Hr. 278 Erstes Blatt 180. Jahrgang Donnerstag, 27. November 1030 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen J)rvd und Verlag: vrühl'sche Untversitäiz-Vuch- und Stetnöruderet L. Lange in Stehen. Schnftlettung und Geschästrstelle: Zchulttrahe 7. Annahme oon Bnjeigrn für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mrn Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Thefredastteur Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumlchein und für den Anzeigenteil Ma; Filter, sämtlich in Gießen (Etld) c im lügi'ch.autze, Sonntags und Feiertag» Beilagen Die Illustriert« vteheuer Familienblättet Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugsprels^ 2.20 Reichsmark und 30 Retchspfenrng für Träger» lohn, auch bet Richter« Beinen einzelnerRummern folge höherer (Bemalt Hernsvrechanschlüste 1t GBO SSt MAI Oie Wetterlage »tritt Mt i Namsin. auf bie gunehmende Anhäufung von Kapital und Voll, in den Vereinigten Staaten, die dafür feine entsprechende Verwendung haben, ist cs notwendig, überschüssiges Kapital im Auslande anzulegen. Es liegt auf der Hand, dah Deutsch- land, dessen Anlagesichcrheit in Amerika mit 100 Prozent angesehen wird, ein Betäligungs- gebtet ersten Ranges darstellt. 29. November. Freitag abend 4.05 Uhr; Somstag vormittag 8.30; nachmittags 4.30; Sabbatausgang 5.20 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4 Uhr. der Stadt in den nächsten Monaten dringend neue, größere Einnahmen erforderlich macht, um die dringendsten Ausgaben, insbesondere solche fü r d i e Wohlfahrtserwerbslosen, bestreiten zu können. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 28. November 1930. Kapelle des Allen Friedhofs. 20.30 Uhr pünktlich: Abendandacht für Studenten (Adventsfeier). Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 29. November. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.40 und 5.20 Uhr. S=n»ig TS* »«ft nt Herat». ■ßrfurt r Negierung- §191 des iltt- rungsrat vor ernannt. Tw iben Stabtoet' ^runy bt: :|urt für W )ie FinanM AMOL 1 Mellfl -, ,Mu«k.-,I Nett -,«L«tr.., 6 Almi- unb Lavendel.Lei. 18,U Menitzal, « HPoff., &>n Spielt- — Amerika und die deutsche Wirtschaft. Berlin, 26. Rov? (WTB.) Auf der Deutschen Welle sprach der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Frederick W. K i n g, über „Die deutsche Wirtschaft im Urteil des Auslandes". Was Deutschland in den letzten zwölf (Zähren geschaffen hat, hat die uneingeschränkte Bewunderung der Amerikaner erregt, die ihre Kapitalien nicht in Fabriken in Deutschland und in Anleihen für Deutschland anlegen würden, wenn sie nicht von Deutschlands Zukunft überzeugt wären. Führende Wirtschaftler Amerikas sind überzeugt, dah sich Amerika im eigenen 3n« tc reffe der Lösung des Problems der Reparationen und Kriegsschulden und damit der Weltwirtschaftskrise wird hingeben müssen. Der Amerikaner findet, dah die Warenpreise fürden(Znnenmarkt häufig über dem Ausfuhrpreis liegen, und dah die Spanne zwischen den Erzeugerp rei - senunddenKleinhandelspreisen weit größer ist als in Amerika. Der Weg vom Erzeuger zum Konsumenten ist zu kostspielig. Bezüglich der vermeintlichen Ueberproduktion scyeint. dah der deutsche (Znnenmarkt von der eigenen Wirtschaft vernachlässigt und den Auslandmärkten als der Quelle allen Reichtums zu großer Wert beigelegt wird. Ausfuhrmöglichkeiten sind für die deutsche Wirtschaft Lebensbedürfnis, aber von einer Sättigung des deutschen Marktes kann wohl nicht die Rede sein. Die Warenpreise müssen gesenkt, der Weg vom Erzeuger zum Konsumenten geebnet werden, und wenn dann die Preise sich mehr dem Weltniveau nähern, so wird auch d i e Kaufkraft da fein, um das Geschäft und die Produktion lohnend zu gestalten. Mit Rücksicht der bei seinem Erscheinen von den Studenten mit einem dreifachen Heilruf und dem Faschistengruh begrüßt wurde. Verleihung der helnrich-herh-TNedaillen. Dorn .Elektrotechnischen Verein" und der .Heinrich-Hertz-Gesellschaft zur Förderung des Funkwesens" wurden folgende Hcinrich-Hertz-Medail- len verliehen: Bronzene Medaillen erhielten: Kommerzienrat Dr. Paul Mammroth (Aufsichtsratsmitglied der AEG.) für seine hervorragenden Verdienste um die Entstehung und wirtschaftliche Förderung des deutschen Funkwesens, -sowie Generaldirektor Dr. Adolph Franke (Siemens & Halske und Telesunken). weil er der Funktechnik von Anbeginn als einer ihrer Pioniere den Weg bis zu ihrer heutigen Entwicklung gewiesen habe. Die silberne Medaille erhielt der Haupllehrer und Etadtrat in Deggendorf (Riederbayern j Theodor Eckert für das von ihm erbaute vorzügliche Gerät zur Erhöhung der Ab- stimmschärse und Verminderung der Störungen beim Funkempfang. Mit der goldenen Medaille endlich wurde ausgezeichnet Professor Dr. August Karvlus, Leipzig, der Erfinder und Bahnbrecher trägheitsloser Verfahren in der elektrischen Bild- und Fernsehübertragung. Nachverzottung von Tabakfabrifaien. Berlin, 26. Noo. (WTB.) Da in der neuen Tabaksteuervorlage nur eine Ermächtigung des Reichsfinanzministers, keine Verpflicht t u n g, vorgesehen ist, die bei Inkrafttreten des neuen Gesetzes vorhandenen Bestände nachzuver. zollen, scheint in dem Tabakgewerbe die Meinung verbreitet zu fein, dah das Reichsfinanzministerium von der Ermächtigung keinen Gebrauch machen würde; denn nur so läßt sich die überall beobachtete Herstellung auf Vorrat erhören. Wie vom Reichsfinanzministcrium mitgeteilt wird, ist aber der Reichsfinanzminister f e ft entschlossen, einen Nachzoll zu erheben, schon weil andernfalls die kapitalkräftigen Betriebe vor den weniger kapitalkräftigen in unberechtigter Weise bevorzugt würden. Exportsteigerung oder Reparationsfenkung. Schachts letzter Vortrag in Amerika Baltimore, 26. Rov. (WTB.) Der frühere Reichsbankpräfident Dr. Schacht schloß seine Dvrtraasreise durch die Vereinigten Staaten mit einer Aussprache vor über 600 prominenten Bankiers, Industriesührern und Wirtschaftlern ab, die aus Philadelphia, Washington und anderen Städten eigens nach Baltimore gekommen waren. Unter ihnen befand sich auch der bekannte amerikanische Rationalökonom Dr. Frida h, der die Ansicht äußerte, daß Deutschland noch für einige Zeit wirtfchastlich in der Lage sei, Reparationen zu zahlen. Das Argument, daß Deutschland die Reparationen mit amerikanischen Anleihen gezahlt habe, sei irreführend. Cs hpbe das Geld aus der eigenen Wirtschaft herausgeholt. Dieses Herausholen unter Hochdruck könne jedoch nicht lange mehr weitergehen. — Dr. Schacht betonte, daß er als Privatmann spreche und keine Streichung der Reparationen verlange, aber entweder müsse Deutschlands Export um 50 Prozent gesteigert werden, was ohne Erschließung neuer Absatzmärkte durch amerikanisches und anderes Kapital offensichtlich unmöglich sei, oder die Reparationen müßten verringert werden, sonst würden spätestens binnen Jahresfrist die deutschen Reparationszahlungen automatisch a u f h ö r e n. Besonderen Eindruck machte Dr. Schachts Befürwortung einer Rückgabe der deutschen Kolonien, sowie seine Bemerkung, als Volkswirtschaftler und Geschäftsmann erscheine es ihm geradezu absurd, dah, nachdem die Kriegführenden rund 880 Milliarden Mark im Kriege verpulvert hätten, jetzt lediglich alle Mühe darauf verwandt werde, aus einem einzigen Mitglied der internationalen Ku l tu r g em eins ch aft weitere 40 Milliarden herauszu- pressen und dadurch die Welt in dauernder politischer, sozialer und wirtschaftlicher Unruhe zu erhalten, anstatt alle Bemühungen gemeinsam auf die Förderung der Weltwirtschaft zu richten. G> wolkenlos. G neuer. onaiD Bedeckt. • wolkig. ® Bedeckt, e Regen, # Schnee o Graupeln «Nebel K GeWit'/r.® Windstille. •<>-> sehr leichte» Os« massige» Südsudweji 'n stürmische» NordWesl Ole Pfeue fliegen mit dem winde. Die Baden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen, nur Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Trägheit des Nordmeertiefs kommt bereits im Gefamtwitterungscharakter zum Ausdruck. Während gestern nach dem Kerngebiet hin ein Barometergefälle bis zu 730 mm erkennbar war, füllt sich heute der Luftdruck auf und fein Minimum schrumpft zu- fammen. Langsam zieht an der Südseite der Störung, welche sich mit über Deutschland erstreckt, noch milde Luft vorüber und verursacht leichtere Nieder- schlüge. Von Westen her fallen die Temperaturen noch stetig weiter und mit dem ansteigenden Luft- druck wird auch die Wolkendecke allmählich abnehmen, so daß nach anfänglich leichteren Niederschlägen das Wetter sich später etwas freundlicher gestalten wird. Aussichten für Fre.itag: Stellenweise dunstig und bewölkt mit Aufheiterung, vorerst noch vereinzelt geringe Niederschläge, allmählich kühler. Aussichten für Samstag: Weiterer Tem- peraturrückgang bis nachts in Gefrierpunktsnähe, meist trocken, neblig-bewölkt und aufklarend. Lufttemperaturen am 26. November: mittags 12,3 Grad Celsius, abends 12 Grad; am 27. November: morgens 9,3 Grad. Maximum 12,7 Grad, Minimum 7,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 an Tiefe am 26 November: abends 8,2 Grad; am 27. November: morgens 7,6 Grad Celsius. — Niederschläge 0,6 mm. — Sonnenscheindauer 1K Stunden. Aus alter Welt. Schweres Erdbeben in Iapan. Die etwa 70 Kilometer südwestlich von Tokio gelegene Stadt M i s ch i m a auf der Halbinsel Isu ist von einem schweren Erdbeben h e i m g e s u ch t worden. Rach dem Erdbeben brachen Brände aus. Das Erdbeben dauerte ungefähr 10 Minuten. In der Rähe von Mi- schima, d. h. im Mittelpunkt des Bebens, hat man seit dem 10. Rovember jeden Tag durchschnittlich 300 kleine Erdstöße verspürt. Das Zentralobservatorium meldet, daß seit dem 7. Rovember 1500 Stöße in der Umgebung des Thermalbades Ito, das in Brand geraten ist, verzeichnet wurden. In Atami brach ein Strahl kochenden Wassers aus dem Erdinnern, der beträchtliche Höhe erreicht. Das Zentralobservatorium teilt mit, daß die Echwingungeri des Hauptstoßes 30 Minuten dauerten. Die Zahl der Todesopfer des Erdbebens wird amtlich mit 223, die Zahl der Verletzten mit 146 angegeben. Zahlreiche Häuser find zerstört oder beschädigt. hochwassernok am kurischen Haff. Das Kurische Haff wurde in den letzten Tagen von einem orkanartigen Sturm heimgesucht, dem insgesamt elf Fischer zumOpfer fielen. Ein in den letzten Tagen verunglückter Fischer ist seinen Verletzungen erlegen, weil es unmöglich war, einen Arzt herbeizurufen. Infolge Hochwassers wird die Lage der Bewohner am Haff immer verzweifelter. Besonders traurig sehen die Verhältnisse in Inse aus. Wege, Wiesen und Weiden bilden eine endlose Wasserfläche, die jeglichen Verkehr mit der Außenwelt unterbindet. Seit mehreren Tagen hat der Po st verkehr mit Inse eingestellt wer- den müssen. Schwerkranke müssen in Betten und Pelze gepackt unter Lebensgefahr zum nächsten Arzt geschafft werden; Tote können nicht beerdigt werden. Das Wasser steht noch mehrfach in den teilweise verlassenen Wohnungen. Die Gemüsevorräte sind größtenteils durch das Hochwasser oder den plötzlich eingetretenen Frost vernichtet. Die Deiche, die in diesem Herbst erhöht wurden, sind teilweise f o r t geschwemmt worden. Es wird dringend Hilfe verlangt. Slrahenbahnunglück in Italien. Ein Strahenbahnzug der 2inie von Fermo nach Porto S. Giorgio stürzte infolge Entgleisung von einer Brücke in eine darunter laufende Straße ab. Sieben Personen wurden getötet, elf verletzt. Der Rassensorscher Günther hält feine Antrittsvorlesung in Iena. Professor Dr. Hans Günther, der von der Thüringer Regierung auf den neu errichteten Lehrstuhl für soziale Anthropologie am die ölni- versität Jena berufen wurde, hielt am Samstag seine öffentliche Antrittsvorlesung über das Thema: „Die Ursache des Rassenwan- dels der Bevölkerung Deutschlands seit der Völkerwanderung." Die Vorlesung erhielt eine besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Staatsministers Dr. Frick und Adolf Hitlers, echrrisch, riet ihrem als idev- iepartei unb •emihmg der e Ingenieur ab. 3n einer «ff die Sri« ‘ gegründeten zentral«, , mpartei untätig tc alle ten über die i s- und 3n- | Interveniions- ! >e Festsetzung j 1928 teraul euch jto:- ijctunlo n inten, federt e Finanz- ch । M in Höhe 1 ei jährlich j tsenth altes in sich Laritsches vrence davon : und die da- । Intervention Preußen. Kreis Bicvcnkopf. * Rodheim a. d. Bieber, 26. Nov. In dem Bericht vom Dienstag über den hiesigen Frauenverein muß es richtig heißen, daß die Leitung dieser Vereinsocranstaitungen Frau Pfarrer Dömel (nicht Pönsel) hat. Mrciö Wetzlar c5. Vetzberg, 26. November. Die hiesige G e • m c indevertrctung hat in ihrer letzten Sitzung u. a. beschlossen: Der W a s s e r z i n s für die Zigarrenfabrik wurde auf 1,50 Mark je Arbeitnehmer und Jahr erhöht und diese Abgabe für Gastwirte mit 15 Mk. jährlich, für Metzgereien mit 30 Mk. jährlich und für Garten- Hydranten mit 15 Mk. jährlich ab 1. Oktober 1930 neu eingeführt. Gegen die vom Reich geplante Tabak st euererhöhung nahm Die Vertretung eine Entschließung an, die höheren Orts weitergereicht werden soll. Da die Zigarrenfabrikation fast die einzige Verdienstmöglichkeit der Gemeindeglieder ist, würde di« Lahmlegung dieses Industriezweiges den Ruin der Gemeinde bedeuten. ~ Lützellinden, 26. Rov. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Holzeinschlag des Jahres 19 31. Mit der Durchführung der Holzfällungsarbeiten im Markwald wurde der Holzhauermeister Wilhelm Bonn beauftragt. Die Holzfällungsarbeiten im Oberwald übernimmt Holzhauermeister Ludwig Franz. Zu den Arbeiten hatten sich 53 Erwerbslose gemeldet. O Riederkleen,26. Rov. In seiner jüngsten Sitzung beschloß der Gemeinderat dr« Beschaffung einer neuen Kirchenuhr. Die llbr soll noch vor Weihnachten ausgestellt werden. Ferner beschloß der Gemeinderat mit 4 gegen 3 Stimmen die Einführung der Bürgersteuer. Mit 5 gegen 2 Stimmen wurde außerdem die Einführung der Biersteuer beschlossen. * Hermann st ein, 25. Rov. Am Totensonntag fand hier die Einweihung unseres Kriegerdenkmales statt. Das Ehrenmal für die 44 Söhne unserer Gemeinde stellt einen auf Stufen ruhenden Sockel, gefrönt von einer großen Opferschale in etwa drei Meter Höhe, dar. Das quadratische Mal wird von einer grünen Hecke, durchsetzt von Zypressen und Ruhebänken, in großem Kreis umsäumt. Der Entwurf stammt von dem jungen Architekten Herbert Sattler (Wieseck), die Ausführung in hellem Granit lag in den Händen der Firma Dyckerhoff & Reumann (Wetzlar). Die Weiherede hielt der Ortsgeistliche Pfarrer Haustein, Ansprachen hielten noch Harrptlehrer Feix und Bürgermeister Schubert. Geschlossener Opferwille und die Bereitwilligkeit zu kostenloser Ausführung! verschiedener Arbeiten erreichte es, daß sich die Denkmalskosten auf rund 4000 Mk. beschränkten. Briefkasten -er Redaktion. Musik. Es besteht kein gesetzlicher Behinderungsgrund, der Ihren Freunden das unentgeltliche Musizieren bei der von Ihnen genannten Veranstaltung verbietet. Jedoch ist zu beachten, daß der Tonsetzer- verband die üblichen Gebühren für die aufgeführten Musikstücke verlangen kann. sekmörrüncisrnä unb betebenb bei Rheuma. Iachlal, Kopf-, Nerven- unb EcUltungl- schmerzen, Ccmübung u. Strapazen. — In Apotheken unb Troger kn. —- Skandal" beiten lieber ® t einen Mit sjungfel. nbieOlf* tOIur mit M Daren, waW befürchtet.^ s seine Stellte W /-in ein 3^- Ilnd stetig enr man E ewcriethab^ gen unb 5 mermabchen- S-S sgs Set*" K in,Tnh"teD1«infl' dürfte SÄ* X Generalvertretung: J.Meyer-Höckell, Frankfurt am Main, Staufenstraße 2, Tel. 73884 MAKEDON ZIGARETTENFABRIK G-M-B. H., MAINZ AM RHEIM ' KONZERNFREI Warum sind die makedon- ZIGARETTEN SO BELIEBT? Wie wir bereits im vorigen Inserat erklärt haben, sind wir die einzige Firma, welche die Herstellung der Zigarette von derTabakpHanze bis zum Fertigprodukt organisiert hat. Die Manipulation desTabaks wird von uns mit der größten Sorgfalt ausgeführt, der Gärungsprozess ständig überwacht. Vier volle Jahre bleibt der Tabak in unseren Orientlägern, bis er das richtige Aroma erreicht und alle Eigenschaften^ eines erstklassigen Tabaks entwickelt hat. Wer Makedon - Marken kauft, erhält I yO des Kaufpreises an Waren. ---------------------------------zzzy MAK E D O N PERFEKT ;DEI im Alter von 69 Jahren. 3" Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand zu nehmen. 7999D Gießen, Dortmund, Worbis, Arnsberg, Lippstadt, Butzbach, den 27. November 1930. Die Beerdigung findet Samstag, den 29 November, vormittags 11 % Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. - Das feierliche Seelenamt ist am Samstag, dem 29. November, vormittags 7*/2 Uhr. Für die trauernden Hinterbliebenen In tiefer Trauer; Emma Weinert, geb. Unverzagt Linny Blümig, geb. Weinert Bernhard Blümig Alfred Blümig. Gestern abend verschied sanft nach langem schweren Leiden, versehen mit den heiligen Sterbesakramenten, mein innigstgeliebter Gatte, herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, unser Bruder, Schwager und Onkel Herr Josef Weinert Teilhaber der Firma J. Weinert K.-G. [Stellenangebote) n Herr Josef Weinert im Alter von 69 Jahren. d Angabe von la Ne- seren-en, unt. 7993V 1 -- ru.«;. oi». Das Personal der Fa. J. Weinert K*G. 'N den Gien. An- meiner erbeten. Gießen, den 27. November 1930. 8C00D Mietgesuche kaufen. liedberg. 8.xmD |Stellengesuche| leit u.jüng. Mädchei und Tagcomädchen suchen Stellen. Gew. Slellenver- Zur Freude der Hausfrau billiges und gutes Marchiae et Merovingiae Schladithofdirektor. Sehr viel Ge,ö verb. Sie burch ben Berrr. m. ges. gesch Neuheiten für alle Ladengesch. 8l4v O. Pöttere, Düsseldorf 109. Wir betrauern in ihm einen guten Vorgesetzten, den väterlichen Berater, den Freund voll Herzensgüte und tiefer menschlicher Liebe, und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Gestern abend verschied nach langem schweren Leiden unser verehrter Seniorchef Gesellschaft Turn-Club Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Ehrenmitgliedes Herrn Josef Weinert geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir volleren in dem Verstorbenen ein liebes Mitglied und guten Freund, dem wir für alle Zeit ein ehrendes Gedenken bewahren Die Beerdigung findet Samstag, den 29. November, 111/2 Uhr, aut dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand 8 >010 Vermietungen | •4 nvoiie Helle I immer I. Stock, nni el. V. fep. Emg.. in feinster Vane, Strahenseite leer ober gui möbl., lüt Am. Januar 31 vi öermieicn. Ein- Aelite Herren als Dauermteier ueuor- Augi. Schr. Ansr u. 07 >02 a. b GH. ÄnA. ■ grone. sonn., möbl. Zimmer mit Be> ranba. mit u. ohne Mudje u. Zubeh, io- -ort au verm.. Fraa Wilker.Boet’aest 671. Kür ben Platz Stehen unb Um- gegettb sucht grone Sprossenfabrik einen rflötigen Bettelei 7L90 । Danksagung. Für die unserer lieben Entschlafenen während Ihrer letzten Lrbenstage erwiesene trostreiche Hilfe sowie für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Heimgane sagen wir aul diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Emil Schmall, WelBhinflermelsler and Angehörige. Gießen (Kornblumengasse 6), 27. November 1930. _____——__""" Verein verplliclileter Fleisdibesciiaoerdes Kreises Wen Hiermit erfüllen wir -üe traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben des Herrn Schladithofdirektors Oberveterinärrat Dr.Modde in Kenntnis zu setzen. Die Trauerfeier flndet Freitag, den 28. November. nachmittags 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand. Edeka-Geschäften Sparen Sie mit Edeka-Sparmarken 7992 A 0.30 0 28 0.42 0 55 0.30 0.12 0.30 0.12 0.20 0.15 0.40 0.30 1.25 0 45 Ferner alle übrigen Back Artikel in vorzüglichen Qualitäten in allen Konfektmehl............. Weizenmehl............. Puderzucker............. Mandeln.............. .. Haselnufekerne........... 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Zeitpunkt Mustermc hing -er Etwa 13 werden a brotlos. ' bis ein 2 werden fa Handel d köllektion < XL JW Mo Etz man Alerverbi ^ahnhöset Aem gem Nuance d men und 1 tn Londor »08 mit •nini in A, ”toin in @ Stuttgart? ^^vn an, ?Lnh°sen Anhos Qr uni An Del tote ei- ratter nan/ ÖQ6 A binnen ^>ge ^doS A' ‘ Aufklärungsvortrag über: 07317 )ie Deutsche Bau- und Siedelungs- emeinfchast e. ® m. b. H, Darmstadt am Samstag, dem 29. November 1930, abends 8 Uhr, im Saale der Gastwirtschaft Faulstich, Bahnhofstraße57 ntritt steil Wichtig für Bau- und Kauflustige! .B.S., Ortsgr. Giehen, Grünberger Str. 46, Tel. 2504 Freundl. Einladung zum öffentL VORTRAG. — Thema: Wie Wiesenschaft und Bibel das Rätsel des Todes endgültig zu lösen suchen! O78ie Freitag, den 28. November, abends 8.15 Uhr, im Realgymnasium. Ludwigstraße, part. Eintritt frei S.T.A nachrichtigung alsba d zu. 798/D Die Mitglleder-Jahres-Verlosung findet Montag, den 8. Dezember, vormittags 11 Uhr, im Ausstellungsraum statt Die bis jetzt angekau ten Gewinne sind von Sonntag an dort mit ausgestellt. Die Gewinnliste wird im Ausstellungsraum ausgelegt werden. Den Gewinnern geht direkte Be- icbiebvnet Nassen i Prelle von NM. b. NM. 4.— und ahe Kliniken, von rivatmannvrcisw. i verk. Schr. Ana. u. 324 a. d. Gieh.AnA veranstaltet aut Veranlassung und mit Unterstützung des hessischen Staats — Die Ausstellung, welche nur Werke hessischer, insbesond oberhessischer Künstler enthält, wird Sonntag, den 30. November, vormittags 11 Uhr eröffnet und ist bei freiem Eintritt für jedermann während der folgenden Zeiten zugänglich Sonntags von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr, Montags von 11 bis 13 Uhr, Mittwochs von 11 bis 13 und 15 bis 19 Uhr, Freitags von 11 bis 13 Uhr. Eine Ausspielung ist mit der Ausstellung In diesem Jahre nicht verbunden. _______ iS Tierzucht- titut <8 ehcn, erer Hardthof, noch 179910 einjährige Oberhessischer Kunslverein Von Sonntag, den 30. November, bis MontÄg. den 22 Dezember, im Turmhaus am Brandplatz Weihnachts-Ausstellung Künstlerhilfe 1930 Sejt nut erhalte in eichenes ^laiziwr eiSwert zu verk. io? sagt d. Geschsf. Gieh Anz 07304 4PS- Del-Limousine st neu. vretswert izuaeben. Gelegen- ittskauf. 7846i> DoeiAuko Glehea rnnffurter Str. >2. n RM. 3.50 dis Dl. 6.—, je nach Iter u. Gröhe ab. Hochmod. neues tommode u. Gaslüster i verkaufen 07309 (tzoetbestr. 40 II. Piano- Stimmungen und Reparaturen durch eigene, bewahrte Fach kräfte gut und preiswert. „«.A Pianohaus Schönau Tel. 3269. Seltersw.91 Vereinigung der Matthäus-Gemeinde /995V ichw. u. Q. 75,30 Astoria-Lichtspiele 7928 C ir mittlere (Sxöue, reiswert zu verk. Schneidermeister Vi II. Heuchelheim. Heute bis einschließlich Sonntag 1. ' Iwan Mosfuktn Carmen Boni in: Stadttlieater Freitag, 28. Nov., geschlossen. Schneidere wieder zn Bause Damen- und Kinderkleider. Suez. Kieler Anzüge und Kleider. Frau T. Bandis Neuen Baue II. 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Die Gemeinde wird herzlich eingeladen. — Eintritt freL Programme am Eingang in den Saal. Der Kirchen vor stand. / Die Männer- und Frauen» Nachhilfe in Latein für junges Mädchen gesucht. Schr. Ang. u.07310 a.d.Gü ANA. 2. Weltmeister Max Schmeling Weitmeisterschafts- Kampf im Schwergewicht zwischen Max Schmeling, Schwergewichts meister von Europa, und Jack S h a r k e y, Schwergewichtsmstr. von Amerika In diesem Film wurde der Tief schlag Jack Sharkeys einwand frei festgestellt Gral Barlofi. 4. Westt Alle ebem. Kameraden. Stadt u. Landl Sonntag, 30.Nov.1930, 2 ühr 01 SIE Versammlung Neft.Schivvkavah, («i'-ken.Bahnhosjtr. Adjutant des Zaren Ein Drama aus dem Rußland der Vorkriegszeit in 8 spann. Akten Freitag, bmD cn 28.91 ol). 1930, von 8 Uhr ab MUMIE Kaufqesuche | Eisenfäffer n sülldichtem utem Auslände zu amen gesucht. öchr. Ang. u. 07314 n d. Gien Anz. erb. 