Nr. 199 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 27. August 1930 frjd)etet täghd^ae^er oointteg» und Jttertag*. Beilegen: Die 3lln|triertt Biehen er FamilienblLtter Heimai im Bild Die Scholle menatsBfjugtprtls: 2.20 Neichsmarii und 30 Neichspfennig für Träger» lohn, auch bei Dichter- kleinen einzelner Nummern Infolge höherer Gewalt. zernfprechonschlLff« enterStimmebmmmer2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße». poßschechkonto: zronNuN om Main 11688. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck «nd Verlag: vrühl'fche U«tverfi1ü1r.vuch. und Stcinörurfcrei R. Lange In Sietzen. Schrlftleltnng und Seschäftrftelle: Zchnfftratze 7. Annahme von Anzeige« für die lageinummer bi« zum Nachmittag vorher, tur 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, oueerärt« 10 Reichspfennig, für Ne» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, playvorfchrist 20*, mehr. Chefredakteur Dr. Jne&r. Dill). Lange. Verantwortlich für Doluik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H Tdyrwt; für den übrigen Teil (Frnft Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in Dieben. Der unsichtbare Feind. Die Relchsregierung muh mit einem unsichtbaren Feind kämpfen, der bis in ihre eigenen Reihen der Regierungsparteien sein Lager auf- geschlagen hat. GS ist jene Ungläubigkeit, an eine stabile weitere fortschrittliche Enlwick- luna, eS ist jener Pessimismus breitester Volksschichten. der non allen Ereignissen nur ihre negative Seite sieht und auch manchmal die Dinge weit über ihre reale Bedeutung nach einer schlechten Prognose hin übertreibt. Sr wird künstlich von den Extremen genährt, aber er findet auch in solchen Schichten heute seinen Widerhall, die politisch alles andere als radikal find, und deren Ideal sicherlich in der Richtung eine« geordneten auf demokratischer Selbstverwaltung sich ausbauenden Staate- liegt. 2lber mit ihrem Pessimismus, mit ihrer manchmal sogar schon leidenschaftlichen Freude, alle- in seiner ungünstigsten Bedeutung zu sehen, dienen sie nicht ihrem Ideal, sondern allen Mächten des Umsturzes und schließlich deS ChaoS. Gs ist kein Zweifel, daß die Dorgänger der Regierung Brüning und teilweise gewiß auch die jetzt amtierende Regierung an dieser Entwicklung ein hohe- Maß an Schuld aus sich nehmen müssen. ES sind nicht allein die Zahlen der Arbeitslosigkeit, der Konkurse oder der Zwangsversteigerungen, die diese ungünstige Stimmung in den Massen erzeugt haben, daS sind Fehlschläge in der wirtschaftlichen Entwicklung eine- DolkeS, aber sie können wie alle Fehlschläge mit Mut und Optimismus überwunden werden und brauchen nicht gleich in eine Stimmung allgemeinen Zweifels, allgemeinen Pessimismus und einer gewissen Müdigkeit umzuschlagen. SS scheint, dast das heutige Kabinett die gemachten Fehler sehen und vermeiden möchte. Man hat, alS die ersten Schwierigkeiten einer sinkenden Konjunktur drohten, die Parole auSgegeben, eS sei kein Grund zu Besorgnissen. und als dann die wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Herbst 1929 nicht mehr zu leugnen waren, da gab man übereilig die Parole auS, der Staat wird helfen, er wird die Steuern senken. Lin paar Monate später muhte man da- Gegenteil tun. und man hat dann crllärt, nun sei alles in Ordnung, der Reichsctat sei stabilisiert, um ein paar Monate später d a- Gegenteil zu erklären. DaS sind Enttäuschungen, die psychologisch auf die Massen vielleicht noch nachhaltiger wirken alS etwa die steigende Kurve der Arbeitslosigkeit. Man weih, dah die Regierung eine Wirtschaftskrise nicht einfach mit em paar Maßnahmen beseitigen kann. Aber man verliert schließlich jeden Boden unter den Füßen, wenn die Regierung Versprechungen gibt, die sie nicht hält. Man muß sich diese Zusammenhänge fiar- machen. um die Bedingtheit des heutigen Pessimismus einzusehen. Lenin hat bei viel größeren Schwierigkeiten seiner Herrschaft sehr geschickt dos offene Bekenntnis abgegeben, die Regierung hat Fehler gemacht, die Regierung wird diese Fehler wieder gutmachen. Und sofort jubelten ihm die vorher noch so skeptischen Massen zu. denn jemand, der ein solche- Bekenntnis abgibt, kann sicherlich auch Vertrauen erwerben. 2s ist erfreulich, daß der Finanzministcr Dietrich in seiner letzten Erklärung über die Finanzlage die Schwierigkeiten offen zugibt und nicht mit Versprechungen operiert, von Steuersenkungen oder anderen schönen Dingen, die nachher doch nicht gehalten werden können. Rach der Auflösung des Reichstages hat der Minister ein offenes Wort vom „Interessentenhaufen" gesprochen, und damit einer Stimmung Ausdruck gegeben, die weite Dolksmassen mit- fühlen. Auch für die kommende Zeit der Re- gierungspolitik wird jedes offene Wort über die Fehler und Möglichkeiten mehr Vertrauen um sich verbreiten. alS die mühseligsten statistischen Auseinandersetzungen über di« Wirtschaftslage. Kabineitsberaiung über die Finanzreform. Watzlmanövcr. —Dietrichs Sparprogramm Berlin . 26. Aug. (CJIB. Amtlich.) Vas Reichs- kobinett hat heute bi» S Uhr abends dos Finanz- Programm weiter beraten Die Beratungen bewegten sich bisher mehr im Rohmen der Generaldiskuffion. Sie werden morgen fortgeführt, und man hofft, daß fit bis morgen abend jum Abschluß gebracht werden können. Die Behauptung des „vorwärts" und de» Sozialdemokratischen Pressedienste», dah eine Aufhebung der Erstattung der Lohnsteuer und eine entsprechende Erhöhung der Lohnsteuer geplant fei. ist vollkommen au» der Lust gegriffen und lediglich al» ein wahltaklifche» Manöver zu werten, ebenso wie die Meldung eine» Berliner Mittagsblattes, nach der Mittel der Hauszinssteuer zur Senkung der Einkommensteuer verwendet werden fallen und ähnliche ftombinalionen. Richtig ist nur, dah der Reichsminister der Finanzen von den R e f - fort» reellere erhebliche Linfchränknn- gen verlangt hat. Der Reichsfinanzminister hat vor kurzem die Haushaltsreferenten der einzelnen Ministerien bei sich empfangen und ihnen vor allem die Notwendigkeit dorgelcgt, die Abschtuhziffern des haushalt» 1931 bl» 1932 nm eine nennenswerte Summe unter die Haushaltsan sähe de, laufenden Haushaltsjahre, herunterzu- drücken. Gronaus Atlantikflug Europa—Grönland—Amerika Oer Flug ohne Reklame. Der glückhafte Flieger von Gronau, der den schwierigen Ost-Westslug über den Ozcan gewagt und ihn glücklich Ende geführt hat, sticht insofern von seinen sämtlichen Vorgängern angenehm ab, alS er auf jede vorzeitige Reklame verzichtet und bis zum letzten Augenblick die Absicht deS Fluges eigentlich geleugnet hat. Er hat die- nachträglich damit begründet, doh er seinen eigenen Ruf Hobe schonen wollen, der bei einem vorzeitigen Abbrechen Schoden gelitten hätte. Indessen davor hoben sich andere auch nicht gescheut. Wir erinnern unS noch, wie peinlich es war, als ein schwedischer Flieger wochenlang in Reyhavik sestsaß und denke mehrere Tage in Amerika zu bleiben. Die von Gronau geflogene Gefamtsteecke beträgt 4000 Seemeilen, die Flugzeit 47 Stunden. Ein Pionier des Transatlantikverkehrs. Tr. Tornier erzählt die interessante (beschichte des Flugboots Friedrichshafen, 26. Aug. (Tel.-äln.) Zu der Atlantiküberquerung teilt Dr. 6 la u - dius Dornier der ..Telegraphen-Union" foU gendeS mit; Der Atlantikslug DronauS mit dem Flugboot Dornier Wal dürste deShelb von bebereit» sechs Jahre im Dienst. SS wurde 1924 im Auftrag deS RordpolforfcherS A m u n d f c n gebaut und von diesem 1925 zu seinem Flug noch dem R o r b p v l benutzt. Däh- renb ein zweites Flugboot im Eise zurückgelosfen werden mußte, konnte N 25. der heute von Gro» nau benutzte Wal. die Besatzung beider Flugboote nach Spitzbergen und OSlo zurückbringen. In den folgenden Jahren machte der Rordpvlwol unter Führung deS norwegischen Oberleutnant- Lützow Holm eine Reihe von Erkundung-slügen und wurde dann von den Dornierwerken wieder zurückerworben. Der englische Flieger C o u r t n e n benutzte daraus da- Flugboot zu dem Versuch einer Atlon- titüberquerung, der jedoch wegen ungünstige« Links: Pilot von Gronau von der Derkehrsfliegerschule in Warnemünde. — Rechts: Das Ozeanflugboot Gronaus, Dornier-Dal D 1422. feinen so oft angekündigten Start nicht an treten konnte. Wir erinnern uns auch, dah der deutsche Flieger Hirth mit einem Leichtflugzeug vor ganz kurzer Zeit noch in Island umkehren mußte, weil sich die Schwierigkeiten nicht bewältigen ließen. Gronau ist genau den umgekehrten Weg gegangen. Er ist zu einem Studienflug gestartet, hat in Island den Weiterflug noch entschieden Dementiert und erst, alS er glücklich in Grönland angenommen war, zugegeben, daß et sich mit der Absicht eines Transozeanflugs trüge, wo ja auch kaum mehr etwas abzustreiten war. Durch diese Zurückhaltung und durch die Vor- bercitungen rückt der Flug Gronaus aus dem Ge> biet des sportlichen Abenteuers hinüber in Den Bereich des wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Studiums. Er hat praktisch den Beweis erbracht, daß der Gtappcnflug über Island und Grönland, obwohl er fast tausend Kilometer länger ist als der unmittelbare Weg über Den Ozean, immerhin beachtenswert bleibt, weil er durch die Möglichkeit von Zwischenlandungen größte Sicherheit gegenüber Den Zufälligkeiten Des Motors gewährleistet. Allerdings Die Schwierigkeiten Der Bereifung und der Vernebelung bleiben Die gleichen, die Neufundland-Klippe muß so oder so überwunden werden. Aber auch diese Gefahren verlieren viel von ihrem drohenden Charakter, wenn fic nicht mehr am Ende eines Nonstop-Fluges, fon- Dem nur zwischen zwei Etappen hineingestellt werden. Es liegt nahe zu vermuten, daß Gronau als Leiter der Fliegerschule Warnemünde den Flug nicht ohne Verbindung mit dem Reichsoerkehrsministerium unternommen hat, das wohl -auf diese Weise auch Material für Die systematische Vorbereitung Des transozeanischen Verkehrs sammeln wollte. Wenn das neu« Dornier-Flugzeug Do X, Das ja eigentlich für den Nonstop-Flug gebaut wurde, seine Kinder- krankheiten überwunden hat und ebenfalls Die Reife antreten kann, bann wird aus dem Vergleich Der Erfahrungen dieser beiden Flugzeuge vielleicht das erste praktische Ergebnis gewonnen, wie sich Die Voraussetzungen für einen regelmäßigen Dienst über Den Ozean am besten erfüllen lasten. Oie Landung in Neuyork. Begeisterte Begrüßung Gronaus. Reuyork, 26. Aug. (WIB.) Der Flieger von Gronau startete in Halifax heute früh 9.50 Ahr amerikanischer Zeit zum Fluge nach Reuyork und ist um 3.45 Uhr örtlicher Sommerzeit im Hafen von Reuyork gelandet. Die deutschen Ozeanflieger haben zu ihrer letzten Flugstrecke, die an der Küste entlang führte, bi» zur Freiheitsstatue nur genau sechs Stunden gebraucht. Die Men- schenmcnge, die sich zu ihrem Empfange im Batten) Darf eingefunden hatte, roar bei der Ankunft des Flugzeuges überrascht, da man nicht mit einer so hohen Durchschnittsgeschwindigkeit gerechnet hatte. Da» Flugzeug wurde allenthalben mit großer Begeisterung und Sirnengeheul begrüßt. Ls ist das erstemal, daß ein Atlantikflieger in Reuyork gelandet ifL Gronau erklärte, er habe sich über die Art feiner Rückreise noch nicht entschieden. Fall» er aber zurücksliege, werde er jedenfalls nicht Die Rordroute einschlagen, er gesonderem Interesse fein, weil cs da- erstemal ist, Daß mit einem Seeslugzeug her Rordatlantik überwunden worden ist. Dieser Flug bedeutet eine mächtige Pionierarbeit für den kommenden TranSvzean- flugverkehr. Denn nur mit Seeslugzcugen wird es möglich Jein, einen solchen Verkehr unter Ausschaltung' der Hauptgefahren systematisch zu studieren und durchzuführen. Besonders her- vorzuheben ist an diesem Flug die wohlüberlegte Vorbereitung und gut gelungene Durchführung, dienurinDerbindungmit Wetterdienst und Funkanlagen möglich war. Das zum Flug verwendete Flugboot ist ein Veteran der Luftfahrt und Witterung aus Dem Wege gach den Azoren abgebrochen werden muhte. Die Maschine ging Darauf in den Besitz der Deutschen Der- kehrssliegerschuleWarnemünbe über und machte bereits 1928 unter Führung Gro- nauS einen Rundflug List - Bergen—OSlo List, 1929 einen Flug nach I-land und zurück und in diesem Jahre größere Flüge, darunter einen nach HelfingsorS. Die gleiche Flugboot-Type hat bereit- zweimal den Südatlantik überquert : 1926 unter Führung deS spanischen Majors Franco und unter Dem portugiesischen Major Sa rm « nto de Dei- r e S. SietkchnischenVolbeleiiungenMMchslWSwchl Jlur 22 Wahlvorschläge. — Rückgang der Zersplitterung. — Frühere Ermittlung des Ergebnisses. Berlin, 26. Aug. (ERB.) Die wir erfahren, wird Der Reichswahlausschuß am 2. September zusammentreten, um über die DahlVorschläge der Parteien und die technischen Einzelheiten der bevorstehenden Reichstagswahl zu entscheiden. Bisher ist dem Reichswahlleiter erst ein kleinerer Teil der Reichswahloorschläge zugegangen: namentlich fehlen die der großen Parteien noch. Man kann aber schon jetzt sich ungefähr ein Bild davon machen, wieviel Parteien bei der bevorstehenden Mahl aufmarschieren werden. Von unterrichteter Stelle rechnet man mit etwa 22 Vorschlägen, so daß also gegenüber den 38 Vorschlägen, die bei der Dahl vom 20. Mai 1928 im fiampf standen, eine erhebliche Verminderung eintritt. Das bedeutet ersreulicherweise, dah die Stimmen diesmal immerhin nicht in so großem Maße zersplittert werden, wie damals. Viele Stimmen, die bei den Maiwahlen verloren gingen, werden den größeren Parteien zugutekommen, und man kann also annehmen, dah der neue Reichstag selbst bei geringerer Wahlbeteiligung, die nicht einmal al» so wahrscheinlich angesehen wird, mindesten» so groh wird wie der alte. Seit den Mahlen zur Rationalversammlung hat sich die Zahl der Parteien bei jeder Mahl vermehrt. Die jetzt einst hende rückläufige Bewegung kann darum nut um so mehr begrüßt und al» Beweis dafür gebucht werden, daß der allgemeine Ruf nach Sammlung sich doch praktisch in der Richtung einer Zusammen- schluhbewegung auswirkt. Auch der Zähloorgang wird durch die Verminderung der Dahlvorschläge vereinfacht. Man rechnet deshalb damit, daß der Ueberblüf über die Ergebnisse etwas früher möglich fein wird als bei den letzten Mahlen. Auf der anderen Seite trift eine gewisse Komplizierung dadurch ein, dah die Parteien, namentlich der Mitte, am 14. September in den Dahlkreisen und Mahlkreisverbänden verschiedene gemeinsame Listen aufstellen und verschiedene Listenoerbindungen eingegangen sind. So Hal ;. B. die Deutsche volks- partei in Baden und IBürffemberg ein Bündnis mit der Staatspartei geschlossen. Dagegen In Oslpreuhen mit den Konservativen. Trotzdem werden derartige Vorschläge aber doch verhältnismählg einfach gehandhabt. Die Parteien teilen dem Wahlleiter mit, welcher Reichslifte die Reststimmen zufallen sollen. und unter der Rümmer dieser Reichsliste tritt die Verbindung auch in den Wahlkreisen auf. Oer Wahlaufruf der Mitte. Absagen brr Slaatspartei und des Christtich-Loziaten Bolksbicnstcs. Berlin, 26. Slug. (CNB.) Wie wir erfahren, hat die Deutsche Staats partei in ihrem Hauptaktionsausschuh beschlossen, der Deutschen Dolkspartei, Die in einem Schreiben vom 23. August der Staatspartei mitteilte, daß sowohl die ftonfer- vetioe Volkspartei wie die Wirlschofispartei erklärt hätten, es sei ihnen nicht m c, glich, an dem Wortlaut des bereits veröffentlichten gemeinsamen Aufrufs Aenderungen oorzunehmen, folgendes Schreiben zuzuleiten: Jn Beantwortung Ihres Schreibens vom 23. August teile ich Ihnen ergebenft mit, dah die Deutsche Staatspartei von ihrem Standpunkt. dah der Reichspräsident nicht in Den Wahlkampf gezogen werden darf, unter keinen Umständen abgehen kann. Mit vorzüglicher Hochachtung Deutsche Staatspartei. (gez.) Arthur Mahraun. In den Presseerörterungen über bas Wahlabkommen zwischen der Konseroatioen Dolkspartei, der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftsparlei ist ferner die Frage angeschnitten worden, ob der Christlich-Soziale Dolksdienst dem Abkommen und dem Aufruf nachträglich beitreten werden. Die Reichsleitung des Christlich- Sozialen Volksdienstes teilt dazu mit, daß eine entsprechende Aufforderung an sie nicht ergangen ist- Sie würde einer solchen auch nicht Folge leisten können. Die Vertreter Des Christlich-Sozialen Volksdienstes werden im Reichstag mit allen darin gleichgerichteten Reichstagsgruppen an der Durchführung Des vorn Reichspräsidenten ausgestellten Notprogramms zusammenarbeiten. Der Die holsteinischen VombenalleMer vor Gericht wün- i W der gesprena: geschlungen h< nen sowie Umzüge der NSDAP., z.B. auf Last- kraftwagen, in einheitlicher Kleidung und mit einheitlichen Abzeichen hiermit verboten. Alle ge- schlossenen An- und Abmärsche zu und von Versammlungen werden hiermit ebenfalls verböte n." In R o fto ck sprach der volksparteiliche Spitzenkandidat für Mecklenburg-Lübeck, Reichsfinanzminister a. D. Prof. Dr. Moldenhauer in einer stürmisch verlaufenen Wahlversammlung. Bereits bei Beginn seiner Ausführungen tourte der Redner von politischen Gegnern mit stürmi- schen Schmährufen und Pfeifen empfangen und sah sich durch den anhaltenden starken Lärm schließlich veranlaßt, seine Rete vorzeitig abzubrechen. Die Versammlung muhte aufgelöst werden. Moldenhauer verlieh unter dem Schuhe der Polizei das Versammlungslokal. , Die -ei, 3al SJborbnun M^lan melgebiet proche be- bielungen 'hren h gute Erfo! annee nei flen, toi? jeime ihr Mapp wohnte, öeuts nö,e.m flern, alle Golt- Schiedsspruch in der Metallindustrie Aordwest. Dormund, 26. Aug. (WTB.) 3m Arve i t sz e i t st r e i t in ter Eisen- und Metallindustrie ter nordwestlichen Gruppe wurde heute unter dem Vorsitze des Schlichters von Westfalen, Regierungsrat Dr. Drahn, ein (^iedsspruch gefällt, in dem etwa für 2000 bis 3000 Arbeiter die Arbeitszeit zum Teil von 57, 54 und 52 ©tun* denauf48Stundenherabgesetzt wurde. Der Vertrag läuft auf ein 3ahr. Die Arbeite geber haben sich zu einem Lohnausgleich bereiterklärt. Die Erklärungsfrist zum Schiedsspruch läuft am 1. September d. 3. ab. Berlin, 26. Aug. (WTD.) Auf einem Teeempfang ter Deutschen Staatspartei sprach ter preußische Hantelsminister Dr. Schreiber einige Worte ter Begrüßung, in denen er u. a. ausführte: Sie alle, die bisher noch nicht die gleiche politische Sprache gesprochen hätten, wollen den festen Willen ins Land mit hinausnehmen, daß der Schwung, die Hingabe und das Vertrauen zum Rebenmann im politischen Kampf nicht durch doktrinäre Einzelheiten beeinträchtigt werten dürfen. Es ist erstaunlich, wieviel Menschen sich zur Zeit auf politischer Wanderung befinden. Richt nur die 3 u g e n d, die politisch bisher nicht festgelegt war, ist aufgebrochen. Rein, gerade auch in der älteren Genera- t i o n trifft man heutzutage immer wieder polv- tisch interessierte Menschen, die bisher meist in der Deutschnationalen Partei ihre politische Heimat hatten und nun als Wanderer zwischen zwei Welten die Straße ziehen, ohne schon recht zu wissen, welches das Ziel ist, zu dem sie ihr Weg führen foll. Die Staatspartei will ein Danner aufpflanzen, unter dessen Schutz sich alle diejenigen sammeln können, die unter schärfster Ablehnung jedes Klassenkampf- und Diktaturgedankens ohne konfessionelle Enge dem wirtschaftlichen und kulturellen Fortschritt unseres Landes dienen wollen, und der Erneuerung unseres Reiches, auf den Grundlagen, die die Verfassung von Weimar gewiesen hat. schlüge eingehen, deren Orthographie zu schen übrig läßt. Oie Wahlaktion her Minderheiten. Iw i&B Aukirchz. S: «K? Qu Q be h Um die deutsche Kuliin^ulonomie in Südslawien. Eine entgegenkommende Verordnung brr Belgrader Regierung. Belgrad, 27. Aug. (ERB.) Rach Mitteilung des Justizministers Serschkitsch hat der südslawische Ministerrat der deutschen Minderheit die Rechte gegeben, die sie seit langem gefordert hat. Ls ist somit die These bestätigt worden, daß die Diktatur den loyalen deutschen Staatsbürgern die Rechte gewähren wird, die sie unter dem parlamentarischen System in Ivjährigem Kampfe nicht zu erringen vermochten. „Der .Deutsche Kulturbund' wird gestattet, ferner wird die Forderung der deutschen Minderheit auf eine private Lehrerbildungs- a n st a l t, die alle Rechte einer öffentlichen Bil- dungsanstalt hat, erfüllt werden. Ls wird daher in Zukunft nicht mehr vorkommen können, daß die Kinder der deutschen Minderheit von Lehrern unterrichtet werden, die des Deutschen unzureichend mächtig sind. Als Ausnahmebestimmung der jugoslawischen Schulgesetze werden deutsche Kindergärten zugelassen. Ferner wird deutschen Lehrern gestattet, deutsche Analphabekenkurse ab- zuhalten. Entgegen § 45 des Normal- Schulgesetzes beginnt der Unter richt in der serbokroatischen Staatssprache in den deutschen Minderheitsschulen nicht wie sonst in der ersten, andern e r st i n d e r d r i t t e n K l a s s e. Die Ent- cheidung über die Bildung von Minderheitsschulen in den einzelnen Gemeinden und die Einschreibung der Schüler in diese vollzieht eine Kommission, die aus zwei Vertretern der Schulbehörde und zwei Vertretern der deutschen Minderheit besteht." Ws gl lotterte en F Gustas nchnnmgs und sann „öeutK deren Reichstag Mhlkaml freund". < Will h' Häuschen säuberlich Inhalts „eine zur erc ich ein namen einem mit get schwarz- gotbesol Ji gi nen, di bi feget mir to1 mittelst und mi vol mä es will und lih ligen. it and it mit mnsch bereit entgei Ansch Kein 2 Domen Gustav ; inferaf. 