Rr. 99 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 29. April 1950 Erscheint täglich,anher Sonntag, vnd Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Di« Scholle. KonatsBejugsprtti: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägen lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zerusprechanschllisse nnterSammelrmmmer225l. Anschrift für Drahtnach« richten: Lnzeiger Gießen. P-Kscheckkonto: Zrankfurtam Main 11686. SichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vruck und Verlag: vrühl'lche Univerfilütz-Vuch. unö Sttinöruderei H. Lange in Gießen. Schriftlettung und Seschastrstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Lnzeiae» für die Tagernummer vi, zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärtr 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Nach den Ferien. Don unserer Berliner Redaktion. Wit dem kommenden Freitag findet die parla« mentarischc Osterpause chr Ende, und wir fürchten beinahe, daß sie für manche Abgeordneten und manche politischen Gruppen zu kurz gewesen ist, dah sie ihnen nicht genug Zeit gelassen hat. wieder zu Atem zu kommen. Das gilt gleichermaßen von den Deutschnationalen wie von dem linken Flügel des Bürgertums, wo der Aus« tritt des früheren oldenburgischen Ministerpräsi- deuten T a n tz e n aus der Demokratischen Partei bewiesen hat, dah die Krise in diesem Lager, parteipolitisch gesehen, nicht minder ernst ist, als auf der Rechten. Bedenkt man weiter, dah mit der Gründung einer „Sozialrepublikanischen Bereinigung" in der Demokratischen Partei auch hier eine Bewegung zum Durchbruch gekommen ist, die einer Sezession verzweiselt ähnlich sieht, so wird man Koch-Weser und seinem engeren Kreis von Getreuen um ihre innerparteiliche Situation nicht gerade beneiden. Im Rahmen der gesamtpolitischen Entwicklung erhalten diese Vorgänge ihr Eigengewicht, sie sind zum mindesten ein nicht unwesentlicher Beitrag zur Klärung und Abgrenzung der neuen Fronten, die sich binnen kurzem unter dem Zwang sachlicher Notwendigkeiten bilden werden. Die erste Lesung des neuen Reichshaushalts, die am nächsten Freitag beginnen soll, wird darüber noch keinen vollständi- aen Aufschluß bringen können. Aber schon in den Ausschutzberatungen der nächsten Woche wird mindestens auf der Linken eine klare Scheidung der Geister eintreten müssen. Daß alle chaushaltsbera- tungen Kotzfliktsstoff in Hülle und Füll« in sich beraen, wissen wir aus früheren Jahren. Für diesmal gilt das aber in ganz besonderem Maße, zu- mal anzunehmen ist, daß das Gesicht des neuen Reichsetats, der noch von dem alten Kabinett Müller-Franken aufgestellt wurde, allerlei mehr oder minder bedeutsame Abwandlungen erfahren wird. So hofft man beispielsweise in weiten Kreisen, daß die gesamte Regierungsfront sich bereit findet, die erste Baurate für den Panzerkreuzer B einzusetzen, da hierdurch uielleicht am deutlichsten der Innerpolttisch« Kurswechsel demonstriert werde, selbst wenn die dafür erforderlichen Mittel für das lausende Etatsjahr aus anderen Positionen des Reichs- wehrhaushalts genommen werden müßen. Man hofft weiter, daß der jetzige Regierungsblock auch nicht ängstlich vor dem Haushalt des Arbeitsministeriums Halt macht, sondern gerade hier mit besonderem Ernst jede einzelne Position auf ihre Notwendigkeit und Dringlichkeit nachprüft, zumal erwiesen zu sein scheint, daß in gewissen Zweigen der Sozialversicherung, wie etwa bei der Krankenfürsorge, mindestens für die nächsten Jahre wertvolle Ersparnisse zu erzielen sind, mit denen man dann andere Zweige, die aus allgemein politischen und allgemein wirtschaftlichen Erwägungen unter- stützungsbedürftiger erscheinen, alimentieren könnte. Mit der Frage der Haushaltsgestaltung und des Schicksals der Ctatberatungen ist aber ein anderes großes Problem besonders eng verknüpft. nämlich das der Ausgabensenkung. Reichsfinanzminister Dr. Molden- hauer hat hier ja schon vor einer ganzen Reihe von Wochen entsprechende gesetzgeberische Maßnahmen angekündigt, und wir sind der Meinung, daß er alles tun sollte, um den entsprechenden Gesetzentwurf entweder parallel mit den Etatberatungen, oder zum mindesten in zeitlich unmittelbarer Folge vom Reichstag erledigen zu lassen. Allerdings hat einstweilen das Kabinett eine entsprechende Vorlage noch nicht verabschiedet, und dah das noch im Laufe dieser Woche gelingen könnte, muß fraglich erscheinen, zumal die Regierung Brüning im Augenblick mit anderen dringlichen Fragen, wie der O st h i l f e usw., beschäftigt ist. Kanzler und Finanzminister werden aber berücksichtigen müssen, daß gerade nach ihrer eigenen Auffassung der Wählerschaft im Lande ein Reichshaushalt von mehr als zehn Milliarden nur dann einleuchten kann, wenn für die nahe Zukunft, also spätestens von Beginn des nächsten Etatsjahres an, eine nennenswerte Ausgabenverminderung nicht nur in Aussicht gestellt, sondern auch gesetzlich gesichert wird. Aus politisch-psychologischen Bünden also halten wir eine Vorlage, die eine bedeutende Verminderung der öffentlichen Lasten — sie betragen gegenwärtig in Reich, Ländern und Gemeinden zusammen mindestens 25 bis 30 Prozent des deutschen Rationaleinkommens! — bewirkt, für absolut vordringlich. Selbstverständlich soll und darf hierunter eine wirksame Gestaltung der Ost Hilfe nicht leiden. Sie ist grundsätzlich und in der Theorie ja auch verhältnismäßig einfach durch eine Umschichtung der Verdienstmöglichkeiten zu erzielen. Auch hier ist aber Eile absolut geboten, da es gilt, sich jetzt noch eine Wirtschaftslage zunutze zu machen, die mit ihren depressiven Erscheinungen auf zahlreichen Gebieten alle preistreibenden Tendenzen in weitem Umfange ausschaltet. Ob es bei einem so umfangreichen Arbeitsprogramm gelingen wird, dem Reichstag schon wieder von Anfang Juli Ferien zu sichern, wie es offenbar beabsichtigt ist, muß fraglich erscheinen. Ein Dutzend Finanzgesetze warten. Eigener Drahtbericht des „Gieß. Shy." Berlin, 29. April. Auf den Reichstag, der am 2. Mai seine Arbeiten wieder aufnimmt, wartet neben der noch unerledigten Ausgaben- Bundeskanzler Schober in Paris. Frankreichs Angst vor dem Anschluß Oesterreichs an Deutschland. Paris, 28.April. (WIB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober ist heute nachmittag hier eingetroffen. Außenminister B r 1 a n b hatte sich persönlich zur Begrüßung am Bahnhof eingefunden, der Präsident der Republik war durch den Chef des Protokolls de Jourquläres vertreten. Für die österreichische Gesandtschaft waren Gesandter Dr. Grünberger und mehrere Mitglieder der Gesandtschaft erschienen. Beim Verlassen des Bahnhofs gab Bundeskanzler Dr. Schober den zahlreich erschienenen ftanzösi- cheN, österreichischen und deutschen Journalisten eine kurze Erklärung ab, in der er zunächst für den ihm bereiteten überaus herzlichen Empfang dankte. Der Bundeskanzler fuhr fort: Ich habe die Einladung der Regierung der französischen Republik zu einem Besuch nach Paris gern angenommen. Ich schätze diese denkwürdige Einladung um so mehr, als ich weiß, mit welch schwierigen Aufgaben die französische Regierung sich in diesen Tagen zu beschäftigen hat. Nach einem Hinweis auf das Werk der Verfassungsreform gedachte der Bundeskanzler der Ergebnisse der Haager Konferenz und der Haltung, die Frankreich bet dieser Gelegenheit gegenüber Oesterreich eingenommen habe, und sagte: „Ich werde die Gelegenheit meines Besuches in Paris dazu benutzen, den französischen Staatsmännern von neuem den Dank der österreichischen Republik für die Unterstützung auszu- sprechen, die sie Oesterreich im Haag hat angedeihen lassen. Mein Besuch in Paris wird daher nicht nur dem Interesse Oesterreichs, son- dem auch der Auftechterhaltung des europäischen Friedens und überdies dem Gedanken der europäischen Zusammenarbeit dienen." Vertreter eines freien Volles. Paris, 29.April. (WTV. Funkspruch.) „Mit Parisien" verösfentticht ein Interview, das Bundeskanzler Schober einem Vertreter dieses Blattes auf der Fahrt nach Paris im Eisenbahn- zuge gewährt hat. Dr. Schober ging dabei auf den Sinn seiner A u s l a n d r e i s e n ein. Er erhärte nach der Meldung des Blattes, er habe die Aussicht, die sich nach der Haqger Konferenz für Oesterreich eröffnete, dazu benutzt, nach Rom zu fahren und die Mißverständnisse, die die nacf)bar- lichen Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich störten aus dem Wege zu räumen. Was die Reise nach Berlin betreffe, so habe er sich angesichts der engen Beziehungen zwischen der österreichischen und der reichsdeutschen Bevölkerung gefreut, daß diese Reise ihm Gelegenheit geboten habe, sein Einoer- ständnis mit den leitenden deutschen Staatsmännern festzustellen. Ebenso gern nehme er jetzt auch mit den französischen Staatsmännern Fühlung, denn wenn er jetzt auch nicht mehr als Bittsteller komme, sondern als Vertreter eines freien Volkes, so lege er doch angesichts des durchzuführenden Wirtschaftsprogramms . größten Wert darauf, daß man im Ausland die Absichten Oesterreichs ganz gerecht und objektiv beurteile und überall die lieber- zeugung gewinne, daß die Konsolidierung Oesterreichs für den Frieden in Tuttel- e u r o p a von hervorragender Bedeutung sei. Kommentare der pariser presse. TicAngst vor demAnschlnß anTeutschland Paris, 28. April. sWTD.) Zum Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Schober in Paris schreibt der .Temps": Wien bleibt eine wichtige Hauptstadt, und es kann für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts in Europa nicht gleichgültig sein, ob die österreichische Republik gewillt ist, ihre unabhängige Existenz zu festigen. Die Aufrechterhaltung eines unabhängigen Oesterreichs ist die wesentliche Bedingung für die Darrung des Friedens in Europa. Die Aufgabe der führenden Kreise Wiens ist wegen der lärmenden Kundgebungen der P a n - germanisten nicht immer leicht. Man weiß, wie der Besuch Dr. Schobers in Rom und Berlin in gewissen Kreisen ausgedeutet wurde und wie man versucht hat, glauben zu machen, daß Oesterreich sich nunmehr der Rolle des gefälligen Vermittlers zwischen uns und Deutschland fügen würde. Bundeskanzler Schober ist aber ein zu guter, über die internationale Lage informierter Staatsmann und sich der für fein Land gebotenen Vorsicht zu bewußt, als dah er sich auf ein so gefährliches Spiel einlassen würde. Aus Rom hat er einen Freundschafts- und Schiedsgerichtsvertrag und aus Berlin einen für Oesterreich vorteilhaften Handelsvertrag mitgebracht. Er bleibt damit der Politik treu, im guten Einvernehmen mit aller Wett zu leben, um möglichst viel für Oesterreichs handel und Industrie zu erlangen. Der gegenwärtige Besuch des Bundeskanzlers betont also ihren wahren Charakter. Offenheit und Aufrichtigkeit in den internationalen Beziehungen sind die beste Gewähr für das Wohl eines Landes, das nichts mehr von der Gewalt zu erwarten hat und das Vertrauen der übrigen Rationen genießen muß, um seine Prosperität zu