Nr. 123 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 27. Mai 1930 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drucf und Verlag: vrllhl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stetnöruiferei H. Lange in Sietzen. Schriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die lagtsnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm Höhr für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- stlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrlft 20° 4 mehr. Chefredakteur: Dr. Fncdr. Wilh. Lange. Derantworttich für Politik Dr. Fr. Wilh. üange; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monalr Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. zenrfprechanfchiüfle anter5dmmelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Krediterleichterung der Wirtschaft. Annahme des Ermächtigungsgesetzes im Reichstag. Berlin, 26. Mai. (Vdz.) Auf der Tagesordnung der Montagssihung stand die zweite Beratung der Vorlage eines Ermächtigungsgesetzes zur Erleichterung der Kredit- verforgung und der Vorlage über die Liquidierung der Bank für Deutsche 3 n dustr ieobligationen. Verbunden damit ist die Beratung der Anträge des Zentrums und der Sozialdemokraten auf Aufhebung der sogenannten Warenhaus st euer und des demokratischen Antrags auf Aussetzung der Erhebung diesei^Steuer. Abg. Dr. Hilserding (Soz.) wendet sich scharf gegen die letzte Rede des Reichsfinanzministers in Köln. Dr. Moldenhauer hat das Budgetrecht des Reichstags angegriffen und dessen Beschränkung auf ein Maß gefordert, das noch hinter dem Zustand im Kaiserreich zurückbleibt. Er hat über das Recht de- Parlaments mit Worten gesprochen, die wir von Hitler oder Hugenberg erwarten konnten, nicht aber von dem Minister einer parlamentarischen Regierung. Wir legen gegen diese Art der Behandlung von Verfassungsfragen Verwahrung ein. Die Regierung will offenbar den Reichstag an Ermächtigungsgesetze gewöhnen, um ihn allmählich ganz auszuschalten. Die Kapitalverwaltungsgcsellschasten, denen durch die Vorlage Steuererleichterungen gewährt werden sollen, bedürfen gewisser Kontrollbcstimmun- gen, bei deren Aufstellung der Reichstag nicht ausgeschaltet werden darf. Abg. Dr. Fischer (Dem.) weist darauf hin, daß die Vorlage von der früheren Regierung Hermann Müller stammt. Diese Regierung würde doch eine solche Vorlage nicht eingcbracht haben, wenn sie nicht von ihrer verfassungsrechtlichen Zulässigkeit überzeugt gewesen wäre. Wenn auch die verfassungsrechtlichen Bedenken des sozialdemokratischen Redners nicht zutreffen, so sollte die Regierung doch überlegen, ob für die vorliegenden Maßnahmen nicht der Weg der ordentlichen Gesetzgebung besser wäre. Unser Eintritt in die Regierung war wesentlich von der Absicht diktiert, ein Regieren mit dem Art. 48 der Reichsverfassung zu verhindern. Reichsfinanzminister Or Moldenhauer erklärt, er habe gesagt, die Regierung wolle ihr Programm mit allen Mitteln durchsetzen, und wenn sich der Reichstag versage, werde sic an die Wählerschaft appellieren. Der Demokratie droht allerdings eine ganz große Gefahr dann, wenn sie sich als unfähig erweist, in kritischen Zeiten die Dinge qu meistern. Es muß gezeigt werden, daß auch die Demokratie die Möglichkeit hat zu schnellem und energischen Handeln, wenn die Gefahren so groß sind wie in der Gegenwart. Wir müssen allerdings — das habe ich in meiner Kölner Rede gesagt — zu einer schärferen Trennung der Aufgaben der Regierung und des Reichstags kommen. Der Reichstag hat die Aufgabe der Gesetzgebung und der Kontrolle der Regierung. Er ist aber nicht berufen, z u regieren. Das ist die Aufgabe der Regierung. Die Vorlage des Ermächtigungsgesetzes sei doch durch die frühere Regierung Hermann Müller ohne Widerspruch der Sozialdemokraten eingebracht worden. Abg. von Sy bei (Ehr.-Rat.) widerspricht der Auffassung, daß das vorliegende Ermächtigungsgesetz versassungsändernd sei. Die Förderung der Kapitalbildung liege auch im Interesse der arbeitenden Massen. Der schlechte Stand der Reichsfinanzen sei letzten Endes zurückzu- führen auf die ganz verfehlte Wirtschaftspolitik der letzten Jahre. (Abg. Dr. Hilserding, Soz.,: „Meinen Sie Herrn Eur- tius?") 3a, ich habe immer offen ausgesprochen, daß die Wirtschaftspolitik des Herrn Dr. Eurlius für Deutschland ein Verhängnis gewesen ist. Wenn er jetzt einsieht, wie verkehrt eine Politik gegen den Binnenmarkt zugunsten einer verschwiegenen Exportpolitik ist, dann soll es uns freuen. Die Maßnahmen zur Milderung der Grunderwerbssteuer berücksichtigen leider nicht den Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken. 6$ ist aber notwendig, daß auch diese Frage sehr bald geklärt werde. Abg. Dr. Reinhold (Dem.): Die Annahme 6 onZ>erumfat)fteuer war wirtschafts- fcolihfd) und steuerpolitisch ein Fehler. Der lei- ocnoc Seil bei dieser Steuer sind nicht die Groh- sondern gerade die Kreise des M i t t e l st a n des. Auf die Dauer ist es kein erfreulicher Zustand, daß der Reichsfinanzminister im Lande herumreist und immer wieder mit Porten eine sto r k e Regierung fordert. Sie haben, Herr Minister, ja Gelegenheit, diesen Willen durch die Tat zu beweisen. Auch ohne die Drohung mit Art. 48 werden wir jeder starken Führung will^ Gefolgschaft leisten, denn wir haben alle den Willen, daß wir recht bald zur endgulllgen Stabilisierung unserer Finanzen kommen. Darum bedauern wir auch außerordentlich, daß schon jetzt, einen Monat nach der Verabschiedung der Steuergesehe, unwidersprochen und ohne nähere Begründung das Gerücht über ein Defizit von über 700 Mill, durch die Presse geht. Ich möchte ein großes Fragezeichen dahinter sehen, ob es richtig ist. daß man den Ertrag eines Die ersten Verhöre -es Düsseldorfer Massenmörders. Der Fuhrmann Peter Kürten. 5- I Gegenüberstellung mit -en Opfern. Als Täter sofort erkannt. Düsseldorf. 26. Mai. (WTB.) 3m Verlauf der Vernehmungen des Arbeiters Peter Kürten, der in dringendem Verdacht steht, die im Laufe des letzten Jahres in Düsseldorf begangenen zahlreichen Morde ausgeführt zu haben, fand eine Gegen- überstellung Kürtens mit der Frau Meurer statt, di« von ihm niedergestochen und schwer verwundet wurde. Die Gegenüberstellung gestaltete sich äußerst dramatisch Es waren in einem Dienstzimmer des Polizeipräsidiums etwa 12 Kriminalbeamte versammelt, unter denen s i ch Kürten befand. Frau Meurer, die infolge der Dunkelheit nur eine oberflächliche Personalbeschreibung des Täters geben konnte, sich aber deutlich der Stimme erinnerte, mußte an alle im Zimmer Anwesenden belanglose Fragen richten, auf die geantwortet wurde. Nachdem sie mit einigen Beamten gesprochen halte, kam Kürten an die Reihe. Nachdem dieser nur einige Worte gesprochen hatte, rief Frau Meurer aus: „Dieser Mann ist der Täter. Sein Tonfall in der Stimme und seine Gestalt sind die gleichen wie die des Mannes, der mich verfolgte und niederstach." Auf die Frage der Frau Meurer „Weshalb haben Sie mich eigentlich verfolgt" erklärte Kürten ohne Zögern: „Ich habe Sie verfolgt, um Sie zu ermorden". Die Gegenüberstellung mit der Gertrud Schulte nahm einen ähnlichen Verlauf. Als die Schulte in das Zimmer eintrat, sah sie sich einer Reihe von Kriminalbeamten gegenüber, unter denen sich wiederum Kürten befand. Mit schnellem Blick überflog die Schulte die Anwesenden, dqnn hob sie den Arm und zeigte mit der Hand auf Kürten: „Das ist der Mann, der mich unter dem Namen Baumgarten angesprochen hatte, begleitete und schließlich niederstach". Oie Mörderbriefe Ter verhaftete Kürten als Lchrciber einwandfrei festgestcll'. Düffeldorf. 26. Mai. (WTB.) Das Poli- zeipräsidium teilt mit: Das Ergebnis der umfangreichen Arbeiten, die die Schriftvergleichung der Mörderbriefe erforderte, kann noch nicht als abgeschlossen bezeichnet werden. Es ist bekannt, daß Peter Kürten eine Anzahl Briefe geschrieben hat, in denen er aus seine Tätigkeit aufmerksam machte. Er selbst hat angegeben, daß er diese Briefe geschrieben hat in der Erwartung, dadurch große Beunruhigung in das Düsseldorfer Publikum hineinzutragen. Es ist bemerkenswert, daß Kürten seinen ersten Brief angeblich Ende September 1929 a n den Düsseldorfer Stadtanzeiger geschrieben und selbst in den Hausbriefkasten der Redaktion geworfen hat. Es handelt sich hier um den Brief, den er in dem nächsten an die Polizciverwaltung adressierten Brief erwähnte. Jener erstgenannte, an den Stadtanzeiger gerichtete Brief ist niemals zur Kenntnis der Polizei gekommen. Ehe in die eigentliche Schriftvergleichung eingetreten wurde, legte heute der Schriftsachverständige Dr. Schneickert auf Grund seines genauen Studiums der Briefe dem Peter Kürten ganz bestimmte Fragen vor über besondere Merkmale dieser Briefe, die nur dem Schreiber der Briefe bekannt sein konnten. Diese Fragen hat Kürten in einer Weise beantwortet, die seine Urheberschaft an den Briefen zweifelsfrei erscheinen läßt. Kürten wurde dann durch den Sachverständigen veranlaßt, den Text seiner Briese unter gleichen Bedingungen, d. h. auf ähnlichem Einwickelpapier mit Blaustift niedcrzuschrelbcn. Die dann vorgenommene Vergleichung der Originalbriese mit den von Kürten neu hergestcllten Briefproben ergab völlige U e 6 erei n ft i in m u n g und bestätigt in jeder Hinsicht den vorerwähnten objektiven Befund. Da der Schreiber der bekannten Mörderbriefe nachdem Inhalt der Briefe nur der wirkliche Mörder im Falle der Maria Hahn und der Gertrud Halber mann sein kann, so erscheint er auch durch das Ergebnis der Arbeiten des Schriftsachverständigen Dr. Schneickert neben sonstigen durch die Vernehmung geführten Beweisen als Täter in diesen beiden Fällen einwandfrei überführt. Schüsse an der Grenze. polnische Grenzwächter überfallen ein deutsches pahhäuschen. — (schwere Schießerei mit deutschen Polizeibeamten. Marienwerder, 26. Mai. (MTB.) Am 24. Mai abends 9 Uhr sind zwei polnische Grenzbeamte, ein Offizier und ein Unteroffizier, die unbefugt d i e deutsch-polnische Grenze überschritten hatten, in etwa 25 Meter von der Grenze entfernt stehende, um diese Zeit unbesetzte Paßhäuschen bei Reu- Höfen im kreise Marienwerder eingedrungen. Als ein deutscher Beamter in das deutsche Paßhäuschen hinein wollte und die Tür öffnete, erhielt er sofort einen Revolverschuß, der ihn an der linken Hand leicht verletzte. Der deutsche Beamte machte jetzt auch von seiner Schußwaffe Gebrauch und brachte dem polnischen Unteroffizier einen Bauchschuß bei. Der angeschossene deutsche Beamte erhielt daraus noch weitere Revolverschüsse, die ihn aber nur leicht verletzten. In- zwischen drangen weitere deutsche Beamte in das Paßhäuschen ein und entwaffneten di« beiden Polen. Die Tür des Pahhäuschens wurde von der Seite her durch weitere polnische Beamte, die ebenfalls die Grenze unbefugt überschritten hatten, unter Feuer gehalten, so daß die deutschen Beamten gezwungen waren, den Rückzug zum Polizeigebäude in Reuhöfen mit den beiden Festgenommenen durch ein Fenster anzukreten, das der polnischen Grenze und damit der Schußlinie abgewandl war. Auf dem Rückweg sind die deutschen Beamten weiterhin von den polnischen Beamten beschossen worden. Der verletzte polnische Unteroffizier ist inzwischen gestorben. Es ist ausdrücklich fest- zustellen, daß keiner der deutschen Beamten die deutsch.polnische Grenze überschritten hat: im Gegenteil ist feiner von ihnen näher als 25 Meter an die Grenze herangekommen. wie wir weiter hören, handelt es sich nicht, wie in der polnischen Presse behauptet wird, um pol- Nische Offiziere, sondern um einfache Grenzsoldaten, die dem Grenzkorps angehören. Sie sind miltärisch organisiert und fragen militärische Waffen. 3m Gegensatz hierzu sind die deutschen Grenzbeamten Kriminalpol i- 3 e i und daher weder uniformiert noch bewaffnet. Sie tragen lediglich zu ihrer Selbstverteidigung einen Dienstreovloer. Weber den Grund der Grenzverletzung ist noch nichts in Erfahrung gebracht worden. Gin polnischer Schritt in Berlin. Entschädigung und Bestrafung der Schuldigen verlangt. Warschau, 26. Mai. ERB. Dem Vernehmen nach hat die polnische Regierung ihren Berliner Gesandten angewiesen, wegen des 3u* sammenstoßes zwischen deutschen und polnischen Grenzwächtern bei der deutschen Regierung zu intervenieren. Ein gemischter deutschpolnischer Ausschuß soll eingesetzt werden. um die Vorfälle zu untersuchen. Weiter verlangt die polnische Regierung die Befreiung der beiden verhafteten polnischen Kommissare, die Bezahlung einer Entschädigung und die Bestrasung der Schuldigen. Die bisherigen Feststellungen eines Sachverständigen (?) hätten ergeben, daß der ilebcr- fall auf die polnische Grenzpolizei durch den deutschen Grenzschutz aus demHin- terhalt erfolgt sei. An zuständiger Berliner Stelle ist von einer derartigen Rote bisher nichts bekannt. Rach einem in Berlin eingegangenen amtlichen Bericht hat aber die bisherige Untersuchung des Zwischenfalles, wie nochmals festgestellt sei, einwandfrei ergeben, daß das Verschulden auf polnischer Seite liegt, und daß die polnischen Grenzbeamten unbefugterWeise in das deutsche Po l i zeigebäude in Reuhöfen eingedrungen sind. Was die polnischen Grenzbeamten veranlaßt hat, auf deutsches Gebiet einzudringen, müssen sie selbst am besten wissen. Jedenfalls zeigt allein die Tatsache, daß sich der Zwischensall auf deutschem Gebiet in einem deutschen Polizeigebäude abgespielt hat, daß die deutschen Beamten keine Schuld treffen kann. Schwere Wahlniederlage der Warschauer Regierung in Wolhynien. Warschau, 26. Mai. (WTB.) Bei den gestrigen Senatsnachwahlen in Wolhynien fielen sämtliche sechs Mandate an die Ukrainer. Bei den Rachwahlen zum Sejm im nordostpolnischen Kreis Lida fielen vier Mandate der Bauernpartei Dombski zu, unter wirtschaftlicher Depression stehenden Monats einfach mit 12 multipliziert und bann in der Oeffenttichkeit den Eindruck erweckt, als ob wir vor einer finanziellen Katastrophe stehen, wir wünschen eine starke Führung zur Stabilisierung unserer Finanzen. Der Minister wird unsere Gefolgschaft haben, wenn er nur führt. Abg. C o 1 o f f e r (Wirisch.): lieber die Wirkung der S o n d e r u m s a tz st e u e r ist nach der kurzen Zeit ihres Bestehens noch gar kein Urteil möglich. 