Nr. 201 Erstes Blatt 180. Jahrgang Freitag, 29. August (930 GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Annahme mr Anzeigen für die Ingtsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis tur 1 mm höhe für Anzeigen pon 27 mm Brett, örtlich 8, auswärts 10 Neichspi«nn,g; für Ne» klamtanwigtn von 70 mm Prelle 35 Neichspfennig, Platzvorfchrist 20 ‘. mehr. Lhefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lang«, verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H THynol; für den übrigen letl Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Fist«, sämtlich in Gießen. Eriche in« lüglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilegen: Die illustriert, Viehener Familienblütter Heimat im Bild Die Scholl« RenatS'Bejngipreli: 2.20 Neichsmark und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Dich ter« scheinen einz^ner Nummern infolge höherer Gewalt. ZerUsprechaRschlüß« anlerSammeunonmer2251. Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Biehen. PoKscheckionto: vniS „id Verla,: vrW'Ich« U»ti>trßILIr.v-ch. h*ö Sleiiöruderel R. lange in Sieden. Sd)riftlettung und Selchästrfteile: SchnUttaß« ?. Der Glaube an Deutschlands Zukunst. Wer gezwungen ist, unseren innerpolitischen Hader täglich aus nächster Nähe -u betrachten, wer dazu die Feststellung machen muh, doh trotz allen Geredes von Vernunft und Einsicht es nicht mog» lich ist, weite Kreise des deutschen Volke» in diesem WaKlkampf so zusammenzusassen, wie es das In- terefse der Nation erheischt, der kann verzagt werden und allmählich den Glauben an die Zukunft Deutschland verlieren. Dennoch, er lebt in den Herzen aller Volksgenossen und wird nicht obsterben, mag der Zustand de» zerstärenden und zersetzenden Kampfe» aller gegen alle noch so lange anhalten, dem es doch mit zu verdanken ist, daß uns die allgemeine Wirtschaftskrise besonder» hart trifft und wir auch auhenpoliiisch aus den uns vom Versailler Vertrag voraeschrikbenen Bahnen nicht herauskommen. Wie anders steht es dagegen im Ausland mit dem Glauben an unser eZukunft. Alle», was in den ehemaligen Felndbundstaaten an den Haaren her» beigez-rrt wird, um uns zu diskreditieren und anzuprangern, entspringt doch stets nur der Furcht vor unserem unausbleiblichen Wiederaufstieg, der für |cben Franzosen eine ebenso unbestreitbare Tatsache ist wie für jeden Engländer, Amerikaner oder sonstigen Ausländer. Solange sie die restlose Wiederherstellung unserer Weltgeltung verhindern können, solange tun sie es, solange aber auch unser Parieiwesen und unsere Innenpolitik zu einer vernünftigen Reform nicht fomfm, bleiben mir außenpolitisch kraftlos und bleibt der Gegenseite die Möglichkeit erhalten, uns stets von neuem mit Hilfe längst unhaltbar gewordener Verträge zurückzudrücken. Ist namentlich bei den Franzosen die Angst vor uns der beste Ausdruck de- Glaubens an ein Wie derer starken Deutschlands, so finden wir im Südoften Europa-, also dort, wo man deutsche- Wesen bei,er al- in irgendeinem anderen Teil der Welt kennt, ungeheu- chelte Bewunderung der zahllosen technischen und wirtschaftlichen Leistungen, mit denen unsere Aation in der Nachkriegszeit aufzuwarten vermochte.. Man braucht nur einmal flüchtig die Donaustaaten zu durcheilen, um überall zu vernehmen, dah sich Deutschland, „Da« grobe, mächtige, reiche Dcutschlan d". wie man so oft hört, wieder durchfeyen wird. Mag diese Einstellung auch dadurch hervorgerufen worden sein, dah eine gewisse Propaganda au« naheliegenden Gründen ein übertriebenes Bild unsrer nationalen Kräfte gibt, so geht daraus aber auch hervor, ein wie unerhörte« Mah von Vertrauen und Achtung wir uns allmählich draußen wieder erworben haben. Dieses kostbare Gut gilt eS zu mehren und nicht zu vergeuden. Wir können unS aber den anderen gegenüber nur dann durchsetzen, wenn wir der Selbstzerfleischung Einhalt gebieten, unS dafür aber Darauf besinnen, daß wir der Zukunft unserer Nation die besten Dienste leisten, wenn wir endlich die staatserhaltenden und aufbauenden Elemente in unserem Volke zusammen- schweißen und durch innere Stabilität für das Reich die Voraussetzungen einer fruchtbringenden in der Befreiung vom Versailler Vertrag gipfelnden Außenpolitik schaffen. Tschechische Wirischastskonkurrenz. Wird prcutzijchcr Ltaatsbesitz an eine tschechische Lchutzsabril vcräutzcrt? Breslau, 28. Aug. (Xcl.-Hn.) Wie die .Schlesische Zeitung" mcIDeL steht d ie tschechische Schuhfabrik Data, die schärfste Konkurrentin der deutschen Schuhwarenproduktion in Verhandlungen mit der preußischen Regierung über die Errichtung einer Niederlassung in Oberschlesien, und zwar beabsichtigt die Schuhfabrik Data, den f»genannten Klodniher Wald in Gröhe von etwa 8000 Morgen von der Regierung zu kaufen. Die Schuhfabrik geabsichtigt, auf diesem Gebiet ebenso wie in der Tschechoslowakei eine Fabrik in größtem Umfange zu errichten, die zunächst 2000 und später bi« zu 10 000 Arbeiter beschäftigen soll. Außerdem wird die Gesellschaft für ihre sämtlichen Bedarfsartikel eigene Fabriken errichten. Die .Schlesische Zeitung" schreibt hierzu, daß es sich um Pläne handele. Deren Durchführung keineswegs im Interesse Der deutschen Wirtschaft liege. Aus Nachfrage bei Den zuständigen Stellen in Gleiwitz wird bestätigt, daß Verhandlungen mit Der tschechischen Schuhfabrik Bata zum Erwerb de« Klodniher Waldgeländes tatsächlich schweben; nähere Angaben werden aber vorläufig verweigert. Der Finnlandvertrag. Berlin, 28. Aug. (TU.) Wie die Telegraphen- Union von zuverlässiger Seite erfährt, sind die in Helsingfors geführten Verhandlungen des Vertreters des Auswärtigen Amtes, Ministerialdirektors Ritter, über die Neuregelung der Handelsvertrags- beziehungen mit Finnland im wesentlichen a b • geschlossen. Es wurde vereinbart, daß der laufende Handelsvertrag gekündigt wird und am 1. Januar, dem Zeitpunkt des Ablaufs des Vertrages, ein neuer Vertrag in Kraft tritt, der Die Dertragszölle für Butter und andere Molkereiprodukte auf «vefentlich höherer Zollgrundlage als der gegenwärtigen festgesetzt. Das Kinanzrefonnprogrannn der Reichsregiemng. Streichungen am Reichsetat. — Wohnungsbau und ländliche Siedelung. — Die Reform Der Arbeitslosenversicherung. - Finanzausgleich und Senkung der Realsteuern. Ein Anfang. Das ReichSkabtnett hat für die Finanz reforrn» Pläne, deren Einzelheiten erst noch au«gearbeitet tverdon sollen, fünf .wesentliche Gesichtspunkte" feftgelegt, und man wird anerkennen müssen, daß hier zum ersten Male der Versuch unternommen wird, organische SanierungSmaßnah- men an Der öffentlichen Wirtschaft einzuleiten Alles, was bisher auf finanzpolitischem Gebiete geschah, beschränkte sich ja bedauerlicherweise im wesentlichen aus Steuererhöhungen. Wenn daS Kabinett es nun für daS Finanzprogramm als wesentlich erachtet, daß im Haushaltsplan für da- Jahr 1931 ein weiterer namhafter Betrag einzusparen ist, so wird man erst nach Vorlegung DeS Etats erkennen. ob hier eine echte Ausgabenminderung vorgenommen wird ober nicht. Soviel wollen wir schon jetzt lagen, daß die Summe von etwa hundertfünszig Millionen, die gesprächsweise in diesem Zusammenhang genannt worden ist, natürlich keine wirksame AuSgabenlenkung Darstellt. Wenn Der Abbau Der Ausgabenseite DeS Reichshaushalts fühlbar werben soll, bann muß man schon ben Haushalt um einMehrsache« dieser Summe kürzen. Allerdings gestehen wir dem Zinanzminister zu. daß sich bas ohne eine fühlbare Senkung bet „zwangsläufigen" Ausgaben nicht erreichen läßt. Denn Die Entwicklung Der letzten fünf Jahre hat Dazu geführt. Daß etwa acht Milliar- Den von Dem ganzen ZehnmilliarDenetat gesetzlich gebunDen sinD, unD an Den verbleibenden zwei bis zweieinhalb Milliarden kann man natürlich nicht ohne schwere Schädigung Der Aufgaben, Die mit ihnen erfüllt toerDen feilen. Drauf loSkürzen. Wir hätten nun aber gewünscht, Daß Der Wille, diese Zwangsläufigkeiten anzugehen. in Den fünf Programmpunkten DeS Kabinetts etwa« mehr zum Ausdruck gekommen wäre. Denn genau gesehen stellt doch nur Der Abschnitt, Der Davon spricht, daß die biSber unbegrenzte und unvorhersehbare Beanspruchung durch die Verficherungsfürsorge Der Arbeitslosenhilfe für Den Reichshaushall vermieden werden soll, einen Schritt in dieser Richtung dar Gewiß, da« ist nicht unwesentlich, und schon jetzt läßt sich prophezeien. daß es hierum noch zu schweren parlamentarischen Kämpfen kommen wird. Trotzdem hätten wir eS für wünschenswert und erforderlich gehalten, wenn wenigstens da« grundsätzliche Bekenntnis zu Dem Willen, alle zwangsläufigen Ausgaben nach Maßgabe Der Möglichkeiten zu ocrmijxDem, in Den Programmsätzen des Kabinett- enthalten gewesen wäre. Am wichtigsten und weittragendsten find offenbar die Pläne, die die Reichsregierung hinsichtlich DeS Finanzausgleich« hegt. Es ist noch nicht ganz klar zu erkennen, welche Lösung Da vorgeschlagen toerDen soll. Wenn eS aber gelingt, einen Weg zu finDcn, Der wirklich Die Selb st Verantwortung für Die AuS - gabengebarung bei Ländern und Gemeinden belfer klarstellt, als DaS die Fi- nanzausgleichSprvvisorien des letzten Jahrzehnts getan haben. Dann ist schon sehr viel gewonnen. Für Den, Der sich einmal näher mit Dcti Dingen beschäftigt hat, liegt es ja schon feit Jahren auf Der HanD, Daß für die fortdauernden Heber- Höhungen der Ausgaben in den letzten Jahren da« Reich keineswegs allein verantwortlich ist, sondern daß man die Schuld dafür auch bei den Kostgängern de« Reiches zu suchen hat. Erfreulich ist auch, bah baS Kabinett ganz eindeutig auf die Mitverantwortlichkeit d e S Reichstag- hingewiesen hat, bei dem ja da« Steuervereinheitlichungsgesetz in der letzten Legislaturperiode liegen geblieben ist. Ohne einwandsreie Grunbmaßstäbe für die wichtigsten Ländersteuern läßt sich ein klarer Heberblick über die Etatgebarung Der einzelnen Länder, lassen sich wirksame VergleichSmöglich- keiten nicht finden, und so wird man erwarten müssen, daß daS Gteuervereinheitlichungsgesetz eine der ersten Vorlagen ist, die das Kabinett dem neuen Parlament al-bald zugehen läßt. Auch die angekündigte Vereinfachung des Steuersystems, die namentlich für die Land- wirtschaft von Bedeutung ist, entspricht unseren Wünschen ebenso wie die Befreiung der kleinen Vermögen von der Vermögenssteuer, deren Verwattung-aufwand meist großer gewesen ist al» ihr Ertrag Heber das in Aussicht gestellte Wohnung». und Sifblungsbau Programm wird man im Zusammenhang mit den Planen, die da» Kabinett für die Hauszinssteuer und die Realsteuern hat. noch in einem anderen Zusammenhänge sprechen müssen. Für heute sei mit Besriedigung da» Versprechen der Regierung verzeichnet, daß schon im neuen Haushaltsjahr mit der Senkung der Stealfieuern begonnen werden soll Insgesamt — ein erfreulicher Anfang, von dem wir hoffen möchten, daß er nicht eine Verheißung bleibt. Der deutsche Bürger wird am 14. September dafür sorgen müßen, daß das nicht der Fall ist. Die Richtlinien des Kabinetts. Berlin, 28. Aug. (WIB. Amtlich.) Die mehrtägigen Beratungen de» Reichskabinett» über feine finanziellen Reformpläne wurden unter Vorsitz de» Reichskanzler» Dr. Brüning zu Ende geführt. L» wurde liebereinflimmung über diejenigen Grundsätze erzielt, nach denen nunmehr die erforderlichen Gesetzesvorlagen durch die zuständigen Reffort» während der nächsten Wochen zweck» Vorlage an den Reichsrat und den Reichstag ausgearbeitet werden sollen. Voraussetzung für das Gelingen aller Reformpläne ist eine geordnete ft a f f en I a g e und ein die Wirtschaftslage berücksichtigender Haushaltsplan. Da» Kabinett hat für die Aufstellung dieses Programms al» wesentliche Gesichtspunkte die folgenden festgelegt: 1. 3m Haushaltsplan 1931 wird über die bereit, Im Haushaltsplan 1930 vorgesehene Senkung der Ausgaben von 169 Millionen Mark hinaus auf Grund der vom Reichsfinanzminifter gemachten Vorschläge ein weiterer namhafter Betrag eingefparf werden 2. Ls wird ein mehrjähriges Programm für den Wohnungsbau und die ländliche Siedlung mit dem Ziel der beschleunigten Verminderung der Wohnungsnot der unbemittelten Schichten und unter Berücksichtigung ihrer Leistungsfähigkeit aufgefteUt. Die Finanzierung der größeren Wohnungen wird auf anderem Wege durchgeführt. 3. Der Reichshaushall soll gegen die bisherige unbegrenzte und unoorfehbare Beanspruchung durch die verschiedenen Formen der Arbeitslosenhilfe gesichert werden, Indessen ohne daß dadurch die notwendigen Leistungen gefährdet werden. 4. Der Finanzausgleich wird durch eine anderweitige Verteilung der öffentlichen Einnahmen unter Reich, Länder und Gemeinden entsprechend den ihnen obliegenden Aufgaben u m g e ff a 11 e t werden; dabei soll vor allem auf Klarstellung der selbständigen Verantwortung für die Ausgabengebarung hingewirkt werden. Dieser endgültige Finanzausgleich kann In Krast treten, sobald der Reichstag das Steuervereinheit- lichungsgeseh, zu dessen Vorbereitung in der Notverordnung entsprechende Maßnahmen vorgesehen und eingeleitel find, verabschiedet hat. 3n diesem Zusammenhang Ist auch eine Vereinfachung de» Steuerfyftem» In Aussicht genommen und zwar zunächst bei der Landwirtschaft, sodann durch Freistellung der vermögen bis zu 20 000 Mk. von der Vermögenssteuer. Die Auswüchse auf dem Gebiete der kommunalen Beamtenbesoldung sollen beseitigt werden; hierbei wird bei denjenigen Gemeinden einzusetzen sein, deren Realsteuern besonder» überhöht sind. 5. Eine Bewirtschaftung der ftrebitbebürfnlffe brr öffentlichen Körperschaften unter einheitlichen Gesichtspunkten wird die notwendige Senkung de» zu hohen Zinsfußes unterstützen. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen wird eine Senkung der z u hohen steuerlichen Belastung de» deutschen Volke» ermöglichen. Lin solches Senkungsprogramm kann nur fortschreitend durchgeführt werden. Begonnen werden soll aber bereits Im 3ahre 1931 mit der Senkung der die Produktion am melften hemmenden R e al- ff e u e r n. Dadurch soll der wirtfchaftsantrieb und neue Arbeit gegeben werden. Die Durchführung der neuen Gemeindesteuern. Berlin, 28. Aug. (BDZ.) Der Reichsrat stimmte am Donnerstag den Durchführung»- bestirnmungen für G e m e i n d e b i e r - ft euer, Gemeindegetränke ft euer und Bürger st euer zu. Die neue Verordnung stellte u. a. klar, daß die Erhebung der Gemeindege- trän feft euer nur zulässig ist wenn die Ge - meinbebierfteuer bereits erhoben wird. Die Bürgersteuer wird obhängia gemacht vom Wohnsitz Wer in mehreren Gemeinden einen Wohnsitz hat, ist in jeder dieser Gemeinden steuerpflichtig. Klosternovizen werden von der Steuer befreit. Der Landessotz der Büraersteuer kann nur für olle Gemeinden einheitlich feft- gesetzt werden. Die Bürgersteuer wird je zur Halste am 10. Januar uhb 10. März fällig. Sie wird zugleich mit der Lohnsteuer einbehalten oder zugleich mit der Einkommensteuer veranlagt. Für die erst von 1931 ab wirksam werdende Verkoppelung der Gerne indebiersteuer und der Bür- gerft euer mit 6 en Realfteuern bleibt der Erlaß weiterer Durchführungsbestimmungen Vorbehalten. Der Altonaer Bombenlegerprozeß. Altona, 28. August. tWTB.) 3m weiteren Verlaus Des BombenlegerprozessseS tourDe festgestellt, Daß sich Die mit Den verfchieDenen An- gellagtcn ausgenommenen Protokolle inhaltlich Decken. Der Angellagte Bossen sagte am Schlüsse seiner Vernehmung; Ich habe frei und offen alles zugegeben. An Den Bomben- anfchlägen toar ich nicht beteiligt. Ich habe nur für Unterbringung Des Sprengstoffes in Der Nähe meines Hofes, bei meinem Nachbarn HollänDer gesorgt. Der Angeklagte Peter H o - länDer hat gleichfalls im wesentlichen seine Mitwisserschaft und Die BeihUfe Durch Verwahrung Des Sprengmaterials zugegeben. Er hat Volck, Wichels und Iohnfen unterstützt, weil er glaubte. eS fei eine nationale Tat. Der Angellagte Nickel hat zugegeben, von Heim Kisten mit Höllenmaschinen erhalten zu haben. Er habe mit Pünjer zusammen .Die Herren aus Dem Ruhrgebiet" in Hamburg empfangen. Doch hat Pünjer von Dem Vorhaben nichts ahnen können. Nickels ist von Anfang an beteiligt und über alles unterrichtet gewesen. Er sagt, KlauS Heim habe sämtliche Anschläge sorgfältig organisiert unD jeDem Teilnehmer Den für ihn bestimmten Auftrag erteilt sowie Die Ausführung von Fall zu Fall an- georDnet. Die bei Der »weiten Serie von Anschlägen verwendeten Höllenmaschinen hat Nickels in Gewahrsam gehabt. Er hat Pünzer eine Handtasche mit einer Bombe zum Aufheben gegeben, weil er sich bereits von Der Polizei beobachtet fühlte. Pünjer hat Den Inhalt Der Handtasche nicht gekannt Das Lager im Weygandschen Steinbruch ist mit Stahlsäge unD Stemmeisen geöffnet worden. Die Sprengstoffe sind mit Dem Auto befördert unD zum Um packen an Volck und Johnsen geleitet worden. Hm Spuren zu vermeiden, hat Nickels beim Einbruch Handschuhe getragen und Die Pulverkammer mit einem eigens mitgeführten Besen auSgesegt. Den Angellagten H a m k e n s betreffen die nächsten vier zur Verlesung kommenden Protokolle. Hamkens hat Bomben bewahrt unD be- förDcrt. Heim hat nach seiner Auslage alles eingefäDcIl und angenommen. Die Höllenmaschinen seien mit aller Vorsicht transponiert worden. Das Auto habe Hamkens geführt, ohne einen Führerschein zu besitzen. ________ 4 Anrufung des Gtaatsgenchtshofes gegen die Tlofoerorönung. ‘Berlin, 28._Rüg. (62TB.) Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterblieberum hat. Da die breite Maste Der Kriegsopfer Durch Die Notverordnung des Reichspräsidenten erheblich betroffen wird. Den Staatsgerichtshof angerufen. Diese Anrufung erfolgt, weil Der BunDesvorstand die Rechtsansicht vertritt, daß Artikel 48 Absatz 2 Der Reich-verfassung im Gegensatz zum Artikel 55 der preußischen Verfassung Notverordnungen finanzie Iler und wirtschaftlicher Art nicht kenne und nicht z ul affe. Der Reichsbund hat deshalb beantragt, Der StaatSaerichtShof möge Die Notver- orDnung für verfassungswidrig und rechtsungültig erflären. Die Baufinanzierungen der Stadt Berlin. Berlin, 28. Aug. t ENB. ) Das Bezirksamt Charlottenburg verbreite! eine Denkschrift über Den Verwendung städtischer Gelder bei Den Grundstücken Hebbelstraße 18 19 und Wernigeroder Straße. Das Bezirksamt trennt die Angelegenheit Hebbelstraße, wo der Architekt Wagner als alleiniger Eigentümer des Hauses beteiligt ist, von Der Angelegenheit Wernigeroder Straße. Bei Dem Hause Wagners förderte Die Stabt nur Die Sanierung Durch Gewährung eines Darlehens in Form einer Tilgungs- Hypothek, also nicht zinsfrei. Bei Der baulichen Durchführung Der Planierung Dieses Grundstück« ist Schaldach nicht beteiligt. Dagegen würbe Da« Grundstück Wernigeroder Straße von den Herren Schaldach und Wagner von Der Firma Zimmermann unD Sohn erworben Um Die Bebauung Dieses GrunDstückeS mit Kleinwohnungen zu billigen Mietpreisen zu fördern, hat Das Bezirksamt Charlottenburg $u Der von Der WohnungSfürsorge gegebenen Hauszins steuerhypvthek eine Zusatz Hypothek gegeben, und zwar in Der Höhe, wie fte vorn Magistrat Berlin gemeinnützigen Gefellschasten und Genostenschaften bewilligt wird. Die Ausführung des Neubaues Wernigeroder Straße hat der 'Bauunternehmer Schaldach allein übernommen. Das Bezirksamt Charlottenburg hat keinen Einfluß auf die Vergebung der Dauarbeiten: eS wird alles tun, was zu einen befriedigenden Regelung der Hondwerkerforde- rungen beitragen kann. Oie Preisbindungen vor dem Reichswirtschastsrat. Berlin, 28. Aua. Lieu Wirtschafts- politifche Ausschuß des Vorläufigen Reichswirt- fchaftsrates hat Verhandlungen über die Fragen der Preisbindungen fortgesetzt. Vach längerer Aussprache wurden zwei Arbeitsausschüsse mit je zwölf Mitgliedern gebildet, von denen der erste Ausschuß zuerst die Fragen der D a u st o f f e und sodann die Fragen von Kohle, Kali, Eisen. Treib st offen. Düngemitteln u. a., der zweite Ausschuß die Preisprrbleme der Markenartikel unter Heranziehung von Sachverständigen und Interessenten behandeln soll. Die Ausschüsse werden sofort ihre Arbeiten aufnehmen und mit größter Beschleunigung durchführen. Oie Zwangsarbeit in den französischen Kolonien. Pari», 23. Aug. (WLB.) Im Ministerrat hat der Kolonialminister Pietry dem Präsidenten der Republik ein Dekret über die allgemeinen Grundsätze der Heranziehung menschlicher Arbeitskraft in den französischen Kolonien zur Unterzeichnung unterbreitet. — Der „Matin" will berichten können, daß es sich um die Regelung obligatorischer Dien st lei st ungen für die Ausführung großer öffentlicher Arbeiten in den französischen Kolonien handele. Die französische Regierung habe dem in Genf unterbreiteten Abkommen über die obligatorische Arbeit nicht beitreten können, aber Wert darauf gelegt, in einem präzisen Text die allgemeinen Grundsätze für im allgemeinen Interesse liegende obligatorische Arbeiten festzulegen. Das Dekret definiert „obligatorische Arbeiten im allgemeinen öffentlichen Interesse" wie folgt: Iede Arbeit oder jede Dienstleistung, die von einem Individuum verlangt wird, für deren Ausführung das betreffende Individuum sich nicht freiwillig angeboten hat, abgesehen von den Arbeiten oder Dienstleistungen, die sich aus seinen steuerlichen oder militärischen Verpflichtungen oder der Abbüßung einer Strafe des allgemeinen Rechts ergeben. Aus -em Wahlkampf. lieber die Verwendung des Rundfunks im Wahl kämpfe ist bis jetzt noch kein Ent- scheid getroffen. Nach wie vor wird der Plan erwogen, in den letzten Tagen vor der Wahl je einen Parteivertreter eine halbe Stunde Redezeit vor dem Mikrophon zu bewilligen, doch ist man sich noch nicht schlüssig darüber, ob dies in der Form von Dialogen zwischen zwei jeweils gegensätzlich zuein- ander eingestellten Parteivertretern geschehen soll, oder man einen Parteivertreter allein sprechen lassen will und im Anschluß daran den Vertreter einer anderen Partei zu Worte kommen lassen will. Für den Wahlkreis Hessen-Darmstadt haben die Nationalsozialist en folgende Kandidaten nominiert: Pfarrer Münchmeyer (Düsseldorf), ßebrer Ringshausen (Offenbach), Dr. Daum, Arzt (Oppenheim), Dekorateur A b t (Darmstadt), Prof. Dr. Werner (Butzbach) und Landwirt Diehl (Gau-Odernheim). * Der Studienrat am Schiller-Realgymnasium in Charlottenburg Dr. Meinshausen, der der Na- tionalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei ange- hört, ist durch Verfügung des Provinzialschulkollegiums vom Amte suspendiert worden wegen seiner politischen Betätigung. Dr. Meinshausen kandidiert für die Nationalsozialisten sowohl in Berlin wie in Potsdam II. * Der Regierungspräsident von Erfurt hat die Mittelschulkonrektor Klagaes und Meyer in Benneckenstein vorläufig ihres Amtes enthoben. Gegen beide ist das Disziplinarverfahren mit dem Ziel der endgültigen Amtsenthebung eingeleitet worden, da sie trotz vorheriger Verwarnung in letzter Zeit in nationalsozialistischen Versammlungen öffentliche Wahlreden gehalten haben. Aus aller Wett. Die Hitzewelle in England. Die Hitzewelle macht sich im ganzen Lande bemerkbar. äleberall werden Personen vom H i h- schlaggetroffen und fallen aus den Straßen um. Bisher wurden löTodesfälle gemeldet. Anter den Toten befinden sich zwei Soldaten, die an den Manövern bei Aldershot teilnahmen. Andere Soldaten muhten in Krankenhäuser gebracht werden. Am Donnerstag, um 13 Ahr, betrug die Temperatur 30 Grad Celsius. Der Tag war der heißeste seit sieben Zähren und der heißeste Augusttag seit 19 Jahren. Auf dem Dach des Luftfahrtministeriums betrug um 16 Ahr die Temperatur im Schatten 37 Grad Celsius. Die Hamburger Erpresseraffäre. Die Hamburger Kriminalpolizei hat einen der Er- presser in der Affäre des Hamburger Kaufmanns Schliemann fest genommen. Schliemann hatte einen neuen E r p r e s s e r b r i e f erhalten, in dem er aufgefordert wurde, am Donnerstag zu bestimmter Stunde einem Manne das bewußte Geld zu übergeben. Kriminalbeamte begaben sich an den bezeichneten Ort und nahmen den dort Wartenden fest. Es handelt sich um einen 25jährigen aus Stettin gebürtigen Willy Schulz, der erst im Marz aus der Hamburger Strafanstalt Fuhlsbüttel entlassen wurde. Schulz ist geständig, den letzten Brief geschrieben zu haben und an dem Attentat in Großensee beteiligt gewesen zu sein. Er bestreitet allerdings, die Sprengstoffe mit gelegt zu haben, und verweigert die Namhaftmachung seiner Komplicen. Furchtbare Mordtat. Auf dem Laubengelände an der sogenannten Moosvilla in Nowawes bei Potsdam wurden Zwei Frauen von einem anscheinend geisteskranken Mann erschossen. Der Mörder hat sieben bis ad)t Schüsse abgegeben, die sofort tödlich wirkten. Der Täter ist der 48jährige Weichenwärter Brigge- mgnn. Die Frauen waren im Laubengelände von Briggemann angesprochen wordrn. Er führte unsittliche Redensarten. Die Frauen entfernten sich Gespannte Lage in Argentinien.. OaS Beispiel Perus macht Schule. - Man vesürchtet eine Revolution gegen den Präsidenten Zrigoyen. Reuyork, 28.Aug. (Id.-Un.) Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, erhält sich dort hartnäckig das Gerücht, daß eine Revolution gegen Präsident 3 r i g o t) e n im Gange ist. Die Regierung hat scharfe Abwehrmahnahmen ergriffen und zahlreiche Truppen in La Plata, etwa 45 Kilometer von Buenos Aires, j u f a m m enge 3 ogen, um nötigenfalls in Buenos Aires eln- zurücken. Präsident 3rigoyen hat einen Kabi - nettsraf einberufen, um zur Lage Stellung zu nehmen Sein Wohnsitz wird von einem starken Polizeiaufgebot mit Maschinengewehren bewacht. Die Meldungen aus Buenos Aires geben einstweilen ein unklares Bild der Lage. Gewiß ist indessen, daß die Lage sowohl in der Stadt Buenos Aires als auch in der gleichnamigen Provinz ernster ist, als die ersten Rachrichten erkennen liehen. Die Wachen im Regierungsgebäude sind in der vergangenen Rächt erheblich verstärkt worden. Die Wohnung des Präsidenten 3rigoyen wird von berittenen Truppen bewacht, die andauernd auf und ab patrouillieren, ohne daß ein Grund hierfür besonders bekannt gegeben worden V? Präsident 3rigolen hat mit dem zweiten Bürgermeister von Buenos Aires und mit zwei Kabinettsmitgliedern konferiert, während gleichzeitig die Regierung der Provinz Buenos Aires mit dem Kommandanten der Truppen der Garnison von La Plata Beratungen abhiett. Die Zeitung „La Lritica" will wissen, dah der 3ustizminister 3uan de la Campa dem Präsidenten 3rigoyen mitteilte, es bestehe die unmittelbare Gesahr einer Revolution seitens gewisser politischer Führer und des gröhlen Teiles der Armee. Die Polizeimahnahmen stellt man offiziell allerdings als Borsichtsmahregeln dar, die angesichts des Streiks von 6000 Angestellten der Union Telephon Company erforderlich ge- wesen wären. Ls liegt aber auch das gesamte Militär in den Kasernen in Alarmbereitschaft. Präsident 3rigoyen hat sich am Rachmittag unter schwerer Bewachung nach dem Regierungspalast begeben, wo eine Kabinettssitzung ftattgefunben haben soll. „La Tritico" hat weiter gemeldet, daß de la Campa den Präsidenten auch über die wachsende allgemeine Unzufriedenheit über bie Untätigkeit des Kongresses unterrichtet habe. 3rigoyen soll erwidert haben, er befürchte keine 3nfurreffion, halte es aber für möglich, dah er persönlich der Gefahr eines Angriffes ausgesetzt sei. Beruhigung in Peru. Re uy ork, 28. Aug. (WTB.) Wie man aus Lima meldet, herrscht in ganz Peru vollkommene Ruhe, nachdem Sanchez Cerro die Zügel der Regierung in die Hand genom- m e n hat. Die Danken und die Geschäfte in Lima und Callao haben ihre Tätigkeit wieder ausgenommen. Alle Provinzbehörden haben das neue Regime anerkannt. Sämtliche Garnisonen haben telegraphisch ihre Unter» stühung zugesichert. Oer Wahlaufruf des Christlich-sozialen Volksdienstes. Berlin, 28. Aug. In dem Wahlaufruf des Christlich-sozialen Volksdienstes heißt es u. a.: Verantwortungslose Parteisucht und hemmungsloser Radikalismus haben zu einer Krisis des Parlaments geführt. Wir treiben der Dtaats- krise zu, wenn nicht in letzter Stunde eine entschlossene Amkehr erfolgt. Die Parteien sind heute weithin willenlose Werkzeuge rücksichtsloser wirtschaftlicher Interessengruppen. Eine Entscheidung der Abgeordneten nach sachlichen Notwendigkeiten und persönlicher Gewissensüberzeugung ist unter den alten Parteiformen immer mehr zur Unmöglichkeit geworden. Zu dieser politischen Rot gesellt sich die wirtschaftliche: Die deutsche Landwirtschaft steht in hartem Ringen um ihre Existenz. Der gewerbliche Mittelstand droht unter den schweren öffentlichen Lasten zusammenzubrechen. Millionen von Arbeitslosen sind aus dem Produktionsprozeß herausgeworfen. Angeheuerliche Tributlasten hemmen die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung. Der Christlich-soziale Volks- dienst erkennt in dieser äußeren und inneren1 Bedrängnis unseres Volkes nicht nur eine Folge der Knechtung durch äußere Gegner, von der wir frei werden müssen, sondern vor allem eine Anklage gegen das Versagen der Christen im öffentlichen Leben und einen Ruf zur