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Die deutsche Grönlandexpedition verschollen am 1. Januar 1931 erst einmal Routenkarte der bisherigen Grönlandexpeditionen. kollektion aufnimmt. lange dieser hängt neue werden brotlos, bis ein werden Handel also Wie Teil kann, die die älebergangszeit dauert, Arbeiter wieder eingestellt davon ab, wie schnell der stark verteuerte Zigarren- und infolge der Nachfrage ^lebergangsmahnahme die Arbeit k e i t zunächst eine weit stärkere sein Worten noch! l es nur kennen. selbst ;t für daß er sich die Kleidungsstücke und daS Fahrrad auf strafbare Weise verschafft hat. Das LandeS- kriminalpolizeiamt Darinstadt ist mit der Untersuchung beschäftigt. soll, die Frankreich — immer, ja immer ein erschöpftes Land nennen, weil sie aus schlechten und verlogenen Romanen (Schluß folgt.) Bon links nach rechts: Dr. Sorge, Professor Wegener, Dr. Georgi und Dr. Löw e. Oer entwichene Spion wieder verhaftet. WSN. Darmstadt, 26. Aov. Der 30jährige Schreiner Poth aus Berlin, der im Landeszuchthaus Marienschloh wegen Spionage Strafe verbüßte, entwich am 5. November und konnte jetzt beim lleberfchreiten der deutsch-französischen Grenze bei Zweibrücken fest genommen werden. Poth, der bei seiner Flucht in Gefangenenkleidung war, trug bei seiner Festnahme Zivilkleidung und hatte ein Herrenfahrrad bei sich. Da Poth bei feiner Festnahme mehrere Dietriche, eine Stahlblechzange und eine Flickschere besaß, ist anzunehmen, kommenden Betrieben nur einen Bruchteil ihrer Znventarien ersetzen würden. Alles in allem werden von den erhofften 81 Millionen Druttomchreinnahme aus der Zigarren» mehrbelastung nach menschlicher Voraussicht in einem Jahr so gut wie nichts übrigbleiben, da wegen der bereits geschilderten t9* so weder aus sich heraus, noch mangels materieller Sicherheiten durch Kredite auf bringen können. Damit wird in einer Industrie, die zu den wenigen noch mittel st ändlerisch gegliederten gehört, der Mittelstand vernichtet. Wie daß 35 Millionen nicht annähernd ausveichen werden. Man kann sogar mit einiger Sicherheit annehmen, daß letzten Endes aus der geplanten Mehrbelastung der Zigarrenindustrie ein Minus sür die Ncichssinanzen im ganzen herauskommt. Die Erfahrung, die mit der überhöhten Branntweinsteuer gemacht worden sind, sollte eigentlich auch für die Regierung ein warnendes Beispiel sein. Dec voraussichtlich rein fiskalisch-finanzielle Fehlschlag wird aber weit übertroffen durch die in einer Zeit, wie die heutige, besonders schwerwiegenden Folgen auf dem sozialen und damit schließlich auch auf innerpolitischem Gebiet. 125 Sprachen in Europa. Dach einer vom Internationalen Linguistischen Amt in Genf herausgegebenen Zusammenstellung über die in Europa bestehenden Sprachen geht hervor, daß nicht weniger als 125 selbständige Sprachen in Europa gesprochen werden. Es ist ebenso interessant, daß an der Spitze der europäischen Sprachen die deutsche marschiert, die von 81 Millionen Personen gesprochen wird. An zweiter Stelle steht die russische mit über 70 Millionen, an dritter die englische mit 47, an vierter die italienische mit 41 und erst an fünfter die französische mit 39 Millionen Personen. An letzter Stelle erscheint die nordwinische Sprache, die von einem kaum einige Tausend umfassenden Stamm in Nordruhland gesprochen wird. Ferner stehen mit an letzter die bretonische Sprache in Frankreich, die basische in Spanien und die keltische in Schottland. Hauch von Paris. Von Albert H. tausch. XL Gare du Nord (Nordbahnhof). Win man wissen, was eine Weltstadt ist, so muß man ihre Bahnhöfe sehen. Die länder- und völkerverbindenden Eisenbahnzüge kommen aus Bahnhöfen, landen in Bahnhöfen, deren Anblick allein genügt, um darzutun, wie sich gerade in der Nuance die ganze ^Interschiedlichkeit von Stämmen und Rassen dartut. Läßt sich Charing-Croß in London mit dem Hauptbahnhof in Frankfurt vergleichen? Hat der Zentralbahnhof in Basel etwas mit Friedrichstraße in Berlin zu tun? Termini in Rom etwas mit Perrache in Lyon? Cor- navin in Genf etwas mit der Dahnhofssestung in Stuttgart? Don allen — unter sich so verschiedenen — Bahnhöfen in Paris hat mich immer der Nord- bahrchos am meisten angezogen. „Lyon" ist geräumig und luftig, die Züge verlieren sich in seiner Weite. Bei „Est" wird es in kurzer Zeit ebenso sein, sobald einmal die Umbauten fertig- gestellt sind. „Orsay" wirkt in seiner ^Interirdisch- keit wie ein Gefängnis, aus dem die Züge gegen glücklichere Gefilde losgelassen werden, „Lazare" hat — trotz seiner Größe — provinzialen Charakter. wie es ja auch bei vorherrschendem Nahverkehr nicht gut anders sein kann. „Montpar- nasse" trägt den Stempel der Entlegenheit. Entrücktheit. „Nord" dagegen ist von fast drohender Gegenwärtigkeit. „Nord" sagt: „Mir kann keiner entrinnen. Was ist Paris ohne mich? Die Hälfte dessen, was es ist. Ich bin das Aussalltor gegen die Industriegebiete Frankreichs. Englands, Belgiens, Deutschlands. Ich bin die Triumphpforte der unterirdischen Arbeit. deren Früchte nach Paris einströmen. Ich bin die Kohle: ich bin euer Licht, die Flamme eures Herdes, die Nacht eurer Vergnügungen. Wehe euch, wenn ich nur zwei Tage meine Tore schließe! Ich bringe euch auch die größte Zahl der Fremden, welche ihr Gold in Frankreich lassen. Ich bringe euch Amerika, die liebe rfee. Könnte man die Dollarnoten zählen, die nur in Brieftaschen von Vankees durch meine Bahnsteigsperren in das Weichbild der Stadt getragen würden: es kämen unwahrscheinliche Summen heraus. Könnte der Konsum nachbestellen kann. In Fachkreisen wird damit gerechnet, daß das nicht einige Wochen, sondern einige Monate dauert, denn am 1. Februar 1931 wirkt sich der Gehaltsabbau für die Beamten, die für die Zigarre ein großes Abnehmerkontingent darstellen, aus und ebenso Lohnherabsetzungen, die entweder schon entschieden sind, oder über die zur Zeit noch verhandelt wird. Der Rückschlag für die Zigarrenindustrie wird aber nicht nur in der Uebergangszeit bestehen, sondern zum großen Teil auf die Dauer bleiben. Die Regierung rechnet in der Begründung ihrer Vorlage damit, daß der Zigarrenkonsum, der vor dem Kriege 8,3 Milliarden Stück betrug, jetzt nur noch 7 Milliarden Stück, auf die Dauer auf 6,2 Milliarden zurückgehen wird. Diese Annahme ist viel zu optimistisch. Der Durchschnittspreis wird sich in Zukunft nicht mehr um 13 Pf. herumbewegen, sondern um 17 Pf. (genau 16,7 Pf.) Dividiert man diese unangreifbare Zahl in den sicherlich nicht steigenden Konsum von 900 Millionen, so erhält man nicht, wie die Vorlage sagt, 6,2 Milliarden Stück, sondern nur 5.3 Milliarden Stück. Dabei ist die Abwanderung zur Zigarette noch nicht einmal berücksichtigt. Das bedeutet, daß rund 35000 Arbei ter auf die Dauer brotlos werden, das bedeutet verhängnisvollste Rückwirkungen auf Hessen, Baden, Westfalen und das Eichsfeld, wo ganze Gebiete von der Zigarrenindustrie abhängig sind. Die Rückwirkungen bestehen aber nicht nur für die Arbeiterschaft, sondern ebenso für die Arbeitgeber. Es ist klar, daß bei dem zu erwartenden icheren Rückgang des Absatzes ein sehr schar- er Konkurrenzkampf einsehen wird. Die- en werden die wenigsten bestehen, da etwa 5000 Mittel- und Kleinbetriebe vorhanden sind. Es muß damit gerechnet werden, daß sie zum größten Teil zum Erliegen kommen, auch schon deswegen, weil sie das notwendige Mehrkapital Aus der provmzialbauptstadt. Gießen, den 27. November 1930. Höri, ihr Herrn ...! Wir fuhren im Auto durch nachtstille Dörfer. Es war schon nach Mitternacht. Das rich.ige Novemberwetteri Dec Sturm heulte, und der Regen schlug an die Scheiben unseres Wagens. Wie dunkle Schatten standen die Häuser, hier und da noch ein einzelnes Licht, sonst Finsternis überall. Die Scheinwerfer beleuchteten grell die engen Straßen. Nirgends ein Lebewesen. Doch war da nicht ein Mann aus dem Kreuzungspunkt der Straßen? Er stand da. in einen dicken Mantel gehüllt, ein Hund neben ihm. Mißtrauisch schauten beide uns nach. „Gin Nachtwächter", sagte mein Begleiter. Wir fuhren und fuhren, sausten über die glatten Landstraßen dahin, kamen durch andere Dörfer, aber immer noch stand das Bild von dem einsamen Mann vor meinen Augen: Wie er in Sturm und Wetter, begleitet von seinem treuen Hunde, Wache hält im kleinen Dorf. Unb meine Gedanken schweiften zurück in die Vergangenheit. Ich sah mich als Kind, von der Mutterhand geführt, heimkehren in der späten Nacht. Auf der Straße war es stichdunkel. Meine Mutter trug eine kleine Leuchte. Da begegnet« er uns zum erstenmal. der Nachtwächter. Ich weiß noch, wie ich mich ängstlich an den Rock der Mutter schmiegte: denn die große dunkle Gestalt mit der Sturmlaterne und dem breiten Hute machte einen starken Eindruck auf mich. Er bot uns guten Abend, blieb bann auf der Drücke stehen und blies die Mitternachtstunde. Ich hatte das noch nie gehört und quälte meine Mutter mit vielen, vielen Fragen. Aber bald darauf muß das Blasen wohl abgeschafft worden sein: denn ich habe in meinem Heimatort den Nachtwächterruf nie wieder vernommen. Diele Jahre später, um die Jahrhundertwende, war ich mitten im Winter In einem Dorfe deo Oie „Suppenrina". Den Ehrenspitznamen der „Suppenlina" hat man Lina Morgen st ern verliehen, einer der Bahnbrecherinnen der Frauenbewegung, die auch auf dem heute so wichtigen Gebiet sozialer Fürsorge Hervorragendes geleistet hat. Dor hundert Jahren, am 25. November 1830, geboren, zeigte sie schon früh den Trieb, anderen zu helfen und Not zu lindern, und gründete als l 8jährige in ihrer Heimatstadt den „Dreslauer Psennigverein zur Ünter stühung armer Schulender." Diese hilfsbereite Organisationsgabe bewies sie ihr ganzes Leben hindurch, auch nachdem sie den aus Rußland stammenden politischen Flüchtling Theodor Morgenstern geheiratet, mit ihm nach Berlin gezogen und dort schwere Jahre der eigenen Not durchgemacht hatte. Eie erwarb den Unterhalt ihrer großen Familie durch Kirrderbücher und Märchen, die sie schrieb, und war nicht nur ihren Kindern eine treusorgende Mutter, sondern auch der ganzen ilmtoelt Als beim Ausbruch des Krieges von 1866 Handel und Wandel stockte, die Lebensmittel teuer wurden und Tausende von Familien in Not gerieten, da gründete sie die "Berliner Volksküchen. Sie faßte den Plan, durch Herstellung von Nahrungsmitteln im großen und durch Ausgabe zum Selbstkostenpreis der armen Bevölkerung eine gesunde Kost zu erschwinglichen Preisen zugänglich zu machen, und sie erließ einen Aufruf „an die Mitbürger Berlins", der ihr soviel Unterstützung brachte, daß sie am 9. Juni 1866 die erste Volksküche eröffnen konnte, der bald mehrere andere folgten. Aehnliche Einrichtungen wurden nach oben schon gesagt, rechnet die Regierung mit einer solcher Entwicklung, denn sie ha! Hersteller, die ihren Betrieb einstellen, eine Ent- schädigung vorgesehen, allerdings mit der völlig unzureichenden Höchstgrenze von 8000 Mark, die praktisch, besonders den mittleren zum Erliegen auf erdungewohnten Füßen... dasteht und nicht recht begreifen kann, daß das Rasen zu Ende ist: so faßt uns bewundernder Schrecken vor der Gewalt der Maschine, welche doch nur die metallene Formgebung ungeheurer menschlicher Energien ist. Wer nicht recht weih, was Frankreich ist, gehe an den Nordbahnhof — sehe die neuen eisernen Wagen der Compagnie du Nord für die Expreß» züge... diese langen, in den Flanken etwas gewölbten Wagen erster, zweiter und dritter Klasse (auch diese ist gepolstert! mit den ovalen großen Fenstern: und frage sich, was er den Narren ant- man die Zahl der Abendtoiletten zählen, die in amerikanischen Koffern in meine Gepäckwagen wandern: man könnte ganze Städte mit ihnen ein- kleiden... Laßt mich wie ich bin. Aendert mich nicht, vergrößert mich nicht, wenn es auch manchmal toll auf meinen Geleisen zugeht: denn ich — vor allen anderen ich — mache gerade in meiner Gedrängtheit dem gesättigten Volk begreiflich, daß es die Peripherie braucht, was immer man ihm auch von seiner Selbstgenügsamkeit erzähle. Frankreich kann sich heute nicht mehr isolieren, auch Paris ist nur eine unter den großen europäischen Städten, und keine mehr, welche der Welt ein Gepräge aufbrüdt. Daß sie ihr eigenes bewahre, nichts ist verständlicher. Daß sie bie Fremden, welche ich ihr bringe, in ihren Zauber banne: wird ihr nur gebankt werben. Aber sie barf nicht vergessen, daß der Penbelschlag der Uhren in anberen Ländern bewegter geht... sie barf nicht übersehen, was „braußen" geschieht unb sie zur Anteilnahme einlädt. Ich weiß es. meine Schienen wissen es. meine Lokomotiven, meine Gepäckwagen. meine Züge, welche bie Länber burchrasen." So spricht ber Norbbahnhof. So hat er viele Male zu mir gesprochen, wenn ich auf seinem Querbahnsteig spazieren ging, bie Ankunft eines Zuges erwartenb... Denn man darf hier nicht auf bie Bahnsteige ber einfahrenden Züge gehen: sie sind au eng. Sie sind gefährlich eng unb düster. Diesem Bahnhof fehlt das Licht. Ich habe nie begriffen. warum man ihn so unerträglich dunkel läßt. Fürchtet man, daß bei helleren Lampen seine Derbrauchtheit noch sichtbarer wird? Wie verbraucht. wie abgearbeitet, wie schmutzig er ist ... Warum werden die Papiersehen nicht fortgekehrt? Warum wird ec nicht alle Stunde gesprengt? Er ist und bleibt das große Arbeitstier des Verkehrs, er kennt niemals ein Sonntagskleid — und die armen Blumen, die man da und dort um einen eisernen Träger