Nr. HO (Elftes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 28. Juni (950 Erscheint täglich, anher Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Glehener FamilienblLtter Heimat im Dill» Die Scholle Blonoli-Btiugsprtti: 2.20 Reichemark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen «inzelnerRummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlllße anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Oiehen. poßschetnonto: Stanffurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrvhl'fche Univerfitülr-Vuch. und Stetnöratferel H. Lange in Gietzen. Schrisllettnng und SeschSftrftelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Iiigrtnummtt vi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, au»wärt» 10 Reichepsennig, für Ro« klameanz«,gen von 70 mm Brett« 35 Rrich-pfennig, Platzvorschrift 20*,. mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Will». Longa. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lana«: für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für bew Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biegen. Frei wird das deutsche Land am Rhein. Die Fahnen hoch. Don Geheimrat Dr. Hermann Onclen, o. Professor der Geschichte an der Universität Äerlin.* Fm weltgeschichtlichen Sinne geht mit der Rau- mung des deutschen Bodens am 30. Juni 1930 eine Epoche in dem säkularen Rheinkampf zwischen der deutschen und französischen Nation zu Ende. In welchem Matze dieser liefe Einschnitt in den Beziehungen der beiden Völker einen wirklichen A b • Strescmann. schlutz bedeutet, und in welchem Matze er doch nur wieder eine Etappe in einer weitergehenden Entwicklung sein wird, vermag heute noch nie- manb mit Sicherheit zu sagen. Aber eine politisch denkende Nation muß, inmitten des Gefühls aufatmender Erleichterung, auch in diesem Augenblick unerbittlich nach rückwärts und vorwärts schauen, um zu wissen, wo sie steht. Noch einmal erinnern wir uns der Kriegs- ziele, wie sie das kriegführende Frankreich zu- "letzt noch im Februar 1917 mit dem Rußland des Zaren Nikolaus II. amtlich vereinbarte. Sie umfaßten: 1. Rückgabe Elfatz-Lothringens. — 2. Erweiterung Lothringens, nach Matzgabe feiner historischen Grenzen und der strategischen Notwendigkeiten, unter Einbeziehung der lothringischen Eisengruben und des Kohlenbeckens im Saargebiet. — 3 Abtrennung des ganzen übrigen linken Rhein- ufers vom Deutschen Reich, aus „feder politischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit vom deutschen Staat". — 4. Bildung eines autonomen und neutralisierten Staates aus diesen Gebieten, der so lange von französischen Truppen besetzt bleiben sollte, bis alle Bedingungen und Garantien des Friedensvertrages erfüllt waren. Die Summe dieser Forderungen war, bei aller Verschleierung und unbestimmten Befristung, die französische Rheingrenze aus der ganzen Linie von Basel bis Eleve: eine neue Stufe der französischen Rheinpolitik, die zuletzt in der Vorgeschichte des Krieges von 1870/71 eine verhängnisvolle Rolle spielte. Daß in dieser traditionllen Politik zugleich Stern und Endziel einer sranzösischen Hegemoniepolitik auf dem Kontinent stecken, ist von den curo- päischen Mächten schon am Ende des 17. Jahrhunderts erkannt worden. Es ging auch diesmal um nichts Geringeres. Was selbst in Versailles die Siegermächte dem französischen Verbündeten nicht zugestehen wollten, hat die französische Politik, den Traditionen ihrer Geschichte getreu, in dem Jahrzehnt nach Versailles in immer neuen Anläufen der Welt abzuringen und abzulisten versucht. Dagegen hat das deutsche Volk, gebrochen aus dem Weltkriege herauskommend, wehrlos, verelendet und isoliert, den Kampf der Freiheit und der Ehre führen müssen. Alle deut- schen Schicksalsfragen seit Versailles: die Durchführung des Friedens, die Räumung unseres Bodens, die Festsetzung der Reparationen, die Rehabilitie- rung und Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund, sind auf einer Bühne ausgefämpft worden, auf der jene verborgenen Endziele der französischen Rheinpolitik den großen Unsichtbaren darstellten, der alle Fäden in dem Drama zog. Diesen Abwehrkampf haben wir Deutschen g c - wonnen seit jener Wendung im Spätherbst 1923, in der Strefenwnn die Führung der Geschäfte übernahm. Wenn wir uns den großen Zusammenhang der Geschichte vergegenwärtigen, in dem dieser letzte Kampf um den Rhein steht, dann dürfen wir mit berechtigtem Stolz die Fahnen in den befreiten Landen Hochziehen: der Abmarsch der französischen Truppen, auch wenn Briand ihn hinter dem purpurnen Vorhang seines europäischen Unionsvor- schlages zu verhüllen sucht, ist ein Verzicht auf ein Programm, das mit höchster nationaler Leidenschaft von unfern Nachbarn durchzuführen * Aus dem der Rhcinlandbcfreiung gewidmeten Iuniheft des „Rheinischen Beobachters". Mainz, das Zentrum der III. Zone. <1 _— WF7- versucht wurde. So atmen wir auf in dem Gefühl, daß die Nation das heffte Tal des Todes durch fchritten hat: der neue deutsche Staat hat seine erste große Ausgabe auf dem Wege der Befreiung gelöst. Aber das Bestehen des Abwehrkampfes gibt uns in dieser Stunde noch keinen Anlaß, kein Recht zu rauschenden Festen und lauten Fanfaren tßir können uns nicht verhehlen, wieviel wir der eigenen Kraft und wieviel wir dem Gewicht der anderen Mächte verdanken. Und jetzt erst, wo das Joch von uns genommen wird, werden wir uns bewußt, wie viele nie wieder gutzumachende Opfer uns diefer Kampf gekostet hat, wie viele seelische und materielle Werte in ihm verlorengingen, wieviel Blut und Jammer, wieviel Erniedrigung und Peinigung mit ihm verbunden waren. Unter vieles ist heute ein Strich gemacht worden, und es liegt uns fern, von neuem die Leidenschaften aufzupeitschen. Aber eine ehrenhafte und politisch denkende Nation wird niemals aus ihrem Gedächtnis die Zeiten dieser Prüfung und Heimsuchung auslöschen können. Sie erlegten unserem Volke Härteres auf a\> selbst der Krieg • Darum wird auch kein Deutscher die bittere Empfindung unterdrücken können, daß die Liquidation der französischen Rheinpolitik an einer Stelle auch am 30.6uni 1930 noch nicht vollzogen, ist: daß Entmilitarisierung des linken Rheinufers samt der 50-Kilometer-Zone — eine Wehrlosigkeit, die ihre moralische Begründung in der unmoralischen Kriegs- schuldthese hat? Sollen mir immer wieder erfahren, daß auch ein Frankreich, das das linke Rheinufer räumt, darum den Druck auf unsere entblößte und offen«- Westfront keinesfalls aufzugeben entschlof- scn ist? Wenn wir die ganze Bilanz des letzten Jahrzehnts ziehen und unsere Innere, wirtschaftliche und soziale Gesamtlage überblicken, gewahren wir nicht nur die Folgen des Weltkrieges und die aus ihm stammenden Lasten. Das deutsche Volk wird die starben aus dem Kampfe, in dem unsere Politik zwischen die beiden Schraubstöcke der Rheinpolitik und der Re- parationsfestsetzung genommen war, die Folgen der Verlängerung und Verschärfung dieses Ringens nicht sobald wieder loswerden, sondern an seinem Körper durch die Jahrzehnte tragen. Das bleibt zurück. Und doch wollen wir die Fahnen Hochziehen. Dor allem um unserer Volksgenossen am Rhein willen, die mehr zu tragen hatten als wir alle, und sich dem natürlichen Gefühl, daß das Joch von ihrem Nacken genommen wird, nun endlich hin- geben können. Wir wollen angesichts der Befreiung des deutschen Landes, so unendlich mühsam sie errungen ist, auch den Glauben nicht aufgeben, daß Singen. die Entscheidung über das Schicksal des S a a r gebt c t e s sich unbestimmt hinauszögert. Dieses Stück der sranzösischen Kriegsziele, für das einst in Ver- sailles eine wirtschaftliche Rechtfertigung gemacht wurde und sogar ein gefälschtes Motiv gefunden werden sollte, ist heute noch nicht endgültig von der Tagesordnung verschwunden. Der Ähatten dieser Enttäuschung fällt tief in 6ie Feierstunden der Befreiung hinein. Das ist überhaupt die große Frage, die sich bei der Einstellung der offensiven Rhempolitik der Fran- zosen uns ausdrängt: Was bleibt von ihr zurück? Wir beobachten, daß in Frankreich die Widerstände in der Armee und der öffentlichen Meinung gegen die neue Politik fortbauern. Es läßt sich nur darauf schieben, daß in diesen Tagen bei der Zerstörung der Flughallen ein Verfahren angewandt wird, das die Geste des Siegers bis in die letzte Stunde des Abzugs den Menschen einprägen möchte — nicht die materielle Zerstörung, sondern das Symbolhafte dieses Handelns wird in unserem Gedacht- nis bleiben. Sollen wir bis zuletzt daran erinnert werden, daß aus diesem Verteidigungskampfe dort unsere eingestandene Wehrlosigkeit zurückbleibt, die damit ein Schritt weiter zur Versöhnung der Soifer getan ist. Auch im sranzösischen Volke gibt es Kreise, die sich ehrlich davon überzeugt haben, was ein wirkliches Zusammengehen der Deutschen und Franzosen für die Wohlfahrt und Befriedung unteres Erdteils bedeuten kann. Beide Völker brauchen nur auf die unabsehbaren Umwälzungen in der Welt, auf die grollenden Gewalten der Tiefe, auf die ernsten Lehren der Volkswirtschaft zu blicken, um zu wissen, was sie gemeinsam tun sollten. Es ist die Ausgabe der deutschen Politik, in den Gestaltungs- Möglichkeiten einer besseren europäischen Zukunft — die ohne Deutschland von vornherein zum Tode verurteilt sein würde — dem Gedanken der wahren Gerechtigkeit und der Parität unter den Völkern zu seinem Rechte zu verhelfen. Wir gehen damit auch den Weg der Befreiung weiter, an deren Anfang wir heute stehen. Der 30. Juni 1930 ist das Ende einer weltgeschichtlichen Epoche — das Schicksal der Menschheit wird davon abhängen, ob er zugleich das Gingangstor zu einer neuen und besseren Zeit sein wird. Dem befreiten Rheinland! Don (Jarl Shriftian Gchmik», 2)1. b. R, Staatssekretär im ^eichsimnisierium für dis besetzten Gebiete. Wenn am 30. Juni die lohten französischen Truppenzüge über die Reichsgrenze gerollt sind, und die Pariser Botschafterkonserenz zur Mitternacht deS gleichen ^ageS ba# Besatzung-recht außer Straft gesetzt hat. so ist entgegen aller Skepsis noch in jüngster Vergangenheit FrankEarl Christian Schmid. reich -Rückzug oom Rhein Tatfache. Gin Kapitel deutschen Rachkrieg-schicksalS gelangt dann zum Abschluß, da- in ganz besonders sichtbarer Form die Unfreiheit und Bedrückung unsere- Vaterlandes vor aller Welt offenbart hat. Die scharfen, innerpolitischen Gegensätzlichkeiten, der Wirrwarr der Meinungen, hie große wirtschaftliche und seelische Rot weitester Volk-kreis« verdurneln für hie (^egemnarit die Bedeutung der nunmehr vollzogenen Gesamträumung de- RheinlandS. Erst in späterer, ruhigerer Zeit wird es allgemeine Erkenntnis fein, daß der 30. Juni 1930 mit einem weltpolitischen Vorgang verknüpst ist. der zu den wichtigsten Ereignissen der neuesten Geschichte gehört. Lebhafte Freude bewegt jede- deutsche Herz, daß der rheinische Voden endlich frei wird von den Truppen unserer ehemaligen Feinde. F a st zwölf Jahre haben die Gebiete der dritten Rheinlandzone da- Joch fremder Militärgewalt ^u tragen gehabt. GS ist ein einzigartiger Fall tn den modernen Völker be^iehungen, daß einer der reichsten und blühendsten Teile eine-Kulturstaats auf fo lange Zeit einem diktatorisch schaltenden Okkupationsregime au-geliesert worden ist. Dabei wurde diese- Regime von französischer Seite viele Jahre hindurch in der ossenkundigen Tendenz gehandhabt, das in den FriedenSver- handlungen nicht erreichte ttabitionelle rheinlandpolitische Ziel noch nachträglich zu verwirklichen und in mehr ober weniger verhüllter Form die Lande am Rhein unter die Oberherrschaft Frankreich- zu bringen. All« Mittel dep Gewalt und politischen Beeinslussung wurden hierfür angewendet. Auf den unmittelbaren militärischen Druck und die Putschversuche der Wa^enstillstandSzeit folgten die Perioden der wirtsHastlichen Abschnürung und der kulturellen Propaganda, bis tn den Jahren 1923 24 mit dem Ruhretnmarsch und den ihm nachfolgenden Ansturm der separatistischen Söldlinge der letzte große Generalangriss zur LoSreißuna der Rheinlande erfolgte. Mit ernster Sorge haben wir in manchem kritischen Augenblick auf da- Dö Iker ringen um den Rhein geblickt. Aber immer wieder konnten wir mit berechtigtem Stolz beobachten, mit welchem Opfermut und welcher Dtand- hastiakeit daS rheinische Volk alle Bedrückungen, alle Verlockunaen abwehrte. Die imposante Feier der taufenbjäfrigen Zugehörigkeit deS Rheinlands zum Reich im Zähre 1925 ließ für dis Welt keinen Zweifel mehr übrig, daß Frankreich da- Spiel verloren hatte und daß die Rheinländer durch nichts von der ewigen Schicksalsgemeinschaft mit dem übrigen Deutschland losgelöst werden können. Die deutsche Wacht am Rhein hatte sich auch im waffenlosen Kamps bewährt. 3n Dankbarkeit gebeult am Tage der Rhein- lanbbefreiung das getarnte deutsche Volk, soweit eS nicht augenblicklich durch überhitzte Partei- leidcnschaften verblendet ist, derjenigen Männer, welche die deutsche Außenpolitik der letzten Fahr« verantwortlich geführt haben. Belastet mit dem tragischen Zwiespalt zwischen den realen Macht- veryältnissen und den Wunschbildern emeS Volkes von großer Tradition und leidenschaftlichem Drang nach raschem Wiederausstiea, haben sie in vielsach unpopulärer, kluger und besonnener Arbeit die Voraussetzungen für die Rheinlandräumung geschaffen. Ganz besonder- leuchtet heute in der Erinnerung auch der Aame Gustav Stresemann. den ein harte- Geschick wenig« Monate vor der Vollendung deS BefreiungS- werkeS, dem er fein staatsmännische- Können und seine ganze Straft gewidmet hatte, aus unserer 211 Ute abberufen hat Gewiß iü mit btua Abzug der Besatzung den Rheinlanden keineswegs die volle Freiheit zurückgewonnen. Denn es bleibt ihnen nach dem Versailler Friedensdiktat die Bürde der Entmilitarisie- r ü n g , die nicht nur eine militärpolitische Grenze nach dem übrigen Deutschland, sondern auch mannigfache Behinderungen des rheinischen Der- kehrsystems und der rheinschen Wirtschaft bedeutet. Es bleibt ferner immer noch ungelöst die politische und wirtschaftliche Rück- gliederung der Saar^zum deutschen Mutterland. Wir grüßen am Tag der Rheinlandräumung unsere Landsleute an der Saar, und geben iAren die Versicherung, daß wir nicht ruhen werden, bis auch sie restlos wieder mit uns vereinigt sind. And wenn wir in diesem Zusammenhang auch Eupen-Malmedy erwähnen, so verknüpfen wir damit die Hoffnung, daß mit der fortschreitenden Lieberwindung der Dr. Fuchs, Oberpräsident der Rheinprovinz. Der Tag der Erlösung der Rheinlande von fremder Militärherrschaft ist ein Feiertag des ganzen deutschen Volkes. Möge deswegen bei der festlichen Begehung dieses Tages in allen deutschen Landen der innere Hader für einige Augenblicke zurücktreten und der Gedanke der S chi ck s a l s v e r b u n - denheit und der Volksgemeinschaft im Vordergrund stehen. Der Kampf im Rheinland selbst konnte nur durch die einmütige und geschlossene Abwehrfront aller Volkskreise erfolgreich ausgehen. Diesem Vorbild der Rheinländer getreu wollen wir am Tage der Rheinlandbefreiung geloben, daß wir uns auch in Zukunft gegenüber allen äußeren Gefahren für den Bestand des Reichs fest zusammenschliehen wollen, weil nur ein nach außen einiges Vol k sich auf die Dauer behaupten und wieder zu Ansehen und Geltung in der Welt emporsteigen kann. Landau (Pfalz). — Die Ringstraße mit der katholischen Kirche. L w* ■ SÄT' V :■ MM. ».w Frauenbewegung hatte die an das Haus gebundene deutsche Frau erst langsam an diese Form der Gemeinschaft gewöhnen müssen. In der Rot- zeit lernten auch diejenigen, die bisher abseits gestanden hatten, den Segen dieser Gemeinschaft binnen. Das Ziel des Standhaltens stellte sich durch die Aussprache deutlicher heraus; die Bedrängnisse wurden leichter getragen, da ade mehr oder weniger davon betroffen waren. Soziale Reuaufgaben stellten nicht allein an den guten Willen, sondern vor elftem an die Organi- fationsaufgabe große Ansprüche. Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz wurde vielleicht am wenigsten behindert und konnte sich so zusammen mit dem Roten Kreuz die größten Verdienste um die Gefangenenfürsorge erwerben; in anderer Hinsicht mußte er sich allerdings auch wieder seiner internationalen Stellung wegen große Freiherr Langwerth von Simmern, der Reichskommissar für die besetzten Gebiet«. Kriegspsychose das jenem Gebiet angetane Anrecht gleichfalls seine für uns unverzichtbare Wiedergutmachung finden möge. Das wirtschaftliche Elend weitester Dolkskreise und die ernste innere Lage gebieten ein Maß- Halten in festlichen Veranstaltungen. Am so Herz- licher ist aber der innere Anteil, den ganz Deutschland an der Freude des Rheinlands über die wiedererrungene Freiheit nimmt. Rur wer die Leidenszeit des Rheinlandes miterlebt hat, vermag in vollem Ausmaß jenes Gefühl der Erleichterung mitzuempfinden, das während der nächsten Wochen im ganzen Rheinland nach begeistertem Ausdruck ringen wird. Jede militärische Okkupation ist ihrer Ratur nach mit mannigfachen Beschwernissen und nicht zuletzt mit einer ständigen psychologischen Belastung für die betroffene Bevölkerung verbunden. Wenn die Rheinlandbesehung die rheinische Bevölkerung vor allem in den von französischen und belgischen Truppen belegten Gebietsteilen darüber hinaus ganz ungewöhnlichen Leiden ausgesetzt hat, so ist die Ursache in jenen allgemeinpolitischen Tendenzen zu erblicken, zu denen die Okkupationsgewalt vielfach mißbraucht worden ist. Der fran- zösifche Oberkommissar T i r a r d hat in einer Presseunterredung über das große Werk der Besetzung in der Pariser Zeitung »Le Journal vom 9. Juni dieses Iahres davon gesprochen, daß die Besetzung in einem wahrhaft europäischen Geiste geführt worden sei. Er hat ferner mit nicht geringer Genugtuung feststellen zu können geglaubt, daß die erste Kundgebung der Interalliierten Rheinlandkommission bei der Aufnahme ihrer Tätigkeit am 10. Ianuar 1920 mit ihrer Ankündigung einer freiheitlichen und versöhnenden Politik ihre Verwirklichung gefunden habe, und daß die Bewohner mit der Besatzung nicht nur korrekte, sondern ungezwungene Beziehungen unterhalten hätten. Dieser Versuch einer letzten Selbstbeweihräucherung dürfte im gesamten Rheinland die entsprechende Resonanz finden. Die rheinische Bevölkerung weih nur zu gut, welche Aeberfülle von Drangsal ierungen geradeHerrnTirardzur Last zu schreiben ist und welche Rolle er insbesondere in der Zeit des Seperatistenschreckens gespielt hat. Durch nichts sind die deutsch-französischen Beziehungen nach dem Kriege immer wieder so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, wie durch die übermäßige Ausdehnung' und die rücksichtslose Handhabung der Rheinlandbesehung. Heißer Dank gebührt am Befreiungstage den zahlreichen Rheinländern, die im Kampf um Volkstum, Staatsverbundenheit und Heimat Opfer an Leben, Gesundheit, Freiheit und Vermögen auf sich genommen haben. Richt nur in opferbereiter und zäher Duldung, sondern auch in aktiver Abwehr, wo andere Mittel versagten, hat die rheinische Bevölkerung ihre vaterländische Treue bewiesen. Mit welcher Genugtuung erfüllte es ganz Deutschland im Winter 1923/24, als die Kunde von dem entschlossenen Vorgehen gegen die Separatistenhorden _ und ihre Häuptlinge von Düsseldorf bis südwärts zur Pfalz beredtes Zeugnis von dem ungebrochenen Mut und dem FreihÄtswillen der rheinischen Bevölkerung uns übermittelte. Ein Denkmal der Dankbarkeit wollen wir aber auch aufrichten für das stille Heldentum namentlich der rheinischen Frauen, die so lange Zeit an Haus und Herd die ungebetenen fremden Gäste beherbergten und auch in den schlimmsten De- drückungsperioden, als die wirtschaftliche Rot übermächtig zu werden drohte, immer den Kopf oben behalten haben. Reich und Länder waren bemüht, die materiellen Folgen der Besetzung nach Möglichkeit auszugleichen. Aber diese Hilfsaktion muhte beschränkt werden auf die sichtbaren Schäden und konnte sich auch nur im Rahmen der beschränkten Kräfte unserer heutigen Finanzen bewegen. Die indirekten Auswirkungen der langen Besetzung blieben unberücksichtigt und werden auch in Zukunft noch für eine längere Aebergangsperiode die wirtschaftliche Entfaltung des deutschen Westens belasten. Das inzwischen fertig vorbereitete und unmittelbar vor der praktischen Durchführung stehende We st Programm ist dazu berufen, hier helfend einzugreifen. Wenn aber Herr Tirard in dem erwähnten Presseinterview erwähnt hat, daß der demnächstige Wegfall der Desatzungsvergütungen, den patriotischen Jubel über die Befreiung etwas dämpfen werde, so dürfte auch diese Behauptung davon zeugen, daß der französische Oberkommissar trotz seiner langjährigen Tätigkeit im Rheinland keinerlei Fühlung mit der Mentalität der rheinischen Bevölkerung gct: :“.