Nr. 25 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 28. Januar 1930 Ericheinl täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monat,-vezugsprelr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Trägerlohn, auch bei Richter» Keinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüffe antcrSammclnummet2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: firanlfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vn'ck und Verlag: vrühl'sche Unlverfitülr-Vuch- und Steindruckerel rr. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: §chu!llrahe7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20", mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Ma^r Filter, sämtlich m Gießen. Mdholzmonopol und Schwedenanleihe vor dem Reichstag. Berlin, 27. Jan. (V.D.Z.) Auf der Tagesordnung der Montagssitzung des Reichstags stand die zweite Beratung des Zündwarenmonopolgesetzes. Aeichsflnanzminister Dr. 31ioloen6auir gibt zunächst einen Ueberblick über die Geschichte der Zündwarenwirtschaft, aus der sich ergibt, daß die Zündholzfabrikanten selbst in dem Monopol ein geeignetes Mittel sehen, um die Zündwarenwirtschaft wieder in geordnete Bahnen zu lenken. In dem Monopol sind die deutschen Wirtschastsinleressen gewahrt, ein ausreichender Einfluß der deutschen Seite sichergesteUt. Der Gewinn der Monopolgesellschaft kommt dem Reiche unmittelbar oder mittelbar zugute. Aus Gründen der Kassenlage hielt es die Regierung für richtig, für die Borteils, die bei Schaffung des Monopols auch den der schwedischen Seite gehörenden Zündholzfabrikcn in Deutschland zuflossen, eine gewisse Gegenleistung durch Gewährung einer langfristigen Anleihe zu verlangen. Der Minister erörterte dann die im Haushalts- ausfchuß ausgeworfene Frage, ob wir die Anleihe überhaupt brauchen, und ging dabei auf d i e Kassenlage des (Reichs ein. Er habe bei seinem Amtsantritt das Finanzpr^gramm der (Regierung vorgefunden, das 9 0 0 Millionen Steuersenkung f ü r d i e Wirtschaft vorsah und den 450 - Millionen -Til- g u n g s s o n d s. Der Redner crflärtc, daß beide Verpflichtungen erfüllt werden sollen und müssen, allerdings müsse die Schuldentilgung das Primäre sein. Die Einnahmen an Steuern Heien in den letzten Monaten in einem Maße hinter den Schätzungen zurückgeblieben, daß die ursprüngliche Absicht, das Defizit des Jahres 1928 im Jahre 1929 abzudecken, nicht mehr verwirklicht werden könne. Gerade vom Standpunkt der Wirtschaft aus sei eine endgültige Bereinigung der Etats- und Kassenlage ein dringendes Erfordernis. Der normale Kassenbcdarf des Reichs entstehe dadurch, daß Geldeingang und Gcldausgang sich nicht vollständig anpasfcn lalsen. Der Kassenbedarf hebe sich Ende Dezember auf 100 Millionen beziffert. Diesem Bedarf standen nur Dcckungsmittel in Höhe von 1370 Millionen gegenüber. Es ergab sich ein Kassenfehl- bctrag von 330 Millionen, der durch einen kurzfristigen Kredit gedeckt werden müßte. Ende März trete zwar der Fehlbetrag 1929 nicht mehr in Erscheinung, da er durch die (Zouna- Ersparnisse ausgeglichen w:rde; dazegen erhöhe sich das Extraordinarium um weitere Darlehen an die Arbeitslosenversicherung, die trotz der Beitragserhöhung seit Sanuar in diesem Jahre 375 Millionen Kredit beanspruchen werde, wovon erst 150 Millionen in den Etat eingestellt seien. Der Kassenbedarf betrage auch Ende März rund 1700 Millionen. An Deckungsmitteln stehen zur Verfügung 1510 Millionen, von denen noch 1010 Millionen konsolidiert werden müssen. Da noch 100 Millionen vorhanden find, ergibt sich zur Tleberwindung des Märzultimos ein Spihenbcdarf von 90 Millionen. zu dessen Deckung die erforderlichen Der- handlungen eingeleitet sind. Der Finanzminister gab dann noch einen Ausblick auf die Zeit bis Ende September, der aus den Verhandlungen des Haushaltsau schusses bekannt ist und kam zu dem Ergebnis, daß d i e Kre uger-Anleihe zur Konsolidierung der Kassenlage unbedingt erforderlich sei. Oie Debatte. Abg. Dr. Hertz (Soz.) erklärt, auch in der sozialdemokratischen Fraktion sei das Zündwarenmonopol mit gemischten Gefühlen ausgenommen worden. Die Zustimmung dazu sei nur darauf zurückzufüh- rcn, daß es sich um das Teilstück des großzügigen Sanierungswerks für Kasse und Etat des Reiches handele. Die Oeffentlichkeit sollte den Mitteilungen über die ernste Lage der Finanzen mehr Aufmerksamkeit schenken, denn daraus ergibt sich die wichtige Erkenntnis, daß im Jahre 1930 von Steuersenkungen irgendwelcher Art nicht die Rede sein kann, sondern daß im Gegenteil die Erschließung neuer Steuerquellen notwendig werden kann. Abg. Mentzel (Dnl.) meint, nicht der Schutz der deutschen Zündholzindustrie, sondern die Finanznot und die versprochene Kreuger-Anleihe sei für die Regierung die Triebfeder zur Einbringung der Vorlage gewesen. Angesichts der großen Vorteile, die das Monopol dem Schwedentrust gibt, kann man die Bedingungen der Kreuger-Anleihe n i ch t ü b e r- maßig günstig nennen. Für die deutsche Zünd- Holzindustrie hatte man besser als durch ein Monopol sorgen können d u r ch Z ö l l e u n d E i n f u h r- s per re gegen die russische Konkurrenz. Der Redner wendet sich dann gegen eine Dorzugsbehand- lung der genossenschaftlichen Zündholzproduktion und beantragt die Streichung der entsprechenden Bestimmungen. Die Deutschnationalen würden das Gesetz a b l e h n e n. Abg. Dr. Köhler (Ztr.): ilebermäfiig günstig sind Kreugers Bedingungen nicht. Besonders unsympathisch wirkt die Steuerfreiheit. Wir müssen uns wohl oder übel damit abfinden. weil wir ohne eine Anleihe die Finanzen nicht sanieren können. Wir haben gegen das Monopol große Bedenken, aber eine wesentliche Verbcs- fetung ist immerhin erreicht worden in der Richtung, daß den Wünschen des Handels entsprechend die Rechte der Konsumvereinsbetriebe beschränkt wurden. Die noch weiter gehenden Wünsche des Zentrums scheiterten an dem Widerstand des Reichsfinanzministers. Mit Rücksicht auf die schwierige Finanzlage wird das Zentrum dennoch der Vorlage z u st i m m e n. Abg. Dr. Pfeffer (D. V.) erklärt die Zustimmung seiner Freunde zu der Vorlage in der Ausschuhfassung. Das sei ein Opfer der wirtschaftlichen Aeberzeugung. Grundsätzlich fei die Volkspartei gegen Monopole. Hier werde aber die deutsche Zündwarenindustrie geschützt gegen die weitere Verdrängung durch die Auslandkonkur- renz. Mit Zöllen und Einfuhrsperre wäre dieser Schuh nicht zu erreichen gewesen. Für die Volkspartei sei an der Regierungsvorlage unerträglich gewesen die Ausnahmestellung, die den Konsumvereinen zum Schaden des freien Handels cingeräumt war. Im Ausschuß seien diese Bestimmungen aber wesentlich verbessert worden. 3n der jetzigen Fassung sei das Gesetz für die Dolkspartei annehmbar. Abg (Bortman n (W.-P.) erklärt, die Vorlage verletze den Verfassungsgrundsah der Gleichberechtigung, weil die Konsumvereine dem Einzelhandel gegenüber bevorrechtigt würden. Demnach könne die Vorlage nur mit Zweidrittel-Mehrheit Gesetz werden. Der Redner beantragt, den in der „Edek a“ zusammengeschlossenen Einkaufsgenossenschaften des Einzelhandels ähnlicheVergünstigungen einzuräumen wie den Konsumgenossenschaften. Abg. Fischbeck (Dem.): Bei Annahme des Antrages der Wirtschaftspartei würde die angeblich verfassungswidrige Sonderstellung auch auf die „Edeka" ausgedehnt werden. Gegenüber den Bestimmungen des Sperrgesehes bedeutet die Ausschußfassung der Monopolvorlage eine Verbesserung zugunsten des Einzelhandels. Abg. Reddenried (Ehr.-Rat. Bp.) lehnt die Vorlage ab. Das Zündwarenmonopol gebe die deutsche Zündhvlzindustrie dem Auslandkapital frei, es verletze auch die Reich ^Verfassung durch die ungleiche Behandlung von Einzelhandel und Konsumvereinen und sei ein weiterer Schritt zur Sozialisierung und Vernichtung der freien Wirtschaft. Angenommen wird der Antrag der Regierungsparteien auf Streichung der zehnprozen- tigen Preiserhöhung für Exportware. Mit dieser Aenderung wird die Ausschußfassung der Vorlage unter Ablehnung aller übrigen Aenderungs- anträge in zweiter Beratung angenommen. Oie Beamten zn den Sparpla'nen der hessischen Negierung. Die Stellung des Hessischen Deamtenbundes. D a r m ff a b t, 27. 3an. (IDB.) Die Leitung des hessischen Beamtenbunbes hat an bas Gefamtmini- sterium unb bie Abgeordneten des Landtags eine Einga b e gerichtet, in der bie Bereitwillig, feit ausgesprochen wirb, an bet Gesunbung dec hessischen S t a a t s f i n a n z en aktiv mitzuarbeiten. In der Eingabe wirb bie Heraufsetzung der Altersbien st grenze der Beamten a b g e l e h n t, weil badurch zwar der Staatskasse eine einmalige En Haftung gebracht werbe, bie Heraufsetzung ber Pensionsgrenze sich aber nach unken in einem Abbau von A n - Wärtern auf Iahre hinaus auswirken würbe, wodurch viele Familien mit minberjährigen Kindern in große wirtschaftliche Rot geraten würben. Ein schematischer Abbau oon Beamten unb Beamtenanwärtern namentlich in Schule unb Polizei wirb abgelehnt, biesofortigeEinführungeines numerus clausus, also einer Beschränkung ber Anwärter aus ben tatsächlichen B ebar f, wirb gebilligt. Zum Schluß wirb der Erwartung Ausdruck gegeben, daß bie geplanten Sparmaßnahmen nicht auf betn Rücken ber sozial schwachen Beamtenschichten unb Anwärter aus- getragen werben möge. Es müsse mit gutem Beispiel burch Sparmaßnahmen oben unb an ben zentralen Verwaltungsstellen vorangegangen werben. Eine Entschließung der sozialdemokratischen Beamten. WER. Darmstadt, 27. Jan. (WTB.) Die Landeskonferenz der sozialdemokratischen Beamten Hessens nahm gestern zu den Sparplänen der (Regierung Stellung. Rach einem Referat des Landtagsabgeordneten Schulrat Storck und nach sehr lebhafter Debatte wurde folgende Entschließung angenommen: Die Landeskonferenz der sozialdemokratischen Beamten Hessens bittet die Landtagsfraktion, an der Vereinfachung der Staatsverwaltung und Sanierung der Staatsfinanzen mitzuarbeiten. Die Heraufsetzung der Dien st alters grenze wird abgelehnt. Ehe ein schematischer Personalabbau erfolgt und ein Abbau an notwendigen kulturellen und sozialen Aufgaben vorgenommen wird, sind die höheren Gehälter und Pensionen herabzusehen. Die Versammlung glaubt, daß sich damit auch die beamtenpolitisch notwendige Verringerung der Spanne zwischen den Gehältern der verschiedenen Deamtengruppen erzielen läßt. Schwierige KoMoiMechani>l»ngen in Preußen. Demokraten und Zentrum lehnen den Sozialdemokraten König als Kultusminister ab. — Um das zweite Ministerportefeuille für die Volkspartei. Berlin, 27. Ian. (VDZ.) Die demokratische Fraktion teilte als Ergebnis ihrer Sitzung offiziell folgendes Ergebnis mit: Die Fraktion der Deutschen Demokratischen Partei hält heute wie bisher die Wiederher st ellung der Großen Koalition für erwünscht. Sie ist bereit, hierfür Opfer Zu bringen, glaubt aber, daß ihr nicht zuge- mutet werden kann, a 11 e in solche Opfer zu bringen. Die Bestellung eines 217 i n l ft e r s ohne Portefeuille widerspricht dem Gedanken der BcrroaUungsreform und der Rotwendigkeit äußer- ster Sparsamkeit auch in allen Einzelausgaben. Ein Arbeitsgebiet für den neu zu bestellenden Minister ist kaum zu finden. Die Fraktion wäre damit einverstanden, wenn sich ein im Amt befindlicher Reichsminister bereit erklären sollte, gleichzeitig das Amt eines preußischen Staatsmini st ers zu übernehmen. Bei der Besetzung des Kultusmini st eriums muß auf öle Stimmung der evangelischen Bevölkerung Rücksicht genommen werden, weil der derzeitige Staatssekretär dem katholischen Bekenntnis angehört. Die Fraktion bittet den Herrn Ministerpräsidenten, weitere Verhandlungen, die nach der Verfassung ausschließlich in seiner Befugnis liegen können, nach diesen Gesichtspunkten zu führen. In einer Sitzung des Interfraktionellen Ausschusses beim Ministerpräsidenten erklärte Abg. h e i I - mann (So;.), für die Sozialdemokratie komme eine Große Koalition ohne den Abg. König als Kultusminister und zugleich dritten sozialdemokra- kischen Minister überhaupt nicht in Frage. Dem schloß sich auch der Ministerpräsident Braun an. Der Abgeordnete Heß (Zentr.) betonte, nach der veröffentlichten Stellungnahme der Demokraten sehe er keine Möglichkeit mehr, für die Kandidatur Königs einzukreten, weil man jetzt keine Beunruhigung in der evangelischen Bevölkerung herbeiführen wolle. Leitend sei für diese Stellung des Zentrums der Gedanke, daß beredj- tigteWünschedesevangelischenvolks- fettes Berücksichtigung verdienten. Da die Dünsche des Zentrums durch einen katholischen Staatssekretär ihre Vertretung fänden, müsse man Parität üben. Das Zentrum könne auf die Forderung, einen Ministersih aufzugeben, nicht eingehen. Auch die Frage desMinistersohnePorte- f e u i 11 e wurde eingehend besprochen. Rachdem die Demokraten in einer Entschließung aus Sparsamkeitsgründen sich gegen diesen Plan geäußert hakten, erklärte Abg. Heitmann (Soz.), daß nur ein Fachminister, nämlich der Handelsminister, für die Deutsche Volksparkei gegeben werden könne, andererseits die Deutsche volkspartei aber zwei Minister haben wolle, bleibe für die Herstellung der Großen Koalition überhaupt nur die Möglichkeit eines Ministers ohne Portefeuille, wobei man später noch über die Einzelheiten, Etatisierung usw. reden könne. Ministerpräsident Braun empfing gegen Abend die Abg. Schwarzhaupt und Dr. Böhm von der Deutschen Volksparkei, um ihnen über den bisherigen Stand der Verhandlungen zur Bildung der Großen Koalition in Preußen Mitteilung zu machen. Der Ministerpräsident meinte, daß der frühere Gedanke, das Staatsmini st erium ohne Portefeuille mit einem volksparteilichen Reichsministerium in Verbindung zu bringen, wegen der großen Uebedaffung des Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer wohl nicht mehr in Frage kommen könne. Rachdem die Demokraten konfessionelle Bedenken wegen der Umbesetzung des Kultusministeriums vorgebracht hätten, sei die ohnehin schwierige politische Lage weiter- hin erschwert worden. Er machte der Deutschen Volkspartei das Angebot, den Handelsminister zu stellen und ein Ministerium ohne Portefeuille so zu übernehmen, daß dieser Posten wegen der schwierigen Finanzlage des Staates nicht mit Gehalt ausgestattet werde. Dabei könne es sich ja nur um ein Provisorium handeln, etwa bis zu den nächsten Dahlen, nach denen wahrscheinlich leichter eine Große Koalition Zustandekommen würde. Lr lege Dert darauf, daß in späte st ens zwei bis drei Dochen ein verhand- lungsbefchluh erreicht werde. Lr glaube, daß mit Zentrum und Demokraten trotz der Ausein^ anderfehungen im Interfraktionellen Ausschuß über die Frage der Besetzung des Kultusministeriums eine Verständigung möglich sei, und betonte, daß die Sozialdemokraten allerdings ein Recht auf die Besetzung dieses Postens hätten. Das Reichsbankstatut. Neichskabinctt und bürgerliche Parlcicn gegen eine Aenderung. Berlin, 27. Ian. (V.D.Z.) Im Reichstage hakte Reichskanzler Müller am Montagabend eine Besprechung mit Vertretern der Regierungsparteien über die Aenderungen des Reichsbank- f( a t u t e s im Rahmen des Poungplanes. Die Sozialdemokraten wünschten, daß die durch den Poungplan gegebene Möglichkeit einer Revision des Reichsbankstatutes schon jetzt bei der parlamentarischen Beratung des goungplanes benutzt werden möchte, um den Einfluß der Reichsregierung beider Zusammensetzung des Generalrates der Reichsbank undauchbeider Dahl des R e i ch s b a n k p r ä s i d e n t e n zu üerftärfen. Die anderen in der Regierung vertretenen Parteien dagegen sind in Ueberein- ftimmung mit dem Kabinett der Auf- sassung, daß zum mindesten im gegenroäriigen Augenblick übet den Poungplan hinausgehende Reformen nicht vorgenommen werben sollen. Zu einer Einigung kam es heute nicht. D:e Sozialdemokraten, die auf ihrem abweichenden Standpunkt beharrten, behielten sich ihre endgültige Stellungnahme vor. Oie parlamentarische Erledigung der ^ounggesetze. Berlin, 28. Jan. (Priv.-Tel.) 3n der gestrigen Besprechung der Führer der Koalitionsparteien im Reichstag ist man überemgekornmen, daß in dieser Woche die Ausschüsse des Reichsrates die Poung-Gesehentwürfe beraten und am Samstag in einer Plenarsitzung verabschieden sollen. Die Beratung tm (Reichstag soll am 5. und 6. Februar statt- finden. Die nächsten Tage bis zum 14. Februar sollen für di e Ausschüsse freigehalten werden, denen die Vorlagen zugewiesen werden, und am 14. soll die zweite Beratung beginnen, so daß bis zum 20. Februar die Gesetzes- Vorlagen parlamentarisch verabschiedet sein können. (Schutz der deutschen Eierproduktion. Gegen die Einfuhr minderwertiger Auslandswarc. Berlin, 27. Jan. (Priv.-Tel.) Die Veränderungen der Wirtschaftslage und Struktur haben dcm Reichsernährungsministerium vollkommen neuartige Aufgaben gegeben. Das erste deutsche Standardisierungsgesetz, das bie Milchwirtschaft und ihre Rebenprodukte betrifft, steht vor der endgültigen parlamentarischen Erledigung. Aber schon harren weitere Probleme der Lösung. Vor allem hat sich gezeigt, daß auch die bisherigen Maßnahmen für die Verbesserung der Eierproduktion noch nicht ausreichen. 