6i Die i und $ filmarchi beuten Öeitge. Fvtderunk die Ausnc Nollen1 schm Pol Neihe vt fönflkrn. der Gesel schen Mi spräche ü sesteiär ' dende 2 v.tzarn kt-asdb Gerhart zwischen der Ti man fic filmaufi den nr wird w n/ch ot icheinun, Der; , ®“f*bf ,öen an k>c «bOni j TWatl Achten, ü sw .Ätz ie® S>« S r? Anhänge nahm- schlaf matifche' erfolgen ben uw taffen t Die Tragödie in der Arktis. Eine halbe Million für die Veröffentlichung von Andrees Tagebuch. Obwohl noch nicht bekannt ist, ob das Tagebuch Andrees so gut aufgetaut und erhallen werden kann, daß man die Schrift zu entziffern vermag, und obwohl man noch nicht weiß, ob die Aufzeichnungen bis zum Untergang der Expedition fortgesetzt worden sind, ist von einem ausländischen Pressekonzern bereits eine halbe Million Kronen für die Veröffentlichung des Tagebuches geboten worden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird das schwe- dische Panzerschiff „Oskar II.“ die sterblichen Ueberrefte ter Forscher nach Schweden einholen. Es ist jedoch auch ter Vorschlag gemacht worden, daß der alte Kreuzer „Svensksund" zu diesem Zweck nach Tromsö abgehe, da seinerzeit die Andreesche Expedition auf diesem Kriegsschiff nach der 3nfeI befördert wurde, von wo die Ballonfahrt ausging. Andree wird feinen Wünschen entsprechend in seinem Heimatort, dem mittelschwedischen Städtchen Gräma, beigesetzt werden. Der Kommission, die die schwedische Regierung wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen nach Tromsö schickt, wird u. a. ein besonderer Fachmann angehören, ter d i e Auf- tauung und Bewahrung des Tagebuches übernehmen wird. Untersuchungen haben ergeben, daß es durch ein besonderes Verfahren unter allen Umständen möglich sein wird, die Schrift xu entziffern, falls sie mit Tinte ooer Bleistift geschrieben ist. Wenn Andree dagegen Kopierstift gebraucht haben sollte besteht wenig Aussicht dafür. Ganz besonders interessiert die Frage, ob die Andreesche Expedition vor ter Katastropte den Rord- Pol überflogen hat. Oie Lage in Peru. Leguia schwer erkrankt. — Einigung der Revolutionäre. Lima, 27. Aug. (Assoc. Preß. Funkspruch) Die Danken und Geschäfte waren gestern und heute geöffnet. Der Verkehr spielte sich in ter üblichen Weise ab, nur sind die Straßen belebter als gewöhnlich Die politischen Gefangenen wurden aus den Gefängnissen der San-Lorenzo-Jnseln befreit und nach Callao gebracht. Der gestern nach Reu- hork ausgelaufene Dampfer „Santa Qllaria“ wurde stark bewacht, um die Flucht von Angehörigen undAnhängern des gestürzten Präsidenten Leguia zu verhindern. Gerüchte über etneTi kommunistischen Aufstand werden temen- r rr • unbestätigten Gerüchten aus Callao soll Legma an Bord des Kreuzers „Almirante Grau infolge eines Urämie-Anfalles g e ft o r - den fern oder im Sterben liegen. Der Hinzuge-» zogene amerikanische Arzt soll geäußert haben, Aus dem Wahlkampf. . Der Reichsausschuß der W i r t s ch a f t s p a r t e i ernigte sich auf nachstehende zehn Kandidaten der im^bl-ste: Hermann Drewitz, Bäckermeister, 1. Partelvorsitzender! Dr.Bredt, Reichsjustizminister; Koster, Präsident des Deutschen Gastwirteocrbandes: Dr.Jorrlss^i, Syndikus; Borrmann, Generaldirektor der Edeka-Genostenschaften; Mollath; Colosser, Architekt; Petzold Vertreter des Deutschen Drogistengewerbes; Hermann, Generalsekretär; Pallmann Eisenwarenhandler. ter „Germania" werten Reichskanzler Dr. Drumng, Prälat Dr. Kaas, Reichskanzl^ Derchsrninister Dr. Wirth" in Wahlkreisen gewählt. Die Re ichs l i st e des Zentrums zeigt u. a. folgende Ramen: Bürgers Geheimer Finanzrat a. D., Köln; Hofmann, Ober- leerer Cubtoigäbafen; Wegmann, Ministerialrat Oldenburg i.O.; Dr. Florian Klöckner, Jndustri- eller, Löttringhausen; Fräulein Dr. Peerenboom Düsseldorf. ♦ Die Reichsliste der Staatspartei wird geführt von Koch-Weser. An zweiter Arm und auch den längeren Atem hat. Wie in den Zeiten der Gefahr im Mittelalter wurde die schwarze Fahne mit der Sense das Panier ihrer Rot, und Bomben, die Lärm und Aussehen erregten, sollten die Säumigen aufrütteln und die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Rotlage der Landwirtschaft lenken. Die selbstbewußten, schleswig-holsteinischen Dauern, die immer jede Hilfe von außen verschmäht hatten, wollten auch hier ihren Kopf durchsetzen, lieber tot als den Hof verlieren. Rur so läßt es sich verstehen, daß diese sonst ruhigen und vernünftigen Männer, die wissen muhten, was sie taten, gemeinsame Sache mit den Agitatoren wie Herbert Vvlck, “Bruno von Salomon und anderen machten, die durch den Krieg den Reiz des Abenteuers kennengelernt hatten und nicht den Weg zurück zu bürgerlicher “Betätigung fanden. Diese hatten nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, während die Klaus Heim, Hamkens, Schade ihre uralten Erbhöfe und den Bestand ihrer Familie riskierten, ohne Aussicht, für sich selbst etwas zu gewinnen. Oer erste Verhandlungstag. A l t o n a, 26. Aug. (WTD.) Vor dem Schwurgericht begann der Prozeß gegen die sog. holsteinischen Bombenleger. Die Anklage richtet sich gegen 21 Personen. Bisher sind etwa 60 Zeugen allein durch die Staatsanwaltschaft gelaßen. Die Zahl der Zeugen dürst' sich im Laufe der Verhandlungen noch vermehren. Man rechnet mit einer Prozeßdauer von etwa vier Wochen. Die Anklage lautet im wesentlichen auf Verbrechen gegen §5 des Spreng st offgesetzes. Rach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses begann die persönliche Befragung ter Angeklagten. Der Angeklagte Rehling bestreitet den ihm zur Last gelegten Diebstahl der Sprengstoffe in Mülheim (Ruhr). Lieber seinen Aufenthalt zur Zeit der Tat macht er bestimmte Angaben, um sein Alibi nachzuweisen. Der Angeklagte Heim erklärt, er wolle nichts sagen. Die Angeklagten sähen in dem Gericht den Exponenten eines Systems, das sie bekämpfen, und so hätten sie die Aeberzeugung, daß den Richtern das Verständnis für ihre Lage und ihr Hanteln fehle. Danach wurde die Verhandlung auf Mittwoch vertagt. Die Ziele der Deutschen Staatspartei Mahraun spricht über den AktiviSnius der Mitte. Vokksdienst muß aber in ben ihm besonders am Herzen liegenden Fragen, insbesondere der Kulturpolitik, Wert auf Beibehaltung völliger B e - wegungsfreiheit legen. Oie Splitter. Erfreuliche Abnahme der kleinen Gruppen. Berlin, 26. Qlug. Wie wir von unterrichteter Seite hören, scheint bei den kommenden Wahlen das Auftreten allerkleinster Splitterparteien diesmal nicht den Umfang anzunehmen wie im Mai 1928. So haben sich zwar die großen Parteien, die fast alle mit der Sammlungsparole in den Wahlkampf gehen, diesmal aus 17 verschiedene Listen zersplittert, aber die Zahl der kleinen scheint abzunehmen. Bei den letzten Wahlen konnten noch 2 4 Split ter- g r uppen gezählt werten, diesmal treten nach den jetzt vorliegenden Anmeldungen aber etwa nur ein Drittel auf. Wirtschaftliche Rot und andere Umstände mögen die Ursache dafür fein. Auffallend ist vor allem, daß diesmal bei den Splittergruppen, soweit bis jetzt Anmeldungen vorliegen, jene etwas kuriosen und seltsamen Parteizeichnungen fehlen, die in den vergangenen Jahren sich immer wieder, allerdings erfolglos, an das Licht der Oeffentlichkeit zu wagen versuchten. 3m Gegenteil versuchen es diesmal die Splittergruppen mit ernsten und würdigen Parolen. Allerdings steht hinter den volltönenden Ramen oftmals nicht viel mehr als der Schreibtisch irgendeines betriebsamen „Politikers", die anscheinend sogar manchmal mit ter deutschen Sprache nicht auf allerbestem Fuß leben, da man hort, daß auch Reichswahlvor- Odknüurg-^ttertn, CTtei^urg, ^auy^elL Anhalt, “Bremen, Lippe, Lübeck, Mecklenburg- Strelih und Schaumburg-Lippe sollen vorbehaltlich ter territorialen Neugliederung sofort solche „Länder vereinfachter Derwaltüngsform" werten. Während der Uebergangszeit soll in Preußen der Landtag für besondere Aufgaben b e st e he n b I e i b en ; denn es wird vorgesehen, daß die Reichsregierung unter entsprechender Erweiterung zugleich die preußischen Mrnisterien und die preußische Staatsverwaltung übernehmen soll. Die anderen Länder vereinfachter Verwaltungsform sollen an Stelle ihrer Landesminister Landesdirektoren erhalten. Die lausende Gesetzgebung soll bis zu dem Zeitpunkt, wo sie der Reichstag übernehmen kann, von der Reichsregierung mit dem durch Erweiterung des Preußischen Landtags gebildeten Gemeinschaftlichen Landtag be- sorgt werden. Oie Bombenleger. Das Altonaer Schwurgericht, das in dem soeben begonnenen Prozeß gegen die Bomben» leger sein .Urteil zu fällen hat, ist vor eine der schwierigsten Aufgaben gestellt, die jemals ein Gericht in politischen Prozessen zu lösen hatte. Das Recht des Staates verlangt nach Sühne, aber zugleich soll ter Spruch des Schwurgerichtes den Schlußstrich ziehen unter eine an 3rtungen und Wirrungen reiche radikale Bewegung, die von der Rordmark schon auf andere bäuerliche Provinzen überzugreifen drohte. Die große politische Bedeutung, die auch das preußische 3ustizministerium diesem Prozeß beimißt, geht aus der “Beauftragung von drei Staatsanwälten hervor, obwohl der Tatbestand durch eine gründliche Voruntersuchung und umfassende Geständnisse der Attentäter restlos geklärt erscheint. Die 23 Angeklagten, von denen 11 Hofbesitzer sind, waren zumeist ihrem innersten Wesen nach „Staa ts ir eu“ , aber in jener selbstherrlichen Art, die in der Geschichte und dem landschaftlichen Charakter Schleswig-Holsteins ihre Erklärung findet. Die reiche Rordmark mit fetter Marsch und vorbildlich gezüchtetem Vieh, war in eine nie gekannte Rot geraten. Die Konkurrenz der gutorganisierten dänischen Landwirtschaft drückte die Preise, Witterungseinflüsse beeinträchtigten die Ernte, die schnell wachsende Verschuldung besonders derjenigen Hofe, die von der jüngeren Kriegsgeneration bewirtschaftet wurden, forderte immer höhere Verzinsung Dann kamen die Steuern und Steuerrückstände. Als die Existenz der Hofe durch Pfändungen gefährdet schien, begann jene Art von „Selbsthilfe“, die geradezu typisch ist für die Einstellung dieser Bauern und die ihren Ausdruck in einer Serie von Bombenattentaten fand, vier im Herbst 1928, neun im 3ahre 1929. Sorgfältig wurde eine Gefährdung von Menschenleben vermieden, man wollte mit Gewalt „öen Staat zur Vernunft bringen". Seit Jahrhunderten saßen diese Bauern auf ihren ererbten Höfen, und so wie sie vor Jahr- hundcrten sich mit dem Dreschflegel gegen jede Art von Bedrückung durch Fürsten und Grafen gewehrt hatten, so wollten sie sich jetzt gegen I Oie Gerichtsvollzieher wehren, ohne zu bedenken, daß heute ter Staat einen längeren | Oie Reichsreform. Ein neuer Borfchlag aus Kreisen der Länverkonfercnz Ber lin, 26. Qlug. (ERB.) Den Ministerien liegt em fertig ausgearbeiteter Entwurf eines Gesetzes über die Reichsreform aus Kreisen der Länderkonserenz vor „Ländern vereinfach- ter Verwaltungss orm“, für die auch der Rame „Länder verstärkter Gemeinschaft zur Wahl gestellt wird, soll ein Gesetz- gebungsrecht nur zustehen, soweit es ihnen vom Reiche übertragen wird. 3hre Grenzen unter- A"?nder und ihre Verfassungen sollen durch Reichsrecht bestimmt werden. Doch soll um Zeit 3" freier Verständigung zu lassen, die Bestimmung wegen der Grenzen erst nach zwei 3ahren m Kraft treten Die 3uftü soll allein dem Reiche zustehen, ebenfo in höchster 3nstanz Polizei, Gememteaufsicht, Gewerbeaufsicht, Kirchen- und innere Schulangelegenheiten. Es soll allen Ländern nach der Verfassung freistehen, zu der „vereinfachten Derwaltüngsform" überzugehen. Die bisherigen preußischen Provinzen und die Länder Thüringen, Hessen, Hamburg, Arthur Mahraun betonte bann, daß ein lebendiger staatspolitischer Organisationskörper geschaffen werten müsse, was er besonders als seine Ausgabe ansehe. Es müsse eine Verbindung geschaffen werden zwischen dem, was sich im hündischen Leben als fruchtbar erwiesen habe, und dem was im politischen Leben als autoritär anerkannt sei. Der lebendige Staatskörper, den er schaffen wolle, sei keine Zweckorganisation für den Wahlkampf, sondern die Organisierung der Mitte, um sie dem positiven A k t i v i s m u s einzuverleiben und ihr damit das Selbstbewußtsein wieder zu verschaffen, ohne das sie nicht gegen die beiden radikalen Flügel vorsloßen könne. In dieser Hinsicht sei ter Jung- deutsche Orden die grundlegende Realität für die Deutsche Staatspartei insofern, als sein Idealismus zu einer Realität im politischen Kampfe geworden sei. Arthur Mahraun ging dann noch auf den A k - t i v i s m u s als solchen ein, den er in drei Systeme, dcks bolschewistische, das faschistische und das jung- deutsche System, einteile. Die bolschewistischen und faschistischen Methoden ließen sich aber niemals in Deutschland durchführen, weil dadurch eine Diktatur entstünde, die mit dem deutschen Wesen unvereinbar wäre. Dagegen wolle das jungdeutsche System die Entwicklung der deutschen Republik $um wahren Volksstaat. Ein Volk könne einen Krieg verlieren; aber es dürfe niemals eine Revolution verlieren. Und um nun die positiven Kräfte zusammenzufassen und zur positiven Mitarbeit heranzuziehen, sei die Deutsche Staatspartei in das politische Leben eingetreten. V e r l i n, 26. Qlug. (BB.) Die polnische katholische Volkspartei, die parteipolitische Organisation der in Deutschland lebenden Polen, wird trotz der bisherigen Wahlniederlagen versuchen, diesmal ein Reichstagsmandat zu gewinnen. 3n vier Wahlkreisen, nämlich in Ostpreußen, Posen, Frankfurt (Oder)-Grenzmark und Oberschlesien werden Kandidaten aufgestellt. Die Reichsliste, der auch die wendische und friesische Minderheit angeschlossen ist, wird geführt von Dr. Kaczmarek, dem Vorsitzenden des Polenbundes in Deutschland, und dem Geistlichen Dr. D o m a n s k i aus Zakrzewo bei Flatow. Dr. Domanski ist als einer ter schlimmsten Hetzer gegen die wahrhaft minter- heiten-freundliche Politik der preußischen und der Reichsregierung bekannt geworden. Bei der letzten Reichstagswahl vom Mai 1928 erhielt die polnische Volkspartei im ganzen 64 707 Stimmen, die Wendische Volkspartei 3102, die Liste Frieslands 284, der Schleswigsche Verein 2427, die Litauische Volkspartei 290 und die Masurische Volkspartei 298. Es gelang den Polen bisher nicht, in einem Wahlkreisverband 60 000 Stimmen oder auch nur 40 000 aufzubringen, so daß sie es bis jetzt auch nicht einmal zu einem Landtagsmandat in Preußen gebracht haben. Hugenberg an die Jugend. Berlin, 26. Aug. (TA..) Der Führer ter Deutschnationalen Volkspartei, Geheimrat Dr. Hugenberg, erläßt einen Ausruf an die deutsche 3ugend, in dem es u. a. heißt: Mit dem Arnsturz vom Rovember 1918 sank die äußere Macht des Bismarckreiches in Trümmer. Das seit dieser Zeit herrschende Parteien- system hat nunmehr auch die innere Kraft des deutschen Staates ergriffen. 3n die Ketten unerfüllbarer Tributzahlungen geschmiedet und Eschzeitig ausgeplündert durch eine marxistische Wirtschafts- und Finanzpolitik, stehen wir heute zwischen Versailles und Moskau. Die Stelle steht Ordenskanzler Dornemann, es folgen Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Derbandsgeschäftsführer Daltusch, M. d. R.° W., Hansabund-Präsident Hermann Fischer, der Generalsekretär des Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Bearn- tenberbänte Lemmer, Kaufmann und Landwirt August Weber, der Sekretär der “Bereinigung der Kommunalbeamten Artur Adolph, Dr. 3osef W i n s ch u h , Frau Dr. Marie-Clisabeth Lüders, Reichsbahnoberinspektor Otto Sch u l d t-Steglitz, und Aniversi- tätsprofessor Dr. Heinrich A p e l t. * Die fortgesetzten Zusammenstöße politischer Gegner bei der Wahlvorbereitung hat das bayrische Staatsministerium des 3nnern veranlaßt, die Polizeibehörden zur Verschärfung der bisher getroffenen Maßnahmen anzuweisen. Daraufhin haben die Polizeibehörden ter größeren Städte allgemein das Tragen von Parteiuniformen in öffentlichen politischen Versammlungen sowie aus öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen für die Abend- und Rachtzeit von 18 Ahr bis 6 Ahr verboten. Desgleichen tft das von ter Polizeidireklion München erlassene Verbot der Wirtschaftsführung aus Anlaß von nationalsozialistischen und kommunistischen Versammlungen auch in den übrigen größeren Städten des Landes erlassen worden. Regierungsinspektor Hasse in Stade, der trotz des Verbots des preußischen Staatsministeriums f i ch für biß NSDAP, betätigt hatte, ist vom Disziplinargericht der Regierung in Stade mit D i e n st - entlassung bestraft worden. Hasse kandidiert an zweiter Stelle für die NSDAP, im Wahlkreis Hannover-Ost. Die Hamburger Polizeibehörde hat folgendes Schreiben gerichtet: „Fast alle bisherigen Demonstrationen ter NSDAP haben zu (Störungen der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung geführt. Um weiteren Gefährdungen ter öffentlichen Ordnung vorzubeugen, werten bis auf weiteres alle Demonstratio- Wogen des westlerischen Hochkapitalismus und östlichen Bolschewismus drohen über Deutschland zusammenzuschlagen. Wir wollen den Geist und die Kräfte pflegen, die unser Vaterland einst zur Große führten. 3n diesem Geiste reichen wir der Jugend die Hand, damit sie ihre frischen Kräfte daransehe, das Erbe der Väter zu retten. Am der Jugend willen und mit der Jugend führen wir den Kampf gegen das herrschende System, dem in dem Arbeitslosenheer von zwei Millionen deutscher Volksgenossen, ein furchtbarer Ankläger erwachsen ist. Die wahrhaft konservativen Kräfte, die den deutschen Staat erhalten sollen und daher den Parteistaat von heute bekämpfen müssen, sind in unserem Lager. Rur mit national- revolutionärem Angriffsgeist, der sich paart mit wirtschaftlicher Vernunft und mit der Erkenntnis, daß die wirtschaftlichen Grundlagen des Staates auf der Unantastbarkeit teä erworbenen Privateigentums beruhen, sollen tee brandenden Wogen der marxistischen Revolution bezwungen werden. Rur mit ihm können wir die Fesseln ter Tributverträge lösen, die ter gesprengte Voungreichstag um unser Volk geschlungen hat. Die kommenden Geschlechter werden sich niemals durch Verträge gebunden halten die auf der Kriegsschuldlüge beruhen. Kampfes- wille Selbstzucht, Opfermut und Vaterlandsliebe stnd die Tugenden, die den preuhifch-deutschen Staat dereinst begründeten und die sich im Frontfcldatengeist unserer Jugend aufs neue offenbaren. Sie sollen die Grundlagen des neuen Dritten Reiches fein. TnofSW 3t'6‘ 22 loxs i/e*iy lassen werden. mit dem Messer. AIS der 'Bergmann Sta Das lotterte auf eine bedroht ben beulidjai in ber erflen, ffe. Dlt Gnt- tttjeiteldjukn Linschrcibung mmi^lon, btbt unb zwei leftdjt* roirb gfflattrt. chen minbrr- »Übung», ntlldjen BiU M bat)« tu nm, batz bie Lehknu unter- eichend mach, bn jugoflami. )t flinbtr- - illchrn Lehmu nfurft ab- il-Schulgrsch» u. inigung rordnuiu H >ch Hüitfiinug fr lübslawifchk bie 8echir y, 11 E» Ifl lomif tMtalur ben hechle gewih. 'lamnilarifcheo 1 Jo erringen Aus aller Welt. Ta» lirotze Lod. groß« Los der Südwestbeutschen Mafien- entfiel auf Rr. 374 216. ,g«flaf nagel im Wal» unb ehekrig." ) 3tn undLetall, toutbe Arbeiter i?52 6tu„r, ^‘tourte. Arbeid- Funkspru^ A-r? , -ich in i*1 > Sic P»1'^ Ai )t jJrJh* ^8/übec ?Si ^en* ^*25 Räü Sgs ^'5- 1 Kr ft1. Arkiis. kröflmt» ebuch. das Zage» unb erhallen zu entziffern t weih, ob Nc z der Sfpcdi- n einem aut« eine halbe eröffenili-hung ba8ld)»t* //.“ Sie ßerb« Zchweöen ein- blaff gemacht enIHunb“ e, da feinet- RfemÄttefl** ort wurde. Andree toito nem §cbnot' ct vrSma. den nachmi u. a em bt* «r dieAuf' -es r°«e' s«8? ein mit $'”fe n iß. r6rdU^ä SaM «JJ Sie Andree .denAord- der Tod Leguias sei innerhalb weniger Ctun- f den zu erwarten. Die Militär-Junta in Ama entsandte vier Offiziere nach Arequipa. die eine Verständigung mit Oberst Sanches Cerro herdecführten, wonach die Junta von Arequipa al» bie Legierung Peruanerkannt wird. Die revolutionäre Junta veröffentlicht eine Kundgebung, in der es u. a. heißt, daß die Junta die internationalen Verträge genau einhalten wolle, die schlechten Monopole ab schaffen und das Vermögen aller Anhänger der früheren Legierung beschlagnahmen werde, bte Legierungsgelder unter» schlagen hätten. Ferner sollten in allen diplomatischen Vertretungen Personalveränderungen erfolgen, allgemeine Wahlen ausgelchne- ben und in Kürz« eine politische Amnestie et- Gustas nagel lebt noch und ist sehr unter- nehmung-lustlg augenblicklich bereist er da» Land und sammelt emfig Unterschriften für eine ..deutsche kristliche s o l k» p a r t e i", alberen Spitzenkandidat er in den kommenden Reichstag einziehen will. Aber nicht nur in den Wahlkampf zieht dieser sandalenbewehrte „sottS- sreund", er hat noch gröbere- vor--— er will heiraten! Gustav hat also an sein Häuschen in Arendsee in der Altmark zwei sein säuberlich geschriebene „Stauenaufrufe“ folgenden Inhalts angeschlagen. ..eine gute frau ist meine gute genossin! zur erftffnuna meine- kurhalenbetribes benötige ich eine solche genossin, di bereit ist, in jeso namen den betrib zu füren, wa- ir getan habt einem meiner geringsten einen, da- habt ir mir getan, spricht kristus, unser Held, welche schwarz-weih-rote übernimmt bi brautschast? gotbcfolen. guftaf nagel.“ „si gingen ale an mir vorüber, bi deutschin» nen, di friftinnen, bi schwarz-weib-rotinnen. di fegetarinnen, di mittelständischen und lachten mir wa- aus, weil ich ein deutschkristlicher mittetftanb«man bin mit echt mänlichen zügen und mit manlichem geilte und mit einem Herzen vol mänlichcr libe, di ir höchstes glük, toi got e- will, in der ehelichen libe aufbauen will und lihen mich unbarmherzig in meinem blute Ilgen, fomt her ir Heidinnen und jüdinnen unb ir andersfarbigen und ir ausländerinnen. wen ir mir samariterisch mit echt weiblicher libe bi menschliche etc geben wolt, fomt eS ist ale- bereit zu ber Hochzeit, toi jesu» spricht, ir müht entgegen gen. gotbcfolen. guftaf nagel.