‘.’.en hat. Deutsche Frauen im Kampf um den Mein. Zehn Jahre Befreiungsarbeit 6er Liga der rheinischen Frauen. Don Or. Philippine Freiin von Hertling. Ein Leben, das immer nur zwischen Leid und Sorge verläuft, wird meistens verkümmern; die Mehrzahl der Menschen braucht Sonnenschein zu ihrer geistigen Gesundheit. And wie sich viele Lebensgesehe von einzelnen auf die Gfamt- heit, vom Individuum auf das Volk übertragen lassen, so auch dieses. Deshalb wollen wir den Blick nicht ausschließlich auf die sorgenvolle Lage der Gegenwart richten, sondern schon um dezr Iugend willen die Freude des De - sreiungstages voll in uns ausschwingen lassen. Es hat Zeiten gegeben, wo man den Er- olg dieses Tages kaum zu erhoffen wagte; wenn wir heute daran zurückdenken, so geschieht es nicht in Haß und Rachsucht, sondern um die Schwere der Gefahr und die Größe des Sieges erinnernd abzuwägen. In dem Drama dieses Befreiungskampfes fiel dem rheinischen Volk die Hauptrolle zu; wo immer es aber um Glück oder Anglück eines Volkes geht, da tehen mitten im Strom des Geschehens die Zrauen. Es ist unmöglich, sie aus dem Schick- al ihres Volkes, dem sie tausendfach verflochten ind, herauszulösen. And gerade die Art die- es waffenlosen Kampfes, bei der die Verteidigung des Heimatbodens so stark und unmittelbar zum Ausdruck kam, stellte die Frauen mitten in die Kampflinie. Für die Hausfrau wurde nicht selten gerade das Haus zum Schauplatz dieses Ringens. Es ist viel über die Wohnungsnot, über die Beengung im Hause, über die Zerstörung des Familienlebens, übex Schaden und Verlust unersetzlicher oder wertgehaltener Gegenstände geschrieben und gesagt worden. Wer solches als Kleinlichkeiten abzutun versucht, der vergißt, daß nichts schwerer zu ertragen ist als die Röte des Alltages. Die große Tat findet meist auch eine große Stunde; aber der langen, gleichförmigen Kette der Tage fehlt die heroische Geste. And doch, wieviel bedeutet die Atmosphäre des Hauses für alle, die darin leben! Hier ist es, wo die Hausfrau als Gattin und Mutter bestimmend auf das Leben der ihr Anver- trauten einwirkt. Soeben erst war nach unerhörten Opfern der Krieg verloren worden; sollte dem mächtigen Feind gegenüber der Kampf nicht von vorneherein aufgegeben werden? Würden die Franzosen nicht doch erreichen, was sie wollten? Oder war es nicht gleichgültig, wie das Schicksal des Staates sich weiter gestaltete? Ließ es sich nicht schließlich, nachdem so vieles verloren, auch unter französischer Dorherschaft leben? Sollte man das letzte noch, was man gerettet, die Existenz, das Leben der auS dem mörderischen Kriege heimgekehrten Männer politischen Dormachtsfragen opfern? Gewiß, es gab manche, die so dachten. Müde Resignation, stumpfe Gleichgültigkeit, wo gäbe es die nüht? So manche Frau zitterte um die Zukunft ihrer Familie, wenn sie Hab und Gut zurücklassen mußte und mit den Ihren ausgewiesen wurde. Oder, im Rheinland zurückgeblieben, sah sie mit schwerem Herzen die Gefahren und Entbehrungen, denen Mann und Kind ausgesetzt waren. Manche Frau glaubte sich in die Schrecken deS Krieges zurückversetzt, wenn die Militärgerichte hohe Gefängnisstrafen verhängten und die Männer oft zum Schaden ihrer Gesundheit in harter Haft schmachteten. Die von den Separatisten angezettelten Straßenkämpfe kosteten noch vielen Tapferen das Leben. Aber trotz allem, diese Opfer wurden gebracht. Sie wurden getragen, obwohl der Ausgang damals noch vollkommen zweifelhaft erscheinen konnte, sie wurden freiwillig getragen, obwohl das Volk wußte, daß es mit einer anderen politischen Haltung all das Schwere umgehen, ja sich wesentlich günstigere Lebensbedingungen hätte schaffen können. Das bewußte freiwillige Dulden und Tragen wurde zu einem großen, erschütternden Dekenntnis zu Deutschland, vor dem die anderen betreten und enttäuscht zurückwichen. Bald lernten die Frauen nicht nur opfern, sondern auch handeln. Sie waren im Krieg durch eine gute Schule gegangen. Die Erziehung der Iugend war in weitgehendem Maße, und besonders in der Etappe oft unter sehr schwierigen Amständen und sehr beschränkten Raum- Verhältnissen in ihre Hand gegeben. So wußte man auch jetzt all der Schwierigkeiten, die in der Desahungszeit einem geordneten Schulwesen entgegenstanden, Herr zu werden. Die soziale Tätigkeit, sowohl die freie Liebestätigkeit, wie auch die amtliche Fürsorgearbeit, hatte viele Frauen in enge Derührung mit dem Volk gebracht, wie auch viele Frauen des Volkes in dieser Tätigkeit geschult waren. In der Rot wurde dieser Zusammenhang noch enger; dagegen konnten die mit ihrer Propaganda verbundenen Wohltätigkeitsbestrebungen der Franzosen nicht aufkommen. Der einzelne mag vieles dulden und wirken; erst durch den Zusammenschluß wird dieses Wirken sinnfällig und tritt in das Be- wußtsein der Allgemeinheit. So erlebten die Frauenvereine ihre große Stunde. Die Ehrenbreitstein. Zurückhaltung auferlegen. Der Dund deutscher Frauenvereine, der von Anfang an die staatsbürgerliche Schulung der Frauen auf sein Programm gesetzt hatte, konnte in der Aufklärungs- und Sammlungsarbeit besonder- erfolgreich wirken. Die Frauen der Arbeiterwohlfahrt und der Christlichen Gewerkschaften traten in der Abwehr der französischen Annektionsbestrebungen und der separatistischen Dewegung an die Seite der Gewerkschaften, deren Verdienste auf diesem Gebiet unumstritten sind. Die innige Fühlung mit allen Schichten des Volkes und der Ausgleich zwischen ihnen gelang in erster Linie den konfessionellen Verbänden. Der Deutsch- evangelische Frauenverein, der sich, wie schon sein Rame sagt, die Pflege deutscher christlicher Art und Sitte zur Aufgabe gemacht hatte, trat gerade dadurch der französischen Ku.> turpropaganda wirksam entgegen. Der Katholische deutsche Frauenbund pflegte in seinen Reihen eine enge schwesterliche Gemeinschaft, die den Bergarbeiterfrauen zur Zeit des Ruhrkampfes Stab und Stütze war. Die tüchtigsten Mitarbeiterinnen wurden in das bedrängte Gebiet entsandt, um den Schwestern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mit erfinderischem Geist ersann man immer neue Formen der Zusammenkunft, und gestärkt und getröstet übernahm man nach einer solchen Stunde wieder die schwere Pflicht des Durchhaltens. Hedwig Dransfeld, dir die Dedeutung dieser Kleinarbeit für das große Ganze erkannte, gab die Anregung, eine Arbeitsgemeinschaft zu gründen, um die Aufgaben dieser Zeit zu meistern. So entstand die Rheinische Frauenliga als Verbindung zwischen den einzelnen Vereinen, deren Tätigkeit einander ähnlich war oder sich doch in vielen Stücken ergänzte. Pflege des Gemeinschaftsgefühles, das unter dem äußeren Druck im Rheinland immer stärker heranwuchs, gegenseitiges Kennenlernen, Austausch der Erfahrungen und Arbeitsmethoden wurde erstrebt und zum guten Teil auch erreicht. Die Verbundenheit mit dem unbesetzten Deutschland und der Zusammenhang der besetzten Gebiete untereinander, die ja verschiedenen deutschen Ländern angehörten, lag Hedwig Dransfeld besonders am Herzen. Die Franzosen gingen darauf aus, die besetzten Zonen voneinander abzuschließen, um erst einmal an einer schwachen Stelle einen Teilerfolg davonzutragen. Das mußte trotz drakonischer französischer Maßnahmen verhindert werden; auch dem entlegensten Gebiet mußte das Dewußtsein erhalten bleiben, ein Teil eines unzerreißbaren Ganzen zu sein. Auch im Ausland hat Hedwig Dransfeld ebenso wie die anderen Führerinnen vielfach für das geliebte Rheinland geworben. Sie sah, daß dem machtlosen Deutschen Reich al- einzige Waffe das sittliche Gefühl für Recht und Menschenwürde geblieben war, das trotz allem im Herzen vieler Menschen schlummert. Diese Waffe hat sie mit dem ganzen Ernst und mit dem ganzen Ethos ihrer Persönlichkeit für ihr Vaterland eingesetzt. And wenn Frankreich schließlich in der Rheinlandfrage den Kampf um die Weltmeinung verloren hat, so mag nicht die geringste Arsache in der einigen, festgefügten Aufklärungstätigkeit der deutschen Frauen zu suchen sein. So haben die Frauen im Kampf um die Befreiung des Rheinlandes ihre Pflicht getan und mehr als das, sie haben sie mit dem Herzen getan. Auf sozialem, auf karitativem, auf natio- nalpvlitischem Gebiet, im Haus und im öffentlichen Leben, von den einzelnen und von den Organisationen ist bedeutende und entscheidende Arbeit geleistet worden. Roch stehen wir nicht am Ziel; was uns von diesem heißersehnten Tag der endgültigen Befreiung und- Rechtfertigung des deutschen Volkes noch trennt, das bedarf keiner , nüchternen Aufzählung. Ieder Deutsche fühlt und weiß es. Das Rheinland tritt mit dem Tag seiner Befreiung noch fester als bisher in den Ring der Grenzgebiete, die Deutschland umschließen und — wir hoffen es — immer Zusammenhalten werden. Sein Wissen und seine Erfahrungen wird es in diese Arbeit hereintragen und nutzbar machen zum Segen für das ganze Deutschland. Kein besonderer Segenswunsch ist es, daß der Burgfriede, ja d i e W a f- fenbrüderschaft über alle Schranken hinweg. die sich in schwerer Zeit so herrlich bewährt hat, im Rheinland erhalten bleiben und in ganz Deutschland nachgeahmt werden möge. Das Deckliligsprograinm der Reichsregiemng noch nicht veröffentlicht. Oer Reichskanzler berichtet dem Kabinett. — Oie Oeckungsvorlagen heute dem JReid)0rof unterbreitet. B e t H n, 27. 3uni. (IDIB. Amtlich.) Reichskanzler Br. Brüning, der heule vormittag nach Berlin zuruckgekehrl ist. berichtete in der heutigen Sabinettssihung zunächst über seinen gestern dem Herrn Reichspräsidenten erstatteten Vortrag. Da» Reichskabinett verabschiedete sodann die inzwischen sertiggestellten Texte der dem Reichrrat und dem Reichstag vor- zulegenden Veckungsvorlagen. Die Reichsregierung wird bereits morgen durch den Tfiunb des Reichskanzler» und de» neuen Reichsministers der Finanzen im Reichsrat in öffentlicher Sitzung den Staat»- und Ministerpräsidenten der deutschen Länder ihre Vorlagen unterbreiten und aus schleunig ft e Erledigung im Reichsrat bringen, um sie sodann möglichst noch im Laufe der nächsten Woche auch dem Reichstag zur Entscheidung vorzulegen. 3n Kreisen, die der Reichsregierung nahestehen, rechnet man nun ziemlich optimistisch damit, dah das Programm des Reichssinan,Ministers Dietrich, wenn auch mit geringfügigen Aenderungen, eine Mehrheit finden wird. Reber den Inhalt ist im Reichstag bekanntgeworden, dah es nun bei dem Rotopfer für die Beamten von 2% v. h. mit einer unteren Freigrenze von 2000 Mark bleibt, während die Fe st besoldeten In den Ein - kommen st euerzufchlag von 10 v. h. für die Richtbeamteten einbezogen werden. Die Ledigensteuer soll angeblich a u f 2 0 v. h. erst ö h t, also den ursprünglichen Plänen gegenüber verdoppelt worden sein. Dazu kommen dann noch die Vorlagen, die bereits genannt worden sind, also die Vorverlegung der Fristen für die 31- garettensteucr ufw. 3m Anschluß an die Konferenz der Ministerpräsidenten wird der Kanzler dann um 12 Uhr d i e Parteiführer empfangen: dieser Besprechung kommt aber nur informatorische Bedeutung zu. Oie Haltung der Volkspartei. 'Berlin, 28. 3uni. ($1L Funkspruch.) Aach der ,D 2l Z." verlautet, dah Dr. Curtius WahlkreiSverband das Ersuchen an den Außenminister gerichtet habe, für den Fall, dah er bei einem Ausscheiden der Dolkspartei sein Amt behalten sollte, sein Abgeordnetenmandat niederzulegen. Der Minister soll bereit sein, diesem Ersuchen Folge zu leisten. Die ,D A Z." glaubt allerdings nicht an die Gerüchte, dah Vie DDP. nach Bekanntgabe deS Sanierungsprogramms aus der Regierung aus- scheiden werde. ES erscheint dem Blatt ausgeschlossen, dah gerade von der Partei an der Schwächung der bürgerlichen Front gearbeitet werden sollte, die berufen sei, in der Reform der öffentlichen Wirtschaft und deS Staates eine Rolle zu spielen. Rach Auffassung der DAZ. würde der nicht genügend motivierte Rückzug aus dem bürgerlichen Kabinett Brüning für die DDP. noch bedeutend schwerere Folgen haben, als der seinerzeitige Verzicht auf die Macht In Preuhen. Die „B vrsen-Zeitung" meint, das Kabinett habe bei der Aufstellung des Programmes sehr stark auf die Unterstützung derSozial- d e m o k r a t i e gerechnet. Es entstehe deshalb die Frage, ob alle Mitglieder des Kabinetts es mit ihrer politischen Herkunft vereinbaren könnten wenn sie sich von der Sozialdemokratie ihre Unterstützung holten. Oie Vertreter des Deutschen Beamten» bundes beim Reichskanzler. Berlin, 27. Juni. (ERD.i Reichskanzler Dr. Brüning empfing heute mittag 12 Uhr die Vertreter des Deutschen Beamtenbundes, um sie mit den Absichten der Reichsregierung zum Deckungsprogramm bekannt zu machen. Dom Reichskabinett nahmen an der Besprechung teil: Vizekanzler Dietrich, Reichsinnenminister Dr. Wirth, Reichspostminister Dr. S ch ä h e l, Reichsverkehrsniinister von ® u e r a r t>; vom Deutschen Deamtenbund waren erschienen: Bundesvorsitzender Flügel und die Herren Kugler, Ehrmann, Lenz und Hehlern. Bundesvorsitzender Flügel gab dem Reichskanzler die Zusage, dah unverzüglich die AÜftänbigcn Organe des Deutschen Dcarntenbun- des einberufen würden, um zu den Absichten der Reichsregierung Stellung zu nehmen. Sozialdemokratischer Antrag auf Pensionskürzung Berlin, 28. Juni. (WTB.) Die sozialdemokratische Reichstagsfraftion hat die Einberufung kratische Reichstagsfraktion hat die Einbringung eines Initiativgesehentwurfes beschlossen, nach dem die Pensionen in Zukunft in keinem 5all mehr den Betrag von 1 2000 Mk. im Jahre übersteigen dürfen. — Außerdem wird in dem Gesetzentwurf bestimmt, dah fü rPensionäre oder Wartegeldempfänger, die neben ihrer Pension oder ihrem Wartegeld ein privates Einkommen haben, das den Betrag von 6000 Mark übersteigt, eine Kürzung ihrer Bezüge aus öffentlichen Mitteln eintritt. Ein günstiges Zeichen. Steigerung dcsverkchrs bei derRcichspost Berlin, 27. Juni. (WTB.) 3m Arbeitsausschuß des Verwaltungsrats der Deutschen R e i ch s p o st stellte Reichspostminister Dr. S ch ä t- ze l fest, daß Verkehr und Einnahmen in fast allen Betrieszweigen der Deutschen Reichspost im Mai gegenüber dem Vormonat erfreuliche Steigerung en erfahren haben. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß die Aufwärtsbewegung des Postverkehrs anhalten und sich als günstiges Anzeiche'n für die allgemeine be tsche R o n ju ntturenöltflung erweisen werbe Der Abschluß für bas Rechnungsjahr 192 weist nach ben Darlegungen des Ministers einen Ausfall von 20 Millionen Mark auf, der jedoch durch Ersparnisse ausgeglichen werden konnte. Die Barablieferungen an das Reich in Höhe von 151,5 Mill. Mark sind sichergestellt. Der der Reichs- poft zufallende Anteil an der Mobilisierungsanleihc liefe im Augenblick ein. Hinsichtlich des Atbcits- beschaffungsprograrnms führte Reichspostminister Df. Schätze! aus, daß die Deutsche Reichspost 200 Mill. Mark zur Linderung der gegenwärtigen Wirt- schaftskrtse bereitftellen werde. Die internationale Regelung der Arbeitszeit der Angestellien. Genf, 27.Juni. (WTB.) Die Internationale Ar- beitskonferenz hat die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten erledigt. Sic hat einen Konvention«;, entwurf angenommen, der die Arbeitszeit im Handel und In den Bureaus international auf a ch t S t u n d e n f e st f e tz t. Als Arbeitszeit gilt die Zeit, während der das Personal zur Verfügung des Arbeitgebers steht. Die wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden muß so verteilt werden, daß die tag- liche Arbeitszeit zehn Stunden nicht überschreitet. Der Regelung sind folgende Betriebe unterworfen- Handelsbetriebe, Post-, Telegraphen. und Telephonbetriebe, Betriebe und Verwaltungen, in denen Bureauarbeit überwiegt. Die Konvention bedeutet in ihrem Gefamtinhalt keine wesentliche Aenderung der bestehenden deutschen Bestimmungen über die Arbeitszeit der Angestellten, und eine Ratifikation durch Deutschland würde keine Aenderung des geltenden deutschen Rechtes zur Folge^haben. Die Ronoention ist aber für eine Reihe von Staaten, in der die Arbeitszeitverhältnifse der Angestellten noch gar nicht ober nur ungenügend gesetzlich geregelt sind, von Bedeutung. Oie Regierungsbildung in Sachsen. Dresden, 28. Juni. (ERB.) Auf die Einladung der deutschnationalen Landtagsfraktion zu Besprechungen zwecks Bildung einer „marflftenrcinen" Regierung, hat die demokratische Fraktion eine abschlägige Antwort erteilt. Die Demokraten erklären, für sie komme nur eine Koalition unter Ausschaltung der radika - len Rechts- und Linksfraktionen in Frage. Die Demokraten, deren drei Stimmen zu einer Mehrheit sowohl auf der rechten, wie aus der linken Seite unentbehrlich sind, haben somit bereits ein entscheidendes Wort gesprochen. An ihrer Haltung toirb die Bil- oung einer sächsischen Regierung nach thüringischem Muster scheitern. Sine Kundgebung des Hessischen Landtags Oer Dank an das befreite Gebiet. Darmstadt, 27. 