Nr. 226 Erster Blatt 180. Jahrgang Samstag, 27. September 1950 2.20 Reichsmark und 30 Veidjspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzeln er Nummern Infolge höherer Gewalt. Kernfprechanfchlüfi« ■ÄterSammetnumm < r 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •iefjen. poßfcheölonto: Frankfurt am Main 11686. Lrfchernt täglich,auf»er Sonntag« and Feiertag» Beiletei: Dte Illustrierte Vtehener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttk und Verlag: vrühl'sche Univerfitülr-Vuch' und Zteindruckerei TL Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme van Anzeige» für die Tagetnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20* , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Führung. Die Reichsregierung hat die Bekanntgabe des Wahlergebnisses vom 14. September mit der Erklärung beantwortet, daß sie sich auch weiter an den ihr vom Reichspräsidenten erteilten Auftrag gebunden halte und sich darauf oorbereiten werde, dem -neuen Reichstag ein umfassendes und gründ» legendes Sanierung», und Reformproara mm zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Wir haben diesen Entschluß begrüßt, weil er in dem gefährlich wogenden Meer von Unsicherheit und Mißtrauen, Mutlosigkeit und zaghafter Zurückhaltung, in dem sich Wirtschaft und Politik im In- und Ausland nach dem überraschenden Wahlausfall zu verlieren drohten, der feste Pol zu werden ver- sprach, von dem aus eine Politik der Besonnenheit und der Vernunft zu festen Ufern hinsteuern konnte. Der stürmischen Entwicklung der Wirtschaftskrisis scheint aber das Tempo der Regierungsarbeit nicht gewachsen zu sein. Das Reichskabinett hat sich zur Beratung seines Reformprogramms zurückge zogen. Hinter verschlossenen Türen werden Punkt für Punkt offenbar mit einer Gründlichkeit erörtert, die gewiß für eine sich der schweren Verantwortung bewußte, bis ins Kleinste sorgfältig durchdachte Arbeit spricht, bei der das Kabinett aber Gefahr läuft, daß die Entwicklung der Dinge das schließliche Ergebnis feiner Beratungen weit überholt. Was dar- über täglich aus dem Sitzungssaal der Reichskanzlei tropfenweise in die Oeffentlichkeit sickert, ist außerdem wenig geeignet, die für eine Abdämmung der Wirtschaftsdepression dringend notwendige A t • mosphäre des Vertrauens zu schaffen, die auch dieRegierung selber braucht, wenn sie ihre an sich zweifellos starke Position ausnutzen und sich vor dem Reichstag durchsetzen will. Wenn das Kabinett Brüning daran festhält, daß es eine nicht an Parteien gebundene Regierung ist, die traft ihres ihr vom Reichspräsidenten erteilten Auftrags eine genau umschriebene, rein sachliche Ausgabe zu lösen hat und die gerade durch die fach liche Notwendigkeit ihres Sanierungsprogramms und allein dadurch den Reichstag, möge er aussehen, wie er wolle, zur Gefolgschaft und Mit arbeit zwingen kann, dann ist beim besten Willen nicht einzysehen, was das Kabinett hinderte, nicht fett Monaten ein fertig ausgearbeitetes Programm zur Hand zu haben, das ohne neues Verhandeln mit den Parteien, ohne den bisher üblichen Schacher von Fraktionszimmer zu Fraktionszimmer, den das Volk zum Ueberdruß satt hat, der Oeffcnt- lichkeit unterbreitet wird. Die Tendenz der wirtschaftlichen Entwicklung hat sich ja leider keineswegs geändert — was eine Neubearbeitung des Reformprogramm gerechtfertigt hätte — sie hat sich ja nur v e r st a r k t und wird sich weiter verstärken, wenn die Reichsregierung nun nicht bald aus dem geheimnisvollen Dunkel des Konferenzzimmers ans grelle Rampenlicht der Oeffentlichkeit zu treten wagt und sagt, was geschehen soll. Der Reichs- kanzler und sein Finanzminister verkennen offent- sichtlich ganz und gar, daß wir in einer V e r • trauenskrisis stecken und daß die psychologischen Ursachen der Wirtschaftsnot seit dem 14. September erheblich stärker ins Gewicht fallen. Es kommt heute nicht mehr so sehr darauf an, ob in wochcnlangen Palavern der eine ober andere Punkt des Sanierungsprogramms den Sonderwünschen dieser ober jener Partei ober Jnteressentengruppe angepaßt wird, als baß nun cnblich überhaupt etwas geschieht, was bem Volke bas Gefühl wieder gibt, baß eine Führung b a i ft, bie weiß, was sie will unb entschlossen ist, für ihre Heber- Zeugung zu kämpfen. Nur für eine Regierung, bie diesen Führerwillen rücksichtslos unb energisch offen- bart unb keine Angst hat, über parlamentarisch-taktische Zwirnsfäben zu stolpern, wirb sich auch im Reichstag eine Gefolgschaft finben, bie bereit ist, sich für sie zu schlagen. Wenn mit biefem Reichstag überhaupt regiert werben soll, bann braucht er mehr als jeder seiner Vorgänger eine feste Hand, bie ihn aus ber Politisiererci herausreißt unb ohne Kompromisse ihn zum klarenBekenntnis zwingt, ob er mitmachen will ober bereit ist, aus seinen Reihen eine anbere Regierung zu stellen, zu ber er bas Vertrauen hat, bah sie es besser machen werbe. Das Kabinett Brüning sah nach der Wahl vom 14. September zwei Wege. Einmal konnte es sich, wie es auch geschehen ist, auf den Standpunkt stellen, daß sein Auftrag zur Sanierung der Reichs- sinanzei^ zur Behebung der Wirtschaftsnot und Arbeitslosigkeit, zur Reform ber Verwaltung unb ber sozialen Einrichtungen nicht erloschen sei. Dann mußte es bereit sein, mit seinem fertigen, unab- änberlichen Programm vor bie Oeffentlichkeit zu treten, unb im Reichstag bamit stehen und fallen. Oder aber es hielt nach der eklatanten Wahlniederlage der es bisher unterstützenden Mittelparteien (wobei das Zentrum ausgenommen werden muß) die Basis, bie sich im neuen Reichstag für fein Programm ergab, von vornherein für zu schmal. Dann mußte es ohne Zögern Verhandlungen mit den parlamentarischen Gruppen aufnehmen, von denen es eine Unterstützung erwarten konnte. Dann war es aber überflüssig, ja sogar schädlich und kostspielige Zeitvergeudung, wochenlang über ein Programm zu brüten, das schon bei den ersten Koalitionsverhanblungen voraussichllich über den Haufen geworfen würde. Das Kabinett will allem Anschein nach beide Methoden miteinander verknüpfen. Es droht sich damit in die fatale Lage hineinzumanövrieren, daß die Entwicklung ihm einfach davonläuft, daß es in dem Wettlauf zwischen Wirtschaftskrifis und Sanierung smaß nah men auf der Strecke bleibt. Was zudem über das Reformprogramm bisher verstümmelt, unklar und vielfach dementiert an die Oeffentlichkeit bringt: Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung auf 61/, Prozent, Das Reichskabineii berät weiter. Am Samstagabend wahrscheinlich Veröffentlichung des Regierungsprogramms. Berlin, 26. Sept. (4RB.) Das Reichskabinett hat heute abend von 18 bis 20 Uhr getagt und tritt nach einer Pause um 21 Uhr zu einer Nacht- f i tj u n g zusammen. Die Verhandlungen gehen aber auch am Samstag noch weiter. Ulan hofft sie im Laufe des morgigen Tages ; u Ende f ü h. ren ju können, so daß die Veröffentlichung des Regierungsprogramms im verlaufe des Spätnachmittags ober Abends zu erwarten fein wird. Bis dahin wird über das Ergebnis der Beratungen weiter strengstes Stillschweigen bewahrt. Die Ziffern des Gefamldefizits. die zur Zeit in den Kreisen, die der Reichsregierung nahestehen, genannt werden, belaufen sich auf etwa eine Milliarde Mark. Damit wird die Meldung, die noch vor einigen lagen offiziös bestritten wurde, beftätigt. 3m einzelnen schätzt man den Fehlbetrag bei der Arbeitslosenversicherung, wie bereits gemeldet, auf rund 406 Millionen Mark, während die Mindereinnahmen aus Steuern, Zöllen u s w. infolge der Wirtschaftskrise auf 400 bis 500 Millionen Mark beziffert werden. Hinzu treten dann noch zumindest weitere 100 Millionen Mark als Mehrauswen- dung für d i e firifenfürforge. Insgesamt glaubt man, daß ein zu deckender Betrag für den Reichshaushalt in hohe von 600 bis 700 Millionen Mark verbleiben wird, wenn die Erhöhung der Arbeitslosen - Versicherungsbeiträge um 2 v. h. die erhofften Mehrerträge in vollem Umfange erbringt. Da die Reichsregierung ein weiteres Anziehen der Steuerschraube für wirtschaftlich wie politisch unmöglich hält, bleibt ihr somit kaum etwas anderes übrig, als den Fehlbetrag in seiner Gesamthöhe von voraussichtlich 600 bis 700 Millionen Mark durch einen kurzfristigen Kredit abzudecken, soweit nicht kassentechnische Mittel zur Verfügung stehen. Falls ein derartiger Ueberbrückungskredit, der natürlich über das Ende des laufenden Haushaltsjahres hinaus ausgenommen werden müßte, sich als unvermeidlich erweist, dürfte die Reichsregierung die Lex Schacht, die den laufenden Etat mit 450 Millionen Mark belastet, auch im neuen Haushaltsjahr weiter durchführen müssen. Absage der Wirtschastspariei an die Große Koalition. Ein eindeutiger Beschluß. Berlin, 26. Sept. (lel.-Un.) Die neue Reichstagsfraktion der wirtschastspariei hielt am Freitag- nachmittag ihre erste Sitzung ab, in der die politische Lage erörtert wurde. 3m Anschluß an die Frakiions- sihung hielt der Reichsausschuß der Wirtschaftspartei eine Sitzung ab. Die Auffassung der Reichstagssraktion der Wirtschaftspariei, sich an keiner Regierung, auf welche bie So- zialdemokraiiedirekten ober inbiref- ten Einfluß nimmt, roeber aktiv noch bulbenb ;u beteiligen, fanb bie einmütige Billigung unb Zustimmung des Reichsausschusses. Das verbleiben ber wiri- schaftspariel in ber bestehenben ober ihre Mitwirkung in einer neu zu bllbenben Regierung wirb bie Partei ausschließlich baoon abhängig machen, ob bie von ihr im 3ntcreffe ber wiebergesunbung von Wirtschaft unb Volk zu fteUenben Forderungen be- rücksichtigi werden, von ausschlaggebender Bedeutung für die endgültige Entscheidung der wirtfchasts- L ondon, 27. Sept. (WTB. Funkspruch.) Lord Rothermeres „Daily Mail" veröffentlicht eine Botschaft Hitlers an England. Der Sonderberichterstatter des Blattes in Leipzig, der diese Botschaft übermittelt, schreibt, Hitlers Macht liege nicht In seiner Beredsamkeit und seiner Gewalt über den Pöbel, sondern in seiner Ueberzeugung. Hitler habe natürlich über Lord Rothermeres Artikel gesprochen; er habe darüber gesagt: was Lord Rolhermere dem englischen Volk zum Bewußtsein gebracht hat, ist, daß Deutschland die selben Rechte haben muß, wie die anderen Länder, nachdem er 12 3 ahre i m Versailler Zuchthaus gesessen hat. wenn Europa beschließt, Deutschland zu lebenslänglichem Zuchthaus zu verurteilen, bann muh es der Gefahr gegenübertreten, eine verbitterte Ration verzweifelt bl» ; u m Rande des verbrechens in feiner Mitte zu haben, was dieses bedeuten würde, kann jedes Kind erraten — Bolschewismus. Rolhermere hat die Gefahr ber Verzögerung erkannt, die im Genfer Humbug enthalten ist. Ls ist zu hoffen, baß seine wertvollen Anregungen den weg für eine nützliche Erörterung und eine baldige freundschaftliche Regelung der europäischen Angelegenheiten freimachen werden. weshalb soll ich einen A u f st a n d entfachen, wenn ich heute 107 Mitglieder meiner Partei im Reichstag habe und damit rechne, im nächsten Reichstage die doppelte Zahl zu haben? Engländer und Deutsche können nicht für immer Feinde bleiben. Line starke Partei in Deutschland zu haben, die ein Bollwerk gegen den Bolschewismus bildet, liegt l m Interesse nicht nur Englands, sondern auch aller Rationen. England wird vielleicht auf Schwierigkeiten stoßen unb bie Zeit kann kommen, wo die deutsche Freundschaft nicht ohne wert sein wird. Die Tatsache, daß Lord Rothermere erkannt hat, daß neues Leben unb neue Partei wirb bie Tatsache sein, ob sich au» bem Gesamtprogramm der Regierung insbesondere ber unerschütterliche Wille erkennen läßt, ba» rabika 1 mit ber sozialistischen w ir tschast»-. Finanz- unb Kulturpolitik Deutfdj- lanbs Schluß gemacht wirb. 3n ben der Regierung zu überreichenden Forderungen wird auch eine Aenderung der Außenpolitik mit dem Ziele der Revision de» Qoungplane« und de» Versailler vertrage» verlangt werden. Energie in Deutschland vorhanden ist, zeigt, daß Lord Rolhermere bie wahre Gabe instinktiver Staatskunst besitzt. Sind die Nationalsozialisten regierungsfähig? Eine Aeußcrung des ehemaligen Bundeskanzlers Lcipel. Kopenhagen, 26. Sept. (TAI.) 3n einer Hnterredung des früheren österreichischen Bundeskanzlers Prälaten Dr. Seipel, der als Kandidat für das Außenministerium im neuen christlich-sozialen Kabinett Oesterreichs genannt wird, äußert sich dieser zu einem Vertreter deS „Qlftonblabet“ über den Ausfall der deutschen Wahlen. Er sagte: Ich persönlich bin nicht überrascht über den Ausfall der deutschen Wahlen. Unter den jungen Katholiken gibt es große Massen, die Anhänger der Rationalsozialisten find. Zch kenne Hitler nicht, aber ich bin davon überzeugt, daß viele von den jungen Leuten, die ich kennengelernt habe für ihn gestimmt haben: größtenteils ideell veranlagte Menschen, die durchaus nicht gegen den jetzigen deutschen Staat an sich sind, aber die nicht anders ihrem Mißvergnügen mit der Politik Ausdruck geben konnten. Ich meine, daß die alten Parteien in Deutschland jetzt versuchen sollten, wirklich zu beweisen, daß sie demokratisch sind und sich vor dem Dolkswillen beugen. Es ist undemo- k r a t i s ch zu sagen, daß man nicht mit einer Partei Zusammenarbeiten wolle, die durch die Wahlen gewonnen hat. Ebensowenig glaube ich, daß eine Partei, die über hundert Mandate gewonnen hat, weiter als eine antiparlamentarische Partei bezeichnet werden kann. Es sollte deshalb für andere Parteien möglich fein, mit ihr zusammenzugehen, damit auch die Rationalsozialisten daS Mögliche vom Hnmoglichen unterscheiden lernen. Hillers Anltvorl an Rolhermere. Ein starkes Deutschland ein Bollwerk gegen den Bolschewismus. gestaffelte Kürzung der Beamtenbezüge, vorzugsweise Verwendung der Hauszinssteuer für den allgemeinen Finanzbedarf und manches andere sind Bruchstücke, die losgelöst aus dem Rahmen des Gesaintprogramms in dieser durchaus vagen und brodcntocuen Verlautbarung nur dazu angetan find, die Beunruhigung zu vergrößern und die pessimistische Welle zu starten, die abzudämmen wichtigste Ausgabe einer starken Führung fein müßte. Schleunigste Bekanntgabe des vollständigen Reformprogramms und unge- fchminkte Darlegung der Lage sind auch heute noch die einzigen Mittel, der Regierung die Vertrauensbairs zu schaffen, die sie braucht. Man konnte meinen, sie fürchte ein vorzeitiges Zerpflücken ihres Programms und hoife auf einen Ucberrafchungsjieg. Dem steht jedoch die Absicht entgegen, in der nächsten Woche in Verhandlungen mit den Parteien über das dann wohl endlich fertiggeftellle Programm einzutreten. Das sind Methoden, die sehr bedenklich an das alte System von Fraktionskuhhandel und Klün- gelwirtjchafl erinnern, an ein System, dem das Volk am 14. September ein sehr eindeutiges und nicht ernst genug zu nehmendes Urteil gesprochen hak. Und wenn starke Strömungen sowohl innerhalb des Reichskabinetts, wie der Mittelparteien es trotz der Erfahrungen des letzten Dezenniums unter den bestechenden Parolen „Nolblock der Ordnung" oder „Notgemeinschaft aller Vernünftigen" es wiederum mit der Sozialdemokratie versuchen wollen, so sollten sich di« Befürworter dieser Auffassung doch die Frag« vorlegen, wie das Volk über diese offensichtliche Verfälschung des Wahlergebnisses quittieren wird, wenn das Experiment wiederum mißlingt, mit ber Sozialdemokratie die Reformen durchzuführen, di« am Anfang eines Wiederaufbaus von Staat und Wirtschaft stehen müssen. Es liegt kein Grund vor zu der Annahme, daß die Sozialdemokratie nach dem 14. September eher zu aufrichtiger Reformarbeit bereit wäre, als vorher. Im Gegenteil, ihre erheblichen Verlust« an die Kommunisten werden ihr noch mehr als bisher Tuchfühlung und Schritthalten mit dem radikaleren Genossen wünschenswert erscheinen lassen. Und sie wird noch mehr die Belastung mit unpopulären Maßnahmen zu vermeiden suchen, ohne die aber eine durchgreifende Sanierung nicht gelingen wird. Dem Prediger in der Wüste, Herrn Otto Braun, der bereits im Wahlkampf dem Reichskanzler seine Mitarbeit anbot, steht die nicht minder gewichtige Stimme des Fraktionsoorsitzenden Breitscheid gegenüber, der bereits aus Genf orakelte, daß die Mittelparteien die Bedingungen, von denen die Sozialdemokratie ihre Mitarbeit abhängig machen wurde, kaum annehmen dürften. Dieselben Kreise, die trog dieser wenig ermunternden Aussichten, ben Brückenschlag nach rechts noch einmal wagen wollen, lehnen ebenso strikt auch nur bie Verhanblungsmöglichkeit mit den National- sozialisten ab. Das ist im Grunde unfaßlich, bei Leuten, die es dem alten Regime der Bis- marckschen und wilhelminischen Aera jederzeit zum schwersten Vorwurf gemacht haben, daß seine Träger es nicht verstanden hätten, die Sozialdemokratie aus ihrer staats- und gesellschaftsfeindlichen und revolutionären Stellung herauszuführen unb zur Mitarbeit und Mitverantwortung für den Staat heranzuziehen, und die noch im letzten Wahlkampf mit Emphase erklärten, die Bündnisfähigkeit ber Sozialdemokratie dürfe nicht angezweifelt werden, um sie nicht in ihre alte Opposition zum Staat zurückiallen zu lassen. Die gleichen Argumente sollen jedoch ignoriert werden, sobald es sich um die Nationalsozialisten handelt, 6% Millionen Staatsbürger sollen von ber legalen Mitwirkung an den Staatsgeschäften ausgeschaltet werden, weil sie sich erkühnten, einer Partei ihre Stimme zu geben, die in ihren politischen Zielen, soweit sie schon klar erkennbar sind, gewiß nicht revolutionärer fff, als bie Sozialdemokratie bes Kaiserreichs. So wirb man kaum burdjtommen. Man sollte es sich vielmehr angelegen sein lassen, bie Bewegung in geregelte Bahnen w leiten unb sie auf verfassungsmäßigen Wegen zu palten durch Nutzbarmachung der wertvollen Kräfte in ihr, die zum Wieberaufbau nicht entbehrt werben können, statt durch neue Experimente mit . ber Sozialdemokratie ber radikalen Rechten eine neue zugkräftige Wahlparole an die Hand zu geben. I Die Wirtschaftsnot