Nr. 22 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 27. Januar 1930 Erich«'"! täglich,autzer Sonntags und Feiertage. Beilagen: Die Illustrierte _ Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonotL-ve;ugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfcnnrg für Tröger- lohn, auch bei 9lid)ter- scheinen einzelnerRltmmern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlvsse unterSammelnummer2251. Anschrift sür Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Krantfurl am Main 11686. metzenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberheffen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitctts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulitratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, sür Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und sür den Anzeigenteil Max Filter,, sämtlich m Gießen. Ser Hilferuf der Ostmark. Die Gefahr für den deutschen Osten ist groß und nicht mehr aufzuhalten, wenn nicht schnell und gründlich geholfen wird! Sn diesem Sah gipfelt die Denkschrift, die die Landeshauptleute der Ostprovinzen dem Reichspräsidenten. der Reichs- und Staatsregierung sowie Reichstag und preußischem Landtag überreicht haben. Die Denkschrift begnügt sich damit, Tatsachen und Ziffern anzuführen, die aber so eindringlich sind, daß mit dem Gehen- und Geschehen- lassen nicht mehr durchzukommen ist. Die deutschen Ostprovinzen liegen seit dem Versailler Vertrag in einer Gefahrenzone, die deshalb um so größer ist, weil sich zu der immer schwächer werdenden Widerstandskraft der Ostprovinzen selbst der Druck von außen gesellt. Das Verbrechen, das der Versailler Vertrag am deutschen Osten begangen hat. trifft nicht Deutschland allein, insbesondere nicht die Bevölkerung in den Ostmarken, es trifft vielmehr ganz Europa, sicher aber alle Länder, die am kulturellen Aufbau und dem wirtschaftlichen Fortschritt interessiert sind. Daß der deutsche Osten durch den Korridor zerrissen wurde, läßt sich nicht einmal durch die wahnsinnige Habsucht erklären, die Polen unter französischer Beihilfe zum Ruhnießer des Krieges machte. Das gilt erst recht für die Zerreißung Obcrschlesiens, das ein einheitliches Wirtschaftsgebilde war und ist, das wohl getrennt werden kann, dessen einzelne Teile dadurch aber für immer zum Siechtum verurteilt bleiben. Auch Polen kann mit Ostoberschlcsien nicht viel anfangen, denn der Raubbau, den es an den Kohlcnschähen treibt, ist eine der Störungsursachen der internationalen Wirtschaft. Diie deutschen Ostmarken sind für das Reich nicht nur landwirtschaftliche P r o d u k t i o n s gebiete. sondern sie waren und sind noch immer die wichtigsten Quellen für seine Bevölkerung. Ohne den Geburtenüberschuß der Ostprovinzen hätte die deutsche Wirtschaft vor dem .Kriege nicht über die Menschen verfügen können, die die Voraussetzung waren für den glänzenden Aufstieg. Die Denkschrift gibt in Ziffern ein erschütterndes Bild der Rotlage, über die wir uns bisher kaum eine Vorstellung haben machen können. Die Provinz O st Preußen zählt ungefähr ebensoviel Einwohner wie die Provinz Hessen-Rassau, nämlich 2,3 Millionen. Während aber Hessen- Rassau an Einkommensteuer fast 138 Millionen Mark aufbrachte, beträgt es in Ostpreußen nur ganze 31 Millionen Mark. Das bedeutet, daß der weitaus größte Teil der Steuerpflichtigen in Ostpreußen ein Einkommen bezieht, das weit unter der Freigrenze liegt. Aehnlich ungünstig liegen die Verhältnisse für O b e r f ch l e s i e n, das trotz seiner Sndustrialisierung bei einer Bevölkerung von 1,4 Millionen nur 25,5 Millionen Mark an Einkommensteuer aufbringt. Das Durchschnittseinkommen des Ostpreußen beträgt also nicht viel mehr als 150 Mark im Sahr gegen 1000 Mark, die auf jeden Kopf der Berliner Bevölkerung entfallen. Darin drückt sich der wirtschaftliche Verfall der Ostprovinzen aus, der nicht allein durch die verbrecherische Greirzziehung entstanden ist, sondern auch durch die Gleichgültigkeit, mit der die Zentralbehörden der Grenzmark gegenübcrstehen. Wie ist es sonst zu erklären, daß der inländische Eisenbahnverkehr sehr dünnstrahlig geworden ist, so daß Ostpreußen buchstäblich einer Snsel gleicht, zu der nur einige schwankende Ve'-kehrsbrücken führen? Es hilft kein Mundspitzen mehr, es muß gepfiffen werden. Die Ostmarken sich selbst zu überlassen, kann und darf das deutsche Volk nicht wagen. Der Verlust Ostpreußens, der viel näherliegt, als wir vielleicht heute ahnen, würde uns nicht nur Land und Leute kosten, sondern die Sicherung gegen den Osten überhaupt. Mit dem Verlust Ostpreußens wäre die Versailler Grenze gegen Polen eine geschichtliche Tatsache, gegen die wir mit lahmen Redensarten überhaupt nicht mehr aufkommen könnten. Wenn Ober- und Niederschlcsien, wenn die Grenzmark Westprcußen wirtschaftlich und sozial zusammenbrechen, wird diesem Verhängnis der dauernde Verlust von Land und Leuten auf dem Fuße folgen. Die Provinz Schlesien als Ganzes ist heute buchstäblich eingekeilt zwischen Polen und der Tschechoslowakei, die sich durch hohe Zollmauern gegen die Wirtschaftsverflechtung gesichert haben, über das deutsche Gebiet hinweg indessen ihre eigenen Waren im Durchgangsverkehr senden. Der Osten fordert in seiner Denkschrift seine Erschließung durch den Bau von K u n st st r a ß e n und Verbindungswegen, insbesondere die Erweiterung des Eisenbahnnetzes. Dazu gehört auch der Ausbau von Wasserstraßen, denn es muß unbedingt das Ziel erreicht werden, daß die westoberschlesische Kohle auf dem Wasserwege nach Skandiimvien gebracht werden kann. Die Denkschrift fordert auch Maßnahmen zur Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft, die sich ergänzen sollen durch Maßnahmen zur Erhaltung und Stützung der ostdeutschen Industrie.' Wenn das Deutsche Reich das immerhin wertvolle Zündholzmonopol an einen Auslandkonzern abgetreten hat, so hätte als Gegenleistung auch ausbedungen werden müssen, eine große Zündholzfabrik in Ostpreußen zu errichten. Diese könnte dann auch die Versorgung der baltischen Länder und Polens mit übernehmen, soweit diese dem Schwedenkonzern ebenfalls dienstbar sind. Es ist noch nicht zu spät, das Zündholzmonopolgesetz durch diese Bestimmung auszugestalten, die jedenfalls wirksamer ist, als die zeitraubende Besckzaffung eines neuen Notfonds. Es ist auch durchzuführen, daß die zum Privatmonopol ausgewachsene deutsche Zigarettenindustrie Annahme des Zündhchmonopols im Saushaltsausschuß. Ein Kompromiß der Regierungsparteien. Berlin, 26. Ian. (v.D.Z.) Die Regierungsparteien hielten am Samstag eine interfraktionelle Besprechung ab, in der sie sich auf einen ftompto- mihantrag zum Z ü n d w a r e n m o n o p o l einigten. Danach bleibt das monopolfreie Kontingent der G r o ß e i n k a u f s g e s e lisch a f te n der Konsumvereine in der von der Regierungsvorlage vorgesehenen höhe (23 000 Rormalkislen für die Hamburger, 3700 Rormalkisien für die Kölner Organisation) bestehen. Line Kürzung tritt aber ein bei den Steigerung s- fähen, die die Regierungsvorlage alljährlich für die Kontingente vorgesehen hat. Der Steigerungs- sah vermindert sich nach dem komprom.h- antrag für die Hamburger Organisation von 245 auf 230 Rormalkislen, für die Kölner Organisation von 56 auf 37 Rormalkislen. Die in der Vorlage vorgesehenen K l e i n v e r - kaufshöch st preise werden durch den Korn- promihanirag zu Kleinverkausspreisen schlechthin, also zu Festpreisen, gemacht, die nicht überschritten, aber auch nicht unterboten werden dürfen. Die Abweichung von diesen Preisen soll nach dem Kompromiß b e st r a s t werden. Der en-gros- Preis soll 30 Pfennig pro Paket betragen. Schließlich ändert der Kompromißantrag die Regierungsvorlage in der Beziehung, daß an Stelle der vorgesehenen Ermächtigung zum Erlaß von Aus- führungsvorschristen die 2Nuh-Veslimmung ausgenommen wird: Die Reichsregierung erläßt mit Zustimmung des Reichsrates Durchführungs- und Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz, insbesondere auch Vorschriften zur Sicherung der Qualität und über die Ausstattung der Zündwaren: Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafen bedroht werden. Die (Stellung der Parteien. Zustimmung zum Kompromiß. Berlin, 26. San. (BDZ.) Der Haushaltsausschuh des Reichstages setzte die Beratung des Zündwarenmonopols fort. Bei der Beratung des Paragraphen 1 erklärte Abg. Dr. Reichert (Dn.): Das Monopol- geseh bringe der Sndustrie keine Gesundung. Es lege sogar einen Hemmschuh vor die notwendige Rationalisierung. Die Ausfuhr von Zündwaren werde durch das Monopol praktisch unterbunden. Die Deutschnationalen seien Gegner jedes Reichsmonopols, das nicht in den allerdringlichsten Snteressen der Allgemeinheit liege. Das sei hier aber nicht der Fall. Reichsfinanzmini st er Dr. Molden- Hauer erklärte, daß die Regierung die deutschen Snteressen in jeder Weise gewahrt habe. Die Russen hätten leine Zollstundungen erhalten. Das Monopol werde eingeführt, um der deutschen Zündwarenindustrie den notwendigen Schuh zu bringen, da sie dem überragenden Einfluß der Schweden sonst erliegen würde. Die deutsche Gruppe habe ihn dringend gebeten, das Monopol zu sichern, selbst auf die Gefahr hin, daß die Anleihe nicht zustande komme. Abg. Borrmann (Wirtsch.) sprach sich prinzipiell gegen das Gesetz aus. Seine Partei sei gegen die Monopolisierung einzelner Wirtschaftszweige. Der Redner beantragte: „Die in der Edeka-Zentrale zusammengeschlossenen Einkaufsgenossenschaften des Einzelhandels sind berechtigt, die von der Edeka- Zentrale hergestellten Zündwaren für den eigenen Bedarf ihrer Mitglieder selbständig abzusehen, begrenzt auf 20 000 Rormalkisten in jedem Kalenderjahr." Sn der Aussprache ergab sich die Meinung der Mehrheit des Ausschusses, daß durch eine solche Bestimmung, die auch noch den Händlergenossenschaften gewissermaßen Monopolfreiheit gäbe, das ganze Monopolgesetz durchbrochen wurde. Der Antrag der Wirtschaftspartei wurde deshalb ab gelehnt. Abg. Dr. Pfeffer (D. B.) betonte noch einmal die Stellungnahme seiner Partei, die Paris, 26. San. (WTD.) Auf bem Sozialistischen Parteitag wurde eine vom Bürgermeister von Roubaix, Lebas, im Namen der Mehrheit vorgetragene Entschließung mit 2066 gegen 1507 Stimmen angenommen, die lautet: Der Kongreß möge erklären: 1. daß er der Charta der Partei treu zu bleiben gedenkt: 2. daß er den Beschluß des Nationalrats vom 28. und 29. Oktober 1929 billigt,. 