3m Mittelstand ist unser Vorstoß gegen die Warenhäuser und Konsumvereine sehr begrüßt worden, weil hier zum erstenmal der soziale Gedanke auch für den Mittel st and zur Geltung gebracht wurde. Die in der sozialdemokratischen Presse gegen den Mittelsland getriebene Hetze wird die gute Wirkung haben, auch diejenigen Kreife des Mittelstandes aufzuwecken, die jetzt noch schlafen. Bei der veredelten Umsatzsteuer, die Sie jetzt beseitigen wollen, handelt es sich um ein soziales Gesetz. Der sozialdemokratische Antrag, der sich gegen die Form der Ermächtigungs - Gesetzgebung richtet, wird im Hammelsprung mit 174 gegen 156 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt werden auch die übrigen Aenderungsanträge der Sozialdemokraten, angenommen ein demokratischer Antrag, wonach die Kapitalertragssteuer auch für Reichsbahnobligationen wegfallen soll. Mit dieser Aenderung wird die Krediterleichterungsvorlage und darauf auch die Vorlage zur Liquidation der Industrieobligationsbank in zweiter und dritter Beratung angenommen. Präsident Lobe stellt ausdrücklich fest, daß die Krediterleichterungsvorlage nur mit einfacher Mehr», beit angenommen worden sei. Die Anträge zur Sonderumsatzsteuer werden dem Steuerausschuh überwiesen. Oie Räumung von Worms. Worms, 26. Mai. (WTB.) Die letzten französischen Truppen haben heute abend Worms verlassen. Zn der Stadt halten sich nur noch etwa 20 bis 30 Mann einschließlich Gendarmerie auf, die das Abwickelungskommando bilden. Der letzte Abtransport vollzog sich ebenfalls ohne Zwischenfall. Um 10 Uhr vormittags wurde von der Straßenbrücke die Trikolore e i n g e h o l t und im Laufe des Tages auch die Fahnen von den sonstigen militärisch besetzten Gebäuden. Die Kaserne und das Garnisonlazarett sind geschlossen worden. Das zurückblei- bende Kommando wird am 31. Mai abrücken, so daß an diesem Tage Worms endgültig geräumt ist. Eine Abordnung der französi- schen Besatzung in Stärke von etwa 18 Mann legte am Sonntag auf dem Friedhof Hochheimer Höhe Kränze an den Gräbern der französischen B e s a tz u n g s a n gehör i g e n und am deutschen Kriegerdenkmal auf dem Heldensriedhof nieder. Auch am Denkmal auf dem Alliierten-Friedhof wurde ein Kranz niedergelegt. — In der vergangenen Rächt ist auch aus Zweibrücken der Rest der französischen Garnison bis auf ein Abwicklungskommando der Gendarmerie in Stärke von etwa 30 Mann abgerückt. Im Laufe deS Rachmittags war der Oberbefehlshaber der Rheinarmee. General G u i l l a u m a t, in Dc- gleittng eines höheren französischen Offiziers aus Landau hier eingetroffen, um eine letzte Besichtigung vorzunehmen. Oie sranzösisch- italienische Spannung. Tas Pariser Echo der Mussolini-Nede. P a r t s, 26. Mai. (WTB.) Die Rede Mus - solinis in Mailand wird von der sozia- Untschen und radikalen Presse in der schärfsten Wetse Derurtedt und als eine Bedrohung Frankreichs und seinerVerbündeten auf dem Balkan bezeichnet. Auch das notio- naltstische „Echo de Paris" lehnt die Rede Mussolinis ab und schreibt: Die zur Lösung der zwischen den betden Ländern schwebenden schwierigen Probleme aufgenommenen französisch-italienischen Verhandlungen sind sine die vertagt toor- oen. Mussolini würde uns verachten, wenn wir bered wären, unter Drohungen zu verhandeln. Bet einer früheren Gelegenheit haben wir der Regierung in Rom zu verstehen gegeben, daß es uns unnütz erscheint, sich mit jemand verstän- otgen zu wollen, der entschlossen zu sein scheint, sich mit Gewalt das zu nehmen, was er aus diplomatischem Wege nicht erhalten würds» „0er blaue Engel." Lichtspielhaus Bahnhofstraße. DieS ist ber stärkste und selbständigste Tonfilm, den die junge deutsche Produktion bisher geschaffen hat. Don allen Klcmgfilmen, wellhe seither hier vorgeführt wurden, ist dies der einzige. der künstlerisch vollkommen ernst zu nehmen und zu werten ist. Es steht auf einer Stufe, die die reifsten Schöpfungen der stummen Produktion in den letzten (Zähren innehatten, und welche der Tonfilm bisher noch nicht erreichte... Wir haben den „Blauen Engel" seinerzeit anläßlich der Berliner Uraufführung bereits angezeigt! wir wiederholen kurz die wichtigsten Daten der Produktion. Der Film wurde nach dem Roman „Professor Unrat" von Heinrich Mann unter dessen Mitwirkung von Carl Zuckmayer und Karl Vollmoeller geschrieben. Das Drehbuch stammt von Robert Liebmann. Die Regie führte Iosef von Sternberg. Die Musi! komponierte Felix Holländer. Die Hauptrollen spielen Emil Iannings und Marlene Dietrich. Die ganz unmittelbare Wirkung dieses Tonfilms beruht auf einem Doppeleindruck. Zunächst: ^r Ton im Film hat hier, zum erstenmal, seine Sensation verloren, seine vordringliche Selbstherr- seinen Reiz an sich; er ist organisch, natürlich und selbstverständlich geworden, in das G^üge des Ganzen einbezogen und — über die technische Errungenschaft der Synchronisierung hinaus — zu einer inneren Einheit mit dem Bilde verschmolzen. Die Dollständigkeitswut hat «iLX/a nton getraut sich bereits wieder „Locher zu lassen und aus Klang und Laut- lostgkeit eine lebendige Modulation von erstaunlicher Wirkungskraft hervorzuholen. Das andere ist die einsame und überragende Gestaltung des großen Menschendarstellers Ian- nings. der hier, mit seinem ersten Tonfilm, in der elementaren Fülle seines Schauspielertums ganz an die verpflichtende Tradition seiner besten früheren Leistungen wieder anknüpst wie sie dem „Weg alle- Fleisches' unvergeßlich sind. Die Handlung ist wohl hinreichend bekannt. Aus dem Zusammenstoß zweier fremden Die Deckung des Defizits im Reichshaushalt. Moldenhauers angebliche Oeckungspläne. - Auch das Notopfer wird erneut diskutiert. zwei den weißrussischen Kommunisten und ein Mandat den Christlichen Demokraten. Der Regierungsblock hatte es vorge- aogcn, in beiden Wahlkreisen keine Kan- oidatenlisten aufzustellen. Er verlor hierdurch vier Sitze im Sejm und vier im Senat. Die Wahlbeteiligung sowohl in Wolhynien als auch im Kreise Lida war gering. „Graf Zeppelin" wieder in pernambuco. P e r n a m b u c o , 26. Mai. (WTB.) Nach seinem 2500-Meilenslug nach Rio de Janeiro und zurück erschien der „Graf Zeppelin" um 8.25 Uhr örtlicher Zeit über Pernambuco. Zwei Flugzeuge der Äero-Postal Co. umkreisten das Luftschiff, während es dem Landungsfelde zusteuerte. Zwanzig Minuten später wurden die Ankertaue abgeworfen. Die Landung verlief glatt. Die um 8.53 Uhr begonnene Verankerung beanspruchte nur 17 Minuten. Eine begeisterte Riesenmenge umsäumte das Flug- seid. Der Rückflug von Rio de Janeiro erfolgte b e i besserem Wetter als der Hinflug. Mit den Vorbereitungen für den morgigen Weiterflug nach Havanna wurde sofort begonnen. Durch einen plötzlichen Windstoß wurde die Motor- gondel des „Graf Zeppelin" so hart auf den Boden aufgestoßen, daß die Gondelstützen brachen, ähnlich, wie im letzten Jahre in Tokio. Die Stützen konnten jedoch rasch wieder ausgebessert werden. Die dem „Graf Zeppelin" zur Beförderung anvertraute P o st aus den verschiedensten Staaten Südamerikas hat ein Gesamtgewicht von über einer Tonne, was einem Markenverkauf von etwa 1 25000 D o l- l a r entspricht. Der „Graf Zeppelin" wird morgen zum Weiterflug nach Havanna st arten. Die genaue Stunde des Abflugs wurde noch nicht bekanntgegeben. Das Luftschiff wird in Havanna nur kurzen Aufenthalt zum Zwecke der P r o v i a n t- aufnah me nehmen. Von Havanna aus wird der „Graf Zeppelin" über die Bahamas nach L a k e - hurst fliegen. Eckener gedenkt, am 9.Juni wieder in Deutschland zu sein. Landungsvorbereitungen in Havanna und Lakehurst. Reu York, 27. Mai. (WTB. Funkspruch.) Wie „Times" aus Havanna meldet, wird das Lcrrdcs - Observatorium den „Graf Zeppelin" während seines Cuba»Fluges mit Wettermeldungen versehen. Auf dem Flugplatz finden unter Zuhilfenahme eines etwa drei Meter langen Zeppelinmodells Landungsübungen statt. Man erklärt, die angekündigte Verwendung von Lastwagen für die Verankerung sei untunlich. Die Verwendung von menschlicher Kraft gestatte eine elastischere Handhabung gegen Windstöße. — Wie aus Lakehurst (Rew Jersey) berichtet wird, soll bei der für Sonntag erwarteten Zeppelinlandung der in der letzten Zeit ausprobierte bewegliche Ankermast verwendet werden, der die Einbringung des Luftschiffes in die Halle mit erheblich verminderter Landungsmannschaft ermöglicht. Oer Kreiheitskampf der Inder Schweres Blutvergießen an verschiedenen Orten. London, 27. Mai. (WTB. Funkspruch.) Rach Meldungen aus Indien ist es dort gestern an verschiedenen Orten zu Blutvergießen gekommen. In Dacca wurden als Opfer der Zusammenstöße 30 Hindus und Mohammedaner ins Krankenhaus gebracht, sechs von ihnen sind dort gestorben. Eine Anzahl von Läden wurde geplündert und in Brand gesteckt. Es sind Polizeiverstärkungen angeforoert worden, da im Laufe des gestrigen Tages noch dauernd Fälle von Plünderungen und Messerstechereien zwischen Hindus und Mohammedanern vorkamen. Panzerwagen patroullieren die Straßen ab. Die Unruhen in Bombay wurden, wie es heißt, dadurch veranlaßt, daß ein Mohammedaner mit Steinen nach dem Hund eines Berlin, 27.Mai. (LRB.) Das Reichskabinett wird heule über die Deckung des neu entstandenen Fehlbetrags im Haushaltsplan beraten. Zu decken ist nach den Berechnungen des Finanzministeriums insgesamt ein Betrag von 7 3 7 Millionen. 3m Vordergrund stehen, so berichtet die „Voss. Ztg.", folgende Deckungsvorschläge: 210 Millionen als Dreivierteljahrserlrag aus einer Iprozenti- gen B e i l r a g s e r h ö h u n g in der Arbeitslosenversicherung, 90 Millionen aus den in der Arbeitslosenversicherung geplanten Ersparnissen im Laufe von $ Jahren, 90 Millionen durch die Verlängerung des Kontingents bei der Zigaretten st euer aus fünf Jahre etwa 100 Millionen durch die Erhöhung der Umsatzsteuer um i v. h.» etwa 100 Millionen durch ein Rotopfer der Fe st besoldeten. Durch diese Vorschläge würde ein Betrag von etwa 590 Millionen aufgebracht werden können. Da man die Aufbringung des Restbetrages kaum durch eine weitere Belastung der wirtschaft versuchen kann, soll eventuell ein verkauf von Vorzugsaktien der Reichsbahngesellschaft im Betrage von etwa 150 Millionen stattsinden. Das Rotopfer der Fe st besoldeten ist geplant in Form eines 1 Oprozentigen Z u- schlags zur Lohn st euer unter Freilassung aller Lohnsteuerpflichtigen, die der Arbeitslosenversicherung unterliegen. Die Erhebung wurde gleichzeitig mit dem Abzug der Lohnsteuer erfolgen. Bei den Steuerpflichtigen, die ein kombiniertes Einkommen aus Lohn und anderen Arbeitseinkommen haben, würde nur der lohnsteuerpflichtige Teil des Einkommens dem Rotopfer unterliegen. Lin Teil der Deckungsvorlagen soll die Form des Ermächtigungsgesetzes erhalten, das der Regierung die Vollmacht gibt, Steuererhöhung in dem patrouillierenden Polizeibeamten warf. Als der Polizist den Täter verhaften wollte, kamen andere Mohammedaner ihrem Glaubensgenossen zu Hilfe, was wiederum weitere Schutzleute an Ort und Stelle brachte. Da die Menge schließlich aus 6000 Personen gestiegen war, sah sich die Polizei genötigt, eine Anzahl von Revolverschüssen abzugeben. Ferner wird berichtet: Das Llntadi- lager der Freiwilligen bei dem Salzlager von DHarasan a wurde von der Polizei zerstört. Als die Polizisten mit ihrem Autobus davonfuhren, setzten sich die Freiwilligen in Reihen zu dreien und vieren in den Weg und mußten gewaltsam beiseite geschleppt werden, bevor die Bahn frei war. In Rangoon kam es zu stundenlangen heftigen Straßenkämpfen zwischen streikenden Hafenarbeitern und Streikbrechern, die aus anderen Gegenden von den Arbeitgebern herbeigeholt worden waren. Berittene Polizei, die die Menge auseinandertreiben wollte, wurde mit Steinen beworfen, wobei es mehrere Verletzte gab. Der Verkehr mußte eingestellt werden. Sämtliche Läden wurden geschlossen. Viele Omnibusse wurden von der Menge beschädigt und Häuser mit Steinen beworfen. Bei einem Zusammenstoß in Gujergarhi ist ein Polizist getötet worden. 3n Vabala haben 83 Freiwillige am Montäg einen weiteren Angriff auf das dortige Salzlager unternommen. 53 von ihnen wurden verhaftet. In der Rähe von Ahmedabad wurde eine Menge Freiwilliger bei der Rückkehr von einem Angriff auf das dortige Salzlager von berittener Polizei aufgehalten und zur Rückgabe des erbeuteten Salzes aufgefordert. Bei dem darauf entstandenen Kampf wurden hundert Personen verletzt, vier davon schwer. In Bombay ist die Lage so ernst, daß die Einführung desKriegs- zustandes erwogen wird. ihr zweckmäßig erscheinenden Zeitpunkt vorzunehmen. Sobald die Vorschläge des Reichsfinanzministers vom Kabinett genehmigt sind, wird eine Fühlungnahme mit den Regierungsparteien stattsinden. Im Kabinett sollen die zur Deckung des Defizits erforderlichen Gesetzentwürfe noch vor Pfingsten verabschiedet werden. Im Reichstag werden sie nach der Pfingstpause zur Beratung kommen. Auch am Reichstag soll gespart werden. Statt auf lttttüv Stimmen erst auf 80 000 ein Reichstagsabgeordneler? Berlin, 27. Mai. (ERB.) Wie der Demokratische Zeitungsdienst erfährt, ist im Reichsfinanzministerium ein vorläufiger Referentenentwurf für das Ausgabensenkungsgeseh fertiggestellt. Der Entwurf wird in der nächsten Zeit vom Kabinett beraten werden. Er sieht sehr einschneidende Maßnahmen im Hinblick auf den Behördenabbau und auf beamtenrechtlichem Gebiet vor. Weiter wird in dem Gesetz auch der Vorschlag gemacht, die Zahl der Reichstagsabgeordneten zu vermindern, und zwar soll das geschehen durch eine Aenderung des Wahlgesetzes. Das bisherige Wahlgesetz bestimmt, daß auf 60 000 Stimmen ein Abgeordneter entfällt. Rach dem Vorschläge des Reichsfinanzministeriums soll erst auf 8 0 0 0 0 Stimmen ein Abg eordne- ter entfallen. Das würde bedeuten, daß nach den Ziffern der Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 der Reichstag nicht 490, sondern, wenn die zersplitterten Parteien mitgerechnet werden, nur 384 Abgeordnete zählen würde. Es würde also eine Ersparnis von mehr als 100 Abgeordneten bringen. öer hessische Etat vor dem Landtag. Präsident Delp eröffnet die Sitzung um 10.30 il^r zur Weiterberatung der Steuerkapitel. Abg. Dr. Leuchtgens (Lod.) tritt für eine Senkung der Ausgaben ein, weil mit einem Eingang der Steuersollsätze nicht zu rechnen sei. Bei dem bevorstehenden inneren Finanzausgleich mühten die Landgemeinden mehr berücksichtigt werden. Die Stadt Offenbach habe ihre Ausgaben derart gesteigert, daß sie zeitweilig ihren Kredit verloren gehabt habe. Bevor Gemeinden als notleidende bezeichnet würden, sei eine Rachprüfung ihrer Haushaltsführung und die Ausschöpfung der Steuerquellen notwendig. Die Rotlage des Baumarktes sei eine Folge der verkehrten Dau- und Lohnpolitik, die den Daukostenindex auf über 200 getrieben