und die Schwierigkeiten der außenpolitischen Lage werden schon dafür sorgen, baß bie nationalsozialistischen Bäume nicht in beit Himmel wachsen. Es kann boch nicht bamit abgetan sein, baß man eine Partei von 107 Manbaten, bie 6J4 Millionen Stimmen auf sich vereinigte, vor ben Kadi schleppt, um sie von Amts wegen als Putschisten und Hochverräter zu biffamicren. Wohin bas führt, erleben wir ja jetzt in bem sensationellen Prozeß der drei UlmerReichswehroffiziere vor bem Reichsgericht in Leipzig Drei junge, frische Menschen, beren reiner vaterlänbischer Wille über jebem Zweifel erhaben ist, empfinben tief die Schmach unserer durch das Friedensdiktat erzwungenen Wehrlosigkeit, sie zergrübeln sich innerlich über das Problem ber Stellung ber Reichswehr zum Staat, zumal zu einem Staat, in bem sie Erscheinungen sich breitmachen sehen müssen, bie sie mit Recht nur als Zeichen sicherer sittlicher und politischer Krise deuten können. Ob sie sich in ihren politischen lieber- legungen unb in der Wahl ihrer Mittel vergriffen haben, ob ber Vorwurf bes Hochverrats zu Recht besteht, ben sie burch ben Versuch unternommen haben sollen, durch nationalsozialistische Zellenbildung die Reichswehr zu zersetzen, das wird erst der Ausgang des Prozesses lehren. Heute ist wesentlichrr, daß der Prozeß dem nationalsozialistischen Parteiführer Adolf Hitler Gelegenheit gab, über seine letzten politischen Absichten und Ziele zu sprechen. Er tat es, man kann es nicht leugnen, klug, geschickt, ohne rhetorisches Beiwerk und sich offenbar der Verantwortung bewußt, nicht mehr nur als Mihrer einer Bewegung zu sprechen, sondern als Führer einer Partei, die soeben mit 107 Mandaten in ben Reichstag einzog. So wurde seine Zeugenvernehmung, wie überhaupt der ganze Prozeß, zu einer riesengroßen Propaganda für die Rationalsozialistische Partei, deren Führer sich kein besseres Forum für die Darlegung seines Wollens wünschen formte, als das Reichsgericht. Ob daS allerdings der Zweck des Prozesses sein sollte, ist eine andere Frage. Man hat den Eindruck, daß Herr Joseph Wirth, derzeitiger ReichS- innenmrnister, dessen notorisch unglückliche Hand schon so viel innerpolitisches Porzellan zerschlagen hat, Adolf Hitler keinen größeren Gefallen tun konnte, als ihm diese ungeahnte Möglichkeit wirksamster Propaganda zu geben. Es könnte verhängnisvoll fein, wenn die Auffassung Wirths, dessen Kleinkrieg mit Thüringen kein Ruhmesblatt ist, im Reichskabinett durchdringen würde. Seiner Maierialsammlung, die die hochverräterischen Umtriebe und Ziele der Rationalsozialisti- schen Partei und ihres Führers nachweisen soll, könnte man unschwer aus den Reden, Flugblättern. Prygrammen anderer Parteien, z. B. der tatsächlich stark verbürgerlichten Sozialdemokratie ein ähnliches Beweismaterial zur Seite stellen. Mit dem alten Schlachtruf Wirths „Der Feind steht rechts!" kommt man nicht weiter. Wenn das noch zu erhärten nötig war, so tat es Hitler vor den Leipziger Richtern. Da nützen alle Scheuklappen ängstlicher oder verstockter Gemüter nichts. Auch die Reichsregierung wird nicht daran Vorbeigehen können, wenn sie nun endlich aus dem gefährlichen Zwielicht der Derhand- lungSzimmer auftaucht und in aller Oeffentlich- keit die Führung an sich reiht. Die um weitere Hunderttausend emporgeschnellte Ziffer der Arbeitslosen und das neue Halbmilliardendefizit im Reichshaushalt, von dem man munkeln hört, mahnen zur Eile. Gemeinden und Arbeitslosikeit. Forderungen des Deutschen StädtetageS. Dresden, 26. Sept. (WTB.) Die Hauptversammlung des Deutschen Städtetages wurde vom Präsidenten Dr. M u l e r t eröffnet, der in seiner Ansprache „2 5 I ahre Deu tscher Städte- t a g" u. a. ausführte: Das Schicksal der Gemeinden ist ein allgemein deutsches Problem geworden. Aufgabe des Deutschen Städtetages ist es, darauf hinzuwirken, daß bei der kommenden Reichsreform die jetzigen Mängel im Reichsaufbau, auch soweit sie die Gemeinden in der untersten Instanz betreffen, beseitigt werden. Die Gemeinden müssen wieder die Fähigkeit erhalten, Einnahmen und Ausgaben in eigener Verantwortlichkeit in ein richtiges Verhältnis miteinander zu bringen. Es handelt sich um ein gesamtdeutsches Problem, ohne dessen Lösung jede Reichsfinanzreform Stückwerk bleibt. Rach einer Reihe von Begrüßungsansprachen hielt Oberbürgermeister Dr. Luppe (Nürnberg) einen Vortrag über das Thema Arbeitslosenversicherung und Gemeindehaushalt. Dr. Luppe wies einleitend auf die rapide und unaufhörliche Zunahme der Wohlfahrtserwerbslosen in den letzten Monaten hin, die die Haushaltspläne aller Gemeinden über den Haufen geworfen habe und bis zur Finanzkatastrophe auszuwachsen drohe. Die für die Wohlfahrtserwerbslosen in den Etats vorgesehenen Beträge seien jetzt bereits verausgabt. Die erste Forderung sei, daß den Gemeinden sofort finanzielle Hilfe durch Entlastung von den Wohlfahrts» erwerbslosen zuteil werde. Heute stehe schon fest, daß die Reichsvorschüsse für die Arbeitslosenversicherung Mitte Oktober völlig erschöpft sein würden. Auch die unvermeidliche Beitragserhöhung werde weitere Reichshilfe nicht entbehrlich machen. Die jetzige Dreiteilung (Arbeitslosen-, Krisen- und Wohlfahrtsunterstützung) müsse einer Zweiteilung Platz machen. Die Zerreißung von Versicherung, Arbeitsnachweis und Fürsorge habe sich für beide Teile finanziell ungünstig ausgewirkt. In der örtlichen Instanz müßten die Gemeinden und Ge» meindeverbände wieder eingeschaltet werden, damit der jetzige Interessengegensatz verschwinde. Rur auf diesem Wege sei eine Gesundung möglich. Rach mehr nls zweistündiger Diskussion wurde eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Bei einer kommenden Reugestaltung der Arbeitslosenversicherung müsse die Einheitlichkeit der Verwaltung in der örtlichen Instanz so weit als möglich wiederhergestellt werden. Das Ausmaß der Lasten sei für die Gemeinden völlig untragbar geworden. Die durch die Rotverordnung den Gemeinden neu erschlossenen Einnahmequellen seien völlig unzureichend, sofortige und ausreichende Abhilfsmaßnahmen seien unerläßlich, wenn nicht die deutschen Städte einer Finanzkatastrophe entgegengehen sollen. Als sofortige Abhilssmaßnahmen bis zu einer endgültigen Regelung befürwortet die Entschließung dann dringend die unbefristeteAus- dehnung der Krisenfürsorge auf alle Berufe und die ölebernahme des Gemein d e b u d g e t s bei der Krisenfürsorge auf das Reich. Einschränkungen der Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bedeuten keine Ersparnis am Gesamtaufwand, sondern nur eine Lastenverfchiebung. Der nationalsozialistische Kurs in Thüringen. Der Streit mit Wirth. — Gegen die Kommunisten. Weimar, 26. Sept. (TU.) In den nächsten Tagen wird die thüringische Regierung das ® ch reiben des Reichsinnenmini sterS Dr. Wlrth beantworten, in dem dieser Auskunft über die von der Weimarer Regierung veranlaßten Maßnahmen in der Frage der beanstandeten Schulaebete forderte. Die Regierung wird in ihrer Antwort darauf Hinweisen, daß die Entscheidung des Staatsgerichtshofes im Thüringer Amtsblatt zur Kenntnis g e bracht worden und die Angelegenheit damit für Thüringen erledigt sei. Die Regierung beschloß weiter, Ministerialdirektor Dr. Iahn vom Innenministerium, der Demokrat ist, in den Wartest and zu versetzen. Der Abbau dieses Beamten dürfte in erster Linie auf eine Spannung zwischen ihm und dem Innenminister Dr. Frick zurückzuführen sein, wobei Rebeneinkünfte Dr. Iahns ausAufsichtsratsposten, gegen die von nationalsozialistischer Seite Front gemacht worden war. eine gewisse Rolle gespielt Habern Das Kabinett beschloß weiter, daß Staatsbeamte Aufsichtsratsposten künftig nur bei solchen Gesellschaften übernehmen dürfen, an denen der Staat oder die Gemeinden interessiert sind. Von Bedeutung ist noch ein Beschluß, der sich gegen die Die Oeutschenhehe des Prager Mobs. ■ Ein deutscher Schritt in Prag. 'Vorstellung des deutschen Gesandten bei der Prager Regierung. Prag, 26. Sept. (WTB.) Der deutsche Gesandte Dr. Koch, der schon am Mittwoch eine Rücksprache mit dem Vertreter des Außenministers Minister Eröffn hatte, hat sich heute früh erneut zu ihm begeben, um auf den schweren politischen | gen der Prager Gasse gegen alle deutschen Einrichtungen geraten und verlangten mit allem Rachdruck verbindliche Zusagen daß sich die Vorfälle der letzten Tage nicht wiederholen und daß die berufenen Organe des Staates imö der Sicherheitspolizei unter Anwendung aller Mittel für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit des Lebens und Eigentums der deutschen Bürger garantieren. Innenminister Dr. S l a w i k gab zu, daß die Ein von den Demonstranten zertrümmertes Kino, in dem der deutsche Film „Der Walzerkönig" lief. Rückschlag aufmerksam zu machen, den die Prager Ereignisse der letzten Tage in den Vezlehun- gen der beiden Staaten herbeiführen können, und aufdienachteiligewirkungdieservor- gängeauf die öffentliche Meinung in Deutschland hingewiesen. Er hat dabei betont, daß er auf die wirtschaftliche Seile der tatsächlichen Außerkurssetzung der deutschen Tonfilme einstweilen noch nicht eingehe. Minister Krofta sprach sein Bedauern über die Vorgänge aus und versicherte den guten und ernstlichen willen der Regierung, diesen nachteiligen Vorgängen e i n schnelles Ende zu bereiten. Vorstellungen der deutschen Minister. Die Negierung gelobt Besserung. Prag, 27. Sept. ($11.) Die deutschfeindlichen Ausschreitungen der letzten Tage wurden am Freitag im Ministerrat zur Sprache gebracht. Die beiden deutschen Minister, Profesior Dr. Spina und Dr. C z e ch, führten im Ramen der deutschen Bevölkerung Beschwerde über die Vernichtung deutschen Eigentums und gegen die Angriffe auf deutsche Kulturstätten und deutsche Staatsbürger. Sie verwiesen auf die schwierige politische Lage, in der die deutschen Regierungsparteien durch die täglichen Kundgebun- Sicherheitspolizei nicht rechtzeitig genug gegen die Ansammlungen ein- gesch ritten sei. Ministerpräsident Ildrzal gab die Versicherung ab, daß von jetzt a!b unnachsichtlich und mit der voll st en Strenge des Gesetzes die Sicherheitsorgane des Staates die volle Wiederherstellung der Ordnung überwachen würden. Die nach Prag gerufenen Gendarmerieverstärkungen hätten Befehl, gegen widersähliche Demonstranten sofort mit Verhaftungen vorzugehen. Endlich wird durchgegriffen. Die Polizei säubert Plätze und Stratzen. Prag, 26. Sept. (Tel.-Un.) Die Straßen Prags gleichen einem Heerlager. Gendarmerie, Polizei sowie Berittene haben die Zugänge zu den Gebäuden, die in den vergangenen Tagen bedroht wurden, abgeriegelt. Gendarmerie, abteilungen mitaufgepflanztem Bajonett, die von auswärts nach der Hauptstadt zusammengezogen sind, gehen endlich gegen Zusam- menrottungen vor und zerstreuen sie rasch. Der Wenzelsplatz wurde mehrmals im Sturm geräumt. Mehrere Personen wurden verletzt und festgenommen. Allgemein siel auf, daß die Gendarmerie ungleich schärfer eingriff als am Vortage die Polizei, deren Versagen Gegenstand der Debatte des heutigen Ministerrats war, in der auch die Ab- setzung des Polizeipräsidenten Dole n s ch in Erwägung gezogen wurde. Der Freitagabend ist ohne nenenswerte Zusammenstöße ruhig verlaufen. Zwischen 21 und 22 Uhr wurden die innere Stadt und die angrenzenden Teile energisch geräumt und alle Kundgebungsversuche im Keim erstickt. Auf dem Wenzelsplatz ritt Polizei aus und ab und hielt die Fahrbahn frei, während Gendarmen und Polizei die Bürgersteige säuberten. Auch die kleinsten Gruppen wurden auseinandergejagt. Nachdem der Wenzelsplatz geräumt war, gingen die Gendarmen daran, auch die benachbarten Straßen zu säubern. In Gruppen von 20 bis 30 Mann folgten die Gendarmen den abziehenden Kundgebern bis in die Vorstädte. In der Innenstadt wurden 23 Personen verhaftet. Nach 22 Uhr waren die Straßen und Plätze gesäubert. Neben dem entschiedenen Vorgehen der Polizei trug auch der Regen dazu bei, dos weitere Verweilen auf den Straßen unmöglich zu machen. Oie Hetze geht weiter. Prag, 25. Sept. (TU.) Bei der Fortsetzung der stürmischen Verhandlungen im ’ßtrrlament kam auch Gajda zu Wort. Gajda griff die Deutschen scharf an und behauptete, die Deutschen selbst hätten die Demonstrationen heroorgerufen. Man werde die deutsche Vormundschaft nicht dulden. Die Deutschen seien nur die Kolonisten (!), die den Tschechen gehorchen müßten. — Die nationaldemokratische „N a r o d n y L i st y" schreibt, man werde sich vergeblich bemühen, das er- Der tschechische Faschistenführer Gajda, früherer tschechischer Generalstabschef, hielt im tschechischen Parlament eine Haßrede gegen die Sudetendeutschen, wachte tschechische Nationalbewußtsein zu dämpfen und die Welle des deutschfeindlichen Nationalismus zu hemmen. Die Presse der Gruppe Stribrny for- dert Neuwahlen. In einer Versammlung dieser Gruppe wurde die Parole ausgegeben, zur deut- schen Gesandtschaft zu ziehen, um dort zu demonstrieren. Der Prager Stadtrat hat eine Entschließung gefaßt, die die „würdigen Kundgebungen" der Bürger zum Schutze des slawischen Charakters Prags begrüßt, aber bedauert, daß diese wür- digen Kundgebungen des ersten Tages durch die Schuld einiger unverantwortlicher Faktoren z u Straftaten ausgeartet seien, die den guten Ruf des slawischen Prag und das Privateigentum der Bürger schädigten. Kommunisten richtet. Das Kabinett einigte sich darüber, alle Kommuni st en aus dem Staatsdienst zu entfernen. Iede Unterstützung der kommunistischen Bestrebungen soll Staatsbeamten künftig verboten werden. Vizekanzler Vaugoin mit der Kabinettsbildung beauftragt. Die neue österreichische Negierung unter christlich-sozialer Führung. Wien, 26. Sept. (TU. Funkspruch.) Dundes- präswent M i k l a s hat am Freitagabend den Vizekanzler Vaugoin mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt. Die Verhandlungen zur Bildung einer Dr. Ignaz Seipel, früherer Bundeskanzler. Koalitionsregierung, wie sie im letzten Kabinett bestand, gehen inzwischen Wecker. Cs werden Ministerlisten verbreitet, die aber keinen Anspruch auf Richtigkeit und Voll- ständrgkeck haben. Zutreffend ist allerdings, daß der ehemalige Bundeskanzler Dr. Seipel, der am Montag aus Oslo in Wien eintreffen wird, für den Po st en des Außenministers m srage kommt. Dabei ist es nicht ausgeschlossen, daß Dr. Seipel später wieder an die Sterke des Bundeskanzlers tritt, die et bereits dreimal bekleidet hat. In politischen Kreisen rechnet man damit, daß die Derhand- wngen Über die Regierungsbildung Mitte nächster Woche abgeschlossen sein werden. Der mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragte Vizekanzler Vaugoin steht im 57. Lebensjahre. Er war Rechnungsbeamter des Landes Rbederösterreich. 1912 wurde er in den Wiener Gemeinderat gewählt. 1915 rückte er zur KriegsAuslösung des schlesischen Sejm. Korfaniy und andere Abgeordnete der Opposition verhastet. K a t t o w i h, 26. Sept. (TU.) Der Führer der polnischen Opposittonspartcien in Ostoberschlesien. Abgeordneter K o r f a n t h, . ist am Freitag in seiner Villa verhaftet worden. Don Augenzeugen wird berichtet, daß die Villa etwa eine Stunde vor der Verhaftung von st arten Polizeikräften beseht und eine Haussuchung vorgenommen worden sei. Korfanth sei in ein Auto geschafft worden, das nach der Polizeidirektion fuhr. Ein Hausangestellter Korfanths folgte dem Verhafteten mit einem Koffer. Auf Grund einer Verordnung des Staatspräsidenten wurde ferner mit dem heutigen Tage der schlesische Sejm aufgelöst. Die Reuwahlen werden zum 23. Rovember d. I. festgesetzt. Dem Dekret ist eine Begründung nicht beigefügt, man ist aber der Ansicht, daß die Auflösung erfolgt ist, weil in der letzten Sejmsitzung Korfanth und der polnische Sozialist Glücksmann eine sehr scharfe Haltung gegen die politische Einstellung des Woiwoden eingenommen haben. Auf Antrag des Bezirksrichters in Kattowih wurde dann heute vormittag nicht nur Korfanth, sondern auch der Abgeordnete T r e m p k a von der gleichen Partei verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat von der Sicherheitsabteilung der Woiwodschaft den Auftrag erhalten, weitere Verhaftungen vorzunehmen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird also im Laufe des heutigen Tages noch eine Reihe weiterer bekannter Persönlichkeiten, die vor allem der polnischen sozialistischen Partei angehören dürften, verhaftet werden. In den Straßen besprechen große Menschenmengen lebhaft die Ereignisse. Allgemein wird die Auflösung des Sejms darauf zurückgeführt, daß die Oppositionsparteien im Haushaltsaus- fchuß beschlossen hatten, den Dispositionsfonds des Wojwoden in Höhe von 75 000 Zloty sowie den Zuschuß für das polnischeTheater, der bisher schon mehrere hunderttausend Zloth betrug, zu st r e i ch e n. Das Blatt der Regierungspartei, die „Polska Zachod- nia" hat, bevor überhaupt die amtliche Bestätigung der Sejmauflösung bekannt wurde, ein Extrablatt herausgegeben, in dem es heißt, daß angeblich die Auflösung des Sejms von der gesamten Bevölkerung begrüßt werde. Gleichzeitig wurde in diesem Extrablatt berichtet, daß! Korfanth, „der größte Schädling und Lump des befreiten Polens", sich nun endlich in den Händen der Gerechtigkeit befinde. Das Derlagsgebäude der „Polonia" des Korfanty- Blattes ist am Vormittag von der Polizei besetzt worden, die dort angeblich zur 5 1 *f5P^- 8MW Aus aller Welt. a.fta frühem im Ischechischti Sudelendeutlchen. Ifeln zu bämpftn • in Dialionalisijius ’pe etribriuj |or» rfammlung bieltr den, zur beul» hen, um bort zu ger Stabtrat i bie „würbi» Bürger zum 6 baralter 5 baß biefe tciir» Lays \iux6) wi n Faktoren zu icn, bie ben guten s Privateigentum Marke Schwan tearo. bie daraus bereitete Oer Hochverratsprozeß gegen die Ulmer Reichswehroffiziere. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. — Oie politischen Gespräche des Leutnants Ludin. Gegen Haarausfall l Schuvoen, Jucken der Kopfhaut, das alt» beroäbrie echte vrenucneldaarwaner von Hoiaooibeker Schaeier. fein var- fumiert. Flasch.mtlbrmg/ .LiierLTVRM. * » Liter 1J5 RM. 2lQetn « Vertretung: Univ. 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Siner wird sogar von Budapest aus steckbrieflich wegen Falschspielerei verfolgt. Die Angeklagten machten sich in hiesigen Hotels an Gäste heran und plünderten sie beim Mauscheln und Pockern aus. 3n einem Falle erbeuteten sie 110 und beim Revanchespiel nochmals 480 Mk. Schließlich gelang es der Polizei, die gefährlichen Kartenspieler zu fassen. Sbert, Weinberg und Reumann wurden zu j e sechs Monaten Gefängnis und 600 Mark Geldstrafe verurteilt. Heide mußte frei gesprochen werden, da ihm eine Beteiligung an Glücksspielen nicht nachgewiesen werden konnte. Er hatte nur Skat gespielt, daoei aber gezinkte Karten verwendet. Gegen ihn wird deshalb ein neues Verfahren wegen Falschspielerei eingeleitet werden. Schwere Folgen eines Lastzugunglücks , WSR. Rieder-Ingelheim, 26. Sept. Hier hat sich nachts ein schwerer Unglücksfall zugetragen. Bei einem aus Richtung Mainz kommenden, die sog. Steige kurz vor Rieder- Ingelheim heruntersahrenden Ferntransportwagen mit Anhänger aus Breslau hatte sich infolge des starken Bremsens Rauch entwickelt, so daß der Führer, wie er angibt, die Sicht verlor! auch wurde die Bremse defekt. Dadurch rannte der Lastzug gegen ein Wohnhaus und streifte nochvierwei- tere Häuser. Gasleitungen und Fensterläden wurden wegrasiert und der Häuserverpuh abgerissen. Ein 19jähriger Beifahrer hatte sich bei der schrecklichen Fahrt auf das Trittbrett gestellt, um daherkomwende Leute zu warnen und vor einem Unglück zu bewahren. Dabei wurde er selbst ein Opfer. Es wurde ihm das eine Bein abgequetscht. außerdem erlitt er Rippen- und Brustquetschungen. Er Nr: ■ «SÄ Ni;- ihS enWn, ff* poflraub. Mit beispielloser Frechheit hat ein Unbekannter die Reichspost um 6100 Mark betrogen. In der Wohnung eines Postbeamten, der am Abend das Postabteil auf der Rheinuserbahn Köln—Bonn zu begleiten hatte, erschien ein Unbekannter und zeigte ein amtliches Formular nor, wonach der Postbeamte an diesem Abend nicht den Dienst auf der Rheinuserbahn, sondern auf der Bahnpost Köln—Koblenz machen sollte. Der Unbekannte erschien am Abend an der Haltestelle der Rheinufer» bahn in Köln und übernahm ordnungsgemäß die Po st. Mit einem anderen Postbeamten, der noch eine kurze Strecke mitfuhr, unterhielt er sich über, dienstliche und familiäre Angelegenheiten, so daß dem Beamten in keiner keiner Weise ein Verdacht auskam, daß er es mit einem Schwindler zu tun hatte. Der falsche Postbeamte fuhr bann mit bis nach Bonn und ebenso wieder zurück, wobei er ordnungsgemäß den Postdienst an den einzelnen Zwischenstationen versah. Neben Paket- und Briefsäcken wurden a u ch Wertbriefe und Geldbeutel an den Zwischenstationen in das Postabteil eingeliefert. Kurz vor der Ankunft in Köln verschwand der falsbe Po ft beamte unter Mitnahme von 610' Mark. Die Briefsäcke und Pakete hat er unangetastet gelosten. Deutschlands größte Lrdölsonde erschlossen. Die Gewerkschaft Elwerath-Hannover hat in ihrem Felde bei Ricnbagen in der dort allgemein ölführenden Schicht eine neue sehr bedeutende Erdolsonde erschlossen. Der Del- und Gasauftrieb an dieser Bohrung ist derart stark, daß trotz Absperrung der Sonde mit den besten technischen Mitteln sich das Oel in bedeutender Menge zwischen den Rohren durchsetzte. Es laufen regelmäßig stündlich 16 Tonnen selbständig aus. Am ersten Tage wurden auf diese Weise rund 400 Tonnen ausgeworfen. Das ist eine Produktion, die bis dahin in Deutschland noch nicht erreicht wurde. Der Oelausfluß dauert unvermindert an. Leipzig, 26. Sept. lWTB.j Zu Beginn des heutigen Derhandlungstages im Prozeß gegen die drei ReichSwehrvffixiere schilderte Oberleutnant Wintzer vom Artillerieregiment 6 Hannover eine Unterhaltung, die er im Rovember 1929 mit Ludin in Hannover hatte. Ludin habe ausgesprochen, daß bte Idee, um deren Willen alle Offiziere geworden wären, allmählich mehr und mehr in den Hintergrund gerückt worden sei, und es notwendig wäre, diese Idee mehr zu stärken und auch in Kameradenkreisen mehr darüber zu reden. Bei den vaterländischen Kreisen bestände teilweise die Ansicht, daß das Heer allmählich zu einer großen Parteitruppe werde, es sei notwendig, gegen diese Auffassung Stellung zu nehmen. E» sollte eine enge Fühlungnahme mit den vaterländischen Verbänden und Parteien, vor allem mit den Rationalsozia- listen angestrebt werden. Für diesen Gedanken sollten die Offiziere wirken, insbesondere auch in den Unterrichtsstunden. Ludin habe ausdrücklich „ gesagt, die Reichswehr dürfe nicht wieder, wie im Hitler-Putsch, in Gegensatz zu den vaterländischen Verbänden geraten. Wir wollten nach Möglichkeit, sagte der Zeuge weiter, die Stimmung im Ossizierkorps erkunden. Daß die besonder- vaterländisch eingestellten Offiziere Rationalsvzialisten werden sollten, fei nicht gesagt worden. Der Vorsitzende wies den Zeugen auf seine Aussage hin, wonach Ludin seinerzeit erklärt haben soll, daß unter allen Umständen «in bewaffnetes Vorgehen der Truppe gegen die Nationalsozialisten vermieden werden müßte. Der Zeuge erklärte, wenn er daS damals auSgesagt habe, dann stimme es. Er habe die Sache damals frischer im Gedächtnis gehabt als heute. Rach der Abreise Ludins habe er von der ganzen Angelegenheit nichts mehr gehört. Der militärische Verteidiger Hauptmann M e i n d e l weist darauf hin, daß die bisherigen Vernehmungen sich zum größten Teil auf Ka - sinog «spräche, teil- sogar in vorgerückter Stimmung bezogen hätten, welchem Gesichtspunkt bei der Voruntersuchung nicht genügend Rechnung getragen worden sei. 3n der Voruntersuchung fei nicht ausreichend untersucht worden, wie denn überhaupt dieStim- mung im Heere war. Oberleutnant Wintzer erklärt hierzu, daß die vorgenannten drei Punkte, die wehrfeindliche ,,5 S°h»" fc- K4 uRonote $ Uw «•‘jtS*$*! en. 4U~nt Qlot' in zlen, ,5, hM men i Bbe, -n Äi -nbA Einstellung der Regierung, der Internationalismus und der Pazifismus überall Llnzu- friedenheit au »gelb st hätten und daß man es freudig begrüßt habe, daß sich endlich Leute sanden, di« hiergegen angehen wollten. Er erklärte gleichfalls, daß daS Wort .Zelle n b i l d u n g' ihm vorher vollkommen unbekannt und ungeläufig gewesen lei und erst in der Voruntersuchung gefallen wäre Der zweite Teilnehmer an der Besprechung mit Ludin in Hannover, Leutnant Lorenz, bestätigte die Aussagen deS Zeugen Wintzer. Ludin wollte uns auch mit einem Rationalsozialisten in Hannover bekannt machen. Ich hatte Dagegen nichts einzuwenden, weil eS mich interessierte, mit einem solchen Mann einmal zu sprechen Aber wir sind in der Folge nie mit einem Rationalsozialisten zusammen gekommen. Er habe nicht den Eindruck gehabt, als sollte er für etwas Ge setzwidriges gewonnen werden. Don Putschabsichten sei nicht die Rede gewesen, ebensowenig wie von einer Zellenbildung. Hauptmann Zöger vom Infanterieregiment 18 in Münster bekundet, daß Oberleutnant Wendt, den er schon von seiner Fähnrichszelt her kannte, schriftlich gebeten habe, sich in Hannover mit ihm zu treffen. „Wir haben u. a. auch", so fährt 5)auplmann Zöger fort, „eine i Spaziergang durch die Stadt unternommen und sind schließlich a u d) auf bie Politik z u sprechen gekommen, wobei ich mich allerdings gewundert habe, daß Wendt sich überhaupt dafür interessiert. Es ist davon die Rede gewesen, daß die politische Hochspannung sich auch auf das Heer auswirke. Es ist mir nicht weiter ausgefallen, daß ick auch nach der Stimmung in Norddeutschland gefragt worden bin weil ich von jüngeren Kameraden häufig in Gespräche über politische Dinge verwickelt werde." Der Vorsitzende fragte den Zeugen: „Haben Sie nicht irgendwelchen Verdacht gehabt hinsichtlich des Zwecks derReif« des Angeklagten? Es ist doch ganz ungewöhnlich, daß ein jüngerer Offizier zu einem älteren Kameraden lediglich zum Zweck einer politischen Unterredung eine so weite Reise macht." — Jäger: „Ich glaubte, der Angeklagte wollte mich auf der Durchreise durch Hannover besuchen. Wenn ich irgend etwas Verfängliches ober Gefährliches hinter dem Besuche des Oberleutnants Wendt gefunden hätte, so wurde ich damals sofort Anzeige bei meiner vorgesetzten Behörde erstattet haben." ü..Primen. O.-Beel- • chnle erl.HechhllL 1. Halbem!. n. a.FAch. Zu ertrag. Inder Ge- schättsN. d. G A. Primaner iof. zur ■aehhUle f Sertan, d. Realq. nef. Wo? f. d.GeschöftSst. b. G.Sl. Geburts-Anzeigen liefert Brtihl, Gießen wurde sofort jnS Krankenhaus gebracht, wo er inzwischen feinen schweren Verletzungen erlegen ist. Der Lastzug kam erst vor einen Fahrradgeschäst zum Stehen. Der Kraftwagen war so schwer beschädigt, daß eine Umladung vorgenvmmen werden mußte. Ungetreue (Steuerbeomfe vor Gericht. WSR. Frankfurt a. M, 26. Sept. Dor der hiesigen Strafkammer hatten sich heute der bei der Finanzkasse Frankfurt-West beschäftigt gewesene Obcrftc ucrMretär Heinrich Maaß und der Steuerassistent Georg Schulz wegen Derbrechens im Amt zu verantworten. Maaß, der viele noble Passionen hatte, ließ ' sich schwere AmtSuntcrschlagungen und Urkundenfälschungen zuschulden kommen, Schulz leistete dabei Beihilfe. Die veruntreute Summe wurde auf etwa 11 000 Mark festgestellt. Das Gericht verurteilte Maaß zu drei wahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust, bei sofortiger Verhaftung. Schulz zu fünf Monaten Gefängnis. Beiden Verurteilten wurde die Fähigkeit zur Bekleidung eines öffentlichen Amte- auf mehrere Fahre abgesprochen. Zigarettenschmuggler festgenommen. WSR. Frankfurt a. M, 26. Sept. Die Frankfurter Zollüberwachungsstelle hat am Donnerstag zwei Zigarcttenschmuggler verhaftet, die in großem Umfange französische Zigaretten unverzollt nach Fransiurt gebracht haben. Sie holten die Ware an der belgischen Grenze ab, wohin sie durch Schmuggler gebracht worden war. Bei dem einen der Vergifteten, einem gewissen Hayek, wurden noch f a st 30 000 unverzollte französische Zi- g a r e 11 c n vorgcfunden. Ein großer Posten unverzollte Ware wurde auch in einer Wirtschaft in der Altstadt entdeckt. Die Schmugglerware wurde sichergestellt. Beraubung von Eisenbahnwagen. WSR. Mainz, 26. Sept. 3n den letzten Wochen wurden nachts wiederholt Eisenbahnwagen, die unweit des Vcrschiebebahn- hofs Bischofsheim nach dem Rangieren anhielten, erbrochen und teilweise beraubt. Die Dahnschuypolizei konnte die Diebe, di« mit großem Raffinement arbeiten und nur solch« Wagen aufbrechen, in denen tatsächlich brauchbare Gegenstände lagern, noch nicht fassen. Oedlandkultur zur Arbeitsbeschaffung. WSR. Fr i« d b e r g, 26. Sept. Die Gemeind« Bruchenbrücken hat auf Initiativ« deS Bürgermeisters Michel ein früheres Stein- bruchgeländ«, zwischen der Main-Weser- Bahn und der Bahn nach Hanau gelegen, käuslich erworben. Das über 30 000 Quadratmeter groß« Gelände will die Bürgermeisterei Bruchenbrücken durch Erwerbslose und Ausgesteuert« der Gemeinde mit Mitteln aus der Erwerbslosen- ■fürforge fürlandwirtschastlicheZwecke nutzbar machen lassen. Durch diese Arbeiten werden der Gemeind« keinerlei Kosten entstehen, vielmehr wird sie durch Urbarmachung des fraglichen Geländes ein bisher ungenütztes Oed - land in ein ertragreiches, wertvolle- Grund st ück umwandeln. Ohm-Lumdaial-Sängerbund. * Merlau, 26. Sept. In unserem Orte sand unter der Leitung des Gauvorsitzenden Becker (Kesselbach) der Sängertag deS Sängergaues Ohm-Lumdatal statt. Der hiesige Gesangverein unter Leitung des stellvertretenden Gau-Chormeisters Lehrer Müller begrüßte die Gäste mit dem Deutschen Sängergruß und mit einem Chorvortrag. Hierauf wies der Gauvor- sihende Becker in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß vor 40 Jahren der Sängerbund Ohm-Lumdatal gegründet worden sei, der anfangs 11 Dereine zählte und heute 21 Vereine mit annähernd 1000 Sängern umfaßt. Weiter berichtete der Redner über das abgelaufene Geschäftsjahr, wobei er feststellen konnte, daß in dem Gau mit großem Eifer gearbeitet wird. Die Rechnungsablage des Gaurechners S ch l i f f e r (Rieder-Ohmen) zeigte trotz der Rot der Zeit einen ansehnlichen Kassenbestand. Dem Rechner wurde mit Dankesworten Entlastung erteilt. 3m weiteren Verlaufe der Tagung wurde beschlossen, das Gausest 1931 ohne Wertungssingen dem Gesangverein ,Liederkranz" in Stockhausen zu übertragen, der damit seine Fahnenweihe verbinden will. Im Jahre 1931 soll von der Veranstaltung eines Wertungssingens Abstand genommen werden Dem Gauvorsitzenden wurde ein Antrag als Material überwiesen, der dahin geht, beim Hessischen Sängertag eine Ermäßigung der Beiträge zum Hessischen und zum Deutschen Sängerbund anzuregen. Preußen. Kreis Wetzlar. O Dornholzhausen, 24. Sept. Am Sonntag sand hier die Einweihung der renovierten Kirche, sowie der neuen Orgel statt. Zu hem Festgottesdienst, in dem (VtHWa1 d Die neue Linie wie sie für Herbst und Winter maßgebend sein wird, zeigt Ihnen die hochinteressante Ausstellung neuester Mäntel, Kleider u. Complets in unseren Schaufenstern und Geschäftsräumen. Eine Besichtigung wird Ihnen sicherlich viele wertvolle Anregungen geben und Ihnen auch zeigen, daß Sie bei uns in dieser Saison wieder ungewöhnlich vorteilhaft kaufen, CRANkniRTft GOETHESTft.9-11 Superintendent Wieder, Garbenheim, di« Weiherede hielt, hallen sich die OrtSeinwohner und auSwärti^n Gäste in großer Zahl elngefun- den. Die Festpredigt hielt der Ort-geistliche, Pfarrer Schneider, Hochelheim. Der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Schüler, Oberkleen, verschönte die kirchliche Feier. Im Anschluß an die Festpredigt berichtele Psar- rer Schneider über den Verlauf der Reu- gestaltungarbeiten, wobei er hervorhob, daß die Kosten für die neue Orgel sich auf rund 8000 Ma k belaufen, während die Kosten der Kirchen- renovicrung rund 3000 Mark betragen. Die Rheinische Provinzialsnnode bewilligle dazu eine Beihilfe von 1000 Mark, durch freiwillige Gaben wurden rund 500 Mark aufgebracht. Pfarrer Schneider sprach allen Förderern und Arbeitern bei der Renov:erung den Dank der Gemeinde aus Am Rachmittag fanden Iugendspiele und ein IugendgvtteSdienst statt, am Abend beschloß eine musikalische Abendfeier in der Kirche den denkwürdigen Tag. Berliner Börse. Berlin, 27. Sept. (WTB Funkspruch.) 3n Erwartung des für heute nachmittag zur Dcroffent- lichuntz angekünbigten Regierungsorograrnms verhielt sich bie Spekulation auch am letzten Vormittag in dieser Woche abwartend. Kurse waren noch nicht zu hören und eine zuverlässige Tendenz daher auch nicht zu erkennen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,79, London gegen Mai- land 92,80, London gegen Spanien 45,50, Oie Wetterlage. ©wortcnios Q nenv. ® naro Dfdtcxi. ® wolXig. ® DtdtcMi entoe^ # Schnee »Oriupeiri * MeDel K 6r^it*er.(§)Windstilic leichte» 0$i massige» Südsuowcst q stürmische KordWeil Ole Ment fliegen mit gern winde. Die Dei den Stationen sttnendtn Zal> len gehen die Temperatur an Pie Limen verbinden Orte am gleiche* »ut nreresniveau umoe/echnete» Luftdruck Wcttervora ussage. Neuerdings hat sich über dem Kanal eine flache Störung entwickelt, wodurch der hohe Druck im Raume zwischen Island und den britischen Inseln etwas zusammengeschrumpft ist und auch sein Ein- fluß sich nordöstlich über Skandinavien erstreckt. Wenn auch der neue Luftdnickfall keinen stärkeren Einfluß auf die Wetterlage gewinnen dürfte, so ist immerhin mit dem Auftreten von Bewölkung und einzelner, jedoch geringer Niederschläge zu rechnen. Die Temperaturen erfahren vorerst keine stärkeren Schwankungen, dürften aber leicht ansteigen. Aussichten für Sonntag: Bewölkt, auch anfbeitemb, kühl, vereinzelt geringe Riederschläge. Aussichten für Montag: Meist trockenes und wolkiges, auch aufheiterndes Wetter bei wenig veränderten Temperaturen. Lufttemperaturen am 26. September: mittags 13,4 ®rab Celsius, abends 10,1 Grad, am 27. September: morgens 8,2 Grad. Maximum 14,8 Grad, Minimum 7,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 26. September: abends 14,8 Grad: am 27. September: morgens 11,4 Grad Celsius — Niederschläge 0,8 mm. — Sonnenscheindauer drei Stunden. 6 A 05974 schlafenen danken wir herzlichst. 05991 6628U Karl Müller nebst Angehörigen. Gießen (Westanlage 17a), den 27. September 1930. Am 25. Sept, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein guter Vater August Pick im Alter von 38 Jahren. In tiefer Trauer: Elise Pick, geb. tierblg Hildegard Pick. Gießen (Schottstr.l3),Schwabenrod,Löhnberg,27.9.30. Die Beerdigung findet Montag, den 29. Sept.. nachmittags 3V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, tür die vielen Kranz- und Blumenspenden, der Krankenschwester für die liebevolle Pflege, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Sattler und allen denen, die während ihres Krankseins Gutes an ihr getan haben, sägen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Heinrich Döringer nebst Angehörigen. Wieseck, den 27. September 1930. Todesanzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine liebe, herzensgute Frau, die treusorgende Mutter ihrer Kinder, unsere liebe Schwester, Schwägerin, Tante und Gote Frau Kath. Baach, geb. Schäfer am 26. September, abends 11V, Uhr, in der Klinik zu Gießen im Alter von 47 Jahren zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Friedrich Baach, Gärtner, und Kinder. Londorf. Kesselbach, Unter-Seibertenrod, Nordeck und Lumda, den 27. Sept 1930. Die Beerdigung findet Montag, den 29. September, nachmittags 2*'4 Uhr, in Londorf statt. __ 6632D Danksagung. Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Ent- Vermietungen In den flöht. Neubauten in der Lieber Strane ift zum 1. Ottob. d. I. eine Wohnung besteh aus 6 Zimmern, Bad Baifons, Zentralheizung und Zubeb., z. vermieten. Bewerbungen sind bei d. ifädf. 