3. daß die Partei stets bereit ist, die Verantwortung für die Regierung zu übernehmen, und zwar entweder allein oder mit der Mehrheit und der Leitung der Regierung, durch von der Partei gewählte sozialistische M i n i st e r, die ein Regierungsprogramm zur Anwendung bringen sollen, das als sozialistisch erkennbar ist: 4. daß der Gedanke einer eventuellen Beteiligung der Sozialisten an einer Koalitionsregierung zunächst ausgeschaltet werden muh unter der gegenwärtigen Legislaturperiode und nur im Falle von außergewöhnlichen Tlmständen ins Auge gefaßt werden könnte, außergewöhnlichen Tlmständen, die als solche von einer frei beschlutzfassenden sich prinzipiell gegen den Gedanken des Monopols richte. Hier müsse aber die ganze Sachlage im großen finanziellen Zusammenhang betrachtet werden, und nur aus diesem Grunde sei ein Kompromiß zustande gekommen. Mit Rücksicht auf diesen Kompromiß zog der Redner einen Teil der dcutschvolks- parteilichen Anträge zurück, da sie durch die neuen Vereinbarungen hinfällig geworden seien. Sn ähnlichem Sinne sprachen die Abgeordneten Fischbeck (Dem.), Schlack (Z.) und Rauch- München (Bay. Volksp.) Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärte auf Anfrage, Daß ein Vertreter aus dem Einzelhandel in den Au f - s i ch t s r a t kommen werde. Der Minister bemühe sich auch um einen Platz im Aufsichtsrat für einen Vertreter der Arbeiterschaft. Die Vorlage wurde dann nach den Kompromih- anträgen der Regierungsparteien angenommen. Die Demokraten zum Roll Schacht. Berlin, 27. San. (Priv.-Tel.) Die demokratische Reichstagsfraktion gibt folgendes Kommunique heraus: „Die Deutsch: Demokrat sehe Reichstagsfraltion erblickt in der Unabhängig f c i t der Währungs-, Diskont- und Kreditpolitik der Reichsbank gegenüber politischen Einflüssen, öf.entlicheir Versam.mlung der Partei anerkannt werden, entweder durch einen Kongreß oder durch eine Beratung des Nationalrats, wobei eine Zweidrittelmehrheit der Bezirksverbandsmandate erforderlich sein soll. Sn beiden vorgesehenen Fällen hat die betreffende Versammlung die Aufgabe, die Delegierten der Partei für die Regierung zu bestimmen. Nach der Annahme der gemeldeten Mehrheite- entschließung verlas im Namen der Minderheit der Delegierte D6at eine Erklärung. Die Frage der Regierungsbeteiligung selbst könne nicht durch die Beschlüsse der Mehrheit als geregelt angesehen werden: denn die Regelung hänge viel weniger von dem Willen der Partei als von den Ereignissen selbst ab. Die Minderheit werde innerhalb der Partei für ihre Auffassung weiter Propaganda machen. Gegen die Verlesung dieser Erklärung wandte sich der Generalsekretär der Partei, Paul-Faure, auch die Mehrheit werde ihre Auffassung vor den Bezirksoereinigungen vertreten. Er bedauere, daß die Erklärung der Minderheit den Anschein erwecke, daß der Sozialistenkongreß auseinandergehe, während die Vertreter der einzelnen Richtungen mit geballter Faust sich trennen. Die Sitzung schloß mit dem Gesang der Internationale. Die französischen (Sozialisten lehnen eine Regierungsbeteiligung ab. in Ostpreußen oder in der Grenzmark eine große Fabrik errichtet, die einen Teil der deutschen Produktion übernehmen kann. Königsberg wird sich hierfür vorzüglich eignen, da der ©eeroeg von Hamburg nicht kostspielig ist, also das Rohmaterial nicht erheblich verteuert. Die Hauptsache ist, daß nicht über Hilfsmaßnahmen beraten wird, sondern dafür zu sorgen, daß diese auch sofort und unverzüglich erfolgen. Aufregung in Warschau. Polnische Preffcstimmen zur Denkschrift des deutschen Lstcns. Warschau, 26. San. (T.-U.s Die polnische Presse maßt sich an, die Denkschrift der deutschen O st Provinzen an den Reichspräsidenten v. Hindenburg als „eine Frechheit" zu bezeichnen. Während die meisten Blär- ter nur Auszüge veröffentlichen, schreibt die nationaldemokratische „Gazeta Warszawska", daß die amtliche deutsche Erklärung den internationalen Skandal abgewendet habe, der in einer öffentlichen Aeußerung des Reichspräsidenten über eine beabsichtigte Aufteilung Polens (!) liegen würde. An der Sache selbst ändere das jedoch nichts, da man genau wisse, daß alle deutschen Parteien die Revision der deutsch-polnischen Grenze in ihr Programm ausgenommen hätten. Man könne keinen Zweifel daran hegens daß die Vertreter Ostpreußens, wenn sie von angeblich wirtschaftlichen Fragen sprachen, auch über den Korridor gesprochen haben. Welche Antwort Hindenburg in diesem Fall erteilt habe, stehe ebenfalls autzer Zweifel. Der ganze Zwischenfall bestätige trotz aller Widerrufe, daß das wichtigste Ziel der deutschen Politik die Aufteilung Polens sei. Als zweite Tatsache müsse man feststellen, daß Deutschland die ersten Schritte zur Erreichung dieses Zieles gleich nach der endgültigen Räumung des Rheinlandes unternehmen werde. Aus diesen gegebenen Voraussetzungen müsse Polen die Konsequenzen ziehen. Vor allem sei es notwendig, die öffentliche Meinung in Polen zu mobilisieren und zu vereinheitlichen. Sn bezug auf die Grenzbefestigungen und die militärische Be- r e i t s ch a f t feien zweckentsprechende Maßnahmen erforderlich, die im Heeresetat ihren Ausdruck finden müßten- Gegen die deutschen Watt)- besitzer in Böhmen. Tschechisierungsmaßnahmen gegen deutsche Fürsten Prag, 25. Ian. (TU.) Die Wälderenteignung wird in diesem Jahre in den sudetendeutschen Gebieten energisch durchgeführt. In West- böhmen werden die großen Forstbesitze der Fürsten Metternich und Loew en st ein, die volle Schwere der Beschlagnahme verspüren. Einflußreiche tschechische Kreise drängen, gerade diese Besitzungen zu beschlagnahmen, da Loewenstein bayerischer Staatsbürger und auch Metternich Reichsdeutscher ist. Loewenstein hat in der Gegend von Weseritz große Forsten, während Metternich den größten Teil des Kaiserwaldrückens besitzt und die Forsten in der sog. Glatze. Es ist sehr wahrscheinlich, daß auch das Stift Tepl noch Wälder verlieren wird. Dadurch will man einen Kreis von Staatswaldungen um den reichsdeutschen Kurort Marienbad schaffen. Die tschechische Bürgermeisteroereinigung und alle Ortsgruppen des Tschechifierungsvereins im Bezirk Hohenstadt haben an das Bodenamt in Prag ein Schreiben gerichtet, in dem verlangt wird, daß der gesamte Wald besitz des Für st en Liechte n ft e i n in Mähren, vor allem die Wälder des Besitzes Sternberg enteignet werden sollen. Die enteigneten Wälder wären der Stadt Olmütz und den anderen sich um Wald bewerbenden Gemeinden zuzuteilen. Der Einspruch wird auch damit begründet, daß der Liechtensteinbesitz in Nordmähren ein „Bollwerk der Germanisierung" bedeute, das fallen müsse. Oer neue Wirtschaftsplan in Rußland. Klagen über mangelndes Interesse. K o w n o, 25. Jan. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, macht sich in allen Zweigen der russischen Wirtschaft eine ausgesprochene Interesse» l o s i g k e i t an der Durchführung des s o z i a l i st i. scheu Aufbauplanes bemerkbar. Auf keinem Gebiete des Wirtschaftslebens ist der für das erste Quartal des laufenden Wirtschaftsjahres festgesetzte Produktionsplan ausgeführt worden. Jeder Monat bringt der Sowjetregierung und der Parteileitung neue Enttäuschungen. Aus diesem Anlaß wendet sich der Zentralausschuh der russischen kommunistischen Partei mit einem langen 21 u f r u f an alle Partei-, Wirtschafts- und Gewerkschaftsorganisationen, in dem die ungenügende Arbeitsleistung und Produktion als ein Verbrechen vordem gesamtenVolkhingestellt wird. Der Zentralausschuß weist darauf hin, daß durch die viel zu hohen Produktionskosten und die Nichtausführung des Planes die russische Industrie im ersten Quartal (Oktober-Dezember) einenVerlustoon etwa 2 2 5 Millionen Rubel gehabt habe, was einer direkten Gefährdung des fünfjährigen Wirtschaftsplanes gleichkomme. In Anbetracht dessen, daß einige Werke und Trufte den vorgesehenen Plan ausgeführt hätten, fei eine Rechtfertigung der übrigen Wirtschaftsunternehmungen zwecklos. Der Zentralausschuß habe dafür nur die eine Erwiderung, die zuständigen Wirtschafts- und Parteiorganisationen hätten nicht die aktiven Parteimitglieder und die aktive parteilose Arbeiterschaft- rechtzeitig mobilisiert und nickt das nötige Interesse für den sozialistischen Aufbau gezeigt. Als einer der Hauptgründe sei ferner die Nichtausführung der Bestimmungen des Zentralausschusses über die völlige lleberlaffung der Leitung der Betriebe an den Direktor des Werkes oder der Fabrik und den Zechenleiter anzusehen. In vielen Fällen hätten die Wirtschafts- und Gewerkschaftsführer diese Bestimmung des Zentralausschusses unberücksichtigt gelaßen und die technische Leitung der Betriebe nicht den einzelnen Direktoren überlassen, sondern im Gegenteil sich in ihre Obliegenheiten eingemischt. In Zukunft verlange der Zentralausschuß die restlose Ausführung seiner Verfügungen, fortan habe einzigund allein der Direktor des Werkes über die zu leistenden Arbeiten zu bestimmen. Ebenfalls habe die Presse, die doch die stärkste Waffe in den Händen des proletarischen Staates sei, nicht das nötige Emp- finden für den Aufbau gezeigt. Die Blätter mühten täglich sowohl die erzielten Erfolge, als auch alle Mißstände oeröffentlichen, wofür eine besondere Spalte einzurichten sei. Ffnanzbedürfnifsen urtt) privatwirtschaftlichen Sonderinteressen d i e Bürgschaft für die Festigkeit der deutschen Währung und wird deshalb Versuche einer Aenderung des Reichsbankstatuts, durch die diese Sicherheit beeinträchtigt oder die fachmännische Leitung der Reichsbank in Frage gestellt werden könnte, bekämpfen. 3m Interesse der Einheitlichkeit der Reichspolitik und ihrer Vertretung nach außen und innen hält die Fraktion es jedoch für geboten, daß eine über ihre Zuständigkeit hinausgehende Einflußnahme der Reichsbankleitung aus die Reichspolitik verhindert wird." Kinanz- und Berwaltungsreform. Moldcnhauer und Luther zu dcnProblcmen des Tages. Berlin, 26. Jan. (WB.) Der Reichsangestellten- lag der Deutschen Bolkspartei, an der u. a. Reichs- finanzministcr Dr. Moldenhauer und Reichskanzler a. D. Dr. Luther teilnohmen, befaßte sich mit der kommenden Finanzreform. Reichsminister Dr. M o l d e n h a u e r erklärte: Selten sei eine deutsche Delegation unter so ungünstigen Vorzeichen zu einer internationalen Tagung gefahren wie nach dem Haag. Uns fehlte der Mann, der so großes internationales Ansehen hatte wie Dr. Stresemann. Wenigstens war günstig, daß auf der anderen Seite ein starker Wille zur Verständig un.g vorhanden war. Hier stand Tardieu als ein Mann, der sich vom ersten Tage an ehrlich bemüht hat, die Dinge zur Lösung zu bringen. Trotzdem haben wir einen schweren Kampf zu kämpfen gehabt. Aber die Gegenseite hatte den Eindruck, wir gehen über die Grenzen des für uns Erträglichen nicht hinaus. Ich habe in diesen Tagen die Notwendigkeit erkannt, daß eine selbständige Politik nur möglich ist, wenn man gesunde Finanzen hat. Reichsfinanzminister und Reichsbank sind auf eine ehrliche Zusammenarbeit angewiesen. Auf keinen Fall darf die finanzielle Unabhängigkeit der Reichsbank erschüttert werden. Das Ziel der Sanierung der Reichsfinanzen muß A b - deckung der schwebenden Schuld fein. Auch eine E n t l a st u n g der Wirtschaft muß eintreten. Eine große Finanzreform muß aber auch getragen sein von dem Verständnis der großen Massen. Ich glaube, das deutsche Volk hat Verständnis dafür, daß nur ein [tarier Wille uns aus diesen Schwierigkeiten hinausführt. Ich habe die absolute Zuversicht, daß wir der Schwierigkeiten Herr werden. Es liegt bei uns, ob es wieder aufwärts geht. — Reichskanzler a. D. Dr. Luther knüpfte an die großen Zusammenhänge zwischen Finanzreform und Verwaltungsreform an und wies darauf hin, daß der Z i n s f u ß in Deutschland wesentlich höher ist als in seinen Nachbarländern. Wir müssen also eine Vertrauensprämie zahlen. Darum brauchen wir eine ganz andere E i n st e l l u n g zu den Dingen des öffentlichen Lebens. Diese Einstellung muß aus der Bevölkerung selbst herauskommen. Wir müssen durchstoßen durch die Zeit, in der man alles nur vom Interessenten- standpunkt aus sehen will. Nur vom festen nationalen Wollen kann man an die Rekchsreform Herangehen. Die landwirtschaftliche Einheitssteuer. Berlin, 26.3an. (Priv.°Tel.) Um die zahlreichen Klagen der Landwirtschaft über die Ungerechtigkeit des sie betreffenden Steuersystems gründlich nachzuprüfen, und die Möglichkeiten einer Abänderung zu erwägen, hat man sich im vergangenen 3ahr entschlossen, eine besondere Kommission aus Sachverständigen zusammenzusehen Unter dem Vorsitz von Hilferding, dem damaligen Reichsfinanzminister, hat diese Kommission, der u. o. Schiele, Hermes, Fehr, Aere- boe, Geriete, Brüning, Horlacher, Keil usw. angehören. im 3uni 1929 ein Arbeitsprogramm aufgestellt. 3m Mittelpunkt der Erwägungen steht die Frage einer Einheits- steuer für die Landwirtschaft. Seit der Beratung im vergangenen 3uni ist nun die Kommission nicht mehr zusammengetreten, aber die Melodien, die sich begegnen. Von Dr. Georg (Schott. Don 3oseph Haydn stammt, wie jeder einigermaßen Musikkundige weiß, die Vertonung der alten österreichischen und der neuen deutschen Rationalhymne. Anfang 1797 hat er sein „Kaiserlied" („Gott erhalte ..") komponiert, und geraume Zeit später erhielten die Verse Hoffmanns von Fallersleben („Deutschland. Deutschland über alles .."), die nach dem Krieg durch den Reichspräsidenten Ebert zur offiziellen Hymne der deutschen Republik erklärt wurde, die gleiche Melodie. Haydn selbst hat die Weise, die ihn in zwei Ländern so volkstümlich machte, schon zweimal vorher erklingen lassen: im Bencdictus der Marienzeller Messe (1782) und im zweiten Sah der „Disben Worte des Erlösers" (1785). Kurz nach dem Entstehen der Hymne ist ihr musikalischer Gehalt in das viel- gespielte „Kaiserquartett", op. 76 III (1797) übergegangen. wo er die Variationen des Andante bestreitet. Was aber hat Mozart mit diesem Schema zu tun? Richt mehr und nicht weniger, als daß sich schon in einer seiner 3ugend- schöpfungen (1773) der Refrain (also die vier Takte am Strophenschluß: „Deutschland, Deutschland über alles .") notengetreu vorfindet. Da die Motette „Exultate, jubilate" gerade jetzt außerordentlich häufig im Konzertsaal zur Aufführung gelangt, wird die ganz ausfällige Entsprechung (bei Mozart aus den Worten: „Al- lelujah“) den meisten Hörern kaum entgangen sein. Aber auch Mozart darf die Erfindung des Themas nicht unbestritten für sich in Anspruch nehmen. Max Friedländer führt in seinem „Deutschen Lied" noch ältere Parallelen in einem Rondeau für Cembalosolo von Georg Phllipp Telemann und in dem Lied „Lebe, liebe, trinke, lärme" des Johann Friedrich A g r i k o l a (1753) an und erwähnt auch die — allerdings problematische — Ansicht eines kroatischen Forschers. der als Vorbild der Hymne Volkslieder seines Landes angibt. Amüsant ist, daß dann genau dieselbe Stelle — die ja an sich nur eine sequenzarlige Verwertung der Tonleiter bedeu- tet — auch bei Schubert vorkommt. 3m Chor Rr. 3 des „Stabat water" nimmt dieser Meister die Telemann-Mozart-Hahdnsche Melodie auf die Worte „Liebend neiget er fein Antlitz" auf. Was beweist das alles? 3mmerhin soviel, daß dieser Wehrmacht und Diktatur in Spanien. Eine Umfrage prima de Riveras über den Fortbestand der Diktatur. Madrid, 26.3an. (WTB.) 3n einem der Presse übermittelten Kommunique erklärt General Primo de Rivera, er wünsche zu wissen, ob das Regime der Diktatur noch immer auf das Vertrauen und die Unter ft ütjung der Armee und des Volkes rechnen könne. Da es unmöglich sei. sich auf direktem und zuverlässigem Wege darüber zu unterrichten, so ermächtige die Regierung die zehn Generalkapitäne. die an der Spitze der Militärbezirke stehen, sowie den Höchstkommandierenden der in Marokko stehenden Truppen, die drei Generalkapitäne der Flotte und die kommandierenden Generäle der Gendarmerie, sich mit den Führern der ihnen unterstellten Truppeneinheiten zu besprechen und sowohl auf schriftlichem Wege, wie auch bei Gelegenheit einer Zusammenkunft, die in Madrid unter dem Vorsitz einer maßgeblichen Persönlichkeit stattfinden soll, darüber Bericht zu erstatten, ob die Diktatur noch das Vertrauen der Armee und der Flotte besitze. Falls dieses verneint werde, werde Primo de Rivera mit den übrigen Mitgliedern des Kabinetts sofort dem König ihre Demission einreichen. Die Generale, die um ihre Ansicht angegangen worden seien, würden angesichts der heiklen und ernsten Lage gebeten, sich sobald wie möglich zu äußern. 