3uni. 3n bet heutigen Schlußsitzung des hessischen Lanbtags verlas der Abgeotd- nefc hafmann (Ztr.) folgende feierliche fiunb- gebung be» Landtags, die das Haus stehend anhörte: „wenn zur Mltternachlsftunde des letzten 3unitages in allen Dörfern und Städten unseres besetzten Gebiets die Glocken die endliche Befreiung einläuten, dann löst sich ein schwerer Druck von der deutschen Seele, und olle Herzen schlagen höher in gemeinsamer Freude. Mehr als elf 3ahre haben unsere Brüder und Schwestern im besetzten Gebiet Unsagbare» ertragen müssen. Fremde» Militär hat in unserem Lande geherrscht mit Rachrichtenzensur, Verkehrssperre. Spionagesystem, maßlosen pressefchikanen, erdrückenden Quartiertaftcn, Eino i sen in die deutsche Gesetzgebung und verwalt.:. g, grausamen Urteilen bet Militärgerichte, Massenausweisungen unb Freiheitsberaubungen in ekelerregenden Gefängnissen, scheußlichen Ueberfällen einer schwatzen Soldateska auf deutfche Frauen unb Mädchen, passiver widerstand und Separatismus rufen Bildet voll Elend und Trübsal in Erinnerung zurück: verödete Bahnhöfe unb Haufen verrosteter Eisenbahnschienen und stillgelegte Fabriken, mit französischem Geld bestochene vatertandsoerräter. Aber all bas hat nicht vermocht, b l e Treugesinnung bet Bevölkerung in» Schwanken zu bringen, ihren Helden- und £elben»muf zu erschüttern und da» enge Band zwischen links- und rechtsrheinischer Bevölkerung zu lockern. Deshalb gilt in dieser Stunde zuerst der Dank der Bevölkerung des besetzten Gebiets. Ihrer Treue und ihrem Opfermut ist es zu verdanken, daß die französische Rhein- republif gescheitert ist. Der Rhein ist künftig Deutschland» Strom und nicht Deutschlands Grenze. Der Donk gilt auch weiterhin all den Staatsmännern, durch deren kluge unb zähe Verständigungspolitik diese große Stunde der Befreiung heraufgefühtt wurde. Auch durch die Unversöhnlichkeit unserer ehemaligen Gegner hoben sie sich nicht von dem weg der Befriedung Europa» abbrängen lassen. Die Räumung des besetzten Gebiets bedeutet einen großen Schritt vorwärts in der Liquidierung des Krieges, und sie soll uns ein Unterpfand sein, daß wir auf diesem Wege weiterschreiten, unb daß unser Volk feine volle Selbstänblgkeit unb nationale Ehre zurückgewinnt. Roch wartet da» 5 aarge b i e t der Rückkehr zum Reich, wir erleben diese hehre Stunde In einer Zeit wirtschaftlicher Rot; dos wird die laute Freude dämpfen, aber sie dafür vertiefen unb zugleich die Mahnung in uns wecken, den Frieden, den wir mit unseren ehemaligen Gegnern erstreben, vor allem durch den Frieden im eigenen Volke vorzubereiten, die Mahnung zur Selbstbesinnung und Einigkeit." Tardieus verschwundene Mlliarden. Oer frisierte Etat. - Oie geheimen Rüstungsauögaben. Frankreich ist das erste Land, das die Folgen des Krieges überwunden hat; bank der aus Deutschland herausgepreßten ungezählten Milliarden ist es gelungen, nicht nur ben Wieberaufbau zw organisieren, sondern auch die Wirtschaft so anzuspannen, daß Arbeitslose für die französische Statistik ein unbekannter Begriff sind, das sogar noch Italiener und Polen herangeholt werden, nur um die nötigen Hände für die Aufträge zu schaffen. Daneben hat Poincares Finanzpolitik dafür gesorgt, daß der Etat mit vielen Reserven gepol- st e r t ist. Der Finanzminister verfügte im vorigen Jahr über eine Bewegungsmasse von rund 18 Milliarden Franken, das wären etwa drei Milliarden Mark. Auf dieses Kapital ist schwer gesündigt mar- ben, unb bas französische Parlament müßte eben kein Parlament fein, wenn es nicht bamit ben Wohltäter spielen wollte. Die Anfänge einer sozialen Gesetzgebung nach deutschem Muster sollen daraus Zuschüsse bekommen, unb Herr larbieu ist mit einem großen Fünfjahrsplan an bie Oeffentlichkeit getreten, ber dazu bienen soll, bie Wirtschaft auch weiterhin zu verstärken. Dabei hat sich nun aber plötzlich herausgestellt, baß bie stattliche Summe von Milliarben stark zusammengeschrumpst ist. Der Finanzminister hat sich vor bem Ausschuß in einige Widersprüche verwickelt. Die Lage begann kritisch zu werden. Die Sozialisten brachten eine Interpellation in ber Kammer ein, die bem Kabinett hätte gefährlich werben können. Eine Unter- b i l a n 3 von 6 Milliarden Franken ist immerhin kein Pappensttel. Trotzdem hat Tarbieu den Stoß aufgefangen, er hat bie Vertrauensfrage gestellt unb mit einer Mehrheit von 60 Stimmen auch gesiegt, so baß bie Besprechung der ganzen Angelegenheit zunächst verhindert ist. Weshalb? Run sehr einfach. Das ganze Geld ist für geheime Rüst ungen verpulvert worden, und cs war eine selbstverständliche Forderung der nationalen Disziplin, daß die Mehrheit die Regierung nicht im Stich lassen durste. Man erfährt auch einiges darüber, daß die Ausrüstung der Kolonialarmee in Afrika ergänzt worden ist, dah auherdem die Grenzbefestigungen wahrscheinlich an der italienischen Grenze rund 2,5 Milliarden verschlungen haben. Das alles aber selbstverständlich an dem reichlich hoch bemessenen Ausgaben des Etats vorbei. (Sine ganz vorsichtige Rechnung ergibt, daß Frankreich für seine Wehrmacht iij diesem Jahre etwa 20 Milliarden Francs, also rund 3,5 MilliardenGold- mark ausgibt. And das im selben Augenblick, wo Herr Vriand sein Paneuropa-Programm herausschickt, im selben Augenblick, wo die ewigen Klagen gegen das angriffswütige Deutschland fortgesetzt werden. Wir begnügen uns mit dieser einfachen Feststellung. Jeder Kommentar könnte die Wirkung der Zahlen nur abschwächen. Frankreich frisiert seinen Etat so, daß die Mehrausgaben verhältnismäßig geringfügig aussehen, dah sie sogar hinter denen Englands und der Vereinigten Staaten zurücktreten. Aber das ist nur Schauspielerei. Hintenherum werden auf dem Wege der Etatverschleierung die nötigen Gelder doch beschafft, so daß der französische Wchretat mit weitem Abstand an der Spitze aller Heeres- etats steht und die französische Kammer findet das so vollständig in Ordnung, daß sie sogar eine Interpellation der Regierung ablehnte! poinrorö bleibt der Politik fern. Paris. 27. 3uni. (WTB.) Die Wahl PoincarDs in den Dor st and der Pariser Anwaltskammer und seine voraussichtliche Ernennung zum Vorsitzenden der Kammer für das nächste Jahr wird den früheren Ministerpräsidenten für 3 Jahre von jeder Teilnahme an den R e g i e r u n g s g e- schäften fernhalten. Poincarä erklärte selbst denen, die ihn hierüber befragten, dah chm das Fernbleiben von der Regierung um so leichter falle, als der gegenwärtige Minister- präftdent Tardieu seinen Platz vollauf ausfülle und seine Regierung zu einem langen Leben berufen zu sein scheine. Earol bleibt der Alle. London, 26. Juni. (Tel.-Tin.) Die Königin Helene von Rumänien soll noch Gerüchten in Hofkreisen die Absicht haben, Rumänien für imm er zu verlassen, um sich zu ihrer Mutter, der Königin Sophie von Griechenland, nach Franrturr a. jfi. zu begeben. Die Ursache diele- Entschlüsse- werde darauf -urückgeführt, dah die Erziehung des Kronprinzen ihr nicht ubctlollen würde. Carol habe ferner die Absicht, Frau Lupescu noch Bukarest kommen zu lassen,, die vorläufig durch die Erkrankung ihrer Begleiterin in Wien zurückgehalten würde. Schlußsitzung des Hessischen Landtags. Annahme bce Etats. WHP Darmstadt. 27. Juni In der Einzel- auSfprache zu Kap. 88 (Wohlfahrtspflege) fordert Abg Art (DRP > energischere Hille für die Rentner und kritisiert die Verteilung der Zuschüsse an die RechtsauskunstSstellen. Abg Roh (Loz.l forderte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Verkürzung der Arbeitszeit und Einführung der Schichtarbeit. Minister Korell stellt fest, daß die Verteilung der Zuschüsse an die privaten Rechtsauskunftsstellen nicht von kvnfessionetten Gründen beeinflußt sei. Von einer Kürzung der Arbeitszeit verspricht sich der Minister keine Linderung der Arbeitslosigkeit. Abg. Dr. Werner (Ratsoz.) fordert verstärkt- produktive ArbeitSlosenfürsorgo. Minister Korell stellt fest, daß er alles zur Unterbindung von Schwarzarbeit versucht habe, daß er aber gerade aus Ge- werkschaftSkreisen Widerstand gefunden hätte. In der weiteren Aussprache kommt zum Ausdruck, daß die bestehenden Unfallverhütungsvorschriften den neuen rationalisierten Arbeitsbedingungen angepaßt werden müßten. ES sei unverständlich, daß der Bericht des Gewerbeaufsichtsaintes in der Reich»- 0 ru dercigcbrudt wird. Abg. Wolf v Dienstag den 1. Zull. Im Sommer- Abonneinent von 20 bis 22 Uhr Zum ersten Male: Ich habe keine Zeit.. I (Eine Frau, eine Fraul) Lustspiel in 3 Akten von Carl Röftler. In tiefer Trauer: Ludwig Fabel, Landwirt Walter Fabel, Studienrat, und Familie Karl Fabel, Landwirt, und Familie Dr. Hermann Fabel, prakt. Arzt, und Familie. Gießen, Essen a. d. Ruhr, den 27. Juni 1930. Die Beisetzung findet am 30. Juni, um 2'/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. — Von Beileidsbesuchen bitte abzusehen. 04082 Photo- Entwickeln Kopieren Bcrgröftcrn in Siunden bet individueller Behandlung. 4031D Ruhl - Gieben Plockstrafte 12. v-. —> Maschinenschlosser energisch u. tüchtig, nicht unter 30 I., als Borarbeitec für sofort gesucht. Schrtstl. Angeb. unt. 04095 an d. Gft. An*. Frankfurt, Gießen. Siegen, den 27. Juni 1930. Die Beerdigung fand in der Stille statt. 04081 grofte belle Werkstatt, eiwa 200 qm, desgl. kleinere Werkstatt, sowie Lagerhaus, 3stöckig, und einige Garagen zu vermieten. 3319 D 51. Becker, Kevler- itrafte 9. Tel. 3804. Opel-Limousine 4/16 PS in gutem Zustande, sofort zu verkaufen. 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Augen, die die Krallen des SatanS sehen. Blicke, die dahingehen, ruhig und beseligt wie ein Falter über die Wiese des Para- dieses. — Eine Gesichter-Arche ist baS Domportal deS Freiburger Münsters. eine gewaltige Kapitalverwüstung gebracht. Don 1924 bis 1928 find jedes Iah ‘ " Aachibesuch im Zoo. Die abendlichen Desucher der zoologischen Gär- ten, die hier promenieren, speisen und den Klängen des Orchesters lauschen, hören höchstens dumpfes Brüllen und langgezogenes Schreien aus den umliegenden Tiergehegen, die ihnen verschlosten sind. Aber sie gehen damit eines Schauspiels verlustig, das vielleicht noch interestanter ist als dcrs des Tierlebens am Tage. Ein Aachtbesuch bei den Tieren des Zoos würde neue ungeahnte Wunder der Aatur erschließen, und so hat man jetzt in London den Der- such gemacht, an einem Tage der Woche die Gehege, Tierhäuser und Käfige biS 11 Uhr Aachts offen zu lasten. Der Direktor des Londoner Aquarium-, E. G. Boulenger, der ein eifriger Befürworter dieser Maßnahme war, sieht voraus, daß es in späteren Zeiten »Dacht-Zoos" geben wird, in denen daS Publikum bei künstlichem Mondschein durch Glasfenster in schalldichten Wänden bas Treiben der Dachttiere bewundern wird, denn die Mehrzahl der Säugetiere find Dachttiere und entfallen ihre eigentliche Tätigkeit in dieser Zeit, in der fie von niemandem beobachtet werden. Freilich wird der nächtliche Besucher des Zoos so manche Lieberraschungen grade bei den Tieren erleben, von denen er fich die größten Sensationen verspricht. 3m Löwenhaus z.B.. in dem er das Leuchten der funkelnden Augen durch die Dunkelheit erwartet, wird er die Tiere in tiefem Schlaf finden, denn die Löwen werden bei Tage gefüttert, brauchen daher in der Dacht nicht mehr au jagen, sondern schlafen den Schlaf der Wohlgenährten. Die meisten Leoparden ober, die des Tags über den Besucher durch ihr stumpfes Brüten langweilen, find in der Dunkelheit sehr lebendig und wandern eifrig in ihren Käfigen auf und ab. 3n den Gehegen geht es recht lebhaft zu. Das Rotwild und die Linder verbringen einen großen Teil der Dacht mit Kauen und Grasen. Auch die größte Sicherhett, in der fie fich befinden, hat den eingeborenen Instinkt nicht Oie Aussprache. Abg. Drahmann (Soz.): Der letzte Grund für die Derzögerung einer Sanierung der Arbeitslosenversicherung liegt wohl darin, daß man darin etwas sieht, was dem Bedürfnis der kapitalistischen Wirtschaft widerspricht, die Reservearmee der Arbeitslosen nach eigener Willkür zu gestalten. Die Einsparungsvorschläge sind bedenklich und unsozial. Das gilt besonders für die Verdoppelung der Sperrfrist. Abg. Wolf, Stettin (Dntl.): Die Wirtschaft selbst hat nach der Inflation den großen Fehler gemacht, die Preise in ungerechtfertigter Weise zu erhöhen mit dem Erfolg, daß entsprechende Lohn- und Gehaltsforderungen kamen. Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung wurde dann auch die Erhöhung der Deamtengchälter bewilligt. Hinzu kam die Lu^uswirtschast mit öffentlichen Bauten. Eine Pumpwirtschaft setzte ein. Das Opfer dieser leichtfertigen Wirtschaft sind die 2,5 Millionen Erwerbslosen von heute und werden die 4 Millionen Erwerbslosen vom nächsten Frühjahr sein. Wenn viele Milliarden deutschen Kapitals im Ausland angelegt sind, so liegt das doch daran, daß die Kapitalisten nicht an die Sicherheit der Kapitalscmlage in Deutschland glauben. In Deutschland haben wir heute noch denselben Geist, der uns in die Inflation hineingetrieben hat. Der höhere Dau- arbciterlohn wird mit dem Risiko der Saisonarbeit begründet, aber heute bekommt der Bauarbeiter im Winter Arbeitslosenunterstützung. Die Arbeiter haben das größte Interesse daran, für das Gedeihen der Wirtschaft zu arbeiten und Gesichter im Münsterportal. Don Max Iungnickel. Wan läuft durch die Freiburger Gasten wie durch mittelalterliche Bilderbuchblätter. Die dahinsttömen- den Gastenbäche rascheln wie Helle Lesezeichen darrm Plötzlich steht man am Münsterportal und fühlt sich umringt von einer Heiligenwolke. Wenn man diese Versammlung durchzählen wurde, könnte der Tag zu Ende gehen und man würde sich doch gleich wieder verzählen. — Aus Himmel und Hölle sind die Heiligen herabgestiegen. Manche wollen von der Erde entfliehen, andere sind noch unterwegs auf der Himmelsleiter. Es gibt da Heilige, die lächeln wie die Geliebte nach dem ersten Kuß. Andere lächeln wie aus dem Himmelsfenster heraus. Wieder welche sind durch alle Fegefeuer gefahren und haben Gesichter wie Sterne. Andere haben die wehe Seele im Gesicht. Viele warten. Ihr Herz scheint vor Aufregung zu ticken wie eine Sanduhr. Warten wohl auf das erste Wort, das das Iesuskind an der Brust der Mutter Maria sagen soll. Verschiedene Gesichter sind aufgestanden aus einem Wunder und haben das Wunder noch wie ein grüngoldenes Spinnennetz auf dem Antlitz hegen. Andere sehen wie gefestelt in einen Abgrund, wieder welche zerschmelzen wie eine untergehevde Sorme. Da, eine starrt wie ein Kind in£ Weihnachtshcht. Frauen mit mesterscharfen Gesichtern.mit gefolterten, zerrißenen Gesichtern. Svnnenuntergangsgesichter, MondaufgangSgeficht«. nierung der Arbeitslosenversicherung sind mindestens 700 Millionen Mark notwendig. Ich wende mich nicht gegen jede weitere Belastung der Wirtschaft, um etwa dem Kapitalismus Handlangerdienste zu erweisen, sondern ich wende mich dagegen, weil jede weitere Steuer, die die Produktion erschwert, so und soviel mehr Arbeitslose bedeutet. Ich sehe In der Hauptsache nur zwei Möglichkeiten zur Cöfunr des Arbeitslosenproblem»: Wiederherstellung de» vertrauens in Staat und wirtschaft und Deubelebung der wirtschaft mit allen erdenklichen Mitteln durch die öffentliche Hand, wir hoffen, nach der Sicherung de» Etat» und nach der Sanierung der Arbeitslosenversicherung, mit etwa 750 Millionen Reichsmark die deutsche wirtschaft neu beleben zu können. Reichsbahn und Reichspost sollen für etwa 400 Millionen Mark Aufträge erteilen, daneben soll ein zusätzliches Wohnungsbauprogramm mit 250 Mill. Mark durchgeführt werden. Schließlich sollen noch größere Betrage für den beschleunigten Ausbau des Straßen- wesens und für die wertschaffende Arbeits- losenfürforge bereitgestellt werden, und zwar nicht durch Steuern, sondern durch Anleihen. Voraussetzung für diese großen Aufträge ist allerdings, daß die Wirtschaft bereit ist, ihrerseits in dieser Zeit der Dot durch eine angemessene Senkung der Preise ein Opfer zu bringen. Ieht ist die Stunde gekommen, schnell zu handeln, und dann wird das deutsche Volk auch über seine jetzigen Schwierigkeiten Hinwegkommen. Die Ministerrede wird wiederholt durch Beifallskundgebung der Mitte und durch Zurufe von links unterbrochen. Als von links gerufen wird: »Die Deutschnationalen sind mit Ihnen sehr zufrieden", antwortet der Minister: »Cs ist mir gegenwärtig furchtbar Wurst, wo ich in diesem Hause Beifall ernte." kann nur gemildert werden, wenn für die Angestellten in der Arbeitslosenversicherung eine Son» berabteilung geschossen wird. Die Einführung von Gefahrenklassen laßt sich nicht länger ausschieden. Notwendig ist die Einführung von Beitragsmarken, wodurch 40 Millionen erspart werden konnten. Die Novlle wird dem Sozialpolitischen Ausschuß Überwiesen. Giegerwaldö Arbeitsbeschaffungsprogramm Oer Reichsarbeitsminister spricht im Reichstag zum Sozialetat. vernichtet, der ihnen den Tag zur Dahrungssuche als gefährlich erscheinen läßt. Die Elefanten sind deS Dochts ebenfalls meist munter, denn dieses größte Landsäugetier braucht den geringsten Schlaf, und eine Stunde, die auf der rechten Seite liegend, und eine andere, die auf der linken ^eite an derselben Stelle verbracht wird, genügen ihnen völlig, während sie die übrigen Stunden der Dunkelheit in ihren gewichtigen Tanzschritten und mit ihrem rhythmischen Schnaufen daherwandeln. Die meisten großen Pflan- zenfrester müsten in der Dunkelheit eingeschlosten werden, weil dann Erregungen in ihnen erwachen, die sie im Sonnenlicht säten fühlen. Die BisonS führen in dieser Zeit, wenn sie nicht getrennt werden, homerische Kämpfe auf, die nicht selten zum Tode deS einen Tieres sühren. Die Rüffelbären schlafen wie viele andere Säugetiere nur 1 bis 2 Stunden, und zwar abwechselnd Tag und Dacht: sie sind also im Dunkeln häufiglehr lebendig. DaS Fingertier, einen Halbaffen, der Hände mit langen spinnenartigen Fingern besitzt, kann man eigentlich nur bei Dacht so richtig in seinem seltsamen Benehmen beobachten. Aehn- lich ist es mit der Springmaus, diesem langbeinigen Meisterspringer, und seinem Widerpart, dem Faultier, diesem bei aller Trägheit zänkischen Gesellen, der den Rekord der Langsamkeit schlägt. Im Vogelhaus bieten die Dachtvögel ein höchst eigenartiges Schauspiel. Da ist z.B. das .Froschmaul", die Dachtschwalbe, die aus ihrem tiefen Schlummer ab und zu erwacht und langsam an den Baumstämmen hinaufkriecht oder mit schwerem Flügelschlag von Baum zu Baum fliegt, um ihre Dahrung zu suchen. Eine ganz neue und überraschende Welt aber erschließt sich dem nächtlichen Besucher im Aquarium. in dem starke elektrische Scheinwerfer daS vielgestaltige Treiben der Wafferbevohner im Dunkel enthüllen können. Sochschulnachnchten. Aus Anlaß der 400jährigen Jubelfeier des Augsburger Bekenntnisses wurden von der Theologischen Fakultät der Universität Marburg zu Ehrendoktoren der Theologie ernannt: der Dekan des Stifts zu St. Marlin in Kassel, Krrchenrat Eisenberg, der Kreispforrer Lic. Iheol. Bachmann in Kassel, Lic. theol Sattler in Holzwickede, der Professor der praktischen Theologie an der Leipziger Universität, Dr. phil. 