3m Jahr führt Deutschland für etwa 300 Millionen Mark ausländische Eier ein, von denen etwa ein Drittel aus Holland, Dänemark usw. stammen. Die übrigen zwei Drittel, die aus Rußland und anderen ferner liegenden Exportländern, ja sogar aus China kommen, sind aber fast durchweg minderwertiger Qualität und in der Regel weitaus überaltert. Hinzu kommt nun noch, daß z. B. Rußland aus Gründen feiner Devisenpolitik überaus billige und umfangreiche Angebote auf dem deutschen Markt unterbringt und damit ein bedenkliches Svekulations- objekt schafft. Die zuständigen deutschen Stellen haben sich nun, wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, mit diesem Problem schon wiederholt beschäftigt, wobei das Beispiel des Auslandes nicht unbeachtet bl'.eb. Man denkt u. a. daran, alle Auslandeiereiner Abstempelung zu unterwerfen und ebenso alle Kühlhauseier durch einen Stempel kenntlich zu machen, so daß in Zukunst schlechte Aus- landware nicht mehr als deutsche Landeier aus dem Markt erscheinen können. Weiter soll die Abstempelung be - stimmter genossenschaftlicher deutscher Qi>alitätseier noch mehr als bisher ausgebaut und verbessert werden. Daneben spielt auch das Zollproblem eine große Rolle, und es erscheint dringend notwendig, hier eine primo de Riveras Verlrauensstage zweiflungsschritt ausgelegt, als letzter Versuch. sich an der Macht zu halten. Wahrscheinlich wieder mit Anrecht. Gr sucht eben nach einer Lleberleitung wieder in normale Verhältnisse zurück, aber das ist bei den kulturellen und politischen Zuständen Spaniens nicht ganz einfach. Lind wenn er. woran ja kein Zweifel ist. auch weiterhin sich auf das Vertrauen der bewaffneten Macht und des Königs stützen kann, wird es Wohl noch einige Zeit dauern, bis er unserer Linken den Gefallen tut, und von seinem Posten weicht. „3oumal“ berichtet, daß die Antwort des Generalkapitäns des Militärbezirks von Saragossa auf die von Primo de . Rivera gestellte Umfrage bereits bekannt sei. Diese Antwort laute, daß die Garnison der Provinz Saragossa der gegenwärtigen oder jeder zukünftigen Regierung gehorchen werde, unter der Bedingung, daß diese Regierungen die Unterstützung der Krone besähen. Diktatur auf Abruf. Primo de Rivera, der spanische Mktator. ist der Mann der überraschenden Dehelfsmcttel. Er kommt immer mit einer Lösung, an bre niemand gedacht hatte. Seit Jahren schon, eigentlich vom ersten Tage feiner Herrschaft ab. ist uns mit unerschütterlicher Uebcrzeugungstreue verkündet worden, seine Tage seien gezahlt, er habe in ganz Spanien so gut wie nichts hinter sich und suche nur noch einen guten Abgang. Bisher freilich hat er unbeirrt weiter regiert, und wer sich nur ein bißchen Objektivität bewahrt hat. kann ihm die Erfolge nicht abstreiten. Schließlich ist er von Haufe aus Offizier, er hat als kommandierender General in Barcelona gescßen und hatte so mehr als hinreichend Gelegenheit, die Zersetzungserscheinungen in Spanien aus erster Hand zu studieren. Es ist gewiß nicht Ehrgeiz gewesen, der ihn schließlich veranlaßte, den Marsch aus Madrid anzutreten, sondern vaterländische Sorge. Er hat ja auch von vornherein erklärt, daß er seine Diktatur nicht verewigen werde, sondern zurückzutreten beabsichtige, sobald seine Aufgabe erfüllt und die Ordnung wiederhergestellt sei. Das war nicht leicht. Spanien hat jahrelang in Marokko einen Krieg geführt, der seine finanzrellen Kräfte weit überstieg und eigentlich nur im Interesse Frankreichs lag, es hat dazu unter einem durch und durch korrupten parlamentarischen System gelebt, das nur den Namen des Parlamentarismus trug, in Wirklichkeit aber die Herrschaft der Geschäftsinteressen und des Klüngels verbergen sollte. Darüber hinaus war auch noch die Armee angefressen, vor allen Dingen das Osfizierkorps, das sich in politische Klubs auflöste, war uneinheitlich, es war also eigentlich so gut wie nichts da außer der Autorität des Königs, um mit dem Neubau au beginnen. Da hat Primo sich in die Schanze geschlagen, er hat das Parlament nach Hause gejagt, hat den Marokkokrieg liquidiert und die Armee neu organisiert: man sollte doch sagen, daß das Leistungen sind, die sich sehen lassen können. Aber er ist Diktator, und das Wort allein genügt, um ihn der deutschen Linken unsympathisch zu machen. Er hat sich jetzt an die kommandierenden Generäle der Armee gewandt und eine Rundfrage veranstaltet, ob er noch das volle Vertrauen von Heer und Marine genieße. Das wird ihm als ein Der- Oie erste Antwort. Diktatur und Krone. Madrid, 27. Ian. (Havas.) General Primo de Rivera hat den Iournalisten erklärt, er betrachte es angesichts der gehässigen Campagne, die gegen die Regierung geführt werde, als unerläßlich, daß Marine und Heer ihm ihr Vertrauen bestätigten. Der König schenke ihm Vertrauen. Wenn er keinen weitgehenden Kredit bei der Wehrmacht besitze, könne er nicht länger am Ruder bleiben. Er wünsche nicht, daß dies als eine Einmischung des Heeres in die Politik ausgelegt werde. Es handele sich nicht darum, die Regierung der Kontrolle des Heeres zu unterwerfen. Er glaube, das Vertrauen des Volkes und der Krone zu besitzen. Dies seien die belebenden Elemente der Diktatur. Dies Vertrauen brauche er, um Widerstände, Manöver und Intrigen beseitigen zu können, die bezweckten, die Diktatnr daran zu hindern, sich in Ruhe zurückzuziehen und ihr einen logischen und angemessenen Nachfolger zu sichern. Wenn er seine Mission als beendet ansehe, werde er sich nicht mehr an der nachfolgenden Normalregierung beteiligen. Würde er aber wieder in die Regierung zurückkehren, so nur deshalb, weil Volk, Gott und Heer dies wünschten. Erhöhung vorzunehmen, da der bisherige Zollsatz nur 2,7 Prozent des Wertes ousmacht, während andere Länder sich wesentlich stärker geschützt haben. Man hofft, durch die Abstempelung der Auslandeier und eine entsprechende auf- klärende Propaganda der schlechten ausländischen Ware — schlecht, weil zu alt — den Zugang zum deutschen Markte zu erschweren, und der deutschen Volkswirtschaft wenigstens im Lause der Zeit einen Teil der ins Ausland gehenden Gelder erhalten zu können. Sozialdemokratie und Wirtschaftsnot. Radikale Forderungen des Berliner Bezirkstags. B e r l i n. 28. Jan. Der Sozialdemokratische Be- zirksparteitag für Berlin nahm am Sonntag nach eingehender Aussprache über die Finanznot der Städte eine Entschließung zur Finanzreform an, in der es heißt: „Der außerordentliche Bezirksparteitag der SPD. Berlin fordert von der Reichstagsfraktion, im Kampf um die Lastenverteilung alle Kraft für die Bekämpfung der Steuerforderungen emzusetzen, welche die Kaufkraft der breiten Masse einschranken. Die zur Unterstützung der gesteigerten Zahl von Erwerbslosen notwendigen Äeichszuschusse an die Erwerbslosenversicherung müssen in den neuen Reichshaushalt eingestellt werden. Angesichts der großen Zahl von langfristig Erwerbslosen und Ausgesteuerten bedarf die geltende Verordnung über die K r i s e n f ü r - sorge eines Ausbaues. In den Haushaltsberatungen sollten die für Notstandsarbeiten und Bauzwecke erforderlichen Mittel vorweg beschleunigt bewilligt werden. Um die Beschäftigungsmöglichkeiten steigern und den Arbeitsmarkt erleichtern zu können, muß das Reich aus der heutigen unerträglichen Abhängigkeit vom Finanzkapital befreit werden. Die völlige Ausgleichung des- Reichs Haushalts ist deshalb eine vordringliche Forderung der Arbeiterschaft. Dabei muß dersozialeBedarfunterallen Umständen gesichert werden, auch wenn zu seiner Deckung die Erschließung weiterer Steuerquellen notwendig wird. Eine weitere Beteiligung der Sozialdemokra- He an der Reichsregierung liegt nur dann im Interesse des arbeitenden Volkes, wenn es gelingt, die Forderungen des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und der bürgerlichen Parteien abzu- w e h r e n, die sich gegen die Arbeiterklasse richten." Steuerpolitische Forderungen des Gewerlschaftsrings. Berlin, 27. Ian. (WB.) Der Reichsausschuß des Gewerkschaftsringes Deutscher Arbeiter-, Angestellten, und Beamten- verbände genehmigte eine Denkschrift, in der u. a. ausgeführt wird: Der Gewerkschaftsring fordert: 1. Beseitigung der Benachteiligung der Ar- beitnehmer bei den direkten Steuern; 2. Difseren- zierung der Höhe des einkommensteuerfreien Betrages; 3. Senkung der Umsatzsteuer von ; auf i o. H. Die jetzt überall zu verzeichnende Verteuerung der Lebenshaltungskosten müsse durch G e - Halts- und Lohnverbesserungen aus- geglichen werden. Abzulehnen seien alle Einschrän- Jungen der staatlichen Befugnisse, in Gehalts- und Lohnauseinandersetzungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einzugreifen. Oie Bombenaffäre. Haftentlassung gegen Sicherheitsleistung Berlin, 27. Ian. (WTB.) Am 25. Ianuar sand vor der dritten Strafkammer des Landgerichts i in Berlin in der Doruntersuchungssache wegen der Dombenattentate Termin zur Prüfung der Haft von sechs Angeschuldigten statt. Die gegen sämtliche sechs Angeschuldigte erlassenen Haftbefehle wurden aufrechterhalten. Bei fünf Angeschuldigten hat die Strafkammer beschlossen, sie gegen ausreichende Sicherheitsleistung aus der Haft zu entlassen, und zwar ist auferlegt den Angeschuldigten Dick und Luhmann eine Sicherheitsleistung von je 20 000 Reichsmark, den Angefchuldigten Mahnicke und Becker eine solche von 10 000 Reichsmark und dem Angefchuldigten Wieborg eine solche von 7000 Reichsmark. Alle sechs Angeschuldigte sind geständig, an den Dombenattentaten oder deren Dorbereitung beteiligt gewesen zu sein. Das Republikschutzgeseh. Berlin, 27. Ian. (Priv.-Tel., Obwohl von Anfang an einzelne Kreise der Mittelparteien auf schnellste Erledigung des Republik- schutzgesehes gedrängt haben, ist eine Verzögerung etngetreten, die kürzlich der Demokratischen Partei Anlaß zu einem offiziellen Vorstoß gegeben hat. Wie wir hören, haben einmal Zeitmangel, aber daneben auch eine gewisse poli- ttsche Mißstimmung gegen das Gesetz die Llrsache für die Verschiebung bet dritten Lesung im Plenum abgegeben. Vor allem scheint bei der Bayerischen Volkspartei, die ja mit zur Regierungskoalition gehört, eine Reihe von Bedenken aufgekommen zu sein, und auch bei den Sozialdemokraten möchte man wenigstens nach außen den Eindruck vermeiden, als allzu eifriger Förderer dieses Entwurfes aufzutreten. Wie nunmehr verlautet, wird in der nächsten Woche die zunächst noch fällige zweite Ausschuhlesung, die aber nur acht Tage dauern wird, beginnen, so daß man mit der eigentlichen Plenumberatung für die zweite Hälfte Februar rechnet. Die endgültige Verabschiedung würde dann Anfang März möglich sein. Allerdings sind politische Zwischenfälle bei dieser heiklen Materie nicht ausgeschlossen. Oer Parteitag der französischen Sozialisten. Enttäuschung auf der bürgerlichen Linken. Paris, 27. Ian. (WB.) Zu den Beschlüssen deS außerordentlichen Sozialistischen Parteitages schreibt das ..Iournal": Was die Einheit der Partei anlangt, so muh man abwarten. Aber der Abgeordnete M out et konnte nach Schluß bet Debatte sich nicht enthalten auszurufen: „Ihr gebt einigen unter uns zu verstehen, daß wir hier überflüssig smdl" Der „Ouv- tibien“ (radikal) schreibt: Die Sozialistische Partei hat während der beiden Tage der Beratungen deS außerordentlichen Kongresses bewiesen, daß fit unfähig ist, eint Aktion andtrS als negativ aufzufassen, daß sie also für eine unfruchtbare und systematische Opposition eintritt. Dieses Eingeständnis der Ohnmacht ist für die Partei ernst. Ernst ist sie aber auch für die Republikaner, die nur grausame Mißverständnisse auf diesem außerordentlichen Kongreß da erblicken, wo sie glaubten, es werde eine starke Macht im Dienste der Demokratie wieder aufleben. Oie Flottenkonferenz. Ter Kampf um das Tagungsprogramm. London, 28. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenpresse meldet, daß gestern bei der dreistündigen Zusammenkunft der Hauptdelegierten nur geringfügige Fortschrit te gemacht wurden. Man hofft, daß heute vormittag bei der erneuten Zusammenkunft der Hcruptdelegierten die Tagesordnung „mehr oder weniger endgültig" vereinbart werden könne. Zwischen T a r b i e u und Grandi soll es zu Ausein- einandersetzungen gekommen sein, die zeitweise erbittert waren. Tardieu schlug vor, daß _ die Konferenz, bevor sie sich auf Einzelheiten über die Schiffsthpen einlasse, zunächst eine Vereinbarungüberfolgende dreiHaupt- punkte erzielen solle: 1. Die Methode der Berechnung der Bedürf- nise der verschiedenen Mächte. 2. Die Gesamtton nage. 3. Das Recht des Tonnage-Transfers von einer Schiffsklasse auf die andere. Der italienische Hauptdelegierte Grandi schlug vor, daß vor allem eine Vereinbarung über das Stärkeverhältnis der einzelnen Krigsslotten zueinander her- aestellt werden solle. Da es zu keiner Einigung hierüber kam, wurde die Erörterung auf heute vormittag verschoben; doch wird Tardieu mit seinen Vorschlägen als erster zu Worte kommen, da vereinbart worden ist, daß in solchen Fällen die alphabetische Reihenfolge brr verschiedenen Länder maßgebend ist. Nach Ansicht Tardieus würden noch acht Tage erforderlich sein, damit die Konferenz sich von den Vorurteilen, denen jede einzelne Delegation unterworfen sei, befreie. Oer Nauschgiftschleichhandel nach Aegypten. Beschwerde im Genfer Opiumausschutz. Genf, 27. Ian. (WB.) Der Polizeikommandant von Kairo, Ruffel Pascha, gab als Vertreter der ägyptischen Regierung vor dem Opiumausschutz des Völkerbundes eine eindrucksvolle Schilderung des ausgedehntenSchleich- handels mit Rauschgiften nach Aegypten, das nach dem Kriege in erschreckender Weise zunächst dem Kokain-, jetzt dem Heroin- aenutz verfallen sei. Hunderte Kilo werden jährlich mit phantastischen Zwischengewinnen eingeführt und abgeseht. Bei einer Bevölkerung von 14 Millionen Menschen zähle Aegypten heute mehr als eine halbe Million Toxikomanen aus allen Schichten des Volkes. Das Laster habe sogar auf die bäuerliche Bevölkerung übergegriffen und untergrabe ihre Gesundheit und Arbeitsamkeit. Er richte deshalb an alle Opium verarbeitenden Länder Europas das dringende Ersuchen, die ägyptische Re- gieruna bei dem Kampf gegen dieses Laster mit allen Kräften zu unterstützen. Der Schleichhandel werde besonders von der Schweiz und vom Elsaß auS versorgt. DaS französische und das schweizerische Mitglied des Opiumausschusses erklärden, daß die Polizeibehörden ihres Landes bereits Maßnahmen getroffen hätten, um die mit dem Schleichhandel nach Aegypten in Verbindung stunden Stellen durch Entziehung ihrer Fabrikat t o n S - bzw. Ausfuhrlizenzen unschädlich zu machen. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing den privaten Besuch des KönigsvonSchweden, der sich auf der Reise nach dem Süden einige Stun- den in Berlin aufhielt. Auf einer Konferenz der ch r i st l i ch e n G e - werkschaften Südwestdeutschlands ist vom 1. Vorsitzenden, Landtagsabg. H e u r i ch (Karlsruhe) die Forderung eines Zusammenschlusses von Württemberg und Baden zu einem Bundesstaat gestellt worden. Er fand dabei lebhaften Beifall und auch die ausdrückliche Zustimmung des württembergischen Abgeordnetenvertreters Gengler (Stuttgart). » Die dritte Reichstagung des Gewerk- vereins deutscher Ziegler fordert in einer Entschließung die berufenen Stellen auf, durch planmäßige Reg elung des Dau- marktes die Produktion der Ziegel« und Ton- industrie zu erhöhen, die Einfuhr ausländischer Baustoffe zu unterbinden und nur bei den mit deutschen Baustoffen errichteten Bauten Darlehen zu gewähren. Die Lleberschüsse der Sozialversicherungen dürften nur zu Daudarlehen, nicht aber für Arbeitslosenunterstützung bereitgestellt werden. In Predeal soll die Verlobung der jüngsten Tochter des verstorbenen Königs Ferdinand von Rumänien, Prinzessin Ileana, mit dem Grafen Hochberg, einem Sohne des Fürsten von Pleß, stattgefunden haben. Das Brautpaar hatte sich im vorigen Iahre in Paris kennengelernt. Aus aller Welt. Der letzte Bericht des Kapitäns Dreyer. Die Hamburg-Südamerikanische Dampfschiffahrtsgesellschaft hat infolge der schlechten telegraphischen Verbindung mit Llshuaia erst heute den telegraphischen Bericht erhalten, den Kapitän Dreyer am 23. Ianuar kurz vordemKenternder „M oute Cervan - t e s" abgesandt hat. Der Bericht lautet: „Bei der Ausfahrt von Ashuaia ist das Schiff auf einen un bekannten Felsen aufgelau- f e n. Um ein Sinken zu verhindern wurde das Schiff auf das Eclaireurs-Riff aufgesetzt. Passagiere und Mannschaft konnten ohne jede Panik ausgebootet werden. Der mit Hilfe der argentinischen Marine unternommene Ab- schleppungsversuch war erfolglos." Die Barkassen der „Monte Cervantes" und der argentinische Transpvrtdampfer „Vicente Lopez" haben bisher leider vergeblich die Leiche des Kapitäns Dreyer gesucht. Deutsche Faltboolfahrer in Marseille. In Marseille sind zwei Kölner Studenten, Steckelbach und Schlosser, im Faltboot eingetroffen. Sie haben ihre Fahrt in der Ostsee angetreten, sind durch die Nords e e, durch Holland, den Rhein und die Rhone entlanggefahren. Längs der italienischen Küste, entlang Sizilien, Tunis und Tripolis wollen sie nach Aegypten, um den Weltrekord im Faltboot zu verbessern, der zur Zeit 10000 Kilometer beträgt. Schweres Autounglück in Stuttgart. In Stuttgart überfuhr vor dem Hauptbahnhof ein Stuttgarter Auto das letzte Parksignal und überschlug sich. Die beiden Insassen, ein Herr und eine Dame, wurden getötet, der Chauffeur schwer verletzt. Nach elf Tagen aus einem verschütteten Schacht gerettet. Nach elftägiger fieberhafter Arbeit gelang es den Rettungsmannschaften, drei Grubenarbeiter, die aus der Grube Gillh bei Charleroi am 15. Ianuar verschüttet wurden, zu retten. Als man die eingestürzten Erbmassen beiseite geschafft hatte unb in den Stollen vordrang, in dem man die unglücklichen Opfer vermutete, kannte die Freude der Rettungsmamrschaften und der Bergleute keine Grenzen, als sie ihre Kameraden noch alle lebend vorfanden. Sie hatten zwar schwer unter Hunger unb Durst zu leiden gehabt, aber ke ine r le iDe r- letzungen bei dem Einsturz davongetragen. Einer der drei Bergleute hatte eine llfjr bei sich, so daß sie stets über die Zeit unterrichtet waren. Strafanträge im Dinkelsscherbener Prozeß. In dem Prozeß wegen des Dinkelscherbener Eisenbahnunglücks, bei dem mehrere Todesopfer zu beklagen waren, beantragte der Staatsanwalt für die Angeklagten Amler, Wiedenbauer und Karner, die sich keiner Pflichtverletzung schrlldig gemacht hätten, Freisprechung. Gegen den Weichenwärter Hübler und Stellwerksmeifter Müller, die in gleichem Maße für das Unglück verantwortlich seien, beantragte er wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung und fahr- lässiger Transportgefährdung je ein Jahr Gefängnis. Furchtbare Bluttat. In Neudorf bei Pfrcrunberg (Böhmen) wurden der Kaufmann Georg Peyerl und seine Frau von einem Unbekannten im Schlaf- Überfällen. Durch einen mit ungeheurer Wucht geführten Hieb mit einer Hacke wurden dem Manne beide Beine abgehauen. Er erlitt ferner an Kopf und Hals schwere Verletzungen. Die Frau erhielt einen Deilhieb gegen die Brust. Das fünfjährige Kind blieb unverletzt. Das Ehepaar ringt im Krankenhaus mit dem Tode. Es besteht die Möglichkeit, daß ein Schuldner Peyerls ihn ermorden wollte, um sich seines Gläubigers zu entledigen. Bliütär belagert einen Irrsinnigen. In der Ortschaft Vassach bei Villach in Kärnten wurde der 38 Jahre alte Kleinhäusler Gaggl plötzlich irrsinnig und schoßausseinerWohnung miteinemGewehraufoorübergehende Leute. Ein Mann und eine Frau wurden schwer verletzt. Die Gendarmerie war dem Irrsinnigen gegenüber machtlos. Es wurde von Villach Militär herbeigerufen, das mit Stahlhelmen und Schutzschilden ausgerüstet in das Haus einzudringen versuchten unb mehrere Schüsse abgab. Nach einiger Zeit war im Hause Feuerschein sichtbar. Der Irrsinnige sprang plötzlich mit geladenem Gewehr aus dem (5cn ft er des ersten Stockwerkes herab. Er konnte überwältigt werden und wurde mit mehreren Schußoerletzungen ins Krankenhaus gebracht. Das Ausstellungsprogramm der Reichshauplstadk. Das Berliner Ausstellungs- und Messeamt Hal soeben sein Programm für das laufende I a h r bekanntgegeben. Danach werben im Ganzen im Iahre 1930 15 Ausstellungen veranstaltet werden. Zu diesen Ausstellungen gehört auch die Internationale Lederschau Berlin 1930, die nunmehr endgültig von Leipzig nach Berlin übersiedelt. Die Ausstellungssaison der Reichshauptstadt beginnt am 1. Februar mit der 5. Grünen Woche, der sich am 23.März die Reichsgastwirtsmesse anschließt. 3m April findet eine Möbel- unb Einrichtungsschau statt, unb im Mai eine Sommerschau unter dem Namen »Al tes Berlin". Am 22. August eröffnet die Funkausstellung und Phonoschau ihre Pforten, unb am 28. August die Berliner Möbelmesse. Die Internationale Lederschau wird am 18. September eröffnet. Im Oktober findet dann die Kochkunst-Ausstellung statt und in der ersten Hälfte des November die große internationale Automobil - undMotorrad-Aus- st e 11 u n g , für die schon jetzt die Vorbereitungen im Lager der Automobilindustrie und des Auto- mobilhmndels in vollem Gangie sind. Sie Wetterlage. Montag. \=^- 27. Januar. 1930.7" abds.EEEzT. H. Seydisl 'Kinn, 2 uai. lägt la {orun; O, © -2 Tours Aberdeen --dfr — imZ) i Sr^efenifM G> wetxemos O ntitv. c» naro Dedecat • womig. v oedtem • Rege^ * Schnee a Graupeln e NePel KOrwitVr.