Nr. 251 Erstes Blatt 180. Zahrgang Montag, 21. Oktober (950 Lrlcheini iflghtb.außei Sonntags und Feiertag» vetlaaen- Die 3llu|trterte Gietzener FamtlienblStier Heimat im Bild Die Scholle !Ronats»Be$ug$prets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfenntg für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ernfprechanfchlüst« anterSammelnummer2251 Anfchnfl für Drohtnach- richte« Lnzetger Giebel». potzfchecktonlo: firanffurtam Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Dnid und Verlag: vrühl'fche Univerfiläis-Vuch- und Stetnöruderei k. Lange in Stehen. Zchriflleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 v 0 mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tyyriot; für den übrigen TcU Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Die neue Bergwerkskatastrophe im Saargebiet. Furchtbare Schlagweiierkohlenstaubexplosion auf der Eaargrube Maybach. — An hundert Todesopfer. 88 tote Bergleute geborgen. Oie Mitteilung des Oberbergamts. Die Bergungsarbeiten am Sonntagabend eingestellt. Saarbrücken, 26.0kl. (IDIB.) Das Ober- bergaml teilt mit: Am Samstag, den 25.Oktober, gegen 15.30 Uhr ereignete fich in Flöz 4a der vierten Tiefbaufohle der Grube Maybach eine Schlagwetter-Kohlenstaubexplosion. Die beiden Abbauflügel der Sleigerableilung 9 wurden von der Explosion durcheilt, die aus die benachbarten Abteilungen nicht übergreifen konnte, da die Gesteinsstaubfperre das weitere Umfidjgrei- fen der Explosion verhinderte. Da die Wetterführung nicht gestört wurde, konnten die Rettungsarbeiten sofort ausgenommen werden. Vis Sonntag 17 Ahr wurden 86 Tote geborgen. 3m Lazarett sind 4 g e f( erben. Unter Tage liegen an einer Stelle, die nicht zugänglich ist, zwei Tote. Auher diesen 92 Toten fehlen noch drei Bergleute, die an einer Stelle liegen, wo die Wetter noch brennen, die aber ebenfalls t o t sind, wegen der bis zur Unerträglichkeit gestiegenen hihe in den Stollen sind die Bergungsarbeiten gegen Abend eingestellt worden. 3m Laufe des Sonntages sind d i e Angehörigen der verunglückten an die Bahren geführt worden, um die Toten zu identifizieren. Die Beisetzungsfeierlichkeiten sind auf kommenden Mittwoch angesetzt. An der Llnglücksstäiie. Saarbrücken, 26.Oft ($11.) Während am Gams tag noch über dem ganze" Lande tiefe Stauer über die Toten von Ätsdors lag und überall die Fahnen auf Halbmast wehten, ereignete sich ein neues schweres (Srubenunglüd, 1 diesmal im Sa ar gebiet, auf der Grube Maybach, -wischen den Orten Quierschied und FriedrichS- thal, 15 Kilometer nordöstlich von Saarbrücken, Saar- ' /f/W/zrAn,-I Q(//p/3C/M /tdE fr/edriefafh. / ^Juhboch fr"*«** jiiSfar?- Sffi/fr Jtorbructen & X Unglücksstelle, das bis Sonntagnachmittag 99 Todesopfer, darunter drei in den Kranfenhausern verstorbene 'Bergleute, gefordert hat. Unter ihnen befindet sich auch der Aufsichtsbeamte der vom Unglück betroffenen Abteilung 9, Steiger Meissel, durch dessen Tod die Klärung der Ursache der Explosion äußerst schwierig werden dürfte. DaS Unglück ereignete sich am Samstag um 15.30 Uhr im Hauptquerschlag der vierten Tiefbausohle der Schachtanlage Maybach. Sofort nach Defanntwerden der Katastrophe fuhren R e t - tungsfolonnen ein, die fünf Verletzte bergen konnten. Zur Unglücksstelle waren auch sofort die Vertreter der Dergbaupolizei, der stellvertretende Derghauptmann sowie das Mitglied der Saarländischen Regierungskommission, Maurice, geeilt. Da die französische Grubenverwaltung jede Auskunft verweigerte bzw. sehr zurückhaltend war, sickerten die Vachrichten über das furchtbare Ereignis nur spärlich durch Auf dem weiten Grubengelände drängen sich Lausende von Angehörigen der verschütteten Bergleute. Vur mit Mühe tonnen die Feuerwehrleute, Sanitätsmannschaften und Grubenbeamten den Ansturm von den Toren des Schachts abdrängen. 3m Zechensaal, wo sich die Vertreter der Presse aufhalten und wo ab und zu eine fnappe Mitteilung über die Lage ausgegeben wird, hat man riesige Weiße Tücher auggebreitet, um die Toten aufzunehmen. Don den Toten weisen die zuerst in den Gängen gefundenen furchtbare Verletzungen durch Stichflammen auf. Sie sink? bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die später vor Ort Aufgefundenen sind sämtlich an Gasvergiftung zugrunde gegangen. Grubenbeamte, die die Stollen beschritten haben, teilen mit, daß man nur noch Tote findet. Die 'Bergungsarbeiten gehen nur sehr langsam vonstatten, da bie 6 tollen immer noch mit Gas gefüllt sind und die Verunglückten durch einen entfernt liegenden blinden Schacht zutage gefördert werden müssen. Ein Bergknappe hat seinen Kameraden eine Strecke weit mitgeschleift, ehe ihn giftige Gase zwangen, seine Last abzuwerfen. Einige Gerettete antworten auf die Frage, ob sie die 'Rettung der Eingeschlossenen für möglich halten, schweigend und mit Kopfschütteln. Eine ergreifende Szene spielt sich vor dem Lampenschalter ab Ein Fahrhauer fordert seine Grubenlampe. Er will zurück in den Schacht, er will Vordringen in das undurchdringliche Dunkel, durch die zusammengestürzten Gesteinsmassen, denn er weiß, unten liegen fein Bruder und sein Schwa- g e r. 3m Zechenhof herrscht ein aufgeregtes und nervöses Treiben. Hunderte von Helfern stehen vor den Eingängen des Schachtes. Lob gebührt den französischen und deutschen Aerzten, die Schulter an Schulter den Verletzten die erste Hilfe (bringen. Die Polizei hat alle Hände voll zu tun, die an die 5000 zählende Menschenmenge zurückzuhalten. - Die tU r s a ch e des Bergwerksunglücks ist vermutlich in der Explosion einer Benzollokomotive auf der viertenTiefbausohle des Schachtes Maybach zu suchen Diese Explosion hatte unmittelbar darauf eine Kohlenstaub- undSchlag- wetterexplosionzur Folge Dadurch wurde die Strecke vollkommen verschüttet. Ore Ursache des Unglücks. Meine Explosion einer Bcnzoliolomotivc? Paris, 27.0kl. (IDIB. Funkfpruch.) „Pellt 3ournar läßt fich von feinem nach Maybach entsandten Sonderberichterstatter melden, die Annahme, daß die Grubenkatastrophe auf die Explosion einer Benzollokomotive zurückzuführen fei, treffe nicht ; u. Technische Sachverständige betonten übereinstimmend, daß cs sich um nichts anderes als um Schlagwetter handele. Erft im Augenblick der Lxplofion fei eine Preßluftlokomotive, die fich in dem betreffenden Schacht befand, aus den Weichen gesprungen und gegen die Wand geschleudert worden. 3m verlaufe des gestrigen Nachmittags feien an einer Stelle neue Schlagwetter ausgetreten, doch scheine der neue Zwischenfall verhältnismäßig geringfügig gewesen zu sein. Die an den Rettungsarbeiten Beteiligten seien durch Glockenschläge gewarnt worden, sofort auszufahren. Drei von ihnen hätten leichte Gasvergiftungen erlitten. „Petit 3ournal" zufolge, hat auch die Saargrubenver- roaltung in Paris bestätigt, daß es sich bei dem Unglück auf Grube Maybach um Schlagwetter handeln müsse, da keine Benzollokomotive im Gebrauch gewesen sei. Oeuischlands Teilnahme. Beileidstelegramm des Reichspräsidenten Berlin, 26. Oft. (WTB.) DerReichsPräsident hat an die Direktion der Maybachgrube in Friedrichsthal (Saargebiet) folgendes Telegramm gerichtet „3n die tiefe Trauer, die ganz Deutschland um die Opfer der Bergwerkskatastrophe von Alsdorf erfüllt, fällt soeben die Nachricht von dem Unglück auf der Grube Maybach. Tief erschüttert durch diese neue Heimsuchung bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der verunglückten Bergleute den Ausdruck meiner herzlichen Anteilnahme und den Verletzten meine innigen Wunsche für baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Gott gebe, daß eS gelingt, die noch vermißten Bergleute zu retten." von Hindenburg, Reichspräsident. Die Beisetzung der Todesopfer von Alsdorf. Knappen tragen die Särge der toten Kameraden. . CW __ W ' - . ■ 77 • <■.dick flüssig »V SHELL VOLTOL Einheitsoel Sonne über Piz Palü 0665t Alpiner Ski-Film 6. 7. im 79. 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Ich praktiziere wieder von zirka 214 qm; aus Flur III, Nr. 226, ein Teilstück von zirka 175 qm; aus Flur III, Nr. 227'/,°, 2275/io ein Teilstück von zirka 129 qm; aus Flur XVIII, Nr. 80, ein Teilstück Ellen Richter Walter Rlla, Robert Garrison In dem großen, spannenden In tiefer Trauer: Elisabethe Wagner, geb Schmidt Familie Heinrich Wagner Familie Karl Wagner. Schöne S'Mm.Mllg. mit allem Zubehör, zentrale Lane 3. 6L neuen Unkosten-Ent- schädtgung toll, sofort abmneb. Jetzige JabreSmieie 1200^. Tauschwohng. nicht erfordert. Schr. Sing. u.73101) a d.G. Anz. Bürgerverein Gißta mittrood). 29. Oll. 30, 2) Uhr: Versammlung Im Poetkeller 1. Wiederbelebung deS Vereine. 2. Neugestaltung der Satzungen. 3. Neuw. d. BorstandeS.4.Versch. Freier Zutritt für jedermann. 73131) Bekanntmachung. Betr.: Ausbau des Eichgärtengebiets in der Gemarkung Gießen; hier: Enteignungsverfahren. Für den Ausbau der Zugangsstraßen zu der neuen Pestalozzischule im Eichweg hat der Oberbürgermeister der Stadt Gießen auf Grund des Gesetzes, die Enteignung von Grundeigentum betr., in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September uckerkranke: Nur noch ,,Faekol1*, weil ohne Spritze, ohne strenge Difitkur, ohne Berufstörung Ärzti.vielfach er probt Ständig neueErfolgs- berichte. Fordern Sie sofort kostenlos Probeu-hochinteress Abhandlg Uran-G.m.b.H. Berkenbrück 34 (Spree). Verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Nachricht, daß Samstagmittag mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder und Onkel Herr Heinrich Wilhelm Hahn nach kurzem schweren Leiden Im 52. Lebensjahre plötzlich verschieden ist Die trauernden Hinterbliebenen: Kath. Hahn Wwe. und Kinder. Gießen (Kaplansgasse 17). Altena. Obbornhofen, den 27. Oktober 1930. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Oktober. nachmittags 2 Uhr. von der Kapelle des - Neuen Friedhots aus statt. VOv>^a Dienstag, den 28. Oktober 1930, nach-1 mittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 7317DI 1. einen Eisschrank, ein Glasschränkchen, eine Schärfmaschine, zwei Schreibmaschinen, zwei Sofas, zwei Chaiselongues, drei Schreibtische, einen Kassenschrank, eine Ladentheke, ein Harmonium, vier Büfetts, drei Kredenzen, drei Ausziehtische mit sechs Stühlen, einen Regulator, einen Spiegel, drei Diwane, vier Bücherschränke, drei Klaviere, zwei Teppiche, einen Sessel, eine Tischdecke, eine Diwandecke, einen Warenschrank, ein Karussell mit elektrischem Motor, eine elektrische Eisenbahn, eine elektrische Lokomobile, einen Projektionsapparat, eine Dampfmaschine, einen Schiebkarren, eine Wirtschaftsleiter, eine Kinderbank, eine Schnellwaage, einen viereckigen Tisch, einen Rauchtisch, vier Stühle, sieben Pferde, einen Staubsauger, ein Harmonium, eine Schreibmaschine und einen Schreibtisch. 2. Au Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal): eine Bohrmaschine, fünf Ambosse, eine Trägerschneidemaschine, eine fahrbare Stanze mit Schere, eine Blechschere, eine Blechwalze, eine Reifbiegmaschine, einen Elektromotor (4 ), vier chckj vier Schraubstöcke, einen Elektromotor (4 PS) zwei vollständige Schlafzimmer, einen Teppich, eine Friseurtoilette, eine Vitrine, einen Ledersessel, eine Zupfmaschine, drei Büfetts, einen Bücherschrank, einen Schreibtisch, drei Salonschränke, eine Kredenz. Hebbel, • Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 241 — Telephon 4039. beginnend mit Faltboot- und Kletterakt. Dann große alpine Ski-Akte. Winterbesteigung des Piz Palü. —Winterliche Bernina. — Ski- und Gletscherfahrten. Vortragender: Der bekannte Alpin, u. Sportlehr.Willy Dobiasch, München (Mitwirkender bei der Aufnahme des Films). Mittwoch« 5. \ ov. 1930, 20 Uhr, in der Neuen Aula. Die Vorführung ist für jeden Naturliebhaber bestimmt. Eintrittskarten 1.50 RM., Studenten, Schüler 75 Pf. 