sichern. Sollte Oesterreich sich aber, seine wahren Interessen verleugnend, durch Abenteurer verleiten lassen, dann würde es ihm nicht gelingen, einem Europa, das die Aufrechterhaltung des Friedens auf der Grundlage der bestehenden Verträge wünscht, Illusionen vorzumachen. Mit Dr. Schober an der Spitze der österreichischen Regierung scheint eine derartige Eventualität nicht zu befürchten zu sein. „Oesterreich kann", so schreibt daS „Scho do Paris", „auf die Sympathie und die älnter- stützung Frankreichs bei der Erreichung seines Zieles wirtschaftlicher und finanzieller Unab* hängigkcit rechnen. Frankreich sei an diesem Erfolge im höchsten Maße interessiert. Llm was gehe cs im Grunde genommen? Es handele sich darum, die Verträge zu konsolidieren, mit anderen Worten, Oesterreich die Möglichkeit zu geben, zu leben und zu gedeihen, ohne daß der Zusammenschluß mit Deutschland als letzte Zuflucht erscheine. Das „Journal" schreibt: Wird man aus Oesterreich etwas Lebensfähiges machen können? Das ganze Problem der Stabilisierung Mitteleuropas wird durch Schobers Besuch ausgerollt. Es gibt nur eines: Entweder wird man zum wenigsten auf wirtschaftlichem Gebiet zu einem Ausgleich in der Donaugegend gelangen, oder Oesterreich wird der Anziehungskraft Deutschlands nicht widerstehen können. Es genügt nicht zu erklären, daß der Anschluß nicht erfolgen Doch deutschnationale Spaltung? Oie IratiionSmehrheit will sich dem Äesch us des Parteivorstands nicht fügen. Berlin, 29. April. (OB. (Eigene Meldung.) Die Mehrheit der deutsch-nationalen Reichstagsfraktion wird sich am Donnerstagabend unter dem Vorsitz des Grafen Westarp in einer Sondersitzung mit der Entschließung des deutsch-nationalen Parteivorstandes beschäftigen. In der Einladung, die Graf Westarp zu dieser Sitzung hat ergehen lassen, nennt er die Entschließung des deutsch-nationalen Parteivorstandes u. a. einen „unzulässigen (Eingriff in d i e Freiheit" der deutsch-nationalen Reichstagsfraktion, wie die deutschnatto- nale Fraktionsmehrheit im einzelnen vorgehen wird, soll am Donnerstagabend entschieden werden. Die Frage, ob der Bruch mit hugenberg schon jetzt erfolgen soll, wird, wie der „vorwärts" wissen will, in maßgebenden deutschnationalen Kreisen in dem Sinne als entschieden betrachtet, dah 31 deutschnationale Abgeordnete die deutschnationale Reichstagsfraktion am 1. Mai unter Protest verlassen. In einer Zuschrift an die Deutsch« Tageszeitung „von unterrichteter Seite" heißt es: „Wir glauben richtig orientiert zu sein, daß die Fraktionsmehrheit sich dem Beschluß des Parteivorstandes nicht fügen wird. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat zu viel selbständige Persönlichkeiten, und die Dinge selbst sind zu weit vorgeschritten, als dah mit einer Duldung derartiger Provokationen zu rechnen wäre. Dazu sind auch die Kräfte zu stark, die hinter der Fraktionsmehrheit stehen." Unter der Ucberschrift „Fraktion Schiele" sagt die „Deutsche Tageszeitung": Denn sich erst innerhalb der Fraktion eine Sonderfraktion bildet, die zu Sondersitzungen zusammentritt, dann wird die „Fraktion Schiele" als verlängertes Zentrum zur politischen Tatsache. Man darf nur dem Parteivorstand und der partei- öertrefung, die schließlich die Träger der Bewegung sind, nicht zumuten, dah sie bann den offensichtlichen Mihbrauch des Hamens „deutfchnational" noch dulden. feite des Etats für 1930 eine seltene Fülle von Finanzgesehen. Es sind ihrer rund ein Dutzend, und dazu kommt noch das OH - Programm, das wiederum mit feinen wahrscheinlich in einem Rahmen zusammengefaßten Einzeigefetzen sehr umfangreich ist. Zwei Gesetze find im Reichsrat liegengeblieben; das eine enthält die Ermächtigung für die Reichsreglerung, den Steuerabzug vom Kapitalertrag hcrabzusehen, das zweite betrifft die Senkung der Einkommensteuer, die bis zetzt noch nicht erledigt werden konnten und bei der nächsten Gelegenheit den Reichstag beschäftigen muffen. Am wenigsten werden die Abgeordneten sich aber über das Steuervereinheitlichung s- gesetz freuen, das. schon alten Datums, zetzt vom Reichsfinanzminister, wie wir hören, un Zusammenhang mit dem Sparprogramm für 1931 und der Regelung des Finanzausgleiches endlich vom Reichstag verabschiedet werden soll. Das Eteuervereinheit- lichungsgesetz stellt ein Bukett von sechs steuer- gesehen dar. für die das Einleitungsgcfeh nur den Zeitpunkt des Inkrafttretens der einzelnen Gesetze festlegt, während über jedes Gesetz gesondert abgestimmt werden kann. Die Vorlagen stammen noch aus der Zeit des Finanzmimsters Köhler. Hllserding hat sich um ihre Weites beratung im Reichstag bemüht, aber sie nm) im Steuer ausschuh, wie es bisher schien, hoffnungslos liegengeblieben. Das Reichskabinett wird sich im Laufe der nächsten Zeit mit den Gesetzen noch einmal beschäftigen. Die im Steuer- Vereinheitlichungsgesetz zusammengefaßten Entwürfe sind nicht nur außerordentlich kompliziert und umfangreich, sie umfassen mit der Begründung weit mehr als 300 Folioseiten, sondern auch politisch heftig umkämpft. Hinzu kommt noch, daß zwei der Gesetze, das Gebäudcentschuldungs- steuergesetz und das Gesetz über den llebertntt von Beamten in den Reichsdienst aus Anlaß der Steuer - Vereinheitlichung v e r f a s su n g s ändernd sind. Wie für diese Vorlagen eine Mehrheit gesunden werden soll, wird eine der schwersten Sorgen Moldenhauers sein. Zu diesem Gesetzesbündel kommt dann noch die Frage der Senkung der Realsteuem im Zusammenhang mit der Einführung der sogenannten Dürgerabgabe. Mit Ausgabenetat, Ostprogramm, den zwei im Reichsrat liegenden Gesehen und den Entwürfen anderer Resforts ist der Reichstag bis zum Beginn der Commerferien Ende Iuni voll belastet. und es wird ihm nicht ganz leichtfallen, auch noch das Sparprogramm für 1931 vor diesem Termin zu erledigen. Unter diesen Umständen wird ein großer Teil der Entwürfe auf den Herbst vertagt werden müssen, auch toenn_ der Finanzminister auf schnellste Erledigung drängt. Deutschlands Antwort auf den polnischen Agrarprotest. Berlin, 28. April. (ERB. Eigene Meldung.) Das Auswärtige Amt hat jetzt die polnische Protestnote gegen die Erhöhung der deutschen Agrarzölle beantwortet. Die deutsche Rote begründet laut „Dossischer Zeitung" die deutschen Zollerhöhungen vor allem mit drei Gesichtspunkten: 1. Bei der Erhöhung der deutschen Agrarzölle handelt es sich um wirtschaf tliche Rot- Maßnahmen, die als solche in keinerlei Widerspruch zu der Convention commer- cielle stehen, die am 24. März in Genf auch von Deutschland unterzeichnet wurde. 2. Der deutsch-polnischeWirischafts- verkehr wird durch die Erhöhung der Agrar- götfc nur in einigen wenigen Punkten berührt werden, so dah das praktische Interesse Polens an den deutschen Zollmahnahrnen als verhältnismäßig gering zu betrachten ist. 3. Die juristische älnanfechtbarkeit der deutschen Zollerhöhungen trotz des eben abgeschlossenen deutsch-polnischen Handelsvertrags wird auch von der polnischen Regierung nicht bestritten. lieber die Stellungnahme anderer an der landwirtschaftlichen Einfuhr nach Deutschland interessierter Staaten berichtet das genannte Blatt, daß Oesterreich und die Schweiz durch ihre Gesandten in freundschaftlicher Weise angefragt haben, ob nicht für den kleinen Grenz - verkehr die Verzollung der Milch aufgehoben werden könne. Voraussichtlich wird man dem von diesen beiden Staaten geäußerten Wunsch entgegenkommen können, weil sich sonst auch für einige deutsche Grenzgemeinden: Härten ergeben würden. Im Zollgesetz selbst ist ein Härteparagraph vorgesehen, der Ausnahmen von dem allgemeinen Milchzollsatz zuläht. Vorerst keine Kooliiions- erweiterung in Hessen. Darmsladl, 28. April. (WSR.) Wie wir hören, find die zwischen den Fraktionen der Regierungsparteien und dem Landbund geführten Besprechungen über die Möglichkeit der Erweiterung der Regierungskoalition heute auf unbestimmte Zell vertagl worden. Ueber die Gründe der Vertagung, wie über die Verhandlungen selbst wird noch Stillschweigen bewahrt, doch dürfte der Schluß nicht falsch sein, daß die Verhandlungen an den Forderungen des Landbundes jur Zeil gescheitert sind. wird, man muh auch so handeln, daß er b e r - hindert wird. „ L ' Ordre" sagt: Ratürlich wird der österreichische Bundeskanzler hier in Paris aufrichtige Sympathien finden. Wird er aber die wünschenswerte Beruhigung in der Anfchluh- frage geben? Frankreich hat daS größte Interesse an der Unabhängigkeit Oe st erreich s. Von den letzten finanziellen Ketten deL. Vertrages von Saint Gernrain befreit, scheint Oesterreich heute ein souveräner und unabhängiger Staat zu sein. Wir haben die notwendigem Opfer dafür gebracht. Wenn aber diese Souveränität und Unabhängigkeit uns periodisch neue Opfer auferlegt, so müssen wir doch zugeben, daß wir ein schlechtes Geschäft gemacht haben. Wenn sich aber anderseits die angeborene Schwäche Oesterreichs, das sich selbst überlassen würde, zu einer wirtschaftlichen und politischen Versklavung zum Ruhen eines gewissenlosen und ehrgeizigen Rachbarn auswirken sollte, so wäre das noch schlimmer. Das österreichische Problem hat noch nicht aufgehört, uns zu beunruhigen. Der offizielle „Petit P,a r i s i e n" kommentiert den Besuch Schobers in Paris wie folgt: Es handelt sich nicht um eine einfache Höflichkeitskundgebung, sondern um eine enge Fühlungnahme auf politischem Gebiet. Dr. Schober wird in Paris mehrere Unterredungen haben, deren Bedeutung für die Zukunft der französisch-österreichischen Beziehungen beträchtlich sein kann. Cs ist jedoch sehr wahrscheinlich, daß diese Unterredungen sich auf keinen präzisen Gegenstand beziehen und ihr Ergebnis zweifellos nicht gleich zu Tage treten wird. Oesterreichs Abrüstung im Innern. London, 28. April. (WTD.) Der „Daily Herald" enthüllt in einer Genfer Meldung den Wortlaut eines Schreibens des österreichischen Bundeskanzler Dr. Schober vom 13. März an den Vorsitzenden des Völkerbundsrats zur Frage der Abrüstung Oesterreichs im Innern. Das Schreiben ist dem Blatt zufolge vertraulich zur Information unter den Mitgliedern des Dölkerbundsrats am 31. März in ■Umlauf gesetzt worden. Es heißt in dein Schreiben: „Die österreichische Bundesregierung ist im Hinblick auf die in politischen Kreisen außerhalb Oesterreichs über die Sach- dienlichkeit einer vollen Abrüstung Oesterreichs im Inneren vorgebrachten Erwägungen der Ansicht, daß sie stets in größtem Blaße die Verpflichtungen des Vertrages von St. Germain erfüllt hat, und hält es für richtig, dem Dölkerbundsrat von Zeit zu Zeit Informationen über die Schritte zu- gchen zu lassen, die von der Bundesregierung in dieser Frage unternommen werden. Sie übermittelt nunmehr in diesem Schreiben die erste Mitteilung dieser Art. Die Erfahrung Oesterreichs bei der Anwendung der Vorschriften über däs Recht, Waffen zu tragen, hat die Bundesregierung von der Äotwendigkcit überzeugt, die ^Einführung wirksamerer gesetzgeberischer Maß- «ahmen vorzubereiten. Sie hat