© Windstille. sehr leichte» o$i ^5 massige» Südsüdwest q stürmische* »tordwesl bie Piene fliegen mit dem winde Die Beiden Stationen stehenden Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche^ tut Mecresmveeu umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die französische Störung füllt sich weiter auf unb zieht südöstlich ab. An ihrer Rückseite steigt der Luftdruck an, so daß bis über England flacher, hoher Druck herrscht. Er wird sich vorübergehend aus die Wetterlage etwas auswirken und sie noch vorwiegend trocken gestalten. Die Temperaturen halten sich dabei um den Gefrierpunkt. Für später tritt jedoch mit dem Vordringen der westlichen Störung, die über Irland bereits Erwärmung und Niederschläge verursacht, Milderung ein und Niederschläge sind nicht ausgeschlossen. Wettervoraussage für Mittwoch. Wechselnd wolkig, Temperaturen nachts um Null, noch meist trocken. W i 11erungsaussichten für Donnerstag. Milderes, meist wolkiges Wetter, mir vereinzelten Niederschlägen. Lufttemperaturen, am 27. Ianuar: mittags 6,5 Grad Celsius, abends —0,9 Grad; am 28. Ianuar: morgens —1,4 Grad. Maximum 6.7 Grad, Minimum —4,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe, am 27. Ianuar: abends 0,3 Grad; am 28. Ianuar: morgens 0,4 Grab Celsius. — Sonnenscheindauer 67t Stunden. Aus der Provinzialhauptffadt Gießen, den 28. Januar 1930. Gang durch die Landschaft. Ein schmaler, festgetvetener Pfad säumt den zerfurchten, holperigen Weg, der zwischen Winter- öden Gärten waldwärts fuhrt. Jedes der großen rechteckigen Pflanzstücke ist umzäunt, bald mit Lattengittern, bald mit blanken, straffgespannten Drahtgeflechten, denen einzementierte Sisenpfähle Kalt und Widerstand geben. Manche Holzzäune hängen schief, als wollten sie im nächsten Augenblick umfallen, andere zeigen klaffende Lücken fehlender Latten oder Stümpfe. Man kann auch winterlichen Gärten die Pflege ansehen. Dazu brauchen die Blicke gar nicht weit zu schweifen. Gitter und Eingang sind wie das Aeuhere eines Hauses charakteristisch für das Leben dahinter. Beben einem Daumstück, dessen fußhoher Dlätter- schutt auf den Beeten jeglichem Ungeziefer wul- kommenen Unterschlupf gewährt, liegt em anderes völlig laubsrei, und di- in Reihen gerich- tcten Erdbeerpslanzen leuchten im Dre.farben- Akkord ihrer grünem gelben und zlegelrotrn Blätter so frühlingsgläubig, daß einem das Herz hosfnungshell und warm wird. Aber im Walde wohnt noch die schwarze Schwermut. Durch die nackten Hecken und Wipfel raschelt der Wind wie durch gehäuftes Reisig, das längst dem Leben abstarb. Und doch wird eines Tages die grüne Flut des Iunglaubs aus ihnen ausbrechen und überraschend in die Wege branden. Und die schwarzen Amseln, die da und dort stumm und reglos einen Ast umklammert halten, werden in die höchsten Gipfel flattern und von dort ihren Iubelalarm in die dämmernden Tage schmettern. Daß so viele stolze Stämme fallen muhten, um den zu längerem Leben bestimmten Rachbarn Platz zu machen, werden nur die wenigen Wanderer gewahr, die den zu Meterstücken zersägten und in Würfeln aufgeschichteten Gebeinen der Waldriesen an den Wegrändern begegnen. Der würzige Duft ihres frischen Holzes geht rasch unter in dem moderigen, fauligen Ruch des wesenden Laubes. Plötzlich rauscht es wie unter einem Stockschlag aus. Ein aufgeschrcckter Hase flüchtet mit gestreckten Läufen. Richt länger als ein Windstoß ist fein Davonrasen vernehmbar. Dann kehrt die Stille zurück, die den Winterschlaf so vieler Tiere behütet. Wenn ich unter Laub und vermorschten Wurzeln wühlte, könnte ich Blindschleichen aus ihrer Erstarrung aufstöbern. Schon mit einer Handvoll weggenommener brauner Blätter raube ich manchem warmen Rest die Decke, und Spinnen und langbeinige Weberknechte torkeln verschlafen nach einem andern Dersteck. Ein Schneckenhaus, das mein Fuß ungewollt aus einem Moospolster stößt, ist von seiner vorsichtigen Bewohnerin mit einem kalkartigen Deckel gegen die Kälte verschlossen. Ich lege das winzige Schlafhaus, damit es kein schreitender Schuh zertrümmert, in seinen Moospark zurück. Anter den schwarzen Wassern eines Teiches schlafen im Schlamm Gras- und Laubfrösche. Rur die Kröten lieben die nassen Schlummerstätten nicht, sondern wühlen sich den Winter über in die Erde ein. 3n einer Lichtung wird es auf einmal laut. Es sind Frauen und Mädchen, die kleine Körbe mit frischem Feldsalat tragen. Das erste in der rauhen Freiheit der Landschaft gewachsene Grün, das mich grüßt. Aber bis die Kätzchen des Haselstrauchs, die sich am Waldsaum wie kleine winzig- Finger an den Zweigspihen recken, aus ihrer Starrheit zu langen, herabhängenden Raupen erwachen und goldgelben Blütenstaub verwehen, heißt es, noch eine Weile warten. Peter Dauer. poftauiolinie Wißmar - Launsbach - Gießen. Am Samstag fand in Wißmar eine bedeutsame Sitzung statt, in der die Frage der Einrichtung einer Autolinie der Orte Wißmar und Launsbach mit Gießen zur Entscheidung stand. Diese Frage hatte schon seit längerer Zeit das öffentliche Interesse bewegt. Insbesondere war erörtert worden, ob die Linie von einem Privatunternehmen, oder von der Post betrieben werden solle. Auch der „Gießener Anzeiger" hatte die Angelegenheit aufgegriffen und der Der- kraftung durch die Post das Wort geredet. 3m „Wetzlarer Anzeiger" hatte man sich damit beschäftigt unter den Aeberschriften „Was geht im Osten des Kreises vor?" und „Immer größere Entfremdung von der Kreisstadt." Die Gemeindevertretungen von Wißmar und Launsbach als die berufenen örtlichen Körperschaften tagten nun am Samstagnachmittag in Wißmar zusammen mit Bürgermeister Drockmeicr (Krofdorf) und Postlnspcktor Jung (Gießen). Der Vorschlag der Reichspost, der dahin geht, daß sie den Personenverkehr übernehmen will unter der Dor- aussehung, daß in Wißmar der befestigte Platz für eine Halle zur Verfügung gestellt wird, lag vor. Folgender Beschluß kam einstimmig zustande: „Die Gemeindevertretungen Wißmar-Launsbach [ beschließen, der Reichspost die zum Dau einer Wagenhalle erforderliche befestigte Fläche mit Einfahrt auf so lange Zeit zur Verfügung zu stellen, als die Reichspost die K r a f t p o st - Linie Wißmar — Launsbach —Gießen betreibt, vorausgesetzt, daß der Fahrpreis zwischen Wißmar und Gießen 5 0 Pfennig nicht übersteigt. An den Kosten des Platzes und seiner Herrichtung hat sich die Gemeinde Launsbach mit vier Zehntel zu beteiligen, sechs Zehntel trägt die Gemeinde Wißmar. Dis zur Fertigstellung der von der Post beabsichtigten Errichtung einer Halle wird die Gemeinde Wißmar versuchen, einen provisorischen Anterstcll- raum zu schaffen, damit die alsbaldige Inbetriebnahme erfolgen kann." Dürgermeister Brock meier nahm Veranlassung, seiner Freude darüber Ausdruck zu geben unZ> die Hoffnung auszusprechen, daß der Beschluß dazu führen möge, daß den beiden Gemeinde eine zuverlässige und den Bedürfnissen entsprechende Verbindung geschaffen werde. Gießen im Flugverkehr 1930. Wie wir von maßgebender Seite erfahren, wird die bisherige Flugverkehrslinie Frankfurt — Gießen — Kassel — Hannover in dieser Zusammenstellung im Jahre 1930 nicht mehr beflogen. Die Stadt Kassel wird als Flughafen ausfallen, da Kassel bekanntlich Schwierigkeiten wegen der Bereitstellung eines Flugplatzes macht. Es wird vielmehr die folgende internationale, sog. nordische Fluglinie Frankfurt — Gießen — Hannover — Hamburg — Lübeck — Travemünde — Kopenhagen — Gotenburg Oslo beflogen. Auf dieser Linie bleibt der Gießener Flughafen nach wie vor planmäßiger Haltepunkt aller Verkehrsflugzeuge. Evangelische Volksgemeinschaft (Christlicher Volksdienst). Wie man uns mitteilt, wurde afh Samstag die Gießener Ortsgruppe des „Christ- lich-sozialen Volks dien st es", der bisher unter dem Ramen „Evangelisch- Volksgemeinschaft' geht, endgültig b.'gründet. Die Grün- dungsverfammlung fand im oberen Saale der Herberge zur Heimat statt unter dem Vorsitz des Vertreters der Volksgemeinschaft im Provinzialtag. Professor Koch. Der Landesvor- sitzende. Lehrer G r e b aus Mainz, entwickelte in seinem Vortrage die Ziele und Grundsätze der jungen politischen Gruppe, der zu ihrer eigenen Aeberraschung bei den letzten Kommunalwahlen in Preußen und einem Teil des übrigen Reiches ohne nennenswerte Vorbereitung weit über 400 000 Stimmen zugcfallen waren. — Die schweren Volksnöte der Zeit, so ungefähr führte der Redner aus, gründen letzten Endes in einem verhängnisvollen sittlichen Riedergang unseres Volkslebens. Wir erleben in einer Zeit traurigster politischer, wirtschaftlicher und sozialer Rot wachsende Äeppiakeit in den oberen, wie unteren Volksschichten sehen selbst berufene Leiter des Volkes ein schlechtes Vorbild geben. Die Zerrissenheit des Volkes wächst. Wenn der Weg nicht in den Abgrund führen soll, braucht unser Volk eine ganz neue und ganz ernste Besinnung auf tzie sittliche und sozial- Kraft des Christen- tumss Die drei Grundkräfte des Evangeliums: „Gerechtigkeit, Wahrhaftigkeit und Bruderliebe" müssen anders als bisher auch in unser politisches Leben Einbringen. Diesem Ziel möchte der „Christliche Volksdienst", der bei seiner Vereinigung mit her Gruppe der Christlichsozialen den Ramen „C h r i st l i ch-s ozialerVolksdienst" angenommen hat, sich zur Verfügung stellen. Die junge Gruppe lehnt es ab, sich selbst Partei zu nennen, sie möchte in das von den alten Parteien geprägte politische Leben neue Grundsätze und neue Methoden tragen. Sie will nicht andere Gruppen und Parteien bekämpfen, sondern lediglich positive Aufbauarbeit tun in vor- urteilslosir, sachlicher Zusammenarbeit mit allen dazu Willigen. So hofft sie dazu mitzuwirken, daß in die politische Verhandlung ein vornehmerer Ton einzieht. Sie will weder eine bürgerliche. noch eine proletarische Partei sein, son- dern, gleich unäbhängig von rechts und links, dem Volksganzen und der Versöhnung. einem gerechten Ausgleich dienen. Die Frage der Staatsform (Republik oder Monarchie) ist verhältnismäßig gleichgültig gegenüber der großen Frage nach dem Inhalt des Staats- und Volkslebens. Der Volksdienst lehnt Versprechungen an einzelne Volksteile ab. sein Programm ist das christliche Gewissen und das VerantwortungZbewußtsein gegenüber dem Volksganzcn. Der Redner stellt eine Pressenotiz richtig, die zu der irrigen Meinung führen mußte, es fei der Christlichsoziale Volksdienst eine neue Rechtspartei; der Dolks- dienst ist weder Rechts- noch Linkspartei. Auch ist es nicht richtig, daß sein Reichsvorfitzender der Abgeordnete Mumm ge- I worden sei. Mumm gehört dem Vorstand nicht an, neu in ihn eingetreten sind die früheren chrtstlich-sozialen Arbeitervertreter und ReichS- tagsabgcordneten Hartwig und Hülse r. Die Reichsleitung liegt auch nach dem Eintritt der Christlich-Sozialen in den Händen der Stutt- gartcr Begründer des Dolksdienstes. — An der lebhaften und einmütigen Aussprache beteiligten sich die Herren Bechtold, Durmester, Horst. Koch, Lemp, Menken, Rorth und Schmitz. Den Vorsitz der Ortsgruppe übernahm auf einstimmigen Wunsch der Versammlung das Mitglied des Kreistages. Steuersekretär Lemp. Daten für Mittwoch, 29. Januar. Sonnenaufgang 7.42 Ahr. Sonnenuntergang 16.44 Ahr. — Mond aufgang 8.14 Ahr, Monduntergang 16.04 Ahr. 1763: der Dichter Ioh. Gottfried Seume in Poserna geboren; — 1814: der Philosoph Johann Gottl. Fichte in Berlin gestorben; — 1860: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Bonn gestorben. Gießener WochenmarLtprcise. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 180 Pfennig, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Spinat 25 bis 35, Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Weißkraut 10 bis 15 (pro Zentner 7 bis 8 Mk.), Rotkraut 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.), gelbe Rüben 12 bis 15, rote Rüben 12 bis 15, Anterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 70 bis 80, Endivien 80 bis 100, Meerrettich 50 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.), Aepfel 10 bis 15 (Pro Zentner 10 bis 12 Mk.), Dirnen 10 bis 15 (Pro Zentner 8 bis 10 Mk.), Dörrobst 30 bis 35, Rüsse 50 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund; Tauben 70 bis 80, Eier 14 6iS 15, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 35, Oöer- kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender f ü r Dienstag. Stadttheater: „Die andere Seite". 19.30 bis 23 Ahr. — Gießener Konzert-Verein: Generalversammlung, 18 Ahr, im Musik-Institut der Uni- versität. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Still wie die Rächt und tief wie das Meer soll meine Liebe sein" und „Die Geburtstagsüberraschung". — Astoria-Lichtspiele: „Zirkus Tromboli" und „Rivalen in Afrika". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Die andere Seite" von Sheriff (Spielleitung Intendant Dr. P r a s ch) beginnt um 19.30 Ahr. Ende 23.15 Ahr. — Morgen zum ersten Male „Du wirst mich heiraten!" Lustspiel von Verneuil. Spielleitung Hans T a n n e r t. Dühnenbilder Karl Löffler. Es wirken mit die Damen: Jahn, Doering, Jüngling, Mewes und die Herren Hais, Haeser, Linkmann, Tanncrt, Wesener, Zingel. — Am Donnerstag, 30. Januar, findet ein einmaliges Gastspiel von Paul Wegener statt. Es wird interessant sein, nach dem Dassermann-Gastspiel diese zweite Prominenz der deutschen Bühne zu sehen. Er spielt eine seiner besten Rollen, den Dr. Kerschenzew in Andrejews „Der Gedanke". — Freitag, 31. Januar, erste Wiederholung von Verneuils Lustspiel „Du wirst mich heiraten!".— Sonntag, 2. Februar, zum letzten Male, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen „Katharina Knie". — Dühnenmaskenball „Gagit a". Man schreibt uns: Das diesjährige Fest der Gießener Bühnenkünstler findet am Samstag, 1. Februar, statt. Cs wird als Kostümfest in sämtlichen Räumen des Klubs veranstaltet. Alle Mitglieder des Solopersonals werden bestrebt sein, den Gästen einen vergnügten und. launigen Abend zu bieten. Der bunte Karnevalswirbel wird unterstützt durch Kabarett, Tombola, Tanz. An den Verkaufsständen und bei der Saalbedienung sind Schauspielerirmen und Schauspieler des Ensembles beschäftigt. Der Festausschuß legt Wert darauf, nochmals mitzuteilen, daß die Preise der Speisen und Getränke sehr mäßig sind und keinerlei unmäßige Aufschläge aufweisen. Es stehen mehrere Kapellen zur Verfügung, darunter die Jazzkapelle Husemeher. Alle Kostüme sind zugelasfen, kein Kostümzwang. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Das nächste Konzert bringt am Sonntag, 2. Februar, 17 Ahr, den schon angekündigten Schumann -'Chopin - Abcnü des Pianisten Wilhelm Backhaus, der gerade in den letzten Wochen in europäischen Musikzentren, Berlin, Wien, Lissabon, London, Paris u. a., viele Triumphe gefeiert hat. Hinsichtlich des Programms sei hingewiesen auf die 0-Moll- Sonate und die sinfonischen Etüden von Robert Schumann, die wir seit Carl Friedberg nicht wieder hörten, sowie die 4. Sonate von Chopin mit dem Trauermarsch As-Our, Ballade und Berceuse. Das geschmackvoll gewählte Programm wird sicherlich für viele Musikfreunde von Interesse sein. — Als zweites Orchesterkonzert folgt am Donnerstag, 13. Februar, dasjenige der M e i- ninger Landestheaterkapelle unter der Leitung von Dr. Temesvary. — Einen Märchen-Nachmittag werden die Gießener Kinder am Freitag in einer Veranstaltung im Katholischen Dercinshaus besuchen können. Die Märchenerzählungen werden mit Lichtbildern ausgestattet fein. Näheres ist aus der heutigen An- zeige ersichtlich. ** Preußisch-Süddeutsche Klassen- ko t t e r i e. Die Erneuerung der Lose zu der am 8. Februar beginnenden Hauptklasse hat planmäßig spätestens bis zum 1. Februar bei Verlust des Anrechts zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird dringend empfohlen, da über die nicht rechtzeitig erneuerten Lose anderweitig verfügt werden muß. "DieGießener FreiwilligeFeuer- wehr feierte am Samstagabend in der Turnhalle ihr 74. Stiftungsfest. Der musikalische Teil wurde von Mitgliedern der Kapelle Weller- Ei n b r o d in bester Weise bestritten. Kommandant Fritz Wenzel begrüßte die Erschienenen, insbesondere die Vertreter der befreundeten Wehren, sowie die SanitätSkolonnc. Stadtbaudirektor Braubach übermittelte die Grüße und Wunsche der Stadtverwaltung, insbesondere des zuständigen Dezernenten. Die Gießener Freiwillige Feuerwehr habe in den 74 Jahren ihres De- steheys manchen Wandel durchgemacht, doch in einem sei sie sich treu geblieben, in der Erfüllung ihrer Aufgaben, hier habe sie immer ihre Pflicht getan. Anter Hinweis auf die Tatsache, daß dem Kommandanten der Wehr F. Wenzel gelegentlich seines 60. Geburtstages eine Auszeichnung des Hessischen Staates für 40jährige Dienstzeit verliehen worden sei, überreichte er im Auftrage des hessischen Ministeriums Auszeichnungen für 25jährige Dienstzeit an die Kameraden Schreiber und Lö- ber, außerdem im Auftrage der Stadt Diplome für 15jährige Dienstzeit an die Kameraden Funk, Wiedemeyer und Dollmann. Brandmeister Betz übermittelte den Kameraden I. H e i ß l e r, H. F l a ch und E. Malkome- s i u s als Geschenk der Wehr je eine Ahr für 25jährige Dienstzeit, außerdem im Auftrage deS Reichsverbandes der Steiger Heinrich Wagner für 15jährige Dienstzeit eine silberne Schnalle. Kamerad 3. Heikler dankte im Ramen der Dekorierten für die Auszeichnungen. Schmidt (Lang-Göns) übermittelte die Gruße der Feuerwehr Lang-GönS, Henkel (Daubring':n) überbrachte Grüße und Wünsche der Daubringer Feuerwehr. Das übrige Programm enthielt vor allem exakt ausgeführte turnerische Darbietungen von Damen und Herren des Turnvereins 1846. Außerdem wurde von Mitgliedern der Feuerwehr eine viel Heiterkeit erregende Posse zur Aufführung gebracht. Den Schluß der Veranstaltung bildete ein Ball. * Der Verein für Sterbeunter st ü t - z u n g hielt am Sonntag im ..Postkeller" seine Jahresversammlung. Au; dem Jahresbericht war zu ersehen, daß im Jahre 1929 41 Mitglieder starben, darunter zwölf, die seit Gründung der Kasse (1888) dem Verein angehören; die im Vergleich zu anderen 3ahren hohe Sterblichkeitsziffer hat ihre Arsache in dem strengen Winter mit seinen Folgeerscheinungen, besonders der Grippe. Troy der hohen Ster blichkeitszifser konnte die Kasse ihre statutarischen Derpslichtungen gegen die Hinterbliebenen nachkommen und bei einem Bestände von 1863 Mitglieder mit einem Kassen- bestand von 10 176 Mk. in das neue Jahr eintreten. Mit einem Beitrag von 25 Pf. pro Mitglied und Sterbefall oder 16 Pf. wöchentlich konnte sich jedes Mitglied eine Anterstühung von 370 Mark sichern. Für die eingetretenen 41 Sterbesälle konnten 15170 Mk. den Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Vorstand und Auf- sichtsrat wurden durch Zuruf wiedergewählt. Rach Erledigung der Tagesordnung hielt Mitglied Elle einen kurzen Vortrag über die Entwicklung der Feuerbestattung im Reiche und ihre Auswirkung auf Hygiene, Aesthetik und kommunale Wirtschaftlichkeit. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Eisenrolh. Die Pension eines Invaliden gilt als Einkommen und ist mithin kirchensteuerpflichtig. fi. 3-> Wißmar. Nach §8, Ziffer 5 des Einkommensteuergesetzes bleiben Vorzugsrenten auf Grund des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juni 1925 bei der Ermittelung des Einkommens außer Ansatz. Glas mit 50 Tabletten M. 1.75 Berufstätiger Herr sucht für 15. Mär» zwei Zimmer in der Nähe der Kliniken. iWohnztm. eoil.uninöbl^ Schlaf- Atmmer möbliert.) Besinnung: öleftr. Beleuchig. u. Bade- gelegenheit.Zeniral- hetzung erwünscht. Schriftliche Ange- boie unter 0590 an den Gieß. An», erb. Für meine Verlagsbuchhandlung suche Ich C930. Schrift!. Angebote unter 779D an den Gieß. 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Jan. vormittags 9 Uhr, unsere liebe Schwester, Tante und Schwägerin Elise Ludwig nach kurzem, mit großer Geduld ertragenem Leiden im Alter von 68 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Benzler und Angehörige. 