Erneuerung des politischen Wollens. Rur wenn die evangelischen Christen sich der Mitverantwortung für die Gestaltung des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens vor Gott bewußt werden, kann das innerlich faule Parteiwesen überwunden und eine Gesundung des politischen Lebens erreicht werden. Richt Revolution, sondern Reformation des politischen Lebens ist daher die Losung des Christlich-svzialen Volksdienstes! Das bedeutet die Ablehnung jeder Katastrophenpolitik nach innen und nach außen. Wir werden jede verantwortungsbewußte und verantwortungsfreudige Regierung unterstützen, welche die dringliche Aufgabe der Gesundung der Reichsfinanzen, der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Rettung der Landwirtschaft entschlossen und unter Ausschöpfung aller verfassungsmäßigen Möglichkeiten in Angriff nimmt. Unser Wille zum Dienst am Staat verbindet sich mit heißer Liebe zu unserem Volk in seiner Gesamtheit. Wir lehnen deshalb jede Klassenfront und Klassenkampf, ob sie nun von rechts oder links, vom Marxismus oder Kapitalismus kommen, ab. Die Rettung liegt nicht in der Zusammenballung der selbstischen Interessen der einzelne in einem brutalen Gruppenegoismus, sondern nur im Sieg einer neuen Gesinnung des Dienstes und des Opfers. Wir fordern stärksten Einsatz staatlicher Hilfe zum Schutz der schwer bedrohten Familie und insbesondere ausreichende Hilfe für die Kinderreichen. Wir fordern eine Reugeftaltung des Eherechts in christlichem Sinn. Wir fordern ein Reichsschulgesetz, das dem verfassungsmäßigen Recht der Eltern Genüge leistet und das, ohne die geschichtlich gewordenen christlichen Simultcmschulen in einzelnen Ländern aufzuheben, die freie Entfaltungsmöglichkeit der christlichen Bekenntnisschule sichert. Wir fordern Freiheit und Schutz für die Entfaltung der Kirchen und religiösen Gemeinschaften und ihrer Liebestätigkeit. Wir fordern eine energische Bekämpfung von Schund und Schmutz In Presse, Kunst, Kino und Theater. Rur auf der Grundlage einer neuen Volksverbundenheit, die aus innerer Erneuerung fließt, läßt sich auch eine erfolgreiche Befreiungspolitik durchführen. Deshalb ruft der Christlich, soziale Volksdienst über alle Parteischranken hinweg auf zu gemeinsamem Dienst an Volk und Staat. rasch, und im gleichen Augenblick schoß Brtgge» mann auf die Flüchtenden. Zuerst fiel Frau Müller, von mehreren Kugeln getroffen, dann Frau Warzecha. Frau Bartel konnte mit ihrem Kinde unverletzt flüchten. Sie hatte Briggemann erkannt. Da die Frauen, als sie verletzt wurden, furchtbar schrien, war ein Arbeiter, der zufällig zu Rad vorüberfuhr, nach dem Grundstück geeilt, und dort sah er Briggemann über den Zaun f lü ch- t e n. Briggemann lief nach dem Walde in der Nähe des Jagdschlosses Stern, wo er zwischen den Bäumen verschwand. Der Doppelmörder wurde auf feinem Grundstück in Drewitz, das nahe am Walde gelegen ist, von Landjägern geft eilt. Als er die Beamten kommen sah, flüchtete er in den nahen Wald. Er würde zum Halten aufgefordert, und als er nicht stehen blieb, gab ein Beamter einen Schuß ab. Briggemann stürzte getroffen zu Boden und konnte verhaftet werden. Er hatte noch drei geladene Revolver und 110 Schuß Munition bei sich. Der Mörder war der Nowawefer Polizei feit langer Zeit als Wüterich bekannt. Er hat mehrfach die Einrichtung feiner Wohnung kurz und klein geschlagen und seine Frau bedroht. Bei einem Schulausflug in einen Bach gestürzt. In Bonneville in Savoyen fielen bei einem Schulausflug infolge Bruches eines Geländers acht Kinder in einen Dach. Drei konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Für 25 000 Gulden Ähren erbeutet. In einem großen Ahrenspezialgeschäft in Amsterdam wurde ein Einbruch verübt, wobei den Tätern eine Deute im Werte von etwa 25 000 Gulden in die Hände fiel. Einer der Täter, ein etwa 30 Iahre alter Deu tscher namens Otto Hahn, bei dem fast die ge- samteDeute gefunden wurde, wurde verhaftet, kurz bevor er abreisen konnte, um sich wahrscheinlich nach Deutschland zu begeben. Zwei Holländer wurden in Amsterdam unter der De- schuldigung in Haft genommen, an dem Einbruch beteiligt zu sein. Ein Rlefenbetväfferungsplan für Kleinasien. 3m Obersten Moskauer Landwirtschaftsrat ist ein Plan für die Dewässerung ausgearbeitet worden, der alles auf diesem Gebiet bisher geleistete weit in den Schatten stellen soll. Der Plan sieht die Verwandlung einer 450 000 Hektar großen Wüste, die unter dem Ramen Hungerwüste bekannt ist, in ein I n du st r i e - gebiet vor. Der Fluß Syr (Turkestan) soll einen mächtigen Staudamm erhalten. Ein ganzes Retz von Bewässerungskanälen soll angelegt werden. Der Bau von 8 Kraftwerken, verschiedenen Fabriken und weiteren industriellen Werken ist geplant. Schließlich sollen mehrere Eisenbahnlinien gebaut werden. Das Projekt soll 115 Millionen Rubel kosten. Zehn 3ahre Bund Deutscher Reichssteuerbeamten. Am 29. August blickt die führende Berufsorganisation innerhalb der jungen Reichsfinanzoerwaltung, ber „Bund Deutscher Reichssteuerbeamten", auf ein zehnjähriges Bestehen zurück. Die Organisation fiel im vorigen Jahre weiteren Kreisen der Oeffentlich- keit durch ihre entschiedene Ablehnung jeglichen Warenhandels durch Beamte aus. Ebenso bemerkt wurde ihr Bestreben auf Durchführung einer wirtschaftlich tragbaren unö sozial gerechten Steuergesetzgebung. In diesem Sinne wurde erst unlängst eine Denkschrift über Reform der Reichs- flnanzoerwaltung der Oeffentlichkeit unterbreitet. Ausländsdeutsche Arbeiterkinder im Reich. Mit Anterstützung des Vereins für das Deutschtum im Auslande sind in diesem Iahre erstmalig eine Reihe von Arbeiterkindern aus den abgetretenen Gebieten zur Erholung nach Deutschland gesandt worden und in größeren Lagern hat man diesen Kindern Gelegenheit zur Erholung und zum Studium des Deutschtums gegeben. Die günstigen Erfahrungen, die man mit diesem DeutMand- besuch gemacht hat und die Tatsache, dah sich die Kinder in Deutschland außerordentlich wohlgefühlt haben, haben Anlaß dazu gegeben, die Einrichtung alljährlich zu wiederholen. In diesem Iahre befanden sich 75 Arbeiterkinder einen Mo- nat lang in Deutschland. In den nächsten Iahren soll diese Zahl noch vergrößert werden. Trachomebekämpfung. Unter Mitwirkung der Gesundheitsabteilung des Völkerbundsfekretariats fand in Genf eine Kon- ferenz von Autoritäten der Augenheilkunde zum Studium der Trachomekrankheit statt, die von der Rocketellerstiftung veranstaltet wurde. Es nahmen an der Konferenz bekannte Augenärzte und Pro- fesioren aus 22 Ländern teil. Aus Deutschland waren Professor Birch-Hirschfeld und Professor Dr. Meißner erschienen. Die Tagung diente einem Meinungsaustausch über den Stand und die Bekämpfungsmethoden der Trachome. Es wurde zur Weiterführung der eingeleiteten Arbeiten ein internationaler Verband gegründet Flugzeugunglück im Allgäu. Bei Weiter im Allgäu ist das Verkehrsflugzeug Wien — Innsbruck — Zürich A95 abgestürzt. Es herrschte heftiger Regen, der bie Sicht sehr behinderte. Der Flugzeugführer dürfte daher einen gegenüberliegenden Talhang nicht gesehen haben. Er wollte im letzten Augenblick höher gehen. Das Flugzeug rutschte aber senkrecht ab und stürzte ab. Die Maschine wurde oberhalb der Führergondel schwer beschädigt. Alle drei Insassen wurden ins Krankenhaus Weiler gebracht, wo der Flugzeugführer, Hauptmann a. D. Gustav Rubritius aus Wien nach einer Stunde starb. Ein Fluggast, der Reuyorker Professor George Edward, war auf einer Curopareise begriffen. Er hat einen Armbruch, Schulterver- tetzungen und innere Verletzungen erlitten. Der zweite Fluggast, Oktavio Riben, der aus Krakau kam und nach Zürich wollte, hat mittelschwere Verletzungen erlitten. Vermischtes. Tonfilm und Musiker. Die Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie hat in diesen Tagen eine Resolution zur Musikerfrage gefaßt und darin zurSteue- tung der durch die Amstellung auf den Tonfilm brotlos gewordenen Kinomusiker empfohlen, diese zur Heranziehung bei Tonfilmkapellen bevorzugt zu behandeln. Die Spihenorganisation der deutschen Filmindustrie hat weiter empfohlen, daß in der Verwendung ausländischer und nebenberuflich tätiger Musiker eine größtmögliche Beschränkung eintreten soll. Wie schwer die Rotlage bei den deutschen Musikern tatsächlich ist, und wie gerechtfertigt die Resolution der Spitzenorganisation zur Musikerfrage ist, mag u. a. daraus hervorgehen, daß nach Feststellungen des deutschen Musikerverbandes über 75 Prozent aller ehemaligen Kinomusiker heute arbeitslos sind. Von ehemals 12 000 Musikern sind heute mehr als 9000 erwerbslos. Diese Tatsache hat inzwischen zu einem Aebereinkommen zwischen der Filmindustrie, der Grammophonindustrie und dem Deutschen Musikerverband geführt, nach dem bei Reueinstellungen in erster Linie die erwerbslosen Musiker berücksichtigt werden sollen. Ein Iahr deutscher Fernsehverein. Am 13. September ist ein Iahr vergangen, seit der Allgemeine Deutsche Fernsehverein gegründet wurde. Diese Organisation, der u. a. der Reichspostminister Dr. S ch ä tz e l, der Rundfunkkommissar des Reichspostministeriums, Staatssekretär Dr. Bredow sowie zahlreich« andere hervorragende Vertreter der Behörden und der Technik angehören, hat im Laufe ihres einjährigen Bestehens auf dem Gebiet des Fernsehens wichtige Pionierarbeit geleistet und mit seinen Arbeiten der Industrie und Wissenschaft manche wichtige hervorragende Anregung gegeben. Wenn dabei dem stürmischen Drangen mancher Kreise nach schnellster öffentlicher Einführung des Fernsehens Widerstand entgegengesetzt wurde, so geschah dies deshalb, weil der Allgemeine Deutsche Fernsehverein ebenso wie die Behörden der Auffassung waren, dah diese Eile von den übelsten Folgen für die Allgemeinheit begleitet sein würde. Die Fortschritte, die während des vergangenen Iahres und vor allem auch in den letzten Monaten auf dem Fernsehgebiete erreicht wurden, kommen schon auf der diesjährigen Funkausstellung eindrücklichst zur Geltung. Oie Wetterlage. Bären 46 2. tSL -------Val. Hs- suiinS 4 25 43 26, 1 w 0tfoixen1os.(9 Mrttr O naro ttdecin. »womiaeoeoecn «Hegeii * Schnee & Oraupem e MeDet K Ge*uiter,(Q)vhnd$tiiie. *O' sch# leichter Ost y massige- Südsüdwest q stürmische« «ordwesl Ole Pfeile fliegen mit dem Kinde Oie deinen Stationen dienenden Zanten geben die Temperatur an. Die Linien verbinde» Ort» mit gleichet» tut MeercsniVeau umgerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet nimmt Deutschland weiter mit in seinen Bereich. Der Kern pendelt neuerdings etwas südwärts und erstreckt sich dabei mehr über das nördliche Deutschland, so daß dadurch die sommerliche Wetterlage vorerst fortdauert. Aussichten für Samstag: Heiter, stellenweise morgens dunstig, warm, trocken. Aussichten für Sonntag : Außer Neigung zu Gewitterstörungen wenig Aenderung der Wetter- läge. Lufttemperaturen am 28. August: mittags 29,3 Grad Celsius, abends 22,2 Grad: am 29. August: morgens 17,5 Grad. Maximum 29,8 Grad, Minimum 13,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28 August: abends 26 Grad, am 29. August: morgens 18,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindcruer 12Vl Stunden. 't AJu an, * 3.1« ^“fhnoni.t «4 einer T1 Rotter mSj* inet 3en editten k1"«« £ lk| hat mltttu ■n sw* Ar. { ““41-. Jgäu. Nn "'latwn btrbm. Epsohln», bah tu urönebenbtfuf^ ''Ke Deicht^ . Notlage bet btj tote gmchi. ^'Morgantsati« L daraus hervor. Sn de- deutschen hojent cl(7t " heute ar- ’ 12 000 Mtai 1 Aeberrindmwin t Stammophon« Musikerverband ,Hungen in erffer 'er berücksichtigt er. ^^n $tlm, ijSSS ft« nsrhdneiL. hr vergangen, seit chverein gtgrünbet u. a. bet Aeichs« der AunbsunksvTi. m8, Eiaatrfcknläs h« andere betteten und der Technik s einjährigen ?e- Fernsehen- wich. lstet und mit seinen Wenschasi manche ng gegeben. Denn ■n mancher Äteile nfü&runa W naesetzt tourSe. (o der Mget- » tote die Tiechdrden ieH 6ile von den emeinheit kg'.a:.: die während bei >r allem auch in em Fernsehgebi.tr on auf der die-- 'rücüichst zur M* lgt. UM VI y »dCfOri« f 25 J S5,m„S entf^jÜ *rt' erlag« log:”' SieigunS J; W* lenj/jo 2lugu^ Aus der Provin;iashauptstadi. Die hen, den 2S. tXuguft 1930. WoS ist ein Quadratmeter? Als ich gestern nachmittag «ach Haufe kam, brachte ich die Flurtür kaum auf. da mehrere Stühle den Weg versperrten. 3ch klemmt« mich durch und wollte schon ärgerlich werden, da sah ich meinen Jüngsten, er ist zu Ostern in d»e Se,ta gekommen, auf der Ortx knien, vor sich einen Haufen Zeitungen. Etliche hatte er fchon auSgebreitet, andere legte er daneben. Aber wo er auch hinkam, immer war irgendein Möbel- stück im Wege. „Zum Kuckuck! WaS treibst du denn bat* fragte ich. . „ „linker Lehrer hat gesagt, wir sollen ein Quadratmeter machen." ..WaS sollt ihr machen?" „Sin Quadratmeter." .AuS ZettungSpapier?" w3ar Da ich doch auch mit bet Neuzeit gehe und einmal etwa- von Arbeitsschule gelesen habe, läge ich verständnisvoll: „Sv! So!" Neben dem ZeitungShaufen stand eine Schüssel mit einer weihen Masse. „WaS ist denn daS?" „Mehlpappch zum Kleben! Wir dürfen auch Leim nehmen. Hast du welchen?" fragte er schnell, „bat andere Zeug hält doch nicht!" „Olein! Hier nicht, auf meinem *Bureau. Nimm nur ruhig den Mehlkleister, der hält auch. Am besten ist"natürlich Roggenmehl. Hast du folcheS?" „Nein! Nur Weizenmehl, anderes war nicht da." Ich untersuchte die Klebemasse, sie war viel zu dünn, weichte daS Papier auf und hielt doch nicht. „Man muh mehr Mehl nehmen", damit ging ich zur Küche, und da kam der erste Zusammenprall mit der HauSfrau. Sie hielt daS Ganze für Spielerei und schalt über die Flecken, die schon auf dem Boden waren, auch daS Mehl hätte fie nicht übrig. 3ch beruhigte sie, fo gut «S ging, und schuf neuen Klebstoff. Dann betrachtete ich sinnend den Hausen Papier, der da neben dem Kohlenkasten lag. Wieviel Male mochte der Kleine fchon fein Quadratmeter zusammengeklebt haben, um eS dann wieder vernichten zu müssen! Nun legte er von neuem die Zeitungen nebeneinander. 34) selber staunte auch, dah man soviel Papier dazu haben muhte. Mit vier Doppel- 6[allem war eS keineswegs getan, wir muhten neun Stück nehmen. DaS ist doch eine ganz verdämmt arohe Fläche, dachte ich. Mein Junge fing an und klebte. Kaum waren die ersten zwei Blatter aneinander, da klingelte eS. Der Backer kam mit Brot. Die Arbeit wurde gestört, Stühle wurden gerückt. Die Blätter verschoben sich. Aber unverdrossen wurden sie wieder zurecht- gelegt. Die Arbeit ging ihren Dang. Da Vingelle eS wieder. Die Abendpost. Jetzt gab'S in der Flurtüre fchon eine ansehnliche Wunde. Auch der eine Stuhl knackste verdächtig. Auher mir und meinem Jungen konnte sich überhaupt niemand auf dem Dorplab aufhalten. Endlich halte er „sein" Quadratmeter zusammen. Und nun? Wohin damit? ES muh doch trocknen. Hier im Flur kann eS unmöglich liegen bleiben. 