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Gießen, den 22. Oktober 1930. Kreisamt Gießen. I. 23.: Dr. Krüger. Milchhündler-Verein für Gießen und Umgegend. Führende We ngro> Handlung 1m Rheinischen Produktionsgebiet mit Eigenbau und Wetnbrenneret sucht bet Wirten und Prtoatkundschalt gut eingesührte Vertreter zn günstigen Bedingungen. Schritt!. An- geböte unter 73211) an den Gieß. Anz. Gott dem Allmächtigen hat es gelallen. Samstagabend 11^ Uhr meinen lieben, herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Ludwig Hedrich Bahnarbeiter i. R. im 65. Lebensjahr nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Kath. Hedrich, geb. Wagner nebst allen Angehörigen. Heute nachmittag 2 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater Wilhelm Wagner II. Land' und Gastwirt Ferner: Der Grenzreiter von Texas Sensations- und Abentaurer- film aus dem wilden Texas. Haben Sie offene Füße? Schmerlen? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte Öniverial-Hellsalhe „Genterin". Wirkung überraschend. Preis 1.50 u.2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Haupt nieder 1 age: Engelapoth. Gießen. 230V WM. Zusagen zur Hubertusfeier und Ablieferung der Ausstellungsstücke b. 29. Cttobcr erbet. Kriminalfilm Polizei Billige Milch Hai dieVerbraucherschastGießens seit 22.Sept.T930 mit dem Preis von 28 Pfennig. 3n allen Nachbar- stabten ist die Milch teurer. Oer von verschiedenen Gütern und Landwirten angebotene Kampspreis wirdnurzumZweckederNeusestsehunghöhererMilch- preise angeboten und wird nur kurze Zeit bestehen. Aalten Sie Ihren bisherigen Milchlieferanten die Treue und Sie werden auch in Zukunft vor ZaMDr.WerHn Bahnhofstrahe 46 Astoria-Lichtspiele Heute bis einschl. Mittwoch: Goethe-Bund Infolge eines Versehens der Aula-Verwaltung war es bedauerlicherweise bei dem gestrigen Vortragsabend nicht möglich, die sonst übliche Reservierung der Plätze durchzuführen. Wir bitten alle Besucher, das Vorkommnis entschuldigen zu wollen und haben gleichzeitig Vorkehrung getroffen, daß derartige Fälle lür die Folge ausgeschlossen bleiben. Der Vorstand. 7322 D Sparen!... bei Nowack 6993 A Stoffe kaufen I Bekanntmachung. Die nachstehende Bekanntmachung des Hessischen Kreisamts Gießen, betreffend Ausbau des Eichgärtengebietes in der Gemarkung Gießen; hier: Enteignungsver- fahren bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis. 7222C Gießen, den 25. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seib. Ein Waggon prachtvolle Tafeläpfel per Zentner 34.— Mk. heute irtsch eingetrosten. 06654 pink,Echulstr. S,Tel. 2103 sowie an den Wochenmarkttagen aus dem Wochenmarkt lOöwaldSnarteM. 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Vcflligelhof Groos, Mergentheim FS 1899, Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens bezüglich des folgenden, in der Gemarkung Gießen belegenen Geländes gestellt: 1. aus Flur III, Nr. 202, ein Teilstück von zirka 421 qm; 2. aus Flur III, Nr. 221, 222 ein Teilstück von zirka 177 qm; 3. aus Flur III, Nr. 223, ein Teilstück von zirka 301 qm; 4. aus Flur III, Nr. 224*/io ein Teilstück von zirka 149 qm; 5. aus Flur III, Nr. 224'/i° ein Teilstück von zirka 123 qm. Der Plan, aus dem die Lage des zu enteignenden Geländes ersehen werden kann, sowie der Antrag und die übrigen nach Artikel 23 des Enteignungsgesetzes erforderlichen Nachweisungen liegen in der Zeit vom 28. Oktober bis 11. November 1930 einschließlich auf Zimmer 3 des Stadt. Hauses, Bergstraße 20, während der üb- lichen Geschäftsstunden zu jedermanns Ein- icht offen. Zur Verhandlung über den Plan und die Entschädigung wird Tagfahrt vor der Lokalkommisston auf Freitag, den 14. November 1930 vormittags 9 Uhr auf Zimmer 6 des Stadthauses, Bergstraße 20, anberaumt. Die Beteiligten, insbesondere (Eigentümer, Pächter oder sonstige an den zu enteignenden Parzellen Berechtigten wer- den hierdurch aufgefordert: a) Einwendungen gegen den Plan bei Meldung des Ausschlusses und An- nähme der Einwilligung in die beanspruchte Abtretung oder Beschrän- kung; b) Erklärung auf die angebotene Entschädigungssumme bei Meldung der Unterstellung der Annahme des An- gebots; c) Anträge auf Ausdehnung der Enteignung bei Meidung des Ausschlusses mit solchen; d) Anträge auf Aufrechterhaltung bestehender Lasten (Art. 19 des Enteignungsgesetzes) bei Meldung des Ausschlusses mit solchen; e) Anträge auf Einrichtung oder Unterhaltung von Anlagen, die für die benachbarten Grundstücke zur Sicherung Mte Bosten, Schleim 1 Rach.-Kehlte.-Bronch.- Katarrhe, schw. AlenmotxlMllUUU Bewährt ist: Wörlehofer Asthma-Tee. Kräuterhaus Jung, Schulstr. 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E © €£a k 5 2 g 2 8 g®z= E E» C Cv®* 19 2 E & tS •fi 3A w cy E E to e E B E N N S~ N 'S cQ:o. E £="•? 5 >- §°Ä 2 8 2 E g B E EZ c? c? A 2 2 s: E 3 3(9(1)^ SB M Ee S Qö 2®Ec A »1 £1 <9=K c 8S -t:8S 8 CO Q 2-9 _*1» -E.2 $E d 5$ ZA H © © , O «■< C •E -° = in Z 8 2 S E' 3 2 et 2 v 19 (9 g 2 E © 9 c I E^ ' ZL 2L •62 cE H E s g &= E 8-c 2 «8 es CT. E2 = E «D E -(£) ö. S eSS 51 u Ä c E E 2 22 EA in R 2 2,3 cTG E 2 3 ZZ E 3 Bin c ° tc.y-' EÖE = , 2 EID 19 E E 2-E K3 EZL.3© §7LK.«B2 <9E Eä 2 E f * e 2 ä c 2 § «2 Z E-2 ö® 21© A.^ 5 2 E E Sa2 Lg-55 5 "E c 8 K'S^ cy EeE2 aU O -3 “ O 3'S 2 3 53 E XX© R 2 c 2 A E = 55 cE -E 8 »to c E E ii sa o^. X_Q 2 *ti ^1. 0 c5? E = 2^2 E ZL^Eg 3 2 •cCTE E vE°h w 2Ä §S? es © Bf L2 C-Jz C? -E- “‘■§9 «& 22 & ES ’H»a. •cl Q cAcre VN E 2 SeÜ: E. c "C E 52 2-5 S.E cE s K B C csE S_W t 3 C " oC ES? SS 5 tf> S 2 > x> »»19 £-2. s «••£■ OE2 R E e x E E cE? c E c rq e E S E 19 2 E E E E JOfc toi» 2 o § E fies E: J{ 2 19 2 £ 1 Q ct ttwö S — a eb 5 m -2 E FS L .2. 3 y E s 8 19 E S E E g A =g L ±S -c- 5^ TZ 5.5 2Z A = s c -29S. — ° U. ■ o8S2E E J K 5? • in .© _eq6 L'°F" a^c SE 2 c a »E? c 5.© c AE2 - t€ Z!9 L 5 iÄ. L-S) c £ »„X? C 3^ « g”g E E £»ES © a^.'E • —.-o 3 :of2Ä ©0=| 85 US §2 i- E2 1= s E c m Z-3 E 2 o LEL SB.§^ 8 8f8 2^^ . E <5 T.H ZZ 2 3 19 to . ^© I2 &2 = £ uß Be C *3" ?= 2 g 2® «K = ig is = ■5 5. E^z 2J1 Ci T3 /E E w ~ _ _EEa>^2 M£ o —E_— E = =: Ä 3 -tr cb A-2««’ ® =E 2B2- E° o E .t: ^•s2-^ c'l2§ ■ k o t“0 ■6 3 >2 l. 2 E to® »£«» CE^ u X. 3 X> o o ®EÄ a-*Xc? 2 a . 3 3 3 C *C± = c2:=B § LANt9 '.© il EZ- i- .21 «■-»- O g. 3 3 • - O O " 2 c €|ä8 o » S? 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Z.7o §|p 3 3.3 3 3^05-5 Q 3 3. 3 ®r cu re 3 3 ^^0-3 5 2. t» = = “3 ro. = E E: <#* re HoZ3SSes ö er d 3 ud £c5> .q 03 o-Z 2,§,o »ÖD AZssZ-8 Jr2.?=' 2.-0 5 2 3 =-n 3.3 X © 3 8 o CD 8 3* 3 re 8 f Sg 3 er 3 « o 3 ©02 oo-= 3 8§Z 8 3 :• »öS o ■8.0 % >< ? 3 ~ B § 8 eo E A .^3 ^8 O grre re)‘ 2. 8 5= 3ZL r 3 ^©Z? »£8 8 M 3 = 5 r 3 3 Ä B 3 O B 3 O B A^ u» re S B, 2.8®' 3" f 3 ° 3 o •J> re B3 qH 3 ~ t s: 3 L Z A 3f 5 dH 3r 3. re 2 H a t 8T 3 r 3 Z.Z •< E re _ ;■ 3 B 2. W' re 3 red*'1 3" 11 ”3^3. >S* o ■2.3 s dZ saf3 3 -q* m a-fS Z-Z L«B tB = 2.8*3 = "3-3*8 g*2B= y e re =”" s®^ 3 Bi sr g53i? 11-^1 iP st® gs-g 5 iS 3 ■-O ^o f O 1235 §3 Z •3^ y re- 3 3I H3 Ff 3 33 g§ re 3 2. <2 E o: ey re. 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IC t^Fg 3 S'S A” 3 3--1 2. jg er3 *3 o o g 2 CD .er g ±5 2 Ä re. 2. y re _H.-* re gr 3 * E O 3 2 qsre, 3 0 re © 3 3-= 5 3 8 8 3 H §.O nr.2^ Gießer Gastspiel de Einer der gtof Jet reichshau-ti!« Mrweise der di ^ausreichende Dauerntheaiers °en-wch unter an bei der P ~ die P dublAun des Sui jjn bäuerlicher y klt Slatt überrum Wun^ SxS".. wft w Zu^Vgrche liegt2 S^aUen Mr auen Ml°"d°°«°° hm tDitO- Ltsstunb^ s’s** rdg Wiederholt yar b-S--,ch°st . Waterloo,' flDt war Trafalgar Inzwischen \ mehr als ein 3 faal des F°re Deichslonsk ansdemWe hat in den ^ah von Trafalgar ist die bittere C EnMers^ groß seine Leistr elnlranzo Sieg. 2n.dies von Trafalgar persönliche Emsa als vor 125 eine Insel zu sei Totenfeier sur o ioar, wenn man Begräbnis der Boden ging da> französische Degu der Katastrophe Nelson heute, j( Opfern dieses U englischen Lustsl Aus der De sich um das L Schnittpunkt teil Dorzugszollsyste zwang von engl aufgebaut werd triviale Angelei scheint gut und nicht ganz zu eigentümliche 2 im konservi ist Baldwin, ganz und gar aus dem abe Baldwins Pfei lich empvrsteig wieder den Zc sagt er nein Sabel soll fdjn Dies ist, das f der geschichtlich es wird ni man berät. Di> Auch die Was immer nc&efija’ Es fehlt den Temperamente kanzler a. D. und seinem klei Buch Selbst bivj Snm Thueydidei -c?'? Ludwig Keme Entdeckt ESJttteine & für fei* Fracht und die c L^bt-Dichrl l°un?wÜ?Eaktioi Quq ’tä OnN ii echt kW kl ?)°t nichts fe %> ?°lksst^Irat ^>cheid< buck Ml, L9b«le rsLL KtzS ^mten ?ne .La |JWn^e 3 Nr. 251 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)Montag, 27. Oktober 1950 Vilanz am Trafalgar Tag. Don unserem Londoner Mitarbeiter. London, Ende Oktober 1930. In dem Admirals-Wohnzimmer Nelsons auf dem alten Schlachtschiff „Dictory" tafelt eine erlesene Schar englischer Seeoffiziere zum Gedächtnis des größten englischen Seesieges. Am Fuße der Nelsonfäule auf dem Trafalgarsquare liegt der große Kranz, der dem Gedächtnis des Siegels und Toten von Trafalgar geweiht ist. Heber allen englischen Herzen flattert Nelsons unsterbliches Signal an die englische Flotten „England erwartet, daß jedermann seine Pflicht tun wird." England feiert die Ge - burtsstunde seiner Weltmacht. An diesem Tage wurde das Schicksal des größten Gegners Englands, Napoleons, besiegelt. Er ver- lor die Seeherrschaft und damit den Krieg. Preußen leistete den anderen Teil d->r Aufgabe. Es führte und gewann den Krieg zu Lande. Wiederholt hatte sich die deutsch-englische Waffenbrüderschaft belohnt. Ohne Trafalgar kein Waterloo: aber ohne Waterloo und Leipzig war Trafalgar kein Sieg, sondern nur ein Erfolg. Inzwischen hat sich das Rad der Zeit um mehr als ein Iahrhundert gedreht. Im Locarnosaal des Foreign Office tagt noch immer die R e i ch s k o n f e r e n z, um die englische Bilanz ausdem Weltkriege zu errechnen. England hat in den Iahren 1914 bis 1918 keinen Seesieg von Trafalgar erfochten und hat deshalb, das ist die bittere Empfindung jedes klar denkenden Engländers, den Weltkrieg verloren. So groß seine Leistung war, der Sieg von 1918 war ein französischer und kein englischer Sieg. In diesem Iahrhundert ist die Schlacht von Trafalgar verloren worden, obwohl der persönliche Einsatz Englands weit schwerer war als vor 125 Iahren. England hat aufgehört eine Insel zu sein. Die ungeheuer eindrucksvolle Totenfeier für die Opfer des Luftschiffs „R101" war, wenn man das sagen darf, zugleich ein Begräbnis der Inselhaftigkeit. Auf französischem Boden ging das Luftschiff zugrunde, und die französische Regierung wird den Toten am Orte der Katastrophe ein Ehrenmal errichten. Lebte Nelson heute, so wäre er vielleicht unter den Opfern dieses Unglücks, bei dem die Blüte der englischen Luftflotte zugrunde gegangen ist. Auf der Reichskonferenz streitet man sich um das Q u o t e n s h st e m. Cs stellt den Schnittpunkt widerstreitender Interessen dar. Das Dorzugszollsystem soll auf einen Deimischungs- zwang von englischen und kolonialen Erzeugnissen aufgebaut werden. Das ist eine scheinbar recht triviale Angelegenheit. Tiber der Gedanke erscheint gut und zweckmäßig, wenngleich er ndch nicht ganz zu Ende gedacht ist. Er hat eine eigentümliche Wirkung ausgelöst: eine Revolte im konservativen Lager — und wieder ist Baldwin, der bestimmt kein Nelson ist, nein ganz und gar nicht, zum Sturmzentrum gemacht, aus dem aber, wie üblich, der Dampf aus Baldwins Pfeife, als herrschte Windstille, friedlich emporsteigt. Dieser Baldwin macht einmal wieder den Zaudernden. Er sagt halb ja, halb sagt er nein und die Partei ist in Aufruhr. Dabei soll schnell, entschlossen gehandelt werden. Dies ist, das fühlt jeder, der unwiederbringliche, der geschichtliche Augenblick zum Handeln. Aber es wird nicht gehandelt. Man erwägt, man berät. Die Konferenz kommt nicht vom Fleck. Auch die Wahlchancen werden bei dieser Taktik immer nebelhafter. Es fehlt dem heutigen England an Köpfen. Temperamente sind schon vorhanden. Der Schah- kanzler a. D. Churchill mit seiner Zigarre und seinem kleinen Hütchen hat schon wieder ein; Buch Selbstbiographie erscheinen lassen. Er ist zum Thucydides des Weltkrieges geworden und Gießener Siadttheaier. Gastspiel der Ludwig-Thoma-Biihne. Einer der großen und überraschenden Erfolge der reichshauptstädtischen Saison war merkwürdigerweise der durchschlagende und über Berlin hinausreichende Bühnensieg eines bayerischen