“ Anscheinend haben diese Werbemittel versagt. Ädn Wunder Sauerkohl ist heute bei den jungen Damen recht unbeliebt. Aber vielleicht versucht Gustav noch einmal sein Heil mit einem Zeitung«- Inserat. Ein Tonfilm-Archiv der Zeitgeschichte. Die Deutsche Gesellschaft für Ton und Bild tragt sich mit der Absicht, ein Tonfilmarchiv zu schassen, das sich auf alle bedeutenden Person ^ichkeiten der Zeitgeschichte erstreckt. Unter weitgehender Förderung aller zuständigen Amtsstellen sollen die Aufnahmen durchgesührt werden Schon jetzt umfassen fie die wichtigsten Vertreter der deutschen Politik der Gegenwart, sowie eine grobe Reihe von Wissenschaftlern, Technikern und Künstlern Vis letzt befinden sich u. a. im Besitz der Gesellschaft Tonsilmstreifen von dem preuhi- schen Ministcrprafidenten Braun in einer Ansprache über den deutschen Einheitsstaat, Staatssekretär Bredow, der über die völkerverbindende Mission des Lundsunks spricht. Adolf v. Harnack, der verstorbene Präsident der Kai- ser-WZhelm-Gesellschaft, Vepeimrat P l a n ck, Gerhart Hauptmann und andere. Da es inzwischen auch gelungen ist, eine Sprechaufnahme des Grasen Zeppelin auszufinden, trägt man sich mit der Absicht, diese für eine Tonfilmaufnahme. die eventuell synchronisiert werden mutz, zu verwenden. Das Tonfilmarchiv wird weiterhin noch Tonbildaufnahmen künstlerisch oder allgemein kulturell bedeutsamer Erscheinungen aufnehmen. Der Iahre»kongreh der deutschen Heilsarmee in Berlin. Die deutsche Heilsarmee veranstaltete im Rahmen ihres Iahreskongresses eine Kundgebung, an der Abordnungen der Heilsarmee aus allen Teilen Deutschlands, aus Oesterreich, Danzig und dem Me- melgebiet teilnahmen. Rach einer Begrüßungscm- spräche des Kommandeurs Friedrich folgten Darbietungen der einzelnen Divisionsabordnungen in ihren heimatlichen Trachten. Von überall wurden gute Erfolge der Misfionsarbeit berichtet. Die Heils- armee nennt eine stattliche Anzahl von Einrichtun- gen, wie Hospize, Manner-, Mädchen» und Altersheime ihr eigen. Allein im letzten Jahre wurden Sfben neue feinte mit rund 2000 Betten geschaffen. er Stabschef der Heilsarmee, Kommandeur Mapp (London), der der Berliner Tagung beiwohnte, lobte in anerkennenden Dorten die Arbeit der deutschen Gruppe. Die Kundgebung schloß mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Nun danket alle (Bott*. Bootsunglück im Kurischen hass. Auf» dem Kurischen Haff bei PerweU wurden an dem Hasenleuchtturm, der etwa 150 Meter vom Ufer entfernt am Hafen liegt, von Angestellten deS Hafenbauamtes Memel Jnstand- setzungSarbciten vorgenommen. Dabei wurde ein Monteur mit einem Doot abgetrieben. Angestellte des Hafenbauamtes versuchten, ihren Kollegen in einem Segelboot zu erreichen und an Land zu bringen. In einer Entfernung von mehreren hundert Meter vom Lande schlug das Segelboot um und alle sechs fielen ins Wasser. Fischer konnten nur drei Mann retten. Die anderen drei ertranken. Das abgetriebene Doot mit dem Monteur wurde später von einem Fischer in dem Hafen treibend aufgefunden und gerettet. Schwere Bluttat In dem Mors am Niederrhein benachbarten Leukirchen-Dluyn wurde eine schwere ‘Bluttat verübt, der der 30jährige verheiratete Bergmann Stanul zum Opfer fiel. Der arbeitslose Bergmann Pm^mski. der sich ferne Arbeitslosenunterstützung abgeholt hatte, begab sich anschließend nul Parzinski beruhigen wollte, stach diefer blinb- Ungs mehrmals mit einem Wester zu Durch e-.nen der Stich« wurde ötanul an derHal«- schlagader getroffen, so daß der Tod bald darauf eintrat Der Mörder verbarrikadierte sich dann m seiner Wohnung unb konnte nur mit Gewalt verhaftet werben. Eine große Menschenmenge wollte den Mörder lynchen, so daß die Polizei mit dem Gummiknüppel eingreifen mußte. Ein oorpommersche» Rittergut niedergebrannt Zn der Feldscheune de» Riuergute» Ahrendfee im Kreis« Grimmen bei Stralsund brach ein Brand aus. Das Feuer sprang auf zwei große Holzicheunen, den Iungoiehstall und den Kuhstall über. All« Gebäude brannten innerhalb einer Stunde nieder. Mitoerbrannt sind neben wertvollen Anlagen drei Viertel der gerade eingebrachten gesamten (Ernte Das Vieh konnte gerettet werden. Der Schaden ist sehr groß. Da» Grubenunglück auf dem Hildebrand-Schacht. Die Rettungsarbeiten auf dem ost oberschlesischen Hildebrand-Schacht gestalten sich durch die dauernd nachstürzendenGesletnsmassen außerordentlich schwierig. Aus dem Hildebrand-Schacht wurden 12 Opfer bisher zutagegeförbert. Von ihnen sind drei tot, die übrigen schwer verletzt. Die drei noch in den Gesteinsmassen Eingeschlossenen geben auf Klopfzeichen keine Antwort mehr. Aus Kreisen der Bergverwaltung wirb noch mitgeteilt, daß bas Unglück auf ein tektonisches Beben zurückzusühren sei, das den Pseileveinsturz veranlaßt habe. 3n ben Dolomiten abgestürzt. Eine aus zwei Damen und zwei Herren aus Berlin bestehende Gesellschaft unternahm eine Besteigung der Fünf - Finger - Spitze in den Dolomiten. Als sie an einer Felswand waren, r t ß aus unbekannter Ursache plötzlich da» Seil. Der zuletzt gehende 21jährige Student Günther R ö ß n e r stürzte über 70 Meter in die Tiefe Seine Freunde fanden ihn mit schweren Verletzungen auf, denen er nach einer Stunde erlag. Aus Oer Provcnzialbouptfiad» Gießen, ben 27. August 1930. Gommer-Finale. Der satte Farbenaktorb von Grün unb Braun- gelb. mit bern bie Gevierte der Felber die Landschaft beHerrichten, ist im Verklingen. Der Wind in Öen Stoppeln enttäuscht wie ein Griff m zerrissene Saiten. , Ä _ ... Stärker mischen sich die auf Hetde und Herbst- zeitlose vorbereitenden, bald mehr, bald weniger vom Purpur ber Lose abweichenden Tone in den spärlicher werdenden Flor der Flur. Wohl brennen die gelben Feuer des Lainfarns in kräftigen Sträuchern an Lickergrenzen und Feldwegen empor, bie verlöschenden Blütensterne des gleichfarbigen Johanniskrauts ablösend. Wohl leuchten noch immer bie schneeweißen Schirme der Schafgarben, bie schon etwas angegilbten bet Mohrrübe und de- Kerbelkrauts unb die gold- herzigen Strahlenblüten ber Margeriten Wohl lacht aus den Glöckchen ber zierlichen, von Bläulingen und kleinen Perlmutterfaltern geliebten Glockenblumen noch immer der Abglanz beklauen Sommerhimmels. Aber sie alle werden übertroffen von den mächtigen Sträußen der Flockenblumen, deren prall gefüllte Blütenkörbe ebenso rot lodern, wie bie meterhohen Kerzen der Gebüsche bilbenben Wribenröschen. Sie haben nichts von der Tönung ber Abendröte und doch weckt ihr Glühen die gleiche Gewißheit: ES ist schon Verglühen. Die ragenden Glockenstäbe des Fingerhuts, die auf Weghängen unb Wald steigen sich vordrängen, brauchen nicht zu läuten. Es wirb doch nur ein melancholischer Lhor von Sommerend unb Abschiebnehmen. Einzelne Außenseiter der im Tobestanz mit den Aehren hingefunkenen Kornblumen zittern bereit- mit ihren weißgewordenen Kopsen im Wind wie müde Greisinnen, die die Erde ruft. Unb die stolze Königskerze erscheint in den weichen Pelz ihrer filzigen Stengel- und Blütenhaare gehüllt, als fürchte sie schon nahende Stürme unb Kälteschauer. „ _ Streng und herb riecht der gepflückte Strauß, wahrnehmbar nur. wenn ich mein Gesicht darüber beuge. Kein entzückender Ueberschwang. keine zart berauschende Gewalt, wie sie die Dust- spenderinnen des Frühling- verströmten, läßt vorüberwandernde Schritte verweilen. Dankbar bücke ich mich hinab zu dem auf karger Scholle kriechenden, anspruchslosen Thymian. Er, der bescheidenste Blütlcr des späten Sommer«, hat allein noch köstlichen Atem, wenn auch fein würziger Luch nicht heranreicht an den Wohlduft seiner Frühlingsschwester, des ebenso bescheidenen Veilchens. Die pralle, fingerlange Raupe, die sich mtf dunkelgrünem, prachtvoll rot und gelb gezeichneten Leib hastig am Wegrand hinschiebt, hat von ihrem Sommersitz Abschied genommen. Die kahl gefressenen Stetten in der üppigen Wolfs- rnilchweid«. in die kein Tier einbricht, weil e- die Giftmilch der schmalen Blätter fürchtet, verraten. wo sie hauste. Run rennt die Todesahnende nach einem stillen Platz, ihr buntes Raupenlleid abzuftreifen unb sich in einen widerstandsfähigeren Puppenpanzer einzukerkern, biS ein schönerer Auferstehungsmorgen zu neuem Leben ruft- Bei jeder Berührung hält die Eilende im Lauf inne und schlägt mit Kopf und Hinterteil um sich. Aber diese ruckhaften Abwehrbewegungen künden bereit- beginnende Erstarrung. Darum hastet sie von neuem vorwärts. Das unermüdliche Strecken und Zusammenziehen der Körperringe im Kriechen läßt im spielenden Wechsel die Rückenfarben aufleuchten und dunkler werden. Unterbeften berauscht sich der dicke Schwärmer, der im Vorjahr den gleichen Weg im Staube kroch, in surrenden Rachtflügen an den Honig- bomen des Wald-Geisblatte«. Denn auch der Wald glüht noch in Farben. Rote Veerensträuhe winken aus den Büschen, unb am moosigen Grund entfaltet sich mit dem winzigen Zwergenvölkchen der Pilze ein farbenwunder- sames Märchenreich. Aber in den Wipfeln greift der Wind raschelnde Blätter. P. B. Die Sozialdemokratie vor den Wählern In einer überfüllten Berfammlang im Cafs Leib trat am Montagabend bie Sozialdemokratische Partei in Gießen vor die Wählerschaft. Der bisherige Reichstagsabgevrdnctc Vogel (Berlin) erkürte, in diesem Wahlkampf handle es sich am ein Ringen zwischen Kapitalismus imb Sozialismus, es gehe um die Frage Diktatur oder Demokratie. Er verteidigte sodann in eingehenden Darlegungen bie sozialdemokratische Politik der letzten Jahre. Anstelle de- kapitalistischen Wirtfchast-sdstem-5 forderte ber Jtebner bie gesellschaftliche Produktion der Arbeit. Sodann polemisierte er gegen das Kabinett Brüning, dessen Maßnahmen er in allen Teilen verwarf. Der Regierung Hermann Müller sprach er all« Anerkennung aus. sie allein habe für bie breiten Volk-maffen gesorgt Die Behauptung, ber Reichstag habe bei ber Sanierung ber Finanz- Wirtschaft versagt bezeichnete der Redner als unzutrefjend. Die Soztaldemokrat e habe Sanierung-Vorschläge gemacht, die aber von der Regierung Brüning abgelehnt worden seien. Der Redner polemisierte bann besonder« gegen die Rationalsozialisten unb bie Kommunisten. Bei den jetzigen Wahlen Handl« cs sich auch um Wenn Ihre Empfehlungsanzeige in der Freitags- oder in der Samstag»- numme^des GteSene* Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der beschiftsstelle aut die Verteidigung der sozialbemokratifchen Führung in Preußen. Trotz aller Tagespolitik blecbe ber Sozialismus selbst baS letzte Ziel der Sozialdemokratie. Der hessische sozialbernokrattsche Reichstogskanbi- bat Oberrcgierungsrat Ritzel (Gießen) beschäftigte sich insbesondere mit der Steuer- unb Finanzpolitik. Er verteidigte in längeren Ausführungen die Finanzpolitik Hilferbings, die unter sozialen Gesichts- punkten orientiert gewesen sei. Sodann kritisierte er die Maßnahmen des Kabinetts Brüning, insbesondere die Kopfsteuer, bie Ledigensteuer unb bas Rcichsnotopscr. Diesen Maßnahmen hab« bie So- zialdemokratie nicht zustimmen können. Sie habe eine allgemeine lOprozentige Erhöhung der Ein- kommensteuer unb die Offenlegung der Steuerliften verlangt, sei aber mit diesen Forderungen ebenso- wenig burchgebrungen, wie mit der vorgeschlagenen Sehfunfl bzw Beseitigung ber Zuckerstcuer unb der Ermäßigung der Zölle Der Redner wandte sich dann u. a. gegen eine Besteuerung der öffentlichen Betriebe, betonte den Willen der Sozialdemokratie zur Schaffung des Einheitsstaates durch Beseitigung der Kleinstaaterei auf dem Wege der Reichsreform. Er bezeichnete den Abschluß des sfloungplans als ein großes Verdienst der Regierung Müller, die in Verbindung mit Dr. Strescmann dadurch den schlim- meren Dawesplan beseitigt hab«. Die Sozialdemokratie habe in der Regierung Müller innen- und außenpolitisch ihre Pflicht unb Schulbigkcit getan. Durch großzügige Arbeitsbeschaffung, steuerliche Gerechtigkeit und Fortführung der bisherigen Sozialpolitik wolle sie auch künftig für das Volk arbeiten. In der Aussprache wandten sich ein Kommunist unb ein Parteiloser gegen bie sozialbemokrafische Partei. Die Referenten antworteten den beiden Kritikern mit längeren Ausführungen. Hornoti.cn — TageskalenberfürMittwoch: Deut- sche Staatspartei: Wahleroersammlung, 20.30 Uhr, in ber Turnhalle an Dsroalbsgarten. — Gewerbeverein Gießen (e. 23.): Hauptversammlung, 20 Uhr, im Saale Kirchstraße 16. — Hausfrauen-Abenb: Vortrag „Das Gas im Dienste ber Hausfrau“: 20.15 Uhr im Eafs Leib — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Arche Noah". — Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Am Samstag, 30. August, 16 Uhr, finbet auf ber Walbbühne bei billigen Preisen eine Schülervorstellung von Shakespeares Lustspiel „Liebes Leid und Lust" statt. Am barauffolgen- den Sonntag wirb dasselbe Stück zum letztenmal im Sommerabonnement als vorletzte Vorstellung gegeben werben. (Stücke des Sommerfpielplans werden nicbt in den Winterspielplan übernommen!) Die Vorstellung am Sonntag beginnt bereits um 15.30 Uhr. Bei schlechtem Wetter wird im Stadttheater gespielt und dann keine Flagge am Theaterge- baube in der Südanlage gehißt werden. •• 6 0. Geburtstag einer bekannten Krankenschwester. Schwester G r a t l a n a vorn Katholischen Schwesternhaus begeht am Freitag, 29. August, ihren 60. Geburtstag. Seit 30 Jahren ist sie ununterbrochen in unserer Stadt tätig. Sie hat sich in vorbildlicher, aufopfernder Weise in den Dienst der leidenden Menschheit gestellt, ohne Unterschied des Stande« unb der Konfession. Möge es ihr beschieden sein, in derselben geistigen und körperlichen Frisch« wie seither ihre hohe Aufgabe erfüllen zu können. •• Prüfung der Schankgefäße. Born Polizeiamt wird mitgeteilt: Ab 1. September wird innerhalb der Stadt Dießen eine allgemeine polizeiliche Prüfung der Schankgefäße vor» genommen. " Am nächsten Sonntag vorübergehend gesperrt. Wegen der 10. Herbst- Regatta des Lahnregattaverbandes ist die BootshauSftraße zwilchen dem Bootshaus der Gießener Rudergeselllchast und der Wih- marer Straße (Bahnüberführung) am nächsten Sonntag, 31. August, von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. •• UraufführungdesGießenerStabt- theaters. Anläßlich eines Gastspieles unseres Gie. ßener Stabttheater-Ensembles in Bob Homburg am morgigen Donnerstag wird ein Lustspiel des jungen österreichischen Autors Wilhelm Lichtenberg „Seine Majestät das Publikum" zur Uraufführung gebracht werden. Lichtenbergs Stück ist bereits zu einer zweiten Uraufführung vom Wiener Burg- cheater angenommen worden. In Gießen wird es als letzte Vorstellung der diesjährigen Sommerspielzeit gegeben werden. •• Die Schwimmhalle im Städtischen Dolksbad, die in ben letzten Monaten wiederum einige Verbesserungen erfahren hat, wird vom näch- ften Freitag ab bem Publikum roieber zur Verfügung stehen. Gegen Üblen Mundgeruch, nach längerer Mundrvhe unb nach bem Rauchen benutze man zum Desodorieren anb Aromatisieren bes Atems eine Spülung mit bem herrlich erfrischenden Thlorodont-Mundwasser. Masche V- ML •• DieGießener Ga «wvche nimmt tK<üt ihren Anfang Täglich von 10 Ufcr ab »ft etm Ausstellung bei geringem Eintrittspreis geöffnet abends finden Vorträge statt. Bet dem heutigen Haussrauenaberrd werben zwei Themata behandelt werden, die für unsere Hausfrauen von besonderem Interesse sein bünten. Die gesamten Veranstaltungen finben im Saale des Gase Leid statt. •• Hessischer Handwerker- unb (Bee roerbetag Die bi es jährige Tagung des hessischen /)anbnxrks. und @eroerbcDcrbanbo findet am 4 und 5. Oktober in Alsfeld statt. Der Bezirk»« verband bes Kreises Alsfeld mit (einen Ortsgewerbe» vereinen, Innungen unb Fachoerbänben rüstet eifrig an den Vorbereitungen zu einem würdigen Empfang feiner Gälte. Die Tagung fall In Anwelenhett der Behörden eine große Kundgebung des helsifchen Handwerks unb Gewerbes werden, auf der hervorragende Männer des Reichsverbandes des deutschea Handwerks als Redner über die Forderungen be» Hanbwerks und Gewerbes sprechen werden. Man erwartet die Beteiligung weitester Kreise des f)anb- werk» unb Gewerbe» an dieser bedeutsamen Shinb- gebung. Einbruch In ber letzten Lacht haben Einbrecher dem Burg-Gastbos in der Burg Mün- zenberg einen Besuch abgefta:tet. Die Spitzbuben haben dabei nach ben ersten Feststellungen u. a. Schokolade. Zigarren ufto gestohlen. Die Lanbes- kriminalpolizeistelle Gießen hat die Untersuchung beute früh sofort aufgenommen. •• Zusammenkunft der 48. R.- D Am stund 7. Dezember findet in Nassau eine Zusammen« fünft ber Angehörigen ber ehemaligen 48. R.-D. (221, 222, 223. 224, 20er Jäger, R.-« 48) statt. Wie au» ben bereits vorliegenden Anmeldungen heroorgeht, ist das Interesie für bie Veranstaltung sehr rege. Nähere Auskunft bezügllch Quartiere ufro. erteilt Lehrer Mehl, Singhofen bei Nassau. Sine Erfindet auf dem Gebiete der Slektromusil. Darmstadt, 26. Aug (TU.) Hier wurde am Montag eine elektrische Orgel vorgeführt, bie von bem mit Mitteln der hessischen Regierung unb ber Stabt Darmstadt, sowie ber Rotgemeinschaft ber beutschen Wissenschaft unterstützten Organisten Jörg Mager kon- struierc worden ist. Mager hat in jahrelanger mühseliger Arbeit zunächst ein Musikinstrument in einem Stimmenregister hergestellt, bei dem die Töne mit Hilse der Radioröhre und des elektrischen Stromes erzeugt werden. Diese- Instrument. da- an sich schon eine vielleittge Verwendungsmöglichkeit hat, ist nun von Mager zu einer elektrischen Orgel mit vier Registern ausgebaut toorben, die gegenüber der normalen alten Orgel den Vorteil einer außerordentlichen Steigerung der musikalischen Ausdruck«- möglichkeiten hat. Diese wird vor allem dadurch erreicht, daß durch die Verstärkung oder Abschwächung de- elektrischen Strome«, der die Schwingungen der Resonanzen beeinflußt, die Klangfarbe beliebig verändert werden kann Zur Förderung der Erfindung ist seinerzeit die Glektro-Akustische Studiengesellschast gegründet worden. Die Vorführung ergab, daß nunmehr mit der fabrikmäßigen Herstellung der Orgel begonnen werden Fann. Oie Wetterlaqe. ewonteniM.® eene» »-m »m«eie*CW ncercie-ve«» vmeereeeaeu» Letu/m* Lüettcrvoraus age. Langsam schwächt sich bas Hochdruckgebiet, da» bis nach Skandinavien reicht, ab, unb ber Kern verlagert sich unter Zufammenschrumpfung weiter südöstlich nach den Dalkanlänbern hin. Die Winbe drehen langsam nach Süden zu unb tragen zur weiteren Erwärmung bei. Infolgedessen werden auch nachts die Temperaturen ansteigen unb tags« über wirb sich schwüles Wetter bemerkbar machen, wobei allmählich bie Bildung von Gewitterstörung gen einsetzen dürste. Aussichten für Donnerstag: Wenig Aendcrung. schwüles Wetter unb aufkommende Gewitterstörung. Aus sichten für Freitag. Weiter« Ucbergang zum Ditterungsumlchlag wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 26. August: mittags 24,8 ®rob Celsius, abends 16,7 Grad; am 27. August: morgens 14,2 Grad Maximum 25,2 Grad, Minimum 10,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. August: abends 23,1 Grad , am 27. August: morgens 16,4 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 10% Stunden. Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L» Bernard Für alle Frauen und Mädchen über 78 Jahre im 68. Lebensjahre. Gießen, 26. August 1930. Dhnc Thalrfio-Srstem Mit Thalyfia-System L 05247 Frankfurt am Main. 5909 V 5899 D [Verkäufe «IMMM Dlllmvillk-stvkeu.1 JjL und Einwohner, und Geschästsverzeichniffen von 7 Städten und 74 Gießen, den 27. August 1930. 05275 Einige Herren oder Damen 1862 1912 kaufen. 05270 GetaäiiMretariim Grieben und Herborn Direktion: Oie&en. OoethestraSe 32 dem Fachmann 5644D I Tttglich Stellenangebote liefert 1490V Radio Photo Telefunkendienst Telephon 2534 591 ID verhinö. vcrl. bat reichill. H«st »Vie gesunde Stau» gegen 15 pfg. postfrei durch Thalysta, Leipzig-«, Abt.S7 Zragendeunnvorl. und Auskunsterteilung durch die von Herrn vr. med. H. eßarme ausgebildeten Damen. zum Besuche von Privaten für einen bestens eingeführten Haushaltungsartikel gegen feste Spesen und hohe Provision gesucht. Schriftliche Angebote unter 05271 an den Gießener Anzeiger erb. Vermählungs - Anzeigen liefert die BrühPsche Druckerei Chauffeur gesucht. 5915 V Hub», Rittergasse 23 > Für die f ehern. Reinigung i Waschbenzin (Sonderqualität) reinigt alle Stoffe k Drogerie i X Winterhoff / Die tieftrauernden Hinterbliebenen. Frau Dorothea Maus nebst allen Angehörigen. Unser lieber Altersgenosse Konrad Maus ist gestorben. Sein Andenken werden wir stets in Ebren halten. — Beerdigung Freitag, den 29. August, nachmittags 2‘/j Uhr, aus dem Neuen Friedhof. Gießen. den 27. August 1930. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. “*?!) Der Borstand. W Alte Rasierklingen werden mit in Zahlung genommen beim Kaufe von Mulculo - Hohlschliff, der klingensparende Rasierapparat, mit Paiend-Dauerklingen Marke Mulcuto Lebenlang, welche den stärksten Bart sanft u. sauber rasieren u. diele Jahre brauch, bar bleiben. lOOOfach haltbarer als dünne Klingen. Viele Anerkennungen. Sparen, daS Gebot der Stunde. Angebot gratis und franko Mulcuto - SBtrf» Solingen. Varia-Dienst - Bosch-Dienst Instandsetzung sämtlicher Elektroanlagen an Kraftfahrzeugen Ruhl <& Fetzer Giefeen, Schanzenftr. 