvase, Kristallimit. 1 Aluminium-Kasserolle, schwer, 18 cm 1 Aluminium-Kochtopf, 20 cm 2 Aluminium-Milchtöpfe, 10 und 12 cm 1 Satz 6 Stück Gemüse-Schüsseln 3 Goldrand-Speiseteller, tief oder flach 1 Zeitungshalter für 7 Tage, in mod. Farben 1 Wärmflasche, groß, mit gutem Verschluß 1 Roßhaar-Bodenbesen 1 Gemüseseiher, emailliert 1 Kaufladen oder Pferdestall 1 Eisenbahn mit Schienen 1 Nähkorb, Peddigrohr Alles für 1.45 1 Paar Damen-Strümpfe, Küttner-Kunstseide 1 Kopfkissen mit Stickerei und Hohlsaum 1 Tüll-Stores, modernes Muster 1 Bettvorlage, imit. 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Messer und Gabeln, gutes Fabrikat 1 extra schwer verzinkte Wärmflasche 1 Bohner, reine Borsten 1 Porzellan-Obstservice, 7teilig, schöne Muster 1 Küchen-Kohlenkasten, stabil Für 2.45 und mehr 1 Waschgarnitur, Steingut, 4teilig, 3.45, 2.45 1 Brotkasten, fein lackiert, eckig oder rund.......................2.95, 2.45 1 Salon-Kohlenkasten, stabil, m. Deckel 2.45 1 Gemüseseiher, Alum. gestanzt, schwer 2.45 1 schöne Madras-Fenster-Garnitur, dreiteilig .................. 3,95, 2.95, 2.45 1 Damen-Kunstseiden-Trikot-Prinzeß- rock mit Spitzengarnitur.......... 2.95 1 Damen-Biberhemd mit Bündchen und Aermel.......................... 2.95 1 Herren-Flanell-Sporthemd in grün oder blau gestreift.................... 2.95 1 Kinder-Sportweste, bis 14 Jahre, mod. Farben.......................... 2.95 1 Tischdecke, 130/160 gezeichnet, prima Haustuch........................ 2.95 1 Bettuch, gutes Haustuch.......3.95, 2.95 1 Berufskittel aus prima Stoff......... 2.95 1 Herren-Sporthemd mit Krawatte, mod. Dessins ......................... 3.95 1 eleganter Stör mit Seidenfranse oder Seiden-Einsatz................... 3.95 1 Schlafdecke, schwere Qualität, bunt gemustert........... 6.95, 5.95, 4.95, 3.95 1 Meter Flammenrips, 120 breit, wundervolle Farben..................... 3.95 1 Puppenwagen, Peddigrohr, mit Verdeck und Vorhang .................... 3.95 1 Kaffeeservice, 9teilig ..... 4.95, 4.45, 3.95 1 Aluminium-Wasserkessel, extra schwer, 22 cm...................... 3.95 % Dutzend Messer und Gabeln, Königsholz, Solinger Fabrikat............ 3.95 1 Ofenschirm, fein lackiert............3.95 1 schöne Waschtischgarnitur mit Goldrd. 4.95 1 Holz-Schaukelpferd, fein gemalt, stabil gebaut.........................- 1 * 3 4 * 6-95 1 Herren- oder Damen-Strickweste mit farbiger Borde................... 4.95 1 Bett-Garnitur, Ueberzug und Kissen, aus gutem Linon................. 5.95 Korbsessel und Tische in Weide oder Peddig................ 8.95, 6.95, 5.95 1 Satz, 5 Stück, Aluminium-Kochtöpfe mit Deckel...................... 6.45 1 Speise-Service, 23teilig, schönes Muster.....................9.95, 8.95 1 Speise-Service, echt Porzellan, 23teilig, Feston, Gold oder Streublumen .... 19.95 Die Waren sind in beiden Etagen auf Tischen übersichtlich aufgebaut. 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Er ist lang, gestreckt und an seinem unteren Ende ziemlich schlaff. Dies kommt daher, daß er nur zum kleinen Teil, bis zu etwa einem Sechstel, mit Gas gefüllt ist. Ihn ganz zu füllen wäre nämlich eine arge Verschwendung von Wasserstoff, denn in der Höhe, bis zu der der Ballon steigen soll, herrscht nur der neunte Teil des irdischen Luftdrucks. Infolgedessen dehnt sich das Gas des Ballons auf das Neunfache des von ihm zuerst ein- genommenen Raumes aus. Wenn also der Dal- n schon beim Aufstieg prall gefüllt wäre, so mühten acht Neuntel des Wasserstoffs durch den unten angesehten Füllansatz, der bei jedem Freiballon offen sein muh, damit der Ballon nicht platzt, nutzlos entweichen. Der Ballon wird also in größeren Höhen von selbst prall. Ein weiteres Steigen ist dann nur durch Abwurf von Ballast möglich, und alsdann entweicht natürlich Gas, was aber für die letzten paar tausend Meter in Kauf genommen werden kann. Eine weitere Eigentümlichkeit des Ballons ist die luftdicht verschlossene Aluminiumgondel. In der Höhe von 16 Kilometer über dem Erdboden herrscht statt des gewohnten Luftdrucks von 760 Millimeter Quecksilbersäule nur noch ein Druck, der einer Quecksilbersäule von 96 Millimeter entspricht. Bei dort oben lebenden Menschen brauchte also das Barometerrohr statt etwa 85 Zentimeter nur wenig über 10 Zentimeter lang zu sein. Die Luft dort oben hat weit mehr Aehnlichkeit mit der Lust unter der Glasglocke einer nicht ganz glänzend arbeitenden Luftpumpe als mit unserer gewohnten Luft. Wasser würde dort schon bei 50 Grad sieden statt bei 100. Bei einem so geringen Luftdruck kann der Mensch nicht mehr leben, zumal auch der Gehalt der Shift an dem lebenswichtigen Sauerstoff nicht nur im Verhältnis des Luftdrucks, sondern, da der Sauerstoff der schwerste Bestandteil der Luft ist, noch etwas schneller abnimmt. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint eine Höhe von etwa 5000 Meter die Grenze zu sein, die vom Menschen und den meisten anderen Lebewesen ohne allzugrohe Beschwerden ertragen werden kann. Zwei englische Luftfahrer, G l a i s h e r und C o x - well, hoben allerdings schon vor fast 70 Jahren die fabelhafte Höhe von etwa 9 Kilometer erreicht: aber sie wurden dabei ohnmächtig und kamen erst wieder zu sich, als der Ballon wieder in tiefere Schichten gesunken war. Mit der Einatmung mitgeführten Sauerstoffs sind dann allerdings im Freiballon und im Flugzeug schon weit größere Höhen erreicht worden, und man ist bis etwa 13 Kilometer Höhe gekommen. Piccard und sein Begleiter werden unter der dünnen Luft und unter Sauerstoffmangel nicht zu leiden haben, denn in ihrer kugelförmigen Gondel wird derselbe ßuftbrud herrschen wie auf der Erde: deshalb eben muß sie luftdicht sein, und deshalb muh sie Kugelform haben. In diesen Zahlen kommt auch die revoluttonäre -Umgestaltung zum Ausdruck, die die Gesamtproduktion durch die plantagenmähige Erzeugung ws Kautschuks erfahren hat. Während die Wild- Kautschuk-Produktton seit 