deshalb einen Entwurf aufgestellt, der das Verbot des Waffenbesitzes und die allgemeine Verpflichtung zur Waffenauslieferung an die zuständigen Behörden viel strenger, als bisher regelt. Der Entwurf wird dem Rationalrat in seiner nächsten Sitzung vorgelegt werden." Neuwahlen in Sachsen? Tie Bemühungen nm die Große Koalition endgültig gescheitert. Dresden, 28. April. ERB. (Eigene Meldung.) Die Parteiinstanzen der Sozialdemokratischen Partei in Sachsen haben in Gemeinschaft mit der Landtagsfraktion am vergangenen Samstag den Beschluß erneuert, Koalitionsverhandlungen mit der Wirtschaftspartei nicht einzugehen. Ebenso wurde der von den Demokraten gemachte Vorschlag abgelehnt, eine bürgerliche Minderheitsregierung in Sachsen zu dulden. Ferner wurde für den Fall, daß die von den Demokraten für Montag, 28. April, angeregten Verhandlungen zur Bildung einer Regierung der Großen Koalition ergebnislos verlaufen würden, beschlossen, einen Antrag auf La ndtagsauflösung einzubringen. In den zwischen Demokraten und Volkspartei getrennt geführten Verhandlungen hat sich nunmehr ergeben, daß die Deutsche Volks - Partei es ablehnte, ohne die W irt» schaftspartei zu verhandeln.' Geschlossene Verhandlungen sind also nicht zustande gekommen. In der anschließenden Besprechung zwischen Sozialdemokraten und Demokraten wurde von diesen festgestellt, daß ihre Bemühungen um die Bildung der Großen Koalition endgültig gescheitert feien. Die Vertreter der S. P. D. erklärten nunmehr, daß sie auftragsgemäß einen Antrag auf Auflösung des Landtages stellen würden. Wenn die Kommunisten und Rationalsozialisten auf ihrem ^tanvpunkt verharren, ist mit Sicherheit mit der Annahme des sozialdemokratischen Antrages und mit Reuwahlen in Sachsen zu rechnen. 0 Besuch der deutschen Flotte in Italien. ,?£riL MTB. Funkspruch.) ft riin deutschenGeschwaders veranstaltete die deutsche Kolonie in Palermo einen Empfang, an dem neben Admiral Olde- 5.0 h. und mehreren deutschen und italienischen Offizieren auch Vertreter der Behörden teilnahmen. Der Präsident der deutschen Kolonie Großmann sprach mit großem Beifall aufgenommene Dankesworte. Rach ihm brachte der deutsche Generalkonsul Graf Luxburg einen Trinkspruch auf den König von Italien und Mussolini aus, während die Musikkapelle der „Schleswig-Holstein" die Königs- Hymne und die Giovinezza spielte. Bei Schluß des Empfangs sprach Admiral Oldekop Wor»c Moskauer Note an Polen. Oie russische Regierung fordert von Polen wirksame Maßnahmen. Moskau, 29. April. (WTB. Funkspruch.) wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion erfährt, übergab der Sowjetgesandtc in Warschau, Antonoff O w s s e j c n 10, am Montag im Auftrage der Sowjetregierung dem polnischen Außenminister Z a l e s k i eine Rote im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Sowjetgesandtschaft in Warschau. Jn der Rote lenkt die Sowjetregierung die Aufmerksamkeit der Regierung der polnischen Republik aus den Umstand, daß der Sprengstoffanschlag auf die Sowjetgesandtschaft in Warschau vom 26. April nur unter Bedingungen erfolgen konnte, die auf Grund der in der letzten Zeit verstärkten sowjetfeindlichen Tätigkeit gewisser kreise in Polen und eines mit ihnen in Verbindung stehenden Teiles der polnischen Presse entstanden seien. Diese Tätigkeit habe zum Ziel, eine Lage zu schaffen, in der der Abbruch der Beziehungen zwischen Polen und der Sowjetunion und die sich daraus ergebenden folgen unvermeidlich wären. Diese Tätigkeit, die zweifellos auch mit der Aktion gewisser internationaler Faktoren im Zusammenhang stehe, stelle nicht allein für die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Polen, sondern auch für den Weltfrieden die größte Gefahr dar. Der mißlungene terroristische Akt bedeute eine drohende Mahnung und veranlasse die Sowjetregierung, nochmals auf die außerordentliche Gefahr der Lage aufmerksam zu machen. Die Sowjetregierung sehe sich ferner veranlaßt, der polnischen Regierung die Verantwortung für die Ergreifung wirksamer Maßnahmen zur Beseitigung dieser gefährlichen Lage in Polen aufzuerlegen. Russische Forderungen an polen. ftorono, 29. April. (TU. Funkspruch.) wie aus Moskau gemeldet wird, hat die russische Regierung im Zusammenhang mit der Auffindung der Höllenmaschine in der russischen Gesandschaft in Warschau folgende Forderungen an Polen gerichtet: 1. Auflösung sämtlicher russischer, weihrussi- scher und ukrainischer Organisationen, die das Sowjetregime bekämpfen. 2. Ausweisung verschiedener Führer der russischen Emigranten aus Polen. 3. Strenge Bestrafung der Bombenanschläger. 4. Einstellung der Hetze der polnischen Presse gegenüber SowZelruhland. Ernste Sturmzeichen aus Indien. Macdonald unterbricht seinen Llrlaub und kehrt nach London zurück. London, 29. April. ($11. Funkspruch.) Ministerpräsident Macdonald ist Montag wieder in London eingetroffen. Der Unterbrechung seines Urlaubs kommt außerordentliche Bedeutung zu, da der Ministerpräsident seinen Osterurlaub für die Unterzeichnung des Flottenvertrages bereits einmal unterbrechen mußte und nach der anstrengenden Arbeit der letzten drei Monate außerordentlich erholungsbedürftig ist. Die Rückkehr Macdonalds nach London hängt, wie der Vertreter der Telegraphenunion zuverlässig erfährt, mit der ernsten Entwicklung in Indien zusammen. Die Berichte der führenden englischen Blätter aus Indien haben bereits feit etwa 14 Tagen auf eine sehr ernste Wendung vorbereitet. Die Rückkehr Macdonalds nach London hat nun den letzten Zweifel beseitigt, daß die Lage tatsächlich ernst ist. Eine offene Würdigung der tatsächlichen Verhältnisse ist nur mit Vorbehalt möglich. Die einzelnen Zusammenstöße in den größeren Zentren sind natürlich an sich keineswegs sehr bedeutsam. Maßgebend allein ist die grundsätzliche Einstellung eines weiten Kreises des indischen Volkes, gleichgültig, ob Anhänger Gandhis oder nicht. Es hat sich gezeigt, daß Gandhis Einfluß auf die Massen doch sehr bedeutend ist. Gandhi hat es verstanden, bis in die entferntesten Gebiete des Landes hinein Aufregung zu tragen. Aber wenn nicht alles täuscht, droht die Hauptgefahr nicht von ihm, sondern von den Extremsten, die die Gandhische Bewegung nur deshalb unterstützten, weil sie unter ihrem Schuhe sehr viel weitergehende und mit sehr wenig Skrupeln belastete Pläne durchführen zu können hoffen. Bei der Gröhe und Vielgestaltigkeit Indiens mit seinen durchaus verschiedenartigen Bevölkerungsschichten und rassenmähigen, religiösen Gegensätzen vermag niemand abzusehen, was folgt, wenn erst einmal der Stein ins Rollen gekommen ist. Unzuverlässige eingeborene Truppen. London, 28. April. (WTB.) Das Indische A m t veröffentlicht folgendes (Kommunique der Regierung von Indien: Um übertriebenen und irreführenden Gerüchten vorzubeugen, wird mitgeteilt, daß während der letzten Unruhen in der Stadt Peschawar die Haltung einer kleinen Abteilung eingeborener Truppen unbefriedigend war. Das betreffende Bataillon ist nach Abbotabad verlegt und eine Untersuchung eingeleitet worden. des Dankes, die überall starken Beifall hcrvor- rrefen, worauf die Offiziere und die Mitglieder der deutschen Kolonie das Deutschlandlied an- sttmmten. (Wir verweisen an dieser Stelle unsere Leser auf den Artikel „Briefe vom Linienschiff Hessen auf der ersten Seite des 2. Blattes. D. Red.) Das Abkommen über die Ostreparationen unterzeichnet. Paris, 28. April. (WTB.) Heute abend wurden im französischen Außenministerium die vier Abkommen über die Ostrepara- tionen unterzeichnet. Vor dem Unter- Die Ainerikasahrl des „Gras Zeppelin." Zum erstenmal über den Aequator. - Studium der Passatwinde. - Oie Aussichten für den regelmäßigen internationalen Zeppelindienst. neu, sind gefährlich. Wir müssen deshalb auf dieser Strecke in einer beträchtlichen höhe fahren; da über die Passat winde so sehr verschiedene Angaben vorliegen, möchten wir auf dieser Fahrt den Vorgang besonders studieren und erforschen. Sollte dies gelingen, so wäre dies bei weiteren Fahrten deshalb von großem Vorteil, weil ein Nordwest, und Südwestpassat die Fahrt durch diese Winde wesentlich erleichtern und beschleunigen könnte. Ein P r e s s e m 0 n 0 p 0 l besteht auf dieser Fahrt nicht, der Fahrpreis für jede Teilstrecke beträgt 2000 Dollar. .Auf Befragen über den Zweck seiner Amerika fahrt erklärte Dr. Eckener, der Hauptzweck sei- gewesen, die im Herbst entworfenen Ver- lrage der Internationalen Zeppelin-Corporation zu prüfen und zu unterzeichnen. „Von großer Wichtigkeit war mir," so fuhr Dr. Eckener fort, „wichtige Landungsplätze auszusuchen. »Auf den nun gefundenen Platzen müssen zuerst meteorologische Peobach- tungen gemacht werden. Auf den sich alsdann beson- dcrs günstig erweisenden Platzen werden Ankermaste und an den Landungsplätzen der neuen Verkehrslinien Luftschiffhallen errichtet werden. Ein regelmäßiger Verkehr der Internationalen Zeppelin-Verkehrsgesellschaft wird voraussichtlich keineswegs vor drei Jahren zu erwarten sein. Nach dem in Amerika unterzeichneten Vertrag werden Luftschiffe in Amerika und in Deutschland gebaut werden, und zwar zu ein und denselben Bedingungen. Die Finanzierung in Amerika hat die International City-Bank übernommen. Auf deutscher Seite wird das Unternehmen von der hapag und verschiedenen Großbanken finanziert. Es besteht die Möglichkeit, daß die bis jetzt noch nicht beteiligten Länder Spanien und E n g l a n d sich der Gesellschaft noch anschließen werden. Deutschland allein ist nicht in der Lage, ein solches Unternehmen zu finanzieren. Die Zeppelingesellschaft soll nur gute Beziehun- fl e n mit anderen Ländern Herstellen. Nur durch den Zusammenschluß mehrerer Staaten, sowie durch bereitwilliges Zusammenarbeiten und Aus- toufdjen von Gedanken kann in bezug mlf Bau- und Fahrtweise der Luftschiffe Gutes erreicht werden." Dr. Eckener erklärte ferner, daß er sich sehr gefreut habe über die außerordentlich hohen Ehren die ihm in A m e r i k a als erstem Deutschen von der National-Geographic-Associety zuteilgeworden seien. Auch von England könne er nur über außerordentliches Entgegenkommen berichten. In England wie in Amerika sei in der Luftfahrt ganz hervorragendes geleistet worden. Friedrichshafen, 28. April. (TU.) Dr. Eckener hatte nm Montagabend mit Pressevertretern eine Unterredung, in der er folgendes mit- teilte: Die fast dreiwöchige Fahrt des „Graf Zeppelin" nach Südamerika wird nun endgültig am 18. Mai in Friedrichshafen angetreten. Die voraussichtliche Fahrtlinie führt über Basel- Dijon zur spanischen und portugiesischen Westküste, hier entlang nach Sevilla. In Sevilla wird g c - landet, nicht wegen Nachfüllung von Gas, sondern nur um Post und Passagiere auszuwechseln. Wenn natürlich schon gelandet wird, dann wird auch die Menge des bis nach Sevilla verbrauchten Gases wieder ersetzt. Die Lufthansa bringt nach Sevilla mittels Flugzeuge die Post von Berlin für die Süd- amerikafahrt. Nach kurzem Aufenthalt in Sevilla wird