Bauerntheaters. Man erlebte — ähnlich und dennoch unter anderen Voraussetzungen als seinerzeit bei der Premiere des „Fröhlichen Weinbergs" — die Pikanterie, daß das snobistische Publikum des Kurfürsten- und Schiffbauerdamms von bäuerlicher Urwüchsigkeit und Bodenständigkeit glatt überrumpelt wird. * Die Ludwig-Thoma-Bühne in Egern ist eine Entdeckung Zuckmayers. Er hat sie, wie seinerzeit eine der letzten, wandernden Seiltänzer- truppen für seine „Katharina Knie", nach Berlin gebracht und die Genugtuung ihres großen Erfolges erlebt. Dieser Erfolg ist auch weder ein Zufall noch eine Reaktionserscheinung noch eine Modelaune, sondern innerlich und aus gediegener Qualität begründet. Solches Bauerntheater ist echt und hat nichts von dem fatalen Beigeschmack, der ähnlichen Unternehmungen häufig anhaftet. Nichts von leiser Lächerlichkeit, von Salontirolerei und Heimatkunst in Ans ührungszeichen. Diese Bauern spielen sich selbst, ohne Mätzchen «und ohne falsche Prätension. Und die Bezeichnung „Volksstück" ist diesmal nicht, wie so oft, Entschuldigung, Vorwand oder Ausrede, — sondern allenfalls eine Bescheidenheit. Eine Bescheidenheit des verstorbenen Dichters Ludwig Thoma; denn wenn man sein Volks- siück „M a g ö a I c n a“ bei dem Namen nennen wollte, der ihm weniger gattungsmäßig als wertmäßig zukommt, dann würde man den oft mißbrauchten Ehrennamen der Tragödie kaum umgehen können. Die besten Arbeiten Thomas sind leider nicht sv bekannt geworden, wie sie es verdienten: populär sind seine „Lausbubengeschichten" mit der berühmten Tante Frida und den allerdings entzückenden Illustrationen von Gulbransson, die bayerischen Schwänke wie der „Postsekretär im Himmel" und die wirksamen, aber ziemlich unbedeutenden kleinen Einakter. Seine wertvollsten Schöpfungen, wie der Dauernroman vom „Wittiber" und das Bauemschauspiel „Magdalena", sind kaum ins Volk gedrungen. e Hier hat man ein Gegenstück zu dem in der Literatur bevorzugten Motiv vom verlorenen Sohn. Hier ist, wie bei Hebbel, die Heldin eine jetzt wird er gar zum Monitor der englischen Nation. Die Iugend. der Sturm und Drang, der sich in diesem Buche enthüllt, zeigt mehr von den wirklichen Fundamenten englifdjer Weltmacht auf, als professorale Darlegungen von Macht und Wirtschaftsverknüpfungen es vermöchten. Churchill ist von Natur ein Abenteurer, ein Desperado. Er ist ein Militär vom Scheitel bis zur Sohle. Hätte man ihm getraut, er hätte den Krieg verloren oder gewonnen, aber er hätte sich nichk mit dem halben Erfolg, dem faulen Frieden begnügt. Er ist ein Nachfahre Nelsons. Diese Leute sind nicht ausgestorben. Aber sie kommen nicht mehr in der Politik zu Worte. Sie müssen Bücher schreiben. Man macht Literatur aus ihnen oder sie verzehren sich in ungefülltem Tatenhunger wie der eben verstorbene Lord Birkenhead. Das Heroische ist in England gewiß noch lebendig, aber es ist unterdrückt. Es ist in. gewissem Sinne durch das Ereignis des Weltkrieges erdrückt worden. Dem Engländer war die Technik des Grabenkrieges verhaßter als irgendeinem anderen Dolle, obwohl die englische Kavallerie hierzulande den begründeten Ruf genießt, die schlechteste der Welt zu sein. Das England der Vorkriegszeit, das England Nelsons ifti in Flandern und im Blockadekrieg politisch erstickt. Leute wie Baldwin vermögen diese Lust zu atmen und dabei zu gedeihen, aber als Nation kann man sie nicht ertragen. Aus solchen Stimmungen entspringen die Husarenritte in der Presse, wie sie die Presselords^ Hier und da, fei es für Mussolini, fei es für* Adolf Hitler unternahmen. Sie verstehen von Politik wenig, um so mehr aber von der Seele ihrer Leser. Heraus aus der Stickluft derNachkriegszeit! Aber wie? Sehen wir hier den Sah, den Churchill als Denkmalsspruch erdachte, hin: „2m Kriege Entschlußkraft. In der Niederlage Troh. Im Siege Großmut. Im Frieden guten Willen." Dieser Satz ist klassisch, er ist englisch, er ist so völlig englisch, daß er in; jeder Silbe unwahr ist. Dies England hat es nie gegeben. Aber es wäre schön, wenn ein solches England erstünde. Und auf der Grundlage des Quotensystems wird man es nicht schassen. Daß aber jeder Engländer auf so erhabene Sähe blindlings schwört, wie sie Churchill entwarf, muß der Gerechtigkeit halber anerkannt werden. Man fühlt es dumpf: diele Gesinnung von Trafalgar bleibt Englands letzte Rettung. Verlegung der Schutzpolizei von Butzbach nach Friedberg? Protest der Stadt Butzbach. pb. Butzbach, 26. Ott. Gestern abend fand im „Hessischen Hof" eine Versammlung der Vorstände des Bürger- und Gewerbeoereins, des Vereins des Einzelhandels sowie einer Anzahl Stadträte und Mitglieder der Industrie usw. unter Vorsitz des Justizinspektors D i e r h e l l e r statt. Auch Bürgermeister Dr. Ian- s e n und Beigeordneter Ploch waren zugegen. Es war bekannt geworden, daß die Regierung beabsichtige, den Standort der oberhessischen Schutzpolizei von Butzbach nach Friedberg zu verlegen. Zunächst legte Bürgermeister Dr. Jansen bar, daß schon längere Zeit bekannt war, daß nach Abzug der Besatzungstruppen aus Mainz zwei Polizeibereitschaften dorthin verlegt werden sollten. Bisher hätten die in . Betracht kommenden Behörden nur Butzbach als den gegebenen Standort angesehen, erst in allerletzter Zeit sei die Verlegung nach Friedberg ernstlich erwogen worden. Obgleich nicht angenommen werden könne, daß die Regierung ihren Standpunkt, trotz der für Butzbach sprechenden wichtigen sachlichen Gründe ändere, sei es doch notwendig, verschiedene wichtige Gesichtspunkte zu erörtern: 1. seien die verbleibenden Bereitschaften für die ganze Provinz bestimmt, infolge feiner geographischen Lage fei deshalb Butzbach als Stand- o r t besonders geeignet; 2. bedingen die Zellenstrafanstalt und das in Rockenberg befindliche Landeszuchthaus von selbst, daß ein großes Polizeiaufgebot seinen Standort in nächster Nachbarschaft hat, da bei politischen Unruhen derartige Anstalten sehr oft der Angriffspunkt für Unruhestifter usw. seien. Weiter sei noch zu berücksichtigen, daß alle Schubtransporte von und zu den Anstalten bisher ohne besondere Kosten für den Staat vorgenommen wurden, während bei einer Verlegung nach einem anderen Orte hierdurch wesentliche Fahrtunkosten usw. entstehen würden. 3. seien Hnterkunftsräume für die Beamten sowie für Bureau- und Kassenzwecke genügend und in gutem baulichen Zustand vorhanden, ob dies anderwärts der Fall sei, lasse er dahingestellt: 4. sei die Wohnungsfrage für Offiziers- und Deamlenfamilien bisher hier gut gelöst. Durch die fast völlige Stillegung der Damag-Meguin AG. und den damit verbundenen Wegzug einer größeren Anzahl Beamten würden weitere Wohnungen in absehbarer Zeit frei. Die Unier- bringung der hierher eventuell zu verlegenden weiteren Bereitschaft dürste deshalb keine Schwierigkeit bereiten; 5. haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse Butzbachs in letzter Zeit durch die Stillegung der Bamag-Meguin AG. und anderer Betriebe derartig verschlechtert, daß die gesamte Bevölkerung es nicht verstehen würde, wenn durch eine derartige staatliche Maßnahme eine weitere unerträgliche Schädigung der hiesigen Gewerbe- treibenben und Geschäftsleute herbeigeführt würde. Heber diese Darlegungen sand eine eingehende Aussprache statt. Es wurde der Beschluß gefaßt, unverzüglich beim Ministerium Schritte gegen die geplante Verlegung der Schupo nach Friedberg zu unternehmen. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission, bestehend aus Bürgermeister Dr. I a n s c n, Stadtrat Hadermann und Linkmann, sowie Kaufmann Otto Gerhardt gewähtt, die am Montagvormittag beim Minister des Innern vorstellig werden sollen. Gleichzeitig wurde eine Eingabe an den Innenminister und an den Iustizminister beschlossen. 172 Jahre Zuchthaus für ein gestohlenes Fahrrad. WSN. Mainz, 25. Olt. Der Schneider Erwin Dordewin stahl vor einem Iahre ein auf der Straße stehendes Fahrrad. Durch mehrere Zeugen wurde festgestellt. daß er das Rad in Budenheim zum Verkaufe anbot. Das Gericht erkannte gegen den rückfälligen Dieb unter Verweigerung mildernder Hmstände auf eine Zuchthaus- ft r a f evon einemIahrsechsMonaten und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Iahre. verlorene Tochter. Hebbels bürgerliches Trauerspiel wurde in eine andere soziologische Sphäre, in den bäuerlichen Lebensraum übertragen und aus bäuerlichen Sittengesetzen und Gemeinschaftsgefühlen heraus zum Ablauf gebracht. Damit war zugleich in der Linienführung der drei Akte, im; Aufbau der Fabel die vertrackte und Dergrübelte Kompliziertheit (Hebbels) zugunsten sehr klarer und ungebrochener Konturen glücklich vermieden. • Magdalena, Tochter der Gütlersleute Mahr, nimmt, zu schwach für die schwere Arbeit daheim im Dorf, einen Dienst in der Stadt an. fällt dort, unerfahren wie sie ist, einem Heiratsschwindler in die Hände, der ihr das bißchen Ersparte abgaunert und sie sitzen läßt; Magdalena gerät auf Abwege; das geht nicht lange gut, und eines Tages wird sie vom Gendarm, unter dem Hallo und Geschrei und sittlicher Entrüstung der ganzen kleinen Dorfgemeinde ihren ehrlichen Eltern zu Schimpf und Schande wieder ind Haus gebracht. • Die Mutter, die bei der ersten Nachricht vom Hnglück ihres Kindes zu kränkeln begann, stirbt bald nachdem sie die verlorene Tochter wieder in ihr Haus und an ihr Herz genommen hat; sie stirbt in der Hoffnung, daß die Leni auf den rechten Weg zurücksinde, — mit dem Versprechen des Vaters, das Geschehene vergessen und begraben sein zu lassen. Das ist leichter versprochen als gehalten. Die bäuerliche Lebensgemeinschaft des Dorfbezirkes beginnt sich gegen die Zurückgekehrte zur Wehr zu setzen, die nach den hier herrschenden Begriffen das Recht zur Heimkehr und zur Gemeinschaft verspielt hat. Den Vater erschüttert nicht so sehr der Fehltritt wie das mißtrauen, die Verachtung und Aechtung, das Gerede und Geraune in der Gemeinde. Seine alte Feindschaft gegen den Bürgermeister findet mit der Rückkunft der Tochter neue Nahrung. Die Gemeinde versucht, ihre untauglich gewordenen Glieder abzustoßen, vom angestammten Boden zu verdrängen. Der Gütler Mayr setzt sich zur Wehr. Magdalena mochte alles vergessen, wieder gutmachen, möchte heiraten, ist ahnungslos freundlich zu dem Knecht ihres Vaters. Der, mißttauisch unb mißverstehend, kündigt den Dienst auf und geht. • Magdalena fühlt, daß sie hier nicht mehr Fuß fassen und heimisch werden kann, sinnt auf Flucht, hat aber kein Geld dazu. Als sie es schließlich von einem Burschen, der ihr nachsteltt und bei ihr fensterlt, naiv färbet, ist sie verloren. Der Sturm dörflicher Empörung bricht los; aber noch ehe sie zum zweitenmal das Dorf verlassen kann, wird sie von ihrem völlig verzweifelten und entwurzelten Vater, der wie alle andern an einen Rückfall in die früheren Verfehlungen glaubt, erstochen. Die Tragik dieses jähen und blutigen Endes liegt weniger in der Tatsache des gewaltsamen Todes als darin, daß die Magdalena gar nicht begreift, worin ihre Schuld eigentlich besteht, und warum die Empörung der Dorfgemeinschaft sich mit einer so erbitterten Einstimmigkeit gegen sie wendet. Die Wesens- und Charaktermischung dieses, jungen Bauernmädchens ist von Thoma mit einer unerhörten Sicherheit beobachtet und dargestellt worden. Die Leni ist ein Typus, dennoch von nicht alltäglicher Art; sie ist weder ein Weibsteufel noch ein „Triebwesen". Sie ist ganz einfach ein Naturkind, an sich unschuldig, aber ein wenig leichtsinnig und ein wenig dumm (obwohl sie später nach der Rückkehr den Knecht mit ganz sicherem, weiblichen Instinkt zu nehmen versteht); sie ist unerfahren und weltungewohnt; sie handelt primitiv, sie findet gar nichts „dabei" (bei dem, was sie getan hat) und rechtfertigt sich halb verstockt, halb schmollend, sie habe doch „niemandem etwas gestohlen". * Sie begreift weder, daß keiner sie „jetzt noch" heiraten will, noch daß ihre Forderung nach „ein paar Markin", die sie nur haben will, um von Hause fortzukommen, so verhängnisvoll mißverstanden werden könnte. Sie geht nicht so sehr aus eigener Schuld als an ihrer Umwelt zugrunde, der sie — hier und dort — nicht