1912 beständig zurück- S und heute nur rwch eine untergeordnete e spielt, hat sich die Plantagenkautschuk- Produktion in den letzten Jahren vervielfacht. Der erhöhte Kautschukverbrauch ging Hand in Hand mit den, gewalttgen Aufschwung, den der Kraft- und Luftfahrzeug bau um die Jahrhundertwende erfuhr, die die Höhe der Verbrauchszifser heute in erster Linie bestimmen. Während nun vor 1914 Deutschland als Kauttchukverbräucher mit an erster Stelle stand, war doch der Welthandel dcnnals in erster Linie auf Deuttchland angewiesen, da die amerikanische Kauttchuttndustrie trotz größerer Zahl dcr Unternehmungen nur die Bedürfnisse des Inlandmarktes befriedigen konnte, hat sich heute das Bild nicht unwesentlich geändert. Der Weltkrieg bot der Kautschuk-Industrie der Vereinigten Staaten eine willkommene Gelegenheit zu einer freien Entwicklung seiner Technik und seines Außenhandels, während die deutsche Die weltwirtschaftliche und technische Bedeutung des Kautschuks. Don Dr. <5. Fromandi, Gießen. Kaum eine Industrie hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen solchen Aufschwung erfahren, wie die Kautschuk-Industrie. Ihre Technik trat in ein neues, umfassenderes Stadium ein, die allgemeinen Rationalisierungsbestrebungen fanden eine besondere Beachtung und einen weitgehenden Ausbau, moderne Maschinenanlagen und Apparaturen gaben der Fabrikatton und ihrer Methodik eine neue Note und die Fortschritte der Chemie bedingten neue Verfahren, die die Entwicklung der Kautschuk-Industrie in hohem Maße beeinflußten. Die weltwirtschaftliche Bedeutung des Kautschuks, die ihn zu einem der wichttgsten modernen Rohstoffe und zugleich zu einem Kulturfaktor ersten Ranges machte und feine Industrie allmählich in die Reihe der Großindustrie treten lieh, druckt sich am deutlichsten in der Steigerung seiner Erzeugung in den letzten drei Jahrzehnten aus. Jahr Plantagen- Kautschuk Tonnen Wild- Kautschuk Tonnen Gesamt Tonnen 1895 — 20 000 20 000 1905 150 62 000 62150 1915 107 900 50 800 158 700 1925 452 000 30 000 482 000 Aus Natur und Technik. denn jede Gondel von anderer Form würde bei dem mneren Aeberdrud von acht Neuntel Atmosphären, das heißt also von •/» Kilogramm auf den Quadratzenttmeter, mit Sicherheit platzen, da sie ja natürlich nicht schwer sein darf: Die Kugel aber ist die Form, die bei geringstem Gewicht den größten Aeberdrud aushält, denn die auf sie wirkenden Kräfte haben nicht das Bestreben, sie aus der Form zu bringen, wie dies bei allen anderen Gestalten der Fall wäre. Besonders bemerkenswert ist auch der Gedanke Piccards, die Aluminiumgondel zur Hälfte metallisch glänzend zu belassen und die andere Hälfte zu schwärzen. Sie ist außerdem drehbar, so daß nach Belieben die schwarze oder die spiegelnde Hälfte der Sonnenstrahlung zugedreht werden kann. Ob dies allerdings gelingt, ist eine andere Frage, da eben ein Festpunkt fehlt, gegen den sie verdreht werden könnte. Es herrscht dort oben, hoch über den Wolken, ein ununterbrochener Sonnenschein, und die Sonnenstrahlung ist in einer Höhe, wo bereits sieben Achtel der Luft unter uns liegen, stärker als in der Tiefe, wo die dicke Luftschicht die Strahlen schwächt. Setzt man die dunkle Seite der Gondel den Svnnen- strahlen aus dann verwandelt sie diese in Wärn e. die sich natürlich auch im Innern der Gondel höchst angenehm bemerkbar macht, denn in diesen Höhen ist es unerträglich kalt. Die metallglänzende Aluminiumseite dagegen wirft die Strahlen zurüd und läßt das Gondelinnere kalt. Selbstverständlich stand auch gelegentlich zu lesen, daß die starke Bestrahlung des glänzenden Metallspiegels die Erwärmung Hervorrufe, aber das ist natürlich Ansinn. Dcr schwierigste Teil der Fahrt wird wohl die Landung werden, wenn es nicht ganz vollkommen windstill ist: sie ist schon beim gewöhnlichen Freiballon, wo man sich im offenen Korb befindet, recht häufig keine reine Freude, aber für die in der Kugel Cingeschloffenen kann sie leicht verhängnisvoll werden. Der Aufstieg kann hauptsächlich aus diesem Grunde nur dann ftatt» finden, wenn mit der möglichen Sicherheit auf Windstille bei der Landung zu rechnen ist. Der Zweck des Aufstiegs ist vor allem die Erforschung der sogenannten Höhenstrahlung, um deretwillen schon bisher eine größere ^n3a^j[ kühner und großartiger Versuche angestellt wurde als zur Lösung irgendeiner anderen Frage. Aebrigens wird die Strahlung mitunter zu Unrecht ..Millikanstrahlung" genannt, denn wenn auch der bedeutende amerikanische Physiker Millikan große Verdienste um ihre Erforschung hat, so sind doch die des deutschen Forschers Kolhörster noch größer, und entdeckt ist die Strahlung von dem Deutschen Heß. Zu ihrer Beobachtung richtete man Forschungs- stätten im Hochgebirge ein, z. D. im Eisgebiet des Iungfraujochs im Berner Oberland, unternimmt kühne Hochfahrten oder verfolgt sie in Seen bis über 200 Meter unter den Wasserspiegel. In der Tat sind die Eigenschaften dieser Strahlen außerordentlich merkwürdig. Sie dringen durch meterdicke Metallblöcke, von deren Dicke der zehntausendste Teil genügen würde, unser gewöhnliches Licht restlos aufzuzehren, aber in merkwürdigem Gegensatz dazu werden sie von einem so durchsichtigen Stofs, wie es die Luft ist, stärker verschluckt als die gewöhnlichen Lichtstrahlen. In 16 Kilometer Höhe werden sie in weit größerer Stärke als je zuvor beobachtet und untersucht werden können. Dies wird übrigens dadurch ungeheuer erschwert, daß sie keine bestimmte Richtung haben, sondern den Raum kreuz und quer durcheilen. Es ist also ungefähr so, wie wenn man das Sonnenlicht untersuchen mühte, ohne den Schatten verlassen zu dürfen. Industrie zu einer fortschritthemmenden Abgeschlossenheit verurteilt war, und begründete so seine Weltvorrangstellung. Immerhin aber macht sich heute eine steigende Tendenz der deutschen Kautschuk-Industrie zur Rückgewinnung der alten Stellung bemerkbar: es ist wohl nicht zu viel gesagt