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".Den ( ^Men tannt, t oder Q( »bitter n3m v Literas »Die Äs fling in "un, na, gemaib schaff hj sendet Richard 9roßatti an bie f x?rcnt Mg bas ?*: pIW St? ‘°l^tig Nr. 226 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesten) Samstag, 27. September 1950 Deutschland in Genf. Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der tfniDcrfifdf Äerlin, Mitglied der deutschen Dölkerbundsdeiegation. Weltpolitisch am bedeutsamsten auf der Döl- kcrbundStaaung sind bisher die beiden eng - lischen Festlegungen. -Der Handelsminister Graham erklärte, daß trenn Englands Wünsche auf 3 o II abbau nicht erfüllt würden, eS den Weg zum Reichszollverein, xum Abschluß deS englischen Weltreichs gegen die anderen gehen müsse. Lind der Außenminister Henderson verkündete, daß England daS Abkommen über Anpassung der DölkerbundSsahung an den Kcllogg-Pakt und das über finanzielle Hilfeleistung an angegriffene ober bedrohte Staaten erst ratifizieren trerbe, trenn ernsthaft etwa- in der Abrüstungsbewegung geschehe. Namentlich die zweite Festlegung ist bedeutsam. Denn sie besagt natürlich umgekehrt, dost England äu den aus den beiden Abkommen sich ergebenden Verpflichtungen bereit ist, wenn Frankreich in der Rüstungsbeschränkung wirklich vorwärts geht. Indem Henderson damit etwas über die bisher von England eingehaltene Linie, keine weiteren Verpflichtungen zu übernehmen, hinauS- geht, stellt er zugleich durch dieses Druckmittel einen inneren Zusammenhang her, der auch für Deutschlan d der gegebene ist und Don ihm immer betont wird. Dieser Zusammenhang klang auch in der großen Rede deS deutschen Außenministers wider. Selten hatte Wohl ein Vertreter eines Staates in einer so schwierigen Situation zu sprechen, wie Dr. Curtius es unmittelbar unter dem Eindruck der deutschen Reichstags- Wahlen in In- und Ausland zu tun hatte. Buhige Beurteilung wird anerkennen müssen, daß er die schwere Aufgabe geschickt und wirksam gelöst hat. Denn zunächst kam es daraus an, diePantk, die mit dem deutschen Wahlausfall im Ausland entstanden war und sich inzwischen auch im Rückgang deutscher Werte ausgedrückt hat, nicht noch größer werden au lassen. So ist es doch auch wirklich nicht, daß nun nach dem 14. September in Deutschland alles brunter unb trüber ginge und die Außenpolitik gänzlich um« gestürzt wurde! Darum stellte Curttus in aller Ruhe, aber nachdrücklich fest, daß die große Politik für uns manche Enttäuschung gebracht habe, daß aber die grundsätzliche Haltung Deutschlands zum Völkerbund nach wie vor durchaus positiv sei. Daß damit nicht alles, namentlich nicht alles zur weiteren deutschen Dölkerbundspolitik gesagt ist, ist ja klar. Mehr aber brauchte zunächst nicht gesagt zu werben. Im weiteren würbe das deutsche Programm : Verhütung der Kriegsursachen (also Artikel 19), Abrüstung — Minderheitenschutz (dessen Behandlung auf Deutschlands Druck viel größeren Umfang annahm, als die andere Seite wünschte), — Paneuropa — Wirtschaftsfragen doch mit aller wünschenswerten Deutlichkeit entwickelt. Deutschlands Position wurde bezogen und steht fest. Wieviel daraus zu machen ist das hängt viel weniger von der Geschwindigkeit rind Energie des Auftretens in Genf ab, als von der Frage, was dann in Deutschland hinter einem Außenminister oder Vertreter dieses Programms steht. Das aber ist die offene Frage, die sich jedermann auch in Genf heute stellt! Mir scheint, als habe die Beurteilung der Curtiusschen Rede in Deutschland ihren großen Teil über die Wirtschaftskrise allzusehr in den Hintergrund gedrängt. Hier wurde die Weltkrise und die deutsche Krise, auch mit brr ileberlaftung burch die Reparationszahlungen, die Verbundenheit Europas in der Wirtschaftsnot und darum die Rotwendigkeit der curopäi- schen Korporation bis zum Gedanken einer europäischen Wirtschafts- unb Zollunion umfassen!) Oer Oreysus-Film. Lichtspielhaus Vahnhofstraßc. Für die ältere Generation ist die Affäre Drey- fus, welche um die Iohrhundertwenbe. von Frankreich ausgehend, die europäische Oefsentlichkeit in Atem hielt unb zu leidenschaftlichem Für unb Wiber erregte, ein miterlebtes Stück Weltgeschichte. Den Iüngeren unter uns ist sie allenfalls bem Rainen nach unb vom Hörensagen flüchtig bekannt, ohne baß man sich der Zusammenhänge ober gar der Einzelheiten eines zwölfjährigen erbitterten Kampfes erinnerte. 3m vorigen Iahre erst hat sich bic dramatische Literatur des Stoffes bemächtigt: ein Schauspiel „Die Affäre Dreyfus", nach den Akten gearbeitet, ging in Berlin wochenlang über, bic Bühne. Unb nun, nachbem ber Fall burch bic Veröffentlichung her Memoiren des Herrn von Schwartzkoppen, ehemaligen Militärattaches bei ber deutschen Botschaft in Paris, noch einmal aktuell geworben ist, wendet sich ber Tonfilm, unter ber Leitung von Richard Oswald geschaffen und mit einem großartigen Ensemble erster Schauspieler beseht, an die breiteste Oesfenlichkei. Er entrollt, den historischen Vorgängen folgend. Chronik. Drama und Reportage zugleich Zug um Zug das erregende und erschütternde Bild eines unerhörten Rechtsbruches, eines politischen Skandals von phantastischem Ausmaß und einer menschlichen Tragödie, die nichts von ihrer an- klägerischen Wucht verloren hat, obwohl der Vorhang längst über die letzte Szene fiel,... eines Trauertpieles, dessen Held noch heute lebt, als TOjäbriget Greis in Paris. • Der tragische Held ist Alfred Dreyfus. Hauptmann im französischen Generalstab, aus dem Elsaß gebürtig, jüdischen Glaubens. Im Iahre 1894 wird er. auf Grund gefälschter Indizien, unschuldig verhaftet, des Landesverrats angeklagt, degradiert und zu lebenslänglicher Verbannung auf der Teufelsinsel verurteilt. In der Heimat kämpften Frau und Bruder des Gefangenen zu- fmrnnen mit Zola, ©lemenceau, Oberst Picquart 3aures und andern gegen eine fanatische, mit ben gemeinsten Mitteln arbeitende, in ihrem Prestige schwer bedrohte Militärkamarilla für die Linschuld des Hauptmanns. hervorgehoben. Freilich werden weitere deutsche Kundgebungen dazu, die notwendig sind, lebhafterer Farben unb größerer Rach - drücklichkeit bebürfen. Denn man will auch in ben Kreisen deS Dölkerbunbes dergleichen noch nicht recht hören. Man will nicht einsehen, baß bic beutsche Rot auch europäische Rot ist, weil auS ber Rot einmal hervorgehende innere Erschütterung ober gar Umwälzung in Deutsch- lanb unweigerlich, aus Gründen, die ja gar nicht aufgezählt zu werben brauchen, weithin über Europa ausstrahlen würde. Man staunt immer wieder, wieviel gerade über notwendige europäische Zusammenarbeit geredet wird und wie wenig die gemeinsame Rot ber gegenwärtigen Krise bic Isolierung ber einzelnen Gliedstaaten Europa- gegeneinander überwindet. Daß dazu freilich Briands Paneuropa- Idee mit ihrer rein französisch-politischen Zielsetzung nicht der geeignete Ausgangspunkt ist. hatten schon die 26 Antwortnoten gezeigt, die Briands Cinzelvorschläge so zerzaust haben, daß von ihnen wenig übrig blieb. Eo mußte Briand zufrieden sein, daß ein Stubienfomitee eingesetzt wird, bas bis zur nächsten Versammlung einen Plan entwerfen soll. Aber das ist nun wirklich sehr wenig! Wenn die Anhänger des Paneuropa-Gedankens schon das als einen Fortschritt ansehen, sind sie bescheiden. Aber immerhin: vom deutschen Standpunkt ist damit wenigstens nichts Schädliches ober Gefährliches herausgekommen. Und die Verschärfungen der Krise, die ber Winter Aunächst ohne Zweifel bringen wird, werden auch bic Regierungen veranlassen, bic Arbeit in biefem Stubienkomitee etwas mit Dampf zu betreiben. Eine Reihe von Problemen wird nun wirklich zu sogenannten kollektiven Lösungen spruchreif, wobei die Regierungen und die Führer des Wirtschaftslebens einander in die Hände arbeiten müssen, zu wirklich praktischen und nutzbaren Erlebnissen. Im übrigen werden diese Fragen als rein wirtschaftliche ja in der Wirtschaftlichen Kommission deS Völkerbundes weiterbehandelt, wobei freilich auch mehr Wert daraus gelegt wird, d i c Schwierigkeiten (Zoll, Meistbegünstigung) herauszuarbeiten, als zu positiven Verständigungen und Lösungen zu drängen. Was dafür die Stellungnahme Englands gerade unter einem ßabourtabinett bedeutet, würde eingangs schon gesagt. In der Minderheitenfrage erreichte die Behandlung durch Deutschland jedenfalls, daß sie ausführlich zur Sprache kam und ein ganzer Teil der Völkerbundsstaaten bic regelmäßige Behandlung der Minderheitenfragen für erwünscht hält. Den Gegnern gelang nicht, ihren Standpunkt durchzusetzen, daß die unausgesetzte Erörterung der Minderheitendinge den Frieden störe, daß man erst einmal abtoarten müsse, wie das letztes Iahr beschlossene Verfahren sich bewähre und dergleichen mehr. Es ist die klare Absicht von Frankreich, Polen, der Kleinen Entente. in solcher Weise dies Problem totzu- machen. Das gelingt nicht, wenn Deutschland so auftritt, wie es das diesmal tat. Mehr als das kann man in der heutigen Situation billigerweise nicht verlangen. Denn die Ocfamtfituation lastet ja auf ber diesmaligen Tagung in Genf und lähmt die Völkerbundsarbeit. Alle drei Hauptregierungen sind schwach. Was in bezug auf Frankreich freilich nur heißt, daß Briands Position (nicht die des Kabinetts Tardieu) schwach ist. und daß er in allem, was er sagt und tut. mehr nls jemals seit der Konferenz von Cannes nach Paris und auf bic Gegner schauen muh, die sehr bereit sind, ihn zu stürzen. Die englische Regierung hat keine feste Mehrheit im Unterhaus, die anderen Parteien haben es in der Hand, jederzeit Reuwahlen zu erzwingen. Und bic Position ber deutschen Vertretung ist naturgemäß schwach, angesichts des Wahlergebnisses und der Unsicherheit, was überhaupt in Deutschland nun wer«« den wird. Die Wiederaufnahme des Prozesses führt zur Verurteilung Zolas wegen Verleumdung und zur Freisprechung des wahren Schuldigen, eines aus der Fremdenlegion in die Armee gekommenen Majors Esterhazy. Rachdem der Oberstleutnant Henry. Hauptzeuge gegen Dreyfus, das aufsehenerregende Geständnis der Fälschung belastenden Materials abgelegt und im Gefängnis Selbstmord begangen hat, kommt es zu einem neuen Prozeß, — in dem Dreyfus abermals für schuldig erklärt und zu zehn Iahren Gefängnis verurteilt wird. Zwar wird er im gleichen Iahre, da er vor dem völligen Zusammenbruch steht, begnadigt: aber erst sechs Iahre später erzwingt er die völlige Rehabilitierung, um die er und die Seinen bis zum Aeuhersten gekämpft haben: das Urteil wird ausgehoben, Dreyfus wird als Major wieder in die Armee aufgenommen und erhält das Kreuz der Ehrenlegion. Esterhazy war rechtzeitig nach England geflohen, wo er 1920 im Alter von 77 Iahren gestorben ist. Dies ist, in großen Zügen, der Verlauf der berüchtigten Affäre Dreyfus. Der Film rollt sie von Anfang an noch einmal auf, im Bild, im Wortlaut, Szene für Szene, wie wenn man das Ganze aus einem historischen Archiv nur hätte herauszunehmen und auf die Leinwand zu projizieren brauchen. — wie ein lebendig geworde- nes,Aktenprotokoll. Die blendende Regie Oswalds inszeniert die Vorgänge ganz impressionistisch; sie setzt mosaikartig, schnell wechselnd und überspringend von einer „Partei" zur andern, Szene an Szene, Bild an Bild: manchmal nur einen ganz kurzen, aber jeweils bedeutsamen, aufschluhgebendcn, charakterisierenden Ausschnitt. Dann, mitten hinein, als Pfeiler der Handlung, die großen Prozesse, in denen der eigentliche Kampf bis aufs Messer ausgetragen wird. Durch diese Regieführung ist nicht nur äußere Thca- tralik und innere Spannung im Handlungsablauf erreicht, sondern es wird auf diese Weise auch sehr eindringlich das ganze verwirrende Geflecht von Beziehungen im Prozehhandel und feine unheimliche Hintergründigkeit geklärt und beleuchtet. • Der Ton ist in diesem Film, wo so vieles auf das gesprochene Wokt ankommt, ein unbezweifelbarer Gewinn, ja fast eine Rotwendigkeit. Und man wird mit Genugtuung feststellen, daß die Das ist eine Frage, die man sich in London und Paris sehr vorlegt. Das Fallen der deutschen Bonds in London ist ein Zeichen, daß bic City die Lage in Deutschland für unsicher hält. Der kommunistische Antrag auf Aufhebung der Zahlungen aus dem Poungplan stellt überhaupt die deutsche Außenpolitik und den deutschen Auslandkredit in Frage und wäre der erste Schritt zu wirtschaftlichem und finanziellem Selbstmord. Die Panik hat fich ja nun im Ausland etwas gelegt, aber das Verständnis für daS, worauf e s a n k o m m t, ist darüber draußen nicht gewachsen. Ein Blatt wie die ..Times" kritisiert unser Argument, daß es nicht möglich werden «könnte, den Radikalismus im Zaume zu halten, trenn nicht die Lasten Deutschlands erleichtert würden. Es meint, erst müsse bewiesen werden. daß Deutschlano wegen der Reparationszahlungen mehr als andere Länder unter der wirtschaftlichen Depression leide, und Deutschland werde die Belastung besser tragen, wenn feine Finanzen in besserer Ordnung wären. Für wen in aller Welt ist noch ein Beweis dafür nötig, daß ein Land mit einer Zusatzbelastung in solcher Höhe, bei deren Berechnung schon nicht einmal feine Leistungsfähigkeit überhaupt berücksichtigt wurde, mehr unter Arbeitslosigkeit und Absatzstockung leibet, als ein anderes ohne diese 2aft? Man stelle sich die Situation Englands vor, die der deutschen so ähnlich ist. mit einer Zusatz- I e i ft u n g von zwei Milliarden Mark im Iahr! Herriot schreibt über die Lage in Deutschland, auch ohne Einsicht, daß diese von den anderen Zugeständnisse und Opfer verlangt im Interesse des europäischen Gesamtfriedens. Amerikanische Blätter, z. B. ..Rcw Bork World", predigen angesichts des Ernstes der deutschen Situation England und Frankreich Verantwortung, die die Sicherheit der republikanischen Regierung in Deutschland durch eine entsprechende Politik verstärken könnten. Aber keine Spur der Erkenntnis findet fich in ber Reuyorker Presse Dafür, daß die Lieberbelastung deS Poung- plans (durch Zugrundelegung ber interalliierten Schulden als Maßstab für Deutschlands Last) durch Amerika zustandegekommen ist und wie die Passivität unb Zurückhaltung der Hooverschen Politik die europäische FricdcnS- politik lähmt, bie entscheiden!) ja ohne Mitwirkung der Vereinigten Staaten nicht vorwärts kommen wirb unb kommen kann. Rur selten ist eine Stimme wie bie Stcnders in „Rcw Ehrv« nick“, der einen Grund für das riesige Anwachsen des Rationalsozialismus' auch in bem Gefühl sieht, daß Deutschland zwols Iahre nach bem Krieg immer noch a l S inferior. a l s nicht gleichberechtigt b c- handelt werde, gezwungen. Tribute zu zahlen unb entwaffnet zu bleiben. < Mit Recht hieß eS im ,.T em p s" (18. September): ..Riemanb kann wissen, wie Europa bei der nächsten Zusammenkunft des Völker- bunbes 1931 auSfehen wirb. Aber cinS ist fieber: bie politische Entwicklung Europas wirb wesentlich davon abhängen. was sich in ben nächsten Monaten in Deutschland ereignen wirb." Der ber untrennbar engen Verbundenheit Deutschlands mit Europa unb Europas mit Deutschland hängt bas aber nicht nur davon ad, was man in Deutschland dazu tut. sondern auch davon, waS von Europa, dH. von den in ihm maß- gebenben Hauptmächten, b. h. wiederum von Frankreich dazu getan wirb. Darauf hinzuwirken scheint uns die erste Ausgabe einer deutschen Außenpolitik, bie sonst für die nächste Zeit durch bie inneren Auseinandersetzungen an Aktivität sehr gehindert sein wird. Man kann keine aktive Außenpolitik auf lange Sicht machen, oder weiterreichendc diplomatifchc Aktionen anlegen. wenn bic Dinge so auf bcS MefscrS Schneide stehen wie bei unS. Dem deutschen Außenpolitiker fehlt dabei einfach der Rückhalt! Soll er aber — und das ist jetzt seine erste: Pflicht — Darauf binarbeiten, Daß das Ausland, insonderheit Frankreich, bic Verbunbenhcit mit. Dem Deutschen Schicksal begreift unb banach han- belt, fo muß er allerdings b i c Sicherheit haben. Daß bie beutsche Außenpolitik nicht in Abenteuer gestürzt wirb, bic mit einer einfachen Regation ber nun einmal Iciber vorhandenen Gegebenheiten unb Gebundenheiten Die Existenz des Staates und feiner Volkswirtschaft selbst auf das Spiel fetzen würden! Hakenkreuz und Likiorenbündel. Von unserem römischen ^.