gewachsen ist; es bricht über sie herein, und so bekommt ihr Untergang, dieser grelle Abschluß eines Bauerndramas, etwas Schicksalmäßiges, obwohl die Tat des Vaters nichts theatralisch Zufälliges an sich hat, sondern von innen her notwendig, unausweichlich und unvermeidlich erscheint. — * Die Aufführung — Spielleitung: Max Schultes — entspricht durchaus dem Niveau und Charakter des Schauspiels. Sie ist von überzeugender Geschlossenheit und Einheitlichkeit; das liegt wohl zunächst daran, daß diese Bauern auf dem Theater durchaus in der ihren angeborenen Lebenssphäre bleiben und nirgends den ihnen von Natur gegebenen Bezirk des Denkens und Handelns überschreiten oder durchbrechen. Sie spielen Theater, aber sie spielen dabei sich selbst; sie brauchen ihre Ausdrucksmöglichkeiten nirgends einer ihnen fremden Form anzupassen. Sie spielen ganz einfach, ohne falsches Pathos, ohne einen falschen Ton, gradlinig und großzügig. Ihr Szenenbild ist so klar und oft monumental und aus eigenstem Stilgefühl gewachsen — wie etwa die wuchtigen Bauernkompositionen des Malers Albin Egger-Lienz. Aus der provinzialbauptfiadt. Gießen, den 27. Oktober 1930. Tierschutz in Hessen. Der Gesetzgebungsausschuß des Hessischen Landtags befaßte sich mit Forderungen des Tierschutzes. Der nationalsozialistische 2lb- geordncte Dr. Werner hatte in einem längeren Antrag verschiedene Einzelsorderungen erhoben. Innenminister Leuschner und die übrigen Ausschußmitg ieder erklärten ihre Sympathie mit den Forderungen des Anttagstellers. die jedoch in manchen Dingen zu weit gingen. Die bestehenden Polizeivorschristcn in Hessen genügten. Allerdings müsse das Publikum die Polizei bei Hebertretungen des Tierschuhgesetzes unterstützen. Rach längerer AuSjprache wurde schließlich die Regierung ersucht, sich für das Nachstehende einzusetzen: 1. Forderung des Schuhes aller Tiere durch entsprechende Maßnahmen. 2. Weitestgehende Aufklärung in den Schulen, um die Iugend schon frühzeitig in tierfreundlichem Sinne zu erziehen. 3. Förderung aller Bestrebungen zur Schaffung moderner und hygienischer Schlachthäuser und humanste Schlachtmethoden. 4. Ausbau der Desttrnmungen zum Schutze der Vögel. 5. Einschränkung von Verstümmelungen lebender Tiere. Der Antrag „Verbesserung der Vorschriften über die Viehtransporte zu Wasser, zu Land und Luft und deren internationale Regelung" wurde der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Die Wernerschen Anträge: „In jedem Lande ist ein Tierschuhamt zu errichten, dessen einzige Aufgabe die Wahrung der Rechte der Tiere ist — die gänzliche Abschaffung der Vivisektion in allen Ländern einschließlich der vielfachen mit der Impfstoff- und Serumgewinnung verbundenen Tierquälereien. Verbot des betäubungslos en Schlachte ns, gesetzliches Cberbot der Verwendung von Hunden als Zugtiere und Verbot des dauernden Ankettens von Hunden, wurden abgelehnt. Diese Vorschriften gingen dem Ausschuß zum Teil zu weit, zum Teil bestehen hier bereits entsprechende polizeiliche Vor- schristen. Eine Eingabe des Tierschuhvereins für Hessen, in der die gesetzliche Betäubung aller Sch 1 ach11iere verlangt wird, wurde a b gelehnt. Eine baxu vorliegende Eingabe des Hessischen Landesverbandes gefeßedtreuer Synagogengemeinden wurde für erledigt erklärt. Erster Schnee im Vogelsberg. Am Samstagnachmittag fielen auf dem Hohe- rodskopf fünf Zentimeter Schnee. Er konnte sich allerdings noch nicht halten und war am Sonntagnachmittag bereits wieder verschwunden. In der vergangenen Nacht betrug die Temperatur auf dem Hoherodskopf 0,5 Grad unter N u 11. — In der Nacht auf Samstag hat der Winter auch im Taunus un» im Westerwald seine Visitenkarte abgegeben. Am Samstagmorgen leuchtete von den Kuppen der Berge blendendes Weiß, und einzelne Orte in höheren Lagen, wie z. B. Rennerod im Westerwald, waren von einer geschlossenen Schneedecke umgeben, die erst am Sams tagnachrnittag schmolz. Daten für Dienstag, 28. Oktober. 1867: der Philosoph Hans Driesch in Kreuznach geboten; 1916: der Fliegerhauptmann Oswald Dölcke an der Westfront gefallen. Bornotizen. — Tageskalender fürMotag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Spielereien emer Kaiserin". — Astoria-Lichtspiele: „Polizeispionin 77" und „Der Grenzreiter von Texas". Diese Ebenmäßigkeit und Geschlossenheit des Ensembles wirkte für unser Gefühl stärker als die zweifellos vortrefflichen und allenthalben von ausgeprägter Individualität bestimmten Einzelgeftaltun- gen. Da ist zunächst die Magdalena der Loni Schultes, der ihr ganz unverdorbenes, unverbrauchtes Naturtemperament ein Engagement am Berliner Künftlertheater eingetragen hat; sie gibt die Magdalena mit einem sehr feinen Instinkt für die besondere menschliche Mischung des Charakters, mit aller Einfalt dieser törichten Jungfrau in Geste und verwundertem Stimmklang, herb und verführerisch zugleich, aus ganz weiblichem Gefühl heraus — aber (etwa in der Szene mit dem Knecht im Mittelakt) ohne die unfehlbar peinliche Theaterei, die sich kaum eine bürgerlich-routinierte Schauspielerin hätte entgehen lassen. * Eine sehr starke Leistung bot dann Max Schultes, der Spielführer der Truppe, in der Rolle des Thomas Mayr; er übertrug den Charakter des Hebbelschen Meister Anton in die einfachere, minder philosophische, minder ocrgrübelte bäuerliche Lebensanschauung und schuf mit wuchtigen Strichen eine Gestalt von überzeugendem, menschlichen Umriß. Den größeren Teil des ersten Aktes beherrschte die von Maria Schweighofer aus liebevollem Verständnis mit mütterlicher Wärme umgebene Gütlerin Marian Mayr. — Auch in der übrigen Besetzung gab es keine schwache oder brüchige Position; wir nennen noch: Hermann Erhardt (Kaltner); Bertl Schultes (Moosrainer); Ander! Kern (Kooperator). — * Das Gastspiel hinterließ einen tiefen Eindruck. Sehr bedauerlich, daß das Theater so auffallend schlecht besucht war. hth. Hochschulnacbrichten. In Wien starb der frühere Professor des Dibeistudiums des Alten und Reuen Testaments, der orientalischen Sprachen und der biblischen Altertumskunde in der Theologischen Fakultät der Hniversität Innsbruck, zuletzt Letter des neugegründeten Päpstlichen B ibe linst ituts in Rom, Dr. theol. et phil. Leopold Fonck im Alter von 65 Iahren. — In Graz ist der Geograph, Hofrat Hniversitätsprofessor Dr. Aug. Böhm von Böhmersheim im Atter von 72 Iahren gestorben. — Der durch seine Forschungen auf dem Gebiete der Gehirnpathologie bekannt gewordene frühere Direktor der Nerven- Poliklinü und des Hirnanatomischen Institutes an der Hniversttät Zürich Professor Dr. Constantin von Monakow ist im Alter von 77 Iahren gestorben. Wirtschaft Banknoten. Berlin $ron!furi a. Dl. Schluß-, t-llhr» «Schluß- Ansong, fürs I Kord fürs Kurs 27 10 25 10- | 27. 10 25 10 | 27 10 Datum 27 10 79 140,75 138,75 141,5 138,25 6,5 114,5 89,5 51,5 178 26,5 52,5 26,7 23,5 1,9 4,5 73,25 8,7 78,5 6,95 51,4 66,5 90 81,75 92 54,75 25,5 153,5 93 150 142,5 43 51 90 43,25 50,4 89,5 43 49,5 89 87,5 97,75 54,4 6,65 89 51,35 98,5 93,25 85,25 100 97 97 94 87,4 98,1 54,5 6,55 89 100 97 97 76,5 106,5 120 158 70 80,5 73,75 37,5 75,75 67 180,5 78,5 12 , 6 9 , 5 . 6 , k 76.5 123,25 77,13 100 106,5 133,5 120 158,5 115 114 225 115,75 122,5 97,25 124 IN 117,5 134,25 179,5 128 7I io io; , s1 6 0 6 fe 8 10 10 , 0 10 118 ! 284 i 16,5 29,5 25 87 4,55 8 ;5 14,45 6,95 64 70 115,5 119,75 115,25 123,75 . . 9 . 10 . 10 . iy3 15 12 18 14 IS'/, , 12 . 8 , . S , . 0 > * 6 , . 0 . . 6 > 10 10 10 12 Sowjet-Union um die Vorherrschaft in Asien ging dcr Redner auf die weltpolitische Bedeutung de Freiheitsbewegung im Osten «in und betonte, da. alle geistigen und wirklichen Kämpfe gegen d Unterdrücker, Engländer, Franzosen, Holländer g. führt werden, während Deutschland mehr die Rot' eines Beobachters in der ostasiatischen Frage dai stelle, der sich in dieser Eigenschaft im Osten große Sympathien erfreue. Deutschland müsse, und dani schloß der Vortragende seine interessanten Ausfül rungen, darauf bedacht sein, sich nicht hineinreiße zu lassen in die Feindseligkeiten, sondern die eig nen Kräfte zu bewahren, im gegebenen Falle ab, den Rußen zu ziehen. Lebhafter Beifall dankte bc: Redner. Der Vortrag war sehr gut besucht. a. ®. Farben-Industrte. Dynamit Nobel . . . . Scheideanstalt. . . . . Goldschmidt..... MtgerSwerke..... Melallgelelllchaft. . . . Deutsche Bant und DiScorfto Gesellschaft, . . Dresdner Sani..... NeichSbank....... A.E.G Bergmann Eleklr. LteserungSgesellschaft Licht unv Kraft Reiten & Guilleaume . . Gesellschaft für Elektrische — AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen findet die Auf- führung des modernen Märchens für große Leute: Die Prinzessin und der Eintänzer, statt. Ein Lustspiel von Engel und Grünwald, das unter der Spielleitung Peter Fassotts und mit folgenden Darstellern der Hauptrollen: Koch. Lcutchols. Bäuerle Wesener einen amüsanten Abend verspricht. Am Mittwoch Erstaufführung von Wolfgang Goetz Schauspiel ..Aeidhardt von Gnei- senau". Das Stück hat bis jetzt an allen Bühnen einen starken Aufführungscrfolg gehabt, es ist trotz des historischen Milieus kein klassisches, sondern ein ganz modernes Drama. „Aeidhardt von Gneisenau" ist ein äußerst personenreiches Und fzenenreiches Stück, das nach seiner Bearbeitung von 23 Szenen auf 15 Bilder inhaltlich konzentriert wurde. Durch Beschaffung besonderer technischer Bühneneinrichtung ist es ermöglicht, die 15 verschiedenen Bilder bei offener Szene wechseln zu lassen. Bearbeitung und Regie, sowie die Hauptrolle des Reidhardt liegt in Händen des Oberspielleiters Walter Bäuerle. 54,5 6,4 23,75 18,9 1,8 23,6 19,75 4,3 8,6 14,25 6,35 4% Oesterrelchische Goldrente . . 4,20% Oesterreichische GUbenente 4% Oesterreichische Einheitliche Rente • • • <....... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Gtadiärente v. 1910 4*4% dsSgl. von 1913..... 4% Ungarische ftronenrente . . • 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl ©edel........... 4% deSgl. Serie li . . - - - - 6% Rumänische vereint». Rente von 1903 . . . • ••••■■ 4%% Rumänische vereiny. Mente von 1913 4% Rumänische vereinh. Rente . 79 99,75 107,5 134 121,5 159,25 116 116 229 123 138 126 100 129 126 j 137 182 | !Ü| 53 86,5 92 90 222,5 72 75^5 38 68 182 81 | 83 ! Herrschaft wankt noch nicht, Indien aber fordert völlige Freiheit, ohne die Gefahren zu erkennen, die dem unmündigen Volke bevorstehen, wenn die Engländer eines Tages tatsächlich das Land verließen. Rach einer kurzen Pause referierte der Redner weiter über China, seine inneren Wirren und seinen Haß gegen die Unterdrücker. Das Volk der Chinesen betrachte die Herrschaft der Weißen als vorübergehend und vertrauen auf die Kraft seiner ungeheuerlichen Menschenreservcn. Eine ernste Gefahr für Europa bedeute das Aufblühen der chinesischen Wirtschaft. Japan schilderte der Redner als ein Land das heute ebenso von den Krisen des modernen Wirtschaftslebens geschüttelt werde wie das Abendland, trotzdem aber einen militärisch gefährlichen Feind darstelle, lieber die Bemühungen der Homburg-Amerika Paket . . . < Hamburg-Südom. Dampfschiff. 8 Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloyd 8 Allgemeine DeutscheCredltanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nattonalbanl 12 * «üP« iw‘e 0rt bilNg,L. La> sfc W | 59r?dn)irlenDi Hä Aeichsprös-denter „ehmigt „ Eine Delage beitsbeding rLn Äotsta merbsM. w hie allgemmen sorgearbeittt ' Furscrgearbm^ soweit die ! leben, sind W i Ehefrau und dm »u bringen, day bau für diesen Stundenlohn u arbeiten nuifr gelten alß _@in übrigen $ürfo: Richtlinien gen 1930 bis aus l vorstehendem t Wie der Do Värtig 57 auss lisationsarbeitei gesteuerten wir eine weitere St« Ll i W i e s e ck. zuchtverein nge Tätiakeit < . Rinder die j | Diescck überno i icits im Gange I Meldungen sche I non der Rash auch wird die I bürgen, das) X | Dezirksschauen | soll zugleich ( | tcn Raubvbge ' Wiesech Hochschule Dvlkshvchschuli brvchen auch halten haben, ll- Wintcrsenn Themen M t vorgesehen fir von Gießener wie alljährliä rechnen. 