habe. Abg. Lux (Soz.) hält die Lage keinesfalls für trostlos. Vor einem übertriebenen Abbau der Personalausgaben müsse er1 warnen. Auf die Hälfte des deutschen Volksvermögens ein Rotopfer von 2,5 v. H. erbringe eine Einnahme von 900 Millionen, womit alle Schulden Reich, Ländern und Gemeinden und das Arbeitslosenproblem in befriedigender Weise gelöst werden könne. Die freien Berufe sollten auch in die kommunale Gewerbe- ft e u e r e i n b e 3 o g e n werden. In Hessen habe man bei der Gebäude st euer den niedrigsten Steuersatz. Während z. B. Preußen 48 Pfennig pro 100 Mark erhebe,. verlange man in Hessen nur 12 Pfennig. Hier sei eine Erhöhung möglich, ebenso wie bei der Grundsteuer, der Gewerbesteuer und der Sondergebäudesteuer. Mit Steuerabbaumahnahmen könne die Wirtschaft nicht in Gang gebracht werden. Die öffentlichen Körper- Welten — der engen, tugendstrengen, geordneten Bürgerlichkeit und des hemmungslosen, ungeordneten und unbedenklichen Komödiantentums — entwickelt sich die Tragödie eines einsamen, ungeliebten und unbeholfenen Menschen, der aus der jähen Verwirrung und Lleberrumpelung seines Gefühls, seiner Begriffe und seiner für unumstößlich gehaltenen Anschauungen keinen Ausweg mehr findet, nicht mehr zurück in seine abgeschlossene, befriedete Bürgerlichkeit... der in der neuen und fremden Welt jeglichen Halt und jegliche Würde seines Amtes und seiner Persönlichkeit verliert und Schritt um Schritt den bitteren Weg alles Fleisches gehen muh bis zum Wahnsinn und zu einem mitleidig erlösenden Tode. * Professor Immanuel Rath entdeckt bei einem Schüler seiner Gymnasialklasse das Bild der Tingeltangeldiva Lola Lola, die im „Blauen Engel" ein Gastspiel gibt. Er geht selbst in das zweifelhafte Lokal um ein paar Schüler beim verbotenen Besuch zu erwischen, gerät durch allerlei Zufälle, Mißgeschick und eigene Hilflosigkeit in lächerliche und unmögliche Situationen, verliebt sich sinnlos in die primitiv raffinierte Komödiantin, verliert fein Amt, heiratet die Lola und ist damit ihrem trüben und dumpfen Lebensbezirk verschworen und ... verloren. Er verläuft sich, kann nicht mehr zurück, er versinkt und versumpft, wird selber zum Komödianten, zum grell geschminkten Clown... Als sie nach Iahren wieder in seine kleine Stadt einkehren, in den „Blauen Engel", wird er auf offener Szene mitten in seiner entwürdigenden, armseligen „Rümmer" wahnsinnig, bricht heimlich aus, schleppt sich durch die vertrauten Gassen zur Schule zurück und fällt auf dem Katheder in seiner leeren Klasse tot zusammen. Das Glockenspiel der alten Rathausuhr singt ihm zum letztenmal die Melodie seines früheren Lebens... ♦ ©er Schauspieler Iannings durchmißt in diesem menschlichen Schauspiel eine unerhörte Skala t>on Ausdrucksmöglichkeiten. Er beherrscht die komischen und die tragischen Töne seiner Gestaltung mit der gleichen Meisterschaft. Wenn er Vch morgens vor der ersten Stunde den Frühstückskaffee eingieht, sich mit einem Zuckerwürfel anS Vogelbauer stellt und sich zum Fortgehen fertigmacht, dann ist er ein kleiner friedlicher Bürger wie jener Bankkassierer im „Weg alles Fleisches". Wenn er die Klasse betritt und über die blankgeputzte Brille hinweg die Bankreihen mustert, fühlt man sich in die Schulzeit und die Flegeljahre zurückversetzt und möchte sich hinter einem nicht vorhandenen Vordermann verstecken.. Wenn er die Schuldigen erwischt, ist er ein tobender Tyrann, vor dessen Macht man zittert..., wenn er sich unversehens in der verlotterten Garderobe der Vorstadtdiva verlaufen hat und den billigen Künsten dieser Lola entwaffnet gegenübersteht, ist er ein hilfloses Kind und — alsbald vom schmierigen Direktor devot begrüßt — ein in feiner akademischen und männlichen Eitelkeit geschmeichelter Ehrengast... Zuletzt, wenn man ihn, wüst verschminkt, auf die Hintertreppenbühne feiner Vaterstadt schleppt, ist er noch weniger als der „letzte Mann" des Unternehmend, ein armer, verirrter und grenzenlos gedemütigter Mensch, dessen dumpfe Verzweiflung noch einmal in einem tierischen Schrei ausbricht, — dann kommt das trostlose Ende. • Die Schauspielerin Marlene Dietrich war bisher wenig beachtet worden; vielleicht hat sie auch nicht die richtige Rolle für ihre eminente Begabung gefunden. Der große Erfolg des „Blauen Engels" hat sie mit einem Schlage in die vorderste Reihe I gestellt und ihr einen sehr aussichtsreichen amerikanischen Vertrag eingebracht; ... hier spielt sie die Tingeltangeldame Lola Lola. Sie macht das mit einer fast primitiven Deutlichkeit und Realistik, die erstaunlich ist. Sie hat eine unbeschreiblich ordinäre Person darzustellen: sie kann es ... und es gelingt ihr dennoch, in ein paar winzigen Augenblicken, ein S echtes, ganz weibliches Gefühl durchbrechen zu ii. Es wirkt weder sentimental noch unecht, sondern so natürlich und gegenwärtig, wie wenn sie mit ihrer verdorbenen, harten, blechernen Stimme den eindeutigen Schlager ihres armseligen Lebens singt. * Die Regie hat Sternberg, der sich seinerzeit mit dem „Unterwelt"-Film ausgezeichnet in Deutsch- lanb eingeführt hat. Er arbeitet ebenso großzügig wie feinfühlig; er gibt Atmosphäre, Milieu, Kontrast und er läßt seine Darsteller sich ausspielen, indem er ihnen jebe mögliche Wirkung, ihre Eigenart und ihre Selbständigkeit wahrt, ohne irgendwann den Ueberblick über das komplizierte Gefüge des Ganzen zu verlieren. schäften müßten die Initiative ergreifen, iml der Arbeitslosigkeit Herr zu werden. Es werden dann die Abstimmungen über das Kapitel Bad Salzhausen eingeschoben. Dis Ausschußanträge werden vom Plenum gebilligt. Das Knegsblindenheim wird in Zukunft von der Kur- taxe befreit. Außerdem soll beim Reich ein vermehr, ter Zuschuß für die Kriegsblindenfürsorge in hessi- schen Badern, die auch außerhessischen Kriegsopfern zugutekommen, angefordert werden. Die für Bälle vorgesehenen Ausgaben sollen ebenfalls der Kriegs- blindenfürforge zugeführt werden. Im weiteren Verlauf der Debatte wendet sich Mi- nifterialdirektor Schäfer gegen die Behauptung, die Regierung hätte die Höhe des Anlage- und Betriebskapitals und des Gewerbeertrages so vorsichtig geschätzt, um hohe Steuersätze herausrechnen zu können und dadurch,mittelbar eine Steuererhöhung herbeiführen können. Dieser Vorwurf sei unbegründet. Das Anlage- und Betriebsvermögen sei von der Regierung auf rund 688 000 000 Mark geschätzt worden. Die endgültige Veranlagung habe einen Betrag von 693 000 000 Mark ergeben, also nur eine Erhöhung um ? P^z, Der Gewerbeertrag fei auf 168 000 000 Mark geschützt worden. Die endgültige Veranlagung stelle sich auf rund 165 000 000 Mark, so daß hier also das Eegebnis sogar hinter der Schätzung zurückgeblieben sei. Bei der Berechnung des Steueraufkommens mußten aber auch die Ausfälle berücksichtigt werden. Diese Ausfälle wurden vom Landesfinanzamt auf 18,5 Prozent geschätzt, also von einer Reichsbehörde, die gewiß kein Interesse an der Schätzung aus finanzpolitischen Gründen hat. Die Schätzung hat sich zwar als etwas zu hoch erwiesen, so daß das Aufkommen statt 7,2 Millionen Reichsmark rund 7,6 Millionen Reichsmark betragen hat. Die Schätzung des Aufkommens weicht also vom tatsächlichen Aufkommen um etwa 5,5 v. H. ab. Diese Abweichung ist aber so geringfügig, daß man nur allen Gemeinden und auch dem Lande wünschen kann, daß alle Einnahmen in den Voi»anschlägen gleich genau seien. Man muß dabei berücksichtigen, daß es sich um die erstmalige Veranlagung auf neuer gesetzlicher Grundlage handelt. Der Redner widerspricht sodann der Ansicht, daß dieErmähigungdesfürdenWoh- nungsbau zur Verfügung gestellten Betrages von 12 Mill, auf 10 Mill, mit den gesetzlichen Bestimmungen nicht im Einklang stehe. Gesetzliche Bedenken könnten jedenfalls dann nicht mehr bestehen, wenn der Betrag, wie es jetzt geschehen sei, auf 10,75 Millionen erhöht werde. Bei der Berechnung des für den Wohnungsbau zu verwendenden Betrages könnten nur die Mieten in Betracht gezogen werden, von denen wirklich Steuer bezahlt werde. Hessen habe aus Mitteln der Hauszinssteuer nach einer Reichsstatistik im Rechnungsjahr 1926/27 auf den Kopf der Bevölkerung 7,26 Mark verwendet, wahrend zwei andere größere Länder nur 3,44 Mark und 4,74 Mark für diesen Zweck verwendet hätten. Ein anderes größeres Land habe im laufenden Rechnungsjahr den für den Wohnungsbau zu verwendenden Betrag um 40 Proz. gekürzt und den Gemeinden eine Verminderung um 12 Prozent vorgeschrieben, so daß auch dieses Land nunmehr auf den Kopf der Bevölkerung weniger verwende als Hessen. Der Redner weist ferner darauf hin, daß es nicht zweckmäßig sei, für die Besteuerung des Grundbesitzes die Einheitswerte zugrundezulegen, solange noch mit einer neuen gesetzlichen Regelung durch das Reich zu rechnen sei. und solange es nicht möglich sei, eine Steuersenkung durchzuführen. Es sei zu befürchten, daß eine vorzeitige Aenderung in der ländlichen Bevölkerung noch größere Llnzufriedenheit Hervorrufen werde. , 2lbg. Axt (VRP.) wünscht eine Vereinheitlichung der Steuergrundlagen. Das projektierte Rotopfer für alle Einkommen findet seine Zustimmung. Abg. Schott (DDP.) verlangt zur Ingangsetzung der Wirtschaft fühlbare Steuerherabsetzungen, insbesondere der Real st euer n. Abg. Galm (Kom.) sieht in den Steuerträger reine Machtfragen. Um den Besitz steuerlich zu entlasten, lege man den Massen eine Steuer nach der anderen auf die schwachen Schultern. Auch die Chargen sind einwandfrei besetzt; zu nennen sind vor allem G e r r o n (Zauberkünstler), Rosa Valetti (Guste), Albers (Mazeppa), W i n te r ft e i n (Schuldirektor), Husza r-P usfy (Wirt) und ein paar fabelhaft sicher umrissene Schü- lertypen (Rolf Müller, Va rno, Balhaus, Klein - Lörk). — * Alles in allem: eine große und wertvolle Leistung, technisch und künstlerisch; die erste, wirklich und auf der ganzen Linie gewonnene Schlacht der deutschen Tonfilmproduktion; die erste ganz ungezwungene und deshalb überzeugende Verschmelzung der neuen Errungenschaften mit der Spielkultur und Regiekunst der Spitzenleistungen des stummen Films. —r— Kunst und Wissenschaft. Zehnjähriges Bestehen des Universilälsbundes Marburg e. V. Der Aniverfitätsbund Marburg e. V. rüstet sich, sein zehnjähriges Bestehen festlich zu begehen. In schwerster Zeit erstanden, hat er inzwischen nicht nur seine Existenssähigkeit, sondern zugleich' seine Leistungsfähigkeit erwiesen. Dank seiner schon seit zwei Iahren die Zahl von 3000 überschreitenden Mitgliederzahl hat der Bund von 1924 bis 1929 eine Summe von 74 500 Mk. den ihm vorgezeichneten Aufgaben der Unterstützung von Forschung und Lehre widmen können. Mit einem Vermögen von 180 000 Mk. tritt der Bund in sein zweites Iahrzehnt ein. Eine bedeutende Leistung im ersten Iahrzehnt war die Schöpfung des Iubiläumskunstinstituts, das der Llniversität bei ihrer Vierhundertjahrfeier 1927 übergeben werden konnte. Einschließlich des von der Stadt Marburg gespendeten großen Bauplatzes konnten beinahe VÄ Mill Mark für den Bau gesammelt werden. Heute bietet der Bau neben unschätzbaren Sammlungen, unter denen die hessischen Altertümer, die kunstgeschichtlichen Photographien sowie die religionskundliche Sammlung voranstehen, neun wissenschaftlichen Instituten und Seminaren Unterkunft. Dank seinem Bestehen ist . , 9 gegründete neue preußische Forschungsinstitut für Kunstgeschichte nach Marburg gelegt und in engste räumliche, personale und sachliche Verdin- düng mit dem kunstgeschichtlichen Universitätsinstitut gebracht worden. Die Feier des 10jährigen Bc^ stehens findet am 14. und 15. Juni 1930 statt, 2lbg. Werner (Rat.-Soz.) schiebt bie Schuld an der Finanzkalamität dem Reichst inanzminister a. D. Dr. Hilferding zu. Die Finanznot könne nur beseitigt werden, wenn man sich von den marxistischen Grundsätzen abwende. Weiterberatung Dicns ag Der nationalsoziattftifche Landtagsabgeordnete Pros Dr. Werner, Butzdach, legi Werl aus die Anmerkung, daß der m 'Jlr 122 des „(Siebener Anzeigers erwähnte Antrag, jämtlidje vom hessischen Staat in Wolfersheim investierten Staatsmittel de- kanntzugeden, von i h m herrührt. ebenso ein Antrag zugunsten der Kriegsblinden Aus aller Welt. Oas Offenbacher Expiouonsunglück ein Racheakt eines Angestellten. Offenbad), 24 Mat (WSN.) Wie setzt fest- Itetzt, handelt es sich bei dem Explosionsun- glück in der Ossenvacher Engel-Droge r i eüber das wir berichteten, nicht um einen Un- alücksfall, sondern um einen Racheakt eines 21 n g e ft e 111 e n Dieser halte vorzeitig den Laden verlassen und sich in den Uagertelier begeben, um dort die Vorbereitungen zu seiner IT o ---Th°£B 11 »-ADerdeen—^sF-43 ML 4 «$**>**&« I ,O Lon(G7 ,, MamDg-uo^y- _ oA-5r\ ™ Berlin 5/1 * ©Wontenlos.® neuer o nam oeoecuL » woixig. eoedtem eRegen # Schnee c» Graupein ■ nePei 'S Gewitter (§)windsune.-O-> sei» leichter Ost y -niSS'OC' SuOSuowes« 'S stürmischer "orawesl Oie Pleite fliegen mit dem winde Oie oei oen Stationen dienenden zahlen geben die Temperatur an Die Linien verbinden Orte mit gieicneefc euf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck *.,*1 ivvvaueiaQt*. Flachet hoher Druck, weldjer ben westlichen Teil von Deutschlanb mit in sein Bereich nimmt, hat bei uns ausheiterndes Wetter verursacht, während sonst durch den Einfluß der Störung mit den verschiedenen Luftmassen wolkiges Wetter und stellenweise erhebliche Niederschläge verursacht werden. So meldete München heute morgen 'Regen und während der oerfloßenen Nacht bereits 17 mm Niederschlag An der über Island liegenoen Störung bringt neuerbin gs rasch kalte Luft fübwärts, die wahrscheinlich bei den zur Zeit auf dem Kontinent noch ansteigen ben Temperaturen zu späteren Gewitterstörungen oerbunben mit Abkühlung, führen wird Wetteroorausjage für Mittwoch Stellenweise bunftig, meist bewölkt mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, aufkommende Gewitterstörungen Witterungsaussichten für Donners- tag: Noch Gewitterstörungen, Abkühlung wahrscheinlich Lufttemperaturen am 26 Mai. mittags 15,4 Grad Celsius, abends 10,4 vkab; am 27 Mai. morgens 10,5 Grad Maximum 17,2 Grab. Minimum 6,1 Grab — (frbtemperaturen In 10 cm Tiefe am 26 Mai: abenbs 14,2 Grad, am 27. Mai: morgens 11,4 Grad Celsius — Sonnenscheinbauer 4% Stunden Reiferoetterdienfl Berchtesgaden 10 Grad, gestern der Jahreszeit angemessen« Temperatur, Windstille, heute morgen: Regen, Wetter schlechter aeworden Baden-Baden. 