3n der Rote, die Primo de Rivera an die Militärgouverneure gerichtet hat, beschäftigt er sich mit den studentischen Kundgebungen, den Versuchen, eine Finanzpanik hervorzurufen und den Gerüchten über angebliche Unruhen. Die Rote erklärt, daß die Regierung in allen diesen Fällen davon absehen wolle, mit übertriebener Schärfe Unterdrückungsmaßnahmen zu ergreifen, daß sie aber ebensowenig sich mit ungenügenden Maßnahmen begnügen werde. Heber die Vorgeschichte dieser Umfrage berichtet die „Montagspvst" u. a. folgendes: Rachdem sich in den letzten Tagen wieder Alarmgerüchte über die Erschütterung über Primos Stellung verbreitet hatten, hätten verschiedene 3ourna- listen den Diktator um eine Unterredung gebeten. Primo habe ihrer Bitte entsprochen, ohne jede Scheu zu sprechen. Darauf sei er gefragt worden, ob es stimme, daß der König Primos Demission bereits angenommen habe und daß der jetzige 3nnenminister, General A n i d o , sein Rachfolger werden solle, daß ferner ein aus drei Generälen bestehendes Verwaltungsdirektorium schon jetzt die tatsächliche Regierungsgewalt in Händen habe. Primo de Rivera habe zunächst laut aufgelacht. Als ihm aber nach und nach alle Gerüchte mitgeteilt worden seien, die im Umlauf seien, sei der Diktator plötzlich nachdenklich geworden und habe sehr ernst erklärt, er werde sofortzurücktreten, wenn er einen geeigneten Kandidaten f ü r seine Rachfolge müßte. Er kenne keinen und werde es sich nicht gefallen lassen, daß man ihm die Zügel gewaltsam entreiße. Rach der sehr zwanglos verlaufenen Unterredung sei Primo längere Zeit allein geblieben. Das Ergebnis seines Rachdenkens sei die Umfrage an d i e Offiziere gewesen. einzelnen Referenten haben inzwischen außerordentlich umfangreiches Material gesammelt, das nach der Auskunft unterrichteter Kreise neue und wertvolle Ausschlüsse über die finanzielle und steuerliche Lage der Landwirtschaft bringen soll. Man beabsichtigt, die gesammelten Untersuchungen in der nächsten Zeit zu veröffentlichen. Dagegen ist die praktische Weiterarbeit vor allem hinsichtlich des Problems der Einheitssteuer einstweilen noch ungeklärt, da der neue Reichsfinanzminister Mol- denhaucr noch feine Zeit und Gelegenheit gefunden hat, sich mit der Tätigkeit der Kommission zu beschäftigen. Die Volkspartei fordert ein Roggenbrotgesetz. Berlin, 25.3an. (WTB.) Wie die Rationalliberale Korrespondenz mit teilt, hat der Arbeitsausschuß der Deutschen Dolkspartei Verhandlungen über die Möglichkeiten geführt, die zu einer Festigung des zusam mengebro- chenen Roggenpreises führen können. Der Ausschuß gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Erhöhung des Eins uhrscheinwertes auf die volle Zollhöhe und eine Herabsetzung der Ausmahlungsquote für Roggen unter Prüfung der Frage eines angemessenen Kleiezolles sichergestellt werden müsse. Darüber hinaus erscheine die sofortige Einführung eines Roggenbrotgesetzes verbunden mit der entsprechenden Propaganda für Roggenbrotverzehr dringend erforderlich. Die,/Gefahrenoerneinschaft" der Sozialversicherungen. Berlin, 26.3an. (Priv.-Tel.) Wie wir aus gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen hören, hat sich bei den leitenden Stellen des Reichsarbeitsministeriums bei einer Besprechung über eine Gefahrengemeinschaft der Sozialversicherungen zugunsten der Arbeitslosenversicherung im allgemeinen eine ausgesprochene Stimmung, gegen diesen Plan geltend gemacht. Auch der Reichs- arbeitsminister W i s s e l l äußerte seine Bedenken, so daß der Vorschlag von dieser Seite wohl keine Unterstützung erfahren wird. Der Reichs- finanzminister wird in der nächsten Zeit zu diesem Problem Stellung nehmen, während einfache glückliche Einfall drei Großmeister beschäftigt hat; wir sind also beim Gesang der Strophen musikalisch in der besten Gesellschaft. Bei dieser Gelegenheit seien aus dem unerschöpflichen Bereich der musikalischen Parallelen einige charakteristische Beispiele zusammengetra- gen. Man soll ihre Bedeutung gewiß nicht überschätzen und keine voreiligen Abhängigkeiten konstruieren: ein ergötzliches Spiel des Zufalls bleiben sie ein für allemal, und mitunter bringen sie doch den Beweis einer geistigen Wahlverwandtschaft. Dies am ehesten wohl, wenn sich zwei Große in ihren Melodien begegnen. Da mag z. V. von einer melodischen Gemeinschaft die Rede sein, die Brahms und Schubert mehrmals aufzeigen. Man wird den Beginn des Liedes „3ch frage keine Blume" aus Brahms D- Dur-Serenade (wo das Thema ohne Auftakt vorkommt) sofort heraushören, und auch der Schluß der „Sapphischen Ode" erinnert stark an die letzten Takte von Schuberts „Am Meer", wobei beide Male das Wort „Tränen" dieselbe Wendung erhält. Haydn und Wagner haben nun freilich nicht viel miteinander zu tun: trotzdem findet sich im 3. Streichtrio Haydns bereits das Thema des Lohengrin-Brautchors vorgebiidet. Chopins kleine Oes-Dur-Elüde gemahnt in ihrer prägnanten Thematik an den letzten Satz einer Beelhoven-Sonatine, op. 79. „Geheime Anziehungskräfte" (Dynamiden» bewies ein so genannter Walzer von Josef Strauß auf feinen großen Ramensvetter Richard, in dessen „Rosenkavalier"-Walzer gerade dieser Walzer deutlich wiederklingt. Die einprägsame Eingangsmelodie des Schlagers „Fräulein Pardon" hat vor manchen Jahrzehnten bereits 3aques O f - fenbach in seiner entzückenden Operette „Rach dem Zapfenstreich" gekannt. Das von unserer 3ugend vielgesungene „Wenn wir marschieren" hat für die Anfangsmelodie mit dem charakteristischen Rhythmus in Händels Arie „Lascia eh’ io pianga" eine klastische Vorstufe. wie sich denn auch der Gassenhauer „Margarete. Mädchen ohnegleichen", der vor zweieinhalb 3ahrzehnten sehr verbreitet war. auf Chopins l-Moll°Klavierphantafie, aber auch auf dos Andaiite von Beethovens E^-Dur-So- nate op. 27 I mit Fug berufen kann Endlich zwei Beispiele von Melodien, die sich berühren, ohne daß irgendein unmittelbarer Zusammenhang anzunehmen oder auch nur denkbar wäre. Wer früher das Liedchen „Büblein. wirst in einzelnen Gewerkschaftskreisen die Gesahrengemeinschafk eine starke Befürwortung erfährt, da man auf diesem Wege einen Machtzuwachs für die Sozialversicherungen erwartet. Um die Große Koalition in Preußen. Berlin, 26. Ion. Am Samstag wurden nur die unverbindlichen Einzelbesprechungen fortgesetzt. Der preußische Ministerpräsident Braun hat der Errvartung Ausdruck gegeben, daß ihm am M o n - t a g nach Abschluß namentlich der demokratischen und volksparteilichen Fraktionssitzungen die Vorschläge der Partei unterbreitet werden, damit er in der Lage sei, die entscheidenden Schritte zu tun. Das Zentrum zum Haager Ergebnis. Berlin, 26. 3an. (WB.) Dem Reichsparteivorstand des Zentrums erstattete Reichsminister Dr. Wirth ein eingehendes Referat über die Haager Ergebnisse. Rach kurzer Aussprache wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Reichsparteivorstand sprach dem Herrn Minister Dr. Wirth und den anderen Ministern der Zentrumspartei den Dank der Partei aus für ihre unermüdlichen Versuche, eine den politischen Auffassungen der Zentrumspartei entsprechende, den Lebens Notwendigkeiten des deutschen Volkes Rechnung tragende Lösung der im Haag zur Beratung stehenden Fragen zu finden. Der Reichsparteivorstand hat volles Vertrauen, daß die Zentrumsfraktion des Reichstages, von den gleichen Voraussetzungen ausgehend, unter Berücksichtigung der ges amtpolitischen Lage ihre Entscheidungen treffen wird." 3m weiteren Verlauf der Aussprache wurden dann hauptsächlich die wirtschaftlichen, finanziellen und innenpolitischen Auswirkungen der Haager Beschlüsse erörtert. Eine Entschließung lenkt die Aufmerksamkeit auf die schwierigen Verhältnisse in den Grenzbezirken im Westen und Osten und fordert eine tatkräftige, sy st ematischeGrenz Bandförderung. Zur Saarfrage wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Vorstand der Deutschen Zentrumspartei begrüßt die Fortsetzung der Pa- du ein Rekrut" („Wer will unter die Soldaten") gelernt hat. dem wird sicher auffallen, daß in Derdis „Traviata" die Warnung des alten Germont an seinen Sohn („Hat dein heimatliches Land") in Melodie und Rhythmus ganz entsprechend gebildet ist. Zwischen Tartarenmusik und Richard Wag - n e r aber dürfte auch die kühnste Phantasie kaum geistige Verbindungslinien konstruieren können. ilni) doch haben bei den Vorträgen von Professor D o e g e n . dem Direktor der Lautabteilung der preußischen Staatsbibliothek in Berlin, jedesmal die Hörer sofort herausgefunden, daß der Beginn eines tartarischen Chorliedes, das er aus feinen Grammophonbeständen Vorspielen ließ, unverkennbare Aohnlichkeit zum Beckmeller-Motiv aufwies ... Eine Sofort mit der chinesischen piraten-Königin. Wahrend das Räuberwesen in den früheren Hochburgen dieses Berufes immer mehr verschwindet, die Mafia in Sizilien ausgerottet ist, die Briganten auf dem Balkan und in' der Türkei feiern und nur in den Vereinigten Staaten sich merkwürdige neue Formen des Brigantenwesens bilden, erlebt dieses uralte Handwerk in China einen kaum je erreichten „Aufschwung". Das Geschäft der Entführungen von reichen und mächtigen Persönlichkeiten, die große Lösegelder zahlen müssen,.blüht unter den herumziehenden Soldatenhorden, und selbst die Generale und Gouverneure beteiligen sich an diesen einträglichen Transaktionen. Daneben wird die Piraterei eifrig betrieben, und es ist ein Zeichen der modernen Zeit, daß auch die Frau sich auf diesem bisher den Männern vorbehaltenen Gebiet zu betätigen beginnt. Verschiedentlich hat man bereits gehört, daß die Banden, die Schiffe überfielen, von kühnen Damen befehligt wurden und es gibt sogar eine „Piraten-Königin", die die von ihrem Vater ererbte Organisation bedeutend ausgebaut und verbessert hat. Ein Amerikaner Lilius hat die günstige Gelegenheit wahrgenommen, auf einem Schiff dieser Seeräuberin eine Fahrt zu machen, und diese interessante Persönlichkeit dabei näher kennengelernt. „Was für eine Frau ist doch diese La: Choi San," erzählt er in befn „American Weekly Magazin". ..Diese Königin der Piraten, die Befehlshaberin einer Flotte von zwölf, mit riser Verhandlungen zwecks Rückgliederung be8 Saargebietes. Er erwartet die r e st l o s e politische und wirtschaftliche Wiedereingliederung des Gebietes in den Verband des Reichs. Preußens und Bayerns. Diese Rückgliederung ist eine toe* fentließe Voraussetzung für eine wahrhafte Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich. Entsprechend dem Willen der gesamten Saarbevölkerung und den wiederholten Erklärungen des Reiches und der Länder Preußen und Vayem sind die Verhandlungen über die Zukunft des Saarbergbaues so zu führen, daß die Gruben einschließlich aller erschlossenen und nicht erschlossenen Kohlenfelder in den uneingeschränkten Besitz des preußischen und bayrischen Staates gelangen. Bei der Regelung der zukünftigen Handelsbeziehungen müssen die Lebensinteressen des Saargebietes und der benachbarten deutschen Gebiete auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung gewahrt werden." Llnabhängigkeitstag in Indien. London, 26. 