8 Alten-Z letzten Woche d I a m m l u n g tenhilfe hat 13 Zentner Kar K WST§rte vor einigen Tw benachbarten Or Ncischp! ^tocinefle Zlund zum Derkc ''Uschpreise Sä I Du Ä* : äesi iD!» U« * OK Seiftet' u KZ pendle. Oie Lage des Geldmarktes. Wenn auch noch Schwankungen eintraten und die Nervosität nicht ganz gewichen ist, so toar doch eine weitere Konsolidierung am Devisen- und Geldmarkt im Einklang mit der innerpolitisch eingetretenen Beruhigung in der vergangenen Woche unverkennbar. Am D e v i s e n m a r k t verstärkte sich das Angebot zunächst erheblich. Da die Reichsbank erwartungsgemäß kaum eingriff und nur kleine Spitzen betrüge aufnahm, erfuhren die D e v i s en» kurse merkliche Ab schwäch ungen. Der Dollarkurs ging bis etwa 4,1975 (von 4,2035) zurück. Die Devisenhamsterer dürften daher nennenswerte Verluste erlitten haben. Dorübergehend trat auf die etwas zu rasche Abschwächung eine Reaktion ein. und die Devisenkurse zogen wieder etwas an, bald jedoch ergaben sich wieder Rückgänge, die anscheinend auf Geldbe schaf f unasv er - kaufe zum bevorstehenden Ultimo zurückznfuhren ^Am Geldmarkt traten die Ultimovorbereitungen bereits weitgehend in Tagesgeld war infolge umfangreicher Dordispositionen ziemlich flüssig. Später trat eine gewisse Verknappung am Frankfurter Platz ein Am Monatsgeldmarkt nahm die Rachfrage zu, Angebot bestand jedoch fast kaum. Die Sätze zogen deshalb weiter etwas an. Am Privat- diskontmarkt ging im Zusammenhang mit bem Aus hören der Devisennachfrage das Angebot weiter stark zurück, während die Rachfrage seitens der Banken zunahm, deren Wechselportefeuille durch die Devisenkäufe stark reduziert ist Der Privatdiskontsatz konnte um Vs Prozent auf 47s Prozent ermäßigt werden, so daß wieder ein wenn auch nur geringer — Abstand von der Reichsbankratr besteht. Derschiedentlich wurde die Rachfrage auch durch Begebung von Reichsschahwechseln befriedigt. In der Woche vom 20. bis 25. Oktober nahmen die 'Geldsähe am Frankfurter Platz folgende Entwicklung: Tagesgeld 41A bis 3’/t bis 314 bis 41Prozent. Monatsgeld 1. Adressen 53/4 bis 6 Prozent. 2. Adressen 7 Prozent und darüber, Warenwechsel mit Dankgiro 5Vs bis 53/8 Prozent. Wcizenzott auf 25 RM., Serstenzott auf 20 UM. erhöht. Berlin, 25. Ott. (LU. Funkspruch.) Der Reichsfinanzminister und der Reichsernährungs- minister geben unter dem 25. Oktober bekannt, daß auf Grund des Gesetzes über Zolländerungen vom 15. April 1930 der Z o l l s a h f ü r W e i z en und Spelz von 18,50 Mark auf 25 Mark je Doppelzentner und der Zollsatz für Ger st e von 15 auf 20 Mark je Doppelzentner mit Wirkung vom 26. d. M. erhöht werden. Der Sah für Hartweizen zur Herstellung von Hartweizengrieß unter Zollsicherung wird mit Wirkung vom 5. Rovember auf 11,25 Mark festgesetzt. Bekanntlich erfolgte erst am 28. September die letzte Weizenzollerhöhung, während der Gerstenzoll seit dem 26. Mai in Kraft war. Pferdemarkt in Ortenberg. ch Ortenberg, 27.Oktober. Auf dem heutigen P f e r d e m a r k t, der im Rahmen des .Kalten Marktes" stattfand, standen etwa 600 Pferde und Fohlen zum Verkauf. Man bezahlte für halbjährige Fohlen "50 bis 300 Mark, für VA Jahre alte Pferde 500 bis 600 Mark, für 2A Jahre alte 700 bis 800 Mark. Bessere Tiere wurden mit höheren Preisen bewertet. Auf dem gut besuchten Markt, der von günstigem Wetter begleitet war, entwickelte sich ein 25 io 78.75 165 79,25 100 107,25 134 121,5 159 115,5 115,75 226,5 122 138 118 125,75 99 127 116,75 119 136 •• Fahnen auf Halbmast. Aus Anlaß der Bestattung der Opfer der Bergwerkskatastrophe in Alsdorf hatte die hessische Regierung für den vergangenen Samstag Halbmastbeflaggung der öffentlichen Gebäude angeordnet. •* Auf gehobene Straßensperrung. Dom Oberhess. Automobil-Club C. D. (A. v. D.), Gießen wird uns mitgeteilt: Die Sperre auf der Provinzlalstraße Pohl-Göns 0116 00 1:- klee n (bis zur Landesgrenze- wird ab 27. Oktober auf gehoben. * Die Ramen de r P re i s t r a g e r v o m Blumenschmuckwettbewerb sind am Bureau des Verkehrs- und Derschönerungsvereins zum Aushang gebracht. RäheroS siehe heutige Anzeige. •* Angestellten-Ehrung des Alice- frauenvereins. Die Anmeldungen von Hausangestellten zur Ehrung für 5-, 10- und 15jährige Dienste durch den Alicefrauenverein, sowie die Anmeldungen zu den zwei Samariterkursen werden — woraus noch einmal besonders hingewiesen fei — nur noch bis zum 1. Rovember Ludwigs- Platz 10II entgegengenommen. Räheres ist aus der Anzeige vom 18. Oktober ersichtlich. Die Montagskurse der Volkshochschule nehmen mit dem heutigen Abend ihren Anfang. Der Kurs „Staatsbürgerkunde" erfahrt, wie man uns schreibt, insofern eine Aen- derung, als der zweite Teil „Die deutsche Reichs- Verfassung"; gehalten von Stadtschulrat Fischer, an den Anfang des Kurses gestellt wird. (Siehe heutige Anzeige, in der auch die Themen der anderen Montagskurse genannt sind.) ** Einbruch in eine Metzgerei. In der Rächt zum Sonntag wurde in eine hiesige Metzgerei eingebrochen und aus den Geschäftsräumen etwa zwei Zentner Wurst der verschiedensten Art gestohlen. Der Geschäftsinhaber hat von dem nächtlic^n Besuch nichts bemerkt, erst gestern morgen wurde er auf die Diebesarbeit aufmerksam. Die polizeilichen Rachforschungen sind im Gange. ** Eine Münzs ammlung gestohlen. In der letzten Rächt wurde in dem Pfarrhaus in Groß-Felda ein Einbruch verübt und dabei eine wertvolle Münzsammlung gestohlen. Die Ermittlungen durch die Landeskriminalpolizeiftelle Gießen wurden heute morgen ausgenommen. ** „Das erwachende Asien." Der Kauf- männische Verein und der Orisgewerbeverein Gie- ßen eröffneten am Donnerstagabend in der Aula der ' Universität ihre diesjährige gemeinsame Winteroor- tragsreihc. Als Redner war Dr. Babendererde gewonnen, twr in umfassender Weise das Thema behandelte. Er schilderte zunächst den Befreiungskrieg der Türken von der Fremdherrschaft unter Kemal Pascha, der sich in den Jahren 1918 bis 1922 vollzog und den Türken tatsächlich die Souveränität zurückgewann, nachdem die türkischen Diplomaten auf den verschiedenen Konferenzen die Rechte ihrer 'Ration sicherstellten. Der Redner sprach kurz über die Theaterkönigreiche in Arabien und über den Befreiungskampf, den auch die Araber unter Ibn Saud erfolgreich führten. Er erinnerte weiter an den Drusenaufstand in Syrien, an die Experimente der Engländer in Palästina, an die Vorgänge in Persien und Afghanistan. Ausführlicher behandelte der Vortragende den Kampf der Inder gegen die Engländer und Mahatma Ghandis Bewegung des gewaltlosen Widerstandes, seinen Kampf für die heimische Textilindustrie und seine Bemühungen um die Ueberbrütfung der Gegensätze religiöser Art. Ghandi schuf sich sein Volk, so führte der Redner aus, die Engländer verloren aber die Nerven nicht, ihre Philipp Holzmann Zementwerk Heidelberg . . Cemcntwerk Karlstadt. . . . Waqb & Freytag . . . . Schultheis Patzenhofer . . Lstwerke........ Aku.......... Bemberg . Zellstoff Walbhos .... Zellstoff Aschassenbura . . Charlottenburger Wasser . Teffauer Kai...... Daimler Motoren . • Deutsche Linoleum . . • Maschinenbau A.-S. • • • Nat. Automobil . . . • • Orenstein & Koppel . . • Leonharv Tietz ..... Evenika........ frankfurter Maschinen . . Griyner aenstaedt .... ans Lechwerke • • • Mainkrastwerke Höch» a. M. Mtag.......... Gebr. Roeder Botgt Ä Haessner .... Süddeutsche Zucker . . . Zellstoff Waldhof, die bis 3,25 Prozent verloren, >emerkenswert schwach. Auch Schiffahrtsaktien, MW., Berliner Maschinen. Gebrüder Körting, ;renftein & Koppel, Deutsche Cisenhandel fielen urch gedrückte Haltung auf, während einige Remitierte, wie Schlesische Zement, die 2 Prozent, uid Transradio, die 1 Prozent anziehen tonnen, eine Ausnahme machten. Deutsche Anleihen nd Ausländer eher zur Schwäche neigend. Psand- ,riefe ruhig, aber gleichfalls leicht nach gebend, iquidationspfandbriefe und Reichsschuldb«chfor- erungen wurden bis 0,5 Prozent schwächer ifiert. Der Geldmarkt zeigte zum Zahltag eiter anziehendeTendenz. Tagesgeld eilte sich auf 4,25 Prozent bis 6,25 Prozent, nur ereinzelt noch mit 4 Prozent zu erhalten. Mo- atsgeld und Warenwechsel hatten unveränderte ätze. Auch nach den ersten Kursen blieben die .msähe klein und die Tendenz neigte eiter nach unten. Die Kursbesserungen ngen aber nur bei einigen Papieren wie Deutle Linoleum, AEG. und Waldhof bis zu 1,5 rvzent zirka. Gegen 12.30 Uhr konnte sich, vom arbenmarft ausgehend, eine kleine Erholung irchsetzen. Frankfurter GetreivrbLrfe. Frankfurt a.M., 27. Ott Am Produktn- irkt war die Tendenz im Einklang mit den Heven Auslandnotierungen fest. Das Gesc^ift icb aber minimal, da die Händler im Zu- nrnenhang mit der neuen Zollerhöhung starke , irückhaltung übten. Abschlüsse kamen bei der zufriedenen Stimmung kaum zustande. Weizen g bis zu 7,50 Mark an. Die sonstigen Getreide- rten waren nur geringfügig verändert. Weizen- :hl war schwer unterzubringen: die Preise tour» n von der Mühlenronvention um 0,50 Mark höht. Angeboten und nachgebend toar Weizen- nd Roggenkleie. Für Braugerste bezieht sich die lotierung auf toetterauer und oberhessische Her- mft. Es wurden notiert: Weizen, Hektolitergeich t von 75 Kilo, 257,50 Mk.: Roggen 165: aornmergerste für Drauzwecke 210 bis 220; inl. )afer 152,50 bis 160; Weizenmehl, süddeutsches öpezial 0, 40 bis 40,75; Roggenmehl 26 bis 27; Deizenkleie 6; Roggenkleie 6,50; Erbsen 28 bis 5; Linsen 32 bis 60; Heu 5,50 bis 6,00; Weizen- nd Roggenstroh, drahtgepreßt, 2,25 bis 250; Weizen- undRoggenstroh, gebündelt, 2,00; Treber, zetrocknet, 9,75 bis 10,50 Mk. Tendenz: Weizen icfter, sonst ruhig. Frankfurter Scfflachtviehmarkt. Sranfurt a. M., 27.Oft. Auf triebr Rinder 1384 Stück; darunter 310 Ochsen, 92 Bullen, 522 Kühe, 446 Färsen; Kälber 397, Schafe 144, Schweine 5369. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 56 bis 59, ältere 50 bis 55, sonstige vollfleischige: jüngere 46 bis 49; Bullen: jüngere, voll- flekschige, höchsten Schlachtwerts^ 53 bis 56, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 52; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 46 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45, fleischige 35 bis 39, gering genährte 30 bis 34; Färsen (Kalbinnen, Iung- rinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59, vollfleischige 50 bis 55, fleischige 46 bis 49. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75, geringe Kälber 65 bis 69. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 48 bis 52, mittlere Mastlammer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 57 bis 59, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 58 bis 60, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 59 bis 61, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 59 bis 61, fleischige SchlDeine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 56 bis 59; Sauen 48 bis 54 Mark. M a r k t v e r l au f: . Rinder ruhig, Ueberftanb. Kälber und Schafe 1 ruhig, ausverkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Frankfurter Eiermarkt. Im Einklang mit der weiter stark zuruck- gegangenen Produktion im In- und Auslandes konnten sich die Preise merklich befestigen, nachdem schon zu Anfang der Woche die Forderungen! teilweise beträchtlich erhöht wurden. Das Geschäft konnte sich etwas lebhafter gestalten. Es notierten in Pfennig per Stück: bulgarische 11V2 bis 113/,. jugoslawische 11V* bis 12, rumänische lli/. big ll-/,, polnische 9l/2 bis 10, chinesische 9' /.. bis 11 Vs. holländische und dänische je'15 bis 16Vx, belgische 15% bis 16Vr, norddeutsche 14 ■ bis 15. flottes Handelsgeschäft. — Der „Kalte Markt" Hal bereits gestern einen guten Besuch zu verzeichnen. Frankfurter Börfe. Frankfurt a. M., 27. Oft. Tendenz: schwc cher. — Zu Beginn der neuen Woche eröffne die Börse aus Mangel an jeglichen Anregungc in schwacher Haltung. Die im Verlaufe schwäch gewordene Reuyorler Börse vom Sans^ag u die Erhöhung der Getreidezölle verstimmte sta und legte der Kulisse große Zurückh altui auf. Das Geschäft war sehr klein. Aufträge rarm kaum an den Markt. Vereinzelt kam OKate’.. heraus, und es traten im allgemeinen Derlr. um bis zu 3 Proz. ein. Das Angebot in Deuts Linoleum war besonders groß, und dieses Papi konnte nur mit einem Verlust von 8 Proz. unte gebracht werden. Am Elektromarkt eröffneten Si mens 4, Elektrische Lieferungen 3 und AEG. 3,' Prozent schwächer. I.