12 Grad, vorherrschend kühl, windstill, wolkig, gestern teils heiter, teils wolkig Westerland aus Sylt. 11 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur, wolkig, gestern meist trübe Aus der Provinzialhauptstadt. G i e tz e n. den 27. Mai 1930. Girlungsvolle Höflichkeit. In der Stadt IL tollte ein Haus gebaut werden. Dabei geschah etwa« älncrhörte« 21« der Baugrund ausgehoben war. erschienen die üblichen Maschinen Werkzeuge wurden herange- schasst, Arbeiter errichteten die Detvngiesttürme und machten sich an den Bau der Stahlgerüste. Jetzt wurde es lebendig in der ruhigen Gegend. Die Geschöstsieute in den umliegenden Betrieben nahmen verdrießlich von dem wachsenden Lärm Kenntnis und machten sich aus da« Schlimmste geiaht. Ihre Arbeit in den nächsten Monaten schien eine Qual zu werden, aber was war schon dagegen au tun? Da tauchte, noch ehe das Hämmern und Klopfen und Rasseln richtig begonnen hatte, ein große« Schild an der Baustelle aus: .Wir bitten unsere Rachbarn um Entschuldigung Leider ist der Lärm unserer Hämmer unvermeidlich." Das Plakat fiel aut, man gratulierte dem Baumeister für feinen liebenswürdigen Einsall Zwischen den Arbeitern und den belästigten Rachbarn bestand von nun an ein Verhältnis offen- kundiger Sympathie. Schließlich nahm die Plage, wie alles, ein Ende DaS alte Plakat verschwand, an seine Stelle kam ein neues „Sie letzte Riete sitzt. Auch wir sind froh!" Der kleine, an sich unbedeutende Vorfall verdient Beachtung Eine höfliche Geste hat in einem Augcnllick, in dem nur Verdruß und Aerger drohten, eine freundliche Atmosphäre des Verstehens und der Rücksicht geschaffen Da wir alle, ohne Ausnahme, auf die Rücksicht unserer Rachbarn angewiesen sind, sollten wir es auch an der liebenswürdigen Geste, die so viel bessern kann, nicht fehlen lassen. Ob Menschenfreundlichkeit oder Klugheit die Wirkung ist die gleiche. KI. Gießener Ä-ocherrmaritpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt Butter 140 bis 150 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käfe (10 Stück- 60 bi» 140. Wirung 25 bis 30. Weißkraut 8 bis 10, Rottraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Ruben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15 Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 60 bis 70, Spargel 40 bi« 90, Erbsen 35 bis 40, Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 60. Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bi« 70. Schwarzwurzeln 40 bi» oO, Rhabarber 10 bis 15 Kartoffeln 4,5 bis 5 (pro Zentner 3,80 bis 4 Mk.) Aepsel 10 bis 15. Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 60 bis 100, Russe 50 bis 70, Honig 40 bi« 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 pro Pfund: Tauben 70 bis 80, Eier 10. Blumenkohl 50 bis 100. Salat 10 bis 15. Salatgurken 50 bis 80. Oberkohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bi« 10, Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bi« 40 Pro Stück. Radieschen 10 bis 15 Pf pro Bund tven iir Mittwoch 28 Mat. 1759: der englische Staatsmann William Piti der Jüngere in Hayes geboren, — 1779. der Dichter Thomas Moore in Dublin geboren, — 1840: der Maler Hans Makart in Salzburg geboren. Bornotizen. Lageskalender für Dienstag. Ltchtspielhaus, Bahnhofstraße: Tonfilm „®et blaue Engel" * Schutpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer Otto Wilhelm Diehl zu Blofeld. Kreis Büdingen, zum Lehrer an der Volksschule zu Stock- heim, Kreis Büdingen mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts ab — In den Ruhestand versetzt wurde aus Grund des Altersgrenzengesetzes der Rektor Jakob Schindel an her Gewerbeschule zu Alsfeld. ** Matenblafen. Bei dem am morgigen Mittwoch, 19 Uhr, vom Turme der Johannes- kirche stattfindenden Maienblasen bringt der Verein für christliche Musik folgende Stücke zu Gehör 1 Ehoral »Wenn ich o Schöpfer deine Macht" (Vorreformatorisch) von Wittenberg. 1523 2. „Gott grüße dich", von Mücke. 3. .Jägers Abschied" (Wer hat dich du schöner Wald), v Mendelssohn-Bartholdy. " Hackfleischbereit una während der Sommermonate Da« Polizeiamt Gie- sten teilt mit In den Sommermonaten häufen sich ersahrungsgeinäh die Erkrankungen infolge Genusses nicht einwandfreier Rahrungsmittel, insbesondere werden Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Au« diesem Grunde ist in den Fleischverkauf«- ordnungen da« Verbot enthalten. Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit aus Vorrat her- Auftelltn und feilzuhalten. und oorgeschrieben, vast solches Fleisch bei Bedarf stet« frisch zu bereiten ist Die Polizeiorgane sind angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. D.e Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Gen uh nicht frischen Hackfleische«, insbesondere von Pferden verbunden sind, und e« wird empfohlen nur solches Hackfleisch zu kaufen, davor den Äugen des Käufers frisch zubereitet wird. •• Desreiungsfeier in Mainz <5ür die BesreiungSseier in Mainz am 20 Juli haben bereits eine Anzahl Reichs- und Landesverbände ihre Teilnahme angemeldet. Mm die Organisation dieser Feier, deren Veranstalter Reich, Land Hessen und Stadl Main^ sind, ordnungS- gcmäst vorbereiten und durchführen zu können, ist es erwünscht, dast alle die Verbände, die bisher ihre Beteiligung lediglich in Aussicht genommen, aber noch nicht fest angemeldet haben,- die« nunmehr umgehend tun Die Anmeldungen sind an den Oberbürgermeister der Stadt Mainz zu richten ** Hände weg von Rehkitzen! Vom „Hubertus". Verein weidgerechter Jäger, wird un« geschrieben: Cs kommt Ende Mai und im Juni nicht selten vor, dast Landwirte bei der Arbeit, Spaziergänger. Blumen- oder 'Beerensucher Rehkitze finden, die er ft wenige Tage alt sind und daher der Mutter noch nicht folgen können. Die Versuchung ist groh, ein solches niedliches Tierchen näher zu betrachten oder zu streicheln und auf den Arm zu nehmen Leider topimt eS nicht selten vor. dast die dem jungen Tierchen dann anhaftende menschliche Witterung das Muttertier veranlaht. das . Kitz zu meiden, so dah eS schliehlich an Hunger eingeht Wer also wirklich Tierliede besitzt, freue s i ch an dem Tierchen, lasse aber bie Finger davon. Da häufig die Tierchen allein gesunden werden und das Altreh nicht zu sehen ift, entsteht gerade in mitfühlenden Menschen die falsche Vorstellung, das Tierchen habe seine Mutter verloren, und nun versucht man da« Kitz mitzunehmen zum nächsten Forfthaus. oder es gar selbst aufzuziehen D Abfahrt 6.46 Uhr, SonntagSk. Braunfels. Knrzschriitverein v.1861 mit Damenabtlg. e. V, BörgergeselisGhail Himmelfahrt $amllien-®anoerung. Abmarsch 8 Uhr Ludwigsvlatz oder 891 Bahnfahrt nach Garbenteich. Von dortgemeins.Wande- rung nach Klotter ArnSburg. 4023D 5/20. PS. offen und als Limousine, in gutem Zustande, für einige 100 RM. zu verkaufen. Schriftl. Angeb. unter 401OD an d. Gieh. Anz. erb Schönes [03507 MWM lgestr.) billig zu verk. Schön. Am Nahrnagabergl8. raum Nähe Bahnhof ju mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unt. 4002D a. d.G.A. erbet. 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Gieü.Anz. Für "<1500-Meter-Staffel wurde der Einfachheit halber als 4x3-Runden°Staffel gelaufen, die 1900 mit seinem vorzüglichen und im Stil teils vorbildlichen Läufermaterial überlegen gewann, obwohl Günther für die Bataillons- Mannschaft als erster Läufer 50 Meter Vorsprung herausgelaufen hatte. 3m Hoch- und Weitsprung brachte Weil der Aniversität 2 Siege, die ihm der sehr talentierte 3akob (Datl.) im Hochsprung und Maus (Anivers.) im Weitsprung streitig machten. Für die schlechten Sprungverhältnisse ist die Leistung im Hochsprung von 1,70 Meter sehr beachtlich. Durch rationellere Anlauftechnik kann Weil noch viel herausholen. Der Stabhochsprung endete wie üblich in der Dunkelheit. 3,10 Meter sprang 3 u n g (1900), 3 Meter wurde von den Vertretern des Bataillons und einem Vertreter der Universität übersprungen. 3m Diskuswerfen und Kugel st otzen belegte das Bataillon die besten Plätze durch Mohl, Gugel und Arnd. Schäfer (Univ.), Frey (1900) und Seipp (1900) waren die stärkste Konkurrenz. Das Speerwerfen brachte 1900 endgültig durch Hofmann und G u h o t an die Spitze. Konstanze. Vornan von Karl Heinz Voigl. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau 22 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Könnten Sie mir nichts Näheres über Herrn Ahlstädt erzählen", sagte Konstanze einst zu Kurt Helbing und vermied es dabei, ihm ins Gesicht zu sehen. Sie merkte, dah er mit ihren Worten nichts anzufangen vermochte und ergänzte: „Sie sagten mir einstmals, er sei unglücklich." „3a. er ist unglücklich", antwortete er, und da er ihren erwartungsvollen Blick gewahrte, fuhr er ausweichend fort: „Es betrifft keine Frau — vielleicht beruhigt Sie das, mehr darf ich nicht sagen. Er ist mein Freund, ich mutz schweigen." Konstanze überlegte sich lange hin und her. ob sie Peters Aufforderung Folge leisten sollte. — Durfte sie ihrem Verlangen nachgeben? — Sie lauschte lange aus die Stimme in ihrem tiefsten 3nneren. Reine Töne waren es. Keine Disharmonie. Es waren goldklare Glockenklänge edelster Sphären. — Ob sie sich im Cafe Musarion treffen wollten? — Rein, sie schlüge einen Spaziergang im Englischen Garten vor. Als sie ihn kommen sah, grotz, breit, etwas blaß, mit genialer Rachlässigkeit gekleidet, trat ihr das Blut zu Gesicht. Sie fühlte es und wurde augenblicklich verwirrt. Sie wandelten auf unbegangSnen Seitenpfaden nebeneinander her. Er sprach von seiner Künstlerlaufbahn, erzählte von seinem Meister und den guten Kritiken, die er auf der Kunstausstellung erhalten. Die rotgoldene Sonne dieses warmen Sommertages durchbrach das Blattwerk der Laubbäume mit glühendem Stachel. Konstanze lauschte seiner Stimme, schloß zuweilen die Augen, und dann verwandelten sich seine Worte in süße Melodien. 3hr fiel auf, daß das Muskelspiel seines Gesichts heute um vieles beherrschter war. Seine Hände zitterten nicht. Ein leiser, kühlender Wind geigte im Blattwerk und wiegte sich in den Aesten. Sie faßen auf einer Bank. Er blickte still zu Boden und zeichnete mit seinem Stock nachdenklich Figuren in den Sand. Sie sah ihm lange zu. Schließlich sagte sie mit einer zärtlichen Stimme: „Es ist bald so wie damals. Wir waren noch so jung. — Die Zeit in Klein-Giesow, auf dem Gutshof meines Detters, ist mir unvergeßlich geblieben." Run hatte sie es also gesagt, seht an! Run hatte sie wirklich den Namen Klein-Giesow genannt, mit dem sich so viel verband, was Eigentum ihrer und seiner Seele geworden war. Er wandte den Kopf langsam zu ihr und seine grauen Augen suchten die ihren. „3ch bin nie wieder so glücklich gewesen, wie damals, Frau Konstanze." Er begann wieder, stumm und in sich 'gekehrt, Figuren in den Sand zu malen. Nach einer Weile nahm sie wieder das Wort: „3ch denke mir, ein Mann wie Sie, der mit tiefster 3nbrunst an seinem Beruf hängt, müßte größtes, allergrößtes Glück in seinem Schaffen finden. — 3st der schöpferische Künstler nicht begnadet!?" „Sie haben recht. 3ch habe einmal tiefste Befriedigung als Maler gefunden. Nun bin ich aber nicht mehr frei. Es ist etwas, das mich in seinen Klauen hält. 3ch weiß nicht, ob Sie mich verstehen. Eine Leidenschaft vergiftet und erniedrigt mich. — 3ch muh sprechen. — Sie verstehen mich. — Ich werde Ihnen sagen, dah..." Er brach ab. Sein Blick, so schien ihr, nahm einen argwöhnischen Ausdruck an. Er prüfte ihr Gesicht, schüttelte den Kopf und stand sehr schnell auf. „Verzeihen Sie... Ich will Sie nicht mit fremder Leute Anliegen belästigen", es klang fast unwirsch. „Lassen Sie uns gehen." 3eht fuhr das Zucken wieder über sein Gesicht, und um seinen Mund lag ein Zug zerfressender Leidenschaften. Sie war traurig gestimmt. — Hätte ihr dieser Mann sein 3nnerstes offenbart! — Aber konnte er denn Vertrauen zu ihr haben? — Sie war ja nur eine Konstanze Cmmerstorff, eine Frau wie tausend andere. — Lache, Konstanze! Du bist eine Törin, wenn du glaubst, dieser Mann könnte dir, gerade dir sein Vertrauen schenken. — Ein inbrünstiger Wunsch, ihm zu Helsen, erfüllte sie, aber sie fühlte: Ohne jede Hoffnung war dieser Wunsch. Der Sonnenball verlor von seiner Wärme. Sein Strahlenglanz ging in ein zerfliehendes, abendliches, mildtätiges Rot über. Cs war ein zufriedenes, ein versöhnendes Licht, von letzter Scheideglut getränkt. „Nun will ich von mir sprechen", sagte sie, als sie aus dem Gehölz heraustraten. Er sah sie dankbar an. „Es ist mit wenig Worten gesagt. 3ch lebe getrennt von meinem Mann. Er ist schuldlos. Die Alleinschuldige bin ich." Er schritt ruhig neben ihr' her und streifte sie nur ab und zu mit heimlichem Blick. „3ch bin aus seinem Hause gegangen, weil ich fühlte, dah er meine Seele nicht versteht. Kein anderer Grund war es. 3ch brauche den tiefsten Zusammenklang zweier Seelen. Ohne den kann ich keine Ehe führen, wenn ich mich nicht selbst belügen soll. Eine solche Lüge ist eine dauernde Züchtigung, sehen Sie." Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Große Erfolge bei den Wetzlarer Jubiläumskampfspielen. Ö. Die Veranstaltung des Wetzlarer Sportvereins 1905 hatte die erwartet gute Besetzung gefunden. Es entspannen sich äußerst hartnäckige Kämpfe, welche die Teilnehmer meist zur Hergabe des Letzten zwangen. Wenn die 1900er darin zu 4 ersten, 4 zweiten und 4 dritten Plätzen kamen, so spricht das deutlich für ihr gutes Können. Dabei hatten sie noch das Mißgeschick, auf ihren talentierten Hochspringer Weil verzichten zu müssen, der lediglich wegen Nichterfüllung einer formellen Bestimmung (auf Einspruch von gegnerischer Seite hin) nicht in Aktion treten durfte. Nachstehend die Wettbewerbe, in denen die Spiel- vereinigungsleute siegten bzw. Plätze belegten. Aktive: Klasse I. 100 Meter: 1. Birkelbach, Sportfreunde Siegen, 11,5 Sek.; 2. Guyot, Gießen 1900, 11,8 Sek.; 3. Gerlach, Tv. Wetzlar, 12 Sekunden. Der Siegener gehört zu den besten westdeutschen Sprintern, so daß der Abstand, der ihn im Ziel von Guyot trennte, für letzteren keineswegs unrühmlich ist. 800 Meter: 1. Leunig, Eintracht Frankfurt, 2:06 Min.; 2. Bepperling, Gießen 1900, 2:06,1 M.; 3. Knöckel, S.C. 1880 Frankfurt. Die erste Runde wurde in mäßigem Tempo gelaufen, da Leunig, mit der beste Eintracht-Mittelstreckler, feinen Sieg wohl im Spurt herauszuholen gedachte. Er hatte sich jedoch beinahe verrechnet, denn Bepperling, der sich in punkto Schnelligkeit inzwischen stark verbessert hat, blieb dem Frankfurter dicht auf den Fersen und kam im Ziel Brustbreite an ihn heran. Kugel st oßen: 1. Mohl, V.f.B. Gießen, 13,06 Meter; 2. Schäfer, Gießen 1900, 12,38 Meter; 3. Werner, Wetzlarer Sp.