3 helft Aathma and Rheuma, annerdem Katarrhe, Bronchitli, Neuralgien, Frauenleiden, Kinderkrankheiten. Moderner KurmitteJ- haui - Althlitorbche Stadt Prorpekte durch die Kurverwaltung. TeL 711, Die Beerdigung findet Freitag, den 29. August, nachmittags 2% Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 05266 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer vielgeliebten, unvergeßlichen Mutter Frau Christine SchneiderWwe.,geb.Heinz sagen wir auf diesem Wege innigsten Dank. Die trauernden Kinder. Gießen (Bleichstr. 2), Köln, Ober-Roßbach, den 25. August 1930. Die Wieder-Eröffnung der Schwimmhalle im Städtischen Volksbad findet am Freitag, dem 29. August d. J., vormittags 7% Uhr, statt Gießen, den 27. August 1930 Städtisches Volksbad Gießen Steding Kurzgeschntttenes toiaditolz Vortrag: Frauenglück / Frauenleid (Eintritt frei! mit Ausstellung und Vorführungen am lebenden Modell (Thalysia-Hygiene-Lorsettschau) Sanierungen aller Art Inkasso Herrn. Kirchner Am Nahrangsberg 16 Fernruf 4107. [aMP 2 AMl möbliert, ArbeitS- u Schlafzimmer, von ruhig. Herrn gesucht. Schrift!. Angeb. mit Preisangabe unter 5914D a. d. Gs?. Anz. Schellfische o.K., Labliau o.K. Rotzungen, Zander Jisch-Iilets lebende Aale lebende Karpfen usw. <5. G. Mleitthe«« Babnboittrake 59 Televbon 3S66. 10/40 Opel Sonnenschein Lt- mousine m.Rolldach, 5-Sttzer und Notsitz, 3 Ersatzräder, zuverlässiger Wagen in bestem Zusiand, auch als Liefer-Auio für Bäckerei o. berat geeignet, versichert und versteuert, bill. abzugeben. Wollstr. 21. SladWn Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 8170 ____S494D Opel 2sttzig, in tadellosem Zustande, Umstände halber preiswert zu verkaufen. 05264 Marburg. Str. 34 Televbon 3788. Fehlt Ihnen die kautmänoische AnsbihlunO ? Dann verlangen Sie sofort kostenlos unsere aufklflrende Druckschrift Neue Kursei 15. Oktober 1930 Vogtsche Handelsschulen SOLBAD UND LUFTKURORT Wimpfen ,.n. Donnerstag, den 28. gugust 1930, im £Cjb Wir warnen vor Hauflerrrinnen, die mit »e,ug auf unsere Vorträge stemde Waren als Thalyfla-ZabrUate an bieten. Die Holzabfuhr aus den Staats- und Gemeindewaldungen muß bis 1. Oktober 1930 beendet sein bei Meidung forstgerichtlicher Anzeige. Gießen, 26. August 1930. 5906D Hessisches Forstamt Gießen. ttWMelSMlal-vertteiW für MMMWer Ein bedeutender Mineralbrunnen sucht für den hiesigen Platz u. Umgebung einen 1WW Betitelet der für eigene Rechnung waggonweise bezieht. Vortetlhaste Bedingungen und Uebernahme einer grohzilgigenReklame wird zugesichert. Offerten mit Referenzen unter F.U.O. 523 durch Rudolf Mosse. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 6 Uhr verschied sanft nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber, guter Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Konrad Maus Gut eingeführter Druckerei-Vertreter für die hiesige Gegend gesucht, für die Mitvertretung einer leistungsfähigen Klischeefabrik. Gute Verdienstmöglichkeit geboten. Offerten unter G 2325 an Koch & Münzberg, Frankfurt am Main, Annoncen-Exp. M10V Arbeitsvergebung. Für die Feldbereinigung Großen-Vuseck sollen auf dem Rathaus zu Großen-Buseck die Ausführung von 12 000 lfd. Meter Drainagen und das Anfahren der Drainrohre in mehreren Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wo Leistungsverzeichnisse, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich xu beziehen und wohin die Angebote verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eroffnungstermin am Dienstag. 2. September 1930, vormittags 9 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist zwei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehallen. Gießen, den 26. August 1930. 5908D Hessisches Kulturbauamt. S). Steinbach, Regierungsbaurat. Lieferungsvergebung. Für die Einrichtung des II. Jsolier- gebäudes der Medizinischen Klinik zu Gie- ßen soll die Lieferung des Bedarfs an Bettwäsche und Bettzubehör, Leibwäsche, Bekleidung usw., sowie die Lieferung von Roßhaarmatratzen auf dem Wege öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen und die Muster können bei der Verwaltung an Werktagen (außer Samstag), nachmittags von 3 bis 5 Uhr, eingesehen werden. Bedarfslisten werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. 5852D Angebote und Proben sind getrennt und verschlossen — mit entsprechender Aufschrift versehen — an die Verwaltung der Medizinischen fllinik zu Gießen bis zum 3 September 1930, vormittags 12 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist sechs Tage. 0engftfoi)ien 7- bzw. 1'/,jährig, zu verkaufen. 5905D Zimmer, Bingmühle, Grünberg (Hessen). Fernsvr. Nr. 4. Gut erhaltener Kinderwagen sow. Korbwagen zu oer- StattKarten. v3Nk82gUNg. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn David Löffert sagen wir allen herzlichen Dank. Familie Schneider und Albold. ILe« ||..M erhalten Sie sich llir HQyr schön und voll bei llflfll tägl. Gebrauch des eeee Echten Brennnesselhaarwassers nach Hofapotheker Schaefer. Haarausfall, Schoppen u. Kopfjockenverschwinden.Fein parfümiert Flaschen mitbringen. */< Liter 0.75 RAL V7Lit. 125 RM. Nur erhältl.Engel-Apo» ehek. Ehrliche, fleißige Wer gesucht. lStellenlose bevor».) Wo? sagt die Geschäftsstelle d. Giest. AnzeinerS. 05268 frische Fische u. Filets Schnitzelfisch / ff. Heilbutt Feinste Fettbückinge Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 23 5377A Tel. 2417 [Vermietungen | 4-5 - Zimmer- Wohnung «Zentrum» geg. Umzugskosten sofort abzugeben. Schriftliche Angeb. unter 05260 an den Gieß. Anz. Beschlagnahmefreie 3-ZinmrHog. für sofort zu verm. Schriftl. Angebote u. 05258 a. d. Giest. Anz. Sehr schön möbl. Zimmer für sofort od.l.Sevt. zu vermieten. 05277 Zu besichtig, vormitt. Kaiserallee 32 II. Mietgesuche | Beamter fucht für sofort ob. später alte 3-4 Sim.'Woön. möglichst mtt Bad. Dringltchkeitsschein vorbanden.'Lermlttl. wird honoriert. Schriftl. Angeb. unt. 05256 an d.Giest. Anz. Vorführungen: Thalysta-S^stern jutnSchutz und zur Wiederherstellung der guten Zigur u. de« Wohlbefinden«, T h a l y si a-Lon« struktionen Ale einzigartige «Original- Schöpfungen. Damplsäperk Lollar B. Nuhn, A.-G. |Verschiedenes! 2000 biS 3000 Mark gegenSicherheit von Selbstgeber gesucht. Schriftl. Angebote u. 05257 a. d. Giest. Anz. rviv warnen Sie IhrenLewerbungen aus Anzeigen ohne Samen Zeugnisse, urkunden ob. sonst wichtige Papiere beizufügen: Abschriften genügen zur Einleitung v. Ansteliungsvechand- lunaen. Oft i|f uns der Austraggever unbekannt und In ofefen Jätten können wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Giehenev Anzersev Hygiene - Schau von der Jugend bi» fne Alter gesund,normal-voll« 1 schlcknr,beschwerbefrei und schönen Zormenschutz im Wachotumoalreru.krttiich. Seit. Schöne Leine u.Züße HYPOTHEKEN-ABLÖSUNG Unkündbare Darlehen zum Bau und Kauf von Ein- und Mehrfamilienhäusern, Grundstücken und Gewerbebetrieben Günstige Tarife u. Vertragsdauer n.Wahl Prospekte kostenlos KOSMOS - BAUSPARKASSE der Deutschen Handelsbank AG. Stuttgart Bez.-Din: Frankfurt a. M., H.W. Loechner, RoDmarkt 12,Tel. 28068 Beatberufene Herren zur Mitarbeit und Vertretung gesucht! Zrauen-Vortrag: Wae jede Zran und jedes junge Mädchen von ihrem Lörper wissen sollte. Wie Hängelelb, -brust,Hüstensett Lrampfadern, »etnschwell. Zußschmer;. verhüt, werden. Ifliötige miwiet für eine Privat- KrankenkasseiErsatz- kasie) fosort gesucht. Schriftl. Angebote unter 05262 an den Giest. Anzeiger erb. sIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIl Bürogehilfin lStenogramm 150 Silben, perfekte Ma- fchtnenschretberin) sofort gesucht Schriftl. Angebote mit Lebenslauf und Gebaltsansvr. unter 59030 a. d. Gst. Anz. IIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIB Kausm. Lehrling zum Eintritt für L Oft. nef. 58260 Emil Mot llachs. lotst. mäOöien mit gründlich. Kennt- ntssen im Haushalt, o. zuverl. Charakter, bis 1. oder 15. Sept, gesucht. 2. Mädchen vorhanden. Guter Lohn. Dauerstellung. Schriftl. Angeb. unt. 05238 a. d. Giest. Anz. ZuverläfL junges Mädchen mit guter Allgemeinbildung und Kenntnissen i. Maschinenschreiben, f. Bureau für fosort gesucht. Schr. Ang. mit Ge- haltsanspr. u. 5898D an den Giest. Anz. Perfektes Mädchen für kleinen Haushalt t2 Pers.) gesucht. Schriftl. Angebote u. 05269 a. d. Giest. Anz. Im Haush. erfahr. Mädchen zum 1. 9. 30 f. tagsüber gesucht 05276 Müblstraste 20 I. Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schasts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / preis 10Reichsmark Oberhessischer Meßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 LNavken-Ävttket Führende Firma der Branche sucht für Hessen und Ober- Hessen einen 5900V Reifenden gegen . Vergütung von Gehalt, Reifefvesen und Umsatz, vrovinon. Es kommt nur em Herr in Frage, der längere Jahre die Kolonialwarengefchäste in Hessen besucht hat u. gut etngeführt ist. Andere Angeb. zwecklos. Führerschein 3b erwünscht. Gest. Offenen unter Angabe des Alters usw. unter F. U. L. 620 durch Bndol! Blosse, Gießen, erbeten. Vorbereitung zum Physikum wird übernommen. Zu erfr. i. d.Geschst. d' Giest. Anz. 05259 Unsere Sonnlags- Debnngs-Tanzslnnde für die neuesten mo> dernen Tänze beg. am Sonntag, dem 31. Ang., vormitt, von 11—12 Uhr, wozu totr unsere ehem. Schülerinnen und Schüler hiermit Höst, einladen. 5907V Tanzinstitut Bäuike Licher Str. Tel. 3835. An einem Schüler-Tanzkuiw können noch einige Schülerinnen und Schüler leilnehmeir. Schr. Ansr. u. 05261 an den Giest. Anz. Portemonnaie mit Inh. am 26.8. Ecke Markt- u. Balmbof- straheverloren.Ab- zugeben geg. Belohn. Kaplanögasse 17. KaplanSgaffelvIL AWIllelglllS zirka 1 Hektar, zu verkaufen. 05272 Cbr. Jndertbal, Giesten, Neuen Bäue 27. Friibkartoffeln per Zent. Mk. 4.50 zu verkaufen. 5907V Wolittraste 21. 2 Morgen Grummetgras zu verkaufen. [05263 Hammttraste 16. | Kaufgesuche | Kleiner Herneu oder gebraucht, zu kaufen gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 05273 a. d. Gtest. Anz. od.Bohlen u.Bretter zur Erstellung von Regalen, neu oder gebraucht, zu kaufen gesucht. Schriftl.An- gebote unt.05274 a. d. Giest. Anzeiger erb. Empfehlungen cevecüe Aale vlausellv. ö. Boöenfee Wesottenseefislve Täglich frische Böudierroaren empfiehlt in bekannter Güte Ä. Koch Nacht Mänsbnrg 15,Tel.3612 Donnerstag» von l/i6 Uhr nachmittags Zwiebelkuchen Backerei Lange Neustadt 47. 577oD Karl Overbeck Rodbeimer Str. 58, zur Reparatur. Telephon 3715 An- und Verkauf gebr. Maschinen. Äerbtüffend Ll^r°n-ü".ü Tomaienschneider diese Frucht zerlegt. I4984A Edgar Borrmann / Eifenhandlung Donnerstag, den 28. August 1930, nachm. 2 Wr, versteigere ich im Löwen,Muen- weg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: eine Vitrine, einen Gasherd, einen Eisschrank, zwei Regulatoren, sechs Chaise- longues, einen Ausziehtisch, ein Klavier, fünf Stühle mit Ledersitz, drei Büfetts, drei Wanduhren, drei Kredenzen, einen großen Zimmerteppich, drei Tische, 20 Stühle, drei Schreibtische, einen Bücherschrank, zwei Rührmaschinen, ein Vertiko, vier Sofas, zwei Diwans, vier Sessel, einenKassenschrank, ein Wirtschaftsbüfett, eine Schreibmaschine, eine elektrische Ständerlampe, einen Sprechapparat, eine Schneider-Nähmaschine, zwei Steppdecken, drei Garnituren Bettwäsche, zwölf Kopfkissenbezüge, sechs Deckenbezüge, Handtücher, Bettücher, zwei Ladentheken, Haarbesen, Fahrleinen, Kinderspiele, Kokos- und Roßhaarbesen, Scheuertücher, Fensterleder, Kinderklappstühle, drei Warenschränke, sechs eiserne Träger, 66 Flaschen Likör. (5912D Der», Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon Nr. 4101 Fischerei-Verpachtung. Am Montag, dem 1. September 1930, oll im Rathaus die der Gemeinde Ober- Ohmen gehörige Fischerei um 12 Uhr mit- tags unter den bekanntgegebenen Bedingungen auf die Dauer von 12 Jahren öffentlich meistbietend verpachtet werden. Bürgermeisterei Ober-Ohmen. Horst. 5901D Nr. 199 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhesfen)Mittwoch, 27. August 1950 Frankreichs Prosperität. Don Otto (korbach. Man hatte sich schon fast daran gewöhnt, die vereinigten Staaten für do» einzige Land au hatten, das den Weltkrieg wirklich gewonnen habe, indem e» auf Kosten de» verarmten (Europa für alle absehbare Leit seine wirtschaftlichen Kräfte frei entfalten könne. Die ganze übrige Welt ftarrte jahrelang wie hypnotisiert, neiberfiiüt, auf die ame- rikanilche „Prosperity". Daß auch Frankreich gleichzeitig einen glanzenden wirlfchastlichen Auf- fchwung erlebte, wurde wenig bemerkt, noch weniger aufmerksam verfolgt, zumal die klugen leitenden französischen Staatsmänner durch bewegliche Klagen über die Hartgesottenheit de» amerikanischen @e» somtgläubigers die Blicke von dem besruchtenden Strom deutscher Neparatianen abzulenken muhten. Um so deutlicher, in die Augen springender, hebt sich heute der unerschütterte und ungestörte Wohlstand de» neuen Frankreich von der allgemeinen Weltwirtschaftskrise ab, die gerade in der nprb- amerikanischen Union eine beispiellose Prosperität beispielloser Zerrüttung preisgob. Während alle anderen Länder, in der Alten wie in der Neuen Welt, mit unerhörtem massenhastem Arbeit»- losenelend zu kämpfen haben, faugt der fron- zosistde Arbeitsmarkt noch wie vor Arbeit»- k raste au» femden Ländern auf. Noch im Jahre 1929 sind nach offizieller Zählung 164 048 ausländische Arbeiter, alle mit behördlicher lkinwil- ttgung, nach Frankreich gezogen. Außerdem siedelten zahlreiche fremde Arbeiter ohne behördliche Erlaubnis noch Frankreich über. Dabei blieb das Angebot auf dem französischen Arbeitsmarkte noch hinter der Nachfrage zurück. Durchschnittlich blieben im vorigen Jahre monatlich 19 2 2 8 offene Arbeitsstellen unbesetzt. Nachdem das Land während des großen Krieges saft alle Fremden abgestoßen hotte, gab es in Frankreich, von den Kolonien abgesehen, schon 1925 wieder 2 845 214 Ausländer. Seitdem schien genauere Angaben, aber die Ziffer stieg und ftelat unaufhaltsam. Nur ein r a s ch w a ch- sender Industrialismus konnte, trotz aller menschlichen Arbeitskräfte frei fetzenden Wirkungen moderner Maschinerie, einen solchen massenhaften Zuzug fremder Arbeitskräfte beschäftigen. Im Jahre 1920 hatte die französische Industrie erst wieder 62 d. S). ihrer Produktion während des letzten Jahre» vor dem Kriege (1913) erreicht, aber 1924 war dieser Index bereits auf 109, 1928 auf 127, Ende 1929 auf 144 v.H. gestiegen, ohne seitdem einen Rückgang zu erfahren, von der allgemeinen Gesundheit des sranzvsischen Wirtschastsorgonismus zeugt der Umstand, daß der Preisindex nunmehr 112 o.Z). de» Vorkriegsstandes beträgt, gegen 134 v. h. in Deutschland. Die Unterhaltskosten einer Arbeiterfamilie betragen in Frankreich 113, in Deutschland 153 d. H. derjenigen der Vorkriegszeit. Nur auf solcher soliden Grundlage konnte die Bank von Frankreich in den letzten Jahren mit (Er- Elfi eine Art Go 1 dkrieg gegen die angel- chs Ischen Mächte fieren. Ende 1926 wurde r Franken de facto stamlisiert. Seitdem hat sich der Goldbestand der Bank von Frankreich mehr als verdoppelt: in den letzten zwölf Monaten betrug die Zunahme allein neun Milliarden Franken, also rund 1,5 Milliarden Reichsmark. Zunächst kam der Zustrom aus einer Reihe von Ländern, deren Wechselkurs auf Paris eine folche Umlagerung begün- fügte, dann aber in immer größerem Umfange vorzugsweise aus England. Der größte Teil des an den Londoner Markt gelangenden südafrikanischen neuen Goldes wanderte nach Paris ob. Außerdem verlor die Bank von England binnen weniger Monate 12 Millionen Psund Sterling. Neuerdings wurde dieser Zustrom wieder mehr von einem amerikani- schen abgelöst, der sich über die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich nach Paris ergoß. Zum Teil erklärt sich der wirtschaftliche Aufschwung Frankreich daraus, daß es sich erst infolge des großen Krieges in einen wirklichen m o - dernen kapitalistischen Staat verwandelte. dem dann sowohl die deutschen Reparationszahlungen wie die fortdauernde Möglichkeit landwirtschaftlicher Selbst- Oie Spielregeln der Ehe. Don Max Sidow. ES scheint, alS gäbe cS für Witzeleien kein Thema. daS dankbarer wäre, als die Ehe. Alle Witzblätter oller Zeiten find davon erfüllt, unzählige Anekdötchen werden über die Ehe erzählt und verständnisvoll bekichert, begrinst, belacht, mögen sie nun wirklich neu oder nach einer ruhmreichen Geschichte, von Generation zu Generation vererbt, von Volk zu Volk kolportiert, in ein ehrwürdiges Alter eingegangen sein: bem gutwilligen Hörer sind sie immer neu und immer ergötzlich. Der gutwillige Hörer — ach, in den meisten Fällen ist er selber Ehemann, lacht über sich selbst und merkt eS nicht, erkennt sonderbarerweise nicht, daß all diese Scherze im letzten Grunde unwahr sind, eine von der Konvenienz aller Ehemänner sanktionierte Fälschung, bei der man den Humor zugunsten einer flachen Satire unterschlagen bat. Denn, beim Himmel!, diesen Witzen fehlt zumeist die Konsequenz der Durchführung, man hat ihren anekdotischen Charakter entstellt und ihnen den organischen Schluß genommen: sie find wie Hunde, die dem naturgewollten Zustande zum Trotz mit gestutzten Ohren -und verstümmelter Rute einherlaufen. So geschah eS auch mit einer Anekdote auS napoleonischer Zeit, von der wir hier berichten wollen. Obren Anfang kennt man vielleicht als einen jener billigen Witze über die Ehe im allgemeinen und die Kläglichkeit der Ehemänner im besonderen. Ihr wahrhaftiger Schluß jedoch ist unbekannt, und um seinetwillen verlohnt es sich schon, den Beginn zu wiederholen. 3n das Kaffeehaus einer südfranzösitchen Stadt trat eines Rachmittags ein Mann mittleren Alters. der sich mehrmals umsah, scheu, ein wenig gedrückt, fast ängstlich, bevor er sich an einem Tische im verborgensten Winkel des Raumcks niedcrhockte. Er bestellte sich etwas zu trinken, ließ aber den Schnaps, den ihm der Kellner brachte, lange Zeit unberührt, stützte den Kopf in die Hand und starrte regungslos vor sich hin. So sah er eine ganze Weile, bis endlich das Kartenspiel, das zwei ältere Männer am Reben- tische voll Eifer betrieben, seine Aufmerksamkeit zu fesseln und ihn von den Sorgen, die seine Stirn furchten, abzulenken begann. Er rückte näher, so daß er den beiden Spielern in die Karten sehen Versorgung außerordentlich zustatten kamen. Schon die Kriegsoerhättniste brachten für die Fran- Zofen, von Hause aus ein Volk typischer Kleinbürger mil angeborener Abneigung gegen alle wirtschaftliche Mechanisierung, den Zwang mit sich, dem modernen, auf Massenproduktion eingestellten Industrialismus Konzcffionen zu machen. Die Arbeit für die „nationale Verteidigung" in den Jahren 1914 bi» 1918 mußte mehr im Sinne der Massen- als der Qualitätsproduktian organisiert werden. Dann bescherte Frankreich der Vertrag von Versailles da» Geschenk einer übermächtigen Metallurgie. Die RuckkehrLathringen s in die Grenzen Frank- reich» verdoppelte seine Produktionskapazität für Eisenerz (40 000 000 Tonnen statt 22 000 000, wie vorher): sie verdoppelte ebenso nahezu seine Er- Zeugungsfähigkeit für Roheifen (8,8 Mill. Tonnen statt 5 Mill.). Und da in den nördlichen Departements da» Wirtschaftsleben fast ganz neu aufgebaut werden mußte, wurde es notig, sich dafür das Verständnis für moderne Planwirtschaft anzu- c.flncn. Die Größe dcs Programms, die g c ro eiligen Mittel, die zur Verfügung standen, der Vorteil, von Grund auf Neues zu gestalten, alles das drängte beim Wiederaufbau in den zerstörten Gebieten in der Richtung mirtfamfter Standardisierung im Sinne moderner Industrie. Für den Export kam es dcm französischen In- duftrialismus zustatten, daß die Nachkriegszeit auch neue Möglichkeiten für die Anwendung traditio- netter französischer Wirtschaftstugenden bot. In den meisten Lander war eine Klasse „neuer Reicher" entstanden, in deren Kreisen sich all- mählich, besonders in den Vereinigten Staaten, geradezu eine Sucht entwickelte, Dinge zu kaufen. Die sich andere nicht leisten können. Das waren die gegebenen Kunden für solche französische Produzenten, die ihren Individualismus auf dem Altäre moderner Massen- und Serienfabrikation nicht gänzlich opfern wollten. So kam es, daß z. B. in der '21 u fein b u ft r i e in keinem Lande so viele Spielarten eleganter Wagen auf den Markt gelangten als in Frankreich, die mit der Zeit auch auf fremden Märkten immer leichter Absatz sanden. Die Kundschaft der „neuen Reichen" sorgte auch bafür, daß fran* Abstiche Deine unb Liköre. Tafe 1 früchte. Gemüse, Blumen usw. ihren allen Rus behaupten konnten unb einem Teil der Bevölkerung Frankreichs geftatteten, in den ausgetretenen Bahnen wirtschaftlicher Irabition zu verharren Die französische Nachkriegs Prosperität bat ober auch ihre Kehrseite, unb bie besteht in ihrer Abhängigkeit von politischen Voraussetzungen, um beren ,.cid)erbeii" es nichts weniger als günstig bestellt ist. Je mehr ber Wohlftanb Frankreichs dem anderer europäischer Länder vorauseitt, desto mehr wachst der politischeKraftaufwand, durch den die französische Regierung den auf dem Versailler Frieden begründeten etatue quo zu sichern suchen muß. Damit hängt es zusammen, daß bas sranzosische Wirtschaftsleben von einem immer unersättlicher sich gebärdenden F i » k a 1 i s m u s überwuchert wird. Tardieu stellte kürzlich mit besorgter Miene feft, daß die Anforderungen des Fiskus nachgerade ein viertel des nationalen Einkommens aufsaugen unb daß eine große Zahl von Einkommen dadurch halbiert würde. In dem Maße, wie im