die Fahrt nach Pernambuco über die Kanarischen Inseln und Kap Verdischen Inseln fortgesetzt. Auf dieser Strecke wird das Luftschiff den Aequator passieren. Jn Pernambuco ist ein Aufenthalt von etwa zwei Tagen zur Nachfüllung des Schiffes und Auswechslung von Post und Passagieren vorgesehen. Das Luftschiff wird hier am Ankermast befestigt. Von einer Landung in R i 0 de Janeiro wol-" len wir deshalb absehen, weil ein günstiger Landungsplatz nicht leicht zu finden ist, und die meteorologischen Verhältnisse uns nicht genügend bekannt sind. In Rio de Janeiro und Pernambuco hat das südamerikanische Condor-Syndikat einen ähnlichen Zubringerdienst organisiert, wie die Deutsche Lufthansa nach Sevilla. Die nächste Etappe führt über Kap San Roca und die Inselgruppe der Antillen nach Kuba, wo in Habana, ebenfalls bei günstigen Witterungsverhältnissen, eine Zwischenlandung vorgenommen wird. Von Habana fliegt das Luftschiff über Florida nach Lakehurst, wo ebenfalls zwei Tage Aufenthalt vorgesehen ist. Bei der Heimfahrt nach Friedrichshafen wird in Sevilla wieder eine Zwischenlandung vorgenommen. Die Gesamtslrecke der Südamerikafahrl Friedrichshafen—Friedrichshafen beträgt rund 27 000 Kilometer. Die Gesamtstrecke der lehtjährigen Weltfahrt betrug 30 000 Kilometer. Die Südamerikafahrt ist, wie alle anderen Fahrten, nicht nur Demonstrationsfahrt, sondern auch Studienfahrt. Besonders interessant ist es, bei dieser Fahrt die Tropen kennenzulernen. Wir werden in diesem Ge- biete anstatt Winde Regen und Gewitter^zu erwarten haben. Die ft 0 r f e n Passatwinde, wie fie im Sommer bis Lissabon (35. Breitengrad) und das Jahr über die Kanarischen Inseln und Kap Verdischen Inseln (14. bis 24. Breitengrad) ausdeh zetchnungsaki hielt Loucheur in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kommission für Oft* reparationen eine Ansprache, in der er erklärte, daß es von dem Geiste, in dem diese Abkommen» in Kraft gesetzt werden würden, abhänge, daß andere wichtige Abkommen folgen und das Werk der begonnenen wirtschaftlichen Befriedung fortgesetzt werden könnte. Aus aller Welt. Untergang eines Dampfers mit 300 Passagieren. Kalkutta, 28. April. (WTB.) während eines Z y. k l 0 n s sank auf dem Flusse 3amuna in Ostbengalen der Dampfer „Eondor". Von 300 Passagieren, die sich an Bord befanden, sind bisher nur 20 als gerettet gemeldet. ■ Neue Unruhen im Gefängnis von Columbus. Kolumbus (Ohio), 28.April. (WTB. Funkspruch.) Truppen mit geladenen Gewehren und Tränengasbomben wurden heute abend nach dem in der vergangenen Woche von dem Brande heimgesuchten Staatsgefängnis gesandt, um Unruhen unter de n Sträflingen zu unterdrücken. Der Gefängnisdirektor hat Befehl gegeben, im Notfall von den Schußwaffen rücksichtslos Gebrauch zu machen. Ein Lberl-Bildnis zerstört. In der Nacht zum Montag ist im Großen Potsdamer Waisenhaus das Bild des Reichspräsidenten Ebert, das im Speisesaal neben einem Bild des jetzigen Reichspräsidenten aufgehängt war, aus dem Rahmen geschnitten, zerrissen und aus einem Fenster, das nach der Spornstraße zu gelegen ist, geworfen worden. Als Tater scheint ein Mann in Frage zu kommen, der nachts gegen 11.30 Uhr aus diesem Speisesaalfenster gesprungen sein soll. Die polizeilichen Ermittlungen 'sind sofort nach Entdeckung der Tat ausgenommen worden. Schiehunfall auf dem Kreuzer „Karlsruhe". Am 25. April wurde, wie aus Berlin gemeldet wird, bei einem Versuchsschießen auf dem Kreuzer „Karlsruhe" das Einsahrohr einer 15-Zentimeter-Kanone beschädigt. Einsahrohre sind Rohre geringen Durchmessers, die bei. Schießübungen in das eigentliche Geschützrohr eingesetzt werden. Von der Geschützbedienung! wurden einige Leute durch kleine Metallspittev leicht verletzt. Ernstere Verwundungen sind nicht vorgekommen. Schwarzer Tag der amerikanischen Fliegerei. 14 Tote. Reuy 0 rk, 28. April. (WTD.) Am gestrigen Sonntag ereigneten sich in verschiedenen Staaten der Union mehrere F l u g z e u a u n f ä l l bei denen insgesamt 14 Perfoncw getötet und zahlreiche verletzt wurden. In Fayetteville (Tennessee) flog während eines Schaufluges ein Flugzeug in d i e Zuschauermenge hinein, wobei 7 Personen getötet und 2 O verletzt wurden, darunter mehrere schwer. Die Insassen des Flugzeuges blieben unverletzt. — In Alvord (Texas) stürzte während eines Wolkenbruchs ein Flugzeug ab, wobei drei Personen getötet und eine Person verletzt wurden. — Rach einer Meldung aus Portsmouth (Reu- hampshire) flog ein Flugzeug, bei dem Versuch, eine Notlandung vorzunehmen, gegen einen Baum, stürzte ab und geriet in Brand. Zwei 14jährige Kinder verbrannten, der Pilot wurde schwer verletzt. — In Milwaukee (Wisconsin) stürzte ebenfalls ein Flugzeug ab. Hier wurden zwei Personen getötet. Die ersten weiblichen Richter in der Türkei. Durch eine Verfügung des Staatspräsidenten sind, wie aus Angora gemeldet wird, zum ersten Male in der Türkei zwei Frauen zu Richtern ernannt worden. Oie Wetterlage. 01W Mai. wfca Vo O c :------------------------------ ■75eA]isfiorcr Montaa, 28. April 1930,TaDds. ET ^8 ■> 4 4 = ■X . V.— .Z ■ Jan naftn .___ -------- vXs ~La urchmcssers, die bei iEichr Geschützrohr :t Geschützbedienung kleine MeiaUspitter Verwundungen sind chen Aliegerei. 141 olt, DTD.I Am gestrigen verschiedenen ktaa« lugzeuaunfäll ersonessgctvtek )cn. In Fayettevü:e ines öchausluges ein Zuschauermengc getötet und 20 : mehrere schwer. Die blieben imverieyt. rzte während eines ug ab, wvbci drei ’rfon ocr/etzt wurden. tyortömoutf) (Oku» f, bei dem Versuch, , petzen einen iet in Drnnd. >i t en, der Kvt wurde Wmu!cc (Wisconsins ug ab. hier wurden hter in der Türkei. es Staatspräsidenten gemeldet wird, zum zwei Frauen zu eben. ilage. >1V 0 jftt (V in 4 llt 1 d«r h’Ä**« L'SsL Aus tr provinzialhaupistadt. Diehen, ben 29. April 1930. Ächemarsch der Zreiwilligen Feuerwehren. Lnläß der Reichs-Feuerschutzwoche, die am oonntaggonnep hat und bis zum nächsten Sams- tafl entern wird, veranstalteten die hiesigen Jreiwtjgen Feuerwehren gestern abend einen wch durch die Stadt, um dadurch die Bürgerschaft r verstärkten Anteilnahme an her Sc e der Feuerwehren anzuregen. Um 20 r marschierten die Wehren mit ihren samtlicherieraten am Oswaldsgarten auf und von dort untcZorantritt ihrer Trommler- und Pfeifer- koros dni die Neustadt, die untere Bahnhofstraße, staplansfl? Seltcrswcg, Südanlage, Neuen Baue, Sonnenst,e, Landgras-Philipp-Platz, Landgrafen- strahe, Onlage, Walllor, Lindenplatz, von wo aus die Wehi zu ihren Depots abrückten. An der Spitze deZuges, der unter dem Kommando des Stadtbrarirektors Braubach stand, schritt die Freiwiige Gailsche Feuerwehr, an- schliebendslgten die Freiwillige Feuerwehr Ghen, hierauf die motorisierten Fahrzeuge devtädtischen Feuerwache, dann die Kremotorspritze und zum Schluß Die Autos de) rein?. Sanitätskolonne vom Noten reufl. Der Aufmarsch erregte überall starkes I irrste der Bevölkerung und machte durch die Blitzsbcrkcit der Uniformen und sämtlicher Feuerlösihräte einen sehr guten Eindruck. Erneut konnte sicbei diesem Anblick unserer Feuerschutz- Organisation die Ueberzeugung vertiefen, daß wir in unsereFeuerwehren eine jederzeit schlagfertige und beftagerüftete Feuerwehrmannschast besitzen, deren oordliche Selbstlosigkeit bei der Hingabe an den freiwigen, uneigennützigen Feuerwehrdienst die vollstelnerkennung der Bürgerschast verdient. Die Unteützung dieser Feuerwehrorganisationen nach befteiOlöglid)teitcn sollte für jebermann wichtige Bürgnslicht sein. Nach Bcdigung des Werbemarsches hatten wir Gelegenheiim Depot der Freiwilligen 6a- nitätstionne vom Roten Kreuz noch einige Neusrüstungen der Sanitätskolonne in Augenscheiru nehmen. Dor allem war es der Wie- berbclebunppparat, mit dem die Sanitätskolonne seit einigeren neu ausgerüstet ist, und d^r die Wiederbeleligsversuche an verunglückten Peksonen für die Satätsmannschaften leichter und für die praktische fleleiftung wirksamer macht Daneben ist die Koloie neuerdings auch mit einem Uniocr- 'alverbandkan ausgestattet worden, der in sorgfältiger undibersichtlicher Gliederung alles Material enthäl dessen die Kolonne bei der ersten Hilfeleistung?darf. Ferner sind im Depot in der letzten Zeit n; mancherlei andere Neueinrichtungen geschaffen rooen, durch die die Kolonne ihre Ausrüstung in eitestgehender Weise entwickelt hat. Auch hier giann man den Eindruck, daß die Schlagfertig^ der Sanitätsmannschaft in umfassendster Weif gewährleistet ist. Dale für Mittwoch 30. April 1777: der Mathematiker K. Friedrich Gauß in Braunschweic geboren; — 1803: Generalfeldmar» Ichall Graf !)on geboren; — 1870: der Operetten- romponift Fnz Lehär zu Komorn (Ungarn) geboren; — 1)7: der Schriftsteller Julius Lang- bebn in Ros'heim gestorben. — 1929: der Dichter Friedrich Lieierd in Eisenach gestorben. lieber Maienblasen. Auch in biem Jahre soll vom Turm der Jo- hanneskirche 1s Maienblasen, das in früheren Jahren fovielttnklang gefunden hat, wieder statt- finden. Die Aiführung hat auch diesmal der „Verein für christl)e Musik" in dankenswerter Weise übernommen jm erstenmal wird am D o n n c r s • lag, 1. Maium 19 Uhr geblasen werden. Zum Vortrag tommi: 1. der Choral „Lobe den Herren, den mächtigen 5nig der Ehren", 2. Paraphrase über .Heims „Abendier", 3. „Der Mai ist gekommen". Am 6 a m s t g wird, ebenfalls wieder um 19 Uhr, als et heißt: Verläßt ein Schüler die Lehranstalt nach dem zehnten Schuljahr, dann ist die Fortbildung-- oder Berufsschule noch ein Jahr zu besuchen. Die gesetzlichen Bestimmungen besagen jedoch daß die Schüler beim Verlassen einer Lehranstalt nach zehn Schuljahren die Fortbildungsschule nicht mehr zu besuchen brauchen. •* Der Fahrplan a u f der Kleebachtal - K r a f t p o st. Auf der Kraftpostlinie Gießen— Hochelheim tritt der Sommerfahrplan bereits am 1. Mai in Kraft Von diesem Tage ab werden nur noch die um 13.06 Uhr in Hochelheim und die um 19 Uhr in Gießen beginnenden Fahrten über Groh- unb Klein Rechtenbach geführt. Außerdem fährt die werktäglich verkehrende erste Kraftpost nach Gießen künftig bereits um 6 Uhr — statt bisher 6.40 Uhr —» in Hochelheim ab. •• Personalien. Ernannt wurden der Der» sorgungsanwärter Karl Hammel aus Wieseek zum Amtsgehilfen am Chemischen Laboratorium der Landesuniversität in Gießen mit Wirkung vom 1.April 1930 ab; die Lehrer Wilhelm Mendel zu Angenrod, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Das belgische KSnigspaar eröffnet die Antwerpener Weltausstellung. V- i ■ ■ • Vf ■ König und Königin von Belgien betreten in Begleitung des Jeftlommileed das Ausstellungsgelände. Die Antwerpener Weltausstellung 1930 wurde am Sonntag im Beisein einer ungeheuren Menschen- mtmge von P&em belgischen Königspaar eröffnet. Antwerpen birgt auf seiner Ausstellung auch eine ausgedehnte deutsche Abteilung. das Maienblasen fortgesetzt werden, und zwar an diesem Tage mit dem Programm: 1. Ein feste Burg ist unser Gott, 2. Schäfers Sonntagslied, 3. Wenn s Mailüfterl weht. Die Ausübenden werden nach allen vier Richtungen des Turmes blasen, damit ihre Darbietungen in jedem Stadtteil gehört werden können. Gictzencr ,»t?