-V., 11 Meter. Mit einem Sieg Schäfers wurde von vornherein nicht gerechnet, denn der 1900er hat erst vorig« Woche das Training wieder aufgenommen und war durch diesen Umstand naturgemäß nicht in der Verfassung, sein volles Können zum Ausdruck bringen zu können. Klasse II. 15 0 0 Meter: 1. Peters, Hans, Gießen 1900, 4:25,2 Min.; 2. Kaufmann, Fußballspv. Frankfurt, 4:29,2 Min.; 3. Heberling, Wetzlarer Sportverein, 4:31,4 Minuten. Ein äußerst eindrucksvoller Sieg. Etwa 200 Meter vor dem Ziel ließ der 1900er feine gewiß nicht schlechten Gegner einfach stehen und gewann in einer für die Bahn- und Witterungsverhältnifse recht ansprechenden Zeit. Weitsprung: 1. Werner, Wetzlarer Sp.-D., 6,30 Meter; 2. Gerlach, Tv. Wetzlar, 6,12 Meter; 3. Knigge, Gießen 1900, 6,06 Meter. Knigge, der zwar seine beste Form nicht erreichte, belegte einen sicheren dritten Platz. Speerwerfen: 1. Hopfenmüller, Gießen 1900, 45,20 Meter; 2. Koch, V.f.L. Wetzlar, 44,75 Meter; 3. Wagner, Tv. Wetzlar, 37,80 Meter. Ebenso wie bei den vom hiesigen Bataillon veranstalteten Klubkämpfen ließ sich der vielseitig« Spielvereinigungsmann das Speerwerfen nicht entgehen. Seine in Anbetracht der frühen Jahreszeit erzielten Wurfleistungen berechtigen für die weitere Saison zu den besten Hoffnungen. Guyot mußt« schon beim ersten Wurf wegen Armzerrung aufgeben. O l y m p. Staffel: 1. Sp.-Vg. 1900 Gießen, 3:51 Minuten; 2. S.-C. 1880 Frankfurt a. M., 4:02,3 Minuten. Frankfurt 1880 und Gießen 1900 hatten das Rennen unter sich auszumachen. Eintracht Frankfurt trat, obwohl gemeldet und anwesend, nicht an. Wie'fast alle olympischen Staffeln, so wurde auch dieses Rennen bereits durch den 800- Meter-Mann entschieden. Peters I holte nach hervorragendem Lauf einen guten Vorsprung heraus, den die nachfolgenden Guyot, Geist (je 200 Meter) und Bepperling (400 Meter) auf etwa 70 Meter zu vergrößern mochten. Sie erlaufene Zeit ist beachtenswert. Klaffe III. 3000 Meter: 1. Heberling, Wetzlarer Sp.-V., 9:50,4 Min.; 2. Hetzel, Fußballspv. Frankfurt, 10:35 Min.; 3. Günther, Gießen 1900, 10:52 Minuten. Der erstmals für die 1900er Far- Er sagte hierauf gar nichts und sie war ihm dankbar, daß er schwieg. Als sie sich trennten, war ein hoffnungsfreudiges Gefühl in ihrer Brust: Vielleicht würde die Zeit kommen, da dieser Mann ihre Worte in seine tiefsten Tiefen aufnahm und sie zum Erlebnis bei ihm werden würden!? Dieser Tag schien der Auftakt gewesen zu sein für ein neues Leben Konstanzes. Die Stunden, die sie zusammen verbrachten, bedeuteten für sie ein Reich tiefster, beglückendster Erinnerungen. Da kam die Stunde heran, da sie ihn besuchte. Als sie vor dem düsteren Hause stand, empfand sie ein Grauen. Sie hatte sich seinen Wirkungskreis anders gedacht. Er wohnte im Hinterhaus, und sie mußte einen schwarzen Hof überschreiten. Hier befand sich eine Roßschlächterei. Es roch nach fadem Blut und Kadaver. Ein paar Metzger- gesellen mit hochgekrempelten Aermeln und blutbesprengten nackten Armen hantierten an einem frisch abgedeckten Tierkörper, der soeben von einem Händler beaugenscheinigt wurde. Die Gesellen betrachteten Konstanze mit neugierigen, frechen Blicken. Der Größere spuckte aus, machte zu seinem Kollegen eine Bemerkung und die beiden grinsten. Konstanze fühlte sich angewidert und begann die ausgetretenen Treppen emporzusteigen. — Ein paar Weiberstimmen keiften irgendwo, ein Männerlachen dröhnte durch das Stiegenhaus. Sie stieg drei Treppen hoch. Da stand aus einer Besuchskarte, die mit Reißzwecken an die Tür geheftet war, Peters Name. Sie klingelte, und schon stand er vor ihr. Sie war außer Atem. Ihre Beine zitterten ein wenig. Er entschuldigte sich verlegen, daß er hier Hausen müsse. „And das ist mein Atelier", rief er und ließ Konstanze eintreten. Es war ein kleiner Raum. Eine gewisse legere Anordentlichkeit herrschte hier. Konstanze verglich sekundenlang diesen Raum mit Kurt Helbings pompösem Atelier und ein Mitleid mit Peter stieg in ihr empor. Er hatte Tee bereitet und sie sahen sich gegenüber und sahen sich in die Augen. Dann zeigte er ihr seine Werke. Es waren viel halbfertige Bilder. - Nur ein paar Landschaften waren vollendet. Diese Arbeiten allerdings waren von tiefster Schönheit, und eine leuchtende, überaus edle Stimmung sprach aus diesen Bildnissen. Konstanze versenkte sich in seine Arbeiten. Die Werke erzählten von dem Leben dieses Mannes, von seinen Leiden und seinen Freuden. Es lag viel Leid in diesen Bildern. Peter zündete sich umständlich eine Zigarette an und betrachtete die kunstbegeisterte Konstanze. ben startende Günther ließ sich kecht gut an linb hatte bis zur vorletzten Runde die Spitze inne, konnte dann allerdings dem Endspurt von Heberling und Hetzel nicht standhalten. Bemerkenswert ist übrigens, daß Günther genau dieselbe Zeit lief wiü der Dritte der Klasse I, Kaufmann, Fußballsportv. Frankfurt. S ch w e b« n ft a f f e (: 1. J.-G.-Farben-Sport- verein Frankfurt 2:11,6 M.; 2. S.C. 80 Frankfurt 2:14,6 M.; 3. Sp.-Vg. 1900 Gießen 2:16,8 Minuten. Obwohl 1900 nicht seine stärkste Mannschaft stellen konnte, schlugen sich Knigge, Peters II, Maus und Krämer recht tapfer und belegten einen ehrenvollen dritten Platz. Jugend: 10 0 Meter: 1. Höhn, Weilburger F.-V., 11,9 Sek.; 2. Müller, Sportfreunde Siegen, 12 Sek.; 3. Schickedanz, Gießen 1900, 12,1 Sekunden. Der 1900er, der sich überraschend gut entwickelt hat, erfüllte die in ihn gesetzten Hoffnungen. 4X200-Meter-Staff«l: 1. Sp.-Vg. 1900 Gießen, 1:39,8 M.; 2. Sp.-V. J.-G.-Farben Frankfurt, 1:41,4 M.; 3. V.f.B. Gießen, 1:46,8 Minuten. Die Spieloereinigung 1900 in der Aufstellung Koch II, Guthardt, Felsing, Schickedanz, war ihren Gegnern deutlich überlegen und siegte nach prächtigem Lauf in guter Zeit. Frauen: 4X100-Meter-Stafsel: 1. J.-G.-Farben- Sportverein Frankfurt 54,2 Sek.; 2. Sp.-Vg. 1900 Gießen 56,8 Sek.; 3. V.f.L. Wetzlar 1. Mannschaft 57,4 Sekunden. Der Sieger stand von vornherein in den Frankfurtern fest. Den zweiten Platz ließen sich jedoch die 1900erinnen Frl. Lösch, Frl. Holstein, Frl. Knab und Frl. Nickel nach schönem Lauf und guten Wechseln nicht nehmen. Sie bewiesen damit, daß ihr Sieg über die Wetzlarer Vertreterinnen bei den Frauenkämpfen des V.f.B. Gießen am 3. Mai keine Zufallssache war. Die Zeit von 56,8 Sekunden ist recht befriedigend. V.f.B. Leichtathletik. Die Erfolge der D. f. B.er bei den Wetzlarer Kampfspielen: ein 1., fünf 2. und drei 3. Siege. Wie vorausgesagt, war die Besetzung bei diesen Kämpfen erstklassig. V. f. B. nahm mit über! 30 Aktiven, Frauen und Jugendlichen teil unJ war bei fast allen Wettkämpfen vertreten. Wenn trotz der überaus starken Konkurrenz die V. f. B.er solch beachtenswerte Erfolge errangen, so stellt dies ihr Können deutlich unter Beweis, um so mehr, als die Hälfte dieser Erfolge in deck 1. Klasse, also bei schärfster Konkurrenz, erstritten wurden. Daß V.f.B. in einigen Disziplinen auf seine Besten wegen Krankheit verzichten muhte, bedeutete für ihn ein Handicap, ohne das er noch besser abgeschnitten hätte. Nachstehend die Konkurrenzen, in denen V. f. B. erfolgreich war: 400 Meter der 1.Klasse: 1. Hemmerich, Spcl. 1880 Frankfurt, 54,4 Sek.; 2. Husch, F. Sp. V. Frankfurt, 54,5 Sek.; 3. Büttner, V.f.B. 08, 55 Sek. Büttner war in guter Form und hättej bei anderer Taktik noch besser abschneiden können. 30 0 0 - M e t e r - L au f der 1. Klasse: 1. Paul, Sportfreunde Siegen, 9,28 Min.; 2. Engelhard, Spcl. 1880 Frankfurt; 3. Kaufmann. F. Sp. V. Frankfurt; 4. Heise, V.f.B. 08, Handbreite zurück. Ein Achtungserfolg des V. f. D.ers. Leider lieh er sich säst im Ziel noch von dem bekannten Frankfurter Meisterläufer Kaufmann abfangen und um Handbreite auf den 4. Platz verweisen. Hochsprung der 1.Klasse: 1. Cappello. V. f. L. Wetzlar, 1,72 Meter; 2. Jakob, V. f. B. 08. 1,60 Meter; 3. Philipp, Tv. Wetzlar, 1,55 Meter. Der V. f. B.er enttäuschte stark. Sichtlich unter Form springend, gab er bei 1,60 Meter auf. Er hat schon wesentlich besser gesprungen. Kugelstoßen der 1. Klasse: 1. Mohl, D. f. B. 08, 13,06 Meter; 2. Schäfer, Spvg 1900, 12,38 Meter; 3. Werner, Spv. Wetzlar, 11,62 Mtr. Eine gute Leistung Mohls, die er aber in dieser Saison unter günstigeren Voraussetzungen weit überbieten sollte. Ein heimlich-zärtliches Gefühl schwelte auf in ihm. Er schloß die Augen und dachte mit einem verflüchtenden Lächeln an die Zeit der zarten Liebe mit dieser herrlichen Frau. „Sie träumen?" fragte Konstanze, indem sie sich von den Staffeleien abwandte. Er blickte sie groß an, als hätte er eine süße Vision. „In der Tat. ich träumte", antwortete er mit einem halben Lächeln. „Denken Sie, ich träumte soeben von Klein-Giesow und Sie, Frau Konstanze, spielten in diesem Traum eine Rolle." Sie fühlte, wie sich ihre Wangen röteten und lenkte sogleich von diesem Gespräch ab. „Ich wundere mich, Herr Ahlstädt, daß Sie so viel unvollendete Bilder hier haben." Ein harter Blick traf sie. Sein Gesicht schien plötzlich verändert. „Ich deutete Ihnen schon einmal an, daß etwas ist, das mich an meiner Arbeit hindert. Etwas, das stärker ist, als all mein Schaffensdrang." Er erhob die Stimme und fuhr in selbstanklagendem Tone fort: „Dieses eine aber ist mein Antergang und mein Verderben. — Blicken Sie doch um sich. Ich schäme mich maßlos vor Ihnen, daß Sie sehen, wie ich hause, dah Sie nun auch wissen, tote arm ich bin. — Es gibt Zeiten, da meine Seele, mein ganzes Innere zum Höhenflüge drängt. Dann greife ich zum Pinsel, dann stehe ich vor der Staffelei mit hohen, herrlichen Zielen im Auge, mit Welt- und menschheitsbeglückenden Zielen, aber dann — dann — sehen Sie, dann kommt das andere und hindert meine Schwingen und ich sinke flügellahm auf haltlosen Boden zurück." Er hatte schnell gesprochen und seine Worte flatterten ängstlichen Vögeln gleich durch den niedrigen Raum. — Er hatte die Hände vors Gesicht gelegt. Er bot den Anblick eines Elenden. Da fühlte er ein sanftes Berühren seines Haares. Er blickte auf und sah, dah ihre Hand sanft auf feinem Scheitel lag. Ihr Auge ruhte voll milder Güte auf seinem zerrissenen Antlitz. Er fühlte den streichelnden Hauch dieser Frau. Er gewahrte wohl, wie sie sekundenlang schwärmerisch die Augen schloh. „Wollen Sie sich mir nicht anvertrauen?" fragte sie endlich vorsichtig und es klang wie ein leises Flehen. Er schüttelte den Kopf. „Sie würden mich nicht verstehen. Roch nicht. Später vielleicht." Run wurden ihre Augen ganz traurig, und er versenkte sich lange, lange in diese verstehenden Augen. Da kam ein dämmerndes Ahnen in den unglückseligen Spieler: „War er nicht reich, da das Mitgefühl dieser herrlichen Frau ihm gehörte?" — (Fortsetzung folgt.) s1!"' Ä wn ^rtnoouen ।: V» 12 'ä fnungen, 9 'ctl ^-Ep'Ag. 1900 &v»SS Sä nQd) prachlizm Laus n: Set - 2 r‘®^atbcn: n?,'tOOninDOrrh(r(m /K 9r(. Mein, 'schönem Laus unb >r6;'L!S|en dowll, J« Skrireterinnen bei ■y' Sieben am 3. Mn ('t von 56,8 Getunten athletik. bei btn Drhlarrr 2- unb btti 3.6itqt eBrsehmz bei diesen ■B. nahm mit üben jugendlichen teil ur/) pfen vertreten. Wenn nkurrenz die D. f. 3.cr >e errangen, so stellt unter ‘Betrete, um so rser Erfolge in befl Konkurrenz, «stritten einigen Disziplinen aus heil verzichten Mhle, indieap, ohne das er )ätte. Äachstehend die i.f.B. ersolgreich tvar: lasse: 1, Hemmrich, W.; 2 Husch, F. Sp. D. Büttner, S.f.B. 08, juter Form und hättet [er abschneiden lonnen. der l. Klasse: jen, 9,28 Mm.', 2. Sn- nksurt', 3. Kausmann, eise, Hand- sersvlg des B. s-B.ers. m Ziel noch von dem Ästerläufer Kausmann reite auf den 4. Plag ‘[affe: 1. Sappclto, 2. Jakob, Ms.A.N, Wetzlar. \,55 Meier, stark. Sichtlich unter bei 1,60 Meter aus. telfet gesprungen 1.Klasse, l- W 2 Schäser, Spvg M, >pv. Deylar, IlM^ z die er aber m dieser ' Doraussehungcn weit lefübl Mite aus m 'N Frau. SfiS" nie. ai‘l" iA träumte ^AZa Kon- und <5ie. ÖJ““ Sl“"C,neSnu«» ,e Wangen töteten i Sesprä-H^ üfilftabt dav »«‘Sfeit ’fU“*- te etne fanden ®li Serben. 7- Ihnen, nch E? k Sie nun zes innere Ersann i mH h°^^enschhe'^ iis* H'ikS S'rfte s^>ek i- #4*** Sie ®S» ,,, 6Pi,e< m *** de» »™‘, -M ? Diskuswerfen der 1. Klaffe: 1. Paulus 03. f. £> Wetzlar, 44,66 Meter: 2. Mohl, V. f. 03 06 37.55 Meter: 3. Koch, 03. f. 2. Wehlar Auch hier zeigte srch Mohl in beachtlicher Form. 1 00 Mcter derAltenHerren l.Korach, I. G. Lpv. Frankfurt. 12,4 <5cf ; 2. Hagel. 03. f. 03. 08. 13 Lek.: 3. Waldschmidt, Lpv. Wetzlar. Eine beachtliche Leistung deS 03. f. O3.ers. 800 Meter der Frauen: 1. Pfaff, 03. f. L. Wehlar. 2:47,4 Min.: 2. Chelmüller. 03. f. 03. 08, 2: 54.3 Min.: 3. Fr. Müller, 03. f. 03.08.2: 56 Min. Die 03. f. 03.erinnen liefen eine bessere Feit als das lehtemal, mu fiten aber auch diesmal wreder die Lleberlegenheit ihrer Wetzlarer Konkurrentin anerkennen. Kugelstoßen der Jugendklasse A: 1. Kilo, D.s. L. Wetzlar, 12,95 Meter: 2. Luh, 03. f. 03. 08. 12.59 Meter: 3. Volt, Tv. Wetzlar, 12,55 Meter. Der 03. f. 03 er zeigte sich gut aufgelegt Er konnte bereits in der Vorentscheidung die Leistungen der Jugendlichen von Frankfurt und Liegen überbieten. 4x20 0-Meter-Staffel der Jugendklasse A: 1. Spvg. 1900, 1:32.8 Min.: 2. F.Lp.03. Frankfurt. 1:41.4 Win.: 3. 03. f. 03. 08,1: 46.8 Min.; 4. 03. f. L. Wetzlar. Eine sichere Lache der Lpvg. 1900. 03. f. 03. war durch das Fehlen von Steuer- Wald und Seipp gezwungen, zwei Jugendliche der Kasse B starten zu lassen. M.T. D. erringt Zaustball-Gaumeister' schaff der TurnerinnenNaffe. Am Sonntag kamen in Friedberg die Endspiele um die Gaumeisterschaft des Gaues Hessen zum AuStrag. Die Mtv.-Mannschaft konnte in kompletter Aufstellung antreten. Durch zwei überlegene Spiele, in denen die Gießener gegen Friedberg mit 64:37 bzw. 51:33 siegreich blieben, konnten, wie gestern schon kurz gemeldet, die Mtv.lerinnen zum vierten Male die Gaumeisterschaft in der Turnerinnenklasse erringen. Handball der Sp.-Dg. 1900. Spdg. 1900 I — Td. AlSselb l 11:4. 6. In den Alsfeldern hatte 1900 eine sympathische Mannschaft hierher verpflichtet. Sie traf die Platzbesitzer in etwas veränderter Aufstellung, Jedoch besserer 03erfassung als seither an und mußte eine 11:4-0liebcrlage hinnehmen. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, daß die Gäste die zweite Spielhälste mit zehn Mann durchführen mußten. Der Gteßener Sturm zeigte sich recht schußfreudig: jeder der Innenstürmer brachte drei Tore auf sein Konto. Die Hintermannschaft arbeitete bis auf einige Schnitzes zufriedenstellend. Handball unserer Garnison. 