3an. (5U.) Bei der Feier des 3ndischen Unabhängigkeitstages kam es jn Bombay zu einem ernsten Zwischenfall. Dreihundert Baumwollspinnereiarbeiter, die dem Kommunismus nahestehen, suchten die ’ Tribüne einer Massenversammlung zu stürmen. Dem Bestreben, die Kongreßfahne niederzuholen und die rote Flagge an ihrer Stelle zu hissen, folgten schwere Auseinandersetzungen zwischen den Kommunisten und den Versammlungsteilnehmern, die so ernst wurden, daß die auf der Plattform befindlichen Frauen, unter ihnen die Frau des Präsidenten des 3ndischen Rationalkongresses, Rehru. in Sicherheit gebracht werden mußten. Den Kommunisten gelang es, sich vorübergehend der Tribüne zu bemächtigen, von wo aus sie Gandhi beschimpften. Sie wurden aber schließlich vertrieben. Die Zahl der bei den Zusammenstößen Verletzten ist noch nicht bekannt. Die Stadtverordnetenversammlung von Kalkutta beschloß, am llnabhängigkeitstag die Flagge der indischen Rationalisten zu hissen. Bei allen festlichen Gelegenheiten soll in Zukunft ebenfalls diese Flagge gesetzt werden. Der Bürgermeister erklärte den Union 3ad als eine Beleidigung der nationalen Ehre 3ndiens und forderte die Bewohner auf, den Beschlüssen des Allindischen Kongresses in Lahore zu gehorchen. Für die Veranstaltungen im ganzen Lande ist eine in Hunderten von Sprachen und Dialekten verfaßte Entschließung vorbereitet worden, in der es heißt: Wir glauben an das unanfechtbare Recht des indischen Volkes. Die britische Verwaltung hat das indische Volk nicht nur seiner Freiheit beraubt, sondern hat sich durch die Ausbeutung der Massen bereichert und 3ndien wirtschaftlich, politisch, kulturell und geistig zugrunde gerichtet. Wir glauben daher, daß 3n- dien seine Verbindung mit Großbritannien zerschneiden und seine völlige Unabhängigkeit zurückgewin- nen muß. 3n der Entschließung wird weiter die Ueberzeugung vertreten, daß die Zurückziehung aller freiwilligen Hilfe für die britische Verwaltung und die Einstellung der Steuerzahlung zum Ziele führen werde. Zum Schluß wird die feierliche Verpflichtung ausgesprochen, die Beschlüsse des indischen Rationalkongresses für die Herstellung der völligen Unabhängigkeit des Landes durchzuführen. Aus aller Wett. Schwere Zuchthausstrafen für Räuber. Das Schwurgericht in Arnsberg verurteilte den Räuber Liesegang wegen schweren Rau- bis zu 6 !/2 3 obren Zuchthaus und seinen Komplizen Gard? wegen schweren Raubes und versuchten Totschlages zu einer Gesamtstrafe von 71/2 3 ahren Zuchthaus. Die Angeklagten waren am 25. Rovember v. 3. in das Verwaltungsgebäude der chemischen Fabrik in Wock - lum eingedrungen und hatten dabei etwa 600 Mark erbeutet. Die Räuber waren dann geflohen. Zwischen ihnen und den verfolgenden Gendarmeriebeamten entwickelte sich ein F e u e r g e f e ch t. alten Kanonen gespickten Kampfdschunken. Ziemlich schlank und klein, das blauschwarze Haar durch zwei schöne 3ade-Radeln zu einem Knoten im Racken zusammengehalten, mit Ohrringen und Armbändern aus demselben apfelgrünen Edelstein, goldene Ringe an der Hand — so trat sie mit ruhiger Sicherheit auf mich zu. 3hr Gesicht und ihre dunklen Augen machen einen fingen Eindruck; sie sieht nicht sehr chinesisch aus, aber kühn und entschlossen. Sie ist vielleicht 40 3ahre und bewahrte in ihrer weißen Seidenrobe mit grünen 3adeknöpfen und in ihren weißen Deiden- pantofseln den Anstand einer Dame. Dabei ließ ihr Auftreten keinen Augenblick vergessen, daß sie zu befehlen gewohnt war. Meine Verbeugung beachtete sie kaum, sondern unterzog mich einem strengen Kreuzverhör, worauf sie mir gestattete, für 43 Dollar den Tag nach Macao mitzufahren. Ein Zollbeamter dieses Hafens gab mir später Aufschlüsse über sie. Sie hat ihr Geschäft von dem Vater geerbt. Dieser besaß sieben bewaffnete Dschunken, mit denen er die Spielhöllen und Banken von Macao gegen lästige Angriffe von feiten der Behörden schützte. Er hatte sich sogar den offiziellen Titel eines „3nspe^tors" zugelegt. Daneben führte er auch die Oberaufsicht über die Fischerflotten auf hoher See und brandschatzte diese unter dem Vorgeben, sie gegen feindliche Angriffe zu sichern. Die Tochter hat dieses Geschäft weiter aufgebaut und gebietet heute über zwölf Dschunken, die mit vorsintflutlichen Kanonen ausgerüstet sind und von denen jede eine bis an die Zähne bewaffnete Mannschaft hat. Diese Piraten sind ihrer „Königin" unbedingt ergeben und bilden eine stattliche Macht, mit der die Geschäftsleute und die Fischer von Macao rechnen müssen." Auf seiner Fahrt konnte der Amerikaner die Methode der Seeräuberin beobachten. Man sichtete eine Fischerflotte von etwa 100 Dschunken. Frau Lai Choi befahl, ruhig aus einer Kiste sitzend, den Angriff, worauf einige Schüsse auf die größte Dschunke abgefeuert wurden, die darauf sofort anhielt. Der Kapitän erschien an Bord des Piratenschiffes und überreichte unter großen Ehrenbezeugungen einen -tribut. Das Seeräubergeschäft der Dame vollzieht sich so in meist ruhigen und ungefährlichen Formen und unterscheidet sich sehr von den -Untaten der Piraten der Bias-Bai, die sich auf fremden Schiffen einschleichen, ganze Mannschaften niedermeheln oder in die Gefangenschaft führen. (1) 13 wurden bean- (9) (1) (40) (4) (0) (2) (2) (0) (0) (6) Eine Stiftung für das Liebig- Museu m. Dein Liebig-Museum in Gießen wurde von Herrn Dr. Ad. von den Velden in Weimar ein genealogischer Wandteppich mit Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 27. Januar 1930. Oie Arbeit der NahrungSmittelpolizei in Gießen im Jahre 1929. Die Nahrungsmittellontrolle wird im allgemeinen in der Oesfentlichkeit wenig bekannt. Hin und wieder verschafft ein ausfallendes Gcrichts- uileil einen Einblick in diese wichtige Ausgabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfange sich diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres aber auswirkt, möge — so schreibt uns das Polizei amt Gießen — zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung an gewissenlose Händler nach- ftehende Schilderung zeigen: Es wurden im Jahre 1929 voin Polizciamt Gießen 517 Proben von Nahrungs- und Gcnußmitteln dem Chemischen Untersuchungsamt Gießen zur Nachprüfung übergeben. Es waren folgende (die Zahlen der Beanstandungen sind in 22 43 355 23 4 12 6 4 8 27 Bornotizcn. — Tageskalender für Monta g. Goethe bunt): 3. Oichteravend, Alfred Neumann liest aus eigenen Werten, 20 Uhr, Neue Aula. — Naturheilverein: katholisches Vereinshaus. Frauenvortrag über das Thema „Die Entstehung und Heilung der Frauenkrankheiten", 20 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Still wie die Nacht und tief wie das Meer soll meine Liebe sein", und „Die Geburtstagsüberraschung". — Astoria Lichtspiele: „Zirkus Trom boli" und „Rivalen in Alaska". — A u s dem S t a d t t h e a t e r v u r e a'u >vird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, 28. Januar, findet die erste Wiederholung des erfolgreichen Kriegs- ftückes „Die andere Seite" statt, das unter der Spielleitung von Intendant Dr. Brasch auch in Gießen einen nachhaltigen, erschütternden Erfolg gehabt bot. — Am Mittwoch, 29. Januar, Lustspielpremiere „Du wirst mich heiraten!" von Berneuil. Spielleitung: Oberspielleiter Hans Tannert. — Am Donnerstag, 30. Januar, einmaliges Gastspiel Paul Wegener in „Der Gedanke" von Andrejew. Klammern beigefügt): Mehl-, Back- und Teigwaren Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und Obstkonserven Wurst- und Fleischwaren Milch und Milchkonservcn Butter und Siäfe Margarine und sonstige Fette und Oele Wein und Obstwein Bier und Branntwein wobei ein Räuber Ramens Wichert erschossen wurde. Liesegang ist mit 15 Jahren Zuchthaus wegen Raubes mit tödlichem Ausgang und Garde mit 13 Jahren Zuchthaus vorbestraft Beide Angeklagten sind seinerzeit von dem erschossenen Wichert a u s d e r I r r e n- anstatt Buch befreit worden. Das Gericht kam zu der Entscheidung, daß die Angeklagten als Ueberzeugungstäter gehandelt hatten. Wenn es ihnen aus