Donnerstag, 27. März 1930 180. Jahrgang Nr. 73 Erstes Blatt idern, mplets auf, jbel land keine tarif 2774A ? sind dekoriert fagt, daß eine allgemeine Aendervng der Leistungen nur durch Gesetz u o r genommen werden kann. Die sozialdemokrakische Fraktion hall diesen Vorschlag, da er den Abbau der Leistungen nicht ganz ousschließl, nicht für an- nehmbar. Sie kann auch den Vorschlägen, die für die Steuersenkung gemacht sind, und die im ganzen auf eine Steuersenkung biszuSOOMil- l i o n en hinauslaufen, nicht zustimmen. Die Entscheidung über die parlamentarische Lage, die das Zentrum für heute abend erzwingen wollte, ist wiederaufmorgenverschoben worden. Der Grund liegt darin, daß zwischen den Fcak- tionsführern der Regierungsparteien Öen ganzen Tag über in Linzelbesprechungen über einen neuen Vorschlag zur Arbeitslosenfrage verhandelt worden ist, den der Zentrumsabgeordnete Dr. Brüning ausgearbeilet hatte und der sich ungefähr auf folgender Basis bewegte: vorläufig keine Erhöhung der Beiträge über 3,5 o. h., ober Weilerbestehen der Dar- lehnspflicht des Reiches. Beim Rötigwec- den eines neuen Kredits sollte dann das Reichskabinett entscheiden, ob die Deckung durch eine Beitragserhöhung ober durch neue Steuern zu befchaf- fen wäre. Dieser Vorschlag ist auch das Thema der Verhandlungen der Sozialsachleule der Fraktionen gewesen, die gemeinsam mit den Fraktionsführern, mit Ausnahme von Dr. Scholz, den ganzen Tag über verhandelt haben. Lr ist von der Deutschen Volkspartei abgelehnt worden und damit sind die Verhandlungen wieder an dem "Punkt angelangt, bei dem sie zu Beginn des Tages standen. Die Fraklionsführer werden nun morgen vormittag um 10 Uhr die vorgesehene Besprechung beim Reichskanzler abhalten. Um 12 Uhr tritt oann das Kabinett zusammen. In Zentrumskreisen wird erklärt, daß die Entscheidung bann fallen wird. Die Aussichten einer verstän- bigung noch im letzten Augenblick werden in politischen Kreisen gerabe angesichts bes Ausgangs bet heutigen verhanblungen recht skeptisch beurteilt. Das Kabinett wirb beschließen, an ben Kabinetts- vorlagen f e st z u h a l t e n. Gcgebenensall mit Heinen Abänberungen. Ls ist möglich, daß die Fraktionen bann noch einmal zusammentreten, unb man glaubt, baß sie ben Beschluß des Kabinetts auch digungsblatt. blgungSblalt " Zeldesauslausch und der Gewerk« -Straßensperre« t Schweinepest. nur möglich, wenn der deutschen Wirtschaft der Inlandmarkt gesichert bleibt, was sich ohne Zollschutz nicht erreichen läßt. Dies muh um so mehr der Fall fein, als die deutsche Ausfuhr zu Derlustpreisen geschehen muh, weil sich sonst der fremde Wettbewerb nicht durchhalten läht. Warschau, 26. März. (WTB.) Außenminister Z a l e s k i hielt auf einem Bankett eine Rede über die deutsch-polnischen Verträge. Das Handelsabkommen sehe keine Zollnachlässe und gebundenen Zollsätze vor, so daß sich Polen die v oll komme ne Freiheit der Entscheidung bei Festsetzung seines Zolltarifs vorbehalten habe und somit über alle Möglichkeiten verfüge, um seine Industrie zu schützen. Zaleski erörterte sodann das Liquidationsabkommen. Bis zum Augenblick der Unterzeichnung des Abkommens seien über 120 0 0 0 Het- tar Boden und ungefähr IKOO städ- tische Objekte in polnische Hand übergegangen. Zur Liquidation seien noch ungefähr 23 000 Hektar und 30 städtische Objekte verblieben. Die tatsächliche Möglichkeit, die Liquidation dieser Objekte durchzuführen, wäre beschränkt gewesen, da alle Liquidationsangelegenheiten Gegenstand eines Streites bei den internationalen Instanzen waren. Weiter dürfe nicht vergessen werden, daß das Warschauer Abkommen Polen eine Reihe erst- Muffiger finanzieller Vorteile sichere, Der Witt mit Thüringen. Tie Weimarer Regierung lehnt Leverings Untersuchungskommissar ab. Weimar. 26. März. (TU. Funkspruch.) Das thüringisch: Gesamtkabinett beschäftigte sich am Mittwochnachmittag mit dem Streitfall zwischen dem Reichsinnenminister S e v e r i n g und dem Lande Thüringen. 3m Vordergrund der Beratungen, die vertraulich waren, stand der Dries vom 21. März, in dem Ministerialdirektor Menzel vom Reichsinnenministerium als Beauftragter zur Mitwirkung an den Um ter f uch u ngen zwecks Klärung der Frage benannt wird, ob die Doraussetzungen für die »erragen dunsere und edelsten irePieiswürdi^ Sie bitte unsere erden zurüeber' lient sein können Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe nnter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Kietze», psstfcheckkonto: Sraiffurt am Main 11686. Unnahme oen Unzetgei» für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteure Dr Friedr Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen letl Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Gewährung eines Re ich sz u s ch us s e s für Polizeizwecke von feiten des Thüringer Staatsministeriums noch vorliegen. Das Kabinett hat seine Antwort an Severing festgelegt, doch wird der Wortlaut erst am Donnerstag veröffentlicht werden. Wie die Telegraphen-Union über den Inhalt des Schreibens, das am Mittwochabend nach Berlin abgegangen ist, zuvor-, lässig erfährt, lehnt die Thüringer Regierung die Entsendung eines Reichskommissars ab, solange Reichsinnenminister Severing nicht die Gründe angibt, die für die Untersuchung maßgebend sein sollen. Die Regierung fordert also vorerst Bekanntgabe des angeblich gegen die Thüringer Polizei vorliegenden Material. Oer Reichspräsident nimmt an der Mainzer Äesreinngsseier teil. Mainz, 26. März. (TU.) Oluf die Einladung der Stadt Mainz an den Reichspräsidenten v. Hindenburg, an der Mainzer Be- f reiungsseier teilzunehmen, hat der Herr Reichs^ Präsident geantwortet: „Sehr verehrter Herr Oberbürgermeister! Ihnen und der Stadt Mainz danke ich für die freundliche Einladung zur Teilnahme an der Defreiungsseier. Ich nehme diese Einladung an, muß mir aber noch den Tag meines Besuches Vorbehalten. Mit Genugtuung nehme ich davon Kenntnis, daß Sie die Wsicht haben, die Feier in einem Rahmen abzuhalten, der dem Ernst der Zeit und der in unserem Volke so vielfach vorhandenen Rot entsprich t.“ «Nr.3627 ihon i'" iä fomm. iärj. 15.15 ■ ;-®ln rheinische ° l0n dvn Paul 18.35. „Denise, ^"rog von Dr. Frankfurt a M W 19.30: Wut! Q 22. »k ’tolcsk Ni Theo duktionsgebiete und Rohstoffquellen genommen, was mittelbar auch den Zwang enthielt, diese Verluste durch Steigerung der Ausfuhr, also durch verschärften internationalen Wettbewerb wieder hereinzubringen. Täuschen wir uns doch nicht darüber, daß die Zollfriedenspläne nicht nur dem Bedürfnis entspringen, mit dem Krieg auf wirtschaftlichem Gebiete zum Schluß zu kommen. Die Sieger haben erkannt, daß die Produktionskraft Deutschlands technische Entwicklungsmöglichkeiten in sich trägt, die für ihre eigene Wirtschaft nicht ohne Gefahr ist. Es ist kein Zufall, daß die Zollfriedenspläne zu einer Zeit auftauchten und stark vorgetrieben wurden, als fast alle wichtigen Wirtschaftsstaaten Europas ihre erhöhten Zolltarife fest- gelcgt hatten. Es ist erst recht kein Zufall, daß die Zollfriedenspläne Sieger und Besiegte zu einer Zeit an den Verhandlungstisch führten, als die Tributlast für Deutschland unmittelbar vor der endgültigen Regelung stand. Deutsch- Hat handelspolitisch dieser Tatsache noch Rechnung tragen können, denn sein Zollbaut sich noch immer auf dem Bülow-Tarif au,, wobei die Veränderungen im und nach dem Kriege vielfach so willkürlich ausgefallen sind, daß er als brauchbares Verhandlungsinstrument gar nicht mehr in Frage kommt. In Genf ist zwar erreicht, daß die bestehenden Handelsverträge vor dem 1. April 1931 nicht gekündigt werden dürfen, aber dies gilt nur dann, wenn die zwölf wichtigsten Staaten Europas den Vollzug bis zum 1. November 1930 beim Völkerbundssekre- tariat erklärt haben. Wenn nicht alle zwölf Staaten diese Erklärung abgeben, so können die übrigen Staaten das Abkommen unter sich in Kraft setzen, wobei aber noch ausdrücklich durch eine neue Verbindung bestimmt werden muß, die RHuralisierung in sich schließt. Hitler will jedoch nicht im thüringischen Staatsdienst tätig fein, sondern nur seine Ernennungsurkunde in Empfang nehmen und dann nach München gehen. Wie der „Sozialdemokratische Pressedienst" mit* teilt, soll die thüringische Regierung beabsichtigen, Hitler zum thüringischen Staatsbeamten zu bestellen. Auf diese Weise soll Hitler die deutsche Staatsangehörigkeit verschafft werden, da die Ernennung eines Ausländers zum Staatsbeamten polen und die deuW-polnischen Verträge Der polnische Außenminister ist aufrieben. — Oer finanzielle Gewinn und bas moralische plus. Vor der Entscheidung über das Oeckungsprogramm Bisher noch keine Einigung der Parteien. — Bleibt das Kabinett fest? Möglichkeiten der Krisis. GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen vni« Md Verlag: vrSHI'sche UaiversiiSU-vach- m» Slthtöraderti B. £ie bisher angegriffen worden sind, ist sehr umfangreich. Es handelt sich im wesentlichen um die Anläufe in Düppel, in Britz, Biesdorf, Io- baanisthai. Kladow, von Gelände an der Landsberger Allee usw. sowie im Süden um Ankäufe in Schöneberg, Heberlassung von Gelände an städtische Baugesellschaften und um den Erwerb von Gütern, bei denen einzelne Personen sehr viel verdient haben sollen. Auch die Gründung der städtischen Gesellschaft Berolina und die Anläufe von Grundstücken am Alcrandervlatz. in der Königstrahe usw. werden untersucht. QBic bei der Hntcrfudjung in Sachen Sklarct werden auch hier Personen mitverdäch- 'igt. die vermutlich nicht belastet sind. Fest steht 'doch schon, daß die Stadt bei mehreren Geästen crfocblid) überfror teilt worden ist. Mussolini unb Südtirol. Innsbruck, 26. März. (TU.) Wie aus Sud^ tirol berichtet wird, hat der auf Anordnung Mussolinis von der Verbannung auf den Continischen Inseln befreite Dr. Julius (Ei euer, der mit DerKultusetatim hessischen Jinanzausschuß Darmstadt, 26. Mä^. (WHP.) Der Finanz- ausschuß setzte die Etatsberatung bei Kapitel 62 (S tudienanstalten, Frauenschulen, nichtstaatliche Realschulen und höhere Bürgerschulen fort. Das Kapitel sieht 521 806 Mk. Ausgaben vor und wurde gegen eine Stimme genehmigt. Der sozialdemokratische Antrag, wegen der Staatszuschüsse für die nichtstaatlichen Realschulen und bürgerlichen Schulen wird bis zur Beratung des Spargutachtens zurückgestellt. Kapitel 62a (gewerbliche und kaufmännische Hnterrichtsan st alten) schließt mit 79164 Mk. Einnahmen und 552 942 Mk. Ausgaben. Der Landbundantrag, die gewerblichen und kaufmännischen Hnterrichtsanstalten im Iahre 1930 zu ent staatlichen und den betreffenden Handwerks- oder Industrie- und Handelskammern zu überweisen, wird der Regierung als Material überwiesen. Von volksparteilicher Seite wurden jedoch Bedenken angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage des Gewerbestandes nicht unterdrückt. Die Regierung erklärte, daß bereits Besprechungen mit den Fachorgani- sationen über eine Beteiligung an den Hnter- richtsanstalten im Gange seien. Bei der Besprechung der Technika in Dingen und Friedberg erklärt der Regierungsvertreter, daß die Regierung allen Bestrebungen, die die Belange der beiden Institute durch Neuregelungen in den Rachbarländern gefährden könnten, entgegentreten werde, da es sich um bewährte und für die Sih- aeineinden außerordentlich wichtige Einrichtungei: handele. Ein sozialdemokratischer Antrag auf 11m- gruppierurrg in den oberen Beamtenstellen wird der Regierung als Material überwiesen. Das Kapitel selbst findet Annahme. Ohne Debatte wird Kapitel 63 (Fortbildung der Lehrer an Volks- und höheren Schulen) mit 45 000 Mk. Ausgaben gebilligt. — Bei Kapitel 64 (Jugendpflege) mit 70 200 Mk. Ausgaben für Jugendpflege. Jugendbewegung und Förderung der Leibesübungen wird der Landbundantrag, der die Regierung. ermächtigen will, 15 000 Wk. mehr ausgeben zu können, zurückgezogen. Es bleibt also für die Leibesübungen bei diesem Betrag. — Kapitel 65 (Volksbildung) mit 33 865 Mk. Ausgaben wird einstimmig genehmigt. Ein Streichungsantrag des Landbundes wird zurückgezogen. Der Ausschußvorsihende gab dabei der Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit des Leiters der Zentralstelle für Volksbildung und Jugendfürsorge Ausdruck. - Bei Kapitel 66 (Förderung der Kunst) mit 43 500 Wk. Ausgaben wurde ein sozialdemokratischer Antrag, dem Hessischen Künstlertheater einen weiteren Betrag von 5000 Wk. zu gewähren, abgelehnt. Die Regierung wird ausgefordert, ihren Antrag, für die Arbeit des bekannten Erfinders Jörg Wager in der Studiengesellschaft für elektro- akustische Musik in Darmstadt 5000 Mk. bereitzustellen, in einer besonderen Vorlage einzureichen. Das Kapitel selbst findet Genehmigung. Der Ausschuß beginnt dann noch mit der Beratung des Kapitels 67 tfnroerfiföf Gießen. Das Kapitel schließt in Einnahmen mit 2 567 121 Mark und in Ausgaben mit 5 475 946 Mark (761 000 Mark mehr als im Vorjahre). Im Anschluß an einen Landbundantray, zusammen mit dem Lehrkörper der Universität über Einsparungen zu verhandeln, erklärt der Staatspräsident, daß er eine weitere Ausgabensenkung für außerordentlich schwie- r i g halte und daß unter dieser außerdem die Universität oder einzelne Aufgabenkreise not* leiden würden. Er glaube auch nicht, daß im einzelnen noch Senkungsvorschläge gemacht Norden könnten. Eine Ausgabenverminderung könne höchstens durch die Aufhebung einzelner Fakultäten ermöglicht werden. Zur Zeit seien Verhandlungen im Gange, um das Reich an unserem vorbildlichen Landwirtschaftlichen Institut in Gießen zu interessieren. Severing verteidigt den Propagandafeldzug gegen das Volksbegehren. Nachtragsdebatte im Reichstag. Berlin, 26. März. (V. D. Z.) Im Reichstag steht zur Beratung der R a ch t r a g s e t a t für 1929. Abg. Schultz, Bromberg (Dnl.): In diesem Rachtragsetat wird die Rachbewilligung großer Wittel gefordert, die die Regierung ausgegeben hat zur Bekämpfung dcsBolksbcgeh- r e n s. Die Verbindung der fron Steuerzahlern aus allen polifischen Lagern aufgebrachten Mittel für solche Zwecke ist eine offensichtliche Verfassunasverletzung. Wem sind diese Propagandagelder denn zugeflossen? Die Zentrale für Heimatdrenst soll doch ein unparteiisches, neutrales Institut sein. Ich mache besonders das Zentrum darauf aufmerksam, daß diese Methode Schule machen kann. Man darf nicht die fron der Gesamtheit aufgebrachten Gelder verwenden zum Kampfe der Mehrheit gegen die Minderheit. Die Katholiken sind eine Minderheit in der deutschen Bevölkerung. Was würde das Zentrum sagen, wenn ein neuer Severing die von der Gesamtheit aufgebrachten Gelder zum Kamps gegen den Katholizismus verwenden würde? Staatliche Einrichtungen dürfen nicht zum Spielball politischer Parteien gemacht werden. lDeifall rechts, Lachen links.) Abg. D. Schreiber (Ztr.): Würde einmal von einer Reichsstelle der Kamps gegen religiöse Jnstitufionen geführt werden, so würde das Zentrum sich auf das energischste widersehen. Abg. Schultz, Bromberg, aber hätte das, was er heute verurteilt, schon vor einigen Jahrzehnten rügen sollen. Als das Zentrum antämpfte gegen den Ostmarkenfonds, gegen das Enteignungsgesetz. das uns heute noch international teuer zu stehen kommt, da Hot uns Abg. Schultz mit seiner Partei nicht unterstützt. Der Etat des Auswärtigen Amtes veranlaßt uns zu der dringenden Mahnung, daß beim Auswärtigen Amt eine ganz gründliche Reform einsetzt nicht nur formalrechtlich, sondern auch in sozialer Beziehung. Das Auswärtige Amt muß verjüngt werden in einer Weise, die der ®e- samtbevölkerung unseres Reiches entspricht Tieicfainnenminifter Severing: Der Anerkennung für den Reichskommissar schließe ich mich an. Auf die Angriffe des Abgeordneten Schulh-Bromberg habe ' ich zu erwidern, daß wir in der Tat 350 000 Mark aus dem Fonds zum Schutze der Re- publik haben zur Aufklärung der deutschen