mit der Behauptung, daß die deutsche Kautschukwarenfabrikatton auf dem Marsche ist, England auf seinem Platz als zweitgrößter Roh- kautschuk-Verbraucher der Welt einzuholen. Ford sagte einmal in einem Interview, das die derzeittge Lage der Plantagenwirtschaft und der Kautschukindustrie zum Gegenstand hatte: „Wir stehen vor einer Zeit, in der unsere wichtigsten Materialien nicht mehr die sind, nach denen wir graben, sondern die, die wir anbauen". In der Tat, die Kraftfahrzeug-Industrie, die etwa 80 Prozent der gesamten Welterzeugung an Rohkautschuk benötigt, und die Motorisierung der Welt schreitet sprunghaft weiter fort. Diese Entwicklung konnte naturgemäß nicht ohne Einfluß auf die Preisgestaltung bleiben. Es wurden immer mehr neue Gebiete der Kautschuk-Kultur erschlossen, so daß das Angebot nach Rohkautschuk die Nachfrage nicht unwesentlich überstieg, u. a. auch bedingt durch die allgemeine Wirtschaftszerrüttung der ersten Nachkriegszeit, und einen erheblichen Preissturz verursachte. Das führte 1922 zu einer künstlichen Produkttonseinschränkung und auf Anregung des britischen Kolonialamts bzw. seines Beraters Stevensen zu einem Plan, der die Rohkaulschukausfuhr aus den britischen Erzeugungsländern regeln sollte und nur einen bestimmten Prozentsatz als Exportquote vorsah, um auf diese Weise den Preis zu stabilisieren. Diese sogenannte „Restriktion" hatte nur einen bedingten Erfolg. Die Weltvorräte an Rohkautschuk nahmen zwar allmählich ab, die Preis stab ilisie- rung aber blieb in der Hauptsache aus. Dagegen aber hat die Restriktion das brittsche Rohkautschuk-Monopol stark inä Wanken gebracht. Die englische Erzeugung ging' wesentlich zurück, während der Anteil der anderen ßänber an der Weltproduktion, an ihrer Spitze Niederländisch-Indien, sich fast verdoppelte und so zumindest einen gewissen Ausgleich schuf. So erfuhren z. D. auch die reinen Eingeborenen-Plantagen, deren Produktion zahlenmäßig heute nicht unerheblich ins Gewicht fällt, einen starken Ausbau. Unter dem Einfluß der Restriktion, und um sich von der früher tonangebenden englischen Rvhkautschukproduk- tion unabhängig zu machen, ging der Hauptverbraucher, die Vereinigten Staaten Amerikas, dazu über, eigene Plantagen auf den Philippinen, in Sumatra, Brasilien usw. zu gründen, mit deren Mehr-Produktion in nächster Zukunft zu rechnen ist. Unlängst nun fiel der „Stevensen-Plcm" unter Als einziges Mittel bleibt nur die Beobachtung, wie stark die Strahlen durch diese oder jene Schicht abgeschwächt werden. Dagegen ist es noch keineswegs ausgemacht, ob sie, wie einige Forscher annehmen, ihren Höchstwert erreichen, wenn die Milchstraße über uns steht. Dies wird von anderen bestritten, und jedeittalls ist die Aen- derung in der Strahlenstärke, die durch den Stand beS Siernhimmels hervorgerufen wird, sehr geringfügig. Man kann also höchstens vermuten, daß sie aus dem Weltall zu uns kommen, aber möglicherweise entstammen sie nur unserer Sonnenwelt. Daß sie irdischen Ursprungs Jinb, ist deshalb ausgeschlossen, weil sie um so stärker werden, je weiter man sich über den Erdboden erhebt. Don ungeheurer Wichtigkeit sind die Sirahlen deshalb, weil ihre Entstehung vielleicht mit der der Atome zusammenhängt. Natürlich sind die Höhenstrahlen, wenn auch wohl der wichtigste, so doch nicht der einzige Gegenstand für die Forschungen in 16 Kilometer Höhe. Man kann also annehmen, daß und Piccard, wenn er erst seine Reise getan hat, mxnW chcrlei zu erzählen haben wird. Warum fällt eigentlich ein fahrendes Fahrrad nicht um? Don Franz Neumann. (Nachdruck verboten!) Alle Tage sehen wir Radfahrer auf der Straße fahren, ja wir fahren selbst, und doch wissen die wenigsten Leute, warum eigentlich ein fahrendes Fahrrad nicht umsällt. Wenn man die Frage nach dem Grunde aufwirft, so bekommt man gewöhnlich die Antwort: „Nun, ein ta.izender Kreisel fällt ja auch nicht um — es wird also wohl daher kommen, daß sich beim Fahren die Räder drehen!" Diese Antwort ist a.er nur bedingt richtig. Betrachten wir einmal ein stehendes Fahrrad: Der Schwerpunkt ist nur an zvei Punkten unterstützt, nämlich an den beiden Punkten, wo das Das Bild zeigt, daß der Berührungspunkt des Vorderrades mit der Erde vor dem Eintrittspunkt der verlängerten Leniachse in die Erde liegt. Hinterrad und das Vorderrad auf dem Boden auf stehen. Nun lehrt uns die Physik, daß ein wirklicher und dauernder Gleichgewichtszustand nur bestehen kann, wenn der Schwerpunkt unter seinem Anterstützungspunkt hängt — dies ist beim Fahrrad nicht her Fall —, daß aber mindestens drei Anterstützungspunkte nötig sind, wenn er darüber liegt, wie beim Fahrrad. Also fällt das stehende Fahrrad entsprechend den Lehren der Physik und der Erfahrung auch in Wirklichkeit um, wenn'man es nicht an einem dritten Punkt stützt, z. B. indem man ein Pedal auf den Bordstein seht oder als dritten Anterstühungspur.k. das weg- gestreckte Bein des auf dem Rade sitzenden Fahrers benutzt. Wenn nun aber das Fahrrad fährt? In der Tat haben umlaufende, d. h. sich um ihre Achse drehende Körper das Bestreben, ihre Achsenrichtung beizubehalten, und daher kommt es, daß ein sich drehender Kreisel nicht umfällt, daß sich ein mit Drall abgeschossenes Geschoß nicht überschlägt und daß die Erdachse bis auf weiteres bei den Eskimos und den Südpolacken aus der Erde herauskommt und nicht auf einmal bei den Hottentotten oder neuen der Cheopspyramide. Aber dazu ist es erforderlich, daß der sich drehende Körper möglichst schwer ist. Beim Fahrrad aber macht man die Räder — wie alle Teile — möglichst leicht. Im Verhältnis zum Gesamtgewicht einschließlich des Fahrers sind sie sogar so leicht, daß durch ihre verhältn smäßig langsame Drehung das Rad ganz unmöglich vor dem Umfallen bewahrt werden kann. Es fällt aber trotzdem beim Fahren nicht um. Woher kommt dies nun? Der Grund für das Nichtumfallen des Rades liegt in der Einwirkung des Radfahrers. Das Rad