die Erlangung von Geld an- gekommen wäre, so hätten sic dies leichter bei anderen Einbrüchen erhalten können. Bei der volitischen Einstellung der Angeklagten -- Liese- gang bezeichnet sich als Anarchist und Garde als Linkskommunist — bestehe die Möglichkeit, daß sie bei dem Einbruch es auf Pläne abgesehen hätten, die ihnen irgendwie bei späteren Terrorakten nützlich sein könnten. vorzügliches Verhallen des Kapitäns Dreyer. Die ruhige und wirkungsvolle Führung des Kapitäns Dreyer von der „M onte Cervan- t e s" während des Verlaufes der Schiffskata- strophe hat allgemeine Bewunderung gefunden. Kapitän Dreyer, der noch immer vermißt wird, wird in keiner Weise für die Katastrophe verantwortlich gehalten. Ein ähnlicher Unfall im Beagle-Kanal traf 1912 bereits den Dampfer .Sarmiento", der gleichfalls untergmg. Ein Huhn verursacht ein Motorradunglück. Zwischen Nordhorn und Lingen an der Ems flog einem Motorradfahrer plötzlich ein Huhn in das N a d. Die Maschine geriet ins Schleudern und raste I Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade gegen einen Baum. Dabei wurde der Beifahrer Wasser und Mineralwasser getötet. Essig, Gewürze und Spezereiwaren Die Mutter mit fünf Kindern verbrannt. Von sämtlichen untersuchten Proben 3n Atlanta (Michigan) kamen eine Mutter standet: 65 Proben - 12,6 v. H., gegen die im Bor- und ihre fünf Kinder im Alter von sieben bis jahre 14,7 v. H. Wie die Aufstellung ersehen laßt, 14 Fahren beim Brand eines Wohnhauses um. erstreckt sich ein sehr großer Teil der Untersuchungen Der Brand war durch einen überheizten auf Milch und Milchpräparate. Weiter wurden 1050 Milchproben durch die Nahrungsmittelkontrollbeamten vorgeprüft. In 12 Fällen, bei welchen die Milch verdächtig erschien,' mußten bei Landwirten in verschiedenen Ortschaften von unseren Kontrollbe- ointen in den Früh- und Abendstunden Stallproben erhoben werden. Wegen Nahrungsmittelfälschung, insbesondere wegen Milchsälschung, wurden ganz erhebliche Geldstrafen und in einem Falle 3 Wochen Ofen entstanden. Schweres Straßenbahnunglück in Stettin. Ein schweres Straßenbahnunglück wurde dadurch verursacht, daß an einem Strahenbahn- zug die Koppelung des Anhängers sich aus unbekannten Gründen löste. Der Anhänger sprang aus den Schienen und prallte mit solcher Wucht gegen ein Gebäude, daß er s i ch , @ -än i5 „erhängt übcrJd)[ug. Oia^ Öen bisherigen polizeilichen Ordern wurden 1577 Revisionen in Feststellungen sind bei dem Unfall d re i M en - a n e n Gewerbebetrieben und Hand- sch en leben zu beklagen. Außer den drei (un in welchen Rahrungs- und Genuß- Todesopfern forderte das Unglück noch 2 4 Ber- I Berkaus stehen, gelagert und her- letzte unter den Fahrgasten gestellt werden, z. B. auch in Backstuben, Mehl- Cärmfaenen im Kino. fammern, Wurstküchen und Speiseeisherstellungs- 3n München kam es bei der Erstaufführung des räumen auf Reinlichleit, sachgemäße und vor- Tonfilmes „In einer kleinen Kon- schriftsmäßige Behandlung der Ware vorgenom- d i t o r e i“ im Phoebus-Palast zu schweren Lärm- men. Hier wurden zum Teil erhebliche Mängel szenen. Cs ertönten immer wieder die Rufe: sestgcstellt. Es wurden größere Mengen ver- ..Schluß! Auf hör en!" Sch'ießlich wurde das dorbener Fleisch- lind Wurstwaren vorgefunden, Ilebersallkommando alarmiert und eine Hundert- beschlagnahmt und der Abdeckerei zugeführt, schäft Schutzleute in das Theater entsandt. 2m Brotgewichtsrevisionen wurden 296 vorgenom- ^uschauerraum kam es zu Raufereien, wobei men. wobei auch das von auswärts zugefahrene einzelne Demonstranten mit Gewalt entfernt wer» Brot der Gewichtskontrolle unterzogen worden den mußten. Der Film konnte dann zu Ende ge- ist. 210 Brote, die Mindergewicht bis zu 160 spielt werden. Gramm hatten, wurden weggenommen und die Von Wilddieben erschossen. betressenden Bäcker zur Anzeige gebracht. Auch In Nieder-Mendig (Eifel) wurde der PolizeihaUpt- auf die Kohlen, welche in Säcken den Berbrau- wachtrneister Rohmann beim Kampf mit Wilddieben chern zugefahren werden, wurde ein besonderes durch einen Bauchschuß so schwer verletzt, daß er an Augenmerk gerichtet. Bei 132 Stichproben tonn- den Folgen der Wunde im Krankenhaus starb. Metz- ten strafbare Fälle von Mindergewichten in rere verdächtige Personen wurden bereits verhaftet, den Säcken nicht festgestellt werden. Ferner Jet Cinf(ur}unglürf in einet ii«en Mtche. In der apulischen Hafenstadt B a r i ereignete rätigbaItcn bon Hackfleisch in der Sommerzeit ßch cm folgenschweres Unglück in bet Kirche un^ Fleischeinfuhr unter dauernder polizei- zum Heiligen Ricolaus. an deren Ausbesserung Iic^r Kontro'b: stehen. Wegen verbotswidrigem öur \LGltI gearbeltet^wtrd. Etn über dem Altar Borrätighalten von Hackfleisch wurden neun 1Hsckjg^n befindliches B a u g c r u st stürzte I Metzger angezeigt und bestraft. unverhofft zusammen und begrub sieben Arbeiter ^in Ne Bevölkerung vor gesundheitlichen unter den Trümmern Bei den Rettungsarbeiten Schäden zu schützen, ist reichsgesehlich geregelt, tonnte einer nur noch a l s Le i che geborgen ^ß alle Tiere, deren Fleisch zum menschlichen werden Ein Arbeiter erlitt einen Schadeibruch, @enuß ^stimmt ist, und nicht restlos im eigenen an dessen folgen er starb. Haushalt verwendet wird, vor und nach der • 50 Jahre Urheberschuhfrist. Schlachtung von einem amtlich verpflichteten Der Reichsjustizminister hat in einer Konferenz Fleischbeschauer oder Tierarzt untersucht werden. mit Vertretern der Akademie der Künste und den gn Gießen ist durch eine besondere Polizeiver- !Urheberverbänden in Aussicht gestellt, daß die vrdnung geregelt, daß alles frische Fleisch von heute 3 0 Jahre nach dem Tode betragende Bindvieh, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden Arheberschuhsrist durch Gesetz auf 50 und Hunden, das von Metzgern, Händlern, Ho- Jahrc verlängert werden soll, jedoch mit tels und Wirten von außerhalb eingeführt und der Einschränkung, daß nach dem Ablauf restlos im eigenen Haushalt verwendet von 25 Jahren nach dem Tode des Verfassers toirb, auf dem kürzesten Wege zur Rachschau in jeder das Werk nachdrucken darf, vor- £>cn städtischen Schlachthof zu verbringen ist. ausgesetzt, daß er dem Ztrheberberechtigten recht- S)jev fci zur Unterrichtung der Einwohnerschaft zeitig schriftlich davon Mitteilung macht und ihm „och erwähnt, daß die Einfuhr von frischem eine Tantieme von 10 v. H. des Preises Fleisch in Gießen in den Monaten April bis von jedem verkauften Eremplar des Werkes be- September nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr zahlt. Die Vorlage dieses neuen deutschen Ge- und von Oktober bis März nur von 7 bis setzes, das dem englischen Urhebergesetz von 1911 19 Uhr stattfinden darf. Anzeigen wegen Zu- nachgebildet ist, ist allerdings erst im näch - I Widerhandlung gegen diese Verordnung mußten ft en Jahre zu erwarten. in 9 Fällen erhoben werden. Gleichzeitig wird Reue deutsche Großsender. darauf hingewiesen, daß auch auswärtige Metzger Im Rahmen des Senderbauprogramms des Reichs- »nd Händler Fleisch- und Wurstwaren nach der postministeriums, zu dem die Errichtung von Labenschlußzeit ihren Kunden.in der Stadt ®ie» zwei Großsendern für Südwe st deutsch- ^eu picf)t mi^?y zubrmgen burfem land und Ostpreußen gehören, schweben f Bei aller Strenge, welche die Polizei auf die- augenblicklich auch Verhandlungen über die Ernch- ^^wichtigen Gebiete Übt, ist die Be- tung von zwei neuen Großsendern für anstandungsziffer. 12.6 vH. IM Jahre 1929, Berlin und Leipzig. Die beiden Großsender gegen 147 vH. un Jahre 1923 immer noch für Südwestdeutschland und Ostpreußen sind vom ÜCf V j o' E SR \wifia Iwvn, ©WolKenlns o neuer. onaiD DedetKt. ® wolKig, # oedecKi •neoen, * Schnee »Graupeln. - Nebel KGev;it'er.(g)Wind5tille.O-> sehr leichte» O$> massiger Südsüdwest q, stürmische» NordvVest bie Piene wegen r.n dem winde. Die oei den Stationen stenenoen zahlen geben die Temperatur an. Die tm en verbinden Orte mH gleiche® au» MrerrsmVeau umüerechneten Lultdruct Wettervoraussage. Der Einfluß des französischen Tiefdruckgebietes bestimmt die Wetterlage von Mitteleuropa. '21 n seinem nördlichen Teile herrscht eine mehr östliche Luftzu fuhr, welche Deutjd;land leichtes Frostwetter bringt. Verbreitete Nebelbildung^ aber auch Aufheiterung und durchweg trockenes Wetter ist zu erwarten. Witterungsaussid)ten für Dienstag. Stellenweise Nebel, sonst heiter, trocken, Nachtfrost. Amtliche Winterfportnachrichten. Schwarzwald. Feldberg: Klar, 5 Grad, 20 cm Schnee, gekörnt, Ski- und Rodelmöglid;keit gut. Alpe n. Berchtesgaden : Klar, 4 Grad, 5 cm Schnee, vereist, Sportmöglichkeit nur stellen weise. Auskunft 8 NächsteWoche Cafe Astoria Mittwoch, den 29. Januar U561 Lollar (Kr. Gießen), Main-Weserhütte, den 27. Januar 1930 0565 Stoffmalerei wachsam. 7u9D f Heuchelheim, den 26. Januar 1930. 7400 Dien [0559 Fischhaus Cuxhaven Markletr. 14 Tel. 2417, tief wie das Meer soll In der 734 V meine Liebe sein 733V II. Kiefern-Abschnilie: Ruhholzverkauf 5,68 fm (N) 1,02 „ (N) am 724C 4,92 4,27 (N) (N) (A) (A) (A) (A) (A) 250 5200 3600 4600 16,09 15,58 12,23 1,99 Friedrich Aab, Nieder-Sem finden. 2. 3. 4. 5. 