Öffentlichkeit über den Boung-Plan. Wir hätten eine grobe Pflichtverletzung begangen, wenn wir widerspruchslos die Agitation gegen die Politik der Reichsregierung hätten ins Land gehen lassen. Wir haben dabei weder die Deutschnationalen, noch die Rationalsozialisten genannt; denn das Volk wußte ja, wer hinter dem törich- ten Doltsbegehren stand. Abg. Schnltz-Brornberg stellt es so dar, als wäre eine solche Verteidigung der Regierungspolitik der Beschluß ist ja vorn ganzen Rcichskabinett gefaßt worden — im alten Regime nicht möglich gewesen. Bismarck hat aus Staatsmitteln große Summen verwendet zur Bekämpfung von Sozialdemokraten, Freisinnigen und Zentrumsleuten. Aus Staatsmitteln wurden 1884 große Summen verwendet zu Wahlflugblältern gegen die regierungsfeindlichen Parteien. Ahg. v. Freß tagh-Lorin ghoven (Du.) meint, die historische Parallele des Ministers Severing gehe schon deshalb völlig fehl, toci.1 die frühere Regierung nicht wie die jetzige eine feiner Frau nunmehr zurückgelehrt ist, seinen früheren Posten als Gemeindearzt in Steinhaus im Ahrntal m i e d c r a n t r e t c n können. Es wurde ihm auch die frühere Wohnung wieder eingeräumt. Wie es heißt, haben die lokalen f a f z i ft i f ch e n Organisationen der Wiederkehr Dr. (Kieners Schwierigkeiten in den Weg legen wollen. Auf höheren Vefehl mußten sie jedoch davon ab sehen. Die Rückkehr des beliebten Arztes in feine Heimat gestaltete sich zu einem wahren Triumph. Zlig durch das ganze Ahrntal. aus Parteien zusammengesetzte parlamentarische war. Der Erfolg der Regierungsagitation ist von Minister Dr. Curtius selbst sehr ungünstig beurteilt worden. Dr. Eurfius hat zugegeben, daß die Regierung in der Verteidigung des Voungplanes zu weit gegangen sei und damit außenpolitischen Schaden angerichtet habe. Wir müssen von der Regierung Aufklärung verlangen über den krassen Wider- spruch. der besteht zwischen den Erklärungen der deutschen Hnterhändler und den Erklärungen, die der französische Ministerpräsident T a r d i e u in der Kammer über die Sank- fionsmöglichkeiten aus dem QZoungplan abgegeben hat. Tardieu hat betont, daß die französischen Sanktionsrechte fortbestehen und daß Deutschland zu ihrer Anwendung seine vorgängige und bedingungslose Zustimmung gegeben hat. Auf die Frage eines Abgeordneten, ob auch die Wiederbesehung des Rheinlandes darunter zu verstehet sei, hat Tardieu geantwortet, die Handlungsfreiheit Frankreichs bleibe vollständig erhalten. Hafer erstes Aus- klärungsverlangen ist nicht erfüllt worden. Rach- dem Tardieu jetzt vor der Kammer seine Erklärungen wiederholt hat. müssen wir von unserer Regierung völlige Aufklärung fordern, damit das deutsche Volk nicht blind in den Qlbgrund taumelt. Abg. fr. Lindeiner-Wildau (Ehr.-Rat. QI.-®.): Der Rachtragsetat erhöht alle diejenigen Positionen, von denen im ursprünglichen Etat Abstriche beschlossen waren. Er hebt also die Kontrollarbeit des Reichstages am Etat wieder auf. Die Regierungsagitation gegen das Volksbegehren hat die Grenzen einer Qlufklärungstätigkeit weit überschritten und der inneren Befriedung nicht gedient. Das Rundsunkwesen leidet an einer Heberorganisation und wird leider so einseitig beeinflußt, daß sogar ein Zentrumsredner erklärte, unter den Darbietungen des Rundfunks leide die Kindesseele. Angesichts der jährlichen Einnahmen von 100 Millionen brauchten den Minderbemittelten nicht mehr eine jährliche Gebühr von 24 Mark für die Rundfunkbenutzung abgenommen zu werden. Ist es richtig, daß am 1. Mai alle deutschen Sender anderthalb Stunden für die Hebertragung einer Maifeier reservieren sollen? Abg. Bernhard (Dem.): Der Abg. von Freytagh-Loringhoven hat nicht erwähnt, daß der französische Ministerpräsident Tardieu sich für seine den deutschen Interessen so abträgliche Auslegung des Poungplanes berufen hat auf den bekannten deutschen Völkerrechtslehrer Abg. von Freytagh-Loringhoven. Ich konnte es verstehen, wenn im Kampf um den Poungplan der Abg. fron Freytagh-Loringhoven rücksichtslos seinen Standpunkt frertrat. Dafür aber habe ich kein Verständnis, wie er jetzt nach der Entscheidung noch in dieser Weife den französischen Standpunkt stützen kann. (Qlbg. Graf von Westarp: „Er hat doch Tardieu zitiert!") Ja, mit unverhüllter Genugtuung. (Lauter Widerspruch rechts.) Damit schließt die Aussprache. In einer persönlichen Bemerkung weist Qlbg. von Freytagh-Loringhoven (Du. > den Verdacht zurück, das; er mit seinen Ausführungen den französischen Standpunkt stützen wollte. In der A b ft i m m u n g werden unter Ablehnung von Aenderungsanträgen die Rachträge zum Haushalt bewilligt. Aus aller Welt. (Ein Experiment Marronis. Das Experiment Marronis, die Lampe n der Elektrotechnischen Ausstellung in Sidney, Australien, von feiner vor Genua liegenden Jacht „Elektra" aus anzuzünden, ist vollkommen gelungen. Die von der „Elektra" ausgesandten Wellen wurden in Dorchester aufgefangen und non Grimsby drahtlos nach Australien übertragen. Sie wurden in Viktoria ausgenommen und nach dem Rathaus fron Sidney weitergeleitet, wo die 3000 elektrischen Lampen hell aufflammten. Mehrere Journalisten traten von Marronis Jacht aus mit Kollegen in Sidney in Verbindung General, Bürgermeister und Ehaufieur als Lebensretter. lieber die dramatische Rettung einer Lebensmüden aus dem Berliner Landwehrkanal wird folgendes bekannt: Drei Männer haben ihr Leben eingesetzt, um eine Selbstmörderin, die sich von der Liechte n st e i n - B r Ü ck e im Tiergarten in den Landwehrkanal stürzte, zu retten: ©eneralleutnant von Stülpnagel, der Äominanbeur der 3. Division und Befehlshaber im Wehrkreis 3, der ehemalige Lichtenberger Bürgermeister und deutschnationale Reichstagsabyeorbnete Dr. Ma- retzki und der Chauffeur Willy Hahn. Generalleutnant von Stülpnagel und Dr. Maretzki, die sich auf dem gewohnten Morgenritt befanden, passierten kurz vor 10 Uhr zu Pferde die Liechtenstein Brücke, als eine junge Frau sich plötzlich über das G e - Länder schwang und in den Fluten versank. Beide Herren sprangen vom Pferd unb stürzten sich ins Wasser. Gleichzeitig war ein dritter Retter, der Chauffeur Willy Hahn, vom Ufer aus ins Wasser gegangen und hatte den Rettungsring mitgenommen. Den drei Männern gelang es, die Selbftt Mörderin zu packen unb ihr den Rettungsring überzuwerfen. Sie wurde an Land gebracht unb vom Rettungsamt in Pflege genommen. Schneefiurm in Ehitago. Der Verkehr wischen dem Staate Illinois und den Nachbarstaaten ist durch einen schwerenSchnee- st u r m stark behindert worden. Der Blizzard für derte auch drei Todesopfer. Außerdem mur den zahlreiche Straßenpasianten verletzt. Eine Zirkusmenagerie kam durch das Unwetter in ernste Ungelegenheiten. Da die durch das Unwetter erschreckten Tiere sich überallhin verkrochen, benötigten sie nicht weniger als 200 Mann zum Ausladen. Die Einwohner der Stadt hatten Mittwochvormittag große Mühe, ihreArbeits stellen zu erreichen, da in den Straßen infolge des schweren Schnee- sturmes der Schnee so hoch lag, wie das Jeit Menschengedenken" nicht zu verzeichnen war. Mit- tags erreichte die Schneedecke annähernd eine Höhe von 50 Zentimeter, und in den Geschäftsvierteln zwischen den hohen Wolkenkratzern häufte er sich stellenweise meterhoch. In den Schulen fiel der Unterricht aus. Während der Nacht hatten wegen der starken Kälte mehr als 1000 Obdachlose Zuflucht in den Polizeistationen gesucht Eine Falschmünzerei nach fast 2000 Zähren entdeckt. Vor einigen Tagen fand man in Trier in einem römischen Brunnen, der bei Kanalarbeiten aufgedeckt wurde, eine ganze Anzahl von Gußformen römischer Denarprä- g u n g c n aus dem Anfang des dritten Jahrhunderts n. Ehr. Der Fund bestand in etwa 200 Blättchen aus schwarzem, anscheinend verbranntem Ton, die mit Schutt und Abfall in den Brunnen abgeräumt worden waren. Rach den mitgefundenen Stücken eines Estrichbodens ist on- zunehmen, daß in der Rähe des Fundortes ein römisches Haus gestanden hat, das in der Zeit vor dem Jahre 260 durch den Einfall der Ale- mannen unb die Zerstörung Triers in Schutt unb Asche sank. In mehreren Formen fanden sich noch die Gußstücke vor, die aus Bronze bestanden, während die Prägestöcke zur Herstellung von Denaren, also Silbergeld, verwandt wurden. Aus dieser Feststellung ergibt sich, daß es sich bei dem Fund aus römischer Zeit um das Handwcrlsgerät von Falschmünzern handelt, zumal um die Zeit, in welche die Fundstücke weisen, in Trier eine amtlicheMünz- stätte nicht bestand. Man hat eS also mit dem wohl einzigartigen Fall zu tun, daß nach fast 2000 Iahren eine Falschmünzerwerkstatt durch Ausgrabungen einwandfrei entdeckt wurde. Oie Wetterlage. ’shavtr ■Ihn: imtxr CZjnja; MitWoch. .März. 1930,7 Qwonenito O ntner. a naib bedeext.a woixio. < bedecit • * Schnee »Graupeln e Nebel K Oewit'^r,©windstille. •O'se» ttichte- Os» -nissige' Südsüdwest q MOrmodiC' Nordwest Ole Piene nlegen mn dem winde. Pie bei den Stationen stenenden Zahler. geben die Temperatur an. Oie Linien verbinden Orte em .gleiche® eu« Mreresniveau umocrechnete» Luftdruck Wettervoraussage Die nördliche Störung, welche ostwärts nach Polen weitergezogen ist, verursacht durch den Zustrom kühler Luft über Deutschland veränderliches Wetter mit vereinzelten Niederschlägen. Der hohe Druck irn Südwestcn, der noch seine gestrige Lape und Stärke behauptet, hat seinen Kern mehr keilförmig über Frankreich ausgebreitet. An der Nord- feite des Hochs kommt es in Verbindung mit der neuen Nordmeerstörung zum Herantransport milder ozeanischer Luft. Sie wird uns wieder mehr Bewölkung, sowie leichten Temperaturanstieg bringen. Wettervoraussage für Freitag. Bewölkt, auch dunstig, bedeckt, wieder etwas milder | unb vereinzelte Niederschläge. Witterungsaussichten für Samstag. Bewölkung mit Aufheiterung wechselnd, leichter Tempcraturrinfganfl. 1 bis 20: Kartof- 100 Kalorien Donnerstag. erhebliche Unterschiede im Besucht den 2263C rlofle. WOWe? 2W2A Hausfrauen r Achtung Bratensoße W enn die Hausfrau Beefsteak, Leber, Nieren, Klopsbraten, Bratwurst, Kalbskopf und ähnliche Gerichte vorsetzt, hört sie oft die Klage: „Es ist zu wenig Soße da. Knorr-Bratensoße hilft, wenn die natürliche Soße nicht ausreicht. Helfi alle die Roggenspeicher leeren: WmehrRoggenbroi! e 16 26 31 38 Gramm Käse enthalten: Eiweiß Fett Kohlehydrate .Rahmkäse Fettkäse )al'osettkäse 'Magerkäse Es sind also Versuchen Sie Knorr- Makkaroni dazu! Viele Fleischgerichte geben wenig Soße... Ein Würfel, in % Liter kaltem Wasser aufgelöst, gibt in wenigen Minuten eine ausgiebige und im Geschmack vorzügliche 1 unke, die auch ohne Fleisch sehr gut schmeckt, und mit der die natürliche Soße verlängert werden kann. nungsbauanteils trifft. Zusatzdarlehen fftr kinderreiche Familien oder Lungenkranke werden nur für Wohnungen von mindestens drei Zimmern und Küche bereitgestellt. Gictzcner Wochcnmarktpreisc. ufto. Rechnung getragen. Ruch wenn, wie bei Mastkuren, größere Käsemengen als Zusah- nahrung gegeben werden, ist es nicht zweckmäßig, aB^u große Mengen auf einmal zu geben, sondern eS werden besser mehrmals am Tage kleine Mengen verabreicht. Verbesserungen im Gießener Bahnhof. Don dem Dorstand des Reichsbahnbctriebs- amtes Dießen 1 wird uns über D e r b e s s e - rungsmaßnahmen im GietzenerDahn- hof folgendes mitgetcilt: Dach Bewilligung der erforderlichen Mittel wird nunmehr die Bahnsteigsperre an der Westseite in der Empfangshalle des Bahnhofs Gießen in der Weise fertiggestellt, daß sechs Sperre ndurchgänge in der Mittellängsachse der Halle und zu beiden Seiten der Dachlöseschalter und der Zeitungsstand angelegt werden. Dach Fertigstellung der Sperre wird die ganze Halle einen neuen Anstrich erhalten. Mit der Renovierung des Wartesaals 3. K l a s s e ist begonnen. In diesem werden die Sitzgelegenheiten vermehrt. Auf dem Bahnsteig 1 wird ein Tunnel mit Einwurfsschacht zum Kokskeller hergestellt, damit das den Derkehr auf dem Bahnsteig störende 60; Lauch 5 bis 15; Rettich 10 10 bis 40; Radieschen Bund 15 fein Zentner 3,80 bis 4,00. Bornotizeu. Gutschein u. Gebrauchsanweisung auf jedem Würfel. Preis 15 Pf. 5fu« der provinziakhauptfiadf. Dießen, den 27. März 1930. Käse in der Ernährung. Von Dr. W. Schweisheimer. Archer Milch und Butter, Rohm und den Sauermilch arten ist eS vor allem der Käse der in der Ernährung eine immer größere Rolle zu spielen beginnt. Für den Stadtmenschen ist konzentrierte Dahrung nötig, mit viel Dähr- werten in verhältnismäßig kleiner Menge; auch eine bequemere Transportmöglichkeit muh gegeben sein. Beides ist beim Käse der Fall. Der Käse wird dadurch gewonnen, daß aus Much, Rahm usw. durch die Einwirkung von Lab oder Säure Eiweiß und Fett abgeschieden werden. Der Unterschied in dem Kaloriengehalt unter Zusammensetzung der verschiedenen Käsearten ist aus folgender Tabelle zu ersehen: [Vermietungen | MI. Zimmer zu vermieten 02090 Labnstraße IS. 8 1,7 2,1 2,5 3 Es kosteten aus dem heutigen Wvchenmartt: Käse 10 Stuck 60 bis 1,40; Butter Pfund 1,40 biS 1,60; Matte 30 bis 35; Wirsing 20 bis 35; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 bis 20; gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüben 10 bis 15; Spinat 30 bis 35; Unter-Kohirabi 8 bis 10; Grünkohl 15 bis 20; Rosenkohl 35 bis 40; Feldsalat 1,50 bis 1,80; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 10 bis 15; Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60; Kartoffeln 4'/> bis 5; Aepfel 10 bis 15; Birnen 10 bis 15; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 50; junge Hähne 1,20 bis 1,30; Suppenhühner 1,00 bis 1,20; Düsse 50 bis 80; Tauben Stück 70 bis 80; Eier 9 bis 10; Blumenkohl 50 bis 1,00; Salat 25 bis 30; Endivien 20 bis '' ....... bis 20; Sellerie ivieder weg. Gießen, den 26. April 1930. Direktion der Städtischen Straßenbahn. S t 0 l t e. ine aanze Anzahl i)ct DenarprS- dcs dritten d bestand in tto; m, anscheinend va- :t und Abfall in da 1 waren. Aach da Eftrichbodens ist an- : des Fundortes ra at, das in der Zei! ödt zur SMMn- eld, verwandt toui- j ergibt sich, daß d nscher Zeit um da« Falschmünzers in welche die Fund amtlicheMünz- Man hat e- alfk 1 Fall zu tun da Falschmünzertverkfiali idsrei entdait ®ur6t. teil gibt sie bekannt, daß versuchsweise ab 1. April je ein Wogen der roten und der grünen Lime ab Bahnhof 22.15 Uhr verkehren werden, um den mit dem Schnellzug um 22.08 Utzr ankommenden Personen Gelegenheit zum Fahren zu bieten. Gleichzeitig wird auch eine Lerkehrsvcrbesserung auf der Strecke zum Neuen Friedhof bekanntgegeben. ** Die GießenerFrühjahrsmesse wird am kommenden Sonntag beginnen und bis zum 6. April dauern. Die Schausteller laden in unserem heutigen Anzeigenteil zum Besuche der Messe ein. •• Zeichen aus stellung in der Studie n a n st a 1 t. Am Samstag und Sonntag, 29 und 30. März, veranstaltet die Studienanstalt eine Zeichenausstellung. Es ist darin die Möglichkeit geboten, sich über verschiedene graphische Derfahren, wie Linolschnitt, Radierung und Lithographie, an den den Drucken beigegebenen Druckstöcken und Platten zu unterrichten, sowie Tüchtige branchekiindiae Wer« finden gute Dauerstellung in einem erstklassigen hiesigen Lebensmittelgeschäft. Beiverberinu. «nicht unt. 19 Jahr.» iuoü. schrtftl. Angeb. mit ZeugniS- abschrisien ctnretchen unter 2476V an den Gießener Anzeiger. " Sitzung des Provinzialausschus- s e s. Am kommenden Samstag, 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungs- qebäudcs zu Dießen eine öffentliche Sitzung des ProvinUalausschusses der Provinz Oberhessen statt nut folgender Tagesordnung: 1. Klage des Arthur Leopold in Didda gegen den Bescheid des Kreisomts Büdingen vom 23. Januar 1930 wegen Dersagung einer Legitimationskarte für das Jahr 1930. 2. Gesuch der Else Gorahka in Butzbach um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft mit Branntweinausschank in dem Hause Kajernenstraße 6. 