versucht nämlich dauernd umzufallen: nehmen wir einmal an, cd wolle nach links fallen. Dazu braucht es Zeit, und zwar neigt es sich, solange es noch nahezu senkrecht steht, zuerst nur fehr langsam nach links: erst mit zunehmender Neigung fällt es allmählich immer schneller. Der Radfahrer hat also Zeit, dem Umfallen entgcgen- Autoirfen; dies tut er beim Umfallen nach link« oadHrch, daß er nach links lenkt. Durch bieie Maßnahme erreicht er zweierlei: Wenn wir die beiden Berührungspunkte der Räder mit der Erde durch eine gerade Linie verbinden und vom Schwerpunkt herunterloten, so fällt der Lotpunkt beim Umfallen nach der linken Seite lints neben diese gerade Linie. Wenn wir nun aber nach links lenken, so unterfahren wir den Schwerpunlt wieder mit dem Rade, so daß dann also der Schwerpunkt über die Verbindungslinie der beiden Fußpunkte oder sogar rechts davon gelangt. Dann aber erzeugen wir eine Kraft, die das Rad wieder aufrichtet: Wenn wir nämlich nach links lenken, also einen Dogen nach links beschreiben, so entsteht eine Fliehkraft, die das Rad aus dem Dogen nach außen zu schleudern versucht. Unten kann es dieser Kraft nicht nachgeben, da die Räder am Doden haften: es wird also in der Tat aufgerichtet — ausgenommen, wenn es glatt ist und die Räder nach außen abrutschen: Dann wird es nicht auf* gerichtet, und die Folge ist ein Sturz. Sobald es wieder gerade steht, muß wieder geradeaus gelenkt werden. Ebenso führt es zum Sturz, wenn man mit den Rädern in Straßenbahnschieaen gerät, weil man dann feinen Schwerpunkt nicht schnell genug unterfahren kann. Dieses Spiel geht fortgesetzt weiter: bald droht das Rad nach rechts, bald nach links umzufallen, und dem muß der Radfahrer dauernd entgegenwirken. Freilich unterstützt ihn das Rad bei dieser Tätigkeit, denn erstens wird das Umfallen durch die Kreiselwirkung der Räder etwas verzögert, und zweitens wird das Vorderrad durch die Eigenart dieser Kreiselwirkung beim Unv- dem Druck dieser Erscheinungsformen. Das Dild ist geblieben: Das Angebot übersteigt ziffernmäßig die Nachfrage und besttmmt so die obere Preisgrenze, wenn man auch ganz allgemein berücksichtigen muß, daß ein erhöhtes Rohkautschukangebot zu immer neuen Verwendungszwecken zwingen wird. Zur Zeit sind neue Bestrebungen zu einer künstlichen Produktionseinschränkung im Gange, ohne daß ihnen allerdings bis jetzt der erwartete Erfolg beschieden war, da u. a. die von so vielen Faktoren abhängige allgemeine Wirt- fchaftslage eine übersichtliche Rechnung und 23er- brauchsschähung zumindest sehr erschweren würde. Kautschuk ist ein mächtiger Förderer unseres gesamten wirtschaftlichen und industriellen Lebens geworden und hat sich zu einem unentbehrlichen Hilfsstoff entwickelt. Die große Dedeutung, die er als Werkstoff der modernen Technik erlangt hat, verdankt er seiner durch die eigenartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften bedingten Verwendungsmöglichkeit, deren Vielseittgkeit eine auch nur angenähert vollständige Aufzählung feiner Anwendungsgebiete hier nicht Auläßt. Im unvulkanisierten Zustande wird der Kautschuk nur in verhältnismäßig geringen Mengen dem praktischen Gebrauche zugeführt. Hier ist es vor allen Dingen die Crepesohle, die im Verlaufe des letzten Jahrzehnts Eingang in die Schuhindustrie gefunden hat, wo die Benutzung des. Rohkautschuks am augenfälligsten in Erscheinung tritt. Er ist weiter der wesentlichste Bestandteil der wasserdichten Kautschukwundpflaster und des Kaugummis, und wird auch heute rwch in geringen Mengen als Radiergummi verwendet. Das Hauptanwendungsgebiet des unvulkanisierten Kautschuks aber ist feine Lösung für Klebezwecke, z. B. bei der Konfektionierung von Gummimänteln, in der Schuh- und Hutfederindustrie usw., dem Rad- und Kraftfahrer stellt die Gummilösung ein unentbehrliches Hilfsmittel dar. Sonsttge im Handel erhältliche unvulkanisierte Kautschukmaterialien werden vulkanisiert, bevor sie dem eigentlichen Gebrauche zugeführt werden, stellen also reine Zwischenprodukte dar. Erst durch Einwirkung von Schwefel bei höheren Temperaturen (Warmvulkanisativn) bzw. von Chlorschwefellösung bei gewöhnlicher Temperatur (Kaltvulkanisation) auf den Kautschuk lassen sich gebrauchsfähige Artikel mit all ihren Vorzügen Herstellern Die Vulkanisatton ist infolgedessen eine der wichttgsten Umsetzungen in der Kautschuktechnik: ihr verdankt der Kautschuk seine besondere Bedeutung für die moderne Technik. Die ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften des vulkanisierten Kautschuks, fein Stoß- und Schalldämpfungsvermögen finden ihre Ausnutzung in Form von Puffern, als Schuhabsah, als Fußbodenbelag mit feinen farbenfreudigen und raumkünstlerischen Variattonsmöglichkeiten und in neuerer Zeit versuchsweise als Straßen* pflaster. Anerreicht und über jede Ersatzmittel erhaben aber ist der vulkanisierte Kautschuk in seinem Hauptanwendungsgebiet als Reifen, der in Verbindung mit dem Luftschlauch den modernen schnellen Automobilverkehr und die volkstümliche Verbreitung des Fahrrads erst ermöglichte. Weit verbreitet ist die Verwendung des Kautschuks als Stopfen, Stempeln, Schnüren, Bändern und z. B. im Haushalt in Form von Einkochringen, Flafchenscheiben, Gas- und Wasserschläuchen, Matten, Schwämmen, Schürzen, Handschuhen usw. Einer besonderen Beliebtheit erfreuen sich auch die Gummispielwaren und die Gummibadettere. In großem Maßstabe wird der Kautschuk weiter zur Fabrikatton von hygienischen und medizinischen Bedarfsartikeln und von gummierten Geweben, wie Regenmäntel, Faltboot- und Ballonstoffen, verwandt. Die guten elektrischen Isolationseigenschaften finden in der Kabelfabrikatton zum Amkleiden der Kupferleiter eine umfassende Ausnutzung. Den bisher betrachteten Weichgummiwaren steht der Hartgummi gegenüber, der ebenfalls eine ausgedehnte technische Verwendung findet, bedingt durch seine eigenen physikalischen Eigenschaften und durch seine leichte Bearbeitungsund Politurfähigkcit. 