-Korrespondenten. Wenn wir auch vieles anberS sehen, als unser römischer Korresponbcnt von seinem Standpunkte aus, so halten wir Doch seine Ausführungen über bie weltpolitische Lage für interessant genug, um sie unseren Lesern trotz Der abweichenden Auffassung bekannt zu geben. Rom. Ende September. Wer aus Dem plötzlichen Aufstieg ber Rationalsozialisten auf einen ebenso plötzlichen gewaltsamen LImsturz in DeutschlanD folgert, weil auch Die Schwarzhemden eine Revolution machten und die Braunhemden keinen anderen Ehrgeiz hätten, als ihnen nachzueifern, der vergißt. daß der Faschismus auf lcgalcmWege zur Macht gelangt ist. daß sich Mussolini auf Demokratischen Steigbügeln in Den Sattel schwang unD auf parlamentarischem Wege seine Gegner aus ber Welt schaffte. Mit Hilfe des Mchrheits- fystems. Freilich wurde cs auf diese Weise ad absurdum geführt. Als Mussolini zum ersten Male seine Kandidatur aufstellte und jämmerlich durch fiel. Da brauchte er für Den Spott nicht zu sorgen. Man fqgte ihn genau so tot wie Hitler nach Dem Münchner Putsch. Das zweitemal rückte er mit ein paar Du henk) Abgeorbneten ins Parlament ein, einer hoffnungslosen Minberheit, wie Die Feinbe Des „Banditen" nicht mübe wurden. zu versichern. Lind seine Partei war noch immer in lächerlicher Minberheit. als er von technische Wiedergabe fast durchweg erfreulich klar unb klangrein gelungen ist. Die schauspielcrifche Besetzung des Films ist so außerordentlich gut. daß sie allein schon den Besuch zu einem kaum je erlebten Genuß macht: Denn es wird auch in Berlin nur in sehr seltenen Fällen Vorkommen, daß man in einem Theater etwa Kortner, Bassermann und George nebeneinander vorgesetzt bekommt. — von der großen Zahl Der übrigen, hochqualifizierten Kräfte ganz zu schweigen. e Kortners Hauptmann Dreyfus ist in seiner einfachen, wehrlosen Menschlichkeit eine erschüt- tembc Gestalt: das Bild eines völlig ahnungslos überfallenen, überrumpelten, vergewaltigten und von der Meute der Gegner fast zu Tode gehetzten Mannes, Dem nur der unerschütterliche Glaube an seine Unschuld bie Kraft gibt, Den furchtbaren Kampf bis zum siegreichen Ende zu bestehen. Die Szenen der Clkrurteilung, Der öffentlichen Acchtung unb später ber Wieder- begegnung mit seiner Frau wirb man lange nicht vergessen. Wundervoll gibt Bassermann die noble, ritterliche und kämpferische Figur des Obersten Picquart: ein entschiedener Höhepunkt ist dann die große Schwurgerichtsrede Zolas, den George, in vcrblüfscnder Maske, zum leidenschaftlichsten und geistigsten Gegner ber übermächtigen Wilitärpartci erhebt. Von den übrigen seien nur bie wichtigsten Ramcn genannt: Homolka, der den schuftigen Major Esterhazy mit einem aufreizenden Zynismus umgibt; Grete Mosheim, die tapfer und unermüdlich für ihren Gatten arbeitende Cucie Dreyfus: Fritz Rasp unb Ferdinand Hart: Die famosen Generalstäbler Path de Elam und Henry; ferner Bildt (Glemenceau), Henckels und Kämpers (Verteidiger), Ferdinand Bonn (Mercier), Ledebur CÄ>is- Dcffre) und Ziener (Bertillon). — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus: niemand sollte versäumen, ihn zu sehen und zu hören: er zählt zu den stärksten Leistungen, die der deutsche Tonfilm bisher hervorgebracht hat. —r— Der liberalen Mehrheit diktatorische Vollmachten — so etwas wie Den berühmten Artikel 48 ber deutschen Verfassung — verlangte. Man gewährte sie ihm. Schließlich wurde Die faschistische Partei Die stärkste, sie hatte Die absolute Kammermehrheit und benützte sic: die Mehrheit entzog durch regelrechten Abstim- mungsbeschluh Der Minderheit die Mandate. An diesen grausamsten Witz Der Geschichte des Parlamentarismus darf man sich heute wohl erinnern, wie es denn überhaupt für manche Leute gut wäre, trenn sie Die Vorgeschichte der nationalen Lim* wälzung in Italien nachlesen würden. So manches. was jetzt in Deutschland verwunderlich erscheint, hat hier sein Vorbild. , Lind vielleicht sind eben die Verhältnisse stärker als Die guten Vorsätze. Wie war eS möglich, Daß die Schwarzhemden ber Straße mit dem riesigen Heer ber Roten aufräumen konnten? Weil die Regierung der Mitte, als Der Kommunismus immer gefährlicher vordrücktc. stillschweigend die Bewaffnung der Faschisten gc ft a 11e lc, ja förderte, um eine billige Polizei zu haben. Sie ließ die Extreme auf* cinanberprallcn in der Berechnung, auf diele Weise sich selber zu retten, ähnlich wie man sich in Deutschland der nationalen Freischaren bedient. um den Bolschewismus niederzuwerfen. Kaum geschehen. Durfte der Mohr gehen. In Italien Dagegen war er inzwischen zu st a r t geworden. Oer reiche Onkel aus Amerika. Wer ist einflußreicher, ein Banditenführer Der Chikagoer ilntcrtoelt oder ein faschistischer Gruppenführer? So lautet zur Zeit in Rom Die Frage all Derer. Die sich in langen Betrachtungen über Den Ausgang Des Familienstreits bei den Corsanos ergehen. Wie es zum Auswerfen dieser seltsamen Frage kam? Ia, ber Anlaß zur Entstehung des Streites überhaupt war seltsam genug. Der Ursprung liegt weit-weit zurück. In Der Zeit vor Dem Weltkriege herrschte in Der Familie wieder einmal großer Zwist. Einer der Corsanos, ein junger kräftiger Bursche, wollte partout nicht arbeiten, und suchte sich bei seinen Angehörigen durchzuftesten.So argumentieren jedensalls die italienischen Corsanos. Er aber war anderer Ansicht, er wollte sich nicht ausbeuten lasten und deshalb zog er aus. Gr wanderte aus, nach Amerika. Lind hier gab sein Schicksal ihm recht. Gr zeigte sich als tüchtig und brachte es im Lause Der Zeit zu einem wohlhabenden Mann. Run sah er • Die Zeit gekommen, sich an seiner Familie zu rächen. Denn Der Groll fraß noch an ihm. Eines TageS erhielten also Die zahlreichen zurückgebliebenen Fa- milienmitglieDer Des Corsanos eine Mitteilung aus Amerika, für jeDen von ihnen liege auf Der Bank eine Anweisung auf 5000 Lire bereit. Es sei nur das Geld abzuholen. Die Freude war groß. Lind der „Amerikaner', er ist doch ein guter Kerl! Man hat ihm unrecht getan! Eine Abordnung sollte sämtliches Geld für Die ganze Familie ein kassieren. Der Tag kam—unD sie kehrte mit leeren Taschen zurück, wie sie hingefahren war. Die Schecks hatten keine Deckung. Ein Corsano sei der Bank unbekannt.- Ein Familienrat sollte nun über das weitere beschließen. Daß man sich diese Provokation nicht gefallen lasten wollte, darüber herrschte vollständige Einigkeit. Aber wie dem „Amerikaner' beikommen? Da entsann sich einer, daß er in Chikago einen Freund habe. Der wiederum einen guten Freund eines bekannten Führers Der Hntertoelt zu seinen Bekannten zählte; und ein anderer, ein faschistischer Gruppenführer wollte seine.Beziehungen'zumAus- toärtigen Amt spielen lasten. - Richtig wurden in» offizielle .diplomatische' Schritte eingeleitet unb richtig bekam der „Amerikaner' eines TageS einen Brief, einen äußerst höflichen Brief, besten Inhalt zwar nie genau bekannt wurde, ber aber die volle Linterschrift eines bekannten, eines sehr bekannten Führers bet Chikagoer Hntertoelt getragen haben soll- Lind richtig lagen binnen einer sehr kurzen Zeit auf derselben Dank nicht 5000,- sondern 10000 Lire für jeden der Familienangehörigen der CorsanoL zur Auszahlung bereit. Für Italien und Deutschland, für ganz Europa wichtig ist, daß die Faschisten hier wie dort nicht nur die gleiche nationale Auffassung haben, sondern daß auch ihre außenpolitischem, Ziele parallel laufen. Auf eine knappe Formel gebracht: Gegen die französische Vorherrschaft, gegen die Verewigung der Friedensverträge, für die Beseitigung der Kriegstribute, für .eine gerechte Verteilung der Kolonien! Die Interessengemeinschaft des deutschen und italienischen Volkes ist bereits in dieser Stunde eine Tatsache. Iede innenpolitische Betrachtung beiseite lassend, ergibt sich gegenwärtig für die Diplomaten ein ungewohntes Schauspiel: sie sehen, wie ein Staat der Entente die Interessen Deutschlands wahrnimmt und verteidigt. Ein fremder Mann nimmt den ängstlich nach der französischen Gouvernante zurückblickenden blonden Knaben bei der Hand, um ihm den Weg zur Freiheit zu zeigen. Denn das ist das Charakteristikum des „stürmischen nationalen Aufschwungs Deutschlands", um mit Mussolini zu sprechen, das außenpolitische Echo, nicht die innenpolitisch-parlamentarische Algebra. In Rom interessiert es wenig, wie die deutschen Rechtsparteien heißen und wieviel Sitze zu haben, man fragt nur ungeduldig: wann werdet ihr bündnisfähig fein? Bald, bald, hofft der Duce und gibt folgenden Befehl aus: „Deutschland hat nur die Wahl zwischen Faschismus und Bolschewismus und schon ist es auf und daran, seine Wahl zu treffen. Es hat sein gefoltertes, aber entschlossenes Antlitz, seinen stolzen unzähmbaren Geist gezeigt. Gibt es noch jemand, der davon träumt, ihn vernichten zu können? Ist noch jemand da, der glaubt, daß der Voungplan erst 1988 fallen und die Verträge in alle Ewigkeit dauern werden? Italien gibt sich keiner Täuschung hin, es überstürzt nichts, aber es bereitet s ich v o r!" Worauf bereitet es sich wohl vor? Krieg gegen Frankreich? In Italien sagen sie bei weitem leichter Ia als in Deutschland, wo sie mit Recht zögern, denn es ist klar, daß der Römer nicht bloß um der schönen Siegfriedaugen so freundlich ist, sondern eine Rückensicherung braucht. Roch hätte Frankreich leichtes Spiel, wenn es das Schicksal wenden will — es braucht nur sein Kriegsziel, das Selbstbestimmungsrecht der Rationen, hochzuhalten und dem Unterlegenen zu gewähren. Dann wäre Friede in Europa. Soll die Drachensaat von Versailles in die Halme schießen oder noch beizeiten gemäht werden? Das ist die einzige Frage, mit der man sich in Genf beschäftigen sollte. Man wird eS nicht tun, und so geht alles seinen Lauf. Der Faschismus ist ein Exportartikel geworden. Vielleicht gehen jetzt doch so manchem, der das Mussoliniwort aus dem Zusammenhang riß und somit falsch verstand, die Obigen auf. Während man im Reichstag mit der berühmten Fieber- haftigkeit neue Sitzplätze einbaut, jubelt man im Süden über das „neue Deutschland" und donnern die Geschütze am Mont Cenis. Das ist der Krieg! hat ein Mann von Bedeutung in Rom gesagt, als Frankreich die großen Manöver begann, in Genf aber gefällt man sich in „launigen Trinksprüchen". Daher sind das die Friedensfreunde und die andern, die auf die stündlich näher rückende Gefahr aufmerksam machen, die Chauvinister und Kriegshetzer. Es gehört zur Aufgabe eines objektiven Beobachters, Tatsachen fest- zustellen und nicht zu verschleiern. Auch dann und erst recht, wenn man selber das Ideal in einer friedlichen Volksgemeinschaft und einer Friedensvase erblickt, wie sie etwa das Glück der Schweiz ist. Aus der provinziashaupistadi. Gießen, den 27. September 1930. Oas Kräutlein Geduld. Der elfjährige Fritz hatte zum Geburtstage auf seinen Wunsch einen schönen Märklin-Baukasten bekommen und spielte zunächst sehr eifrig damit. Es währte aber nicht lange. Erforderte der Bau eines Modells einmal ein wenig mehr Geduld, so warf er kurz entschlossen alles unwillig in die Ecke, fing etwas anderes an und brachte auf diese Weise niemals etwas Richtiges zustande. Die Eltern erlebten hier dieselbe Enttäuschung wie in seinem Klavierspiel: er übte eine Viertelstunde, dann war er fertig. Aehnlich war es bei seinem etwas jüngeren Schwesterchen. Sie hatte im Garten ein kleines Beet bekommen, auf dem sie selbst gesät hatte: kaum aber hatten die Blumen die Köpfchen herausgesteckt, als die Mutter eines Tages sah, wie die Kleine die zarten Knospen mit den Fingern öffnete, weil sie das Blühen nicht erwarten konnte. Ebenso mußten die Eltern ihr immer und immer wieder klar machen, daß sie, wenn sie vom Vater etwas wollte, diesen nicht mitten in der Arbeit stören dürfe, sondern warten muffe; und daß sie auch nicht in die •Unterhaltung der Großen mit ihren eigenen wichtigen Mitteilungen und Wünschen sich störend hinein» drängen ttirfe, for^csn sich einige Minuten gedulden müsse, bis sie zu Worte käme. Kleine alltägliche Szenen, wie sie sich in jeder Familie abspieien und wie sie bei der impulsiven, raschen Art der Iugend auch verständlich sind! Aber das Leben? — Goethe hat einmal zu Eckermann gesagt, das Rotwendigste, was man zu einem glücklichen Leben brauche, sei die Geduld. Gerade für unsere Zeit mit ihren so verwickeltet! Lebens- und Arbeitsbedingungen gilt kein Wort mehr als dieses! Wer das Kräutlein Geduld besitzt, hat den Erfolg. Dem Hastigen, Rervösen, -Ungeduldigen versagt er sich so oft. Rur wer es versteht, abzuwarten und reifen zu lassen, vermag sich vor Enttäuschungen zu bewahren und meistert das Leben. Ist er daher richtig, dem Kinde alle Wünsche zu erfüllen, die es bei dieser oder jener Gelegenheit äußert? Doch wohl nicht! Wie viele versagt uns das Laben, wie viele müssen wir zurückstellen und aufschieben um anderer Rotwendigkeiten willen! Der am besten für das Leben Erzogene ist ja nicht der, der ungeftüm alle Genüsse beansprucht und gewöhnt ist, seine Wünsche alle sofort erfüllt zu sehen, sondern der, der das Kräutlein Geduld besitzt, der warten, entbehren unter Umständen sogar vernichten Fann. Das ungeduldige Wegwerfen und Aufhören, das zornige Zerreißen und Zerschlagen, wie es Kinder so oft an Spielzeug und ähnlichem üben, das sich ihrem Willen nicht sofort fügt, — dagegen sollten die Eltern anfämbfen und das Kind verständnisvoll zur allmählichen Beherrschung seines Temperaments anleiten. Diese sittliche Kleinarbeit am Ich ihres Kindes kann später nur die besten Früchte tragen. Das Beispiel großer, tempera- mentb oller Männer, die nur auf diesem Wege ihre hohen Ziele erreichten, kann hier führend wirken. Es fei nur auf Graf Zeppelin Angewiesen, Die Zirkusstadt Sarrasanis in Gießen. Aus dem Trieb bei der Volkshalle zu Gießen ist im Verlaufe von wenigen Stunden eine riesige Zelt- und Wagenstadt erstanden. Der weite Platz, für die kurze Zeit der Anwesenheit dieser Stadt in Gießen mit einem Zaun umgeben, beherbergt eine geradezu verwirrende Fülle von Sehenswürdigkeiten. Der Zirkus Sarrasani hat hier seinen Standort während seines viertägigen Gastspiels in Gießen. Auf gestern Rachmittag war die Presse aus Gießen, Oberhessen und aus den angrenzenden preußischen Gebieten zu einer Dorbesichtigung dieser großartigen Zirkusstadt eingeladen. Treffpunkt: das riesige Zirkuszelt. Ein Dau von beispielloser Gröhe. Rund zehntausend Menschen finden darin Platz. Und nur eine Manege; bewußt und richtig I Denn das System der zwei oder drei Manegen verwirrt und beeinträchtigt den Besucher in dem erhofften Genuß, weil er den Vorführungen in ihrer Gesamtheit ja gar nicht folgen kann. Aber diese Manege hat einen Durchmesser von 17 m und ist damit die größte der Welt. Rach einigen informatorischen Mitteilungen eines Vertreters der Presseabteilung Sarrasanis über den Aufbau dieses Spielzeltes beginnt unter der Führung von drei Herren der Prefseabteilung der BesichiigungSrun-gang durch die einzigartige Dier-Tage-Staöt. Zunächst geht es unter den Sitzaufbauten des Spielzeltes entlang, wobei man Gelegenheit hat, sich von der Stabilität dieser imponierenden Aufbauten zu überzeugen. Es folgt ein Blick in die umfangreiche eigene Lichtmotoren-Anlage, die den Strom für die rund 15 000 Lampen des Zirkus erzeugt. Dann gehts zur eigenen Feuerwehr Sarrasanis, die eine Motorfeuerlöschspritze mit einem ständigen Wasservorrat von 6000 Litern im Kessel der Motorspritze mit sich führt und aus 14 ausgebildeten Feuerwehrleuten unter der Leitung eines eigenen Branddirektors besteht. Hierauf folgt die Wanderung durch den riesigen Wagenpark. Rund 175 Fahrzeuge aller Art, große Motor-Lastwagen, Wohnwagen, Materialfahrzeuge usw. Alle in mehreren Reihen gestaffelt und in peinlicher Ordnung aufgefahren. Ein sehr eindrucksvolles Bild. Bei diesem Teile der Besichtigung macht man aus nächster Rähe Bekanntschaft mit den erchenIndianern, den Rif- k a b y l e n und einigen anderen Vertretern der exotischen Welt. Rur Einzelheiten kann man aus dieser Fülle von Sehenswürdigkeiten erwähnen, da alles andere viel zu weit führen würde. Ein Blick in die reich ausgestatteten Garderobenräume, in das gefüllte Sattelzeug-Depot. Dann werden die Sarrasani- Girls besucht und dabei auch einer ihrer Wohnwagen, schmuck wie eine große Puppenstube, besichtigt. Sodann geht's in das Reglern ngs- viertel: die Wagenburg der Verwaltung mit ihren vielfachen Abteilungen. Hierauf folgt die Inaugenscheinnahme der großen Tierschau: etwa 200 Pferde, eine Anzahl Kamele, zahlreiche Watussi-Rinder aus Zentralafrika, 21 indische Elefanten, 12 indische Königstiger, 78 Löwen, kalifornische Seelöwen und das Nilpferd „Oedipus" usw. usw., durchweg alles Prachtexemplare in beftem Ernährungszustand und in sehr guter Stallpflege. Ein prächtiger Anblick für den Besucher und ein ehrenvolles Zeugnis für die tierfreundliche Sorgfalt der Zirkusleitung und der Tierpfleger. Heber eine Stunde hat der Rundgang gedauert, bei dem man überall hin nur einen kurzen Blick werfen kann, da sonst die Zeit nicht ausreicht bis zum Beginn der Eröffnungsvorstellung. Alles Geschaute hinterläßt den besten Eindruck, ist für den Besucher eine wertvolle Bereicherung seines Wissens, für S t o s ch - S a r r a s a n i ein Ruhmesblatt feines Könnens und Unternehmens! Oie Eröffnungsvorstellung. Tausende von Menschen strömten gestern abend von allen Seiten her nach dem Trieb. Die Reichsbahn hatte verstärkten Verkehr eingerichtet, alle Kraftomnibuslinien der Umgegend erschienen mit einem Massenaufgebot von vollbesetzten Wagen, selbst aus Dillenburg, Marburg, aus dem Lahntal waren vollbesetzte Kraftomnibusse eingetroffen, dazu Hunderte von Personenautos, Motorräder und Fahrräder, alle nur mit dem einen Ziel: Sarrasani! Zum Empfang der Tausende hatte die argentinische Militärkapelle, die vom argentinischen Kriegsminifterium zur Reise mit Sarrasani beurlaubt ist, vor dem Spielzelt in einer offenen Musikhalle Aufstellung genommen und begrüßte hier die Gäste mit schneidigen Weisen. Als kurz nach halb acht Uhr die Darbietungen begannen, war der rund 10 000 Zuschauer fassende Riesenraum ausoerkauft; etwa 1 Dutzend unbesetzter Logenplätze, die teuersten im Raume, fallen natürlich bei rund 10 000 Plätzen nicht ins Gewicht. Vor diesem ausverkauften Hause leitete die argentinische Militärkapelle unter der Stabführung des Generalmusikdirektors Cesar Sesso den Abend mit schneidiger Marschmusik ein, deren erster Teil in dem Spiel der deutschen Nationalhymne ausklang, das die Besucher stehend anhörten. Nach einer weiteren kurzen musikalischen Darbietung folgte dann ein Programm, wie wir es in gleicher künstlerischer Vortrefflichkeit und Qualität hier noch nicht gesehen haben. Eine eindrucksvolle Parade aller Mitwirkenden, der Aufmarsch der 37 Rationen, als Gruß an die Stadt Gießen eröffnete den Reigen der zirzensischen Geschehn sse und bot ein Bild von so einprägsamer Schönheit und Vielseitigkeit, daß man nur ehrlichste Bewunderung empfinden konnte. Im weiteren Verlaufe des Programms sah man ausgezeichnete Kameldressuren, atembeklemmende Reiterkunststücke von Vertretern der Steppenvölker Ostasiens, den brodelnden fernen Osten dargestellt von einem Massenaufgebot chinesischer Artisten mit geradezu unübertrefflichen akrobatischen Leistungen vielseitigster Art, glänzende Pferdedressuren, bewundernswerte Schulreitkunst, entzückende Dressuren mit kanadischen, kalifornischen und japanischen Seelöwen, die fesselnde Sarrasani-Amerika-Schau „Wildwest", sehr spannungsvolle Löwendressuren, die fliegenden Menschen am Trapez und am Hochreck mit ihrem Potpourri hoch in der Zeltkuppel, einem sehr spaßigen Clownakt, dann Direktor Stosch-Sarrasanis bewunderungswürdige Elefantendressuren, ein kaleidoskopartig in 6unten Bildern sich abwickelndes „Hoftheater des Mikado" und eine Fata Morgana mit vielseitigsten und buntesten Bildern aus dem Morgenlande und aus Nordafrika. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, aus den Gruppendarbietungen Cinzelleistungen hervorzuheben, ebenso ist es nicht möglich, irgendeine Darbietung mit besonderem Vorzug vor den übrigen auszuzeichnen, da alle Leistungen in gleicher Weise höchstes Können auf dem betreffenden Arbeitsgebiete der Zirkuskunst offenbarten und mit einer Eleganz, Gewandtheit und Sicherheit zur Vorführung tarnen, die einfach staunenswert waren. Daß das Publikum angesichts solcher zirzensischen Spitzenleistungen alle Darsteller mit wahren Deifallssalven überschüttete, ist in keiner Weise verwmrderlich. Man sagt in der Tat nicht zuviel, wenn man behauptet, daß Sarrasani mit seinen Künstlern und mit seinem wunderbar dressierten Tierapparat ohne Frage an der Spitze der Zirkusunternehmungen marschiert und in anerkennenswerter Weise auch hier eine Zirkuskunst darbietet, die für die Besucher geradezu ein einzigartiges Erlebnis ist. der, wie Carl Ludwig Schleich in seinen Lebenserinnerungen (Besonnte Vergangenheit) erzählt, zu diesem einmal äußerte: „Ich habe als Iunge soviel rote Ballons gekauft, als mir nur irgend erreichbar waren, und habe sie aneinanderge- bunden und mit Papier belastet, um ein schwebendes Gleichgewicht äu erzielen. Es ist mir rricht geglückt, aber — den Zeppelin habe ich doch erfunden." Und wir Eltern? — Haben wir alle das Kräutlein Geduld gepflückt, leben wir hierin der Iugend stets ein Beispiel vor, und nehmen wir nicht vielmehr als „Große" so oft geradezu das Recht auf Ungeduld für uns in Anspruch? Wie viele pädagogische Mißgriffe sind schon aus unserer eigenen Ungeduld geflossen! Wir stellen an die Jugendlichen geistige Anforderungen, die er für sein Alter noch gar nicht zu erfüllen vermag, wir werden ungeduldig, wenn er nicht dieselbe rasche Auffassungsgabe und Kombinationsfähigkeit zeigt wie wir, beachten aber nicht, daß er ^toar langsam, ja schwerfällig auffaßt, dafür ledoch ein äußerst gründlicher und zuverlässiger Denker und Arbeiter ist. Wir bekämpfen feine Ungezogenheiten mit Kanonen und bedenken nicht, daß sie wie (Stengelblätter einer Pflanze fein können, die nach und nach von selbst abfallen. „Von deinem Georg habe ich immer das Beste gehofft", schreibt Goethe mit Bezug hierauf an feinen Freund Iacobi, „und ich war unzufrieden mit euch, daß ihr immer unzufrieden mit dem Kinde wäret. Ein Blatt, das groß werden soll, ist voller Runzeln und Knittern, ehe es sich entwickelt; wenn man nicht Geduld hat und es gleich glatt haben will wie ein Weidenblatt, dann ist es übel!" Das Schlimmste aber, wenn Eltern nur darauf ausgehen, die Entwicklung ihres Kindes möglichst zu beschleunigen, wenn sie das frühreife, altkluge Kind züchten, das in Wirklichkeit niemals Kind fein durfte; war es doch von all der Kinder- seligkeit, von dem tausendfachen Frohsinn, wie er aus unbeschränktem Spiel, aus Kameradschaft, aus gemeinsamem Freundschafts- und Spielerlebnis fließt, ausgeschlossen, da söine Eltern dafür niemals Verständnis hatten. Derartige Eltern können es nicht erwarten, bis ihr Kind ein junger „Herr" oder eine junge „Dame" ist. Leider merken sie aber nicht, wie steif und humorlos ihre herangewachsenen Kinder im Vergleich zu anderen oft sind und wie ihnen jede Frische, Lebensfülle und Ursprünglichkeit, das Schönste an einem Menschen, fehlt. Es schließt für Eltern wie für Kinder ein gutes Stück Lebenskunst in sich, das Kräutlein Geduld! Und ist nicht ein reiches Matz Lebens- kunst das Beste, was wir unserer Iugend mit auf den Weg geben können? Dr. K. W. Theaierwerbetag in Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Stadttheater Gießen veranstaltet morgen «einen Theaterwerbe - t a g. Bürgermeister Dr. Seib, der für den leider dienstlich verhinderten Oberbürgermeister Dr. Keller spricht, sowie Intendant Dr. P r a s ch werden in kurzen, aber eindringlichen Ansprachen auf die unbedingte Rotwendigkeit der Erhaltung des Theaterbetriebes überhaupt und speziell hier in Gießen Hinweisen. Die hiesige Bühne ist die einzige Bühne der Provinz Oberhessen, dazu das Theaterinstitut der Hessischen Landesuniversität. Durch die bisherige wirtschaftliche Verwaltungspolitik, sowie die hervorragende künstlerische Arbeit ist das Theater in Gießen vielleicht die einzige Bühne im ganzen Reich, an der 12 Monate hindurch pausenlos gespielt wurde. Eine eventuelle Schließung des Gießener Stadttheaters würde eine weitere, nicht unerhebliche Verschlechterung des hiesigen Arbeitsmarktes bedeuten. Außerdem kann und darf aus Prestigegründen für Land, Provinz und Stadt diesem Gedanken, der einen durch wirtschaftliche Sorgen bedingten Grund haben könnte, nicht Raum gegeben werden. Wir wenden uns deshalb an die kunstliebende Bevölkerung mit dieser Werbeveranstaltung. Wenn das Publikum an dem bisher gezeigten Gemeinsinn festhält, dann wird es mit vereinten Kräften nicht schwer- fcllen, das Gespenst der eventuell drohenden Theaterschließung zu bannen. Der Theaterwerbe- tag erhält durch Die Mitwirkung des Gießener Orchestervereins eine besondere künstlerische Rote. Unter Leitung von Universitätsdirektor Dr. Te- mesv a rh gelangen der 1. Sah der Jupiter- Svmphonie von Mozart sowie die Freischütz- Ouvertüre von Weber zur Aufführung. Der Eintritt kostet auf allen Plätzen 30 Pfennig. Der Beginn der Veranstaltung wird auf 11.30 Uhr festgesetzt. Oas Lustschiff „Graf 3eppelmz/ kommt nach Gießen. Die Verkehrsabteilung der Luftschiffbau Zeppelin G. m. b. H. in Friedrichshafen hat dem Kreisamt Gießen mit» geteilt, daß eine Zeppelinlandung in Gießen für das Jahr 1931 vor» notiert wurde. Der genaue Termin kann erst auf Grund der Zeiteinteilung des Fahrtenpro- gramms int Laufe des Winters bestimmt werden. Oie Ladengeschäfte sind morgen offen. Wie das Polizeiamt Gießen mitteilt, ist für alle Geschäftszweige des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen der ©etoetbcbetsleb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonntag, 2 8. September, jeweilig nur entweder in der Zeit von 13 bis 15 Uhr, oder von 15» bis 17 Uhr gestattet. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Zirkus Sarrasani: 15 Uhr: Familienvorstellung; 19.30 Uhr: Fcstoorstellung. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger": Vereinsabend, in der „Stadt Lich". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Prozeß ber Hauptmanns Dreyfus". — Astoria-Lichtspiele: „Dis Präriefalle" und „Die Nacht nach dem Verrat". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: Theater-Werbetag, 11.30 bis 12.30 Uhr. — Evangelische Petrusgemeinde: Gemeindetag, 14.30 Uhr, im Philosophenwald. — Sarrasani: 15 Uhr: Familienvorstellung, 19.30 Uhr: Festvorstellung. — Spielvereinigung 1900: leichtathletische Vereins» Meisterschaften, 14 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Prozeß des Hauptmanns Dreyfuß". — Astoria-Lichtspiele: „Die Präriefalle" und „Die Nacht nach dem Verrat". * •* Beginn der Winterspielzeit im Stadttheater. Am Mittwoch--4._Oktober, beginnt die Winterspielzeit 1930/31 des Gießener- Stadttheaters mit der Erstaufführung von Carl Zuckmayers „SchinderHannes". Die Figur des Räuberhauptmannes Johannes Bückler, genannt der Schinderhannes, der um 1800 die Pfalz, Rheinhessen und den Hunsrück unsicher machte, ist zu einer legendären Gestalt des rheinischen Volkstums geworden. Zuckmayer, der mit dem „Fröhlichen Weinberg" und „Katharina Knie" das Dolksstück wieder auf das moderne Theater brachte, hat die Dramatisierung dieses Stoffes mit neuzeitlichen Dühnenmitteln vorgenommen. Die Aufführung wird von JntendantDr.P r a s ch als Regisseur geleitet, der in dieser Inszenierung besonderen Wert auf die genaueste Ausarbeitung der zahlreichen Massenszenen legt. Die Titelrolle spielt Jochen Hauer. Don den Damen wirken mit Doering, Jahn, Jüngling, Wielander; von den Herren das gesamte Solopersonal. •* Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Eintrittspreisen geöffnet. " Auszeichnung eines Lebensretters. Der Zeichner Friedrich L e s ch h o r n von hier, Ederstraße 6 wohnhaft, wurde vom hessischen Minister des Innern minder Rettungsmedaille ausgezeichnet. Leschhorn hatte im Juni 1928 den Kaufmann Otto Ruppel vom Tode des Ertrinkens in der Lahn unter eigener Lebensgefahr gerettet. ** Genossenschaftliche Viehverwcr> t u n g. Man schreibt uns: Die Werbetätigkeit für die genossenschaftliche Diehverwertung, zu der kürzlich in einer — wie berichtet — vorbereitenden Versammlung in Butzbach angeregt wurde, halte in zahlreichen Gemeinden den gewünschten Erfolg. Einige dieser Gemeinden sind geschlossen beigetreten. Ueberall zeigte die Aussprache, daß die Landwirte mit den jetzigen Zuständen des Viehabsatzes durchweg unzufrieden sind. Deshalb wird von allen Landwirten die Einführung der genossenschaftlichen Verwertung lebhaft begrüßt, um jo mehr, als der Beitritt zur Genossenschaft keinerlei Risiko für die Mitglieder mit sich bringt. Die Genossenschaft tätigt selbst keinerlei Geschäfte, sondern übernimmt lediglich die Vermittlung. Der glatte Absatz des schlachtreifen Viehs ist jederzeit gesichert, und außerdem ist der verkaufende Landwirt nach drei Tagen im Besitze seines Geldes. Letzteres ist ihm durch Transport- und Schlachtoersicherung, sowie durch den Anschluß an die Zentralgenossönschast für Viehverwer- tung Hannover auf alle Fälle sicher. Am Sonntag, 28. September, findet nachmittags 3 Uhr im „Deutschen Haus" zu Butzbach die Gründungsversammlung statt, bei der ein Referent von der Zentrale in Hannover über die Praxis der genossenschaftlichen Viehoerwertung sprechen wird. Gleichzeitig wird das Arbeitsprogramm für die Bezirksgenossenschaft bekanntgegeben. Es sei auf die heutige Anzeige hingewiesen. *• Gewerkschaftsbund der Angestellten. Man schreibt uns: Im Rahmen des Winterbildungsprogramms hielt am Donnerstagabend in der Jugendgruppe des GDA. Gießen Geschäftsführer Mack einen Vortrag über „Hamburg und sein Hafen", der, durch intereffante Lichtbilder unterstützt, ein eindruckvolles Bild dieser alten Hansestadt vermittelte. Jährlich fahü ren hier durchschnittlich 15 000 Schiffe ein und aus, davon über die Hälfte unter internationaler Flagge und etwa ein Drittel von außereuropäischen Häfen. An Flußschiffen verkehren durchschnittlich 20 000 Fahrzeuge und lassen so die Bedeutung des Hamburger Frachtgeschäfts erkennen. Die interessanten Lichtbilder gewährten neben den aufschlußreichen Worten des Vortragenden einen guten Einblick in das stark pulsierende Leben dieser Welt-Hafenstadt. ** Oeffen11 iche Bausparkassen. Don der Bezirkssparkasse Gießen wird uns mitgeteilt: Die auf Veranlassung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der öffentlichen Sparkassen seit einiger Zeit arbeitenden Oeffentlichen Bausparkassen, die den Landeskommunalbanken und Girozentralen angeschlossen sind (bei uns der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt), haben bis 30. Juni d. I. 8000 Verträge für mehr als 60 Millionen Reichsmark abgeschlossen. Hierauf wurden bisher über 5'/., Millionen Reichsmark eingezahlt und an 623 Dausparer verteilt, also der 12. Teil der insgesamt abgeschlossenen Vertragssummen, was ein sehr günstiges Verhältnis ist. Wenn auch ein Teil der zugeteilten Beträge für Ablösung teurer Hypotheken Verwendung fand, so wurde doch der weitaus größte Teil zur Errichtung von Neubauten benutzt, so daß die Oeffentlichen Baufparkafsen bereits in der kurzen Zeit ihres Bestehens den Wohnungsbau nut nicht unbe» trachtlichen Mitteln gefördert haben. Für die tägliche Pflege der Haut ist die Qualität Ihrer Waschtischseife immer entscheidend. Deshalb v erw enden Sie ein Produkt, dessen auserlesene Beschaffenheit in allen Ver- «07V braucherkreisen gerühmt wird: Dr. DRALLE s Lavendelseife Große Runde Form, RAL Q.7& Gastwirte! Aus meinem Lagerbestand habe ich mehrere neue und gebrauchte elektr. 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Angebote sind verschlossen mit der Auf- schrift .Lartoffellieferung- bis zum öffnungstermin . Kartoffellieferung. Die Lieferung von zirka 1500 Zentner reiner „Industrie'-Speisekartosseln, groh- fallende und geldflcischige Ware, soll im Wege des öffentlichen Anerbietens vergeben werden. Die Kartoffeln müssen gesund und Hand- verlesen fein. 6530V Die Lieferungsbedingungen, die in den Angeboten ausdrücklich anzuerkennen sind, können während der Dienststunden hier Zwiebeln gesunde, trockene Winterroare, d. Ztr. IHk. 3.50, inkl. Sack, vers. ab >iat.Ecbzell fleaen Viachn Ludwig Erb, Echzell iWett.l Kartolteln stets zu billig. TageSvr. a^D Am 25. August 1930 bei der Firma Fuld A Lo. in Gießen: Isack Fuld Ehe- frau, Frieda, geborene Oppenheimer, in Gießen ist durch Tod ausgeschieden, Jsack Fuld Ehefrau, Berta, geborene Krämer, in Gießen ift als weiterer persönlich haftender Gesellschafter eiagelreten. Am 26. August 1930 bei der Firma Ludwig Haas in Steinberg: Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Georg Burk in Steinberg übergegangen. Der Georg Burk Ehefrau, Margarete, geborene Haas, in Steinberg ist Prokura erteilt. Am 27. August 1930 bei der Firma Bär & Wetlerhaho in Gießen: Kaufmann Marlin Strauß in Gießen ist als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die offene Handelsgesellschaft eingetreten mit Wirkung vom 26. August 1930. Dem Kaufmann Erich Lublinski in Gießen ist Prokura erteilt. Die Prokura des Ferdinand Bär I. in Gießen und des Sally Wetter- Hahn, daselbst, sind erloschen Am 1. September 1930 bei der Firma Franz Neuweier wwe., Gichen: Das Geschäft nebst Firma ist auf Elisabeth Neumeier in Gießen übergegangen. Die Prokura der Betty Neumeier ist erloschen. Am 5. September 1930 die Firma August Buhl jun. in Gießen: Inhaber ist der Kaufmann August Ruhl jun. in Gießen. Am 8. September 1930 a) bei der Firma fiarl Meier In Gießen: Die Prokura der Karl Meier Ehefrau und die Firma ist erloschen; b) bei der Firma August Dehn in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist auf den Kaufmann Hans Frees in Gießen übergegangen; c) die Firma keil & lubbefing in Gießen. Gesellschafter sind: Wilhelm Keil, Architekt in Gießen, und Hein- rich Tubbesina, Kaufmann in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. September 1930 begonnen. Aw 12. September 1930 bei der Firma Fran; Lösch In Gießen: Die Firma ist erloschen. » Aw 20. September 1930 a) bei der Firma Obff- und Gemüsekonfervenfabrik Elisabeth Kröck in Gießen: Wilhelm Kröck Witwe ist verstorben. An ihrer Stelle ist Johanna Kröck zu Gießen als weiterer persönlich haftender Gesellschafter in die offene Handelsgesellschaft eingetreten; b) bei der Firma Weingroßhandlung Gebrüder Schwan in Gießen: Dem Kaufmann Ludwig Zecher in Gießen ist Pro- Iura erteilt. Gießen, den 20. September 1930. Hessisches Amtsgericht. Ihn wmn wichst- Sie in der trok- ienen Luh»e- beizter Ard»»- rtume di« be- wahrten -k»1 > Brust-C*- re mellen* S®* brauchen. Lbcr 15000 besU-b. Zeurn. S erl»n festet, dfo echten Kaiser6 Bruet- Ca re mellen rmt den Scannen la Düngekalk stets uorrätifl 6533V 6. Niibiamcn. A-errdör. 3659. SturAfleldjnitieneö iinnriliolz Damplsägewerk Lollar B. Nubn, A. G. *43 rini ii Spelle- b. Saldi- Muffeln W. Hankel Neuen Baue 7.'"v Tckybou 2612 NflenlNe Befannlmadinug. Die Elisabethe Döll, geb. Hof, Ehefrau des Landwirts Heinrich Döll in Alten- Bufeck, wurde laut Strafbefehl des Hessischen Amtsgerichts Gießen vom 15. Juli 1930 wegen Milchfälschung durch Wasser- Zusatz bis zu 25 Prozent, zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. 6595V Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der nächste viehmarkl in Gießen findet statt: Dienstag, den 30. September 1930 Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt; Mittwoch, den 1. Oktober 1930 Schroeinemarkt. Austriebszeit an beiden Markttagen von 7% bis 8% Uhr vormittags. Auf dem Nindviehmarkt wird sämtliches Bich gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst. Gießen, den 27. September 1930. Der Oberbürgermeister. 6529C 3.23.: Dr. Rosenberg. Kartoffellieferung. Die Lieferung von etwa 1000 — ein- tausend — Zentner Speisekartosseln „In- dustrie" soll im Wege des unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werden. Die Anlieferung muß im Oktober 1930 erfolgen. Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsichtnahme offen, sie können auch ab schriftlich zum Preise von 60 Rpf. Schreib- gebühr bezogen werden. Für das Angebot ist die Benutzung eines besonderen Formulars vorgeschrie- den, das zum Stückpreis von 10 Rpf. auf der Kanzlei erhältlich ist. 6599V Angebote mit der Aufschrift „Kartossel- liefcrung" find verschlossen bis spätestens zum Eröffnungstermin am Mittwoch, dem 8. Oktober 1930, vormitlag» 11 Uhr, hier einzureichen. Aus den Angeboten muß ersichtlich fein, ob es sich um Kartoffeln hiesiger Gegend oder um solche anderer eventuell welcher Gebiete handelt. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. Zuschlagssrist eine Woche. Marienschloß, den 22. September 1930. Die Direktion des Hess. Landeszuchthauses. | ixRBzir) CIGARETTEN * ) 1 Tuenden» ul^lcsc 5T2cu>cJuiLcr6,voiL ^crterLjcc^e c£t, 15OOlyi Tabak pro lag verarbeitet, ^cr kaarsekarfe g LekJmuxssujC Sduutt von Q7mm erzeugt sarrtrrLetwcccJtc, lange losem; uni sduxflt somit has QuftwuuriJfcer ruitujkcJierL Aromas 4) SONDER-ANGEBOT KÜCHEN Möbelfabrik KAR L HAT-! N Löberstr. 17 Mein Sonderangebot umfaßt 4 Modelle in hochmoderner Ausführung u. erstklassiger Qualität, ohne jede Beschädigung od. sonstige Schönheitsfehler, Küche II Küche I usw. 