3. Beanstandung der Bürgermeisterwahl in Eifa; hier: Berufung des Kreisdirektors des Kreises Alsfeld gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 10. Februar 1930. 4. Die Bürgermeisterwahl in Eifa; hier: Berufung des Heinrich Reibeling I. und der Gemeinde Eifa gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Alsfeld vom 21. August 1929. ** Verbessern ngenim Straßen bah n- betrieb. Der Verkehrsverein hatte sich vor einigen Tagen an die Leitung unserer Straßenbahn gewandt mit der Anregung, eine Fahrgelegenheit der Straßenbahn auch noch am späten Abend nach dem Eintreffen des Frankfurter Schnellzugs um 22.08 Uhr dem Publikum zur Verfügung zu stellen. Die Direktion der Straßenbahn hat diese Anregung in dankenswerter Weise erfüllt. Im heutigen Anzeigenwird unS geschrieben: Heute 20 Uhr spricht Professor D i c t 0 r im Kunstwissenschaftlichen Seminar über Georg Büchner. Karten zum Büch- ner-Dortrag sind an der Theaterkasse und Abendkasse erhältlich. Ein Preisausschreiben des Cotta- scheu Derlaos im Jahre 1836 für das beste Lustspiel gab den äußeren Anlaß für Büchner, sein Lustspiel „Leonce und Lena" zu schreiben, dessen Erstaussührung zusammen mit dem Trauerspiel ..Woyzeck" morgen abend im Stadttheater stattfinden wird. erweisen. Auch Ditamine sind im Käse enthalten, im allgemeinen um so mehr, je fettreicher der Käse ift. Don den Mineralien sind vor allem Kalzium und Phosphor zu erwähnen. DaS früher zuweilen gehörte Dorurtell, Käse sei schwer verdaulich, trifft für den gefunben Magen und Darm jedenfalls nicht zu. Die Anwesenheit der Mikroorganismen im Käse beeinflußt die natürlichen Bakterienbewohner des Dar- mes und übt vielfach einen günstigen Einfluß auf die Darmtätigkeit aus. Für Käse gilt hier zum Teil das gleiche, was bei den sauren Milcharten als wirksam und förderlich erkannt wurde. Milchsäurebakterien, wie sie in allen Käsearten vorhanden sind, treten in Streit mit den normalen, fäulniserregenden Darmbakterien, vte vermindern dadurch allzu weitgehende Fäulnisvor- qängc und schützen damit vor einer Vergiftung des Körpers von innen heraus. Diese Verdrängung der gewöhnlichen Fäulniserreger und namenllich die beschleunigte Entfernung der Ab- sallftvffe auS dem Darm wirken tm Sinne einer Anregung und Verjüngung auf den gesamten Organismus. . infolge feine« hohen Gehaltes an Eiweiß und ftett stellt Käse mit Zusatz entsprechender Mengen von Kohlehydraten (Brot. Reis, Kartofseln, Mehlerzeugnissen) und am besten noch Obst eine ausgezeichnete Emährungsgrundlage dar. Soweit der persönliche Appetit eine Abwechslung verlangt wird ihr durch Gaben von Fleisch, Gemüsen den Werdegang eines zweifarbigen Linolschnittes zu verfolgen. Man beachte die heutige Anzeige. *• Unterhaltung-nach mittag in der Heil- und Pflegeanstalt. Am Sonntag fand in der Landes-Heil- und Pslegeanstalt. wie man uns schreibt, m Anwesenheit zahlreicher Pfleglinge ein überaus gelungener Unterhaltungsnachmittag statt. Veranstalter waren der Katholische Gesellenverein- und das Katholische Gemeindeorchester Gießen. Es wurden zwei lustige Theater- und mehrere Musikstücke forsch und schneidig gespielt. Alle Darbietungen waren dem Verständnis der Mehrzahl der Besucher angepaßt. Und so waren Beifall und Freude stark und langanhaltend. •• Eine Kuchensch a u hat die Birina Gebrüder Bär in Gemeinschaft mit dem Städt. Gaswerk, dem Eisenwarengeschäft Dorrmann und dem Glas- und Porzellangeschäft Löwer L Bech- stein in dem Geschäftslokal der früheren Firma Holterhoff im Seltersweg veranstaltet. 3n der interessanten Schau sieht man Küchenmöbel der verschiedensten Wertformen und alle Zubehörteile einer neuzeitlichen Küche ausgestellt. Die Schau macht einen guten Eindruck und verrät das ernste Bestreben, in weitgehender Weise Dienst am Kunden zu üben. 3n den letzten Tagen hat die Ausstellung, die bei freiem Eintritt jedermann zugänglich ist, bereits so reges Interesse gefunden, daß der Ausstellungsraum zeitweise vollgefüllt war. Die Schau soll noch für einige Tage dem Publikum offenstehen. Berliner Börse. Berlin, 26. März. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr konnte sich noch fein Geschäft entwickeln. Nachdem es gestern abend eher etwas schwächer geworden war, ohne daß nennenswerte Abgaben vorgenommen wurden, will man heute im Hinblick auf die noch immer ungeklärte innenpolitische Lage den offiziellen Börsenbeginn abwarten. Es ist aber kaum anzunehmen, daß sich das Geschäft vor der heutigen Liquidation wesentlich beleben wird. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,26 bis 124,31, London gegen Mailand 92,85 bis 92,90, London gegen Spanien 39,15, London gegen Kabel 486,65, London gegen Buenos 42,30. Ig. Eheo. — Akad. — sucht 0.1.5. eleg.möbl. Herren- und Schlafzimmer m. Bad u. elefir. L. Schr. Angeb. n 02092 an bett Gieß. Anz. Suche lür meinen Sohn. jung. stad, med.. eint., sonniges Zimmer in solid Hause. Ang. an M. W. 135 babnpost- lagernd Wiesbaden. - ,:,7v 2-3 hä Zimmer mögt mit 3 Beilen 11. Klichenbeuntzuna. für sofort gentcht. Schr. Sinn. 11 02082 an den Gieß. Anz. Ehepaar mit 2jähr. Kmde sucht 2 möhl. Zimmer mit Küche t. Gießen ob. näherer Umgeb. Schr. Angeb. u. 02083 an d. Gieß. 2lnz. erb. Dauermieter sucht z. 15. 4. ungeniertes, ent möbl. ruhiges Zimmer mögt. sev. gelegen, tm Zentr. d. Stadt. Schr. Angeb.ü. 02080 a. d. Gieß. Anzeiger. Beamter sucht auf 1. Avril ein sonnig gelegenes möbl Zimmer in gutem Hause. Schrisll. Angeb. mit PretSang. n. 2479V an den Gieß. Anz. — Tageskalender für Goeihebund: Dramaturgischer Vortrag (Professor Dr. Dietor spricht über Georg Büchner), 20 Uhr, im Kunstwissenschaftlichen Institut. — Volkshochschule: Doltskonzert, 20 Uhr, Universitätsaula. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Katharina Knie". — AstoricvLichtspiele: „Die Goldmine von Santa Pari" und „Variete Sterne". Aus dem Stadttheaterbureau Frühjahrs Markt (Messe) in Giefeen vom Sonntag, 30. März, bis Sonntag, 6. April Zum Schau- und Verkaufsmerkt (M esse) auf Oswaldsgarten sind folg. Geschäfte eingetroffen: Achtbahn / Whip / Autobahn / Kinderkarussell / Schiffschaukel z Schiefebuden / SchneUphotographie / Hippodrom Anatomisches Museum / Marlonetten-Theater u. Tierschau Waffelbäckerei / Alpenbaus / Verkaufs-Stände aller Art UarbiTnii« Werktags von 14 bis 22 Uhr rldlllluulL Sonntags von 14 bis 22'/, Uhr Für Verkaufs-Buden gelten die Bestimmungen über die Geschäftszeit der offenen l^adengeschälte - An den Messe- Sonntagen ist die Verkaufszeit von 14 bis 19 Uhr festgesetzt !,bn'6 ' rrS 'manbtur U.?0"1 Arktis 3 b?-? ,Ctm«ift«r • Wf* Dr. jP ch übtrs W 7 °us ins M ‘“"flsring |J‘ ; über. und Dte lifago. 3üinois und bt> \^L Bl'özard k n. Außerdem nm n„W (Eine 3it. in ernste Lb ?nQditi« Erkrochen, btnötmttn •onn jum Auslndtr ■R Mittrvochvonnitt« > lt eilen zu errechn, lc$ lchweren Lchn« H >°g, wie bas „|eit erzeichnen war. M. anRäHernd eine höh, i)tn dechstsoierteln rollern häufte er fit V 3n den vchu/eu ’Rb der Ratten als 1000 obdachlose n gesucht. 000 JaljttR tntotdt lan in Trier ii : n, der bei Kanal1 ganz Brennwert der einzelnen Käsearten vorhanden. Die verschiedenartige Verwendung bei Ernah- rungskuren wird daraus verständlich. Ein Mensch, der sich einer Abmagerungskur unterziehen will, wird zweckmäßig von Magerkäsen Gebrauch machen, weil sic verhältnismäßig viel Eiweiß enthalten, dagegen sehr wenig Fett. Das bei solchen Kuren notwendige Eiweihmindestmaß wird mit Magerkäsen dem Körper in angenehmer Weise zugeführt, Umgekehrt vermag der Zusatz von Rahm- oder Fetttäse zur Ernährung eine beabfid)tigtc Mastkur aufs beste zu unterstützen. Wenn Einschränkung von Kohlehydraten in der Ernährung notwendig ist, wird sich Käse wegen seines geringen Gehaltes hieran als zweckmäßig Ab Dienstag, den 1. April ö. 3., wird der Verkehr zum Neuen Friedhof verlän- gerl Der erste Wagen fährt ab Bahnhof 13.15 Uhr, ab Marktplatz 13.22 Uhr, der letzte Wagen ab Friedhof 19.12 Uhr. Versuchsweise wird ebenfalls ab 1. April dieses Fohres je ein Wagen der roten und grünen Linie ab Bahnhof 22.15 Uhr eingelegt, um den Fahrgästen des 22.08 Uhr ankommenden Schnellzugs eine günstige Fahrgelegenheit zu schaffen. Bei nicht befriedigendem Ergebnis fallen die Wagen Möbl. Zimmer m. el.L. z. vm. Licbigstr. 15, Sb. Große, belle Schlosserwerkstätte die sich auch für jeden and. Betrieb eignet, evtl, mit Wohnung, zum 1 Limit zu verm. Näb.AiiSk. bet [02094 £. Williger Wctzstcinstr. 34 II. | Mietgesuche Beschlagnahmefreie 3-4-Zimmer- Wohnung mit Zubehör von Beamten z. 1. Akai ob. l.Jnnt zu mieten gesucht. Schr. Ang. u. 24470 n. d. Gß. Anz Hinüberschaufeln des Kokses aufhört. Der Derkehr auf dem Bahnhofsvorplatz wird im Benehmen mit dem Polizeiamt neu geregelt. Die mittlere 3nsel wird bis zum Bahn- hofseingang verlängert, so daß die Fußgänger beim Verlassen des Bahnhofs nicht mehr der Ge- fahr des ^leberfahcenwerdens ausgesetzt sind. Auf der östlichen Seite dieser 3nsel werden in Zukunft die Mietautos, und auf der westlichen Seite die Autos der ..Kraftverkehrsgesellschaft Hessen" und der Post, die dann keine Spitzkehren mehr zu machen brauchen, verkehren. Privatautos können nach wie vor am Bahnhofseingang vorfahren; Parkplätze werden an der westlichen 3n- sel und vor dem früheren Fürstenbau vorgesehen. Alle Fahrzeuge fahren in Zukunft zwischen westlicher 3nsel und Bahnhofsgebäude ein und zwischen westlicher 3nsel und mittlerer 3nsel aus; ausgenommen sind nur die Mietautos, die oft- I sich der mittleren 3nfel ein- und ausfahren. Zwischen dieser mittleren 3nfcl und dem Bürgersteig am Caf^ Schwarz wird eine weitere kleinere 3nsel angelegt, um auch die Fußgänger zu schützen und den Derkehr der Fahrzeuge zu regeln. Weiter ist im Bahnbetriebswerk vorgesehen, etwa 11 Lokomotiv stände zu verlängern; am Rangierberg sollen ferner die Windschuhgitter ergänzt und im Güterbahn- hvf zwei neue Gebäude für Personal- und Werk- ftattunterbringung errichtet werden. Ob die Bereitstellung der Mittel für alle Bauvorhaben durchführbar ist, erscheint bei der schlechten allgemeinen Geschäftslage der Reichsbahn nicht ganz sicher. Verbilligte staatliche Zaudarlehen )ür 1930. Der hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft veröffentlicht soeben die umfangreichen Bestimmungen über die Gewährung verbilligter Hypothekardarlehen zur För- derung des Wohnungsbau-es i in 3ahre 1 930 mit Hilfe der zur Dcrfügung stehenden öffentlichen Mittel. Es sind im wesentlichen die gleichen Bestimmungen, wie im Vorjahre. Reu ist, daß der Finanzminister im Einvernehmen mit dem Arbeitsminister die näheren Bestimmungen über die Ermittlung des Woh- Wohnungstausch] ü)ciud)t wird eine 2 -3=3im. Wodng. m. ;',nbeb. Geb. eine 3-Zlm.-Wobn. mit Zubeli. Schr. Ang. u. 02090 Q. d. Gieß. An». Stellenangebote| iHrohe Sendung Svinat, 2 Md. 40 PU dicker Kopfsalat 25 Ps„ Zwiebeln >id. 10 Vf- Steckzwiebeln 'Vlb. 30 Pf. Blumenkohl Siück von 50 Pf. an. Apfelsinen 20 Stück 1.- Mk. Perkauf SelterSweg 3, im Laden. Hva« Römev Kvofch Telcvbon 2«74. [021 1 Für Alleinverkauf eines guten 33er« brauchsanik. an Private, Geschäfte tacht.VerkinlerdD) ges. 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Bllndow Ernst Klewitz, stud. med, Lieselotte Klewitz. Lauterbacher Firma sucht einen jüngeren, gewissenhaften u. sleik. Buchhalter, d. mit d. doppelten Buchführung voll- kommen vertraut ist. Schr. Angebote mit ausführi. LebenSl., Referenzen, Bild u. GebaltSanspr. unter 02100 a. d. Gies; Anz. Familie PhiUpp Kröck. Klein-Linden (Frankfurter Straße 92), Münster i. W., Gießen (Bergwerk, Oberhof), den 26. März 1930. Die Beerdigung findet am Samstag, dem 29. März, nachmittags Der CC der Hassia 1 A.: Georg Lotz MfllA/SIPIf Seitenweg85 Modehaus Iw w W ClUIX gegründet 1894 Auswahlen (Tel. 3049) werden bereitwilligst zugesandt Gießen, den 27. März 1930. Die Beisetzung findet in der Stille statt. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere Hebe herzensgute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Jung Wwe, geb. Wehrum heute abend um 6‘/, Uhr sanft und unerwartet im 74. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Am 25. März verschied sanft nach kurzem Leiden mein geliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater Herr Dr. Karl Klewitz Oberstabsarzt a. D. Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. und 2. Klasse Heute vormittag 7 Uhr verschied nach langem schweren Leiden mein Heber Gatte, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater und Schwager, der frühere Bäckermeister und Fruchthändler Heinrich Kneipp V. nach vollendetem 76. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharina Kneipp geb. Pauly. Langsdorf, den 26. März 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. März, nachm. 3 Uhr, statt. 2485D Nach kurzem, schwerem Leiden verschied am 26. März unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Amalie Krämer geb. Heinrich im 78. Lebensjahre. Äen-Ausstelliind der Studienanstalt Gießen Oberstabsarzt a. D. Dr. med. Karl ülewilz prakt. Arzt, rez. 1895 Drechslerei Kraus, Sonnenstr. 3. Wegen Erkrankung meines Mädchens suche ich f. 1. Avril, cuii. sofort, ein lücht. ölieres »An Gustav Müller, Bahnhosslr. 34. _,4niD Tüchtiges Mädchen gesucht. Näheres bei Germer L Wagner Neuenweg 50. ’4U1V [Stellengesuche, 3ung.goulmann der Ostern in einer gröstZigarrentabrik seine Lehrzeit beendet. mit allen vorkommenden Arbeit, vertr., tnStenogr. u. Maschinenschreiben perfekt ist. sucht, gestützt auf la Zeuan- Sicllnng für sofort od. später. Schristl. Angeb. unter 02081 an d. Gietz. Anz. erb. •rennt und quält Sie ihr Mallen! Schmerzt Ihre Ferset RADIUMETTE Warum also noch Fußqualen? 2484 D (Sieben, Seltersweg 91 (Verschiedenes | kaufen. 02102 Krcuzvlatz 5. | Kaufgesuche | •e ?D md. nie i Dann sind Sie fußleidend und müssen etwas unternehmen! Knicken Sie leicht um, oder haben Sie Schwellungen an der Knöchalgegendt Haben Sie Brennen, Hitlegaföh), Schmerlen an der Fuftsohlel Verkaufe: 1 Ansbach* Klcin»Liefcrwagen lErvrei;», geschlossen. Kasten. 5 fach bereist, 10 Zentner Ladefähigkeit. 