-G.-Farben tagen 3,5 Pro niedriger; Holzverkohlung und Metallgesellscha blieben knapp behauptet. Stärker unter Druck sta: den noch Zellstoff Waldhof minus 4,5 Proz. Ai Montanmarkt ergaben sich Gewinne bis zu 2 P.ozent. Don Autoaktien tagen Daimler 2,5 Pro zent gedrückt. Bauuntemehmungen gaben bis ei Prozent nach. Schiffahrtsaktien waren bis 2,5 Prozent niedriger. Auch Renten hatten nur kleinstes Geschäft. Deutsche Anleihen notierten ebenfalls etwas niedriger. Von Ausländern waren Zolltürken gut behauptet. Pfandbriefe angeboten und meist etwas schwächer. Auf Rückdeckungen wurde die Stimmung im Verlaufe etwas freundlicher. Gegen Anfang hatten vereinzelte Papiere Besserungen bis 3 Prvz. zu verzeichnen. Am Kalimarkt waren Salzdetfurth mit minus 8 Proz. etwas stärker gedrückt. Mehr Beachtung fanden Farben, Schuckert und Deutsche Linoleum, die anfangs stark gedrückt waren. Letztere besserten sich um etwa 4 Proz. Am Geldmarkt toar Lagesgeld mit 4 Prozent etwas angespannter. Am Devisenmarkt besserte sich Madrid toeilcr. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1965, gegen Pfund 20,39, gegen Paris 123,80, London gegen Kabel 4,8590, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 44,60, gegen Schweiz 25,0313, gegen Holland 12,0613. Berliner Börse. Berlin, 27. Okt. Rach geschäftslosem, aber bereits eher schwächer tariertem Vormittagsverkehr eröffnete die erste Börfe der neuen Woche mit ein- bis dreiprozentigen Kursrückgängen. Bei den Banken lagen zwar fo gut wie gar keine Orders vor, auch von einer Verkaufsneigung außenstehender Kreise konnte nicht gesprochen toerben. Die Aufnahmeluft der Börse toar aber fo gering, daß schon kleinstes Angebot genügte, um auf die Stimmung und die Kurse zu drücken. Auch aus der Wirtschaft lagen eher ungünstige Momente vor. Die Unsicherheit über den Ausgang der heute ftattfindenden Der- gleichsverhandlungen im Metallarbeiterkonflikt, ein zurückhaltend gestimmter Monatsbericht der DD-Bank, der u. a. auf die zu erwartende parlamentarische Aussprache im Dezember Hinweis!, der schwächere Reuyorker Schluß vom Samstag, der allerdings die heutigen Auslandbörsen weniger beeinflußte, die Abschwächung der Kupferpreise und die Reportgelderhöhung waren einige dieser verstimmenden Momente. Auch die Berichte einer Fachzeitung über den Linoleum-Trust fanden starke Beachtung und drückten besonders auf den Kurs der Deutschen Linoleum. Während im allgemeinen die Rückgänge s ich in Grenzen von 1 b i s 3 Prozent hielten, verloren Deutsche Linoleum 5,5 Prozent. Auch Salzdetfurth lagen mit einem Verlust von 5,75 Prozent, und einige Elektrowerte, Polyphon und "Berlin, 25. Oftober IHmertlüniKhe Nolen ..... Qclglidie Noten. ....... Taniiche Noten . ....... Eng'ücke Noten ........ firansuiUdje Nolen....... Holländische Noten ...... Italienische Noten........ Norwegische Noten . . . . . . • Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten . ..... Schwedische Noten....... Schweizer Noten ...... Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin 180,5 147,75 I 53 68 91,25 81,25 72 82,5 74,9 39 77,4 68,25 182,5 80,75 6% deutsche Retchranteihe von 1927 .......... 7% Deutsche ReichZcmieihe von 1029 .......... Deutsche Anl.-Wlöi^Schuld mtt AuSlof.-Rechten....... Detgi. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% Hess. BoUSNaat von 1929 trüdzahlb. 102%)...... Oberhesscn Provinz - Anleihe mtt AuSlof.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% ffranlf. Hyp.-Banl Goldpfe. XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp^Banl Goldpfe unkündbar bi« 1932 ..... 4)4% Rheinische Hyp^Bank Liqu. Goldpse......... 8% Pr. LandeSpfandbriefansialt, Pfandbriefe R. iS...... 8% Pr. Landesplanbbrtesansialt, ftomM.-Cbl.8i. 20 7% Pr. Landeepiandbriesanllalt, Pfandbriefe R. 21...... A E G. abg. BorMegS-Obllgatio-1 nen, rückzahlbar 1932 .....| Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrtzftSt4-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schultert S Co.......11 Siemens 8 Halske 18 TranLradto . ........ t LahmeyerLCo.......1< Buderus .....& Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpcner ........ 0 Hocsch Eisen. ....... 6% Ilse Bergbau ...... K> ftlödticrtocrle ....... 7 Küln-Ncuessen 7 ManneSmann-Röhren .... 7 ManSselder Bergbau 7 Qberschles. Eisenbedarf . . . . S Obcrfchlcs. Kokewerke 7 Phontr Bergbau. ..... 6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl....... . 6 Rtcbed Montlw 7,2 Datum 25 10 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o. H., Lomdardzmsfuß 6 v.H. Frankfurt a. Dl. | Äerlln Schlußkurs 1-Uhr« Kurs Schluß»! lurd I Anlang. Kurs Datum 25 10 27 10 25 10 27 10 Bereinigte Stahlwerke . . . . • Otavi Minen ...... 16’/. Kaliwerke Aschersleben ... K Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 71 30 196 197,5 273 Sill! 70,5 29,5 194.5 195 272 68,75 29,13 193,25 193,5 266,25 Frankfurt a. Di. 3erlln Echluß- kurs l»llhr- Kurs Schluß-i Anfang» turs | Kurs Gelb Ärirs 4,187 4.207 58,20 58,44 111,93 112,37 20,35 20.43 16,438 16.498 168,51 169-19 21,89 21.97 111,97 112,41 59,03 69,27 2,48 2,50 112,26 112,70 81,29 81,61 45,06 45,24 12,40 12.46 73,15 73,45 — Frankfurt a. M. 80,75 80 25 Oktober 17 Oktober 91 •■llmUidn Hoderung •■umthdK Koncrung — — Geld : flric Geld 3 ne__ 54 55 timft.» Rott. 168,78 169,12 168,83 169,17 Buen.-AireS 1,424 1,426 1,419 58,435 1,423 58,555 — 182 180 Brsf.'Antw 58,425 58,545 — 144,5 142 Christianta. 112,16 112,38 112,15 112,37 62,5 63,25 62,5 .Kopenhagen 112,18 112,40 112,17 112,39 112,73 .— 66,5 65,5 Stockholm . 112,50 112,72 112,51 111 115,5 86 112 HelsingforS. Italien. . . 10,548 21,945 10,568 21,985 10,549 21,95 10,569 21,99 — 84 82,25 London. . . 'licufiort . > 20,368 20,408 20,364 20,404 -— 114,25 113,25 4,1915 4,1995 4,1920 4,2000 23 24,5 23,6 Pari«. . . . 16,448 16,488 16,447 16,487 14b 152,5 147 Schweiz •. 81,30 81,54 81,355 81,575 — 37 36,9 Spanien. 45,20 45,30 45,50 45,60 — 12.25 — Yäpan . . Rio de Jan 2,084 2,088 2,084 2,088 —— 52,5 50,25 —- —— — — 120 284 118 283 Wien in D-- Ceft. abgest Prag . . . 59,12 12,436 59,24 12,456 59,125 12,44 59,245 12,46 _ 17,5 — Belirad . 7,435 7.449 7,435 7,449 29,75 — Budapest. 73,39 73.53 73,39 73,53 _ _ Buli'arien 3,037 3,043 3,039 3,045 __ 24,5 25 Lissabon 18,80 18,84 18,80 18/84 _ Danzig. . 81.46 81,62 81,46 81,62 —— Konstuntiu- 1 .784 1,789 1,784 1,789 _ 72 — Athen. . 5,43 5,44 5,435 5,445 _ — Canava . 4.197 4,205 4,196 4,204 149,75 11 tn uay. 3,247 3,253 3,247 3,253 — 142,25 —■ Cairo - * 20,885 20,925 20,88 20,92 I Darren 176 P.; Pferd 169 P.: Darren 174 P.: Pferd 161 P., Nachdruck verboten Ohne Gewähr 24. Oktober 1930 1. Ziehungstag Ohne Gewähr Nachdruck verboten 25. Oktober 1930 2. Ziehungslag P-, P-, P-, Kreuznach 213390 271763 377043 H CtW 88926 130753 200520 340058 268039 307353 134766 332676 109317 243216 378084 Kreuznach Kreuznach 100537 143355 202976 296271 378211 102344 146212 260050 341341 108649 163979 211480 326456 165893 398604 800 M. 218410 301439 140478 34025 48868 201497 19486 230844 328190 226397 121361 66611 281421 46667 238666 334261 102838 150559 206863 298115 387618 130065 191129 294982 kampfes: 3. Dezi rk: Reck 180 P. 4. Dezi rk: Reck 174 P. 6 Sttoinne iu 6000 TL ! 10 ®«toinn« »u 3000 TL 278248 283916 8 »etDinne gu 2000 TL 336861 24 •«tolnne jn 1000 W. 103712 108346 116763 150201 151604 168394 260294 260959 268512 331670 398767 iehmarlt. Auftrieb: Ochsen, 92 Aul- lbrr 397, Schafe nten pro 3cnt- Ochlen: vvllslei- blachtloerts: jun- >5, sonstige bollen: jüngere, toll* 53 bis 56, svn- istete 48 bis 52' Wen Schlacht- Wge ober aus- 15 bis 39, gering talbiimcn, Jung- näftete, höchsten ischige 50 bis 55, Beste Mast- und Mast- und Saug« [ber 65 biß 69. I 're MWmmel: aftlämmet, ältere Schafe 42 bis 41. c 322 Pfund Le- hige Schweine von ^gewicht 58 bis 60, Lebendgewicht 59 0 Psund Lebend- chweine von etwa -wicht 56 bis 59; larktverlaus. Wer und Schaft mittelmäßig, aus- Gewinnauszug 1. Klaffe 36. Preußisch-Süddeutsch« (262. Preuß.) Klaffen-Lotterie 3n der heutigen Vormittagszichung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinn, ju 100000 TL 313881 2 Grwmn« ju 10000 TL 334527 4 Gewinn« ju 5000 M. 42487 82196 2 Gewinne ju 3000 TL 68916 4 Gewinn« ju 2000 W. 177196 190387 30 Gewinn« ju 1000 TL 10944 53844 63306 65725 77105 101632 127007 222306 225068 238145 281170 288509 319724 330866 360560 44 Gewinne «u 800 W. 15872 21630 30862 62328 96213 97820 124885 162820 169407 177731 193405 217184 217668 228362 231001 233280 298539 323337 338046 359934 361247 397179 48 S«w,nn« «u 500 TL 6670 11506 50535 63419 58253 76741 91257 116287 130931 163484 154565 164743 178364 180468 183721 210510 212393 259292 296262 295838 332612 348033 368634 393302 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 2 Gewinn« in 50000 TL 369862 4 Gewinne zu 10000 TL 177996 291559 2 Gewinn« iu 5000 TL 392839 2 Gewinn« zu 3000 TL 129484 14 Gewinn« zu 2000 TT. 1587 39139 127243 136495 309377 314161 371287 22 Giwinn« ,n 1000 M. 69656 71143 162693 172071 202906 251144 266553 279636 303319 383179 59-lg 12>M 73,39 3,039 18/g !!$ s TsTö 1,419 & II - 11 - 112- 10,54 9| ,95 2-364 4,1g I6-) 81,315 45,50 2.084 Bei einem Einschüchterungsversuch e.n Kind erschossen. WSD. Mainz, 25. Okt. Als sich gestern abend die dreijährige Liselotte Schmitz in der Wohnung ihrer. Tante befand, begann das Kind aus irgendeinem Grunde zu weinen. Dei dieser Gelegenheit kam der im gleichen Stock wohnende 45 Fahre alte Wächter Georg ‘Braun hinzu und drohte dem Kind, er werde es erschießen, wenn es nicht zu weinen aufhöre. Dabei zog er seinen Dienstrevolver und legte aus das Kind an. 3m gleichen Augenblick siel ein Schuß und das Kind stürzte zu Boden. Es wurde sofort ins Krankenhaus verbracht, wo es an der erlittenen Schußverletzung gestorben ist. Der leichtsinnige Schütze tourbe fest genommen. 58,44 112,37 20,43 16.4g 169- 21.92 112,41 69.27 1,50 112,70 81-61 45-2 12-“ 73,45 fl.Hl Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II wirrt — 1,423 58 5?. I'2.'« 1kg «,401 4> 16,48' 45,60 2,088 40 Oetwnn« zu 500 TT. 8510 10362 10663 12533 48353 58577 74482 176784 181454 194903 203167 220259 224644 252273 266317 293213 293361 345789 364915 382760 Die Ziehung der 2 Klaffe bet 36. Preußisch- Süddeutschen (262. Preußischen) Klassenlotterie findet am 21. und 22. November 1930 statt. Seitpferd: Marburg 169J4 169)4 P., Koblenz- 160 P. Freiübung. Marburg 11% 71 P., Koblenz 73 P. Längspferd: Marburg 162 160 P., Koblenz 166 P. Reck: Marburg 18754 P., Kreuznach 193 P., Koblenz 175 P. 59,1g 12,4» 449 73,53 18-g 81-g 1,78? 4^ 4,20* 3.2g 20,82 Zußballergebnisse der Gießener Mannschaften. Das Derbandsspiel in der ersten Dezirksklasse, das die Spielvereinigung 1900 mit Breidenbach auf dem Trieb zusammenführte, tonnten die Hiesigen sicher und verdient mit 4: 2 für sich entscheiden. 1900 machte in diesem Spiel eine über Erwarten gute Figur. Die 3. Mannschaft gewann gegen Leihgestern I 2:0. Auf dem Waldspielplah wurde ein Freundschaftsspiel zwischen der Liga des D f D. und dem Sportverein Wetzlar ausgetragen, bad mit einer 3:2-Riederlage der Gießener endete. Die Reserve .weilte in Ettingshausen und verlor 4:5. Dis 3. Mannschaft gewann gegen Steinbach I auf eigenem Platze 5:3. DfD. Zugend gegen Duhbach 2:1. Ein Handballspiel trug die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 auf dem Trieb gegen Garbenteichs I. aus. Das Spiel endete unentschieden 3:3. Zußball in Hessen-Hannover. Dei den Spielen des Sonntags konnten die in den beiden Gruppen führenden Mannschaften des EC. 03 Kassel und Kurhessen Marburg ihre Position weiter befestigen. Der Dezirks- meister SC. 03 Kassel gewann in Grone gegen den FC. Grone mit 9:3 (2:1), während Kurhessen Marburg die Fuldaer Germanen mit 8:0 ab» fertigte. 3n Groß-Allmerode verlor jetzt auch Kurhessen Kassel mit 2:1, so daß Groß-All- merode auch weiterhin den zweiten Platz in der Rordgruppe behauptet. Hessen 09 verteidigte seinen 3. Tabellenplatz gegen die SP. Dg. Göttingen mit einem 2:1-Sieg erfolgreich. 