30 rm Stockholz. Das Nutzholz kommt vormittags, das Brennholz nachmittags zum Ausgebot. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am Küchenstaatskopf im Gemeindewald. Freitag, den 7. Februar 1930, Nutzholzoersteigerung im Markwald. ""chenstämme Stück = 21,16 fm „ - 33,45 „ „ - 11,05 „ Mittwoch, den 29. Januar 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuen weg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Barzahlung: zwei Trurneauspiegel, zwei Grammo-1 phone, mehrere Sofas und Chaise-1 longues, zwei Schreibtische, zwei Büfetts,1 zwei Kredenzen, eine elektrische Ständerlampe, ein Küchenbüfett, vier Nähmaschinen, einen Jagdwagen, zwei Ladentheken, drei Ladenregale, einen Gasherd, vier Kleiderschränke, zwei Bertikos, einen Zimmerteppich, einen dreitürigen Aktenschrank, einen elektrischen Heißwasserapparat, eine größere Partie Schuhmacherartikel, einen Kartoffeldämpfer, zehn Sitzbadewannen, neun Kartoffelquetschen, 20 Holzriemenscheiben, 20 Einkochapparate, eine größere Anzahl Oefen und Herde einen Kassenschrank, ein Motorrad (DKW), ein Pianino, eine Standuhr, einen Registrierschrank, 20 Flaschen Sekt, eine Küchenanrichte, einen Untersuchungsstuhl, fünf eiserne Bettstellen mit Schoner, dreiteilige Matratzen, Kopfkissen, Steppdecke, drei Nachtschränkchen mit Glasplatten, eine Badewanne (Guß emailliert), einen Gasbadeofen, zwei Jnstrumentenschränke, ein Entbindungsbett, eine Chaiselongue, Fichten derbstangen Kl. 1 76 Stück = 6,84 fm „ 2 143 „ = 8,58 „ „ 3 143 „ = 4,29 „ Fichtenreisstangen 60 Stück = 1,20 fm. B. Brennholz. 35 rm Buchenscheit, 33 rm Eichenscheit, 40 rm Buchenknüppel, 80 rm Eichenknüppel, 40 rm Weichholzknüppel, 165 rm Buchenreiser, 75 rm Weichholzreiser und Empfehlungen | Mittwoch. Donner-* taa, Freuag saikllWe goüelloa Seelollis smoiien Hcnm.gen ßoiOOarfU grüne geringe leoenoe fiornfen letrenöe Sfflleiea Bljein. Saun srjBijeflte empfiehlt nur aller- feinste Qualität. 1. Koch Holg. Mänöburg 15 Tel. 3613. Ivilets 'werden auf Wumch auS allen Tonen friich ber« teilung 8, 9, 14, 15, 16, 17 und 19 verstei- 1 753D 8 Fichtenstämme Kl. 1b, 2a, 2b und 3a = 7 fm. 235 Fichtenreisstangen und 14 rm Fichtennutzreisig. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr am Wetterbergskopf (Waldeingang). Muschenheim, den 25. Januar 1930. Bürgermei^erei Muschenheim. im 64. Lebensjahre. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Joh. Georg Schmidt, Zollsekretär Schnitt. An geb. mit -i>reis unter 7781) ntt den Wien. An,, erb. Beamter in den 40er Jahren in iicbcier Stellung iveniions- berechligil lucht zw. 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Der Hilferdingsche Entwurf war freilich keine wirkliche, große Reichsfinanzreform, sondern er bedeutete eher eine Novelle zum Finanzausgleich. Eine wirklich durchgreifende Finanzrcform mit einer endgültigen Aufteilung aller Steuerquellen setzt eine Berfas- sungs. und Derwaltungsreform in Deutschland voraus, eine überaus schwierige Aufgabe, bis zu deren Lösung noch geraume Zeit vergehen dürfte, die allerdings vielleicht ernsthaft in Angriff genommen werden muß, wenn der vielum- striltene Y o u n g p l a n in Kraft tritt. Seit der Veröffentlichung des Programms Dr. Hilftrdings hat sich die Situation wesentlich verändert. Es kann schon heute mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß nach der Entwickelung der Reichsfinanzen in den letzten Wochen vielleicht nur 20 v. j). von dem übrig bleibt, was Dr. Hilfer- ding an Steuersenkungen plante. Dagegen wird unter dem neuen Reichsfinanzminister nach den bis jetzt vorliegenden Anzeichen eine schärfere Drosselung gegenüber Länder und Gemeinden zu erwarten sein, hinsichtlich der Reichssteuerüberweisungen. Hierzu muß vorweg vom Standpunkt aller deutscher Kommunen betont werden, daß eine weitere Herabsetzung des Anteils an der Reichseinkommensteuer und Körperschaftssteuer von 15 v. H. auf 60 v. H., wie vorgesehen war, insolange schleckterdings unmöglich ist, als nicht hierfür ein vollwertiger Ersatz gegeben wird. Der dringende Hinweis der Reichsregierung auf eine größere Sparsamkeit bei den Gemeinden mag vielleicht bei manchen großen Städten mit ihren kostspieligen Verwaltungen und ihren oft über das Notwendige hinausgehenden Leistungen auf dem Gebiete sozialer Einrichtungen und der Wohlfahrtsfürsorge ihre Berechtigung haben, für die Mehrzahl der kleineren Städte und gar erst unserer Landgemeinden ist auf dem Wege von Einsparungen nicht mehr viel herauszuholen, denn hier sind fast 90 v. H. aller Ausgaben zwangsläufig, deren Zurückschraubung nicht in der Macht der Kommunen liegt. Den Gemeinden wird nun als Ersatz des Einnahmeausfalls aus der beabsichtigten Steuersenkung vom Reiche der Erlös aus neuen bzw. aus der Erhöhung bestehender indirekter Steuern in Aussicht gestellt. Ein fragwürdiger, durchaus unsicherer Ersatz. Es muß mit Recht bezweifelt werden, ob die allgemeine Wiedereinführung der Getränke st euer oder eine Erhöhung der Bier st euer einen auch nur annähernden Einnahmeersatz erbringen können bei einer sinkenden Konjunktur. Es muß daher vom Standpunkt der Gemeinden an der seitherigen Höh« der Reichssteueranteile unbedingt festgehalten werden. Als Ersatz der Ausfälle durch die Steuersenkun- tzen und die Kürzung der Reichssteueranteile findet letzt im Reichsfinanzministerium das von vielen Seiten, insbesondere vom deutschen Städtetag immer wieder geforderte Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer mehr Gegenliebe als seither. Durchaus berechtigt ist jedenfalls die Forde- runa des Einbaues eines beweglichen Faktors in das Gemeinde st euersy st em, durch den unter Berücksichtigung sozialer Notwendigkeiten alle Gemeindebürger zu den Lasten der Ge- meinden herangezogen werden. Durch Einbau eines solchen beweglichen Faktors wird die Verantwortung in den Kommunen bei der Entscheidung über die Ausgaben erhöht und der Gedanke der Selbstverwaltung gestärkt werden. Wie dieser bewegliche Faktor endgültig zu gestalten wäre, wird eingehendster Prüfung bedürfen. So sehr das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer vom Standpunkt der Selbstverwaltung von den deutschen Gemeinden zu begrüßen ist, so darf man doch nicht übersehen, daß bei der gegenwärtigen rückläufigen Wirtschaftslage die Einführung des Zuschlagsrechts für viele Gemeinden, namentlich für die Landgemeinden, keine Vorteile, sondern finanzielle Nachteile mit sich bringen müßte, da es heute schon in Preußen 320 Gemeinden gibt, in denen überhaupt keine Ein kommen- steuer mehr bezahlt wird, und bekanntlich sind heute weite Kreise der Landwirtschaft infolge ihrer Notlage steuerfrei. Gerade für die kleineren Gemeinden würde das Zufchlaqsrecht ein Fehlschlag für die Sanierung ihrer Finanzen bedeuten, denn man kann keine Zuschläge erheben zu einem Steueraufkommen, das nicht vorhanden ist. Mit Recht hält daher der Deutsche Landgemeindetag bei dem gegenwärtigen System der Einkommen- und Lohnsteuer die Einführung des Zuschlagsrechtes für praktisch unmöglich, im Gegensatz zum Deutschen Städtetag, für welchen in den Städten mit Industrie naturgemäß auf diesem Gebiete die Verhältnisse anders liegen. Von der Reichsregierung war bekanntlich im Finanzprogramm Dr. Hilferding der Einbau eines beweglichen Faktors in einer anderen Form vorgeschlagen, nämlich in der Form eines Verwaltungskostenbeitrages d. h. einer Kopfsteuer. Trotz mancher Bedenken könnie man diese Steuer bejahen, da sie jedenfalls gerechter wäre als das Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer, das auf dem zufälligen örtlichen Steueraufkommen beruht. Es müßte jedoch verlangt werden, daß die Kopfsteuer reichsgesehlich allgemein eingcführt wird, und daß deren Erhebung nicht etwa dem Ermessen der Gemeinden überlassen wird. Zur Deckung des Finanzbedarfs dürfte eine E r - Höhung der Umsatzsteuer von f v. H. auf 1 v. H zu erwägen sein. Bekanntlich ist die Umsatzsteuer wiederholt gesenkt worden, zuletzt auf } v. H. Es steht dem gegenüber aber fest, daß diese Herabsetzungen weder dem Erzeuger noch dem Verbraucher irgendwie eine Entlastung gebracht haben. Daraus darf man mit Recht den Schluß ziehen, daß eine Erhöhung der Steuer um i o. H. dem deutschen Wirtschaftskörper keine schwerwiegenden Erschütterungen in Form von Preiserhöhungen bringen kann. Diese Erhöhung würde voraussichtlich eine Mehreinnahme von rund 410 Millionen Mark bringen, womit das Reichsdefizit schon zur Hälfte gedeckt wäre. Freilich werden manche Wirtschaftsverbände gegen eine Erhöhung der Umsatzsteuer Sturm laufen, indessen muh demgegenüber doch darauf hingewiesen werden, daß, wenn man einerseits Steuern senken will — die Gewerbesteuer um 20 o. H., die Grund- erwerbssteuer um 10 v. H. — auf der anderen Seite wieder nach einer Deckung des Ausfalls gesucht werden muß. So sehr die Forderungen der Wirtschaft auf Senkung der Steuern bei der heutigen Notlage verständlich sind, so wenig darf eine solche Senkung allein vom Reich auf Ko st en der Länder und Gemeinden vorgenommen werden, dies würde in der Praxis keine Entlastung bedeuten, sondern lediglich eine Verschiebung der Steuerlasten vom Reich auf die Länder und Gemeinden. Die Gemeinden müssen sich dagegen wehren, daß die Reichsgesetzgebung scheinbare Steuersenkungen vornimmt, deren Wirkung wieder dadurch aufgehoben wird, daß die Gemeinden infolge geringer Neichssteuerüberweisunaen nunmehr zur Erfüllung ihrer zwangsläufigen Aufgaben sich nach neuen Einnahmequellen in Form von Steuer- oder Tariferhöhungen ihrer Werke umsehen müssen. Zur Deckung des Finanzbedarfs wäre schließlich auch eine Erhöhung der Kraftfahrzeugsteuer in Erwägung zu ziehen nach einem auf die tatsächlich gefahrene Silo« meterzahl umgestellten Steuertarif. Der neue Reichsfinanzminister, Professor Dr. Moldenhauer, sieht sich jedenfalls vor eine sehr schwierige Aufgabe gestellt, deren Lösung nirgends Befriedigung finden wird und welche für die Partei, die diesen Finanzminister gestellt hat, eine schwere Belastungsprobe darstellt. prominentes Berlin. Streifzüge durch das Adreßbuch. Don K. 3- Grün. Unter den über vier Millionen Menschen, die Berlin bewohnen, finden sich naturgemäß viele Qi amen, mit denen sich in mancherlei Zusammenhängen bedeutende Leistungen verknüpfen. Nimmt man einen Schuß Phantasie zu Hilfe, dann lassen sich aus den trockenen Seiten des dickleibigen Adreßbuches launige Spiele des Zufalls konstruieren. Hm mit der Politik und ihrem größten deutschen Meister zu beginnen: Bismarck gibt als Beruf Bauarbeiter an. Ein Wiederaufbauarbeiter von seinem Format täte uns heute bitter not. Julius Caesar ist Dr. jur. und Ober-Regierungsrat. Pompejus arbeitet als Monteur, wohl an einem Patent für Dauer-Triumvirate. Von den Trägern königlicher Ramen will C y - ruß als Fahrstuhlführer auch heute noch hoch hinaus. Darius hat sich den demokratischen Prinzipien der Neuzeit als Kellner angepaßt. P i p i n ist wohl nur dem gleichlautenden Anfangsbuchstaben zuliebe Postschaffner geworden. Der Kaufmann Midas wird es mit dem Gold- verwandeln bei der gegenwärtigen Geldknappheit nicht so leicht haben wie sein sogenannter Ahne. Von Hannibal leben zwei Witwen im Norden der Stadt. Auch eine Lady Hamilton wohnt als Witwe in Neukölln. Metternich betreibt eine Seifenhandlung. Wran - g e l findet man als Polizeibeamten a. D. wieder. Sein Derussgenosse Ziethen sorgt als Schmied für fachmännischen Hufbeschlag. Wallenstein versucht als Chemiker „des Schicksals Sterne" zu analysieren. Gestalten der Mythologie, der Heldensage, aus bedeutenden Dichtungen und biblische Namen finden sich sehr zahlreich vor. Zeus, Willy mit Vornamen, könnte heute als Reserve-Lokomotiv- führer seine geliebte Europa weit rascher in Sicherheit bringen. Den Gott Hermes haben seine Berliner Erfahrungen auf seinem Spezialgebiet des Verkehrswesens Friedhofsinspizient werden lassen. Atlas (hieß er Hugo?), Welt- rekordmann im Schwergewichtsheben, macht in Lombardgeschäften. Phönix liest als Studienrat über „Regeneration der Asche". Amor ist als Rentiere dem „Zug nach dem Westen" gefolgt. Hm eine mehr pazifistische Denkungsart bemüht sich Mars als Milchhändler. Der Zauberer K l i n g s o r liefert als Tischler Gestaltungen seiner Kunst. Faust huldigt diesem Metier als Elektromonteur mit den Errungenschaften moderner Magie. Der Lebensstandard des armen Hiob scheint sich noch nicht wesentlich gebessert zu haben: Gemeindearbeiter. H a b a k u k hat als Postschaffner Gelegenheit, seine Weissagungen unter die Leute . zu bringen. Mit den Restbeständen seines Zoo in der Arche hat Noa eine Pserdehandlung eingerichtet. Kain wurde Parkwärter, weil man ihm nach seinem k. o.-Sieg über seinen Bruder Abel, der als Tennistrainer in Steglitz wohnt, eine besondere Handfestigkeit zutraute. Josua, Der die Israeliten nach Palästina führte, und merkwürdigerweise auch Kolumbus, müssen auf ihren Fahrten die Musik als angenehme Reisebegleiterin schätzen gelernt haben, denn sie sind beide Klavierbauer. Vielleicht stellen sie sich noch auf das bequemere Radio um. An Dichternamen ist kein Mangel. Goethe, der Olympier, — ihr mögt es glauben oder nicht — hilft sich mit einer Wasch- und Plättanstalt weiter. Horaz ist als Handlungsgehilfe noch bescheidener. Wenn Friedrich Schiller Kanzlei- angestellter ist, dann wohl in der Sektion für Dichtkunst bei der Akademie der Wissenschaften. Theodor Körner hat Leier und Schwert an den Nagel gehängt, da er als Bademeister und Mas- 1 feur anders zu tun hat. Wilhelm Hauff hat eine ©teile als Hausdiener, vermutlich bei „Lichtenstein". Hebbel nennt sich Bühnenarbeiter, nicht Dramatiker. Mörike hat als Geheimer Kanzleisekretär Anstellung bei „Mozart auf der Reise nach Prag" gesunden. Eichendorfs (was aus einem „Taugenichts" alles werden kann!) hat es zum Goldschmiedemeister gebracht. Kleist liefert als Eisenwarenhändler das technische Material für die „Hermannsschlacht". Hinter Sch le ge l lieft man: Bügler, wobei sich als Spezialität „Shakespeare auf neu geplättet" denken läßt. Tieck stellt als Heimarbeiter „gestiefelte Äater“ her. Scheffel ist StaNmeister, frei nach seinem Lied: „ ... geb ich dem Roh die Spornen, und reit ins Neckartal '. Her d e r verwahrt in einem Sargmagazin die „Stimmen der Völker in Liedern". Moliere hat es sich wohl kaum träumen lassen, daß er einmal als Oberstleutnant a. D. in Berlin leben würde. Zf f land setzt als Molkereibesiher die Fabrikation von Quark fort. Rückert betreibt als Krankenwärter praktische „Weisheit das Brahamen". Hnklar bleibt, weshalb sich Plate n für Leich en träger entschieden hat. Homer hat bei den vielen Irrfahrten des Odysseus Geschmack an Fuhrhalterei gefunden. Lenau, der ewig Hnruhvolle, reist als Kaufmann. Ernst Moritz Arndt wird als Rentenempfänger sicher nick t auf Lorbeeren gebettet sein. Von Ibsen konnte man nach dem „Baumeister Solneß" die Angabe: Zimmermann erwarten. Ausgerechnet Wedekind muß Küster sein. Oskar Wilde hat seine Orchideenliebhaberei Gärtner werden lassen. Gogol führt als Dierfahrer die „Vertauschten Seelen", sozusagen spirituell, mit sich herum. In den Mußestunden als Bücherrevisor wird K l o p st o ck sich wahrscheinlich auch feinen „Messias" gelegentlich einmal vornehmen. Der Schweizer Dichter L e u t h o l d arbeitet als Stukkateur. Aus seinen Studienreisen zu den „Französischen Lustschlössern" hat Heinrich L a u b e seine Eignung als Kunstglaser entdeckt. Der Revolutionär Beranger stellt sich als Gerichtsassessor auf den Boden der gegebenen juristischen Tatsächlichkeit. Wilhelm Teil übt jetzt den notgedrungen so häufigen Beruf eines Vertreters, vielleicht für Kleintaliberwaffen, aus. Wenn man bedenkt, welche Pahschwierigkeiten Tannhäuser auf seiner Rom-Pilgerfahrt gehabt haben mag, dann wird man es begreiflich finden, daß er sich als Rechtsbeistand niedergelassen hat. Der grimme Hagen nennt sich: Propagandist, zweifellos für Mannentreue. Frau Holle verwendet ihre Kraft nicht mehr zum Bettausschütteln, sondern stellt sich als Masseurin in den Dienst der schlanken Linie. Die Damen Salome und Demeter führen ein bescheidenes Witwendasein in Berlin. Die Ausbeute an Musikernamen ist weniger reichhaltig. Mit „Fuge" und Recht kann man jedoch behaupten, daß Dach Naturheilkundiger (mit der Macht seiner Töne) ist. Nach einem Blick in feine Kompositionen muß man bei Robert Schumann ohne weiteres zustimmen: Feinmechaniker. Der Reiniger germanischer Mythologie und alter musikalischer Tradition: Richard Wagner, braucht als Desinfektor nicht umzusatteln. Hub Franz Schubert dekoriert als Tafeldecker ä la „Forellenquintett". Lor hing dürfte als QJertreter hauptsächlich Waffenschmied- erzeugnisse führen. Durch feine Heirat mit „Martha" ist Flotow Fabrikdirektor geworden. Caruso lebt als Musiker im Berliner Norden. Unter den Philosophen sind Plato undK ant zu etwas seltsamen Konsequenzen gekommen. Plato erschwingt feinen Lebensunterhalt im Handumdrehen als Drehorgelspieler, während Kant — als aus a priori kritisch reiner Vernunft — Nachtportier geworden ist. S o l o n dagegen blieb Rechtsanwalt innerhalb paragra- phierter Bezirke. In dem Kommissionsgeschäft bon Leibniz wird der Vertrieb von „Monaden" ein Spezialartikel sein. Nach mathematisch-physikalischen Prinzipien leitet Pascal eine Tapeziererei. Der Filmregisseur Hegel soll sich mit einer „Phänomenologie des (Kino) Geistes" beschäftigen. Der Maler Schwind läßt seinem Hang zur Romantik als Drechsler freien Flug. Rubens, der Enthüller weiblicher Schönheitsideale, hat Goethe-Bund. Vortragsabend Alfred Neumann. Alfred Neumann — nicht au verwechseln mit Robert Neumann in Wien, dem Dichter der literarischen Parodien und der „Sündflut" — schrieb unter anderem die Romane „Der Teufel", „Rebellen", „Guerra", erhielt den Kleistpreis und wurde hier in Gießen vor einiger Zeit bereits mit dem russischen Schauspiel „Der Patriot" vorgestellt. Neumann las drei Abschnitte aus drei verschie- denen Werken: diese drei — wie schon in der knappen Einführung angebeutef wurde, worin der Autor sich als einen politischen Menschen, nicht aus Parteidoktrin sondern aus Leidenschaft, bekannte — zu- sammengefaßt durch ein gemeinsames Thema: die Krisis des politischen Menschen. Das Thema wurde in drei typischen Fällen abgewandelt: an der Ge- ft alt des Revolutionärs, des Prätendenten, des Attentäters. Den ersten Fall behandelt ein Abschnitt aus dem Roman „Guerra": er schildert den Einzug des italienischen Revolutionärs Guerra, vom Volke um« jubelt, in Livorno. Schon in diesem einleitenden Stück, das verhältnismäßig am leichtesten wirkte, am äußerlichsten, am meisten auf ein repräfentables Bild hin gearbeitet mit mehr Oberfläche als Tiefe, — schon hier war bemerkenswert der Stil Neumanns: sehr fließend und elegant, aber zugleich sehr bestimmt, klar, unverschwommen, mosaikartig und deutlich in einem. Zweiter Fall: der Prätendent. Zwei charakteristische Szenen aus dem Drama „Königsmaske", welche das phantastische und rätselhafte Schicksal des siebzehnten Ludwig von Frankreich, Charles Louis, umkreisen, der hier jeweils einem Vertreter des Bolles und einem Vertreter der Regierung gegenüber« gestellt wird. Beide Szenen machten einen sehr guten Eindruck: man empfand die innere Berechtigung der Kleistpreisoerleihung gerade an diesen Dichter. Hier war wirklich dramatischer Atem, geistige Haltung, scharfe Dialektik — das Ganze wie «ine Oase in der Wüste und Wildnis unserer gegenwärtigen