pflanzt, erhöhen nur den Eindruck der Verwahrlosung... Sie welken rasch in der verrußten Luft — auch die schrecklichen Schreie der rangierenden Lokomotiven müssen ihnen weh- tun... Aber einige dieser Riesenungetüme sind von unerhörter Schönheit. Wenn das Fabeltier, das den englischen Luxuszug. die „Fleche d’or“ (den „goldenen Pfeil"), ohne Aufenthalt von Calais nach Paris führt, sich endlich vor dem Prell- bock beruhigt, zitternd den Dampf auspufft und den Atem glühenden Oeles verhaucht, auf seinen gewaltigen Rädern dasteht wie ein Schwimmvogel diesem Muster in vielen anderen Städten geschaffen, und in den Kriegsjahren 1870 71 erweiterte Frau Morgenstern ihr Werk durch die Schaffung von Dahnhofsküchen zur Speifung der durchziehenden Truppen und Verwundeten. Dieser Gedanke ist dann im Weltkrieg noch weiter ausbaut worden. Es war für die Frauenbewegung von großer Bedeutung, daß hier eine Frau eine volkswirtschaftliche Einrichtung schuf, die von Frauen selbständig geleitet wurde, und auch das Gefühl der Verpflichtung gegen die Allgemeinheit wurde in ber bürgerlichen Frauenwelt gestärkt. Im Anschluß baran rief sie 1873 ben Hausfrauenverein ins Leben, toibmctc sich ber Kindergarienbewegung, ber Säuglingsfürsorge, ber Erziehung ber weiblichen Iugenb für die Hauswirtschaft unb verfaßte zahlreiche Schriften zur Verbesserung ber Volkeernährung, barunter ihr berühmt geworbenes Kochbuch (Verlag Heinrich Kittinger in Nordhausen). So schuf sie für die berufstätigen Frauen einen Mittelpunkt und arbeitete auch für den internationalen Zusammenschluß ber Frauenwelt. Der erste internationale Frauenkongreß in Berlin 1896 wurde von ihr angeregt und geleitet. Als sie am 16. Dezember 1909 starb, stand die von ihr begonnene Arbeit in reicher Blüte, und ihr Wirken lebt heute luxf) fort auf allen den vielfältigen Gebieten sozialer Frauenfürsorge. Aus Kreisen der Zigarrenindustrie wird uns geschrieben: Erhöhung von Verbrauchssteuern in Zeiten schlechter oder absinkender Konjunktur, ist an sich schon volkswirtschaftlich falsch und bedeutet zumeist einen Schlag ins Wasser. Die gerade jetzt, wo die wirtschaftlichen Nöte sich von Tag zu Tag steigern, auf dem Papier ausgeklügelten Äettomehreinnahmen von 168 Millionen Mark aus dem Tabakverbrauch in Deutschland, ist ein Musterbeispiel dafür, wie man steuertechnisch nicht verfahren barf. Das brutsche Volk verbraucht heute für runb 2800 Millionen Mark Tabak, davon 1600 Millionen (57 Prozent) Zigaretten, 900 Millionen (32 Prozent) Zigarren unb 300 Millionen (11 Prozent) Rauch-, Kau- unb Schnupftabak. Selbst ber größte Optimist wirb nicht glauben, baß dieser Konsum sich in der nächsten Zeit irgendwie steigern wird. Bestenfalls wird für die kommenden Jahre mit demselben Geldaufwand fettend der Konsumenten gerechnet werden können. Aber auch das ist schon recht fraglich. Gerade in den letzten Monaten ist bereits, soweit die Zigarre in Frage kommt, eine rückläufige Bewegung ganz offensichtlich zii beobachten. Der bisherige Durchschnittspreis von 13 Pf. pro Stück ist bereits auf 12,7 Pfennig zurückgegangen. Nun wird durch die in Aussicht genommene Zollerhöhung von 80 auf 20 0 Mark für den Doppelzentner Tabak, deren Auswirkung noch durch eine Banderolenerhöhung um 3 Prozent wesentlich verstärkt wird, gerade die schon an sich notleidende Zigarrenindustrie am ft ä r k st e n getroffen. Sollten die Reichsratsbeschlüsse in die Tat um* gesetzt werden, so bedeutet das für die Zigarren- industrie eine radikale Umstellung, damit verbunden eine vorübergehende vollständige Stillegung und eine dauernde starke Ein - schränkung der Fabrikation. Welche Auswirkungen dadurch nicht nur in finanzieller, sondern auch in sozialer Hinsicht zwangsläufig eintreten, liegt auf der Hand. Die Regierung erwartet aus der Erhöhung für die Zigarrenbelastung einen Druttomehrertrag von 81 Millionen Mark. Sie ist sich aber, wie aus der Vorlage hervorgeht, selbst vottkommen darüber im klaren, daß diese 81 Millionen Mark zum weitaus größten Teile seitens des Reiches wieder an anderer Stelle für Arbeiter-Unterstützungen und Entschädigungen für stillgelegte Betriebe verausgabt werden müssen. Für die gesamte Tabakindustrie bringt sie dafür 33 Millionen Mark in Ansatz. Die geplante Erhöhung bedeutet für die Zigarrenpreise rein rechnerisch, daß sie im Durchschnitt um 2 8,3 Prozent gesteigert werden müssen, ohne die geringste Qualitätsverbesserung. Die 15-Pfennig-Zigarre z. B. müßte auf 19,25 Ps. pro Stück heraufgeseht werden. Da eine solche Preislage praktisch unmöglich ist, würde der Zigarrenpreis bei geringer Qualitätsverbesserung auf 20 Pfennig erhöht werden müssen. Tatsächlich müssen völlig neue Sorten eingeführt werden. Da atte bisher im Zigarrenhandel befindlichen Zigarren- forten infolgedessen für die Fabrikation am 1. Januar 1931 nicht mehr in Frage kommen, bleibt kein anderer Ausweg, als die gesamten Zigarrenherstellungsbetriebe für den genannten Zeitpunkt still zu legen unb nur soviel Mustermacher zu beschäftigen, wie zur Herstellung der neuen Kollektionen notwenbig sind. Etwa 130 000 Arbeiter ber Zigarrenindustrie § Dfi ____ — Wegener 1923 ++ Expeditionsplan 1930/31 o Geplante Winterstationen ^'GRÖN- 4, 0 I , ■£»+ + + 44 LAND M -fl' ^7 Sund Rabenau zu Gast. Ich war gegen elf ilpr tn mein Bett gestiegen — hier konnte man wirklich von „6teigen“ reden, denn die Decke und die Kissen türmten sich wie Berge vor mir auf - und war im Begriff, einzuschlafen, als ich einen festen Schritt auf der gefrorenen Straße hörte. Ss war einen Augenblick ruhig, dann folgte das Tuten, genau unter meinem Fenster. Durch die Stille der Rächt ergoß sich der Ton des Hornes in einer Starke, daß ich zusammenfuhr. Das Blasen schien kein Ende zu nehmen. Der bekannte Spruch mit der Mahnung, Feuer und Licht zu verwahren, schloß sich an. Darauf stapfte der Nachtwächter weiter. Unb wie es so geht: Nachdem ich also wußte, daß es elf Ahr war, und noch über das seltsame Erlebnis nachdachte, kam ich nicht mehr zur Ruhe. Ich wollte einschlafen, konnte es aber nicht. Wenn ich einen Schritt auf der Gasse hörte, glaubte ich, es sei der Nachtwächter. Es war schließlich so weit, daß ich beschloß, bis zwölf Ahr zu warten, dann aber rasch einzuschlafen. Aber es kam ganz schlimm. Ich habe in der Nacht fein Auge zugetan, denn diese ewige Erwartungsangst, jetzt kommt er wieder, ließ mich überhaupt nicht zur Ruhe kommen. Am anderen Tage lernte ich den tüchtigen Nachtwächter persönlich kennen. Ich erzählte ihm von meiner schlaflosen Nacht. Da lächelte er und sagte: „Alles, wie man's gewöhnt ist. Die Leute hier im Dorf werden nicht mehr wach." — Der Postillon mit dem Hom gehört der Vergangenheit an, die Nachtwächter, wie sie einst Richter und Schwind zeichneten, mit der Laterne, der Hellebarde und dem begleitenden Hunde, auch sie sind nicht mehr. Wohl macht der Dorfwächter noch seinen Rundgang, aber ohne Lampe, meist auch ohne Hund. Man hört ihn nicht mehr. DaS Blasen hat aufgehört, die ernsten Mahnungen, die vielleicht gar manchen, der nicht schlafen konnte, ins Herz trafen, sind verstummt. Ein Stück Dorfpoesie ist verloren gegangen. Der Nachtwächter „versieht seinen .Dienst", geht zur bestimmten Stunde an die Stechuhr und macht sein Zeichen, das am andern Tage kntroliiert wird. Ich bin noch bei vielen Gelegenheiten den Dors- wächtem begegnet und habe besonders im Winter, bei großer Kälte und, wenn Schnee und Degen vermischt uns vom Winde ins Gesicht geschleudert wurde, Mitleid mit ihnen gehabt. Wir andern Sterblichen eilen, daß wir in unser warmes Zimmer kommen, er aber muh seinen Dundgang fortsetzen. Stunde für Stunde. Während der Nacht ist er zwar Selbstherrscher in dem Dorfe. Er gebietet in den Wirtschaften Feierabend, wenn es Zeit ist. Da muh sich jeder, selbst der Herr Bürgermeister, seinem Befehle fügen. Er allein weiß oft, warum noch in diesem oder jenem Hause die ganze Nacht das Licht brennt hinter der Linde hört er noch ein flüsterndes Pärchen. Aach sie keimt er, schaut aber nach der andern Seite, als ob er nichts gemerkt hätte. Stunde für Stunde pilgert er durch das nächtliche Dorf. Er hat niemand, mit dem er sich unterhalten kann. Stumm und ergeben stapft er durch die stillen Gassen, bis das erste Morgengrauen am Himmel sich zeigt Dann ist seine Arbeit getan. Er läutet ben neuen Morgen ein und kann sich nun auch zur Ruhe begeben. Ein stilles Amt, kaum bemerkt und selten anerkannt von den meisten Menschen, weil sie nicht sehen, wie und warm der Wächter seinen Dienst tut Aber es muh auch fein. Gar mancher Diebstahl blieb unausgeführt, gar mancher Schaden wurde durch treue Nachtwächter verhindert. Der erste Feuerschein wird nur von ihm Jbemerft — Ich sitze im weichen Sessel des Autos. Draußen lobt der Novembersturm. Lind immer wieder sehe ich den einsamen Wächter, wie er auf dem Kreuzweg des Dorfes steht. Bd. Einrichtung von Poststellen. Aus Anlaß der Umgestaltung des Landpostd ienstes werden am 5. Dezember in folgenden Orten des Kreises Poststellen eingerichtet werden: Rödgen, Trohe, Alten-Duseck, Bersrod, Winnevvd, Lindenstruth, Saasen, Harbach, Hattenrod, Burkhardsfelden, OpPeniDd. Al- bach, Steinbach und Annerod. Mit den Poststellen sind öffentliche Fernsprech st el len verbunden. Die Poststellen haben die Befugnis xur Annahme und Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen, sowie zur Vermittlung von Gesprächen. Sie nehmen ferner Bestellungen auf die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlen für ihren Zustellbereich die Renten auö. 3m Brief verkehr gelten die Ortsgebühren nur innerhalb des eigenen Zustellbererchs der Poststellen. Wenn Poststellen mit anderen Poststellen oder Postanstalten in derselben Gemeinde liegen, gilt in ihrem gegenseitigen Verkehr die Ortsgebühr. In allen übrigen Fällen gilt die Fern gebühr. Sämtliche Poststellen werden dem Postamt G i eh e n, das als Leitpostamt gilt, unterstellt und werden amtlich bezeichnet mit dem Namen des Ortes, in dem sie liegen, sowie dem Namen des Leitpostamtes mit dem Zusatz „Land", z. D. „Rödgen, Giehen Land". Daten für Freitag, 28. November. Sonnenaufgang 7.37 Hfjr, Sonnenuntergang 15.58 Ahr. — Mondaufgang 13.20 Ahr, Mond- untergang 23.49 Ahr. 1830: der Komponist Anton Rubinstein in Wechtwotynetz geboren; — 1881: der Dichter Ste- phan Zweig in Wien geboren; — 1889: der schweizerische Dichter Konrad Ferdinand Meyer in Kllchberg gestorben. Bornotizen. — Ta geskalender für Donnerstag. Akademische Kurse für Kaufleute und Gewerbetreibende: Vortrag von Unio.-Professor Dr. Lenz über „Die deutsche Volkswirtschaft im Zeitalter des Hochkaoltalismus", 20.15 Uhr, im Hörsaal 44. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Korvettenkapitän" (mit Harry Liedtke). — Astoria-Lichtspiele: „Adjutant des Zaren" und „Weltmeister Max Schmeling". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Samstag findet im Freitagabonnement die Erstaufführung des musikalischen Lustspieles: „Meine Schwester und ich" unter der Spielleitung von Intendant Dr. P r a s ch mit eigenem Ensemble statt. Berr und Derneuil haben dieses Lustspiel verfaßt, das von dem bekannten Komponisten Ralph Benatzky zu einer Iazzoperette umgewandelt wurde. Dieses Lustspiel (oeutsch von Robert Blum) erzielte in letzter Spielzeit an allen größeren Bühnen Kassen- und Serienerfolge. Musikalische Leitung. Kapellmeister C u j 6. Einstudierung der Tänze Geflügel-Ausstellung in Nidda. A Nidda, 24. Nov. Die am Samstag und Sonntag in der hiesigen Turnhalle vom Geflügelzuchtverein Nidda veranstaltete De- zirks-Geflügelausstellung für den 3. Bezirk OberhessenS, der die Geflügelzuchtvereine Altenstadt, Büdingen, Dauernheim, Düdelsheim, Gedern, Hungen, Laubach, Nidda, Schotten und Selters vereinigt, wies bei 560 Nummern über 700 Ausstellungstiere auf. Die Ausstellung bot ein farbenreiches und anschauliches Bild des gegenwärtigen Standes der Kleintierzucht des Bezirks. Der Besuch war bereits am Samstag sehr gut. Am Sonntag fanden sich viele Interessenten aus dem ganzen Bezirk ein. Einen lehrreichen Vorttag über Rassen- und Leistungszucht hielt am Sonntagvormittag der Vorsitzende des Starkenburger Geflügelzüchterverbandes. PH. D r o h m aus Darmstadt. Mit der Ausstellung war eine Prämiierung der schönsten Tiere verbunden, die von den Preisrichtern L. Mogk (Echzell), Hrch. Jäger (Ober-Hörgern), Karl D ö l z i n g (Nidda) und vom Landwirtschaftskammersekretär Philipp (Gießen) vorgenommen wurde. Die zuerkannten Preise waren s) zahlreich, daß wir hier nur die Träger der Ehrenpreise und der ersten Preise nennen können. Es erhielten solche aus Abteilung I, Kaninchen: Fritz Günther (Büdingen) I. Preis, Karl Zintel (Anter-Schrnit- ten) 1. Preis, Wilh. Senger (Düdelsheim) 1. Pr., Karl Müller (Nidda) Ehrenpreis und 1. Preis, Wilh. Heß (Echzell) Ehrenpreis. Abteilung II, Zucht st ämme Hühner: Ehrenpreise: Otto Spengler (Grund-Schwalheim). Wilh. Horst (Ruppertsburg), Wilh. Schughart (Gettenau), Ed. Baer (Nidda) und H. Harth (Nidda), K. Spamer III. (Schotten). Wilh. Heß (Echzell), Ph. Ostheim (Echzell), PH. Schäfer (Bingenheim), Julius Simon (Echzell), Wilh. Rau (Echzell), Derselbe, Wilh. Reitz II. (Echzell). Geflügelhof Ruof (Selters). K. Duttton (Röthges), Adolf Rachschlag (Nidda). Adolf Eteul (Dettenhausen), Julius Rothenberger (Gedern), Hermann Leopold, Hermann Roth (Nidda), Th. Wetzler (Schotten), Eduard Schäfer (Mu- schenheim), Eduard Schäfer (Dettenhausen), W. Horst (Ruppertsburg), W. Heß (Echzell), Herrn. Roth (Nidda), I. Kranz (Schotten), Ed. Daer (Nidda). Abteilung IV: Tauben: Ph. Ostheim (Echzell). Th. Vogt (Reichelsheim), K. Keller (Freienseen). K. Pih (Laubach), Hch. Meerbott (Wetterfeld Th. Vogt (Reichelsheim), W. Reitz II. (Echzell). Rudolf Stoffel (Echzell). Rudolf Henrich (Höchst a. d. Nidder). Wilh. Groth I. (Echzell). Karl Keih (Nidda). 