3m Wohnzimmer? Kein Gedanke! Mein Aeltester kam heraus, schaute prüfend das Werk an und trat dabei unabsichtlich auf daS ZeitungS- quadratmetcr. Ich brauche nicht zu sagen, dah unsere IungenS heule schnell mit der Faust bei der Hand sind. ES gab so einen kleinen Dorkamps. Kaum dah daS Papierwerk gerettet wurde. Also wohin damit? Meine Frau war in der Küche. Leise machte ich die Türe nach dem Shzimmer auf, winkte meinem 3ungen. und vorsichtig hoben wir daS an den Drenzstellen noch nasse Quadratmeter vom Boden auf. Wie sah der schön gebohnerte Boden au»! DaS Papier war noch nicht trocken, aber die weihen Flecks auf der Srd«! Nun aber leise in daS Shzimmer! Wir gingen zu leite: denn mit meinem Aermel streifte ich eine kostbare Dafe (vom DippelouvS in Wieseck!) vom Kredenz. SS wäre eigentlich ihre Pflicht gewesen, dah sie duf den Teppich fiel, wo fie vielleicht keinen Schaden genommen hätte. Aber nein! Sie fiel weder auf den Teppich. noch auf die Srde, sondern auf die Schreib- tischlampe, die hier neben dem Deschirrschrank stand. Und so ist denn daS Quadratmeter auS Zeitungspapier schuld daran, dah wir eine neue Base und eine neue Gchreibtifchlampe bekommen. Die Lampe war ja auch schon etwas veraltet. Don den Flecken, die eS auch auf dem Teppich gab, will ich schweigen, auch von der liebevollen Aussprache nach dem Fall Mein 3unge halte Tränen in den Augen, meiner Frau erstarb das Dort im Munde lwaS feiten vorkomm t), ich sagte auch nicht» (WaS sehr oft verkommt). und auS der Nebentür grinste der grohe Bruder! SS war ein liebliches Bild.--- DaS eine aber weih ich, dah meinem Zungen daS Dort Quadratmeter kein leeres Don mehr ist, sondern ein Begriff mit viel 3nhalt. Oder find die Flecken auf dem Boden, auf dem Teppich, die zerbrochene Dafe. die Stücke der Schreibtisch- larnpe. die gequetschte Zlurtür unb der geschundene Stuhl etwa kein 3nhalt? Die Dröh« deS Quadratmeters ist ihm (auch mir!) In sehr fühlbarer Welfe veranschaulicht worden. 3ch freue mich fchon. wenn mein 3unge beim- kommt und einen Kubikmeter auS Zettungs- papler zusammenveben muh Dann werde ich wohl einen Teil meiner Wohnung räumen oder umziehen müssen. O. R Unfer neuer Roman. Nachdem der Roman .Wirble InS Leben" von Anna Fink in der heutigen Ausgabe unseres BlatteS zum Abschluß gelangt ist. werden wir morgen mit der Veröffentlichung eine« neuen Werkes beginnen, besten Verfasserin mit ihren früher im (Siebener Anzeiger abgcbrudlen Erzählungen allgemein lebhaften Anklang gesunden hat unb sich zunehmender Beliebtheit in unserem Leserkreise erfreut SS handelt sich um die geschätzte Schriftstellerin 3. Schneider- F o e r st l, deren bei unS in den letzten 3ahren erschienene Romane .Märtyrer der Liebe", .Lache Bajazzo" und .DaS Erbe deS Herrn von Anstetten" ausgesprochene PublikurnSersolge barstellten. Der neue Roman, „Orient t!hlodwigS Schuld und Sühne" von 3- Schneider Foerstl, dessen Abdruck in der morgigen Ausgabe beginnt, ist ein Werk, wel4>es alle Vorzüge der beliebten Verfasserin aufs glücklichste in sich vereinigt, ein Familien- und LiebeSroman von auherordent- llcher Spannung unb dramatischer Steigerung der Konsllkte. DaS Generalthema des Werkes, daS ein wichtiges Problem im Verhältnis der Geschlechter zueinander der phantasievoll bewegten Handlung zugrunde legt, ist uralt und zugleich immer und zu allen Zeiten — in der Gegenwart besonder« — wieder aktuell und umstritten. Wir sind daher überzeugt, dah jeder, der den Roman lieft, mit steigender Anteilnahme den ergreifenden Schicksalen der in Leidenschaft und schwere Schuld verstrickten Heldin de« Buche» bis zum versöhnenden AuSklang folgen wird. Und wir sind, nach den Erfahrungen der letzten 3ahre und den eindrucksvollen Erfolgen der früher bei unS erschienenen Romane von 3. Schneider-Foersll, sicher, auch diesmal den richtigen Griff getan zu haben und unseren Leserinnen unb Lesern eine wirklich spannende und zu Herzen gehende Lektüre bieten zu können. WaS die Deutsche Staatspartei will. 3n einer sehr gut besuchten Wählerversammlung in der Turnhalle am OswaldSgarten trat die Deutsche Staatspartei am Mittwochabend vor die Wählerschaft. Der staatsparteiliche Spitzenkandidat in Hessen, Bürgermeister Dr. S h r h a r d , Mainz, wieS zunächst eindringlich daraus hin, daß es bei dieser ReichStogswahl um unseren letzten Hort, den Bestand des Reiches, gehe. Da der verflossene Reichstag sich nicht um die Sicherung der Zahlungsfähigkeit des Reiches gekümmert, sondern sich in Parieitaktik erschöpft habe, sei die Regierung mit Recht zur Tat übergegangen und habe dem Reiche gegeben, WaS es brauche. Diese Tat der Regierung müsse durch den WahlauSsall bestätigt werden. Eine Reichstagsmehrheit der staat-bejahenden Parteien, die über allen 3n* tcreffenftrelt hinweg nur das Wohl deS Volke- erstreben, müsse durch die Wahl gesoffen werden, um das Vaterland zu erhalten. Die Auslösung der Demokratischen Partei und die Gründung der Staatspartei bezeichnete der Redner als kühn, aber doch richtig: es handle sich hierbei um einen wohlüberlegten Schritt. Die StaatS- bartet habe die Grundsätze der alten Demokratischen Partei, aber in neuer Form, durchtränkt von neuen 3deen. Er sprach sich sodann gegen die mächtige Herrschaft der Parteibürvkratie aus unb forderte eine lebendigere Verbindung -wischen Staat und Volk, insbesondere zwischen dem Staat und der 3ugenb. Dem Willen zur Mitarbeit solle die Staat-Partei die Form geben, sie wolle auf diele Weise eine Sammlung der aktiv am Staate mitarbeittnben Mitt« erreichen Die Staat-Partei wolle btt Partei der Staatsbürger deS wahrhaft sozialen und nationalen VolkS- staateS fein, bet dem alle Gewalt vom Volke auSgehe. Damit fei auch ein klare» Bekenntnis zur Republik abgelegt, damit werde die Monarchie abgelehnt, deren Wiederherstellung noch dem widerstandslosen Zusammenbruch von 1918 unmöglich let. Die Staat-partel lehne aber auch jede offene ober geheime D. Natur ab. Der Redner trat für eine Aenderung deS Wahlrecht- ein, durch Me die persönliche Verantwortung für da» DolkSwohl ganz ander- al- bisher gewertet werde. Weiter forderte er eine starke, führende Regierung. von den Parteien verlangte er Selbstbeser pvli- tifchen oder rechtlichen Unterschiede zwischen den Staatsbürgern ab und iprach sich entschieden gegen den Anilsem Ul-mu- au». Der Dvlksstaat muh nach der Forderung deS Redner- auch sozial sein und sich seiner Aufgaben in dieser Hinsicht immer bewußt bleiben. Der Redner betonte sodann, daß sich die Staat-Partei scharf von der Sozialdemokratie trenne durch deren MarriSmu» Die Staat-Partei wolle keine KlastenveNretung, fie trete auch entschieden für die Aufrechterhaltung de» Privateigentum- ein. Sie sei aber auch gegen die Ablehnung der sozialdemokratischen Mitarbeit im Staate, sie halte e- für falsch, alle die, di« sich zur Sozialdemokratie bekennen, in die Opposition gegen den Staat zu drängen. Der Redner bezeichnete eS al- selbstverständlich, daß unser Reich nach der Wiedererlangung dec außenpolitischen Freiheit streben muh. auf kne unfer Volk Anspruch hat. Er forderte zu liefern Zwecke eine starke Außenpolitik, aber keine zum Kriege treibende Politik, sondern die eneraif4>c Vertretung unserer berechtigten außenpvlltis4>en Forderungen auf der Grundlage unsere- guten Recht». Mit der Aufforderung, alle Kräfte anzu- fPannen zum Aufbau eine» in der Welt geachteten beutf4>cn Dolk-staate- im Sinne der bargelegten Grundgedanken, schloß der Redner seine Ausführungen. Sine Aussprache wurde von der mit Spannung unb Ruhe lauschenden Versammlung nicht gewünscht. Rotstandsarbeiten der Provinz Oberheffen. Zur Linderung der Arbeitslosigkeit wird auch die Provinzialverwaltung für Ober- Hessen ein große» NotstandSarbeit»- programm zur Durchführung bringen. Neben den voranschlagsmäßig fcftgeleglen Strahenbau- arbeiten wird als Notstandsarbeit In aller Kürze ein weitere» Straßenbauprogramm in Angriff genommen werden. Es handelt sich dabei um die Verbreiterung der Landstraße Liß- berg—Ortenberg—Selter-, um KleinpslasterHerstellung in der sog. Tiefenbach auf der Strecke Lollar bis zur Landesgrenze, sowie um Land- straßenwalzungen mit Oberflächenbehandlung auf einer Anzahl Landstraßen in verschiedenen Gegenden der Provinz. Die Durchführung der Arbeiten im ßffentli4>en Wettbewerb ist in unserem gestrigen Anzeigenteil ausgeschrieben worden. Für das gesamte Notstandsarbeitsprogramm ist ein Be trag von 500 000 Mark bereitgestellt. Zu dieser Summe gibt der hessische Staat den zin-verbilligerrden Zuschuß auf 3 Prozent für ein Baukapital von 300 000 Mark, die weiteren 200 000 Mark werden aus den Mitteln der Provinz selbst verfügbar gemacht. Bornotizen. — TageSkalender für Freitag. Glehener Gas-Woche: Lichtbilder- unb Film- Vortrag, 20.30 Uhr, im dafe Leib. Lichtfpiel- 6au» Bahnhofstraße: „Die Arche Noah." — AuS dem Stadttheaterbureau wird un» geschrieben: Morgen um 16 Uhr findet bei gutem Wetter auf der Waldbühne eine Schülervorstellung deS Shakespeareschen Lustspiel» .Liebe» Leid und Lust" statt. (3nszenierung Dr. Rolf Prafch.) Am Sonntag, 15.30 Uhr, wird dasselbe Stück xum letztenmal wiederholt werden. (Vorletzte Vorstellung im Sommerabonnement.) Del gutem Wetter wird al» Zeichen, daß auf der Waldbühne und nicht im Stadttheater gespielt wird eine Fadn« am Theater- gebäuoe in der Südanlage aufgezogen teert) m. •• Wählerliste einsehen f Die Wählerliste zur beporflcbcnbcn Reichstag-Wahl liegt noch bi» einschließlich nächsten Sonntag, 31. August, zur Sinlicht offen Man überzeuge sich im Stadthaus, Bergstraße. Zimmer Nr. 13, davon, ob man in der Wählerliste cmgclchrie- ben ist. Wer nicht In der Wählerliste steht, darf bekanntlich nicht wählen! Werktags ist das Bureau in den üblichen Stunden geöffnet, am nächsten Sonntag nur von 9 bis 13 Uhr * DiePreife für dieHerbstregatta de» Lahn-Regatta-Verbandes, die am nächsten Sonntag auf der Lahn bet Gießen stattfindet unb vom Verein Rudersport durch- gefübrt wird, sind im Schaufenster der Firma SO.Reuter. SelterSweg, ausgestellt. " Kärntner DolkSkunst. Zu dem am morgigen Samstagabend in der Turnhalle am OSwaldsgartcn stattfindenden Kärntner - Abend deS VDA dürfte ein Bericht aus Bad-Rau heim über das dortige Gastspiel der Kärntner Volk»- kunstgruppe von 3ntcrdle sein. Unser .^-Mitarbeiter berichtet uns darüber auS Bad-Nauheim folgendes: Einen Gewinn für die auslandSdeutfche Sache bedeuteten die Kärntner DolkSkunstveran- ftaltungen, die morgen» vor Schülern von hier und Friedberg, abend» vor Erwachsenen in bet Turnhalle von der Klagenfurter 3ugendgruppe de- Deutfchen Schulveve n» Südmark geboten wurden. Die au» Abiturienten. Lehramtskandidaten und Lehramtskandidatinnen bestehende Gruvpe erfreute mit einer erfrischenden Vortragsfolge, die vor allem daS urwüchsige Kärntner Voltt^ lieb unb frohen Volkstanz zur Geltung kommen ließen. •• HessischesPreishüten. Am kommenden Sonntag, 31. August, findet In Hungen unter dem Protektorat de» ehemaligen Großherzog» wieder ein hessische» Preishüten statt. Es wird veranstaltet vom Landesverband Rhein-Main im Verein für Deutsche Schäferhunde S. D. und wird durchgeführt von der Gießener Ortsgruppe. Au» den vorliegenden Meldungen ist zu ersehen, daß es auch in diesem Jahre heiße Kämpfe um die Trophäen geben wird Die groß da» Interest« für die Sache ist, beweisen die zahlreichen Chrenpreisstiftungen feiten» de» hefsifchen claai-3, der Provinz, Londwirlfchaftskaminer, Uni- oersitäts Tierzucht-Institut und Kommunaldehorden, ferner von fürstlicher und privater Seite. Der Inter- ejfante Arbeit der Schäfer mit ihren Hunden an der Schafherde sehen will, versäume nicht, da» Prei»- hüten in Hungen au besuchen. Das Hüten beginnt vormittags um 8 Uhr im Hütegelände Galgenberg. Man beachte die heutige Anzeige. Schwerer Derkehrsunfall bei Lollar. Vater und Lohn auf der Stelle getötet (Wiederholt, well gestern nur in einem Teil« der Auflage enthalten.) [U Collar, 2». August. Heule mittag gegen 12.30 Uhr stießen auf der Straße Collar — Gießen In der Rähe des Collarer Walbfport- plahe» ein Motorrad, beseht mit dem Pflaster- meister Ludwig Gräf aus Großen-vuseck und seinem Sohn, mit einem Personenauto der Firma Scheidhauer & Giesing (Mainzlar) beim lleberholen eine» Erntewagen» z u - summen. Velde Fahrzeuge wurden beschädigt, die beiden Motorradfahrer derart schwer verletzt, dah sie auf der Stelle tot waren. Da» Motorrad fuhr In der Richtung Collar—Gießen, da» Auto von Gießen nach Lollar. Zufällig auf der Straße befindliche Kriminalbeamte nahmen sofort den Tatbestand auf. Der Arzt Dr. Schlapp (Collar) und da» 5anitäf»aufo der Freiwilligen Sanl- lätefolonne au# Gießen waren gleichfall» rasch zur Stelle, Hilfe konnte den verunglückten jedoch nicht mehr gebracht werden. Wie wir dem Gießener Polizeibericht ergänzend entnehmen, würbe bet Personenkraftwagen von bem 30 3ahre alten Kraftwagenführer Karl Herrmann gesteuert. Während bie beiden Motorradfahrer auf ber Stell« tot waren, erlitten ber Kraftwagenführer unb bie 3nsassen be» AutvS (drei Kinber) durch die Splitter ber zertrümmerten Windschutzscheibe leichtere Gesicht-Verletzungen. Die Ermittlungen über die Schuldfrage sind eingeleitet. Bet übermäßiger Schweißabsonderung an fdnbee, Äüfcen unt> tu den Achselhöhlen, lomie ®erud)*btUi|ilqu«n, be onber» bewährt Leofonn-Creme. Tube 1 Mart. 3a allen einschlägigen ®el Waschbenzin (Sonderqualität) reinigt alle Stoffe k Drogerie * X Winterhoff y Dos j Stoüf für 193C Wien, de Eifer, vei Toetheho l'che Jekl Eichung -os I falle - Außer rief' ' Eleganz Mädche sehr fu> ivollstof etoflli fiiefe^ venu!' IB» bciiern Diele der ,P femmur heißen sie Pic mit P> schießei sieht je -ern ii erzählte stürzen lönnen. Mlani den sen beaussiä men für Mens man di' geht. < zusomm' Man fi' dem Ql: steige ai nicht be nun b' bet ül auf. 1 den g zusteig Sie fi auf de ohne ' sausen und A 3n feil Fußgä ■Sure und § Hotchn Mosche deres. 