'llfred Dede Müller, der Professor für Homiletik am Union Theological Seminary in Neuyork, Henry S. C o f f i n, und der Professor für systematische Theologie am New College in Edinburgh, Hugh 9L Mackintosh. zu kämpfen, liniere Wirtschaft wird getragen von den Srwerbshänden, aber sie kann nur getragen werden, wenn diese Pfeiler unten gemeinsam verankert und nicht klassenmäßig getrennt sind. Die Erwerbslosen sind die Opfer einer falschen Wirtschaftspolitik und der zuweitgehenden Erfüllungspolitik. Wir halten die Arbeitslosenversicherung nicht für sanierbar. Wenn daS Gesetz nicht die Arbeitslosigkeit vermindert, sondern neue Arbeitslose schafft, dann wäre eS geradezu schädlich, weitere Mittel in dieses Unternehmen hineinzustecken- Auf eine Preissenkung ist kaum zu rechnen, solange immer neue Steuerlasten beschlossen werden. Wenn die Regierung nicht Herr wird über den Eigennutz der Wirtschaftsverbände, wenn wir die Wirtschaft nicht mit dem nationalen Geist der gegenseitigen Rücksichtnahme, erfüllen, dann muß alles zusam- menbrschen. Abg. Hueck (D. B.): Bei der Arbeitslosenversicherung haben sich unerhörte Mißstände herausgestellt. Die künftige Arbeitsbeschaffung muß als Heilmittel sehr skeptisch beurteilt werden. Wir sehen doch, was aus dem früheren großen Arbeitsbeschasfungsprogramm geworden ist. Die öffentliche Hand ist wohl imstande, Arbeiter zu beschäftigen, nicht aber produktive Werte zu schaffen. Wir sind durchaus einverstanden mit einer Inanspruchnahme auch der Opferwilligkeit der Beamten, aber wir wenden uns gegen die Methode, daß man unter Fortbestand der nominellen Höhe der Gehälter den Beamten einen Teil des Einkommens wegst e u e r t. um es in den bodenlosen Topf eines Stückes der Sozialversicherung zu versenken. (Sehr gut! bei der Dolkspartei.) Eine Sanierung der Arbeitslosenversicherung halten wir nur für möglich, wenn Erfatzkasfen für die Angestellten zugelassen werden und wenn die Herausnahme der Landarbeiter erwogen wird. ■Untere Forderung einer Anpassung der Leistungen an die Beiträge ist in der Dovelle nicht berücksichtigt worden. Wir können der Beitragserhöhung nur Anstimmen, wenn sie bis zum 31. März 1931 befristet ist. Die unbegrenzte Darlehnspflicht des Reiches für die Arbeitslosenversicherung muß beseitigt werden. Abg. Esser (Zentr.) erklärt: Eine gewisse Ela- stizität der Sozialpolitik sei jetzt notwendig, um diese überhaupt kraftvoll fortführen zu können. Es ist nicht ohne Grund angeregt worden, die Unternehmer zu den Lasten hcranzuziehen, die der Arbeitslosenversicherung erwachsen durch die von ihnen oorgenommenen Massenentlassungen bei Fusionen usw. Die auch von der Dolkspartei geforderte Verbesserung der Arbeitslosenversicherung wird sich kaum erreichen lassen, wenn die Dolkspartei solche ultimativen Bedingungen stellt, wie sie der Abg. Hueck vorgebracht hat. Abg. Schneider (Dem.) erklärt, eine Reform der Arbeitslosenversicherung ist notwendig, aber die vorliegende llcooelle bringt nicht die organische Aenderung, die wir brauchen. Eine Herabsetzung der Leistungen bringt keine Ersparnis, denn sie wälzt die Ausgaben nur auf den Wohlfahrtsetat der Gemeinden ab. Bei Verabschiedung der jetzigen kleinen Reform muß mindestens festgelegt werden, wann der organische UmbauderDersichernng erfolgt, der notwendig ist, um sie den Verhältnissen anzupassen, die in verschiedenen Derufsarten ganz verschieden liegen. Den besonderen Verhältnissen der Landwirtschaft, der Hausarbeit, der Bauarbeit muß durch besondere Bestimmungen Rechnung getragen werden. Der Ange st eilte wird seltener arbeitslos, aber seine Arbeitslosigkeit ist von so langer Dauer, daß er jahrelang ohne Unterstützung erwerbslos bleibt Das Elend der älteren Angestellten 3 Milliarden Mark nach Deutschland ae s l o ssF n , womit rund 750OOO bis 1 Million Menschei?Arbeit und Brot verschafft werden konnte. Dieser Kapitalzustrom hat im letzten Iahre nicht nut aufgehört, es sind im Gegenteil große Mengen deutschen Kapitals rnS Ausland geflossen. Die Landwirtschaft, die in den letzten Iahten mit Unterbilanz arbeitete, ist somit für deutsche Erzeugnisse nicht ausreichend kaufktäf- t i a. Außerdem haben wir in den letzten Iahten nicht nur In der Privatwirtschaft, sondern auch in der öffentlichen Wirtschaft über unsere Verhältnisse gelebt. Ieht müssen Deich und Gemeinden mitten In einer Depressions- Periode mehr a l s 3 Milliarden Mark kurzfristige Schulden teilweise tilgen ober in langfristige Schulden umwandeln. Für unsere öffentliche Finanzpolitik muß ich persönlich jede Verantwortung ablehnen, weil ich seit fünf Iahten, als die drakonischen Steuern zur Markstabilisierung um 2,5 Milliarden Mark gesenkt wurde, gefordert habe, daß im voraus starke wirtschaftspolitische Folgerungen gezogen werden müßten, was aber nicht geschehen ist. Der Steuersenkungsaktion von 1926 habe ich mich widersetzt, und Art und Ausmaß der Beaintenbesoldungsreform von 1927 habe ich im Hinblick auf Deutschlands Gesamtlage für ein Unglück gehalten. 2Han kann nicht dauernd Sozialpolitik machen, losgelöst von der Finanz- und Wirtschaftspolitik de» Landes, wir stehen jetzt vor der furchtbaren Realität, daß wir in den letzten Jahren vielfach In Illusionen gelebt und Infolgedessen in unserer ganzen Politik ein großes Maß von vertrauen verwirtschaftet haben. Unser heutiges inneres Preisniveau ist ungesund und nicht dauernd haltbar, und ich rechne damit, daß die sinkende Weltprektendenz zu einer Dauererscheinung werden wird. Wir kommen um eine baldige Preissenkung nickt herum, diese muß jedoch vorausgehen, da Lohnkürzungen allein bestimmt nicht zum Ziele führen und auch nicht durchführbar sind. Wenn man die Löhne senkt, ohne die Preise zu senken, dann verschärft man die Krise, wenn man die Löhne nur ebensoviel senkt wie die Preise, dann erleichtert man zwar die Ausfuhr, schafft aber im Inneren so gut wie keine verstärkte Kaufkraft. Nur durch stärkere Senkung der Preise als der Löhne wird zusätzliche Kaufkraft geschaffen. Einer Senkung der Reallöhne müßte ich mich nachdrücklichst widersetzen. Für eine Sen- kung der Preise gibt es viele Mittel, u. a. die Lockerung der Kartellpolitik, die Inordnungbringung des Zinsendienstes, dieVerringerungderPreis- spanne vom Erzeuger zum Derbrau- ch e r insbesondere bei den landwirtschaftlichen Pro- buffen, Vereinfachung unb Verbilligung der Lebens- führung in breiten Schichten bes beutschen Volkes unb Lohnkürzungen bort, wo sich lieber,pißungen zeigen Die Regierung will ber Arbeitslosigkeit burch ein Arbeitsbeschaffungsprogramm begegnen, mit bem sie 200 000 bis 300 000 Menschen glaubt Arbeit und Brot geben zu können. Zur Sa- Gießener Konzertverein. I. S. Bach: „Sie Kunst der Fuge". Die Aufführung von Ioh. Seb. D ach s »Kunst derFuge" gab mit interessanten Einblicken in die reiche Formenwelt des Meisters die überzeugende Bestätigung für die zwingende künstlerische Dotwendiqkeit. dieses Werk zu klanglichem Leben zu wecken. Aus dem Wege, den Gräsers von natürlichem Klangempfinden getragene Bearbeitung weist, führte ilmoerfitati- musikdirektor Dr. Stefan Temesvary in seine Welt ein. Als ein Wegweiser mit klarstem Blick für die Erfassung des Ausbaus in feiner organi- schen Gefügtheit ließ er das Musikalische tm Werk lebendig werden: was früheren Generationen als geistvolle Formung erschien, wurde hier zum ausdrucksvollen Walten geistiger, persönlicher Kräfte: es gelang ihm, bis an me unmittelbare Auswirkung des musikalischen Grunderlebnisses beim Schaffenden heranzusüh- ren. Gin rechter, berufener Sachwalter des Werkes erschloß er die reiche Mannigfaltigkeit der Ausdrucksformen und prägte Zeitmaß unb Dynamik in unmittelbarstem Einklang mit dem Ge- samtcharakter der einzelnen Sätze aus. Don besonderer intimer Ausdruckskraft erschien die dritte Fuge, wo die Umkehrung des Themas zu einem Widerschein des Erlebens wurde, und die in ihrer Gestaltung an die Streichquartettechnik des letzten Beethoven gemahnt. . Die fünfte Fuge stieg zu einem starken Gipfel am Schluß an. Erschütternd durch ihre Erhaben- beit wirkte sich die elfte (Tripel)-Fuge aus. stellenweise innerlich durch ihre Klanggewalt ergreifend und mit heiligem Schauer erfüllend. Dr. 10 (Doppelfuge) erstand mit energievoller Spannung. Gigantisch, voll wuchtender Last, wuchs die unvollendete Schlußfuge heraus nut ihrem kontrastreichen zweiten Abschnitt und den sich türmenden, ballenden Klängen des jah abbrechenden dritten Teiles. Dann wieder Sätze mit durchsichtiger Klarheit und besonderem Klang- reiz der HolAläser, wie die Doppelfuge Dr. 9 unb die Spiegelfuge Dr. 16. Mit der Klangerweckung des Werkes bestätigte Dr. Temesvary aufs neue seine überragenden musikalischen Führerfähigkeiten. Er ließ aber gleichzeitig damit offenbar werden, was unter der geeigneten Direktion die einheimischen Gießener Kräfte zu leisten imstande sind. Der Sireich- körper des Collegium m usicum hatte krych Mitglieder deS Orchestervereius Berlin, 27. Iuni. (DDZ.) Im Reichstag wurde die Besprechung des Etats deS Auswärtigen Amts beendet. Zur Verhandlung kommt der HauShalt des Deichsarbeitsministeriums und die DoveUe zur Arbeitslosenversicherung. Reichsarbeiisminister Or. Stegerwald wieS auf die schwere Weltwirtschaftskrise hin. Die deutsche Depression habe mannigfaltige ilr- fachen, und die Inflation habe für Deutschland Aus ber Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28.Iuni 1930. Ein sprachlicher Strahenbummel. Don O. Behaghel. Wer ohne Zweck unb Ziel durch die Straßen ber Stabt roanbert, bem kommt doch mancherlei unter bie Augen, was ihn ausmerken läßt, er mag wollen ober nicht. Vielleicht ärgert er sich über bie Orangenschalen, bie auf den Straßen hcrumliegcn, ober bie Papierfetzen, bie bie Haltestellen ber Elektrischen noch immer zieren, wenn bie Stabt auch sich entschlossen hat, in ben Wagen selber Behälter für biesc Urkunden anzudnngcn, ober über roh- lings zerstörte Straßen- unb anbcrc Schilber. Ober er brummt barüber, baß an unserem schonen Stabt- theater bie Spielpläne so hoch angeklebt stnb, baß Menschen von mittlerer Leibesgröße bie oberen Teile ber Pläne nicht lesen können. Das ist freilich nicht bie Schulb bes Zettelklebers, fonbern ber steinernen Unterlage, bie ber Baumeister für die Zettel bestimmt hat. Ist aber ber Wanderer sprachlich empsinblichen Gemüts ober ist er gar von Berufs wegen mit sprachlichen Dingen besaßt, so finb bie Steine brs Anstoßes besonbers zahlreich: sic ritzen bas zart« Gemüt. Unb ber Wanderer hat nicht selten zu fragen: mußte das fein? Ich schlendre über den Bahnhofsplatz und komm» zu ben beiden Pforten, bie zur Vorhalle führen. An ber einen von ihnen, ber rechten, steht „Eingang". In ber Tat gehn manche zu biefer Tür hinein. Aber kaum weniger Leute zu ber linken Tür, bie keine Aufschrift trägt, zumal wenn sie von bem Steg über bie oberhesfische Bahn kommen, benn in biesem Fall können sie ja bie Inschrift ber rechten Tür gar nicht sehen: es müßte an ber linken Tür „fein Eingang" sichen, wie bas an den Türen de» Dorlesungsgebäudes zweckmäßig geschehen ist. Alsa „Eingang". Das ist etwas, wodurch man hinein- geht in ein Inneres, in diesem Falle in die Bahnhofshalle. Wer dieses Innere verläßt, der geht hinaus, z. B. auf ben Bahnhofsplatz, unb über der rechten Tür sieht auch richtig „Ausgang". Natürlich mühte an ber linken Tür angeschrieben sein: „Stein Ausgang". Aber die Halle hat noch einen zweiten Ausgang, den nach den Bahnsteigen. Was sieht aber an diesem Ausgang zu lesen? „Eingang"! Obwohl es da außen nichts Inneres, keinen um- fchlossenen Raum gibt, in den man hineingeht. Man schreibe also statt dessen, wie es an anderen Orten geschieht: „zu den Zügen", und wo „kein Eingang" steht, bessere man: „fein Durchgang". Für die ankommenden Reisenden schreibe man beim Eintritt in die Halle nicht: „Ausgang", sondern: „zum Mus- gang". Der Bericht des Sparkommiffars ist Immer noch nicht ber Oesfentlichkeit bekannt geworben. Ich weiß daher nicht, ob er auch Sparsamkeit in Worten fordert. Schaden könnte es nichts: eine Einschränkung in überflüssigen unb törichten Redensarten kann unter Umständen sich unmittelbar in Ersparnis an Gelb umsetzen. Aber schwerlich wirb ber genannte Herr Sparsamkeit in Wörtern verlangt haben. Unb boch könnte auch sie recht nützlich sein: je kürzer z.B. ein Anschlag gesaßt ist, umso sicherer unb eindringlicher ist seine Wirkung. Ich gestehe offen, daß es mich jedesmal verdrießt, wenn ich etwa an einem Gebäude lese: Unbefugten ist der Eintritt verboten. Weshalb sagt man nicht einfach: „Eintritt verboten"? Diejenigen, für die das Verbot nicht gilt, wissen es zur Genüge: kein Arbeiter, kein Ingenieur bes Werkes wirb bem Verbot auch nur ben Schatten eines Gebankens wibmen. — Ich nähere (Bläser unb Streicher) eine wertvolle Unterstützung erfahren: zumal bie Bläser prägten mit plastischer Kraft das Thematische scharf aus: die Holzbläser fielen durch wohlabgewogene Abtönung und fein differenzierte Artikulatton und Vortragsart auf. Der Streicherchor war satt und voll im Klang und nachgiebig in den Ab- stufungen des dynamischen und im Zeitmaß. Johannes Debeling stützte das Thematische auf der Orgel; in Dr. 15 und im Orgelchoral gestaltete er bei sehr sauberer Phrasierung und gewählter Degistrierung mit seiner Abgewogenheit der Kontrastwirkung. So wurde die Wiedergabe der »Kunst der Fuge" zu einem besonderen musikalischen Höhepunkt, der leider nicht durch so reichlichen Besuch gewürdigt wurde, wie es der Bedeutung der Aufführung entsprochen hätte und angemeffen gewesen wäre. Or. n. „Da- Interesse am Volkslied ist durch die allgemeine Degeneration stark vermindert. Das Volk singt Schlager. Das echte Volkslied aber, das in der Tiefe der Volksseele eingesargt ruht, ist unsterblich und wird sich wieder zu neuem Leben aufschwingen, wenn dank einer besseren Einsicht der Zustand internationaler Versklavung erst von uns gewichen ist." Professor Hugo Rüdel, Chormeister des Derliner Lehrergesangvereins. Diese betrübende, aber nicht hoffnungslose Feststellung des Chormeisters von Berlin und Bayreuth kennzeichnet unsere derzeitige Lage auf dem Gebiete der Volksmusik und mahnt dringlicher als schöne Reden alle verantwortlichen Stellen an ihre Pflicht ^zur Wiedererweckung und Pflege unsres unschätzbaren Kulturgutes, des deutschen Volksliedes. Aus dieser Erkenntnis heraus wuchs der Gedanke zur Einführung eines alljährlichen Liedertages durch den Deutschen Sängerbund. Bereits vor mehreren Jahren trat der Hildesheimer Domorganist Th. Gronau mit einem entsprechenden Vorschlag hervor, der die Billigung des Vorstandes des DSV. gefunden und nun in die Tat umgeseht werden soll. Bestimmend war dabei die Erkenntnis, daß die Konzerttätigkeit unserer Vereine nur einen Teil ihrer Kulturarbeit darstellen darf, und daß es an der Zeit ist, die große Öffentlichkeit nicht nur für die Tätigkeit der Chorvereine zu interessieren, sondern vor allem der großen Masse des Volkes ihr Lied wiederzugeben, das Volkslied wieder unter das Volk zu bringen, jene unerschöpfliche Fundgrube deutschen Gemütes, in der sich die Volksseele treulich widerspiegelt. Es gilt, einen Damm zu errichten gegen die Lieberfremdung des Volksgesanges durch Schlager und Jazz, gegen die Geschmacksverirrung und seelische Verflachung unserer Zeit: Es gilt die Wiedergewinnung der deutschen Volksseele. Im Hinblick auf diese Tatsachen hat der Vorstand des DSD. einen ersten allgemeinen Deutschen Liedertag auf den letzten Junifonntag angeordnet und darauf hingewiesen, daß aus den oben gekennzeichneten Gründen eigentlich nur das Volkslied zum Vortrag gebracht werden sollte, das in seiner Schönheit und schlichten Innigkeit seiner Wirkung auf die Zuhörer nicht verfehlen dürfte. Denn Text und Melodie sind gleich tief im Volksleben verwurzelt. Allerdings landlied (dritte Strophe), gemeinschaftlich gesungen mit Musikbegleitung. 12. Böllerschießen. Während dieser Kundgebung findet eine Rheinuferbeleuchtung sowie Beleuchtung der Straßenbrücke statt. Die Befreiungskundgebung wird durch Lautsprecher übertragen. Ebenso durch den Rundfunk. Am Dienstag, 1. Juli, vormittags: Anläßlich des Defreiungstages Gottesdienste in den verschiedenen Kirchen der Stadt. 7.30 älhr Konzert im Stadtpark. Rachmittags: Platzkonzerte auf dem Schillerplah und in der Kaiserstrahe. 18 älhr Konzert im Stadtvark. 19.30 Uhr: Festvorstellung »Wilhelm Teil ' im Stadttheater. 20 Uhr: Konzert in der Stadthalle. 21 älhr: Konzert im Stadtpark. 21.45 älhr: Fackelzug der Mainzer Verbände und Vereine. Anläßlich der Defreiungsfeier in Mainz in der Rächt vom 30. Juni auf 1. Juli wird die Reichsbahndirektion Mainz u. a. einen Verwaltungssonderzug einlegen: Mainz—Frankfurt a. M.: Mainz Hbf. ab 3.05, Mainz-Süd ab 3.11, Frankfurt Hbf. an 4.11. Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs haben Gültigkeit. Für die Fahrt nach Mainz werden die fahrplanmäßigen Züge ausreichend verstärkt. Zum Zahresfest des Verbandes oberhessischer Posaunenchöre. Am morgigen Sonntag feiert der Verband der ob erh essisch en Posaunenchöre sein 25jähriges Jubiläum. Es war in den ersten Tagen des Oktobers 1905, als auf Anregung von Pfarrer Kalbhenn (der ja mit der Posaunenchorsache eng verbunden ist; sein Ober-Mockstädter Posaunenchor war in ganz Hessen bekannt) in Friedberg die Chöre von Friedberg, Holzheim, Klein-Linden, Lang-Göns und Ober-Mockstadt zusammenkamen. Allen denen, die damals an dem kleinen ersten Fest teilnahmen, wird dieser Tag unvergeßlich bleiben. Man trennte sich damals mit dem Wunsche, in jedem Jahre sich zu gemeinsamem Feste zu treffen, um sich durch gegenseitige Anregung zu fördern. Schon drei Monate später, am 21. Januar 1906, schritt man unter der Führung von Professor Wüster und Pfarrer Kalbhenn zur Gründung des Verbandes oberhessischer Posaunenchöre. Der oberste Grundsatz dieses Verbandes war und ist: „Die Chöre in Oberhessen zu verbinden zur Pflege geistlicher Musik. Der Vorstand setzte sich damals zusammen aus dem verstorbenen Pfarrer Weber, Lang-Göns, Pfarrer Kalbhenn, damals Ober-Mockstadt — durch seinen Weggang von dort verlor er den Zusammenhang mit der Posaunenchorsache und schied daher aus; mit seinem bekannten Quartett dient er noch heute der Pflege der kirchlichen Musik—, und Hern Doller, Lang-Göns, der noch dem Vorstand des Verbandes angehört. Rachdem nun dem Ganzen eine Dasis gegeben war, schritt man mutig ans Werk. Dadurch, das; in unermüdlichem Fleiß sowohl Pfarrer Kalbhenn wie Herr Doller keine Mühe und kein Geld scheuten, ging es mit dem Verband rasch aufwärts. Die genannten Herren halsen den neu entstehenden Chören durch Deraten, persönliche Besuche und Instruktionen. Im Jahre 1914 zählte der Verband bereits 20 Chöre. In den neu gegründeten Vereinen hat fast überall Pfarrer Kalbhenn die ersten Üebungsstunden geleitet. Natürlich waren Enttäuschungen nicht selten. Kriegszeit und Nachkriegszeit legte manchen Verein ganz still. Aber ein bestimmter Stamm blieb, und zu diesem gehören vor allem der Klein-Lindener Chor mit einem schon über 70jährigen Bestehen, und der Lang-Gönser Chor, der vor kurzem sein 40jähriges Jubiläum feierte. So steht der Verband heute fest da, und alle, die ihm nahe stehen und seine hohe Aufgabe kennen, wünschen der Posaunenchorsache ein weiteres Blühen und Gedeihen, WennSi Siewüßt, (“nd nid, tiditzue Mi wir 8pS@Li Hetzen muß großer Wert auf seinen Vortrag gelegt werden, der, um charakteristisch zu wirken, nicht leicht ist. Denn das Volkslied ist außerordentlich originell. So wird es Aufgabe unserer Chorvereine sein, ihren Stolz dareinzusetzen. Wegbereiter des Volksliedes sein zu dürfen, und es muß sie ein erhebendes Gefühl durchwehen, wenn zur selben Stunde im kleinsten Dörfchen wie in der geschäftigen. hastenden Großstadt die lieben, alten Weisen erklingen. Ja, weit über die Reichsgrenzen hinaus, überall da, wo Deutsche wohnen, werden an diesem Tage auch die Vereine des Auslandes, die in der Ferne den Heimatgedanken hochhalten, ihre deutschen Volkslieder ertönen lassen. Kann es einen schöneren, überzeugenderen Beweis von der Gemeinschaft bildender Kraft des deutschen Liedes geben, wenn deutsche Brüder im weiten Osten Asiens, in Afrika, in Amerika und bis hin im fernen Australien in gleicher Hingabe mit den Brüdern der Heimat sich im Geiste grüßen im Liede? älnd es ist zu hoffen, daß der Rundfunk sich in den Dienst des schönen Gedankens stellt. Aber noch ein weiteres will der DSB. mit diesem Liedertag verbinden. In diesem Jahre werden es 700 Jahre, daß der Mund des ersten großen deutschen Minnesängers verstummte: Walthers von der Vogelweide. Dieser Tatsache sollen vor allem die führenden und berufenen Vereine durch entsprechende Gestaltung ihres Liedertages gerecht werden, einmal dadurch, daß sitz Lieder dieses Meisters in ihre Dortragsfolge aufnehmen, und andrerseits auch durch kurze Würdigung seiner Person in einer Ansprache gedenken. Endlich wird angeregt, das Andenken an diesen Sänger deutschen Wesens durch Errichtung einfacher Gedenksteine wachzuhalten. Für größere Orte und Städte ist der Liedertag so gedacht, daß die vielen Vereine nicht etwa in Massenchören, sondern vielmehr einzeln an möglichst vielen Plätzen der Stadt ihre Lieder erklingen lassen und so recht viele Herzen zum Mitschwingen bringen. So stellt der erste Deutsche Liedertag in seinen gewaltigen Ausmaßen eine Neuerung dar. die von der Sängerschaft freudig begrüßt werden dürfte. Darum ans WerkI Steht nicht abseits, wo es gilt, dem Volke seine Seele wiederzugeben! Erquickt euch und andere an dem göttlichen Funken, mit dem der Himmel die dunlle Erde erhellte! Zum Deutschen Liedertag -1930. Don (Lhormeister Karl Zoll, Alsfeld. oder übe buchen 8nl-Dai und bilden S7ie »erd« ^darl, ?enU| bMerPJ Das Schiffenberg-Zubiläum. Von dem Presse-Ausschuß für das Schiffenberg-Fest wird uns geschrieben: Im heutigen Anzeigenteil wird das Programm zu der 800-Jahrfeier auf dem Schiffenberg veröffentlicht. G^ichzeitigwird in der Anzeige bekanntgegeben, wo die Eintrittskarten zu beziehen sind und welche Eintrittspreise festgesetzt wurden. Hm den Besuch des bedeutungsvollen Heimatfestes allen Devölkerungskreisen von Stadt und Land zu ermöglichen, wurden die Eintrittspreise auf 50 Pfennig für Erwachsene und 25 Pfennig für Kinder unter 14 Jahren bestimmt. Im Vorverkauf, der vom nächsten Mittwoch bis einschließlich Samstag im Gange ist, kosten die Karten 40, bzw. 20 Pfennig. Diese Eintrittspreise werden nur für die Hauptfeier am Sonntag, 6. Juli, erhoben. Für die Veranstaltungen am Vorabend, S a m s ta g, 5. Juli, (Enthüllung der Riehl-Gedenktafel und Kommers) wird ein Eintrittsgeld nicht erhoben. Um an dem Haupttage, 6. Juli, die Abwickelung des Publikumsverkehrs am Eingang zum Schiffenberg zu erleichtern, wird empfohlen, die Eintrittskarten möglichst schon im Vorverkauf zu beziehen. Die Aufführung des großen Schiffenberg- F e st s p i e l s am Sonntag, 6. Juli, pünktlich 15 Uhr, findet auf einer Freibühne statt, die Texte des Festspiels werden durch drei große Lautsprecher nach allen Winkeln des Schis- fenbergs hin deutlich verständlich gemacht. Man kann also nicht nur die Abwickelung des Spiels gut beobachten, sondern auch die Worte der Darsteller in allen Teilen deutlich verstehen, so daß der Besucher einen ungetrübten Genuß von dem Festspiel haben wird. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gießener Rudergesellschaft 1877 e. V: 25. Ruderregatta, Beginn 15.30 Uhr. — Ächtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm „Das Rheinlandmädel". — Tageskalender für Sonntag. Gießener Rudergesellschaft 1877 e.D.: 25. Ruder- regatta, Beginn 7.30 Uhr vormittags. — Ober- hessischer Posaunenchorverband: Posaunenfest, Missionsgottesdienst 15 Uhr auf der Waldbühne. — Theologische Fakultät: Akademischer Festakt anläßlich der Augustana-sZubelfeier 1930 11.30 Uhr in der Reuen Aula der Universität. -- Kavallerieverein Gießen: Sommerfest auf der Bergschenke, 15 Uhr. — Evangelischer Arbeiterverein: Familientag auf dem Schiffenberg. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm „Das RHÄnlandmädel". — Stadttheater Gießen. Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, daß die am Montag für die Gießener Militärvereine stattfindende geschlossene Vorstellung von Angermayers „Flieg, roter Adler von Tirol" bereits um 19.35 Uhr beginnt, um den Theaterbesuchern auch die Teil- nähme am Zapfenstreich der Militärkapelle zu ermöglichen. Wie in den Vorjahren hat die Intendanz sich auch in diesem Sommer entschlossen, Vorstellungen auf der Waldbühne zu veranstalten. In Erwägung gezogen sind „Katharina Knie" von Zuck- mayer und „Liebesleid und Liebeslust" von Shakespeare. ♦ L.U. Reue Ehrendoktoren der Theologie. Von der Pressestelle der Landes-Universität Gießen wird mitgeteilt: Der ordentliche Professor für Alttestamentliche Wissenschaft Dr. phil. Wilhelm Rudolph wurde von der Theologischen Fakultät der Universität Tübingen ehrenhalber zum Doktor der Theologie ernannt. — Die Theologische Fakultät unserer Landesuniversität hat den ordentlichen Professor für Praktische Theologie an der Universität Tübingen Dr. Karl F e z e r ehrenhalber zum Doktor der Theologie promoviert. L.U. Venia legendi. Von der Pressestelle der LandeSuniversität Gießen wird mitgeteilt: Dem Assistenten am Pharmakologischen Institut unserer Universität Dr. Oskar Eichler wurde die venia legendi für das Fach Her Pharmakologie und Toxikologie bei der Medizinischen Fakultät erteilt. ** Der große Zapfenstreich unserer Garnison. Der Weg des Zapfenstreiches des 1. (Hess.) Ball., 15. J.°R., am Montag, 30. d. M.. 22 Uhr, wird wie folgt geändert: Abmarsch: Kaserne. Sicher Straße. Ludwigsplatz. Südanlage, Westanlage, Bahnhofstraße. Kaplansgasse, Kreuz- platz, Sonnenstraße. Schulstraße. Markt, Kirchenplatz. Walltorstraße. Rordanlage, Landgrafen- straße, Landgraf-Philipp-Platz, wo um 22.30 Uhr der „Große Zapfenstreich" stattfindet. Musikfolge: 1. Musik: „Armeemarsch l.c. „Der Hohenfriedberger"; 2. Spielleute und Musik: „Armeemarsch 2, Rr. 240, „Preußens Gloria" von G. Piefke; 3. Zwei Stücke aus „Siegurd Jersalfar" a) „Rordlandvolk", b) Königslied" von E. Grieg; 4. „Fackeltanz Rr. 1 in lls-Dur" von G. Meyer- beer; 5. „Kreuzritter-Fanfare" für Heroldtrompeten und Kesselpauken von R. Henrion; 6. „Der große Zapfenstreich der Infanterie und Kavallerie", a) 1., 2. und 3. Post, b) das Gebet, c) Ruf nach dem Gebet, d) das Deutschlandlied (erste Strophe). — Rückmarsch: Landgrafenstrahe. Rordanlage, Moltkestrahe, Kaiserallee, Kaserne. ** Kundgebung gegen die K riegs- s ch u l d l ü g e. Die Studentenschaft der Landesuniversität Gießen veranstaltet am morgigen Sonntag, 29. d. M., 20 Uhr, im Cafe Leib eine öffentliche Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge. Referent Koffka (Berlin) wird über das Thema „Pazifismus oderAufrüstung?" sprechen. Man beachte die Einladung im heutigen Anzeigenteil. Sperrung einer Lahn st recke. Auf Anordnung des Kreisamts wird die Lahn vom Felsen abwärts bis zum Wehr am 28. und 29. Juni in der Zeit von 7.30 bis 11 Uhr vov- inittags und 15 bis 17.30 Uhr nachmittags für alle Boote und Personen, die nicht an der Durchführung der in der gleichen Zeit stattfin- b enteil Regatta beteiligt sind, gesperrt. ** Erstaufführung am Gießener Stadttheater. Am Dienstag, 1. Juli, findet die Erstaufführung „Ich habe keine Zeit ..." von Earl Rößler im Stadttheater Gießen statt. Dieses Lustspiel, das am 25. Juni durch das Stadttheater Gießen in Bad-Rauheim (Kurtheater) uraufgeführt wurde, hatte in der ganzen deutschen Presse einen starken Aufführungserfolg. Die Spielleitung, sowie das Ensemblespiel der Gießener Bühne wurden außerordentlich gelobt und ihnen vor allem der Erfolg zugeschrieben. Das Stück, das nach einer Idee des bekannten verstorbenen Schriftstellers und Journalisten S l i n g , vom Autor der „Fünf Frankfurter", verfaßt wurde, behandelt ein ganz modernes Thema. Spielleitung hat Oberspielleiter Hans Ian« n e r t; Dekorationen: Karl Löffler. Die Hauptdarsteller find die Damen Heß, Mewes, Koch, Schubert und die Herren Arzdorf, Hais, Hub, Ritter, Volck, Wefener. ee Oberhessischer Kun st verein. Die derzeitige Ausstellung, welche Oelgemälde von H. Will, Gießen, landschaftliche Aquarelle einer Mannheimer Künstlergruppe, Radierungen von H. Haberl, München, und Scherenschnitte von H. Küchel. Gießen, enthält, ist nur noch bis einschließlich Sonntag, 6. Juli, und zwar Sonntags und Mittwochs von 11 bis 13 Uhr, Montags, Mittwochs und Freitags von 17 bis 19 Uhr geöffnet. * Hermann - Löns - Gedächtnisfeier. Anläßlich der Defreiungsfeiem am Rhein findet am kommenden Montag und Dienstag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße eine Hermann- Löns-Gedächtnisfeier statt. Karl Blume, der Komponist vieler Löns-Lieder, wird bei den Aufführungen Mitwirken; er spricht über das Leben und Schaffen des berühmten Heidedichters, der 1914 als Kriegsfreiwilliger im Westen gefallen ist, und singt Löns-Lieder zur Laute; außerdem wird ein Heidefilm gezeigt werden, der bemerkenswerte Raturaufnahmen und schöne Bilder bringt. Die Vorstellungen beginnen am Montag um 16 und 20 Uhr (wegen des Zapfenstreiches der hiesigen Garnison), am Dienstag um 16 und 20.30 Uhr. Der Film, der bereits in vielen deutschen Städten mit großem Erfolg gelaufen ist. dürfte auch in Gießen regem Interesse begegnen. (Räheres in der heutigen Anzeige.) ** Vom Botanischen Garten. In den allernächsten Tagen wird die „Königin der Rächt" ihre Blüten erschließen — vielleicht schon heute, Samstagabend. In diesem Falle wird abends der Botanische Garten um 20 Uhr geöffnet werden. Auf das Blühen der „Königin ter Rächt" wird abends am Garteneingang der Senckenbergstraße durch ein Plakat aufmerksam gemacht werten. ** Viehmärkte in Gießen. Am Dienstag, I.Juli, findet in Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt; sämtliches Vieh ist gegen Maul- und Klauen- feuche schutzgeimpft. Der nächste Schweinemarkt findet am 16. Juli statt. (Näheres in der heutigen Bekanntmachung.) ** Die Fuhrwerkswaage am Neu- städter Tor wird am 1. Juli außer Betrieb gefetzt. Mit dem gleichen Tage wird die neue Fuhrwerkswaage, Gabelsbergerftraße 3 — nächst der Bahnunterführung nach der Hammstraße — in Betrieb genommen. (Vgl. die Bekanntmachung tm heutigen Anzeigenteil.) ** D ie dritte Zuchtviehversteige- r u n g des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen findet am Montag, 14. Juli, in Alsfeld statt. Gemeldet sind etwa 30 Fleckviehbullen und 6 Eber der veredelten Landschweinrasse. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiefen. ** Vom Flugplatz. Das Flugzeug D 1172, Type Raka Schwalbe, mit dem Piloten Kars und Diedrichs, ist von Krefeld auf dem Flugplatz ein» getroffen und wird dauernd stationiert bleiben. Hierdurch ist täglich Gelegenheit zu Rundflügen über Gießen und die nähere Umgebung gegeben. Am Sonntag werden die Piloten Schauflüge, unter unterem auch ein Ballonrammen, bei freiem Eintritt veranstalten. (Näheres in der heutigen Anzeige.) •• Heimatvereinigung Schiffenberg. Die Heimatvereinigung „Schiffenberg" hielt am Freitagabend im Hotel Köhler eine Mitgliederversammlung ab. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand die am 5. und 6. Juli statt- findende 800-Jahrfeier. Der Vorsitzende Forstrat Ri ko laus berichtete über die bis jetzt getroffenen umfangreichen Vorbereitungen. Aus diesen Ausführungen und der sich anschließenden Aussprache ging hervor, daß die einzelnen AuS-^ schüsse bereits eine außerordentlich rege Tättg- keit entfaltet haben, um eine würdige Durchführung des Festes zu gewährleisten. Insbesondere sind weitgehende Maßnahmen getroffen, um den bei günstiger Witterung zu erto arten* ten Massenverkehr zu regel». mich einem Mast der elektrischen Hochleitung; da steht angeschrieben: „Hochspannung Vorsicht Lebensgefahr". Wenn wir die Vorsicht streichen, wird jemand weniger vorsichtia sein, da er weiß, daß ihm Lebensgefahr droht? — An dem Steg über die ober- hessische Bohn steht rechts eine Tafel: „Radfahren verboten". Nur zwei Worte, sehr vernünftig, denn jedermann weiß, daß sich das Verbot nur auf den Steg beziehen kann. Dem gegenüber aber eine zweite Tafel, die fünf Zeilen umfaßt und natürlich von niemand gelesen wird: „das Befahren dieser Fußgängerbrücke mit Wagen von mehr als 85 cm größter Breite ist verboten. Palizeidirektion". Besser ganz einfach: „Für Wagen von mehr als 85 cm größter Breite verboten". Aber auch Teile von Wörtern können ohne Nachteil erspart werden. Irgendwo ist hier zu lesen: „der Eintritt zu den Werkstättenräumen ist untersagt". Werkstättenräume: ein wundervolles Wort; es hot fünf Silben und füllt so schön den Mund. Aber bequemer wäre es doch, wenn man ihn bloß zu drei Silben aufmachen müsse: „der Eintritt zu den Werkstätten ist untersagt". — Es gibt hier „Gartenbaubetriebe"; weshalb so geschwollen? Täten es „Gärtnereien" nicht auch? — Krankenhäuser teilen mit, daß der Besuch bei allen Kranken" nur zu bestimmten Zeiten gestattet sei. Weshalb nicht einfacher: „bei den Kranken"? ober noch besser: „bei Kranken". Zudem könnte ein spitzfindiger Kopf vielleicht sagen: die Vorschrift gilt nur für Besuche bei allen Kranken; ich will aber nur einen einzelnen besuchen. Eine übertriebene Sparsamkeit ist es, wenn man Teile eines zusammengesetzten Wortes nach englischer Sitte unverbunden nebeneinander schreibt, statt sie durch den Bindestrich zu oertnüpfen (z. B. Privat Handelsschule). Es ist ja unter Umständen von Vorteil zu wissen, ob eine Gruppe von Lauten ein oder mehrere Wörter darstellt. Da hatte vor einer Reihe von Jahren jemand telegraphisch einen Hasen bestellt „mit dem Zwei-Uhr-Zug". Der „Zwei- Uhr-Zug" wurde dem Aufgeber mit. zwei Wörtern berechnet. Später entdeckte die Poft, daß vielmehr der Preis für drei Wörter zu entrichten gewesen wäre. Es kam zur gerichtlichen Verhandlung; die Sachverständigen stellten fest, daß Zwei-Uhr-Zug ein Wort sei; von einer Nachforderung konnte also keine Rede sein, die Post mußte noch herauszahlen. Aber auch wenn der Bindestrich da ist, kann er Anlaß von Beanstandungen geben: eine Stehbier— Halle ist nicht eine Halle für Stehbier, sondern eine Steh-Bierhalle, eine Bierhalle, wo man steht. Seltsam ist die Ersparung eines —en, wenn eine Bekanntmachung sagt, daß das Kirchnotgeld noch bis Ende Mai ohne Kosten entrichtet werden könne. Der das sagt, ist der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Gießen, der jedenfalls auch von Kirchensteuern sprechen würde. Der Kirchplatz, die Kirchgasse kann nicht als Stütze für das Fehlen des —en angerufen werden, denn diese Wörter sind in älterer Zeit gebildet, und jede Zeit hat ihre eigenen sprachlichen Bildungsgesetze. Der Mensch ist nicht geboren, logisch zu denken, hat ein hervorragender Mathematiker einmal gesagt. Das scheint zu gelten von dem Verfasser eines Angebots, wonach er Kinder- und Säuglingskrankheiten behandeln will. Man sollte denken, daß Säuglinge auch Kinder sind. Etwas weniger bedenklich ist es, wenn hiesige Geschäfte Papier- und Bureaubedarf anzeigen; zum Bureaubedarf gehören ja auch Papiere. Und niemand nimmt Anstoß daran, wenn wir erzählen, daß unsere Kinder teils ins Gymnasium, teils ins Realgymnasium gehen, obwohl die beiden Bezeichnungen logisch nicht gleich geordnet sind, obwohl man nach den Gesetzen der deutschen Wortbildung glauben sollte, Realgymnasium sei eine Unterart des Gymnasiums, wie Volksschule eine Unterart der Schule ist, Schützenhaus eine Unterart des Hauses. Man spricht von Fahrrädern und Motorrädern, obwohl Motorräder auch Räder zum Fahren sind. Zum Schluß eine Bemerkung über unsere Firmen- . schilder. Die Firma enthält nicht selten zwei Namen, öfters solche von ungleicher Länge. Dann steht über- wiegend der kürzere Name an erster Stelle: Lang & Wiederstein, Rausch & Holler, Sack & Jughardt, Schade & Füllgrabe, Schunk & Ebe; seltener ist es umgekehrt: Günther & Weiß,' Helmold & Plank, Meyerhofs & Goslar. Aber nur das erste Verfahren entspricht dem allgemeinen Sprachgefühl, dem weitverbreiteten rhythmischen Empfinden: nicht nur im Deutschen, auch im Griechischen und Lateinischen, so- gar im Assyrisch-Babylonischen gilt das Gesetz, daß längere Glieder der Rede hinter kürzere treten. Es heißt ja auch: Gas- und Wasserwerk, nicht Wasser- und Gaswerk. Flaggen und Läuten am 1. Juli. Berlin, 27. 3uni. (IB2B.) Aus Anlaß der Befreiung der rheinischen Lande flaggen am 1.3uli im ganzen Reiche alle Behörden und Stellen des Reiches, der Länder und der Gemeinten. Außerdem werden von 12 bis 13 Uhr die Kirchen aller Konfessionen ein feierliches Gelaule anstimmen. Die Befreiungsfeiern in Mainz. Am Montag, 30. Juni, sind von der Stadt Mainz aus Anlaß der Rheinlandbefreiung folgende Veranstaltungen vorgesehen. Nachdem die letzten französischen Truppen im Laufe dieses Tages die Stadt Mainz verlassen haben, wird um 17 Uhr pünktlich die deutsche Reichssahne auf den Gebäuden wie Zitadelle, Schloß, Zeughaus, Gouver- nement usw. gehißt. Gleichzeitig legt die Stadt allgemein Fahnenschmuck an. Zu demselben Zeitpunkt rückt, von Mainz kommend, die Schutzpolizei mit Musik in Mainz ein und nimmt folgenden Weg: Große Weiche, Neubrunnenplatz, Neubrunnenstraße, Kaiserstraße, Schottstraße, Bahnhofsplatz, Bahnhofstraße, Münsterplatz, Schillerstraße, Schillerplatz, Ludwigstraße, Höschen, Schösserstraße, Leichhoss, Augustinerstraße, Holzstraße, Rheinstraße, Halleplatz. Um 19.30 Uhr ist die F e st v o r st e 11 u n g „Fidelio" im Mainzer Stadttheater. Hieran anschließend Illuminierung der Stadt, Anstrahlung der Kirchen und Gebäude. Um 24 Uhr: Große Besreiungskund- ge b u n g unter freiem Himmel auf dem Halleplatz. Vortragssolge: 1. 5 Minuten andauerndes Glocken- geläute von sämtlichen Kirchen von Groß-Mainz. 2. „Großer Gott wir loben dich" (eine Strophe), gemeinschaftliches Lied mit Musikbegleitung. 3. „Deutsch der Rhein" von Hansen, gesungen von den vereinigten Sängern von Groß-Mainz. 4. Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Külb. 5. Hochziehen der deutschen Reichsfahne auf dem Stadthalleplatz. 6. Deutschlandlied, gemeinschaftlich gesungen mit Musikbegleitung. 7. Ansprache des Staatspräsidenten Dr. Ade 1 ung. 8. Ansprache des Reichsministers Dr. Wirth. 9. „Frühling am Rhein" von Breu, gesungen von den vereinigten Sängern von Groß- Mainz. 10. „Largo" von Händel, gespielt von den vereinigten Musikern von Groß-Mainz. 11, Deutsch- - » P-°b' Person waren ■ Grov P' Sr* 85 Gel, icierl am Sonnt M-ve, $ajan " Gelchol U Iah« ?-rsv Huhn |em Huhn ist nach" ilm 2. Februar Peter huhn.de> Larina 8aM «»iurmW voher Konrad Heinrich Huhn bchen Reaistern . dß ein Md > ।> famit eigentM oar ein sehr be Keines Haus, d- i veges da stand, Ünöerthal b Heinrich, er lebti 6er flömenqafie. । und bewichchasi ! Sießen gepach I droschkenkutschei Schlüsse seiner 2 ' nch Huhn war ; !annt und stand . Seziehungen erli laß die Stubenti y Mistete Fabelei b Huhn, der llren iours Konrad P i pi einer Zeit, in k nisMben hatte k lhaise sing er i | ichsunddreißig rleil auf Auton t jatte der nun b [■ lnwesen in der! 1 "worben; durch s Mnglich sehr pi | juftanö versetzt " Die Äu k ug zu gewöhn : Die eba I tue Duhbach, t evangelische M I sorgen, Sonnt |R eine §a, IStiw I Tlvm-t t kugeln und 9 I WereS in & | " 2°rtra Spesen. 3n ja |ir heimatdien I »Maltet die .-Mi, 20 [Sn Dortrag , ' MnschastAvesz tut 'M&t WWW VS 7622 t «689 a. REDEN _ De r m e f s u n g S - von 150 Mark bc- Wenn Sie alle wüßten, was wir längst erkannt und erprobt haben, - wenn Sie wüßten: wie sehr der Opel 8 PS allen anderen Wagen seiner Preisklasse (und nicht nur diesen!) überlegen ist, - dann brauchten wir diese Anzeige nicht zu schreiben! Doch wir fühlen, daß es müßig ist, die vielen ausschlaggebenden Vorteile des 8 PS (2 Liter)-Wagens auf dem Papier des langen und breiten auseinanderzusetzen: wir wollen ja nicht überreden, wir wollen überzeugen! Das heißt: Sie sollen sich selbst überzeugen! Heute noch! Nicht erst morgen oder übermorgen. Besuchen Sie daher den nächsten Opelhändler - oder rufen Sie ihn einfach •an! - - Dann setzen Sie sich ans Steuer dieser schönen Sechs-Zylinder-Limou- sine und vergleichen Sie: nicht die Schlagworte, sondern die Tatsachen - und bilden Sie sich Ihr Urteil selbst! Sie werden staunen, wie diese Maschine läuft! - Geschmeidig wie ein Zwölf-Zylinder - 2 km im direkten Gang - und im Nu hinauf zu D-Zugstempo und darüber — ohne, — jawohl: ohne jede Vibration ! Doch genug der Worte! Erst fahren — dann reden! Drum auf Wiedersehn— bei der Probefahrt! Reichhaltiges Ersatzteil-Lager, 6 roß-Tankstelle • GIESSEN, Frankfurter Str. 52—56, Fernsprecher 2847/48 Erst FAHREN dann GRÖSSERER WERT IM 8 PS zum alten. Preise — jetzt: alle Wagen fünffach bereift ...... alle Wagen mit Stoßstangen Luxus-Limousine mit Luxusstoßstangen All dies ohne Preiserhöhung! Generalvertretung: MOTORWAGEN-VERKAUFSGESELLSCHAFT mit beschränkter Haftung ■ Spezial - Reparaturwerkstätte Lungen gab der Dorsitzende des Luftschiffbaus Zeppelin in Friedrichshafen bekannt, worin auf ein Gesuch der Stadtverwaltung um Ueberfliegung von Alsfeld die Antwort erteilt wurde, daß sich die Verwaltung für die Gestaltung des FahrtenprogrammS ihres LustschlfseS aus vielen Gründen freie Hand behalten müsse, und daß bindende Zusagen betr. Uebcrfliegen bestimmter Orte grundsätzlich nicht gegeben werden könnten, daß man aber versuchen werde, dem geäußerten Wunsche nach Möglichkeit gerecht zu werden. An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche Sitzung an. Vorher wurden verschiedene Anfragen und Beschwerden von dem Vorsitzenden und dem Dtadtbaumeister beantwortet. Mietpreiserhöhung in Offenbach. WSR. Offenbach a. M, 27.3unt. DaS hessische Gesamtministerium hat durch Verordnung vom 21.3uni die gesetzliche M iete in der Stabt Offenbach auf 124 Prozent der FriedenSmiete festgesetzt, und zwar mit rückwirkender Straft vom 1. April d. 3. ab. Berliner Börse. Berlin, 28.Juni. (WTB. Funkspruch.) Zum heutigen Wochenschluß herrscht im heutigen Vormit- tagsoerkehr wieder eine außerordentliche Geschäfts- stille. Zn Erwartung des neuen Finanzprogramms ist die Börse vorläufig noch zurückhaltend. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London aegen Kabel 4,8606, London gegen Berlin 20,4010, London gegen Madrid 43,50, London gegen Mailand 92,76, Kabel gegen Berlin 4,1975. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbtndltchkeit der Schriftleitung.) Beamter. Jeder Beamte ist berechtigt und nach Lage des Einzelfalles auch verpflichtet, einen Doraefetzten auf das Ungesetzliche eines dienstlichen Auftrags hin^uweisen. Enthält der Auftrag den Befehl zur Ausführung einer strafbaren Hand- lung, so steht dem Untergebenen zum mindesten auch ein Beschwerderecht zu. Die Verantwortung (zivile Haftbarkeit) für die Ausführung eines zu Unrecht erteilten dienstlichen Befehls trägt der Vorgesetzte. Th. Sch. in Gichen. Die Erteilung eines Patentes erfolgt durch das Reichspatentamt in Berlin SW 61, Gitfchiner Straße 97/103. Mit der Anmeldung ift eine Gebühr zu zahlen und im Falle der Erteilung eines Patentes sind Jahresgebühren nach dem System der sich steigernden Gebühren zu entrichten. Nach fünf- dehn Jahren erlischt der Patentschutz. Die Frage, ob eine neue Erfindung patentfähig ist, ist oft so schwie- ÄS* Tt»5 ■äS-ft ÄL'Z LvS . wh motaioen Kriegsschuld. M lvird über ba4 Aufrüstung?- Ladung im heutige« '?hhetfe. Lis die Lahn vom Lehr am 28. und 11 Wr vov. Gr nachmittags -die nicht an der M Zeit flatlfin- tzeshrni. am a9- l-2uli, findet die e Zeit..." oon Carl Ben statt. Dieser Lust- las Tladltheater Sie- Heaters urausgeführt rutschen Presse einen e Spielleitung, sowie ener Bühne wurden en vor allem der Orr- bas nach einer 3bte hriststellers und Sour- r der „Firns Frank- eit ein ganz modernes pielleiter hansTon- össler. Die hauptdar- lewes, Koch, Lchubert l 5, Hub, Ritter, Dvilk, unstderein. Die he Oelgemälde von iliche Aquarelle einer \ e, Radierungen von Hcherenschnitte von [t, ist nur noch dir i ft, und Mr Som- ' bis 13 Uhr, Aon- 7gs Don 17 bii 19 i » Hehä^tt'tr- Mgssriern am Wm mtag und Dienstag -raste eine Hermann- Karl Blume, der t, wird bet den Aussicht über das Leben m Heidedichters, der ’ im Westen gefallen »ut Lautei außerdem werden, der Umrund schom wilder tW ZapfenstreMs m Dienstag um ro v,. ßAf»iy in Dielen mErsolg gelaufen^ n Interesse begegnen- 3n den " .Königin derAach^ «Ää Ä«‘ 'M6 m 9leu* naage a gf. uli außer ® M>»' :afee 3 _ in Se- j’iÄ*1'’ Wntag. ' Acckvteh- KR i-* * V Lintntt r heul'ge"«chtsfH Kahler m jetzt KS itter-S F i f f t n, Jranffurt a. M. An den Vortrag nch eine Aussprache anfchliehen. Die Hörer und Mitglieder der Volkshochschule sowie die Mitglieder der Gießener Genofsenfchasten seinen °uf dte. Veranstaltung besonders hingewiesen. (RähereS in der heutigen Anzeige.) „ * Marbu rger Festspiele. 3nfolge der Narken Aachsrage nach einer Wiederholung deS Spiels .jedermann" von Hugo von HosmannS- hat sich die Festspielleitung entschlossen, am Montag, 30.3uni. 17 Uhr, vor der luthc- rtschen Pfarrkirche das Spiel zu wiederholen. Dte für die „Götz'-Aufführung am Donnerstag. 26.3un,. gelösten Karten gelten für SamStag. 28.3uni, nachmittags. (Vgl. die heutige An» ze»ge.) Gin Heimatfest öer Stadt Wehlar. • Wetzlar, 27.3uni. Die Stadt Wetzlar be- geht m den Togen vom 3., 4. und 5. 3uli ein Heimatfest großen Stiles, daS in mehr als einer Hinsicht für weite Kreise von Bedeutung sein dürste. 3n den TumuS der alle drei 3ahre wiederkehrend« T i e rs ch a u f e st e schlingt sich diesmal daS Jubiläum der Stadt Wetz- l a r anläßlich der 753. Wiederkehr deS TagcS, an dem Wetzlar vom Kaiser Barbarossa Stadt- rechte erhielt. Am 3. 3uli, vormittags, wird ein großer historischer Fe st zu g stattfinden, der neben interessanten Kostümgruppen eine reiche Beteiligung auS ollen Schichten der Bevölkerung, vor allem der Landwirtschaft, aufweist.' Am zweiten Festtage wird eine große Tierschau die Leistur.gef. h gk.it drr hochentwickelten heimischen Landwirtschaft auf den Plan rufen. Ein großes Feuerwerk wird den zweiten Tag, der tote üblich in einem Volksfest auSklingt, beenden. Auch der letzte Festtag, der Sonntag, gehört tradionell zu den Feiern an denen Stadt und Land stets harmonisch in reichem Maße teilgenommen hoben. Ein prächtiger Festplatz, bequem von der Stadt durch Omnibusse zu erreichen, ist auf alle Bedürfnisse des Vergnügens eingerichtet. So dürfte Wetzlar in diesen Tagen neben seinen landwirtschaftlichen Schönheiten durch dieses Fest für Fremde Anziehungspunkte aufweisen, wie sie nicht alltäglich sind. Es sei auf die Anzeige hingewiesen. Siaöivofstandssihuna in Alsfeld. 8«4 Alsfeld, 26. 3unL 3n der letzthin abgehaltenen Stadtvorstandssitzung befaßte man sich zunächst mit der Ausnahme von Kapitalien für die Rechnungsjahre 1929 und 1930. Wie der Vorsitzende dazu erläuternd bemerkte, werden zum Ausgleich der Rechnungen für das Aj. 1929 etwa 30 000 Mk. für Straßenbau- und Kanalarbeiten und für das IKj. 1930 für die voranschlagsmähig vorgesehenen Arbeiten weitere 30 000 Mk. notwendig. Gemäß dem Vorschlag der Finanzkommission wird eine Kapitalaufnahme von 60 000 Mk. bewilligt. Kanalisation der Blauen Pfütze. Hierzu wird ein Voranschlag in Höhe von 7000 Mark vorgelegt und von dem Vorsitzenden näher begründet. Die ständig steigende Zahl der ausgesteuerten Erwerbslosen macht die Schaffung von weiteren Arbeitsmöglichkeiten notwendig, da die gegenwärtig in Angriff genommenen Ka- natbauten ihrer Beendigung entgegengehen. Roch Mitteilungen deS Bürgermeisters wird bis zum Herbst mit etwa 70 bis 80 Wohlfahrtserwerbslosen in der Stadt Alsfeld zu rechnen sein, deren Fürsorge allein der Stadt obliegt. Es müsse dringend gefordert werden, daß das Reich diese Lasten übernimmt, ba andernfalls die Gemeinden in schwerste finanzielle Bedrängnis kommen wer- ben. Der vorgelegte Voranschlag wurde genehmigt und der erforderliche Kredit beteiligt. Zu ber von ber Provinz in Aussicht genommenen Teerung der Straße AlSfeld — Altenburg werben bie Kosten für bie dabei erforderlich werdende Regulierung ber Gossen " - Probealarm ber Freiwilligen SanitätSkolonne. Am Freitagabend wurde die Mannschaft ber Freiwilligen Sanitätskolonne probeweise alarmiert. Der Hebung lag folgenbe 3bee hugründe: Ecke Ostanlagc-Molkte- st roße und Wtef enstrahe ist ein AutobuS mit einem Personenauto zufammengefahren. Hierbei wurden zwölf Personen schwer verletzt. Dvv Alarm erfolgte 21 Uhr 8 Minuten. Bereits um 21.11 Uhr trafen die ersten Mannschaften im Depot ein. Um 21.18 Uhr, also zehn Minuten nach dem Alarm erreichte ein Krankenkraftwagen mit zwölf Sanitätern, dem Arzt und dem Kolonnenführer die Unfallstelle. Um 21.35 Uhr waren die Verletzten mit Verbänden versetzen und zum Teil abtransportiert. Zum Schluß waren 27 Sanitäter zur Stelle. Kolonnenarzt Dr. Groß hielt die Kritik ab und sprach sich sehr lobend über die Leistung bet Kolonne au«, die ihre Schlagfertigkeit auch diesmal bewiesen hat. ** 85. Geburtstag. Ihren 85. Geburtstag feiert am Sonntag, 29. Juni, Frau Barbara Loder Witwe Aatharinengasse 14, in geistiger und körper- sicher Frische. * •• Geschäftsjubiläum. Am l.Juli werden 50 Jahre verflossen sein, daß Droschkenbesitzer Karl Huhn sein Geschäft begründet Hot. Die Familie Huhn ist nachweisbar seit 1769 in Gießen ansässig. Am 2. Februar des genannten Jahres verheiratete sich der Musketier und spätere Tambour Konrad Peter Huhn, der mithin Berufssoldat war, mit Katharina Battols. Näheres ist über dieses Ehepaar nicht zu ermitteln, insbesondere bleibt unaufgeklärt, woher Konrad Peter Huhn stammte. Sein Sohn Heinrich Huhn (1786 bis 1862) wird in den amt- sichen Registern als „Fuhrmann" bezeichnet. Er befaß ein Pferd und eine kleine Chaise, aber er fuhr damit eiaentlid) nur im Sommer. Heinrich Huhn war ein sehr bedürfnisloser Monn, er bewohnte ein kleines Hous, das in einer Seitengasse des Selters- weges da stand, wo sich jetzt die Kellereien von Herrn Jnderthal befinden. Sein Sohn hieß gleichfalls Heinrich, er lebte von 1822 bis 1893 und wohnte in der Löwenaaffe. In der Hauptsache war er Landwirt und bewirtschaftete Ländereien, die er von der Stadt Gießen gepachtet hotte. Allmählich ging er zur Droschkenkutscherei über, anfänglich mit zwei, am Schluffe seiner Tätigkeit mit siebzehn Pferden. Hein- rich Huhn war allen Gießener Studenten wohlbekannt und stand mit ihnen auf du: diese herzlichen Beziehungen erlitten dadurch keine Beeinträchtigung, daß die Studenten ihrem Freunde die Rechnung für geleistete Fabrten nicht immer sofort bezahlten. Karl Huhn, der Urenkelsohn des Musketiers und Tambours Konrad Peter Huhn, begründete fein Geschäft zu einer Zeit, in ber ber Vater bas feinige noch nicht aufgegeben hatte. Mit zwei Pferben unb einer alten CEhaife fing er an unb hatte kurz vor dem Kriege sechsunddreißig Pferde. Heute ist sein Betrieb zum Teil auf Automobile umgefteUt. Im Jahre 1886 batte ber nun beinahe Fünfunbsiebenzigjährlge bas Anwesen in der Rittergasse, das er heute noch besitzt, derworben-, burdj viele Umbauten hat er die ur- ifprünglid) sehr primitiven Gebäude in ihren heutigen Zustand versetzt. Die Museen find am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. .*•* Die evangelischen Arbeitervereine Butzbach, Gießen, Dchweinsberg, sowie der evangelische Männerverein Wetzlar veranstalten morgen, Sonntagnachmittag, auf dem Schiffenberg eine Familienzufammenkunft. (Vergleiche heutige Anzeige^ Alice-Echule. Der neue Kursus im kugeln und Kunstwaschen beginnt am 8.3uli. (RähereS in der heutigen Anzeige.) Dortrog über Genofsenschafts- wesen. 3n Verbindung mit der Reichszentrale für Heimatdienst, Landesabteilung für Hessen, veranstaltet die Volkshochschule am Dienstag, 1.3uli, 20 Uhr im Singsaal der Oberrealschule einen Vortrag über .Wichtige Fragen des Genossenschaftswesens". Vortragender ist Dr. F. rig, daß zur Zuziehung eines Patentanwalts geraten werden muß. Dem Urheber eines Musters oder Modells von Debrauchsgegenstoiiden kann gleichfalls ein gesetzlicher Schutz lMusterschutz) erteilt werden; bas zu schützende Muster ift in bas Musterschutz- reqiftcr einzutragen, bas bei bem Amtsgericht geführt wird. ft. 3. in ®. 1. Im Freistaat Hessen gibt es für Wohnhäuser nicht, wie Sie annehmen, eine Polizei - ft .■ ii>■ < Die Frage, ob iemanb durch Älaoierfpiel zur Nachtzeit bei offenem Fenster die Allgemeinheit derart belästigt, daß er sich hierdurch des ruhestörenben Lärmes schuldig macht, ist Tatfrage und ist letzten Endes vom Strafrichter zu entscheiden. Wird ein Mieter durch überlanges ober überlautes Klavierspiel zur Nachtzeit den Mitbewohnern be» Hauses lästig, so ist ber Hauseigentümer (Vermieter) verpflichtet, Abhilfe zu schaffen, unb er kann nach §550 Bürgerliches Gesetzbuch auf Unterlassung klagen, ober cs steht ihm auch nach § 553 DGB. das Recht zu, das Mietverhällnis ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist au lösen, wenn der Ruhestörer trotz Verwarnung sein Verhalten fortsept. — 2. Bei den folgenden Militärmarschen endigt das Trio mit' den Takten des „Deutschlandliedes": 1. „Aller Ehren ist Oesterreich voll" von I. Nowotnr,: 2. „Soldatenlieder", Marsch-Album (vier Marsche) oon L. Blankenburg: 3. Armeemarsch II, Rr. 119, von L. Golde; 4. „Deutscher Turnermarsch" von W. Löber. Verantwortlich für Lokales: 3.23.: Dr. Thyrtot. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 29. Juni. 2. Sonntag nach Trinitatis. Slabtkirche. 8 Uhr: fällt aus; 9.30: Festgottes- dienst: Pfarrer Weber (Holzheim); 11.15: Kinder- aottesbienft; Pfarrer Schlaudraff — Iohannes- kirche. 8; Pfarrer Schlaubraff: zugleich Christenlehre für die Neukonsirmiertcn der Johannesgemeinde; 9.30: Repetent Mag. Falk: 14: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde: Pfarrer Dechtolsheimer: 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfarrer Bech- tolsheimer. — Kapelle des Allen Friedhofs: fallt aus. — waldbühnc. 15: Missionsgottesdienst. Missionar Keller. — Elisabeth kileinkinderschulc. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrus- gemetnbe; 9.45: Pfarrer Lic. 2Öaas. — fileln-Clnben. 9: Hauptgottesdienst: 10: Kindergottesdienst. — Diefeck. 9.30; Kollekte für Gemeindehäuser. — Kirchberg. 10; Kirchberg. Pfarrer Dechtolsheimer (Die- ßen); 11: Christenlehre für die konfirmierte männliche Jugend. — Haufen-Garbenleich. 9: Haufen; 10.30: Garbenteich. — Wahenborn Sleinberg. 13: Hauptgottesdienst; 14 Kinderkirche. — Lich 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die männliche Jugend. kiatholifche Gemeinden. Samstag, den 28. Juni. Gießen. 16.30 und 19: Beichte. Sonntag, den 29. Juni. 3. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Meße; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Prediat: 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cid). 10 Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, den 3. Juli. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte. Freitag, den 4. JuN. Gießen. 6 Uhr: Segensamt. Sonntagsdienst d.Aerzte u.Avotdeken nm 29 R30 Dr. Bloch. Dr. 59. Klein. Velikaoapoiheke. ___________Zahnarzt: Dr. Kockerbeck Dl Korpusern im Sommer Uebermas-tae Körver,lille ift besonders in der warmen ZahreSzeit lästig. Korvulenie oder zum Anlas ®eranlnnte nehmen dreimal läcilich 2-3 roluda- Kerne, die in Avoibek«-" rrbäillich sind. 3488V und Randsteine betoilllgt unb bie Ausführung der Pslasterarbeiten dem Adam Hebe iS in 2llsfeld zu den üblichen EmheitSfätzen über- tragen. Die Ausführung der Arbeit soll jedoch zunächst noch auSgesetzt werden zwecks Feststellung bei der Provinzialverwaltung, ob nicht diese RegulierungSarbetten unterbleiben könnten. IHe Anschaffung einet Schlammwa - gen« wird infolge der immer größer werdenden Ausdehnuna des KanalnetzeS in der Stadt und der dadurch bedingten umfangreicheren Reini- gungSarbetten genehmigt. Die SiedlungS- gefellschaft in der Rambach hat sich mit einem Gesuche an die Stadt um Herabsetzung deS Zinssatzes für die gewährten städtischen Baudarlehen gewandt .mit der Begründung, daß der gegenwärtige Zinsfuß von 7 Prozent dem neuen ReichsbankdiSkontsatz nicht entspreche. Das Gesuch wurde jedoch abgelehnt mit dem Hinweis, daß bie Stadt selbst noch wesentlich höhere Zinsen Zahlen müsse. Sin Gesuch der Bewohner der Vletzgergasfe um Kanalisierung wurde vorläufig zurückgestellt, bis die Frage der ODci- terführung der allgemeinen Äanalarbeitcn und bet Beschaffung der Mittel geklärt ift. Für die Anschaffung von kappen wird ein Betrag willigt. Unter Mitteilungen ein Schreiben I Oie Sünde -er Senate Mercandin. Vornan von Fred Nelius. 6 Fortsetzung. Nachdruckoerboten. Griebenow wurde Warm und erzählte. Längst verklungene alte Zeiten standen wieder auf. Man verschwatzte sich. „Bleiben Die zu Mittag", bat >Frau Rcugereuth. Er blieb. i Gelegentlich deS Essens fragte der Geheimrat: .Haben Sie schon irgendwelchen Anschluß in Berlin gefunden?" Gricbenow verneinte. , »Was tun Sie denn deS Abends?" ! „Ich lese ... schreibe ... gehe früh zu Bett." .Schön ... schön ... Aber nicht zu sehr ver- sinrpcln, Herr Gricbenow. Sie müssen ein paar nette Menschen kennenlcrnen. älebrigens, da fällt, mir ein ... haben Sie am Samstagabend Zeit?" .Selbstverständlich, Herr Geheimrat." .Dann bitten wir Sie um sieben Uhr zu uns. Sie finden einen größeren Kreis. Abendessen... nachher etwas Tanz. Und, bitte, Frack! Einverstanden?" Gricbenow verneigte sich. Am nächsten Abend kam er auS dem Dienst. Er fuhr bis Bahnhof Zoo, stieg dort aus und bummelte so hin bis zu der Gedächtniskirche. Der Strom des Verkehrs umbrandete das Gotteshaus. Er ging weiter. Richtung Tauenhienstrahe. Menschen ... Menschen ... Erste Lichter flammten auf. Strahlende Geschäfte. Juwelen, Seide, Spitzen. Die Läden überfüllt. In langen Reihen Autos. Auf den Bürgersteigen stauten sich die Menschen. Damen, schick, raffiniert gekleidet, mit Pelzen bis zur Rafenspihe, mit Röcken, die den Oberschenkel kaum bedeckten. Stutzer promenierten. In den Ecken Armut. Bettler. Blaue Veilchen zwischen den Fingern abgehärmter Dlumen- weiber. Langsam ließ sich Gricbenow vom Strom der Menschen treiben. Wieder, wie so oft, empfand er daS betäubende Gemisch von Luxus, Lebens- aier und Sunde, das aus diesem Hexenkessel strömte ... ein Gemisch, das jeden Rerv in ihm zum angenehmen Schwingen brachte. Aus einer Bar erklang Musik. Fiedeln und zwei Mandolinen. Gricbenow blieb stehen. Vor ihm eine Frau im Pcl^. Schlank ... sehr elegant. Tadellos geformtes Bein. Sie drehte flüchtig ihren Kops. Eine feine, edle Rase im Profil. Gricbenow durchzuckte es. Irrte er? War die Dakne vor ihm etwa ---? Gricbenow beschleunigte den Schritt. Eben löste sich die Dame aus dem Menschenstrom. Sie überquerte den Straßendamm. Groh und mächtig reckte sich der Schupo auf der anderen Seite. Die Dame trat an ihn heran. Scheinbar bat sie ihn um eine Auskunft. Der große Schupo legte höflich seine Finger an den Tschako. Die Frau im Pelz ging weiter. Unsicher und tastend ging sie auf dem glitschigen Asphalt. Plötzlich war sie in dem Doppelstrom der Autos eingekeilt. Sie konnte weder vor- noch rückwärts. Im nächsten Atemzuge schwankte sie. Es war, als treffe sie ein Schlag. Sie schrie, schloß die Augen, machte eine Wendung, um sich umzudrehen. Ihr schwindelte. Sie griff mit beiden Händen in die Luft — Öa war es schon geschehen. Ein Pfiff ... ein Wink des Schupo. Der Strom der Autos stoppte. Die Frau'im Pelz lag auf der Erde. Ein Knäuel von Menschen um sie her. Das Gesicht Griebenows war Über sie gebeugt. Männer faßten an. Man trug sie. Legte sie in einen Raum hinter einem Laden, auf irgendeine Polsterbank. Und wieder beugte Gricbenow sich über sie und sah sie an. Diese bleiche Frau vor ihm mit den geschloffenen Augen war Frau Doktor Mercandin ... die blonde Dame aus dem Restaurant Paris in Monte Carlo. Gr starrte entrückt auf diesen blassen Frauenkopf, die goldenen Haare, auf die langen Mimperfahnen und die schmalen, blutcntlecrten Lippen. Herrgott, wieviel Schönheit ...I dachte er ergriffen, wieviel Seligkeit! Wieder beugte Gricbenow sich vor. Schon hatte er den Puls. „Bitte, Kognak bringen", sagte er. Dann blickte er sich um. „Bitte doch das Zimmer zu verlassen. Ich muß die Dame untersuchen." Der Schupo drängte alle Herren aus dem Zimmer und ging selbst. Rur zwei Damen blieben. „Helfen Sie mir doch." Man zog den Pelz vom Körper. Oeffnete das Kleid. Gesicht, Hals, Finger waren wächsern bleich ... wie bei einer Toten. Die Lippen ohne Farbe. Die weihe