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Die Fürsten von Monako waren kühn und tapfer gewesen, ritterlich aber auch treulos, sic waren auch vor dem Dolch und Giftbecher nicht zurückgeschreckt, aber dennoch führte Monako unter ihrem Szepter ein idyllisches Dasein als weltvergessenes Küstenländchen am Mittelmeer. Erst unter der Regierung des klugen Fürsten Karl III. tritt es in die Neuzeit ein und gewinnt mit einem Schlage Berühmtheit. Nachdem nämlich in Homburg die Spielkasiaos geschlossen worden waren benutzte Fürst Karl die Gelegenheit um mit dem damals bekannten Spiel- unternehmer Louis Blanc 1863 einen Vertrag ab- zuschließen, durch den das arme Monako aller Sorgen enthoben wurde und der einen Goldstrom ins Land brachte. Blanc erhielt eine Konzession, in Mont« Carlo das Spielkasino zu errichten. Prachtvolle Gärten wurden angelegt, Luxushotels nnirben erbaut, und zwar alles auf Kosten des Kasinos, das außerdem verpflichtet war, dem Fürsten eine Jahresrente von einigen Millionen Franken zu zahlen. Die Untertanen wurden aller Steuern und Abgaben enthoben, die der Spieltempel für sie zu entrichten hatte, außerdem wurden sie mit Freigas, Elektrizität und Wasser versehen. Die Regierungsform zwar blieb absolut, aber niemand beklagte sich darüber, da es allen sehr gut ging und der Fürst nicht daran dachte seine- Macht zu mißbrauchen. — Der Nachfolger Karl III., Fürst Albert, war ein sehr ge lehrter Herr, der sich um die Ozeanforschung verdient machte, auf seiner Jacht große Seereisen unternahm und in Monako ein vortreffliches ozeangraphisches Museum gründete. Der jetzige Fürst Louis zieht es vor in Paris zu leben. Er Hot seine Tochter Charlotte mit dem Grafen Pietre von P o l i g n a c verheiratet, der den Titel eines Prinzen von Monako an nahm, und hat ihn zum Regenten des Son- nerlländchens bestellt. ?lber nun begann ein doppeltes Unglück über Monako hereinzubrechen. Prinz Pierre vcrstaird es nicht, sich mit seinen „Untertanen" zu stellen, es gab Unstimmigkeiten in der Regierung, und das schlimmste, er verstand es auch nicht, sich mit seiner Frau, der Erbprinzessin zu stellen, die es vor wenigen Wochen vorzog, mit einem Freunde durchzugehen, um das eintönige Leben im schönen Fürsten- schloß an der Riviera gegen das Hotelleben auf französischem Boden zu vertauschen und auf Trennung iyrer Ehe zu Magen. Wenn die bösen Zungen recht haben, fließt in den Adern der schönen Prinzessin mütterlicherseits Zigeunerblut. Ihr über schäumendes Temperament ließ sich auf die Dauer nicht bändigen, sie zog sich, wie es sckou manche andere Prinzessinnen vor ihr getan haben, aus der steifen Etikette in die Freiheit des Privatlebens zurück. Wohl ist ihr Sohn Ruinier erbberechtigt, aber die Gemüter der Untertanen sind erregt und seit einiger Zeit hort man in Monako das Wort „R e o o lu tl o n". Es hatte nämlich schon vor einigen Monaten eine Revolution in Monako gegeben. Es war allerdings nur ein „Revolutiönchen", ein Sturm im Waffcr- glas, wie es dem Sonnenlande ansteht, aber immerhin muhte die Polizei einige Schreckschüsse abgeben und die Leibgarde des Fürsten, die in ihren prunkvollen Uniformen schützend vor dem Palast aufzog, bot ein mehr malerisches, als martialisches Bild. Der Aufruhr hatte weniger einen politifd>en als einen wirtschaftlichen Hintergrund. Die Bewohner Mona- kos beklagten sich darüber, daß sie vom Spielkasinounzureichend mit Freigas und Elektrizität beliefert würden und fühlten sich in ihren Rechten geschmälert. Der Fürst, der es mit der mächtigen Spielleitung nicht verderben wollte, hielt sich trotz aller Revolutionsanzeichen neutral. Er achtete auch nicht auf eine Deputation, die mit einer Art von Ultimatum nach Paris reifte, um ihn dazu zu bewegen, feine ständige Rcfiben,} wieder nach Monako zu verlegen, er ließ Prinz Pierre und seine Tochter allein mit den Regierungs- forgen fertig werden. Der Aufruhr brandete aber nicht vom Schloß in Monako über Condom ine nach Monte Carlo herüber: obwohl kaum ein Kilometer die offizielle Fürstenresidenz vom berühmten Paradies an der Riviera trennt, so kümmert sich doch das Publikum, das dort unter den Palmen spazieren geht, das Kasino besucht und am Abend den Cymbaln und Geigen der Zigeunerkapelle lauscht, nicht allzuviel um die Politik im Fürstentum. Warum auch? Dort hat sich eine Sonderwelt erschlossen, die abseits von den Wegen der Konvenienz liegt, auf denen die Menschen sonst in ihren Sorgen und Pflichten zu wandeln pflegen. Dort gibt es keine Warnungstafeln mit moralischen Vorschriften. Diese Welt liegt losgelöst vom Anker der Pflicht, sie ist eine Täuschung neben anderen Täuschungen. Es ist das betörende und giftige Wunderland des Hasard. Am Aoulettetisch sind Staatsminister und Abenteurer gleichberechtigt, und die Damen der bürgerlichen Wohlanständigkeit vermengen sich ungezwungen mit der Halbwelt. Es gibt in Monte Carlo Frauen und Männer, denen dos Hasard zum Lebensinhalt geworden ist. Ihnen ist das Hasard Beruf und deshalb sind sie nur halbe Menschen. Aber es gibt auch wirkliche Spieler, für die das Hasard Schicksal ist. Das Hüpfen der Aoulettekugel beflügelt jenen tollkühnen Wut, den der Spieler kennt, wenn er „va banque“ seht. Banknoten und Schips enthalten ein subtiles Gift, das sich in das Herz frißt. Die Bahn der Roulettekugel erscheint unwiderruflich, wie die Bahn eines Sternes, vor ihr schwinden die gewohnten Hemmungen und Impulse und manchen ersaht vor den magischen Feldern des Roulettetisches ein Schwindel wie bei einem Aetherrausch. Monte Carlo ist auch eine Pilgerstätte von Abenteurern beiderlei Geschlechts, von Touristen, die ein Erlebnis suchen, und allerlei Zugvögeln, die sich in den goldenen Maschen des Kasiiws verfangen. Für sie alle sind die dynastischen Schwierigkeiten des Herrscherhauses von Monako nur insofern von Bedeutung, als sie Stofs für Unterhaltung bieten und der örtlichen Chronik mehr Farbe verleihen. Die Saison geht ihrem Ende entgegen, sie ist in den Rachkriegsjahren nicht mehr so glänzend wie sie es vor nych ein paar Jahrzehnten war, als noch die russischen Grobfürsten alljährlich an die Riviera reifen und Ansummen verausgaben konnten. Die Grand Seigneurs sind rar geworden und die Stahl- und Eisenkönige aus den Bereinigten Staaten, die sich nur selten in Monako zeigen, bilden einen schlechten Ersah. Monako hat noch immer den süßen Luxus seiner Umgebung beibehalten, im Spielkasino hüpft wie immer die kleine Elsen- beinfugel über das Rouletterad, aber es liegen Schatten über dem Fürstentum. Der Hofskanoal im kleinen Ländchen bietet eine willkommene I Abwechslung. Razzia auf Radiostörer! Wie Deutschlands 4 000 Junlhelser arbeiten. - Interview mit Direktor Wagner von der Berliner Hunlstunde. - Wacklige Glühbirnen, elektrische Klingeln und Grammophone als Störenfriede. Von Or. Zrih Ellmann. Jeder Radiohörer lennt die scharfen, knackenden oder sausenden Geräusche, das dumpfe Brummen oder das unharmonische, eintönige Singen, die verhaßten Störungen, die plötzlich aus dem Lautsprecher ertönen und einen Vortrag, den Gesang eines Künstlers, die musikalischen Darbietungen eines guten Orchesters unliebsam begleiten. Diese Rebengeräusche sind auf elektrische Wellen zurückzuführen, die fast unabsichtlich erzeugt werden nur aus politischen Gründen kommt zuweilen das Gegenteil vor: die rumänische Regierung z. D. hat in Bessarabien jetzt Sender ausgestellt, deren einzige Aufgabe es ist. propagandistische russische Vorträge zu übertönen. Die Störungen, die den deutschen Rundfunkhörer ärgern, sind anderer Art: sie stammen von vielen hunderttausend elektrischen Apparaten, von Straßenbahnen und Industrieanlagen, die das weite Qlertjermeer ganz gegen ihren Willen mit Wellen verseuchen, die Lautsprecher mit Disharmonien erfüllen und den Radiohörern das Leben verbittern. Der Kampf gegen diese Störenfriede, schon seit Jahren geführt, war bisher deshalb ziemlich aussichtslos, weil der Radiofreund, manchmal mit der Erbitterung eines modernen Michael Kohlhaas, einzeln in den Streit zog und gegen das Heer der Feinde nichts ausrichten konnte. Run wird dieser Kamps organisiert, und dieser Tage hat der „Ausschuß für Radiostörungen" in einem großen Kriegsrat erörtert, wie mit mehreren tausend Helfern und mit dem schweren Geschütz eines vom Reichspostzentralamt geschaffenen Prüfgerätes ein Bernichtungs- feldzug gegen alle (Störungen geführt werden kann. Heber die Taktik, die dabei angewandt werden soll, gibt Direktor Wagner von der Funkstunde bereitwillig Auskunft. Wie er ausführte, wurde ganz Deutschland in 1 2 4 0 Störbezirke ein* geteilt. In dem Gebiet jeder einzelnen Sende* station find „Arbeitsgemeinschaften für Funkhilfe" gebildet worden, die den Hörern bei der Beseitigung der Störungen helfen wollen. SHe Leitung in diesem Kamps um die Reinheit des Aethers haben die zuständigen Postämter inne, an die man sich im ganzen Reich um Hilfe wenden kann, wenn die ileberfälte störender elektrischer Wellen zu heftig werden. Alle Meldungen werden registriert und an den Obmann des betreffenden Bezirkes weitergeleitet, der wieder die Funkhelfer aufmerksam macht. Es gibt zur Zeit etwa 4000 solche Helfer, größtenteils fachlich gut ausgebildete Radioamateure, Händler, Installateure oder Postbeamte. Ihre Tätigkeit ist zunächst ehrenamtlich, doch erhallen sie ihre Barcncslagen vergütet, und falls sie Erfolg haben, können sie auch auf eine Prämie rechnen. Wenn dem Funkheiser eine Beschwerde gemeldet wird, so begibt er sich an die Störungsstelle und untersucht dort, ob das Aergernis wirllich aus einen auhenliegenden Umstand zurückzuführen ist und nicht etwa auf einen Fehler in der Empfangsanlage, die ihn nichts angebt Er läßt sich dann darüber berichten, ob der Hörer irgendwelche Dermutungen über den Sih der Storung hegt, und prüft nun, ob der Verdacht zutrifft. Wird die Quelle des Uebels gefunden, so versucht der Helfer, den Störer gutwillig zu einer Aenderung des bestehenden Zustandes zu veranlassen: er hält ihm vor, daß es nicht nur unrecht ist, andere Leute ihres Vergnügens zu berauben, sondern daß Apparate, die Funken streuen, meist auch unwirtschaftlich arbeiten, die 'Abstellung der Störung also einen Persönlichen Vorteil bringe. Man kann den Störer auch gesetzlich zur Abhilfe zwingen, aber von diesen Druckmitteln wird nur ungern Gebrauch gemacht: in Frage kommen dabei die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches über Besitz st örung und der Paragraph 23 im Fernmeldegeseh, der die Priorität elektrischer Anlagen behandelt und besagt, daß bei Störung einer Anlage durch die andere die zuletzt errichtete beseitigt werden muß. Freilich kann man diesen Paragraphen nur anwenden, wenn der Radioapparat eher ausgestellt war als die störende Anlage. Von vielen Seiten wird nach einem Gesetz gerufen, das die Rundfunkhörer besser als bisher schützt. Die Franzosen gehen in solchen Fällen energischer vor: so wurde kürzlich aus der Stadt Bapaume gemeldet, daß dort ein Hörer seinen Rachbarn verklagte, weil dieser unabsichtlich durch ein elektrisches Grammophon Funken streute, und der Beklagte wurde nicht nur zur Beseitigung der Störungsquelle, sondern darüber hinaus zur Zahlung von 500 Frank Schadenersatz verurteilt. Ferner wurde festgesetzt, daß die Störung spätestens acht Tage nach der Urteilsverkündung beseitigt sein müsse, andernfalls seien für jeden Tag weitere 50 Frank zu zahlen. Gewiß wären auch die deutschen Hörer erfreut, wenn die Gerichte in dieser Beziehung weniger Spaß verstehen würden. Immerhin wird auch hier meist entschieden, daß die Störung beseitigt werden muß, falls dadurch dem Beklagten nicht unbillig hohe Kosten entstehen. Richt immer wird dem Funkhelfer feine Arbeit dadurch erheblich erleichtert, daß ihm der Beschwerdeführer die Störungsquelle nennen kann. Der Radiofachmann verwandelt sich bann in einen Detektiv, der das Hebel erst einmal heraus- finden muß, ehe an seiner Beseitigung gearbeitet werden kann. In 'Berlin verwendet man für diesen Zweck kleine Autos, die im Innern eine Rahmenantenne mitführen. Rähert man sich mit dem Wagen dem funkenbildenden Apparat, lo verstärkt sich das knackende ober sausende Geräusch im Lautsprecher, und man kann den Sitz der Störung allmählich einkreisen, bis man ihn erkennt. Mindestens so wichtig ist es aber, daß in Zukunft nur noch elektrische Apparate aufgestellt werden, die keine Störungen verursachen Nichols und Browne: »Schwingen über Europa". Uraufführung im Krauifurter Lchauspiclhaus. Es gibt ein Stück von Shaw, „Zurück zu Methu feilem", darin findet man schon, zum Teil ganz ähnlich wie hier, den Sprung in die Zukunft der Menschheit: und man findet dort auch die blutige Satire auf das englische Kabinett, geschrieben von einem Engländer, — schonungslos. Es gibt ein anderes britifdjes Stück, „Ueberfahrt" von Bane, das gipfelt in der Vorstellung eines modernen Weltgerichts, in einer schrecklichen Demaskierung der menschlichen Seelen kurz vor dem Tode. Und es gibt ein heute längst vergessenes deutsches Stück, „Die Gewaltlosen " von Ludwig Rubiner (er= Ichienen um 1920), das ist erfüllt von der Idee der Befreiung und Befriedung der Welt. Das neue Stück nun, eben in Frankfurt ausge- sührt, vereinigt alle diese Elemente wesentlich in sich: den Sprung in die Zukunft, die politische Satire, die menschliche Tragikomödie und den .Kampf nm eine Idee. Es heißt „Schwingen über Europa" („Wings over Europe") und ist in Neuyork fast anderthalb Jahre lang im Guild-Theater gespielt worden: das konnte zunächst nur gegen das Stück iprechen. Aber man merkt bald, daß auch von drüben gelegentlich Brauchbares kommt; dieses Schauspiel hat etwas zu sagen, und es lohnt sich auch für uns, es zur Diskussion zu stellen. Seine Verfasser sind Robert Nichols und Mau- iiec Browne. Nichols ist ein euglisck)er Dichter, in seiner Heimat als Lyriker und Dramatiker aner- auint; Browne ist ein amerifanifdjer Regisseur. Leide schrieben — im Geiste Shelleys, von dem hier mehrfach die Rede ist — eine Tragikomödie mit Her Fabel in neuer Form, eine Zukunftsmusik, ine Utopie. Politisch? Nein, jedenfalls nicht im landläufigen, ngen Sinne. Aber ein Stück aus Weltanschauung und aufrichtiger Gesinnung: mutig, unbefangen und im festen Glauben daran, daß der Unterfing des Abendlandes nur eine pessimistische Phcm- :asie Spenglers sei. Der Inhalt der drei Akte mit uuei Worten: Kampf des Geistes gegen die Mate- : ie. Oder: Inbrunst und Trägheit des Herzens. In der Tat ein uralles Thema und nie zu Ende dis- . üiert — feit Jahrhunderten in der Weltliteratur. Ein blutjunger Physiker, zufällig der Neffe des britischen Premierministers, tritt eines Tages im Jahre ISMO mit einer ungeheuerlichen Entdeckung vor die in der Londoner Downingstreet versammel- ien Mitglieder des englischen Kabinetts. Er behauptet über nichts Geringeres zu verfügen als über die Energie im Atom. Zunächst begreift kaum einer der Diplomaten, was das bcbeiitct. Allmählich dämmert es: Revolutionierung des bestehenden physikalischen Weltbildes. Ein Mensch kann Steine in Brot, und Holz in Gold verwandeln. Ihm ist in die Hand gegeben, aufzubauen und zu zerstören. Die entscheidende Epoche des Planeten bricht an. Der Entdecker will seine Idee zur Befriedung der SBklt auswerten Die Diplomaten erfassen nach anfänglichem Un glauben, Spott und Hohn die ganze Tragweite des Ereignisses. Experimente Überzügen von der Wahrheit der unerhörten Behauptungen. Jetzt ist der junge Mann lein Kuriosum und keine lächerliche Figur mehr, sondern ein Wert, ein Wille, riesengroß, noch kaum abzuschäyen ... und sehr gefähr- iid). Macht steht gegen Macht. Geist gegen Ungeist. Idee gegen (Bemalt. Herz gegen Faust. Die Regierung muß über die Entdeckung gebieten zum Heile des Imperiums und zur vollkommenen Beherrschung der Welt. „England for ever!" Der junge Mensch weigert sich. Er will seine Entdeckung zur Befriedung der Menschheit einsetzen. „Die Menschen müssen zu ihrem Glück gezwungen werden!" Kampf beider Parteien. Ultimatum. Die Regierung besteht quf der Vernichtung des entscheidenden Apparates. Vergeblich. Sie wollen den Jungen verhaften, lebenslänglich einsperren, unschädlich machen. Der droht die ganze Stadt in die Luft zu sprengen. In der furchtbaren Viertelstunde, knapp vor dem erwarteten Tode, glauben die Politiker einen Ausweg gefunden zu haben: der ahnungslos cintrefenbc Erfinder wird vom Kriegsminister ^nie- dergefchossen und stirbt mit einer chemischen Formel auf den Lippen. Aber die andern haben zu früh triumphiert: die Idee läßt sich nicht erschießen: und der Erfinder hatte sich zuvor gesichert. Die Entdeckung ist inzwischen in den Besitz einer auswärtigen Macht gelangt, die sie besser zu verwalten weiß, al5_ die Herren von Downingstreet es gewollt hatten. Statt des erwarteten Wellunterganges kommt die Meldung von außen: man werde mit Hilfe der Entdeckung einen Völkerbund schaffen in Genf, der mehr fei als ein unmaßgebliches, politisches Wunschbild ... man werde die Abrüstung in aller Well verkünden und werde sie erzwingen wissen. Schon brausen Flugzeuggeschwader über England, die Proklamationen unters Volk zu werfen. Der Prophet ist tot. Aber sein Werk lebt. Und die metallenen Schwingen der Flieger über Europa sind wie ein Symbol der auf unsichtbaren Flügeln über der Well schwebenden, großen 3bee. — Die Satire (gegen die Borniertheit eines englischen Kabinetts) ist in diesem Stück so unmißverständlich, bitter und erbarmungslos wie bei Shaw. Aber sie bleibt hier nicht Selbstzweck, wird nicht Ulf ober Farce, sondern sie hat einen ernsthaften toinn, und deshalb sind die Minister in diesem Schauspiel keine Marionetten, sondern immer noch ernftgenommene und ernstzunehmende Charaktere. Die Satire bewahrt die menschlichen Maßstäbe und verzichtet auf die verzerrende und entstellende Karikatur. Die Versammlung wirkt immer — ohne an Umriß zu verlieren bis zuletzt — als Kabinett ... und nicht als Wachsfiguren-Kabinett. * Der Blick in die Zukunft und von einem vorge- g(stellten zukünftigen Zeitpunkt zurück in unsere (Gegenwart regt die Phantasie an und ist erregend noch in der Phantasie. Die ungewöhnliche Perspektive ist aber nicht nur ein theaterwirksamer Trick, sondern zugleich ein Regulativ für die Bewertung des Stückes und feiner Idee. Sie zwingt 511 r Nachdenklichkeit, erläutert einmal ganz sinnfällig die Relativitätstheorie und kann davor bewahren, über die Möglichkeit ober Unmöglichkeit der Erfindung länger zu grübeln, als es notwendig ist. Es kommt ja nicht so sehr auf die praktische Durchführbarkeit eines Experimentes an wie auf die beispielgebende Verdeutlichung sehr alter Gegensätze in der menschlichen Wett. Nicht so sehr auf die Utopie wie auf den guten Willen zu dem, was heute noch utopisch erscheint. 