Dramatik. Als entschiedener Höhepunkt zuletzt: ein Kapitel aus einem neuen, noch unvollendeten Roman. Der Roman heißt „Der Held", und dieser Held ist — dritter Fall — der Attentäter, ein ehemaliger Ka- vallerieoffizier, der einen Minister ermorden will und soll. Das Kapitel ist überschrieben mit den Buchstaben „M. S." — die man mit der unheimlichen Bezeichnung Mordstelle auflösen muß — und schildert den Attentäter kurz vor dem geplanten Attentat am Schauplatz M. S., im „Abschnitt", an der Mordstelle eben. Dieses Kapitel ist ausgezeichnet. Es vibriert von Leidenschaft, innerer Erregtheit, Spannung, — und ist dennoch ganz beherrscht, kühl, diszipliniert geschrieben, von großer Klarheit und Schärfe des Stils. Vorzügliche Steigerung und sehr sicher gewählter Ausklang des dreigeteilten Programms. Elliche knappe Schlußworte faßten noch einmal das Gelesene in seinem geistigen Zentrum zusammen. Der Abend war stark besucht: lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden. —y— Kanarienvogel. Don Franziska Herzfeld. Ich will nicht sagen, daß Menschen uninteressant sind. Aber mitunter waren es die Tiere, die ein Geheimnis hat.en, um das wir uns bemühten, oder das wir uns nachdenklich ent- rätsellen. Zum Einzug in meine Wohnung erhielt ich zum Geschenk einen Kanarienvogel. Es war ein besonders schönes Exemplar, von reinstem Gelb, mit großen schwarzen Augen und zierlichen Kopf- bewegungen. Seine Schönheit war so groß, daß später (auf dem dramatischen Höhepunkt dieser Geschichte) ein sachverständiger Vogelhändler erklärte, eine solche Schönheit könne kein Männchen und folglich auch kein Sänger fein. Aber er war dem Schenker, einem Philosophen, als Sänger und Männchen verkauft. Hnd als er gebracht wurde, in einem orientalisch „güldenen" Dauer von glänzender Märchenpracht, da standen, wir, ich und der Schenker, vor den Stäben des Käfigs, um seinen Gesang zu vernehmen. Der blieb aus — Wir drehten das Grammophon an, ihn zu ermuntern, und liehen Jazzmusik ertönen. Aber er geriet in förmliche Verzückung der Wut. Sein schönes Köpfchen flog hin und her. Der Gesang blieb aus. Wir spielten Mozart. Sein Leib verzerrte sich und verwandelte sich in alle erdenklichen Raubtiere. Bald einer Schlange, bald einem Tiger gleich, sprang er zuletzt in feinen Badenapf und spritzte von da ganze Kaskaden auf die pastell- farbene Tapete. Aber der Gesang blieb aus. — Als die Musik schwieg, schwieg er weiter und schwieg in Zukunft. Schön fein und Schmutz verursachen waren feine Funktionen. Als meine Aufwartefrau, eine sparsame Person, feinen Preis erfuhr, hüllte sie üm in ein schwarzes. Tuch und ging mit ihm und mir zum Vogelhändler. Dort forderte sie Gesang oder Rückgabe des Geldes. Jedoch und natürlich vergebens. Ein vielbeschäftigter Rechtsanwalt schrieb alsdann einen langen und drohenden Dries an den Vogelhändler. Jedoch und natürllch vergebens. Das Schweigen, das, wie wir sahen, bei dieser Tierart ein weibliches Zeichen ist, veranlaßte die Reinmachefrau, den Wasserspritzer nicht mehr im Hause zu dulden. Ich schenkte ihn also meiner siebenjährigen Freundin Dorle, einer eifrigen Tierliebhaberin. Da hing er in feinem festlichen Käsig im Kinderzimmer, weiter und konsequent beschäftigt mit schön fein und Schmutz verursachen. Eines Tages, nach einem halben Jahr, erhielt Dorle einen zweiten Kanarienvogel: grünlich und weiß gefleckt, von weit geringerer Schönheit. Der saß in einem kleinen Dlechbauer und fang und trällerte, daß es eine Lust war. Er tat dies mit so ostentativer Kraft, daß die kleine Herrin von dem Gesang bezaubert, den schönen Schweiger oben aus dem kostbaren Käsig nahm und ihn nach unten in den kleinen Blechkasten versetzte. Der fleißige Sänger wohnte oben in dem goldenen Haus. Der andere aber... da sah er nun, mein schöner Sohn, den ich ausgesetzt hatte, unten wie der Portier in einem Herrschaftshaus und horchte verdutzt auf die rauschende Musik, die aus den Prachträumen zu ihm drang. Als ich nach einigen Tagen meine kleine Freundin wieder aufsuchte, sprang diese mit erregt entgegen, mein Vogel sänge: keine einfachen Triller wie der neue, sondern ganze Melodien, und immerzu. Ich bekam ordentlich Herzklopfen. Hnd wirklich, er fang und schmetterte aus voller Kehle. Nun, hätte ich gewünscht, wäre es gerecht gewesen, ihn wieder in das goldene Dauer zurückzuversehen. Aber der gerechten Stimme wurde kein Ohr geliehen. Er hatte zu lange geschwiegen. Dorle behauptete, er müsse heraus aus der Stube, sonst verlöre der neue die Luft, weiterzufingen. So kam er in die Küche und fang die wunderbarsten Lieder vor den Kochtöpfen und der Köchin. Am Abend erreichte er eine solche Kunst- höhe, daß die ganze Familie um ihn herumstand, in hellstem Entzücken. Wer weiß, was sein Geheimnis gewesen ist. Sachverständige versichern, manche Vögel, die lange geschwiegen hätten, fingen plötzlich an zu fingen, wenn sie sich gekränkt fühlen — aus Trauer. Am nächsten Morgen fand ihn die Köchin in feinem kleinen Dlechkasten. Er lag am Doden wie ein kleines Stück Seidenpapier — tot — ohne Wunden und ohne das Symptom einer Erkrankung. Diese siebenjährige Dorle, die Tochter eines strengen, kommerziellen Papas und einer gefühlvollen Mama, kaufte sich zum Trost einen kleinen Fisch. Dald darauf sand sie ihn tot im Dassin und grub ihm ein Grab im ©arten, setzte ein Kreuz darauf mit der Inschrift: „Hier ruht mein lieber Fisch." Zwei Tage später wurde das väterliche Dlut in ihr wach. Ohne sich irgendwie zu beraten (man erfuhr es nur hinten herum) grub sie den Fisch aus, trug ihn zum Fischhändler und machte dort eine fürchterliche Szene mit Scha- densersahansprüchen. Man mußte sie sanft und unverrichteter Dinge vor die Tür sehen. Es war ein sonniger Sommertag, und sie stellte den Fisch auf den Balkon, noch unschlüssig, was würde. Aber das Schicksal kam ihr zuvor. Einen Heinen Drahthaarterrier, Fips, reizte der Hautgout des ausgegrabenen Fisches bis zur Leidenschaft. Der kategorische Imperativ und die Prügel, die ihn erwarteten, ließen ihn jedoch nicht zum Entschluß kommen. Indessen war er firm in der Psychologie, und so war ihm meine unkantische Gutmütigkeit nur zu bekannt. Dorle verschwqnd für einen Augenblick: da kam er an mich heran, warf mit einen großen und heißen Blick zu: „Du schweigst, auf dich verlasse ich mich", und fraß den Fisch. Als Dorle wieder hereinkam, saß er neben mir, als wäre nichts geschehen, nur mit einem kleinen flehenden und dankbaren Streicheln seiner Pfötchen an meinem Kleid. Ich sagte nichts, und seither Tann ich von ihm haben, was ich will: ich glaube, daß er sein Leben für mich lassen würde. Das Fehlen des Fisches wurde erst am Abend entdeckt, und das ersparte ein zweites Begräbnis. sich in seinem Konfektionsgeschäft auf »stoffliche" Formulierungen umgeftellt. Bei Rodin kann sich die Bezeichnung. Studienrat nur auf seine Aktstudien beziehen. Der Pfarrer Kneipp hat seinem Raturheilverfahren ein Institut für Gas-, Wasser- und Heizungsanlagen angeschlossen. Als Konditor macht Knigge den „Umgang mit Menschen" schmackhafter. Wenr Dollarkönig: söhne Warenhausangestellte werden, weshalb sollte es da Rockefeller nicht auch r: mal als Kutscher versuchen. Der Schirnmelreit.'r Storm allerdings hat sich gleich zum Autobesihe. modernisiert. Die Lust, Märchen zu fabulieren, war sicher der Grund, weshalb Andersen auf eine Zierfischzüchterei und Fabrik heizbarer Aquarien verfiel. Rinaldini ist den böhmischen Wäldern entflohen und steht jetzt friedlich an der Drehbank. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß nicht weniger als acht Virgils, von denen keiner Dichter ist, und zwei Trojaner im Berliner Adreßbuch zu finden sind. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Januar 1930. Parlament und ^ungdeutscher Orden. Der Iungdeutsche Orden veranstaltete am Freitagabend im Caf6 Leib einen außerordentlich gut besuchten Vortragsabend. Rach einer kurzen Einleitung durch Studienrat W. Schmidt sprach Dr. Reinhard Höhn, Jena, über „Parlament und Iungdeutscher Orden". Der Redner erklärte u. a„ daß das Problem der Jetztzeit die Organisierung unseres Staatsbürgertums sei. Cs sei der Wunsch und Wille weiter Kreise unseres Volles, durch neue Formen des politischen und wirtschaftlichen Lebens eine Besserung der Verhältnisse herbeizuführen. Dazu sei die Loslösung von der Betonung des einzelnen und der Siebergang zur Volksgemeinschaft notwendig. Allerdings sei es erforderlich, Formen zu finden, die dem Morgen angepaßt seien. Die Diktatur sei unbedingt abzulehnen. Die Geschichte habe gezeigt, daß die Gemeinschaftsform das richtige sei. Die Mängel des im Jahre 1918 geschaffenen neuen Systems seien seither genügend hervorgetreten. Der Jung- deutsche Orden erkenne das Parlament als solches an. Der ursprüngliche Gedanke des Bürgertums, sich selbst zu vertreten, sei gut gewesen, solange eine Grundlage bestand, sich über die politischen Fragen zu einigen. Heute sei das Parlament nicht mehr der Ort, wo sich die Abgeordneten überzeugen liehen, wo das Gesamtinteresse der Ration über den Interessen des einzelnen Menschen und der einzelnen Berufsgruppen stünde. Der Abgeordnete sei an diejenige Gruppe gebunden, die er zu vertreten habe, er vertrete nicht mehr die Allgemeinheit. Das Parlament sei zum Spielball widerstrebender Strafte geworden. wobei die Majorisierung eine besondere Rolle spiele. Wo Kompromisse geschlossen würden, geschehe dies nur, um Zeit zu gewinnen, die politische Macht zu vergrößern. Das Parlament sei heute der Ausdruck des Gegeneinanderstehens der einzelnen Berufsgruppen, es sei keine politische Vertretung, sondern ein Wirtschaftsparlament. Der Redner stellte die Frage: „Haben wir nur Wirtschaftsgruppen, oder haben wir auch Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit, gegenüber der Ration?" Er fordert einen Staat, der frei ist von wirtschaftlicher Beeinflussung. Hierzu sei eine Umorganisation des Denkens notwendig. Der Weltkrieg habe vielen klar gemacht, daß es noch etwas anderes gibt, als das Interesse des einzelnen Menschen und des einzelnen Berufsstandes, nämlich die Volksgemeinschaft. Der Redner erläuterte dann in längeren Ausführungen die Gründung des Iungdeutschen Ordens, sein Ziel und seine Entwicklung, dabei auch auf die Schwierigkeiten und Erfolge hinweisend. Weiter besprach er die 9er Traum vom Glück. Vornan von E Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 22 Fortsetzung. Na..-druck verboten. „Oh. meine teure Frau von Rechten, ich weiß — ich weiß! Es ist auch gar nicht Sabines Geburt, auf die ich anspiele — gewiß nicht. In dieser Hinsicht habe ich wahrhaftig keine Einwendungen zu machen, nur hat sie — unglücklicherweise — kein Vermögen. Aber — wie ich Ihnen schon gestern sagte — ich würde deshacb nicht gegen die Verbindung unserer Kinder sein, wenn mein Mann leinen Einspruch erhebt und —" „Der Einspruch lonunt in diesem Augenblick von feiten meiner Tochter!" unterbrach die Intrigantin hier die Rede der Schloßherrin in etwas herausforderndem Ton. „Sabine weigert sich, Ihren Herrn Sohn zu heiraten." „Aber Sie versicherten mir doch gestern abend, daß sie ihre Meinung noch ändern würde!?" „Ich hosse es, da ich fest davon überzeugt bin, daß meine Tochter Ihren Herrn Sohn leiben- schaftiich liebt; aber sie hat einen harten Kopf und dazu ein so übertriebenes Zartgefühl, daß sie sich nicht entschließen kann, ihrerseits auch nur einen Finger zu rühren, um den getanen Schritt rückgängig zu machen." „Oh, das kann sie auch nicht. Eine solche Handlungsweise könnte ich nur unweiblich nennen!" „Das ist auch meine Ansicht! Aber ich bin überzeugt, wenn Ihr Herr Sohn sie abermals bittet, die Seine zu werden, wird sie nicht länger mit ihrem Jawort zögern. Ihr liebendes Herz wird dann gewiß nicht länger widerstehen können." „Das will ich auch annehmcn; ebenso wie ich überzeugt bin, daß Kurt seinen Antrag wiederholen wird, denn ich kenne ihn in seinem beharrlichen Sinn besser als jeder andere." ..Er hat aber nur noch diesen Abend Gelegenheit, seine Beharrlichkeit zu zeigen." Die Dame sprach sehr langsam und mit schwerer Betonung. „Wie Sie wissen, werden wir morgen früh abreisen." „Rur noch diesen Abend!" wiederholte Frau von Wildhofen lachend. „Meine Beste, wie können Sie das sagen! Sie sind beide jung und haben noch ihr ganzes Leben vor sich." Wie hätte ihr Frau von Rechten erklären können, daß, wenn Kurt feinen Antrag nicht wiederholte, bevor Sabine Wildhofen verließ, er wahrscheinlich Dinge erfahren würde, die eine abermalige Anfrage seinerseits für immer unmöglich machen würden. Als Entgegnung aus Frau von Wildhofens Worte verschanzte sie sich wiederum hinter allerlei Redensarten. Grundbegriffe der Volksgemeinschaft, sowie das ■oiel zur Erringung des wirklichen Volksstaates. Selbstverständlich sollten auch hier die Interessen der einzelnen Berufsstände vertreten werden, aber über diesen Interessen müsse die Ration stehen. Es gelte das ganze Staatsbürgertum auf- zu rufen, das auch die Pflicht habe, Opfer zu bringen, für die Ration. Der Redner erläuterte sodann den Sinn der geplanten v o l k s n a t i o - n a l e n Reichsvereinigung. Der Jung- deutsche Orden sei der technische Hilfsdienst dieser neuen Staatsbürgerbewegung, welche den Weg der Partei gehen müsse, allerdings in anderer Form. Der Weg zur Macht könne nur von unten organisiert werden. Der Redner besprach sodann die grundlegenden Momente der geplanten Reichsvereinigung, insbesondere Organisation, Finanzierung usw. Hinsichtlich der zur Zeit bestehenden Parteien vertrat der Redner die Auffassung, daß sich bei diesen nach Gründung der volksnationalen Reichsvereinigung auch allmählich der Gemeinschaftsgeist durchsetze. Der Redner besprach dann noch kurz den jungdeutschen Staatsvorschlag, welcher die Grundgedanken der neuen Zeit enthalte. Der Staat müsse auf Gemeinschaft aufgebaut sein, damit er innerlich stark werde. Der Gedanke des w i r k l i'ch e n Volks- st a a t e s sei die Re -oluiion des 20. Jahrhunderts. Es müsse wieder die Zeit kommen, wo der eine dem anderen mit Vertrauen entgegenkomme. Im Anschluß an den Vortrag fand eine Besprechung der Ausführungen des Redners statt. Es wurde dabei die Frage der Aufnahme weiterer Auslandkredite, sowie die Stellung des Jung- deutschen Ordens zur Iudenfrage, wie zur Flaggenfrage aufgeworfen, desgleichen die Frage der Versorgung der Kriegsbeschädigten usw. Die einzelnen Fragen wurden sodann von dem Referenten beantwortet. Berufsweittampf für kaufmännische Lehrlinge und Handelsschüler. Der Iugendbund im Gewerkschaftsbund der Angestellten (G. d. A.) veranstaltete am Sonntagvorniittag im ganzen Deutschen Reich einen Derufswettkarnpf der Ange- stelltenjugend, an dem kaufmännische Lehrlinge und Handelsschüler beiderlei Geschlechts im Alter von 16 bis 20 Jahren teilnahmen. In Gießen wurde dieser Wettkampf im Physiksaal der Goetheschule durchgeführt, und zwar beteiligten sich hier 48 junge Leute (17 Damen und 31 Herren) daran. Rach einer kurzen Einleitung des Vorsitzenden des hiesigen vorbereitenden Ausschusses, Herrii Vogt, begrüßte der Vorsitzende der Ortsgruppe Gießen des Deutschen GewerkschaftZbundes, Herr Zecher, die Ehrengäste, sowie die Teilnehmer am Wettkampf. Er wies darauf hin, daß Tausende und Abertausende gleichalterige Berufskollegen und Handelsschüler zur selben Zeit unter gleichen Bedingungen die gleichen Aufgaben lösen, wodurch die Veranstaltung erst die richtige Bedeutung erhalte. Der Berufswettkampf sei auf dem besten Wege, volkstümlich zu werden; das beweise, daß auch in unserem Zeitalter der Schematisierung aller Arbeitsgebiete immer noch der Geist des Menschen ausschlaggebend fei. Die Jugend, die an den Gegenwartsaufgaben Mitarbeiten wolle, müsse sich davon überzeugen, daß es auch heute in unserer gebundenen Wirtschaft für den Tüchtigen Aufstiegsmöglichkeiten gäbe. Aber hierzu sei weitgehende Schulung notwendig, auch müsse Gelegenheit geboten werden, die Kräfte zu messen. Diese Gelegenheit biete der Reichsberufswettkampf der Angestelltenjugend. Tüchtigkeit sei die Grundlage für den Erfolg. Mit diesem Werkzeug nütze die Jugend nicht nur sich selbst, sondern ringe für die Zukunft des Vaterlandes. Hierauf fand die Verlegung der Ausgaben nach fünf verschiedenen Gruppen (Rechtsanwalts- und Rotariatsangestellte, Dehördenangestellte, Schüler, kaufmännische Lehrlinge und sonstige Ange- Junge Leute wären oft unberechenbar, hätten überspannte Ideen und sentimentale Ansichten; die bloße Erwähnung von „Geld" sei oft schon hinreichend, um ein junges, zartfühlendes Mädchenherz erkalten zu lassen und mit Mißtrauen zu erfüllen. Ihre Tochter hätte ja keine Ahnung davon gehabt, daß ihr Verehrer ein so reicher Erbe sei. Wäre ihr das bekannt gewesen, so hätte sie nie, niemals eingewilligt, nach Wildhofen zu kommen. Sie selbst, als Mutter, hätte auch erst durch ihr Hiersein von seinen glänzenden Verhältnissen Kenntnis erhalten. Frau von Wildhofen nahm diese Reden größtenteils für bare Münze; denn sie und ihr Gatte schenkten Frau von Rechten ihr vollstes Vertrauen. In einer Beziehung wurde aber doch ihr Argwohn erregt. Sie konnten es trotz ihrer Harmlosigkeit nicht für möglich halten, daß zwei Damen, die in den höheren Gesellschaftskreisen der Residenz so heimisch waren, völlig unwissend darüber geblieben sein sollten, daß ihr Sohn und Erbe eine besonders begehrte Persönlichkeit auf dem Heiratsmarkt war. Doch ihr Gast ließ ihr nicht Zeit, länger diesem Eindruck nachzugehen, sondern wußte sie in geschickter Weise durch allerlei Andeutungen über andere, sehr vorteilhafte Heiratsaussichten der lieben Sabine abzulenken. Das Mittagsmahl verlief heute in recht gedrückter Stimmung. Die einzige, die froh und glücklich zu sein schien, war Doris Horter. Besaß sie doch eine geheime Quelle der Freude, die allen anderen verborgen war. Erst am späten Rachmittag vereinigte man sich wieder am Kaffeetisch; dieser war im großen Speisezimmer gedeckt worden, da man hoffte, die Herren würden zeitig genug von der Jagd heimlehren, um den Kaffee mit den Damen einzunehmen. Indessen ließ sich noch kein Anzeichen ihrer Rückkehr wahrnehmen, obgleich es draußen schon stark zu dunkeln begann, und die vier Damen saßen schon geraume Zeit beisammen und harrten vergeblich der Vergrößerung der Tafelrunde. Die Sinterhaltung bewegte sich in schleppendem Gang mühselig weiter. Der Kaffee war bereits eingenommen, und der Diener erhielt den Auftrag, frischen Kaffee nebst Gebäck für die Herren bereithalten zu lassen. »Ich kann es mir gar nicht erklären, was sie solange zurückhalten mag!" hatte Frau von Wildhofen bereits wiederholt gesagt und damit eine gewisse Unruhe bekundet. „Mein Mann läßt die Jagd doch sonst immer abbrechen, sobald die Dämmerung beginnt, und heute, bei diesem düsteren, nebligen Wetter hatte ich die Herren besonders zeitig zurückerwartet" „Vielleicht haben sie einen sehr langen Rückweg zu machen I" warf Frau von Rechten beruhigend ein. stellte) statt. Der Wettkampf dauerte etwa zwei Stunden. Während dieser Zeit waren Schreib- und Rechenarbeiten zu lösen, welche die Teilnehmer an dem Wettkampf ihrem künftigen Berufe näherbringen sollen. Für die besten Leistungen sind wertvolle Preise ausgesetzt. Die Aufgaben wurden von den Wettkampfteilnehmern mit besonderem Eifer gelöst. Das Resultat des Wettkampfs wird erst später bekanntgegeben. Musikalischer Volkskunstabend. Der große Hörsaal der Universität war