«Hi)cnnt(irL sc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140-160, Matte 30-35 Pf. das PA; Eier 10 Pf. das Stuck, Käse 10 Stück 60—140Pf.. Weißkraut 8—10, Rotkraut 10—15, Gelbe Rüben 10—12, Rote Rüben 10—12. Spinat 15—20, Spargel 150—160, Unter-Kohlrabi 6—8, Grünkohl 10—15, Tomaten 70—80, Zwiebeln 8—12, Meerrettich 50-70, Schwarzwurzeln 40—60 Rhabarber 15-20, Kartoffeln 4,5—5, Aepfel 10 bis 15. Dörrobst 30-35. Honig 40-50 Oluffe 50—70 Pf das Pfd.; Tauben 70—80 Pf. has Stück; Junge Hähne 120—130. Suppenhühner 100-120 Pf. das Psd.. Blumenkohl 50—100, Salat 20—25, Salatgurken 75—80, Lauch 5—10, Sellerie 10—40 Pf. d. Stück; Rettich, neue, Bund 30-50, Radieschen Dd. 15-20; Kartoffeln 3.80 bis 4 Mk. per Zentner. Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: »Clavigo". 20 bis 22 Ufjr. — Lutherische Tagung: 20 Uhr: Gottesdienst m der Iohanncskirche. - Bewegung für rel. Erneuerung Ocffentl. Vortrag von Wilhelm Salewski: ^S. Freuds Psycho-Analyse in ihren Auswirkungen auf Kunst, Pädagogik und Religion, 20,15 Uhr, Universität, Hörsaal 34. - Mieterverein Gießen / Bund deutscher Dodenresormer: Ocffentl. Versammlung, 20.30 Uhr, im .Postkeller". - VfB.: Jugendversammlung. 20 Uhr, tm Vereinsheim. - Lichtspielhaus Bahnhofstraße. .Ich glaub nie mehr an eine Frau". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Premiere „Clavigo" beginnt um 20 Uhr. Spielleitung Oberspielleiter Hans Sannert (letzte klassische Inszenierung). Es verabschieden sich Franz Arzdorf (Clavigo). Trude Heß (Marie). Morgen. 30. April. Ab- schiedsvorstellung Auguste Prasch-Greven- b c r g in der Operette „In der IohanniSnacht". Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch. — Am 6. Mai Gastspiel des Groß-Russischen National- Orchesters. - . - Eine öffentliche Protest Versammlung veranstaltet die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei). Ortsgruppe Gießen, am Mittwoch. 30. d. M.. 20.15 Uhr im Caf6 Leib. Landtagsabgeordneter Dr. Rhode aus Frankfurt a. M. wird sprechen über das Thema „Ctcucrbelaftung und Existenzkampf des deutschen Mittelstandes". (Näheres in der heutigen Anzeige.) ' D i e medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet vom 6. Oktober bis einschl. 11. Oktober 1930 einen allgemeinen Fortbildungskurs mit seminaristischen Hebungen und praktischen Demonstrationen für praktische Aerzte. Vortragende sind die klinischen Fachvertreter sowie die Fachvertreter für Physiologie und physiologische Chemie. Ein Ausflug findet nach Bad-Nauheim statt mit Demon- strationen in dem neuerrichteten Dalneologischen Universitätsinstitut. Anfragen nach Prospekten und Anmeldungen sind an Professor Dr. Georg Herzog, Gießen. Pathologisches Institut. Klinikstraße 32g, zu richten. * Die Fortbildungsschulpflicht in I Reffen. Zu unserer Notiz unter dieser Überschrift wird uns vom Kultusministerium mit- | geteilt, daß insofern ein Irrtum unterlaufen ist. Eßt mehr Roggenbrot! Volksschule zu Rainrod, Kreis Alsfeld, Georg Pfeifer zu Rabertshausen, Kreis Gießen, zum Lehrer an der Volksschule zu Schwanheim, Kreis Bensheim; Alfred K o ch zu Mörfelden, Kreis Groh» Gerau, zum Lehrer an der Volksschule zu Homberg, Kreis Alsfeld, Karl Schmidt zu Stockftadt, Kreis Groß-Gerau, zum Lehrer an der Volksschule zu Eichenrod, Kreis Lauterbach. Lebensrettungsprüfung. Die Prüfung II (Prüfungsfchein) der Deutschen Lebens-Ret« tungsgesellschaft hat Obergefreiter Albert Fohr 3./15.J.-Regt. Gießen, mit Erfolg abgelegt. Die Prüfung I für den Grundschein legten mit Erfolg ab Ludwig Gehrhardt, Wolfgang Brehm und Elisabeth Sicck, letztere Mitglieder des Tv. 1846 Gießen. Allen geprüften Rettungsschwimmern wurden Urkunde und Abzeichen der D. L. R. G. überreicht. , " Störung der Zentraluhrenanlage d u r ch B l i tz s ch l ag. Am Sonntagnachmittag gegen 16.25 Uhr schlug der Blitz in eine Leitung der Zen. traluhrenanlage ein, wodurch eine Schleife der Anlage Stunden gestört war. Von den öffentlichen Uhren wurden die Uhr am Rathaus und die Kirchen» uhr an der Johanneskirche betroffen. * Der Dauer fche Gesangverein feierte am Samstagabend sein 66. Stiftungsfest durch einen schön verlaufenen Kommers. Die Veranstaltung war mit einer Reihe von Ehrungen verbunden. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden H. Leh, welcher einen Rückblick auf den Werdegang des Vereins gab und auf die Bedeutung des deutschen Männergesangs hinwies. erhielten folgende Mitglieder Auszeichnungen: Für 25jährige Mitgliedschaft wurde Karl Hollman n zum Ehrenmitglied ernannt; die silberne Vereinsnadel für 40jährige passive Mittz gliedschaft erhielten Alb. Franke und Wilh. Müller; für 20jährige aktive Mitgliedschaft konnten drei, für 10jährige fünf Sänger ausgezeichnet werden. Für fünfjährigen, regelmäßigen Singstundenbefuch erhielten fünf Sänger den goldenen Sängerring als besondere Auszeichnung. Außerdem wurden noch 30 goldene und 17 silberne Nadeln für regelmäßigen Singstundenbesuch verliehen. Kunst und Wissenschaft. Schenk von Trapp geht nach Kassel. Der Bühnenkünstler des Hessischen Landestheaters Lothar Schenk von Trapp, der durch seine Gastinszenierungen auch in Gießen bekannt wurde, Ist als Leiter des gesamten Ausstattungswesens an das Staatstheater in Kassel berufen worden. Er wird jedoch seine Tätigkeit am Hessischen Landestheater weiter ausüben. Verantwortlich für Politik: L SB.: Ernst Dlumschein. 6rbs Qrünhem &rbs ^(Reis (Reis Hy Tomaten ’-l'fr 3 &rbs nySpeck. 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Angebote für den Zentner Lebendgewicht sind bis zum Frei- lag, dem 2 Mai 1930, mittags 12 Uhr, bei der Bürgermeisterei abzugeben. 33540 Heuchelheim, den 28. April 1930. ________Hessische Bürgermeisterei.________ Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Boranschlag der Gemeinde Rüddings- haufen für 1930 Rj. liegt vom 29. April 1930 ab eine Woche lang auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht der Beteiligten offen, woselbst innerhalb dieser Frist Einwendungen schriftlich oder zu Protokoll vorgebrachl werden können. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Rüddingshaulen, den 28. April 1930. Bürgermeisterei Rüddingshausen. MüjjiA, 8345D ckk aihflieii? ein Wodu od r GeickäftSbauS kaufen .' ober eine hochierzinslttbe Hnvotbek durch eine billtge abäien ober haben Sie 1932 eine Aufwerfiiigsbnvothek auSzuzablen, bann wenden Se sich wegen ,finanziernng dieser.'lngelegenheit an 02849 RUrt Seibert, tBiencn, Ctevbanttr.l7L. Bestimmt au ireh'en Mittwochs von vormittags > bis abends 7 Uhr. Bekanntmachung. Der Doranschi.ig der Gemeinde weitcrs- hain für Rj. 1930 liegt vom 29. April bis einschließlich 5. Ulai auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von E Nwendungen offen. Es ist die Erhebung eher Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Weitershain, len 28. April 1930. Bürgerincsteret Weitershain. Reichert. 3362V Bullenverkauf. Die Gemeiorie Stockhausen verkauft einen fttten Vollen auf dem Submissionswege. Angebote sind in Lebendgewicht bis nächsten Jreitag, nachmittags 2 Uhr. bei der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. Stockhausen, am 29. April 1930. Bürgermeisterei Stockhausen. Jochim, 53ö9D Iie c Grifft bi ftyfäff ÄagM \j Riffen gehen bei rM vie \-X daß Einigen d M über liebe« Dal Oie! K 1. GIB boi w> ,§aim nigäbt ll.it rp Weuc her moiti matShasm mel-intz Plant un hat jedes in der r wiesen, i dienen li viantcs i Hmf fiel «mal b Nden m ÄuLsc tamimi Wm * Der nuar als Wes „ 9cn „h bem D.s fen" wo nerein z NM anderen । fort Lies 3» unferc; des JCerfa lehren. 2 Ijfil M «s-brld Migen «shSizll' W ® Äuso M Fäh« IjtnÄ und lallen f«J jerben. - Men, ©‘ ^raus zu frischen iu ervidc lärifM; der Fucht^ Ulan von Mi doch diese § SS* wowohi Sender ?> ert( W De N-nifche Hen £2 N Ohfi, W iichr <1 K tzr lijw de Mu 6T> s s-l Sh J« $01 Knoch S» Hb ’J doch ei ;N Er > he Sie f «Mech Mng Hr w AA Otto Döringer 3368 D 3343 V am Sonntagmittag 1% Uhr nach langem, schwerem Leiden im blühenden Alter von 18 Jahren sanft entschlafen ist. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Ickes geb. Ebert Marie Reitz geb. Ebert Eleonore Jochum geb. Ebert Karl Ickes Georg Jochum 3 Enkel und 1 Urenkel. Gelnhausen, Gießen (Liebigstr. 64 I), den 29. April 1930. Die Beisetzung findet Mittwoch, den 30. April 1930. nachmittags 2’/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. In tiefer Trauer: Walter Malewsky und Frau Adolf Döringer u. Frau geb. Lindenstruth Familie Emil Schnabel, (Vormund). Wieseck, den 29. April 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, vom Hause Ecke Nr. 7 aus statt. Am Samstag entschlief sanft nach langem schweren Leiden unser lieber Vater Herr Philipp Friedrich Ebert im 71. Lebensjahr. Für * und Linoleum \ Drowewachs gibt beispiellosen Hochglanz < Jlrog.Winterhoffz Xjireuzpl. 10/ Hauskleider 3.95 aus weißem Panama, jugendl. Foi N.95 aus gutem Wolltrikot, weißen Kragr- r\rx und Manschetten................ 7.90 Nachmittagskleid guter^erarbelhmg.. 12.50 5.00 Hauskleider Sportkleider Sportkleider Sportkleider Sportkleider aus prima Beiderwand, kleid; Composi...................... mit eingewebter Bordüre, praktisc Sommerkleider, waschecht....... 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Deutsche Anl.-Ablvi.-Schuld mit 101,25 — 102 — Auelos.-Rechten ... 59,1 58,65 58 58,9 DeSgl. ohne Auslos..Rechle . . . 6% Hess. Bolksstoat von 1929 11,45 11,5 H,4 11,6 trückzahlb. 102%)...... Lberhessen Provinz - Anleihe mit 92,5 — — — Ausloi.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 54 — — — Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 55,75 — 55,5 — XUI unkündbar bis 1931 . . . 7% yrankf. s>yp.«Bank Goldpse. 99 — — — unkündbar bis 1932 . 4%% Rheinische Hyp.-Bank 92,75 — - - Ltau. Goldpse. 86 6% Pr. Landespsandbriesanstalt, Hfandbriese 91. 17 . ... 8% Pr. LandespsandbriesanstaU, 100 — 100 — fiomm^Cbl. 81. 16 . 95,5 — 95,5 _ 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 ..... fl.G.iö. abC. Borkriegs-Lbligatto- 96,75 — 91,75 — neu. rutiablbar 1932 . ... — — — 4% Oesterrelchtsche Goldrente . . 4,20% Oesterretchtsche Silberrenle 26,8 26,75 1,13 4 _ 4% OeflertcWiche Einheitliche Rente — — 2,45 _ 4% Ungarische Goldrente . . . . 24,25 — 24^2b 94.13 4% Ungarische StaatSrenle v. 1910 — — 20,75 21 4V,% dcsgl. von 1913 — — 22 4% Unaartsche Kronenrente . 2,4 — 2,4 2,4 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl 6,75 6,75 — 6.8 6,9 Serie 1..... — H,85 * 4% deügl. Serie II....... 5% Rumänische veretnh. Rente 6,75 — 6,85 — von 1903 ........ i'/i% Rumänische vereinh. Rente 16,8 — 9,9 — von 1913 ......... 1% Rumänische vereinh. Rente . — 16,7 _ 8,025 1 — 8,13 — Frankfurt a. M. Berlin Schluß«! hirS | l«Üf)r« Kurel Schluß« turs Anfang« Kurs Datum 28- 4. 29. 4. 28. 4. 29. «. Bereinigte Stahlwerke . 