französischen Gemut die Sorge um bie Zukunft der „Sicherheitspolilik" wächst, schwinden alle Hemmungen gesunden Menschenverstandes gegen das Anwachsen eine» politischen unb militärischen Machtapparates, ber vor allem f ü r bie Sicherheit einer Wohlstanbsinsel am Ranbe eines oerelenbenben Erbteils hasten soll. In basselbe Kapitel gehört b i e Go1dpo 1 itik ber Bank von Frankreich Sie zieht nicht Gold aus aller Welt an, um durch eine kredilschöpferische Wirksamkeit auch das Wirtschaftsleben anderer Länder zu befruchten, sondern hauptsächlich deshalb, u m der französischen Sicherheitspolitik einen um s o ft Örter c n Rückhalt z u geben, die feit ber Lon- boner Flottenkonferenz nicht sehr mit dem Wohlwollen der angelsächsischen Mächte rechnen kann. So trägt die französische Nachkriegs-Prosperität doch letzten Endes den Eharakter politischen Spielgewinns, der bei einem neuen Wandel weltpolitischer Machtoerhältnisse ebenso schnell zerrinnen tann, wie er gewonnen wurde. Der Sntourf eines neuen ReichslagswahlreW. Don Ministerialrat Dr. Kaisenberg, weiter der Derfassungsabteilung im Reichsministerium des Innern. DaS Reichskabinett hat in der letzten Woche den Entwurf eines ReichswahlgefetzeS verabschiedet. Der Entwurf will die besonderen Mängel des geltenden Wahlrechts, die großen Wahlkreise unb die langen Listen und die dadurch hervorgerufene Entpersönlichung unb Mechanisierung der Wahl beheben. Die parteipolitische Konzentration und der Gedanke der Verbundenheit deS Abgeordneten mit feinem Wahlkreise soll gefördert, der Wähler soll wiederum unmittelbar an die Reichswillensbildung herangebracht werden. Um diese Ziele zu erreichen, sieht der Entwurf eine wesentliche Verkleinerung der Wahlkreise, die Beseitigung der Reichsliste und den Wegfall des amtlichen Stimmzettels vor. Einzelpersönlichkeiten soll der Weg zum Parlament wieder eröffnet werden. Es ttxrbcn 16 2 Wahlkreise gebildet, die zu 31 Verbänden, diese zu 12 Ländergruppen zusammengesaßt find. Die Wahlkreise umfassen durchschnittlich 385 000 Einwohner oder 225 000 Stimmberechtigte. Die 31 Verbände entsprechen im wesentlichen den heute geltenden 35 großen Wahlkreisen. Der amtliche Einheitsstimmzettel wird abgeschafft. Die Stimmzettel müssen wiederum von den Parteien oder den Wahlkomitees besorgt werden. Sie müssen den Ramen des Bewerbers enthalten, dem der Wühler seine Stimme geben will. Sie können auch zwei oder drei Bewerber aufführen. Den Ramen der Bewerber kann ihre Partei hinzugefügt werden. In einem Wahlkreis dürfen unter derselben Parteibezeichnung nicht verschiedene Stimm- zettel bestehen. Die Verrechnung für die Feststellung des Wahlergebnisses ist einfach. Zunächst wird ermittelt die Zahl der auf bie Parteien entfallenden Sih«. Bei Ginzelbewerbern ist lediglich das Erreichen der Derteilungszahl festzustellen. Die Zahl der Sitze für eine Partei ergibt sich dadurch, daß die Gesamtzahl der im Verband für eine Partei oder Bewerbergruppe abgegebenen Stimmen die Derteilungszahl (70 000) geteilt wird. Die Partei- sihe werden auf die Bewerber nach dem d'Hondtschen Höchstzahlenversahren verteilt. Auf diese Weise wird erreicht, daß innerhalb eine- Verbandes die einzelnen Stimmzettel einer De- Werbergruppe oder Partei nach Maßgabe ihres Wcchlerfolges in den verschiedenen Wahlkreisen berücksichtigt werden. Praktisch bedeutet dies, daß die auf einen Stimmzettel entfallenen Stimmen zunächst dem Bewerber zufallen, der an erste r Stelle im Stimmzettel auf geführt ist. Der zweite und dann der Dritte Bewerber werden erst berücksichtigt, wenn dieser Stimmzettel nach den ausgesonderten Teilzahlen wieder zum Zuge kommt. Den Grundsätzen der Verhältniswahl würde ausreichend Genüge geleistet sein, wenn die Stimmen im Verbände zusammengerechnet und die den Parteien zukommenden Sitze unter Derücksich- tigung der im Verbände für die Partei abgegebenen Stimmen ermittelt werden würden. Hierbei würden indessen doch noch große Restftimmen unberücksichtigt bleiben. Die Wahlreform sieht daher noch einen Ausgleich innerhalb der Parteien vor. Dieser Ausgleich soll konnte, und beobachtete nun mit wachsender Teilnahme Stich um Stich und Spiel um Spiel. Einige Male noch sah er furchtsam nach dec EingangStür, bald jedoch verloren sich auch diese ängstlichen Regungen. WaS sich im Lokal zutrug. Kommen und Gehen, lebhaftes Gespräch und Bewegung, wurde ihm gleichgültig: allein das Spiel interessierte ihn und zwar so sehr, daß eS schien. alS wollte er nur zu gern daran teilnehmen. Indessen, die beiden Spieler hatten seiner wenig Acht. Sie schauten wohl dann und wann einmal auf und zu ihrem Rachbarn hin, aber nur, um sich dann um so lebhafter wieder den Karten zuzuwenden. So verging die Zeit. Das Lokal leerte sich und füllte sich wieder. ES wurde Abend und wurde Rächt. Die Kellner liefen hin und her, Gläser flirrten, das Summen der Gespräche schwoll auf und ab, der Aabaksgualm stieg empor, vernebelte in dicken Schwaden den Raum und zog durch Tür und geöffnete Fenster m bie sommerliche Schwüle der Straße. Roch immer saßen die beiden Spieler hinter ihren Karten, noch immer hockte der einsame Zuschauer in seiner Ecke und sah ihnen zu. Er hatte seinen Kognak längst ausgetrunken, nun stand eine Weinkaraffe vor ihm und ein GlaS, aus dem er von Zeit zu Zeit den dunklen Bordeaux schlürfte, aber wohl ohne fonderlichen Genuß: denn er trank achtlos, seine Stirn halte sich noch nicht geglättet, obwohl ihn seine Sorgen nicht mehr zu quälen schienen. Um Mitternacht verringerte sich die Zahl der Gäste. Mählich wurde es stiller, die Kellner räumten das Geschirr von den leeren Tischen, standen gähnend herum oder räkelten sich hinter der Theke. Die Stunden rannen träge vorbei, bald gingen auch die letzten Gäste nach Haus, und nur die Spieler blieben unverdrossen bei ihren Karten. und jener Einsame sah gekrümmt auf seinem Stuhl und verfolgte aufmerksam jede ihrer Be^ wegungen. Endlich — es mochte bereits vier Uhr morgens sein — hieb einer der Spieler die Faust auf den Tisch, daß die Gläser flirrend tanzten, warf die Karten hin und stieß wilde Flüche aus. Der Stich, den der andere eben getan, sei gegen die Regeln, schimpfte er, und ob er selbst dabei gewänne oder verliere, so wünsche er doch, daß der Ordnung gemäß gespielt werde und nicht nach Laune. Sein Gegner verteidigte sich und rief, er ferme die Regeln genau und habe auch richtig gespielt, jener dagegen verstünde nichts von den Karten. So wetterten beide gegeneinander, schrien und stritten, bis schließlich der erste sich xum Rebentische wandte: .Hier", sagte er, .unser Rachbar hat alles mitangcsehen, er wird dir sagen können, wer richtig gespielt hat. Richt wahr, Herr, Sie haben die Güte, zwischen uns zu richten? Bitte, entscheiden Sie, wer von un- beiden im Recht ist!" Der Angeredete erhob sich erschrocken und stotterte verlegen: ,3a — natürlich sehr gern, — aber wenn ich nur Ihr Spiel kennen würde! Ich selbst habe es noch nie gespielt und verstehe von seinen Regeln nicht das mindeste!" .Was?"', schrie jener und wurde blaß vor Zorn. .Sie verstehen nichts davon? Aber bei allen Teufeln, warum sitzen Sie bann hier zwölf Stunden lang wie festgewachfen unb gucken uns in bie Karten T* .Ach — verzeihen Sie! — ich bin verheiratet." Dem Spieler verflog die Wut vor diesem jämmerlich-trotzigen Gestammel. Und als er nun den kläglichen Ehemann, diesen ängstlichen Empörten, dem mehr um feine gefährdete Zuflucht als vor dem Gelächter der andern bangte, so vor sich sah. schlug er ihm lachend und tröstend auf die Schulter. .Ra ja“, schrie er, während ihn daS Lachen noch immer beutelte: .Die Langeweile hier ist Ihnen also lieber als die Kurzweil zu Haus. Beim Eatan, das faim man verstehen!" Aber der zweite Spieler, der bisher kaum gelächelt hatte, sagte nun mit bösem Ernst zu dem Unglücklichen: .Mein Lieber, mir scheint. Sie verstehen noch weniger von der Ehe als vom Kartenspiel. Beides ist eine Kunst, die gelernt fern will. Während aber bei unferm Spiel der Zufall bie Karten mischt, entscheiden in der Ehe ganz allein der Wille und das Können." Der Jämmerliche nickte trübe. Doch da geriet der zweite Spieler mm seinerseits in Wut unb schrie ihn an: .Was wollen Sie noch hier? Geh'n Sie nach Haus! Bezahlen Eie bort das Spiel, das Sie verloren haben, ehrlich, wie eS sich gehört. Und toerm Eie ein Mann von Ehre sind, so fordern Eie Revanche! Aber ich rate Ihnen. lernen Eie zuvor die Spielregeln der Ehe. sonst verlieren Sie Kopf und Kragen dabei!" Einen Augenblick lang stand ber Ehemann, von Verblüffung betäubt, vor dem Aufgebrach- m größeren Ausgleichsverbänden geschallen werben, Diese Ausgleiche verbände schließen sich zweckmäßig an die Landes- oder provinzielle t?liebe» rung an unb werden daher . Ländergruppen* genannt. Im Zusammenhang mit der erstrebten Vereinfachung der öffentlichen Verwaltung wirb eine allgemeine Termin be rang ber Parlamentsmitglieder gefordert Die Regierung schlägt daher vor. die Derteilungszahl von 60 00b auf iDOOO zu erhöhen. Die dadurch eintretende Verkleinerung der Mitglieberzahl des Reichstags wirb bei gleicher Wahlbeteiligung wie bisher einen Ausgleich durch den auf der Dcvöl- kerungszu nähme beruhenden Zuwachs an Wahlberechtigten finden. Rach der Regelung des Entwurfs bedarf c# nicht mehr der Einreichung von Wahlvorschlägen. DaS gaiue Wahlversa h re n ist wesentlich vereinfacht Die poli- tischen Organiiat.onen erhallen ein größeres Maß von Selbständigkeit. öuyelbetocrber sind zuge- laften und haben auch praktisch Aussicht, sich burchzusetzen. Diese Aenderunoen gegenüber dem geltenden Verfahren machen den amtlichen Ein- hellsfiimmzettel entbehrlich, dessen xiweckmäßig- keit schon beim gegenwärt gen Zustand in Zweifel gezogen werden muß. Mit der Regelung, die der Gesetzentwurf vorsieht, wäre der Sinerwahl. loireit dies Im Rahmen der Verhältniswahl überhaupt erreichbar ist, möglichst nahe gekommen. Der Kamps wird nicht mehr am den Platz auf der Liste gehen, weil es lange Listen nicht mehr gibt, sondern um die Zuteilung günstiger Wahlkreise Damit unterließt er in verstärktem Maße der Kontrolle ber Wählerschaft sowie bem Wettbewerb zwischen den Parteien in der Auswahl hervorragender Bewerber für bie einzelnen Wahlkreise. Die politische G e s a m t pe r s ö n l i ch ke i t beS Bewerbers tritt mehr als bisher in ben Vordergrund. Don Wahlreformem muß man immer wieder hören, die Wahlreform müffe den Einerwahl- kreiS erstreben. Indessen haben alle Versuche, die Einerwahl mit ber Verhältniswahl zu verbinben, so interessant diese Vorschläge an sich sind, zu brauchbaren Ergebnissen nicht geführt. So hat ber StaatSrechtslehrer Walter JeIlinek die Mängel deS geltenden Wahlsystems durch eine Proportionalisierung des alten Reichstagswahlrechts zu beseitigen versucht. Sein Dorschlag will eine Verbi nbung Herstellen zwischen der Sinerwahl nach dem alten Prinzip der Mehrheitswahl und dem neuen Prinzip ber Verhältniswahl. Auch anberc Wahlreformvorschläge sind gemacht worden. Sie sind alle auf ihre praktische DerwertungSmöglichkeit und ihre Auswirkung geprüft worden mit dem Ergebnis, daß die Stner- wahl im Rahmen der Verhältniswahl nicht verwirklicht werden kann. Die »kleine Liste", wie fie die Wahlreform zuläßt, ermöglicht einen gewissen Interessenausgleich durch Berücksichtigung von Vertreterin verschiedener Richtungen innerhalb einer politischen Organisation. Auch wird so den Schwierigkeiten begegnet, bie ber Ausstellung einer Frau alS Alleinbewerberin im Wahlkreis entgegenstehen. Die Wahlreform kann also nur daS Ziel haben, ber Sinerwahl möglichst nahe zu kommen. Gleich- r?itig muh die Konsolidierung der po- ittschen Parteien angestrebt werden, um klare Mehrheitsverhältnisse im Parlament zu schaffen und so bie Regierungsbildung zu erleichtern. Aufgabe deS Parlaments im Staate mit parlamentarischer Verfassung ist es, dem Staate die Führung zu geben. Diese Ausgabe kann das Parlament nur erfüllen, wenn die Parteizersplitterung nicht überhond nimmt. — Die Geschichte aller Wahlreformen lehrt, wie schwierig es ist, eine Wahlvefvrm durchzusehen. Eine solche hat nur Aussicht, wenn Verfass ungSä nde ru n ae n vermieden werden. Der Vorschlag der ReichSregierung bedingt feine Verfassungsänderung^ Er weist den Weg, wie die vom deutschen Volke geforderte Reform verwirklicht werden kann. ten. Dann raffte er sich zusammen, warf dem grinsenden Kellner ein Geldstück zu und lief hin aus. Die beiden Spieler kehrten zu ihren Karten zurück. Ihren Streit hatten sie gänzlich vergessen. Aber sie sollten nicht lange ben neuen Frieden ihres Spiels genießen. Don der Straße her scholl Lärm. Eine kifenbne Weiberstimme schrillte. Plötzlich flog die Tür auf, eine junge, hübsche Frau wurde hereingestvßen, unordentlich angezogen, in Rock, Rachtjacke und Haube. Hinter ihr erschien, toterregten Gesichts, der Ehemann, zerrte sie, die vor Scham verstummte, bis an den Tisch der erschrocken aufspringenden Spieler und brüllte: .Hier ist sie! Sehen Sie sich diese Bestie nur genau an unb sagen Sie selbst, ob daS ein ehrlicher Partner für ein Spiel nach ihren kunstvollen Regeln ist!" Er hatte die Frau dabei loSgelassen. Run hielt er inne, wischte sich den Schweiß von der Stirn, stand erschöpft da unb sah sich um, auf einmal ganz verändert, ratlos, alS habe et feiner Tapferkeit zuviel vertraut und wüßte mm nicht mehr weiter. Doch ba fuhr das Weib auf ihn los, schüttete einen Mund voll Spülicht über ihn auS, lieh ihre Fäuste auf ihn niedersausen, schlug dann aber plötzlich die Hände vorS Gesicht und lief laut aufschluchzend davon. Ganz verstört stolperte ber Mann ihr nach. Die Spieler blickten sich kopfschüttelnd an. Dann nahmen sie ihre Karten zusammen, zahlten und gingen. -Der Wann ist zu bedauern", sagte der eine. .Ihm ist nicht zu helfen", meinte der zweite unb zuckte die Achseln: .Dieser Dummkopf lernt bie Kunst ber Ehe nie!“ Das nächtliche Abenteuer war bald in der Stadt bekannt. Man lachte über den kläglichen Ehemann und erkundigte sich begierig bei den Rachbam nach neuen Schlachten zwischen den beiden Eheleuten. Aber seltsamerweise erfuhr man hiervon nichts. Es hieß vielmehr, daß — o Wunder! — bie feindlichen Gatten nurunefjc still unb friedlich unb voller Liebe zusammenlebten. als ob sie die Regeln deS gefährlichen Spiels doch endlich gelernt hätten. Ob nun die Scham sie bekehrt unb belehrt ober die plötzlich erwachte CZkmunft, das hat bie enttäuschte Schadens veube nie erfahren können. Geschichten aus aller Welt. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der Duellant bittet um Gefängnisstrafe. (v) Budapest. Aehnlich wie in anderen Ländern sind Duelle auch in Ungarn gesetzlich verboten. Woraus jedoch nicht etwa heroorgeht, daß man sich nicht schlägt. Im Gegenteil: die magyarischen Kavaliere halten es für unter ihrer Würde, Differenzen anders als mit der Waffe in der Hand auszutragen. Hinterher föhnt man sich eben (in den meisten Fällen) aus und nimmt die kleine Strafe gern mit in Kauf; meist eine kurzfristige Freiheitsstrafe, die jedoch mit Geld abzulösen ist. Kurz: das Duellieren zwischen Pußta- kavalieren gehört zu den Alltäglichkeiten, über die sich kein Mensch weiter aufreat. Und daß man einen solchen Sünder auch wirklich ins Kittchen gesteckt hätte, kam in den letzten hundert Jahren kaum ein einzigesmal vor. Jetzt ist aber das Eis gebrochen. Der junge Rechtsanwalt Dr. Stephan Katona schlug sich mit dem Bürgermeister Dr. Josef Toth in KecskemLt. Und bat den hohen Gerichtshof, seine Strafe absitzen zu dürfen. Da er augenblicklich so knapp bei Kasse fei, daß ihn die Geldstrafe weit unangenehmer berühren würde als die Einsamkeit der Zelle! Die ungarischen Richter waren menschenfreundlich genug, der sonderbaren Bitte nachzukom- men, und Dr. Katona „durfte" ins Gefängnis. Er bedankte sich geziemend für die Güte der Richter. Seinem Beispiele dürften mit Rücksicht auf die auch im Magyarenlande katastrophale Wirtschaftslage bald mehrere Herrschaften folgen. Neapel sehen und — auf dem Bahnsteig telefonieren... (g) Rom. „Frische Würstchen, Obst, Bier, Schokolade, Zeitungen, saure Drops gefällig?" Ein Glas Chianti? Oder gar Asti Spumante, den wundervollen italienischen Sekt? Alles da, verehrter Reisegast, die Oeko- nomie der italienischen Bahnhöfe, seit Menschen- gedenken auf Fremdenverkehr, Dienst am Kunden und — dicke Trinkgelder eingestellt, sorgt für dein leibliches und geistiges Wohl. Sie wird aber in dieser Arbeit auch von der Eisenbahndirektion wirksam unterstützt. Wenn Sie, verehrter Gast, weder eine Erfrischung genießen wollen noch die neueste Zeitung kaufen, sondern die Lust verspüren, mit Ihren Lieben oder Geschäftsfreunden zu telefonieren, so steht Ihnen die — „tragbare Telefonzelle" zur Verfügung. Sie brauchen nur zu winken, man bringt ihnen den Fernsprecher an das Fenster ihres Abteils, und die Zentrale verbindet Sie außer der Reihe. Herrlich, diese Neueinführung. „Neapel, fünfzehn Minuten Aufenthalt", ruft der Schaffner. „Bitte einen Apparat", schreien Sie. „Fräulein, verbinden Sie mich mit Kötzschenbroda", sagen Sie. Und sprechen aus Neapel, aus ihrem Abteil, aus dem Zuge auf dem Bahnsteig drei Minuten später mit Onkel Max in Kötzschenbroda. „Wie geht das Geschäft?" „Alles in Ordnung?", du hängst beruhigt an und fährst weiter noch Rom. Ohne den Platz verlassen zu haben. Neapel sehen und sterben? Nicht doch! Neapel streifen und auf dem Bahnsteig telefonieren. „Bankraub" in den Lüften. (a) Deuhork. Eine große Industriefirma in St. Louis vertraute ihrem Chefpiloten die runde Summe von sechshunderttausend Dollar an; das Geld sollte auf dem Flugwege nach Chicago befördert und der dortigen Bank eingeliefert werden. Der Pilot trat vor rund dreißig Jahren als einfacher Monteur in den Dienst der Firma und gehörte zu deren zuverlässigsten Angestellten. Kurz nach .dem Start stieg er mit der Maschine auf etwa 700 Meter; da ertönte hinter seinem Dücken reine rauhe Männerstimme: „Guten Morgen, Herr Luftdroschkenführer!" — „Wie zum Donnerwetter kommen Sie her, Mann?", staunte der Pilot. — „Das dürfte Ihnen gleichgültig sein", lautete die unwirsche Antwort des Schwarzfliegers. „Ich will Sie jedenfalls um ein gänzlich überflüssiges Llebergewicht erleich-« tern: Geben Sie die Kassette mit dem Geld her!" — „Ich denke nicht daran", beteuerte der Flugzeuglenker. „Ich werde vielmehr in der nächsten Stadt notlanden und Sie der Polizei übergeben." Der verwegene Luftbandit lachte hell auf: „Wenn Sie mir nicht freiwillig die Moneten geben und mir dann Gelegenheit zur Flucht bieten, knalle ich Sie sofort nieder!" — „Wenn Sie mich umbringen, stürzt das Flugzeug ob und Sie kommen ebenfalls nicht mit dem Leben davon!" — „Das ist ein freundlicher Irrtum Ihrerseits. Ich habe die Pilotenprüfung bereits vor zwei Iahren mit Auszeichnung bestanden!" — Was blieb da dem unglücklichen Piloten übrig? Er händigte dem Gauner das Geld aus, landete auf einer menschenleeren Wiese und startete unter dem Druck der geladenen Pistole sofort zum Weiterflug. Erst in Chicago konnte er den eigenartigen Fall der Behörde melden. Man lachte ihn glatt aus; kein Mensch wollte das „Ammenmärchen" glauben von dem phantastischen Luftdiebstahl. Der Aermste wurde in Schutzhaft genommen und wäre wohl zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, wenn man nicht einige Tage später einen feit Monaten gesuchten schweren Iungen durch Zufall erwischt hätte, der seine Tätigkeit mit dem waghalsigen „Bankraub in den Lüften" krönen und dann auf Dimmerwiedersehen verschwinden wollte. Man fand bei diesem die Kassette mit einem Teil des luftgestohlenen Geldes. Die Firma leistete dem unschuldig verdächtigten Angestellten Abbitte, stellte ihn wieder in Dienst ein, mußte ober daran glauben, daß — mit der fortschreitenden Entwicklung der Fliegerei gleichzeitig das Zeitalter der Luftpiraten beginnt! Das Geheimnis der Inspiration. (g) Dom. Wie arbeitet der schöpferische Musiker? Eine italienische Kunstzeitschrift beantwortet diese Frage mit der Aufzählung geschichtlich erwiesener Eigentümlichkeiten im Schaffen berühmter Musiker. — Rossini zum Beispiel, der „Schwan von Pesaro", schrieb seine melodienreichen Partituren ,— im Bett. (In der Literatur hat er darin einen Rivalen in dem amerikanischen Humoristen Mark Twain). Der italienische Komponist S a r t i, — der Dachwelt ist gerade noch der Dame dieses einst weltberühmten Musikers bekannt! — arbeitete in einer fast völlig verdunkelten Kammer. Lediglich eine kleine Oel- lampe erhellte zur Rot den Raum, älnd nur nachts kam die Inspiration über ihn. C i m a - rosa dagegen mußte lauten Lärm und Spektakel um sich haben; die schönsten Partiturstellen seiner Oper „Die heimliche Ehe" schrieb er an einem Bormittag, als seine Frau einen Wut- anfall hatte, einige Geschirrstücke zertrümmerte und die beiden Dienstmädchen vor die Tür setzte. Eigentlich muhte das für den Komponisten der „heimlichen Ehe" eine „unheimliche" gewesen sein. Aber er teilte seine Borliebe für geräuschvolle älmgebung mit seinem Landsmann Salieri, der, wenn er komponieren wollte, durch die belebtesten Straßen Wiens lief und einmal, als er im dichtesten Gewühl einen musikalischen Einfall zu Papier brachte, ums Haar von einer Hofkutsche überfahren worden wäre. Cheru - bini, der Schöpfer des „Wasserträgers", war ein leidenschaftlicher Billardspieler; er komponierte die Fragmente seines berühmten Requiems zwischen einer Reihe schwieriger Karambolagen. Mozart dagegen hielt es mehr mit dem Kegeln; sein ^8-Dur-Trio für Piano, Klarinette und Alt schrieb er während einer Kegelpartie. S a c ch i n i wiederum, dessen Werke leider verschollen sind, konnte komponieren, wenn ein Dutzend Katzen um ihn herum spielte. Unb das seltsamste „Milieu" für die künstlerische Inspiration mußte Sullivan, der Komponist des „Mikado" aufsuchen: er tondichtete ausschließlich im — fahrenden Eisenbahnzug! Fehlt also heute nur noch der Musiker, dem die Inspiration nur im Flugzeug oder im Zeppelin-Luftschiff kommt! _______________________ Oberhessen. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden, 26. Aug. Die hiesige Ortsgruppe der Bolksnationalen Reichsvereinigung hielt dieser Tage eine Mitgliederversammlung ab, in der Lehrer K r a u s ch , Gießen, über die neue Deutsche Staatspartei sprach. Don dem Redner, wie auch von den Mitgliedern wurde die Gründung der Staatspartei als eine Dotwendigkeit zur Erlangung der volksnationalen Ziele angesehen. .//• Großen-Buseck, 26. Aug. Am Sonntag unternahm der B H C., Zweigverein „Buse ck e r t a I", bei großer Beteiligung eine Wanderung nach Lich. Dort wurde die Brauerei Jhring- Melchior in allen Teilen besichtigt. BHC.-Br. Mendelsohn stellte sich seitens der Brauerei als • Führer zur Verfügung. Dem Rundgang schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. Nach einem Gang durch Lich und nach Besichtigung der sehenswerten Stiftskirche wurde der Heimweg teils zu Fuß, teils mit der Bahn zurückgelegt. Bg. Großen-Bufeck, 26. Aug. Einern hiesigen Landwirt wurde in kurzer Entfernung von Dem Dorfe das Pferd scheu. Dabei stürzte der Besitzer allem Anscheine nach vom Wagen. Als das Fuhrwerk führerlos auf der Hofreite an- kam, wurden sofort Nachforschungen anoestellt. Man sand den Verunglückten bewußtlos auf. Er mußte nach der Klinik verbracht werden. Vermutlich liegen innere Verletzungen vor. — Seit einigen Wochen hat sich die Bautätigkeit in unserer Gemeinde gehoben. In verhältnismäßig kurzer Zeit wurden drei Neubauten errichtet. Ein vierter ist im Entstehen begriffen. * Leihgestern, 26. Aug. Am Samstag fand die diesjährige Iahreshauptversamm- lung des Turnvereins „Frisch auf" statt. Der erste Borsihende Wilh. Will gab im Anschluß an seine Begrüßungsworte, insbesondere an den zweiten Gauvorsitzenden Größmann, einen kurzen Geschäftsbericht. Dann erstattete er den Turnbericht und betonte, daß das vergangene Iahr reichliche Lorbeeren erbracht hat. Er dankte allen Turnern, die den Turnverein bei den verschiedenen turnerischen Ber- anstaltungen innerhalb des Turngaues, sowie im Derband vertreten haben. Es wurden im vergangenen Turnjahre insgesamt 62 Preise errungen, darunter zwei Meisterschaften, elf erste Preise, sowie 26 Preise in den zehn ersten Wertungen. Im Anschluß an den Turnbericht gab der Kassierer den Kassenbericht. Daraus war zu ersehen, daß trotz großer Ausgaben ein ansehnlicher Kassenbestand zu verzeichnen ist. Der Vorstand wurde — außer Kassierer und Schriftführer, die ihre Aemter niederlegten — für das neue Geschäftsjahr wieder verpflichtet. ch L i ch, 26. Aug. Die Schützengesell schäft L i ch veranstaltete an den drei letzten Sonntagen auf ihren neuen Schießständen ihr diesjähriges Haupt- p r e i s f ch i e ß e n. Die Beteiligung, namentlich auch der benachbarten Vereine, war außerordentlich stark. Schützenkönig (Königscheibe 100 m aufgelegt, 40 Ringe, ein Schuß) wurde Friedrich Adam mit 40 Ringen, erster Ritter Wilhelm K r a u s mit 38 Ringen, zweiter Ritter Ludwig Böhm mit 35 Ringen. Auf der Festscheibe (100 m) blieben 1. Sieger Nickel (Nidda) mit 39 Ringen. 2. Sa u e r (Gießen) mit 39 Ringen, 3. Hans Krämer (Gießen) mit 37 Ringen, 4. Wilhelm Hahn (Lich) mit 37 Ringen, 5. Willi Georg (Gießen) mit 36 Ringen. Auf der Meisterscheibe (175 m) errang Wilhelm Hahn (Lich) den 1. Preis mit 51 Ringen, Sauer (Gießen) den 2. Preis mit 46 Ringen. Auf der Meisterscheibe (100 m) erzielte den 1. Preis mit 35 Ringen Sauer (Gießen), 2. mit 33 Ringen Textor (Lich), 3. mit 33 Ringen Jhring (Lich), 4. mit 33 Ringen R. Riebel (Nidda), 5. mit 33 Ringen Hahn (Lich). Den Wanderpokal errang als bester Schütze der Schiützengesellschaft Lich Adam Friedrich (Lich). Im Kleinkaliberschießen (50 m freihändig) waren die besten Schützen Willi Hahn (Lich) mit dem 1. Preis (33 Ringe), Spanier (Nidda) mit dem 2.Preis (31 Ringe), Schilling (Gießen) mit dem 3. Preis (30 Ringe) und Adam Friedrich (Lich) mit dem 4. Preis (30 Ringe). * Nieder-Bessingen, 26. Aug. Am Sonntagnachmittag ereignete sich hier in der Straßenkreuzung ein Zusammen st oß zwischen einem Radfahrer und einem Automobil. Als der Radfahrer über die Straßenkreuzung nach Nonnen- roth zu fahren wollte, wurde er von dem Auto, das einer Butzbacher Firma gehört, erfaßt und zur Seite geschleudert. Man brachte den bedauernswerten Mann in ein benachbartes Haus, wo ihm kurze Zeit später von Dr. Schaad (Lich) erst^ ärztliche Hilfe geleistet wurde. Zum Glück waren feine Verletzungen leichterer Art, so daß er gegen Abend feine Fahrt fortsetzen konnte. Kreis Büdingen. nd. Nidda, 26. Aug. Die Zahl der diesjährigen Konfirmanden ist die nieorigfte, die feit einem Menschenalter hier zu verzeichnen war. Sie beträgt im ganzen Kirchspiel nur 30 Kinder, und zwar 17 Knaben und 13 Mädchen. Hiervon wohnen in Nidda 16, in Unter-Schmitten 5, in Michelnau 6 und in Kohden 3 Kinder. Bad Salzhausen stellt diesmal gar keine Konfirmanden. △ Dudenrod, 26. Aug. Hier starb der im Ruhestand lebende Lehrer Otto Heck im 81. Lebensjahre. Bon 1872 bis zu seiner Ruhestandsversetzung im Iahre 1919 war er ununterbrochen in unserer kleinen Gemeinde segensreich tätig. Als bedeutender Bienenzüchter war er weit über die Grenzen Hessens bekannt. Er war Mitbegründer des Hessischen Dienenzüchterverbands und rief verschiedene Zweigvereinc im Kreise Büdingen ins fiebern. Bis ins hohe Alter hinein war er noch auf dem Gebiete der Bienenzucht tätig. Kreis Schotten. c Schotten, 26.Aug. Der Alice-Frauen- verein, Zweigverein Schotten (Leitung Frau Direktor Hertsch) hat einen Kindergarten eingerichtet, der sehr gut besucht wird und segensreich wirkt. Am Sonntag hielt der Kindergarten, der von Frl. Schmidt ausgezeichnet geleitet wird, sein diesjähriges Sommerfest in dem mitten in der Stadt gelegenen Schloßgarten ab. Eine große Zuschauer- menge hatte sich eingefunden und verfolgte mit großem Interesse die schönen Spiele und Vorführungen der Kinder. — DieStraßeSchotten — Rainrod wird zur Zeit gewalzt und bis zum Spießwald neu hergestellt. — In den städtischen Höllwiesen wird zur Zeit eine größere Drainage angelegt, ebenso wird im Quellengebiet der städtischen Wasserleitung eine Q u e 11 s ch ü r f u n g und Neufassung vorgenommen. Bei den Arbeiten finden die ausgesteuerten Erwerbslosen Verwendung. ORudingshain,26. Aug. Ein hiesiger Land- wirt fand am verflossenen Sonntag einen Kinder- I u f t b a 11 o n , der am gleichen Tage bei einem Feste in Grivegnee (Belgien) abgelassen worden war, so daß er nur wenige Stunden brauchte, um die Strecke von etwa 300 Kilometer zurückzulegen. * Eiche 1 sdorf, 26. Aug. Eine größere Grummetgrasoersteigerung erbrachte nur geringe Preise, die etwa 50 v. H. unter den vorjährigen lagen. Für den Morgen wurden durchschnittlich nur 7 Mark erzielt. Preisdrückend wirkten der gute Ausfall der Heuernte und der zur Wirble insLeben! Vornan von Anna Fink. Llrheber-Rechtsfchutz durch Derlag Oskar Meister, Werdau, 6.-QL 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie fühlte sich urrsagbar elend und verlassen. Die Türe tat sich auf, und die Aufseherin kam mit einem alten Herrn herein, der ein frisches Gesicht hatte. Seine Augen hinter ein paar scharfen Gläsern sahen trotz aller Schärfe gütig aus. Er sprach mit jeder der Frauen ein gutes Wort, hörte väterlich ihre Bitten an und versprach und redete zu, so viel er konnte. Zuletzt kam er zu Barbara. „Wie lange muh ich noch hier sein?" fragte sie so verzagt, daß er sie mitleidig ansah. „Sie müssen nicht so traurig sein, Signora Barbara. Sie werden noch ganz krank davon. Wir haben nach Ihrer Heimat wegen Auskunft geschrieben. Die Behörden arbeiten langsam. Sobald wir Rachricht haben, dürfen wir Sie fortbringen." „Wohin?" Barbara sah ganz entsetzt und verängstigt aus. „Run, in Ihre Heimat natürlich, nach Deutschland. Ist das denn so schlimm?" „Rein", antwortete sie niedergeschlagen und es klang eher wie „ja". „Hören Sie, Signora", nahm der Direktor wie- • »vslben Sie keinen Menschen hier rn Italien, der Sie kennt und sich für Sie verbürgen könnte? Dann ließe sich vielleicht etwas machen." Barbara dachte nach. Plötzlich fiel ihr etwas ein. „Mein Schwager Hans Much, der Bruder meines Mannes, lebt in Rom, soviel ich weiß, er ist Künstler." „So schreiben Sie doch an ihn und bitten Sie ihn, daß er einmal herkommt. Dielleicht läßt sich dann ein Ausweg finden", sagte der alte Herr aufmunternd. Barbara war wie elektrisiert. Daß sie an diese Möglichkeit noch nicht gedacht hatte! Auf Befehl des Direktors bekam sie Schreibzeug und Briefpapier und durfte sich zum Briefschreiben an den Tisch im Korridor sehen, wie das so üblich war. Sie schrieb gan$ kurz an Hans Much. Sie sei nach Italien gereist, habe ihre Papiere verloren und man habe sie aus diesem Grunde hier festgesetzt. Sie bat ihn in dringenden Worten, sie doch aufzusuchen und alles daran zu sehen, sie zu befreien. Don ihrer Flucht von Bernhard Much erwähnte sie nichts — vielleicht wußte er noch nichts davon. Die beiden Brüder schrieben sich oft monatelang nicht. Das lag an Hans, dem Iüngeren. Er zog es vor, dann lieber persönlich auf der Bildfläche zu erscheinen. Auch das war meist nur der Fall, wenn er größere Summen Geldes für eine Studienreise brauchte, die er auch immer erhielt. Er nannte das: „Das Angenehme mit dem Rützlichen verbinden." Im übrigen erzählte man sich, daß er in Rom innerhalb der Künstlerkolonie eine Rolle spielte und sogar zahlreiche Freunde und Gönner hatte, weil er ein begabter Mensch war. Barbara hatte ihn einmal als Gast im Hause ihres Mannes kennengelernt. Damals war er acht Wochen bei ihnen gewesen. Sie hatten viel Sport zusammen getrieben und waren sehr vergnügt miteinander gewesen. Die beiden Brüder schätzten sich sehr, aber die Zuneigung wuchs, je weiter sie voneinander entfernt waren, wie das manchmal zwischen nahen Verwandten der Fall ist. „Sind Sie fertig, Signora?" fragte die Aufseherin freundlich. „Die Zeit zum Schreiben ist um." Barbara nickte. Sie hatte gerade den Brief beendet und gab ihn der Frau mit der dringenden Bitte, ihn doch möglichst sofort zu befördern. Diese versprach es und brachte Barbara zurück in die Zelle. Cs kamen jetzt schlimme Tage für Barbara. Sie hoffte jeden Morgen auf ein Lebenszeichen von Much. Sie wußte: Dor drei bis fünf Tagen war gar nicht daran zu denken, daß sie eine Antwort auf ihren Brief erwarten konnte. Die Tage vergingen in der zennürbenden Regelmäßigkeit des Gefängnisbetriebes. Es waren jetzt acht Tage verstrichen, ohne daß eine Antwort gekommen war. Barbara wurde von Tag zu Tag blasser. Das nutzlose Warten rieb sie furchtbar auf. Stundenlang konnte sie auf ihrem Bett sitzen, die Hände im Schoß gefaltet. In ihr war alles wie ausgebrannt. Sie weinte auch fast nie mehr. Aber das war beinahe noch schlimmer. Einmal des Rachts träumte sie von Reginald. „Ich komme!" rief er von weither ihr zu und arbeitete sich durch Gestrüpp und Felsen zu ihr hin. Sie wollte aufspringen und ihm entgegeneilen, aber sie war wie gelähmt am ganzen Körper. „Es geschieht dir ganz recht so, ganz recht", sagte er. Sie schrie auf und stieß nach ihm, doch der Stoß ging ins Leere. „Aber Signora, schreien Sie doch nicht so!" ermahnte eine Stimme neben ihr. „Wir wollen doch alle noch schlafen." „Derzeihung, mir träumte schlecht", murmelte Barbara demütig. Sie lag wach bis zum neuen Tag und starrte mit brennenden Augen ins Leere. * * * Ein junger Mann sah am Hafen von Reapel und malte eifrig. Die neugierigen Zuschauer, die ihm zuweilen interessiert über die Schulter sahen, schienen ihn nicht weiter zu stören. Er war so vertieft in seine Arbeit, daß er es gar nicht gewahr wurde, wie eine dunkle Wolke sich heranschob. Plötzlich prasselten große Tropfen herunter. „Run, der Himmel meint, ich habe genug gemalt." Lachend packte er seine Sachen zusammen und schlenderte gemütlich die Straße hinab. Er fuhr mit der Drahtseilbahn auf den Berg, den man den Vomero nennt und von dem man die schönste Aussicht über die Stadt, den Golf bis nach Capri hinüber hat. Hier hatte er für ein paar Wochen Station gemacht. Er beabsichtigte, in kleinen Reisen durch Italien zu ziehen, überall zu arbeiten, und dann wieder seinen teuren Bruder aufzusuchen, von dem er fast ein Iahr lang nichts gehört hatte. Außerdem hatte er eine Studienreise nach dem Orient vor, und die sollte sein Bruder mit finanzieren helfen. Als er in seinem Zimmer anlangte, fand er einen Brief vor, der ihm von Rom aus überall durch ganz Sizilien nachgereist war. Erst war er nach Palermo gegangen, dann nach Catania und zum Schluß über Taormina und Messina nach Re apel. Erstaunt betrachtete er ihn. Die Handschrift kam ihm vertraut vor, als habe er sie schon irgendwo einmal gesehen, aber er wußte nur nicht, wo und wie. Gr öffnete ihn und las erstaunt die lleber- schrift: „Lieber Hans!" Er drehte das Schreiben um und fand den Ramen darunter: „Deine Schwägerin Barbara Much." Hans Much machte kreisrunde Augen vor Erstaunen beim Lesen des Brieses. Barbara im italienischen Gefängnis! Das arme Ding! Wo in aller Welt war denn sein Bruder, der doch der nächste gewesen wäre, um Barbara zu beschützen? Aufgeregt sprang er auf und fing cm, im Zimmer auf und ab zu rennen. Großer Gott! Barbara hatte wahrscheinlich mal wieder irgendeine ganz extravagante Dummheit gemacht. Aber das war ja alles vollkommen gleichgültig. Die Hauptsache war: Wie half man Barbara aus dieser Klemme heraus? Er zog sich sofort wieder an und fuhr auf das Konsulat. „Ich wünsche den Konsul zu sprechen. „Gewiß, gern.“ Man führte ihn in das Wartezimmer. Der Herr Konsul sei gerade beschäftigt, der Herr möge sich doch noch, ein wenig gedulden. Seufzend nahm er auf einem der schweren geschnitzten Stühle Platz und trommelte ungeduldig mit den Fingern auf die Stuhllehne. Er hatte ein sehr lebhaftes Temperament, und nichts fiel ihm schwerer als das Warten. Er dachte an Barbara. Damals, als fein Bruder sie heiratete, war er zur Hochzeit gekommen und hatte sie zum ersten Male gesehen. Er war über die Wahl seines Bruders geradezu frappiert gewesen. Einen so guten Geschmack hatte er ihm niemals zugetraut. Er hatte später einmal ein paar Ferienwochen im Hause seines Bruders verbracht und dabei Gelegenheit gehabt, Barbara näher kennenzulernen. Er hatte sich sogar ein wenig in sie verliebt. Sie hatten sich in manchen Dingen ganz gut verstanden. Eigentlich war es schon sehr lange her, daß er bei seinem Bruder gewesen war. Er hatte es nie so ganz verstanden, daß die beiden, Bernhard und Barbara, auf die Dauer gut miteinander auskamen. Sie waren doch gar zu große Gegensätze. „Der Herr Konsul läßt bitten", sagte ein höflicher junger Mann und riß dienstbeflissen die Türe nach des Konsuls Sprechzimmer auf. Der Konsul begrüßte Hans Much mit großer Freundlichkeit. Sein bester Freund in Rom, ein Großkaufmann, hatte sich von Hans Much porträtieren lassen und ihm außerdem viele Arbeiten abgekauft. „Derzeihung, daß ich Sie warten ließ, Herr Much. Wie geht es Ihnen? Ich habe viel Anerkennenswertes über Sie gehört und freue mich, daß Sie mich wieder einmal aufsuchen. Sie sehen gut aus." Und er schüttelte ihm herzlich die Hand und klopfte ihm wohlwollend auf die Schulter. «Zu liebenswürdig, Herr Konsul. Ich hoffe, daß es Ihnen und Ihrer lieben Familie gut geht." Hans Much setzte zum Sprechen an — und brach wieder ab. Cs war doch eine verflixte Geschichte mit der Barbara! Er wußte, der Konsul war ein äußerst korrekter Herr. „Run, lieber Freund", ermunterte ihn dieser, »ich sehe es Ihnen an, daß Sie etwas auf dem Herzen haben. Wo fehlt's beim?“ »Ich komme allerdings mit einer Bithe", begann HanS Much vorsichtig. „Aber nun re'oen Sie doch! Was in meinen Kräften steht, werde ich jederzeit tim“, drängte der Konsul. (Fortsetzung folgt.) Zeit nur 2 Mark betragende Preis für Wiesenheu. Der Stand de» Grummetgrase» ist nur auf feuchten Diesen gut. Auf trodenen Diesen ist die Trockenheit diefe» Sommer, trotz der großen Niederschlagsmengen der letzten Wochen stark wachstumshemmend gewesen. e Groß-Eichen, 26. Aug. Wie bereit« berichtet, hat der Turnverein Groß-Eichen vom RetchSvermkgenSamt Mainz eine Reithalle gekauft, die umgebaut hier al« Turnhalle ausgestellt werden soll. Mttglieber de« Turnverem« haben In vierzehntägiger. schwerer Arbeit diese Hall« abgebrochen und verladen. Die Begeisterung, mit der der Hallenbau bei der überwiegenden Mehrheit der hiesigen Bevölkerung ausgenommen wurde zeigte sich in der eifert reu eigen Hilfsbereitschaft fast de« ganzen Tode« Alle Kühren von Station Mücke noch hier und alle Fuhren au« dem Steinbruch« wurden koftenlo« ausgesührt. Ohne Vergütung fertigte da« Ehrenmitglied H o f m a n n den Bauplan an. stellte Mitglied Mr« 6« feinen Steinbruch zur Verfügung und halfen alle Mitglieder und viele andere Einwohner unsere« Tode«. So schritt der Bau rüstig voran. Die vergangene Woche zeigte eindrucksvoll, wa« vereinte Mräste leisten können. Trotz de« Orntctoettert waren durchschnittlich dreißig Leute täglich freiwill.g tätig. den gewaltigen Bau auszuschlagen. 2m Sam«tagabend war da« Aufschlagen beendet, und die Mitglieder de« Turnverein« und alle die vielen Leute die geholfen hatten, tonnten ein frohe« Richtfest feiern. Allen, die sich so eifrig und aufopfernd betätigt haben, gebührt herzlicher Dank. Der Spruch, der aus der Fahne des Turnverein« steht, hat sich bei diesem Dau wieder prächtig bewährte .Drohe« Werk gedeiht nur durch Einigkeit!". Mrcio Alsfeld. »— Alsfeld, 26. Aug. (Eine verdiente Ehrung wurde dem hiesigen, in allen Kreisen der Bevölkerung hochgeachteteten Sattlermeister Ludwig Kemmer zuteil. Er wurde von der Sattler- Innung in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich in langjähriger, treuer Mitarbeit erworben hat, zum Ehrenmitglied ernannt. In einer schlichten Feier im Gasthaus ,Lum grünen Baum", zu der sich die Mitglieder der Sattlcrmnung mit Vertretern der Handwerkskammer, des Bezirksverban- des, des Ortsgewerbeverein» und der Innungen ein- gesunden hatten, überreichte der Vorsitzende der Sattlerinnung, Sattlermeister Louis D ö l z i n g von Groh-Felda, dem verdienten Kollegen ein Ehrendiplom mit dem Ausdruck des Dankes der Innung und den besten Wünschen für die Zukunft. Syndikus Rohr von der Handwerkskammer-Nebenstelle in Giehen, Gewerbelehrer Rohrbach (Alsfeld) für den Bezirksverband, Glasermeister L e n t h (Alsfeld) für den Ortsgewerbeverein sowie Schmiedemeister Kalkbrenner (Alsfeld) als Mitglied der Hand- Werkskammer schloffen sich den Glückwünfchen der Innung an. Preußen. Krci» Wetzlar. ~ Lützellinden, 26. Aug. Sn der jüngsten Sitzung de« Gemeinderat« stand der Haushaltsplan für 1930 zur Beratung. Der Demeinderat befchloh, auf die staatlich« Steuer vom Grundvermögen. sowie auf die De- werbekapital- und Dewerbeertragsteuer einen De- mcindezuschlag von je 250 Prozent zu erbeben. Zur Ausführung von MultivierungSarbeiten, so- totc xur Einrichtung einer Gemeinde kronken- pflegestation soll bei der Landesbank der Rhein- Provinz «in Mredit von 15 400 Mk. ausgenommen werden. Für die Einrichtung einer Mranken- pslegestation wurden 2500 Mk. in den Hau«- fmliSplan eingestellt. Der Haushaltsplan wurde n Einnahme und Ausgabe auf 98 300 Mk. fest- gestellt. > Wißmar, 26. Aug. Die Erneuerungsarbeiten im 3 n n c r n unserer Mirche schreiten rüstig voran. BIS zur Fertigstellung findet der sonntägliche Gottesdienst in einem Schulsaal statt. Mit der Feier des Erntedankfestes am 5. Oktober soll nach Wiederherstel- lung der Mirche die Feier ihre« 100jährigen Bestehen« verbunden werden. Kreis Biedenkopf. ö Gladenbach, 26. Aug. Das 7. Kreis» j u g e n b f e ft wurde am Sonntag in Gladenbach veranstaltet. 21m Samstagabend brachten auf dem Sportplatz einheimische und auswärtige Iugendoer- bänbe ihre Tanz-, Sprechchor- und Theateraufführungen vollendet zur Schau, ebenso klappten die Medizin- und Schwingballspiele vorzüglich. Besonderen Dank ernteten die Fellingshäuser Naturfreunde mit ihren glänzenden Darbietungen. Auch am folgenden Tage hals diese Gruppe durch Musik und Tanz das Fest verschönern. Eine Turner- Pyramide und ein Höhenfeuer befchloh den ftim- mungsvollen Abend Am frühen Sonntagmorgen begannen die Kreisjugendwettkämpfe der Sportler und Turner beiderlei Geschlechts. Es mürben sehr gute Resultat« «rzielt. So lief ber erste Preisträger Böttcher vom SpV Biebenkopf die aut« Zeit von 118 Sekunden die 100-Meter-Strecke. Die ersten drei Plätze belegten folgende: Männliche Turner, Jahrgang 09—11: 1. Erich Rahlf, Gladenbach: 2. Karl Müller, Biedenkopf; 3. Richard Brühl, Biebenkopf. Jahrgang 12—13: 1. Aug. Blocher, Wallau. 2. Hrch Runzheimer, Gladenbach: 3. Rich. Schmidt, Rodheim. Jahrgang 14—15: 1. Alb. Schneider, Rodheim: 2. Franz Krämer, Robbelm: 3. Rud Striegnitz, Glabenbach. Sportler, Jahr- gang 09—11: 1. Erich Böttcher, Biebenkopf: 2. Willi Ruhl, Raunheim: 3. Hrch. Bill, Raunheim. Jahr- gang 12—13: 1. Jul. Hahn, Wallau: 2. Dilh. Ramm, Breidenbach. 