voll beseht, als Prof. K. S ch m i d t (Friedberg) feinen kurzen Vortrag über „Marsch und Tanz" begann. Seine Ausführungen bezweckten, einen gedrängten Sleberblid über die Entwicklungsgeschichte beider Formen zu geben. Beide, Tanz und Marsch, sind so alt als die Menschheit, und sie entspringen dem natürlichen Trieb des Menschen, zu irgendeinem Rhythmus gewisse Körperbewegungen auszuführen. Sie lassen sich von Arbeitsgesängen herleiten, die durch ihre rhythmische Gleichmäßigkeit eine körperliche Arbeit des Men» schen erleichtern sollen. Es gibt solcher Arbeitsgesänge eine große Menge (man denke etwa an das „Ei uj ufern" der Wolgabarkenschlepper), die Bücher in seinem Buch „Arbeit und Rhythmus" gesammelt und besprochen hat. Daß sich aus solchen Arbeitsliedern nach und nach Tänze und auch Märsche entwickeln können, ist verständlich. Zunächst bleibt jedoch der Rhythmus das Primäre und erst in zweiter Linie kommt die Melodie. Der Rhythmus bestimmt die Art des Tanzes, die Melodie ist eine Art Verbrämung. Der Vortragende wies noch auf die große Menge verschiedenster Tanzarten der verschiedenen Jahrhunderte hin und streifte dabei auch die Formen altgriechischer und römischer Tanzkunst. Während bei den Griechen der Tanz eine körperliche Ausbildung war, übten die Römer ihn nicht selbst aus, sondern ergötzten sich an den Darbietungen von Tänzern und Tänzerinnen. Die Tänze des Mittelcüters wurden ebenfalls kurz erläutert und dann noch dem Walzer des 19. Jahrhunderts ein Wort gewidmet. Im Anschluß an diese Ausführungen spielten Prof. Schmidt und Frau ClfriedeFischer (Gießen) zunächst drei Militärmärsche vierhändig. Dann folgten drei der schönsten Walzer des Meisters 2oh. Strauß, und zwar die „G'schichten aus dem Wiener Wald". „Kaiserwalzer" und der unvergängliche „An der schönen blauen Donau". Alles sehr sicher und exakt. Dann folgten noch der bekannte „Militärmarsch" und ein „Charakteristischer Marsch" von Schubert, in denen sich jroh aller straffen Rhythmik doch immer wieder der Melodiker Schubert offenbart Zwei geschickt ausgewählte ungarische Tänze von Ioh. Brahms und der klangselige Walzer aus Rich. Strauß' Oper „Der Rosenkavaliev' machten den Beschluß. Beiden Ausführenden kann man für die Lösung ihrer keineswegs leichten Aufgaben volle Anerkennung zollen. Prof. Schmidt verwaltete die Baßlage mit scharfer Rhythmisierung und Frau Elfriede Fischer wußte den Klängen der Straußschen Walzer und besonders des „Rosen- kavalier-Walzers'^ Schwung und Charme zu verleihen. Daß die kurzen Einleitungsworte Prof. Schmidts eine gute Vorbereitung auf den musikalischen Teil des Abends darstellten, darf nicht unerwähnt bleiben. Die Zuhörer zeigten sich sehr dankbar und spendeten reichen, ehrlich gemeinten Beifall, b. * •* Frauengruppe der Deutschen Volkspartei. Man berichtet uns: 2n der Frauengruppe der Deutschen Volkspartei hielt Geschäftsführer Dr. Weiher einen Vortrag über die soziale Gesetzgebung. Einleitend gab der Redner eine Schilderung der geschichtlichen Entwicklung der deutschen Sozialpolitik und stellte sie in Gegensatz zu der sozialen Gesetzgebung in andern Ländern. 2m weiteren Verlauf des Vor- „Rein, wie ich hörte, sind sie auch heute nicht viel weiter gegangen als bis zum Meierhof, wo sie gestern mit 2hnen gefrühstückt haben. Pst! Was ist das?" Alle hielten den Atem an und lauschten aufmerksam. Man horte das Geräusch schneller Schritte auf dem gepflasterten Boden des Schloßhofes. 2eht kam es näher und näher. „Wer mag das fein?“ murmelte Doris halblaut; doch im nächsten Augenblick fuhren alle erschrocken zusammen, da sich ein lautes Klopfen und zugleich ein Läuten am Hauptportal vernehmen ließ. „Das hat etwas Böses zu bedeuten!" rief Frau von Wildhoscn, aufspringend, m'.t bleichem Gesicht, aus. „Geh', und sieh, was es ist!" sagte sie zu Doris, während sie die Hand auf ihr klopfendes Herz drückte. Doris eilte durch die Vorhalle, um die Haustür zu öffnen; doch zu ihrer Verwunderung fand sie diese unverschlossen, so daß es ihr wie ein Blitz durch den Kopf schoß, es müsse ein Fremder draußen stehen. Jeder der Herren hätte ohne weiteres geöffnet und wäre eingetreten. Trotzdem drückte sie ohne Zögern auf die Klinke, und als die Tür aufsprang, sah sie einen jungen Dauernburschen im Arbeitsanzug, ganz atemlos vom schnellen Laufen, im grellen Lampenschein auf der Schwelle stehen. „Kommen Sie herein!" rief Frau von Wild- hofen, die mit den anderen Damen bereits hinter Doris stand, mit zitternder Stimme. „Kommen Sie schnell herein! Was ist geschehen?" Die Mütze verlegen zwischen den Händen drehend, stolperte der anscheinend sehr ermüdete, junge Mann herein und begann sofort: „Madame, ich soll 2hnen sagen: Sie sollen sich nicht wundem, daß die 2agdherren noch nicht heimgekommen sind; aber — es ist ein Unglück geschehen!" Ein lähmendes Entsetzen befiel die zitternd lauschenden Frauen. „Wer ist es?" stammelte Frau von Wildhofen, die sich, von Doris gestützt, aufrechtzuhalten suchte. „Wer ist verunglückt? Reden Sie! So reden Sie doch!" „Sie bringen ihn schon die Allee herauf!" fuhr der Bursche fort. „Wer ist es?" kam es jetzt fast kreischend von Frau von Wildhosens Lippen. Bevor der Bote antworten konnte, drang ein herzzerreißender Klagelaut durch die weite Halle, und mit den abgebrochen hervorgestohenen Worten: „2ch weiß — ich weiß — eS ist Kurt — er ist - tot — ich weiß eS!" sank Sabine wie leblos aus den Parkettfußboden nieder. * Einige Augenblicke später betrat eine seltsame Gruppe die erleuchtete Schloßhalle. Doris konnte trags beschäftigte er sich vor allem mit der Kranken- und Arbeitslosenversicherung, sowie mit den Fragen der allgemeinen Wohlfahrtspflege. Gestützt auf ein reichhaltiges Zahlenmaterial wies er auf die verschiedensten Auswüchse in der Kranken- und Arbeitslosenversicherung hin und betonte, daß das Bürgertum sich viel mehr mit den Fragen dieser Versicherungen beschäftigen müsse. Er geißelte scharf die Verhältnisse in der allgemeinen Wohlfahrtspflege, die es möglich machen, daß heute z. B. in Frankfurt a. M. ein verheirateter Sinterstützungsempfänger mit zwei Kindern mehr Slnterstühung vorn Wohl- ! fahrtsami erhalte, wie er als vollbeschäftigter Arbeiter in der 2ndustrie verdiene. Demgegenüber wies er auf die Forderungen der Deutschen Volkspartei hin, die derartige Slcbertreibungen der Wohlfahrt bekämpfe. An die interessanten * Ausführungen, die beifällig aufgenommen tour- ; den, schloß sich eine Aussprache an, in der der" Referent noch auf manche Frage Auskunft geben konnte. Zum Schluß erfreute Frau Schudt die Anwesenden noch durch einige schöne Lieder, zu denen Frl. 03e 1 le die Begleitung übernommen hatte. ** Zwei interessante Sommerreifen im Film konnte man am vergangenen Sonntag, vormittags, bei einer Sondervorführung im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, mitmachen. Es handelte sich um die Vorführung zweier Reifefilme der Hamburg-Amerika-Linie, deren einer eine Sommerfahrt mit dem Hapagdampfer „Dceana" und damit verbundene Ausflüge an Land schilderte, während der zweite Film eine Reise mit dem Hapagdampfer „Resolute" darstellte. Die „Oceana"-Reise ging von Venedig durch die Adria nach Ragusa, von hier nach Griechenland, Konstantinopel, Kleinasien mit Landfahrten nach Damaskus und Jerusalem, dann mit dem Dampfer weiter nach Aegypten und schließlich von Nordafrika aus zurück nach Neapel. Die Reise mit der „Resolute" führte nach dem Norden über Bergen. Trontheim, Spitzbergen bis zum Nordkap und dem Beginn des ewigen Eises. Beide Reifen im Film offenbarten, daß man mit diesen Reifemitteln erlebnisreiche und schöne Wochen sich bereiten kann, wenn man nur das nötige — Geld hat. Hoffen wir, daß uns allen dieser wichtige Faktor im Laufe dieses Jahres befchieden fein möge, dann foll's an Reifeeifer wirklich nicht fehlen.' Oderheffen. Stillegung her Grube „Friedrich". WSR. Hungen. 27. Jan. Die Still«- legungsverhandlungen wegen der Schließung der Grube „Friedrich" fanden in Trais-Horloff unter dem Vorsitz von Ministerialrat Dr. Pennrich (Darmstadt) statt. Das Kreisamt Gießen war durch Regierungsrat Dr. Braun und die Hesrag durch Generaldirektor Ministerialrat Dr. Windisch vertreten. Dr. W i n d i s ch legte die Gründe der Stilllegung dar. Er schilderte die Verluste der Gewerkschaft „Friedrich" im 2ahre 1929, die 1,5 Mill. Mk. betrügen. Das Werk in Trais-Horloff erklärte er als keineswegs rentabel. Es ist geplant, die beiden Schwelwerke zusammenzulegen. Wölfersheim soll neu aufgebaut und mit 14 Schwelöfen ausgestattet. Trais-Horloff dagegen soll abgebrochen werden. Die Sleberfiebe» lung nach Wölfersheim soll bald in Angriff genommen werden. Zu einer Protest Versammlung gegen die Stillegung des Schwelwerkes gestaltete sich anschließend eine Vers ammlung der Belegschaft. Die Versammlung lehnte in einer Entschließung die Stillegungsabsichten ab. Durch die Stillegung des Werkes werden 400 Personen arbeitslos. Landkreis Gießen. is. Steinbach, 23. 2an. Dieser Tage fand die erste Sitzung des neugewählten Gemeinderates statt, in der Bürgermeister Krämer zunächst den ausscheidenden Gemeinde- sich später, trotz der unleugbaren Tragik des Augenblicks, nicht ohne- ein Lächeln daran erinnern. Onkel Georg und Herr Bertram senior führten. oder richtiger gesagt: schleppten Die an allen Gliedern zitternde Gestalt des jungen Bertram herein. Bei seinem Anblick glaubten die drei vor Angst fast sinnlosen Damen — Sabine hatte man in der Eile auf einen niedrigen Diwan gelegt — nicht anders, als daß dieser vom Kopf bis zu den Füßen bebende junge Mann das Opfer eines unglücklichen Zufalls geworden sei. Aber nein, jetzt sahen sie, daß Herr Albert völlig unversehrt war, und doch konnte man sich kaum eine mitleiderregendere Gestalt denken. Die Zähne schlugen ihm hörbar aufeinander, seine Knie schlotterten und zwischen seinen farblosen Lippen drang der Atem stoßweise hervor. Aschfahl int Gesicht, schluchzte er konvulsivisch und stammelte händeringend in abgebrochenen Sähen: „O Gott! O Gott! — Was wird man mit mir anfangen? — Was wird man mit mir tun? — Din ich — ein Mörder? — Oh. retten Sie mich — retten Sie mich!" Die letzten Worte richtete er hilfesuchend an den Rechtsanwalt Hagenau, der dicht hinter den anderen eingetreten war und nur mit Mühe seinen gewöhnlichen Gleichmut zu bewahren schien. „Wenn Sie ein Mann des Gesetzes sind, müssen sie es ja wissen," fuhr Albert Dertram stammelnd fort, „ob sie mich — einsperren — werden! Wird man eine Slntersuchung gegen mich einleiten?" „Das wird ohne Zweifel geschehen!" erwiderte Hagenau in einem wenig tröstlichen Ton. Er konnte es nicht ändern; er empfand eine gewisse Genugtuung beim Anblick des vor Furcht Bebenden, der sich am Morgen so selbstbewußt und hochtrabend gezeigt hatte. 2ch will dich lehren, dich höflicher gegen Damen zu betragen und allem 2agdsport ein für allemal fernzubleiben! dachte Hagenau bei sich selbst. „Aber Herr Rechtsanwalt?" fragte jetzt der kaum weniger zitternde Vater des Geängstigten. „Man wird ihn doch nicht als Mörder zur Verantwortung ziehen, da es nur ein unglücklicher Zufall war?" „Sim Gottes willen, Georg!" rief hier Frau von Wildhofen, bebend vor Angst, dazwischen. „Was ist geschehen? 2ch sehe Kurt nicht unter euch? Wo ist er?“ „Oh, Kurt ist frisch und munter. Er ist mit den Trägern zum Kutscherhause gegangen, wo man den armen Burschen vorläufig unterbringen wird." „Aber wer — wer ist es?" beharrte Kurts Mutter, der ein Stein vom Herzen gefallen war. Frau von Rechten äußerte kein Wort. 2n ihren ruhelosen Augen aber, die sie blitzschnell von einem zum anderen gleiten ließ, flackerte es wie ein unstetes Feuer. (Fortsetzung folgt) 11 °Nt btt » 3. lobte Jyan. eninoteL' ®e' w'V'« herung 6 ! der 5 t>iel mebrunb gen bSL^t pwte die J J5 der '"ksurt^?!K 'S Ä* U"Ä ’»'C±‘e”‘ «Uirfi- >ne Lieder ^iätl *v-S -SL feflpQ und düM derte, währet m Hapagdampser rf? 6,ng von Ufa, von hier nach '"°!>en mit Land- ufQlem, dann mit V und schließlich M>d. Die Reise dem Rvrden über .ms zum Rordlap «les. Beide Reisen 1 m>t diesen Reise, m Wochen sich he. notige - Geld hat. >er wichtige Faktor 'n sein möge, dann fehlen.' n. ,/$riehrid?" - Sie Still- wegen der -Friedrich" dem DoM von CSarmitabt') statt, rch ÄegierungSrat ; durch General« -ndisch vertreten. Gründe der Still« Verluste der Te« ihre 1929, die 1,5 >crl in Trair-Hor« gs rentabel. 66 ist Decke zusarnmenzu« ausgebaut und mit Trais-Horloss da« m. Die Hebersiede« l bald in Angriff tmmlung gegen -les geftaltele lid) lung der De« ,g ichnie in einer ldsichien a'o. Durch oerden 400 Per« iehen. i. Vieler Tage sand gewählten Sr« der Mrgerrneisier heidenden Gemeinde« lgbaren Tragik des Lächeln daran er« ittfram senior W leppten die an allen cs jungen Bertram aubten die drei vor - Sabine Me man m SitMngekgl-- vom SoD W J nn das Opfer eines " sei. Aber nein, r.A tcrucn eine Ä 3Kne r«ne Knie Ä ■» """"e * Der^vnlDird erwiderte leschMt tzr -Mpicmde' ^en« l’ißtf Ich ®tmgen «” jäP*! ' ei «t ««• ratsmitgliedern für ihre verdienstvolle und treue Mitarbeit zum Wohle der Gemeinde dankte und hierauf die neugew. hlten Gemeinderäte in ihr Amt einführte. 3n den Fürsorgeausschuß wurden die seitherigen Mitglieder einst.mmig wieder- gewählt. 3u Kontrolleuren für die Jahre 1930 33 wurden bestimmt die Milglieder Reusch- ling IV., Wilhelm Keßler, Magel und Pitz. bf. Langsdorf, 27. Ian. Dieser Tage fand im hiesigen Gemeindewald die erste diesjährige Holzversteigerung statt. Die Preise waren sehr vier niedriger, als in den vorhergehenden Jahren, auch niedriger als in den Waldungen der Umgebung. Es kosteten das Rrn.: Buchen- scheitholz 12 bis 12,50 Mk„ Buchen- und Hain- buchenknüppel 6 Mk., Kiefernknüppel 5 Ml., Buchen«, Hainbuchen« und Kiefern-Stöcke 3,50 Mark. Tumen, Sport und Spiel. Kreissechler-Tagung in Mainz. Die alljährlich stattfindende Kreisfechter. Tagung des Kreises I X (M ittelrhein- Kreis) wurde diesmal in Mainz durchgeführt. Aus dem Jahresbericht des Kreissech'.warts Ott, Offenbach, war zu ersehen, daß das Turnerfechten im Mittelrheinkreis einen grohen Aufstieg zu verzeichnen hat und daß die Fechtriegen von 48 auf 60 sich vermehrt haben. Der Jahresbericht des Kreisfechtwarts wurde dann von den Berichten der drei Gaugruvpenwarten ergänzt. An Terminen wurden für den Mittelrheinkreis folgende festgesetzt: Dorfechter- und Kampfrichter-Lehrgänge am 16. März in Dingen, am 23. März in Rauheim und am 30. März in Frankfurt: am 25. Mai findet in Saarbrücken ein Wettfechten statt, ebenso beteiligen sich die Fechter am 31. Juli am Kreisturnfest in Hanau. Weiter wurde beschlossen, auch an den Deutschen Meisterschaften, die vom Deutschen Fechterbund durchgeführt werden, sich zu beteiligen. Die Reuwahlen brachten, nachdem der seitherige Kreissechtwart Ott, Offenbach, von seinem Amt zurückgetretcn war, folgendes Ergebnis: Kreisfechtwart: Eisner, Bretzenheim. Kreis-Fechtausschuß: für den Gaul: Sauer, Worms, für Gau 2: Graf, Frankfurt, Gau 3: Kühn, Friedberg, und für Gau 4: Reliuger. Saarbrücken. Cs wurde dabei beschlossen, für Saarbrücken, das bisher zur 3. Gau» gruppe gehörte, eine eigene 4. Hauptgruppe zu bilden. Don Bedeutung ist auch die Resolution, die von dem Kreisfechtertag einstimmig für den Kreisturntag gefaßt wurde und in dem der Zusammenschluß der Deutschen Turnerschaft mit den anderen Verbänden begrüßt wird. Hanvball im Männerturnverein (O.T). Sportklub Frankfurt a. M.Eschersheim I gegen Mlv. Gießen I 9:3 (3:2). 21m Sonntag war die 1. Mannschaft des Gießener Männerturnvereins als Gast bei der gleichen Mannschaft deS Sportclubs Frankfurt-Eschn^S- hcim. Die Mtver, die das Spiel ohne Behren, Stremmel, Salz, Riederrneyer und Link bestreiten muhten, lieferten in der ersten Halbzeit und auch zeitweise in der zweiten Halbzeit ein ebenbürtiges Spiel, so daß die Riederlage nicht ganz in dieser Höhe verdient war. Die stark geschwächte Hintermannschaft der Gießener war dem gefährlichen Frankfurter Sturm oft nicht gewachsen, und der Mtv.-Sturm war zu bequem, seine Hintermamr- schaft in gefährlichen Situationen zu unterstützen. Der Kampfgeist fehlte der Mannschaft vollständig. Die Eschersheimer Mannschaft ist eine kampferprobte, erstklassige, gut eingespielte Mannschaft. Zum Spielverlauf ist folgendes zu erwähnen: In der-ersten Halbzeit ist das Spiel ziemlich ausgeglichen, obwohl Gießen gegen den Wind und außerdem noch bergauf spielen mußte. Dachdem die Mtver mit 1:0 in Führung gehen konnten, glichen etwa 10 Minuten später die Gastgeber aus und rissen durch ein zweites Tor die Führung an sich. Wenige Minuten darauf erzielten Vie Gießener ihr zweites Tor und stellten so das Resultat abermals auf unentschieden. Kurz vor dem Halbzeitpfiff können die Gastgeber durch ein drittes Tor abermals die Führung übernehmen (Halbzeitresultat 3:2). In der zweiten Halbzeit ist zunächst die Eschersheimer Mannschaft tonangebend, kann jedoch vorerst nichts erreichen. Dachdem jedoch die Frankfurter wieder ein neues Tor buchen konnten und in zahlreichen gefährlichen Situationen vor dem Gießener Tor die starkgeschwächte Hintermannschaft des Mtvs nie durch 'ihren Sturm unterstützt wird, verliert diese allmählich die Lust am Spiel. Als dann auch noch der Gießener Mittelläufer infolge eines Blutergusses am Fuß nicht mehr mitwirken konnte, war das Spiel endgültig entschieden. Die Gastgeber erhöhten die Torzahl noch auf 9, während die Mtver nur noch ein Tor erzielen konnten. Trotzdem die Mtv.-Mannschaft eine in dieser Höhe nicht verdiente Diederlage einstecken mußte, war das Spiel jederzeit schön und werbend für den Handballsport. Jußbatt in Hessen-Hannover. Niederlage des neuen Leisters. Bei den Berbandsspielen in Hessen-Hannover, die dicht vor ihrem Abschluß stehen, gab cs am Sonntag eine Ueberraschung. Der neue Bezirksmeister, Sport 03 Kassel, wurde von Borussia Fulda 6:3 geschlagen. Trotz dieses Sieges haben die Borussen nur noch Aussicht auf den 2. Platz der Liste, wenn Kurhessen und Spielverein Kassel, di? beide einen Verlustpunkt weniger aufweisen, ihren noch ausstehenden Kampf unentschieden gestalten, oder gar verlieren. Hermannia Kassel verlor in Göttingen gegen S. C. 0 5 mit 3:5 Toren. Dieser Kampf hatte jedoch für die Tabelle keinerlei Bedeutung mehr. D. f. B. V. f. 25. — Spv. wchlor 3:3 (3:0). Die Ligamannschaft erzielte nach größtenteils stark überlegen durchgeführtem Kampf gegen Sportverein Wetzlar nur ein mageres 3:3, sicherte sich aber immerhin damit einen Punkt, der genügte, um sich wieder einen kleinen Dorsprung vor der Gießener Spielvereinigung und „Germania" Marburg zu sichern. Die Reihenfolge der vier Dereine, die noch im Kampf um die beiden ersten, zum Aufstieg berechtigten Plätze stehen, ist: 1. Ockershausen (hat die Serie beendet): 14 Spiele, 9 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 30:18 Tore, 20:8 Punkte. 2. D.f.B.: 13 Sp., 8 goto., 2 unentsch., 3 Verl., 29:21 Tore, 18:8 Pkt. 3. „Germania" Marburg: 13 Sp., 8 gew., 1 unentsch., 4 verl., 41:22 T., 17:9 Pkt. 4. Spielvereinigung 1900: 13 Sp.. 8 gew., 1 unentsch.. 4 Verl., 47:30 T., 17:9 Pkt. Cs stehen noch zwei Spiele, und zwar D.f.B. gegen „Germania" Marburg auf dortigem und Spielvereinigung gegen Wallau auf hiesigem Platz, aus. Wer das Rennen für sich entscheidet, ist also immer noch nicht vorauszusagen. Wenn die D.f.B.