2tuf den guten Witten, auf die ehrliche Gesinnung, auf den leidenschaftlichen Glauben an die Zukunft. Die menfd)lidK Komödie cnblith: Weltuntergang 1940, von Downingstreet aus gesehen. Wären die Minister als Marionetten oder Wachsfiguren gestaltet, würde die unheimliche, tragigrotesfc Szene des dritten Aktes, eine Viertelstunde vor dem Tode, in eine bizarre Thectterfarce Umschlagen. Weil aber diese britischen Diplomaten durchaus als wirkliche Menschen aufgefaßt und hingestellt werden, behält die hier einsetzende allgemeine Demaskierung des letzten Stündleins ihren Sinn. Hinter den kühlen, lächelnden Diploinatengefich- lern kommen die kleinen Seelen zum Vorschein, hinter dem Staatsbürger und Wellpolitiker ganz einfach der Mensch ohne Rang, Titel, Würde und Nationalität. Man erlebt mit Bestürzung, wie zwölf gutgekleidete Herren Haltung und Nerven verlieren. Nur einer bewahrt Fassung und Gleichmut und lieft in seinem Shelley. Bei den andern bricht das kleine Privatleben erschreckend hervor. Einer will seine Frau noch einmal sehen. Ein macht unter hysterischem Gelächter ein Geständnis. Einer legt Patience. Einer fängt an zu tanzen. Einer springt, iibeiroältigt von plötzlichen Visionen aus dem Weltkrieg („damals, vor zwanzig, fünftindzwanzig Jahren^) auf den Tisch und schießt mit einem eingebildeten Maschinengewehr einen deutschen Kampfflieger herunter... Nach ein paar — entscheidenden — Minuten sind sie bann alle wieder „normal": beherrschte, kühle, korrekte, englische Diplomaten. Aber die eine Szene hat doch die Fadel dem engen Bezirk einer britischen Zukunftsphantasie (die uns gleichgülttg fein könnte) entrückt und die Auseinandersetzung, um die es hier geht, zu einer allgemeinen und gleichnishaften Gültigkeit erhoben. — * Die von Arthur Sa k heim, bcm ersten Dramaturgen bes Schauspielhauses, geleitete Aufführung war ausgezeichnet: interessant, spannenb, gei ftig belebt; ganz sicher in der Mischung von Witz und Emst, von Anfang bis zu Ende im Kontakt mit einer angeregten Zuhörerschaft. * Das sehr feinfühlig aufeinanber abgestimmte, große Ensemble entfaltete sich blendend im dauernd umspringenden, federnden Spiel und Gegenspiel. Im Mittelpunkt der Szene stand die sympathische und überzeugende Leistung Paul Verhoeoens, der sich mit einer fast verbissenen Leidenschaftlichkeit in die Ideen des genialen Erfinders Lightman einge- fiihll hatte. Aus dem Minqterrat hob sich die von Taube sehr nobel, elegant und geistig gefaßte, zweideutig schillernde Figur des Staatssekretärs Vaughan als des wichtigsten Gegenspielers imponierend heraus. Von den übrigen: Engels (Premier), Schneider (Lord-Kanzler), Spanier (Staatssekretär für Krieg). — Waller Sinje hatte ein klares, fachliches Bühnenbild geschaffen. — * Das merklich interessierte Premiärenpublikum imhm die Neuigkeit mit lang anhaltendem Beifall entgegen. hth. „Katharina Knie" - ein Film. Carl Zuckmayers Seiltänzerstück gehört nicht zu seinen dichterisch stärksten Leistungen; aber es ist ein tüchtiges imb wirksames Theaterspiel und gab ähnlich wie früher „Der ftöh- liche Weinberg" - mancherlei brauchbare Anregungen zu einem gediegenen Spielfilm. Dieser, von Karl Grüne in gepflegter Regie nach einem Manuskript von H v l l e r i n g gedreht, lehnt sich in großen Zügen an die im Schauspiel festgelegten Vorgänge an, baut die Rothacker- Episode breit aus und überträgt den stellenweise etwas langatmigen und mehr lyrisch-idyllisch als dramatisch wirkenden Text mit sparsamem Aufwand an Titeln in kräftige, klare Bilder — zwar ohne die Fabel völlig auszuschöpfen und ohne dem Ganzen mehr innere Spannung zu geben, als das Schauspiel sie aufbringt. Immerhin zeigt die bildhafte Schilderung allerlei stimmungsvolle, bald cmfte, bald heitere, bald im guten Sinne romantische Szenen, die allenchalben auf geschmackvollem Riveau bleiben. Die schauspielerischen Leistungen ersehen im Film — wie schon früher im Theater; bei der Berliner Premiere spielte Bassermann den alten Knie — vieles, was der Dichter schuldig blieb. Dor allem die bedeutende Menschengestaltung Eugen Klöpfers, der den Vater Knie gibt, ist von starker und unmittelbare Wirkung. Carmen Boni, eine bisher kaum bekannte Schauspielerin, äußerlich ein wenig an die Dergner erinnernd, stellt sich mit der Rolle der jungen Katharina sympathisch vor. Außerdem: S 0 ko losf (eine b riflante Charge), Peter Voß, Adele Sandrock, Kämpers und Frida Richard. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus. —r— ßrocn. Rach ber Rnstchk hervvrragenber Fachgelehrter sim> störungsfreie Apparate nicht teurer als andere. GS ist nur nötig, eine Gruppe von Kondensatoren und Drosseln vorzuschalten und so zu verhindern, daß sich Funken bilden oder die dadurch erregten Wellen auf das ganze Reh zurückstrahlen. Die Rundfunkgesellschaft hat sich deshalb mit den Spitzenorganisationen der Fabrikanten elektrischer Apparate und der Installateure in Verbindung gesetzt. Bedeutungsvoll ist ferner, daß der „Ausschuß für R u nd f un k st ö r u n gen" mit den Straßenbahndirektionen und den Elektrizitäts- werken zusammenarbeitet. 3n Kassel, Bonn, Mainz, Mannheim und Berlin hat man gewisse Abkommen mit den Strahenbahngcsellschaften getroffen. Die Straßenbahnen ärgern nämlich den Hörer am meistem Hebet die Konzerte, die sie unabsichtlich dauernd veranstalten, hat E p - Pens schon Anfang März 1924 Untersuchungen angestellt, als die Störungen in Berlln immer unerträglicher wurden. Richt die Motore senden die unangenehmsten Wellen, auch die Funken an der Drahtoberleitung sind nicht besonders peinlich. Die kräftigsten 3mpnlse werden ausgesendet, wenn der Strom im Motor ausgeschaltet ist, aber die Lampen noch brennen: dann bilden sich zwischen dem Fahrdraht und der Lei- tungsrolle durch den Lichtstrom Funken, und das ist die wichtigste Ursache des störenden Geräusches. Am meisten leidere also die Wohnungs- besitzer abends in der Rähe von Haltestellen, wenn die Wagen stromlos an die Haltepunkte fahren. Die Geräusche sind längs der Strebe fast vier Kilometer und zu beiden Seikn in einer Tiefe von .300 bis 400 Meter zu hören. Man müht sich schon lange, diesen Zustand zu ändern, etwa durch den Einbau von Dlock- konoensatoren, durch stärkeren Lichtstroni, durch anderes Material für die Rollen, durch veränderte Schleifbügel und ähnliche Dinge. 3n » Berlin werden jetzt die Wagen mit Mittelein- | gang, die durch ihr Klingelsystem Störungen hervorriefen, umgebaut. Auch abgenützte Rollen können zur Funkenbildung führen. Lehrreich war es kürzlich in Halle, daß die Straßenbahn einen durchreparierten Wagen wieder in Betrieb nahm, ohne zu bemerken, daß er noch technische Mängel aufwies: aber der Rundfunk stellte das sofort fest, und die Straßenbahn mußte ihm für den Hinweis dankbar sein. Richt nur das Läutewerk der Straßenbahn stört die Radioübertragung: noch weit unangenehmer wirken zuweilen Klingelleitungen im Haus oder am Fernsprecher, die ebenso stören wie benachbarte Hochspannungsleitungen, durch die ein tiefer, brummender Ton verursacht wird. Beim Einschalten und Ausschalten von Glühlampen knackt es im Lautsprecher, und find die Lampen schlecht eingeschraubt, so wiederholt sich das Knacken bei jeder Erschütterung des Hauses. Weitere Störungsquellen sind Elektro- niotore, Dynamomaschinen, Rvntgenapparate und Hochfrequenzgeräte, ©ie sind oft mit mechanischen, rotierenden Gleichrichtern versehen, die als kräftige Funkensender wirken und etwa 60 Prozent aller Radiostörungen veranlassen. Sogar rasch bewegte Treibrieinen können durch Reibungs- elektrrzität störend wirken. Aber man kann dieser Rebengeräusche Herr werden. 3n Berlin wurden in den letzten Wochen 12000 Störungen gemeldet, von denen fast sofort 7500 von den gut ausgebildeten Funkhelfern behoben werden konnten. Laten für Freitag, 28. Ntärz. Sonnenaufgang 5.46 Ähr, Sonnenuntergang 18.25 Ähr. — Mondaufgang 5.38 Ähr, Monduntergang 16.27 Ähr. 1483: der Maler Raffael Santi in Ärbino geboren sgestorben 1520): — 1749: der Mathematiker und Astronom Graf Laplace in Beaumont- en-Auge geboren (gestorben 1827). Die qefiederle Schlange. Roman von Edgar Wallace. 10 Fortsetzung. !)lad)t)rutf verboten Die beiden Frauen hörten, wie die Haustür geschlossen wurde. Ella stocherte böse mit einem Schüreisen in den Flammen. „Was ist nur mit Billy los, daß er seine ruhige Besinnung vollständig verliert? Er ist weiter nichts mehr als ein Angsthase. Rehmen wir einmal an, sie wüßten es — welche Beweise haben sie denn gegen uns? Änd was für eine Anklage könnten sie gegen uns erheben?" Paula Staines wählte mit großer Sorgfalt eine Zigarette aus dem Bcrnsteinetui und entzündete sie, bevor sie antwortete. „Billy hat schon recht — es steckt irgend etwas Großes hinter dieser gefiederten Schlange. 3ch wünschte nur, daß ich Kraft zum Rachdenkcn hätte. Cs ist doch sonderbar ... ich habe jedes Rachtgefpenst gezeichnet, aber ich habe niemals die Zeichenfeder aufs Papier gesetzt, um eine gefiederte Schlange darzustellen." Ella sah sie mit neugieriger Achtung an. „Es muß doch wundervoll sein, wenn man so zeichnen kann. Wo hast du das eigentlich gelernt?" Paula blies einen Rauchring zur Decke und wartete, bis er sich auflöste. „Mein Vater unterrichtete mich darin - manchmal wünschte ich, er hätte es nicht getan." sagte sie ironisch. Aber plötzlich änderte sie ihren Ton. „Kannst du denn keinen Aufschluß geben, Ella? Erinnerst du dich denn nicht, daß Lane irgend etwas passierte, was mit der Schlange zu tun hat?" „Lane? Der Wicht!" sagte Ella geringschätzig und böse. „Der ist doch gllicklicherweise tot." Aber dann bewölkte sich ihr Gesicht wieder. „3d) wünschte, daß Dewin nichts mit der Sache zu tun hätte — er ist einer der rührigsten Reporter außerdem erlauben sich diese Zei- tungsmenschen Dinge, die die Polizei nicht wagen würde - was war das?" Man hörte ein schwaches Klingeln und gleich daraus die Schritte des müden Dieners, der den Gang entlang ging. Die Haustür öffnete sich, und Stimmen klangen gedämpft herüber. Dann kam der verschlafene Diener in das Zimmer. „Draußen ist ein Mann, der Mr. Leicester Crewe sprechen möchte. Er sagt, daß er Hugg heißt." Die beiden Frauen sahen sich bedeutungsvoll an. „Es ist gut, lassen Sie ihn herein." Als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, Das Schiffenberg-Jubiläum. Die Vorbereitungen zur 800-Jahrfeier des Schiffenbergs, die am 6. Juli auf dem Schiß fenberg ftottfinden wird, kommen jetzt immer stärker in Fluß. Gestern abend fand eine neue Sitzung des Vorstandes der ,F)eimatoereinigung Schiffenberg" mir einer Anzahl interessierter Bürger im .Hotel Köhler" statt, die den bisherigen ersten Vorbereitungen nunmehr bestimmte Form geben sollte. Zunächst wurde in längerer Aussprache das Programm der Veranstaltung erörtert. Man einigte sich dahin, daß am Vorabend der Jubiläumsfeier, am Samstag, 5.1 u l i, auf dem Schiffenberg eine gesellige Abendveranstaltung stattfinden foll, zu der man olle Kreise brr Bürgerschaft als Besucher erwartet. Ein gut gewähltes Unterhaltungsprogramm soll den Besuchern angenehme Stunden bereiten. Für Sonntag, 6.1uli, dem Tag der Jubiläumsfeier, ist vorgesehen, daß um die Mittagsstunde die Gedenktafel für den bekannten Kulturhistoriker Wilh. .fjeinr. v. Riehl, der während seiner Gießener Studentenzeit auf dem Schiffenberg gewohnt hat, eingeweiht werden soll. Am Nachmittag soll dann die Jubiläumsfeier folgen, bei der die Gießener Gesangvereine in dem großen Hofe des Schiffenbergs zwei Massenchöre singen werden und nach einer Ansprache eine Festaufführung vor sich gehen wird, in der die Geschichte des Schiffenbergs oargestellt werden soll; die Aufführung wird in ihrem ersten Teil die alte Zeit, im zweiten Teil die neue Zeit der Schiffenberggeschichte behandeln. Konzert, Volksfest und Tanz sollen den Abschluß des Festtages bilden. Aus Anlaß dieser Feier soll auch eine Fest schrist herausgegeben werden, in der von berufener Seite über den Schisfenberg und die mancherlei Interessengebiete, die mit ihm Zusammenhängen, berichtet werden soll. Die Versammlung beschäftigte sich weiter mit der Bildung der Ausschüsse für dieses bedeutsame Heimatfest. Für den Ehrenausschuß sollen als Mitglieder gebeten werden: Staatspräsident Dr. Ade- hing, Finanzminister Kirnberger, Landforstmeister Hesse, Ministerialrat Dr. Petri, Provinzialdirektor Graes, Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuni- versität Prof. Dr. Brüggemann, Oberbürgermeister Dr. Keller, Landgerichtspräsident Neuenhagen und Oberstleutnant Lüters. Für den Finanzaus- schuß werden gebeten die Herren: Universitäts- Bureaudirektor Erle, Bankdirektor Grießbauer, Steuerberater Jäoer, Unioersitäts-Bureaudirektor Keßler, Geschäftsführer Kirchner, Steuerinspektor Klemmrath, Kanzleiassistent Kraushaar, Vermal- tungsamtmann Martin, Kaufmann und Stadtrats- Mitglied Leopold Mayer, Oberinspektor Ritzert, Ober- insvektor Seyfferth. Der P r e s s e a u s s ch u ß soll be- stehen aus Redakteur Blumschein, Redakteur Bremer, Kaufmann Frech, Amtsgerichtsrat Gros, Rektor i. R. Müller, Bibliothekar Dr. Wallbrach. Für den Der- gnügungsausschuß sind vorgesehen: Messerschmiedemeister Betz, Unioersitäts-Bureaudirektor Erle, Kaufmann Haibach, Kullurbauinspektor Georg Heß (Leihgestern), Bankbeamter Hofmann, Sekretär Huber, stud. jur. Jung als Vorsitzender des „Asta", Kaufmann Katz, Rektor Kling, Amtsgehilfe Koch, Rechtsanwalt Peters und Kaufmann Weidig. In den Bauausschuß werden gebeten: Oberbaurat Berth, JStabtbaurat Gravert, Oberbauinspektor Haller, Stadtoberbauinspektor Höhn, Architekt und Stadtratsmitglied Nicolaus. Der G e s a m t v o r - st and der „Heimatoereinigung Schiffe n b e r g" besteht aus Forstrat Nicolaus, Beigeordneter Dr. Hamm, Rektor Müller, Geschäftsführer Kirchner und Kaufmann Weidig. Diese Herren und die Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse werden den geschäftsführenden Ausschuß bilden. Weiter ist die Bildung eines Festausschusses vorgesehen, über dessen Zusammensetzung zur Zeit noch nicht abschließend berichtet werden kann. Konzert des Männergesangvereins „Cätilia" in Lich. sch. Lich, 25. März. Der hiesige Männer-- gesangverein „Cacilia" veranstaltete am Soirntag in der Turnhalle ein Ehor- und Orchesterkonzert, zu dem sich eine zahlreiche und begeisterte Zuhörerschaft eingesunden hatte. Zimmer und Stein: das waren zwei Chorleiter, die sich um die musikalische Entwicklung des Vereins die größten Verdienste erworben haben, deren Mimen in der „Cäcilia"- Vereinsgeschichte unvergänglich sein werden. Heute führt Ernst 3lge den Stab, ein begabter Chorführer, der mit jugendlichem Feuer und nimmermüdem Eifer seine Sängerschar siegreich über die steinigsten Klippen hinwegführt. Der ausgezeichnete Chor folgt bewundernswert seinen Intentionen, so daß alle Gesänge von starker Wirkung waren. Die großen Chöre, „Die beiden Särge" von Hegar und die „Gotentreue" von Wagner, gewannen dadurch die fundamentale Bedeutung, die ihnen im Aufbau des Ganzen zukommt. Wirkungsvoll in der Tongebung und Klanggestaltung, präzis in den Einsätzen, in der Stärke sorgsam abgewogen und in der Aussprache klar und deutlich, löste E. 3lge seine nicht leichte Aufgabe mit Sicherheit, Äm- sicht und Ruhe. Der instrumentale Teil des Konzertes wurde von der Kapelle des 1. Batl. 15. 