98 — 97,75 96,75 Otavi Minen..... . 16'/. — —— 51 50,75 Kaliwerke Aschersleben . e e 10 226,5 — 225 231 Kaliwerke Westeregeln . e e 10 231.25 — 231,5 234 Kaliwerke Salzdetfurth . • • 15 392 400 391,5 401 I. G. Farben-Industrte. Dynamit Wobei ...» a a 12 178,75 178,5 179,25 178,5 . 6 — Schetdeanstalt. . • . . . 9 151,75 151 — — Goldschmidt « • • • • a a . 6 70,5 70.75 71 RülgerSwerke . . • • • M A . 6 70,5 — 70 70 Melallgesellschast. . . # . 8 108 — 107,5 108 Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg . 7 111 — 111 111 O « 10 133 — Cementwerk Karlstadt. . • e 10 '42,5 — — — Wayß & Frevlag . . . . 8 91 — 90 — SchulthelS Patzenhofer . A - 15 — — 307 305,5 Ostwerke....... 12 — — 261 259,75 Aku......... * e 18 — — 116,25 114 Bemberg....... 1-1 145 —- 144 145 Zellstoff Waldhof . . . 8'/, 185 185 184,5 Zellstoff Aschaffenburg . • . 12 147 147 137,5 Charlottenburger Wasser e • . 8 104,65 — Dessauer Ga« .... . 9 — — 170 —- Daimler Motoren . . . . 0 42 — 41,65 41 250,5 246 249,75 247 — 90,13 50,5 . o — — — Orenstein & Koppel . , A A . 6 — — 79,75 80 10 — — 151 150.5 Svenöka ■ ■ • • • • • - — — 349,5 349 Frankfurter Maschinen • . 4 36 - 36 — Gritzner....... . 6 38,5 83,65 —- Heyligenstaedt . . . e e . 0 — — Yunghanö....... . 6 46,5 46 46,25 — Lechwerke....... . - . 8 106,5 — — — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 —— — — Miag........ 10 — — 132 132 Gebr. Roeder ..... IC 104,5 — — —- Botgt & Haesfner . . . A • — 210 — Süddeutsche Zucker » . • e 10 159,5 — 160 - Schluß«! kurS I Lilhr- Kurs Schluß« furd Anfang- Kurs Datum 28. 4. 29. «. 28. 4. 29. 4. Vamburg-Amerika Pater . . 7 111 110.5 110,65 HO Hamburg-Südam. Dampfschiff . 8 Hansa Dampfschiff..... 10 — — 160 159,25 Norddeutscher Liohd .... . 8 110,9 110,5 H0.75 110,13 Allgemeine Deutsche Credttanst. 10 116 116,25 115.75 Barmer Bankverein ... 10 127 127 126,75 126.75 Berliner Handelsgesellschaft 12 175,5 — 176,25 176,25 Commerz, und Prtvat°Aank . 11 151,75 150,5 131,75 151,75 Darmstädter und Ralionalbanl 12 231 —— 230 229 Deutsche Bank und Ttsconto-Gesellschaft, . . . 10 150 151 150,25 150,5 Dresdner Bank...... 10 144,5 144,25 144,25 144,25 Reichsbank...... . 12 296,5 298,5 297 297,5 AEG........... . 8 173 173 173 171,9 Bergmann........ . 9 — — 185.5 Elektr. LiescrungZgeselllchaft. 10 — — 159 — Licht und Kraft..... 10 170,5 — 171,5 — Felten & Guilleaume . ■ 1Vt 127 125,5 — Gesellschaft für Elektrische Ünternehmungcn .... Hamburger ElektrizNStL-Werks 10 179,5 — 178 179 10 — — 138'25 Rheinische Elektrizität . . . . !' — — — — Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — — Schuckert & Go. . ..... 11 — — 189,5 189 Siemens & Halske ..... 16 — 247,5 Z47.5 247 Transradto . ....... . 8 — — — 127,75 Lahmever & Go...... . 10 171 — 171 Buderus......... . v 71,5 71 71,5 _ Deutsche Erdöl . ..... . 6 — 102,75 103 102,13 Essener Steinkohle ..... . 8 — — 143 142,75 Gelsenkirchener ...... . 8 139,5 —- 139.5 139.25 . 0 126 — 126.25 126 Hoesch Eisen. ....... e/, — — 109,25 -- I0e Bergbau ...... Klücknerwerke ....... 10 —• — 230 — . 7 101,5 — 101.75 — Köln-Neuesien....... . 7 -- 107 106.13 ManneSmann-Röhren . . . . 7 —- 106 106.13 106.4 ManSselder Bergbau .... . 7 — 77,25 75 Oberschlei. Eisenbcdarf ... . 6 — — Oderschles. KokSwerke .... . 7 — — 108,5 108.4 Phönt; Bergbau .... 8V- 105 —- 105,25 105,13 Rheinische Braunkohlen . . 10 — 227 Rheinstahl........ . 6 — — 115,75 115.13 Rtebeck Montan...... 7/. — 104,5 104,9 Berlin, 28. AprÜ Geld Brief Amerikanische Noten ..... 4,164 4,184 Belgische Noten . . . . . . 58,23 58,47 Dänische Noten ........ 111,70 112,14 Englische Noten........ 20,31 20,39 Französische Noten ...... 16,38 16,44 Holländische Noten...... 168,01 168,69 Italienische Noten ...... 21,95 22,03 Norwegische Noten...... 111,73 112,17 Deutsch-Ocsterr-, ä 100 Kronen 58.88 59,12 Rumänische Noten...... 2,46 2.48 Schwedische Noten ...... 112,13 112,57 Schweizer Noten....... 81,04 81,36 Spanische Noten ....... 52,10 Tschechoslowakische Noten .. 12,36 12,42 Ungarische Noten ...... 72.95 73,25 28. April 29. Apri, Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Geld Brief Amst.-Nott. 168.35 168,69 168,41 168,75 Bnen.-Aires 1,619 1,628 1,616 1,620 Brss.-Antw. 58,405 58,525 58,405 58,525 Chrtstiania. 111,96 112,18 111,98 112,20 Kopenhagen 112,01 112,23 1'2,01 112.23 Stockholm . 112,44 112,66 112.44 112.66 Helsingfors. 10,533 10,553 10,533 10,553 Italien. . . 21,92 21,96 21,92 2196 London. . . 20,33? 20,37? 20,343 20.383 Ncuvork . . 4,1835 4,1950 4,184 4.192 Parts.... Schweiz .. 16,40 16,44 16,41 16.45 81,12 81,28 52,02 81,105 81,265 Spanien. . 51,92 51,77 51,85 Japan . . - 2,068 2,072 2,067 2,071 Mio de Jan. Wien in D-- 0,496 0.498 0,497 0,499 Oest. abgcst. 59,00 59,12 58,995 59,117 Prag . . . . 12,399 12,419 12,399 12,419 Bclzrad . . 7,408 7,422 7,405 7,419 Budapest. . 73,13 73,27 73,15 73,29 Bulgarien. 3,036 3,042 3,036 3.042 L'ffadon . . 13,78 18,82 18,78 18,92 Dawig. . . Konstantin. 81,12 1,785 81,28 1,789 81,38 1,784 81,54 1,788 Athen. . . 5,435 5,445 5,445 5,455 Kanada . . 4,177 4,185 4.180 4,188 llru >uat). - 3.858 3,864 3,856 3,860 Cairo ... 20,86 20,90 20,86 20,90 Tumen, Sport und Spiel die onntag standen sich (Ein Passant. und Südanlage. X$«6eve«en. KursuSpreiS für beide Aachmittage oder Abende nur 3.80 AM. Aotizbuch und 10 Papierservietten mitbringen. Nachmittags- kurse von 3 bis 5'/. Uhr, Abendkurse von 8 bis 10'/, Ahr. Anmeldungen 1 Stunde vor Beginn deS Kursus. Frl. von Keltz. Wir machen auf den am Mittwoch und am Donnerstag im „<>otcl Zrbüh" stattfindenden Tischdeck- und Servier-Krkvsus Mittwoch, den 30. April Abschieds - Abend der Solisten-Kapelle Friedo Boltin mit auserwähltem Programm Dunkelbeige mit Caramell Spangenschuh eines uns. herrl. Modelle mit abgetönt. Schleifengarnit, außerd. noch viele gleichartige Artikei 2 50 V.f.V. Leichtathletik. Da- von der Leichtathletikabteilung veranstaltete Lang- und Mittelstrcckcnlaufen wurde dadurch eingeschränkt, daß FD. Weilburg nicht tetlnahm und D. s. L. Wetzlar nur die Ougend- und Frauenkonkurrenzen belegte. DaS interessantste Rennen war der 5000-Meter-Lauf, zu dem Der Waldlausmeister Heberling vom Wetzlarer Sportverein, Heise, Schneider, Büttner, Henn« und MeweS vom D. s D. starteten. Dem von Heise und Heberling vorgelegten Tempo waren die anderen nicht gewachsen. 3n schneidigem Endspurt schüttelte Heise seinen Gegner, der ihm während des ganzen Rennens dichtauf folgte und mit ihm um die Führung kämpfte, ab und entschied in glänzender Zeit da« Aennen für sich- Auch die anderen Aennen, besonders der S00-Meter-Lauf der Frauen waren recht interessant. Nachstehend die Ergebnisse: 5000 Meter für Aktive:!. Heise, B.f.B. 08, 16,29 Min.; 2. Heberling, Sportverein Wetzlar: 3. Schneider, B. f. B. 08. -xiovO-Meter-Staffel: 1. B. f. B. 08, 9,45 Min.; 2. D. s. L. Wetzlar, 9,47 Min. 'gOO Meter für Frauen: 1. Pfaff, B. f. L., Wetzlar, 2,55 Min.: 2. Daum, D. f. B. 08; 3. Fr. Müller, D.f.D. 08. 10 0 0 Meter A.-Jugend: 1. Cullmann, D.I L. Wetzlar, 2,57 Min.; 2. Steuerwald, D.f.D. 08; 3. Matctzki, D. f. D. 08. 1000 Meter D. - 2 ugend: 1. W. Paulus, D.f.D. 08, 3,12 Mist; 2. Simon, D. f. D. 08; 3. Ludwig, D. f. L. Wetzlar. V. f. B. Man hatte sich von den Wormser „Alemannen" auf Grund -ihrer in letzter Zeit erzielten Resultate viel versprochen und wurde auch keineswegs enttäuscht. Was jeder einzelne der Mannschaft an Start- und Laufvermögen, Wendigkeit usw. bot, ist kaum zu übertreffen. Das Treffen dürfte der Platzmannschaft gezeigt haben, was ihr fehlt. Cs gebrach ihr durchaus nicht an technischer Fertigkeit, in der sie den Kästen anfangs mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar leicht überlegen war, sondertz an der körperlichen (Gewandtheit. Als die V. s. B.-Clf noch frijd) war, waren ihr Zuspiel präzis und ihre Angrisse sristemvoll und gefährlich, um dann nach und nach ungenauer, zeitweise sogar schlecht zu werden. — Für ein Samstagabendspiel war der Besuch sehr gut. Der gebotene Sport, besonders seitens der Käste, dürfte allgemein befriedigt haben. (Wichen begann sofort mit schnellen Koinbinationsangrisfen. Worms sand sich ebensalls, seine Angrisse erschienen aber nicht so planvoll. Auf beiden Selten wurden mehrere, sichere Chancen ausgelassen. V. s. B. hatte eine Kleinigkeit mehr vom Spiel und ging durch den Mittelstürmer bald in Führung, mußte sich aber später den Ausgleich gefallen lassen. V. f. B. war dann aber dem von Worms vorgelegten Tempo nicht ganz gewachsen. Trotzdem blieb das Spiel offen,; bis zur Pause 1:1. Die zweite Halbzeit stand im Zeichen der Ueberlegenhcit der Gäste, die kurz nach Wiederbeginn das zweite Tor erzielten. B. f. B. vermochte vorübergehend zu drängen, bis der Gegner wieder das Spiel diktierte und und kurz Morgen Mittwochnachmittag ab 4 Uhr: Tanz-Tee Abends ab 8 Uhr: Ehren-und Abschiedsabend der Kapelle Jos6 Aulbach Gesellschafts -Tanz Donnerstag, den 1. Mai: Zum ersten Male Gastspiel der Künstler-Kapelle „Joe Franzis“ 02861 Hankle s^ ... -rungen toJr? ALE sistz »S **&*£ HM J-y aur Vorsicht ,e ^ntenmärtk er- Botin i* Vroener r'Miich A, «thenmarft? über« IP«», die durch fon- ' csivminslichen Cha- 1 ^SkMkinen nuljt bedeuicnd. Turrti aftien unter Führung gestern bis zu 5,6 r Maschinen plus 1,5 9, da man bei M/'i. Kren Beschasbqi/nqr- biMd) lagen dagegen da mit einem erneu* M rechnen sei. Trotz chseidepatier Mschen >s 20 Äühre lagen Atu auch Schuiihei; und m je 2,75 o.f). nach, L v,.h. Die Aktien beites konnten ihren y» : Abendbörse erteilen ich! behaupten, und die- v. $). hjher. Zu brach' lieichsbankvorzugsaktien von netto 3,15 o.f), n ist. Deutsche Anleihen i mehr (0 lebhaft, wie »er ruhig. Pfandbrief« r dem Zahltage gesucht. Seid über Ultimo eben- ntsgelb 5 bis 6,5 o.h. »e die Tendenz unrcg.l- jing von der Festigkeit i/Msuch formten bit Idjreik'n. ’21ud) Sprit- her beachtet. Haselnuß m. beige Spangenschuh dunkle Aufl., echt L.XV.-Absatz, apart. Fiühjahrsschuh, neben 20and. Mod. In ähnl. Farbkombinationen von besond. Schönheit wie Bild 2 50 hintereinander aus 4:1 erhöhte'. Die letzten zehn Minuten gehörten dem Gastgeber. Er bestürmte da- Alemannentor, vermochte aber nur das Cckenvcr hältnis von 7:6 zu seinen Gunsten zu stellen. Das Spiel der Ligarescrve gegen die erste des Weilburger Fuhballvcreins enttäuschte stark. V. s. B. war verstärkt durch zwei Ligaspieler und Weilburg in jeder Beziehung glatt überlegen. 5:0 lautete der ,6kg der Einheimischen. Die dritte Mannschaft war bei der ersten Stein bochs zu Gast und erzwang trotz zahlcnmäftigcr Unterlegenheit ein 0:0. Das Spiel der Alte-Herrcn.Mannschaft kam nicht zum Austrag. I./15. — Liga cigareserve. Morgen, Mittwochabend, findet auf dem Wald- snortplatz ein Gesellschaftsspiel zwischen der ersten Fußballmannschaft des hiesigen Reichswehrbataillons I./15. und einer aus Spielern der Liga und Liga- rtferoe kombinierten Elf des V. f. B. statt. Die Reichswehr steht in stärkster Ausstellung, u. a. mit den bekannten Ligaspielcrn der Gießener Vereine wie: Böttiger, Flick, Henrichs, Schneider, Voeckler. V. f.B. tritt ebenfalls in llarkstmöglicher Besetzung an, muh aber die bei der Militärmannschaft spielenden bewährten Kräfte ersetzen, was bei dem vorhandenen Spiclermaterial recht gut möglich ist. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Verhandlungen über einen Spielabschluft für die Ligamannschaft zerschlugen sich, so das; auch diese Mannschaft neben der Ligareserve fpielsrei blieb. Eine kombinierte Mannschaft aus Spielern aller Mannschaften tra zu Hause auf die 2. Elf Weilburgs. Die Gjeftener gewannen nach Belieben. Beim Seitcnwech el stand das Spiel 4:0 für die Hiesigen, während das Endresultat gar 9:1 lautete. Linksaußen spielte Keßler, der frühere linke Flü- gelstürmer der Ligaelf, überraschend out. Er brachte allein vier Treffer auf fein Konto. Aber auch alle anderen waren mit Eifer bei der Sache. Das Spiel der 3. Mannschaft in Ehringshausen kam nicht zum Austrag. Die 4. Els kam über Heuchelheims 2. Mannschaft zu einem schönen Ersolg. Zwar holte sich der Gastgeber durch einen Fernschuft bis zur Pause die Führung (1:0), mußte sich aber im Verlauf der zweiten Halbzeit zwei Treffer gefallen lassen. Die Gießener errangen einen verdienten 2:1-Steg. Bei 1900 war der Torwart in ausgezeichneter Verfassung. Jugcndspielc. 1. 2 ugend gegen DfD. Kurhesscn Marburg 1. Jugend (2:3 (1:1). 1900 mußte Ersatz ein- stellen und deshalb in veränderter Aufstellung antreten. Außerdem fehlte das sonst in dieser Mannschaft übliche gute Zusammenspiel, so daß der Gegner verdient gewann. 2. Jugend. Zum letzten Pflichtspiel dieser Serie trat sie auf dem Sportplatz an der Lie- bigshöhe gegen die 2. Jugend des DfD. 08 an und gewann nach schönem Spiel 3:0. DfD. konnte mit dem Wind im Rücken erst etwas drücken, doch dann kam 1900 auf und ließ sich in der ganzen zweiten Halbzeit das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen. Don 14 Pflichtfpielen wurden zustande Die Gästemannschast war technisch und besonders auch körperlich überlegen, wodurch diese eine bessere Durchschlagskraft hatte. Dis zur Halbzeit warfen sie fünf Tore, während die Londorfer nur einmal erfolgreich fein konnten. Aach Seitenwechsel wieder verteiltes Spiel. Die Londorfer tarnen etwas auf und vermochten daS Spiel offen zu halten. ArbeiterTurn' und Sportbund. Wetzlar I — Gießen 1 2:3. Gießens erfte Mannschaft war am vergangenen Sonntag zum fälligen Serienfpkl in Wetzlar zu Gast. Die Gäste spielten mit Ersatz, die Cinhcimi- Ichen komplett. Vom Anstoß ab sah man ein sehr schönes Spiel. Bis zur Pause gelang es Gießen, zwei Tore vorzulegen. Rach Seitenwechsel ging aber Wetzlar mächtig aus sich heraus und konnte auch ein Tor ausholen. Bis zum Schluß nxir bann jede Partei noch einmal erfolgreich. Lollar I — Burkhardsfelden I 3:1. Lollar hatte die erste Mannschaft Burkhardsfeldens zu Gast. Die Gäste traten mit nur 1<> Mann an. Lollar mußte alles aufbieten, um sich mit dem wuchtigen Spiel der Gäste abiufinbcn. Dreimal gelang es ben Einheimischen erfolgreich zu sein. Die Gäste sicherten sich ihr Ehrentor. Vorher hatte bie Zugenbinannschaft bic zweite Jugend Wicsecks zum Gegner. In der ersten Halbzeit lieferten sich beide Mannschaften ein gleichwertiges Äpfel. Wieseck konnte mit viel Glück als knapper Sieger das Feld verlaffen. wieseck I — Grohen-Linden I 4:0. Großen-Linden war in Wieseck zu Gast. Wieseck kannte nach wenigen Minuten durch verwandelten Handclsmeter in Führung gehen. Wohl zeigten auch die Gäste gute Leistungen, doch scheiterte alles an der Abwehr des SchlußtrioS der Einheimischen. DereitS bei Halbzeit 4:0 für Wieseck. Wenige Minuten nach Wiederbeginn wurde das Spiel wegen AegenS vom Llnparteiischen abgebrochen. Da« Spiel Wieseck lb — Kinzenbach I kam infolge eines Mißverständnisses nicht zum Austrag. beheben, indem man in die Goccheslraße in Fahrtrichtung Löberstraße-Südanlage ein Warnungsschild mit dem bekannten Kreuzungszeichen stellte. Der (fr- folg machte sich in erwünschtem Sinne bemerkbar. Der Ersolg wäre noch bedeutend zu wrbcifcrn gewesen, wenn man auch in die Sudanlage in beiden Fahrtrichtungen diese Warnungsschilder ausgestellt hätte, denn auf dieser Strafte sind die größten Geschwindigkeiten beim llcberfabrcn der gesährlichen Kreuzung zu beobachten gewesen, zumal and) bie Subanlage vielfach von ortsunkundigen Kraftfahrern im Durchgangsverkehr benutzt wird Aus ein« ßnahme warteten bie Anivoh- ner und Kenner dieser Ccke vergeblich. Auch van einem Berkehrsposten war so gut wie nie etwas bork zu sehen, trotzdem der größte Teil des unsere Stadt in der Querrrichtung passierenden Durch- gcrlufte zumutet, statt ben Durchgangsverkehr zu langsamem unb vorsich" tigern Fahren zu zwingen? Fehler macht jeder Mensch. Vielleicht sehen die zuständigen *5(eilen ein, daß sie hier auch einen Fehler gemacht haben unb beseitigen schnellstens bie acht Schilder in dem kur zen Etratzenstück Goethestraße zwischen Ludwigstraße Mittwoch, den 30. April, und Donnerstag, den 1. Mai' findet im Hotel Schütz ein BtlOfll-Ioltldeil-iLSeroier-Sotlis Äesuchen Sie in Ihrem eigenen Interesse das Me-Wen am Dienstag, dem 29., Mittwoch, dem 30. April, nachm. 3 Uhr und 6 Uhr, im Saale des EafL Leib und im kleinen Saale des Kath. Vereins« Hauses, Liebigstraße. mu Beachten Sie unser Sonderfenster 3106 A Mannschaften in einem Gesellschaftsspiel gegenüber. Londorf trat mit zwei Mann Ersatz an und es kam daher keine richtige Kombination ||,41 112-1 20,39 16,44 IBS,« 22,03 112,17 59-1 2,48 112.5 81.6 52.° 12. 73.25 _______________ der berühmt, sch: roestfältschen. forole bannoverschen Rasse, feuchensrei. langgestreckt, mit Schlavpohren, die beiten »ur a.__ "Selb. für Kleider-, Seiden- und Waschstoffe Kleider- Mantel- und Seidenstoffe Tweed QE der moderne Stoff, für Sportkleider, 70 cm breit UU-^ Tweed 495 mit Kunstseide, in vielen Farben, 70 cm breit.. Tweed 095 reine Wolle, hervorragende Qualität, 70 cm breit £. 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Die Fahnen sämtlicher Ortsvereine waren zu beiden Seiten des Denkmals aufgebaut, die Vereine selbst Hutten auf den für sie bestimmten Plätzen Aufstellung genommen. Mit dem Choral „Jesus meine Zuversicht, der vom evangelischen Dläserchor Grohen-Lin- den-Leihgestern gespielt wurde, begann die Feier. Lierauf folgte ein Vorspruch ..Denket der Toten" von Fräulein Meta V r u n o t t e, der Tochter eines Gefallenen, gesprochen. Dau- rat Kuhlmann vom Hessischen Hochbauamt in Gießen, der Schöpfer des prächtigen Dau- Werks, sprach der Gemeinde seinen Dank aus für dös Vertrauen, das sie mit der Liebertragung der Bauleitung seinem Amte geschenkt habe; er dankte den Handwerksmeistern und Arbeitern, mit denen er in gutem Einvernehmen das Bauwerk habe vollenden können, und übergab mit passenden Worten das Denkmal seinem Zweck. Als die Hülle fiel, senkten sich die Fahnen, alle Anwesenden entblößten ihr Haupt und der Dläserchor spielte die Weise: „Ich halt' einen Kameraden." Nachdem vom Gesangverein Liederkranz der Männerchor „Des Kindes Sehnen" prächtig vorgetragen war, ergriff unser Ortsgeistlicher, Pfarrer Jäger, das Wort zur Weiherede. Er knüpfte an ein Wort Theodor Körners an und betonte, daß dieses Denkmal aus Stein nur ein Abbild und Sinnbild des Ehrenmales sein dürfe, das wir, unsere Kinder und Enkel den Gefallenen der Gemeinde in unseren Herzen errichten in dankbarer Treue und herzlicher Liebe. Dann seien die Opfer deS Weltkrieges doch nicht vergebens gewesen. Denn jedes wahre Opfer habe eine heiligende, verpflichtende und vorwärtstreibende Macht. Wenn wir uns unter diese Macht stellten, dann ströme von dem Opfer, das uns die ©efaUenen gebracht haben, Genesungs- und Heilkraft in unser deutsches Volk ein, und es würde wieder ein Volk werden, das sich seiner Zusammengehörigkeit bewußt und seiner Gemeinschaft froh sei. Der Redner schloß mit einem Hoch auf das deutsche Volk und Vaterland, worauf der Dläserchor das Deutschlandlied anstimmte. Das Lied „Sei still in deinem Herzen", vom Arbeitergesangverein „Harmonie" weihevoll vorgetragen, ging dann der Ansprache unseres Bürgermeisters voraus, der das Denkmal in den Schutz der Gemeinde übernahm und in deren Ramen den gefallenen Helden einen prachtvollen Kranz niederlegte. , Regierungsrat Dr. Braun sprach als Beauftragter des Hess. Kreisamts Gießen der Gemeinde feine Anerkennung aus für das prächtige Denkmal, das sie ihren gefallenen Söhnen geschaffen habe, und richtete besonders an die Jugend fern* haste Mahnworte, die zur Pflege dieses Werkes, zur Einigkeit und zur Arbeit für das Wohl unseres Vaterlandes aufforderten. Nachdem auch der Gesangverein „Eintracht" seinen zu dieser Feier passenden Chor „Soldatengrab" vorgetragen hatte, der sich in seiner Vortragsweise den bereits verklungenen Chören würdig anreihte, erfolgten zahlreiche Kranzniederlegungen. Zuerst legte der Vorsitzende des Krieaer- vereins mit einem kameradschaftlichen Nachruf einen Kranz nieder; dann sprach C. Mannheimer aus Gießen im Namen der israelitischen Gemeinde Leihgestern und des jüdischen Frontkämpferbundes und legte in deren Namen einen Kranz nieder, weil der Krieg auch aus ihren Reihen ein Opfer aus Leihgestern gefordert hatte. Der Redner führte aus, daß auch seine Glau» bensgenossen draußen in der Schlacht Schulter an Schulter mit Kameraden anderer Konfessionen für das Vaterland gekämpft hätten und auch heute in der harten schweren Zeit, eine Verföh- Zur Eröffnung der Oberammergauer passionsspiele 1930. Das Theater und die Darsteller erhalten vom Kardinal Faulhaber (rechts mit Weihwedel) den kirchlichen Segen. - ft M. Der Jünger Johannes dargestcllt durch Johann Lang. Christus und Maria dargestellt von Alois Lang und A n n i Rutz. (Photo New Port Times-Bruckmann.Bauer.) nung aller Deutschen nur dem Wohle unseres Vaterlandes dienen könne. Er erinnerte. dabei an die Kundgebung, die unser Reichspräsident von Hindenburg vor fünf Jahren an das deutsche Volk erlassen habe, und in der er sagte, daß fein Amt und sein Streben nicht einem einzelnen Stande, nicht einer Konfession, nicht einer Partei, sondern dem ganzen deutschen Volk mit allen seinen Gliedern gehöre. Nachdem noch die Vorsitzenden der drei Gesangvereine, der Turnvereine „1893" und „Frisch auf" und der Gefolgfchaftsmeister des Jungdeutschen Ordens, alle mit ehrenden Worten an unsere Gefallenen, prachtvolle Kränze niedergelegt hatten, dankte Konrad Seipp im Namen der übrigen Angehörigen der Gefallenen der Gemeinde Leihgestern für das erbaute Ehrenmal, auch allen Vereinen und 'sonstigen Anwesenden, die herzlichen Anteil an der Feier genommen haben. Mit dem vom Dläserchor gespielten Choral „Wie sie so sanft ruhn" schloß die würdige Feier. Etwa 50 Kränze, von den Angehörigen und Vereinen gewidmet, schmücken jetzt den Denkmalshof. Das Denkmal. Der Zugang zu dem neben dem altehrwürdigen Turm unserer Kirche gelegenen Den k- I ' ■ — Die