-Liga es schaffen will, muß sie für die Dauer des ganzen Spiels mindestens die gleiche Leistung im Feldspiel und noch mehr Schußsicherheit aufbringen, wie am vergangenen Sonntag in der ersten Halbzeit. Hier war sie dem Gegner in bezug aui Ballbehandlung, Stellungsspiel und Kombination ständig überlegen. Spielverlauf: Gleich von Anfang an bedrängt sie durch planvoll aufgebaute und exakt vorgetragene Angriffe das Tor der Wetzlarer und kann auch nach etwa zehn Minuten in Führung gehen. Wetzlar versucht sein Heil in Durchbrüchen, hat damit aber keinen Erfolg, da seine Aktionen zu systemlos sind. Trotz vorzüglicher Abwehr der Hintermannschaft muß es sich bald ein zweites Tor gefallen lassen. Gießen beherrscht immer mehr das Feld und zieht alle Register seines Könnens: eine Menge Torchancen werden herausgespielt, aber sämtlich verpatzt. Allerdings hat die Platzmannschaft auch Pech, denn zweimal verhindert die Torlatte einen sicheren Erfolg. Don den vielen Gelegenheiten nützt sie noch eine aus, um auf 3:0 zu erhöhen. Mit diesem Resultat geht es in die Pause. Bei etwas mehr Schutzsicherbeit und Durchschlagskraft des Sturmes hätte hier schon das Resultat bedeutend höher lauten und damit das Spiel entschieden fein müssen. Daß die D.f.D.-Mannschaft sich bei diesem Dorsprung noch den Ausgleich gefallen lassen würde, hatte wohl, niemand gedacht. Sie war jedoch nach dem Wechsel nicht wiederzuerkennen. Wetzlar spielt durchaus nicht shstemvoller als vorher, sondern höchstens etwas energischer und schneller. D.s.B. steht seinen Angriffen gänzlich kopflos gegenüber und macht es ihm geradezu leicht, in verhältnismäßig kurzer Zeit drei Tore, von denen zwei bestimmt hätten verhütet werden müssen, und damit den Ausgleich zu erzielen. Jetzt erst rafft sich die Platzmannschaft auf und geht energisch zum Gegenangriff über. Der Gegner wehrt sich jedoch geschickt, hat allerdings auch recht viel G.'ück und vermag das 3:3 dank seines vorzüglichen Tormannes bis zum Schluß $u halten. Daß das Resultat keineswegs dem Spielverlauf entsprach, ändert nichts an der Tatsache, daß D.f.B. trotz- dem einen sehr wertvollen Punkt verlor, sondern ist vielmehr ein Beweis dafür, daß es ihn verschenkte. Die Mannschaft hat in einem Spiel noch nie so ungleiche Leistungen gezeigt. Beim Sportverein Wetzlar muß man anerkennen, datz er trotz spielerischer Unterlegenheit es nur mit Hilfe seines Eifers und seiner Energie fertigbrachte, beim Stand von 0:3 noch den Ausgleich zu erzwingen. Die dritte Mannschaft trug in Steinberg gegen die dortige erste ihr zweitletztes Derbandsspiel aus und mußte mit einer 1:3* Diederlage die Punkte an den Gegner abtreten. Das Spiel der vierten in Steinl, ach gegen die dortige zweite wurde wegen Fehsens des bestellten Schiedsrichters als Gesellschaftsspiel ausgetragen und von D.f.B. trotz denkbar schlechter Platzverhältnisse mit 5:1 gewonnen. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Gießener haben das entscheidende Spiel um die Meisterschaft der 1. Bezirksklasse am Sonntag nach einem wechselvollen Kampf mit 4:3 Toren verloren. Sie verstanden es während des ganzen Spiels nicht, die Taktik des Gegners einzuschlagen, d. h. mit verstärkter Hintermannschaft den ungestümen Angriffen des Gastgebers, des Fußballvereins Ockershaufen, entgegengutreten. Das Spiel war ausgeglichen und hätte ebensogut 1900 als knappen Sieger zeigen können. Die Spiclvereinigung begann deprimiert und konnte sich auch während des ganzen Treffens nicht zu den guten Leistungen der letzten Spiele aufschwingen. Ockershausen begann außerordentlich eifrig und brachte das Gießener Tor einigemal bedenklich in Gefahr. Diese wurde aber immer wieder gebannt. Sack hielt zwei-, dreimal ganz hervorragend. Der eigene Sturm spielte aber zu langsam, so daß er nicht zum Erfolg kommen konnte. Aus einem Eckball kam der Gastgeber zum ersten Treffer. Gießen glich prompt durch den Rechtsautzen aus. Dann ließ der Halbrechte Zeiler eine totsichere Sache aus und schoß im Anschluß daran an den Pfosten. Auch Adelberger konnte in b:r allgemeinen Verwirrung über den liegenden Torwart hinweg nicht ins leere Tor einlenken. Dann kam Ockershaufen wieder auf. Der Gießener Torwart lieh, scharf angegangen, einen Ball aus den Händen getreten ins Reh gleiten. Adelberger glich nach Umspielen der gesamten Ockershäuser Hintermannschaft aus. Mit 2:2 wechselte man die Seiten. Kurz nach Wiederbeginn erzielte der Plahverein einen Eckball, den der Gießener Hüter durch falschen Start selbst ins eigene Gehäuse schlug. Heilmann holte aber nochmals für die Gießener den Ausgleich. 1900 drängte. Balser schoß für Gießen mit dem vierten Tor den Führungstreffer, der vom Schiedsrichter aber nicht gewertet wurde. Dies war die entscheidende Wendung im Spiel. Eine weitere große Chance für Gießen wurde durch ein irriges Abseits unterbunden. Bei einem schnellen Durchbruch Ockers- hausens machte 1900 abermals einen Eckball, der, vom Hüter schlecht abgewehrt, als zweites Eigentor den Siegestreffer des Platzvereins ergab. Dorher hatten die Gießener zweimal an den Pfosten geschossen und damit zwei weitere äußerst günstige Gelegenheiten ausgelassen. Bei 1900 versagte die Läuferreihe fast vollständig. Der Sturm behinderte sich auf dem schmalen Platz oft selbst. Jeder verlieh sich zuviel auf den andern. Ockershausen hat auf Grund des großen Eifers verdient gewonnen, wenn es auch unter anderer Leitung wohl bestimmt anders gekommen wäre. Die Ligareserve verlor zu Hause gegen die Reserven deS Wetzlarer Sportvereins 3:4. 1900s vierte überfuhr die erste Mannschaft von Bieber mit dem hohen Resultat von 7:0 Treffern und erneuerte damit die Aussichten auf die Meisterschaft. Uebcrrafchcnd hoch (6:1) verlor die erste Iugendmannschaft in Marburg g-gen D. f. D. Kurhessen. Anfangs führte sie noch 1:0, Halbzeit 1:1 und dann war es mit dem Können vorbei. Umstellen führte erst zur großen Diederlage. 1900s zweite Jugend gewann gegen die zweite der Marburger Germanen 1:0. Das Spiel fand ebenfalls in Marburg statt. Die dritte Jugend unterlag gegen Wetzlars zweite Jugend, 1:2, da sie einen Elfmeter auslieh, der zum Unentschieden gereicht hätte. Tie erste Schülermannschaft gewann ?egcn die erfte Schülerelf von Wetzlar : 0. Die zweite Schüler Mannschaft siegte gegen die gleiche des Lokalgegners 2:1. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Wieseck I — Raunheim I 2:5. Am Sonntag standen sich beide Rivalen um die Meisterschaft der ersten Bezirkskiasse im Freundschaftsspiel auf dem Wiesecker Sportplatz gegenüber, 'uviefeck fand sich schlecht und öfters waren die Gäste in gefährlicher Dähe des Wiesecker Tores, bis es ihnen gelang, die Führung zu erzielen. Kurz darauf erhöhten sie ihre Torzahl auf zwei. Jetzt fand sich auch Wicseck wieder, aber erst kurz vor Halbzeit konnten die Einheimischen durch ihren Mittelstürmer ein Tor aufholen. Dach Seitenwechsel war Raunheim wieder im Angriff. An dem herausgelaufenen Torwart vorbei erhöhten sie das Resu.tat auf drei Tore. Wie- seck war nun scheinbar kopflos geworden, denn in wenigen Minuten konnte Raunheim noch zwei Tore erzielen. Jetzt erst wachten die Einheimischen auf, und Angriff auf Angriff rollte aufs Gästetor, aber nur einmal noch gelang es Wieseck, baS Reh zu finden. Damit mußte Wieseck feine erste Riederlage hinnehmen. Wieseck Ib — Kinzenbach I 6:1. Dorher hatte der Bezirksmeister der zweiten Klasse sich Kinzenbach zum Gegner ertorea. Kinzenbach ging zunächst in Führung, doch die Einheimischen wurden merklich überlegen. Ein Strafstoß schaffte den Ausgleich, ein zweiter brachte den Plahbesihern die Führung. Bei Halbzeit stand das Resultat 3:1. Rach tem Wechsel blieb Wieseck weiter überlegen. Rach wenigen Minuten erzielten die Einheimischen ihr viertes und kurz darauf ihr fünftes Tor. Obwohl sich Kinzenbach merklich anstrengte, konnte es zu keinem Erfolge kommen. Wicseck erhöhte seine Torzahl sogar auf sechs. Gießen Ib — Rodheim I 7:2. Rodheim stand im Rückspiel der lb«Mannschaft Gießens, welche durch eine Anzahl Spieler der Kreisklassenmannschaft verstärkt war, auf dem Trieb gegenüber. Den Gästen gelang es wohl, in Führung zu gehen, doch konnte Gießen das Resultat bis Halbzeit auf 3:1 für sich stellen. Rach dem Wechsel war Gießen überlegen und konnte bis Schluß noch viermal den Schlußmann der Gäste schlagen, während es den Gästen gelang, nur noch ein Tor aufzuholen. Wiesecks Jugend, die mit nur zehn Mann eine Rückspielverpfllchtung gegen Raunheims Jugend erledigte, mußte mit einer 4:3- Riederlage die Heimreise antreten. Lack-, schwarz u. braun Boxr.- Spangenecbuhe, reine Lederausf. hell. Ledertutter,wirkt gut.Qual., erstaunlich billig, weit unter Preis Ladt- u. br. Boxk. Sp -Sch., erstere m.Blodr-u.LXV-Absät z.,eleg. Form. Ueberschuhe, echt russisches Fabrikat in beige, braun und schwarz Lack- und braun Spangenschuhe, Lederausfübr..schöne Form., sol Verarb., labelbaft. bill. Reklamepreis, seit, günst. Das Lager voll von guten Schuhwaren — die Preise unfaßbar ermäßigt — so macht das Einkäufen wahre Freude! Aus den großzügigen Angeboten führen wir beispielsweise an: vom 29. Januar bis 11. Februar Schwarz Nubukspang., Lack- Garn. L.XV, felnfarb. u. Ladc- Spangensch.,hochel. 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Bauvorhaben vorzeitig zu beginnen sowie für solche Bauvorhaben Arbeiten oder Lieferungen auszuführen. 2. Auf Grund von Vorkommnissen obengenannter Art unwahre Gerüchte über die mangelnde Erfüllung der Verpflichtungen unserer Zwecksparkasse zu verbreiten. Wir werden unn achsichtllch gegen jeden vorgeben. der gegen diese Warnungen verstoßen sollte. Zuedtsparliasse der Selbsthilfe der Arbeit fi.m.bJL Frankfurt nm Main, Frankenallee 4. Aufnahme in Sexta im allgemeinen nach 4 Grundschule jähren, bei besonders günstiger körperlicher und geistiger Ent. Wicklung des Kindes bereits nach dreijährigem Schulbesuch. Die Direktion: Hüthwohl. klümeie 5c AmonUM werd, iachgemäsr u. preiswert gestimmt u. revar. Oöeti™x GIMli.vlMtNl Telephon 2403 Verkant o. neuen n. gebt. Klao. Oberrealschule (Knaben und Mädchen) Grünberg Anmeldungen fürs neue Schuljahr für olle Klaffen mündlich von Dienstag, den 28., bis Freitag, den 31. Januar, 11'/, -12'/, und 16 -17 Uhr, im Direktorzimmer. Schriftliche Anmeldungen jederzeit. Dorzulegen find Abgangszeugnis, Geburls» und MtzMitMlltMlW lädt au Donnerötaa, den 36. Januar alieHauSsrauen zu ibremÖläbnadimittog 4 Uhr, im Hotel Prinz Kart ein. IweiHausfrauen nähen mir praktischen Vorführungen. Eintritt frei! [0580] Eintritt frei! Schmuck und Zutaten am besten und zu billigsten Preisen bei Schuhhaus Benner,Gießen Marktstraße 34 Mein Inventur-Ausverkauf Ludwig Stern Bahnhofstraße 2—4 uckerkranke “ A Wie Sie ohne Hungern zuckerfrei weiden, sagt Hedem unentgeltlich Ph. Berg art, Wiesbaden. RUckertstMN 752A 34A Nr. 25 Drittes Blatt Dienstag, 28. Zanuar 1950 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Wirtschaft. Hekoga. Der Vorstand soll weiter verhandeln. D a r m st a d t, 27. Jan. (1BIB.) Die heutige Generalversammlung der hekoga ist, wie vorauszusehen war. ohne positives Ergebnis geblieben. Das dürfte zum Teil darin begründet (ein, daß die Vertreter von Worms und Mainz ohne klare Richtlinie »gekommen waren. Neber den Verlauf der mehrstündigen Sitzung war Roheres nicht zu erfahren. Ls wurde folgender Bericht ausgegeben: Die Generalversammlung hat von dem gegenwärtigen Stand der Verhandlungen Kenntnis genommen. Sie beauftragt den Vorstand und 21us- sichlsrat, alle noch bestehenden Zweifel und Bedenken zu klären und demnächst der Generalversammlung die neu zu sormulie- renden Vertragsentwürfe zur endgültigen Verabschiedung vorzulegen. * • Französische Außenhandels st ati- st j k. Die französische Außenhandelsstatistik für 1929 zeigt nach den Veröffentlichungen der Zollverwaltung folgende Ziffern gegenüber dem Vorjahre: Die Einfuhr belief sich auf 58 284 625 000 Frs. für 59 447 195 To. Das bedeutet gegenüber 1928 eine Erhöhung der Einfuhr um 4 849 072 000 Frs. oder 107 788 To. Die Ausfuhr betrug 50 072 348 000 Frs. oder 39 888 775 To., was gegenüber 1928 einen Rückgang von 1 302 381 000 Frs. oder 1 237 185 To. bedeutet. • Mitteldeutsche Stahlwerke A. - G., Berlin. Der Betriebsüberschuh nach Deckung sämtlicher Zinsen, Verwaltungs- und Handlungsunkosten stellt sich einschließlich 200 000 Mk. Vor- trag auf 13 070 000 (im Vorjahr 12 3 30 000) Mk. Aach Abschreibungen von 3 730 000 (3 660 000) Mk. und nach Abzug der Steuern und sozialen Lasten mit 4 920 000 (4 850 000) Mk. verbleibt ein Reingewinn von 4 360 000 (3 790 000) Mk., woraus 8 (7) Prozent Dividende verteilt werden sollen. Aach dc.n Geschäftsbericht für 1928/29 betrugen Produktion und Umsatz im Berichtsjahr: Förderung an Rohkohle 1 843 308 (1 5.7 080) Tonnen, Rohstahlerzeugung 538 1(7 (477 511) Tonnen. Umsatz an Fremde 107 521 510 (92 307 721) Mk. • Oberschles. Cisenbahn-Bedarfs- A. - G., G l e i w i tz. Der Aufsichtsrat beschloß, nach angemessenen Abschreibungen die Verteilung einer Dividende von 6 (im Vorjahr 5) Prozent vorzuschlagen. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 28. Ian. Tendenz untiefer. — Im Dormittagsverkehr war die Tendenz f e st e r , ausgehend von einer besseren Beurteilung der innerpolitischen Lage und des sehr leichten Geldstandes, da letzterer für einen reibungslosen Ultimoverlauf verbürmm dürfte. Anschließend hieran rechnet man auch mit weiteren Deckungen zum heutigen Liquidationstage, so daß die Stimmung recht zuversicht- I i ch war. Doch trat zu Beginn des offiziellen Marktes plötzlich ein Tendenzumfchwung ein. Die Kulisse schritt zu Abgaben, und vom Farbenmarkt ausgehend, war die Haltung schwächer. Angeblich soll eine Teilumstellung bei der I.-G. - Farben hinsichtlich der Benzolherstellung vorgenommen werden, wobei gemutmaßt wurde, daß das bisherige Verfahren nicht rentabel genug gewesen sei. Dies bildete heute den hauptsächlichsten Unficherheits- faktor. Alle übrigen Märkte standen ebenfalls unter Druck. Sonst lagen nachteilige Momente eigentlich nicht vor, doch ergaben sich gegen die höheren Vormittagskurse recht erhebliche Verluste. Auch am Siemensmarkt war die Lage noch nicht geklärt. Man war immer noch unsicher hinsichtlich der geplanten Transaktion. Die Baissepartei war immer noch in Angriffsstellung und dieses Papier büßte bis 3 v. H. ein. Don sonstigen Elektroaktien gaben AEG.. Chade und Schuckert von 1 bis 2,5 v. H. bzw. Mark nach. Am Chemiemarkt verloren Farben aus den erwähnten Gründen 3 v. H. Deutsche Erdöl lagen im Zusammenhang hiermit 2 v. H. obgeschwächt. Der Montanmarkt wurde von der veränderten Situation im allgemeinen nur wenig berührt. Besonders Rheinstahl waren nur geringfügig niedriger. Die Deränderungen gingen an diesem Markt kaum über 1 v. H. nach der Minus- eite hinaus. Das Geschäft war bei der geringen Aufnahmelust und dem schlechten Ordereingang nur gering. Deutsche Linoleum verloren 2,5 v. H. Am Bankenmarkt gaben Reichsbank 2.5 v. H. nach. Gut behauptet lagen Dedibank, während Barmer Dank bis 1 Prozent anziehen konnten. Auch für Zellstoff Waldhof bestand einiges Interesse, bei einer geringfügigen Besserung. Gut gehalten eröffneten noch Harpener und Klöcknertberie. Renten still. Deutsche Anleihen leicht gedrückt. Im Derlaufe gaben die meisten Werte, verursacht durch den Druck, der vom Farbenmarkt ausging, .weiter bis 1.5 Prozent nach. Rur für Montan- werte bestand einiges Interesse, die bei etwas lebhafterem Geschäft bis etwa 1 Prozent gegen Anfang gewinnen konnten. Der Geldmarkt war mit einem Sah für Tagesgeld von 5,5 Prozent unverändert; Geld über Ultimo war mit 7,25 bis 8,25 Prozent notiert. Am Devisenmarkt war die Mark fester, Madrid schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1833, gegen Pfund 20 359, London gegen Kabel 4 8650, gegen Paris 123,8850, gegen Mailand 92,88, gegen Madrid 37,90, gegen Holland 12,11, gegen Schweiz 25,1850. Berliner Börse. Berlin, 28. Ian. Aachdem schon im heutigen Dormittagsverkehr stärkere Zurückhaltung bei der Spekulation bemerkt wurde, die ihre Begründung in den gestrigen Ausführungen des Reichsfinanzministers über die Ka.sen- lage des Reiches fand, war auch vorbörslich die Tatsache, daß nun vorläufig keine Steuersenkungen zu erwarten seien, das Hauptgesprächsthema. Hinzu kam der heutige Liquidationstag, der neue Käufer fehlen ließ. Ausgesprochen schwach lagen I.-G.-Farben, da die gestern gemeldeten Erfolge der Ruhr-Chemie- A.-G. in der Benzolherstellung für Farven Konkurrenzbefürchtungen auslösten, und die aus dem Auslande gemeldeten Hehversuche gegen Farben verstimmten. Dom Farbenmarkt ausgehend, enttäuschte die Börse durchweg und eröffnete überwiegend 1 bis 3 v. H. schwächer. Svenska verloren 6,5 v. H., Polyphon 3,5 v. H., was um so auffallender ist, als die Londoner Börse angeblich fester eröffnete. Auch Chade- aktien minus 4 MaR. Siemens minus 4,25 v. H. Salzdetfurth minus 5,5 v. H. Deutsche Anleihen lagen nicht ganz einheitlich. Don Ausländern notierten die vierprozentigen Mexikaner mit Minus-Minus-Zeichen. Der Pfandbriefmarkt war uneinheitlich. Der Geldmarkt war trotz des Ultimos unverändert leicht. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 x>. Sy; Monatsgeld 7,5 bis 9 v. H.: Warenwechsel etwa 6,5 v. H. Aach den ersten Kursen war die Tendenz uneinheitlich. Am Montanmarkt war das Geschäft, besonders in Rheinstahl und Rheinischen Braunkohlen, bei höheren Kursen etwas lebhafter. Da aber Farben weiter schwach lagen, konnte sich eine aufkommende freundliche Stimmung nicht behaupten. Man verwies auf die Meldung eines Mittagsblattes, wonach das Leunawerk ein neues Derfahren in der Benzolherstellung versuche, und kombinierte, daß die I.-G.-Farben bei der bisherigen Herstellung anscheinend nicht den gewünschten Erfolg gehabt habe. 1. Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Friedberg. * Friedberg, 26. 