3. Kranz (Schotten), Herrn. Roth (Nidda), Adolf Rathschlag (Nidda). Außer diesen aufgeführten Ehrenpreisen wurden für Hühner 34 und für Tauben 35 erste Preise zuerkannt. Abteilung V: Wasser- und Zierge- f lügel: Friekwich Wolf (Laubach) 1.Preis, Ph. Osthmm (Echzell) 1. Preis. Th. Eise (Schotten) Ehrenpreis, Wich. Heß (Echzell) 1. Preis, Th. Wetzler (Schotten) Ehrenpreis, Otto Lehmann (Haubenmühle) 1. Preis, Paul Grauer (Haubenmühle) 1. Preis. Peter Roch (Dauernheim) 1. Preis. Stto Wolf IV. (Wohnbach) Ehrenpreis und 1. Preis. Die Medaille für beste Gesamtleistung erhielten für Hühner: Eduard Daer und Heinrich Harth In Nidda; für Tauben: Julius Rothenberger (Gedern) und Theodor Vogt (Reichelsheim), und für Wasser- und Ziergeflügel: Otto Wolf IV. (Wohnbach). Erste Preise für Hühner erhielten: L. Matthes (Dauernheim), 3ulius Rothenberger Gedern), Hch. Jammer (Michelnau), Wilh. Schughart (Gettenau), Wich. Groth I. (Echzell), Hch. Harth (Nidda), Ph. Ostheim (Echzell), Otto Gras (Schotten), 3ulius Simon (Echzell), Wich. Rau (Echzell). Willi Kahl (Selters), Adolf Rathschlag 1. (Nidda), E. Daer (Nidda). K. Pitz (Laubach). Herrn. Döpfer (Langd). Hch. Krantz (Düdingen), zwei 1. Preise: Georg Haas (Gedern), Hch. Högy (Laubach), Hch. Dinding VI. (Echzell), K. Nebe (Hennettenhof), W. Horst (Ruppertsburg), K. Duttton (Röthges), Herm. Hofmeister (Düdingen). Georg Gunkel (Wetterfeld). Willi Reinhard (Dauernheim), K. Pitz (Laubach), Rud. Stoffel (Echzell), Otto Lehmann (Haubenmühle). Ed. Daer (Nidda), Th. Eise (Schotten), Marttn Schneider (Schotten). Erste Preise für Tauben: Ph. Ostheim (Echzell), Th. Vogt (Reichelsheim), Derselbe, H. Högy (Laubach), H. W. Meub (Stammheim), K. Pih (Laubach). Georg Hupfer (Schotten), 3oh. Trautmann (Schotten), W. Reitz II. (Echzell), L. Matthes (Dauernheim), Herm. Roth (Nidda), Th. Vogt (Reichelsheim), Adolf Rathschlag I. (Nidda), Frau Döcher (Echzell), Rud. Henrich (Höchst a. d. Nidder), Rud. Henrich (Höchst a. d. Nidder), Karl Keiß (Nidda), Karl Pih (Laubach), W. Diedenkopf (Münster), 3oh. Trautmann (Schotten). Karl Feick (Rainrod). W. Möbs 1. (Echzell), Herrn. Hofmeister (Büdingen), K. Feick (Rainrod), 3ulius Rothenberger (Gedern) zwei erste Preise. Ewald Bä ulke. — Die Gxl-Dühne, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert österreichische Heimatkunst vermittelt und ihren ständigen Sih im Wiener Raimundtheater hat, schuf sich einen Ehrenplatz durch die Wiedergabe der Werke österreichischer Dramatiker. Die Gxl-Dühne gasttert am Dienstag. 2. Dezember, mit Schönherrs Komödie „Erde". — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Mit dem nächsten Solistenkonzert am Sonntag, 30. November, welches ausnahmsweise um 17.30 Ahr in der Aula beginnt, wird dem musikalischen Publikum Gießens insofern etwas ganz Besonderes geboten, als zwei Solisten zu Wort kommen, die nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt einen großen Ruf als Künstler allerersten Ranges genießen: Adolf Dusch und Rudolf Serkinl Mit dem Namen Dusch verbindet sich die Empfindung einer ganz eigenartigen musikalischen (Begabung, und mit Recht wird er als der beste deutsche Geiger gepriesen. Der Vater Buschs war Geigenmeister in Siegburg und später in Siegen, und alle vier Söhne sind hervorragende Musiker geworden. Der älteste Sohn Fritz Dusch, ausgezeichneter Pianist, ist ©eneraünufitbirdtor in Dresden. Ein anderer, leider früh verstorbener Bruder war ebenfalls Pianist. Der jüngste ist Cellist. Adolf Busch, geboren 1891, kam schon 1902, von Fritz Steinbach sehr gefördert, auf das Konservatorium in Köln. Noch als Schüler spielte er zu Max RegerS größtem Erstaunen dessen schwiettges Violinkonzert auswendig. 1908 ging er zu Professor Grüters nach Bonn zum Studium der Komposition (1913 wurde er Grüters Schwiegersohn). 1912 Konzertmeister unter Ferdinand Löwi in Wien, 1918 wurde er als Nachfolger von Henri Marteau an die Hochschule für Musik nach Berlin berufen. Nach vorübergehendem Aufenthalt in Darmstadt siedelte er nach Basel über. Durch ausgedehnte Konzertreisen im 3n- und Ausland hat er sich den Ruf eines wahrhaft großen Geigers errungen. Sein ständiger Begleiter Rudolf Serkin entstammt ebenfalls einer Musikerfamilie (geboren 1903 in Eger in Böhmen). Er studierte in Wien und hat sich seit seinem ersten Auftreten 1920 in Berlin einen großen Namen als Pianist geschaffen. 3n aller Erinnerung ist wohl noch fein Klavierabend hier im Februar 1925, der mit allseitiger Begeisterung aufgenommen, eine glänzende Kritik fand. So wird man mit nanz besonderer, hoher Erwartung diesem außerordentlichen Konzerlabend entgegensehen I Alles Nähere in den Anzeigen. — Der „Sängerkranz" Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag im Saale des Gesellschaftsvereins ein Konzert, zu dem Mitglieder und geladene Gäste Zutrttt haben. Zur Aufführung gelangen Werke von Schubert und Schumann. Auswärttge und hiesige Künstler haben ihre Mitwirkung zugesagt. Näyeres in der gestrigen Anzeige. — Die Deutsche Dau- und Siedlungsgemeinschaft lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu einem Vortrag am kommenden Samstag in den Saal der Gastwirtschaft von Faulstich, Bahnhofstraße, ein. (Siehe Anzeige.) Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter von 130 an; (Butter 150 bis 160; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 5 bis 6; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Anter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 bis 15; Rosenkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bis 100; Tomaten 50 bis 70; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Kürbis 8 bis 10; Kartoffeln 3,5 bis 4; Aepfel 25 bis 40; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 90 bis 100; Suppenhühner 90 bis 100; Gänse 80 bis 100; Nüsse 40 bis 60; daS Stück: Tauben 50-bis 70; Eier 16 bis 18; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 15; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 6 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 50 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 2,20 bis 2,50; Weißkraut 3; Wirsing 4; Rotkraut 5 Mark. • •* Eine öffentliche Mahnung zur Entrichtung von rückständigen Steuern und Abgaben bis spätestens zum 5. Dezember veröffentlicht die Gießener Stadtkasse in unserem heutigen Anzeigenteil. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen. •• Das Oberhessische Schwurgericht wird am 2. Dezember eine Sitzung in Gießen abhalten. Angeklagt sind Wilhelm Kaiser von Storndorf und Emma Wolf von Meiches wegen Totschlags. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Iustizrat Weidemann, die Vetteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Katz, Gießen. *• Die zweite Abendandacht für Studenten findet am Freitag, 28. November, um 20.30 Ahr pünktlich In der Kapelle auf dem Alten Friedhof statt. Die Andacht ist als Adventsfeier gedacht. Die evangelischen Gemeindeglieder der Stadt haben dazu freien Zutritt. ** Einbruchin Friedberg. 3n der letzten Nacht wurde in ein Konfektionsgeschäft in Friedberg eingebrochen und eine größere Anzahl Anzüge gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen durch die Friedberger Polizeibehörde und die Landeskriminalpolizeistelle in Gießen sind im Gange. •* Sparer- und Rentnerver samm- l u n g. Die von den hiesigen Ortsgruppen des Hypotheken gläubiger- und Spar er-Schutzverban- des (Sparerbund) und des Deutschen Rentner- Bundes am Freitag veranstaltete Versammlung hn „Pfälzer Hof" hatte einen sehr starken Besuch aufzuweisen. Nach Eröffnungsworten des Vorsitzenden Reiber behandelte Rechtsanwalt L u l e y in einem einstündigen Vortrage die am 1. Oktober in Kraft getretenen Gesetze über die „Bereinigung der Grundbücher" und über die „Fälligkeit und Verzinsung der Aufwertungshypotheken". Der Vortragende gab wertvolle Hinweise auf alle Punkte, die bei der Regelung der einschlägigen Fragen zu beachten sind, und wies darauf hin, daß Antätigkeit und Nichtbeachtung der neuen Gesetze zu schweren Dechtsverlusten führen kann. Anschließend an diesen Vortrag sprach der Vorsitzende der Sparerbundortsgruppe Wetzlar, Kaufmann Witt, über das Thema.' „Warum kämpft der Sparerbund auch fernerhin für das deutsche Dolksrecht?" Der Redner besprach die Ur fachen der heutigen wirtschaftlichen Notlage und führte u. a. aus, daß nicht allein der verlorene Krieg an unserem Elend schuld fei, sondern auch die allgemeine Nichtachtung und Untergrabung von Moral und Recht. Die Kapitalflucht inÄ Ausland sei ein Zeichen mangelnden Vertrauens zur Regierung und zur Nachkriegs-Gesetzgebung, deren schlimmstes Ergebnis die verhängnisvollen Aufwertungsgesetze feien. Nur die Wiederherstellung des Rechtes könne den schon fast vernichteten deutschen Mittelstand vor noch größerem Elend bewahren und Deutschland wieder zu Ansehen und Macht in der Welt verhelfen. Den mit Beifall aufgenommenen Ausführungen beider Redner schloß sich eine Aussprache an. •* Die oberhesf ischen evangelisch- kirchlichen Frauenvereine hielten am Dienstag im Caf6 Leib eine stark besuchte Versammlung unter der Leitung der Vorsitzenden Frau v. W u s f o w, Darmstadt, ab. Pfarrer Probst aus Frankfurt-Oberrad hielt einen Vortrag über das Thema „Die Sünde der Gleichgültigkeit", in dem er auf die vielfachen christen- und kirchenfeindlichen Bestrebungen hinwies und alle evangelischen Vollskreise zu energischem Kampf für die evangelische Kirche und ihre Mission in der Welt auf rief. Unter dem Eindruck des Vorttages wurde auf eine Aussprache verzichtet und die Versammlung mit gemein* samem Liedgesang geschlossen. Oberheffen. Landkreis Gießen. X W i e f e cf, 26. Nov. Ihren 8 0. Geburtstag kann am Freitag, 28. d. M., Frau Margarete Balser, geb. Wagenbach, Witwe deS verstorbenen Weichenstellers i. R. Karl Balser I., begehen; sie stammt aus Alten-Duseck. Die geistig regsame Frau erfreut sich noch einer leidlich guten körperlichen Rüstigkeit. X Klein-Linden 26. November. Der Landwirt und Kirchenvorsteher I. Theis konnte seinen 81. Geburtstag in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit begehen Der alte Herr steht noch seinem landwirtschaftlichen Dettiebe vor. Der hiesige Posaunenchor erfreute den Jubilar durch ein Ständchen. — Die Arbeiten am Dau der hiesigen Wasserleitung haben bereits sehr gute Fortschritte gemacht. Diele Erwerbslose finden dabei (Beschäftigung, so daß die Zahl der Arbeitslosen hier erheblich^zurückgegan- gen ist. LI Grohen-Linden, 26. Nov. Dom 6. Dezember ab sind bei der hiesigen Fahrkartenausgabe Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a. M. und Dad-Nauheim erhälllich L Leihgestern, 26. Nov. Gestern gegen 18 Ahr kehrten die Landwirte Albert und Wil- Wenn Ihre ' Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder In der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in dd*r Geschäftsstelle auf Helm Faber vom Holzfahren aus dem Walde zurück. Anterwegs begegneten sie einem neunjährigen Mädchen aus dem (Bergwerk. Als sie kaum einige Minuten gefahren waren, hörten sie das Mädchen schreien. Sofort die Gefahr erkennend, lief Albert Faber dem Kinde nach. Als er in die Nähe kam, sprang ein Mann von der Kleinen weg, der sich an dem Kinde vergreifen wollte. Leider gelang es Albert Faber nicht, den Menschen festzunehmen, da er im Dunkel des Waldes verschwand. Die Kleine wurde unter sicherer (Begleitung nach Hause verbracht. Dieser Fall zeigt erneut, daß Eltern ihre Kinder nie bei Dunkelheit allein wegschicken sollen! § Saubringen, 26. Nov. Dieser Tage feierte der Reichseisenbahn-Anterassistent i. R. Wilhelm Grölz von hier seinen 75. Geburts- t a g. Aus diesem Anlah wurden ihm viele Glückwünsche, u. a. auch von der Reichsbahndirektion Frankfurt, dargebracht. Der Jubilar stand 41 Jahre im Dienste der Reichsbahn. + Grünberg, 26. Nov. Die Ortsgruppe Grünberg der Deutschen (Bau - und Siedln n g s ge m e i n s ch a f t GmbH, hielt am Sonntag eine Versammlung ab, in der vor etwa 50 Interessenten der Landesgeschäftsführer Lang (Butzbach) über „Wesen und Ziele der Gesellschaft" sprach. Der Redner stteifte die Wohnungs- not, erinnerte an die Krisen des Wohnungsbaues und der Kapitalbeschaffung und sprach dann über das Wirken der Dau- und Siedlungsgemeinschaft. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an oie Besucher, die Jugend möglichst frühzeitig zum Kollektivsparen anzuhalten. (Bei der letzten Darlehensvergebung der DBS., die am 20. November erfolgte, seien auf folgende Orte im Kreise Gießen Daudarlehen entfallen: Giehen 1. Trais-Horloff 1, Lauter 1, Lollar 1; im Kreise Alsseld: Mücke 1; im Kreise Lauterbach: Angersbach 1. O Holzheim, 26. Nov. Im abgelaufenen Kirchenjahr starben hier 12 Personen. Davon waren drei zwischen 70 und 80 und drei über 80 Jahre alt. In unserem etwa 1200 Einwohner zählenden Dorf gibt es zur Zeit ungefähr 70 Leute, die das Alter von 70 Jahren überschritten haben. — Der Turm unserer 300- jährigen Kirche ist reparaturbedürftig. Die Ankosten zu seiner Wiederherstellung werden auf 3000 Mk. geschätzt. 3m Haushaltsplan der Gemeinde für 1931 soll der Betrag, der augenblicklich nicht zur Verfügung steht, eingesetzt werden. Die Durchführung der Reparatur wurde bis zum nächsten Jahre zurückgestellt. Kreis Friedberg. * Vilbel, 26. Nov. (Bei dem gestern gemeldeten Einbruch in das hiesige Amtsgerichtsgebäude handelt es sich offenbar um das Werk von zwei Tätern, die die Haustür und die Tür zu dem Zimmer vor dem Kassenschrank durch Freilegung des Schlosses gewaltsam öffneten und dann auch den Kassen- schrank erbrachen. Den Spitzbuben fielen eine Kassette mit 71,70 Mark Bargeld, eine Anzahl Wertpapiere, und zwar 2000 Gold mark acht- prozentiger Goldpfandbriefe der Frankfurter Hypothekenbank, 500 Gvldrnark achtprozentiger und dreimal 100 Goldmark achtprozentiger Pfandbriefe der gleichen Hypothekenbank, sowie eine goldene Herrenuhr mit Doppeldeckel und dem Monogramm W. H., in die Hände. Sie anfangs vermißten Gerichtskostenmarken fand man bei der Inaugenscheinnahme des Tatortes wieder vor. Offenbar haben die Täter mit Handschuhen gearbeitet, denn man fand keinerlei Fingerabdrücke oder sonstige Spuren vor. Sie polizeilichen Nachforschungen sind bis jetzt noch ergebnislos geblieben. Sprechstunden der Neoartion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 biß 17 Uhr Samstag nachmittag geschloßen Nr m El MltOenm ttfilPztn ikh ■! n«wA--— „ra Oer Dreizehnte. Roman von Anny von panhuys. Copyright 1929 by Verlag Bechthold Braunschweig 13. Fortsetzung Nachdruck verboten Hans Felsen fand Eva in diesen Tagen sehr bläh und still. Gr drang in sie: »Was fehlt dir. Gvalein? Ich mache mir deinetwegen Sorgen I" Da nahm sie sich zusammen. Denn es war doch nicht möglich, ihm zu sagen, daß sie sich fürchtete vor ein paar Zeilen, von der Hand eines Mannes, der sie nichts, aber auch gar nichts kümmern durfte. Am sechsten Tage, nachdem ihr Dries abgegangen, erwartet« sie eine Antwort aus Spanien, die Angelegenheit würde Primo Duero doch wohl wichtig sein, nahm sie an. Am fünften Tage, nachmittag«, brachte ihr ein Dole einen Brief ins Geschäft. Sie sah nur die Anschrift und eS ging ihr wie ein elektrischer Schlag durch ihren Körper. Der Dries war von Primo Duero, und, da der Umschlag den Aufdruck eines hiesigen großen Hotels trug, muhte er selbst nach Derlin gekommen sein. Ähr Ehef war nicht im Derkaufsraum, als sie den Drief empfing, und die beiden Verkäufer unterhielten sich angeregt, achteten gar nicht auf sie. So las sie denn hastig den Drief. Er war in spanischer Sprache geschrieben und sehr kurz. »Ich bin mit dem Flugzeug gekommen", schrieb Primo Duero, und es ging mir noch zu langsam. Seit ich Ähre Nachricht erhalten, für die ich Ähnen herzlich danke, fiebere ich, zu erfahren, ob es sich wirklich um die betreffenden Steine handelt. Denn sind sie es. dann darf ich doch! wieder hoffen, den Mörder meines Vaters zu finden. Geben Sie mir bitte, Nachricht, wo und wann ich Sie recht bald sprechen darf." Eva besann sich nicht lange. Sie hatte während des Tages für Unterredungen doch wenig Zeit. Am einfachsten war es, noch heute abend in seinem Hotel nach Primo Duero zu fragen und einen Zug später nach Hause zu fahren. Das Hotel lag in der Königgrätzer Straß«, während das Geschäft von Albert Goldener sich in der Leipziger Straße befand. Es gab also keine zeitraubenden Entfernungsschwierigkciten. Als Eva vor dem Hotel stand, rief sie sich noch einmal zur Ordnung. Sie war Hans Felsens Draut und Primo Duero der Mann einer anderen. Vielleicht war es auch nur Einbildung, daß sie glaubte, für Primo Duero Liebe zu empfinden, vielleicht schwand die Einbildung sofort, wenn sie ihn vor sich sah. Sie betrat hastig das Hotel und wandte sich an den Portier. Ein Hotelpage stand in der Nähe und horchte bei Evas Frage auf. mischte sich ein. „Der Herr, den Sie meinen, sitzt dort drüben vor dem Aufzug, er läßt mich alle paar Minuten nachfragen, ob kein Drief oder eine Telephonnachricht für ihn gekommen ist. Eva dankte und schaute in der Richtung, in die eine leichte Kopfbewegung des jungenKerl- chens deutete. Lind da erblickte sie Primo Duero. Erkannte ihn sofort, wie er sic erkannte, als er nun herfah. Er sprang auf, eilte ihr entgegen und drückte ihre Rechte mit impulsivster, heftiger Freude. »Wie danke ich Ähnen für den Drief, Sennorita, es war lieb von Ihnen, mir Ähre Vermutung mitzuteilen. Vielleicht findet sich nun die Spur, die bisher vergebens gesucht wurde." Er sah sie fragend an. »Äch hoffe. Eie haben ein wenig Zeit. Wir könnten uns dann im Hotel- Cafö. in einer stillen Ecke unterhalten von dem, was mich so brennend interessiert, daß es mich hergejagt hat." Sie antwortete ihm: „Äch habe eine Stunde Zeit, dann muß ich fort, sonst erreiche ich meinen Zug nach Hause nicht mehr." Er geleitete sie und plauderte dabei: „Äch wußte ja aus Ihrem Schreiben, wo Sie tagsüber hier in Derlin tätig sind, da hielt ich eS für geraten, Ähnen ein paar harmlose Zeilen ins Geschäft schreiben, um Sie schnellstens zu erreichen. Äch bin ja aufs äußerste gespannt, was Sie mir mitteilen werden." Sie nahmen an einem abseits stehenden Tisch des Cafes Platz, und Eva setzte ihr kappenartiges Hütchen ab. Ähr wcichgclocktcs Dlondhaar war nun freigegeben, und des Spaniers Dlick ruhte fast mehrere Sekunden darauf wie versunken. Er dachte, Eva Hirtberg war noch genau so reizvoll wie damals in Barcelona, und er fand es fast befremdend, daß sie noch unverheiratet war. Er sagte aus diesem Gedanken heraus: „Wenn ich zuweilen an Sie dachte, habe ich Sie mir immer mit dem Ehering am Finger vorgestellt." Sie erwiderte rasch: „Äch bin verlobt seit ein paar Tagen, wenn auch noch nicht öffentlich, und wir werden bald heiraten." „Dann wünsche ich Ähnen Glück, recht herzlich Glück, Sennorita." Erst nach einer kleinen Pause sagte er eS, denn es war ihm gewesen, als hätte er die Mitteilung schwer hinunterschlucken müssen. Lind es ging ihn doch gar nichts an, dachte er. Eva aber war froh, sich gleich zu HanS Felsen bekannt zu haben. Damit hatte sie ihrem eigenen törichten Empfinden ein für allemal einen Riegel vorgeschoben. ei« begann hastig zu erzählen. Don dem Besuch der blonden, eleganten Dame im Geschäft Albert Goldeners, die ihm erst «inen, dann einen zweiten Brillanten verkaufte, die den beiden blauen Brillanten, die für die Gattin des Marques de Palma bestimmt gewesen und geraubt wurden, überraschend glichen. Die Verkäuferin sollte eine italienische Prinzessin Montirossi sein, eine Witwe. Die Steine waren nun eilig als Ohrgehänge für die Draut deS Fürsten Därburg in eine ganz moderne Form gefaßt worden und würden ein paar Tage lang in einem der Schaufenster ausgestellt werden. Schon ab morgen vormittag. Primo Duero hatte aufmerksam zugehört und sagte lebhaft: „Dann bin ich ja gerade zur rechten Zeit gekommen! Äm Schaufenster kann ich mir die Steine auf die einfachste und unauffälligste Weise betrachten. Äch erkenne die Steine bestimmt. Oder eS mühte sich um zwei ganz gleiche Exemplare handeln, was aber wohl kaum anzunehmen ist. Die Steine von dem seltenen Schimmer in der Größe dürften so leicht kein zweite-mal zu finden sein." Eva meinte: „Äch würde natürlich sehr bedauern, wenn Sie die Reise unnütz gemacht hätten." Seine Augen ruhten einen Moment wie träumend auf ihrem Antlitz. „Wenn cs mit den Steinen ein Irrtum wäre, so war meine Reife doch nicht umsonst, ich habe Sie ja wiedergesehen." Sie preßte die Lippen aufeinander und ihre Züge schienen dadurch plötzlich herber und kühll Er faßte cs als Abwehr gegen ein Kompliment auf. das ihr als Draut nicht passend schien, ent- gegcnzunehmcn. und er fügte hinzu: „Ich meinte das eben, wie ich es sagte. Sie sind jetzt verlobt und toerben bald heiraten. Sie lieben Ähren Verlobten und ich kann Ähnen deshalb heute wohl bekennen. ich wußte zum Deispiel damals, vor zwei Äahren. am Rosenmontag, wirklich nicht genau, wohin mich mein Herz zog. Zu meiner Kusine Montserrat oder zu Ihnen." Eva empfand die Offenheit deS Mannes wie einen grausamen Schmerz, Den er ihr zufügte. Aber sie brachte dennoch ein llcincs Lächeln auf. „Wie geht es Ihrer Gattin?" Er neigte vor Erstaunen den Kopf ganz schräg. „Ich bin doch nicht verheiratet!" Eie fragte leise: „So ist Montserrat Duero nicht Ähre Frau geworden?" „Bewahre", gab er zurück, „Montserrat hat mein Haus schon verlassen, ehe Sie fortgingen. Nein, am gleichen Tage. Sie nahm einen Gesellschafterin- Posten in Valencia an. Kaum, daß sie sich von mir verabschiedet hatte, kamen Sie, um die Lösung Ihres Vertrages zu erbitten." Eva war so betroffen von dem, waS sie hörte, daß sich dies« Detrofsenheit deutlich auf ihren Zügen abspielte. Er lächelte mit leicht zuckenden Lippen, „Montserrat hatte mich schwer gekränkt, sie beschimpfte mich nach dem furchtbaren Geschehnis, mit dem entsetzlichen Wort: Vatermörder! Lind so etwas ist nie gutzumachen, ist nicht auszulöschen. Sie bat mich später um Vergebung, aber sie wollte gar nicht mehr meine Frau werden, ebensowenig, wie ich noch danach Verlangen trug, sie zu heiraten. Äch bot ihr finanzielle Hilfe, aber sie nahm nichts von mir an, und ich weih nichts, gar nichts von ihr. Ei« lieh nie von sich hören. Sie war besonders erbittert, weil mein Vater sie in seinem Testament nicht bedacht hatte." Eva dachte verwirrt, alles war nun um Primo Duero herum so ganz anders, wie sie geglaubt. Ähr« künstlich erbaute Sicherheit wankte, und ihr war es, als höre sie ihn wieder wie vorhin sagen: „Wenn cs mit den Steinen ein Irrtum wäre, so war meine Reise doch nicht umsonst, ich habe Sie ja wiedergesehen!" Das war ein Glockenllang au- unerreichbarer Feme, war wie eine Stimme au- einem verschlossenen Grabe. Eie war Hans Felsens Braut. Primo Duero ließ das Thema Montserrat fallen und erzählte Eva, wie man auf dem ®n- cantcs, dem Trödelmarkt von Barcelona, den Anzug entdeckte, den der dreizehnte Clown getragen und erzählte alles, was damit zusammenhing. „Nachforschungen biteben erfolglos . schloß er. »hoffentlich führen die beiden b'.auen Dril'a.ten mich an das ersehnte Ziel, den Mörder meines DatcrS zu finden." Eie neigte den Kops und stimmte ihm zu: „Vielleicht führen Sie die beiden blauen Brillanten an das ersehnte Ziel." Ähr fiel ein, es war nun die höchste Zeit, wenn sic ihren Zug noch erreichen wollte. Sie äußerte den Wunsch, sofort auszubrcchen. Ein Laut des Bedau.rns entfloh seinen Lippen. Mit einem leichten Lächeln meinte er: „Da wir doch wohl noch allerlei zu besprechen haben, darf ich Sie wohl bis an Ihren Zug begleiten." Sie sah seinen Dlick in stummer Ditte auf sich gerichtet, und der Dlick tat ihr wohl und weh zu gleicher Zeit. Sie saßen dann im Auto nebeneinander und Primo Duero erllärte. sich morgen die Schmuckauslagen des Äuweliergeschäjtes Go'.dener betrachten zu wollen. Ec bat: „Ich möchte Sie, wenn «S Ihnen irgend möglich ist. aber morgen abend Wiedersehen, Sennorita Eva, un Ihnen zu sagen, ob ich die Steine für die geraubten blauen Brillanten halte." Eva sann. Ein einzig s Mal durfte sie den Mann dem ihr Herz heiß en gegenschlug, wohl noch Wiedersehen. Ein einziges Mal! Sie erwiderte: „Erwarten Sie mich vor der Tür des Geschäfts. Ein paar Minuten nach 19 Llhr pflege ich das Haus Goldeners zu verlassen." Er nickte. »Ich werde Sie abyolen, Semwrita." Lind dann redeten sie wieder von jenem Rosenmontag und beiden war cS. als hätten sie gern von anderen Dingen gesprochen. Ganz knapp erreichte Eva noch den Zug. DaS erste Gesicht, das sie am heimischen Bahnhof erblickte, war das Hans Felsens. „Gottlob, Evalein, daß du da bist. Weißt du, ich trage seit heut« nachmittag so ein seltsames Gefühl mit mir herum, als müßte dir irgend etwas ganz besonderes geschehen feilt Llnd gegen Abend steigerte sich das Gefühl bis zur Angst. Ich konnte nicht anders, ich mußte an Den Zug laufen. Aber du kamst nicht. Da nahm die Angst überhand, ich atmete ganz tief auf, als ich dich jetzt aus diesem Zug steigen sah." Er zog ihren Arm unter den seinen. „Weshalb kamst du denn nicht mit dem vorigen Zug, wie gewöhnlich?" Sie schämte sich der Lüge und sagte sie doch. Erklärt«, sie habe sich etwas länger im Geschäft ausgehalten und den vorigen Zug versäumt. Er lachte: „Fortan gebe ich nichts mehr auf Ahnungen. Denke nur, ich quälte mich fortwährend mit dem Gedanken herum, es wäre dir irgend etwas zugestvhen." (Fortsetzung folgt) MAGGI5 bieten Gewähr für SUPPEN 1 Würfel für 2Teller vorzügliche Suppe nur13 Pfg. Qualität* Schwache Nerven sind die Grundursachen der meisten Krankheiten. Bel Blutarmut, Herzklopfen, Schwftchezustfinden aller Art, Zittern, Appetitlosigkeit, nervösen Magenbeschwerden soll man Doppelherz, das anerkannte Nervenkräfligungsmittel nehmen. Verblüffende Erfolge. Probeflasche M 2,50 große Flasche 4,50 u. 5,50 Za haben in den nachstehenden Drogerien : Otto Winterhotf, Kremplet« 9/10; C. Seibel, Frankiert. Straße: A. Noll, Bahn- hoistr. 51. tirUnber«: Karl Schott und »amtliche Filialen. Lollar: H. Sommer. Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Th. Drück, Möbelfabrik, Gießen, Inhaber Th. Weiiurt, Gießen, wird heute am 26. No- vember 1930, vormittags 11% Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da die Gemein- schuldnerin ihre Zahlungen eingestellt hat und zahlungsunfähig ift 79960 Der Kaufmann Adolf Schwarz. Gießen, Alicenstraße 171, wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 15. Dezember 1930 bei dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prirfung der angemeldeten Forde- rungen auf Dtenslag, den 23. Dezember 1930 vormittags 10k) Uhr vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal 101, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- schuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderun- gen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 15. Dezember 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zn Gießen. Werben Sie mittelst der Zeitungsanzeige und In geeigneten Füllen auch durch gute Drucksachenl Fachliche Beratung, wirksame Entwürfe, beste Ausführung und günstige Prelsvorachlttge bietet Ihnen die BrOhl'ache Druckerei, GleBen, SchulstraBe 7, Anruf Nr. 225 Ingenieurschule Elektrotechnik. Maschinen-, Auto-. Heizungsoeu. Au> Iwarme-. Kanctecnn. Land*. 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Dieses wurde zum Schwingen gebracht, der auftretende Wechselstrom durch Herauf- und Herabtrars or- mieren nachgcwiesen. Kleine Dli'hlämpchen zeigten die Stromstärke, Glimmlampen die Spannung an. Dann wurde mit Hilfe eines sich selbst steuernden Schwingungskreises eine Welle erzeugt und durch sie eine Leibliche Spule zum Mitschwingen angeregt. Der dritte Teil des Dortrages brachte die weitere Herabsetzung der Wellenlänge bis auf 4 Meter. Die Resonatoren wurden immer mehr vereinsacht, schließlich blieb als schwingungssähi- ges System nur eine einfache Metallstange übrig. Aus verschiedene Weise wies der Dortragende nach, daß diese in der Rähe des Schwingungs- crzeugers wirklich zum Mitschwingen kommt. Zur Bestimmung der Wellenlänge diente das Lecher- shstcm. Eine wesentliche Derkürzung der Wellenlänge ließ sich durch Eintauchen des ^Dipols" in Wasser erreichen. Wegen der Aenderung der Dielektrizitätskonstante wird sie hierbei auf ein Reuntel der Länge in Luft reduziert. Ein nur 22 Zentimeter langer Dipol konnte auf diese Weise noch zum Schwingen gebracht werden. Zum Schluß baute der Dortragende noch eine Sende- und Empfangsanlage in kleinstem Maßstäbe auf. Reicher Dcifall lohnte die wvhlgelun- genen Dcrfuche. R. R. Kirche und Schule. Lberheffifcher Verein für Innere Mission. * Der OberhessischeBereinfürInnere Mission tagte am Montag im Saale des Eoan- gelischen Vereinshauses zu Gießen. Nach einer einleitenden Andacht von Pfarrer Hofmann (Hopfmannsfeld) sprach Direktor Pfarrer Röhricht (Darmstadt, üver aas Thema: „Der religiöse Sozialismus und die Innere Mission". Der Dortrag fand aufmerksamste Zuhörer und löste eine lebhafte Ausspraeye aus, an der sich Pfarrer Sattler (Wieseck), Kirchenvorsteher Fischer (Gießen), Pfarrer S t r a ck (Münster), Ober- kirchenrat D. Wagner und Prof. D. Cordier (Gießen) beteiligten. Rach einem Schlußwort des Dortragenden gab der Dorfitzendr den I a h r e s- bericht über 192 9. Der Mitgliederstand ging bei den schlechten wirtschaftlichen Derhältnissen zurück. Die Herberge zur Heimat wies 13 597 Gäste auf (1928: 14 167), 1930 bis jetzt 11318, die zu Friedberg neu eröffnete zeigte 12 572 Gäste: das Eleonorenhospiz in Dad-Rauheirn wurde u. a. von zahlreichen Schweden besucht: auch sein Besuch litt unter der schweren Zeit. Bei der Aussprache gab Kirchenvorsteher Horst Auskunft über die Wohlsahrtsschecks der Inneren Mission. Oberbeffen. Kreis Büdingen. 11 Büdingen, 26. Rov. Professor Dr. F. Gündel (Frankfurt a. M.) hielt hier im Saale des Hotels „Zum Stern" einen Vortrag über den „Rittersitz Philippseck bei Hed. rnheim". Mit diesem Dortrage eröffnete der Geschichts- Verein seine diesjährige Vortragsreihe. Professor Dr. G ü ii d e l, der seinen Zuhörern bereits von einem früheren Dortrag als scharfsinniger Forscher und meisterhafter Rekonstrukteur der römischen und frühmittelalterlichen Bauten bekannt ist und auch bei der Rekonstruktion der Burg Philippseck eine überaus glückliche Hand hatte, behandelte das Thema mit viel Sorgfalt. Der Dortrag wurde wesentlich unterstützt durch eine Reihe von Lichtbildern. An die interessanten und mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich im engeren Kreise noch eine rege Aussprache an. rl. Büdingen, 26. Rov. In einer stark besuchten Deamlenkundgebung im großen Rathaussaal, veranstaltet vom KreiskartÄl Büdingen des Hess. Deamtenbundes. sprach der Dor- sitzende des Hess. Deamtenbundes, Dr. P. C l a h , Darmstadt, Über zeitgemäße Deamtenfragen (Gehaltskürzung, A^wehrkamps usw.). Eine lebhafte Aussprache bewies die einmütige Entschlossenheit der Beamten, die wirksamsten Gegenmittel im Abwehrlamps für die Erhaltung der Deamten- rechte anzuwenden. i. Dodenhausen I, 26 Rov. In den Staats- Waldungen — Försterei Finkenl>ch und Konrads- dorf — hoben jeh' deHolzfällungsarbei- t e n begonnen. Die A ordlöhne sind unge ä,r dieselben geblieben, wie im vorigen Iahre, die zu schlagende Holzmenge liegt etwa ein Fünftel unter der seitherigen Iahressällung. Kreis Schotten. -+• Ober-Schmitten, 25. Rov Das zur Anlage einer neuen Ortsstraße benötigte Gelände wurde jetzt von der Gemeinde ertoorben. Die anliegenden Te iher traten cS zun Preise von einer Mark pro Quadratmeter ab. Die neue Straße soll noch während des Winters erbaut werden. Der Erwerb von Bauplätzen in diesem Taubezirk erfolgt künftig nach einem bestimmten । Plane, der von dem Kreisbauamt auSgearbei- I tet ist. Wirtschaft. Oer neue Aufwertungszins von Th pro,ent. Rach dem Gesetz über die Fälligkeit und Der- zinsung der Aufwertungshypotheken vom 18. Iuli 1930 sollte die Reichsregierung mit Zustimmung des Reichstages den vom 1. Ianuar 1932 ab geltenden Aufwertungszins am 1. Oktober 1930 festsehen. Sie erklärte aber seinerzeit, daß mit Rücksicht auf die schwankenden, unflarcn Verhältnisse am Kapitalmarkt der Zinssatz erst später, und zwar am 15. Dezember 1930, von ihr festgesetzt werde. Ein entsprechender Gesetzentwurf mit der notwendigen Ermächtigung war den gesetzgebenden Körperschaften vorgelegt worden. Runmehr hat die Reichsregierung soeben beschlossen, den Aufwertungszins auf 7,5 Prozent festzusehen. Ein entsprechender Verordnungs-Entwurf ist dem Reichsrat bereits zu- gegangen, der sich in diesen Tagen mit ihm beschäftigen wird. Mit dieser schnellen Entscheidung ist die Reichsregierung den in der Öffentlichkeit vielfach geäußerten Wünschen entgegengekommen, die dahin gingen, daß eine schnelle Festsetzung des Aufwertungszinssahes im Interesse der Gläubiger und Schuldner aus Aufwertungshypothckon liege, nachdem sich beide auf das Gesetz über die Fälligkeit und Verzinsung der Aufwertungshypotheken vom 18. Iuli 1930 eingestellt haben. Die Verordnung über den neuen Aufwertungs^ins soll gleichzeitig mit diesem Gesetz in Kraft treten; dies wird also erst dann der Fall sein tonnen, wenn der dem Reichstag vorliegende Gesetzentwurf vom Reichstag angenommen worden ist. Cs ist anzunehmen, daß der Reichstag dies ohne weiteres angesichts der Sachlage und der Erörterungen, die in zustimmender Weise gegenüber den Absichten der Regierung in der Öffentlichkeit gepflogen worden sind, tun wird. Bezüglich der Höhe des Zinssatzes ist zu sagen, daß man mit einem 7,5prozentigen Sah und infolgedessen mit einem 7prozemtigen für die Liquidationspfandbriese bereits gerechnet hat. Insbesondere die Börse hotte sich auf einen Zinssatz von 7,5 Prozent, der den gegenwärtigen Verhältnissen am Pfandbriefmarkt entspricht, eingestellt. Sowohl die Aufwertungsschuldner, als auch die Auswertungsgläubiger werden sich infolgedessen mit einem Zinssatz von 7,5 Prozent wohl abfinden, obgleich allerdings gegenwärtig auf dem Realkreditmarkt günstigere Bedingungen für Reuausleihungen zu erreichen sind und daher wohl ein Teil privater Hypotheken, die zum Ianuar 1932 fällig werden, gekündigt werden wird. Man muß aber bedenken, daß mit der Festsetzung des Aufwertungszins- sahes auf 7,5 Prozent eine Entscheidung auf längere Sicht getroffen werden soll, die in hofsentlich nicht allzu ferner Zukunft liegende marltnormale Kapitalverhältnisse im Gegensah zu der augenblicklich etwas gespannten Lage in Rechnung zu stellen hat. Aufwertungsschuldner und Aufwertungsgläubiger können jetzt nach Klärung der Zinsfrage ihre Entschließungen tref.cn, und damit ist der Weg zur freiwilligen Konversion der Aufwertungshypotheken geö'fnet, von deren Ausmaß es abhängen wird, ob sich stärkere oder schwächere Kapitalnachfragezusammenballungen zum 1. Ianuar 1932 ergeben werden. Die Weiten-Notierung in Frankfurt. Frankfurt a. M., 25. Rov. Der Vorstand der Frankfurter Börse, Abteilung Getreide, hat nach Anhörung und unter Zustimmung der interessierten Kreise (Landwirtschaft, Müllerei und Handel) beschlossen, daß mit Wirkung vorn 25. Rovernber ab Weizen wie folgt amtlich notiert wird: Weizen (Hessen, Provinz Hessen-Rassau und Unterfranken): Hektolitergewicht von 7 4 Kilogramm. gut, gesund und trocken. Es hat sich in der Praxis herausgestellt, daß der Dorstands- bcschluß Dom 17. September, wonach Weizen mit einem Hektolitergewicht von 75 Kilogramm zu notieren ist, sich nicht mehr ausrechtcrhalten läßt, da die Qualitäten inzwischen überwiegend zurückgegangen sind und in der Hauptsache nur noch ein Raturalgewicht von 74 Kilogramm zum Verkauf gestellt wird. Dementsprechend ermäßigt sich für die Abnahme der Ware das in der Bekanntmachung vom 17. September genannte Derechnungs-Ausgangs- gowicht für Weizen von 75 Kilogramm gleichfalls auf 74 Kilogramm, während die Dergütungsfätze selbst unverändert bleiben. Bei Weizen mit weniger als 71 Kilogramm Hektolitergewicht ist der Käufer berechtigt, die Uebernahme der Ware abzulehnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. Rov. Tendenz: etwas freundlicher. — 3m heutigen Dormittagsverkehr neigte die Tendenz infolge der schwächeren gestrigen Reuyorker Börse eher weiter zur Schwäche. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich aber ein bemerkenswerter Tendenzumfchwung bemerkbar. Eine Verlautbarung, wonach die Deutsche Dolkspartei der Regierung Brüning ihre Unterstützung zugesagt haben soll, war der Hauptgrund für eine bessere Beurteilung der allgemeinen Lage. 5>aneben werden für den morgigen Zahltag leine nennenswerten Schwierigkeiten erwartet. Die Spekulation erhielt hiervon ausgehend eine stärkere Stühe und nahm nach den gestrigen Abgaben wieder Heine Deckungen vor. Die Umsah- tätigfeit bewegte sich jedoch im allgemeinen in engen Grenzen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse lagen die ersten Kurse überwiegend etwas höher. Am Chemieinarlt eröffneten I.-G -Farben 2 Prozent und Metallgesellschast 1 Prozent gebessert. Lediglich am Elektromarkt waren die Umsätze etwas größer. AEG., Licht & Kraft, Lahmeyer und Siemens gewannen bis zu 2 Proz. Rur in Elektrische Lieferungen kam noch etwas Material an den Markt, mit einem Iproz. Verlust. Anregend toitLe ferner, daß die Abgaben in Deutsche Linoleum ausgehört haben. Deutsche Linoleum konnten sich etwa 1 Proz. erholen. Am Montan- marft 8'■gen Rheinstahl 1,5 Prozent an. Don Kali- aktien lagen Salzdetfurth weiter im Angebot und nochmals 2,5 Proz. niedriger. Don Kunftseide- aktien konnten Atu. 2 Proz. höher einsetzen. Bau- untemchmungen uneinheitlich. Am Markte der Bankaktien besserten sich Reichsbankanteile um 1 Proz. Die übrigen Werte dieses Marktes waren meist nur knapp gehalten. Am Anleihemarkt gaben Altbesitz erneut etwas nach. Don Au ländern büßten Zolltürken 0,25 Proz. ein. Im Verlaufe setzten sich weitere, wenn auch nur kleine, Deckungen fort, so daß das Kursniveau erneut etwas höher lag. Später machte sich aber wieder Realisationsneigung geltend, und die im Verlaufe erzielten Gewinne gingen meist verloren. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich Der P'ai dbr.es markt war still. Reichsschuldbuchf rderungen in späteren Fälligkeiten eher schwächer. Am Geldmarkt war Tagesgeld im 3. fammenr a g mit dem bev rstehenden Zahltag gesucht. Der Sah war auf 5 Prozent erhöht. Am Devisenmarkt lagen Devisen gegen Reichsmarkt weiter leicht befestigt. Madrid lag wieder etwas schwächer. Sonst nannte man: Mark gegen Dollar 4,1959. gegen Pfund 20,3750, London gegen Kabel 4,8557. gegen Paris 123,60, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 43,70, gegenSchwei- 25,0775, gegen Holland 12,0611. Berliner Börse. Berlin, 27. Rov. Ziemlich überraschend _ eröffnete die heutige Börse bei überwiegend höherem Kurse in eher freundlicherer Haltung. Der matte Schluß der geftrtgen R uyorker Börse war vergessen, a s sich heraus stellte, daß das Angebot nachgelassen hat und als man merkte, daß besonders keine Exekution S- w a r c mehr in nennenswertem Umfange an die Märkte kam. Ferner argumentierte man, daß heute Verkäufe für den Ultimo nicht mehr möglich seien und bekundete daher Dcckungs nei- g u n g. besonders in den Papieren, die gestern von der Baillespekulation stärker angegriffen worden waren. 3m allgemeinen war die KurS- entwicklung aber noch u ne i n he i t l i ch. Gewinnen bis zu 2,5 Prozent standen Verluste in etwa gleichem Ausmaße geg'nüber. Besonders Schiffahrisoltien, Kaliw rte, 3lse Bergbau, Schubert & Salzer, BMW., Feldmühle, Rordsee Deutsche Hochseefischerei und Schwarzkops-Ma- schinen (letztere aus den gemeldeten Verlustab- sch uh) gehörten zu den stärker gedrückten Papieren, während Aku und Demberg, Waldhos, Zement Heidelberg, Farben, AEG. von der bereits erwähnten Dcckungsneigung profitierten. Mit wenigen Ausnahmen war die U m s a tz t ä t i g - feit aber sehr gering. Ein Papier wie Ttzörls Qcl mußte bei einem Angebot von zwei Mille gestrichen Bries notiert werden. Deutsche Anleihen lagen behauptet. Von Ausländern verloren Bosnier bis zu 1 Prozent. Auch Renten neigten zur Schwäche. Der Pfandbrief markt war still und eher nachgebend. Reichsschuldbuchforderungen meist unverändert, spätere Fälligkeiten eröffneten bis 0,25 Prozent gedrückt. Geld zog vor dem Zahltag weiter an. TageSgeld mit 4,25 bis 6,5 Prozent notiert; dieübrigen Sätze blieben unverändert. 3m Verlaufe setzten sich die Deckungen fort, und die Kurse hatten zumeist weitere Gewinne bis zu 1 Prozent zu verzeichnen. Siemens. Aschersleben, Salzdetfurth, BMW. und Polyphon waren bis zu 2 Prozent befestigt. Rach Aufhören dieser Deckungnr wurde die Stim- mung aber wieder eher schwächer, und die Mehrzahl der im Verlaufe erzielten Gewinne gingen wieder verloren. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 27. Rov. Auf trieb: 102 Rinder, 347 Schafe, 622 Schweine. Cs wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 65 bis 70 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 59 bis 64, geringe Kälber 43 bis 58. — S ch a f e; Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 44 bis 47, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38 bis 43, fleischiges Schafvieh 30 bis 37 Mk. — Schweine: nicht notiert. — M arktver lauf: Kälber schleppend; Schafe und Schweine ruhig, ausverkauft. Letzte Nachrichten. Zwei Staatskonimiffare für Berlin. Berlin, 27. Rov. (TU. Eigener Drahtbericht.) Der Qberpräsident für die Provinz Brandenburg und für Berlin hat die OberregierungS- räte D r. v. Stein und Dr. Koppen zu Staatskornrnisfaren für Berlin ernannt. Der erstere soll die Rechte des Magistrats, der zweite die Rechte der Stadtverordnetenversammlung wahrnehmen. Beide haben den gebundenen Auftrag erhalten, die Haushaltspläne Berlins für 1930/31 auszubalancieren. U. a. ist bestimmt worden, daß der kommunale Zuschlag zur Grundvermögens st euer anbauern soll, ferner sott eine Getränke st euer ab 1. Dezember eingeführt werden, unb weiter eine 'Bürgerabgabe nach bem LandeSsah. Sprechstunden der iricixutioii. 11.30 bie 12.30 Uhr 16 bl» 17 Uhr Samstag nachm llaa qe’dilofkn Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne belgesügle» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o H.. Lombarbzinsfuß 6 o H. Frankfurt a. Dl. Berlin Vranfhirt a. Dl Berlin d^chiutz- l-Uhr. Schluß« JQnla g- Schluß« l«Ubr« Schluß- Anfang- tute Kur lur flur< iure Rur» lur» flurt Datum 26 11 27 11 26 11 27 11 Darum 26 11 27 11 26 11 27 11 6% Deutsche tReiManietix vamburg-VImenla Pake« . . 66,5 — 66.9 65.5 von 1927 86,5 — 86,9 — fiamburg-Gübam. Damrlichift 8 — — 143 142.25 7% Teutidif Relchsanleche Hanta Tamrhdiifl 10 — — 117,5« 118 von 1929 98,25 — 98,5 — Worbbeubdier Lloyd 8 7.5 67 67.75 67,25 Deutsche enlvfflbldl.-Sdndt mit Allgemeine TeutlAedreBltanfL 10 96 — 96 95.75 Ausloi. Reckten 52 51,9 52 52,13 Barmer Bankverein 10 100 100,25 100,13 100.13 ohne Äuslos.-Reckte 5,5 5,5 5,5 Berliner Hanvelegelellichafi 12 124,5 — 124,25 124 8% fielt. Solbfiaal von 1929 tiommert' und Privai-Bant 11 108.75 108,75 108,75 104.75 (tüdtablb 102%) 88,5 — 88,9 — Tarrniiävrer und Ranonalbanl 12 145 — 144,5 145 Cberbeifcn Ptoviw, ■ 0nle56,25 156,5 156 155,5 nen rürfiablbai 1932 95 —— — _ iiansravw ...... . 8 — — — 119 K 120 49 122 119,75 — 4% Oesterreich»-he Gotdrente 26 _ 26,13 . 6 48 _ 4,20% Cefteneldilldje GUberrente 2,5 — 2,5 — Teutiche SrdSI . • • • • . 6 — 57 57,5 4% OeNerrricknche SinbetUtche diener Sieinkodle . • • • • . 8 — — — Rente 1,5 — 1,5 _ Geilenkirchener . ..... . 8 82 — 82 81,5 4% Ungarische Goldrente .... 23 — 22,9 — Harpcner .••••. . 0 75 — 74,5 73,6 4% Ungarische CtaatSrente v. 1910 17,75 — 17,75 17,6 — — 67,5 68,25 4^% deegl. von 1913 19 — 19 — flife Bergbau..... . 10 — — 158 154 4% Ungari|*e Kronenrente 1,55 — 1,5 1,5 5,5 — 65 65,6 4% rürkijche flollanlefbe von 1911 1,35 1,15 1.05 3,2 Köln R> ueiien .... . 'i — — 75,4 76 4% rürtilche Bagdadbabn-Anl Pfanneömann-Röbren . • • . 7 3,5 63,75 64,25 63,75 Serie 1 3,2 — 1,2 3,1 ClaneklMt Bergbau . . • . 7 — — 35.75 36,5 4% beegi. Serie 11 3,2 — — —— Lberichiel liilenbi'Oarl . • ■ . 6 — — 37 — 5% Rumänische vereinb Rente Oberfchlei Kokowerke . . . . 7 —— — 65 66,25 von 1903 — — 8,1 7,8 Bbönir Bergbau . . 659 58,5 — 58,5 58,75 4%% Rumänische vereint) Rente Rfaclnllrfie Braunkohlen . . 10 150 — 150 151 von 1918 — — 12,9 12,75 Xbeinftahi ..... . 6 67,5 69 66,5 67,5 t% Rumänische vereinb. Rade - 6,4 6,4 6,45 6,4 Siebe d JRcnto ...... U ■■ —— — — Frankfurt a M Serkin Gch.Uß- fti'd l-Ubr- R re Üchluß- lur# Bnfang- flure Datum 26 11 27 11 26 11 27 11 Bereinigte Slablwerke 63 — 62-/5 62.9 Ctaol Minen 16»/. —— 31,9 31,5 Kaliwerke Aich «leben IO 139 — 142 140 Kaliwerke Westeregeln - 10 140 —- 143 142.5 Kaliwerke Salrdetkurib . 16 222,5 220 223,5 221 I. G. ftarben.^nouftrte Tvnam» Nobel . . . 12 128,65 130,6 128,25 130 . . 6 — — 60 Scheideanstall...» . . 9 127,5 — — — Moldickmldi . . . . . 6 40,5 — 40.75 — Müigeremerfe ...» . . 6 44 — 44 44 Metallaeiellichakt. . . . . 8 83 84 83.5 83,5 BbUlvv Hoi,mann - . . 7 68,5 68,5 67,5 _ Zementwerk Heidelberg . 10 78 — _ Cementwerk Karlktadt. • . 10 — — — — Waoß & ^tentag - • . . 8 — 44 45 — Schuiideu Batzenhofer . 15 166 166.75 Cftroetie .... . 12 130.25 131,5 Aku .... . 18 59,5 61,5 59.5 62 Bemberg...... . 14 2.5 — 63.25 64 Seltrtcff Waldbok 18'/. 100 — 100,13 101.5 flellftcfl «Ithalfenburg Cbatlottrnburger Waue . 12 — — 74,75 • . . 8 — — 79.5 —» Deiiauer ®ae . . 9 — — 103,75 104 Daimler Motoren . . O 24 — 23,5 23 Deutiche Linoleum . e e e - 98 98,75 97 96.5 Maichinenbau A.-G. . « • . . 0 — — 29,75 30,13 Rat. Automobil . e • . . 0 — — — Lrentiein & floopel . e e . . 6 — — 43,5 42,75 Leonbarv Tietz . . e . 10 111 — 110 111,75 Sveneka - . • • • • • — — 269 269 rZrankfriner Mmchinen . . 4 10,25 _ 11,75 _ (8rinnet . . • e . . 6 28 27,5 — fieollgenflaebt . . . Hungban# .... ßediroerte .... . . v . . 6 27 _ 26,5 . . 8 _ — — Mainkrasrwerke Hbchv L tu . . 8 62 — — — Mag - . . 10 — 62 — Gebt. Roeder . . . . 10 77 —— — — Bvigt & Haesfner . . . . 9 _ 150 — Süddeutsche Zucker . • • • 10 134,5 —- 134 — Banknoten. Serlln, 26 November 'ifieiB ärlef ' Amenkann-iie Roten .... 4.182 4.202 fBciglfdie Noten ...... 58,23 58,47 lanlidte Roten ....... 111,84 112,28 Sng'lldte Noten . ....... 20,32 20,40 ffranjouiche Noten....... 16,436 16,496 Holländische Noten....... 168,33 169,01 gtallenfldte Roten........ 21,88 21.96 «orroegt'dK Noten....... 111,88 112,32 Deuttch. Oesterreich i IOO Schilling 58,85 59,09 Numunliche Noten....... 2,475 2,495 Sditoeduche Noten ....... 112,23 112,67 ©diroeliei Roten ....... 81,00 81,32 Spanische Noten........ 46.51 46,69 T'dn'chotiowokiidie Roten..... 12.40 12,46 Wtgn-t'che Noten 73.10 73,40 Devisenmarkt Berlin - Jcanffur a. M 26 November 27 Rovern bei amtlich Seid | "0 truny Sri AMti a». ®elf •Teuerung Är» ämft. O A G CQ o c E 55 9^ E aöö 5)55 o •e 3® 9 R '9-0(9 B 3 *ti E 2 SS c E E c = 9 in •— -ti s 5) 5) 2 IBu £ 5 S3 c<9 c? £ B 9 £ "cöfi O 3 5 E 5« C £» E, «'S S(9 Q ro ° 53 a M CM H 5 g 2-W E A 2 § 9 ä 2 E Ä 2(9 3>-9 e 3 §5^ 9 H»6 E §5 ■e Sc? .! a-. — — €^to e 22 e ® » s - 9 § 2Lo(9 CM £%.£ 5 5 ©•! d qfi ^A^g g L.9 2 a: 3 sLZ^SZSLZZ ZÄL ? or- E^ in" i5P *5-8 ^kE § § *» § « a o-/-e ZK^ZÜ C o) CM fJ«P E E W E E B Z | e a E 9. :Q A -b c 9 E 9 8 N c? © E 2 9 cn'S' ZK E 9 (9 N C? £ «e E §q^ ° .^. o O® J_ . E E o g. I« g? 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Dein .iegen aber lenbesiherl. mterlallen, ileich einen durch das h war der Tiner für h des alten -Mli^_ esicht^" kühlende, reiz' lor, eignet W terW *5 u L«KZ O n A £?b= S CD ZD o E 'V.L q A(9^ 05 * - c> ■I* «“ 5 ~ >- 3 E S)^D S jQ a-5 :C p-JiS g m»cSo -2 Eä/5ää Q •s £ «Ä-g Z. g^E^P-, W,2 = e = *4 Rfi O) M 3 _ O) E LZ r mit "Ohren erhöht, j0 Zu wer- keichzeilig 'N«-" Pf. pro Seht und ititanfen n UUgie« Ntanb, ^Heuet rd. 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