21 eben feiner Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchungen zeigt er aber auch eine solche gegen chemische Angriffe in hervorragendem Maße, die ihn zum Auskleiden von Säurebehältern, Zentrifugen usw. für die chemische Industrie und zur Arnklei- dung von Schiffsschraubenwellen als Schutz gegen Korrofionseinflüsse befähigen. 2lls vortrefflicher elektrischer Isolator benutzt ihn die elektrotechnische Industrie in hohem Maße, und in der zahnärztlichen Praxis ist seine Anentbehrlichkeit bei der Anferttgung künstlicher Gebisse bekannt. Mit diesen Beispielen nun ist die Fülle der Verwssndungsgebiete von Kautschuk bei weitem noch nicht erschöpft: ich weise z.B. noch auf den Maschinen- und Apparatebau hin, der ihn in so vielerlei Gestalt in Form von Treibriemen, Transportbändern, Walzenbezügen, Griffen, 23er* bindungsschläuchen, Druck- und Filtertüchern usw. benutzt. Die Vielseittgkeit der technischen 23er* wendungsgebiete des Kautschuks dürfte heute aber noch lange nicht ihren Abschluß gefunden haben. Angemessene und stabile Rohkautschukpreise erschließen naturgemäß immer neue Anwendungsgebiete, wo die so eigenartigen physikalischen und chemischen Eigenschaften des Kautschuks im Sinne eines wertvollen technischen Werkstoffs zum Ausdruck kommen. Uppen des Rades nach einer Seite von selbst nach dieser Seite gelenkt. Das Hinterrad möchte auch so schwenken, kann dies aber nicht, weil es ja mit beiden Achsencnden fest im Fahrradrahmen cingespannt ist. Es sucht daher den gangen Rahmen mit seinem Vorderende nach dec Fallseite zu zu schwenken. Dadurch aber unterstützt cs das Streben des Vorderrades, nach dieser Seite zu schwenken: dies hängt damit zusammen. daß die Lenkachse ja nicht gerade, sondern nach vorn geneigt ist, und daß die Vorderradgabel an ihrem unteren Ende nach vorn gebo- igcex ist. Man sieht also, die Sache ist gar nicht so einfach. Wenn man Radfahren lernt, macht man zuerst immer den Fehler, daß man nicht nach der Seite zu lenkt, nach der man umzufallen droht, sondern gerade nach der andern, weil man rein gefühlsmäßig von der älmfallseite wegstrebt. Wir müssen uns beim Fahrenlernen erst ordentlich dazu zwingen, gerade nach der Gefahrseite hinzulen- ken, und wenn Mr dann die Erfahrung gemacht haben, daß dies hilft, dann geht uns das richtige Lenken mit der Zeit so in Fleisch und Blut über, daß wir es ganz von selbst richtig machen. Der geschilderte Fehler des Anfängers hat übrigens noch eine sehr merkwürdige, jedem Radfahrer bekannte Folge: Wenn ein Anfänger nämlich z. D. einem auf der Straße liegenden großen Stein auszuweichen strebt, so fährt er mit Sicherheit darauf zu: der Stein zieht ihn geradezu an wie ein Magnet. Liegt der Stein z. D. links vorwärts. so lenkt der Anfänger nach rechts: infolgedessen sucht ihn die Fliehkraft nach links umzuwerfen. Um einen Sturz zu verhindern, muß er nun stark nach links lenken und kommt so gerade dahin, wohin er eigentlich nicht wollte. Das Richtumfallen beim Radfahren ist in der Hauptsache eine Zeitfrage: Weil das Rad zuerst nur langsam umfällt, deshalb haben wir Zeit, in aller Ruhe unsere Gegenmaßnahmen zu treffen. Dies ist übrigens beim Gehen auch so. Wenn wir nämlich dabei unseren Körper gerade mit dem linken Bein stützen, so beginnen wir, nach rechts umzufallen. Ehe diese älmfallbewegung aber einen bemerkbaren Wert angenommen hat, setzen wir den rechten Fuß rechts vom Lot unseres Schwerpunktes auf die Erde, bringen so die Umfall» bewegung nach rechts zum Aufhören und leiten den Beginn einer Uinfallbewegung nach links ein, die wir durch Aufsetzen des linken Fußes aber beizeiten wieder zum Stillstand bringen. Man kann sich hiervon leicht überzeugen, wenn man beim Gehen den Fuß, den man eigentlich niedersehen müßte, statt dessen anzieht oder das Riedersehen wenigstens verzögert. Wenn Sie, verehrter Leser, aber diesen Versuch machen, so machen Sie ihn im stillen Kämmerlein, sonst könnten die Leute, die nicht wissen, daß Sie damit wichtige physikalische Erscheinungen zu ergründen beabsichtigen, zu der Ansicht gelangen, Sie hielten Ihr geschätztes linkes Hinterbein für das Pendel Ihrer Taschenuhr, was bekanntlich spät abends unter der Einwirkung gewisser giftiger Flüssigkeiten manchmal vorkommen soll, natürlich nur bei anderen! Wirtschaft. Riesenfusion im englischen Bergbau. Den Londoner Blättern zufolge sprach sich eine Versammlung von Bergwertsbesitzern in Lanca- shire und Cheshire mit überwältigender Mehrheit für völlige Verschmelzung der Kohlenbergwerke in den beiden Grafschaften in einer einzigen Unternehmung aus. Gin Ausschuß wurde ernannt, um die Einzelheiten zu erörtern. Rach dem Zusammenschluß würde die neue Unternehmung die größte Kohlenbergwerksgesellschaft von Groß- Britannien sein. Sie würde über ein Kapital von annähernd 12,5 Millionen Pfund Sterling verfügen und etwa 220 Gruben mit 15 000 Bergleuten und einer jährlichen Kohlenerzeugung von 18 Millionen Tonnen in ihrem Besitz haben. Schweinernarki in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen standen 278 Ferkel, zwei Läuferschweine und zwei Einleger zum Verkauf. Es kosteten Ferkel bis zu 6 Wochen alt 15 bis 20 Mk., 6 dis 8 Wochen alt 20 bis 28 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 28 bis 35 Mk.: Läuferschweine 50 bis 55 Mk.; Einleger 80 Mk. Tendenz: mäßig, Ueberstand. * Gründung der Main-Gaswerke- A G. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung stimmte in ihrer gestrigen Sitzung mit großer Mehrheit dem Vertragswerk zu, das die Zusammenfassung der gesamten Frankfurter, sowie der Offenbacher Gasinteressen in einer neuen Gesellschaft, der Main-Gaswerie-AG., vorsieht. Das Aktien-Kapital der neuen Gesellschaft wurde, entgegen der Vorlage des Magistrats, von 33 Millionen Mark auf 30 Millionen Mark herabgesetzt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 29. Ott. Tendenz: fester. — Rach der glatten Erledigung der gestrigen Liquidation eröffnete die heutige Börse in festerer Haltung, wozu noch einige günstige Momente von ausschlaggebender Bedeutung beitrugen und der Spekulation Veranlassung zu Deckungen boten. Vor allem wurde der Abbruch des Berliner Me» tallarbeiterslreiks und die Wiederaufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen, wobei die Hoffnungen auf eine Einigung gewachsen sind, als Hauptfaktor geltend gemacht. Auch die festere gestrige Reuyorker Börse und die Beruhigung am Linoleum-Markt' trugen zur Besserung bei. Das Geschäft war zu den ersten Kursen in Spezial- aktien recht lebhaft, zumal auch von Auslandseite wieder Aufträge eingetroffen waren. Im Durchschnitt ergaben sich gegen den Schluß der gestrigen Abendbörse Besserungen von 2bis 4 Prozent. Im Vordergründe des Interesses standen von Kaliaktien Salzdetfurth, die 10 Prozent fester eröffneten. Größeres Interesse bestand noch für Elektrowerte. Führend waren Elektrische Lieferungen und Schuckert, die je 5,5 Prozent! höher lagen. AEG., Licht & Kraft, und Siemens gewannen von 1,5 Prozent bis 3 Prozent. Deutsche Linoleum waren weiter um 1 Proz. gebessert. Am Kunstseidemarkt hielt die Rachfrage für Aku. von angeblich holländischer Seite an: sie gewannen 5 Proz. Farben erzielten einen Gewinn von 2 Proz. Metallgesellschaft konnten sich der allgemeinen Aufwärtsbewegung nicht anschließen. Die Möglichkeit einer 1 prozentigen Dividendereduktion führte zur Verstimmung an diesem Markte, doch war größeres Angebot nicht zu bemerken: der Kurs war gegenüber der gestrigen Abendbörse mit 86 Prozent gehalten. Am Montanmarkt beschränkte sich die Umsatztätigleit auf ein Minimum. Rheinstahl lagen 2,5 Prozent höher, während Gelsenkirchen fast 1 Prozent anziehen konnten. Daimler, Zement Heidelberg, Bauunternehmungen und Zellstoff Wawhof gewannen von 1 bis 2,5 Proz. Banken zogen unter Führung von Reichs bank weiter an. Renten lagen ziemlich still. Deutsche Anleihen waren behauptet. Pfandbriefe hatten nur kleinstes Geschäft. Im Verlaufe hatten die Deckungen nachgelassen, und die Kurse gaben, teilweise unter dem Druck von Eewinnmitnahmen, durchschnittlich um bis zu 1,5 Proz. nach. Das erwartete Kommunique von der Verwaltung der Deutsche Linoleum-AG. war noch nicht eingetroffen, was erneut Anlaß zur Verstimmung gab. Das Angebot war in diesem Papier größer geworden, und es trat ein Verlust von bis 5 Prozent ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 4 Proz. um 0,5 Proz. erleichtert. Am Devisenmarkt waren Devisen schwächer: Madrid aber weiter fest. Man nannte Mark gegen D. llar 4,1960; gegen Pfund 20,3860; London gegen Kabel 4,8586; gegen Paris 123,81; gegen Mailand 92,80; gegen Madrid 44,00; gegen Schweiz 25,0250; gegen Holland 12,0613. Berliner Börse. Berlin, 29. Oft Ohne daß das Geschäft zu Beginn der heutigen Effektenbörse aus dem sonst üblichen Rahmen herausragte, lagen die Eröffnungskurse, selbst bei Berücksichtigung des in ihnen enthaltenen Reports per Ultimo Rovember, recht fest. Die Entspannung im Metallarbeiterkonflikt, eine zu erwartende beruhigende Erklärung der Deutschen Linoleum-Verwaltung, freundlichere Auslandbörsen mit anziehendem Pounganleihe- Kurs und eine leichte Befestigung der Kupferpreise veranlaßten die Spekulation zu Deckungen und kleinen Rückkäufen nach dem überwundenen Ultimo. Einige bei den Danken eingetroffene Kauforders stießen auf Materialmangel und angeblich noch fehlende Limite. Im allgemeinen waren die Kursgewinne nicht so erheblich Die f e st e Stimmung wurde durch Sonderbewegungen hervorgerufen. So zogen Kaliaktien, Farben, AEG., Schuckert, Siemens, Spritaktien, Polyphon und Kunstseidewerte stärker an. Letztere waren, obwohl sie einen großen Teil ihres Gewinnes schon an der gestrigen Frankfurter Abendbörse erzielten, mit Plus-Plus-Zeichen notiert. Auch Otavi lagen mit 32,60 Mark fest und Ehade- aktien überschritten wieder die 320er°Grenze. Deutsche Linoleum konnten auf 134,60 Mark anziehen. Deutsche Anleihen hatten behauptete Tendenz. Don Ausländern zogen Bosnier um 0,25 Prozent an. Der Psandbriefmarkt war noch unentwickelt. Reichsschuldbuchforderungen fester. Der Geldmarkt hatte anziehende Rotierungen aufzuweisen. Tagesgeld nannte man mit 5 bis 7 Proz.; die übrigen Sätze waren unverändert. Dei ruhigem Geschäft setzten sich im Verlaufe weiter kleine Kursbesserungen durch, die aber später infolge Rachlassens der Deckungsneigung teilweise wieder verloren gingen. Ausgehend von Deutsche Linoleum, die im Verlaufe etwa 6 Proz. nachgaben, wurde es gegen 3/4l Uhr allgemein schwächer, und die Kurse gaben bis 1,5 Prozent unter Anfang nach. Frankfurt.. (Mvetbcbörfe. Frankfurt a. M., 29. Okt. Am Frankfurter Produktemnarkt war das Geschäft auch heute sehr still. Die Händler übten starke Zurückßa tung. Infolge der Zollerhöhungen war die Spekulation weiterhin recht reserviert. Rur in Weizen konnte sich im Verlaufe das Geschäft etwas lebhafter gestalten, bei einem Preisgewinn von 2,50 Mark. Roggen lag unverändert. In Sommergerste hat das Geschäft ebenfalls stärker nachgelassen. Die Preise gaben etwa 5 Mark hierfür nach. Hafer lag ebenfalls etwas niedriger. Die Mehlpreise lagen weiter befestigt. Roggenmehl lag unverändert. Futtermittel still. Es wurden notiert: Weizen (Hessen und Provinz Hessen-Ra sau) Hektolitergewicht von 75 Kilo 260; Roggen (Hessen, Prov. Hessen-Ra'sau und Unterhanfe '65: Sommergerste für Drauzwecke 205 b's.15; Hafer, inländischer 152,50 bis i5-d- deutschrs Spezial 0 41 bis 41,75; Roggenmehl 26 bis 27; Weizenkleie 6; Roggenkleie 6,50. Tendenz: Weizen fest, sonst ruhig. Strafkammer Gießen. • Gießen, 28. Oft. Ein Vertreter einer Ver- sicherungsgesellschakt hatte in einem Landstädtchen mit verschiedenen Personen Versicherungsverträge abgeschlossen, die Prämien erhoben, diese in feine Tasche gesteckt und die Verträge nicht an die Gesellschaft abgefandt. Als später eine