3 an. Die Industrie- und Handelstarnmer Friedberg hi:lt dieser Tage in ihren neuen Räumen ihre erste Iahressihung ab, die vom Präsidenten der Kammer, Kommerzienrat Langsdorf, eröffnet wurde. Aachdem der Syndikus der Kammer, Dr. Göbel, einen Rückblick auf das Wirtschaftsjahr 1929 gegeben hatte, wurde das Präsidium der Kammer einstimmig w'.edergewählt. Als Aachfolger für den verstorbenen Aotar Stahl wurde Dr. Hans Göbel, der feit 1. März 1925 in den Diensten der Kammer steht, einstimmig zum Syndikus der Kammer ernannt Der Tätigkeitsbericht für das abgelaufene Iahr ergab, daß die Kammer auf den verschiedensten Gebieten der Wirtschafts- und Finanzpolitik umfangreiche Arbeiten zu leisten hatte. Aus dem Tätigkeitsbericht ist besonders hervorzuheben, daß ich die Oeffentliche Handelslehr- anstalt Friedberg, deren Träger die Kammer ist, in einer günstigen Entwicklung befindet. Es wurden verschiedene Derkehrsfragen behandelt und u. a. bekanntgegeben, daß die Kammer bei der Reichsbahnhauptverwaltung in Berlin beantragt hat, die FD-3üge 191 192 mit Inkrasttreten des neuen Fahrplans in Bad- Aauheim wieder halten zu lassen. Die übrigen Punkte der Tagesordnung betrafen u. a. die Gasfernversorgung, die Derg'eichsord- nung, die Jnsolvenzstatlstik, das Zündholz- monopolgcseh und die Sachlieferungen auf Reparationskonto. Behördenangcstellten Gautag. Die Behördenangestellten im Gewerkschastsbund der Angestellten des Gaues Hessen fanden sich — wie man uns berichtet — in Gießen zu einer Gautagung zusammen. Die Tagung war außerordentlich stark besucht. Unter den Anwesenden befand sich auch Stadtverordneter G e ß n e r (Frankfurt a. M.). Aach der Begrüßung durch den Dorsitzenden, Regierungsangestellter Baußmann, wurde von ihm, den einzelnen Gruppen und vomGau- sachgruppenlritrr Br au he (Franisurt a. M.) Bericht erstattet über die geleistete Arbeit. Alle Teilnehmer kamen zu der Ueberzeugung, daß im vergangenen Iahre fruchtbringende Arbeit durch den Gewerkschaftsbund der Angestellten für die Behördenangestellten des Gaues geleistet worden ist. Der Führer der Behördenangestellten im Ge- wercschacksbund d:r Angestellten Schimpf (Berlin) sprach dann über die Bedeutung und Der- ankcmng des Berufsstandes der Beyördenange- stellten in der Derwaltung. Er zeigte die große Aufgabe, die den Behördenangestellten im deutschen Dellsstaat zufällt, die sie im Verein mit ihren Siandeskollegen der Wirtschaft zu lofen haben. In seinen weiteren Ausführungen erörterte er die Stellung und Aufgaben der Beamten und Angestellten in der Verwaltung. Am Schlüsse seiner Ausführungen zeigte er den Weg, den der GDA. einschlagen will, um den Behördenangestellten die Geltung zu verschaffen, die sie durch ihre Arbeitsleistung verdienen. Er forderte die Anwesenden zur Kritik an seinen Vorschlägen auf und bat um weitere Mitarbeit. Der überaus starke Beifall und die Zustimmung der Teilnehmer zu den Ausführungen ließ erkennen, daß die Mitarbeiter auch fernerhin ihre ganze Kraft in den Dienst dieser Forderungen stellen. Die anschließende Aussprache gab neuen fruchtbaren Boden für die Weiterarbeit. Eine Reihe von Ortsgruppen hatte Anregungen gegeben, über die im weiteren Verlauf der Tagung beraten und beschlossen wurde. Dann nahm Regicrungsangestellter Fischer aus Wiesbaden das Wort zu seinen Ausführungen über „Ethik des DetriebSräterechts in der Verwaltung". Dabei wurden auch die Fragen über das Mitbestimmung (recht der Behörden- angeftellten aufgerollt, die Tätigkeit des Betriebsrates, wie sie sein soll, klar herausgestellt und die Bedeutung der Person als Betriebsrat ausführlich besprochen. Der Gaufachgruppenvorfitzende Baußmann (Wiesbaden) dankte dann den Kollegen für die Mitarbeit und sprach seine Freude darüber aus, daß diese Tagung eine Arbeits*" >ng gewesen sei, die von d:r Kraft und dem Willen der Be- hördenangestelll.en, ihre Stellung au-yUuauen und zu festigen, zeuge. Das Bauwesen in der Stadt Alsfeld im Jahre 1929. « Alsfeld, 25. Ian. Ein Rückblick auf die im Iahr 1929 geleisteten Arbeiten beweist, daß auch im abgelaufenen Iahre in unserer Stadt eine rege Bautätigkeit im Hochbau wie im Tiefbau herrschte, die trotz der Schwere der Zeit Zeugnis ablegt von dem festen Willen einer aufstrebenden kleinen Stadt, sich im Existenzkampf zu behaupten und vorwärts zu kommen. Insgesamt wurden 34 neue Wohnungen erstellt, davon entfallen auf Wohnungsneubauten 24 Wohnungen, auf durch Umbauten geschaffene neue Wohnungen 6. Durch Errichtung öffentlicher Gebäude wurden 4 neue Wohnungen geschaffen. In Gewerbebetrieben wurden 10 neue Baulichkeiten errichtet, darunter ein Fabrikerweiterungsbau. An Wohnungsneubauten wurden 14 Häuser errichtet: an öffentlichen Gebäuden wurden von der Stadt das neue Postgebäude im Werte von 211000 Mark, sowie von der Bezirkssparkasse Alsseld der An- und Umbau des alten Post- gebäudes geschaffen. An Tiefbauarbeiten wurde die von ber Stadt seit Wiederherstellung der festen Währung in Angriff genommene Durchführung der allgemeinenKanalisation tatkräftig fortgesetzt. Cs wurden neu kanalisiert: der vordere Teil des Schwabenröderweges, Straße im Grund, Ludwigsplah, Akicenstraße, in Der Hohl, Forsthof, Schausuhgasse, sowie der noch ausstehende Rest der unteren Fuldergasse, zusammen runb'2000 lausende Meter Kanalisation. An Aeupslasterung der Straßen mit Kupferschlackensteinen wurde der Doßmarkt und der Ludwigsplah, zusammen 1580 Quadratmeter ausgeführt. Mit neuem Mosaikpflaster wurden 700 Quadratmeter Bürgersteige versehen, mit Basaltinplatten etwa 3000 Quadratmeter Bürgersteige. An Strahenn^u bauten wurden in 1929 ausgeführt: Bürgermeister-Haas-Straße, Sandweg, Mellenbergstraße (Fortsetzung), Weg entlang der Bleiche, In der Hohl, Ludwigsplatz und Schellengasse, zusammen 5500 Quadratmeter Chaussierung Zur Zeit läßt die Stadtverwaltung Aotstandsarbciten ausführen zur Beschäftigung von Wohlfahrtsempfängern und ausgesteuerten Arbeitslosen, wodurch es möglich wird, den Winter über einer größeren Anzahl von Personen wieder Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Trotz der in den letzten Jahren auf dem Gebiete der allgemeinen Kanalisation und des damit zusammenhängenden Straßenbaues von der Stadt aufgewendeten erheblichen Kapitalmittel ist es bis jetzt gelungen, den städtischenVoranschlag seit dem Rechnungsjahr 1927 ohne Steuer- erhöhunq zu balancieren. Auch für das Rechnungsjahr 113) dürfte infolge des günstiger Rechnungsabschlusses von 1923 eine Steuererhöhung voraussichtlich nicht zu erwarten fein. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber 'einerlei Verantwortung.) Geheizte Straßenbahnwagen. Wer öfters, ober gar täglich mit der Straßenbahn fährt, wirb schon bie angebrachten Heizkörper unter ben Sitzen in einzelnen Wagen gesehen haben. Man freut sich wirklich, baß auch mir in unserer Stabt enblich so weit gekommen finb. Es scheint aber so, baß mit der Anbringung allein auch alles erledigt ist, denn vom Heizen der bereits mit Heizkörpern versehenen Wagen habe ich bis heute noch nichts gemerkt, unb- ich fahre täglich mit einem der ersten Wagen. Auf mein Befragen bei oerschiebenen Schaffnern, warum sie bie Heiz ng nicht einschalten, würbe mir erklärt, baß die Sicher rungen herausgeschraubt wären unb erst höheren Ortes bestimmt werben müsse, wenn die Heizung eingeschaltet wirb. Demgegenüber stehe ich aus dem Stanbpunkt, baß man es doch ben Schaffnern überlassen müßte, von Fall zu Fall selbst bie H-eizung einzuschalten. Es würbe jedenfalls beim Publikum alle Anerkennung finden, wenn wenigstens die ersten Wagen morgens unb bie letzten a b enbs geheizt würben, zumal bie Fahrgäste am Margen aus ber warmen Wohnung unb abends meist aus überhitzten Eisenbahnwagen herauskom- men unb sich bann in die kalte Elektrische setzen müssen, was ohne Zweifel für Empfindliche zu Erkältungen führt. Gerade bei naßkaltem, ungesunden Wetter wäre die Heizung an bestimmten Stunden am Platze. Und nicht zuletzt tut es auch den Schaffnern gut, wenn sie beim jeweiligen Fertigmacken ihres Wagens sich einmal beim Durchgehen die Hände wärmen können. Ich hoffe bestimmt, d'ß diese Zeilen zur Abstellung dieses Uebelstande^ genügen werden. K. S- Letzte Nachrichten. Auslieferung d 6 Frankfurter Betrügers Sauerbrey. Prag, 28. Januar. (WTB. Funkspruch.) Der Millionenbetrüger Sauerbrey aus Frankfurt a.2R., der wegen falscher Anmeldung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war, hat seine Strafe verbüßt und wird heute den reichsdeutschen Behörden übergeben werden. Er wird an die Grenze gebracht werden, wo ihn die bereits verständigte deutsche Polizei über- nehmen wird. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H., Lombardzinsfuß 7,5 v. H. trantturl a w Berlin f iranfhin o w Berit- ^ch uv-' Kur» । Ul' Kur Schlug 1 An, an«- .-ch uv»' Kurs , Ur Kur -ch.uy ; Aniang. Kur 1 flut. Kur , fi ii r Daium 27. I. 28 1 27 1 28. 1 Damm 27- 1 28. 1- 27. 1 28. 1. Hamburg-Amerlla Pate, < 104 103 25 104 103,13 87,5 — 87,5 — Hamb.-Sübam. Dampsich — — 170 — 7% Deutsche Retchranieih« 96,5 96,25 — Hania Damr ssiiiss..... Norddeutjcher Lloyd .... 11 104.25 _ 153.65 104,25 103,75 Di. 81nl^2ibldi.'SdjulD mit ®us Alig Teutiche üreditanst. . . 1< 122,5 — 121,75 122.25 50,65 — 50,75 51 Barmer Bankverein .... Berliner Handel egeiellsch. . . 1< 124,25 125 124,25 125 $e:nl. rfjnj Suälot. Rechte 8,2 8 8,25 8,1 11 183,5 —- 183,75 182,5 8% He». BolNNaat von 1929 Kommerz, und Prioat-Banl . 1 157 156,5 157 156.5 (lüdjofjlb. 102%) . . 37,75 — 87,5 Tarmst. u. Ranonawank . . Leunche Bank Dleconto-Geiellschast, Ant. . 1 240 — 240,5 239 Cbcrhclkn Provinz »Anleihe mit Auelol.-Rechten..... 48,5 — 1' 11 150 150 150 150 150,65 150,65 150,5 150,5 Denilche fiumm. Sammelabl. 49 Dresdner Bant...... r 51,5 151,25 151.25 151,25 Anleihe Serie 1 ... 8% grants. Hnp.-Bank Goldpsc 49 — 49,3 — Retchsbant ...... 289,5 287,25 289, j 289,75 Xil l unkündbar bi» 1934 . 96,5 — — — OG.®.......... 171 1 0,25 171,25 170,25 7% grants. Hnp.-Bant Goldpse Bergmann . . . — 208,5 unkündbar bis 1932 ..... 84 — — Elek'tr. Lieferung Sgelelllchast 1 — — 165 163.5 V/v% Rheinische tzyp.-Bant Slqu. Goldpie........ 82 Licht und Krall 1' 166 — 167 166 — — stellen 4 Guilleaume.... IV, 121 — 121.75 121,75 6% Pr. Landeöpsandbricsanslalt 97 Sei. f. Eleklr. Untern.. . . . 10 167,5 167,5 168,5 167,5 Psandbriesc R. 17..... 8% Pr. L>'ndcepfanvbriesanttaU — 97 —— Hamb. Elcktr.Werte .... 1 — — 133.5 Siheln. Elektr....... — — — 141.25 Komm.-Obi. R- 16..... 7% Pr. Landcspsandbriesanltalt, Psandbriesc R. 10 ... A.2.D. abg. LortriegS-Obligauon 94,5 — 94 — Schlei, «efr ...... Schurken 4 Co...... 10 11 185,25 182.75 165,25 185,25 164 183,6 88,5 — 89 — Siemens 4 Halske ..... 16 277 274 278,75 274,5 . 8 129,25 ruchzahwar 1932 ..... 4% Oesterreichilche Goldrte.. 91 — IC 169 71,5 170 .72 26,5 26,65 _ Buderus . . ...... . 5 71 72 4,20% Ceftcn. Silbern- 3,25 —— 3,5 — . 6 — 103,75 105,75 103 4% Oelterreichilche Einheitliche 2,2 — — 138 137 2,25 — . 8 141,25 141 141,5 140,75 4% Ungarische Goldrte.. . . — — 24 24 . 0 141 141 141,9 141,25 4% angarlldje Slaatsr. v. 1910 — — 22,2 — Hoeich Eilen........ 6V, — — 116 116,5 4K,% tctgl. von 1913 .... —— 23,13 — gilt Bergbau..... . u — 249,5 249,5 4% Ungarische flronenrte.. - • 2,2 —— 2,2 — 104,75 104,75 105.75 104,25 4% lütt üollanlcihe v. 1911 . 7,9 — 7.95 — Köln-Reueilen ■ . . . . — — 115 114,25 4% Türtiiche Bagdadbahn-Anl Serie 1....... Mannesman" -Röhren . . . . 107,5 106,75 107,9 107 7,9 — 7.85 8,05 Monsseidet Bergbau . . . . 110,5 — 110.5 109,5 4% detgl. Serie II. 7,9 — 8 8 05 kberich'et. l$ucn.,eo e SaUoetiurtv . 15 374 — 372,5 367 .1. @ starden-Invuslne ... 12 171 168 171,65 I 167,75 Dvnamit Rodel.......6 —— — 81,5 79 ScheideanitaU. ....... V — — — — Gotdichmtot ........ b 69 — 70 69,25 Rütgerswerke ........ 6 79 — 79,9 ,7.5 Metällgeiellichatt......8 113 112 113 — Philipp Ho «mann .... 7 99 97,75 99,25 _ Leuten wert v vekberg ... 10 117,5 — — — Eemeniwert -karlktadt ... 10 142 — — —— Wagg rung Weir Brie, <4>elr Art I Amil--Ron 68,00 168,34 167.95 178,29 Buen.-Aireö 1,680 1,684 1.669 1.673 «rff.-Anrw 58.215 58,335 58,215 58.335 ChriMania 111,67 111.89 111.66 111,88 Kopenhagen 111,84 112,06 111,87 112,09 Stoddolm . 112,20 112,42 112,24 112,46 Helsingtors, Italien. . London. . . 10,508 21.88 10,528 21,92 10 508 21,875 10,528 21,915 20,339 20.379 20,339 20,379 Reuvork . . 4,1805 4,1883 4,1815 4,1895 Paris. . . . 16.41 16,45 16,415 16,455 Schweiz . . 80.76 80.92 80,76 80,92 Spanien . 54,45 54,55 53,90 54,00 Japan . . . 2,057 2,061 2,057 2,061 Rio de Jan Wien in D.. 0,475 0,477 0,477 0.479 Cefl. abgest 58,835 58,955 58.83 58.95 Prag . Belirad • 12,37 12.39 12.37 12.39 7,376 7,390 7,375 7,389 Budapest. . 73,10 73.24 73,105 73,245 Bul arten 3,027 3,033 3,027 3 033 Lissabon 18,71 18,75 18,78 18,82 Danzig. flonft .nrin- 81,33 81,49 81,335 81,495 1,968 1,972 1,163 1,967 Athen. . 5,445 5,455 5,435 5,445 Lanoda 4,134 4.142 4,134 4.142 Um uay 3,826 3.834 3.796 3,804 6ano . . 20,86 20,86 20,86 20,90 otal-Ausverkauf unserem finden Sie in bekannt vorzüglichen Qualitäten jetzt zu spottbilligen Preisen Hch, den 26. Januar 1930 ab Mitternacht /45b 749D Cafe Am end, Giefeen 741A WagnerVerdi-Abend 78<-I Maskenball u.c PlockstraBe 5 Stimmung! Humor! Lichtspielhaus SW Heute letzter Tag Cafe Astoria Revolution Charlie Chaplin in 724C The Pilgrim Beachten Sie unser Inserat am Mittwoch 3 Buche Kiefer: Fichte: 1. Kl. = 1,56, 2. Kl. - 20,75, 3. Kl. = 2,10, 4. Kl. = 0,32, 5. Kl. = 0,60 fm. M4A i 530 290 12 38 223 275 141 893 Dr. med. Richard Burger und Frau Luise geb. Zhring 250 5200 3600 4600 rm rm rm rm rm rm 13 72 4 8 2 62 10 12 2 1 GAGITA-Salon-Orchester Kabarett • Tombola Ueberraschungen Hauskapelle Cafä Astoria 2. 3. 4. 5. 4 5 4 5 6 Dunkler Anzug erbeten! Während des Karnevals jede Woche einen Tanzabend Hemdentuche Makotuche Roh-Nessel Hemden-Flanelle Finettes Bettuch-Bibar Bettuch-Leinen Be t-Damasie Bett Kattune uni Sa ins Schürzenstoffe Kleiderd' uck Hand.uch toffe FiottienWä che usw. Ab morgen Mittwoch Die große Lustsplelwoche eeoeeoeooeeo Delektiv-AasHuiiHei letzt Kurier. 17 p., Bad-Raubeim erledigt Ihnen alle uemauüdben Ange- leaenueuendlSkretu. preiswert. Ermilie- lungen, Beobacb- tunnen. Gefuche. tbc- wetüminelt.Straiu- 8iotlDiOAeffen. 5k,e. ött- u. HeiralSauSk. aufallePtätzed.Wett ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦I Samstag, 1. Febr., 8.30 Uhr in sämtl. Räumen des Gesellschaftsvereins (Kiubj 3,87 „ 29,14 „ 4,43 11,62 „ 3,32 „ 29,00 „ 6,00 „ des Waldes Morgen Mittwochabend Sonder-Konzert mit verstärkter Hauskapelle Eintrittskarte: RM. 3.-, Ballzusatzkarte RM. 2.-. Vorverkauf: Tageskasse d. Stadttheaters, Johannes- straße, und Maria Huntemann, Gießen, Seltersweg der I Reichskurzschriftgesellschait „Gabelsberger“ und Damenabteilung e.V. statt — Eintrittskarten im Vorverkauf Mk. l.OO, an der Abendkasse Mk. 1.50. — Vorverkauf in den Kriseur- geschätten Karnbach. Kaplansgasse 29. Wahl. Neustadt 33. EiSU-Betten (Stahl u. Holz) Pi leier. Sdilafziinm.,btahhnair. Kinderb.ChaiseLa.Private. Ratenzl. Kat al. fr Eisenmöbelfabrik Suh) Schmücker Marktstraße 4-8 Maskenkostüme flott im Schnitt und niedrig im Preis nur bei 2. Brennholz. Ei. Scheit Ei.-Knüppel Ct.-Reiser Bu.-Scheit Bu.-Knüppel Oie glückliche Geburi eines kräftigen Iungen zeigen in dankbarer Freude an Morgen, Mittwoch, den 29. Januar, abends 8,30 Uhr Heiterer Abend mit Soubretten - Einlagen ; 690A I Baby-Wäsche ♦ Kinderbetten Kinderwagen 6. „ 2700 „ Zusammenkunft vormittags 10 Uhr am Fußweg Butzbach—Bodenrod. Tleeberg, den 24. Januar 1930. Der Bürgermeister: Höhn. Hessische Bürgermeisterei Södel. Dillenburger. Der Gemeindevorsteher. Bodenbender. Zusammenkunft: Eingang Straße nach Oppershofen. Gebr.Weil Neustadt 10 Mittwoch, d. 29. Januar 1930 Wiener Abend ♦Tanz 1 Samstag den 8. Februar 20.01 Uhr findet in sämt. 4 Räumen ' ' der „Stadt Lieh“ der 1. Ruhholz. 35 Ei-Stämme, 18,25 fm 26 rm Eichen-Nutzknüppel (2,50, 2,20 und 2 m lang) ' 7620 rm Eichen-Nutzknüppel (1,25 und 1 m lang) Bu.-Stämme, 7,16 fm Fi.-Stämme, 0,23 fm Bu.-Hauklotz, 0,07 fm ^3 leßen Mathoß. Veveinshaus Freitag, 31. Januar, 4 , Ubr Aus des Mevchenwe-t Heiterer Mär.Äcn Nadrmittaa rnu reit. bunten tfiditbilocrn ver- nttifaltet v. Dir. Paul lioivakowskn dein bekannten Piärchener^ä ler. D«e Bremer Stadtniusikanteu — Der Itroitttönirt — Aiwenorödel — Hän el und Gretel — Der gestiefelte Kater — Dif filein dect' diw — Der Wolf nnd die iteb n (Seietein. (0578 1. Platz (nunt.) 75 'ÜL2. Platz 40 Pf. Boroerkaui der num. (Einnitt kart. An 75Pf.Musikaltenhundlg Ctzallter. 2. Platze au 40 Pi. nur au oer Saalkasse eine Grunde vor Anfang. Erwachsene zahlen keinen Aufschlag Ruhholzverkauf. Samstag, den 1. Februar, kommen aus dem hiesigen Gemeindewald (Markwald Cleeberg) Distrikt 3 Fuchskopf 8, 9 und 13 Sankhardsbera zum Verkauf: 728v Radelnolz-Stangen: 1. Klasse 120 Stück Reise-Vertretung gesucht! Äesuche ta. 20 Jahre die Neg.-Lez Wiesbaden^kafsel u.Heff.-Oarmstabt u. möchte noch Der.retung, mögl. Spezialfabrikate, übernehmen. Schriftliche Angebote unter 701D an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Ganz Kostümball der Mitglieder des Stadttheaters zugunsten ihrer Wohlfahrtskassen Ta„z. Tluhholzversteigerung. Nächsten Jrcitog, den 31. d. M., vormittags 9 Uhr anfangend, sollen im hiesigen Gcmeindewald folgende Holzsortimente versteigert werden: 7640 Eiche.Klasse 3 64 Stämme, 76,5 fm d Eiche: Klasse 3 64 Stämme 76,50 fm Theater-Cafe Ernst Ludwig iniiiiuiiiiiiimiiiiiiimiiiiiiiiii In Gießen ..................................... Einem vielseitigen Wunsche aus Gesellschaftskreisen entsprechend, ^jilwoch.den 29. Januar Nachmittags 4 Uhr: — * Tanz—Tee —■■■■■ MUSIK: TANZ-KAPELLE JOS£ AULBACH Abends 8*/, Uhr: Gesellschafts-Abend mit Tanz! ----- 5 2 Bu.-Reiser Salzböden, den 25. Januar 1930. Holzversteigerung am Samstag, hem 1. Februar, vormittags 10S Uhr, in der Gastwirtschaft Wald- schmidt zu Erumbach. Folgende Holzsortimente werden öffentlich versteigert.' Fichtenstämme: Klasse 1a—3a = 204,75 fm. Eichenstammhol; für Wagner und Schreiner: 5,56 fm. 7610 Crumbach, den 27. Januar 1930. Evangelisch-lutherisches Pfarramt. Holzversteigerung aus Forstort Eichwald der Freiherren von Rordeck zur Rabenau Donnerstag, den 30. Januar 1930, 10 Uhr vormittag». Zu- fammenfunft am Jagdhaus. Es werden versteigert: Stämme, Eiche: 0,82 fm Kl. 3, 1,1lfm Kl. 4; Derbstangen: Eiche 9 St. 1. Kl., Fichte 24 St. 1. Kl., 31 St. 2. KL, 25 St. 3. Kl.; Reisstangen: Fichte 30 St. 4. Kl.; Nnhscheithol, 2. Kl. Fichte 4 rm (3 m lang); Ruhknüppel: Eiche 16 rm (1,80 m lang); Ruhknüppelreisig: Fichte 68rm; rm Scheiter: Buche 1. Kl. 206, 2. Kl. 10, Kiefern (rund) 4; Knüppel: Buche 174, Eiche 95, Aspe 37, Kirschbaum 2, Fichte 20, Kiefern 5, Lärche 6; Knüppelreisig: Eiche 72, Aspe 2, Fichte 22; Reisig: Buche 496, Esche 4; Stöcke: Buche 52. 7470 Das mit 00 geschlagene Holz wird nicht versteigerL Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 27. Januar 1930. Hessisches Forstamt Rabenau. Ruh- und Brennholzversteigerung aus dem Gemeindewald Salzböden. Am Montag, dem 3. Jcbruar, nachmittags von l‘/2 Uhr ab, kommt im Saale der Gastwirtschaft Weisbrod, dahier, nach- stehend bezeichnetes Nutz, und Brennholz aus den Distrikten Rainbach, Austück und Hardt zu Versteigerung: Vergebung von Vauarbeiten. Für den Jtcubau -lnes wohn- und Geschäftshauses an der Liebigstraße sollen vergeben werden die inneren und äußeren Tüncher- und Anstreicherarbeiten. Angebotsformulare und Näheres durch Architekt Hamann, Bergstraße. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Dienstag, den 4. Februar, nachmittags 5 Uhr, daselbst ein- zureichen. 7510 Gießen, den 27. Januar 1930. Baugenoffenfd) << 1894 e. G. m. b. H. Gießen. Fourier.______Wölfer. Distrikt Schottenholz. Fi.-Stangen 4. KL Fi.-Stangen 5. Kl. Birken, Güteklasse N; 3. Klaffe = 0,96 fm. Hungen, den 23. Januar 1930. Hessische Bürgermeisterei Hunger. ____________Fendt.__ Vie Lrennholzoersteigerung vom 24. Januar ist genehmigt. Ausgabe der Abfuhrscheine, Ueberweisung und erster Abfuhrtaa: 1. Februar, 9 Uhr. Ablauf der Zahlfrist für nicht verbürgte Schuldigkeiten am 14. Jebruar 193". 7530 Gießen, 27. Januar 1930. Hessisches Forstamt Gießen. hochzeit Das Heldenlied einer großen Liebe cjcJwLpLftCLLUS* '4P Sectersw'eg ECKE PlOCKSTR. Tlutzholz-Gubmission. Das nachoerzeichnete, mit Rinde gemessene Buchen-, Hainbuchen- und Birken- Stammhol; soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Auf- schrift versehen bis zum Dienstag, dem 4. Jebruar 1930, vormittags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, ein. gesehen werden können. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilen die unterzeichnete Stelle und Förster Bommersheim. Villingen. 7310 Buchen, Güteklasse A: 3. Kl. = 0,57, 4. Kl. = 6, 5. Kl. = 15,18, 6. Kl. - 1,53 fm. Güteklasse N: 3. Kl. = 1,44, 4. Kl. = 23, 5. Kl. = 11,34 fm. Hainbuchen, Güteklasse N: >S9I Deckbetten Federn, Daunen Federkissen Inletts, Drelle Matratzen Steppdecken Retormunterbett. Koltern Bettstellen Bettwäsche