13 10 12 9 6 1 Gestern früh entschlief sanft infolge eines Herzschlages im 82. Lebensjahr unser lieber, guter Vater, Schwiegervater und Großvater 10 St. 1 ,, 5 „ 5 „ 9 und 728v Ruhholzversteigerung. Donnerstag, den 30. Januar 1930, vor- Ein fahrbarer Steinbrecher etwas reparalur- bedürf tß, sofort zu verkaufen. Schrift!. Angebote unt. 730D an den Gieß. Anz. 2a- 2b- 3a- 3b- 4a- 4b- Gontershausen, den 25. Januar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, 28. Januar, nachm. 1 Uhr statt. 738D am 29., 30. und 31. Januar, In der Zeit von nachm. 3 bis 6 Uhr und abends 8—10 Uhr, in meinem Hauptgeschäft Mäusburg 11 /PX"s Ernst Balser 3a-Kl. 3b- „ 4a- „ 4b- „ 5a mophon, ein Aktenregal, einen schrank» ein Pferd. voraussichtlich bestimmt: eine Zigarrenpresse. Hebbel In tiefer Trauer: Dipl.-Ing. Erich Jantzen Otto Jantzen, Amtsrichter Elisabeth Jantzen geb. Jantzen und ein Enkel. er* Der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers liegt ein Werbeblatt der Firma Peter J. Oeiterga&rd Verlag (Abteilg. „Welt und Wiesen“) Berlin-Schöneberg bei. 719V Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 29. Januar 1930, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Ernststrafie 24 aus. Auto .irt Mittwoch ob. onncrstag nach Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 29 Januar 1930, im Krematorium zu Gießen statt Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. In tiefer Trauer: Gg. Kifeler, Lehrer i. R. Studienrat Fr. Kißler und Frau geb. Weitzel Lehrer Reck und Frau geb Kifeler Rechnungsrat O. Kifeler und Frau geb. Vollrath und vier Enkel. Stoffdruckverfahren Das Malen mit Stiften In Vorbereitung: The Pilgrim (Der Pilger) mit Charlie Chaplin in der Hauptrolle Stadttheater Dienstag.28.Jan., von 197» btö 23 Uhr 17. Dienstag M.-VM. Die onöere Seile Gournens Gnö) Drama in 3 Akten von R. C. Sheriff. Dienstag, den 28. Januar 1930 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen". Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: I zwei Bohrmaschinen, zwei Nähmaschinen, fünf Waschtische zwei Büfetts, zwei Kredenzen, eine Gehrungsschneidmaschine, einen Diwan, eine Chaiselongue, ein Sofa, eine Registrierkasse, eine Ladentheke, eine Standuhr, einen Bücherschrank, zwei Steppdecken, zwei Bettücher, zwei Bettbezüge, vier Kopf bezüge, zwei Schreibmaschinen, zwei Schreibtische, eine Schreibladenkasse, einen Schrank, einen Warenschrank, ein Vertiko, zwei Klaviere, einen Teppich, einen Gasherd, einen Kassenschrank, eine Schärfmaschine, ein Gram- Maskenkostüm einmal geir^ billig zu verkaufen 0557 (ßrabenftr. 4 III. r. 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Januar 1950 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 22 Zweites Blatt Oberhessen grundsätzlich für die Hekoga- Verträge. Einige Verbesserungen der Verträge werden aber noch gefordert.-Provinzialstraßenstrecken vor den Toren Gießens gehen an die Stadt Gießen über. Am Samstagvormittag trat im Regierungsgebäude zu Gießen der neugewählte Provinzial- t^ig der Provinz Oberhessen unter dem Vorsitz des Prooinzialdirektors Graef zur ersten Sitzung zusammen. Reben den Provinzialtagsabgeordneten waren die Kreisdirektoren der oberhessischen Kreisämter, außerdem eine staatliche Anzahl Zuhörer erschienen. Kurz nach 10.30 Uhr eröffnete Provinzialdlrektor Graes die Sitzung mit der Feststellung der Anwesenheitsliste der Prooinzialtagsmitglieder. Dabei ergab sich, daß von 35 Abgeordneten 34 erschienen waren: es fehlte nur der nationalsozialistische Lehrer Klo st ermann (Vockenrode). Anschließend nahm Provinzialdirektor Graef die Diensteinführung und Verpflichtung der Prooinzialtagsmitglieder im üblicher Weise vor. Sodann widmete er dem verstorbenen Studienrat Dr. Lenz (Gießen) einen Nachruf, den das Haus stehend anhörte. Oie Festsetzung der Tagegelder und Reisekosten als nächster Punkt der Tagesordnung brachte eine längere Aussprache. Prooinzialdirektor Graef teilte zunächst mit, daß bisher an die Provinzialtagsmitglieder gezahlt worden seien: an Abgeordnete aus Gießen 8 Mark, an Auswärtige 12 Mark Tagegeld, ferner Reisekosten 3. Klasse und erforderlichenfalls ein Uebernachtungsgeld von 10 Mark. Weiter gab er ein Schreiben des Kreisamts Gießen bekannt, das den Wunsch des Gießener Kreistages nach Herabsetzung der Tagegelder und die Angleichung der Tagegeldsätze der Gießener Kreistagsabgeordneten an die Tagegeldsätze der Provinz betraf. Abg. Landgerichtsdirektor S ch m a h l (Gießen) (Landbund) regte an, es bei den bisherigen Sätzen zu belassen. Provinzialdirektor Graef wies darauf hin, daß die bisherigen Sätze schon auf Beschluß des vorigen Provinzialtags um ein'Drittel gegenüber den Tage- geldsätzen der Landtagsmitglieder gekürzt worden seien und daß die bisherigen Sätze gerechtfertigt und vertretbar erschienen, wenn man bedenke, daß viele Mitglieder des Hauses weite Wege nach Gießen zurückzulegen und infolgedessen auch allerlei Verdießst- aussall hätten. Aus diesen Erwägungen heraus erscheine es ihm auch angemessen, wenn die Provinzsätze etwas über die Sätze des Gießener Kreistages hinausgingen. Abg. Bürgermeister M o o s d o r f, Vilbel (S>oz.). sprach sich für einen Sah von 5 Mk. für Gießener und 8 Mk. für Auswärtige' aus, wenn außerdem den Dlltgliedem des Hauses, die Lohnausfall hätten, dieser Betrag noch besonders vergütet werde. Er stellte einen entsprechenden Antrag. Abg. Bürgermeister Dr. Riepoth, Schlitz (Deutsche Volksp.), stimmte einem Sah von 5 bzw. 8 Mk. Tagegeld zu, lehnte aber die besondere Lohnausfall-Dergütung ab, da man bei Landwirten, Handwerkern und Gewerbetreibenden, die dem Hause angehören, einen während ihrer Mandatsausübung entstehenden Derdienstausfall nicht errechnen, sie aber auch nicht ungünstiger stellen könne, als die lohnempfangenden Mitglieder des Hauses. Vach weiterer Debatte wurde der Antrag M o o s d o r f auf Zahlung von 5 bzw. 8 Mk. Tagegeld und Vergütung des Lohnausfalls mit 19 bürgerlichen Stimmen gegen 15 Stimmen von links abgelehnt. Abg. Sch mahl beantragte hierauf, die bisherigen Sähe von 8 bzw. 12 Mk Tagegeld Reisekosten und evtl. LIebemachtungsgeld, aber ohne Erstattung eines Lohnausfalles, auch künftig zu zahlen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Oie Wahl der Provinzialausschußmitglieder. Runmehr nahm das Haus die Wahl der P r ov i nz ia l a us s ch uh m itgli e d e r und deren Stellvertreter vor. Hierzu lagen drei Wahlvorschläge vor: Vorschlag 1 „Sozialdemokratische Partei": Vorschlag 2 „Morhenn" (Deutsche Volkspartei. Zentrum, Demokraten, Wirtschastspartei): Vorschlag 3 „Schneider" (Landbund. Wirtschastspartei. Evangelische Volksgemeinschaft). Die Vorschläge 2 und 3 waren einfach verbunden. Es wurden abgegeben 33 gültige Stimmen und eine ungültige (offensichtlich die Stimme des Kommunisten, da sämtliche Listen durchstrichen waren). Davon erhielten Stimmen: Liste 3 „Sneider" (Landbund, Wirtschaftspartei, Evang. Volksgem.) 14, Liste 2 „Morhenn" (Volksp.), Ztr., Dem., Wirtschpt.) 6, Liste 1 „Sozialdemokratische Partei" 13. Gewählt sind hiernach als Provinzialausschuhmitglieder: die Abg. Landwirt Schneider L, Utphe, Bürgermeister Diehl, Rieder-Weisel. Landwirt Stein, Stumpertenrod und Landgerichtsdirektor S ch m a h l. Gießen (sämtlich vom Landbund): Fabrikdirektor Morhenn, Hirzenhain (Deutsche Volkspartei): Bürgermeister Moosdorf, Vilbel, Rechtsanwalt Dr. Aaron, Gießen und Bürgermeister Walz, Lauterbach (Sozialdemokratische Partei). Als Stellvertreter sind gewählt: Rechtsanwalt Dr. Wamse r, Gießen (Wirtschaftspartei), Bürgermeister Dr. Jansen, Butzbach (Evang. Volksgem.), Steuersekretär Wilhelm L e m p, Gießen (Evang. Volksgem.), Architekt Philipp R i c o l a u s, Gießen (Wirtschastspartei), Landgerichtspräs'.dent Reuen Hagen, Gießen (Deutsche Volksp.), Parteisekretär Wittich, Butzbach (Soz.), Parteisekretär Häuser, Gießen (Soz.). Bildhauer Rößler, Bad-Rauheim (Soz.). Die Gültigkeit der Wahlhandlung wurde an» schließend vom Provinzialtag bestätigt. Llebertraguug vonprovinzialstraßenstrecken an Gießen Zu der Vorlage des Provinzialausschusses bett, die Uebertragung von Provinzial- st raßen st recken und Drücken in das Eigentum der Stadt Gießen beantragten die Vertreter des Landbundes, der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, der Demokraten und der Wirtschaftspartei, die Beratung dieser Vorlage bis zu der in Kürze ftattfinöenben Beratung des Voranschlags für 1930 zurückzuftellen. Rach der Vorlage sollen auf Antrag der Stadt Gießen in deren Eigentum und Unterhaltung folgende Straßenstreckcn von der Provinz übertragen werden: 2.141 Kilometer von den Straßen Gießen—Wieseck, Gießen—Hausen, Gießen Krofdorf, Gießen—Leihgestern: 4.211 Kilometer von den Straßen Gießen—Wieseck (bis Gemarkungsgrenze), Gießen—Hersfeld (bis Kilometer 2.131 am Trieb, Gießen—Gelnhausen (bis Bahnübergang Kilometer 0,92), Gießen -Hausen (bei Kilometer 1.430), Gießen—Leihgestern (bis etwa 100 Meter hinter der Strahenwartei), Gießen—Marburg (bis Kilometer 1.955), Gießen— Frankfurt (bis Gemarkungsgrenze), ferner noch 2.717 Kilometer von folgenden Strecken: Marburger Straße (bis Karlsruhe), Grünberger Straße (bis Kleinpflaster am Heyerweg), Straße nach Rödgen (bis Heyerweg), Licher Straße (bis