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September 1930 ■ Der größte Justizskandal aller Zeiten als Ton- und Sprechfilm Hauptrollen: 6408 C Lichtspielhaus Gießen Dillheim Kreis Wehlar Fritz Kämpers als Verteidiger Laborl Grete Mosheim ala Frau Dreyfus Oskar Homolka als Major Esterhazy Fritz Reiff als Jean Jaurös Fritz Kortner als Dreyfus Im Beiprogramm: Micky- Maus Paul Bildt als Clemenceau Die Affäre des Hauptmanns Heinrich George als Emile Zol<^ Albert Bassermann als Oberst Piquart Theater-Caf£ Emst Ludwig Samstag, 27.,u.Sonntag 28. Sept.,nachmittags ab 4 Uhr Messel-Grube Offenbach a.M. (Stadtkrankenhaus) September 1930 Abschieds-Abend der Hauskapelle FerryPemsel mitVerstärkung 6623 D Walflrestanrant u. Sommerfrische ,Merlus" Beiiern (Kr. Gießen) idyllisch gelegener Ausflugsort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familienaufenthalt,Wochenend. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck in 50Min. erreich bar. Autolinie in 10 Minuten. Inh.: Heinrich Baier Ihre Vermählung geben bekannt Ferdinand Damm Kätchen Damm, geb. Nicolai MIIMt Milerlöifis Beginn am Dienstag, 30. Sept. Meldung: Brandplah 5 66 '2D Dr. Adolf Walter und Frau Liselotte, geb. Henicke geben ihre Vermählung bekannt Gertrud Kaps Heinrich Arch Verlobte Tanz-Tee Abends 8 Uhr Schützenhaus Beliebtes Ausflugs-Restaurant mit Cafä und Konditorei 3492D Endstation d. elektrischen Straßenbahn Rehbraten und Rehragout Pfirsich-Bowle und Aepfelwein Prima Gefrorenes Spez.: Krokanteis Hilde van Nymegen-Schonegevel Dr. med. Gustav Weißgerber Assistenzarzt Ihre Vermählung zeigen an Ingenieur Paul Weisel Gewerbeoberlehrer Lina Weisel, geb. Mmer zur Herbstmesse eingeirosfen bin. Ich führe nur Qualitätsware. Neelie Bedienung, grünte Auswahl, billigste Preise. Martin VvarLelsbevs 05992 Unkündbare zinslose Gelder für Neubau und Hypotheken. Keine MitgltedSbeiiräge, keine Verwal- lungSkosten, keine Haftpflicht. 6321V Amortisierung durch monatliche Tilgung. Deutsche Bauspar Aktiengesellschaft Bezirksdirektion Frankfurt am Main, Bürsenttrafre 11. Muschenheim Kreis Ließen September 1930 Die Affäre des französischen Hauptmanns Dreyfus war das größte europäische Ereignis der Jahrhundertwende! Minister sind um der Sache Dreyfus wegen gestürzt worden, und das Menschliche war in diesem Falle mit dem Politischen so eng verknüpft, daß man heute die Berichte jener Jahre wie einen spannenden Roman empfindet! Die heute lebende ältere Generation erinnert noch diese seltsame Geschichte, die damals die Welt in ungeheure Aufregung versetzte. Nun soll auch jüngeren Zeitgenossen der Tonfilm den Eindruck eines Stückes Weltgeschichte vermitteln, das für den Umschwung in der Gesinnung der heutigen zivilisierten Welt von einschneidender Bedeutung gewesen ist. Möge diese erste Ton- und Sprechfilmreportage das Interesse für eine Sache erwecken, die es wert ist, nicht im Schoße der Vergangenheit zu versinken: Luftkurort. Sommerfrische. Pension Jagdhaus „Hubertus“ Post Osthetm—Butzbach. Tel. Butzbach 8 Idyllisch mitten im Walde gelegen 360 m Prachtaussicht, staubfreie Lage in herrlich. Laub- und Nadelholzwäldchen. Beliebter Ausflugsort. Grone, gedeckte Halle und Veranda. Reine Weine, prima Apfelwein ff. Biere. Volle Pension 4 u. 5 Mk. pro Tag. Ernst Sommeriad, Besitzer. 16597D Zm MM önMkßk! Mache meine verehrte Kundschaft von Giehen und Umgegend daraus aufmerksam, dad ich wieder mit einer Riesen-AuSwahl BarniBrKlöppelspHzenu.SctiwBiz.Stickßreien Besucht den WMW-WslMlMW in Bietzen vom 28. September bis 5. Oktober 1930 Zum Schau- und BcrkausSmarkt (Messe), der diesmal auf ein lOjährigeS Bestehen zurückbltcken kann, find auf OS- waldSgartcn folgende Geschäfte eingetrossen: Anto-Tunnclbabn, Russische Schaukel, Ktndcr-Radsabr- schule, Doppel - Karussell, Schifsschankcl, Schießbuden, Bartet«, JlluisionS- und Abnormitätenschau, Hippodrom, Lustige Tonnen, Erotische Tierschau, Affcn-Arcna, Wassel- bäckcrci. AlpenbauS sowie BerkausSstände aller Art. Marktzeit: WerktagSvon 14 bis 22 Ubr Sonntags von 14 biS 22'/, Ubr ßür Verkaufsbuden gellen die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen Ladengeschäfte, an den Messe-Sonntagen ist die Verkaufszeit von 14 bis 19 Uhr festgesetzt Großen-Äuseck 28. September 1930 Anfangszeiten: 4,6,8.30, Sonntag ab 3 Uhr. Telephonische Vorbestellungen unter 4077 erbeten. Rodheim Lieber den 28. September 1930 Mainzlar 27. September 1930 Für die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit erwiesene Aufmerksamkeit sagen wir hiermit unseren herzl. Dank. Iohannes Kompf und Frau. Gießen, im September 1930. 05967 ODeH s 6> qle^en M iCH qr' E Denkmals, woraus die Hülle fiel, während der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Muhl „3ch hatt' einen Kameraden" fang. Darauf hielt Pfarrer G e r i ch, Bellersheim, die Weiherede, die in eindrucksvoller Weise das Gedächtnis an die Gefallenen wachrief. Dann wurden die auf dem Denkmal eingehauenen Ramen der Gefallenen verlesen und von den Angehörigen Kränze niedergelegt, während die Musik „Es ist bestimmt in Gottes Rat" spielte. Rachdem die Gemeindeverwaltung und die Vereine Kränze niedergelegt hatten, wurde eine Ehrensalve abgegeben. Der Gesangverein trug den Chor „Den Gefallenen" vor. Der gemeinsame Gesang des Liedes „Harre meine Seele" beschloß die Feier. Kreis Schotten. □ Laubach, 26. Sept. Heute nachmittag rannte ein etwa 8 3ahre altes Mädchen beim Spielen auf der Straße in -de^^Rähe des Amtsgerichts gegen ein vorbeifahren- des Personenauto, wurde dabei von dem Hinteren linken Kotflügel des Wagens gefaßt und zur Erde geschleudert. Der Chauffeur hielt sofort den Wagen an und verbrachte das bedauernswerte Kind in das hiesige Krankenhaus. Die sofort vorgenommene Röntgenaufnahme zeigte einen Knochenbruch im linken Unterschenkel. Den Chauffeur soll keine Schuld treffen, da er ein geringes Tempo durch die Ortsdurchfahrt gehabt haben soll. § Feldkrücken, 25. Sept. Unter großer Beteiligung, auch von auswärts, wurde gestern der im 80. Lebensjahre hier verstorbene Alt- bürgermeifter Wilhelm Schleuning zu Grabe getragen. Der Ortsgeistliche entwarf in seiner Grabrede ein Bild von der Persönlichkeit und der Lebensarbeit des Verstorbenen, der 43 3ahre hindurch als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde gestanden und etwa 50 3ahre lang dem Kirchenvorstand angehört hat. Rach der kirchlichen Handlung schoß der Kriegerverein seinem toten Kameraden die übliche Ehrensalve über das Grab. Sodann legten Kränze nieder, z. T. mit Rachrufen, Bürgermeister Kai - fer für die Gemeinde, Alh. Keil für den Kriegerverein, Amtsgerichtsrat Groh für das Amtsgericht, sowie die Spar- und Leihkasse Ulrichstein, Pfarrer Kornmann, der frühere Geistliche der Gemeinde, für den Kirchenvorstand, Bürgermeister Menge! (Schotten) für die Bürgermeister des Kreises und Dr. Bruchhäuser für den Vogelsberger Höhen-Club, dem der Verblichene angehört und dem er auch in der Rühe des Friedhofes ein idyllisches Fleckchen Erde mit einer romantischen Felsgruppe, jetzt „Schleuning- fteine“ genannt, vermacht hat. Daß er im 3uli vorigen 3ahres noch erleben durfte, wie dort durch Gießener VH C. - Brüder eine Gedenktafel an den Stifter angebracht wurde, war eine der letzten Freuden des nunmehr Verewigten. raue Haare nicht fäcbenl ENTRUPAL ges. geich. das seit Jahren bewährte bloto- | gische Hsar-stärlcungswasser (Ohrt den geschwächten , Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) zu , sodaß graue Haare und Nachwuchs aut natürliche Welse _ die ehemalige Farbe wiedererhaltan. daher Fehlfarben ausgeschlossen. Koptschuppen verschwinden nach ■ kurzem Gebrauch Anwendung einfach Garantiert ün- » schädlich Original-Flasche M 4.80. Prospekt kostenlos » O -o O 2. IQ 5"

ey 185 bis 183,50, März 197 bis 196,25; Braugerste 200 bis 220 (matt); Industrie» und Futtergerste 175 bis 188; Haler, rnärkifcher. 150 bis 160 (ruhig), Sept. 155 bis 157. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Der Kursversall machte in der vergangenen Woche zunächst erhebliche Fortschritte; di« nachhaltige Depression verstärlte sich. War noch in der Vorwoche die Tatsache, daß das Ausland größere Ruhe als die deutschen Börsenkreise an den Tag legte und abwartete, nicht ohne günstigen Einfluß auf die Stimmung geblieben und hatte die 'Abwärtsbewegung aufgehalten, so verschärften die nunmehr einsetzenden Auslands Verkäufe großen Umfangs die Situation und verursachten neue Kurseinbrüche. Die Zurückhaltung und mangelnde Aktivität der Regie» rungskreifc, die Ungewißheit über die Möglichkeiten einer Regierungsbildung und schließlich sinnlose Putschgenichte, die an der Londoner und der Veuvvrker Börse auftautten, riefen lebhafte Beunruhigung der in Deutschland interessierten ausländischen Finanzkreife hervor und bewirkten geradezu eine Flucht auS deutschen Werten. Bedenklicher noch alS die starken Kursrückgänge an den Aktienmärkten war aber das beträchtliche Angebot am Rente n m a r k t. Die Goldpfandbriefe der Realkreditanstalten, landschaftliche Pfandbriefe, Reichsfchuldbuchforderungen wurden vom AuS- lande und dann auch von der überängstlich gewordenen Inlandkundschaft in großen 'Beträgen zum Verkauf gestellt. Zwar griffen die Hypothekenbanken sofort ein und nahmen täglich Hunderitausende Reichsmark ihrer Emissionen aus, doch ließen sich Kursrückgänge um mehrere Prozent, namentlich bei den Liquidationspfandbriefen, nicht vermeiden. Ein Beweis für die Vervrsität mancher ausländischer Besitzer von deutschen Pfandbriefen ist die Tatsache, daß die vom Ausland vorliegenden 'Verkausslimiten verschiedentlich um mehrere Prozent unter den bereits erniedrigten Kursen lagen. An den Aus - landbörsen gingen die deutschen Werte st a r k zurück, und der KurS der Voung- anleihe, eine der bestgesicherten Anleihen der Welt, war in London und Veuyork erheblich gedrückt. Stark verstimmend wirkten aber auch die Vorgänge am Geld- und Devisenmarkt. Die Vachfrage nach Devisen hielt unverändert an, zum Teil infolge von nun doch erfolgenden K ü n- digungen von Auslandkrediten, zum Teil durch Kapitalflucht- und Vermö- genssicherungsbestrebungen. Gegenüber allen diesen Befürchtungen, die eine Gefahr für die deutsche Währung erblicken wollen, kann Reichsbahn und Kraftwagen. Oie Lage der Lokoyioiivindustrie. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft hat über die in diesen Tagen aogehaltene Sitzung des Derwaltungsrats ein Kommunique herausgegeben, in dem auf den Verkehrs- und Ein- nahmerückgang als Folge der Wirtschaftskrise hingewiesen, insbesondere aber der zunehmende Wettbewerb des Kraftwagens hervo^aehoben wird. Die laufenden Einnahmen der Reichsbahn sind durch biefen Wettbewerb ständig im Rückgang begriffen. Das Problem. Reichsbahn und Kraftwagen ist in den interessierten Kreisen oft genug erörtert worden, so daß sich ein näheres Eingehen erübrigt; nur soviel fei vom Standpunkt der Oessentlichkeit und der Wirtschaft, die gerade heute die Gesamtheit besonders angeht, gesagt, daß der Kraftwagen im Wettbewerb mit kwr Reichsbahn dort seine Berechtigung hat, wo er wirtschaftlichere Leistungen aufweist, als die Reichsbahn. Wenn die Reichsbahn heute selbst über eine große Zahl eigener Kraftwagenlinien, die noch im Zunehmen begriffen sind, versügt, so zeigt sich darin, daß sie den natürlichen Weg eines gesunden Wettbewerbs gegenüber dem Kraftwagen geht. Gesetzgeberische Maßnahmen für das Verhältnis Reichsbahn und Kraftwagen erscheinen u. C. nicht am Platze zu sein, da Fragen der Wirtschaftlichkeit nicht auf gesetzlicher Grundlage in einem der Bedeutung des Verkehrswesens entsprechenden Maße gelöst werden können. Wenn die Reichsbahn das Problem Reichsbahn und Kraftwagen in den Mittelpunkt ihrer Erörterungen über die ungünstige finanzielle Lage stellt, so entspricht dies nach unserer Auffassung nicht den Interessen der Gesamtheit und der deutschen Wirtschaft an den Leistungen des Verkehrswesens, welches auch den Kraftwagen einschließt. Den Maßnahmen der Reichsbahn gegenüber der deutschen Lokomotivindustrie. die darauf ab- zielen, mit der Aufstellung eines großen Best ellungsprogramms von 300 Lokomotiven für die nächsten drei Iahre die noch immer bestehende ungünstige Lage in der Lokomotivindustrie zu bereinigen, kann dagegen nur zugestimmt werden. Die deutsche Lokomotivindu- ftrie ist nach wie vor übersetzt, ihre Produktionskapazität zu groß, und die bisherige Konzentrationsbewegung hat einen vollen Erfolg, der in der Beseitigung der Ueberfetzung liegt, noch nicht gebracht. Dadurch, daß in dem Testellungsprogramm der Reichsbahn nur eine beschränkte Anzahl von wirklichen leistungsfähigen Fabriken berücksichtigt wird, findet natürlich die im Gange befindliche Konzentrationsbewegung einen neuen Antrieb, und es wird sich in den nächsten drei Iahren Herausstellen, welche Lokomotivsabrilen endgültig schl eßen müssen und in welchem Umfange die bestehenden leistungsfähig bleiben. Schwierigkeiten bestehen nur insofern, als aus politischen Gründen durch die sog. Länderquoten einige Fabriken bevorzugt werden müssen, wobei es sich um Massei und Krauß in Bayern und um die toürlt. Lokomotivsabrik in Eßlingen handelt. Bekanntlich schwebt eine Klage der bayerischen Regierung vor dem Staatsgerichtshof auf Erhöhung der auf Bayern entfallenden Länder- quolen, und auch Württemberg scheint eine solche Klage zu beabsichtigen. Selbst wenn diese Klagen erfolgreich durchgefochten würden, wird damit eine höhere Auftragserteilung der Reichsbahn nicht erreicht. Die Reichsbahn hat bei ihrer schwierigen finanziellen Situation ein Interesse daran, zu möglichst günstigen Preisen abzuschließen, die nur von den wirtschaftlich arbeitenden Fabriken geboten werden können. Tatsache ist, daß die 100 Lokomotiven, die jährlich bestellt werden sollen, die bestehenden zwölf Loko- motivfabriken nur zu einem geringen Bruchteil ihrer Kapazität beschäftigen können. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 0.5)., Lornbardzinsfuß 5 o H. Frankfurt a. TI. Äerlin Frankfurt a. DI. Äerlin Schluß» furd 1 1-lftr» flur# Schluß» tu r4 »nfana« flurt Schluß- turs 1-Ubr- Rur* Schluß- für« Anfang, Hur# Datum 26 9 27 9. 26 9 27. 9 Datum 26 9 27 9 26 9 27. 9 6% Tfutldrt Reich«anleihe von 1027 ......... . 7% teutlche Sieichranleihe von 1920 .......... tfulfdx Stnl-Ablöl.-Schuld mit ....... $HgL ohne «ullos.-Rechte . - 8% yettl'inat von 1929 (■MB. 102%)...... Ctvrbrflcn Grudin, - Anleihe mit «u«vs. Rech! Ttuttor flamm. SammdabL Anleihe Een 6% itranfl. Hyv.-Bank Soldpfe XIII unkündbar Ui# 1934 . . . 7% rtranfl. H,p Bank Soldpfe unkündbar bi« 1939..... 4^% K^intldw Hop.-Vank 87.5 99,75 59.25 6.5 90,5 59 55,65 101,5 95 87 102 98 97.5 93.5 27.7 3.13 1,7 24.275 19.25 2 5 5 5 9,13 7,1 ■ '—........ I _ * II I II I I I I I II I I I I I I I I I I SS I I | 100 59.5 6.405 90,4 55,5 102 98 97,5 24,3 20.4 5 5 15,6 7.1 li i w«. 11 i i £ i ii i i i i i i i i i i i i Hamburg-Amerika Batei . . . < Hamburg-Sübam. Dampfschiff. 8 Haina Tamosschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Creditansk. 10 Barmer Bankverein .... io Berliner Handelegeiellschast . 12 Sommer.,- und Privat-Bank . 11 Darmstäbler und Nationalbank 12 Deutsche Bank und DiSconto-GelrUschast, . . . io Dresdner Bank......10 Reicheban!........12 «El»...........b Bergmann.........9 Stehr. LieferungtgeleUfchaft. 10 Licht und fliaft......10 gelten L Guilleaume ... 7)4 Gesellschaft füt Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger EleltrbsitäkL-Werke 10 N betuliche Elektrizität .... 9 Schic,»che Elektrizität. ... 10 Schuckert & Gc.......11 £ lernen« & Halske.....16 Trandravio.........fc labm-uer & Go.......10 Buderus...... . . . & Deutsche Erdöl.......6 Eslener Steinkohle ...... 8 Geilenkirchener.......8 Harpener..... 0 Hvelch Eisen........6V, Bergbau.......10 flöln-Neueslen........7 Mannermunn-Nöhren .... 7 Dian-felder Bergbau.....7 L berichte!. Eisende darf .... 5 CbcrfAlcl. Kokswerke.....7 Bbsnir Bergbau......654 SlbeiniidK Braunkohlen . . 10 Siheinftahl...... 6 Krebeck Montan ...... 7,2 79 79 103 ”°J 121 166 118 225,75 123,25 126,5 125,5 136.5 178 143 54 64.5 100,5 86 71 73^5 50 69.5 183 73,75 m Z £ «5 8 = i i । £ i i 15t jiji i i i i i i 151 i । । i ar 11 a lai i a i £ 13111 77.5 159 125 78,5 102.75 110,5 129.5 120,5 165.25 117,75 117,5 224.5 123,75 150 116.75 123 96.5 125,13 127.25 125,25 120.5 134,75 176 142,5 53.9 63.65 100 86 76 214 70 77.5 72.75 50 46,75 75 68.75 181 72,13 77.25 159 78,4 102.75 110,5 130 121 164,75 117,25 117,25 224 122.5 125 97,5 126 128.25 121 135.25 176 121.5 52,5 63,75 99 85 75,5 213 70,5 77,75 73,25 49,75 75,25 69 180.5 71,5 8% Br L’ünö«8vfantbrt'4anf«alt, ■lifanttirefe 8L i 9 .... 8% Br £ anbHr ■ an 3brief tmfiah, flc-mm.-CM. 8L2O..... 7% Br. 1 anbei»1 anttbritfanflalt, Zsanbbrt se «.21...... K ö «. abfl. «enneg4- Obligatio« n.-n rttfiablbar 1932 . 4% CeftcntWitöe «oierrnte . . 4,20% Oeftrrreichtsche SUberrente 4% CefterrridHfdje Einheitliche «ente ...... 4% Unganfche Gokdrente ... 4% Nigarksche Staaterrntt v. 1910 4^% Mfll.tan 1!H3 4% Ungarische Krmtenrente . . 4% Türkische Zollanle.be von 1911 4% Türkische Bagdad babn-Ank Serie 1'...... 4% bet*. Serie »...... 6% Numüniiche leirinb. Rente von if>08.......... 454% J umünische Wlrtrb. Rente von 1918 ...» ...... 4% Rumänische .ereinb Rente . Frankfurt a. M. Äerlin Schluß« hir« 1 l«Uhr. R- r# Schluß« für# Anfang« flur# Datum 26 9 27 9 26 9 27 9 Bereinigte Stahlwerke . 70 _ 69,5 69,6 Liaoi Minen..... 16*/. ■— 30 30 fiahroerle ÄlcherSleben . 1U 195.5 — 194.5 194,5 flalttüerfe Westeregeln . 1U 199 —— 196.5 196,5 Kaliwerke Salzdetfurth . 15 286 285 286.5 290 3. G. Karben-Industrie . 12 138.75 137,13 137,25 139 Tunamlt Nobel . . . . . 6 — 64 66 Ccheibeanstalt..... . 9 134 — Ololdlchmidt..... . 5 45 — 44,25 45 Nütgetswerle..... . 