Nr. 174 Erster Blatt 180. Jahrgang Montag, 28. Zull 1950 erfd) eint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Dill) Die Scholle. ÄtwatiBeiug$prel$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Tröger» lohn, auch bei Richter- Seinen einzelnerRummern folge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsie nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Bnjeiger -letzen. poßscheckfonto: grenffurtam Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche UniverfilSIr vuch. und Skinöruderei H. Lange in Siehrn. Schriftiettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer vis zum Rachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Dreite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Plotzvorschrist 20' , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. fj.lbnriot; für den übrigen Icil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Fille^ sämtlich in Gießen. Die Notverordnungen des Reichspräsidenten. Die neuen Steuern im Reichsgesetzblatt bekanntgegeben. — Die Bestimmungen im Rahmen der aufgehobenen Rotverordnungen. Berlin, 26. Juli. (WTD.) Die mehrtägigen Beratungen des Reichskabinetts über den dem Herrn Reichspräsidenten vorzuschlagenden Entwurf einer Rotverordnung wurden heute vormittag in der Reichskanzlei zu Ende geführt. Sie ergaben eine völlige Eini- gun g. Gin abschließender Vortrag des Reichskanzlers Dr. Brüning beim Herrn Reichspräsidenten über die Kabinettsberatungen hat noch heute mittag statt gefunden. Das Reichskabinett beschäftigte sich sodann mit der Frage einer Reuregelung der Pensionen und beschloß, noch im August einen diese Frage regelnden und Mißstände beseitigenden Gesetzentwurf dem Reichsrat vorzulegen. Am Schlüsse der Kabinettssihung sprach Reichskanzler Dr. Brüning seinen Ministerkollegen und den Beamten, die gerade in letzter Zeit in Vorbereitung der bedeutsamen Kabinettsentschliehungen ihre ganze Kraft eingesetzt hatten, den besten Dank für diese Mitarbeit aus. Die neue Rotverordnung des Reichspräsidenten zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Rotstände ist heute imReichsgesehblatt veröffentlicht. Eie ist von dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler und sämtlichen Ministern unterzeichnet. Der Reichshaushalt 1930. Der bisherige Reichstag hat der Reichsregierung die Mittel, die sie ihm als zur Deckung oes Etats unbedingt erforderlich vorgeschlagen hatte, versagt. Er ist deshalb aufgelöst worden. Die Reichsregierung hat sich entschlossen, diejenigen Maßnahmen sofort in Kraft zu setzen, die für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit, die Erhaltung einer geordneten Wirtschaft und die Durchführung der Arbeitslosenversicherung in der gegenwärtigen kritischen Zeit unobweislich erscheinen. Vorbehaltlich einer vom neuen Reichstag uorzllnehmenden Feststellung des Reichshaushalts- plans 1930 durch Gesetz soll daher für die Haus- hallesuhrung des Reiches im Jahre 1930 der von der R e i ch s r e g i e r u n g dem Reichstag vorge legte Haushaltsentwurf unter Be- riicksichtigung der Beschlüsse des Plenums in zweiter Lesung gelten. Der Fehlbetrag beläuft sich, wie bereits früher bekanntgegeben ist, auf 760 Millionen. 30*1 Millionen sollten durch neue Steuern ausgebracht werden. Die Reichsregierung hat noch einmal gründlich geprüft, ob die Beschreitung an- derer Wege als der bisherigen unter den gegebenen Verhältnissen möglich war. Sie ist zu einer Verneinung dieser Frage gelangt. Der ursprünglich mit 304 Millionen erwartete Betrag wird sich nun allerdings dadurch vermindern, daß diese Steuern anstatt zum 1. August zum Teil erst am 1. Septem- der in Kraft treten können. Der Minderbctrag von 28 Millionen soll im Etat eingespart werden. Dadurch erhöht sich der ursprünglich mit 100 Millionen vorgesehene Ersparungsbetrag auf 128 Millionen; weitere 6 Millionen Mark, die bisher noch ungedeckt waren, sollen ebenfalls eingespart werden. Der gesamte Ersparungsbetrag wird sich daher auf 134 Millionen Mark belaufen. Zusam- mcngefaßt ergibt die Deckung des Fehlbetrages von 760 Millionen folgendes Bild: Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslosen- Mill. Versicherung und Arbeitslosenoersiche. Mk. rungsreform 269 Reichshilse, Einkommcnsteuerzuschlag und Ledigensteuer 274 Verkürzung der Fristen bei der Tabaksteuer 48 Gesamtersparungen im Etat 134 Verringerung der Fehlbeträge 1929 35 Zusammen 760 Die Rot des Etats beruht im wesentlichen auf der Arbeitslosigkeit 1930 sind für die Arbeitslosenversicherung und für die Kriscnfürsorge insgesamt 685 Millionen RM. im Etat zur Verfügung gestellt. Sollte sich ein Mehrbedarf Herausstellen, so soll er zur Hälfte durch Zuschüsse des Reichs gedeckt werden, während der- andere Teil durch Erhöhung oder Abstufung der Beiträge oder durch die Verbindung beider Maßnahmen aufgebracht werden soll. Diese Beschränkung der Beitragspflicht des Reichs muß als eine für die Beruhigung der Wirtschaft unerläßliche Voraussetzung bezeichnet werden. Die Deckungsmaßnahmen. Dom Zwecke der Deckung der Fehlbeträge dienen insbesondere die Reichshilfe derPer- fonen des öffentlichen Dienstes und die einmaligen außerordentlichen Zuschläge zur Einkommensteuer im Rechnungsjahr 1930. Diesen Abgaben sind drei Pcrsonengruppen unterworfen. Die erste Gruppe bilden die Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand, denen wegen ihrer gesicherten Stellung ein Opfer zugemutet werden kann. Die zweite Gruppe bilden die höheren Einkommen. d. h. also Einkommen von mehr als 8000 Mark. Die dritte Gruppe bilden die ledigen Personen, die für Frau oder Kinder nicht au sorgen haben und deshalb im Vergleich zu diesen als etwas leistungsfähiger angesprochen werden können. Oie Reichshilse gilt für die Beamten und Angestellten der öffentlichen Hand im weitesten Sinne. Die Angestellten der öffentlichen Hand allerdings nur insoweit, als sie nicht der Arbeitslosenversicherung unterliegen. Dagegen sind entsprechend den Beschlüssen des Reichstagsausschusses auch die Bezieher von Aufsichtsratstantiemen der Reichshilse unterworfen. Die Reichshilfe bemißt sich nach den Bruttodienstbezügen, die für die Zeit vom 1. September 1930 bis zum 1. April 1931 gewährt werden. Die Reichshilse beträgt 2,5 Prozent der G e h a l t s be zu g e; für jedes minderjährige Kind bleiben 20 Mk. monatlich frei. Personen, deren Dienstbezüge nach Absetzung von 20 Mk. für jedes Kind 2000 Mk. im Jahre nicht übersteigen, sind von der Reichs- Hilfe befreit. Die Bezieher von Aus- sichtsratstantiernen, bei denen die Reichshilse im Wege der Veranlagung erhoben wird, unterliegen der Reichshilse mit 60 v. H. der im Kalenderjahr 1929 erzielten Aufsichtsratstantiemen. Die Reichshilfe ist bei der Berechnung des Einkommens abzuziehen. Oie einmaligen außerordentlichen Zuschläge zur Einkommensteuer im Rechnungsjahr 1930 bestehen 1. in einem fünfprozentigen Zuschlag zu der für 1929 veranlagten Steuer. Diesem Zuschlag unterliegen die wegen eines Einkommens von mehr als 8000 Mark veranlagten Personen; bei ihnen wird die gesamte Einkommensteuer, also ohne irgendwelche Abzüge, dem Zuschlag von 5 v. H. unterworfen. Es ist also ein Zwanzigstel der Einkommensteuer 1929 zu entrichten; 2. wird ein Zu - schlag zur Einkommen st euer der Ledigen erhoben. Dieser Zuschlag besteht einerseits in der Wiedcrhinzurechnung der durch die Gesetze von 1927 und 1928 eingeführten Abschläge von 25 v. H., b^chstens aber 3 Mark monatlich, ferner in einem Zuschlag von 10 v. H. zur Steuer bei den Pflichtigen, bei denen sich nicht der prozentuale, sondern der feste Abschlag ergibt. Als ledig gelten auch verwitwete oder geschiedene Personen, aus deren Ehe Kinder nicht hervorgegangen sind. Dom Zuschlag befreit sind unverheiratete Frauen, denen Kinderermäßigungen zustehen, und ferner Steuerpflichtige, die zum Unterhalt ihrer geschiedenen Ehefrau oder eines bedürftigen Elternteils feit einem Jahre mindestens 10 v. H. ihres Ein- kommens aufwendcn, und denen deshalb eine Ermäßigung der Einkommensteuer bewilligt worden ist. Der Zuschlag zur Einkommensteuer der Ledigen wird bei den Lohnstcuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs in der Zeit vom 1. September 1930 bis 31. März 1931 erhoben. Bei den veranlagten Einkommensteuerpflichtigen unterliegen, da der Ledigenzuschlag nur für sieben Monate gelten soll, nur 60 v. H. der Iahressteuer für 1929 dem Ledigenzuschlag. Die Veranlagten haben den Zuschlag für die Einkommen von mehr als 8000 Mark und den Ledigcnzuschlag gleichzeitig mit ihren Einkornmensteueroorauszahlungen, also a m 10. Oktober 1930 und am 10. Januar 1931, zu entrichten. Erschließung von Einnahmen für die Gemeinden. Die Reichsregierung würde ihre Pflicht vernachlässigt haben, wenn sie nur an den Reichsetat gedacht und nicht gleichzeitig auch für die Finanzierung der Gemeindeetats etwas getan hätte. Deren Lage ist im Laufe der letzten Monate auch immer bedrohlicher geworden. Die Gemeinden sollen daher mit sofortiger Wirksamkeit das Recht erhalten, Bürger st euer und Ge- meindebiersteuer zu erheben, und zwar letztere in einem gegenüber dem bisherigen e r • höhten Ausmaße. Gemeinden, deren Etats durch die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge außer- ordentlich belastet sind, sollen das Recht bekommen, daneben auch von den übrigen Getränken außer Bier eine Gemeindegetränkesteuer zu erheben. Bei der Ausgestaltung der Bürgersteuer ist den sozialen Gesichtspunkten durch eine Staffelung des Steuersatzes Rechnung getragen. Der Satz beträgt im allgemeinen 6 Mark. Er ermäßigt sich für Leistungsschwache auf drei Mark. Er erhöht sich auf 25, 50, 100, 200 und 500 Mark, bet den höchsten Einkommen beträgt er 1000 Mark. Die Verkoppelung der Bürgersteuer und der Gemeindesteuer mit den Realsteuern konnte nicht für die Dauer, sondern nur für die Zeit bis zum Inkrafttreten des Steuervereinheitlichungsgesetzes geregelt werden. Die Dorbereitungsarbeiten für diese unaufschieb- bare Steuervereinheillichung müssen schon jetzt begonnen werden. Darum beauftragt die Verordnung die Reichsregierung, diese Vorbereitunasmaßnah- men ohne jeden Verzug in Angriff zu nehmen. Die Gründung einer „Deutschen Siaaispmiei". Berlin, 28. Juli. (CJIB. Eigene Meldung.) Das größte politische Ereignis des gestrigen Sonntags, das allem Anschein nach nicht nur von entscheidender Bedeutung für die kommenden Mahlen, sondern unter Umständen für die ganze Entwicklung unseres politischen Lebens fein kann, war öle Gründung der „Deutschen Staatspartei". Die prominentesten Vertreter der Deutschen Demokratischen Partei, der v o l k s n a t i o n a - l e n Aktion (3ungbo), führende Mitglieder der Deutschen Volkspartei und markante Köpfe anderer junger politischer Gruppen haben gestern am Schlüsse einer streng geheimen Sitzung im „Rheingold" die neue Partei gegründet, heute mittag wird der große Ausruf veröffentlicht werden, mit dem bie neue Partei an die vefsentlichkeit tritt. Der Aufruf ist von zahlreichen bekannten Politikern und wirtschaftsführem unterzeichnet. Man rechnet damit, daß noch zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, auch solche, die sich bisher parteipolitisch nicht betätigt haben, sich anschlichen werden. Die Deutsche Staatspartei wird mi t eigene n Listen am Wahlkampf teilnehmen. 3n politischen Kreisen rechnet man damit, daß die Demokratische Partei, die volksnationale Aktion und eine Reihe von weiteren politischen Gruppen, vielleicht sogar Parteien, in der Deutschen Staatspartei auf- gehen werden. Der Gründungsaufruf der Deutschen Staatspartei, der heute mittag der Oeffentlichkeit übergeben wird, wird vor allem ein Bekenntnis zum Staat, zur Republik enthalten. Ls wird betont werden, daß es sich nur um einen Schritt ; u einem größeren Zusammenschluß handelt. Außenpolitisch wird man für ^rieben und Freiheit der Ration eintreten. In der Wehrfrage ist ein Bekenntnis zur Landesverteidigung zu erwarten. Besonders wird der Grundsatz der Gleichberechtigung aller deutschen Staatsbürger ohne Unterschied des Standes und der Konfesiion unterstrichen werden. Der soziale Lharakter der neuen Partei wird in dem Aufruf stark hervortreten. Die Partei macht es sich besonders zum Ziel, jüngere politische Kräfte in die Parlamente zu bringen und der Ueberalterung und Bürokratisierung im öffentlichen Leben und in den Parteien entgegenzutreten. Die Deutsche Demokratische Partei hat für kommenden Mittwoch ihren Parteiausschuß einberufen. In dieser Sitzung wird die endgültige Entscheidung darüber fallen, ob die Demokratische Partei in der Deutschen Staatspartei aufgeht. 3n blefem Falle würde der demokratische Parteiapparat bei den Wahlen der Deutschen Staatspartei zur Verfügung stehen. Die Gründer der „Deutschen Staatspartei" Berlin, 28.3uli. (ERB. Eigene Meldung.) Die „Montagspost" will in der Lage fein, die Beteiligung folgender Persönlichkeiten an der neuen Deutschen Staatspariei festzustellen. Don der Demokratischen Partei: der Ehrenvorsitzende Bürgermeister Petersen, Hamburg. der Vorsitzende Reichsminister a. D. Koch- Weser, der derzeitige Reichsfinanzminister Dietrich, der Reichstagsabgeordnete Reichsminister a. D. Külz, Staatssekretär a. D. Oskar Meyer, sowie die Gewerkschaftsführer Schneider und Ernst L e m m e r, der bisherige Führer der jungdemokratischen Bewegung, ferner der preußische Finanzminister Dr. H ö p - ker-Aschoff. Don der Deutschen Dolkspartei hört man die Ramen des Inhabers der „Kölnischen Zeitung", Dr. Reven-Dumvnt, des Herausgebers der früher von Stresemann geleiteten Zeitschrift „Deutsche Stimmen" Eschenburg, ferner von den Führern der jungvolksparteilichen Gruppen Dr. Win schuh, der den sog. „Februarklub" gegründet hat, und der Strese- mannbiograph Rochus Freiherr v. Rheinbaben. Dom Fungdeutschen Orden bzw. der Dolksnationalen Aktion werden der Gründer und Führer dieser Bewegung, Mahraun, der Bundeskanzler Dornemann. Chefredakteur Abel und Major a. D. Horrmann genannt. Außerdem sind der bekannte Hamburger Bankier Melchior, der Großindustrielle Rob. Bosch, D a l t r u s ch von den christlichen Gewerkschaften, der Rektor der Landwirtschaftlichen Eüxhschule Berlin Geheimrat A e r e b o e und Professor D e r g i u s , Heidelberg, sowie Geheimrat Professor Haber an der Gründung der neuen Partei beteiligt. Osthilfe. Die Reichsregierung stand vor der Notwendigkeit die Durchführung der geplanten Osthitfe in möglichst weitem Umfange zu sichern, nachdem das Zustandekommen des Osthilfegesetzes durch die Auflösung des Reichstags vereitelt worden war. Der gleichzeitig durch Notverordnung in Kraft gesetzte Haushaltsplan bietet die Mittel, um die durch Frachtenerleichterung, Erleichterung der kommunalen Lasten, Senkung der Schiffahrtsabgaben, Zinsverbilligung, Betriebssicherung und sonstige Maßnahmen auf wirtschaftlichem, gesundheitlichem und kulturellem Gebiete im ursprünglichen Plan vorgesehenen Hilfen In diesem Jahre zu gewähren. Für diese Zwecke sind insgesamt rund 126 Mill. Mark ausgcworfen. Daneben die Beschaffung der für dieses Jahr im Rahmen der ländlichen Siedlung und der Umschuldung erforderlichen Kredithilfcn sicher- gestellt und der Dollstreckungsschutz geregelt. Erwerbslosenversicherung, firanten- versicherung, Reichsversorgung. Das Reichskabinett hat beschlossen, diejenigen Aenderungen der Arbeitslosenversicherung in Kraft zu setzen, die zur Erhaltung der Leiktungs- f ä h i g k e i t der Versicherung geboten sind. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung ist vom 1. August 1930 ab auf 4 % o. H. des Arbeitsentgelts festgesetzt worden. Auf der Ausgabenseite sind Maßnahmen vorgesehen, die insgesamt für den Rest des Haushaltsjahres etwa 10 0 Millionen Mark ersparen werden. Die Reichsregierung hat hierbei den vom Reichs- tagsausschuß gebilligten Grundsatz angenommen, wonach die Höhe der Unterstützungen künftig in eine Beziehung zur Dauer der Anwarteschaft gebracht wird. Die normale Dauer der Sperr- fristen beträgt künftig sechs Wochen; dafür sind aber für die Fälle freiwilliger Arbeitsausgabe Erleichterungen über bas gegenwärtig geltende Maß hinaus vorgesehen. Die Dauer einer Krisen- unterstützung wird unter bestimmten Voraussetzungen jetzt auf die Dauer der Versicherung^ mäßigen Arbeitslosenunterstützung angerechnet. Die Maßnahmen der Verordnung über die Kran- kenversicherung betreffen die Beteiligung der Versicherten an den Ko st en für die ärztliche Behandlung und die Heilmittel, den Beginn des Krankengeldes, sie regeln die Familienkrankenpflege, beschränken die Krankenkassen im Erwerb von Grund st ücken, in der Errichtung von Gebäuden und Anstalten und in der Festsetzung des Beitrags. Die Verordnung setzt die Berufspflich- ten der Kassenärzte fest und regelt den vertrauens- ärztlichen Dienst. Die Verordnung macht auch die Bildung unwirtschaftliches Zwergkassen unmöglich. Auf Grund der Verordnung haben die Krankenkassen den Beitrag unter Berücksichtigung der Aen- berung ber Verordnung neu festzusetzen. Auf dem Gebiete des Versorgungsrechts soll dis er st malige Anmeldung eines Renten- anspruchs künftig nicht mehr möglich sein, ber Rechtsanspruch auf N e u f e st s e tz u n g der Dersorgungsbezüge wegen veränderter Verhältnisse wirb beschränkt auf die Gesundheitsstörungen, für die am 31. Juli 1930 Rente bezogen wurde, und schließlich wird bie Möglichkeit des Rekurses in Fallen eingeschränkt, in denen bie rechtliche Bedeutung des Streitgegenstandes dieses Rechtsmittel nicht mehr erfordert. Verhütung unwirischastlicher Preisbindungen. Die Anpassung der gebundenen Preise an bie veränderte Wirtschaftslage und die gesunkene Kaufkraft breiter Massen, sowie die Rotlage der im freien Wettbewerb stehenden Wirtschasts- kreise seht sich zu langsam und ihrem Ausmaß nach unzulänglich durch. Die mangelhafte Anpassung der gebundenen Preise hat Spannungen hervorgerusen, die einer ausgeglichenen Zusammenarbeit aller wirtschaftlich Tätigen im Wege stehen. Bei dieser die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gefährdenden Lage muh die Reichsregierung es sich angelegen sein lassen, Mißstände dieser Art. wo immer sie erkennbar sind, zu beseitigen. Sie rechnet dabei auf die verständnisvolle Mitarbeit der beteiligten Wirtschaftskreise selbst. Soweit diese jedoch im Einzelfall nicht zu gewinnen sein sollte, sind ihr in dieser Derordnung di« Mittel an die Hand gegeben, das im Interesse der Gesamtheit Erforderliche auch gegenüber Widerstrebenden schnell und wirksam durchzusetzen. Zu diesem Zwecke wird die Reichsregierung ermächtigt, unter bestimmten Doraussehungen durch Derwaltungsmahnahmen unwirtschaftliche Preisbindungen auf- zuräumen. Die ilebertragung dieser Befugnisse entspricht den Beschlüssen, die der Deutsche Iuristentag 1928 zur Abänderung der Kartell- Verordnung gefaßt hat. Ferner kann die Reichsregierung die Eingangszölle solcher Waren, deren Erzeugung oder Verkehr durch Preisbindungen in unwirtschaftliche Bahnen gelenkt wird, aufheben. Den Absichten, welche den Herrn Reichspräsidenten zum Erlaß der Derordnung bestimmt haben, würde es am meisten entsprechen, und die Verordnung hätte ihren Zweck dann am besten erfüllt, wenn es der Reichsregierung im Zusammenwirken mit dem Vorläufigen Reichswirtschaftsrat, der alsbald mit den Fragen besaht werden soll, gelingt, den Belangen der Gesamtwirlschaft Geltung zu verschaffen, ohne auf die in der Verordnung gegebenen Ermächtigungen zurückgreifen zu müssen. Stegerwald zur politischen Lage D u i s b u r g, 27. 3uli. (WTB.) Auf einer Tagung des Reichsverbandes deutscher Konsumvereine führte Reichsarbeitsministcr Dr. Stegerwald u. a. aus: Mir scheint gegenwärtig die Hauptaufgabe zu sein, die Mutlosigkeit und den Pessimismus in der deutschen Wirtschaft zurückzudrängen und die Wiederher- stellung des Vertrauens zu Staat und Wirtschaft mit allen erdenklichen Mitteln zu pflegen. Die Reichsregierung wird auf diesem Gebiet alles tun, was in ihrer Macht steht. Das Rotwendigste ist gestern durch die Rotverordnung geschehen. Dis zum Zusammentritt des neuen Reichstages wird ein großes Sanierungsprogramm der Reichsregierung vorliegen. Dabei hat die Reichsregicrung nicht vor, für den Papierkorb zu arbeiten. Sie wird im Herbst von den hinter ihr stehenden Parteien fordern, daß die jetzigen Rotverordnungen des Reichspräsidenten und das große Sanierungsprogramm die Grundlage für jede künftige Regierung und Regierungskoalitivn abzugeben haben. Von der Opposition, die die Reichstagsauflösung herbeiführte, sind im Reiche drei Gruppen nicht regierungsfähig: Hugenberg, die Rationalsozialisten und die Kommunisten. Die Sozialdemokratie, die als einzige unter den Parteien regierungsfähig ist, wird bestimmt im Reichstag keine Mehrheit bekommen Sie ist zufrieden, wenn sie ihre jetzige Mandatsziffer behauptet. Ohne die gegenwärtige Regierungskoalition oder große Bestandteile von ihr ist auch im künftigen Reichstag keine Mehrheit möglich. Diese Tatsache wird die Reichsregierung im Interesse von Volk und Staat auszunühen wissen, und so wird die Arbeit der jetzigen Regierung für Gegenwart und Zukunft von fundamentaler Bedeutung sein und bleiben, ganz gleich, wie die Reichstagswahlen im einzelnen ausfallen mögen. Kartellreform im Herbst. Berlin, 26. Juli. (Priv.-Tel.) Im Zusammenhang mit der Preissenkungsaktion, die vom Reichsarbeitsminister vor allem für den Baumarkt betrieben worden ist, hat man auch die Frage einer Reform des bestehenden Kartellrechts berührt. Wie wir von zuverlässig unterrichteter Seite Horen, ist die weitere Behandlung im Augenblick zwar durch die Reichstagsauflösung teilweise unterbrochen worden, aber keineswegs aufgegeben. Im Gegenteil ist mit größter Sicherheit damit zu rechnen, daß die Reichsregierung — vor allem auf Drängen des Reichsarbeirsministers Stegerwald — für den Herb st eine Reform der noch aus der Liebergangszeit von Inflation zu Stabilisierung stammenden Kartellverordnung vorbereitet, die dann dem neu gewählten Parlament, tocnn die politischen Verhältnisse es irgend erlauben, vorgelegt werden soll. Es handelt sich im wesentlichen um Forderungen, die auf eine Auflockerung des Kartellrechts hinauslaufen. So denkt man, die bisher festgelegten Bestimmungen über die Aufkündigungsmöglichkeiten freier zu gestalten und gleich» zÄtig die sogenannten Submissionskar- t^lle oder Verabredungen, die in den letzten Jähren eine ständig wachsende Bedeutung gewonnen haben, zu erschweren. Gteuerverweigerung in Aegypten. DieWasdPartetgegenKönig und Regierung Kairo, 26. Juli. (WTB.) Die sogenannte Parlamentssitzung, die die W a f d a b g e ordne t e n trotz der Weigerung des Königs, eine Sondertagung des Parlaments einzuberufen, abzuhalten drohten, fand heute kurz nach Mitternacht unter dem Vorsitz des Präsidenten der Kammer im Saadklub statt. Es wurde e i n Mißtrauensvotum gegen die Regierung angenommen, nachdem die Petition an den König um Line Sondertagung verlesen worden war. Rach der Sitzung erklärte der Wafd- führer R a h a s Pascha, daß eine passive Resistenz unverzüglich mit der Richt- bezahlung der Steuern beginnen werde. Der Beschluß der Wafd-Abgeordneten besagt u. a., daß die Regierung gegen die Verfassung revoltiert und die Einberufung des Parlaments abgelehnt habe. Das Kabinett habe keinerlei Recht, Steuern zu erheben. Die Wafd- Partei fordere daher die ägyptische Ration auf, jede Art von Steuerzahlung zu verweigern. Diese Entscheidung ist bisher in keiner ägyptischen Zeitung veröffentlicht worden. Die Regierung ist entschlossen, auch weiterhin jeden Hinweis hierauf zu unterdrücken. Sollte es der Wafd-Partei trotzdem gelingen, ihren Beschluß zu verbreiten, so wird mit ernsten Schwierigkeiten und unter Llmständen sogar mit dem Ausbruch von Anruhen gerechnet. Aus aller Welt. 19. Deutsches Bundesschießen in Köln Am Samstagabend fand vor dem Staatenhaus im Kölner Mefjegelände die feierliche Uebergabe des Bundesbanners des Deutschen Schützenbundes statt. Das Banner war in den letzten drei Jahren seit dem letzten Bundesschießen in München verwahrt worden. Im Auftrage des Münchener Stadtrates heftete Oberbürgermeister S ch a r n a g l ein Fahnenband in den bayerischen Farben mit dem Wappen der Stadt München an das Bundes- banner an zur Erinnerung an das Münchener Bundesschießen. Oberbürgermeister Dr. Adenauer übernahm dann das Bundesbanner in die Obhut der Stadt Köln. Zu dem Festakt waren zahlreiche Schützenabordnungen mit ihren Fahnen aufmarschiert. Das Bundesschießen fand am Sonntag seinen Höhepunkt in einem Festzug, an dem etwa 20 000 Schützen aus allen deutschen Gauen teilnahmen. Eröffnet wurde der Zug von berittenen Standarten- trägem und Trommlerkorps. Hierauf folgte der Fahnenschwenker, der unentroeat eine sieben Meter lange Seidenfahne, geziert mit den Wappen- Zeichen der deutschen Stämme auf- und niederschwenkte. Sodann kamen, zum Teil in Landestracht, Schützenoereine aus Oesterreich und dem Ausland, die von der Bevölkerung besonders herzlich begrüßt wurden. Einem Schildträgerknappen folgten dann die einzelnen Landsmannschaften mit den württembergischen Landesschützen an der Spitze. Als letzte marschierte die Gruppe Rheinland, die in ihrer Mitte das Bundesbanner führte. Besonders herzlich wurden die Schützen von der Saar begrüßt, und allenthalben hörte man den Ruf: „Deutsch die Saar immerdar!". Auch die Die Veisetzung der Koblenzer Opfer. Koblenz, 26.Juli. (WTB.) Die unglücklichen Opfer der Brückenkatastrophe sind heute nachmittag zur letzten Ruhe bestattet worden. Die Beisetzung fand unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung statt. Durch die Straßen, in denen allenthalben die Fahnen auf Halbmast wehten, ergoß sich schon in früher Morgenstunde ein gewaltiger Menschenstrom zur Herz-Iesu-Kirche, wo um 9 Uhr vormittags von dem Bischof von Trier, Dr. B o r n e w a s s e r, ein Pontifikalamt zelebriert wurde. Die Vertreter der Behörden, unter ihnen Oberpräsident Dr. Fuchs und Oberbürgermeister Dr. Russell, sowie die Geistlichkeit aus Stadt und Land, mit dem Abt von Maria Laach und Trierer Domkapitular Dr. Fuchs an der Spitze, nahmen mit den Hinterbliebenen der Opfer und einer großen Menge Leidtragender an dem Requiem teil. Glockengeläute von den Kirchen der Stadt und der Umgebung kündeten gegen 15.30 Uhr den Beginn der Beisetzungsfeierlichkeiten an. Etwa 100 Vereine und Organsationen waren aufmarschiert, und schon gegen 15 Uhr bildeten in den Straßen, die der Trauerkondukt passierte, dichte Menschen- massen Spalier. Die Turnhalle an der Telegraphen- kaserne, in der 19 Särge Aufstellung gefunden hatten, war mit Trauerflor ausgeschlagen. In einem dichten Lorbeer- und Palmenhain stand ein großes Kruzifix, zu beiden Seiten von je drei mächtigen Kandelabern mit brennenden Kerzen flankiert. Vor dem Kruzifix hatten die zahllosen Kränze, darunter in der Mitte ein Kranz der Stadt Koblenz aus roten Rosen, Platz gefunden. Rechts und links reihten sich an die Kranzspenden der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung Schleifen in den Reichs- und in den Landesfarben. Davor lag der Kranz des Reichspräsidenten. Die Särge selbst schmückte je ein besonderer Kranz der Stadt Koblenz, inmitten der reichen Blumenspenden der Angehörigen. Besonders fiel auch e i n Kranz der Stadt Innsbruck auf mit der sinnvollen Widmung: In Freud und Leid innig verbunden! Kurz vor 16 Uhr erschien Reichsoerkehrsminister von Gusrard in Begleitung des Staatssekretärs Schmid, des preußischen Wohlfahrtsministers H i r t f i e f e r und des Oberpräsidenten Dr. Fuchs. Sie wurden vom Oberbürgermeister Dr. Russell empfangen und zu den aufgebahrten Särgen geleitet. Unter dem großen Trauergefolge bemerkte man die Spitzen der Reichs- und Staatsbehörden, die Beigeordneten ber. Stadt, sowie vollzählig das Stadtoerordnetenkollegium, ferner die gesamte katholische Geistlichkeit der Stadt Koblenz, an der Spitze Abt Ildefons Herwegen von Maria-Laach, Domkapitular Dr. F u ch s als Vertreter des Bischofs von Trier und Ehrendomherr Dechant Radern a E e r und die evangelische Geistlichkeit der Stadt unter Führung von Generalsuperintendent D. Stoltenhoff. Rach der feierlichen Einsegnung formierte sich der gewaltige Leichenzug, eröffnet von der Feuerwehr- musikkapelle, der etwa 500 Mann des Roten Kreuz- Sanitäterbundes folgten. Diesen schloßen sich sämtliche Vereine der Stadt Koblenz und der näheren Umgebung an. 154 Fahnen und Standarten waren im Zuge. Unmittelbar hinter den Fahnenabordnun- gen folgte die Geistlichkeit, dann die zehn Wagen mit den unglücklichen Opfern, gefolgt von den Angehörigen. Reben den Leichenwagen schritten Abordnungen der Feuerwehr und der Sanitätskolonne, die brennende Fackeln trugen. Kurz bevor der Leichenzug am Ehrenfriedhof angelangt war, bildeten die begleitenden Vereine