2ln Hersfeld mußte sich Dorussia Fulda mit einem mageren l:l-Resultat begnügen. Das Kasseler Lokalderbh zwischen Sport 03 und Spielverein Kassel sah Sport mit 5:1 (1:0) als sicheren Sieger. Der Spielverein war im Feldspiel wohl ebenbürtig, versagte jedoch vollkommen vor dem Tor. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gerölewettkampf zwischen 3. und 4. Bezirk. 2lm Samstagabend fand in Launsbach der Rückkampf im Gerätewetturnen zwischen 3. und 4. Dezirk statt. Konnte bei dem Dorkampf in Hahl der 4. Dezirk mit acht Punkten Dorsprung den Wettkampf für sich entscheiden, so gelang es diesmal dem 3. Dezirk mit 525 Punkten den 4. Bezirk mit 509 Punkten zu überholen. Die einzelnen Hebungen an Pferd, Darren und Reck zeugten von guter Schule. Wurden doch In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen 6 »«-Vinn- 1U 3000 TL 34195 132079 149831 4 ©ttolnne |U 2000 TL 76603 104439 24 »etotnne tu 1000 TL 860 48025 48499 60513 71187 196114 221096 276443 298831 306260 358845 379309 44 Gewinne,u 800 TL 54318 64994 65093 91802 101629 101900 115471 126796 188119 211672 243854 250353 258507 260630 346697 364237 356513 367310 371245 372486 386835 399875 62 Gewinnt ,u 500 M. 1884 25081 56382 84764 markt. Her stark jurud- i, und 2bi§l* , befestigen, nach- - die Forderungen mdrn. ■ter galten. : bulgarisch- >iä 12, rmam che bis io. chmM Wni!&‘Ä , norddeutsche i» ®tiö___ Tis? 58,20 III,« 2d,33 IC,« 63-5 1 ,ö 11,9? 59,03 2,48 19,26 81,29 15,06 12,40 73-'5 ransiuN Mtoliternc ' Ngat 165; 10 bis 220; ml. chl. süddeutsches mehl 26 bis 2? ' Erbsen 28 bi« 6.00; M,zen< 2,25 bis 2,50; -lt. 2,00; Treber, mdenz: Weizen 146826 153834 353643 391563 30 »ttoinne zu 160786 178835 266233 270345 Gewlnnauszug (262. Preuß.) Klasien-Lotterie 1. Klasie 36. Preußisch-Süddeulfche 32 Gewinn« zu 800 W. 8983 26319 49233 130755 170501 175751 180346 231517 233423 276763 317472 331845 352215 358034 360515 377165 60 Gewinne zu 500 TI. 21314 21737 44115 60652 ------ ------ ------ 116099 115769 142646 168330 168774 171079 233236 284334 288950 332584 337607 364303 Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar fe einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers". Der Städtekampf im Kunstturnen, den im Vor- kampf Kreuznach vor Koblenz und Marburg gewann, fand am Sonntag in den Stadtsälen in Marburg vor zahlreichen Besuchern seine erste Wie- Verholung und endete mit einem knappen Sieg Marburgs. Nachdem ein Vertreter der Marburger Turnerschaft und Oberbürgermeister Mueller die Gäste herzlichst begrüßt hatte, begann der bis zum letzten Augenblick spannende Kampf, der für jede Achter- Mannschaft aus einer Kürübung an Barren, Seit- pferd, Längspferd und Reck und einer von drei Turnern auszuführenden Kürfreiübung bestand. Drei Kampfrichter (Kreismännerturnwart Franz (Rheydt), Gauoberturnwart Ries (Kassel), Gau- oberturnwart Schorrig (5)erne i. 23.) werteten je bis zu 10 Punkte. Als ubmann stand Sreisoberturn- wart Frey (Mainz) dem Kampfe vor. Bis zum letzten Gerät lagen Marburg und Kreuznach noch immer dicht beieinander. Am Reck fiel die Entscheidung. Marburg gewann den Kamps mit nur zwei Punkten Vorsprung vor Kreuznach. Das Ergebnis lautet: Marburg 771 % P., Kreuznach 769 P., Koblenz 12,1% P. An den einzelnen Geräten wurden erreicht: Barren: Marburg 175 P., Kreuznach 175' P., Koblenz 15314 P. toeitig schon stark belastet ist. Man kam überein, den Doranschlag auf eventuelle Ersparnisse zu prüfen und zu reduzieren. Die Inangriffnahme der Arbeiten muß deshalb auf später verschoben werden. che 2lng* /•Änb, JwSE Sä nur >°f bi« y. lt,nc Erhoff ■bLrse. M mit den Geschäft * im 3u- mooßung starke amen bei der * Wi W Getreide- M Weizen. Preise tour- ® 0.50 Mark ’ toat Weizen. Kunstturnwettkämpfe im Gebiet des Turngaues Hessen Gtädtekampf Koblenz-Bad Kreuznach-Marburg. Gießen I — Raunheim Ib 8:0; Gießen II — Annerod I 1:2; Oppenrod — Gießen Ib 2:5; Raunheim Jugend — Gießen Jugend 1:1. Sport der Gießener Schulen. Gymnasium — Realgymnasium 3:4 (2:0). Die beiden Mannschaften trafen sich auf dem Universitätssportplah zu einem Fußballkampf. Auf beiden Seiten wurden ansprechende ßeiftun- gen gezeigt. Das Realgymnasium landete bei gleichwertigen Leistungen auf beiden Seiten einen zwar verdienten, aber glücklichen Sieg. Der Schiedsrichter amtierte zu beiderseitiger Zufriedenheit. Realgymnasium II — Oberrealschule II 6:4 (4:3). In dem am Donnerstagnachmittag ausgetragenen Handballspiel blieben die Realgymnasiasten infolge der besseren Zusammenarbeit der einzelnen Mannschaftstcile verdient Sieger. Der überaus spannende Kamps wurde von beiden Seiten jederzeit fair durchgeführt. Punktekämpfe in der Gruppe Main. Eintracht Frankfurt geschlagen. Im neunten Verbandsspiel bezog der süddeutsche Meister Eintracht Frankfurt seine erste Niederlage, er wurde auf eigenem Platz von Rot-Weiß Frankfurt mit 2:1 (1:1) Treffern geschlagen. Die Niederlage war nicht einmal unverdient, denn Rot-Weiß spielte mit weit größerem Eifer als die schlecht aufgelegte Mannschaft des Meisters. Die Offenbacher Kickers, die zuhause Germania Bieber erst nach hartem Kampf 2:1 (2:0) schlagen konnten, liegen jetzt nur noch um einen Punkt hinter der Eintracht, so daß also der Endkampf in der Gruppe Main doch noch recht spannend zu werden verspricht. Einen harten Kampf wird es auch noch um den dritten Platz geben, für den noch fünf Anwärter vorhanden sind. Zwei davon, Fußballsportoerein und Union Riederrad, trennten sich nach wechlelvollem Spiel mit einem Unentschieden von 1:1 (0:1). Hanau 93 brachte dem Neuling Fechenheim mit 3:1 (2:0) eine weitere Niederlage bei. Oie Punktkämpfe in der Gruppe Hessen 3n der Gruppe Hessen konnte sich am Sonntag der vorjährige Meister Wormatia Worms durch einen 4:2-Cicg über feinen Lokalrivalen Alemannia einen großen Punktvorsprung sichern. Die beiden Tabellenletzten Mainz 05 und SD. 98 Darmstadt trennten sich unentschieden 2:2, Mainz liegt dadurch mit dem FC. Langen, der gegen ED. Wiesbaden mit 6:0 unterlag, punktgleich. Urberad) konnte sich durch einen überraschenden 4:2-Erfolg über DfL. Reu-Ilsenburg einen sicheren fünften Platz sichern. Tagung der ORll. wichtige Termine für 1931. Am Sonntag wurde die Tagung der Deutschen Radfahrer-Union in Dresden zum Abschluß gebracht. Man beschloß, die deutsche Straßenmeisterschaft in Zukunft nur noch in einem Laufe auszutragen. Folgende wichtige Termine wurden feftgdegt: 12. Juni: Bahnmeisterschaften: 9. August: Straßen- Mannschaftsmeisterschaft: 13. September: Straßen- Einzelmeisterfchast: 4. Oktober: Meisterschaften im Saalsport und Radball. — Die nächstjährige Generalversammlung der DRU. findet am 25. Oktober in Breslau statt. Deutsche weiter in USA. Deutschlands Reiterrnannschaft ist nach stürmischer Lieberfahrt, unter der besonders die Pferd« sehr gelitten haben, in Reuyork gelandet. Rach ihren Starts in Doston und Reuyork werden unsere Vertreter einer Einladung nach Toronto folgen und mit ihrer Rückkehr nach Hamburg ist bereits zum 8. Dezember zu rechnen. Oberbeffen. Stadtvorstandssihung in Alsfeld. AlSfeld, 25. Okt. 3n einer besonders einberufenen Stadtvorstands - Sitzung mußte man sich nochmals mit der Ae n de - rung der Ortssatzung über die Erhebung der Diersteuer in der Stadt Alsfeld befassen. Laut Deschluß vom 16. September 1930 sollte die Abänderung der Satzung mit der Einführung der erhöhten Sätze am 1. Oktober 1930 in Kraft treten. Da die Erledigung der für die Genehmigung der Satzung erforderlichen Formalitäten (Offenlegung, Begutachtung durch den KreiSausschuß und Dorlage an das Ministerium) längere Zeit in Anspruch nahm, konnte die 3n- lraftsetzung zu dem beschlossenen Zeitpunkt (am 1. Oktober) nicht mehr erfolgen. Es war daher erneute Beschlußfassung nötig, da die Steuerordnung nach den Durchführungsbestimmungen nicht mit rückw Elender Kraft erlassen werden kann. Demzufolge wurde beschlossen, daß die abgeänderte OrtSsahung nunmehr mit Wirkung vom 1. Dezember 1 930 in Kraft treten soll. Der von der Dürgermeisterei vorgelegte, vollständig neue Entwurf auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten wurde einstimmig genehmigt. Eine Dorlage wegen Abänderung der A r» deitsbedingungen für d ie städti - schen Rotstandsarbeiter (Wohlfahrts- Erwerbslose) wurde genehmigt. Danach gelten die allgemeinen Richtlinien auch für die Für- forgearbeiter bei den Kanalisationsarbeiten. Dei Fürsorgearbeitern, deren Ehefrau oder Kinder, soweit die letzteren noch im elterlichen Haushalt leben, sind 70 Prozent des Arbeitseinkommens der Ehefrau und der Kinder dergestalt in Anrechnung zu bringen, daß der Fürsorgearbeiter am Kanal- vau für diesen Betrag, in den jeweils festgesetzten Stundenlohn umgerechnet, entsprechend verkürzt arbeiten muß. Renten der Ehefrau und Kinder Selten alS Einkommen in diesem Sinne. Für die brigen Fürsorgearbeiter bleiben die seitherigen Richtlinien gemäß dem Deschluß vom 28. August 1930 bis auf weiteres bestehen, soweit sich aus "Vorstehendem keine Abänderung ergibt. Wie der Dorsitzende bemerkte, werden gegenwärtig 57 ausgesteuerte Arbeitslose mit Kanalisationsarbeiten beschäftigt. Die Zahl der Ausgesteuerten wird in den nächsten Monaten noch eine weitere Steigerung erfahren. Landkreis Gießen. W ieseck, 26. Okt. Der hiesige Geflügelzucht v e r e i n, der in den letzten Jahren eine rege Tätigkeit entfaltete, hat vom 21. bis 23. Ro- vember die Bezirks-Geflügelschau in Wieseck übernommen. Die Dorarbeiten sind bereits im Gange. Rach den bis jetzt vorliegenden Meldungen scheint die Ausstellung ein gutes Dild von der Rassenzucht des Dezirkes zu geben; auch wird die große Anzahl der Rassen dafür bürgen, daß die Veranstaltung die bisherigen Bezirksschauen weit übertrifft. Mit der Schau [ soll zugleich eine Ausstellung von ausgestopf- ten Raubvögeln verbunden werden. * Wieseck, 26. Okt. ilnfere hiesige Volkshochschule zählt zu den wenigen ländlichen Dolkshochschulen. die seit Kriegsende ununterbrochen auch durch die Inflationszeit durchgehalten haben. Sie kann am 5. Rovember ihr 11. Wintersemester eröffnen. Da sehr interessante Themen aus den verschiedensten Wissensgebieten vorgesehen sind, die teils von hiesigen, teils von Gießener Lehrkräften behandelt werden, ist, ! wie alljährlich, mit einem starken Desuch zu rechnen. J 8 Alten-Buseck, 26. Okt. Die im Laufe der ! letzten Woche durch Schüler vorgenommene i)aus» I | ammlu.ng für d i e Gießener Studenten h i l s e hatte einen guten Erfolg. Es wurden 13 Zentner Kartoffeln gespendet. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 26. Oft. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß die Landwirte deS benachbarten Ortes Ober-Morlen wegen der hohen Fleischpreise selb st geschlachtetes Schweinefleisch für 0,90 bzw. 1 Mark das Pfund zum Verkauf brachten. Diese Selbsthilfe hat die Wirkung gehabt, daß sich die Metzgermeister des Ortes entschlossen, die Schweinefleischpreise zu senken, und zwar auf die vorgenannten, auch von den „Selbstversorgern" ge- ' orderten Beträge. Dad-Rauheim, 26. Okt. Eine besondere Hilfe hat die hiesige Stadtverwaltung für die vorn AlsdorferGrubenunglück Detrosse- nen zugesagt. Dürgerrneister Dr. Ahl hat dem 1 Regierungspräsidenten von Aachen das Deileid I der Stadt Dad-Rauheim ausgesprochen und gleich- 1 zeitig mitgeteilt, daß die Stadt im städtischen Konihkh stift drei Freistellen auf die ®auer von je 4 bis 6 Wochen für solche Personen Eereitgeftcllt hat, die infolge des Unglücks eine Dad-Rauheimer Dadekur benötigen. 8=1 Dad-Rauheim. 26. Okt. In Kreisen des hiesigen Einzelhandels besteht der 9lan, auch in diesem Jahre zur "Belebung des uveihnachtsverkehrs ein Lichtsest zu ixranßallen, nachdem eine erstmalige derartige jJerbemaßnaßme im Dorjahre einen bemerkenswerten Umfaß für die Geschäftswelt gebracht hat. Der Derkehrsverein wird sich in nächster Zeit mit 5er Frage beschäftigen, ob der Plan auch in diesem Jahre finanziell durchführbar ist. Kreis Schotten. I Ober-Schmitten, 23. Okt. Dom Kreis- !