6 50 — 50 50,4 Metällgeiellschast. . . . . b 98.5 98.5 98,5 Pbilivv Hol,mann . . . - 76,5 _ 75.5 75,13 Zementwerk Heidelberg 10 — 100 Cementwerk flatiftabt. . 10 - _ Wayb & Rtcptag . . . . ss 52 — 52 — Schultbei« Payenhofer . 15 _ _ 139 192 cktwerke....... 12 — — 151 153 «ku......... 18 69,5 — 68,75 67 Bem berg....... 14 79 — 77.25 77 Zellstoff Valdbof . . . 12'/, 123 — 124 123 Zellstoli Alchallenburg . 12 — — 87 87,5 Lbarlonenburger Walser . f 84.13 Teiiauer Mas..... . 9 — — 117.65 117,5 Daimler Motoren . . . . O — _ 25.9 25,6 Deutsche Linoleum . . 153 — 150 154 Maschinenbau Ä.-B. . . . 0 — — Nat. Automebrl .... . 0 — — 12,25 _ Crenftrln & Koppel . . . 6 — — 50 49.13 Leonhard Tiey .... 10 — — 123 120.5 Svenrka . . . — — 294,5 295 frankfurter Maichinen . . 4 19.5 _ 20 Ol rinnet....... . k 31 _ 30 _ Hevligenüaedt . . . . . v - _ ^ungban;...... . f 30.5 _ 31 Lechwerke....... . 8 95 _ Marnlrastwerke Höchki a. 5 . k 77,5 _ _ Murg......... 10 80 _ 80,5 Gebt. Roeder..... 10 _ Doigt L Haesfner . . . . 9 149,75 _ 149,75 ELddeutsch« Zucker . . 10 126,5 125 126,5 Banfnoten. Deoiliamarft Berlin — Frankfurt a. Hl Berlin, 26- Sepiember Selb »rlel 8lmen!anlidie Noten..... 4.225 4.245 Belgische Noten. ....... 58,33 58,62 Tännche Noten ....... 112,08 112.52 Englische Roten........ 20,39 20,47 iZranzosiiche Noten....... 16,44 16.50 Holländische Noten.....* . 169.24 169.92 Italienische Noten........ 22,05 22.13 Aorwegi'che Noten....... 112.08 112,52 Deutsch«Oesterreich, 1 100 Lchilling 59,08 59.32 SiumdiiildK Noten....... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... 112,73 113,17 Schweiler Noten........ 81.63 81,94 Spanische Noten........ 44.66 44.86 Tschechoslowakische Noten..... 12.42 12.48 llngariiche Noten ....... 73,22 73,52 26 September 27 September rimtiich, Selb He ierung 25rie «mtiildi Seid Koiierung 3rir Amsk« Äott- 169,21 169.55 169,19 169.53 Bu«n. NtreS 1 496 1.498 1,492 1,494 Brü--Antw- 58.47 58,59 58,48 58,60 Chrtstionia. 112.25 112,47 112,25 112,47 «oornhagril 112,30 112.52 112,31 112,53 Stockholm - 112.69 112.91 112,70 112,92 HeistngforS. 10,555 10,575 10.558 10,578 Italien . . . 21,975 22.015 21.97 22,01 London. . . 20.39 20.43 20,392 20,432 Neunork . . 4.1965 4.2045 4,196 4,204 TörtS.... 16.465 16.505 16.465 16,505 Schwei, . . 81,385 81,545 81.415 81,575 Svauim . 54,96 45,04 44.96 45,04 Jovan . . . 'Kto de Ran Dien in T « 2,075 2.079 2,075 2,079 0,437 0.439 0.437 0,439 £eft- abgeft 59,20 59,32 59.215 59,335 Prag . . . . 12,456 12,476 12.457 12,477 Bcljvad - . 7.428 7,442 7,428 7,448 Dndav^k - . 73,40 73,57 73.39 73,53 Bulgarien 3,039 3,045 3,045 3,051 Lissabon . . 18,84 18,88 18,83 18,87 T anstg. . . 81,51 81,67 81.54 81.70 Konst ntin. 1.784 1.789 1.784 1,789 Äkben. . . 5,441 5,449 5.445 5,455 Canoda . . 4,200 4,208 4.200 4.208 Uru uat). . 3,407 3,413 3,407 3,413 Cairo .. 0,905 20,945 20,905 20,945 nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen werden. daß die Reichsmark infolge der großen Gold- und Devisenbestände - der Rcichsbank und des tatkräftigen Eingreifens des Roteninstituts vollkommen gesichert ist und das Ausland mehr Vertrauen in die Festigkeit der deutschen Währung setzt als manche deutsche Kreise. Vorübergehmrd konnte sich schließlich eine allgemeine Veruhigung durchsetzen: an den Aus- landbörsen erholten sich die deutschen Werte, das Angebot an den Aktien- und Pfandbriefmärkten ging auf ein Minimum zurück, und verschiedentlich trafen kleine Kauforders ein, so daß die Spekulation, wenn auch nur zögernd, zu Deckungen schritt. Dieses Rachlassen der Rervosität hatte seine Hauptursache in den beruhigenden Ertlärungen der zuständigen S eilen. Auch am Devisenmarkt trat eine nachhaltige Entspannung ein. Zum Wochenschluß erfolgte ein neuer Tendenzumschwung. Der bevorstehende älllimo, wieder aufkommende Befürchtungen über die innerpolitische Entwicklung und die Verstimmung über die geplante Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung verursachten neue Abgaben und ließen die inzwischen eingetretenen nicht unerheblichen Kurserholungen meist wieder verloren gehen. Wochenbericht vom Krankfurier produkienmarkt. Die anhaltend schwache Veranlagung des Ge- Lreideweltmarktes blieb auch am Frankfurter Produktenmarkt in dieser Woche nicht ohne Einfluß. Die Tendenz war allgemein schwach. Die Llmsatztätigkert hiett sich wiederum in sehr engen Grenzen, da die schwebenden Verhandlungen über die Erhöhung des Vermahlungszwan- aes für Weizen und die weiteren Aktionen der Stützungsgesellschaften noch keine positiven Ergebnisse gebracht haben. Eine große Verstimmung ging in erster Linie von dem st a r k e n Roggencxport Rußlands aus, das Roggen zum Preise von 80 Mart, also u m die Hälfte billiger als deutscher Roggen, an die Märkte bringt. Das reichliche Angebot von Jnlandbrotgetreide konnte nur mit neuen Preisverlusten untergebracht werden. Weizen war weiterhin erheblich angeboten, wobei dos Geschäft nur geringen Umfang annehmen tonnte, da die Mühlen selbst zu den stark ermäßigten Forderungen kaum Kauflust bekundeten. Weizen lag gegen die Vorwoche um rund 7 Mark schwächer. Am Roggen markt war das Angebot nicht so stark wie seither, es stand jedoch in keinem Verhältnis zu dem geringen Bedarf. Die iln- ternehmungslust ist nach wie vor sehr geling, da man die weiteren Maßnahmen der Stützungsaktion abwarten will. Trotzdem ergab sich ein ziemlich empfindlicher Verlust, was jedoch in der Hauptsache auf die Vorgänge der letzten Tage am Berliner Markt zurückgeführt wurde. Roggen lag etwa 6 Mark niedriger. Hafer hatte unveränderte Markt- und Preislage, wobei das Angebot nicht so reichlich gewesen sein soll. Der Mehlmarkt stagnierte fast vollkommen. Weder 'Weizen-, noch Roggenmehl hatte nennenswerte Umsätze zu verzeichnen, trotzdem die Forderungen für beide Mehlsorten weiter ermäßigt waren. Das Geschäft am Futter mittel markt war ebenfalls fast vollkommen unterbunden, und . selbst zu stark ermäßigten Preisen konnte kaum Ware angebracht werden. Von Hülsenfrüchten lagen Linsen etwas 'gedrückt, sonst nur wenig verändert. Rauhfuttermittel ruhig, desgleichen Kartoffeln. ■- Am Mittwoch zeigte der Getreidemarkt infolge - des hohen jüdischen Feiertages kaum irgend- welchen Geschäftsverkehr. Die Stimmung war . jedoch weiterhin schwach, teils infolge der Rückgänge am Weltmärkte, teils infolge des weiter zu erwartenden reichlichen Angebots in Weizen. Amtliche Rotierungen tourSen nicht festgesetzt. Der Weizenmehlpreis wurde um 0,25 auf 40 Mk. ermäßigt. Der Markt vom Montag schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 241,50 bis 243, Roggen 165 bis 166, Hafer 162,50 bis 165, Weizenkleie 6,25, Linsen 32 bis 68, Weizenmehl, südd. 39,75 bis 40,50, Niederrhein. 39,50 bis 40,25, Roggenmehl 27,25 bis 28,25, Roggenkleie ■ 6,25 bis 6,50, Kartoffeln per Ztr. 2,25 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Frankfurter Schlachtviehmarkt hatte in dieser Woche im allgemeinen ziemlich reges Geschäft. Der teilweise erheblich geringere Auftrieb hatte weitere kleine Preissteigerungen zur Folge. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb erheblich geringer, als in der Vorwoche. Rach anfangs regem, zum Schluß aber stark abflauendem Handel verblieb geringer Lieberstand. Rundfunkprogramm. Sonntag, 28. September. 7 bis 8.15 von Hamburg: Hafenkonzert. 9.00 aus der alten Rikolai-Kirche: Gottesdienst zum 80. Jahresfest des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Frankfurt a. M. 10.45: IX. Laicnmusik. 11.30 von Cronberg: Akademische Feier anläßlich des 600jährigen Stadtjubiläums von Cronberg. 12.30 von Berlin: Mittagskonzert des Berliner Funkorchesters. 14.00: Stunde der Jugend. 15.00: Stunde des Landes. 15.55 von Leipzig: 2. Halbzeit des Fuhball-Länderwett- kampses Deutschland — Ungarn. 16.40 von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.00 von Saarbrücken: Oeffentliche Kundgebung beim dritten Rheinisch-Evangelischen Kirchentag. 18.30: „Das Deutsche Eck zu Koblenz im Wandel der Zeiten", Vortrag von Dr. Hans Vellinghausen, Koblenz-Lühel. 19.30: Stunde der Karn- mermusik-Streichtrios. 20.00: Otto Reutter. 20.45: Strauß-Abend des Rundfunkorchesters. 22.30 bis 0.30: älnterhaltungsmusik. Montag, 29. September. 8.00 bis 9.00 von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert: ©in- fonie-Konzert. 15.00: Aus einer Sprechstunde der städtischen Rechtsauskunftsstelle Frankfurt a. M. 16.00: Rachmittags-Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Das Winterprogramm des Südwestdeutschen Rundfunks". 18.35: „Ein Unglück kommt selten allein. Dom Gesetz der Serie", Vortrag von Dr. C. Dürre, Berlin. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30 aus dem Opernhaus Frankfurt a.M.: „Amelia oder ein Maskenball. Oper in fünf Aufzügen von Antonio Somma. Musik von Giuseppe Verdi. Dienstag, 30. September. 8.00 bis 9.00 von Bad Homburg: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplatten-Konzert: Aus: Die Fledermaus und Der Zigeunerbaron. (Joh. Strauß). 15.00: Haussrauen-Rachmittag. 16.00von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Vortrag von Leo Laania, Berlin. 18.35 von Stuttgart: „Auf Arbeitssuche in Amerika", Vortrag von Gustav Moshack. 19.05 von Stuttgart: „Ost- und Westkultur", Vortrag von Dr. Ernst Barthel, Köln. 19.30 von Stuttgart: Der Bauer im Liede. 20.00 von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.15 von Stuttgart: Kleinkunst. 21.45 von Stuttgart: Ina Seidel liest aus eigenen Werken. 22.30 bis 23.00 von Stuttgart: Klavier-Konzert. Mittwoch, 1. Oktober. 7.00 bis 8.00: Roxh-Palast: Kino-Orgelkonzert. 10.20 bis 10.50: Südwestdeutscher Rundfunk: Schulfunk — Englisch. 12.20: Echallplatten-Kon- zert: Italienische und französische Opern-Arien in deutscher Wiedergabe. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00 von Stuttgart: Rachmittags-Konzert des Rundfunkorchesters. 18.05: „Das Kölner Hän- neschen-Theater". Vortrag von Dr. Rießen, Köln. 18.35 von Stuttgart: „Die Gefahren des Wechsels — Was muh man vom Wechsclrecht wissen?", Vortrag von Landgerichtsdirektor Leibfried. 19.05 von Stuttgart: „Katholizismus und moderne Kultur" Vortrag von Dr. R. Gießler. 19.30: Zeitbericht. Sowjet-Parteikongreh in Moskau. 20.00: Populäres Solisten-älnterhaltungskonzert. 21.00 von Stuttgart: So lebenwir! Donnerstag, 2. Oktober. 7.30 bis 8.30: Frühkonzert (auf Schallplatten). 12.20: Schallplattenkonzert: Militärmusik. 15.00: Stunde der Jugend. 16.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. (Richard-Wagner-Kon- zert.) 18.05: Zeitfragen. 18.35: „Gröhe Parlamentarier: Bebel, Liebknecht", Vortrag von Dr. Schwering, Köln. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30 von Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 20.00 von Stuttgart: Melodramen. 21.00 von Stuttgart: Sinfonie- Konzert. Freitag, 3. Oktober. 7.00 bis 8.00: Frühkonzert (auf Schallplatten). 12.20: Schallplattenkonzert. 15.00: „Lieber die Prügelstrafe", vorgetragen von Studiendirektor Dr. Majer-Leonhardt. 15.30: „Kann und soll die Volksschule neben der Mittelschule zur mittleren Reife des praktischen Lebens führen?", Vortrag von Oberschulrat Schühler. 16.00: Konzert, des Frankfurter Harmonieorchesters. 18.05: Tschechische Dichter von heute. 18.35 von Stuttgart: Aerzte-Vortrag: 20 Jahre chemotherapeutische Forschung. Aus der Werkstätte Paul Ehrlichs, des Begründers der Chemo-Therapie. 19.05 von Stuttgart: „Vom Wesen der amerikanischen Wirtschaftsdeutung", Vortrag von Dr. Kurt Bartusch. 19.30 von Stuttgart: Zither und Gitarre. 20.00 von Stuttgart: Hände. 21.00 von Stuttgart: Abendkonzert. 23 bis 24 von Stuttgart: Llnterhaltungskonzert. Samstag, 4. Oktober. 7.30 bis 8.30: Kino-Orgelkonzert. 12.20: Schallplattenkonzert: Buntes. 14.30 von Stuttgart'. Stunde der Jugend. 15.30 von Stuttgart: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.25 von Stuttgart: Aus einem Privathaus der Damaschkestraße: Hausmusik. 18.05: „Volksbildung und Völkerfrieden. Bericht über die internationale Boeke-Konferenz in Paris", Vortrag von Hildegard Reumann. 18.35: „Hindenburg durch die englische Brille gesehen", Vortrag von Gerald Hamilton, London. 18.50: Spanischer Sprachunterricht. 19.15: „Einführung in das 1. Vor- und Montagskonzert", Referat von Hans Rosbaud. 19.30: Die Instrumente des Orchesters. 5. Vortrag von Hans Rosbaud. 20,00: Rord und Süd. Ein bunter Abend. Zum Schluß: Erster Klasse. Ein Bauernschwank in einem Akt von Ludwig Thoma. 22.30 bis 24.00: Alte Tanzmusik (auf Schallvlatten). 0.30 bis 1.30: Rachtkonzert: Stille Stunde. Die Preise zogen bei Ochsen und Bullen etwas an. Färsen blieben unverändert, während bei Kühen ein geringfügiger Preisnachlaß sestzu- stellen war. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Etwa 48 Prozent des Auftriebs wurden wieder nach Hessen (insbesondere Starkenburg), Hessen-Rassau und der Rheinprovinz ausgeführt. Auf dem Schweine- markt war die Beschickung wieder etwas stärker. Das Geschäft verlief ziemlich ruhig. Bei leicht nachgebenden Preisen wurde der Markt jedoch geräumt. Kälber und Schafe hatten anfangs der Woche ruhiges, später reges und zum Schluß wieder abflauendes Geschäft. Die Preise für Kälber konnten sich leicht bessern, dagegen blieben Schafe unverändert. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1322 (1636) Rindern, darunter befanden sich 314 Ochsen, 135 Dullen, 430 Kühe und 373 Färsen: ferner aus 1058 (1608) Käilber^, 496 (433) Schafen und 5885 (5219) Schweinen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58—62, a2) 53—57, bl) 48—52; Dullen a) 54—58, b) 49—53; Kühe a) 48—50, b) 43—47, c) 38—42, d) 32—37; Färsen a) 59—62, b) 55-58, c) 50-55. — Kälber b) 81-84, c) 77 bis 60, d) 72—76. — Schafe al) 48-52, b) 42—47. — Schweine b) 62—64, c) 63-65, d) 63—65, e) 61—63, Sauen 50—54. Spie1p!an der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 28. Sept, 15 bis nach 17.30 ilfjr: Der Freischütz; 19.30 bis 22.30 ilhr: Der Bettelstudent. Montag, 29., 19.30 bis 22.15 ilhr: Amelia oder Ein Maskenball. Dienstag, 30., 19.30 bis gegen 22 ilfjr: Tosca. Donnerstag, 2. Oft, 19.30 bis nach 22 ilhr: Turan- dot. Freitag, 3., 19.30 bis 22.45 ilhr: Zar uni) Zimmermann. Samstag, 4, 19.30 bis gegen 22.30 ilhr: Der Tenor der Herzogin. Sonntag, 5., 15 bis 17.30 ilhr: Das Land des Lächelns; 19 bis gegen 22.30 ilhr: Carmen. Montag, 6., 19.30 bis nach 22 ilfjr: Madame Butterfly. Schauspielhaus. Sonntag, 28. Sept., 20 bis gegen 22.30 ilhr: Charleys Tante. Montag, 29., 20 bis gegen 22.30 ilhr: Charleys Tante. Dienstag, 30., 20 bis gegen 22.30 ilhr: Anna Christie. Mittwoch, 1. Oft., 20 bis gegen 22 ilfjr: Mississippi. Donnerstag, 2., 20 bis gegen 22 ilhr: Mississippi. Freitag, 3, 20 bis gegen 21.30 ilhr: Tartüff. Samstag, 4, 20 bis gegen 22.30 ilhr: Charleys Tante. Sonntag, 5, 20 bis gegen 22.30 ilhr: Charleys Tante. Montag/ 6., 20 bis gegen 21.30 ilhr: Tartüff. Kunst und Wissenschaft. Eine Ehrung Georg Büchners. Wie aus Berlin gemeldet wird, ist ein Ausschuß gebildet worden, dem Staatspräsident Adelung, Professor Max Reinhardt und der erste Bürgermeister von Goddelau angehören. Dieser Ausschuß hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Sammlung zu veranstalten zur Anbringung einer Erinnerungstafel an dem Goddelauer Geburtshaus des hessischen Dichters Georg Büchner. Ein ileberschuh der Sammlung soll zur Linderung der Rot deutscher Bühnenfünstler Verwendung finden. Taten für Sonntag, 28. September. Sonnenaufgang 5.54 ilhr, Sonnenuntergang 17.46 ilhr. — Mondaufgang 13.46 ilhr, Mond- untergang 20.27 ilhr. 1803: der Maler Ludwig Richter kn Dresden geboren. Daten für Montag, 29. September. 1758: der englische Admiral Relson geboren; — 1913 der Ingenieur Rudolf Diesel gestorben kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 28. Sept. 15. Sonntag nach Trinitatis. Skadikirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; letzte Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäusgemeinde; 9.30: Pfr. Müller; 11: Kinderkirche für die Markus- gemeinde; Pfr. Müller. — Iohanneskirche. 8: Pfr. Müller; letzte Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgerneinde; Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Pfr. Ausf-ld. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.45: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Mahr. — Elisabelh-Klcinkinderichule. 9.45: Pfr. Die. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Die. Waas. — Klein-Linden. 9: hl. Abendmahl für die männliche Jugend; 11: Kindergottesdienst. — Wieseck. 9.30: Pfr. Sattler, Mainz. Kollekte für Kirchenwiederherstellung in Jugenheim (Rheinhessen). — Allen-Duseck. 9.30: Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 2:. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; Kollekte für den Evangelischen Bund; 13.30: Daubringen. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; Feier des hl. Abendmahls; 13: Garbenteich. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst. — Rieder- 23effingen. 14: Stiftsdechant Kahn. — waßenborn- Sfeinberg. 9: Beichte; 9.15: Predigtgottesdienst; im Anschluß hl. Abendmahl der Alten. katholische Gemeinden. Samstag, den 27. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 28. September. 16. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — (Brünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Echzell. 11: Hoch, amt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Messe, Hochamt mit Predigt, darauf Christenlehre. — Lich. 734: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. —« Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 29. September. Laubach. 7.30 Uhr: Mess». Mittwoch, den 1. Oktober. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Lonntansdicnsl d.Acrztcu.Avotbeken am28.9.30 Dr. W. Klein. Dr. S. 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