3nf.--Rgts. zu Gießen, unter Leitung des Obermufikmeifters Löb er ausgeführt. Die ewig-junge Freischütz- Ouvertüre eröffnete die Dortragsfolge und legte in der tadellofen Wiedergabe einen freundlichen Glanz von vornherein über die ganze Veranstaltung. Die „Meistersingerphantasie", die Melodien aus Gounods „Margarethe", das Mignonvorspiel erfuhren unter Löbers begeisternder Führung eine einwandfreie Interpretation und spendeten allen denen, die echte Musik zu hören und zu erleben kamen, Sonnenschein und beglückende Helle. Aus dem Zusammenwirken aller Beteiligten ergab sich eine Veranstaltung von Qualität und nachhaltigem Eindruck. Bahnhofsbeschwerden von der Strecke Nidda—Schotten. Ober-Schmitten, 26. März. Die hiesige Bahnhossanlage erweist sich im Hinblick auf den gesteigerten Güterverkehr (zwei Papierfabriken) schon seit 3ahren als unzureichend. Die Rebengeleise sind zu kurz, um einen Güter- oder Personenzug bei Kreuzungen vollends aufnehmen zu können. Das hat zur Folge, daß der lange Güterzug sehr oft mitten in der Ortsstrahe halten muß, um den von Schotten kommenden Personenzug in den Bahnhof einfahren zu lassen, bevor ihm die Einfahrt möglich ist. 3n den Wintermonaten ist dies immer eine starke Belästigung der Bewohner der Bahnhofstraße. Der schon 5.30 Ähr ankommende Güterzug mutz nach dem Halt auf ansteigender Strecke anfahren, was sich unter schrillem Pfeifen und fürchterlichem Getöse der Maschine vollzieht. Die Kinder werden aus dem Schlafe geschreckt und auch die Erwachsenen klagen mit Recht über diesen Äebelstand. Dem Vernehmen nach beabsichtigt die Reichsbahn, die Bahnhofsanlagen entsprechend zu verlängern, um diesen unhaltbaren Zustand zu beseitigen. Man darf erwarten, daß die Arbeiten recht bald in Angriff genommen werden, erhob sich Paula von dem Sofa und ging quer durch das Zimmer zum Kamin. „Das ist der Mann, der an Billy schrieb," sagte sie leise. „Der Sträfling, der bei Lane war, als er starb " Mr. Hugg trat ettoa? unsicher ins Zimmer, lächelte freundlich, sah aber doch so aus, als ob er sich entschuldigen müßte. Seine feuchte Stirne und sein glasig zerstreuter Blick verrieten, datz er getrunken hatte. „Verzeihung, meine Damen — Mr. Crewe hier?" fragte er mit etwas belegter Stimme. Paula brachte durch einen Wink den neugierigen Diener aus dem Zimmer. „Rein, Mr. Crewe ist ansgegangen — er hat wegen beä Verbrechens zu tun, das heute abend hier verübt wurde. Sind Sie nicht der Mann, der bei William Lane war, als er starb?" „3awohl, meine Dame," sagte Hugg. „Deswegen will ich ja gerade Mr. Crewe sprechen — ich habe ihn wiedergesehen?" Paula starrte den kleinen Mann mit aufgerissenen Augen an „3hn gesehen?" wiederholte sie langsam. „Wen?" „William Lane", erwiderte Hugg. „Der Kerl ist also nicht tot“, rief Ella dazwischen. Der kleine Mann schüttelte den Kops mit Rachdruck. „Er ist tot, das ist schon in Ordnung, ich habe ihn gesehen er ist tot", sagte er bestimmt. „Aber ich habe heute abend seinen Geist gesehen — er hat ein Mietauto gelenkt — nein, es fuhr nicht, es hielt an der Bordschwelle in der Cdgware Road. 3ch ging gleich zu ihm und sprach ihn an. Also ich sage: „Bist du nicht William Lane, der mit mir zusammen in der Abteilung D in Dartmoor saß?" und er sagt „ja". Er bat nicht einmal geleugnet, daß er tot war ober so etwas. Das ist das Merkwürdigste, was mir jemals begegnet ist. Also ich sage: „3d) bin sehr erstaunt über dich, William, daß du hier mit einem Auto herumfährst, nach dem, was das Stratzenschwein in Thatcham getan hat, das dich totfuhr." Er schwankte ein wenig, und Ella sah gleich, was mit ihm los war. „Sie sind betrunken", sagte sie. Mr. Hugg schüttelte den Kops. „3ch habe ein paar Gläschen aus nüchternen Magen hinuntergekippt". verteidigte er sich. „Betrunken? Rein - nur ein wenig die Kehle geölt, mein Fräulein. Änd ich war durchaus nicht betrunken, als ich William sah." „Waren Sie bei der Polizei?" fragte Ella schnell. Mr. Hugg lächelte verächtlich und sah sie vorwurfsvoll an. „Meinen Sie denn, ich werde jemand bei der Polizei verpfeifen, der sich womöglich nicht gemeldet hat, nachdem er aus dem Gefängnis kam? Ob er als Geist sich allerdings noch melden muß, weiß ich nicht." Ella wußte, daß er von der Bestimmung sprach, nach der sich Sträflinge, die auf Bewährungsfrist entlassen sind, bei der nächsten Polizei- station melden müsfen. „3ch fragte ihn, - was er denn da für einen Poften hätte", fuhr der betrunkene Hugg fort. Dabei schaute er sehr ernst und feierlich drein. „Änd er sagte mir, er wäre gerade unterwegs, um einen Mann abzufangen, der ihm übel mitgespielt hat — einen Kerl, nun habe ich doch wieder den Rainen vergessen - früher im Gefängnis hat er immer im Schlaf gesprochen — auch von Mr. Crewe... Bill ober Beale, so was ähnliches, ein Kerl, der ihm einen Streich mit einer Schlange gespielt hat, eine Schlange, verstehen Sie, eine richtige Schlange." „Sie meinen die gefiederte Schlange?" fragte Paula. Er nickte langsam und schwankte wieder. „Das ist der Kerl - Beale — hat mächtig viel Geld. Dann frage ich ihn, ob er nicht Harry, den Vagabunden, gesehen hat. Denken Sie sich, meine Damen, den habe ich nach dem Anglück nicht wiedergesehen. 3ch habe nämlich im Krankenhaus gelegen.“ Er sprach zusammenhanglos weiter, bis Ella ihn unterbrach. „Cs ist besser, daß Sie morgen früh zurück- loinmen und mit Mr. Crewe sprechen.“ Plötzlich kam ihr ein Gedanke. „Wo wohnen Sie?" Er nannte ihr eine Adresse in einer gewöhnlichen Herberge, und. sie vermerkte sie kurz auf Leicester Crewes Rotizblock. Paula schloß die Türe hinter ihm. Die Erregung war ihr deutlich anzusehen. „Das verstehe ich nicht", sagte sie. Ella lachte. „Wenn du nicht begreifst, welche Wirkung Alkohol auf einen Strolch hat, bann verstehst bu überhaupt nichts", sagte sie verletzend. „Er ist vollständig betrunken — er kam doch nur zurück, um mit feiner neuen Geschichte aus Billy noch mehr Geld herauszulocken. Wir haben doch den Totenschein gesehen. Mso. was verstehst du nun nicht?" Paula wußte aus Erfahrung, daß es keinen Zweck hatte, sich mit Ella zu streiten. Ella sah in den Spiegel „3ch werde morgen wie eine alte Frau aussehen, unb dabei habe ich eine Vormittagsvorstellung. Wie lange wird uns Crewe beim noch warten lassen?" „Der arme, alte 3oe!" sagte Paula. „Gr hat es btxf> herausgesordert!" Ellas Stimme klang nicht milde. „Warum muh er auch der gefieberten Schlange nachspüren? 3ch wette, baß 3oe ber einzige war. dem sie auflauerten. Er war in mehr schlechte Geschäfte der- barntt im ftmrmenben Winter den Rnwvyrvrrr der Bahnhofstraße ruhigere Morgenstunden betrieben sind. Der Schienenweg burch die Ort«- strahe mit seinen Änannehmlichkeiten und Gefahren ist schon Aergernis genug. Weitere Belästig gungen sollten vermieden werden. Kirche und Schule. Dorfkirchenvorstehertag in Windhansen. § Am Montag fand in Windhausen (Kreis Alsfeld) ein von der Dorfkirchenvereinigung für bas nördliche Oberhessen veranstalteter Dorfkirchentag statt. Von allen Seiten kamen Kirchenvorsteher unb Freunde der Sache in großer Zahl - es dürften etwa 300 Auswärtige gewesen sein — in dem mit Tannengrün festlich geschmückten Dorf zusammen. Die Tagung begann vormittags mit einem Gottesdienst, den Oberkirchenrat Wagner (Gießen) in der dichtgefüllten Kirche abhielt. 3n seiner Predigt über 3efaia 62, V. 8 u. 7 zeigte er den Kirchenvorstehern eindringlich, wie sie als Gehilfen des Pfarrers zu Wächtern bestellt sind über die Gemeinde und mit ihrer Verpflichtung am Altar ein heiliges, verantwortungsvolles Amt übernehmen. Gegenüber den vielen Verfallserscheinungen unserer Zeit müssen sie wie Wächter im Krieg Helle Augen haben, um den Feind zu sehen, und ein mutige- Herz unb einen starken Arm, um ihm zu wehren. Die Predigt machte einen starken Eindruck auf die Hörer. Anschließend trug ber Männergesangverein unter Geltung von Lehrer Schaad bas Lied „Allein Gott in der Höh sei Ehr"' nach einer alten Weise sehr wirkungsvoll vor. Äeber Mittag wurden die Auswärtigen in Windhausen selbst unb im benachbarten Kestrich sehr gastfreundlich ausgenommen unb bewirtet. Äm 13.30 Ähr wurde die Rachversamm- l u n g in ber Kirche abgehalten, die bis zum letzten Platz beseht war. Ebenso wie der Gottesdienst wurde sie eröffnet durch einen Violinvo» trag des Ortsgeistlichen, Pfarrer Durst, Groß- Felda, mit Orgelbegleitung. Aach Gemeindegesang und einem Lied des Männergesangvereins hieß dessen Leiter, Lehrer S ch a a d, vom Altar aus in herzlichen, wohldurchbachten Worten die Versammelten in Windhausen, „dem höchsten Dörfchen des Kreises Alsfeld", willkommen. Besonders begrüßte er den oberhessischen Superintendenten, Oberkirchenrat Wagner, Kreisdirektor Dr. Stammler, Dernn Dr. Än - verzagt von Alsfeld und den Redner des Rachmittags, Direktor Pfarrer Röhricht, Darmstadt. Pfarrer Georgi, Ermenrod, ber Vorsitzende ber Dorfkirchenvereinigung im nördlichen Oberhessen, dankte für die herzliche Begrüßung, hierauf sprach der Direktor der 3nne- ren Mission in Hessen, Pfarrer Röhricht, über „üufere Aufgabe gegenüber den besonderen Gefahren unserer Zeit für die christliche Familie auf dem Dor f". Er zeigte die Erschlaffung ber sittlichen Kräfte in ber Gegenwart auf, wie sie in der vielfach zu beobachtenden Scheu ber jungen Leute vor Der Eheschließung, der Kinderscheu in der Ehe usw. zutage trete. Alle sittlichen Grundlagen Wanken: oas wird deutlich an der schrecklichen Haltlosigkeit in sämtlichen fittlichen Fragen, auch unter ber länblichen 3ugenb. Aus diesem Tiefstand kann nur eine Erneuerung ber religiösen Mächte in unserem Volk uns retten, eine Erneuerung aus dem Glauben heraus, die dem Christentum wieder den ihm gebührenden Platz gibt und eine neue Sittlichkeit schafft. 3n der Aussprache unterstrichen Pfarrer Kalbhenn, Maulbach, Lehrer Reeb, ®r.- Felda, Pfarrer Staubach, Watzenborn, u. a. wirksam die Gedanken des Redners und traten warm für die Stärkung christlicher Sittlichkeit und kirchlicher Sitte ein. Kurz nach 4 Ähr schloß der Vorsitzende, Pfarrer Georgi, die eindrucksvolle Tagung mit Worten herzlichen Dankes wickelt als irgend jemand in London und hatte Hunderte von Feinden. Sicher hat er den Täter einmal hereingelegt in früheren Zeiten!" „Du hast doch einen verteufelt schlechten Charakter, Ellal" Paula sah sie gelassen an. „Gerade bu solltest doch die erste sein, die heute abenf» schweigen müßte.“ „Meinst bu?“ Ella wandte sich hastig um. „3ch habe mich schon seit 3ähren bemüht, von 3oe loszukommen. Weißt bu beim gar nicht, welche Chancen ich hatte, Paula? Dor drei 3ähren hätte ich einen Mann mit einem Millionenvermögen heiraten können." „Du hättest dich ja von 3oe scheiden lassen können!" „Mich von 3oc scheiden lassen!" fuhr Ella auf. „Glaubst du denn, ich würde es auch noch in die Zeitungen setzen, daß ich mit einem folchen Schuft verheiratet bin? 3oe hat zweimal gesessen, unb alle Welt tveiß das." Das Gespräch verstummte. Paula setzte sich wieder ins Sofa, aber obwohl sie die Augen schloß, konnte sie nicht schlafen. Sie hörte auch zuerst das leise Geräusch, als sich ein Schlüssel in der Haustür drehte. „Das ist Billy," sagte sie und ging ihm entgegen. i Mr. Leicester Crewe erschien in einer merkwürdigen Verfassung. Sein Anzug war cm verschiedenen Stellen zerrissen, und seine Hosen zeigten an den Knien große Löcher. Sein Halstuch saß schief, und er sah so ans, al« ob er mit jemand gerauft hätte. „Fragt mich nicht,“ sagte er verstört. „3ch gehe auf mein Zimmer, um mich umzukleiden “ Zehn Minuten später erschien er wieder in Pyjamas unb Schlafrock. „Run, hast du den Schlüssel jetzt bekommen?" fragte Ella. Er sah sie nur gequält an. Dann wandte er sich nach einer Pause an Ella. „3ch bin ganz aus der Äebung - - ich versuchte alles, um in die Wohnung hineinzukommen. Vor zehn Fahren —" ..Warst du in seinem Zimmer?" fragte Paula. „Unb babei hatte er noch verteufeltes Glück," erklärte er. „Sein Rame stand an ber Tür, die obendrein unverschlossen war. Er hatte fast nichts in seinen Taschen 3ch hatte seinen Rock noch nicht durchsucht, als er aufwachte und bas ganze Haus auf die Deine brachte. 3ch konnte gerade noch fortkommen, unb kaum war ich au« dem Haus, als ich eine Polizeipfeife trillern hörte. Glücklicherweife begegnete ich keinem Polypen auf meinem ganzen Rückweg." „Hast du nun den Schlüssel?"' fragte Paula eindringlich. ,.3ch habe nichts bekommen — das sage ich euch doch," brummte er. ..War jemand hier?" (Fortsetzung folgt.) Groß« Strafkammer Gießen. • ©ieften.21. März. mehrfach und schwer vorbestrafte Är- beiter aus Frankfurt a. M. waren wegen eines in Bab-Rauheim gemeinsam begangenen Einbruch-oiebstahlversuchs in wiederholten, Rückfall vom Schöffengericht au i e je einem Jahr Zuchthaus verurteiltwor- bcn. Beide legten gegen das Urteil Berufung ein, so daß sich die große Strafkammer wiederum mit der Sache in umfangreicher Verhandlung zu beschäftigen hatte. Das Berufungsgericht hielt bei dem einen Angeklagten die Tat für zweifellos erwiesen: cs bewilligte ihm aber in weitgehendem Mähe mildernde Umstünde und verurteilte ihn zu einer Gefängnis- st r a f c von 9 M o n a t e n. Der andere Angeklagte. der in erster Instanz wegen Mittäterschaft. und zwar wegen „Schmierestehcns" verurteilt worden war, wurde m an g e l s ausreichenden Beweises freigesprochcn. Trotzdem er Dietriche bei sich führte unö_ auch andere Delastungsmomentc für seine Schuld sprachen, hielt das Gericht doch nicht für erwiesen, dah er gerade bei der hier in Frage stehenden, von dem Mitangeklagten auSgeführ» ten Tat mitgewirkt hat. Das BezirkSschöffenaericht Gießen hat vor einigen Monaten einen Ingenieur wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefängnis st rase von 6 Wochen verurteilt. Er war beschuldigt, bei dem Betrieb eines Stcinbruchs entgegen den Unfallverhütungsvorschriften die abzubauendc Wand nicht genügend abgeböscht, den Abraum nicht zeitig genug entfernt und hierdurch den Tod eines Arbeiters durch einen aus der Wand springenden mächtigen Stein verursacht zu haben. In der heutigen Berufung-Verhandlung stellt fid) die Tat in etwas milderem Lichte dar, so daß das Gericht auf eine an Stelle einer an sich verwirkten Strafe von 6 Wochen Gefängnis aus eine Geldstrafe von 1 0 5 0 Mk. erkannte Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 26.März. Wegen Einbruchs- d i e b st a h l s. begangen in strafschärfendem Rückfall, waren zwei Wanderburschen angeklagt. Es wurde ihnen vorgeworfen, im Oktober 1929 in Deckenbach und Rüddingshausen mittels Einsteigens Geldbeträge und Nahrungsmittel entwendet zu hoben, gemeinsam mit einem dritten Burschen, dessen Aufenthalt noch nicht ermittelt ift. Die Angeklagten leugneten hartnäckig und konnten nur durch Indizienbeweis überführt werden. Sie waren kurz nach der Tat bei Londorf von zwei Gendarmeriebeamten angehalten worden, weil sie auf unbelcud;teten Fahrrädern in der Rächt fuhren. Dem einen der Angeklagten war bei dieser Kontrolle, als er seine