Spalier. Die Särge wurden von Feuerwehrleuten in das offene Grab getragen und dort reihenweise nieder- gesetzt. Man hat den Platz des Grabes neben dem Ehrenfriedhof gewählt, um damit die Verbundenheit der Opfer des Krieges und der Opfer der Befreiungsftunde zum Ausdruck zu bringen. Die Beifetzungsfeierlichkeit wurde mit einem Choral eingeleitet. Domkapitular Dr. F u ch s als Vertreter des Bischofs von Trier, der evangelische Generalsuperintendent D. Stoltenhoff fanden zu Herzen gehende Troftesworte für die Angehörigen. Reichs- verkehrsmtnister o. Gusrard legte als Vertreter des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und der Reichsregierung sowie als Chef der Reichswaffer- ftraßen Kränze nteb r. Der Koblenzer Oberbürgermeister Dr. Ruffell entbot feinen auf so tragische Weise verunglückten Mitbürgern den letzten Gruß. Er kündigte an, daß gegenüber dem Deutschen Eck ein Gedenkstein von ihrem Schicksal Kunde geben solle. Mit einem Choral schloß die ergreifende Feier. Angestellteukündigungeu in der Berliner Metallindustrie. Gehälter und der Arbeitszeit f ch e i t e r angekündigten Abbau der Angestellten der Sie- Verhandlungen zwischen der Werkleitung den Angestellten über eine Verkürzung und der Berlin, 26.Juli. (ERB.) Der Siemenskonzern hat durch Anschlag in den Berliner Werken angekündigt, daß er sich gezwungen sehe, infolge des schlechten Geschäftsganges 1 0 Prozent der gesamten Angestellten in den Berliner Unternehmen zu entlassen. Die Ankündigung ist erfolgt, nachdem >r und der Arbeitszeit ge- t sind. Im Zusammenhang mit dem mens-Betriebe wird sich dieser Abbau nicht auf die Siemens-Betriebe beschränken, sondern auch bei anderen Betrieben erwogen. Auch die AEG. hat eine Personaleinschränkung in dem gleichen Maße wie Siemens angeordnet. Bei anderen Firmen sind diese Abbaumaßnahmen dadurch überflüssig geworden, daß man sich mit den Angestellten auf anderer Basis geeinigt hat, und zwar auf derjenigen, auf der man ursprünglich für die gesamte Berliner Metallindustrie eine Einigung erhofft hatte. So ist z. D. bei den Bergmann-Werken eine Gehaltskürzung von 10 Prozent vorgenommen worden und gleichzeitig sind die B u - reaus und Werkstätten an den Samstagen stillgelegt. Auch mittlere und kleinere Betriebe haben mit ihren Angestellten ähnliche Abmachungen getroffen. Die Verhandlungen, die der Verband Berliner Metallindustrieller mit den Angestelltenorganisationen geführt hat, sind gescheitert, weil die Angestelltenoerbände eine Reihe von Forderungen stellten, die von den Arbeitgebern nicht bewilligt wurden. Die Anbestellten forderten insbesondere ein völliges Kündigungsoerbot während der Laufzeit des neuen Abkommens. Ferner verlangten sie, daß die Entscheidung über Kurzarbeit dem Betriebsrat überlassen bleiben soll. Zugleich konnten die Arbeitgeber auch die Forderung des absoluten Ueber stunden- Verbots nicht bewilligen. Nachdem die Allgemein- Verhandlungen gescheitert waren, wurden sie In die 1 einzelnen Betriebe gelegt, und führten teilweise zu einer Einigung. Auch bei Siemens zeigte sich im Angestelltenrat zunächst eine gewisse Bereitwilligkeit, auf die Vorschläge der Verwaltung einzugehen. Erft nach Zuziehung der Gewerkschaften verhielt sich der Angeftelltenrat a b - lehnend. Daher schritt die Verwaltung zur Ankündigung eines Abbaues von 10 v. H. bei der Angestelltenschaft. Es wird jetzt vielfach die Frage erörtert, ob nicht das Reichsarbeitsmini ft erium Eingreifen werde, um diese Maßnahme mit ihren weitfragenden Folgen zu vermeiden. Wie uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, hat das Reichsarbeits- minifterium aus tarifrechtlichen Gründen zunächst keine Möglichkeit, offiziell in der Angelegenheit zu intervenieren, da es den tarifrechtlichen Grundsätzen widerspricht einzugreifen, während ein Tarifvertrag besteht Das Reichsarbeitsministerium mußte sich auch bei den Vorgängen, die der Ankündigung des Siemens-Konzerns ooraufgingen, darauf beschränken, die Auffassungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer anzuhören. Für die Streitfrage, die hierbei eine große Rolle spielte, ob nämlich eine Arbeitszeitverkürzung auch eine Gehaltsherabsetzung zuläßt, ist nicht das Arbeitsministerium, sondern das Arbeitsgericht zuständig. Es ist aber anzunehmen, daß das Reichsarbeitsministerium inoffiziell sich bemühen wird, noch eine Verständigung herbeizuführen. Das Reichsarbeitsministerium beabsichtigt, feinen Standpunkt in dieser Frag« der Oeffentlichkeit bekanntzugeben. Die Abbau-Aktion hat in den Kreisen der Regierung wegen ihrer psychologischen Wirkung eine nicht zu verhehlende Enttäuschung heroorgerufen. Man bedauert, die Aktion, die gerade vor den Wahlen die weitere Radikalisierung fordert. Auf gütlichem Wege wird noch einmal versucht werden, die Kündigungen in diesem Augenblick zu vermeiden, aber andere Möglichkeiten scheinen nicht gegeben zu sein, da die Regierung nicht in der Lage ist, hier etwa wie im Falle Mansfeld mit Reichskrediten beizufpringen. Die einzige Einwirkungsmöglichkeit bietet eventuell das Arbeitsbeschaffungsprogramm, an dem Siemens bei der Lieferung automatischer Telefonanlagen an die Reichspost beteiligt ist. älteften Schützen Deutschlands, zwei ehrwürdige Greise im Alter von 90 und 94 Jahren, nahmen an dem Festzuge teil. Den Abschluß des Festzuges bildeten die Bruderschaften vom Heiligen Sedastianus. Vom Balkon des Rathauses wurden die Schützen vom Oberpräsidenten und weiteren Behördenvertretern begrüßt. Nach Auflösung des Zuges fanden sich etwa 1000 Schützen zum traditionellen Bundesmahl in der Messe zusammen. Der Nachmittag brachte Schießwettkämpfe, die mit dem Schnellfeuerschießen um den Ehren- becher des 19. Deutschen Bundesschiehens ihren Anfang nahmen. Am Abend bot sich den Schützen das immer wieder herrliche und unvergeßliche Bild der Dom - und Rheinuferbeleuchtung. Gleichzeitig fand auf dem Rhein eine Ausfahrt der Köl- ner 'Rudervereine und der Motorbootfahrer statt, die ihre Fahrzeuge mit bunten Lampions geschmückt hatten. Die Stahlhelmaufmärsche in Westdeutschland. Effen, 27. Juli. (TA.) Die Stahlhelm- a u s m ä r s ch e, die am Samstagabend in Köln. Hagen und Recklinghausen eingeleitet und am Sonntag in Gelsenkirchen, Bochum, Mühlheim a. d. Ruhr, Düsseldorf, Krefeld und-Euskirchen fortgesetzt wurden, zeigten überall das gleiche Bild. QIn allen Plätzen fanden sich Stahlhelmer mit Fahnen und Kapellen ein, dazu eine große Zahl von Zuschauern. Die Bundesführer Seldte und Düsterberg und die Landesverbandsführer Mahnken und Freiherr v. Loe nahmen die Weihe der Fahnen der neugebildeten Gaue und Ortsgruppen vor. Rach Äbschreiten der Front wurden von den Bundesführern Ansprachen gehalten. Rach den bisher vorliegenden Rachrichten sind die Kundgebungen überall ohne Zwischenfälle verlaufen. Der letzte Tote der hausdorfer Grubenkatastrophe. Nunmehr ist es gelungen, aus dem Kurtschachh bei Reurode den letzten Toten zu bergen. Im» Gestein fand man einen Kanal, aus dem der verhängnisvolle Kohlensäureeinbruch in den Schacht erfolgt sein muh. versuchsweise Abschaffung der Todesstrafe in England. Als Ergebnis der Beratungen des Sonderausschusses für die Frage der Abschaffung der Todesstrafe wird zum ersten Male in der Geschichte Englands vielleicht die Todesstrafe versuchsweise für eine bestimmte Zeit abge- schafst: sie wird wieder Angeführt werden, wenn sich während dieser Zeit die Zahl der Morde erhöhen sollte. Die Minderheit des Ausschusses trat für völlige Abschaffung der Todesstrafe ein. Ein Berliner Ehepaar tödlich abgestürzt. In den Mallnitzer Tauern bei Klagenfurt ist ein Ehepaar Greßler aus Berlin-Steglitz von den sog. Raumetterbrettern abgestürzt. Die Verunglückten wurden als Leichen aufgefunden. hirth und Weller auf den Orkney-Inseln. Die deutschen Flieger Hirth und Weller, die am Sonntagvormittag um 9 Ahr mit ihrem Klemm-Eindecker vorn Flugplatz Henworth gestartet waren, sind um 18.55 Ahr in Kirkwall auf den Orkney-Inseln gelandet. In Kirkwall wird der eigentliche Atlantik-Flug über Island, Grönland und Neufundland beginnen. Die Flieger beabsichtigen, möglichst bald zu starten. Die Entscheidung darüber wird nach dem Eintreffen der letzten Wetterberichte fallen. Eine neue Polizeiwaffe. Im Polizeiinstitut für Technik und Verkehr in Berlin Hal man schon seit längerer Zeit Versuche mir einer neuen Polizeiwaffe gemacht, die nun abgeschlossen sind. Es handelt sich um eine sehr handliche Pistole, aus der eine Gaspatrone abgefchossen wird. Dieses Geschoß verbreitet sofort eine Gaswolke, die die Schleimhäute so stark reizt, daß man nicht mehr den geringsten Widerstand zu leisten vermag. Oie Wetterlage. Mre> w Jan Maytj 18 Aotrdeen- Ina 3 I ( .Nordoyarw / o ' ■ - yiy u ,13 Q \ O wolkenlos. O neuer (V n„v Gedeckt »woixioe neoetki. »Regen * Schnee & Graupein e neoei K Gewitter.©wmdstiiiL«O^ sehr leichter O$t massiger Sudsüdwesi (^stürmischer fiordwest Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Pie Limen «romdeo Orte mit gleiche» tut rteeresniveau umocrecnnetzn Luftdruck Wettervoraussage. In der sich mittlerweile weiter entwickelten Tiefdruckrinne, welche ihre Südseite über Deutschland erstreckt, bewegt sich ein neues Fallgebiet, das sich heute morgen Irland und Schottland genähert hat. Die Wetterlage wird infolgedessen weiter von Tiefdruckstörungen beeinflußt, die unserem Gebiet vor- erst feuchtwarme Südwestluft bringen. In ihrem Bereich herrscht meist wolkiges und zeitweise regne* risches Wetter. Aussichten für Dienstag: Meist wolkig, dabei zeitweise Niederschläge, Temperaturen wenig verändert. Keiferoefterbienft Garmisch - Partenkirchen: 15 Grad, Windstille, Regen. Helgoland: 16 Grad, Südwestwind^ meist tooltlg. w Dabei wird der (Betroffene nur für eine getotffe Zeit betäubt, er erleidet im übrigen keinen Schaden an feiner Gesundheit. Die Polizeipräsidien der großen preußischen Städte sollen entsprechend den verfügbaren Mitteln so rasch wie möglich mit den neuen Pistolen in beschränkter Zahl ausgestattet werden. Deutscher Studententag. Der in- Breslau zusammengetretene Deutsche Studententag beschäftigte sich mit Anträgen des Wirtschaftsausschusses, die zumeist angenommen wurden. U. a. wird gefordert, für die Verwaltung der Studentehäufer und -Heime die Mitwirkung der studentischen Lelbst- verwaltungSkörper sicherzustellen. Die Studentenheime dürfen nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Bedürftigkeit besetzt werden. Insbesondere ist zu' vermeiden, daß die Bewohner der Heime sich gegenüber der Allgemeinheit der Studierenden oblchliehen. Der Bau und Betrieb reiner Mietskasernen für Studenten ohne Förderung studentischen Gemeinschaftslebens fei obzulehnen. Der Deutsche Studententag wendet sich an daS Deutsche Studentenwerk mit der Bitte, für sämtliche Einrichtungen der Einzelfürsorge einheitliche Richtlinien aufzustellen. Ferner wurde ein Antrag angenommen, gegen die Umbenennung der „Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft" in „Deutsche- Studentenwerk" Einspruch zu erheben. Unter den Anträgen deS Fachausschusses wurde u. a. ein Antrag angenommen, nach welchem die Ministerien der deutschen Länder gebeten werde» sollen, den Fragen der innerdeutschen Studentenangleichung erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden und au einer möglichst raschen für daS Reich einheitlichen Regelung von Studien - und Prüfungsordnung zu kommen. Aus der provmzialhaupistavt Dießen, den 28. 3uli 1930. Allerlei vom Regen. Die alltäglichsten Dinge erregen meist am wenigsten unsere Aufmerksamkeit, und doch wohnen in ihnen die meisten Wunder. So ist eS auch mit dem Regen, den wir leider in diesen Wochen in einer seltenen Ausgiebigkeit genossen haben. Wer fragt sich wohl, wenn er dem unendlichen Rauschen des Tropfensall- lauscht, wenn er die Schleusen des Himmels ihr Rah so verschwenderisch herabgießen sieht, wie diese Tropfen entstehen, wie groß und wie schwer sie sind usw.? Ter eigentliche Riederschlag wird in den Wolken durch die Bereinigung kleinerer Tropfen zu größeren ausgelöst. Ie tiefer die Wolken herabreichen, desto kleiner sind die Tropfen, aber selbst aus einer Höhe von nur 300 Meter brauchen sie noch etwa eine Stunde zum Fallen, und daran- erklärt sich mancher „Regen aus heiterem Himmel", denn die Regenwolke kann längst aufgelöst sein oder sich seitwärts verzogen haben, ehe der auS ihr stammende Regen die Erde berührt. Die Größe der Tropfen liegt zwischen 0,01 und 5,5 Millimeter, ja man hat logar schon Tropfen mit einem Durchmesser von 7 Millimeter gemessen. Wie klein der kleinste fallende Regentropfen ist, kann man sich danach vorstellen, daß der kürzeste Haarschnitt, der mit der Maschine erreicht werden kann, Vio Millimeter beträgt, während es Tropfen von 1/I00 Millimeter gibt. Ebenso winzig ist das Gewicht des gewöhnlichen Regentropfens, der zwischen Viooo u. 1 /< Gr. wiegt. Doch kommen bei Wolkenbrüchen schwere Tropfen bis zu 5 Gramm vor. Die Fallgcschwin- diakeit nimmt mit der Tropfengröße anfangs sehr rasch und dann langsamer zu. Bei der mittleren Höhe einer Regenwolke von L5 Kilometer brauchen die Tropfen zwischen fünf und eine Stunde, je nach der Größe, um herunter zu gelangen. Jeder Tropfen hat einen festen Kern, um den sich das aus dem Dampf niedergeschlagene Wasser legt. Diese Bestandteile sind teils kosmischer, teils irdischer ‘Statur; sie bestehen aus Kohlenstoff, aus Stickstoff, aus Ammoniak, Ritraten und Chlor und betragen etwa 10 Kilogramm pro Hektar Im Iahr. Die Luft wird also durch die Entfernung dieser Berunreinigungen gesäubert, und daher haben wir bei einem Spaziergang nach dem Regen ein solches Wohlbefinden. Durch Regenmesfungen und -beobachtungen, die durch viele Jahrzehnte hin ausgeführt worden sind, wissen wir, zu welcher Tages- und Jahreszeit es durchschnittlich am häufigsten und am | seltensten regnet. Im Sommer fällt am wenigsten Regen morgens um 7 Uhr und abend- gegen 10 Uhr, dagegen regnet e- am meisten zwischen 5 und 7 Uhr; auch im Frühling sind die RachmittogSstunden am regenreichsten. Im Winter ereignen sich die häufigsten Diederschläge zwischen 5 und 6 Uhr morgens und abends um 7 Uhr; im Herbst ist Regen am häufigsten um Sonnenuntergang zu erwarten. Irn ganzen Jahr müssen wir in den RachmittagSstunden mit mehr Regen rechnen, als nacht- und vormittags. Wenn man die Monatsmenge des Riederschlage- durch die Zahl der