1. Komp. 15. 3nf.-Rg(. — Polytechnikum Triebberg 7:3 (3:2). Dor einigen Tagen standen sich die beiden ersten Mannschaften 1. Komp. 15. Jnf.-Rgt. gegen Poly- technikum Friedberg zum Freundschaftsspiel gegenüber. Nach hartem, abwechslungsreichen Kampfe konnte die Militärmannschast, die sich wieder in guter Form zeigte, das Spiel überlegen gewinnen. 1. Komp. 15. Jnf.-Rgt. — Kicker« I Offenbach 8:9 (5:5). Am Sonntag weilte die erste Handballelf der Kompanie zu einem Freundschaftsspiel in Offenbach. Sofort nach Anpfiff konnten die Soldaten die Füh- rung an sich reiften unb steigern bis auf 3:1. Kur; vor Halbzeit holte Offenbach aus und crjnxing mit ,5:5 den Ausgleich. Bis 5 Minuten vor Schluß 'land das Spiel 8:6 für die Soldaten. Durch zwei Strafstöße und einen schönen Wurf der Mittelstürmer konnte Offenbach mit viel Glück das Spiel zu seinen Gunsten entscheiden. Handball im Männerturnverein (O.T). Sportklub Frankfurt-Eschersheim I — 7NW. Gießen I 4:15 (2:6). Auf dem Mtv.-Sportplay fand am Sonntag ein Freundschafts-Rückspiel gegen den Sportklub Frankfurt a. M.-Eschersheim statt- In erster Linie fehlten den Gästen der hervorragende Torwart und der Rechtsaußen, die zu den besten Spielern der Frankfurter Stadtmannschaft zählen, ferner traten die Gäste nur mit 10 Mann an. Okur diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß die Gäste eine so katastrovhale Äiederlage einstecken mußten. Gießen spielte zunächst mit dem Wind und konnte schon in den ersten 10 Minuten durch zwei unhaltbare Treffer in Führung gehen. Durch diese unerwarteten Erfolge wurden die Eschersheimer nervös und spielten sehr zerfahren, so daß sie sich noch vier weitere Tore gefallen laffen muhten. Aach schönem Kombinationsspiel sahen die Gäste bann ihre Anstrengungen durch zwei Erfolge belohnt, so daß das Otefultat bei Halbzeit 6:2 für die Mtv.er stand. In der zweiten Halbzeit gingen die Eschersheimer sofort mächtig aus sich heraus. Doch fielen sie bald, ohne viel erreicht zu haben, ihrem 'eigenen Tempo zum Opfer und mußten von den Mtv.ern bis zum Schlußpfiff noch neun weitere Tore in Kauf nehmen, denen die Eschersheimer nur zwei entgegensetzen konnten. Das Spiel war jederzeit ein schönes Freundschaftsspiel. To. Treis I. 3gb. — Mtv. I. Schuler 2:1. Die erste Schülermannschaft war vor eine schwere Aufgabe gestellt worden, löste diese aber ausgezeichnet. Die 14jäbrigen Gießener Schüler trugen in Treis a. d. Loa. gegen die erste Ju- gendmannschajt des dortigen Turnvereins ebenfalls ein Freundschaftsspiel aus. In diesem Treffen unterlagen die Mtv.er nach ziemlich ausgeglichenem Spiel nur mit 2:1 Toren gegen die körperlich stark überlegenen Treiser Jugendlichen. Handball im T. D. Großen-Linden. »Tv. Großen-Linden I — Tv. 1846 Gießen I unb II komb. 5:4 (3:3). Wenn auch die Großen-Lindener mit Ersatz spielen mußten, so bewiesen sie den Gießenern trotzdem, daß sie sich nicht so glatt schlagen lassen. Nach dem Anstoß waren die Gäste zunächst -überlegen, unb nach 10 Minuten stand die Partie 3:1 für Gießen. Großen-Linden kam dann mehr auf, und dem Mittelläufer gelang es, bis zur Halbzeit den Ausgleich herzustellen. Nach der Pause gelang es dem Mittelstürmer der Platzelf, den Führungstreffer zu erzielen, dem Gießen kurz darauf das Ausgleichstor entgegensetzte. 3 Minuten vor Schluß war es wiederum der Mittelstürmer der Großen-Lindener, der mit seinem gefährlichen Rückhandwurf zum 5. unb Siegestreffer dem Gästehüter das Nachsehen gab. Für die Großen-Lindener ist es ein schöner Erfolg, zumal die Gäste in ihren letzten Spielen gute Re- fultate gegen recht spielstarke Gegner erzielten. Handball im T. V. Londorf. Td. Albach I — .Tv. Londorf II 2:4 (1:2). Mit bicfcm Spiele löste Albach eine Aückipiel- verpflichtung ein. Londorf sah man meist überlegen. es konnte auch bald in Führung gehen und kurz darauf 2:0 erhöhen Albach kam dann auch etwas auf und stellte das Halbzeitergebnis von 2:1 her Aach der Halbzeit dasselbe Bild. Londorf, das durch das Ausscheiden zweier Spieler geschwächt war, konnte noch zweimal erfolgreich fein, während Albach nur, einmal einfenben konnte. Der beste Mann war wohl der Londorfer Torwart. Fußball der höheren Schulen. Realgymnasium Gymnasium komb. — Obcrtcal- schulc Grünberg l. H. 1:2 (1:1). Diese Mannschaften trafen sich zu einem Fußball- wellkamps auf dem Trieb. Das Spiel halle sehr unter den schlechten Bodenverhältnissen infolge eines uorausgegangenen (tzewitlerrcgens zu leiden. Dennoch befleißigten sich beide Mannschaften einer fairen und durchaus schönen Spielweisc. Die Mannschaften waren gleichwertig. Grünberg gewann durch besseres Stehvermögen. Der Schiedsrichter, ein Herr aus Grünberg, leitete zufriedenstellend. Arbeiter-Turn- und Gporibund. Gießen I — Lollar I 5:2 (4:1). Am Samstagabend standen sich die beiden Gegner in einem Freundschaftsspiel gegenüber. Während die Gäste mit Ersatz antraten, (teilten sich die Einheimischen in kompletter Aufstellung. Gießen mar von Anfang an etwas im Vorteil und konnte durch seine gute Stürmerreihe bis Halbzeit vier Tore vor- legen, denen die Gäste nur ein Tor entgegensetzen konnten. Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel ausgeglichener. Lollar konnte wohl ein Tor aufboten, doch stellten die Einheimischen bis Schluß das oben verzeichnete Resultat her. Gießen 3gb. — wieseck Jgb. 3:2. Am Sonntagoormittag fand dieses Spiel auf dem Trieb statt. Vom Anstoß ab entwickelte sich ein span- nenbes Spiel, bas mehr unb mehr ben Charakter eines Punktspieles annahm. Bereits in der siebenten Minute konnte Gießen in Führung gehen, während die Gegenseite zu feiner entschlossenen Handlung kam. Kurz vor Halbzeit konnte Gießen durch Elfmeter auf 2:0 erhöhen. Nach dem Seitenwechsel war Wieseck mehr im Angriff. Bald gelang es ihm, ein Tor aufzuhaten, aber wenige Minuten später legte Gießen abermals ein Tor vor. Nun ging Wieseck mächtig aus sich heraus. Ein Elfmeter brachte ihm sein zweites Tor. Trotz aller Anstrengungen auf beiden Seiten blieb es bei diesem Resultat. Handball. Zum ersten Serienspiel der Handballer weilte Wieseck am Sonntag in Herborn. In einem flotten Spiele führte Wieseck bei Halbzeit bereits 3:0. Auch nach Seitenwechsel war Wieseck weiter überlegen unb konnte noch fünfmal einfenben, bem Herborn nur sein Ehrentor entgegensetzen konnte. Wieseck konnte mit einem 8:1-Siege bie Heimreise antreten. Kegelsport. In Wieseck fand am Samstag unb Sonntag bas 6. Bunbesfest des Keglerbunbes Lahn- Buseckertal, oerbunben mit bem 30. Stiftungsfest bes Kegelklubs „Alle Neun" Wieseck, statt. Der Samslagabend brachte bie Begrüßung durch den Festvorsitzenben, Gesangsvorträge sämtlicher einheimischer Geiongvereine, sowie turneri|dK Vorführungen des Turnvereins e. V. und des Freien Turn, unb Sportvereins. Sämtliche Vorträge unb Vorführungen zeugten von gutem Können und wurden beifällig ausgenommen. Der Sonntag- Dormittag war ausgefüllt mit dem Bunbeseinzel- tegcln, an dem sich rund 280 Kegler beteiligten. Der Sonntagmittag brachte der Festzug. Rach Begrüßung burch ben Bundesvorsigenden Schäfer (Wieseck) überreichte Wilh. Schmibt (Krosbors» bem Jubel- verein einen goibtnen Fahnennagel, unb bann würbe sofort mit den Entscheidungen im Einzelkegeln begonnen. Nachher fetzte das Vereinskegeln der Bundesoereine ein. Hier warfen von jedem Verein 5 Mann je 5 Kugeln. Während des ganzen Sonntags wurde auf einer besonderen Bahn ein öffentliches Preiskegeln abgehalten, an bem sich zahlreiche Käste beteiligten. Nachfolgenb geben wir die ersten Resultate aus den einzelnen Kegeln bekannt: Beim Bundeseinzelkegeln wurden je -1 Äugeln geworfen, und es erhielten: 1. Preis: Alfred Jung, Großen Linden, mit 30 Regeln; 2. Lud- roig Mandler, Wißmar, mit 30 Regeln; 3. Erwin Tank, Großen-Linden; 4. Lubm. Inder- thal, Lollar; 5. Heinrich Dech, Wiefeck; 6 Alex Turcck, Lollar; 7. Robert Will, Wiefeck; 8. Heinrich Hahn, Krofdorf; 9. Otto Lotz, Wiefeck; 10. Jriedr. Dö11, Alten-Bufeck. Beim Vereinskegeln erhielten: 1. Preis Kegelklub Bahnfrei, Lollar, 129 Siegel; 2. Kegelklub Paddlergilde Gießen. Am Sonntag hielt die Paddlergilde Kaiserslautern ihre aus dem Deutschen Kanu-Vcrband unb insbesondere aus dem Oberrhein- und Mainkreis stets gut besuchte Kanu-Kurzstrecken-Ae- flatta ab. Insgesamt waren 102 Meldungen abgegeben worben. Die Paddler gilbe Gießen halte zu dem ausgeschriebenen Jmnoren-Einer ihren Sport- wart Joachim Kavhingst und zu dem Jugend-Liner den jugendlichen Leopold Huber gemeldet. Der Letztgenannte mußte infolge Kollision bereits im Vorrennen ausscheiden. Dagegen gelang es, das Junioren-Aennen siegreich zu gestalten und somit den ersten Sieg im Faltboot nach Gießen zu bringen. Am Schluß deS über 600 Meter führenden Hauvtrennens hatte Kaphingst, der die Bestzeit des Tages im Einer fuhr, einen Vorsprung von mehr als 10 Meter herausgeholt, was um so beachtenswerter ist. als er gegen Vertreter von ersten Vereinen aus Mannheim, Maxau, Kaiserslautern, Mainz, Frankfurt a. M., Hanau, Worms und Speyer erkämpft wurde. Aach diesem recht schonen Anfangserfolg darf man gespannt sein, wie sich die junge Aennsport- abteilung der Gießener Padd'ergilde auf künftigen Begatten durchsetzen wird. Gelbe Raucherzahne. „Ich benutze seit Jahren bie Chlorobont-Zahnpnste unb bin mit bet SBerroenbung bet« selben sehr gufrieben. Trotzbem Ich ein Kettenraucher bin, sind meine Zahne stets bienbend weih. Auch fehlt mic lein einziger Zahn, fobah ich behaupte, nur „Ehlorobont^ erhält meine Zähne gesund." H. Gruncnbcrg, München.— Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mk. bei höchster Qualität. 2n allen Chlordbont-Derkaufsstellen zu haben. 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Guthaben in lausender Rechnung 10. Darlehen auf Schuldscheine 11. Hypotheken................ 12. Güterkausschillinge 13. Zessionen................ 14. Aufgewertete Forderungen . 15. Konto pro Diverse 16. Vorgelegte Gerichtskosten 17. Ausstehende Miere............ 18. Ausstehende Provisionen 19. Fällige Aktivzinsen............ 20. Wertberichtigungskonto........ . . 21. Giroverbindlichkeitcn. ....... 10053 53 13844 60 5392 60 12000 — 644 32 46238 46 6500 — 12509 301908 64385 79310 47 646 3265 194171 29 91 100 15 15827 30849 18467 55 20 99 50 75 14 47 24 46 12 78 Sa. 863250 71 Passiva (Schulden). 1. Geschästsguthaben der Mitglieder 2. Reservcsouds 3. Betriebsrücklage 4. Spareinlagen einschl. Schulsparkasscn 5. Schuld in lausender Rechnung........ 6. Bankschulden 7. Diskontierte Essektcn 8. Rückständige Güterkaufzesfionen 9. Vorausbezahlte Aktivzinscn 10. Weitergegebene noch nicht fällige Wechsel und Schecks................. 11. Reingewinn .............. So. RM. 16243 12320 11100 708908 61967 20394 4214 2717 916 18467 6000 86 48 75 75 39 18 78 52 863250 71 Mitgliederstand Ende 1928 J63 Zugang in 1929: 6, Abgang in 1929: 4 Mitgliederstand Ende 1929 165 In 1929 vermehrten sich die Geschästsguthaben um RM. 335,44, die Haftsummen um RM. 4000,— ; Betrag der Gesamthaftsumme Ende^929 RM. 330000,—. 1013 D Hungen, den 24. Mai 1930. Spar- und Leihkaffe zu Hungen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Berlett. Wiederstein. G. Kohlheyer. Für den Abendtisch 3425 C 5 "Rückvergütung ‘/4 Pfund 45 7« Pfund 45 3 Pfund 35 . 3 Stck. 40 PlOCkWUrst, schnittfest... Zervelatwurst, Holsteiner /4 Pfund 17 7.t Pfund 25 74 Pfund 40 Neue Kartoffeln Matjes-Heringe, mild und zart Süße Sachen Kokosflocken, bunt Erfrischungs-Waffeln Schokolade-Waffeln S & F-Kaffee, S & F - das Zeichen für Kaffee ohnegleichen 74 Pfund 1.10 0.95 0.85 0.75 0.65 Theater-Cafe Ernst Ludwig Morgen, Mittwoch, 4 Uhr Tanz-Tee Abends: Gesellschafts-Tanz Dunkler Anzug erbeten 03515 Achtung r Achtung t Vanner Klöppelspitzen und Stickereien verkaufe ich am Mittwoch, dem 38. Mai zum Tagcsmarkt aus dem Qötvalds- gartcn in (Siesten 03517 Willi Bnnfeistteto aus Mmn. Kataloge und Prospekte liefert die Brühl'sche Druckerei Samuel Sondheim Ma Sondheim, geb. Silberg Vermählte Halberstadt Trauung: Mittwoch, den 28. Mak, 1% (fl)r ln Marburg an der Lahn, Hotel Freidhof 03514 °loo|oq nimm gehört ein Roederherd hinein. Erfahrene Hausfrauen werden Ihnen dies jederzeit zurufen. denn fast 1 Million Haushaltungen benutzenden Roederherd und sind jeden Tag aufs neue erfreut über die Bequemlichkeit, Sauberkeit und Zeitersparnis. — Stellen Sie sich einen Roeder- Gasherd in Ihre Küche und Sie werden ebenfalls be- Beistert von diesem neuen lausgefährten sein. Lassen Sie sich unverbindlich die neuesten Modelle vorführen bei: 4004 A 3448 A Oxford-Sport-Hemden mit Kragen und Krawatte, neueste Tweed- qm muster.........................9.75, 8.50, D.VD Knaben-Sport-Hemden in allen Größen hell oder dunkel gestreift oder kariert, Zephir..................Größe 60 von 1./ D an farbig, Indanthren-Leinen Größe 60........................von 2,7») an weiß, prima Panama q Größe 60.........................von an W andervogel-Hemden oliv, Flanell, beste Qualität A CK Größe 80 .................von 4.0«) an Knickerbocker - Strümpfe 3.75, 2.75, 1.95 7.25, 6.50, 4.50 meliert, Baumwolle reine Wolle moderne Muster... 