■ oauamt ju Schotten wurde für unsere Gemeinde cm Teilbebauungsplan ausgearbeitet, der ois zum Teil schon bebaute Gelände nördlich ves Bahnhofs umfaßt Der Plan sieht die Anlage zweier Straßen vor, von denen die eine parallel zur Chaussee Ridda-Schotten verlausen k-Il. Gegen die Durchführung des Projekts wurde von verschiedenen Deländebesitzern Reklamation erhoben. Doch hofft man, daß es zu einer gütlichen Einigung kommen wird, da sich niemand der Einsicht verschließt, daß der hier herrschende Mangel an "Baugelände Entgegenkommen und Opfer nötig macht — Rachdem im Laufe dieses Jahres bereits drei Familienwohnungen erbaut und bezogen wurden, ist jetzt ein weiteres Einfamilienhaus im Rohbau fertiggestellt. Auch für das nächste Jahr liegen verschiedene Bauaufträge vor, so daß der Wohnungsnot damit gesteuert werden dürfte. Kreis Alsfeld. 4 Deckenbach, 24. Okt. Unser Gotteshaus muß renoviert werden. Dach und Decke sind bis auf die Umfassungsmauern abzutragen und bann vollständig zu erneuern. Der Kostenvoranschlag schließt mit 15 000 Mark ab. Dieser Tage weilten Vertreter der Kirchen- und der Baubehörden hier, um mit der Gemeindevertretung über diese Angelegenheit zu verhandeln. Heber die Rotwendigkeit der Arbeiten war man sich beiderseits einig, jedoch veranlaßt die Aufbringung der Mittel Schwierigkeiten, da die Gemeinde ander- Vereinsweiikampf Kil-chhain-Krofdorf—Biedenkopf. Unter der Obmannschaft von Gauoberturnwart Will (Gießen) begegneten sich am Samstagabend in Biedenkopf die Vereine von Kirchhain, Krofdorf und Biedenkopf zu einem Vereinswellkampf im Kunstturnen. In jeder Mannschaft standen zwei Turner, 2 Jugendturner Oberstufe, 2 Jugendturner Unterstufe und 2 Turnerinnen. Sieger wurde der To. Biedenkopf mit nur wenigen Punkten Vor- sprung vor Krofdorf. An die dritte Stelle kam in größerem Abstande der To. Kirchhain. Beigeordneter Kramer überreichte mit einer inhaltreichen Ansprache an Gauoberturnwart Will eine von der Stadt gestiftete Plakette, die dieser an die Siegermannschaft aushändigte. Krofdorfs Mannschaft, die sich ehrenvoll schlug, fetzte sich wie folgt zusammen: Karl Würtz, Eduard Heyer, Adolf Leib, Fritz Leicht, Willi Schmidt, Otto Röhrsheim, Hilde Schmidt, Hilde Süßkind. Gesunde Zähne - reiner Hauch durch täglichen Odol-Gebrauch von einzelnen Turnern wirklich Glanzleistungen geboten. Ganz besonders ragte der Kreismeister Groh hervor, dessen Hebungen immer wieder ven Beifall des Publikums entfesselten. Der Abend war noch ausgefüllt mit Liedervorträgen des Gesangvereins Liedertafel, Freiübungen der Schülerinnen und Turnerinnen. Die Kunstsahrer des Arbeiter-Radfahrervereins Launsbach zeigten gute Darbietungen, ebenso gefielen die Flach- tumer Wiesecks. — Das Einzelergebnis deS Wett- Nachdruck verboten 15 Fortsetzung. J f) Ion Ebenso toi tinien ist die reich ge»e>« Mali über 3m Grund« geändert Generale WaMngtvr drängt hab schen Staat die Krank Die revolu ihre Tätigt Passagierdc feuer zu n Mitglieder Tat, die Psychose, d Dersehen e und vollstä Sntschäd Schuldig in ihren M der gerade einen Stoß Drucksachen von der Re- klameabteilung herüberbrachte, stolperte über d e Schwelle, verlor das Gleichgewicht und ließ die Blätter fallen, daß sie durch das Bureau flatterten. „Qin die Balkanbande wird kein Schräubchen mehr geliefert, bis die Zahlungen in Ordnung gehen!" schrie Hansen, obgleich es dieses enormen Stimmenaufwandes gar nicht bedurft hätte; denn sein „vortragender Rat" — der Prokurist Daum — stand unmittelbar vor ihm und war durchaus nicht schwerhörig. „Bischt gibt's mehr!" schrie der Chef stark sächselnd. „Ich wceß, wo Boom wohnt!" Der Prokurist Baum bewahrte seine Fassung und bezog die Aeußerung des Firmeninhabers nicht auf sich. Gott ja, der Mann hatte private Sorgen! Man munkelte da neuerdings so allerhand in „eingeweihten Kreisen" — die Dienstboten trugen es herum — daß die Ehe mit der zweiten Frau nicht glücklich sei... Die Tochter ging ebenfalls eigene Wege und hatte sich aufs Malen gelegt. Ms ob es die nötig hätte, das Proletariat der Kunst um ihre Wenigkeit zu bereichern! Aber das war schon immer so: Die Chefs, die zu Hause nichts zählten, machten im Kontor den meisten Krach! „Iawohl, Herr Hansen — ganz meine Meinung — ich werde sofort das Nötige veranlassen." Mit diesen Worten dienerte der Herr Baum (auf gut sächsisch „Boom") zum Tempel hinaus, froh, diese ungnädige und laute Audienz beenden zu können. Nun mochte die Laune des „Mten" ausfressen, wer wollte! Kreideweiß beeilte sich, seine fliegenden Blätter wieder zusammenzutragen, dabei konnte er sich's nicht verkneifen, einen bewundernden Blick auf den Herrn Prokuristen zu werfen. Alle Achtung! Wer ungebrochen aus diesem Gewitter im Aller- heiligsten hervorging, der war ein Held! Nur die stupsnasige Stenotypistin, die sich am Tage hundertmal das Gesicht puderte und ebensooft die Lippen nachzog, lachte frech und respektwidrig über das Donnerwetter des Chefs. Na ja — tröstete sich der zukünftige ppa Kreideweih — so'n Mädel begriff eben nie den Ernst der Situation. Lind in diese dicke Luft hinein platzte das Telegramm Erdmutes aus Sölden. „Papas Initiative wegen Motorkauf Riml unerläßlich, da Konkurrenz am Werke. Erdmute." Hansen las die Depesche zwei-, fünf-, zehnmal. Mutes Kabeltelegramm war Oel auf die hoch- gehenden Wogen seiner Erregung. „Donnerwetter, das Mädel ist auf dem Posten!" anerkannte Hansen. vielmehr hatte er eine ganz komische Sehnsucht nach Erdmute. Seitdem auch Irma das Haus verlassen hatte, war es so still, so tot in der Billa an der Parkstrahe. Hansen ging hinüber in den Wintergarten. Hier war Mutes Lieblingsplähchen. Hier hatte sie schon als ganz kleines Mädel mit Stift und Papier gesessen und war nicht müde geworden, die Blumen und großblättrigen, fremden Pflanzen zu zeichnen. In dem Mädel hatte von Kindheit an die künstlerische Veranlagung nach außen gedrängt. Vielleicht war es ein Erbteil vom Vater, nur glücklicher entwickelt. Er muhte seine Phantasie auf der Technischen Hochschule knebeln und einsargen. Aus der Freizügigkeit seiner Zeichenlust wurde die starre Linie, der Farbenrausch erstickte in Formeln und Berechnungen. An Stelle eines Künstlers wurde ein Ingenieur aus ihm. Hansen nickte einer Gruppe blühender Kakteen zu, sprach zu ihnen, als würde er von diesen Exoten verstanden. „Ich bringe auch das Mädel zurück. GS muh wieder Sonnenschein im Hause fein." Merkwürdig: Kein Wunsch, kein Gedanke schlug eine Brücke zu seiner Frau. Hatte er überwunden? War Irma, dieses 'blonde, lebensdurstige Geschöpf, schon abgetan^ Die Nächte würden es lehren, diefelauen, blausilbernen Sommernächte, die seit Weltbestehen die Kuppler für alles waren, was lebte und den Drang in sich verspürte, weiterzuleben. 14. Heinrich Gstrein klopfte schüchtern an die Tür zu Mutes Zimmer im Gasthof zur Post. Er fand die Malerin am Fenster sitzend, in einen Skizzenblvck die Llmrisse der Kirche zeichnend. Mute Hansen erkannte den Mann. Sie konnte sich nicht erklären, was ihn zu ihr führte. Oder doch: Vielleicht eine dringende Bestellung von Heinz, der bei ihm wohnte. Heinrich Gstrein drehte zunächst verlegen den Hut in seinen Händen, ehe er schwerfällig einen Satz formulierte. „Entschuldigen S' — woas der Gutenberg is — der Herr Schriftsteller — der ist die ganze Nacht net heimkommen —" Mute legte interessiert den Stift weg, erhob sich. „Lind da glaubten Sie, er wäre bei mir?" Sie hatte Mühe, das Lachen zu verbeißen. Der Mann bekam einen roten Kopf, beeilte sich, zu versichern: „Na, na, dös net — aber weil Sie doch mit ihm befreindet sind, hab i halt g'moant — —“ * Ietzt kam ein starrer Ausdruck in das Gesicht des Mädchens. Eine bange Ahnung stürzte über Mute herein. (Fortsetzung folgt.) Mute, das war ein Kapitel für sich, ein Lichtblick in diesen hundemiserablen Tagen, ein Sonnenstrahl in der Finsternis. Lind so ein kluges Mädel, das die Augen offen hielt, das sich Mühe gab, mit eigener Hände Arbeit etwas zu verdienen, ein solches Geschöpf glaubte Irma mit giftigen Worten erniedrigen zu können! Hansen ballte die Faust. Ihm lag ein böses Wort auf der Zunge, das jedoch unausgesprochen blieb. Nach Einsicht in die mit Niml geführte Korrespondenz stand Peter Hansens Entschluß fest. „Morgen fahre ich nach Tirol!" * . * Der andere Tag kam, und aus der Fahrt nach Sölden wurde nichts. Ein Telephonruf bat Hansen nach Berlin. Dort waren die Verhandlungen mit einem großen Kino so weit gediehen, daß man unmittelbar vor dem Abschluß stand. Es sollte ein zweihundert ?8-Dieselmotor geliefert werden, der, mit einer Dynamo gekuppelt, den Strombedarf für den riesigen Palast decken sollte. Mso hin. Das größere Projekt kommt immer vor dem kleineren. Die Sache klappte. Die Ingenieure hatten gut vorgearbeitet. Nun ging der Abschluß verhältnismäßig rasch. Abends zurück nach Dresden. Kaum war er in der Villa, klingelte Prokurist Baum an. „Für morgen mittag hat sich Senator Mano- lescu aus Bukarest angesagt. Er kommt im Auftrag der rumänischen Elektrizitäts-Societate. Es steht viel auf dem Spiele." Vom Balkanmarkt hatte Hansen genug. Die Herrschaften da unten legten sehr oft ein Geschäftsgebaren an den Tag, das in Mitteleuropa nicht üblich war. „Gut. Ich verschiebe die Tirolreise noch um einen Tag. Aber nachher kann meinetwegen der Negus von Abessinien zu mir kommen, ich lasse mich nicht mehr abhalten", schrie Hansen in den Apparat und legte auf. Baum schüttelte mißbilligend den Kopf. Sonderbares Benehmen vom Chef! Er war doch bisher geradezu fanatisch, wenn es galt, neue Verbindungen anzuknüpfen. Lind nun hatte er es plötzlich so eilig mit dieser Fahrt nach Sölden. Die fünfzig PS, die für Riml in Frage kamen, waren doch nicht so bedeutend, als wenn Mano- lescu einen Auftrag auf die neue kompressorlose Type dalieh! Dabei kamen mindestens fünfhundert Pferdestärken in Betracht. Die Rumänen stellten nur Oelmotoren auf. Sie hatten den Betriebsstoff im Lande und konnten gar nicht besser fahren. In der Tat war es auch gar nicht so sehr der Auftrag, der Hansen nach Sölden lockte. Nein, ßt.252 01t v JoW ä-s Kg na Die beiden jungen Menschen standen Hand m Hand, hingeschenkt an Glanz und Rausch der Höhen. Und kein Wort der Klage kam über die Lippen der Malerin. Sie wußte: Selbst wenn sie ihre Farben noch gehabt hätte, an ein Arbeiten wäre nach der überstandenen Gefahr nicht mehr zu denken gewesen. Auch die Zeit war inzwischen so weit vorgeschritten, daß man sich mit dem Heimweg beeilen mußte. Der Abstieg gestaltete sich schwierig, aber nicht lebensgefährlich. Sie gelangten bald auf die Matten und von da aus ziemlich rasch ins Rettenbach- tal. Auf dem schmalen Pfad neben dem schäumenden Bach ging es langsam abwärts im Scheine der rot versinkenden Sonne. Mit Einbruch der Däm- meriing war man wieder in Sölden. ' Todmüde, mit zerschlagenen, überanstrengten Gliedern, legten sich die Dergwanderer gleich nieder. Erdmute Hansen hatte nicht einmal Appetit zum Essen. Nur mehrere Glas Milch ließ sie sich aufs Zimmer bringen. Sie trank und fiel dann in den (5d)Iaf der Erschöpfung. An diesem Abend fehlte auch Schwaihofer zum Tanz. Er hatte mit Einbruch der Dunkelheit den Marsch zur Hütte angetreten, von dem nutzlosen Weg zur „Hohen Oed" ebenfalls bis auf die Knochen ermüdet. Morgen früh sollte der Kapitalhirsch die Kugel bekommen. 13. Peter Hansen schimpfte, daß die Angestellten int Nebenraum ängstliche Augen machten und sich noch tiefer hinter ihre Bücher und Schreibmaschinen duckten. Der Chef hatte in letzter Zeit dauernd miserable Laune! Von früh bis abends. Das Personal wußte nicht, daß die Gereiztheit und Nervosität Peter Hansetts seit jenem Tage datierte, an dem seine Frau sang- und llanglos ihre Sommerreise angetreten hatte. Frau Irma ging wieder einmal ihre eigenen Wege, die nicht immer die geradlinigen und korrekten Wege einer Dame von Welt waren. Hansens Faust polterte auf die Schreibtischplatte. Im Bureau daneben war der Kontokorrentbuchhalter so heftig zusammengezuckt, daß der Kneifer auf seiner Sattelnase für eine Sekunde ins Wanken kam und vor seinen Augen die Zahlen im Iournal tanzten. 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