Regentage teilt, so erhält man die sog. Regendichte, die in Rordeurvpa im Sommer 4 Millimeter, im Winter 2 betragt. Berlin hat jährlich etwa 1000 Stunden Regen, und zwar beträgt die durchschnittliche Dauer pro Regentag 5 bis 6 Stunden. Selten dauert ein Regen länger, wenn wir das auch annebmen, weil wir die kurzen Perioden deS Aulbörens nicht beachten. Landregen von 24 Stunden kommen recht selten vor. Wie verteilt sich nun der Regen bei unS auf die einzelnen Monate? Da schneidet der Juli am schlechtesten ab, und wir dürfen unS daher nicht beklagen, daß wir im regenreichsten Monat diesmal so schlechtes Wetter hatten. Die Ferienzeit ist .im Durchschnitt stet- mit den meisten Niederschlägen „gesegnet"; die Regenmenge ist im Juli mehr als doppelt so groß als im April; es folgen dann in der Reihenfolge des Regenreichtums August, Juni, Ma», Dezember, Oktober, Rovember. während die anderen Monate die wenigsten Riederfchläge aufweisen. Trockene Jahre sind häufiger als nasse. In den drei Wintermonaten fallen bei uns im Durchschnitt 125, in den drei Sommermonaten 225 Millimeter, Frühjahr und Herbst haben etwa je 150 Millimeter. Das nasseste Jahr, das in Deutschland im letzten Jahrhundert vorgekommen ist, war 1882, in dem die Regenmenge fast einen ganzen Meter betrug, während sie sonst durchschnittlich kaum 2/3 Meter ist. Das trockenste Jahr war 1857, das nur 1/s Meter aufwies. Betrachtet man die Regenverteilung auf der ganzen Erde, fo können wir uns damit trösten, daß es in andern Regionen sehr viel mehr vom Himmel gießt als bei uns. 3n Deutschland bait der größte Teil östlich der Elbe weniger als 600 Millimeter, der Durchschnitt für ganz Rord- deutschland beträgt rund 640 Millimeter. In den übrigen Ländern Europas gibt es aber Jahresmengen von mindestens 2000 Millimeter, und in den regenreichsten Gegenden Europas, in einzelnen Bergländern Norwegen-, an der Westküste Schottlands, in der portugiesischen ©erra da Estrella und an der Bucht von Eattaro kommt es sogar zu einem Durchschnitt von 3000 Millimeter. Die größte Regenmenge der Erde findet sich in Asien, und dort genießt der Ort Cherrapunji auf dem Plateau des Khasia-Ge- birges an der Grenze Vorder- und Hinterindiens den zweifelhaften Ruhm, der nasseste Fleck der Erde zu sein. Die kleinste Jahresmenge betrug dort 7170 Millimeter, die größte 16 300 Millimeter. Im Juli allein stieg die Regenmenge auf 5290 Millimeter, also auf zehnmal soviel in einem Monat, wie bei uns im ganzen Jahr, Bei Wolkenbrüchen im Sommer fallen auch bei uns in kurzer Zeit große Wassermengen; diese haben schon in Wien und Berlin pro Quadratmeter über 1 Liter in der Minute betragen; gewöhnlich aber fallen bei solchen Platzregen in der Stunde 3 Liter pro Quadratmeter; in Batavia aber sind es acht, und dort prasselt dev Regen so heftig nieder, daß das Wasser wieder hochspriht und man eigentlich zwei Regenschirme, einen nach oben und einen nach unten, tragen müßte. Taten für Dienstag, 29 Juli Sonnenaufgang 4.19 Uhr, Sonnenuntergang 19.53 Uhr; Mondaufgang 9.59 Uhr, Monduntergang 21.49 Uljr. 1718: der Quäker William Penn, Gründer des Staates Pennsylvanien, in Ruskombe gestorben; — 1856: der Komponist Robert Schumann in Endenich gestorben; — 1883: der italienische Ministerpräsident Mussolini geboren; — 1890: der Maler Dinzent van Gogh in Anvers-sur-Oise gestorben. Bornotizen — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Insel der Verschollenen". — Stadttheater Gießen. Man schreibt unS: Die morgige Vorstellung im Sommerabonnement beginnt bereits um 19.30 Uhr. Es findet eine einmalige und letzte Wiederholung der Operette von Jean Gilbert: .In der Jo- hannisnacht" statt. Frau Auguste Prasch- Grevenberg (Ehrenmitglied deS Meininger LandeSiheaters) wird sich in dieser Aufführung für diese Spielzeit vom Gießener Theaierpubli- kum verabschieden. HanS Hais, der über ein 3ahr dem Ensemble angehörte, wird zum letzten Male in Gießen auftreten. ’* Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Aulomobilclub (A. v. D l Dießen: Die Provinzvalstraßc HartmannShain— Gedern wird ab 30. Juli für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Oder-Seemen - Volkartshain. — Die Strecke Riesel d—H or- genau im Zuge der Hauptstraße Grünberg— Ulrichstein—Lauterbach wiird ab 1. August für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über HopfmannSfeid— Frischborn. •• E i n Neunzigjähriger. Arn 29. Juli feiert der Rentner Ludwig Kattrein seinen 90. Geburtstag Die Familie Kattrein stammt aus Tirol. Der Familienname wird in den Kirchenbüchern verschieden wiedergegeben, als Catharin, (Katrin, Cathcrey, feit dem Ende des 19. Jahrhunderts herrscht die heutige Form vor. Am 21. Dezember 1675 heiratete der Soldat Lorenz Catharin, Sohn des Christian Catharin in Pfunds (Tirol), eine Sol- datentochter. Spater war er Maurer; Tatsache ist, daß in dieser Zeit aus Tirol und Graubünden viele Maurer in Südwestdeutschland einwanderten. Lorenz Catharin starb im Jahre 1727 im Alter von 75 Jahren. Seine Nachkommen in der Linie, die mit Ludwig Kattrein endigt, sind allesamt Knopfmacher gewesen, das bedeutet in der Sprache der alten Zeit Posamentier. In direkter Linie folgen auseinander die Knopfmachermeister Philipp Peter Catharin (1690 bis 1758), Johannes Catrin (1723 bis 1796), Johannes Catrin (1750 bis 1833) und Johannes Kattrein (1782 bis 1845). Der zuletzt Genannte ist der Vater des jetzt Neunzigjährigen. Ludwig K a t t r e i n widmete sich dem Berufe feiner Vorfahren und befaß ein Ladengeschäft in der Schul- straße, das er 1898 aufgab, um als Rentner zu leben. Er ist wohl einer der ältesten Turner Deutsch- lands; denn schon im Jahre 1857 trat er in den Turnverein 1846 ein und gehört diesem Verein seither ununterbrochen an. Vom Jahre 1861 bis 1863 genügte er seiner Militärpflicht im 1. Hess. Inf.- Regiment, bei Ausbruch des Krieges 1866 wurde er wieder zur Fahne einberufen und nahm als Soldat in der Hessischen Scharfschützenkompanie an den Gefechten bei Aschaffenburg und Tauberbischoss- heim teil. Der Neunzigjährige ist geistig und körperlich noch völlig frisch und erfreut sich als einer der ältesten Gießener Bürger großer Beliebtheit. Erwähnt mag noch werden, daß einer seiner Vettern der aus Nidda stammende Hauptmann Kattrein war, der am 9. Oktober 1870 das von ungefähr 3000 Franzosen besetzte Schloß Chambord an der Loire durch einen kühnen Handstreich mit 3 Offizieren und 70 Mann von der 8. Kompanie des 4. Hess. In- fanterie-Repimentes erstürmte und mit Hilfe der 6. Kompanie besetzte. *• Ehrenzeichen des Hessischen Sängerbundes. Die seitherigen Ehrenzeichen des Hessischen Sängerbundes „Für Verdienst" und „Chrenchormeister", die in Feinsilber hergestellt waren, werden laut Dundesbeschluh nicht mehr angcfcrtigl. Bei der Bundesgeschäftsstelle ift nunmehr die letzte Restlieferung dieser Ehrenzeichen cingcgangcn. Der Gesamtbestand ist nur noch sehr gering. Vereine, die Wert darauf legen, ihrem verdienstvollen Chormeister oder Vorstandsmitgliedern dieses nunmehr selten werdende Ehrenzeichen zu verleihen, mögen umgehend entsprechenden Antrag an die Bundesgeschäftsstelle richten. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß die Verleihung in der Reihenfolge der gestellten Anträge, soweit Vorrat, erfolgt. ** Sängerehrungen. Der Hessische Sängerbund hat für 50jährige aktive Sangestätigkeit den Sänger Adam Sparner vom Männerchor in Schotten mit der goldenen Ehrennnadel und mit dem Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet. Für 40jährige aktive Sangestätigkeit wurde der Sänger Ludwig Reichel vom Gesangverein „Eintracht" in Nieder-Ohmen mit der silbernen Ehrennadel geehrt. Schweres Moiorradunglück in Grebenhain. * Grebenhain, 28. Juli. (Eigener Drahtbericht des „Gieß. Anz."). Hier ereignete sich gestern gegen 16.30 UF)r ein schweres Motorradunglück. dem leider ein blühen« de- Menschenleben zum Opfer fiel. Ein 24 Jahre alter junger Mann namens Koch au- Hintersteinau. der auf seinem Motorrad mit einem Begleiter bei dem Motorradrennen .Rund um Schotten" geweilt hatte und auf der Rückfahrt hier in einer Gastwirtschaft eingekehrt war, fuhr beim Verlassen des Gafthaushose) mit seinem Motorrad unter Vollgas auf die durch Kirchweihbetrieb stark befehle und inlolgedeffen schwer übersichtliche Straße hinaus. Dabei fuhr er seitlich einen Lastkrastwagenan, von dessen einem Hinterrad er erfaßt und zu Boden geschleudert wurde. Der junge Mann erlitt einen schweren Schädelbruch und verstarb nach einigen Minuten an der Unglürf*» stelle. Sein Mitfahrer trug eine Armguetschung davon, da- Motorrad wurde leicht beschädigt. Die Leiche de- bedauernswerten jungen Menschen soll heute nach Hintersteinau überjührt werden. Intendant Emil Elaar t- WSR. Frankfurt a. M., 27. Juli. Der frühere Intendant der Frankfurter Bühnen, Emil Elaar, ist im Alter von 88 Jahren gestorben Wn ganze- Menschenalter, 33 Jahre, Hal er die Frankiurter Theater (Opern- und SchauspielhausI geleitet und sie zu einer gediegenen künstlerischen Höhe geführt. Unter Elaars Leitung wurde daS Frankiurter Opernhaus 1880 eröffnet. Professor Emil Elaar, der aus Galizien stammte, hatte in Frankfurt eine zweite Heimat gefunden. Der alte Herr genoß m allen Kreisen der Bevölkerung hohe Verehrung. Aber auch über Frankfurt hinaus war Emil Elaar eine der repräsentativsten Erscheinungen des deutschen TheaterlebenS am Ende deS vorigen Jahrhunderts. Bis in die letzten Tage hinein nahm Professor Elaar in ungebrochener Lebenskraft an allen künstlerischen Ereignissen regen Anteil. Großfeuer in Oppenheim. Eine Möbelfabrik vollständig etngcäschert. Miilionenfchadcn. WSR. Oppenheim. 27. Juli. Die Stadt Oppenheim ist in der Rächt zum Sonntag durch einen großen Brand um ein umfangreiches wirtschaktliches Unternehmen ärmer geworden. Die Mit'telrheinischen Möbelwerke Oppenheim sind ein Raub der Flammen geworden. Von dem umfangreichen Werk, da- in letzter Zeit 145 Arbeiter beschäftigte und noch einen weiteren Ausbau des Werkes in Aussicht stellen konnte, stehen nur noch die Mauern. Das Feuer entstand um Mitternacht in einem Raum der Lackiererei und breitete sich mit rasender Geschwindigkeit über daS mit Möbeln und trockenem Holz angefüllte Werk aus. Das Werk stellte in der letzten Zeit monatlich 200 Schlafzimmer- und 250 Kücheneinrichtungen her Die ProduktionderletztenWowen. die noch auf Lager war, und mehr alS 20 Waggons Möbel, Holz und Fourniere, der Zuschnitt für etwa 500 Zimmereinrichtungen, die in den nächsten Monaten hergestellt werden sollten, sind samt den ganzen Vorräten an Lacken und Four- nlcren und allen Maschinen vernichtet worden. Der Brand halte schon kurz nach dem AuS- bruch einen derartigen Umfang angenommen, dah sich die Oppenheimer Feuerwehr daraus beschränken mußte, die an die Fabrikanlagen anstoßenden Wohngebäude und das Elektrizitätswerk der Stadt zu schützen. Die Löscharbeiten wurden durch die ungeheuren Rauchmassen, die aus der Lackiererei aufstiegen, durch die außerordentliche Hitze und besonders durch den wiederholt umspringenden Wind sehr erschwert. Dazu drohte fortgesetzt die Gefahr einer Kesseleffplo- sion. Durch die Hitze schmolzen die über daS Fabrikgelände hinführenden elektrischen Leitungen zum Wasserwerk durch, so daß das Wasserwerk der Stadt ohne Kraft war. Glücklicherweise brauchten die Wehren das Wasser des Werks nicht in Anspruch zu nehmen, weil die Fabrik in unmittelbarer Rahe des Hafens liegt. Während des ganzen Sonntags flammte der Brand an vielen Stellen, besonders im Fournierlager, immer wieder auf, so daß die Oppenheimer Wehr den ganzen Sonntag zu tun hatte. Die Untersuchung über die Dranoursache ist eingeleitet. Der Schaden beziffert sich auf Millionen. Verantwortlich für das Feuilleton i. D.: Dr. Fr. W. Lang e. Alle kehre Alle Raucher, die mit frfrXyh heren Greiling-ZigarettenC^ fcx nicht zufrieden waren, sind heute wieder begeisterte «Kolibri» Raucher gewor- den. Alle »Kolibri» Raucher,Q die zwischendurch einmal^ andere Marken versuchten?^- , Kehren stets zur «Kolibri» /nV, zurück und alle bestätigen: Nachdruck verboten. 6. Fortsetzung. Verlobte Hausen Gießen 26. Iuli 1930 04709 Offen und ehrlich Ziegenberg, Lang-Göns, Watzenborn - Steinberg, Bürbach, Hörnsheim, den 28. Juli 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, 29. Juli, nachm. 3Yi Uhr statt 04714 L SCHUHHAUS Im 66. Lebensjahre. Camilla Horn, Paul Wegener, Fr.Lederer 5309D Von der Reise zurück MööL Zimmer Anfangszeiten: 4, 6. 8.30 Uhr Gewöhnliche Eintrittspreise Familie Heinrich Junker Familie Georg Junker Familie Otto Junker Familie Wilhelm Lang Familie Georg Häuser separat, mit ob. ohne Pension, zu oerm. Moltkettraße 2, Gartenb. IL 104717 Familie Otto Müller Familie Wilhelm Dörr Familie Anton Dörr Karl Laux Anna und Albert Pitz Wieseck, Watzenborn-Steinberg, den 27. Juli 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, 30. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt. In tiefer Trauer: Frau Marie Seibert, geb. Hörr Familie Karl Seibert Familie Heinrich Seibert Familie Wilhelm Seibert Lina Seibert wird Jedes Jahr unser Saison- Ausverkauf durchgeführt und niemals wird auch nur ein Käufer enttäuscht. Deshalb erleben unsere weit herabgesetzten Preise Jedesmal einen gewaltigen Ansturm. Reginald schüttelte den Kopf. „Laß das lieber sein. Ich will morgen oder übermorgen weiter." „Älni> wohin?" „Das weiß ich nicht." „Und was wÜlst du machen?" „Ich glaube, ich muh einmal regelrecht auf die Walze gehen", sagte Reginald verloren. „Was ist das?" fragte Barbara. „Run, auf die Wanderschaft. Das kostet nichts, und man sieht die Welt." „Ich möchte dir gern helfen", sagte Barbara mit weicher Stimme. „Nimm etwas von mir oder von meinem Manne." Er schüttelte lächelnd den Kopf. , Du gibst es wieder zurück, wenn es dir gut geht." „Das würde heißen: Riemals. Rein, Barbara, nein — das tue ich nicht." „Wirst du dir Geld zu verschaffen suchen, in der 2lrt, wie du es wolltest, so daß du Unrechtes tust?" „Rein, gewiß nicht", sagte Reginald ernsthaft „Versprichst du es mir?" „Jo, kleine Bärbel, das muß ich dann wohl." Er drückte ihre Hand. „Ich hätte es auch ohnedies nicht wieder getan." „Das kann man nicht wissen", sagte Barbara weise. „Aber ich weih es — seit dieser Rächt." Eie legten Much, der leise stöhnte, bequemer zurecht und erneuerten die Umschläge. Den Rest der Rächt verbrachten sie schweigend, in leichter Müdigkeit. Als der Morgen graute und Reginald zu Barbara hinübersah, war sie eingeschlafen. Der Kopf mit dem kurzen blonden Haar war zur Seite gesunken. Ruhig und tief ging ihr Atem. Sie sah wie ein müdes Kind aus. „Was wird aus ihr werden?" fragte sich RegiXfni Ludwig Müller Beachten Sie unsere 8 Schaufenster! WO/ auf alle nicht herabge- /O setzten Preise (außerHerz) Samstagabend %!! Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Margarete Schneidmüller geb. Rabenau im 80. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Jakob Döll Wwe. Familie Heinrich Arend. Alten-Buseck, Gießen, den 28. Juli 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. Juli, nachmittags 2'/e Uhr, statt. ________________________________ 04715 Ml. Simmet mit el. L. a. orm. 04712 Marktplatz 7. nald. „Sie hat ein ungestümes Temperament, das richtig geleitet werden mühte." Aber warum sollte er darüber grübeln? Barbaras Weg war durch ihre Ehe bestimmt und festgelegt. Er hatte wahrhaftig mehr über sich selbst zu sinnen. „Hin Gottes willen!" schrie unten im Garten eine weibliche Stimme auf. „Da liegt ein Toterl" Kreischend stürzte das Mädchen ins Haus. Reginald schreckte auf und eilte hinunter. „Was gibt's?" fragte er heftig. In der Diele lehnte Martha, das Haus- mädchen, wachsbleich und mit angstvoll auf- gerissenen Augen. „Da — da draußen", vermochte das erschrockene Mädchen nur zu stammeln. Reginald ging in den Garten und kam zu der Stelle, wo Roy in der Rächt den Angreifer zur Strecke gebracht hatte. Da lag ein Mann, seiner Kleidung nach zu urteilen, ein Arbeiter, mit blutüberströmtem Hals. Die Augen waren weit geöffnet, und sein Gv- sichtsausdruck war noch im Tode von verbissener Wut. Reginald Contius stand erschüttert vor dem Hnglückseligen. Er konnte sich den Hergang gut zusammenreimen. Roy hatte seinen Herrn für- wahr tapfer und gründlich verteidigt. „Rein — es hat keinen Zweck", murmelte er vor sich hin. Er wollte zurück ins Haus gehen. Da kam jemand auf ihn zugeeilt. Es war Barbara. „Komm — laß uns hineingehen, das ist nichts für dich." Mit diesen Worten wollte er sie sanft hineindrängen. Doch sie machte sich frei. „Ich bin kein kleines Kind", begehrte sie auf. „Ich will sehen, wo er liegt." Sie ging an ihm vorbei zu dem Toten. Reginald folgte ihr. Sie stand minutenlang starr neben ihm und sah auf die Leiche zu ihren Füßen. Plötzlich griff sie sich nach dem Herzen und wankte. Reginald sprang rasch hinzu und hielt sie. „Es ist nichts für dich, Barbara, weshalb kehrtest du nicht um?" Run legte sie den Kopf an ihn und fing anbitterlich zu weinen. ___________ __________________________________5306 D " Bekanutmarbtttig. Der Voranschlag der Gemeinde Allendorf an der Lahn für das Rj. 1930 liegt vom 30. 3uli 1930 ab eine Woche auf der Bürgermeisterei offen. Innerhalb dieser Zeit können Einwendungen hiergegen vorgebracht werden. 5307D Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, wozu auch die Ausmärker beizu- tragen haben. Allendorf a.d. Lahn, den 26. Juli 1930. Hessische Bürgermeisterei. Volt, | Verschiedenes! Neu Maules £6W in waldreicher Gegend Wöbe Gießens «Bahnstation» gelegen, mit ca. 400 qm Garten, für monatlich Mt. 80- zu verMlea. Zu erfragen in d. Geschäftsstelle des Gieß. Anz. 104711 Auf der Bühne Der Internationale Tanz-Star Matsera sowie sämtliche Garten- und landwirtschaftliche Geräte 4984 A Edgar Borrmann / Giefeen Walter Leihgesterner Weg 22 Voranzeige: Ab Mittwoch, 30. Juli: Fundvogel Von Hans Heinz Ewers, mit Am 27. Juli, 1 Uhr nachts, entschlief sanft nach langem, schwerem, in Geduld ertragenem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Junker im blühenden Alter von 25 Jahren. In tiefer Trauer: Wirble insLeben! Roman von Anna Fink. LIrheber-Rechtsschuh durch Berlag Oskar Meister, Werdau, S.-A. Gestern nachmittag 1% Uhr entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Eduard Seibert Lichtspielhaus Gießen Nur heute und morgen: Jean Murat Suzanne Chrfsty In Die Insel derVerschol lenen EinSensationsschausplelvon packend. Wucht und seltener Schönheit boß, eine Schnellbohrmaschine, eine Damenarmbanduhr, einen Schreibsekretär, eine Tischdecke, eine Diwandecke, ein vollständiges Fremdenzimmer, eine Abrichtmaschine, acht vollständige Schlaf, zimmer, eine Furnierpresse, eine Kreissäge mit Bohrmaschine, acht Vitrinen, vier Tische, einen Teppich, einen Aktenrollschrank, ein Küchenbüsett, einen Spie« gelschrank, eine Friseurtoilette. 2. voraussichtlich bestimmt an Ort unb Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal): einen Landwirtschafts-Traktor (Hanomag). Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 241 — Telephon 4039 j Verreist Dr.Wolf Vertreter in der Wohnung zu erfragen, »wb Für den Vertrieb eines feit Jahr- zehnten bewährten Sveriat-Edel-BtttevS wird für den dort. Bezirk ver sof. ein bei der betr. Kundschaft bestens eingef. Vevtreier gegen hohe Provision gesucht. Schr. Angebote mit Angabe von Referenz, unter 04710 an den Gieß. Anz. erb. Barbara stand' und rührte sich nkchL Reginald besorgte das Gewünschte. MS eg wiederkam, drehte sich Barbara um und sagts kurz: „Ich bin müde, möchte etwaS ruhend Sie ging, noch ehe er etwas sagen konnte, anss dem Zimmer. Reginald stand verblüfft. Da war mal wiedstz ganz die alte Barbara zum Vorschein getont men, die sagte, wie sie empfand und ebenso Han4 delte. Aber so war sie ihm entschieden lieber. Much hatte die kleine Szene gar nicht Wahr- genommen. Er war viel zu sehr mit sich bca schäftigt. „Wo ist Barbara?" fragte er und betrachtet« Reginald sinnend. „Verzeihen Sie, ich weih gar nicht, wer Sie sind. Mein Kopf ist noch ein wenig angegriffen. Sie kommen mir allerdings bekannt vor." „Reginald Contius", lächelte Reginald. „Sir hatten die Güte, mich bei sich zu beherbergen, als ich Barbara gestern nach Hause begleitete und..." „Ja, so — so, fo! Ich bin schon wieder ganz im Bilde. Verzeihen Sie, Herr Contius. Ich glaube, ich habe Ihnen viel zu danken. Mir ist: so, als hätte ich Sie nachts an meinem Bette gesehen." „Lieber Gott, da ist doch nichts zu danken", schnitt Reginald ab, „das ist dach' selbstver- stündlich." „Wo ist Barbara?" erkundigte sich Much. „Sie war sehr müde, hat die ganze Rächt bei Ihnen gewacht und wollte sich jetzt etwas er« holen." „Ratürlich", sagte Bernhard Much etwas zerstreut und fing an, darüber nachzudenken, ob sie wohl auch ohne Contius' Anwesenheit die Rächt über bei ihm geblieben wäre. Barbar« - liebte es eigentlich nicht, an Krankenbetten zu sitzen. Und sie konnte sehr rücksichtslos sein. „Wenn ich Ihnen irgendwie lästig bin, so geben Sie mir einen Wink', bat Reginald. „Rein, nein. Ditte, bleiben Sie noch bei mir", bat Much mit einer Dringlichkeit, über die Reginald erstaunte. Barbara wanderte in ihrem Zimmer ruhelos auf und ab. Sie war durchaus nicht müde. (Fortsetzung folgt.) Dienstag, den 29. Juli 1930, nachmittag» 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Reuen, weg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 5305D 1. sechs Nähmaschinen, zwei Gasherde, ein Harmonium, zwei Klaviere, zwei Sofas, zwölf Stühle, sieben Sessel, einen Eiskonservator, eine Kaffeemaschine, fünf Schreibmaschinen, 14 Büfetts, acht Kre« denzen, 18 Schreibtische, zwei Rauchtische, einen Ausziehtisch, einen Kassen- schrank, ein Vertiko, einen Dixiwagen, vier Flurgarderoben, zwei Chaiselongues, eine Schärfmaschine, einen Opel-Personenwagen, einen Küchenschrank, fünf Diwane, drei Registrierkassen, einen Re- aulator,' einen Warenschrank, einen Klappschrank, eine Waschkommode, eine Küchenanrichte, zwei Nachtschränkchen, eine Schreibladenkasse, eine Dampf- maschine, eine Bügelmaschine, ein Märk- linmodell mit Elektromotor, zwölf Her- renmäntel, 14 Bücherschränke, zwei Ladentheken, einen Eisschrank, einen Am- eeoeeeoeeeeeeeeeeceeeeeee Adolf Hitler in Frankl urt/M. Am Freitag, dem 1. August, abds. 9 Uhr, spricht Adolf Hitler in der Festhalle (10 Minuten vom Bahnhof). Saalöffnung 6 Uhr. 04719 Eintrittspreis: 1.20 RM. — Kartenbestellung bis Dienstagabend bei Bezirksleiter Lotz, Gießen, Bruchstr. 5. Spätere Bestellungen können nicht berücksichtigt werden. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei. —oeooooooo Ihr Geld ist besser angelegt, wenn Sie beim Einkauf von Brennstoffen auf Qualität sehen. Ruhr-Zentralheizungskoks ist durch seine überaus günstigen Brenn-Eigenschaften im Verbrauch am billigsten Einen besonderen Vorteil haben Sie bei alsbaldiger Eindeckung durch die gegenwärtig gültigen Sommerpreise. „Cs ist ja so schrecklich, der arme Mensch tut mir so furchtbar leid. O, warum gibt's fo furcht-» bare Sachen?" „Er wollte Much töten und das diesem zugedachte Schicksal hat ihn nun selbst erreicht", sagte Reginald sachlich. Barbara schüttelte sich vor Grauen. „Gehen wir ins Haus", sagte sie, als sie ihre Fassung schon wieder zurückgewonnen. „Wir müssen nach deinem Mann sehen und das Rötige bei der Behörde veranlassen", meinte Reginald. Er führte Barbara ins Haus zurück, gab die entsprechenden Anweisungen und ging dann zu Much hinauf, an dessen Bett er Barbara schon vorfand. „Daß du jetzt da bist, ich bin ja so froh darüber, Reginald", so empfing sie ihn. „Es ist seltsam, draußen auf der Straße in deinem Wagen bist du so selbständig und hast freie Entschlüsse, aber hier zu Hause, wohin du doch eigentlich gehörst, bist du so gebunden, so unsicher. Es ist gar nicht so, als seiest du derselbe Mensch", antwortete er. Sie errötete leicht und sagte zögernd: „Das ist schon so, aber ich kann nichts dagegen machen." Bernhard Much rührte sich, und beide wandten sich dem Bette zu. Der Kranke schien wieder zu sich gekommen zu sein. „Barbara, wo bin ich? — Ja, so", sagte er mit schwacher Stimme, „richtig — der Schuh — der Garten." Sie beugte sich zu ihm herunter. „Hast du noch arge Schmerzen?" „O ja. Aber sag" — er sprach schon etwas lebhafter — „habt ihr Anzeige gemacht? Dieser Schuft, so hinterrücks auf mich zu schießen!" „Bernhard", fiel ihm Barbara beinahe heftig ins Wort, „er hat seine Strafe. Du darfst nicht so wütend werden. Er liegt im Garten, tot — Roh hat chn totgebissen." „Das ist ein braver Hund. Geschieht dem Kerl ganz recht", brummte Much gehässig und griff dann stöhnend an seine Schulter. „O, diese Schmerzen!" „Bernhard", rief Barbara entsetzt, „tut dir der arme Kerl nicht leid?" „Was, auch noch leid tun? Rein, geschieht ihm recht. Gebt mir etwas zu trinken!" Garage zu vermieten. B21BD Näd.Bleichslr.161. | Verkäufe | Glucke mit 11 Kücken zu verkaufen 04718 CounsOod) Nr. 142. 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Fünf Jahre sorgfältigster Beobachtung brachten neue und wertvolle Tatsachen über dessen Trancezustände zu Tage, die als »Inkarnation", als eine Art »Besessenheit" bezeichnet werden können. Bei der Seltenheit solcher stark medial begabter Personen ist cs bedeutsam, daß auch in der Gegenwart ein ähnliches Medium lebt, Heinrich Melzer. Hier soll über Privatsitzungen mit diesem Medium berichtet werden. Bei hellster Beleuchtung des Zimmers, an einem kleinen Tischchen direkt bei den Teilnehmern sitzend, bringt sich das Medium durch Schreiben fast sofort in Trancezustand. Er dauert meist drei bis vier Stunden, in deren Verlauf ununterbrochen »Geister" in den Körper des Mediums cintreten oder — nach anderer Erklärungsweise — sein unterbewußtes Ich in verschiedene Einzelpersönlichkeiten sich spaltet. Erstaunlich ist, daß nicht nur Haltung, Stimme, Tonfall, Dialekt und Gesten dem jeweiligen »Geist" entspreche, daß nicht nur fremde Sprachen und Schrift produziert wird, sondern daß auch Lransfiguration am Mediumkörper stott- findet. So bilden sich zum Beispiel dicke Tränen- säck« unter den Augen, oder eine Art Wundmal erscheint an den Händen. Bei einem kurzen Bericht ist es unmöglich, auch nur einen Begriff von der Zahl und Eigenart der sich Manifestierenden zu geben. Immer wieder erscheinen neue Trancepersönlichkeiten, nach ihrer Angabe meist Verstorbene: bestimmte, besonders charakteristische Gestalten kehren aber fast bei jeder Sitzung wieder. Zu den prägnan- testen derselben gehört »Lissipan" und die »Mut- ter Adam". Erstere gibt an, eine Prinzessin aus dem Hause der Mandschu zu sein, die mit acht fahren starb Man kann sich nichts Reizvolleres denken als chre zierlichen und doch so beherrschten Bewegungen, so daß man völlig vergißt, daß sie von dem medialen „Werk,zeug", einem 60jährigen Mann, ausgeführt werden. Weih die .Prinzessin" auf die vielerlei Fragen der Teilnehmer keine Antwort, so wendet sie sich an ihren unsichtbaren Führer, den »Guru", und übermittelt dessen, oft sehr feine und gehaltreiche Worte. Zu ihrem »Lied von der Mandelblüte" verfertigte sie auf Wunsch unglaublich rasch eine Illustration, die ganz den Charakter chinesischer Tuschzeichnunyen trägt. Bei einem improvisierten Klavierspiel führt sie einen solch ergreifenden Opfertanz auf, daß jede Künstlerin des modernen Ausdruckstanzes Anregung davon hätte gewinnen können. Einen völligen Gegensatz dazu bildet die »Mutter Adam", ein bayerisches Kräuterweib, das vor etwa hundert Jahren gestorben sein soll. In derbster Ausdrucksweife äuhert sie sich über ihre Zeit, über Sitten und Menschen, beantwortet Fragen naturwüchsig, originell, oft mit bissigem Humor und gibt genaue Angaben über ihr Leben, ihre Heimat und ihre ehemalige Tätigkeit. Ihr eignet die besondere Fähigkeit, aus hingelegten Taschentüchern die Krankheit des Besitzers zu erfühlen. Meist ohne dieselben zu kennen, gibt sie mit ruhiger Sicherheit genaue Einzelheiten über Organschäden und -schwächen bis in örtliche und zeitliche Einzelheiten. Wenn sie es für nützlich hält, so diktiert sie die Zusammensetzung eines Kräutertees. In einer Sitzung kam es zu sechs solcher Diagnosen, die von den Betreffenden — sckweit sie selbst ihre Krankheit kannten — als absolut zutreffend bezeichnet wurden. Die außerordentlichen Fähigkeiten, die das Medium Heinrich Melzer zeigt, bei dessen Phänomenen häufig auch Apporte (Bringungen) auftreten, lassen immer aufs neue den Wunsch aufsteigen, daß sich die Wissenschaft mehr noch als bis jetzt an der genauen Erforschung solcher okkulten (dunklen) Geschehnisse beteiligen möchte. Aur die Wissenschaft kann entscheiden, ob hier Ich-Spaltung oder Besessenheit vorliegt und in welch größere Zusammenhänge all diese Phänomene gehören. „999 Worte Bayrisch." »Dos