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An- zeiger einretchen. verfügen, schristl. An- mit Beugunter 05314 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren innigstgeliebten, treubesorgten Gatten, Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel sagen wir auch im Namen aller Hinterbliebenen unseren herzlichsten Dank. im Alter von 66 Jahren nach langer schwerer Krankheit aus diesem Leben abzurufen. Die Beamten der Oberförsterei Krofdorf 5941D 3 Zörb Ww Tel. 2613. Die Beerdigung findet Samstag, 30. August, nachmittags 4 Uhr, von der Friedhofshalle aus statt. Sofort gesucht kinderliebes, znverL jg. Mädchen tKindergärtnerin» für nachmittags zu üjährlgem Jungen. Persönl. Borstellg. mit Zeuqn. 2 Uhr ob. 7 Uhr nachm. 05310 Liebigstr. 17 II. I ixnyxnxraitnQTnyrn) Heute, abends 8% Uhr, Lichtbilder- und Filmvortrag von DipL Ing. Winterberg; .Die neuzeitliche Entwicklung und wirtschaft» liehe Bedeutung des Gases im Hause* Dienetag, den 2. September, abends 8% Uhr, Vortrag von Fran Dr. med. Rothenberger: .Die neuzeitliche Ernährung mit Berücksichtigung der Krankenkost Jeder Besucher erhält bei Eintritt in die Ausstellg. 1 Freilos! 50 Gewinne: 1 Juno-Gash. m Brat-u. Backof. 10 Gas-Gutschriften (50-20 cbm) 1 Roed-Gash. m,Brat-u.Backof. Küchenwund., Messerputzmasch. 2 Junker Rad, 500cem, komplett, mit allen Schikanen, in bestem Zustande, Lik. 450-— NSU 250 ccm, komplett, Mk. 420. - NSU 200 ccm, fast neu, komplett, unter Listp. zu verkaufen. Rutae Wittwort Bauf7 29, fast neu, komplett, Mk. 850.—, Standart 500 ccm, V Sp., mit allen denkt. Schikanen, neuwertig, Mt. 1100.-. E. L. Römer Heuchelheim. Tel. 4328. s^V Beamter sucht 4-500 M. als Darleben, l043* Sicherheit ist oorh. Vereine 224er Samstag, den 30. S.r „Zum Andres" Sunnenstrabe Sesprechung über WiebersehenSfeier am G. und 7. 9. in Nassau a. d.L.^rv Soziale Pflicht ber Sulgeter p. angebotrn Ist ti, bk ein« gegangen JBewtrbHn»*- unlertagtn (Xeugniffe, 3a««nÄ*f W, IW- bilder a.d-1.) schnellsten« turfltfrof. 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Aus der Bühne ist u. a. eine ®a#gerätef hat auf eigenem Platz« Kinzenbach l zum Gegner und dürfte aus diesem Spiel wohl als Sieger hervorgehen Diesecks I. ist in Daubringen zu Gast unb wird wohl all« Register seines Können» ziehen müssen, wenn e» da» Spiel für sich entscheiden will. Auch Gieften lb wird In Oppenrod auf einen hartnäckigen Gegner treffen, der sich auf eigenem Platze nicht leicht schlagen lasten wird. Groften-Llnden I ist in Burkhardsfelden zu (Baft. Der Ausgang be» Treffens ist offenzulasten Die Spiele der zweiten Klaffe sind: Gruppe 1: Heuchelheim II — (Bleiberg I. Wetzlar 11 — Leun I: Waldgirmes I — Rödgen I. — Gruppe 2: Lich I — Hungen 1; Birklar I — Watzenborn 1; (Brünberg I — 'Beuern 1. — Gruppe .3: Hachborn I — Fronhaufen I; Londorf I — Odenhaufen 1; Gieften II — Marburg L Gruppe 4: Launsbach I — Frankenbach I; Rüb- dingshaufen I — Wiftmar 1; Sichertshausen I — Hausen I. In der 3 u g e n d k l a f s e stehen sich Leun — Wiefeck I, Groften-Llnden — Wetzlar, Wiefeck III — Gieften I, Rödgen — Wiefeck II, Hachborn — Watzenborn gegenüber. Alle Spiele finden auf den Plätzen der zuerst genannten Dereine statt. Dierlötter fünfter beim Marathonschwimmen. 3m Ontario-See würbe da» traditionelle. über 25 Weilen führende Marathon- schwimmen unter Beteiligung des Deutschen Erich B i e r k ö 11 e r durchgeführt. Dierkötter konnte das Tempo nicht durchhalten und wurde nur Fünfter hinter dem Sieger Relson. Unsere Schlager: Preisabbaues! Damen-Strandsöckchen kräftige Qualitäten, weiß und farbig 0.65 Damen-Strümpfe Original Bemberg ,,Silberstempel** besondere feinfftdig, nur moderne Farben .. 1.95 Damen-Strümpfe feinste künstliche Seide, plattiert, besonders haltbar, moderne Farben 1.95 Herren-Kniehosen la Trikot, nur Größe 5 echt Igypt. 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Lug. 21» die Herzogin von Bork unter Pro- tokollführung de» Innenminister» einem Äinbe da» Leben geschenkt hatte, ver» breiteten die Äabcl die Nachricht in wenig«, Augenblicken durch da» vereinigte Königreich, die Dominion» und Äronlänber. 3n der Rcihen- fplQt wie sie durch Gewohnheitsrecht feftgelegt ist bet König, der Lordmavor von London, die Generalgouoerneure Alle Kriegsschisse, die unter dein Union Jack standen, schossen Salut, die Kirchenglocken läuteten durch da» ganze Empire da» glückliche Sreigni» ein. Die eigentliche Feier der Geburt begann jedoch erst, al» in der Nacht um den alten schottischen Sdelsitz von Glami» Castle die Feuerstöße aufflanunten und die Bewohner der benachbarten Städte und Dörfer zum Dudelsack tanzten. England und Schottland fühlen sich um eine Tochter reicher, und mit ihrem Beifall nimmt die Nation w gewissem Sinne eine Adoptierung der Neugeborenen vor: Die zweite Enkelin König Georg» wird zum „Baby bet Nation". In biefer Woge ber Popularität, welche bie'neugeborene Prinzessin erst eigentlich zu ben Stufen be» Throne» emporträgt, findet die Einstellung de» englischen Dolke» zur Monarchie eine ihrer typischen Aeuße- rungen. E» ist nicht die Loyalität der Untertanen zur Krone, die in dieser spontanen Begeisterung und Freude ihren Ausdruck findet, sondern die familiäre Teilnahme be» dernvkra- tischen Staatsbürger» an ben Ereignissen seine» königlichen 5)aule». Auch Georg V. führt noch bie vollen Staatstitel „Aller Briten König unb Kaiser von Indien“, unb selbst baS „ridei Defensor“ (Verteidiger be» Glauben»), da» Heinrich VIII. einst vom Papst al» Ehrentitel für seinen Kamps gegen Luther erhalten bat, ist noch auf jeher Münze zu sehen, aber die eigentliche Beziehung be» gegenwärtigen König» zum Dolke beruht barauf. bah er al» „ber erste Gentleman seine» Lan - deS" gilt. Nicht wa» ber König über bie Flottenverträge benkt, will bet Engländer wissen, sondern wen der König elnläbt. Nicht die Thronrede gilt al» Aeutzerung de» Monarchen, sondern ba» freundliche und anerkennende Wort, da« er bei dieser oder jener Gelegenheit fallen läßt Nicht der feierliche Staatsaufzug setzt Georg V. in den Re- spekt seine» Dolke», sondern ber Takt seine» persönlichen Auftreten». E» sind die privaten Züge feiner Lebensführung, die Selbstlosig- teil, mit denen er feinen Pflichten nachgeht, unb die beispielhaft gute Führung seine» Hausstände«, die dem Königtum heute die Sympathien be» Lande» erhalten. Es ist da» Muster der ehrenhasten englischen Familie, die heue in Windsor Tastle lebt, zur Spitze ber sozialen Stufenleiter erhoben burch ben Glanz seiner königlichen Tradition. Wer vom König empfangen und ausgezeichnet wird, hat nicht gröbere Aussichten, Premierminister zu werden, wohl aber die Gewihheit, in seiner gesellschaftlichen Stellung überall Anerkennung zu finden, ilnb nicht al» Befehlshaber über Heer und Flotte ist bie Dorstellung de» König- bem englischen Dolke vertraut, fonbern al» ber hohe Gast feiner Bum glücklich üollenöeten deutschen OzeaiWg. Don links nach rechts: Mechaniker Fritz Hack. Pilot Zimmer, Wolfgang von Gronau unb Funker Fritz Albrecht Bootsrennen unb Fuhballlämpfe, feiner Kricket» spiele unb Golfplätze. Diese persönliche Anteilnahme erstreckt sich auf bie ganze Familie bc» Monarchen. Die Königin ist „the first Lady of England“, bie für bie gesamte Nation bie "Bedeutung einer Dame be» Hause» hat. Sie gibt ben Ton an in allen Fragen, welche bie Frau und öle Mutter betreffen, in allen Fragen be» öffentlichen Wohl- verhalten» unb ber Wohltätigkeit. Ob und wann eine ältere Dame rauchen bars, welche Kleider und welche Haartracht sie zu tragen vermag, wird letztinstanzlich durch ihr Auftreten bei den Empfängen im Buckingham Palace entschieden Und ebenso ist der Printe o t Wales ber al» solcher etwa» hoffnungslose Junggeselle der Nation, in seinen sportlichen Interessen, in Kleidung unb Sprechweise richtunggebenb für weite Kreise der jungen Generation. Durch seine Ehelosigkeit ist sein jüngerer Bruder, ber Herzog von Bork, al» möglicher zweiter Thronerbe zu einem vielbeachteten Mitglied be» Königlichen Hause» geworden. Seine eheliche Derbinbung mit dem schottischen Hause be» Saris os Strath- more, die Geburt seiner ersten Tochter Elisabeth und jetzt seiner zweiten Tochter sind die Dorgänge, an denen bie Erwartung auf eine Sicherung be« königlichen Hause» auch für bie kommenbe Generation ihre Erfüllung finbet. Die neugeborene Prinzessin ist nach dem Herzog von Dori unb ihrer älteren Schwester Elisabeth ber b r i 11 e mögliche Thronerbe bc» Prince ot Wales, unb steht heute im Nange der „fünften Laby von England" Das neue „Baby der Nation", wie die Zeitungen es in völlig zutreffender Wiedergabe der öffentlichen Meinung nennen, ist durch Akklamation in feiner Stellung al» Mitglied ber königlichen Familie anerkannt worden. Die Bedeutung diese« Vorgänge- geht weit hinau» über bie Wiedergabe ihre- ersten Lächeln« unb ihre» Wohlverhalten« in den Tagesblättem, er ist nahezu em staatsrechtlicher Akt. Die politische Gewalt geht in der modernen Demokratie vom Dolke aus, das Nechte gibt und anerkennt. Ueber bie gesellschaftlichen Verhältnisse herrscht hingegen baS englische Königshaus in einem populären Absolutismus, ber in stetiger Zunahme begriffen ist. In ber Demokratie totr'' nicht- fv kostbar wie bie Trabitivn! Das Ergebnis des Rhön-Segelslug-Wettbkwerbes. In ber üblichen Weife unb unter Teilnahme be« gesamten Lager» erfolgte auf ber Wasser - kuppe bet offizielle Abschluß be« RhönWettbewerbs mit ber Preisverteilung. 3m Lei- stungSwettbewerb stehen K r o n f e I b unb Groenhvss an ber Spitze ber Preisträger. Der erstere bat mit seinen beiden 6ttedenflügen von 151 unb 164,8 Kilometer Lustlinie ben Fernsegelflugpreis von 2000 Mark überlegen gewonnen. Der Fernzielflugpreis von 1500 Mk. wurde ausschreibung-gemäß zwischen Kronfeld unb Groenhoff verteilt. Der ..Schwabenpreis" wurde bem Darmstäbter Stark zugesprochen, der Mil- seburgprei» Groenhoff, der Preis be» hessischen Staatsministerium« und des hessischen Minister» bc« Innern ben beiden Darmstädtern Neininger unb ©ertmann. Die Prämie des Forschungsinstituts ber Rhön-Rossit- ten-Geselbchaft erhielt der Berliner Bedan für seine Flüge auf „Luftikus". der auch den Prinz- Heinrich-Prei» der Lüfte für eine größte Höh« von 1640 Meter gewann. 3m UebungSwettde- werb ist der Darmltädter Stark der Erfolgreichste im Dauericgeln (27:28 Stunden) 3hm folgen mit 24:35 Stunden Bebau (Berlin) unb Pätz (Rheinland) mit 16:31 Stunden. Stark unb Bebau haben zu gleichen Teilen den Prei» für den Schleisenflug erhalten Die größten Höhen haben hier Bebau (734 Me- teti, Stark (520 Meter) unb Hemmer (253 Meter) erreicht. Oberheffen. Landkreis Gtctzen. Q Lollar, 28. Aug Au» der jüngsten öffentlichen Sitzung de» Gemeinderat v ist al» be- merkenswert u a zu berichten: Der kürzliche Kauf ber ehemaligen Zig arrenfobrtk (Bail !um Preise von 15 000 Mark wird nachträglich ein- Innung genehmigt. Die Baukommission soll Bor- chlage über die zweckdienliche Verwendung de» Gebäude» machen. — Die Ausbesserung ber Ortsdurchfahrt soll aus Gemeindekosten erfolgen, da die Stratzenausbriiche bei Verlegung der Kanalisation im Gemeindeinteresse erfolgten — Für die Entwässerung de» Holz mühlen- wegc» liegt ein Voranschlag bc» Kulturbauamte» über 12 000 Mark vor, wöbe, der Auslaus in die Lumda unterhalb bc» Wehre» vorgesehen iii Der Gemeinderat ist grundsätzlich mit der Ausführung einverstanden, halt jedoch die Einführung de» Entwässerungskanal» in den Hauptkanol an der unteren Hauptstraße für ratsamer und beschlicht, mit dem Kulturbauamt deswegen zu verhandeln. — Der Bau einer 20 OOODoltleitung der Preutzi- scheu Clektrizitatsgesellschast durch die Gemarkung Lollar wird genehmigt. > Staufenberg. 28. Aug Gestern geriet in ber Diefenbach i Provinzialstraße Sichertshausen- Lollar) ein kleine» Personenauto, besetzt mit zwei Personen, au« unbekannten Gründen in Flammen unb brannte vollständig ab. Die beiden Insassen kamen zum Glück nicht zu Schaden x Hungen. 28 Aug Unter den hiesigen Kindern treten seit einigen Wochen die 7)1 a - le rn auf. bie aber zum Glück durchweg einen gutartigen Verlauf nehmen. Größtenteils werden Kinder in noch nicht schulpflichtigem Alter von der Krankheit ersaht, so daß der Schulunterricht nicht unterbrochen werden muhte S. Utphe, 28. Aug. Dieser Tage sand die ®rummetgra«Dcrfteigcrung aus dem Gemeindcwicscngelände statt. Während anbetort» vielsach die diesjährigen Preise bis zur Halste unter den vorjährigen liegen, bewegten sie sich hier saft auf gleicher Hohe wie in sonstigen Jahren. Die genngften Morgen kamen auf 5 bi» 10 Mark, mittlere Gute auf 20 bi» 30 Mark, die besten Stücke, an der sog Lauweide, brachten Beträge von 30 bi» 50 Mark je Normalmorgen. Einzelne stellten sich sogar bi» auf 60 Mark. Versteigert wurde da» Futter von 28 Normalmorgen, Kreis Ariedberg. t Bab-Nauhei m 28. Aug Am Dienstag fand im Evangelischen Gemeindehaus, dahier, eine B e z i r k s v e r f a m m l u n g des hessischen evangelischen Pfarrveretn» statt. Pfar- Wirble ins Leben! Vornan von Anna Kni. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag ü«lar Meister Werdau S -QL (Schluß.) Ob er ihn nicht wecken könne, fragte Han- Much ,O nein!“ Der Mann erschrak geradezu vor dieser Zumutung. .DaS ist ganz unmöglich Kommen Sie in einer halben Stunde wieder, dann ist er wach." Mit einem leisen Fluch zwischen den Zähnen schickte sich Hans Much an, da» Städtchen in Augenschein zu nehmen Ziellos wanderte er durch einige Straßen Endlich war bic genannte Zeit herum. Er sand sich wieder vor dem Gefängnis- portal ein Diesmal wurde er sofort vorgelassen unb zum Direktor geführt Hans Nkuch stellte sich vor unb zeigte dann das Schreiben des Konsul« vor. Der Direktor laS e« ausmerksam durch 3a, er habe auch schon heute vormittag eine diesbezügliche Nachricht empfangen er bebaute nur. dah sie sich so verspätet habe, denn beute ganz zeitig srüh wäre Barbara Much in Begleitung eine« Beamten zur Dahn gebracht worden und befänbe sich nun auf ber Fahrt zur Grenze. Hans Much war wie vom Donner gerührt. »Die Signora Much hat sehr sehnsüchtig auf eine Nachricht von Ihnen gewartet, hat sehr viel leiden müssen durch ihre Festnahme. Sie hat mir oft von Hetzen leid getan Aber ich konnte nicht- weiter für fie tun, als nach Möglichkeit beschleunigen. dah sie in ihre Heimat gebracht wurde.“ .Was soll ich denn nun tun?