der „versicherten" Personen nach der Police sich erkundigte, fertigte er eine solche unter Benutzung einer anderen alten Police an und legte sie vor. Wegen fortgesetzten Betrugs in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung hatte das Schöffengericht auf 5 Monate Gefängnis erkannt. Die Strafkammer verwarf die Berufung des Angeklagten, nahm aber Betrug in zwei Fällen und Urkundenfälschung in einem Fall als drei selbständige Handlungen an. Ein Arbeiter aus Gießen hatte sich bei einer Krankenkasse unter falschen Ramen Unterstützung angeblich kranker Kassenmitglieder erschwindelt und zu diesem Zweck auch verschiedene Unterschriften gefälscht. Das Schöffengericht hatte ihn zu 5MonatenGefängnis verurteilt. Auch die Strafkammer hielt den die Straftaten leugnenden Angeklagten für einwandfrei überführt und bestätigte das Urteil. Wegen Vergehens gegen § 5 des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten war eine Frau zu 5 Mona ten Gefängnis verurteilt worden. Ihre Berufung war ohne Erfolg. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei-Verantwortung.) Der Kampf um den MUchpreis. Weit davon entfernt, den reellen Milchhandel auch nur im geringsten antasten zu wollen, ist es uns doch ein inneres Bedürfnis, die unzutreffenden Behauptungen des Eingesandts des Milchhändler-Vereins für Gießen und Umgegend klarzustellen. Richtig ist, daß zum Beispiel die Wiesecker Milcherze^ger schon vom 7. September ab 2 Pf. pro Liter weniger erhielten, während die Milchhändler noch weitere 14 Tage auf dem alten Verkaufspreis bestehen blieben. Falsch ist, daß die Milchhändler jemals gesonnen waren, auch nur einen Bruchteil ihres enormen Verdienstes einzubüßen. Hätten die vereinigten- Milchhändler den Abschlag von 4 Pf. mit den Landwirten geteilt, wie sie es unzutreffend schrieben, so wäre es niemals zu Streitigkeiten gekommen. Wir begrüßen das nachahmenswerte Vorgehen unserer Berufsgenossen sehr, zu dem sie leider gezwungen sind, zeigt es doch, daß wir einen guten Schritt der Zeit näher gekommen sind, in welcher kein Bauer weder zu seinem, noch zum Schaden der Verbraucher mit sich spielen läßt. Der Milcherzeuger-Verband. Ortsgruppe Wies eck. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 6. H. aus G. 23. Zur Beantwortung Ihrer Anfrage war es nötig, zunächst die Sachlage näher zu klären. Unser Mitarbeiter stellte Ihnen zu diesem Zwecke eine Vorfrage, die wir Ihnen zur Beantwortung brieflich zugehen ließen. Den Brief erhielten wir jedoch zurück mit dem Postvermerk: „Welcher von dreien?" Sie hatten Ihre Adresse nicht mit der erforderlichen Genauigkeit angegeben. Wir werden Ihnen den Brief erneut zusenden, damit Sie die Vorfrage beantworten können. Alsdann erfolgt'die sofortige Erledigung Ihrer Angelegenheit. ~ HJ. R. Die Beantwortung Ihrer Abfrage ist nur dann möglich, wenn man den Gesamtfriedenswert des ganzen Hauses und die Gesamtsumme der Gebühren kennt, die für das ganze Haus zu zahlen find. Zur Beantwortung Ihrer Frage wenden Sie sich am zweckmäßigsten an die zuständige Stelle im Stadt- > haus, Bergstraße, Zimmer 3/4. Daten für Donnerstag, 30. Oktober. Sonnenaufgang 6.48 Uhr, Sonnenuntergang 16.39 Uhr. — Mondaufgang 14.47 Uhr, Monduntergang 23.43 Uhr. 1910: Henri Dunant, der Begründer des Roten Kreuzes, zu Heiden in der Schweiz gestorben; — 1923: der englische Politiker Bonar Law in London gestorben. Letzte Rachrichten. Das Urteil im Nachterstedter Mordprozeß. Halberstadt, 29. Okt. (1BI23. Drahtmeldung.) heute mittag kurz nach 13 Uhr verkündete im Nachterstedter Wc^rdprozeh der Vorsitzende des Schwurgerichts folgendes Urteil: Der Angeklagte koch wird auf Kosten der Staatskaffe srelgesprochen. Oie Untersuchung der Katastrophe des „RlOl*. London, 29. Oft. (2DIB. Funkspruch.) 3n der Untersuchungskommifsion, die sich mit der Katastrophe des „R101“ besaht, sagte Generalstaatsanwalt Sir William Jowitt. das Gewicht der Motoren des Luftschiffs habe 17 Tonnen betragen, statt wie vorgesehen 9 Tonnen. Luftfahrt- rninisier Thompson habe im vergangenen Winter erklärt, das Luftschiff müsse Ende September zum Fluge nach Indien unbedingt fertig sei n, da er seine Pläne entsprechend gemacht habe. Der Luftfahrtminister habe die Absicht gehabt, während der Tagung der Reichskonferenz in London nach Indien und zurück zu fliegen, um dann den Premierministern der Dominions einen großzügigen plan über die Einrichtung von Luftverkehrslinien zwischen den verschiedenen Teilen des Reiches zu unterbreiten. Brasilianische Politiker an Bord eines englischen Dampfers verhaftet. London, 29. Oft. (WTB. Funfspruch.) Der britische Dampfer „Aluanzora“ wurde gestern, als er den Hafen von Rio de Janeiro verlassen wollte, durchsucht. 20 politische Flüchtlinge, die sich an Bord befanden, unter ihnen dec frühere Vizepräsident Dr. Mello vianna und andere hervorragende politifer, wurden verhaftet. Hauptmann 3ua- rez Tavore, der die Revolution in den neun nördlichen Staaten von Brasilien zum Erfolg geführt hat, erflärte sich damit einverstanden, daß Dr. Getulio-Vargas provisorisch das Amt des Prä- sidenten übernehme. Abgesehen von Dargas befinden sich jetzt alle revolutionären Führer in Rio de Janeiro. In der Hauptstadt herrscht Ruhe. Sao Paulo werden voraussichtlich 10 000 Aufständische, größtenteils Gauchos, besehen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdisfont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Banfnoten, Frankfurt a. IP Äerlin Schluß-i t«llhr« Schluß«! Anfang« furei | Kurs kurS | Kurs Datum 28 10 29 10 28 10 29. 10 6% Deutlche Retchsanleihe 87,4 7% Deutsche Reichsanleihe 98,6 Deutlche Anl^WlüI.-Schuld mit 54,25 54,25 54,25 54,4 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . - 8% Heil. BolkSstaat öon 1929 (ruchahlb 102%)...... 6,5 — 6,55 6,6 89 89,75 Oberhellen Provinz»Anleihe mit _ Deutlche Komm. Smnmelabl. Anleihe Serie 1 . .... 8% Franks. Hyp.