Bayrische ist eine männliche Sprache. Cs ist grob gegen das gemütliche Frankfurterisch, saftig-sinnlich gegenüber dem Ostpreuhischen: sein Witz ist trockener als der des rheinischen Platt, gemütvoller als der der Berliner Zunge: seine Haltung ist würdevoll im Vergleich zum Ober- sächsischen, kraftvoll im Vergleich zum Wienerischen, klangvoll im Vergleich zum Alemannischen: neben dem Pfälzischen erscheint es schwerfällig, neben dem Schwäbischen durchsichtig " So charakterisiert Johann Lachner das bajuva- rische Idiom in einem lustigen und nützlichen Buch „9 9 9 Worte Bahris ch", das er als »Eine kleine Sprachlehre für Zugereiste, Fremde und Ausländer" bei Georg Miller in München veröffentlicht. Auf die angenehmste und spaßigste Turnen, Sport und Spiet. Verbands Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes. Dem Wassersportoerein Hellas", Gießen, war die Durchführung der Verbands-Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes übertragen worden, die am gestrigen Sonntag auf der Lahn ftattfond. Eine verhältnismäßig ansehnliche Zahl von Vereinen Halle dem Ruf des Hellas" Folge geleistet, um in den einzelnen Rennen ihre Kräfte zu messen. Cs trafen in geschiedenenRennen ziemlich gleichwertige Gegner aufeinander, die sich schöne Kämpfe lieferten. Wenig vom Wetter begünstigt, begannen am Vormittag bei anhaltendem Regen die Barre n n c n. Bereits hier wurde teilweise recht guter Sport geboten. Die Hauptrennen am Nachmittag nahmen ihren Anfang bei etwas besserem Wetter, als am Vormittag. Wenn auch nicht gerade hellster Sonnenschein die Veranstaltung begünstigte: war dennoch eine stattliche Zuschouermenge an den Ufern der Lohn erschienen, um sich die Wettkämpfe anzusehen. Einige Regenschauer, die noch niedergingen, hatten feinen nennenswerten Einfluß auf die Regatta. Der festgebende Verein wickelte die ihm gestellte Ausgabe glatt ab, und er kann mit dem Verlauf der Veranstaltung zufrieden sein. Auch in fport- licher Beziehung hat er gut abgeschnitten. Nachstehend die Ergebnisse der Vor- und Hauptrennen (Bahnlänge 1800 Meter): Borrennen. Iungmann-Einer (Ehrenpreis): 1. Lauf: 1. Wassersportverein „Hellas", Gießen (Karl Becker), 7:03,8 Min.; 2. Ruderklub „Hassia", Gießen (Rudi Schmidt), 7,04 Min. Schmidt, „Hassia", liegt bei 1000 Meter klar in Führung, muß sich aber dem ftarf auskommenden Becker, „Hellas", beugen, der bann bet den letzten 100 Meter den Sieg für sich entscheidet. — 2. Lauf: 1. Arbeiter-Ruder- und Schwimmoerein „Vorwärts", Offenbach (August Lang), 7,34 Min. im Alleingang. Das Hauptrennen bestreiten demnach Hellas", Gießen und „Vorworts", Offenbach. Zweiter Senior • Achter (Ehrenpreis): 1. Lauf: 1. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, 5,36 Min. im Alleingang. — 2. Lauf: 1. Arb.- Ruder- und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach, 5:31,4 Min.: 2. Ruderklub Raunheim 5:39,2 Min. Bei 1000 Meter hat sich „Vorwärts", Offenbach einen kleinen Vorsprung erkämpft und sichert sich bis ins Ziel mit gut zwei Bootslängen voraus den Sieg. » Jungmann - Achter (Ehrenpreis): 1. La u f: 1. Wafferfportoerein .Hellas", Gießen (Willi Staffel, Karl Strack, Albert Schöndorf, Willi Will, Fritz Lotz, Karl Lipp, Heinrich Becker, Karl Becker; Steuer: August Baumann) im Alleingang. — 2. Lauf: 1. Ruderklub „Hassia", Gießen (Willi Reh, Heinrich Heilmann, Heinrich Liehr, Heinrich Rühl, Ludwig Dehus, Erich Eisenträger, Otto Uhl, Friedr. Dirlamm, Steuer: Emil Noll), 5,36 Min.: 2. Arb.-Ruder, und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach, 5:40,8 Min. Vom Start weg übernimmt „Hassia", Gießen, die Führung und gewinnt, immer stark bedrängt von Offenbach, das Rennen mit etwa einer Bootslange Vorsprung sicher. Im Hauptrennen treffen sich nach diesem Ergebnis die zwei ersten aus den beiden Läufen. Ermunterungs-Vierer (Ehrenpreis): l.Lauf: 1. Ruderklub „Borussia". Frankfurt, 6:47,4: 2. Ruderklub „Germania", Offenbach, gleich nach dem Start aufgegeben. — 2. Lauf: 1. Ruderklub.Hassia", Gießen (Willi Reh, Hans I Rühl, Heinrich Liehr, Heinrich Heilmann: Steuer: Jakob Lehr) 624; 2. Ruderverein Wetzlar 6:32,2. »Hassia", Gießen, hat die bessere Mannschast und gewinnt das Rennen sicher. Das Hauptrenncn sieht somit .Borussia", Frankfurt, und .Hassia". Gießen, am Start. Hauptrennen. Begrühungs - Vierer (Heraussorde- rungspreis): 1. Wassersportverein „Vorwärts", Mannheim. 6:04.8; 2. Ruderverein Wetzlar 6:13,8; 3. Ruderklub 03. Mainz. 6:17.6. Die Mannheimer sehen sich kurz nach dem Start an die Spitze und gewinnen sicher mit etwa einer Bootslänge Vorsprung vor Ruderverein Wetzlar und Ruderklub Mainz. Anfänger-Vierer (Ehrenpreis): 1. Ruderklub »Germania". Offenbach, 6:32; 2. Ruderverein Wetzlar 6:41,6. Offenbach hat die stärkere Mannschast, gegen die Wetzlar nichts ausrichten kann. Mit gut vier Bootslängen Vorsprung fährt Offenbach einen schönen Sieg nach Hause. Junior-Einer (Ehrenpreis): 1. Arb- Rudcr- und Schwimmvcrein »Vorwärts", Offenbach (Hermann Kümmel) 6:37,6 Min: 2. Wasser- sportvercin »Hellas", Gießen, (Albert Schöndorf) knapp vor dem Ziel umgefallen. Ein schönes Bord-an-Bord-Rennen auf der ganzen Strecke. Kurz vor dem Ziel gerät Albert Schöndorf, »Hellas" Gießen, mit seinem Gegner, Herman Kümmel, »Vorwärts "Offenbach", in Kollision, bei der Schöndorf ins Wasser fällt und so für den Sieg nicht mehr in Betracht kommen kann. Erster Iungmann-Dierer, t. Abteilung (Ehrenpreis): 1. Wassersportverein „Hellas" Gießen (Fritz Lotz, Karl Lipp, Heinrich Becker, Karl Becker: Steuer: Karl Strack) 6:15. 2. Ruderverein, Wetzlar, 6:23,4. Die Hellas- Mannschaft fährt ein schönes Rennen nach Hause, obwohl sie bei der 1000-Meter-Marke noch nicht in Führung liegt. Erster Iungmann-Dierer, II. Abteilung (Ehrenpreis): 1. Arb.-Ruder- und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach, 6:18,2; 2. Ruderclub „Borussia", Frankfurt, 6:21,8. Bereits zu Beginn des Rennens nimmt „Dorwärts", Offenbach, die Spitze ein und vergrößert den Dorsprung auf etwa eine Dootslänge bis ins Ziel. Leichtgewichts - Schüler - Vierer (Ehrenpreis), Bahnlänge 1000 Meter: 1. Wassersportverein „Hellas", Gießen, (Willi Dinges, Ludwig Pfeil, Ernst Keibel, Erich Walldorf; Steuer: Karl Becker) 4:11,6 im Alleingang. Iungmann-Einer (Ehrenpreis): 1. Arb.- Ruder- und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach (August Lang), 7:04; 2. Wassersportverein „Allas", Gießen (Karl Decker), 7:09,2. Beide Boote kommen gut vom Start ab; der Osfenbacher Lang erweist sich als der Bessere und gibt schon auf der Strecke dem Gießener das Rachsehen. Mit gut drei Bootslängen voraus erkämpft sich Lang den.Sieg. Schüler-Vierer (Ehrenpreis, Dahnlänge 1000 Meter): 1. Ruderklub „Undine" Rüsselsheim, 3: 40,2 Min.; 2. Ruderklub „Germania" Offenbach, 3,46 Min.; 3. Wassersportverein „Hellas" Gießen (Willi Dinges, Ludwig Pfeil, 6mft Keibel, Erich Walldorf: Steuer: Karl Strack), 3,48 Min. Die Rüsselsheimer Jugend verfügt über größeres Können und fährt einen sicheren Sieg nach Hause. Um den zweiten Platz kämpfen „Germania" Offenbach und „Hellas" Gießen. Zweiter Senior-Achter (Ehrenpreis): 1. Rudcrv. .Freiheit" Mühlheim, 5:30,2 Min.; 2. Arbeiter-Ruder- und Schwimmverein ..Vorwärts" Offenbach. 5:36,2 Min. „Freiheit" Mühlheim hat sich bereits bei 1000 Meter die Führung gesichert und kann das Rennen mit etwa einer Bootslänge voraus als Sieger beenden. Zweiter Iungmann-Vierer, 1. Abteilung (Ehrenpreis): 1. Arbeiter-Ruder- und Schwimmvcrein „Vorwärts" Offenbach. 6: 48.8 Min.; 2. Ruderverein Wetzlar. 7:05.6 Min. Die Osfenbacher Mannschaft hat nicht viel zu tun, um die Wetzlarer auf den zweiten Platz zu verweisen. Zweiter Iungmann-Vierer, 2. Abteilung (Ehrenpreis): 1. Ruderklub „Borussia" Frankfurt, 6:28 Min.; 2. Ruderklub „Germania" Offenbach, kurz vor dem Ziel wegen Behinderung ausgeschlossen. Senior-Einer (Ehrenpreis): 1. Wasser- sportvcrein „Hellas" Gießen (Albert Schöndorf), 7:22,6 Min. im Alleingang. Junior-Vierer (Ehrenpreis): 1. Ruderklub. Raunheim, 6:17 Min.: 2. Wassersportv. „Hellas", Gießen (Fritz Loh, Karl Lipp, Heinrich Decker, Karl Decker; Steuer: Karl Strack), 6:18,8; Ruderverein Wetzlar 6:46. Die Junioren des Raunheimer Ruderklubs haben sich den Sieg gegen die Gießener Hellas-Mannschaft teuer erkaufen müssen, denn gegen Ende des Rennens sind die Gießener stark aufgelaufen und haben dem Sieger viel zu schassen gemacht. Erster Senior-Vierer (Ehrenpreis):!. Wassersportv. „Dorwärts", Mannheim, 6:04,4; 2. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, 6:08,6. Die Mannheimer sind die weitaus Desseren und können einen wohlverdienten Sieg für sich buchen. Iungmann-Achter (Ehrenpreis): 1. Ruderklub „Hassia", Gießen (Willi Reh, Heinr. Heilmann, Hch. Liehr, Hch. Rühl, Ludw. DcduS, Erich Eisenträger. Otto Uhl, Friedr. Dierlamm; Steuer: Emil Roll), 5:45,6; 2. Wassersportv. „Hellas". Gießen (Willi Staffel. Karl Strack. Alb. Schöndorf. Willi Will, Fritz Loh, Karl Lipp. Hch. Becker. Karl Becker: Steuer: Aug. Baumann), 5:51,4. „Assia" ist seinem Gegner überlegen und kann einen sicheren und schönen Sieg nach Hause fahren. Schüler • Achter (Ehrenpreis), Bahnlänge 1000 Meter: 1. Ruderklub „Undine", Rüsselsheim, 3,25 Min.; 2. Ruderklub „Germania", Offenbach, 3 34,8 Min. Den Rüsselsheimern ist es nicht schwer gefallen, die Offenbacher auf den zweiten Platz zn verweisen und einen sicheren Sieg zu erzielen. (Ermunterung s • Vierer (Ehrenpreis)? Durch die am Vormittag ausgefahrenen Vorrennen waren für die Entscheidung Ruderklub ,Maffia", Gießen, und Ruderklub „Borussia", Frankfurt, vor» gefehen. Durch den Sieg der „Borussia", Frankfurt, im Iungmann-Vierer und der „f)affia", Gießen, im Iungmann-Achter, scheiden beide Teilnehmer für dieses Rennen aus Ruderverein Wetzlar, der in einem Laus der beiden Vorrennen zweiter geworden war, kommt dadurch in das Hauptrennen und gewinnt im Alleingang. Zeit 7:20,8 Min. Großer-Achter (Wilhelm • Falkenheiner» Gedächtnispreis, Herausforderungspreis): 1. Wasser» fportocrein „Hellas", Gießen (Karl Strack, August Baumann, Willi Staffel, Willi Will, Willi Balser, Fritz Rupp, Fritz Lotz, Karl Rupp; Steuer: Erich Walldorf) im Alleingang. fflotorrabrennen „Md um Schotten". Ein großer Tag war gestern wieder für Schotten gekommen. Zum sechsten Male wurde auf der bekannten Rennstrecke, dem „Dogclsberger Rürburgring", das Motorradrennen „Rund um Schotten“, verbunden mit einem von der Obersten deutschen MotorradsPortbchörde festgesetzten Deutschen Meisterschaftslau s abgehalten. Aus kleinen Anfängen hat sich dieses Rennen entwickelt, das heute zu den größten sportlichen Ereignissen Südwestdeutschlands auf dem Gebiet des Motorradsportes zählt. Schotten hatte sich zum Empfang der Fahrer und Gäste festlich geschmückt. Ehrenpforten, überall Fahnen hießen willkommen. Der Vogels- berger Automobil- und Motorradklub, der das Rennen aufzog, arbeitete in seinem Rcnnbureau und in seinen verschiedenen Kommissionen unermüdlich schon seit Wochen, um die großen Dorbereitungen zu treffen. Alles war bestens organisiert und gerichtet. Schon seit Mittwoch trafen die Fahrer ein, um sich für den Endspurt zu trainieren. Ihre gute, freie Unterbringung und Verpflegung war Ehrensache des Klubs. Deutschlands erste Kräfte auf dem Gebiete des Motorradsportes, wie Bauhofer, Zündorf, Klein, Wiese, Rüttchen, Pätzold u. a. m. sind zum Meisterschaftslauf gestartet. Auch der erste Sieger auf dem Rürburgring, der Engländer Bullus (109,3-Stundenkilometer-Rekord auf Rürburgring) war zum Rennen gekommen. So lag große Spannung über dem ganzen Rennen. Die Rennstrecke führte von Schotten über Rudingshain nach der Poppenstruth auf der Feld- krückerhöhe, über Ludwigsbrunnen, Götzen, Wasserwerk zurück, sie ist 17,6 Kilometer lang, hat Steigungen bis über 600 Meter zu überwinden, sehr viele und scharse Kurven, eine ideale, auch landschaftlich wunderschöne Strecke. Sie war für das Rennen besonders hergerichtet und gesäubert worden, manche früher gefährliche Kurven wurden überhöht und verbessert. Die Strecke war durch Draht an den gesährlichen Stellen abgesperrt, ein großes Aufgebot der Schutzpolizei sorgte für die nötige Aussicht und Absperrung. Eine Telephonleitung war um die Strecke gelegt, so daß jederzeit mit den verschiedenen Posten auf der Strecke eine Verständigung möglich war. Mehrere Streckenärzte, die freiwillige Sanitätskolonne Schotten waren über die Strecke verteilt. Am Start und Ziel, die sich am Ausgang von Schotten, Vogelsberger Straße, be- sanden, waren mehrere Zelte für die Rennleitung, für die Ehrengäste, für die Presse errichtet. Eine Reihe von Wirtschaften sorgten für das leidliche Wohl der Zuschauer. Diele Parkplätze waren in der Stadt und in der Röhe eingerichtet, um die Masse der Autos und Räder unterzubringen. Die Reichsbahn hatte einen Sonderzua eingelegt, um die Zuschauer von Frankfurt heranzubnngen. Auch der Südwestdeutsche Rundfunk hatte sich für das Rennen interessiert und übertrug den Endverlauf durch das Radio. Zu Beginn der Rennen gingen leider starke Regengüsse nieder, dichter Rebel verhüllte das Landschaftsbild, und erst gegen Ende klärte sich der Himmel auf. Trotzdem war das Interesse deS Publikums außerordentlich rege, die Rekord- zuschauermenge, die die Rennen mit lebhaftem Anteil verfolgte, betrug schätzungsweise etwa 50 000. Die Organisation klappte ausgezeichnet, und trotz des starken RebelS ereigneten sich keinerlei Unfälle. Das erste Rennen über zwei Runden bestritten die Beiwagen-Lizenzfahrer, wobei sich der Frankfurter Dernh. Schneid (Hecker-Iap) in der großen Klasse den Sieg holte, nachdem der favorisierte Kürten (Düsseldorf) ausge- Wcise werden wir hier durch das dornige Labyrinth dieses Sprachgeistes geleitet, der so viel Urwüchsiges hervorgebracht hat, und dabei spielen natürlich die Kraftworte eine nicht geringe Rolle. „Der Bayer nimmt nicht leicht etwas krumm", erfahren wir, „sondern freut sich von Herzen über saftige Ausdrücke, auch wenn er selbst damit belegt wird. Cs gibt keine andere Sprache, in der sich zwei Spähzi (enge Freunde) ihre EigensAften in so farbenreichen Worten vorhalten könnten, kein anderes Dolk, bei dem das so unerschöpfliche Heiterkeit auslöst. Don den folgenden, ihrer ursprünglichen Bedeutung nach durchwegs kritisierenden Ausdrücken kann beinahe die Hälfte ins Komisch« gewendet werden. Einige sind, unter Freunden gebraucht, direkt