“ fragte Han- Much ganz lläglich und sah den alten Herrn hilflos an. Der rieb sich bic Stirn. .Ich weist es auch nicht recht, was zu machen ist." .Wie fährt sie denn?" erhmbigte sich Much. .Sie wird über den Brennet gebracht. In Dcftcrreii u iuuii uiujL yvnugKiiu, u>v 21. Dxc5, Sxe5 22. Tg5l, Scd7 23. Lxf6! usw. 2i. rg4-ß5 ........ Partie Nr. 201 Die lehrreiche nachstehende Partie wurde im internationalen Meisterturnier zu Rogaska-Sla- tina (Rohttsch-Sauerbrunn) 1929 gespielt.) halb der Erde befinden, und die aus der Luft in die Erde hineinflietzen, auf der Erde elektrische Felder gebildet werden. Diese elektrischen Energien, die durch das Wasser besonders gut geleitet werden, sollen nach der anderen Version auiii Auöschlag der Wünschelrute führen. Die Erklärungen beweisen jedenfalls, das) die Kräfte, die zu dem Ausschlagen der Wünschelrute führen, durchaus nicht so geheimnisvoll sind, wie sie oftmals hingestellt werden. Das k)andwerkvjeug eines amerikanischen Verbrecherkönig». Während sich der berüchtigte Lebemann und Einbrecher SackeS LegS Diamond auf dem Dampfer „Baltic" der White Star Line auf einer Reife nach Europa befindet, hat die Polizei in Brooklyn in der Wohnung eines Anhängers deS VerbrecherköniaS eine Haussuchung vorgenommen und dabei einen riesigen Waffenfund gemacht. Beschlagnahmt wurden: 8 Bomben, 24 Handgranaten und 8 Htahlwesten, 29 Kasten mit Pistolenmunitton und 22 Pistolen. 3m Zusammenhang mit dem Waffenfund befürchtet die Polizei den Ausbruch eines neuen Krieges der Verbrecher untereinander um die Kontrolle deS Reuyorker Alkoholhandels. Man vermutet, daß die augenblicklich am Ruder befindliche R-acketee-Bande den Einbruch deS berüchtigten Chikagoer Verbrecherhäuptlings C h a p o n e in daS Reuyorker Gebiet a b w e h - r e n will. Die teuerste Briefmarke der Welt auf der Internationalen vrlefmarkenaurstellung in Berlin. AuS Anlaß deS Im September in Berlin stattfindenden 3nternatlonalen Phtla - telisten-KongresseS des Weltpost- wertzeichenbundes wird in der Reichs- Hauptstadt vom 12. bis 21. September eine große internationale P o st w e r t z e i ch e n a u S st e l - lung unter dem Rainen „3postav" veranstaltet. Auf dieser Ausstellung werden neben besonders schönen Etnzelobjekten vor allem geschlossene Briefmarkensammlungen aus aller Welt zur Ausstellung kommen. Besonders auS Amerika haben sich große Privatsammler angemeldet, die ihre Schätze zeigen werden. AIS besondere Attraktion wird die t e u e r st e D r i e f- marke der Welt, eine 1-Cent-Marke aus > führendes Damenopfer. 22. . . . 22. Tc8xe5 23. Lb2xe5 23. Dc7-d8 24. Tg5xg7-f- 24. Kg8-f8 25. Tg7xn7 25. Sd5-e7 Auf 25. .... Ke7 entscheidet. DieS ist eben ein entscheidender Positionsfehler; wozu dem Gegner die Waffe der beiden gefährlichen Läufer überlassen? 15.....Lb7 hätte die gute Stellung ausrechterhalten. Rach dem Tekt- zug erlangt der Anziehende durch ein paar ausgezeichnete Züge rasch die Oberhand. ES mutet seltsam an, daß Singer, der die Eröffnung doch vortrefflich behandelt hat, kurz darauf einen solch groben Positionsfehler begeht. ikt Wo bl (Butzbach) sprach In tiefgründiger Welse über „DleKrlslo Im Rechtsleben ' und ging besonders auf die moderne Prario im Strafvollzug naher ein, von dem er wünschte, datz er immer mehr im Keifte Christi geschehen möge. Der Vorsitzende, Dekan 1.1)1 D. Jaudt (Friedberg), gab Dem Dank der Versammlung für den anregenden Vortrag Ausdruck und machte dann noch einige geschäftliche Mitteilungen. Atrciö Alüfcld. । Brttisch-Guayana ausgestellt werden, Me der bekannte amerikanisch« Sammler Hein auf einer Pariser Auktion für 140 000 Dollar erwarb. Die Ausstellung findet unter dem Protek- I torat des Reichspräsidenten statt, der auch einen Ehrenpreis für das schönste Ausstellungsobjekt gestiftet hat. 3m Chrenkornitec sind fast sämtliche Botschafter, Gesandte, sowie führende deutsche Persönlichkeiten vertreten. Die Reichspost wsrd anläßlich der Ausstellung eine besondere Marke ausgeben, die nur in der Ausstellung verkauft werden soll. Sie wird ein Sonderdruck der im Rovember heraus- kommenden Wohlfahrtsmarke auf besonderem Wasserzeichenpapier sein. Zu dem 3nternatio- nalen Philatelistenkongreß haben sich bereits Teil- I nehmer aus allen Ländern der Welt angemeldet. I Aus England und Amerika werden ganze Samm- lervereine erwartet. Haltungsfehler beim Kinde. Von Dr. med. Gerth. Wenn wir bedenken, daß den Muskeln die Hauptaufgabe zufällt, die aufrechte Haltung zu bewerkstelligen, indem die auf die Wirbelsäule I einwirkenden Muskeln direkt oder vermittels anderer Skeletteile mit der Wirbelsäule^in-Verbin- dung stehen, so wird uns die Bedeutung dieses Umstandes für die sog. „Haltung" klar. Denn I werden die Muskeln lange Zeit bei der sog. I -ft raffen Haltung" angespannt und wird von ihnen eine intensive erhöhte Arbeitsleistung verlangt, so werden sie allmählich ermüden und ihren Dienst mehr oder weniger versagen. So wird sich die Haltung des Oberkörpers verschlechtern, und es folgt dem Zustand der straffen. Haltung nach und nach die mehr ungezwungene „schlaffe Haltung", bei der die Krümmung der Lendenwirbelfäule nach vorne vermindert, die der Brustwirbelsäule nach hinten dagegen verstärkt ist. Wollen jpir schon von eiyer sog. „Rv r m a l h a l t u n g" sprechen, so müssen wir diese als etwa zwischen beiden oben angegebenen Haltungen gelegen ansehen. Beobachtungen ^zeigen uns, daß wohl viel« Menschen Abweichungen von diesem Haltung s t h p aufweisen, trotzdem aber brauchen wir dies nicht immer als krampfhaft (patholo- gifch) zu bezeichnen. Aber bei genauer Kontrolle des Oberkörpers in unbedecktem Zustande werden wir doch auf Veränderungen, Krümmungen der Wirbelsäule stoßen, die als „Haltungsfehler" zu bezeichnen sind. Es lft hier zunächst der „flache Rücken" zu nennen, bei dem die Ausbuchtung der Lenoenwirbelsäule nach vorne, ebenso der Brustwirbelsäule nach hinten auffallend gering ist,, so daß der Rücken glatt wie ein Brett erscheint. So kommt es, daß der Brustkorb bei Betrachtung flach erscheint, während die Schulterblätter nach hinten hängen und die Rippenbogen deutlich vorspringen. Es ist verständlich, daß bei sonst schwächlichen und hochgeschossenen Kindern, die wenig Muskelentwick- luna aufweisen, und bei nachgiebiger Wirbelsäule in früher Kindheit diele Erscheinungen besonders hervortreten. Bei vorhandenem flachen Rücken müssen wir besonders Obacht geben, da auch die Gefahr seitlicher Verkrümmungen (sog. „Skoliosen"), naheliegt. 3m Gegensatz hierzu sei der „h o h l r u n b e Rücke n" erwähnt, bei dein die physiologischen Krümmungen verstärkt erscheinen, also so, das; dann die Lendenwirbelsäule stark nach vorne, die Brustwirbelsäule stark nad> hinten ausgebuchtet ist. Familäre Anlage scheint für diesen Haltungsfehler milzusprechen, ebenso ist die Schwäche der Muskeln im Heranwachsenden Alter dafür mitverantwortlich. Außerdem ist der sog. „runde Rücken" zu beachten, der sich besonders bei 3ugendlichen findet; das toeib- liche Geschlecht ist meist im stärkeren Grade damit behaftet als das männliche. Wir finden einerseits den „schlaffen Rundrücken", bei dem die Wirbelsäule als «in großer Bogen nach hinten gewölbt ist, während die Schultern vorgefallen sind und die Schulterblätter flügelförmig abstehen. Als Ursache kommen Muskelschwäche, Willensschwäche, mangelhafte Beleuchtung bei ber Arbeit, starke Kurzsichtigkeit und andere schädigende Momente meist in Betracht. Wenn auch in den meisten Fällen durch Anspannen der Muskeln der runde Rücken, gebessert bzw. bei entsprechenden .Hebungen ausgeglichen werden kann, so gelingt dies bei einem Teil der Fälle nicht mehr. Die Abweichung der Wirbelsäule ist dann infolge der Beschränkung ihrer Beweglichkeit eine dauernde geworden, wie sie bei schwer körperlich arbeitenden Menschen in gebückter Stellung besonders zu beobachten ist. Der Rundrücken ist dann fixiert. Richt unerwähnt sei noch als Besonderheit der sog. „Buckel" des Kleinkindes als Folge der Rachitis. Rechtzeitige ärztliche Lleberwachung und Behandlung ist dringend anzuraten. Für die Behandlung der Haltungsfehler sind Leibes- übilligen zu empfehlen, vor allem auch daS Schwimmen, Radfahren dagegen ist zu verbieten. Ferner sind Gymnastlk zum Ausgleich und zur Kräftigung der Muökeln, Haltungsübungen, Atemübung. Brustkorbpflege anzuwen- den, wobei besonders auf die präzise Ausführung der vorgeschriebenen Hebungen das Hauptgewicht au legen ist. Daß dies ajn besten auf ärztlichen Rat und unter ärztlicher Anleitung, wenn möglich unter entsprechender Kontrolle zu geschehen hat, ist verständlich. Bei entsprechendem Willen und entsprechender Ausdauer wird man sehr wohl die „Haltungsfehler" des Körpers verbessern und schlimmeren Folgen zum Rachteil der Gesundheit vorbeugen können. sundheitSrÜcksichten zurückgetretenen 1. ObmannS Lehrer Wilhelm Schäfer (Rieder-Ohmen) wurde Geb re r Hä). Müller (Ermenrod) einstimmig gewählt Lehrer Schmoll fand warme Worte des Dankes für den seitherigen Obmann, der fast zehn 3ayre die Geschicke deS Vereins mit großer Umsicht und zu allseitiger Zufriedenheit leitete. 31n weiteren Verlauf der Versammlung hörte man noch den Bericht von Lehrer 3 ü n g ft (3ISdorf) Über die letzte Hauptversammlung deS Hess. Landeslehrer-VereinS in Mainz. Die alljährlich, soll auch dieses 3ahr wieder am 20. September in Flensungen eine Zusammenkunft der Lehrerfamilien stattfinden. — 3br 25. Dienstjubi- läum konnten vor einigen Wochen die Lehrer Müller und Hch. Bern feiern. Herr Mül - l e r wirkt seit 24 3ahren an der einklassigen Schule zu Ermenrod, während Herr Dem 20 3ahre an der vierklassigen Schule zu Rieder- Ohmen tätig lft. * Altenburg, 28. Aug. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein sein diesjähriges S ch l u ß s ch i e f> e n ab. Den ersten Preis mit 36 Ringen erhielt Willi K a I b f I e if ch jun. von Altenburg. Den zlveiten Preis errang mit 34 Ringen Heinrich Buchhammer von Alsfeld; in den dritten und vierten Preis teilten sich mit 34 Ringen Georg Herbst und Arthur Schmidt. Bier Schützen erzielten 33 Ringe, und zwar der Reihe nach: Ernst Scheele, Karl Merz, Karl Löb und Robert Doubleur. Mit 32 Ringen bekamen Schmidt (AlSfeld), Karl Renker und Karl Koch (Altenburg) den 9., 10. und 11. Preis. Georg Fröhlich und Otto Hahn schossen mit 31 Ringen die beiden folgenden Preise. Den Schlußpreis erzielte mit 30 Ringen Karl Becker (AlSseld). Die elektrische Wünschelrute. Die Wissenschaft scheint in der letzten Zeit -bem Rätsel der Wünschelrute auf die Spur gekommen zu fein. Rachdem erst vor einiger Zeit sehr eingehende ilntcrfucfcungcn über öle Wirkung der Wünschelrute im physikalischen 3nflitut der Wiener Universität durch Dr. Herzfeld, München, Dr. Waagen und Dr. Hascheck mit dem Ergebnis angestellt worden find, daß die Ausschläge der Wünschelrute auf elektrische Ströme der Erde, also auf geophysikalische Kräfte zurück- zuführen sind, hat jetzt der Wasserwerkdirektor B u t b eingehende Versuche angestellt, die zu wichtigen Erkenntnissen geführt haben. Buth hat in Thüringen an vielen Orten Ausschläge der Wünschelrute selbst erhalten. Diese Ausschläge führt er auf Reibungselektrizität zurück, die durch durch daS Erdreich hlivdurchsickerndes Wasser verursacht wird. Diese Elektrizität teilt sich nach Buth dem umgebenden Erdreich und auch der darüber liegenden Luftschicht mit. An den Stellen, wo Wasser im Erdboden sickert, ist also eine andere elektrische Spannung vörhan- den als im übrigen Luftraum. Schreitet man über einen unterirdischen Sickerwasserlauf hinweg, so durchquert man Luftraum verschiedener elektrischer Stärken. Die mit beiden Händen gehaltene elektrisch leitende Wünschelrute dient als Auffangvorrichtung für die verschiedenen elektrischen Spannungen oder Potentiale. Der menschliche Körper wird also beim Lieberschreiten eines unterirdischen SickerwasserlausS elektrisch aufgelaöcn unb wieder entladen. Der Lade- und Entlade- strom, der durch Hände und Anne hindurch- fließt, wirkt auf die Rerven der Hand- und Arm- muSkeln und bewirkt ein Z u s a m m e n z i e he n ber Muskeln. Dadurch krampfen sich die Hände zusammen und ihr Zusammenkrampfen führt zu einem AuSschlag der Wünschelrute. Rach dieser Erklärung scheint eS sich also um einen Vorgang zu handeln, der gleichzeitig durch elektrische und psychologische Merkmale sich auS- zeichnet. Mithin gestattet die Wünschelrute den Nachweis elektrostatischer Felder in der Luft, die durch Strömungsvorgänge in ber Erde hervorgerufen werden. Andere Erklärungen über den Wünschelrutenausfchlag gehen übrigens dahin, haft durch die elektrischen Ströme, die sich inner- Preußen Fast 300 000 (Sier verbrannt. WSN. Frankfurt a. TL, 28. Aug. Auf dem K ü t e r b a h nhos entstand gestern mittag in einem Waggon, der etwa 2 9 0 0 0 0 holländische Eier enthielt, Reue r. Die Waggonladung wurde s a st v o 11 st ä n d l g vernichtet. Es wird vermutet, datz der Brand durch Rauchen der Lade- arbeitet hervorgerufen wurde. Kreis Wetzlar. " Oden Haufen (Lahn), 28. Aug. Das Gesa l l e n e n e h r e n m a l ist nunmehr ausgestellt und wird am nächsten Sonnlagnachmittag 2 Llhr eingeweiht. DaS Denkmal besteht aus einem schönen Findling aus deutschem Granit mit eingelassener Platte auS schwedischem Granit. Die Höhe, einschließlich Granilsockel. beträgt 2,50 Vieler. ES wurde von der Firma Dykerhoff S- 'Neumann (Wetzlar) geliefert. 