Brust lag frei. Gricbenow hob eine Schulter nach der andern. An der rechten war ein kleiner Bluterguß. Er horchte nach dem Herzen. Er hob den schönen bleichen Kopf der Kranken. Rieb die Stirn, die Schläfen, Hals und Racken. Plötzlich ging ein Zittern durch den Frauenleib. Gesicht und Hände zuckten, färbten sich. Der Blick enthüllter blauer Augen, forschend in unfaßbarem Erstaunen zwischen rosenbraunen Schatten, siel auf Gricbenow. Dann ein Ruck. Der Oberkörper richtete sich auf. Mit der Rechten raffte sie das Kleid auf ihrer Brust zusammen. Gricbenow nahm ihre Schultern, drückte sie hinab. Er sagte milde: „Bitte, liegen bleiben, gnädige Frau." Und dann: „Tut irgend etwas weh?" Wieder jener Blick voll tiefen, scheuen Staunens ... eine seltsam schlaffe, müde Handbe- wcgung über Haar und Kleidung und ein dünner Ton von Hochmut in der letfert, dunkeln Stimme. „Rein. Ich verstehe nur nicht. Das um alles in der Welt ist denn geschehen?" „Vor allem nicht erregen, gnädige Frau. Geschehen ist gar nichts, Gott sei Dank. Sie sind gefallen oder von dem Auto umgestoßen worden. Sie haben sich erschreckt. Weiter nichts. Wir haben diesmal Glück gehabt. Ra, da ist ja auch der Kognak. Augen zu, und dann hinunter mit dem Gift. Das Herz ist etwas schwach. Also, wenn ich bitten dürfte---“ Man reichte ihm ein Glas mit Kognak. Er fetzte es der Dame an die Lippen. „Run schön trinken", sagte er noch einmal. Frau Professor Mercandin verschluckte sich. „Aber, aber ..." suchte Gricbenow zu trösten, hob mit einer Hand den Kopf der blonden Frau und flöhte ihr geschickt den Kognak ein. „So, und nun ist wieder alles gut." Er erhob sich. „Sie werden noch ein Weilchen liegen bleiben, während ich ein Auto holen lasse. Fühlen Sic sich wohl genug, um heimzufahren?" Sie schloß die Augen und gab keine Antwort. Dann, als Griebenow besorgt die Hand auf ihre Stirn legte und den Puls zu fassen suchte, blickte sie ihn an. Ein hilflos mattes Lächeln. Wieder jener forschende, erstaunte Blick auf Griebenow. „Aber selbstverständlich---" „Schön. Die Damen werden Ihnen sicher gern helfen wollen. Darf ich mich inzwischen nach dem Taxi umsehen?" Eine lässige, bejahende Gebärde. Sie saß. Wieder fuhr die schmale, ringgeschmückte Hand zum Haar und ordnete daran. Griebenow sah weg und drehte sich herum. Er verließ das Zimmer, um eine Autotaxe anzurufen. Es war Samstag. Griebenow erschien um sieben Uhr bei Reugereuths, im Frack. DaS lange Ordenskettchen an dem Aufschlag, an der linken Brust das G. K. i. Er hatte ein paar langgestielte rote Rosen in der Hand. Der Diener hatte ihm die große Flügeltür zu den Salons geöffnet. Eine Flucht von Räumen lag vor Griebenow. Ueber spiegelnden Parketten lag der Lichterglanz von ungezählten Flammenkerzen. Man sah Räume, die den Stil und Farbenton verschiedener Kunstepochen zeigten. Biedermeier, Gotik und Barock, die sormcnreiche Welt Ludwigs des Fünfzehnten, den napoleonischen Geschmack in mattem Gold und rotem Stoff. Unterhalb des Lichtstroms eines großen Pris- mcnleuchters stand Frau Reugereuth. Sie begrüßte Griebenow, der sich verneigte und die Hand der Hausfrau an die Lippen führte. Der Salon war angefüllt mit Menschen. Ein Chaos schwarzer Fräcke über weißer Hemdbrust, halb enthüllter Frauenylieder zwischen Seide, Spitzen und Brokat, ein Meer von Licht, Geflimmer edler Steine, eine WogL Duft und Festraufcf Andere Gäste kamen, um der Hausfrau ihr Verbeugung zu machen. Griebenow ging weitei Er traf Doktor Hämerling, den Innenarchi tekten, der ihm lächelnd auf die Schulter klopft« Seine schöngeschnittenen, glattrasierten Züge ml der scharf gebogenen Römernase und den dichter eisgrauen Haaren waren ganz geruhsame Ver gnüglichkeit. „Run, was geht im Rat der Götter vor, Gr laucht?" „Dienstgeheimnis, Hämerling. Rur das ein im Vertrauen. Kleusch hat Gallensteine und ha abgesagt." „So, so ... Seine Seele war heut morgen schoi auf Dur gestimmt. Er wird statt Leckerbissei ein paar Tage trockene Semmeln essen müssen Run, das ist kein Fehler. Ich habe irgendwi gelesen, daß man dumm wird, wenn man immer zu dasselbe ißt. Aber soll idT Ihnen ein Ge heimnis sagen, lieber Griebenow?" "Run?" „Unter strengster Diskretion, mein Lieber." „Selbstverständlich." „Ehrenwort?" „Auch das." Hämerling hob beide Hände trichterförmig an den Mund. „Ich habe Durst, mein Lieber", schrie er Grie bcnow ins rechte Ohr. „Sagen Sie der Haus frau, daß das Essen endlich anfängt.“ Griebenow ging weiter. Im Halbkreis saßen ein paar Herren. Da, Licht der großen Ständerlampe fiel auf die Ge fichter. Eben fiel der Rame Mercandin. Griebe now blieb stehen. „Einsatz der bekannten Willensenergie, bis e das Aomtesserl hatte. Und dann Kunststück .. Mercandin war Millionär. Das zieht immer wenn nicht bei der Tochter, so doch bei de Mutter." „Mercandin hat jene nervenlose, zynische Kul tur, die sich nicht ausgibt", sagte jemand. „Da, höflich Kalte und Brutale. Das Unbestimmt zwischen Schwarz und Weih, das Rätselhaft zwischen Licht und Dunkel." „Ueberall und stets die gleiche Sache. Ohn> Szene und Theater, ohne wirksame Regie uni Hintertreppe kommt kein Casanova aus." Das Gespräch verebbte. Vom Salon aus fati Bewegung in die Gäste. Man begab sich paar weise in den hohen, großen und ganz weitzei Speisesaal von Reugcreuths. In der Mitte ft an die runde Tafel. Rosenketten spannten sich vo: einem hohen goldenen Leuchter strahlenförmig blutrot über Weißen Damast. Ringsherum ver teilten sich vier kleine Tische, die sich durch di Blumenfarben unterschieden: Weiß, Gelb, Veil chenblau und Violett. (Fortsetzung folgt.) liehe Bräunen der Haut, verhütet JSonnenbrand. Vor Gebrauch die Haut trodeen reiben. Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma h. Dkl-1 mer, hoch-, lief- und (Elfenbetonbau, | (R. m. b. f). In (Rieften, Wetzlarer weg 37, wird heute am 27. Juni 1930 nachmittags 12 H Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da die Gemeinschuldnerin zahlungsunfähig ist und ihre Zahlungen eingestellt hat. Der Volkswirt R. £). V. Dr. jur. Ruckels- baufen in (Rieften, Goelheslraftc 30, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 17. Juli 1930 bei dem Gericht anzumelden. Es wird zur Bcschluftfasfung über die Beibehaltung des ernannten oder die Mahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus- fchusses und eintretcndenfalks über die im tz 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, ferner zur Prüfung der an- gemeldeten Forderungen auf 4693D Donnerstag, den 24. Zull 1930 vormittags 9 Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal 201, 2. Obergeschoß, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Äon- kursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- fchuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache ab- gesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 17. Juli 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht in Gießen. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 19. Juni 1930 bei der Firma Darmstädter und Dationalbanf, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Zweigniederlassung (Rieften, in (Rieften folgendes eingetragen: Auf Grund der von der Generalversammlung vom 9. April 1929 beschlossenen Streichung der Paragraphen 9, 10, 11, 48 und 49 des Gesellschaftsver- träges sind durch Beschluß der General- Versammlung vom 12. April 1930 die Paragraphen 12 bis 47 In Paragraphen 9 bis 44 und die Paragraphen 50 und 51 in Paragraphen 45 und 46 umnumeriert worden. 4666V Gießen, den 20. Juni 1930. __________Hessisches Amtsgericht._________ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B, wurde am 20. Juni 1930 eingetragen: Osco Gummimaren-Gefellfchaft mit beschränkter Haftung in (Rieften. Gegenstand des Unternehmens ist der Handel mit Gurnrniwaren jeglicher Art und mit anderen Handelswaren, sowie deren Fabrikation. Das Stammkapital beträgt 20 000 Reichsmark. Geschäftsführer ist der Kauf- mann Otto Schmidt in Gießen. Der Ge- schaftsocrtraa ist am 3. April 1930 fest- gestellt. Oeffentliche Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. 4667D Gießen, den 23. Juni 1930. Hessisches Amtsgericht, 50 Millionen RM Verslcherungslelstungen wurden In den Jahren 1925-1929 zur Auszahlung gebracht durch die BARMENIA I Versichern ngsbank für Mittelstand und Beamte V. a. G. zu BÄRMEN Die Kranken-Versicherung des Deutschen Mittelstandes Grundsätze: Freie Wahl des Arztes und Krankenhauses als Privatpatient, Ablehnung jeglicher Krankenkonlrolle u. Nachuntersuchung. Leistungen: Arztbehandlung (70—100°/0), Krankenhauszuschuft (bis RM 12.— täglich), Zahnbehandlung (bis RM 6.— pro Zahn), Wochenbeihilfe (bis RM 150,—), außerdem Erstattung auf Kosten für Operationen, operative Geburtshilfe, Arzneien, Hell- und Hilfsmittel, Krankentransporte, Wegegebühren usw.; Sterbegeld, bis RM 500.— (bei Unfall Doppelsätze). Tarife: Mannigfaltige Verslcherungsmögllchkeilenj auch Tarife mit Beitragsrückgewähr. Verwaltung: 300 Verwaltungsstellen Im ganzen Reiche, daher schnellste Erledigung sämtlicher Erstattungs-Angelegenheiten. Fordern Sie unverbindlich unsere Prospekte durch die Verwaltungsstelle Gießen, Bahnhofstraße 38. 4683V Zuverlässige Herren als Mitarbeiter gesuchtl 6/25 PS (Heiler BieifiBtt gebraucht, sehr preiswert zu verkaufen. Zu erfragen bet 14656D Billigt!) WWW! Wohnhaus Gießen, Licher Sir. I, IX'cIIn & Kratt. Marbnrger Straße 68. MWWrMeW bed ^andwirtschaftdkammer-Audschuffed für Oberhesscn am Montag, dem 14. Juli, vormittags 11 Uhr in Alsfeld. Gemeldet sind rund ZO Fleckviehbullen und 6 Gber der veredelten Landfchweinrasie. Gemeinden und Zuchtgenosienschafien ist hier beste Gelegenheit geboten, gute Zuchttiere zu erwerben. Gießen, den 27. Zunl 1930. Canbwirtschastdkaminer-Audschuß 4703D für Obcrhessen. mit 3X3 Zimmer, Küche, Einfahrt, heutige Zahresmiete HM. 1550.— u. Vermögenssteuerwert VM. 22500.- Äaulich gut. Zustand, preis heute nur 301.14OOO.— zuzüglich kleiner Auf« Wertung, bei zirka VM. öooo.- An« Zahlung zu verkaufen. 47000 S.p.rttoch, SaavbvüSen 3, ___Telephon 1876.________ lAferben Sie ■ ■ mittelst der Zeitungsanzeige und •" geeigneten rauen auch durch gute Drucksachen I Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beete Ausführung, günstige PrelevoreohlMge bistet Ihnen die Brühl’sche Druckerei, Gießen, Schulstr. 1, Anruf 2261 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 20. Juni 1930 bei der Firma Ziegelstelnverkaufsstelle (Rieften, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in (Rieften folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesellschafter vorn 6. Juni 1930 ist die Gesellschaft aufgelöst. Der Kaufmann Adolf Steinmetz in Gießen ist Liquidator. Die Vertretungsbefuanis des bisherigen Ge- lchäftsführers August Rehberg ist erloschen. 4665V Gießen, den 24. Juni 1930. __________Hessisches Amtsgericht._________ Bekanntmachung. Die Lieferung von etwa 2000 Zentner suftem wiefenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. 4637D Die Lieferung kann geteilt werden. Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Verwaltung zur Einsicht offen. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Anaebote für Heuliefe- rung" bis zum 10. Juli 1930, vormittags 10 Uhr, einzurejchen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. Zuschlagsfrist fünf Tage. Gießen, den 24. Juni 1930. Verwaltung der Veterinär-Kliniken und -Institute. Bekanntmachung. Die Fuhrwerkswaage am Neustädter Tor wird am l.Iuli d. I. außer Betrieb gesetzt. Mit dem gleichen Tage wird die neue Fuhrwerkswaage Gabelsbergerstrahe 3 — nächst der Bahnunterführung nach der Hammstraße — in Betrieb genommen. 46150 Gießen, den 23. Juni 1930. Der Oberbürgermeister. 3.23.: vr. Hamm. Bekanntmachung. Das im hiesigen Stadtwalde noch lagernde Holz muß im Interesse notwendiger Wegherstellungsarbeiten bis zum 15. Juli d. J. abgefahren sein. Es wird auf die Verfteigerungs- bzw. Verkaufs- bedinyungen, wie auch auf die Strafbar- feit einer weiteren Verzögerung der Abfuhr hingewtesen. 4675V Sich, den 21. Juni 1930. Hess. Bürgermeisterei Lich. ______________Geil.______________ Bullenverkauf. Mittwoch, den 2. Juli 1930, vormittags 10 Uhr. soll ein zur Zucht untauglicher Vogelsberger vullc im Wege schriftlichen Angebots verkauft werden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum genannten Zeitpunkt einzureichen. Bedingungen werden vor Deffnung der Angebote bekanntgegeben. 4695V Grünberg (Hesien), 27. Juni 1930. Bürgermeisterei, Bekanntmachung. Dienstag, den 1. Juli 1930, findet Rink vieh- (Nutzvieh-) Markt statt: sämtliche Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuch schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttag von 7 bis 8% Uhr vormittags. Der nächst Schweinemarkt findet am 16. Juli 193 statt. 46151 Der Oberbürgermeister. I. V.: Klings por. Bekanntmachung. Die am 1. Juli d. I. fällige Holzgeli rate kann bis zum 15. desselben Monat an unsere Stadtkasse oder deren Posi scheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 13196 not ohne Kosten bezahlt werden. 4675! Hess. Bürgermeisterei Lich. Geil. Brennholz-Verkauf Oberförsterei Vrandoberndors. Mittwoch den 2. Juli, 11 Uhr, „Den' sches Haus In Cleeberg: Westerburgei Heck: 38,10 Hdt. EicheinWellen (Niedei wald) 122 rm Eichen-Lohreiser l.Kl. 4696V Der Preuft. Staatsoberförfie Äs SWSM zu verkaufen: ein Personenauto (Vie: sitzer, offen), drei Ladentheken mit Schul laden, zwei Warengestelle^ eine Schrell maschine (Adler), einen Schreibtisch, ci Vertiko, eine neue Waschmaschine mit eie irischem Antrieb, eine Waschmaschine m Wasserbetrieb, eine Registrierkasse, mehre: Fruchtpressen (neu) sowie Küchenherde ur Dcfcn (neu). 4716 Näheres durch Treuhänder h. Klrchne Am Nahrungsberg 16, Fernruf 4167. Spar-u.VorschußvereinA.-S Großen-Linden. Die Aktionäre unserer Gesellschaft we den hierdurch zu der am 17. Juli 193 nachmittags 6 Uhr, im Rathause zu Gr ßen-Linden stattfindenden ordentlichen Generalversammlung Tagesordnung: eingeladen. 1. Vorlegung des Geschäftsberichts d Vorstandes, der Bilanz sowie der G winn« und Verlustrechnung für tn Geschäftsjahr 1929. 2. Beschlußfassung über die Genehn gung der Iahresrechnung^ 3. Entlastung von Aufsichtsrat und Vo stand. 4. Aufsichtsratswahlen. Diejenigen Aktionäre, welche an d Generalversammlung teilnehmen wolle haben ihre Aktien ohne Gewinnanteil- ui Erneuerungsscheine spätestens am 11. Ji 1930 in Großen-Linden bei der Gese schaftskasse oder bei einem deutschen Not 3u hinterlegen, dieselben dort bis zu Ablauf der Generalversammlung zu b lassen und, daß die Hinterlegung or nungsmäftig geschehen ist, spätestens b Beginn der Generalversammlung nachz weisen. 4694 Großen-Linden, den 26. Juni 1930. Der Vorstand, tndn Lieber." aQ.r &rten. Da, ■ ^el auf die ®, lercandin. Triebe Energie, bi- e M Äunftftüd ö,a8 Mi ünmet so doch bei de ose. zynische JtuI Ire jemand. ,Da- )as Unbestimmt dai Welhaft eiche Sache. Vhn rksam Regie uni anoda aus," m Salon au- tu i begab sich paar und gaiu weihei in der Mette ft cm spannten sich vv ter strahlensörmi Ringsherum txt die sich durch di Weiß, Selb. Teil lrichtersbrmi, der AflUi ‘fangt." r ä An 3ß s* f ?UC Ui ek ^fteine &Jfc ein nachung. li 1930, findet Rin! rtl ftatt: [ämtiidie U Md AanrnMt >;M am Maritta? rmittags. Der na*fi t am 16.3öII1M 4615' irgermeister. ngspor- ___ nachung- ,5. fällige W 5, desselben Monat e ober deren ?o| a.Ot.l3iy mrden. 46751 neisterei ß«9- Mtäüs Mg-M« n-Lohreiscr ^StoMberK M w"cnQiÄi ^SchttibtG E ss$ lerer 193 sdnunS- Bilanz ^ b '(uitr^nU 9 * ®‘* -KS'^ LL-: einem ob . JJ DM Nr. HO Drittes Blatt Gfetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 28. Juni (950 Wandem und weisen • Bäder und Sommerfrischen sür Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs SchloO-Caft Marburg 3799 D Mittwoch: 5-Uhr-Tee Insel Juist Sommerfrische 3152D 4421D WA 4717V zu versinken. Aach wenigen ce dämmrig. Gleichzeitig wie blitzen die Leucht- und QXml- Rordwestspihe der Insel ein-, ein anderes gan.z in unserer unsicher zu „Grünhorn'* Scheibe ins Meer Augenblicken wird mit einem Schlage feuer auf, von der eins von List her. wie von unk» und hegt' Reiseregeln, von denen die solgcnden auch deutsche Reisende beherzigenswert sind. Entwirf deine Reife in derselben Weife, du dir ein Haus bauen würdest: ein Gebiet der und der Gröhe kommt in Frage: so- soviel Geld inufi ausgelegt werden, diese- hafb da st sein. DaS beweist nur, bah du ein bist! Beschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstrafle 7 Münzenberg! Gasthaus zur Burg Schönft.AuSflugSort rounberb. Fernsicht. Anaen.Aufenlb-aute Berofl., für ßfefcUldj. u. Vereine gr. Saal, sch.Gartenan 1.3961V AutobuSverb. Sonn- und Feiertag- ab Gießen 13.30 £n?r, zurück 18.15 llhr. Oien-iag,Donner-tag,Sam-tag ablZZOllhr. Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz. Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz Gin kleines Trinkgeld, von einem Lächeln gleitet, bewirkt oft mehr alS ein mürrisch gebencS großes Trinkgeld. Wenn du ins Ausland reist, so bedenke, du dein Lund inoffiziell repräsentierst, und man cs nach deinen Taten beurteilt. Nähe, da- unS selbst von Zeit zu Zeit grell beleuchtet, ein weitere- von Hörnum, der Südspihc der Insel, und in ganz welker Ferne das Blink» feuer der Insel Amrum. Helgoland winkt uns nicht herüber, man kann fein Feuer nur in ganz klaren Wintcrnächten sehen. Wehmütig werfen wir noch einen Blick hinüber zu den sich entzündenden, fern leuchtenden Lichtern unserer deutschen Landsleute am Festland auf dänischem Boden, und dann steigen wir langsamen Schritte- hinab auf den in nächtlichem Dunkel hcllschim» merndcn Sandpfaden, welche durch die Heide führen. Empfehlungen von Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung. recht» und link- eines großen Kassee-Etabliffe- ments, liegenden Terrassen nach Iazzweisen bewegt. Mittlerweile ist während unseres RundblickeS dic Sonne auf ihrem scheinbaren TageSwege weitcrgegangen und ist im Begriff, alS feurige Burrs Staufenberg Herrlicher Rundblick auf L'abn- und Lumdaral — Vogelsberg. Bahnanschlüsse: Friedelhaufen, Lollar, Mainzlar, Daubringen. Fernsprecher Amt Lollar 21. Moderner Saalbau, GefellfchafSzimmer, Z-remden-lmmer. Gute Verpflegung. 4546D Bef. Ludwig Bierau. Nordseebad Borkum Die führ. Häuser der Nordsee. Direkt am Meer. Fließ, kaltes u. warm. Wasser, Fahrstuhl. Zentralheizung. Jeglicher Komfort Pension v. Mk. 8.— an. ***V Reise richtig! Praktische Regeln für Reisende. Dix amerikanische Reiseschriftstellerin Tiara E. L a u g h l i n gibt in einem Rcisebuch .Wenn du nach Deutschland und Oesterreich gehst" einige Luftkurort Rodheim a. d. Bieber bei Gießen. Anm. Gebirgslandschaft, herrliche, weitaasgedehnte Laub- und Nadelwälder, mit Naturschönheiten reich gesegn. 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Es ist ein vom Eüdwest geschützter Platz, eine sogenannte Dogelkoje Inmitten des niedrigen Baumbestandes befindet sich ein Tümpel mit Fangapparaten für Enten, die in Borkriegszei- ten dort in unzählbarer Menge vorkamen und eine gute Einnahmequelle bildeten. Besonders seit dem Bau der Flicgerstation wurden die Tiere durch die Flugzeuge sehr beunruhigt, so daß sie sich fast ganz verzogen haben und die Dogelkoje nur noch historische Bedeutung hat. Das Bild dcS nördlichen Inselteiles wird endlich abgeschlossen durch das malerisch zwischen der Mwe-Düne und dem Wattenmeer liegende kleine Friesendorf K a m p e n. Die eigenartige Schönheit diese- hier umrifsenen Bildes hat dazu geführt, dah dieses Stück Land zum -Naturschutzgebiet erklärt wurde, damit seine Reize möglichst lange erhalten bleiben. Hntocit dieses schönen InselteileS nach Süden hin, liegen die bekanntesten Seebäder Wenningstedt und anschließend Westerland, wo auf künstlich stark befestigten Steinmafsen eine parfümduftende Menschheit im Geräusch der Kurmusik promeniert, zum Teil sich auf zwei etwas höher, NadMtvet! 