-Bant Goldpse. — — 51,5 — XIII unkündbar 616 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse 98,5 — — — 99 c, 4y,% Rheinische Hyp^Bank $jtqu. Goldpse......... 85 8% Pr. Landespsandbrtesanstalt, 100 100 8% Pr LandeSpsanobriesanstalt, Somm^Obl. R. 20...... 7% Pr. ßanbeßpfanbbrielanftalt, 97 — 97 — Psandbriese R 21...... 97 97 S.S.G. abg. BounegS-Obligatio. 94 4% Oesterretchtlche Goldrente . . 26,5 4,20% Oesterreichilche Sllberrente 4°^ Oesterreichilche Einheitliche 3 — 3,15 3,13 _ 1,85 23,6 4% Ungarische «oftrente . . . . 23,5 _ 23,6 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 —— 18,75 V/i% beSfll- von 1918 - - - 19,4 — 19,9 — 4% Ungarische Kroneurente . . . 1,8 — 1,85 — 4% Türktlche Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl — 4,3 — ■ - 4,3 4,3 4% deSgl. Serie ......... 5% Rumänische vereinh. Rente 8,35 — 8,5 14,1 6,85 —— 114,5 116,25 N betuliche Elektrizität . . . . 9 —- 124 —— Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 119 122,25 Schuckert & Co. . ..... 11 — 140 134,75 140,5 Siemens & HalSle ..... 16 183 184,5 180,5 185 TranSradto . ....... . 8 — — —— —— Labmeyer & Co...... . 1<- 147,5 — 147,5 146,6 Buderus..... • . • . 6 53 — 52,75 54,25 . 6 — — 66,25 68,75 — — — Gelsenkirchener ...... . 8 91,5 90,75 89 91,25 Harpcner ...... . 0 89,5 — 89,5 — Hoeich Eisen. ....... 6V, — — 80,5 82,75 äife Bergbau....... 10 — 221,5 222 .................... . 7 69 — 69,75 72 Köln-Ncuessen....... . 7 —— — 81,25 83,75 BianneLmann-Röhren . . . . 7 73 — 73 75,6 Mansselder Bergbau . • • . . 7 39 —— 39 40 Oberschles. Eilenbcdars ... . d —— 42 —— Oberschles. Kokswerke.... . 7 —— — 76 78,5 Phönix Bergbau .... ey$ 68 —— 67,5 69 Rheinische Braunkohlen • • 10 181 —— 178,5 180 . 6 80 82,3 79,25 82,25 Riebeck Montan ...... 7,2 81,75 — Frankfurt a. M. Serlln Schluß«! kur« | 1-Uhr« Äur« Schluß« lur« Anfang» Kur« Datum 28 10 29 10 28 10 29 10 Bereinigte Stahlwerke . 69.5 —— 69 70 Otavi Minen..... 6V. — — 30 32,6 Kaliwerke Aschersleben .. e . 10 193 u— 193,5 195 Kaliwerke Westeregeln . • . 10 195 —— 194 198 Kaliwerke Salzdetfurth . - • 16 — 277 267,25 274 I. ®. starben-Industrie. 12 141,75 143,9 139,65 143,75 Dynamit Nobel .... . 6 — — — — Scheideanstalt..... e e . v — — — — Goldschmidt ..... . 6 42,25 .— 42,25 45 Rütgerswerke..... . 6 49,5 51,25 48,75 51 Metallgeiellschast. . . . o 8 86 86 87 85,5 PHUtpp Hol,mann . . . . 7 80,5 81,5 80 81 Zementwerk Heidelberg ■ • 10 —* 92 — —— Gementroer, Karlstadt. . e e 10 —— — — — Wgqß & st reb tag . . . • » . 8 — 54,75 54,25 — Schultheis Patzenhoser . . - 16 — — 178,25 185 Ollwerke....... 12 —— — 141,5 147 Aku......... 18 70 75 66,25 74,5 Bemberg..... . 14 72 76 69 76,5 Kellltoss Waldhos . . . Zellstoss Aschaffenburg . . 18V. — 113,5 111 112,5 • e IT 84 — 84,25 —- Charlottenburger Wasser e e . 8 — —— 83 84 Deslauer GaS..... • y —— —— 113,5 118 Daimler Motoren . . • e e . o — 25,5 23,5 25,6 Deutsche Linoleum . . e e e ■ 134 135 131 134,6 . 0 - - 34,75 12 36,5 Rat. Automobil . . • • • a . 0 — — 12,25 Orcuftein & Koppel . • e e . 6 — — 49,65 Leonhard Tietz . . • • e e 10 — — 118 119 Svenska ...... • » • • — — 282,5 284,5 Frankfurter Maschinen . . 4 18 — 17,75 — Gritzner....... . 6 30 — 29,5 -r- Heyligenslaedt . . . . e • . O —- — — —— Iunghans....... . 6 26 — 25 24,5 Lechroerke....... . 8 87 — — Mainkrastwerke Höchst a.M.. . 8 — — —- — Miag......... 10 — — 73 — Gebr. Roeder . . . . . 10 93 —— — — Voigt & Haesfner . . . . 9 150 — 149,75 — Süddeutsche Hücker • . • e 10 142 — 139 Berlin, 28. Oktober Geld Äries Amerikanilche Noten...... 4,188 4,208 Belgische Noten ....... 58,25 58,49 Dänische Noten ....... 111,93 112,37 Lnglische Noten ........ 20,353 20.433 Französische Noten ....... 16,43 16,49 Holländische Noten....... 168,68 169,36 Italienische Noten........ 21,86 21,94 Norwegische Noten......- 111,93 112,37 Deutsch-Oellerreich, ä 100 Schilling 59,06 59,30 Numänische Noten....... 2.48 2,50 Schwedische Noten ....... 112,28 112,72 Schweizer Noten ........ 81,25 81,57 Spanische Noten........ 45,91 46,09 Tschechoslowakische Noten..... 12,395 12,455 Ungarische Noten ..... 73,20 73,50 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. 28 Oktober /9 Oktober Amtlich. Geld Notierung flrlt umiudir Geld Kotierung Srtc Amst.-Nott. 168,93 169,27 168.82 169,16 Bucn.-AireS 1,419 1,423 1,426 1,430 Brss-Antw. 58,46 58,58 58,435 58,555 Christiania. 112.16 112,38 112,13 112,35 Kopenhagen 112,18 112,40 112,14 112,36 Stockholm - 112,51 112,73 112,48 112,70 Helsingfors. 10,55 10,57 10,548 10,560 Italien. . . 21,95 21,99 21,94 21,98 London. . . 20,373 20,413 20.364 20,404 Neupork .. 4,1935 4,2015 4,1915 4,1995 Paris.... 16,452 16,492 16,445 16,485 Schweiz .. 81,395 81,555 81,37 81,53 Spanien. 56,20 56,30 36,30 36,40 Japan - . . '«(o de Jan Wien in D-« 2,084 2,088 2,084 2.088 0,424 0,426 — — £?eft. abgeft 59,115 59,235 59,085 59,205 fc:: 12,436 12.456 12,432 12,452 7,33 7,47 7,431 7.445 Budapest. . 73,39 73,53 73,37 73,51 Bulgarien. 3,039 3.045 3,038 3.044 Lissabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Danzig - . 81,48 81.64 81,47 81,63 Konstantin. 1,784 1,789 1,784 1,789 Athen. . 5,43 5,44 5,43 5,44 Tanada 4,198 4.206 4,197 4,205 Lira uay - 3,247 3,253 3,247 3,253 Cairo . • 20,89 20,93 20,88 20,92 dec f^en ’rS Wien. ,nNltit öer !(n> k,*«» wAJM«« '■ U,onl- 7», ■a«Ä. fcn^4i Jtas "'lumme ber “7“*n sind, wenden S|e fiA -e»-s,L, Oktober. "Umgang 16.39 1 ^ondunlergang m® De’l *btn; - lr Lmv in London hten. 'köpkozeß. V Drahlmeldüng.) hr otrfünbde im 'Nh bet Bot- gendes Urteil: Sofien bet Staat»- ung linkspruch.) Jn bet h mlf bet ftata- g(e öenetaHiaais- , bas Gewicht > habe 17 Tonnen Tonnen, tuflfahrt- netgangenen Din- e Ende September lebingt fertig nlsprechend gemacht bie Absicht gehabt, ;r Reidjston- n und iutüd >>u mindern btt Do- in übet die Ein- zwischen ben vtt- u unterbreiten. er an Lord fers verhaftet. Junflptudj.) Der würbe gestern, als iro verlassen wallte, chtlinge, die sich