00 A U s dem A in l R e chte » bach, 28. Aug. Die Gemeinden Dvrnhalzhausen, Groß-Rechtenbach, Lützellinden, Münchholzhausen und Volvertshausen, sowie der Ziegenzuchtverein in Hörnoyeim haben sich ZU einem Z i e g e n b o ck h a l t » n g o v e r e i n ^iis.munengeschlossen. Durch den Zusammenschluß nassen die Gemeinden eine wesentliche Verbilligung bn Ziegenbockhaltungskosten zu erzielen. Die nach 'Ablauf Der Haltezeit abzuschaffenden alten Ziegenbocke, Deren Nachzucht befriedigt, sollen im Wege des gegenteiligen Austausches der Zucht erhalten werden. Nötigenfalls soll der Austausch auch mit den nicht dem Verband angehörigen Gemeinden getätigt werden. <> Niederkleen, 27. Aug. Unsere Gemeinde hat sich mit den Nachbargemeinden Ebersgöns und Oberkleen zu einem St rankenpflegeverband zusammengeschlossen, der in Ebersgöns eine Schwe- ffernftatlan errichten wird. Die Gemeinde Oberkleen, die bisher zusammen mit der Gemeinde Klesberg eine Krankenschwester angestellt hatte, hat das Ver- trägsverhältnis mit der Gemeinde Kleeberg zum 1. September gekündigt. Die Krankenschwester wird von der Rheinischen Frauenhile entsandt; als ihr Wohnsitz ist Ebersgöns bestimmt morden. Maittga«. WSN. Frankfurt a. M., 28. Aug, 3n der Pharmazeutischen Fabrik von Karl Engel- b a r d, Sandweg 94, erkrankten heute vormittag 15 Arbeiterinnen leicht beim Unifüllen eines flüssigen Präparates auS Flaschen in Kapseln. Ein Apotheker au« Landau hatte da« Präparat, das er von einem LlnlversitätS- professor zur Berarbellung erhalten hatte, an öle Fabrik zur .Umfüllung in Kapseln gesandt, ohne etwa« über die Zusammensetzung deS Präparate« mitzuteilen und darauf aufmerksam zu machen, daß da« Einatmen de« Präparatdunstes gefährlich ist und bei der Umfüllung Vorsicht geboten ist. Ein Verschulden selten« der Fabrik dürfte nicht vorliegen. Die Arbeiterinnen wurden ins Städtische Krankenhaus gebracht und haben sich anscheinend wieder vollkommen erholt. Die Kriminalpolizei hat (Srmittelungen eingeleitet. Kirche und Schule. -/Leihgestern, 27. Aug. Am Sonntag, 31. August, 14 Uhr, findet In unserem Orte da« diesjährige Fügend fest der Ehr ist! ich en G e m e > n s ch a f t e n Hessen« statt, und zwar bei günstigem Wetter wegen de« zu erwartenden starken Besuch« im Freien. Al« Festredner werden genannt: MissionS-3nspektor Betel Sankt Ehrischona; Bibelheim-Leiter Prediger Peter« Mücke; VolkSzeltmissionS-Dvangelist Langenkamp. Friedberg u. a. Den musikalischen Teil liefert ein über 100 Mami starker Bläserchor Ein Gemischter Ehor von über 300 Sänaern wirkt ebenfalls mit. 9 Berliner Börse. Berlin, 29. August. (WIB. yunkspruch.) Im heutigen Frichverkehr war die Tendenz bisher nicht wesentlich verändert. Geschäfte kamen noch nicht zustande, und zuverlässige Ä'urfc waren nicht zu hören. Anregungen besonderer Art fehlten. Am Devisen- markt nannte man London gegen Pari» 123,76, London gegen Mailand 92,97, London gegen Spanien 45,75, London gegen Kabel 4,87. Landon gegen Berlin 20,39, Kabel gegen Berlin 1,1870 zu 4,1873. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 30. August. Vorabend 7 llhr; morgens 8.30; abends 7.20 und 8 Uhr._____________________________________________ Gegen Kopfschuppen und Haarausfall b 3 2 4 1 6 5 8 7 Schwarz. ß h d e Weiß. d inan iss Kr tzE L« ei' l6«kc* k*iH an* «oZ !gg// S ÄS L tesdienst f 30. August- 65 7.20 und ’“*h bi, ZLL Mittels an. "NSerb.n. ,Un9 die'ei f«r. Ser» 1 log, .und toirö S*lta| ;^n und Sv d dn U mchr unjt, »ei der bk M vorne W hinten schon von sprechen, so beiden oben chen. Wohl viel, rsem Hal. brauchen si rr Kontrolle UlLe werden inungen der ingsfeh. junächst der i dem die wch vorn«, inten auf. lall wie ein der 'Ml. I, während ien und die 68 ist ver. i und hoch, uskelentwick- zer Wirbel. Erscheinungen encm slachon >t geben, da nungen!sog. ih hierzu sei )nt, bei dem trftärft er- itoirbcUäu.'e ! darf nach lagr scheint hen. ebenso ^ranwachirn- . Auherdim beachten, H t; das treib- i Grade da- Mr linden n", bei dem Dogen nach Hullern vor- Slfötmig hväche, uchtung bei und andere rächt. Dem rspannen der :rt bzw. bet chen werden il kr M DirbelMk fter W wie sie b« chen in gebüchten, ist- unerwähnt .Buckel it'is. ,g und Teilt die Te* Leibes- m auch das t zu vecke- m Ausgleich i, Haltungs- m anyiDcn* WM hauptg-MV äini* •axnn Ä Ausverkauf der Abteilungen: Kleider, Blusen und Röcke sm* Auf neueste und modernste Ware 20% Rabatt! Preislagen Mk. 5.—, 10.— und 15.— überwiegen I Nützen Sie die Gelegenheit! Wir bringen diese Waren zu außerordentlich billigen Preisen zum Total-Ausverkauf. 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September 1930, findet in Jllbba auf der „Gänsweid" Rindvieh-, Schweine-, Ziegen- und fträmcrmarfl verbunden mit einer Prämiierung von Bullen, Kühen, Kalbinnen und Rindern der Simmentaler und Vogelsberger Rassen, so. wie einer Versteigerung von Bullen, Ebern und Ziegenböcken eingetragener Herdbuch, fiere statt 5823D Anmeldung zur Prämiierung bis zum 3. September an das Canöroirtfdjaflsamt Nidda. Die Tiere müssen als reingezüchtet erkennbar, brauchen aber nicht unbedingt in das Herdbuch der Landwirtschaftskam- mer eingetragen zu sein. Die zur Versteige, rung kommenden Bullen sind von der Prä. miierung ausgeschlossen. Es stehen 1000 Mark sowie eine Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung. Günstige Gelegenheit zum Ankauf von Fafeloieh für Gemeinden. Nachmittags 2 Uhr Verlosung von Vieh, landwirtschaftlichen Geräten und Ge- brauchsgegenständen. Ausstellung landwirtschaftlicher Maschi. nen usw. Konzert, Tanz. Volksbelustigung. Bürgermeisterei Nidda. 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August 1930 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Wirtschaft. • Heue 2lrbelitrent(a!funatn bei Cant und Daimler-Ben». Die Lanz 2D. in Mannheim Hot beim LandeskommiNar um bi« Genehmigung zur Entlassung von 720 Arbeitern no4>gdu4)L - 5he Daimler-Benz AD. in Mannheim hat die Genehmigung zur Snt- lafsung von 400 Arbeitern erholten. Der Abbau wird bis Mitte September durchgefuhrt sein. Tie Belegschaft btx Daimler-Benz beträgt dann noch etkva 900 aegen 3 bi« 4000 in der Blütezeit de» Unternehmens. • Malchinenfobril Moenus - AD.. Frankfurt a. M. Die Deneralversammlung genehmigte einstimmig den wieder dividendelofen Abschluß Der Reingewinn von 38 839 (29 005) Mark wird vorgetragen. Aach Mitteilung deS AussichtSratSvorsitzenden sei die Liquidität de» Unternehmen» im lausenden 3obre gut Aus- trag»eingang und Beschäftigung seien jedoch, auch unter Dcrüasichtlgung der Gesamtwzrtsch^stSlagc. völlig unzureichend, obwohl die Gesellschaft in konstruktiver Hinsicht in den letzten Jahren beachtliche Erfolge erzielt habe • Selten & DuiHaume EarlSwerk AG. Köln-Mülheim. Die Aktien der Gesellschaft erfreuten sich in der letzten Zeit an verschiedenen Börsen besonder» starker Rachsragr, die man mit Mitteilungen über einen bevorstehenden Ucbergang eine» grostrn Aktienpaket» von der Arbed aus die International Telephon & Telegraphen E ompany in Zusammenhang bringt. 3m Anschluß hieran verlautet, daß demnächst eine außerordentliche Generalversammlung einberufen werde, der eine entsprechende Veränderung im Aufsichtsrat vorgeschlagen werden soll. Die Verwaltung glaubt jedoch, auf Anfrage noch keine Auskunft erteilen zu können. • Absatzsteigerung für Lastkraftwagen bei Opel. Wie dem WTB.-Handels- dienst mitgeteilt wird, ist c» trotz de» Rückgang» der deutschen Lastkrastwagen-ProduktionS- zissern im ersten Halbjahr 1930 auf etwa 60 Prozent der entsprechenden Ziffer de» Vorjahre-, Der Adam Opel • AG. (Rüsselsheim) gelungen, ihren prozentualen Anteil am Gesamtabsatz der Liefer und Lastwagen bi» zu 1' \ Tonnen Tragfähigkeit um annähernd ein Drittel der ursprünglichen Höhe zu steigern. Die Aussichten für da» Herbstgeschäft werden im Vergleich zu der allgemeinen Lage der 3ndustrie al» günstig bezeichnet. frankfurter Börse. Frankfurt a. M , 29 Aua. Tendenz: ge- schäftSIo». Die Wochenschlußbbrse stand unter dem Druck der Orderlosigkeit: da» Geschäft stagnierte daher fast vollkommen. Auch waren anregende Rachrichten ander Wirtschaft nicht vorhanden, so daß die Kulisse stärkste Zurückhaltung übte. Die Stimmung war aber nicht unfreundlich, da die festeren Auslandbörsen dem Markte eine gewiss« Stütze boten. Mit Befriedigung wurde noch vermerkt, daß zum heutigen Zahltag Material kaum an den Markt tarn. Auch In Aku- Aktien wurden Aogaben nicht mehr vorgenommen. so daß schon von hier ausgehend eine belfere Tendenz herbeigeführt wurde. Da» De- fchäst erfuhr aber keine Belebung. Rur vereinzelte Spezialpapiere hatten mehr 3nterefse auf sich zu lenken vermocht, da» aus Deckungen der Baissespekulation zurückzuführen war. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten meist Kurserholungen bi» 1.5 Prozent ein. Mehr in Erscheinung traten die gestern stärker ScDrüdtcn Aku-Aktien. die 2 Prozent fester erfinden. Auch den Elektrowerten wandte sich etwa» mehr 3nteresse zu. Besonder» Siemenwaren auf die berichtete gute Geschäftslage imAuS- land mit erneut 2 Proz. bevorzugt. Schuckert, Lech- werke, Elek»r. Lieferungen gewannen bi» 1 Proz. Stark angeboten waren dagegen Ehadeaküen. im Zusammenhang mit den Unruhen in Südamerika, da gerade in diesem Gebiete der Schwerpunkt de» Arbeitsfeldes diese» Unternehmen» liegt, die bei geringster Ausnahmelust 7 Mark schwächer eröffneten Am Lhemiemarki tarnen zu den ersten Kursen kaum Abschlüsse zu- stände. 3 -G.-Farben lagen knapp gehalten. Her- vorzuheden waren nach Zellstoff Waldhoi und Hirsch Kupfer, die 1,5 Prozent refp. 2.5 Prozent gewannen. Schiffahrt-werte lagen gedrückt und leicht abgeschwächt. Montanwerte fast ohne Geschäft. Rachfrage bestand noch für Salzdetfurth plu» 3 Prozent Danken waren unverändert. Auch an den Rentenmärkten kamen nur mäßige Umsätze zustande. Deutsche Anleihen besserten sich verfchledentlich etwa». Lediglich Mexikaner lenkten weiter 3nteresse auf sich Befände r- Go Id-Mexikaner standen im Vordergründe und zogen 1 Prozent an Auch im Verlaufe blieb da» Geschäft minimal. Kursveränderungen waren kaum noch zu verzeichnen. Rur in Ehade- aktien trat ein weiterer Verlust von 1 Prozent ein. Am Geldmarkt war TageSgeld mit 5 Prozent weiter angespannt. Am Devisenmarkt lag Madrid sehr schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1867, gegen Pfund 20.39, London gegen Kabel 4.87, gegen Pari» 123,77, gegen Mailand 92,98, gegen Madrid 46.50, gegen Schweiz 25,0450, gegen Holland 12,0840. Berliner Börse. Berlin, 29. Aug. Wie schon im heutigen Dormittag-verkehr zu erkennen war, herrschte an den Effektenmärkten eine freundliche Grundstimmung. Von den AuSlandbörsen logen eher bessere Meldungen vor. Da» Finanzprogramm der Regierung fand eine etwa» zuversichtlichere Beurteilung: bie steigende Ritro- phoska-AuSsuhr der 3.-G.-Farben nach den Vereinigten Staaten regle an; und vor allem bekundete die Spekulation DeckungSneigung zum Wochenschluh Einige ungünstige Momente, wie der scharfe Konkurrenzkampf in der Eisenindustrie, der große Geldbedarf der Aku. wirkten sich dagegen weniger au». Bei geringem Geschäft und fehlenden Order» lag Die Eröffnung der heutigen Börse ziemlich gut^»ehauptct. 3nteref1e bestand nur für wenige Spezialwerte, die dann auch Gewinne von 1 bi» 2 Proz. verbuchten. Do lagen Polyphon 2.5 Proz. höher. Salzdetfurth plu» 3 Proz. und Svenska plu» 4 Mark. Den stärksten Verlust hatten Ehadeaktien im Zusammenhang mit den südamerikanischen Unruhen; sie verloren gegen ihre letzte Rotiz 8 Mark. Sonst lagen noch Hackethal, Vogel Telegraph, Desfürel und Deutsche Linoleum bis 1,5 Proz. gedrückt. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Von Ausländern lagen Mexikaner fest und 1 bi- 2,5 Prozent höher, nachdem sie vorher mit PluS- PluS-Zeichen erschienen waren. Der Pfandbriefmarkt war sehr ruhig und bisher kaum verändert. Der Geldmarkt brachte tzum Ultimo eine weitere normale Anspannung. Tagesgeld stellte sich auf 4,5 bi» 6,5 Proz.. Geld über Ultimo 5 bi» 6 Proz.. Monat-geld 4,25 bi» 5,50 Proz. und Warenwechsel auf etwa 3,60 Proz. Auch nach den ersten Rotierungen blieb die Umsatz- tätigfeit klein und auf Spezialwerte beschränkt. SvenSka zogen auf Arbitragekäufe und feste Londoner Rotierungen um weitere 3,5 Proz. an. Ehadeaktien verloren erneut 2,5 Proz. Die anfangs reger gefragten Werte hatten weiter rege» Geschäft, bei Kurssteigerungen bi» 0,5 Proz. Auch bei den übrigen Werten waren gegenüber den Anfangskursen nur ganz geringfügige Veränderungen festzustellen. fcrkclmarkt in Butzbach. pb. Butzbach, 28. Aug. Zum heutigen Ferkel markt waren 680 Ferkel ungefähren. ES wurden bezahlt für Ferkel bis sechs Wochen alt 20 bis 25 Ont, von sechs bi» acht Wochen 25 bis 30 Mk. und von 8 bi» 13 Wochen 31 biS 36 Mk. Der Handel war mäßig, es verblieb größerer Ueberstand. Berliner Produttcnmarkt. Berlin, 28. Aug. Die Gerüchte bezüglich einer Erhöhung des Dermahlungszwanges für 3nlandweizen auf 80 Prozent hatten an der heutigen Produktenbörse eine nachhaltige Erholung der Weizenpreise »ur Folge. 3m handelsrechtlichen LieserungSgeschäst zeigte sich trotz der erneut schwachen Ueberseemeldungen Del» kungSnachsrage, auch glaubte man Meinungskäufe beobachten zu können, so daß Weizen 3,50 biS 5 Mark fester eröffnete. Die 3nlanbeigner waren mit Angebot etwas Zurückhaltender, angesichts der mäßigen Kauflust der Mühlen war das Angebot jedoch ziemlich ausreichend. Roggen wird im Prompt- und Lieferungsgeschäft weiter gestützt und ist im Preise um 2 Mark gesteigert. nicht erheblich unterscheide. Au» den Zeugenaussagen sei aber zu entnehmen, daß ziemlich viele Beanstandungen der Arbeiterschaft wegen der Löhne vorgekommen seien. Gegen 15 Uhr wurde die Sitzung geschlossen und auf morgen vormittag vertagt 5n der morgigen Sitzung sollen b,e Plädoyer» gehalten und die Strafanträge gestellt werden. Sin ungetreuer Bürgermeister. WSR. Bidli » . 28. Aug Der hiesige Bürgermeister Frank wurde wegen Veruntreuung im Dienst von seinem Amt. su»pcndiert und ein Strafverfahren gegen ihn eingcleitei Beigeordneter Kärcher wurde vom KreiSamt beauftragt, die Gemeindegeschäfte weiterzuführen. Die erste Sitzung de» Gemeinderat». die er in seiner neuen AmtSeigenschaft einberief, flog auf. weil der überwiegende Teil de» Demeinderat» der Sitzung fcrnblieb. 