gefiederte Schlange. Romern von Edgar Wallace 36 Fortsetzung Nachdruck verboten Peter war nicht in der Stimmung an diesem Morgen, zu philosophieren. „Mr. Deale, kennen Sie einen Mann, der Harry Merstham heitzr oder Harry, der Darmann?" Deale nickte. „Ja. Er beschäftigte mich letzte Nacht und auch heute morgen noch ein wenig. Er kam gestern zu mir, um Geld für seine Rückreise nach Südamerika zu leihen, und ich bedauerte, daß ich ihn abgewiesen hatte. Es tat mir in der Nacht leid, und ich sandte ihm ein wenig Geld — hundert Pfund", lächelte er. „Tas befreit mich jedoch noch nicht völlig von einem Vorwurf. Ich habe ihn durch mein mitleidloses Verhallen verletzt — und Eindrücke solcher Art sind unauslöschlich." „Kannten Eie ihn sehr gut?" „Nein. Er ist ein verschwenderischer Dursche, der von einer Dar zur andern zog. Er war ein Darhalter. Aber ich hatte Mitleid mit ihm, weil er lungenkrank ist. Ein Philantrop sucht zu helfen, wo er kann, aber er ist auch nicht gänzlich uninteressiert an den Menschen, denen er hilft. Hnö es ist soviel befriedigender, seinen Sitz in einem Wagen einem jungen, hübschen Mädchen anzubieten als die gleiche Höflichkeit einer verkommenen, alten Frau zu erweisen. Peter lachte. „Er kam mir aus den Augen, und ich dachte überhaupt nicht mehr an ihn. Ich glaube, ich habe meine philantropische Ader überhaupt verloren, denn als er gestern erschien, war ich sehr grob zu ihm. Es war mir, als ob sich der Geist einer toten Narrheit wieder erhöbe, um mich zu ärgern. .Narrheit' ist vielleicht in diesem Zusammenhang ein etwas zu heftiges Wort", verbesserte er sich selbst. „Aber ich habe keine Verbindung mehr mit den Armen, mit ihren Sorgen, Nöten und Schmerzen. Es ist traurig, aber es ist so." „Wo kann man Merstham finden?" fragte Peter. „Ich weiß es nicht. Ich könnte Ihnen seine Adresse geben, ich habe sie irgendwo in meinem Schreibtisch." Er suchte unter seinen Papieren. „Hier ist sie." Er händigte Peter einen halben Dogen Papier ein, auf dem drei Zeilen standen. Aber der Reporter sah nicht auf den Zettel. „Ich kenne die Adresse. Ich wollte ihn heute morgen in aller Frühe besuchen — aber er verlieh die Wohnung in der letzten Nacht." Der Gelehrte schien belustigt zu sein. „Er war ein sehr kluger Mann, wenn meine Erinnerung richtig ist. Er sprach davon, nach Südamerika gehen zu wollen. Wenigstens gewann ich diesen Eindruck aus der kurzen Unterhaltung, die ich mit ihm hatte." Peter nahm seinen Stuhl und setzte sich dem Gelehrten an "dem Schreibtisch gegenüber. „Cie sprachen vorhin davon, daß ich mich eventuell ärgern könnte — ich bin nun neugierig ob Sie sich über meine Erklärung verletzt fühlen dah ich die beiden Morde an Farmer und Crewe billige? Ich weih, welche gemeinen Verbrechen diese Menschen begangen haben." Deale zog die Augenbrauen in die Höhe. „Ich bin überrascht, das von Ihnen zu hören. Ich dachte, Sie ständen auf feiten des Gesetzes und der Ordnung." Seine ausdrucksvollen Lippen zitterten, als ob sie mit Anstrengung ein Lächeln unterdrücken mühten. Diese Gedanken kamen mir letzte Nacht," fuhr Peter fort, „als ich mit den Polizeibeamten Ihren Garten untersuchte — das heiht, in Wirklichkeit untersuchte ich Ihr Gemälde auf der Tür." Mr. Deale war bestürzt. Mein Gemälde? Wie in aller Welt — ?" Dann sagte er lachend: „Ach, jetzt weiß ich, was Sie meinen! Miß Olroyd hat Ihnen von meiner kleinen Laune erzählt. Sie ist wirklich ein hübsches Mädchen. Sind Sie —" Peter hals ihm nicht. „Stehen Sie sehr gut mit Miß Olrshd?" „3a. Sehr gut", sagte Peter ernst. Mr. Deale nickte. Sein Gesicht hatte einen traurigen, aber doch ungemein anziehenden Ausdruck. Peter hatte sich bei der ersten Begegnung mit ihm gefragt, ob er wohl früher auch einmal eine Frau geliebt habe, aber er hatte damals diese romantische Möglichkeit als bedauernswerte Schwäche abgelehnt. „Sie sehen müde aus, Mr. Dewin." Die Stimme des Gelehrten klang teilnahmsvoll. „Ich wünschte, Sie gingen nach Hause und würden einmal lange schlaien." Die letzten Worte waren mit Lieberlegung gesprochen, und Peter verstand sie. Trotzdem fuhr er zu Daphnes Hotel und frühstückte mit ihr in dem großen Speisezimmer. Sie war ein toemg bedrückt. Mr. Beale hatte sie benachrichtigt. dah sie in den nächsten Tagen nicht kommen sollte, „bis die Erinnerung an die Tragödie einigermaßen verblaßt sei." „Du hast diese Nacht überhaupt nicht geschlafen", sagte sie vorwurfsvoll zu ihm. „Hast du den Fall aufklären können?" „Noch nicht ganz", sagte er und entfaltete seine Serviette. Eie lehnte sich etwas zu ihm über den Tisch. „Ich kenne das Geheimnis von Gucumatz", sagte sie dann zu seinem größten Erstaunen. „Wie — du kennst das Geheimnis von Gucu- matz?" fragte er. „Dann hast du das letzte Rätsel gelöst, das ich trotz aller Schlußfolgerungen nicht herausbringen konnte." t „Ich weih, was Gucumatz bedeutet — und ich weih auch, wozu der Schlüssel gehört. Aber ich werde es dir nicht erzählen, bevor du dein Frühstück beendet hast, sonst läufst du gleich wieder davon." Er nahm ihre Mitteilung nicht ernst und beeilte sich deshalb nicht im mindesten Sie war eine liebe und angenehme Gesellschafterin, das wurde ihm bei jeder Begegnung klarer. Er erzählte ihr von seiner frühen Morgenunterhaltung mit Deale. „Er fragte mich, ob ich dich gern hätte. Es ist wirklich sehr liebenswürdig von ihm, dah er bei alledem noch solches Interesse an uns zeigt, nid)t wahr?" malsplah erfolgt durch einen breiten Überwölbten Mauerbogen in der massiven Cintrtcoi- gung des Kirchenplatzes von der ^^he aus. Der Weg steigt ziemlich stark an, das Denkmal steht also erhöht zur Straße und ist von dieser aus gut sichtbar. Die Anlage bildet einen im uuaorat 10 Meter großen Ehrenfriedhof, in Mfen Dkitte sich auf einem Stufensockel ein fchlichter 5 30 Meter hoher Obelisk erhebt. Die qua- dratische Hofanlage ist mit einem Mauerwerk abgeschlossen, das hinter dem Obelisk einen breiten Durchblick nach dem Friedhof zu offen laßt. So werden zwei Mauerwinkel gebildet, die die Schrifttafeln für die 4 5 Gefallenen aufnehmen. Pfeiler und Mauern find mit J)dI- icm überdeckt, über die fidb später wilder Wein oder sonst ein Rankengewächs hmziehen soll. Die vordere Hälfte des Denkmalshofes zeigt niedere Ummauerung mit der Freitreppe zum Denkmalsplatz. Der Obelisk ruht auf breitgelagertem Treppenfockei. Der Unterbau tragt die Widmung: „Die Gemeinde Leihgestern ihren gefallenen Söhnen.' Auf einem besonderen Schriftquader, der zum Schaft des Obelisken überleitet und auf vier Kugeln ruht, sind die Worte angebracht: ‘ „Vergeht die Toten nicht, sie taten ihre Pslicht, gaben Leben unb Dlut mit tapferem Mut." Die Vorderseite des Obelisk schmückt em eisernes Kreuz im Eichelzweig mit den Jahreszahlen 1914,18 in Bronze getrieben. Der Entwurf der ganzen Anlage wurde her- gestellt von Baurat Kuhlmann vom Staatlichen Hochbauamt in Giehen. Als Material für die künstlerischen Bauteile wurde dichte. Helle Basaltlava aus dem Londorser Bruch der Firma M. Schmiedeknecht verwandt, der auch Die Anfertigung des Obelisken übertragen wurde. Der ortsansässige Steinmehmeister Schrader führte die Anfertigung der Schrifttafeln und sämtlicher Treppenstufen aus. Die Erd- und Maurerarbeit wurde von Maurermeister Faber, die Zimmerarbeit von Zimmermeister Weller, die Anstreicherarbeit von PH. Brück und die Gärtnerarbeit von Baumwart Will, sämtlich aus Leihgestern, ausgeführt. Der Gesamtkostenvoranschlag mit 10 000 Mk. wurde ein* gehalten. Möge diese« Ehrenmal ein schlichtes, äußere« Zeichen des Dankes darstellen, den die Gemeinde Leihgestern ihren gefallenen Söhnen schuldig ist. Gießen im Sommerluftverkehr 1930. Ab 1. Mai wird der Flughafen Giehen wieder regelmäßig von Flugzeugen der Deutschen Luft-Hansa AG. angeflogen und dadurch an das innerdeutsche und das internationale Streckennetz angeschlossen. Im Vergleich zu den Vorjahren ist zweifellos dadurch eine Verbesserung in verkehrstechnischer Hinsicht erzielt worden, dah eine Frühverbindung nach den int Norden und Osten gelegenen Flughäfen geschaffen worden ist. Die Flugzeuge starten um 8.30 vormittags und erreichen auf der direkten Strecke Hannover in V'x Stunden. Hamburg in 3, Lübeck Travemünde in 41/l, Kopenhagen in 6, Gotenburg in 8 und Oslo in 10 Stunden. Auf Anschluhstrecken mit ilmfteigen in Hannover. Hamburg oder Lübeck sind unter anderem zu erreichen: Amsterdam in 6, Berlin in 4, Breslau in 11. Chemnitz in 5, Danzig in 7. Flensburg in 3'/,, Halle/Leipzig in 3'/r. Hildesheim in 21/«, Kalmar in 8. Kiel in 5, Königsberg in 83/4, London in 10, Magdeburg in 3, Malmö in 10'/«. Marienbad in 93/4, Prag in 6, Rotterdam in 7, Stettin in 5, Stockholm in 10%, Wangerooge in 8l/i, Westerland in 6Vi. Wyk in 6 Stunden. Durch die Ankunst und den Start des einen Flugzeuges zwischen 18 und 18.30 Llhr auf dem Flugplatz Giehen dürfte nunmehr auch für weitere Kreise die Möglichkeit gegeben fein, sich Start und Landung der Verkehrsflugzeuge aus nächster Nähe anzusehen. Die günstigen Verbindungen kommen nicht nur für den Personenverkehr, fondern auch in gleichem Mähe für den Fracht- und Luftpostverkehr in Frage. Aber sie änderte geschickt das Thema. „Nun — was macht dein Geheimnis?" fragte er, als er bei der zweiten Tasse Kaffee war. „Gucumatz ist ein Crkennungswort!" Er setzte seine Tasse hin. „Wofür denn?" „Für einen Safe." Peters Mund blieb vor Staunen beinahe offenstehen. „Großer Gott!" rief er. „Daran habe ich überhaupt noch nicht gedacht! — Aber der Schlüssel?" Er schlug auf den Tisch, dah die Bestecke tanzten. „Ich hörte es zufällig gestern abend. Eine der Damen hier sprach mit dem Geschäftsführer, und er erklärte ihr, wie man ein Depot im Cafe handhaben muh. Jeder Kunde erhält einen Schlüssel zu seinem Sase und ebenso ein Erkennungswort. mit dem er sich bei dem Portier als Besitzer des Safes ausweisen kann. Die Schlüssel haben in der Regel eine Nummer, die gan- verschieden von der Nummer des Safes ist. Wenn du etwas herausnehmen willst, muht du erst das Erkennungswort sagen, das von dem Pförtner kontrolliert wird, dann wirst du ein» gelassen. Bist du nicht selbst der Besitzer des Depots, so muht du eine Vollmacht bringen, daß du berechtigt bist, den Safe zu öffnen. Aber du muht auch das Paßwort kennen und den Schlüssel zeigen." Er starrte sie an. „Du wunderbares Mädchen! Natürlich! Was war ich doch für ein Narr! Aber offen gestanden, ich weih nichts über Safedepots und wäre in hundert Iahren auch noch nicht auf diesen Gedanken gekommen!" Seine Lippen bewegten sich, als ob er mit sich selbst spreche, und von Zeit zu Zeit nickte et. Dann erhob er sich. „Weiht du, wohin ich jetzt gehe?" fragte er. „Wenn du ein kluger Mann bist —“ begann sie. »Ich bin nicht klug", sagte Peter ernst. „Ich gehe jetzt schlafen, und ich werde schlafen bis —“ er überlegte einen Augenblick — „bis fünf Llhr abends." (Fortsetzung folgt) Strümpfe Morgen Mittwoch 30. 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