3. Heinr Rolt«, Biedenkopf. Jahrgang 14—15: 1. Willi Weil, Biedenkopf: 2. Rad Heilbach, Wallau: 3. Wilh. Kramer, Fellingshausen. Jahrgang 16—17: 1. Otto Rolte, Sieben- köpf: 2. Wilh. Schmibt, Biedenkopf: 3. Helmut Jäger, Biedenkopf. Weiblich« Jugend, Jahr- gang 09—11; 1. Pauline Achenbach, Weisenbach: 2. Lina Krämer, Rodhcirn; 3. (Emma Henkel, Weisenbach. Jahrgang 12—13: 1. Frieda Schwarz, Breidenbach: 2. Emilie Platt, Rodheim: 3. Emma Achen- doch, Weisenbach. Jahrgang 14—15: 1. (Erna Achenbach, Hartenrod: 2. M. Gerbach, Fellingshausen: 3. Frieda Kraft, Hartenrod. Jahrgang 16—17: 1. Toni Sturm, Erdhaufen: 2. Emilie Feuring, Biedenkopf: 3. Lina Plack. Weisenbach. Nachmittags fanden 4X100-Meter-Staffelläufe statt, wobei der Turnverein Biedenkopf mit der guten Zeit von 47,4 Sieger blieb. Zweiter Sieger blieb die Mannschaft des Realgymnasiums Biedenkopf mit 49,2 Sekunden. Anschließend wurde ein Handballspiel zwischen Gladenbach und Hartenrod ausgetragen, welches der Platzoerein mit 5:1 (3:1) überlegen gewann. Roch größer war die Niederlage der ersten Mannschaft des Rasensportvereins Bottenhom Butzbach, 26. Aug Auf Veranlassung des Landwirtschastsamt» Butzdach und der Krelsstellen Friedberg und Giehen des Verbandes der hessischen landwirtschaftlichen Genassenschaften sand am Sonntag hier eine Versammlung von Landwir - t«n statt, die von etwa 350 Landwirten au» 30 Gemeinden der engeren und weiteren Umgegend besucht war. Zweck der Versammlung war die Beratung von Möglichkeiten zur Schaffung einer genossenschaftlichen Viehoerwertung, durch die dem Landwirt die Erzielung befferer Preise beim Absatz seine» Vieh» ermöglicht werden soll. Derartige Diehoerwertungsgenossenschasten arbeiten bereit» in zahlreichen Gegenden Deutschland» zur Zu- friedenheit ihrer bäuerlichen Mitglieder, seit einiger Zeit auch in Oberhessen und hier u. a. in dem benachbarten Oppershofen. Zu der Dedammlung waren Vertreter der Landwirtschaftsämter Cid) und Friedberg, vom Lond- wirtschaftskammerausichuh für Oderhesfen Herr Büxler und Landtagsabgeordneter Fenchel (Oberhörgern) erschienen. Die Versammlung wurde von Landwirtschaftsrat Dr. Dienst (Butzbach) geleitet ber in seiner Eröffnungsansprache bas Ziel der genossenschaftlichen Diehoerwerlung kurz erläuterte und der Dedammlung empfahl, entsprechend dem Vorgehen ber Oppershofener Landwirte eine Diehverwertungs-Genossenschaft zu gründen, diese aber auf eine breitere Basis zu stellen. Hierauf behandelten Landwirtschaftslehrer F r e s ch von ber Zentralaenossenschaft in Darmftabt unb Diplomlandwirt Haack von der Raiffeisenorgani- sation in Giehen in längeren Darlegungen die Aufgaben unb Ziel« einer Viehverweriungsgenosien- schast unter gebütjrenber Derücftichtigung der bevech- ligten bäuerlichen Interesten. Sie betonten, bah ec sich bei einer solchen Genossenschaft um die richtige Absatzregelung für di« landwirtschaftlichen Produkte auf dem Gebiete der Diehwirtfchaft handele mit dem Ziele, dem einzelnen Landwirt einen angemeffene- ren, höheren Preis als heute ju sichern, ohne dadurch den Verbraucher irgendwie höher zu belasten. Zu didem Zwecke fei es erforderlich, hinsichtlich des Diehabfatzes durch den Zufammenfchluh in einer Viehverwertungsgenostenschaft Einfluh auf bl« Preisbildung zu gewinnen. Man muffe dem Bauer einen höheren Erlös für lein Vieh verschaffen, jedoch soll« deswegen der Konsument mch» mehr bezahlen, al» bisher. Die nota>enbig ber Züsow- menschtuh ber Bauern zur (Einflußnahme auf die Preisbildung fei, gehe daraus beroor, dah gegenwärtig nur etwa 30 o H. de» Viebangebot» zu den Viehmärkten gelangen unb dort den Notierungen unterliegen, dadurch aber der Ausschlag für die übrigen 70 v H de» Siebangebot», die fern von den Markten gehandelt werden, gegeben werde Um eine Diehoerwertungsgenostenschast lebensfähig zu machen und auch gegen sog Kampspreise de» Vieh- handel» zu sichern, sei die (Einführung der Lieser- pflicht der Mitglieder gegenüber der Genofsenschast erforderlich. Die Genostenschaft werde ihrem Mit- glieb auch rasche Ablieferung de» Verkaufpreises gewährleisten. An d-.e beiden Dorirä« schloß sich eine längere Aussprache an, an der sich zahlreich« Lanbwiv-e beteiligten und in der noch einige Auskünfte über den Aufbau der empfohlenen Bezirk«-Diehver- wertungsgenossenschast gewünscht wurden. £?ani" ? t c n ft iTuhbat' und Diplomlandwirt Haack (Dietzen! gaben die erbetenen Erläuterungen unb erklärten, dah die Genossenschaft ihren DeschäflSsitz in Butzbach haben solle Alle Landwirte der Umgegend könnten sich mit geringem Geschäftsanteil und mit kleiner Hastsumme al« Einzelmitglieder der Ge- aossenschaft anschließen. Schließlich wurden von der Dedammlung Dertrauensleutc bestimmt, die bei den Landwirten in den in Betracht kommenden 30 Orten für den Gedanken der genossenschaftlichen Dieh- verwertung werben sollen. Ein ©tatutenenttnud soll dabei für die Besprechungen mit den OrtS- einwohnern die Grundlage bieten. Ende September soll in Butzbach eine neue Dedammlung staltfinden. in der zur Gründung einer Be- zirkSgenossenschaft für Diehverwertung geschritten werden soll. Bezirks - Vichverweckiiigsgenoffenschast Butzbach gegen di« edte von Gladenbach, da sie beim Fußball den 6 Toren Gladenbachs nicht ein einziges ent- gegenstellen konnte. Den Beschluß des schön verlaufenen Jugenbfestes bildeten die beachtenswerten Ceiftungcn-ber Musterriege von Weidenhaufen am Barren, Reck unb Pferd. Kirche unb Schule. Kreis Schotten. )' Gebern, 25. Aug. Am Samstag tagte hier die Lehrerschaft de« Bezirks Gedern, um über verschiedene wichtige Organisation«- und Schulfragen zu beraten. Zweck« Sinsparun- gen an den Fortbildungsschulen de« Bezirks im Winterhalbjahr 1930 31 einigte man sich auf verschiedene Zusammenlegungen, die dem MrciSschulamt unterbreitet werden sollen. Am 9. und 11. September wird anläßlich derStudien- fahrt der Pädagogikstudenten aus Darmstadt je ein Heimatabend veranstaltet werden. Musikalische Darbietungen, Mundartvor- ttäge usw. werden einen heimatgeschichtlichen Dortrag von Lehrer Sauer, Ober-Lai«, umrahmen. M. a. wurde dann nochmal« kurz über die am kommenden Donnerstag hier stattfindenden Reichsjugendwettkämpfe gesprochen. Während sich vor zwei Fahren etwa 90 Teilnehmer gemeldet hatten, waren es 1929 schon 125. Sn diesem Sahre stieg die Zahl auf 205 Wettkämpfer, die sich in 9 Riegen um daS Hindenburg- Diplom oder um die Urkunde des ReichSaus- schufseS für Leibesübungen bewerben. Kreis Alsfeld. ch Otterbach, 26. Aug. Am vorigen Sonntag würbe bas von den Gemeinden Otterbach unb JRülfcnrob gemeinsam erbaute Schulhaus, Halbwegs zwischen den beiden Orten gelegen, feier- lich eingeweiht. Dorausgingen kurze Abschiedsfeiern an ben alten Schulhäusern in den beiben Orten, bei benen Lehrer ftonrab die Abschiebsreden hielt. Dor dem neuen Schulhaus versammelte sich eine nach Hunberten zählenbe Volksmenge aus den beiden Orten und der Umgegend. Nach Chordlgefang hielt Pfarrer Matthäus aus Ehringshausen eine Ansprache. Im Anschluß an einen Chorgesang der Gesangvereine von Rülfenrod und Ehringshausen hieß Bürgermeister Förster (Rülfenrod) die Fest- Dtrfammlung willkommen. Anschließend hielt Krei»- schulrat Rausch (Alsfeld) die Weiherede, in der er vor allem den Sinn und Zoeck der neuen Schule darlegte. Der Redner bankte allen, bie in verstand- nievoller Weise an dem Zustandekommen des schönen unb vorbildlich eingerichteten Schulhausbaues beschließend, beratend und werktätig mitgewirkt haben. Hierauf gab der Vertreter ber Baubehörde einen Bericht über bie Sauarbeiten, wobei er hervorhob, baß die Baukosten um etwa 3000 Mark hinter der veranschlagten Summe von 42 000 Mark Zurückbleiben werden. Weitere Ansprachen hielten dann Regierungsrat Strack namens des Kreisamtes Alsfeld und Bürgermeister Loch (Otterbach). So- dann fand eine eingehende Besichtigung der Schule statt. Während einer Pause in der anschließenden geselligen Feier hielt, nach einem Vortrag der beißen Gesangvereine, Lehrer Dollinger (Alsfeld) als Vorsitzender des Krcislchreroereins Alsfeld eine Ansprache, in der er bie beiden Gemeinden namens der Lehrerschaft zu diesem mustergültigen Schulhaus- bau beglückwünschte. Kreis Wetzlar. 3 Groß-Rechtenbach, 26. Aug. Am Sonntag feierte bie hiesig« .Kirchengemeinde ihr dies- jähriges M i s s i o n «f e st. 3m Festgottesdienst hielt Pfarrer Donnert (Reiskirchen) die Fcst- prebigt. Rachmittags fanb eine Rachfeier statt, in ber ber Ort-geistliche, Pfarrer Harth Mlein-Rechtenbach. bie Begrüßungsansprache hielt. Missionar Zeige von ber Rheinischen MissionSgesellschast berichtete über seine 21jährige Tätigkeit in Afrika. Sn ber zweiten Ansprache erzählte Pfarrer Donnert ^Reiskirchen) über feine langjährige Missionsarbeit auf ber Snfel Sumatra. DaS Schlußwort sprach Pfarrer Harth (Mlein-Rechtenbach >. Das Fest würbe durch die Posaunenchöre von Hochelheim, Wei- denhaulen unb Groh-Rechtenbach unter Leitung von Fritz Loh (Groß-Rechtenbach- vedchönt. Berliner Börse. Berlin, 27. Aug. (DTB. Funkspruch.) Der glatte Verlauf ber Uftimoliquibation allein genügte anscheinend al» Anregung nicht, denn bas Geschäft war auch im heutigen Frühverkehr wieder sehr klein unb bie Tendenz war weiter abwartend. Der Ordereingang bei den Banken war bisher minimal und auch Anregungen besonderer Art fehlten. Am De- visenmarkt hörte man London gegen Paris 123,75, London gegen Spanien 45,50 zu 45,70, London S Mailand 92,98, London gegen Buenos 40,55, in gegen Kobel 4,8690 zu 4,8694, London gegen Berlin 20,39, Kobel gegen Berlin 4,1875 zu 4,1877. Sstidiensahrt nach Oberschlesien. Seit vier Sohren veranstaltet daS S t o a ts- wissenschaftlich« Seminar ber Uni• versitätGietzen unter ber Leitung von Professor Dr. Günther am Ende bes Sommerseme- flcr6 Stubienfahrten. beren Zweck ist, die Studierenden der WirtschastSwissenscha'ten praktisch in daS Wirtschaftsleben einzuführen. Die Wertschätzung, beten sich bleie Studienreisen bei ber Studentenschaft erfreuen, geht auS ber verhältnismäßig großen Beteiligung an ihnen klar bervor. Er bolumentiert sich weiterhin dadurch, voß immer mehr Universitäten solche Stubienfahrten einführen. SnS Ruhrgebiet, an bie Saar, nach Hamburg führten bie bisherigen Fahrten. Sn diesem Sabre wurde daS Ziel weiter gesteckt: diesmal sollte Oberschlesien eingehend studiert werden. Din weiter Weg: von Giehen biS in bie Süds stecke des Reiches. AuS allen Begrüßungsansprachen der verschiedenen HandelSkammersYndici, ber Leiter großer industrieller Werke klang immer toieber bie Genugtuung unb die aufrichtige Freude, dah westdeutsche Studenten den Weg nach dem Osten gefunden hätten. So war — unb dos wurde in der schlesischen Presse auch immer wieder betont — diese Studienfahrt mehr alS eine industriell- wirtschaftliche: sie war von politischem Wert, sie war „eine nationale Tat" — wie eS ein führende« schlesische« Blatt ausgedrückt hot. Aber auch in ihrem Ausgobenkreis war bie Exkursion wertvoll und anregend. Aus ber Fülle ber Besichtigungen des von Professor Günther mit vorbildlichem Geschick zusammengestellten Programms kann nur wenige« hervorgeyoben werden. Heber Dresden — wo die Teilnehmer die HygieneauSstellung besichtigten — ging die Fahrt nach D re «lau. Sn den Räumen bet Han- belSkammer hielt Dr. Hermann Fteymarck einen ausoezcichneten Dortrag über bie Probleme ber schlesischen Wirtschaft, bie besonders notleidet infolge der ungünstigen Marktlage und bet verworrenen Grenzziehung. Die verschiedenen Sn- buftrietoerfe, die im Laufe bet folgenden Tage besichtigt wurden, illustrierten die Worte Dr. Fteymarck« eindringlich: sowohl in der Waggonfabrik Linke-Hoffmann-Busch. wie in ben Wedtanlagen Eaesar Wollheim lagen große Teile de« Betriebs still. — Sn Oppeln, der Hauptstadt der Provinz Oberschlesien, wurden die Teilnehmer der Studienfahrt durch Landgerichtsrat von Stoephasius und Syndikus Dr. Diamant mit bet speziellen Lage ObetschlefienS vertraut gemacht. Die beiben Dorträge bilbeten den Wegweiser für bie Besichtigungen ber folgenden Tage, die über Groschwow'tz (Portland- Zementsabrik). Reiße, Reu stabt (Leinen- weberei) in das Herz des oberschlesischen Mohlen- reviets. nach Gleiwiy, Hindenburg unb Beuthen führten. Auch hier bas unedreuliche, schmerzlich« Cßilb der nur halbbeschäftigten Werke, stillgelegte Schächte und Hochöfen — nur ein einziger Hochofen in ganz Deutsch-Oberichlesien ist noch in Betrieb —, große, leerstehende Fabrikhallen unb auf den Straßen bie Massen arbeitsloser Menschen. Der tiefste Eindruck wat aber für alle Teilnehmer — und das darf gesagt werden, ohne den Wert, den die Besichtigungen der Delbrückschächte. ber Bleischarley-Grube, des Oberichlesischrn Elektrizitätswerkes unb der Don- nerSmarckhütte hatten, zu schmälern — ber. den die Grenzsahrt hinterließ. Man kann die Sin^cßjeilen vollkommen irrsinniger Grenzziehung nicht beschreiben. Aber das drängt sich jedem objektiven Beobachter sofort auf: eine Revision dieser Grenze ift unabweislich. AuS dem Gebiet der obedchlesischen Mohle führte bie Reise über bie Hafenanlagen in M o - sel-Oberhafen (nebst Besichtigung der Rötetet Zellulose- und Papierfabrik) nach Rati- bor, der letzten deutschen Stadt, bie — eingeklemmt zwischen Polen unb bie Tschechei — im äußersten Südosten Deutschland« schwer um ihre wirtschaftliche Existenz zu ringen hat. Der mustergültige Betrieb der Hückelschen Hutfabrik und der Elektrvbenlabrik SiemenS-Planiawerie schloß bi« Reih« ber besichtigten deutschen Werk« ab. llcbcran wurden bi« Teilnehmer mit herzlicher Gastfreundschaft ausgenommen, unb immer wie- ber wurde in Red« und Gegenrede auf bie politisch-nationale Bedeutung neben der wirtschaftlich-wissenschaftlichen — der Stubiensahrt hin- gewiesen lieber Prag und Greiz, wo bie Papierfabrik Otto Günther be'icht.gt wurde, kehrten die Teilnehmer nach Deutschland zurück Dvrher jedoch wurde ein Besuch abgestattet einem der Größten und modernsten europäischen Betriebe: rr Rresenschuhsabrik von Thomas Bata in 3Hn (Mähren» Sowohl technisch, wie organisatorisch bietet dieser Betrieb so viel Reue« unb Außerordentliches. baß seine Besichtigung für alle Teilnehmer wissenschaftlich von höchster Bedeutung war. Die ganze Fahri mutz, bank ihrer vorzüglichen Organisation durch Pros. Günther, in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden Oie Bergwacht im Vogelsberg. !! Schotten. 25. Aug Auf Anregung der Bergwachtabteilung des Rhein-Main-Gaue« zu Frankfurt a. M. wurde aus der D H E. - H a u p t- versammlung in Mainz bie Bergwacht im Doael«berg neu geregelt. Sn Schotte n hat die Bergwacht für den Dogeisberg ihren Sitz. Rach den Beschlüssen der Hauptversammlung in Mainz wählte d?r Zweigverein Schotten in seiner jüngsten Monatsveriammlung Oberreal- lchrer Buß zum Obmann ber Bergwacht. Räch- sten Samstagabenb soll nun hier im .Heil 'Hau«" eine Besprechung über bie Bergwachtsache mit ben Vertretern des Gaue« ftattfinben. Die Bergwacht soll bem Ratur - und Heirnatscdutz dienen. Sm Winter übernimmt sie unentgeltlich an Sonn- unb Feiertagen für d.e winlersport- liebende Allgemeinheit den vorbeugenden Sanitätsdienst. Sie tritt bei Massenunfällen unb zur glatten Abwicklung de« sportlichen Derkehr« in Täftgkeit. Wer heute bie Alpenwelt besucht, ist angenehm überrascht, wie häufig seltener geworbene Alpenpflanzen wieder au sehen sind. Dies ist mit ein große« Derbienst Der Bergwacht, die sich nachhaltig für die Durchführung der Schuhbestimmungen einseht. Gin Ausruf ber Hess. Forstverwaltung an Die Wanderve reine um Schonung bc« Walde« beweist, baß cfl auf diesem Gebiete noch sehr viel au tun gibt Wenn bie Mißstände, bie in bem Erlasse Erwähnung finden, in unserem Wandergebiete auch nicht in besondere Erscheinung treten, so muh doch mit allem Rachdruck darauf hingewiesen werden, daß für ben Pflanzenschutz etwa« DurchgreifenbeS geschehen muß. Denn ber Rennet bemerkt, daß auch im DogelSberg Pflanzen mit montanem Charakter allzu sehr gesucht sind. Die botanische Abteilung unsere« Zweigverein« vom DHT. stellte vor kurzem bie echte GamS- wurz (Doronicum montöna) in der Rähe von Schotten fest, aber ihren Standort werben wir nicht verraten, wenn ihre Lebensdauer nicht zu kurz fein soll. Oie Unruhen in den Opel« werken vor Gericht. WSR. Darmstadt, 26. Aug. Heute wurde im Prozeß wegen der II nru ben in ben Opelwerk en vor dem Erweiterten DezirkS- fchäffengericht in her Zeugenvernehmung fortgefahren. Zunächst wurde weiter der Zeuge Dernauer vernommen. SS entwickelte sich eine lebhafte Aussprache, bie sich über zweieinhalb Stunben hinauszog. Dernauer äußerte sich über bie Entlohnung in den Opelwerken. Darauf wurde bet Zeuge Dr. Wolf vernommen, der Leitet ber Groß-Gerauer Polizei. Dr. Wolf wurde an dem Unru&ctag um 9.15 Ühr von Rüssel-Heim dringend ongerufen. Als er mit feinen Leuten dort ankam, wurde er mit Pfuirufen empfangen. Er fei aber ungehindert durch die Menge in daS Verwaltungsgebäude hinein- gekommen. Dor dem Gebäude fei mächtig gejohlt worden. Die Mampfleitung verhandelte und forderte von der Polizei, sie möge da« Feld räumen. Der Angeklagte Mauer habe erklärt: »Setzt haben wir hier die Macht, und wir geben nicht nach." (Mauer ist deshalb auch wegen versuchter RÖtigung angeflagl.) ES sei erklärt worden, wenn die Mampfleitung nicht innerhalb 20 Minuten wieder auS dem Gebäude herauskomme, werde man sie herausholerr. Der Zeuge hat von Gewalttätigkeiten nichts gesehen. Sr schätzt die Dedammlung auf etwa 500 Personen. Der Polizei wurde kein Widerstand geleistet, ausgenommen zwei Leute. ES sei ihm mitgeteilt worden, daß es zu Gewalttätigkeiten gekommen sei, daß Werkssremde eingebrunaen seien, und er habe sich infolgedessen verpflichtet gefühlt, eiiuugreifen. Rach iym wurde der l.Dorsihende de« Betriebsrat«, Reviol, vernommen. Sr selbst wurde am 12. Februar von einem Mann mit einem offenstehenden Messer angegriffen, doch hinderten besonnene Arbeiter den Mairn vor Tätlichkeiten. Et habe im Sanuar mit ber Direktion über Einzelzulagen verhandelt, soweit sie im Rahmen des Tarifs möglich waren. Det- trauensleute hätten chm an dem Unruhen tag mitgeteilt, dah man versuche, Leute auS den Betrieben herauszuholen. Zwischen 10 und 10.30 Uhr sei er nach Mainz gefahren, „zum Schutz seiner eigenen Person', wie er sagt. Die Firma: Opel sei seiner Ansicht nach im Recht gewesen, alS sie die beiden Betriebsräte auf Grund ber Gewerbeordnung entlieh Als nächster Zeuge wurde der Werkmeister Tischler von der Fahrradmontage vernommen. Er sagte aus, daß mehrere Leute in seine Abteilung eingedrungen seien: als Führer habe er ben Abg. Sumps erkannt. Es seien auch bet ihm bie Maschinen abgestellt worden. Sn der Rachmitagsverhandlung wurden noch etwa 18 Arbeiter der Opelwerke al« Zeugen vernommen. Wesentlich Reues konnten sie nicht auSsagen. Hm 4 Hfjr wurde die Verhandlung auf Mittwochvormittag vertagt. Es wird In ber Zeugenvernehmung fortgefahren, doch erwartet man keine wesentlich neuen Aussagey mehr. Schweres Motorradunglück. Ein Toter, eine Schweroerlehle. WSR. Mainz, 26. Aug. Gestern nachmittag veriuchte der Maufmaim Walter Mirs ch auS Berlin, der hier zu Besuch weilte, mit seinem Leichtmotorrad auf ber Mainzer Straße in Mainz-Finthen noch vor dem in eine Seiten* straße einbiegenben Lastauto der Stroh Hülsen- fahrt! Han« Hanselmann tn Finthen vorbei- Automaten. Die linke Dorderradseder erfaßte das Motorrad, so daß es unter das Lastauto geriet. Kirsch und seine Begleiterin, die 12jährige Liese l H o rn aus Mainz, gerieten unter die Räder. Kirsch wurde sofort getötet, während seine Begleiterin mit einer schweren Oberschenkelquetschung in das städtische Krankenhaus eingeliefert wurde, wo das Bein sofort amputiert werden mußte. VHC.-Treffen in Herchenhain. Ein schöner Tag war es, der den Gesamt-Vogels- bcrger Höhen-Club am vorigen Sonntüg zu seinem alljährlich wiederkehrenden Herbstaus- flug auf der Herchenhaincr Höhe zusammen- sührte. Aus allen Gauen unserer hessischen Heimat waren die Zweigvereine des B. H. C. in stattlicher Zahl zu dieser Beranstaltung herbeigeeilt: auch der Gießener Zweigverein hatte mit rund 45 Teilnehmern von Gedern aus den Aufstieg ■ zur Höhe unternommen. Aach einer allgemeinen Begrüßung vor dem Bater-Dender- Heim ging es gemeinsam hinaus zu dem stimmungsvoll gelegenen Gefallenendenkmal, wo eine weihevolle Gedächtnisfeier stattfand. Die Ausgestaltung dieser Feier lag in den bewährten Händen des Offenbacher Zweigvereins, dessen rühriger Borsihender, Rektor Dem, mit ehrenden Worten der gefallenen B. H. C.-Drüder gedenkend, die Kranzniederlegung vornahm. Nachhaltigen Eindruck gewährte ferner ein trefflich gesprochener Borspruch einer B. H. C.