Papiere vorzeigen wollte, eine größere Anzahl Briefmarken ;i 8 Pf. auf den Boden gefallen, tatsächlich waren bei dem Diebstahl in Deckenbach die gleiche Anzahl Briefmarken gestohlen worden. In Rüddingshausen befand sich auf einem Tisch die deutliche Spur eines Gummiabsatzes, die der Täter zurückgelossen hatte: der Gummiabsatz, den der eine der Angeklagten bei der Verhaftung trug, paßte genau auf die vorgefundene, hinterlassene Spur. Dazu kam, daß an den Tatort drei Fahrradspuren führten, die zweifellos von den Fahrrädern herrührten, welche die Angeklagten bei sich hatten. Die Angeklagten erhielten eine Gefängnisstrafe von j€ 1 Jahr 6 Monaten. Ein Wagenmeister, der seit dem Jahre 1906 bei der Reichsbahn als Beamter angestellt war, entwendete in mehreren Fällen aus dem Gepäckwagen Kleidungsstücke, wie Mäntel, Kleider, Schuhe. Er ging in der Weise vor, daß er während des Nachtdienstes in dem Gepäckwagen, den er zu reinigen hatte, entweder ganze Gepäckstücke an sich nahm, oder Gegenstände aus den Paketen herausnahm, so daß das leere Paket am Bestimmungsort ankam. Er wurde zu einer G e s a m t st r a f c von einem Jahre Gefängnis verurteilt. Das Ocridjt wies bei der Urteilsbegründung darauf hin, daß seine bisherige Unbestraftheit keineswegs als Mildc- rungsgrund anzusehen sei, da diese für einen Beamten eine Selbstverständlichkeit bedeute. Aus dem Amtsverkündigungöblatt ' Das Am t s v er k n n d i g u n g s b l a t t Ar. 22 vom 25. März enthält: Wahl der Kreistagsmitglieder. — Die Bekämpfung der Schnaken- ploge. — Die Mitnahme von Hunden in Felder iinb Wälder. Das Vertilgen der Blutlaus. Wirtschaft weniger als 850 Zentner Zement. ,.M i a g" Weiterungsbau, ift' kostet etwa erforderte nicht Das abgelausene Geschäftsjahr ist insofern von besonderer Bedeutung gewesen, als mit einem ansehnlichen Erweiterungsbau des Geschäftshauses begonnen wurde, der infolge des von Jahr zu Jahr zunehmenden Gcschästsum- sangs und aus dem Umstande, unserer Dade- stadt geeignete Geschäftsräume zur Verfügung zu stellen, schon seit längerer Zeit notwendig ist. Der Sicherheit der Kunden wird durch,Schaffung einer vollkommen neuzeitlich eingerichteten Panzerkammer Gewähr geleistet. Der Erder nunmehr nahezu fertiggestellt 75 000 Mark. Die Tresoranlage Mühlenbau und -Indu- st ri e, QI. -G., Frankfurt a. M. In der Auf- sichtsratssihung der ..Miag", Mühlenbau und -Industrie A. - G.. Frankfurt a. W., wurde der 'Abschluß per 31. Dezember 1929 vorgelegt. Der Reingewinn stellt sich nach Abschreibungen von rund 865 000 Mark (im Vorjahre 880 000 Mk.) aus 1 869 000 (1 814 000) Mark, aus dem wieder 10 v. H. Dividende verteilt werden sollen. ; Essener Steinkohlenbergwerks- A. - G. Die Fusion mit der Gelsenkirchener Bergwerks -A.-G. geneh- m i g t. Der a.°o. G.-D der Essener Steinkoh- lenbergwerks-A.-G. lag gestern der bekannte Fu- sionsvertrag mit der Gelsenkirchener Bergwerks- A.-G. zur Beschlußfassung vor. In den Besprechungen wurde der Uebcrgang der Essener Steinkohlenbergtverks-A.-G. auf die Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. als am Wege liegend bezeichnet, um so mehr, als Gelsenkirchen bereits Mehrheitsbcsitzer geworden sei. Die Versammlung genehmigte einstimmig den Fusionsvertrag. Rach diesem Vertrag geht das Vermögen der Essener Steinkohlenbergwerks-A.-G. als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation gegen die Gewährung von 700 Mk. Aktien der Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. mit Gewinnberechtigung vom 1. April 1930 für jede Aktie der Essener Steinlohlenbergwerks-A.-G. im Nennbeträge von 700 Mk. mit Dividendenberechtigung vom 1. Januar 1929 ab auf die Gelsenkirchener Bergwerks°A.°G. über. Außerdem er- halten die Aktionäre der Essener Steinkohlen- bergwerks-A.-G. für jede zum Umtausch eingebrachte Aktie einen Darzuschlag von 70 Mark. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 27.März. Tendenz, behauptet. — Zu Beginn der heutigen Börse drückte die noch immer nicht geklärte innerpolitische Lage hinsichtlich der Finanzreform stärker auf die Stimmung. so daß bei der herrschenden Geschäftslosigkeit Geschäft nur schleppend in Gang kommen konnte. Die Grundstimmung war aber weiter widerstandsfähig. Es ergaben sich gegenüber der etwas schwächer gewordenen gestrigen Abendbörse zum Teil einige kleine Besserungen, die durch die Deckungen der Kulisse infolge des heutigen Abrechnungstages herbeigeführt wurden. Aber auch der feste Schluß der gestrigen Reuyorker Börse und die weiter leichten Geldmarktverhältnisse hatten einen nicht zu verkennenden freundlichen Grundton zur Folge. Das Geschäft nahm aber dessenungeachtet nicht größere Formen an. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht einheitlich, doch überwogen die Erholungen. Am Cleltromarkt mußten Chadeaktlen ihren gestrigen Gewinn von 2 Prozent wieder hergeben. Etwas mehr hervortreten konnten dagegen Bergmann, die in den letzten Tagen stärker gesucht lagen und heute 3 Prozent anziehen konnten. AEG.. Licht und Kraft und Schuckert waren bis 1.5 Prozent befestigt. Diemens waren behauptet. Elektrische Lieferungen büßten 1,5 Prozent ein. Am Chemiemarkt eröffneten I.-G.-Farben nur wenig verändert. Goldschmidt waren gedrückt. Auch heute lag der Montanmarkt wieder ohne nennenswertes Geschäft, bei ungleichmäßiger Kursentwickelung. Banken zumeist etwas höher. Schiffahrtswerte uneinheitlich. Hapag nachgebend. Norddeutscher Lloyd konnten bei Berücksichtigung des Dividendenabschlages etwas anziehen. Zellstoff Waldho plus 1,5 Prozent, Zement Heidelberg und Wayß & Freitag etwas gefragt und bis 1 Prozent höher. Holzmann abbröckelnd. Mehr Interesse trat später für Kunstseideaktien hervor: es sollen hier von holländischer Seite Aufträge eingetroffen fein. Atu gewannen 2,5 Prozent, Bem- berg 5 Prozent. Hiervon ausgehend wurde die Tendenz allgemein freundlicher, und es machte sich auch für Elektrowerte etwas vermehrte Nachfrage bemerkbar. Renten lagen still. Aufträge für diese Werte waren kaum eingetroffen. Ablösung ohne Option waren eher angeboten und auf Gewinnmitnahmen etwas schwächer. Auch Zolltürken waren etwas nachgebend. Im Verlaufe traten Erholungen bis zu 1,5 Prozent ein. Im Vordergründe standen bei etwas lebhafterer Nachfrage Farben und Aku. Letztere zogen bis 2,5 Prozent an. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5,5 Prozent gesuchter. Geld über Ultimo 5,75 bis 6,75 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,18825, gegen Pfund 20,3825, London gegen Kabel 4,8660, gegen Paris 124,28, gegen Mailand 92,85, gegen Ma- dird 39,10, gegen Schweiz 25,1375, gegen Holland 12,1250. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Freitag, den 28. März 1930. Kapelle des Alten Friedhofs. 18 Uhr: Paffions- andacht, Pfarrer Len;. — Ellsabeth-Klelnkinderfchule. 20 Uhr: Pajsionsandacht, Pfarrer Lic. Waas. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 29. März. Vorabend 6.45 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 7 und 7.40 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 29. März. Freitag abend 6.25 Uhr . Samstag vormittag 8.30: nachmittags 3.30; Sabbatausgang 7.40. — Wochengottcsdienst: morgens 6.45; abends 6.30 Uhr. Der Zuschuß für das Mainzer Stadttheater abgelehnt. WSR. Mainz, 26. 'TRarx. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses wurde bei der Beratung des Haushalts auch der Theaterzuschuß für die kommende Spielzeit behandelt. Der vorgeschlagene Zuschuß beträgt 610 000 Mk. Der Finanzausschuß erklärte, diese Summe für die Stadt Mainz nicht tragen zu können und lehnte die Bewilligung ab. Somit ist die Weiterführung des Mainzer Stadttheaters in Frage gestellt, toeivn nicht das Reich sich bereit erklärt, einen Teil der von ihm bisher gewährten Zuschüsse weiter zu leisten. rs-pf. Einheitstarif bei der Frankfurter (Straßenbahn. WSN. F r a n k f u r t a. M., 26. März. Der 25 - Pfennig - Straßenbahn- Fahr- schein hat die Zustimmung der Mehrcheit des Hauptausschusses ber Stadtverordnetenversammlung gefunden. Es kommt also für die Straßenbahn der Einheitstarif. Für die Omnibus- benuher wird aUerdings ein Zuschlag von zehn Pfennig erhoben, wenn beim Llebergang zur Straßenbahn eine Strecke von mehr als fteben Teilstrecken zurückgelegt wird. Bevorstehende Auflockerung am Kapitalmarkt? Die Meldungen von Hypothekeninslituten über die Einstellung ihrer 8prozentigen Pfandbriefe angesichts des Stillstandes des DarlehnsgeschäftS mehren sich in letzter Zeit. Die Bestände sind, auch in neuen Emissionen, ausverkauft, und die Folge ist. daß die Anlagegelder mehr und mehr an die Börse gehen. Das Gefchäft hält sich zwar noch in engen Grenzen, aber immerhin ist eine beträchtliche Steigerung des Kursniveaus eingetreten. Alles dies deutet darauf hin, daß sich die fortschreitende Verflüssigung des Geldmarktes allmählich doch auch auf den Kapitalmarkt auszudehnen beginnt. Es scheint so, als ob wir uns einer Periode verbesserter und größerer Emissionstätigkeit nähern. Anderseits ist die mit dem Worte „Hypothekennot" gekennzeichnete Lage des Pfandbriefmarktes ein Beweis dafür, daß die Hypotbekennehmer mit ihren Beleihungsobjekten zurückhalken, weil sie auf eine Verbilligung des Hypothekarkredits hoffen. Bad-Nauheimer DolkSbant. B a d - R a u h e i m, 24. März. Unter den, Vorsitz von Kaufmann PH. Weiß hielt die Bad-Rauheimer Dolksbank (eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht), das größte Bankinstitut am Platze und eines der größten Bankgeschäfte Oberhessens, ihre 9 8. G e » neralversammlung ab. Der von Vorstandsmitglied H a b e r m c b l ermattete Geschäftsbericht, der in Dankbarkeit nochmals der großen Verdienste des verstorbenen Aussichtsratsvorsihendeir Notar Stahl um das Genossenschaftswesen gedachte, ergab, daß trotz des Tiefstandes der Wirtschaft in 1929, der auch die Badeindustrie nicht unwesentlich beeinflußte, die Genossenschaft sich günstig weiterentwlckelt hat. Der Gesamtumsatz der Dank hat M> in 1929 um nahezu 8 Mill. Mark auf 131 Mill, erhöht, auch die D i l a n z s u m m e ist um 721 000 Mark auf 4 744 000 Mark angestiegen. Der Reingewinn hat gegen das Vorjahr eine Erhöhung um 10 000 Mark auf 72 000 Mark erfahren, was die Verteilung von 10 v. H. Dividende. die Stärkung der Rücklagen und die Bereitstellung von Mittel« für gemeinnützige Zwecke gestattet. Die Garantiemittel der Bank betragen insgesamt 1 662 000 Mark oder 35,04 v. H. der Bilanzsumme und sehen sich zusammen aus 403 000 Mark Geschäftsguthaben, 337 000 Mark Geschäftsrücklagen und 922 000 Mark Haftsumme. Besonders erwähnenswert erscheint die Liquidität der Genossenschaft. Der Bericht weist aus, daß an sofort greifbaren Mitteln 1 669 000 Mark vorhanden sind, denen an täglich fälligen Verbindlichkeiten 1 914 000 Mark gegenüberstehen. Das Verhältnis der Liquidität beträgt mithin 87,20 v.H., ein Satz, der als sehr günftig zu bezeichnen ist, wenn man erwägt, daß 40 v. H. als genügende Liquidität angesehen wird. Der Wirtschaft von Bad-Rauheim und Umgebung wurden in 1929 rund 3,622 000 Mark an neuen Krediten zur Verfügung gestellt, und am Iahres- schluß standen 3 570 000 Kredite in 1778 Posten iau£. Die Mitgliederzahl hat sich um 7 auf 837 erhöht. Rach einstimmiger Genehmigung der Bilanz und Beschlußfassung über die Verteilung des Reingeivinns hielt Vorstandsniitglied Stamm einen lehrreichen Vortrag über das Sparwesen. Der Redner warb für eine regere Spartätigkeit im Interesse der Wirtschaft und stützte feine Ausführungen mit Rachweisen über die Sicherheit unserer Währung. Berliner Börse. Berlin, 27. März. Während ber heutige Bormittagsverkehr völlig geschäftSloS und ohne Anregungen lag, konnte an der axirbvric die Festigkeit der Kunstfeibewerte die Stimmung günstig beeinflussen. Die anhaltende älnsicherheit hinsichtlich der Entwicklung ber innerpolitischen Lage mahnte zur Zurückhaltung, wenn auch bie Börse an eine Einigung glaubt. Auch mit Ruck- icht auf den heutigen LiguidationStag bekundete man wenig Reigung zu Reuengagements. Zu den ersten Kursen zeigte sich dann keine einheitliche Tendenz: die Veränderungen gingen nach beiden Seiten und betrugen in ber Regel nicht mehr als 2 v. H. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Kunstsei dem arkt, wo Gerüchte von einer verschärften Konzession, die eine Stabilität der Preise sichern soll, Käufe für Amsterdamer Rechnung veranlaßten. Bemberg gewannen 6,5 v. H., Aku 3,75 v. H. Sehr fest lagen noch Thüringer Gas Plus 5,75 v. H. auf die gemeldete einprozentige Dividendenerhohung. Bergmann konnten sich um 3,5 v H gut erholen Von den übrigen Werten gewannen Akkumulatoren, Waldhof und Kanada Eertifikate 2 Ms 3 v. H. Etwas stärker gedrückt waren Kaliwerte, die bis 2,5 v. H. verloren, und Eisenbahn-Verkehrsmittel mit einer Einbuße von 3 v. H, wobei es sich vielleicht um durch Abgaben verursachte 2lbschläge handelt. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer ruhig. Bosnier bis 0,25 v. H. höher. Türken leicht nachgebend. Pfandbriefe bet kleinem Geschäft weiter freundlich. Der Geldmarkt war zum Ultimo angespannter. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 v. H.: sonst waren die Sähe unverändert. Im Verlaufe trat eine nennenswerte Belebung nicht ein. Immerhin kam es jedoch zu einer kleinen Aufwärtsbewegung, da sich in einigen Werten Stückemangel bemerkbar machte. Da Prämienware so gut wie gar nicht vorhanden war, zogen einige Hauptwerke bi- 2 v. H. über Anfang an. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. März. Auftrieb: 130 Rinder, 1101 Kälber, 247 Schafe, 461 Schweine. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 75, geringe Kälber 62 bis 69. Markt- verlaus: Kälber und Schafe langsam, aus- Pertauft. Schweine mäßig-rege, geräumt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H., Lombardzinsfuß 6 v. S). Sraulfurt a. Ul. Zcrlin Zranksurt a. 2)1. Berlin Schluß-1 furd | 1-Uhr- Kur- Schluß«! für# 1 Anfang« Kur- t^chluß^ lur« 1 büpr« Schluß-! Anfang« tur? 1 Auf< Oaium 26. 3. I 27. 3 26- 3. i 27. 3- Oolum 26. 3 27. 3. 26 3 27- 3 b% Deutsche ReichSanleihe 87 ... 86.9 Hamdurg-Amonla Pate, . . . < vomburg.Südam. Dampsschüt. 8 109,75 705717 109.75 1 163 109 5 ■ % Deutsche Reichrauleihe von 1929 ...... 99 99 _ Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher l'kmo.....8 Allgemeine TeutscheLredilaust. 10 111,5 104 154 111.75 104.13 Deutsche Anl^lblSs.-Schuld mit 117,25 — 117 117 Auslos.-Rechten ...... 55.5 9.4 55.25 55,6 Barmer Banwereln .... 10 Berliner Handclögesellschasi - 1 - Commerz» und Privat-Bank. 11 132.5 132 132 5 I31 Dttgl. ohne Äustos.. Rechte . . . s% Heg. yoüiflaal von 1929 9,3 9.65 9.4 ,158 158,13 172 158,5 172 158,4 rrütfialjlb. 108%)...... Cbrr!i?ffcn Provinz«Anleihe mit 91 — — Darmstadter und Nationalban! 1,' Deutsche Bonk und 234.25 148.5 234 148,75 233,25 148,75 AuÄoi.-Rechten....... 51 _ — Dirconto-Gesellschaft, ... 10 2ci)tjd)f Komm. Sammclabl. Dresdner Bank......10 'bl 151,25 151.25 151,25 Anleihe Serie 1...... '% itrnnfi. Hhp.-Bauk Goldpfe XIII unfünbbat bli 1934 . . . 53,4 — 53,6 — Reichsbank.......12 285 — 285,4 284,25 97 _ — a.c.®...........k i64.65 164,75 165,13 164,75 nrnntf. Hyp.-Vank Goldpse 200 201 198 201.5 88,75 Elektr. Licscruug.geselllchaft. 10 Licht und Straft .... 10 166.75 168 169,25 1Rheinische Hhp.-Baul 169,5 170,75 170.9 171,25 ■ ■ i' oibpfc.. ...... 84,1 _ — Felten L Guilleaume % Rumänische vereinh. Rente Oberschles. Kurswerte...../ — 102,75 102 • 5 von 1903 . . iy*% Rumänische vereint). Rente Von 1813 • • 11,5 17,9 - 11,5 17.8 i Bhönir Bergbau......c - Rheinische Braunkohlcu . . lu Rheinstahl . ....... 6 102 5 233,5 115 j 114,75 102 75 234 116 232.25 1114,75 t% Rumänische vcrciah. Rente . 9,4 — 9,25 — Riebeck Manta. ...... i - 1 Frankfurt a. 271. Berlin Banknoten. Gchmß-j 1-Uhr- Schluß- Anfang- Berlin, 26. Älärz Geld »rief fur< I n ur« für. nur« Ltmeritanilche Noten..... 