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Die Generalversammlung genehmigte einstimmig den bekannten Abschluß, der eine Dividende von 7,5 Prozent Vorsicht. • Maschinenfabrik Hartmann AG., Offenbach a. M. Der Aufsichtsrat beschloß, nach 75 775 Mk. Abschreibungen die Berteilung einer Dividende von wieder 6 Prozent zu beantragen. Die GB. findet am 19.3uni statt. * Maschinensabrik Gritzner AG.. D u r l a ch. Zum ersten Male seit Bestehen der Gesellschaft ist die Maschinensabrik Grihner AG., Durlach, nicht in der Lage, für das vergangene Geschäftsjahr einen Gewinn auszuweisen. Der Derlust wird aus dem Dortrage aus 1928 gedeckt, der sich dadurch auf 23 436 Mk. ermäßigt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. Mai. Tendenz- zurückhaltend. — Dach der reibungslosen Lieberwindung des gestrigen Liquidationstages eröffnete die Börse zunächst in lustloser Haltung. Anregungen waren wieder nicht vorhanden, so daß oie Kulisse keine Deigung zeigte, zu Deu- engagemcnts zu schreiten. Der Auftragsmangel hielt weiter an. Die zum Schluß schwächer gewordene gestrige Deuyorker Börse wurde eher als Druck empfunden. Da aber auf der anderen Seite nachteilige Momente nicht vorhanden waren, zeigte die Spekulation nach Festsetzung der ersten Kurse einiggs Deckungsbedürfnis für den neuen Monat. Die Grundstimmung war daher nicht unfreundlich, und es ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse vereinzelt leichte Kurserhöhungen. Etwas mehr in den Dordergrund traten am Chemie- rnarkt Dülgerswerke. die nach ihrer gestrigen Dernachlässigung 2 Prozent gewannen. Für Holzverkohlung machte sich ebenfalls wieder mehr Interesse geltend, bei einer Besserung des Kurses von 1 Prozent. Farben lagen nur um einen Bruchteil eines Prozentes fester. Elektrowerte wurden dagegen kaum beachtet. Eine Erstnotiz kam vorläufig nur in Siemens zustande, die leicht erhöhe eröffneten. Im übrigen war das Geschäft wieder sehr klein. Don Kali- a k t i e n zogen Salzdetfurth 1 Prozent und von Montanpapieren Buderus 0,5 Prozent an. Schiffahrtswerte waren bei einiger Dach- frage bis 1,25 Prozent fester. An Bankaktien logen Barmer Bank etwas höher, während Corn- merzbsnk vernachlässigt und etwas gedrückt waren. Am Bauuntcrnehmungsmarkt gaben Dhcker^off & Widmann 2 Prozent nach. Am Renten markt war die Llmsahtätigkeit ebenfalls bescheiden. Don deutschen Deuten lagen Deubesih etwas schwächer. Im Dcrlaufe war die Tendenz ausgesprochen freundlich. Bei lebhafter Dachfrage nach Spezialwerten ergaben sich im allgemeinen K u r s - bcsscrungen bis zu 1,5 Prozent gegenüber dem Anfang. Bevorzugt waren Farben- und Schiffahrtswertc. Auch Elektrowertc traten etwas hervor. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent unverändert leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1906, gegen Pfund 20.3650, London gegen Kabel 4,8593, gegen Paris 123,93, gegen Mailand 92,76. gegen Madrid 39,92, gegen Schweiz 25,1125. gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin, 27. Mai. Da für heute besondere Anregungen fehlten, setzte man im Vormittags- verkehr die Diskussionen der letzten Tage über das Arbeitslosenproblem, den Kapitalexport, die Diskontfragen und den Etat des Deiches fort und ließ keine besondere Geschäftsfreudigkeit aufkommen. Auch der Dörsenbe- ginn lag noch ziemlich geschäftslos, war aber unter Berücksichtigung des Deports doch ziemlich behauptet. Während im allgemeinen Orderman- 8el herrschte, hatten einige Spezialwertc kleines .'aufinteresfe aufzuweisen. Besonders Dütgers- werke und Deutsche Erdöl lagen lebhaft und fest. Man rechnet bei letzteren zwar nicht mehr mit einer Dividendenerhöhung, will aber von guten Abschlußziffern, die in der heutigen Biianz- sitzung bekannt werden dürften, wissen. Auch Conti-Gummi. Deutsche Atlanten, Schubert & öal- z^r, Karstadt und Schiffahrtswertc zogen einiges Interesse auf sich, wobei Dorddeutscher Lloyd mehr in den Dordergrund traten. Zur Schwäche neigten Kunstseidewerte und Reichsbank. Bei letzteren sprach man von kleinen Kassenverkäufen zum Zahltage. Sehr lebhaft und stärker beachtet waren Deichsbahnvorzugsaktien: überhaupt hatte der Anleihe- und Pfandbriefmarkt heute etwas größeres Geschäft. Deu in den Terminverkehr eingeführt wurden heute Stöhr und Dordsechochseefischerei. was sich aber auf die Kursentwicklung nicht auswirken konnte. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tagesgeld stellte sich auf 2,25 bis 4,5 Prozent, Monatsgeld auf 5 bis 6 Prozent und Warenwechsel auf 4,25 Prozent. Don Auslandsrenten setzten die 4,5prozentlgen österreichische Staatsrente von 1914 ihre Erhöhung auf 46,25 Prozent fort. Amtsgericht Gießen. • Gießen, 9. Mai. Zunächst hatte sich ein Autoführer "zu verantworten, weil er, aus der Westanlage kommend, um die Frankfurter Straße hinaufzufahren, nicht in kurzer Beendung um die Ecke bog, sondern in raschem Tempo, ohne dah ein Grund ersichtlich war. nach der anderen Seite zu fuhr. Dort kamen ihm zwei vorschriftsmäßig fahrende Kraftwagen entgegen, denen er auszuweichen suchte und deshalb in demselben Tempo auf die r«hte Seite hinüberfuhr. Hier zogen fast unmittelbar an den Bordsteinen zwei Frauen einen Handwagen. Der Angeklagte fuhr diesen und die Frauen derart an, daß letztere einige Verletzungen davontrugen. Dann lenkte er sofort seinen Wagen wieder auf die andere, für ihn falsche Seite, überquerte den Fußsteig und rannte wider eine Gartenmauer. Sein Verhalten war durchaus vorschriftswidrig: er war nicht Herr der Situation und verletzte eine ganze Reihe von Derkehrsvorschriften. Von Glück kann er sagen, dah größeres Unglück verhütet worden ist. Er erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung 60 Mk. Geldstrafe. Ende vorigen Iahrcs fuhr der Führer eines Personenttaftwagens über die Lahnbrücke nach der Deustadt zu. An der Kreuzung der Rod- Heimer und Hammstrahe fuhr er einen aus der letzteren kommenden Lieferwagen an, ohne dah dabei Personen verletzt wurden. Der Genannte trug, wie die Beweisaufnahme ergab, die Schuld an dem Zusammenstoß. Einmal hat er die richtige Seite nicht ganz eingehalten, dann hat er zwar Signal gegeben, aber dabei die einschlägigen Vorschriften nicht beachtet. Das Signal war zu kurz, namentlich zu früh — schon am Ende der Lahnbrücke — abgegeben worden. Der Angeklagte hätte cs kurz vor der Kreuzung wiederholen müssen. Strafe: 20 M k. Geld- st r a f e. In der Dacht vom 21./22. Februar lärmte ein Kaufmann auf dem Asterweg bzw. der Steinstrahe. er gab dies zu, leugnete aber entschieden, bei der nämlichen Gelegenheit auch ein Reklameschild abgenommen und weggeworfen zu haben. Er behauptete, es liege eine Personenverwechslung vor. Die Angaben der beiden als Zeugen vernommenen Wachtmeister lauteten aber derart bestimmt, daß an seiner Täterschaft nicht zu zweifeln war. Strafe: 15 Mk. Geldstrafe, im Uneinbringlichkeitsfalle 8 Tage Haft. * G i e ß e n , 13. Mai. Fünf ledige junge Burschen aus einem preußischen Grenzorte feierten am 8. Dovembcr v. I. in einem Dacbbarort einen Geburtstag, bei dem der Alkohol eins große Rolle spielte. Sie benutzten nachher die Bahn. Während der Fahrt legten sie auf hessischem Gebiete ein maßlos brutales Verhalten an den Tag. Sie gröhlten und schrien so laut sie nur konnten, schlugen und trampelten wider die Wände des Abteils u. dgl. m. Schließlich verbat sich ein Reisender in einem Dachbarabteil ein derartiges Benehmen mit Worten, die ganz der Situation entsprachen und zu Unrecht von den Burschen als Beleidigungen ausgcfatzt wurden. Ihr Anführer versetzte dem in das Abteil Eintreten den einen Schlag auf den Kopf und dieser Schlag war das Signal, daß sämtliche Burschen über diesen Verfielen, mit allmöglichen Instrumenten auf ihn einhieben und ihn Übel zurichtcten. Der älteste von ihnen, offensichtlich ihr Anführer, verfetzte ihm Tritte, sowie mit einem Küchenmesser Stiche in Kopf und Oberarm. Auf Hilferufe des Angegriffenen erschien auch dessen Begleiter aus dem Dachbarabteil, dem eS nicht viel besser erging wie diesem selbst. Beide verließen das Abteil: glücklicherweise klemmte sich die Türe zwischen beiden Abteilen ein. Der Angrifsswille des Anführers ging aber soweit, daß er die Türfüllung völlig eintrat. An ihrem Bestimmungsort angelangt, liefen die Burschen auf und davon. Dem Oberzugschaffner gelang es, den Anführer, der sich ihm zur Wehr setzte, zu stellen, erhielt aber bei dieser Gelegenheit von ihm einen Stich ins Gesicht und in die rechte Hand. Den noch unbestraften Angeklagten wurden mildernde Umstänbe wegen ihres noch jugendlichen Alters und wegen ihrer Angetrunkenheit bewilligt, dem Anführer aber nur zum Teil. Mit Ausnahme des letzteren erhielten die Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung je 1 05 M k. Geldstrafe: dieser aber wegen seines überaus brutalen Verhaltens und wegen der Benutzung eines Messers eine Gesamt- gefängnis strafe von 6 Monaten wegen mehrfacher gefährlicher Körperverletzung und wegen Widerstands, außerdem wegen Sachbeschädigung eine Geldstrafe. Auch haben die vier Angeklagten unter Solidarhaft den beiden Verletzten Bußen von 130 und 120 Mk., sowie ihr Anführer allein dem ebenfalls verletzten Oberzugschaffner eine solche von 460 Mk. zu zahlen. Die Verhandlung gegen den fünften noch jugendlichen Angeklagten wurde abgetrennt, da sie vor das Iugendgericht gehört. Gießener Jugendgericht. In der jüngsten Sitzung des Iugendgerichts Gießen wirkten als Iugendschöfsen mit Deichsbahnassistent Wilhelm Conrad und Oberwerkmeister Heinrich Ley, beide von Gießen. Ein junger bisher unbestrafter Arbeiter entwendete am 6. März gegen Abend einem Zimmermann ein im Hofe einer Wirtschaft in der Bahnhofstraße zu Gießen abgestelltes altes Fahrrad, bestrich es mit Lack, den er feiner wenig glaubhaften Angabe nach auf einem Schutthaufen gefunden haben will, und benutzte es daraus zum Fahren. Bald darauf wurde er jedoch vom Eigentümer des Rades, der dieses wiedererkannte, erwischt- Das Urteil lautete auf zehn Tage Gefängnis bei fünfjähriger Bewährungsfrist. Zwei weitere Angeklagte, von denen der eine zur Zeit eine sechsmonatige Gefängnisstrafe in der Iugendlichenabteilung der Zcllenstrafanstalt Butzbach verbüßt, hatten sich wegen zweier Kellerdiebstähle zu verantworten, der eine von ihnen auch wegen eines Schaukastendiebstahls. Es fiel ihnen bei den Kellerdiebstählen Kognak und verschiedene Flaschen Wein in die Hand, die sie gemeinsam leerten. Don besonderer Frechheit war der Diebstahl aus einem Schaukasten in der Mäusburg, den sie mit den Füßen ein» traten, um sich darin befindliche Eier anzueignen, die sie bann, soweit sie diese nicht sogleich verzehrten, nach Straßenpafsanten und wider die Erkerscheiben eines Geschäftshauses in der Schulstraße toarfeit Beide Angeklagten erhielten eine Zusatzgefängnis strafe. Ein dritter Angeklagter, der gleichfalls bereits erheblich, u. 0. wegen Diebstahls vorbestraft ist, war zur Hauptverhandlung nicht erfreuen. Da anzunehmen ist, daß er die Flucht ergriffen hat ober sich verborgen hält — es schwebt auch gegen ihn ein Verfahren wegen Falschmünzerei — würbe gegen ihn Haftbefehl erlassen. Aus aller Welt. Ludwig Gülermann f. Im Alter von 69 Iahren ist Dr. h. c. Lubwig Gütermann, Mitinhaber der bekannten Firma Gütermann L Co. Dähseidensabriken in Gutach im Breisgau gestorben. Der Heimgegangene war lange Iahre technischer Leiter der genannten Firma. Er besaß die Würde cinefl Ehrendoktors der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg und war auch EhrcnscnatoU der Technischen Hochschule Karlsruhe. 56 Personen noch dem Genuß von Speiseeis erkrankt. Dach dem Genuß von Speiseeis, das von einem fliegenden Händler auf der Straße verkauft worden war, sind in Detmold 24 Kinder und 2 Erwachsene unter para- typhrrsverdüchtigen Erscheinungen erkrankt. Aus Bad Salzuflen, wo der gleiche Händler ebenfalls Eis verkauft hatte, werden 23 Erkrankungen gemeldet, und zwar 21 Kinder und 2 Erwachsene. Ferner sind in Schö11mar 7 Personen erkrankt. Die Polizei hat den Eisverkauf auf den Straßen verboten. Die Untersuchung ist cingeleitct. Gewinnauszug 2. Klasse 35. Preußlsch-Eüdbeuksche (261. Preuß ) Klassen-Lolterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten 2. Ziehungslag 24. Mai 1930 Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich bobe Gewinne gefasten, und zwar je einer die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II ans 8n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 »ttotont iu 60000 M. 229227 6 Sttoinne ,u 3000 M. 97659 206094 254779 2 »ttoinne m 2000 TL 134 731 6 »ftvtnne iu 1000 TL 196745 309211 391924 8 Gewinn« »u 800 TL 15334 288810 298297 306864 24 «rtrfnnt n> 500 TI. 76643 94731 112976 132409 177854 187931 195690 234687 268094 342884 388091 391645 104 »rotnnt .u 300 TL 1122 1646 3795 4532 5967 8539 9300 10984 22911 33073 34192 38003 43140 64283 81382 84644 109057 109477 134064 140882 161145 163686 168588 184135 186401 188037 194557 199022 200357 204317 208280 208330 216277 216630 224553 240340 260092 262140 270960 304675 306540 324457 328454 330067 331662 336250 353374 358533 860984 377446 385513 393583 220 ®«pinnt w 180 TL 2387 2786 >2977 6018 6532 7053 7918 8666 14511 14711 15248 18587 20804 24828 25533 26007 30596 38066 42944 44484 45455 52272 52608 52751 53357 56366 56971 61868 65773 75326 75651 80205 85999 89499 90712 96501 101122 110181 114103 118631 120040 124682 129175 133625 134903 135151 137013 151546 156465 171290 175900 182638 184028 185369 187729 188142 190038 190659 192402 193114 196372 197919 199756 200728 207394 208276 211392 214410 222698 227896 232065 234010 237307 242246 247458 248019 248225 257233 260036 260318 271582 272366 276805 282302 284033 285418 289393 290603 290690 293623 301233 305069 312608 321073 331237 332009 332436 335706 336007 343574 351326 360835 365428 366285 367479 367590 367641 382127 386874 399949 3n der heutigen Nachmlttagszlehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2 »«pinnt p» 100000 TL 253612 2 »«pinnt jn 5000 TL 313222 8 »«plant |u 1000 TL 73970 126239 126370 362057 16 »«pinne tm 800 TL 34809 45839 75865 92808 143939 192013 238216 283508 36 »etotnne ,U 500 TL 20260 28588 35578 49433 58261 123134 136509 144601 157701 195212 204881 227183 236226 237067 243416 318157 328102 358701 106 »etoinnt I» 300 TL 5088 8048 9410 9601 17058 26410 38931 48088 69345 77782 82031 85325 86983 93582 113582 114753 137092 146301 146491 147326 1 56407 161945 169580 171455 172'<59 174785 177038 189903 195215 209689 218059 218297 228549 229997 258483 258779 259491 289500 297094 303634 309002 313237 821786 321833 324718 325605 328939 335007 342040 342624 361760 367003 890940 254 »etpinnt xn 180 TL 1060 1714 10648 16420 19810 21672 21707 22251 22721 22788 3022g 30276 36930 37937 43939 44895 46368 4905» 52696 56882 62486 84393 65851 66430 71581 74367 77228 84598 87234 89936 99983 10034? 101661 102076 112363 114960 118130 119342 122348 124316 1 31266 1 87469 139114 145^-31 149163 151090 151446 154101 155026 156811 157272 158442 161628 162835 167134 169494 171488 175542 177910 180411 180480 162193 184920 195950 <97397 200252 214230 216175 219616 232573 232806 233536 234710 2380.33 241388 242169 243225 244778 248698 249173 251903 252038 254768 257762 263r<54 270370 271060 278907 283643 290408 290683 294228 297878 299390 801028 304341 306808 309428 309928 310278 311520 317951 318571 320452 325716 332206 332325 332618 337008 347208 349381 349848 356126 356273 357421 35893» 860264 362061 364232 367938 369066 370711 871506 872007 387218 390440 394072 Die tn der heutigen NochmtUaaSztehung ge» Eenen beiden Hauptgewinne von je 100000 M. en auf Nr. 253 612 in Abteilung 1 nach Arnberg njern). In Abteilung ü nach Berlin. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 v. H., Lombardzinsfuß 5,5 v. H. Frankfurt a. M. Serlln Frankfurt a. M. Vertin Frankfurt a. TI. | Ziert in Bantnoten. Schluß- kur« t-tthr» flurd Schluß-! Anfang, für* flurt Schluß-i 1-Ufrr- kur« | ftur« Schluß- für« Anfang- Rur« Schluß-^ 1-Ubr- kur« | Hur« Schluß», kur« Anfang« flur# Scrtin, 26. Mal Feld »rief Amerikanische Note» ..... Belgische Noten...... . Temilcbe Noten ....... Englische Noten........ Fran;önsche Noten ...... Holländische Noten...... ntolienisch« Noten ...... Norwegische Noten...... Temsch-Qesterr,4100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwester Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakisch« Noten . . Ungarische Noten ... Deoifcnroartt Berlin 4,168 58,29 111,83 20,317 16,41 163,06 21,97 111,73 58,93 2.46 112.13 80,92 50,80 12.408 73,02 - Jrantfur 4 188 58,53 112,27 20,397 16.47 168,74 22.05 112,17 59,17 2,48 112,57 81,24 51,00 12,468 73 32 a. m. Datum 6% Deutsche ReichtaiUeive von 1927 7% Dtutjdje Reichsanlkihe von 1929 ..... leutfdie Aul.-Ablöl^Schuld mit Autlos.-Rcchten ..... ttJfll. ohne SuSIoL-Rechle 3% He«, yolfcflaal von 1929 (rüthabfo. 102%) .... Cberieficn Provinz - Anleib« mit AuSlol.-Rechten ..... teuttdif komm. Eammelahl. Anleide Serie 1 . . . . B% Frankl Hvv.-Bank Soldpfe. XIII unkündbar bis 1931 7% Frany Hhp.-Bank öolbpft. unkündbar btS 1938 Rheinisch« Hvv.-Ban! Lian, »olbpfe........ 3% Pc. Landeros andbriefaustall, Pfandbriefe R. 17 S^> Pr. LandeöpsanbbriesankaU, Komm.-Lbl. R. 16 f% Pr. LandeSpsandbriefanstaU, Pfandbriefe R 10 ..... 1 O.S.®. abg. Vorlriegz-Lbligatio- neu. rückzahlbar 1938 . . . 4% Ceft-treuDtictr Golbrenke . . 4,20% Oesterreickische SUberrente 4% Leüerreichijche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente .... Ungarische Staati-Tcnte v. 1910 4%% deSgl. von 1913 4% Ungarische kkrvnenrentr <% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-AnL Serie l deegl. Serie ll....... 5% Rumänische oerrtnb- Rente von 1903 ...... • tH% Rumänische veretnh. Rente von 1813 ........ lX Rumänisch« oetetub. Rente . 26 5 88,25 105 58 9 11.25 96 58,5 100 94,5 89 101 96,4 95 96 26,25 2,5 23,75 22 2,3 6,3 10,25 17,4 8,25 27. 5 11 26. 5 105,3 58.4 11,13 95,9 58,7 94,5 101 97 95,5 26,75 2,4 2.3 6,2 6,35 6,25 10,13 17,4 8,2 27- 5 58,9 10.9 26.9 2,45 23,25 21 22 2.4 6.3 6,25 17,4 8,25 Datum Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamburg-Südaw. Dampfschiff - 8 Hansa Dampfschiff . .10 Norddeutscher Llovd.....8 Allgemeine Deutsche Sredttanst. 10 Parmer Bankverein . . 10 Berliner HandelLgesellfchafi 12 Üommerr- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Ration alban» 12 Deutsche Bank und Dttconto-GesellschafL. . . io Dresdner San! ...... 10 ReichÄxmk........U .................8 Llekrr. Liesernngigeselllckaft. 10 Licht und Srast .10 Felten & Sullleaume 7tf Selclllchasl für Elektrisch« Unternehmungen ... 10 Hamburger Qetatitiäli-Bede 10 Rbetnische Elektrizität .... 9 Schlesische SektrijiM. ... 10 ^chuckert & Co. ...... 11 Siemens & ...........16 Buderus - - .••••••* Deutsche ............’ Essener Steinkohle oielsenkircheuer -••••••” Hoesch Eisen........ PrauneSmann-Röhre» • • • • • Mansfeld« Beradau - . . t - ’ Lberschles. Etjenbedarl .... 6 LbersLIes. »okSwerke -••••' PHSnrr Bergbau. . . ... 6K Rheinische Braunkohle» . . 1° 26 5 113,25 113,4 115,5 126,5 176 153,25 234,75 141,5 142,5 169,75 166,75 124,5 167 170 71,5 96,5 125 107.75 118 27 5 114.6 114.75 126.75 152.75 252 71 9 26 5 112.75 113 115,4 126 175.25 152.5 233,5 141,25 142 298 168.75 185,5 156.5 165 124,75 137 139,5 146 166 184 250.75 130 169,5 71,5 94,75 137 123,5 105,5 218 100 103,25 107,25 75,75 70 109 13 98,75 234.25 117,13 27. 5 — - 113 115,5 127 175,25 152,75 234,5 141,5 142,5 296.5 169 185.5 156 167 167 166,5 184.6 251,9 71 98 138 218,75 100.75 104,75 108 76 109.75 99,25 236 117,9 Datum Bereinigte Stahlwerke .... Ltavi Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... io Kaliwerke Westeregeln ... 10 Sollwerte Salzdetfurth ... 15 Z. Farden-InbnstN, . . . 12 Dynamit Röbel .......6 Scheldeanstalt........v Goldschmidt ....... .5 RürgerSwerke ........ 6 McrallerseLchaft. ...... 8 Pdilwv Hol-mann ...... 7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Lernenlwerk Karlstadt. ... 10 Dahß L Rtegtag......6 SckulcheU Pa»en-cfe, ... 15 Sstwerke.........12 Aku ..........18 Bemberg..... 14 Zellstoff Dalbhof .... 13'/, Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Lbarlotrentmrger Sasse, ... 8 Dessauer GaS . . ..... 9 Daimler Motoren . ..... 0 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau SL-G. ..... 0 Rar. Automobil . ..... 0 Lrrnstein 8 Koppel , .... 6 Leonhard Tie, ...... 10 Svensko .......... -toafhmn Maichme» . . . . « Gri-ner..........6 Hevliaenstoe« ....... 0 JuntzhanZ...... 6 Leckwerke..........8 Mainkroftserk, Höchst a. SL . . 8 üäflfl .........io »ebr. Roeder . ...... 10 Leigt 8 Harffne, ...... 9 .... Vj 26 5 97 230.5 234 423 188,13 153 69.75 66,5 121,5 101.5 124 142 96,13 105,25 145 244 164 30 36,25 43,5 99 88,75 118.25 104,5 162 L 8 SS* 9 | 1 1 | 1 | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 t i« 1 1 1 1 1 S ■ 1 1 1 b. 1 1 Iw £1111 ~ 26 5- 96 25 52,13 227,5 233 421,5 186,9 — 65,75 65,75 122,25 101.25 97 320,5 268,4 104,5 124,5 178,25 143,25 104,25 165 37,75 242,5 52,5 18 84 163 328 30,5 36,5 43,5 118,5 162 160,75 27. 5 97 25 52 230 233,75 423,25 188 70,4 68.5 120 321,5 272 122 180 142,5 104.25 167 38,25 53.25 18,9 164,75 326 z 118,5 — - Ämft.-RoN. 8uen.«Hrre6 Brfs^Anlw. ChrMania. 1kopenbag:a Stockholm . HelsingforS. yiatien. . . London. . . Neuvork . . Paris. . . . Schwei; .. Spaaien . . Japan . . . Rio de Ian. Vien in Ceft abfleft. Prag .... vclzrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Taruig. . . «onstanti» Athen. . . Tanada . . Uru uay.. Larro . . . 26.1 Amllicke Seid 168.40 1.597 58,405 112.01 112,03 112-36 10,54 21,935 20,344 4,187 16,405 80,985 51,00 2,068 0,495 59,045 12,418 7,392 73,17 3,035 18,80 81,35 1,785 5,43 4,183 3,796 20,865 Hai Neuerung 25rlf 168,74 1,600 58,525 112.29 112,25 112,58 10 56 21,975 20,384 4 195 16.445 81,145 51,10 2,072 0,497 59,165 12,438 7.497 73,31 3,041 18,84 81,51 1,789 5,44 4,191 3,804 20,905 27. Dl Amtliche Selb 168,40 1,597 58,41 112.00 112,01 112,34 10,542 21,93 20,34 4,187 16,41 80,99 50,95 2,063 0,495 59.065 12 419 7,392 73,175 3.035 18,80 81,35 1,784 5,43 4,184 3,796 20,865 CI Notierung Sri« 168,74 1,601 58,53 112,22 112,23 112.56 10,562 21,97 20,38 4,195 16,45 81,15 51,05 2,072 0,497 59,185 12.439 7 466 73.315 3,041 18,84 81,51 1,783 5,44 4,192 3,804 20,905 KriegsbesKSdigien-TaglMg in Mainz. -2B6QL Main;. 2»Mai. Als Auftakt der Dundestagung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und K r i e g e r h i n t e r b liebe n e n foni) heute vormittag im großen Saal der Stadthalle und auf dem Halleplah eine von etwa 15 000 Menschen besuchte Kundgebung der Kriegsopfer statt. Der Vorsitzende des Bundes, Pfändner (Berlin), stellte in seiner Eröffnungs- und Begrüßungsansprache als Zweck der Kundgebung heraus, die gesetzgebenden Körperschaften erneut darauf hinzuweisen, daß es unerläßlich ist, den Kriegsopfern eine auf soziale Gerechtigkeit gegründete Versorgung und Fürsorge zu sichern und dem Geiste des Krieges üoerall den Geist des Friedens entgegenzusetzen. Er faßte die Ziele der Arbeit des Bundes zusammen mit den Worten: Fiir ausreichende Versorgung und Fürsorge, für Völker- frieden und Schiedsgerichtsbarkeit, für friedliche Verständigung, für den republikanischen Staat, bei dessen endgültiger Formung wir als deutsche Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebene den ersten Anspruch darauf haben. daß unser neuer Staat, daß unsere deutsche Republik mit einem sozialen Inhalt erfüllt werde. Mit lebhaftem Beifall begrüßt, betrat sodann Professor Caffin (Paris) das Rednerpult. Er äußerte zunächst in französischer Sprache seinen Dank für die ergangene Einladung und erklärte, daß die Anion Generale ihn beauftragt habe, ihre Grüße den deutschen Kameraden zu überbringen. Seine weiteren Ausführungen machte der Redner in deutscher Sprache. Die Anion Generale arbeite in Frankreich in demselben Geist. Die französischen Kriegsteilnehmer seien Anhänger der Politik des Friedens und der Zusammenarbeit allerRationen. Dieses Ziel werde zur Wirklichkeit, wenn die Völker Deutschlands und Frankreichs das Beispiel ihrer Verständigung geben. Seine Rede klang aus in den Ruf: „Es lebe die Verständigung zwischen der französischen und der deutschen Republik! Es lebe das organisierte Europa! Rie wieder Krieg!" Zum Gedenken der Gefallenen erklang das Lied: „Ich hatt' einen Kameraden." Am Schluß der Kundgebung wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, in der eine Reihe von Forderungen der Kriegsopfer aufgestellt und gegen den Krieg Stellung genommen wird. Sodann begab sich eine Abordnung nach dem Friedhof, wo an dem deutschen und dem französischen Ehrenmal Kränze niedergelegt wurden. Rachmittags fand im großen Saal der Liedertafel die Eröffnung der Bundeöiagung statt. Rach einem einleitenden Orgelvortrag hieß Bundesvorsitzender Pfändner die Delegierten und Gäste willkommen. Er begrüßte insbesondere die Vertreter der Behörden und die Kameraden aus dem Ausland. Sodann umschrieb er nochmals die Ziele des Bundes; einerseits in der Richtung einer ausreichenden Versorgung der Kriegsopfer, andererseits in dem Streben nach Frieden und Verständigung der Völker. Oberbürgermeister Dr. Külb sprach namens der Stadt Mainz herzliche Degrüßungsworte und gab insbesondere seiner Sympathie mit den Friedensbestrebungen des Bundes Ausdruck. In Vertretung des Reichsarbeitsministers dankte Ministerialrat Griesmeyer für die Einladung. Er wies in seinen Ausführungen auf die Schwierigkeiten hin, die infolge der übergroßen Arbeitslosigkeit und der ungeheuren Last der Arbeitslosenversorgung einer Erfüllung der weitergehenden Wünsche des Reichsbundes entgegenständen. Für die hessische Staatsrsgierung überbrachte Minister K o r e l l herzliche Grüße. Gerade die hessische Regierung stehe den Kriegsbeschädigten mit besonderer Sympathie gegenüber, denn sie habe ein Land zu verwalten, das den fürchterlichsten Leiden ausgesetzt gewesen wäre, wenn nicht die Krieger sich als lebendiger Wall vor den Rhein gesetzt hätten. Sodann sprach noch eine Reihe von Bezirksvertretern, an ihrer Spitze der Vertreter» der Ortsgruppe Mainz, Stadtrat Trelle, außerdem Vertreter und Gäste aus dem Memelland, aus Rordschleswig, aus der Tschechoslowakei, der Schweiz usw. Hierauf wurde in die praktische Arbeit eingetreten, die mit der Wahl der Leitung und der Ausschüsse ihren Anfang nahm. . Auch bei der Eröffnungsfeier wurde der Toten mit dem Lied „Ich hatt' einen Kameraden" gedacht. Berliner Börse. Berlin, 27. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nach Beendigung der Liquidation trat auch im heutigen Frühverkehr eine Geschäftsbelebung nicht ein. Da Kurse bisher noch nicht zu hören waren, kann man nicht einmal feststellen, ob sich die Reports behaupteten. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,9250, London gegen Mailand 92,75, Low don gegen Spanien 39,92. als letztes die Vulkanisation des SICHERHEITS-REIFENS DUNWP Frische Fische und Filets Heilbutt, Steinhult Fischhaus Cuxhaven Marktstr. 14 Tel. 2417. Täglich irr Ich gestochenen Spargel W.Hankel IHR HE lWV E-Z» stets frisch bei Jakob Maternus, Gießen Ecke Frankfurter- und Klinikstraße 3773D Mittwoch, den 28. Mai 1930, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier/ Neuenweg 28, im Löwen, zwangsweise geg. Barzahlung: zwei Bücherschränke, Zwei Schreibtische, einen Schreibtischsessel, eine elektrische Ständerlampe, zwei Chaiselongues, einen Klubsessel, einen Herrenzimmertisch, eine Nähmaschine, ein Fernglas, einen Photoapparat, ein Damensahrrad, eine Bettstelle mit Sprunarahmen, eine dreiteilige Matratze, eine Speisezimmereinrichtung, 45 m Herren-Anzugstoff, 6,80 m grünen Uniformstoff, 45 Paar Ueberschuhe, und 48 Paar Damen-Span- genschuhe, ein Pianino, drei Motorräder, zwei Trumeausoiegel, eine Vitrine, einen antiken Schrank, eine Pho- nola, eine Ladentheke, ein Warengestell, einen Kesselofen, eine Waschmaschine (elektrischer Betrieb), mehrere Herde und Oefen. Ferner verkaufe lch aus freier Hand: 4014V ein gut erhaltenes, nußbaum poliertes Pianino. Lunker Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon Nr. 3383. X^Für Parkett X ' und Linoleum \ Drowewachs gibt beispiellosen Hochglanz . JJrog.Winterhoff? 10 Tel. 2612. (170D MW groß ohne Kops Pfund 30 Pfennig SllW groß ohne Kopf Pfund 25 Pfennig Mdtot 4-P»d.-Leib 70 Pfg. Heinrich Kalbfleisch Liebigstrafie 66. Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Beschäftskarten bei Brühl. SchulstraBe 7 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 22. Mai 1930 bei der Firma h. Schaffstaedt Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Dem Kaufmann Fritz Müller in Gießen ist Prokura erteilt. 4006V Gießen, den 23. Mai 1930. __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 20. Mai bzw. 27. März 1930 den Bebauungsplan sowie die Ortsbausatzung zum Bebauungsplan für das Schwarzlach, gebiet genehmigt. Der Plan und die Orts- baufatzung liegen in der Zeit vom 1. bis 15. Juni 1930 bei dem Städtischen Hochbauamt, Asterweg 9, während der üblichen Dienststunden offen. Einsprüche sind während dieser Zeit bei Vermeidung des Ausschlusses bei dem Städtischen Hochbauamt schriftlich oder zu Protokoll oorzubringen. Gießen, den 23. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Bullenverkauf. Die Gemeinde Watzenborn-Steinberg verkauft auf dem Wege des schriftlichen Angebots einen abgängigen Simmentaler Bullen. 4021V Angebote pro Zentner Lebendgewicht können bis zum Jreitag, dem 30. Mai 1930, nachmittags 3 Uhr, auf hiesiger Bür- germeisterei eingereicht werden, woselbst auch die Derkaussbedtngungen eingesehen werden können. Watzenborn-Steinberg, 26. Mai 1930. Hessische Bürgermeisterei: Schäfer. v? Well es natürlichen Birkensaft enthält. Säfte der Birken — Kräfte die wirken! 777.2.40, 420, 6.80, 12- Haben Sie offene Füße? Sehmerxea? Jucken? Stechen? Brennen? Dann gebrauchen Sie die tausendfach bewährte Ünlversal-Heilsalbe „Gentarln". Wirkung überraschend. Preis 1.50 u. 2.75. Depot in Gießen in allen Apoth. Hauptniederlage: Engelapoth. 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