- Schwester, musikalisch ernste Darbietungen eines kleiner» Streichorchesters, sowie der eindrucksvolle Bortrag zweier Chorlieder eines Männerquartetts, sämtlich aus Offenbach. Mit herzlichen Dankesworten an die Mitwirkenden seitens des Vorsitzenden des Gesamt-V. H. C., Dr. Druchhäuser, Ulrichstein, und dem Deutschlandlied wurde die schlichte, aber erhebende Feier geschlossen. Der übrige Teil des Nachmittags galt der Geselligkeit, und es herrschte auf den sonnenbeschienenen Triften vor dem Jugendheim und in dem ausgeschlagenen Zelt bei guter Bewirtung ein frohbewegtes Leben. Ganz hervorragend war bei der herrschenden klaren Lust die Fernsicht von der Höhe. Die kuppenreiche Rhön, die Höhen des Taunus, selbst unsere, benachbarten Berge Dünsberg und Stoppelberg waren deutlich sichtbar, und aus der näheren Umgebung grüßten alte Bekannte, wie Bilstein, Hohcrodskops und Taufstein herüber. Am Spätnachmittag verließen nach und nach die Zweigvereine die gastliche Stätte. Kunst und Wissenschaft. Einschränkung des Zudrangs zum zahnärztlichen Studium. Der Zudrang zum zahnärztlichen Studium hat es an einzelnen Uniberfitäten nötig gemacht, mit Rücksicht auf die vorhandenen Aus- Aufsehenerregende Kommunalaffäre in Wetzlar. Oer Oberbürgermeister und ein Beamter des Bauamts vom Amt suspendiert Wetzlar, 27. Aug. (2DIB. Drahtbericht.) Gegen den Wetzlarer Oberbürgermeister Dr. kühn und den Stadtbauinspektor Hepp ist vom Regierungs- Präsidenten in Koblenz am 26. August das förmliche Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Beide Herren sind vom Amt suspendiert und dürfen die Verwaltungsräume nicht mehr betreten. Ihre Bezüge werden ihnen nur zur Hälfte ausgezahlt. Die Vertretung des Oberbürgermeisters ist einstweilen dem 1. Beigeordneten Georg übertragen worden. Ls handelt sich um Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von städtischen Geldern. Einzelheiten fehlen noch. Die Iranksmier Zalschmünzeraffäre. Oie Ausgabe von 1200 Stück falscher Zünfmarkstücke eingestanden. Frankfurt a. TZ., 26. Aug. (WSN.) Die Erhebungen der Falschgeldstelle des hiesigen Polizeipräsidiums in der Angelegenheit der Herstellung falscher Fünf mark stücke sind zu einem gewissen Abschluß gelangt. Als Beteiligte in dieser Fälschungssache kommen folgende Personen in Betracht: Adolf Engelhardt, Maschinentechniker, höchst a. TZ., Jakob Bender, Graveur, Nied a. TZ., und Karl Boese, früher Gastwirt, höchst a. TZ. Im Monat Februar d. I. kauften die Genannten gegen eine Anzahlung in einer hiesigen Maschinenhandlung eine Spindelpresse im ungefähren Gewicht von 50 Zentnern zum Preise von 650 Mark. Es wurde angegeben, daß die Presse zur Herstellung von Lr e r e i n s a b z e i ch e n Verwendung finden sollte. Sie wurde nach höchst a. TZ. in eine alte Spinnerei gebracht. Dort blieb sie bis vor vier Wochen stehen und wurde dann nach der leerstehenden ehemaligen Faßfabrik von Ried in Hattersheim geschafft. An beiden Orten wurden falsche Fünfmark st ücke hergestellt. Das vielseitige Material zur Herstellung der Falsifikate wurde von verschiedenen Frankfurter Firmen bezogen. Es ist festgestellt, daß die drei Fälscher bis zur Ergreifung 10 0 0 0 entsprechend hergestellte M ü n z p lä t t ch e n bezogen haben. Den einzelnen liefernden Firmen wurden glaubhafte Angaben über die Verwendung des gelieferten Materials gemacht, so daß ein Verdacht nicht aufkam. Nach der Prägung (Rohherstellung) der Münz- plättchen wurde ihre Fertigstellung in der Wohnung des B o e s e oorgenommen. Während sich Bender und Boese zur Zeit noch in Stuttgart in haft befinden, wurde E n g e l h a r d t am 25. August dem hiesigen Gericht vorgeführt. Seine eingehende Vernehmung ergab, daß die Falsifikate in der Hauptsache durch die drei Genannten selbst und vorwiegend in den Städten Frankfurt a. TZ., Mainz, Wiesbaden, Worms und Umgegend durch Kauf von kleineren Mengen von Lebens- und Genußmitteln in den Verkehr gebracht worden find. Die Reifen nach den einzelnen Plätzen wurden in einem eigenen Kraftwagen unternommen. Nach der Angabe bes Engelhardt sollen ungefähr 12 0 0 falsche Fünfmark st ücke ausgegeben worden sein, doch wird amtlicherseits die Zahl für bedeutend höher gehalten. Die Feststellungen in dieser Richtung sind noch im Gange. bildungseinrichtungen die Zahl der Studierenden zu beschränken. Von den medizinischen Fakultäten der preußischen Llniversitäten sind nunmehr Gutachten über die Frage der Einführung eines „numerus clausus“ beim zahnärztlichen Studium eingefordert worden. Der preußische Kultusminister hat auf Grund der eingegangenen Aeußerungen von der Einführung des „numerus clausus“ zunächst noch abgesehen: er hat sich jedoch bereit erklärt, zu genehmigen, daß die einzelnen zahnärztlichen Institute versuchsweise die Höchstzahl der Studenten, die bei ihnen eine geordnete Ausbildung finden können, festsehen und bekanntgeben und die darüber hinaus sich meldenden Studenten abweisen. Die einzelnen Fakultäten bzw. Institutsleiter dürfen selbst die Maßstäbe bestimmen, auf Grund deren sie die Aufnahme bzw. Abweisung vornehmen, unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß lediglich sachliche Gesichtspunkte, also in erster Linie das Leistungsprinzip zur Anwendung kommen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. k. Die Frage, ob Sie oder der weitere Pächter zur Nutzung des Meerrettichs berechtigt find, hängt ganz vom Inhalt Ihrer mit ihm getroffenen Vereinbarung ab. Haben Sie das betreffende Stück Land ohne Vorbehalt weiter verpachtet, so ist im Zweifel anzunehmen, daß der andere für die Dauer der Pachtzeit die Gesamtnutzung, also auch die des Meerrettichs, hat. Mieter. Da Sie die Wohnung seinerzeit gemietet haben, ohne daß Lichtleitung in dem fraglichen Raume vorhanden war, ist der Hauseigentümer mangels anderweitiger Vereinbarung jetzt zur Legung einer Leitung nicht verpflichtet. Diese fällt auch nicht unter den Begriff der Instandsetzung. Turnen, Sport und (Spiel Europa-WafferballiurnierinNürnberg. Die Ereignisse am Dienstag. — Deutschland schlägt Frankreich 11:0. Der zweite Tag des Nürnberger Turniers war wieder ein voller Erfolg. 3000 Zuschauer waren erschienen. Deutschland stand in seinem zweiten Spiele den Franzosen gegenüber und blieb mit 11:0 siegreich, damit fast noch besser gegen die westlichen Nachbarn abschneidend, als am Vortage Ungarn, das Frankreich 12:2 besiegte. In der ersten Hälfte waren die Franzosen noch einigermaßen gleichwertig und hielten das Spiel auf 0:3. Nach der Pause hatten sie aber nichts mehr zu bestellen und mußten noch weitere 8 Tore hinnehmen. U n« garn und England lieferten sich einen fairen Kampf, der überraschenderweise bei der Pause noch 2:2 stand. Erst nach der Pause wurden die Ungarn klar besser. Ihre Führung wurde 4P)ar noch einmal ausgeglichen, bann waren sie aber "iss Front und stellten ihren Sieg von 8:4 sicher. Belgien und Schweden trennten sich nach einem von den Belgiern unfair durchgeführten Treffen mit 4:2 (2:1) zugunsten der Belgier. Nach dem zweiten Spieltage haben sich zwei Gruppen gleichwertiger Mannschaften gebildet. Deutschland, Ungarn und Belgien haben ihre Spiele gewonnen und besitzen je vier Punkte, England, Schweden und Frankreich haben alle Treffen verloren. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaklionStisch. Wo die Gentlemen wachsen. Cs war vor Semesterschluß am Franklin^ College. „Wir stehen heute in der letzten Stundei vor dem Examen“, kündigte der Professor an. „Die Prüfungsaufgaben sind schon beim Drucker. Hat jemand von Ihnen noch eine Frage -u stellen?“ „Wo wohnt der Drucker?" kam es von den hinteren Reihen. (Lust. Dl.) tSchluß des redaktionellen Teils.) Auch bei der letzten Hauptprüfung zeigte es sich, daß die Absolventen der Ingenieurschule Altenburg (Thür.) dank der bewährten Ausbildungsmethode über besonders hervorragende Kenntnisse verfügen. Die Anstaltsleitung ist unermüdlich und mit bestem Erfolg bestrebt, Ingenieure heranzuziehen, welche den hohen Ansprüchen, die heute die Praxis an junge Ingenieure stellt, gewachsen sind. Interessenten wird der illustrierte Prospekt über das 34. Schuljahr gratis zugesandt. 1079v Gießener Gas-Woche Hausfrauen-Abend Jeder Besucher . _ . , , der Veranstaltungen und Ausstellung erhält ein i-rei-LOS! vom 27. August bis 3. September im Cafe Leib 50 Gewinnei Preise: 2 Familien -Gasherde mit Brat- und Backofen - Gas- Kocher - Gas-Gutschriften - Küchengeräte - Kochbücher usw. 5895D ARCHE NOAH Die (Sintflut) Das gigantische Filmwerk Regie: Michael Kertesz mit Dolores Costello und George O’Brien Moderne und historische Handlung. — Es ist ein Filmwerk, zu dem die Masse strömen wird, vor dem man andächtig wird wie vor den Pyramiden von Gizeh. Das Hereinbrechen der Wassermassen, die Stadt und Menschen mit sich fortreißen und vernichten, ihr allmähliches Anwachsen bis zur jäh hereinbrechenden Sintflut, kann als ein Meisterwerk der Regiekunst gewertet werden. Wir behaupten, der Monumentalfilm „Die Arche Noah“ ist das gewaltigste Filmwerk, das jemals hergestellt wurde. Wir wissen, daß diese Behauptung ziemlich kühn und überheblich klingt, zumal von vielen Seiten bei Ankündigungen von Darbietungen sehr leichtsinnig mit Superlativen gearbeitet wird. — Wenn wir aber trotz des von uns immer aufrechtgehaltenen Grundsatzes Wahrheit in der Reklame diese Behauptung veröffentlichen, so wissen wir uns hierin unterstützt durch kritische Aeußerungen maßgebender Künstler und Journalisten von Weltruf. 5904c Wir bitten, überzeugen Sie sich selbstl „Die Arche Noah“ muß jeder gesehen haben. Jugendliche haben zu den Nachmittagsvorstellungen Zutritt. Anfang: 4,6,8.30 Uhr, Sonntags ab 3 Uhr. Massenszenen, die von hinreißender Schönheit sind und in ihrem ganzen Arrangement und Aufbau zu den herrlichsten gehören, was uns filmisch bis jetzt selbst aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten geboten wurde. Trude Hirsch seid Arthur Nelhaus Verlobte Gießen Äerlin C 25 i Ludwigstraße 42 Prenzlauer Straße 7/8 Zuhause Samstag und. Sonntag, 6. und 7. September 05265 i sagte Minna, und ging. MWM> Und Minna hatte recht! Wußte sie doch aus langjähriger Erfahrung als tüchtige Köchin, daß nur der Roederherd der beste Arbeitshelferin derKüche ist. Fast eine Million Haushaltungen besitzen den Roederherd. Und alle diese Haushaltungen bevorzugen den Roederherd. Und alle diese Haushaltungen sind jeden Tag aufs neue erfreut über die Bequemlichkeit, Sauberkeit und Sparsamkeit dieses treuen Helfers. Außerdem ist und bleibt er ein Schmuckstück jeder Küche. Kurz, man kann sich auf ihn In jeder Beziehung verlassen und hat seine Freude an ihm. — Lassen Sie sich heute noch unsere neuesten Modelle vorführen. 4004A JBHAUSCRGjcssn AM OSWALDSGA fJT£N einem Mittwoch, 27. August 1950 Weiter Anzeiger (Generalanzeiger für Gberheflen) Ur. 199 Drittes Blatt Das Recht im täglichen Leben a u f Rücktritt-rechten 'Beftlmmun fonderer gen. So kann man xur Zeit des Vectra. Der Zahlung ein f treten, wenn der Dertragsgegner durch lein eigene« Verschulden nicht imstande ist, den Vertrag xu erfüllen, ober wenn er die zur Erfüllung des Vertrages gesetzte Frist nicht cinhält und auch eine ihm für!möglicherweise geletzte Nachfrist ungenutzt verstreichen läßt. 3n solchen Fällen spricht der Jurist davon, dah der Der- tragSgegner mit der Erfüllung seiner Leistung .in Verzug" gekommen sei. Erklärt jemand seinem DertragSgegner, dah er von dem mit diesem geschlossenen Vertrage zu- von dem Vorhandensein eines Eclatzraumes ab- I hängig gemacht ift, dah aber der Richter dem | Mieter eine RäumungSsrist bestimmt hat Denn nun der Mieter trotz redlichen Mrmühens innerhalb dieser Frist eine Erlaywvhnung nicht hat linden können, so kann ihm aus Eintrag eine einmalige Nachfrist «bis zu drei Monateni bewilligt werdens dieser Antrag aber muh spätesten- zwei Wochen vor Ablauf der im Urteil bestimmten Frist gestellt werden! Zum Schlüsse noch eine Mahnung an den Schuldner, der gegen eine Forderung ernstliche Einwendungen nicht hat. 6» bat keinen Zweck, in einem solchen Falle Rechtsmittel und Rechtsbehelse auSzunuyen. um sich noch einige Zeit vor der Zahlung zu drücken. Die damit gewonnene Galgenfrist lieht in keinem Verhältnis zu den weiter erwachsenden Gericht-- und RechtS- anwallskosten! Der Schuldner setzt stch am zweck- mähigsten mit dem Gläubiger in 'Verbindung, um angemessene Teilzahlungen zu erreichen und die Vollstreckung des Urteil« zu verhindern, die ihm auch dann peinlich fein kann, wenn er .preuhilch eingerichtet" ist, weil ihm das Offen- barungseidSv er fahren im Hinblick auf seine Kreditwürdigkeit aus jeden Fall auher- ordentlich nachteilig sein wird. 3m täglichen Leben kommt eS häufig vor. dah Parteien, die einen Vertrag abgefchloffen haben, von diesem wieder zurücktreten wollen. Die verschiedensten Gründe sind eS, die zum Rücktritt von. einem einmal geschlossenen Vertrage führen Formen. Ganz abgesehen werden soll dabei hier von den Fällen, tn denen sich die Parteien aus irgendwelchen Gründen da- Recht zum Rücktritt vom Vertrage von vornherein Vorbehalten haben. Reben diesem vertraglichen Recht kennt das Bürgerliche Gesetzbuch auch eine Reihe von — ■ ' ' Grund bemessene Vergütung. Soweit die Parteien ihnen gewahrte Leistungen zuruckzugeben Haden, muh da» zu gleicher Zeit geschehen Der Jurist spricht dabei von einer Rückgewähr .Zug um Zug", alfo zu gleicher Zeit Denn eine der Vertragsparteien die Rückleistung verzögert ober verweigert. kann auch der Vertragsg gner seine eigene Leistung zuruckbehalten Eine besondere Form, in der der Rücktritt von einem Vertrage erklärt werden muh. ist vom Gesetz nicht vorgeschrieben. Es ist nicht einmal nötig, dah dieses brieflich geschieht, gc- schweige b enn. bah ein solcher Vries eingeschrieben geschickt wirb. Trotzdem ist naturgemäß die schriftliche Erklärung deS Rücktritts vom Vertrage deshalb belfer, weil durch den Vrief der Nachweis der RücktrittSerklärung mit Leichtigkeit erbracht werden kann, falls der Der- tragsgegner die Rücktrittserklärung bestreitet. Mm j».—!1I* -- imtnirFf Wertungsbetrags, fordern konnte. Hat die Zahlung nicht schuldentilgend gewirkt, so entsteht bann bic Frage, ob dem Verlangen ber nachträglichen Aufwertung ber Umstand ent- gegensteht. bah ein langer Zeitraum zwischen ber Zahlung unb ber Geltendmachung des Anspruchs liegt. Wie bereits ausgeführt, macht das Reichsgericht die Beantwortung dieser Frage im Einzelfalle davon äbhängig. ob die Geltendmachung eines AufwertungLansprucheS mit den das deutsch« Recht beherrschenden Anschauungen von Treu unb Glauben vereinbar ist ober nicht. Die Rechtsprechung bes Reichsgerichts _ ist auf biefem Gebiete nicht einheitlich. Wie Mügel. bic Rechtsprechung bes Reichsgerichts über bie Der- Wirkung von Aufwertungsansprüchen (Juristische Wochenschrift. 59. Jahrgang. Heft 15, S. 1C42 ff.) nachweist, beträgt die Gesamtzahl aller über diese Frage veröffentlichten Reichsgericht>urteile mehr alS 120. Unter den im Jahre 1929 ergangenen Entscheidungen finden sich z. B. 9 Urteile bei einem Senat, welche eine Verwirkung annehmen, und 7 Urteile, die sie ablehnen. Bei einem anderen Zivilsenat des Reichsgerichts sind unter 25 Urteilen 22, welche eine Verwirkung ablehnen und drei, welche Verwirkung annehmen. (Mügel a. a. O.) Uebereinstimmend wird der Grundsatz anerkannt, dah niemand mit der Verfolgung feiner Rechte so lange warten darf, dah darin ein Verstoß gegen Treu unb Glauben, ein illoyales Verhalten, zu erblicken ift Cs finb bei der Frage, ob nach § 242 VGD eine Aufwertung stattzu- finben hat. alle Umftänbe bes Falles zu berücksichtigen, es sind die Interessen beider Teile xu rücksichtigen, sowohl des Gläubigers, wie des Schuldners. Aus dieser Rechtsgrundlage ergibt sich zunächst, dah eine Verwirkung des Aufwertungsanspruches nicht in Frage kommt bei sog. Wertansprüchen, z. D. Ansprüchen auf Bereicherungen ober Enreignungsentfchädi- gungen, weil hier ber Inhalt bes Anspruchs nicht auf Billigkeit beruht: bas selbe gilt bei Schadenersatzansprüchen. Aus der angegebenen Rechtsgrundlage ergibt sich weiter, dah eine Verwirkung nur stattfindet, wenn eine Zahlung des Papiermarkbetrages oder eine sonstige Handlung. aus welcher bet Schuldner schlichen konnte, dah das Rechtsverhältnis abgewickelt sei, nicht erfolgt ist. Ebenso ist eine Verwirkung bann aus- geschwslen, wenn zwar Zahlung geleistet, diese aber mit Vorbehalt angenommen worden ift. Von ausschlaggebender Bedeutung für bie Beantwortung der Frage der Verwirkung oder irung benreitct. Rücktrittserklärung wirb unwirksam, wenn bie Partei, bie blcfe abgegeben bat. mit ber Rückgabe des von ihr emplangenen Gegenstandes in Verzug gerät. 3n solchen Fällen ist ber Dertragsgegner berechtigt, ein angemessene Rachfrist zur Rücklieferung zu setzen mit ber Erklärung, bah er bie Annahme mit dem Ablauf ber Frist ablehne. Wirb bann bleie Nachfrist auch versäumt, fo wirb bie Rücktritts« erflärung hinfällig, sie gilt als nie erfolgt. Vielfach ift bic Meinung verbreitet, daß ein Rücktritt vom Vertrage zulässig ist, wenn sich der Vertragsgegner über ben Erfolg, ben er sich aus einem Vertrage versprochen hat, irrt. Das trifft nicht zu: derartige Irrtümer geben zu Lasten desjenigen, der den Vertrag abgeschlossen hat, unb bieten keinen Aniah. bas Risiko de» Vertrages burch bie Möglichkeit bes Rücktritts auf ben VertragSgegner abzuschieben. Wer einen Vertrag abschlieht. muh sich vorher überlegen, ob er bas für ratsam ßält. Die Verwirkung von Aufwertungsanfprüchen. Don 25ürgermeifler Or. Dölsing, Alsfeld. Es ist vielfach bie Ansicht verbreitet. aI8 ob alles, was mit streitigen Fragen ber Auswertung zusammenhängt, allmählich erlebigt fei, unb als ob bie Rechtsprechung über Aufwertungsangelegenheiten nunmehr beiseite gelegt werben könne. Bei näherer Prüfung ergibt sich aber, bah biese Aussassung nicht zutreffenb ist. BIS in bie Gegenwart hinein, haben sich bie Gerichte, insbeson- bete baS Reichsgericht, mit jetzt noch geltend gemachten Aufwertungsansprüchen zu befassen. Zu ben Fragen, bie heute noch praktische Bedeutung haben, gehört namentlich die Frage, ob es eine Verwirkung von Aufwertungsansprüchen burch bloßen Zeit- a b l a u f gibt. b. h. ob trotz einer lange Zeit zurückliegenden Annahme ber Zahlung bes Nennbetrags in Papiermark noch Aufwertung verlangt werben kann. Das Reichsgericht stellt bie Entscheidung ber Frage unter bem Grunbf atz von Treu unb Glauben bes § 2 42 BGB., wonach bie Leistung deS Schuldner- so zu bewirken ist, wie Treu unb Glauben mit Rücksicht auf bie Derkehrssitte eS erforbem. Nach ber feststehenden Rechtsprechung des Reichsgerichts besteht ein Rechtsinstitut ber Verwirkung ähnlich ber Verjährung nicht. Wenn ber Gläubiger einer Geldsorbe cung. beten Nennbetrag in der Zeit der Geldentwertung in Papiermark bezahlt ist. Auswertung ber «yorberung verlangt, so hängt bie Zulassung ber Auswertung von ber Beantwortung von zwei Fragen ab. Zuerst ist zu prüfen, ob die Zahlung alS volle Erfüllung ober nur als teilweise Erfüllung anzusehen ist. ob sie Tilgungswirkung gehabt hat, ober nicht. Diese Frage war lange streitig. Der zweite Zivilsenat vertrat bie Ansicht, bah ber 15. August 1922 alS Stichtag für bie 3ulaPpe. ^dakttvMsch. chen. Franklin. " letzten Stund« er Professor an. on beim fyudtt, «ine Frage ju f?" kam et von (Lust.A.) Teils.) J bpiel. ^ürnberg. r^5tl50mrr S °°r unb biJrfn ” y ° 3. üS «AS Front unb *ef9'2 52,75 51,25 52 Metallgesellschaft. . . . . 8 104 103,5 Philipp Holzmann . . . . 7 80 _ 80,25 Zementwerk Heidelberg 10 104 103,5 _ Cementwerk Karlstadt. . 10 — _ Wavb & Freytag . . . . 8 62 62 63,9 — Schultheis Payenhoser . - 16 _ 251 253,5 Ostwerke....... 12 — — 201 202 Aku......... 18 80 — HO 82,75 Bemberg....... • 14 — —- 84,75 85,75 Zellstoff Waldhos . . . e 18«/. 131 131 130 131 Zellstoff Aschaffenburg . e 12 96 97,65 95 Charlottenburger Wasser e . 8 •j2,o 94 Dessauer Gas..... . 9 — — 131,5 135,75 Daimler Motoren . . . • . 0 27,5 __ 27,75 28 Deutsche Linoleum . • A 179 178,5 177,5 178 — 40 Rar. Automobil . . . • e . 0 — — 9,75 9,5 Orenstein & Kopvet . . . 6 — — 58,5 59,25 Leonhard Tieh .... 10 — .— 133 Svensko ...... — — 28. 282 frankfurter Malchtnen . . 4 21,5 _ 22 _ Gritzner ....... a . 6 30 - - 28,13 —— Heyliaeastaedt . . . . — 30 — 30,5 — Lcchwerke....... . 8 25,5 95 _ Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 — — Mag......... 10 86 —- 85,25 85 Gebr. Roeder ..... 10 98,5 _ Voigt L Haesfner ... - . 9 151,75 — 151,75 _ Süddeutsche Zucker . . • 10 148,5 — 148 — Berlin, 26. August Geld SFIef Amerikanische Noten . ..... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ........ Französische Noten ...... Holländische Noten ....... Italienische Skalen........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ Deviseltmarkl Berlin 4,167 58,38 111,96 20.332 16,43 168,18 21,97 111,88 59,14 2,475 112,24 81,25 45,01 12,38 73,18 - Jranffurl 4,187 58,62 112,40 20,412 16,49 168,86 22,05 112,32 59,38 2,495 112,68 81,57 45,19 12,44 73,48 O.m. 26. Aua ust 27. August Amtliche Geld Notierung Briet Amtliche Geld Notierung 1 Brie, Amst.- Rvtt. Buen.-AireS Brff.-Autw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingiors. Italien. . . London. . . Neuvork .. PariS.... Schweiz .. Spanten. . Japan . . . Mo de Jan- Wien in D-» Oest. abgest. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . llru uay . Cairo - ■ . 168,53 1,512 58,475 112,12 112,17 112,49 10,526 21,91 20,367 4,183 16,445 81,32 45,40 2,066 0,397 59,135 12,419 7,428 73,355 3,032 18,82 81,44 1,784 5,435 4,185 3,427 20,88 168,87 1,516 58,495 112,34 112,39 112,71 10,546 21,95 30,407 4,191 16,495 81,48 45,50 2,070 0,399 59,255 12,439 7,442 73,515 3,038 18,83 81,60 1,789 5,445 4,193 3,433 20,92 168,50 1,512 58,475 112,12 112,14 112,4d 10,526 21,91 20,367 4,1825 16,45 81,30 44,21 2,066 0,379 59,12 12,416 7,425 73,375 3,032 18,82 81,46 1,784 5,435 4,185 3,447 20,88 168,84 1,516 58,595 112,34 112,36 112,70 10,546 21,95 20,407 4,1905 16,49 81,46 44,29 2,070 0,381 59,24 12,436 7,439 73,515 3,038 18,86 81,62 1,789 5,445 4,193 3,453 20,92