4,169 4,189 Datum 26. 3- 27. 3 26. 3 27- 3 Belgische Noten..... 'TvinHAr ‘Onfeit..... • « • 58,31 111.88 58,55 112,32 Snalische Noten........ 20,33 20,41 Bereinigte Ltohlwerke 95,75 94.75 95.75 95 Französische Noten .. . Noten . . . 16,375 16,435 £laöi Minen .... . 16’/, —- 56.25 । 56,25 HollSndischc 167,63 163,34 Kaliwerke Aschereieben . . 10 212 213 211 Italienische Norwegische Noten ... • « 21,97 22,05 staliwcrke Westeregeln . . . 10 215 214 216 213,5 Noten - - - 111,90 112,34 Kaliwerke L^ltdetiurtb . . . 15 365 —- 366,75 366 Deutfch-L eslerr-, alOO Kronen Nmnänrsche Noten...... 58,82 2,46 59,06 2,48 <1. ®. Farven.In online Dynamit Nobel . . . . . 12 166,25 166,4 166,75 166,5 Schwedische Noten . . . Schweizer Noten .... 112,23 80.92 112,67 81,24 Svanische Noten .... Tschechoslowakische Noter 52.30 52.50 Scheideanstal! .... . , . . S — — . . 12,365 12,425 Goldschmidt .... Rütgervwerke .... • . . 6 . . . . 6 69 77.25 68.5 68,9 77,5 68 77,75 Ungarische Noten .... 72,85 73,15 MetaNaesellschast. . . . . . . S 107,5 107 107,5 Z/CüifrnmatH Berlin — Frankfurt a. 2H. Philipp Holjinann . . gemenhuerf Heidelberg lkemenkwerk Karlstadt. Dayb & Frentag . . • ’ • •’ 130 143 «5.5 100 100,75 100,75 26- Mckrz 27. Mckr, . . 10 ::: 131 86,75 86 — Amtliche Notierung Geld 1 Bries Amtliche Jloilcmna Geld | Brief ?lmst--RoN. 167,99 168,33 167,93 168,27 Schulthcw Payenhoser 273,25 272,5 Kuen.«Airei 1,581 1,585 1,580 1.584 . . . Li — - Brss.-Anlw- 58,375 58,495 58.37 58,49 Ostwerke...... . . . 12 — 216 216 Cbristiauia. 112,08 112,30 112,04 112,26 Situ ....... e • • 16 95,5 95,5 99-25 Atocenbageu 112,13 112,35 112,11 112.33 Bemberg...... . . . 14 142 141,13 148 Stockholm . 112,51 112,73 112.49 112,71 Zellstoff Waldhos . . Zellstosf Aschasseitbura . . 13*/. . . . 12 207 156 209 155,25 207,5 155,75 210,5 155,75 Helsmgfors. (j talten. . . 10,525 21,905 10.545 21,945 10.525 21,94 10,54 21.98 Charlottenburger Walser ... 8 — —■ 100.25 Vondon. . . 20,366 20,406 20,358 20,398 Dessauer Gas .... . . . . y — — 171.5 171,5 ■Jicuflort . • 4.183 4,191 4.184 4.192 Daimler llotoren . . . . . . o 37,25 37,6 37 37,13 Paris.... 16,36 16,42 81,16 16.38 16,42 Deutsche Linoleum . • e • • • 243 243,75 245 Schweiz .. 81,02 80.995 81,15 Mafchinenbau A.«G. . . e . . 0 — — 47,75 48 Spante« . . 51,96 52,06 52,20 52,30 Rat. Auwmobll . . . . . . . 0 — — —* Japan ■ . ■ 2,071 2,075 2,071 2,075 Orenstein & Äoppel . . . . . 6 —' 73.75 73.75 -Nio de Jan- 0,489 0,491 0.488 0,490 Leonhard Tietz . . • ... 10 — 152 153,5 Wien tn ®u> SvenSko...... • e • • • — 347 348 Oest. abgeft. 58,96 59,08 58,95 59.07 ieSrob" ‘ i 12,401 12,421 12,40 12,42 Franksurtcr Malchtnev . • . • < — - — 7,396 7,410 7,393 7,407 . . . . fi 38 — 38,25 —— Dudape'l. . 73,05 73,19 73,07 73.21 Heyliaenstaedi . . . . . . . 0 — — Bulgarien . 3,037 3.043 3,037 3.043 SungSati...... Lecbwerke...... .... 6 39 —— 37,5 1 — Liffaboii . . 18,73 18,77 18,73 18.77 108 — — Dmuig. - . | flonftantui. 81,43 81.59 81,43 81.59 Mamkroftwerke Höchst o. M . . 8 106 106,5 —- — 1.785 1,789 1,784 1.788 Mtao • • . . . ir 132.5 — 130,25 130,25 Arbeit . . 5,415 5.425 5,425 5.435 Gebr. Roeder . . ... 10 105 — - — | Lanada . . 4.182 4,196 4,181 4.189 Boigt & Haejiuer . . Süddeutsche Zucker . 218 159 1 - 218 159,6 1 - 1 Uni uay. . 1 Tatro • .. 3,746 20,885 । 3,754 20,925 3,746 20,88 3,754 20,02 Oberhefsen. Landkreis Gietzeu. * Leihgestern, 24. März. Bis in die Nachkriegszeit bestand hier ein rühriger Geflügel- and Kaninchenzuchtverein. der unter der Führung seines Vorsitzenden Schrader durch jährliche Schauen und intensive Zuchtarbeit einen hervorragenden Einfluß auf die Geflügel- und Kaninchenzucht unserer Gemeinde ausübte. Leider fiel der Verein den schwierigen Zeiten zum Opfer. Zn einer am Samstagabend in der Gastwirtschaft Dern am Bahnhof abgehaltenen öffentlichen Versammlung wurde über die Neugründung eines Geflügelzuchtvere in s beraten. Alle Versammlungsteilnehmer erklärten sich bereit, einein solchen Verein beizutreten. Es wurde ein vorläufiger Vorstand gebildet, der die Vorarbeiten durchführen soll. Zn einer in ungefähr drei Wochen stattfindenden Versammlung soll dann die endgültige Beschlußfassung über dis Gründung und die Zusammensetzung des Vorstandes erfolgen. (p G r ü n i n g e n, 23. März. Die Genossenschaft der hiesigen Spar- und Leihkasse hielt gestern abend in der Gastwirtschaft Dender ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der seit 31 Zähren bestehende Verein hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gut weiterentwickelt. Der Reingewinn mit 1020 Mk. wurde dem Reservefonds zugeführt. Die Bilanz wurde einstimmig genehmigt und dem Aufiichts- rat Entlastung erteilt. Direktor Arnold erstattete den Jahresbericht und dankte im Ramen der Versammlung dem Rechner Karl Euler für seine mustergültige Kassenführung. Bei der Wahl der Vorstands- und Aussichtsratsmitglieder wurden die statutengemäß ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Dem Aufsichtsrat gehören an: Ehr. Ernst Fay H. als Dors., Adam Buß, Jak. Bingel II. Der Vorstand seht sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Beigeordneter Wilh. Engel, Konr. Ehr. Engel und Adam Schäfer. > D a u b r i n g c n, 23. März. Heute veranstaltete unsere Volksschule unter Leitung von Frl. Weimar, Lollar, und unsere Fortbildungsschule unter Leitung von Frl. Sievers, Gießen, eine Ausstellung der Arbeiten der Schülerinnen in Handarbeit und Hauswirtschaft. Die Arbeiten des Handarbeitsunterrichts zeigten vom zweiten Schuljahr bis hinauf in die Fortbildungsschule das schrittweise Aneignen der verschiedensten Techniken eines Hnterrichtszwciges. Ein gutes Können durch eigene Erfindungsgabe abwechselungsreich gestaltet, [am überall zum Ausdruck. An verschiedenem Gebäck, Eingekochtem, Geschirrbehandlung und einem schön gedeckten Kaffeetisch konnten die Arbeiten des Hauswirtschaftsunterrichts der Fortbildungsschule besichtigt werden. G r ü n b e r g , 25. März. Die jüngste Gern e i n d e r a t s s i h u n g , an der 11 Gemeinde» röte teilnahmen, wies nur wenige Derhandlungs- gegenstände auf. Die Genehmigung zur Errichtung einer Tankanlage auf einem Grundstück des Schlossermeister Grün in g muhte zurück- gestellt werden, bis ein amtlicher Plan vor- liegt, damit auf Grund der Besihverhältnisse sich feststellen läßt, ob die Stadt oder die Provin- zialstrahenverwaltung zur Erhebung einer An» erkennungsgebühr berechtigt ist. — Eine Vermessung im Gemarkungsteil ..Born- stück" an der Queckbörner Grenze hat ergeben, daß dort drei Grundstücke, etwa 1800 Quadratmeter, 900 Quadratmeter, 800 Quadratmeter städtisches Eigentum sind, ein städtisches Grundstück dagegen einem Privateigentümer gehört: es handelt sich größtenteils um Oedland. Zwei Inhaber (Ausmärker) bieten nun geringe Pachtbeträge, für 1800 Quadratmeter 8 Mark, für 900 Quadratmeter 4 Mark. Es wurde Einsichtnahme beschlossen und, sofern die Inhaber nicht höhere Pachtsätze zahlen wollen, öffentliche Versteigerung vorgesehen. — Eine längere Aussprache zeitigte die Herstellung desSport- Platzes. Gemeinderat K r ö h l e wurde beauftragt, eine Arbeitsbeschreibung für die nötige Erdbewegung — etwa 120 bis 140 Kubikmeter — anzufertigen, wonach die Beschotterung des Platzes mit Basaltkleinschlag erfolgen foll, wofür mehrere Angebote vorliegen. r Rabertshausen, 24. Marz. Unser Lehrer Georg Pfeifer konnte in diesen Tagen auf fein 2 5. Amtsjubiläum zurückblicken. Von seiner Dienstzeit hat er allein an unserer einklassigen Volksschule über 19 Jahre verbracht. Der Jubilar hat stets in treuer Pflichterfüllung als Jugenderzieher gewirkt, geehrt und geachtet von feinen Schülern und allen Gemeindegliedern, von denen fast die Hälfte zu feinen Füßen gesessen hat. Es entspricht nicht dem Wesen unseres Lehrers, in der Öffentlichkeit hervorzutreten: er zählt zu den Stillen im Lande. Wer aber irgendein Anliegen hat, findet allezeit im Schulhause Hilfe und Rat. Aus Anlaß seiner silbernen Jubelfeier fand am Samstag im engsten Kreise eine Feier statt, zu der sich Freunde und Bekannte eingefunden hatten. Der Lehrer von Langd überreichte mit herzlichen Worten der Beglückwünschung namens der Gaste ein Geschenk und feierte den Jubilar als einen wahren Freund und treuen Kollegen. Kreis Friedberg. <£ Bad-Nauheim, 25. März Die Frankfurter Betonfirma Z ö b I i n hat gestern mit den Erdarbeiten für den Bau des 2$rorfl)off; Inftituts begonnen. Die Errichtung der großen Stützmauer am Ufaufer und der Bau der Zufahrtsbrücke über die Ufa, welche Arbeiten von heimischen Firmen ausgeführt wurden, find soweit beendet. * Bad -N anheim, 26. März. Heute abend 7 Minuten vor 7 Ähr flog ein riesiger Schwarm (mehrere Hunderte) von Wild- g ä n f e n oder Kranichen hoch über dem Park in ungefähr nördlicher Richtung. KeUform mit wechselnder Spitze. Dabei wenig Geschrei. Ruhiger Flug. Ditte Mitteilung von Deobach- htngen an Geh. Rat Sommer, Gießen, Am Steg. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 24. März. Dieser Tage hielt im kleinen >saole des „Deittfchen Hauses" der Weimarer Kunsthistoriker Prof. Kroeber einen Licht- bilderoortrag über „Bamberg, die Hochburg deutscher Kunst im Mittelalter". Der Bortragende wies einleitend darauf hin, daß die Kenntnis über Bamberg als hervorragende allere Kunststätte mir wenig verbreitet fei. Jeder Deutsche sollte von diesem hohen nationalen Besitz wissen. Seine besondere Betrachtung galt vor allem dem Bamberger Dom und seinen Bildwerken, die er als Werke von ausgeprägter deutscher Gestalt bezeichnete im Vergleich mit den französischen Gegenbildern, deren Formen vom antiken Schönheitsideal beeinflußt sind. Bei der ausgezeichneten Erklärung der Kunstwerke brachte die künstlerische Anlage des Vortrages eine stete Steigerung, um zum Schlüsse das herrliche Bild des königlichen Reiters mit seiner edlen Haltung und stolzen Selbstsicherheit auf die Zuhörer wirken zu lassen. Die Bamberger Kunstwerke seien wegen ihrer Ursprünglichkeit und Selbständigkeit die echtesten, unverfälschten Zeugnisse deutschen Kunstwillens, der sich immer stärker der Wiedergabe der seelischen als der körperlichen Schönheit zuwandte. Der Vortrag wurde sehr wirksam unterstützt und belebt durch eine Anzahl ausgezeichneter Lichtbilder. Als erfreuliche Tatsache war für diesen genußreichen Abend fcstzustellen, daß er recht gut besucht war. I Kirtorf, 18. März. Heber all sind jetzt wieder in den Dörfern die Holzschneidemaschinen in Tätigkeit. Viele Landwirte sind bereits zu eigenen Elektromotoren mit Sägeeinrichtung übergegangen. Ein hiesiger Landwirt war in der vergangenen Woche auch an seiner Sägemaschine befd)äftigt, als ihm plötzlich ein Holzklotz von 16 Pfund Gewicht an den Kopf flog. Mit aller Wucht war der Klotz von der Säge zurückgeschleudert worden. Glücklicherweise trug der Mann mtr eine leichte Stirnverletzung davon. preutzen. Stundung und Niederschlagung gemeindlicher Grund- und Bermögens- steuerzrrschläge. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, bringen der preußische Minister des Innern und der preußische Finanzminister in einem gemeinsamen Runderlah die nachstehende, vom Preußischen Landtag gefaßte Entschließung zur Kenntnis der Gemeinden: „Das Staatsministerium wird ersucht, auf die Gemeinden einzuwirken, daß sie die Zuschläge zur Grundvermögens st euer, soweit sie hundert vom Hundert übersteigen und demgemäß in der gesetzlichen Miete nicht enthalten find, st un den und niederschlagen, wenn eine Stundung und Niederschlagung der Hauszins» steuer infolge Leerstehens ohne Verschulden des Hauseigentümers oder Nichtbezahlung der Miete erfolgt." KreiS Wetzlar > Wißmar, 21. März. Aus der Gemeindevertretung: Zn der jüngsten Sitzung wurde zunächst als neuer Gemeindevertreter Hermann Wagner in sein Amt eingeführt. Er rückt von der Liste der SPD. nach für den als Vorsteher gewählten Ludwig Dittendorf. — Hm für Neubauten aus 1928 und 1929 die 1. Hypothek erhöhen zu können, war beantragt worden, die Gemeinde möge die selbstschuldnerische Bürgschaft erhöhen. Der Antrag wurde zurückgestellt zur Einholung weiterer Aufklärung. — Die Eltern der Schulneulinge sollen bestimmen, bei welcher Sparkasse daS Sparbuch mit 1 Mark Einlage von der Gemeinde angelegt werden foll. — Dom 15. bis 31. März liegt der Voranschlag des Gemeindehaushaltsplanes zur Einsicht aus. Er sieht in Einnahme und Ausgabe 156 000 Mark vor und damit eine Erhöhung des Zuschlages zur Grundvermögenssteuer von 200 auf 450 Prozent. Dabei ist keine größere Arbeit vorgesehen, trotzdem in dem Siedlungsgelände Kanalisation und Straßenbau dringend notwendig sind, ganz abgesehen von weiteren Erfordernissen. -S Niederkleen, 21. März. Die durch unfern Ort führende Provinzial st raße Wetzlar-Butzbach weist innerhalb des Weichbildes des Ortes eine an einer Anhöhe gelegene enge Doppelkurve auf, die eine Autofalle schlimmster Art darstellt. Zahlreiche Unfälle find hier schon geschehen, und wiederholt hat man sich mit der Beseitigung dieser gefährlichen Stelle befaßt. Nunmehr beabsichtigt die Gemeindevertretung erneut Schritte bei der Kreis- und Provinzialstrahenbauverwaltung zu unternehmen und Vorschläge zur Beseitigung der Autofalle zu machen. Es wird vorgeschlagen, eine etwa 500 Meter lange Umgehungsstraße zu bauen. Rundfunkprogramm. Freitag, 28. Mär;. 12.30: Schallplattenkonzert: Tanzmelodien aus Volks- und Hunstrnusik. 15.15 bis 15.45: Wege zum beruflichen Erfolg", Vortrag von Regierungsrat A. Menne vom Arbeitsamt Frankfurt a. M. 16 bis 17.45: Aus dem Kurhaus Bad Homburg: Konzert der Kurhauskapelle Burkart. 17.30 bis 17.45: ,.Wanderraft in der Großstadt". Vortrag von Theo Walter, Frankfurt a. M. 18: Buch und Film. 19.05: Von Stuttgart: „Der Reichswirtschaftsrat", Vortrag von Max Eohen, Reuß, Mitglied des Reichswirtschaftsrates. 19.30: Von Stuttgart: Operettenmelodien. 20.15: Von Stuttgart: Humoresken. 21: Von Mannheim. Konzert in AxOTolt für vier Klaviere und Streichorchester von Zoh. Seb. Dach. 21.30: Von Freiburg: Vom fahrenden Volk. Samstag, 29. März. 11.15 bis 11.45: Schulfunk. 13 Schallplatten- lonzert. Tanzmelodien aus Volks- und Kunst - musil. 14.15: Von Stuttgart: Jugendstunde. 16 bis 17.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 17.30 bis 17.45: „Wozu Jugend- Herbergsverband und Herbergsausweis?", Vortrag von Geschäftsführer Gierth des 3ugenb- herbergsverbandes Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda, Frankfurt a. M. 18.35: Stunde der Arbeit. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Von Stuttgart: Impressionen, kleine Klavierstücke von Claude Debussy. 20: Von Stuttgart: Dalduins Hochzeit, Lustspiel in drei Allen von W. Krag. 21.15: Don Stuttgart: Operettenkonzert. 22.45 bis 0.30: Von Stuttgart: Tanzmusik. Alles Nähere in unseren Schaufenstern. Dort sind die Preise ersichtlich. DieTeilnehmer-Karten werden gratis abgegeben! 10.50 2421,' Kniestrünipfe A wp krittlige Qualität, meliert, Größe 3 bis 4. M. II f *1 Größe 5 bis 7, M. 0.95 Ue 1 u 2495V 1.00 M. 1.75 .M. 1.65 M. hefro la Fisch-Filets ohne Haut und Gräten, bratfertig wert abzugeben. 12496V Billig! Billig! v2098 GIESSEN Seltersweg 31 Bahnhofstraße 14 Fischhaus Cuxhaven üarktstn 14 Tel. -417. h!32A froittHcim Hermanns Schulst i'iimpf kräftige Qualität, Größe 1............. jede weitere Größe 5 Pf. Steigerung Bedingungen 6 30 PS Steyr-Limousine 7'34 PS Opel-Limousine 12 55 PS (Chrysler Limousine Gebrüder Simon Araukmrt a. M.. Albusttraße 27—29, Televb. Hansa 25031-25035. Hemdhosen für Mädchen la Trikot, Größe 3 ..................... jede weitere Größe 10 Pf. Steigerung Schiller hemden prima Zephir, garantiert waschecht, Größe 50....... 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