6000 Einw. (Strecke Frankfurt — Gießen, 7 Kilomet.närdt.von Frankfurt a.DLguteOmntbuSverbindung) 900 Morgen Laub- und Nadelwald, 10 Min. v. Orb mit schön angelegten Spazierwegen, zahlr.Ruhebänke an besonders schönen Punkten. Amnu- ligeUmgebungm.schön.Rundgängen. Viele koblenfäurehalttge Mineral' brunnen zu Trinkkuren. Brod'scher Heillvrudel gegen Herz-, Nerven- u. Rückenmarksleiden. RdeumattSmuS aller Art. Keine Kurtaxe. Gute Ver- vflegungSverhaltntffe. Auskunft durch den DerkehrSverein. jenes ist nötig. Du mußt nicht denken, es sei „smart", unbestimmt, unentschlossen, Am Edersee Don Franz Gros. Wanderfahrten. 1. lag: Nidda — Bad Salzhausen — Ulfa. Wir fahren mit dem Mittagszug nach dem reizvoll gelegenen Ridda und wandern von hier über einen Höhenrücken (auf dem Kamm hübscher Rückblick auf Ridda und da- Riddatal) nach dem idyllischen Badeort Salzhausen. Hier besichtigen wir die verschiedenen Quellen, das Kurhaus, die schönen Anlagen und das stattliche KausmannSerholungsheim und verlassen den in stiller Waldesruhe liegenden Kurort, um den in der Rähe befindlichen Rabenstein mit überraschendem Rundblick zu ersteigen. Wir folgen von hier zunächst roten Kreuzen, nach kurzer Zeit blauen liegenden Kreuzen und gelangen, nachdem wir die Bahn überschritten haben, in einen prächtigen Laubwald, den sog. Harbwald, an dessen Ausgang sich uns wieder ein schöner Blick auf den Vogelsberg erschließt. Bald darauf erreichen wir das Endziel des ersten Tages, Alfa, wo wir bei K. Döll oder Hch. Loh — beides gute Gasthäuser — übernachten. 2. Tag: Ulfa — Gonterskirchen — Jägerhaus — Schotten. Am nächsten Tag gehen wir dem Zeichen weiter nach und gepießen unterwegs prächtige Blicke auf den Hohen Vogelsberg und den Reippcrts, selbst Burg Münzcnberg ist sichtbar: namentlich fesselt uns der Blick nach dem auf truhiger Höhe MM £Ml 4718D Für Wochenend und Sommer« frische besonders geeignet Sei vorsichtig in der Auswahl deiner Au-- kunstsquellen, wenn du deinen Reiseweg planst. Es gibt wenige Gebiete, über die so viele Leut« falsche oder mangelhafte Auskunft erteilen wie über Reisen. Versuche nicht, dich einem schon ausgearbeiteten Reiseweg anzupassen. Laß dir einen zurechtlegeir, der deinen besonderen Wünschen entspricht. Und suche dir dazu einen „Architekten" aus, der nicht nur die Reiseländer kennt, sondern sich auch bemüht, d i ch kcnncnzulernen. Reise, wenn eS geht, mit leichtem Gepackt Eile nicht! Wenn die Zeit, die dir zum Besuch eines Ortes zur Verfügung steht, nicht ausreicht, so streiche einige der Dinge, die du sehen wolltest, von deiner Liste. Ein unvergeßlicher Eindruck ist weit mehr wert als ein Durcheinander. Bemühe dich nicht, alle- zu schauen, waS auf der Landkarte eingezeichnet ist. ES ist nicht minder unverzeihlich als der Versuch, alle- zu essen, was auf der Speisekarte verzeichnet steht. Und das Endergebnis ist in beiden Fallen ähnlich. Benimm dich nicht so, als hättest du geistig« Genickstarre und könntest dich nicht bücken. Da- Reisen hat ja auch den Zweck, festzustellen, wie biegsam du bist. Gelobe dir wiederholt im Verlaufe der Reise, nach deiner Rückkehr über die Reise nachzulesen. Und wenn du heimgekehrt bist, so halte dich an dein Gelöbnis. Der beste Völkerbund besteht aus solchen Reisenden, die sich bemühen, so viel wie möglich von dem, was sie mit ihren Gastgebern gemeinsam haben, ausfindig zu machen. Soll ich noch mehr erzählen — etwa vom lieblichen Thalitter, da ich von ungefähr im Müllhausen der stille gelegten Kupferhütte noch eine althessische Hoheitstafel fand — oder den stillen, tieseingeschnittenen 'Tkichtälern allmiteinand oder den buchenbestandenen Bergrücken darüber und ihren Fernsichten? Hier am Edersee ist s am schönsten zur Lenzesund Frühsommerzeit, wenn das Wasser noch hoch Sespannt ist. Doch auch der Herbst wird dem faste feine Schönheiten schenken. Unverrückbar schön sind die Brrgc und Täler des Hinterlandes. Keine Klage über die Preise könnte auch ein Rörgler vorbringen. Das ist tröstlich in der Jetztzeit. Und wenn wir am letzten Tage mit sanften Ruderschlägen über den See gleiten und uns letztmals die Berge, die lichten Wälder und blumengeschmückten Ufer grüßen, so wissen wir eines: Wir kommen wieder, in diese herrliche Luft und zu denen, die sie immer dort atmen dürfen, zu dem freundlichen unverfälscht althessischen Menschenschlag. Oie Insel Sylt. Don Or.(5hälons. Wir stehen aus der Uwe-Düne, dem höchsten Punkt der lang sich hinstreckenden Insel Sylt. Die Dünenkuppe ist mit Stacheldraht versperrt: hinter ihm verbirgt sich ein betonierter militärischer Bcobachtungsstand, an den grausamen Krieg erinnernd, der nun schon über ein Dezennium hinter uns liegt. Auch hier im hohen Ror- den des Vaterlandes war Krieg, kaum glaubhaft schier bei der jetzt herrschenden tiefen Stille in der überwältigenden Ratur. Ein mäßiger Wind nur streicht über See auf da- Land und fpiell sein Lied im Strandhafer der Düne und im Stacheldraht. Don weit her kommt er, soweit das Auge nur reicht über die kaum meßbar erscheinende Fläche der tiefdunklen Rordfee. Ihr Dunkel ist durch einzelne kleine, weiße Kämme geschmückt. Cll scheint eine schmale goldene Brücke zu tragen, die von Horizont bis zum etwa 50 Meter unter uns liegenden Strande reicht — die Spiegelung der sich zum Untergang rüstenden Sonne. — Trotz des nur mäßigen Windes branden die Wogen unten am Strande mächtig. Wir befinden uns an dem Teil der deutschen Rordsee- küste, der stets die stärkste Brandung auszuhalten hat. Dort unten kämpfen jung und alt in ihren flaggcntragenden Sandburgen gegen die zerstörende Gewalt des Wassers und finden in der kräftigen, durchsonnten Luft bei der dem Alltag so fernlicgenden Beschäftigung Erholung. Selbst Badende sieht man noch zu dieser späten Tagesstunde, welche die stärkeren Wellen der Flut ausnuhen wollen. 3m Gegensatz zu den Inseln der Rordküste ist man hier nicht mit dem Baden an den Wechsel der Gezeiten gebunden. Welche Kräfte hier das Wasser bei Sturmflut entfallen kann, erkennt man beim Anblick des Roten Kliffs. So nennt man den Steilabfall dex Onfelkuste, der sich etwa von ihrer Mitte ab drei- vicrtel Wegeftunden nach Rorden hin erstreckt. Don braunroter Erdfarbe, erreicht er unterhalb der Uwe-Düne feine höchste Höhe von 30 Meter. Mächtige, steindurchfetzte Erdbrocken liegen am Fuße oder hängen auf halber Höhe der Kliffwand. Der wütende Sturm des vergangenen Herbstes hatte 25 Meter des Kliffs abgerissen und in die Meerestiefen gespült. 3n der Feme nach Rorden hin erkennt man undeutlich mitten auf dem jetzigen Strande einen massiven Block, es ist ein Detonunterftand, der noch im 3ahre 1917 mitten in den Dünen lag zur Sicherung der Fnselbesahung. So zehrt das wuchtige Meer am Westrande der Insel. Läßt man das Auge noch weiter über das Kriegsbauwerk hinaus gen Rorden über die schmale Insel wandern, so verwandeln sich die grünschimmernden Dünen in gelblich-weiß glänzende Sandberge, die sogenannten Wanderdünen. Sie verbinden den Hauptteil der Insel mit dem nördlichsten Zipfel, auf welchem der kleine Ort List gelegen ist, bekannt durch seine Luftschiffhalle aus der Kriegszeit und heute durch seine Wafferslugzeugstation und Fliegerschule. Ursprünglich war dieser Teil der Insel durch das Meer von uns getrennt. Die äolischen Wirkungen auf den Dünensand schoben das Infeiland in stetiger Arbeit weiter vor, bis dos Lister Land mit dem „Ellenbogen" ein Teil von Sylt geworden ist. Die auch heute noch sich stets verändernden Wanderdünen bilden für den sich nur selten einfindenden Besucher ein seltsames und interessantes Stück Ratur. Diese Gegend ist infolge der Unberührtheit die Hauptbrutstätte der Möven. Die sonst scheuen Tiere werden dem einzelnen Besucher hier feindlich, um ihre Gelege zu schützen. In steilem, sausenden Gleitfluge fahren sie ihm dicht über den Kopf hinweg, als ob sie im Angriff gegen ihn vorgehen wollten, sucht doch auch manchG: Eingeborene sein Geschäft im Ausheben und Verkauf der Möveneier. Auch mancher altertümliche Schatz liegt unter dem wandernden Sand. Gerade neuerlich wieder sind Funde aus alter Zeit aufgetan worden. Der am östlichen Inselrande zurückgleitende Blick bleibt plötzlich an einem mit spärlichem. Daumwuchs versehenen Fleckchen hängen: denn In der Stille eines Sonntagabends kam ich am Edersee, in Herzhausen, an. Da und dort stand ein Angler am User. Heber der ruhigen Wasser- släche schwebten die Adler unserer deutschen Mittelgebirge, Goldweihe, in königlichem Fluge und zogen ihre Kreise, als ob sie wüßten, daß sie zur deutschen Berglandfchast gehören und das Entzücken ihrer Beobachter sind. Vom Waldecki- schen her kam eingezogenen Kopses ein Fischreiher und flog zu seichteren Iagdgründen ederaufwärts. Die letzten schlohweißen Gänse ruderten dem Dorfe au. Am Strande blühen blaue Lupinen und goldgelber Ginster, der die Fröste der letzten Iahre überdauerte. Wir steigen höher in den monddurchglänzten Dergwald. Unter Buchen und Eichen. Die alten Bauern tragen hier noch den blauen Leinenkittel. DaS echte alte Hessenherz schlägt darunter. Früher trugen sie die Zipselmühe, die vielleicht noch in einer alten Lade stecken mag. Das alte „hessische Hinterland" denkt auch noch an Hessen-Darmstadt. Die Böhler wurmt es, daß sie nicht mehr Kreisstädter sind und der alte Böhler Schäfer ist ein lebendiges Geschichtsbuch. „Der letzte Herr von Itter starb arm und kinderlos." So besagt seine Chronik. Wer noch die Stille liebt, Wald und Wasser, heimliches Wild, truhige Berge, enge Täler und freundliche Menschen, der findet das alles am Edersee in schönem Verein. Der Gedanke, daß Dörfer und Kirchtürme verschwinden mußten, um eine einzig schöne Seelandschaft zu schaffen, daß die Technik einem Flußlauf und feinen Bewohnern neue Lebensbedingungen schuf, kommt nicht in uns auf. Im Motorboot fahren wir zur Sperrmauer. Reiher und Wildenten gehören zur Landschaft. Sonnenverbrannte Paddler winken uns zu. Forellen. Hechte und Barsche ziehen auf Raub aus. Kleinere Fische springen auf der Flucht vor ihnen aus dem Wasser. Der Existenzkampf ist urewiges Raturgeseh. Von weitem winkt auf truhiger Höhe Schloß Waldeck. Wers noch nicht kennt, soll hinausziehen und den köstlichen Fernblick genießen. Für die Heimfahrt stellt uns der freundliche Motorbootführer statt seines Schifsleins ein Soff zur Verfügung. So geht es denn bequem am Seeufer entlang. Unterwegs begrüßen wir unseren neuesten Freund, den Seesischrneister. der neben uns auf dem Wasser zu den Rieder-Werber Fischteichen fährt. Vor Awei Sagen begleiteten wir ihn und seine Mannschaft, als sein Schleppnetz die schwersten Hechte zentnerweise fing. Petri Heil! Ausflugsort Bingmühle ", Ltd. von Grünberg,1 ,Std. von Laubach gelegen, an den herrlich. Waldungen um Grün berg u. Laubach u. den Parkanlag. des staatl. Wasserwerks f. Bad-Nauheim. Spez.: Handkäs. Apfelwein, frische Milch, Kaffee, Kuchen. — Fernspr. Grün berg 4. BiijiflpiüÄM» UUUlliyiM i-/,Babnstunhe v.Meßen Herr!. Sommerfrische. puSgedehnte Laubund Nadelwaldurgen. Hübsche Svazter» gönne. Als Aufemhalt für ErbolungS» bedürstige besonders geeignet und aern besucht. Gesundes Klima mit frischer Höben» lüft. Volle Pension tn guten Hausern 4-6RM.Prospekte durch dLSerkehrSverem gelegenen Ctornfcl# Roch geraumer Zeit kommen wir wieder in schönen Hochwald. Beim Schnittpunkt der Hungen-Schottcner Landstraße verlassen wir die blauen Kreuze und wenden uns nordöstlich Beim Austritt au# dem Wald bietet sich uns wieder ein überraschender Blick auf die Höhen des Vogelsbergs. HohervdSkopf, Bilstein und Taufstein dar. während zu unserer Rechten tief im Grunde da# freundliche Dör'chen Einartsbausen liegt. Rach einiger Zeit erreichen wir das idvllifch gelegene Gonterskirchen mit schönen Fachwerksbauten Don hier folgen wie nach rechts roten Ringen und wandern da- liebliche Horlofftälchen aufwärts, kommen an zwei Teichen vorüber und gelangen zum gastlichen IägerhauS Direkt hinter dem Forsthaus erblicken wir die Reste der Kirche des vor Iahrhunderten ausgegangenen Dorfes Ruthardshausen. Auf guter Landstraße gehen wir jetzt weißen Ringen nach am Forsthaus Kiliansherbcrge vorbei nach unserem Endziel Schotten. Der erste Sag dürfte 21", Stunden, der zweit# 4’ , Stunden Wanderzeit beanspruchen. Die gesamte Wanderung führt durch einen der schönsten Teile unseres heimatlichen Gebirges und ist überaus genußreich. Herbstein Vogelsberg. 455 Meter. Wald und Wasner in nächster Nähe. Angenehmer Ferienaufenthalt. Pensionspreis bei 4 Mahlzeiten Mk. 450. Gasthaus rad Hetsgertl Hch. Bath, Tel. 18. Prospekt auf Wunsch. 4676a Domäne Schiffenberg Auf waldiger Höhe gelegene hlstorifche Stätte au4 1129, mit herrlicher Fernsicht. Angenehmer AuSflugS« und Erholungsort. Siaubir. Laldfukweg: Alt.Schiffenberger Weg. Station: Schlffenbg^ Strecke (Lienen -Gelnhausen. AuiobuS täglichabLudwigS- platz 3.45 nachm., Sonntags 3D0 u.3.45 Uhr nachm. Telephon: Gienen 2283. [3500D aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiHiiiini|iii|nv Waldrestanrant u. Sommerfrische ,Mertns‘‘ Benern (Kr. Gießen) idyllisch gelegener Ausflugsort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Fam ilien auf enthalt, W ochen- end. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck inöOMin. erreichbar. 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Man hofft, durch die Errichtung des Aussichtsturmes den Fremdenverkehr nach der hiesigen Gegend zu beleben. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt N r. 4 8 vom 27. Juni enthält: Hauptkörungen 1930. — Sperrung eine Lahnstrecke. — Jugendfeiertag und Fortbildungsschule. — Dienstnachrichten. Schönau-Gießen Seltersweg 91 / Ruf 3269 Sie erwerben größeren realen Wert durch Kauf von neuen Marken-Pianos TiWgnÄgeniem als Vertreter zum Vertriebe von Preßluft- Werkzeugen für Metall- und Gesteinsbe- arbeitung von Grohkonzern gesucht. An. fragen sind zu richten an die Generalver- iretung uyter K. 31, postlagernd, Kreuztal, Bevor Sie einen [2186V gebrauchten Wagen kaufen besichtigen Sie bitte zuerst unser Lager tieleitsstraße 2—10 Horchwerke A.-B., Filiale Frankinrl/M. Telephon Senckenberg 38988 and Senckenberg 31350. WMMMiÄm garantiert la Existenz durch Generalvertrieb eines aller« ersten konkurrenzi. KonsumariikelS. Seit Jahr, größte Umsätze u. Nach» dcstcllunaen nachweisbar. [4685V Dr, Wernicke & Beyer, Köln, Rnbensslr. 41. Preußen. Kreis Wetzlar. CO Dornholzhausen, 26.Juni. Die hiesige Gemeinde läßt zur Zeit den durch den Distrikt „Wäldchen" führenden Waldweg ausbauen. Bei den Arbeiten werden die ausgesteuerten Erwerbslosen der hiesigen Gemeinde beschäftigt. O Oberkleen, 26. Juni. An dem an der Straße von hier nach Oberwetz stehenden .R a p o l e o n st o ck", über Yen bereits früher wiederholt im „Gieß. Anz." berichtet wurde, beabsichtigt die Kreisverwaltung Wetzlar einen Aussichtsturm aus Holz zu errichten. Die Kosten für die Errichtung des Turmes werden von dem Kreise Wetzlar, sowie den Gemeinden Riederwetz, Oberweh, Vollnkirchen und Ober- tefcpWo mit einem 5»Tonnen>Wagen werden auSgeführt [04097 Telephon 3559 IBI1WIDIER 20 bis nach 221/2: Die Bekehrung des FerdhS Pistora. Donnerstag, 3. Juli, von 20 bis nach 22V-: Der Londoner verlorene Sohn. Freitag. 4. Juli, von 20 bis gegen 22V«: Hans im Schnakenloch. Samstag, 5. Juli, von 20 bis 213/<: Tartüff. Sonntag, 6. Juli, von 20 bis nach 22Vs: Die Bekehrung des Fcrdys Pistora. (Schluß des redaktionellen Teils.) Badewannen, Spülsteine ufro. zu reinigen nimmt meist viel Zeit in Anspruch, vor allen Dingen, wenn der Schmutz an den Wandungen angetrocknet ist. Streut man etwas Ata auf einen trockenen Lappen und reibt Strich für Strich die schmutzigen Stellen damit ab, wird man erstaunt sein, wie schnell und einfach das alte, schöne Aussehen wieder erreicht piiSperrholz • •5,2"g tn Eiche, Gaboon u. Kiefer 3-25mm • e»® Bretter und Dielen aller Stärken, ä “ e e schwedische und bayerische Hobel- • £ .» breiter, Spalterlatten, Eichen» u. Z a o« Buchen»Schnittwaren liefern in h.o allen Starken (^D sil; 6ngen 5än& Go.. Sieben ■ Telephon 3949. 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Lieserung-gesellschaft. 10 Licht und Lrasi......10 gelten L Guilleaume . . . 7ft Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger SlektrijitätS-Serk« IC Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Dekrrizität. . . . 1° Schuckert S Eo.......11 — —- 137 137,6 - 73,5 73 _ cfteld zme unkündbar bit 1932 ..... 4ft% Rbeinilche Hyp.-Banl 1 1 1 143,5 110 — 143 111 Wauv 8 „reyiag - . - 288 236 85 87,75 290 236 85,75 «mit-«ott. Bokn-Aire» 168,53 1,593 168,87 1,597 168.58 1,500 58,52 112,26 112,25 112,62 168 92 1,504 58,64 112,48 112,47 112.84 8% Pr. Lande-pfandbriesanstalt, Tfanöbricfc :R. 17...... _ 101,25 _ — — 143 132,5 141,5 133 Schullbeii Pa-enhoser . Ostwerke....... . . 15 . . 12 85,25 88 85,5 Brsi-Sntw ttbrifhania • 58,51 112.24 112,22 112,61 58.63 112,46 112,44 112,83 8%^ Pr. Lande»plandbriefanstalt, _ _ Aku ...... - . . 14 «opendaaen Stockholm - HelnrigiorS- Aiokien. . - Somm.-Ldl. R. 20...... 7% Pr. LandeSpjandbriefanNall, 1 1 34,25 1 1 — 165,75 144.25 165 213,9 115,25 158,65 73,5 147,75 166.25 214 Zellstoss Waldbos . . . qellvofl «ichastenburg . . 13’/. 150 117 147,5 148 117,5 147 98,5 151.25 31,25 198,25 45,5 10.542 21.97 10,572 22,01 10,553 21,975 20.381 4,1935 16,465 81,27 46,25 10,573 22.050 20,421 4,2015 16,505 81,43 46,35 A.r.S. o5q. Borkrieg».Obligatio Siemens & Halske ..... 16 Transradio . ........ b 160 72,5 214,25 Charlottenburger Sailer Dessauer «a»..... . ... 8 ... 9 z 150 31,25 199.5 46 Bonbon. . . Revyork . . 20,374 4.192 20,414 4,200 16,50 81,41 47,00 4% Oesterreich«»- «olbrentc . 4,20% Veste rreichische Silberrente 4% Oesterreichilche Einheitliche Rente........... 26,8 26,9 26,9 Lahmeyrr & So...... • 1° 74,5 74,5 Taimler Motoren . . . Deutsche Lmoleum . . • • • 0 . . . 0 200 1 11 Paris. . . - Schwei; . . Spanten. Japan - . . •Hio de Faw Dien in D-- C est- abfleft Prag - .- - Belgrad . 16,46 81,25 46,90 86,25 87 Rat. Automobil . . . . > 0 _ — 15 — 2,073 0,469 2,077 0.471 2,073 2,077 Deutsche ............ — — . . K _ —- 68 67 0,473 0,475 — — — — Gelsenkirchener.......* 127 121 127,5 127,6 Leonbard Tie- . . . . . . 10 147 304 — 148 W 150,25 304 59,165 12,44 -9,185 12,437 59,305 12,457 «% Ungarische Soldrente .... 4% Ungarische StaatSrrnte 6.1910 444betnl von 1913..... 23 — 23,13 23,2 — — Sventka....... 12,46 20,75 1.95 5.3 5,2 5,3 Ille Bergbau - - .....................' 242 — 241,5 97.25 93.25 94 66,65 97,25 93 94,5 .^rankkurier Maschwen . ’ . . ( 25 25,5 1 - 7,416 7,430 7,416 7,430 3,043 18,86 81,66 1,789 5,435 4,198 3,614 20,93 4% Ungarische Lronenrentr . . . 4% Türkische Zollanlcihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. 2 _ 1,95 97 — — 31,75 Bndaprst - 73,33 73,47 3,043 18,84 81,66 73,35 3.037 18,82 81,50 1,784 5,425 4,190 3,606 20,89 5,25 _ .....................' 94 94,13 — — — Pnlcariea 3,037 Mannesmann-Röbren • • • • ; -Ransfelder Bergbau .....< Iunghanr....... Lechwerle....... öatnhafwede Höchst a. ... 6 ... 8 35,5 97 39 36,25 — Lissabon - Tanrig... jRonfuntm. Ltben- . 18,80 81,50 4% dergl. Serie n....... 5% Rumänische vereinh. Rente von 1