anerkennend. Rur lobend sagt man in der Stadt zu einem luftigen Kerl, der viele Spassettln und Gschpah weih, er ist ein D i h ch. Je nach der Lage kritisierend, komisch oder anerkennend sind die Bezeichnungen Trohps, Lump, Hodalump, Bahzi, Gauna, Luada, Spihzdua, Spihzbuamheiptling, Schlawihna (mit Dorsicht zu gebrauchen), Sau (nur in der Stadt anerkennend), Eaggramenta; dazu die Eigenschaftswörter absckeiliga (abscheulicher), schlechta, ganz schlechta, vadächtiga oder vodächtiga, ohdrahta, ciskoita (zu Trohpf), miferabliga, elendige, aus- gschamta. Rur fritifierenb und recht beleidigend sagt man Kerl, Lacki, Hammi, Pfundhammi, g s ch e h r t a R a m m i. um die gröberen menschlichen Spielarten zu bezeichnen; Däpp. Schäps, Schohf bei da Rächt, Rindvihch, damischa Ritta, um auf mangelnden Geist anzuspielen; dasselbe, in Verbindung mit Unmännlidjfeit bedeuten Lapp, Lattirl, Dohdirl; unfreundlich sind noch Hans- Wurscht und Ctrihzi, grob ist das Schimpfwort Krüppi. Dazu die Eigenschaftswörter damischa, deppata, windiga, ftinfata (bei Menschen selten). Darerfta. Die stärkste Beschimpfung ist etwa: Sauhund, varecktal Spezialitäten sind: für Kinder Mistbua, Rohzbua, Fratz (auch zu jungen Mädchen) und im stärksten Fall, wenn etwa der Bub dem Vater das Bier umstoht, Saubua: für einen alten, gebrechlichen Mann o i b a Krakla, für einen täppisch gewordenen Greis oida Dahdirl (dagegen ist o i d e H ü 11 n eine intimfreundschaftliche Anrede); für einen, der sich unverständlich benimmt, spinnata Deisi; für einen, der unnatürlich ist und immer etwas besonderes macht, Krampfbruada (weiblich Krampfhenna); für einen Geizigen Schund- niggl (Eigenschaftswörter schundi und nohdi); für einen habgierigen Ruach (Zeitwort ruacha). Schließlich nennt noch der Münchener jene Leute, die aus dem Balkan zum Kunststudium in feine Stadt kommen, Schlawihna. Der Ausdruck hat sich dann auf alle übertragen, die lange Haare haben und sich mit verdächtigen Dingen wie Literatur, Schachspielen im Kaffeehaus, modernem Tanz usw. beschäftigen. Der Schlawihna ist ein verdächtiger Mensch und deshalb kann der Ausdruck unter Freunden auch als Anerkennung (siehe oben!) gebraucht werden. Er hat dann den Sinn von Bahzi, vadächtiga. Die Weibsbilder kommen auch nicht ungeschoren Patron. Besonders die alten. Man heißt sie (Einzahl) oide Trummel, oide Schartäkn, oide Echraubn; wenn sie recht bös sind, Beißzonga oder Bihsgum. Bei den jungen unterscheidet man zwischen einer faden Wacht! und dem Gegenteil, der Flihtschn (oder dem Flihtscherl) und dem schon ganz sich wegwerfenden Fehn» Schlampn ist eine unordentliche Person, Mistamsel ein leeres Schimpfwort, ebenso gscherte Mölln und Loas. Dinge werden kritisiert durch Wörter G l u m p, Graffi, Schmarrn, D r e h g. Glump und Graffi ist etwas, was nichts taugt, Schmarrn etwas, was nichts heißt. Run seien noch die kritischen Präfixe erwähnt, Hauptwörter, die man vor andere stellt, um diese zu kennzeichnen. Sie heißen in der Reihenfolge der Steigerung Malefiz-, Saggraments- und Bluats-. Wenn man in em Wirtshaus kommt und die Kellnerin geht nicht gleich her und fragt, was man will, und hernach ist das Bier auch noch warm, so handelt es sich, je nachdem, um eine Malefizwirtschast, Saggramentswirtschast oder Bluatswirtschaft. Malefiz ist ein harmloser Tadel, Bluats eine furchtbare Verwünschung. Außerdem sagt man noch Bruch-, womit das Kläglich«, Kümmerliche einer Sache betont wird. Elchbutten als Verkehrshindernis. Eine seltsame Panik wurde dieser Tage in den Straßen der amerikanischen Stadt Duluth hervorgerufen. Die Störenfriede des Verkehrs waren vier Elchbullen, riesige Vertreter dieser fast völlig ausgestorbenen Hirschart, die noch in öen_ Wildnissen von Minnesota erhalten ist. Die mächtigen Tiere riefen unter den Passanten ein furchtbares Entsetzen hervor, da sie in wilder Erregung umherrannten. Einer der Dullen stellte sich einem Lastkraftwagen entgegen, der mit ihm zusammenprallte. Der Wagen war wenig beschädigt, aber der Elch war tot. Die drei anderen Dullen entkamen, nachdem sie viel Unheil angestiftet hatten, und kehrten nach diesen; Ausflug in die Willmis zurüch ✓ , . schieden war. In der 6VOer-Kategorie erzielte der Sieger Kahrmann (Fulda) auf Horex mit 23:50 die beste Zeit der Beiwagen, während Franke, Frankfurt, (AIS) und Ro - . s e n b e ck, Frankfurt, die Plätze hinter ihm besetzten. Das sehr gut besetzte Rennen der Aus- wcisfahrer, ebenfalls über 35 Kilometer Distanz, brachte für den Standardfahrer Schminke, Ludwigsburg, mit 24:54 die beste Zeit und zugleich den Sieg in der Halbliterklasse, während bei den Tausenden der Frankfurter Dörr als Erster endete. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den nun folgenden vierten Lauf zur Deutschen Motorrad-Mei st ersch ast für alle Klassen, der mit nur 23 Startern dünn beseht war, dafür war aber die Elite vertreten. Nachdem auf der zwölf Runden (211 Kilometer) langen Reise der wegen Kettenbruchs in der achten Runde aus- geschiedene und weit vorgelegene Engländer Bu11us auf NSH. um seine Siegeschancen gekommen war, schien für den Hannoveraner Fritz Wiese (BMW.) die Dahn für einen sicheren Sieg frei. Aber kurz vor dem Ziel wurde er von einem Kerzenschaden betroffen, so das) der Frankfurter Horexfahrer Klein an ihm vorbei- ziehcn und mit 10 Sekunden Borsprung als Erster das Ziel passieren konnte. Klein beendete in 2: 22: 26 das Rennen und erzielte damit die beste Zeit des Tages. Hinter ihm belegten Wiese und R ü t t ch e n, Erkelenz (NSH.), die Plätze. In der mit nur drei Fahrern besetzten Halbliterklasse kam nach dem Ausscheiden des Briten Bullus der Münchener DKW.-Fahrer Bauhofer zu einem leichten Sieg. Die 350er-Klasse war von Anbeginn an eine sichere Sache für Dom, Ludwigsburg (Standard). In der kleinsten Kategorie kam nach anfänglicher Führung von Kohfink der Pforzheimer G e i h (DKW) zum Erfolg. Oie Ergebnisse: Beiwagen Kl. F, 600ccm, 2Rd. — 35 Kilometer. 1. Kahrmann, Kulda (Horex). 23:50; 2. Gg. Franke, Frankfurt a. M. (AIS); 3. Rosen- beck, Frankfurt a. M. (Rew Hudson), 26:17. Kl. Q, Beiwagen über 600 ccm, 2 Rd. — 35 Kilometer: 1. Dernh. Schneid, Frankfurt a. M. (Hecker°2ap.), 24:25; (Kürten, Düsseldorf, ausgeschieden.). Dogelsberglauf: Ausweisfahrer, Klassen D bis E, 500 bis 1000 ccm: 1. Ludw. Dörr, Frankfurt (BMW). 27:02; 2. Burgmann, Siegen (BMW), 27:52. Kl. C, 500 ccm (Ausw.-Fahrer): 1. A. Schminke, Weimar (Standard), beste Zeit der Ausw.-Fahrer, 24,54; 2. Demand, Deutz (Sarolea), 26:12; 3. Termehr, Königstein (Ariel), 26:22. Kl. 8, 350 ccm, (Ausw.-Fahrer): 1. C. Franke, Dresden (OD), 27:30; 2. Berthold, Köln (Royal- Enfield), 28,58; 3. Steinmetz, Frankfurt (AIS), 34:39. ÄLA, 250 ccm, für Ausw.-Fahrer: 1. Kramer, Bietigheim (Montg.°Iap.), 29:49. 4. Lauf zur deutschen Motorrad- Mei st e r s ch a f t (Lizenzfahren, Kl. D bis E, 1000 ccm), 12 Rd. — 211 Kilometer: 1. Josef Klein, Frankfurt (Horex), 2:22,26 (beste Zeit des Tages); 2. Weise, Hannover (BMW), 2:22,36; 3. Rüttchen, Erkelenz, 2:24,21. Kl. L. 500 ccm: 1. Toni Bauhofer, München (DKW), 2:29,25 ; 2. Pätzold, Köln (Sarolea), 2:38,01. Kl. 8, 350 ccm: 1. Dom, Ludwigsburg (Standard), 2:27,37; 2. Hiller, Feuerbach (Montg.°Iap), 2:33,47; 3. Kürten,Düsseldorf (Tornar-Iap.), 2:46.05. Kl. A. 250 ccm: 1. Geiß, Pforzheim (DKW), 2:31,07; 2. Kahrmann, Fulda (Herkules-Iap), 2)42,10; 3. Kurt Friedrich. Chemnitz (DKW), 2:45,08. Die deutschen Falibooi- meisterschasten. Unter Teilnahme von 130 Booten wurden am gestrigen Sonntag auf der Isar von Einöd nach München (34 Kilometer) die deutschen Faltbootmeisterschaften im Einer und Zweier ausgetragen. Im Einer siegte der Düsseldorfer Rein in 2:22:53,07 Std. vor B e ch e r - München (2:27:57,05) und Frühwirth-Oesterreich (2:28:38,6). Im Zweier siegte außer Konkurrenz das Linzer Paar Kalisch - Steinhuber in 2:17:49,08. Zweiter bezw. erstes deutsches Boot und damit deutscher Meister wurden die Münchener Krebs-Christ- m a n n in 2:21:13,09 vor Wiese-Mäder (Harn- bura) in 2:22:30,04 und Gebrüder Kaiser ^Rosenheim). Der Curopa-Rundflug. Die ersten Flieger am Ziel. Berlin, 27. Juli. (WTD.) Als e r st e r der Europaflieger traf heute um 16,33 Uhr der Engländer B r o a d auf dem Zentralflughafen Tempelhos, dem Endziel des Rundfluges. ein. Er wurde von der vieltausendköpfigen Menge stürmisch begrüßt. Wenige Sekunden später landete der englische Kapstadt- flieget Butler, der allerdings als „außer Konkurrenz" geführt wird, da er in Posen einen neuen Propeller einbauen mußte, was nach den Bedingungen des Rundflugs unzulässig ist. Kurz vor 17 Hhr traf als Dritter der Engländer T h o rn am Endziel ein. Fast gleichzeitig erreichte als erster Der deutschen Bewerber der Marinepilot P o ß das Ziel, Hm 17.13 Hhr folgte alszweiterDeutscherder vorjährige Sieger M o r z i k, um 17.34 Hfiv der Franzose Finat. Hm 17.40 Hhr traf als Siebenter wiederum ein Deutscher, Dr. P a s e w a l d t. ein. Hm 17.53 Hhr landete Erzherzog A n t o n von Habsburg-Bourbon und um 17.56 Hhr der Engländer Andrews. Damit haben heute neun Bewerber das Endziel erreicht. Nachdem sich die neun Flieger der Spitzengruppe erfrischt hatten, wurden sie und ihre Begleiter dem Publikum vorgestellt. Der Präsident des Aero-Klubs von Deutschland, Herr v. Kehler, hielt dann eine Begrüßungsansprache, In der er feiner Freude darüber Ausdruck gab, daß die Flieger die Reise ohne Unfall zurückgelegt hätten. Leider werde die Freude getrübt durch den Tod des Fliegers O f f e r= mann und seines Begleiters Jerzembski. Abschließend gab der Redner der Hoffnung Ausdruck, daß der Wettbewerb einen glücklichen Abschluß finden werde. Todcssturz beim Europarundflug. Bei der Landung in Lyon gegen 6 Uhr abends nm Samstag ereignete sich ein schwerer Unglücksfall, dem der deutsche Pilot O f f e r m a n n und sein Begleiter Jerze mb s ki zum Opfer fielen. Der DFW.-Tiefdecker kam bei der Landung gegen eine Hochspannleitung und stürzte ab. Beide Flieger, von denen Erich O f f e r m a n n mit 45 Jahren der zweitälteste Teilnehmer des diesjährigen Europafluges war, konnten leider nur als Leichen geborgen werden. Notlandung auf dem Meere. Paris, 27.Juli. (WTB.) Das deutsche Flugzeug D. 1561, das unter Führung des Piloten Deininger an dem Europarundflug teilnahm, mußte auf dem Fluge von Barcelona nach Nimes, etwa 30 Meilen von der Küste entfernt, infolge einer Motorstörung auf dem Meere niedergeh e n. Neininger und sein Begleiter Starke wurden von dem Dampfer „Scherifini Guercis" ausgenommen und nach dem Hafen Eette gebracht. Wirtschaft. Wieder leichter Geldmarkt. In der verflossenen Berichtswoche hat sich am Geldmarkt wieder eine stärkere Erleichterung durchgeseht, die sich besonders in einer Ermäßigung der Sähe für Tagesgeld auf 2 Proz. ausprägte. In den Sähen für Monatsgeld. Warenwechsel und Privatdiskonten sind Beränderungen nicht eingetreten. Die Erleichterung für Tagesgeld war vor allem auf die umfangreichen Angebote ausländischer Gelder zurückzuführen, die die Lage in kurzfristigen Leihdevisen grundlegend gegenüber der Vorberichts- woche änderten. Cs ist anzunehmen, daß die leichte Verfassung des Geldmarktes bis zum Hl- timo anhalten wird, zumal auch das Geldangebot aus dem Inlande, besonders seitens der öffentlichen Stellen, ziemlich stark zugenommen hat. Aus der anderen Seite ist der Geldbedarf nicht groß. Der Ausweis der Reichsbank für die dritte Iuliwoche zeigt, daß die Entlastung ein wesentlich langsameres Tempo und einen geringeren Hmfang angenommen hat. Die Rückflüsse sind nicht mehr so stark, wie in den Vormonaten und wie in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Die größere Rächfrage nach Wechselkredit steht zweifellos mit den Bedürfnissen der Erntefinanzierung im Zusammenhang Der Zahlungsmittelumlauf bewegt sich mit insgesamt 546 Mill. Mark auf einem Rekordtiefstand und ist ein Beweis für den geringen wirtschaftlichen Tätigkeitsgrad, der der gegenwärtig herrschenden Wirtschaftskrise entspricht. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen, daß der Rotenumlauf infolge der hohen Einzahlungen auf Girokonto, die hauptsächlich von den öffentlichen Stellen vorgenommen worden und nur vorübergehender Ratur find, eine Ermäßigung um rund 220 Mill. Mark erfahren konnte. Der charakteristische Hnterschied in dem Reichsbankausweis für die dritte Iuliwoche gegenüber dem Medioausweis liegt in der Tatsache, daß die großen Devisenabgaben aufgehört haben, weil wahrscheinlich die Fälligkeitstermine für die Rückzahlung von Auslandkrediten vorläufig vorüber sind. Für die Gestaltung der internationalen Geldmärkte ist die von Paris aus gegenwärtig erfolgende Goldhortung von größter Bedeutung. Paris zieht das Gold nicht nur aus London, sondern auch aus Reuyork und von anderen Plätzen (Holland) an sich. Auch die Reichsbank muß auf der Hut sein, um dieser Goldkonzentrationsbewegung aus dem Wege zu gehen. Selbstverständlich ist angesichts der aktiven Goldpolitik der Bank von Frankreich vorerst nicht an einen Diskontabbau auf den internationalen Geldmärkten zu denken, da jede Rotenbank bemüht sein wird, an ihrem Diskontsatz zur Verhütung größerer Goldverluste festzuhalten, oder aber äußerstenfalls nicht davor zurückschrecken wird, ihn heraufzusehen. Hnter diesen Hmständen kann es durchaus nicht ausgeschlossen sein, daß die Bank von England bei einem Anhalten ihrer großen Goldverluste (In der letzten Woche 1,1 Mill. Pfund Sterling) den Diskontsatz erhöht, weil dies schließlich das wirksamste Mittel darstellt. Ein solcher Schritt würde natürlich auch die Reichsbonk vor eine Diskontentscheidung stellen. Allerdings rechnet man in maßgeblichen Londoner Citykreisen vor dem Herbst nicht mit einer solchen Maßnahme. Es wird also von der französischen Goldthesauricrungspolilik abhängen, ob eine bei der anhaltenden Geldabundanz auf den internationalen Geldmärkten durchaus mögliche weitere Senkung der Bankraten erfolgt. * • Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 23. Juli berechnete Großhandels- indexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 125,5 gegenüber der Vorwoche unverändert. Von den Hauptgruppen hat sich die Indexziffer für Agrarstoffe um 0.5 v. H. auf 116.8 (116.2) erhöht. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0.1 v. H. auf 119.0 (119.1) und diejenige für industrielle Fertigwaren um 0.4 v. H. auf 150.1 (150.7) zurückgegangen. * Die Zinspolitik der Sparkassen und Genossenschaften. Auf Einladung des Verbandsvorstehcrs des Sparkassenverbandes für Hessen-Rassau, Oberbürgermeister Dr. B l a u m (Hanau), fand am 24. Juli eine Besprechung der verschiedenen Verbände der Sparkassen und Genossenschaften in der Provinz Hessen-Rassau in Frankfurr a. M. über die Zins- politik statt. Erfreulicherweise wurde hierbei völlige Hebereinstimmung erreicht in der Richtung, daß die Zinspolitik der Genossenschaften und Sparkassen auf eine Senkung der Zinssätze für Ausleihungen in langfristigem, wie turzfristi- gem Kreditgeschäft hinzielen müsse, um das wirtschaftliche Leben durch Verbilligung des Leihzinses zu fördern. Da dies nur durch Senkung der Zinssätze auch für die Einlagen bei Genossenschaften und Sparkassen ermöglicht werden kann, werden die Verbände sich bei diesen nachdrücklichst für Beseitigung überhoher Verzinsungen von langfristigen Einlagen «insetzen. Es wurden hierfür nach städtischen und ländlichen Gebieten, sowie nach Genossenschaften und Sparkassen getrennt, gewisse miteinander verbundene Höchstbeträge als Richtsätze vereinbart. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 28. Juli. Tendenz: abgeschwächt. — Zum Beginn der neuen Woche war die Stimmung im Vormittagsverkek>r an der Börse lustlos und in Erwartung eines größeren Angebots infolge des heutigen Liquidationstages weiter schwächer. Bei Festsetzung der ersten Kurse konnten sich die Verluste in den meisten Fällen jedoch wieder etwas verringern, da das Angebot aus Privathand nicht so erheblich war und auch ziemlich bald nachgelassen hatte, so daß sich bei einiger herankommender Rachfrage etwas Aufnahmelust bemerkbar machte. Anregungen fehlten aber. Die innerpolitische Lage wird durch die neuen Notverordnungen wieder etwas besser beurteilt. In Spitzenwerten war die Hmsahtätigkeit etwas lebhaft, und es kamen, wie schon seit langer Zeit nicht mehr, ziemlich viel Erstnotierungen zustande. Stark gedrückt eröffneten am Kalimarkt Salzdetfurth, die 4 Prozent niedriger lagen. Westeregeln konnten dagegen einige Nachfrage auf sich lenken und 1,5 Prozent gewinnen. Am Clektromarkt lagen Siemens 3,5 Prozent niedriger. Dis 1,5 Prozent schwächer waren noch von diesen Werten AEG.. Bergmann, Licht & Kraft, Gesfürel und Lah- meyer, während Schuckert und Felten bis zu 1,5 Prozent fester eröffneten. Am Chemiemarkt hatten Rütgerswcrke einen Verlust von 2,75 Prozent, I.-G.-Farben büßten Vs Prozent ein. Am Montanmarkt war die Hmsahtätigkeit bescheidener, auch blieben die Verluste ziemlich gering, man konnte sogar zeitweise behauptete Kurse feststellen. Kunstserdewerte lagen bis zu 1 Prozent schwächer. Zellstoff Waldhof gaben 2,25 Prozent nach. Aschaffenburg lagen knapp gehalten. Schiff- fahrtspapiere waren mit minus 2 Prozent weiter rückläufig. Banken wenig verändert. Bis zu 2 Prozent schwächer lagen noch Zement Heidelberg, Holzmann und Metallgesellschaft. Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen zeitweise etwas niedriger. Von Ausländem zogen Mexikaner leicht an. Im Verlaufe konnten sich auf vereinzelte Deckungen bei widerstandsfähiger Tendenz Kursbesserungen um Bruchteile eines Prozentes durchsetzen. Geldmarkt: Tagesgeld 3,5 Prozent, Geld Über Hltimo 4,5 bis 5,5 Prozent. Am Devisenmarkt lag das Pfund international schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1855, gegen Pfunde 20,3734, London gegen Kabel 4,8680, gegen Paris 123,72, gegen Mailand 92,92, gegen Madrid 42,90, gegen Schweiz 25,0590, gegen Holland 12,0912. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 28. Juli. Auftriebs 1321 Rinder, darunter 362 Ochsen, 132 Bullens 475 Kühe, 321 Färsen; ferner 460 Kälber) 81 Schafe und 4400 Schweine. Cs wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 61 Mk., (ältere) 54 bis 57, sonstige vollfleischige (jüngere) 50 bis 53; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 57, sonstige vollfleischige, oder ausgemästete 48 bis 52; Kühe: jüngere, voll- fleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 51, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 47, flei^1 schige 39 bis 42, gering genährte 32 bis 38; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 bis 63, vollfleischige 56 bis 59, fleischige 50 bis 55. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 73 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber 67 bis 72, geringe Kälber 60 bis 66. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 71 bis 73, von etwa 160 bis 240 Pfund 73 bis 75, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 71 bis 73 Mk. — Markt- v erlauf: Kälber ruhig, ausverkauft, Schweine rege, zum Schluß stark abflauend, ausverkauft; Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Juli. Cs wurden notiert: Weizen 275; Roggen 175 bis 185; Hafer, inländischer 183 bis 185; Weizenmehl, südd., Spez. 0 43,75 bis 44,50; Roggenmehl 27 bis 28; Weizenkleie 8 bis 8,15; Roggenkleie 8,25 bis 8,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisczwccke 26 bis 35; Linien, je nach Qualität für Speisezwecke 36 bis 75; Heu, südd., gut, gesund, trocken 5,50 bis 6; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,80 bis 4; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3 bis 3,50; Treber, getrocknet 10,25 bis 11 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 26. Juli. Marktlage: Bei fester Tendenz, aber schwachem Absatz wurden folgende Preise erzielt: Italiener 8,5 bis 9,5 Pf., Bulgaren 8,5 bis 8,75, Jugoslawen 8,5 bis 8,75, Rumänen 7,75 bis 8, Polen 6,5 bis 7, Holländer 8,5 bis 12, Dänen 9 bis 12, Belgier 9,75 bis 10, Schlesier 8,5 bis 9, Bayern 7,5 bis 8,5, Norddeutsche 9 bis 10 Pf. pro Stück. Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Inland- eier ab Station. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. Dl. | Berlin Schluß«! kurs | 1 «Uhrkurs Schluß«! Anfang- kurs । Kurs Datum 25. 7. 28. /. 25. /. 28. 7. 6% Deugche Vteiajsarueuje von 1927 .... 7% Deutsche ReichSanlethe 88 — 88,2 - Don 1929 ...... 101,76 102,1 Deutsche Ant.-AblSs.-Echuld mH AuSIos..Rechten . .... 60,2 60 60,2 60 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . 8% Hell, «olksstaa, Don 1929 7.4 7.75 7.3 7,6 lrückzahlb. 102%)..... Oberhessen Provinz • Anleihe mii 46,6 — 97 — Auslol.-Rechten...... Leutlche Komm. Sammelabl. 59 — - - Anleihe Serie 1...... 6% stranks. Hvp.-Bank Goldpsc 60,25 — 59,65 — XIII unkündbar bi« 1934 . . . 7% stranks. Hyp.-Bank Soldpfe 101,75 — — - unkündbar bis 1932 ..... 4Yt% Rbeintlche Hyp.-Bank 96 — — - d8-,6 8% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R. 17...... 8% Pr Landespfandbriefanstalt, 101,25 — 101,26 — Komm..LbI.R. 20...... 7% Pr. Landespsandbriefanstalt, 98 — 98 — Psandbrieie R. 10...... A.E.G. abg. BortriegS-Obligati^ — 97 — nen, rückzahlbar 1932 91.5 — - 4% Lesterrelchische «olDtente . 26,5 26,65 4,20% Oesterreichilche Stlberrenic 4% Oesterreichilche Einheitliche 3,6 — L6 — Rente ........ 2 — — _ <% Ungarische Goldrente .... '3,3 — 23,6 24 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 4/i% det-gl. von 1913..... —- — 20,8 20.9 4% Ungarische Kroncnrente . - 2,1 — 2,15 2,15 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Atil 1.8 4,75 1,75 4,4 Serie 1 . . . • -- —- '.05 4,55 - 4,45 5% Run-.äntlcke vereinh. Rente von 1903 ......... .45 — 1.4 — 4y2% Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 16 15,25 15,9 15,9 4% Rumänische vereinh. Rente . -.425 7,35 7.35 7,2 stronkfurt a. Ul. «Berlin Schluß, kurs t-Uhr- Kurs Gchluß- kurs Anfang- Kurs Datum 25. 7. 28. /■ 25. /• 28. u vamvurg-Amenka Patei . . , t 89,5 87,4 89“ 87,75 Hamburg-Südam. Dampfschiff . 8 — 49,5 Hansa Tampsschtsf..... 10 — — 125 123.5 Norddeutscher Lloyd .... . 8 <9,5 87,25 89 87.65 Allgemeine Deutsche Ereditanst. 10 109 109,5 108,75 Barmer Bankverein .... 10 117 115 116,5 115 Berliner Handelsgesellschaft . 12 147 147,75 145 Commerz- und Privat-Bank . 11 134,75 133 134,75 133 Darmstädter und Nationalbanl 12 188,5 188,25 186.5 Deutsche Bank und Disconio-GeleUschaft, . . . 10 126,5 — 127 126,75 Dresdner Bank...... 10 127 126,5 127,5 126,5 Reichsbank........ 12 251 —T 250,6 247,5 A.E.G........... . 8 140,5 138,5 140,5 138,5 Bergmann........ . 9 171 174,25 Elektr. LieserungSgesellschaft. 10 — 130,6 129 Licht und Krall...... 10 135 135,25 135,4 136,5 stellen & Guilleaume . . . 7% 97 98,5 96,76 100 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 — 136,5 137 135 Hamburger Elektrizttätt-Werke 10 —- — 128,25 126 Rheinische Elektrizität . . . . 9 — 128 125 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 131,75 129 Schuckert 8 do. . ..... 11 <56,5 152,5 156 152,25 Siemens & Halske ..... 16 200 192,5 200 190 TranSravio ........ . 8 112 111 Lahmeyer L Eo.. ..... 10 157 156,75 158,75 158,5 Buderus......... . 6 63,5 — 62 _ Deutsche Erdöl...... . 6 71 70,4 /0,5 71 Essener Steinkohle ..... . 8 — 122,4 117,25 Gelsenkirchener ...... . 8 H2.5 — 112,75 108,13 Harpener..... • • • . 0 109.5 — 109,5 101,25 Hoesch Eisen. ....... 6Yi — 84 82,5 Ille Bergbau....... 10 — — 227,5 228 Klöcknerwerke ....... . 7 — 80,75 83,5 80,25 Köln-Neuessen. ...... . 7 —- 31.65 81,5 Mannesmann-Röhren . . . • < 2,25 82,75 82,13 83,13 . 7 61,75 62,4 Oberschles Eisenbedarf . . . . b — — 51 50 Oberlchles. kolswerke.... . 7 — — 34,25 83 Phönix Bergbau...... €'/, 78 — 77,5 77 Rheinische Braunkohlen . . 10 .'17 — 217 213 Rhein stahi........ . 6 92 90 91,13 90 Riebeck Montan...... 7,2 97 Arankfun a. JJI. Berlin Schluß« fürs 1-Uhr- Kurs Schluß« turs Anfang- Kurs Datum 25. L 28 7. 25. L 28. ?. Beremlgie Stahlwerke . 77,5 >6,5 w li Otavi Minen..... 16'/. 39 38,25 39.25 Kaliwerke Aschersleben . . 10 188 188 181 Kaliwerke Westeregeln . e . 10 195 189,5 195 190,5 Kaliwerke Salzdetfurth . • . 16 337 320 337 320 I. ®. starbenIndustrie . . 12 >51,9 150 152 149,25 Dynamit Nobel .... . . 6 — 72 Scheideanstalt..... . . 9 — — — Goldschmidt..... . . 6 35,5 — 57 54,75 RütgerSwerke..... . . 6 51 47,25 50 47,35 Metallgesellschaft. . . . . . k 108,25 105,5 108,5 106,5 Philipp Hol,mann . . . . . 7 80 72,75 78,5 72 Zementwerk Heidelberg ■ . 10 103 102 — Cementwerk Karlstadt. . • . 10 125 —- — —i Wavb & streytag . . . . . 8 70.5 70 70 — Schultheis Payenhofer . - . 15 * — 266,6 260 Ostwerke....... . 12 — — 216 210 ßlfu......... . 18 93,5 89,25 93,5 88,25 Bemberg....... • . 14 93,65 — 93,25 90,75 Zellstoff Waldhof . . . • 19'/, •w 130,5 134 129 Zellstoff Aschaffenburg . e . 12 105 100 104 100 Charlottenburger Wasser e . . 8 — — 95,5 94,5 Dessauer «a»..... . . 9 — — 132,25 125,75 Daimler Motoren . . . . . 0 9,5 27,65 29,75 28 Deutsche Linoleum . . 185 — 184.5 180,25 . . 0 — 40 37,5 Nat. Automobil .... . . 0 — — 10,5 10,25 Lrenstein & Koppel . . e . . 6 —• — 60 61.75 Leonhard Tietz .... . 10 — — 132,5 128.5 SvenSko..... • ** — 308 305 strankfuttcr Maschinen . - . . 4 71,75 _ 21 — Gritzner....... . . G 33 —w 31,13 —— Heyligenstaedt . . . . . . 0 —» — -- — Hunghant,....... Lechwerke....... • . . 6 . . 8 36 3,5 93,5 35 — Mainkraftwerke Höchst a. M. . . 8 81 —- — — Miag......... . 10 90 —— 90 91 . 10 — — — Botgt & Haeffner . . . . . 9 153 158 — Süddeutsche Zucker . . e . 10 150.25 150,25 149.5 — Banknoten. Äerltn, 25. Juli Geld Brief Amerikanische Noten...... Belgische Noten ...... Dänische Noten ........ Englische Noten ...... stranzolische Noten..... . Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten . ...... Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten ...... 4,168 4,188 58,38 58,62 111,80 112,24 20,322 20,402 16,435 16,495 167,98 168,66 21,96 22,04 111,78 112,22 59,08 59,32 2,47 2,49 112,18 112,62 81,26 81,58 47,70 47,90 12,37 12,43 73,13 73,43 Deoi cnmarH Berlin — Jranrfun a. tu. 25.3uh 28. 3ull Amtliche Geld Notierung »ric Amtliche Gelb Notierung Srlei Amst.-lttoN. Bmn.-AireS Brss.'Antw- Christio.nia. Kopenhagen Stockholm - HelüngforS. aia(iui. . . London. . . Neuvork - - Poris.... Schwei» . . Spanien . Japan . . . Wo de Jan Wien in D- Ceft abgest Prag .... Bclirad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . . Konst mtiu. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . . 168,39 1,512 58,50 112,11 112,13 112,50 10,528 71,925 20,36 4,184 16,46 81,345 48,00 2,069 0,455 59,1b 12,407 7,424 73,335 3,033 18,82 81,40 1,784 5,435 4,188 3,546 20,875 168,73 1,516 58,62 112,33 112,35 112,72 10,548 21,965 20,40 4,192 16,56 81,505 48,10 2,073 0,457 50,27 12,427 7,438 73,475 3,039 18,86 81,56 1,789 5,445 4,196 3,554 20,915 168,37 1,515 58,49 112,06 112,11 112,46 10,524 21,905 20,355 4,181 16,45 81,245 47,35 2,066 0,446 59,12 12,402 7,422 73,31 3,033 18,81 81,40 1,784 5,43 4,186 3,511 20,87 168,71 1,519 58,61 112,28 112,33 112,68 10,554 21,945 20,395 4,189 16,49 81,495 47,45 2,070 0,448 59,24 12,422 7,436 73,45 3,039 18,85 81,56 1,789 5,44 4,196 3,519 20,91 sattion. Uhr Satntlofl 'hu?“8' S K ft*i3 ("SM Kr ä^A Knt weiter Adlberg, Renten. Me ettoai Lutoner & auf der, MSN Ten, W Pro. fe Ä Äabel 4,868) *** £ l9°- Sem Hol, iar!L Marktlage: em Absatz Wut* aliener 8,5 bi® Iugoslatven 8,5 Solen 6,5 bis 7, bis 12, Aelgiec 9( Jaycm 15 fflf, pro Stück. Won, Inland. ehmarkt. Austrieb: "> 132 Dulleiu 460 Jtolberj wurden notiert: „ ausgemästete, 8 bis 61 M, Kge (jüngere) lch'ge. höchsten 1, vollfleischigr Jüngere, toll« >>s 51, sonstige bis 47, flei, r 32 bis 38; voilsieischige, is 60 dis 63, 50 biS 55. - über 73 bis 77, 67 bis 72, gc« itoeine: voll« bis 300 Pfund na 160 bis 240 reine von etwa k. - Markt, laust, Schweine .d, ausverkaust; 1 eöiirse. . Es tourtet iis 185, §afcr. mmebV \übb., G 27 bis 28; ckrie 8,25 bis üt Speisezwecke ität für Speise« , gesund, trocken lenslroh, draht« id Aoggenslroh, getrocknet 10,25 9 u !0 n 35 98 96 78 08 47 18 26 70 37 0 58,62 112,2« 20.W2 16.« 188,66 22.« 112,S ‘5 ... 1,Ü II!.« II« <7,96 12,<3 73.43 ,31 515 „49 |,06 !,11 2,46 ,52« ,905 1,355 1.1 ’ 16.45 1.2« 47.3, 2,066 0.446 59,12 7.«g 73,31 ’sS 1,186 1.51 20,81 1,519 58.61 1'2. 112-33 1l2,g !!Z Ä 16;J iS 59,24 12 422 7.43 73,45 3,039 18,85 8hg ’iS 4,196 3.5'» 20,91 kftrl^K— ,ih _2-— o Ä E 3 o O r— C S E E 3 K E <-> «O El o E O E © © ö E O »-» Ä- et O L L E E B E E B E cSß £a8R XL -» := C B L ‘g- 3 'o E — — o -- O K =S = £ 3*o"c „ — ® E «a „ .CS L P A o._.SS <» t, ■P .e Z «-I^A L - 2 w C ®A — '? 5-A * I >0 c o» P «gfis—S 5" AS s?r » - °-3-° X 13 :3 — ö es - - « tc€ B=. 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