3n der Bürgerschaft herrscht große Erregung. ®fiolnidu*sufl S Klass» 35. Preutzis-d-«-»deutsch« (261. Preuß.) Alasien-LoNeri, Ohne Gewähr Nachdruck verboten Während auf Vasi» der Stützung»preis« da» Angebot eher reich!icher geworden ist, sind der Kalkulation der Mühlen entsprechende Offerten knapper. Für Weizenmehl haben sich Die Preissteigerungen für Da» Rohmaterial bi-her kaum au»geDürft. Da» Geschäft bleibt bei wenig veränderten Offerten ruhig. Roggenmehl findet in billigeren Provinzfabrikaten weiter Beachtung. Hafer konnte bei ausreichendem Angebot von der festeren Allgemeintendeiu profilieren. Feine Braugersten sowie 3ndustriesorten finden zu stetigen Preisen Unterkunft. Q» notierten für |e 1000 kg: Weizen, märt, 245 bi» 249 «fest». Sept 260. Oft 263 bi» 262.50. Dez 272.50 bi» 272 (Brief); Roggen, märt., 181 (fester», Sept 185 bi» 186 Ott. 189 bi» 190, Dez. 199 bi« 199,50; Braugerste 204 bi» 222 (ruhig>. Futter- und 3ndustriegerste 183 bi» 198 Iruhig»; Hafer, märt, alt, 184 bi« 194 (fester), neu 158 bi» 171 (fester). Die Wetzlarer Kommunalaffäre. WSR. Wetzlar, 28. Aug. Zu der Einleitung de» Disziplinarverfahrens gegen den Oberbürgermeister Dr. Kühn und den Stadtbau- infpektor Hepp hören wir von unterrichteter Seite über die Höhe der Verfehlun- g en. daß die Gerüchte, die von Hundert- taufenden von Mark berichten, u n r i ch - t i g sind. Rach den bisherigen Ermittlungen ist mit einem Betrag der Verfehlungen von höchsten» einigen tausend Mark zu rechnen. Weiter wird mitgeteilt, daß der Stadt Wetzlar kein Schaden entsteht, da Der in Frage kommende Betrag von dem Oberbürgermeister zurückerstattet worden ist. Oie Tragik der Krau Amlinger. WSN. Frankfurt a. M, 28. August Der Selb st mord der Frau Amlinger, bie, wie gemeldet, sich aus einem Flugzeug g e - stürzt hat, stellt Das Ende von Schicksalsschlagen Dar, wie sie härter eine Familie nicht treffen können. Die ungefähr 20 Jahre alte Frau Amlinger stammt aus Bingen aus der Familie Espenschied, in deren Hand sich das größte private Weingut am Rhein befindet. Die junge Frau hat sich das Leben genommen aus Schmerz über den 23er- l u ft ihres Mannes, mit dem sie erst ein paar Monat verheiratet gewesen war. Der Mann war als Rittmeister eines Reiterregiments der Reichswehr bei einem Rennen in Berlin gestürzt und hatte das Genick gebrochen. Der Bruder der Unglücklichen war vor etwa vier Jahren mit einem Auto in Bingen tödlich verunglückt. Der Bater der jungen Frau fiel als Kompanieführer 1914 in der Lothringer Schlacht. Die weiteren Nachforschungen über die Beweggründe für die Verzweiflungstat haben ergeben, daß die unglückliche junge Frau keinen anderen Wunsch hatte, als mit ihrem (Batten, der heute in Berlin beigefetzt werden fällte, in einem gemein- famen Grabe beigefetzt zu werden. Der Landwirt, der den Absturz der Frau Amlinger beobachtete und in dessen unmittelbarer Nähe sie auf den Acker niederstürzte, hat einen schweren Nervenschock erlitten. Wie die „BZ." meldet, wird die Staatsanwaltschaft sich noch eingehend mit der Angelegenheit beschäftigen, insbesondere um festzuftel- len, wie es möglich war, daß Frau Amlinger das Flugzeug ocrlaffep konnte, ohne von den anderen Passagieren bemerkt zu werden. Oer Opet-puisch vor Gericht. Abschluß der Zrugcnvernehmung. WSR. Darmstadt, 28. Aug. 3n der heutigen Verhandlung des Prozesses wegen der Unruhen in den Opelwerken wurde die Zeugenvernehmung beendet. Die heute vernommenen Zeugen, meist Werkmeister und Arbeiter der Firma Opel, hatten nichts von Belang mehr auszusagen, lediglich bereits bekannte Tatsachen wurden wiederholt. Zum Schluß wurde noch als Sachverständiger ein Wiesbadener RegierungSrat vernommen, der aber erklärte, daß er die Lohnverhältnissc bei Opel nicht aus eigener Kenntnis beurteilen könne; er glaube aber, daß sich der Tarifvertrag bei Opel von denen anderer ähnlicher Werke Auf ftbt flciogmc Nummer sind zwei gleich bebe Gewinne gefallen, und »war |e einer auf die Lose gleicher Nummer in den beide» Abteilungen 1 und II 17. Zlehungstag 28. August 1930 3n der heutigen Pormittaaszlehung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 138559 101121 39HBO4 118935 134846 143187 175728 193024 225200 237696 280993 296534 317593 328252 346936 387281 106567 116122 132538 141486 158435 188991 223761 236257 244168 272501 289933 307248 324514 336617 385441 123250 135750 143864 181284 225881 263701 281134 296812 318972 832968 347814 389267 109850 118139 133092 141847 171338 191467 224401 2 16968 279219 29r>5r>5 316001 328168 341555 386046 101575 113363 130188 140843 146510 212888 235218 244005 285647 806996 323814 336244 376660 69474 75271 75453 79391 85322 86247 __ ------ ------ 111370 112411 3n der heutigen Nachmlttagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 384713 397718 398804 236 Oe» na. ... 300 W. 1790 1968 5144 7827 85 9 8862 9588 9835 13523 14105 19089 25226 26249 31262 35944 38735 38970 40667 54257 66024 60839 "" 100189 112886 127755 137211 144577 182008 207469 229186 242515 264723 281900 297505 319685 335533 369124 399639 2 n 75000 W. 256105 8 •roinn. i« 5000 OT. 1786 T78281 258715 364461 6 »rotnii. |i 3000 TL 20844 108506 372785 14 IW 2000 TL 41001 195143 269071 301266 329813 335545 366499 ___ 32 Beetne« m 1000 TL 5785 51951 95293 104466 114177 114291 123702 128'64 249866 269606 279956 280502 280996 308612 348739 38795? 64 •rtrtnnt |u 500 TI. 18018 18696 22530 27951 32140 48717 73116 83287 91997 92919 100165 101121 138559 157947 179868 189088 206999 209620 221343 225806 243096 262350 262397 269903 28O005 292165 296455 325106 368145 2 6-totnn. |u 5000 TL 224665 4 iu 3000 TL 254323 308014 10 Tttoinn. IU 2000 TL 41360 285678 302762 34 3904 388038 60e«”nn. ,u 1000 TI. 26900 30930 33269 70423 80960 91680 123056 132061 136835138416 145241 156857 174580 193778 197190 206862 216136 243267 244605 245546 245710 258804 373959 141917 141272 122496 196734 253341 822584 370210 109623 149360 212613 283446 3.1H1-.2 114916 130699 158950 183944 211966 229605 250314 270395 288421 343371 370828 385459 111912 149536 225897 291705 350160 197014 262865 330800 373247 155284 174036 189647 223070 242942 259789 281094 313170 360366 380306 396718 118573 145619 161070 186350 221975 231738 256573 272960 298397 344298 372863 393238 121997 155400 246258 306722 121488 162775 171480 188980 222131 239687 267651 278426 310452 354038 395651 156308 177397 193888 226169 244163 263481 284349 314474 3CK15 383187 398161 205580 273346 336252 388708 18301 39015 66830 112822 1 30,07 166091 183940 206455 226297 249748 266337 285862 333705 367983 384885 389612 ...... ...___ 300 TL 3346"8240' 9392 192 etWnn, iu 300 TI. 3346 8240 9392 27313 34407 36473 36683 38267 38671 40301 46797 60999 61622 64625 65561 77367 77534 85403 86439 90096 107669 500 TL 9327 14907 17388 206'6 22366 23203 28636 36368 74479 87815 05942 ------ ------ ----- 125639 ««.Qi-* Fm Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 5G0000, 2 Gewinne zu fe 6(*iu6- Union», i-Ubr. <*et Llovd.....6 8C18fn:etne Teurti>e(Irrbitaiiü. 10 92,25 108 _ 92,25 108 91.5 106 teuttoe eni..tol6l.-etr - - 7.9 7.95 7.85 Seriker (xmbel*?tkllfd>afl . 18 143 — 142,5 143.5 8% Adi. non 198» trüAablb 108X1 •••••,- Cberbrilen Ptovtn, - «ntdde «»' iemmert- unb inrci-Banf . 11 129 129 128.9 129 93 — 93.5 — tannMiter unt Nanonatbant 18 teurithe Smt und 180 — 179.5 179 ■utk-l.'Sediten ..... 59 — — — rt#contr-aekUI»an, ... 10 124 — 123,75 123.75 teuridje «omm. 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Soweit die Reichsregierung keinen Gebrauch macht oder nicht ausdrücklich vorbehält, 8 S " 3 (2) nissen stände 3 er 3 re 8 Sfr* 3 ö 2.ÖE ’ = E w 7? « 8 3 5’8 Nr. 3 folgende Vorschrift als Buchstabe a eingefügt: vorschreiben, daß bestimmte Lebensmittel an den Verbraucher nur in Packungen oder Behältnissen abgegeben werden", die bisherige Vorschrift der Nr. 3 der Buchstabe b gesetzt, Nr. 4 folgender neuer Absatz angefügt: „Versuche, die mit Genehmigung der zuständigen Behörde angestellt werden, Unterliegen nicht den auf Grund dieser Vorschriften getroffenen Bestimmungen." § 7 werden dem Abs. 3 folgende Worte angefügt: „oder die vor Abgabe an den Verbraucher unterwegs sind". 3 ra W A = <3 W re® „8* g. re cm G C’ 3 ro O-'C Q CD re — Ob re 3 5 £-18 (1) Soweit dieses Gesetz Maßnahmen den zuständigen Behörden übertrügt, bestimmen die obersten Landesbehörden, welche Behörden zuständig sind. (2) Die obersten Landesbehörden können die ihnen auf Grund dieses Gesetzes zustehenden Befugnisse ganz oder zum Teil auf andere Behörden übertragen, soweit nicht Vorschriften des Reichs- oder Landesrechts entgegenstehen. von den im Abs. 1 gedachten Befug- sich die Regelung bestimmter Gegenkönnen die obersten Landesbehörden Art erlassen. 53. 3 8- 0c Milch den Vorschriften oder Verboten der Paragraphen 3, 4, 6, 11 oder den auf Grund des § 12 erlassenen Anordnungen zuwider gewinnt, behandelt, bearbeitet, verarbeitet, befördert, verpackt, aufbewahrt, anbietet, feiihält, abgibt, verwendet oder sonst in den Verkehr bringt; den Vorschriften oder Verboten der Paragraphen 7, 8, 9, 25, 36, 41, 42 oder den auf Grund des § 10 erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt; den auf Grund des § 37 an die Gewinnung, Herstellung, Behandlung, Beschaffenheit, Verpackung, Kennzeichnung oder sonstige Aufmachung von Milch und Milcherzeugnissen gestellten Anforderungen re s D D: ö O'-e —•'2'V er - 3 5 er ÜQ.CD R re 2 -q. 3 d re re 7t 2 X 5E. — O- C 3 5 <-> H O"5 HO cJ5 T-3 2.3^2^ „ 8 sw Sc R au 2. ti S»0 G S *1 w 3 q- c g (E> C 2> •3 n y=2 o, o "5 § 3 R^CO 5 o q 8,77 _ ~3 2 3 ao ° ® . c -- - 'S* 2 28 0® 2 - res § 41. (1) Neben dem Verbandszeichen des Reichs § 50. (1) Die Vorschriften der §§ 17, 18 des Lebensmittelgesetzes gelten auch für die im § 43 vorgesehene Ueberwachung der Einhaltung der Vorschriften dieses Gesetzes. . (2) Die Vorschriften der §§ 20, 21 des Lebensmittelgesetzes gelten auch bei Strafverfolgungen auf Grund der Vorschriften dieses Gesetzes. § 55. (1) Die Reichsregierung wird ermächtigt, den Schutz der Milch und Milcherzeügnisse vor nachteiliger Beeinflussung bei der Behandlung im Eisenbahnverkehr und den Vollzug der hiernach zu erlassenden Bestimmungen abweichend von den Vorschriften dieses Gesetzes zu regeln. (2) Vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen die nach Abs. 1 erlassenen Vorschriften können mit den im § 53 vorgesehenen Strafen bedroht werden. § 56. Unberührt bleiben andere den Verkehr mit Milch und Milcherzeugnissen treffende Vorschriften des Reichsrechts, insbesondere das Lebensmittelgesetz § 47. Die Strafoorschriftcn dieses Gesetzes finden nur Anwendung, sofern die Tat nicht nach anderen Vorschriften mit höherer Strafe bedroht ist. § 48. In den Fällen der §§ 44 bis 46 kann neben der Strafe auf Einziehung der Gegenstände erkannt werden, auf die sich die Handlung bezieht, auch wenn sie dem Verurteilten nicht gehören. Die Einziehung ist auch zulässig, wenn die Bestrafung nach § 47 auf Grund anderer Vorschriften erfolgt. Im Falle des § 8 ist die Einziehung nur im Wiederholungsfälle zulässig. VII. Schlußbestimmungen. § 51. Das Lebensmittelgesetz vom 5. Juli 1927 (Reichsgesetzbl. I, S. 134) wird folgendermaßen geändert: I. Im § 5 wird § 49. Die Vorschriften des §44 Abs. 1 Nr. 1 und 2, Abs. 2 und der §§45 bis 48 gelten in gleicher Weise für die im § 35 oder auf Grund des § 35 bezeichneten Milcherzeugnisse. 0c । 3^2. CD 3 re Sf G re- 0-0-CD ~ g re £ 5 o: — 2. 3 3 -3 3 C -r* 283 o 3 D Ob3 er - 2 o 5 3 ° 8 w toQ _ c 3 °?i =• es rt 77 re 2 q 30 0*2.3 3 3 -SR Sr»g@“ ro 8q 2 2,<7 2.S S 3 S-ti — W 8cd 2. — 2 3 re 3 "■er 8 5-8-85 ~ 3 * ~ er 3d ° öl er 8 o> © re O 3 re 5 3 £ 2. 3 _ kommt. (2) Macht das Reich von der Befugnis des § 39 keinen Gebrauch, so gilt die Vorschrift des Abs. 1 entsprechend für die Verbandszeichen von Körperschaften des öffentlichen Rechtes sowie von Verbänden (Markenschutzverbänden), die von Körperschaften des öffentlichen Rechtes zur Führung von Verbandszeichen ermächtigt worden find. § 42. (1) Es ist verboten, die auf Grund des §37 vorgeschriebenen Verpackungen, Kennzeichnungen und sonstige Aufmachung für'andere Lebensmittel so zu verwenden, daß sie mit den nach §37 festgesetzten Sorten verwechselt werden können. Lebensmittel, deren äußere Ausstattung gegen dieses Verbot verstößt, dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. (2) Das Entsprechende gilt für Markenmilch. VI. Ueberwachungs- und Strafbestimmungen. § 43. (1) Die Ueberwachung der Einhaltung der Vorschriften dieses Gesetzes erfolgt nach Maßgabe der Bestimmungen der Paragraphen 7 bis 11 Abs. 1 und 2'des Lebensmittelgesetzes auch insoweit, als die Vorschriften dieses Gesetzes über den Rahmen des Lebensmittelgesetzes hinausgehen. (2) Der Vollzug des Gesetzes liegt den Ländern ob. Die Ausführungsbestimmungen können vorschreiben, inwieweit zur Unterstützung der für die Ueberwachung der Vorschriften des Lebensmittelgesetzes und dieses Gesetzes zuständigen Behörden milchwirtschaftliche Sachverständige im Hauptberufe zu bestellen sind. (3) Soweit auf Grund des § 37 besondere Milchsorten geschaffen werden, kann in den Ausführungsbestimmungen geregelt werden, unter welchen Voraussetzungen den Ueberwachungsstellen für Markenmilch (§ 26) die Ueberwachung der Einhaltung der an diese Milchsorten zu stellenden Anforderungen übertragen werden kann. § 44. (1) Mit Gefängnis bis zu drei Monaten' und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer vorsätzlich zuwiderhandelt. (2) Ist die Zuwiderhandlung fahrlässig begangen, so tritt Geldstrafe bis zu einhundertfünfzig Reichsmark ein. § 45. (1) Wer vorsätzlich dem § 13 zuwider bei der Gewinnung der Milch oder sonst im Verkehr mit Milch tätig ist, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer vorsätzlich als Unternehmer, als Stellvertreter (§15) oder als Aufsichtsperson duldet, daß Personen dem §13 zuwider bei der Gewinnung der Milch oder sonst im Verkehr mit Milch tätig sind. (3) Ist die Zuwiderhandlung fahrlässig begangen, so tritt Gefängnis bis zu einem Jahre und Geldstrafe oder eine dieser Strafen ein. 8 46. (1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne die nach § 14 erforderliche Erlaubnis oder ohne die nach § 16 erforderliche Zulassung ein Unternehmen zur Abgabe von Milch betreibt oder ohne die nach § 17 erforderliche Erlaubnis Milch abgibt, wird mit Gefängnis bis zu drei Monaten und mit Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer in einem Unternehmen zur Abgabe von Milch oder in einem nach § 17 erlaubnispflichtigen landwirtschaftlichen Betriebe ohne did nach § 15 erforderliche Erlaubnis als Stellvertreter tätig ist. 13 Bestimmungen der dort erwähnten 8 D — '■* Ob re q- 0, SS 3 0 0 o 0 5" q- 2 CD JT« ® 2 E-® 0 re re $ Ob 3 Q re 5 £ Cf 01 3 re" 2 C7-H- • 2.2 ®8§ "C? re - ■■s-a = * <0 a 2.CT- * O" 2 ?g“Bi — 3 er ri 2- 3 —"o" e q- — 3 83 3 ST C: 5 C ö 77 3^3f sia« selbe Warensorte andere Verbandszeichen nur „ . , werden, daß das Verbandszeichen des Reichs in erster Linie zur Geltung ® £ — 8 2 2^5=5 2.3 8 ti 5 2* " 3 2 0 S s 3 -s D D- 3 -n ? 0 cSs 8: =-- 08 sr = öS 3re sc 3 ffffE 38§'- S 3 re re 8- e re"-3) 2* 3 n — ä re § 3 SR er „ 5 h -er S3b "',= re 0*2.0 CD 3 D 0 3 S re -G r. .~j- * -n-77 , 2 -Ti""3« =RP re 8 § 2 P ©9 %3 3 5 ^ß're . £5-. s q. p r =■ O-® q. id 3 3 ® _ re 2- I 83 3 ff ® 3- - *B.Rg§4- । 3'0=3" 5 i 3-= =-@ oiKff? „ES R'5 Ml» >1 öb . 9 M o re e JisCo ©*3 § rt 3 5D O o n D ” 2. 8 2t® 3 ” 3 a »-g33S-~Ä = 1 2, re ff O- G>o8^ "2:® V vb 8 -er cs 8,-1 re _ 11 q- er o co q- 3 o 3 o 3.^*5- 3 5X^2 n ^.5^«> re"3 ' 8 3’ re33q"rj5D_3re 8 3^.^r 3 w6»p 3 re ® 2. ~ g

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