Kleinpflaster vor der Heil- und Pflegeanstalt), Schiffenberger Weg (bis Sandkauterweg), Leih- gefterner Weg (bis zum Weg nach dem Unterhof), Rodheimer Straße (alter Weg nach den Hardthofen), Krofdorfer Straße (bis Gleiberger Straße), sowie die Wieseckbrücken in der Garten- strahe, Frankfurter Straße, die Lahnbrücke und die Brücke über den Lohmühlsbach im Zuge der Rodheimer Straße, sowie zwei Durchlässe im Zuge der Rodheimer Straße. Insgesamt sind es hiernach 9.0 6 9 K i l o m e t e r P r o v i n z i a l- st raßen, 4 Brücken und 2 Durchlässe. Die Provinz Oberhessen zahlt als einmalige Abfindungssumme für die der Stadt Gießen aus dieser llebereignung entstehenden Dauer- belaftung den Betrag von 1 50545,40 Mk. an Gießen. Die Stadt Gießen hat sich mit dieser Regelung bereits einverstanden erklärt. Provinzialdirektor Graef wies daraus hin, daß hinter den beiden Anträgen die Mehrheit des Hauses stehe. Er - bedauerte diese Anträge außerordentlich, da durch eine Verzögerung der Entscheidung die Provinz mancherlei Rachteile erleiden könne, die er im einzelnen auseinandersetzte. Die Provinz habe ein großes Interesse daran, daß über diese Angelegenheit schnell entschieden werde. Abg. Bürgermeister Dr. R i e p o t h, Schlitz, (D. Vp.) erklärte, bevor man den neuen Voranschlag nicht kenne, werde über diese Vorlage nicht zu entscheiden sein, da man doch gar nicht wisse, ob der Voranschlag die aus dieser Vorlage entspringende Belastung tragen könne. Provinzialdirektor Graef erwiderte, daß die Zahlung an die Stadt Gießen aus den Mehreinnahmen von der Kraftfahrzeugsteuer für 1929 gedeckt werden könne, der neue Voranschlag also nicht belastet werde. Er glaube, daß das Haus dem Antrag ohne finanzielle Besorgnis zustimmen könne. In der folgenden Abstimmung wird die Vorlage mit 17 gegen 14 Stimmen angenommen. Oie Gasfernversorgung. Zur Beratung dieser Angelegenheit war der Vorsitzende des Hekoga-Vorstandes, Bürgermeister R i tz e r t, Darmstadt, auf Einladung des Provinzialdirektors zwecks Beantwortung von Fragen und sonstiger Aufklärung erschienen. Oie Anträge Der Provinzialausschuh beantragte folgende Beschlußfassung: „1. Der Provinzialtag möge seine Zustimmung zu dem Abschluß der anliegenden Verträge geben. Dabei wird bemerkt, daß möglicherweise noch der Dertragstext im Wege der Verhandlungen unwesentliche Aende? rungen erfahren kann, die auf eine Verdeutlichung oder Ergänzung hinzielen, ohne daß jedoch dadurch an den wesentlichen Grundgedanken des Vertrags etwas geändert werden dürste. 2. Die Provinzialverwaltung zu ermächtigen, in der Generalversammlung der Hekoga für den Abschluß der Verträge zu stimmen. 3. Den Provinzialausschuß zu ermächtigen, die für die Ausführung der Verträge, insbesondere die Beschaffung der Kapitalien, erforderlichen Beschlüsse zu faßen, sei es in der Form, daß das Gefellschaftskapital erhöht wird, sei es, daß die Hekoga durch ihre Mitglieder Kapitalien für Gesellschastszwecke aufnehmen lassen wird, oder sei es, daß die Mitglieder der Hekoga Bürgschaft für die von ihr selbst aufzunehmenden Kapitalien übernehmen müssen." Ferner hatten Deutsche Volkspartei. Zentrum und Demokraten gemeinsam und der Landbund für sich je einen Antrag ein- ^ereichr, deren Wortlaute übereinstimmend folgende Fassung hatten: „Der Provinziallag der Provinz Oberhessen möge beschließen: 1. Dem Ferngasbezug der hekoga von der Ruhr- Saar wird grundsätzlich zugeskimml. Für die Provinz Oberhessen wird eine eigene Kokerei oder der Bezug von anderen Erzeugern abgelebt 2. Die Vertreter der Provinz Oberhessen in der Generalversammlung werden beauftragt den Vorstand der hekoga zu veranlassen: a) in weiteren Verhandlungen mit der Ruhr- Saar die erhobenen und begründeten Einwände zu beseitigen und Zweifelsfragen zu klären; b) die Verträge alsdann einer erneut einzuberufenden Generalversammlung vorzulegen. 3. Diese neuen Verträge sind vor der Generalversammlung dem Prooinzialtag zur endgültigen Beschlußfassung vorzulegen." Im Verlause der Aussprache wurde von der sozialdemokratischen Fraktion folgender Antrag eingebracht: „Wir beantragen, der Provinzialtag wolle beschließen: Die vorliegenden Vertrage weisen eine Reihe von Mängeln auf, die im einzelnen heute in der Debatte erwähnt worden sind und deren Beseitigung Voraussetzung für die endgültige Stellungnahme zu den gesamten Verträgen ist. Den von der Provinz in den Vorstand der Hekoga entsandten Vertretern wird aufgegeben, dahin zu wirken, daß diese Mängel der Verträge beseitigt werden. Ueber das Ergebnis ist demnächst dem Pro- oinHialtag Vorlage zum Zwecke der endgültigen Entscheidung zu machen." Oie Aussprache. Provinzialrat Wolf als Vertreter der Provinzialverwaltung gab zunächst einen Ueberlstick über die Der Traum vom Glück. Vornan von E Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 21 Fortsetzung. Na..-druck verboten. Bevor der Rechtsanwalt beginnen konnte, legte sich eine Hand auf seine Schulter und Kurts Vater stand plötzlich zwischen den beiden Freunden. „Sie kommen jetzt mit mir, Herr Rechtsanwalt, und du, Kurt, gehst mit Herrn Bertram junior, der ein Reuling im Jagen ist, bis zum Ende des ersten Feldes. Du nimmst den Waldrand auf dieser Seite bis nach dem Ackerfeld: während ich mit den anderen Herren bis zur Mühle und von da durch die neuen Anpflanzungen zurückgehe. Am Abhang des Krähenhügels treffen toir dann wieder zusammen. Kommen Sie, Herr Rechtsanwalt, und auch Sie, Herr Bankier, bitte, hierher I" Als die Herren sich trennten, bedauerte Hagenau aufrichtig, von Kurt geschieden zu sein. Denn er war damit jede Aussicht auf eine Fortsetzung ihres Gesprächs geschwunden. „Was das für tolle, selbstquälerische Verdächtigungen find," dachte der Rechtsanwalt, als er jetzt auf dem gefrorenen, nur teilweise aufgetauten Feldweg dahinschritt. „Arme Sabinel Sie hat freilich manches zu verbergen, was nicht ihre Schuld ist; aber derartige Dinge gewiß nicht. Wie schnell doch ein solcher Heißsporn mit der Verurteilung bei der Hand ist! Ich muß ihn auf dem Rückweg zu sprechen suchen. Ratürlich werde ich mich hüten, ihm die ganze unglückliche Geschichte zu erzählen. Rur soll er wissen, wie unrecht er an dem jungen Mädchen handelt. Dann erkennt die kleine Doris Harter zur Genüge, wie sehr ich mich bemühe, in ihrem Sinne zu handeln." Daß die Damen sich heute abermals zum Frühstück in das Jagdrevier begeben würden, war bei dem schlechten Wetter ausgeschlossen. Bald nach dem Ausbruch der Herren begann ein seiner Sprühregen zu falten, und es sah aus, als würde er den ganzen Tag anhalten. Frau von Rechten erschien mit Sabine sehr spät zum Frühstück, erst lange, nachdem die Schloßherrin das ihrige beendet und sich in ihr Wohnzimmer zurückgezogen hatte. Cs war bereits elf Uhr. Mutter und Tochter waren ganz allein und sahen sich schweigsam einander gegenüber. Sabine hatte der Mutter mitgeteilt, daß sie es abgelehnt habe, Kurt von Wildhofens Gattin zu werden, aber von ihrem Zusammentreffen mit ihm am gestrigen Abend nichts erwähnt. Auch hatte sie sich nicht entschließen können, von der unerwarteten Begegnung mit ihrem Vater sowie von dessen Geldforderungen und Drohungen zu berichten. Sie war noch nicht imstande, ihre Gefühle darüber in Worte zu kleiden. Auch ahnte sic instinktiv, daß ihre Mutter außer sich sein würde, sobald sie erfuhr, in welcher Weise sich Sabine des schändlichen Auftrags ihres Vaters entledigt hatte. Sie würde das sicherlich nur von dem Gesichtspunkt aus betrachten, daß Sabine durch ihr übereiltes Handeln jede Aussicht auf die gute Partie für immer zerstört hätte. Ja, freilich, die Mutter würde schlauer gehandelt haben. Sie hätte den elenden Vater hinzuhalten verstanden, alles versprochen, was er verlangte, nur, um Zeit zu gewinnen. Sie hätte Hoffnungen in ihm erweckt, die ihn viel mehr als zweitausend Mark erwarten ließen und dadurch sein Stillschweigen noch für eine Weile erkauft. Anderseits wäre es ihre Hauptaufgabe gewesen, auf den jungen Erben von Schloß Wlldhofen einzuwirken. Sie hätte in ihm die Meinung wachgehalten, daß sie vor Liebe zu ihm fast zugrunde ging, trotzdem oder gerade weil sie seine Hand ausschlagen muhte. Ja, ja, sie war bedeutend klüger als ihre Tochter, aber auch nicht im entferntesten so feinfühlend wie diese. Sabine wußte recht gut, däß ihre Mutter Wort für Wort aus ihr herausgezogen hätte, falls ihr auch nur die geringste Andeutung über die späteren Ereignisse des gestrigen Tages entschlüpft wäre. Rur die zornigsten Vorwürfe und Strafpredigten konnten die Folge davon sein, und deshalb beschloß sie, nichts als die Zurückweisung von Kurts Antrag verlauten zu lassen. „Es handelt sich ja ohnehin nur noch um einen Tag!" dachte sie mit tiefem Weh im Herzen. „Morgen wird er mir das Geld geben, das ich meinem unglücklichen Vater aushändigen muß; dabei will ich versuchen, diesen zum Auswandern zu überreden. Oh, wenn mir das gelingen könnte! Üebermorgen gehen wir, Mutter und ich, dann fort von hier — zurück in unser kleines Logis, in der Stadt, wo ich mich mit allen Kräften bemühen werde, einen Gelderwerb zu finden, um Kurt meine Schulden nach und nach abzahlen zu können, aber — Wiedersehen werde ich ihn nie, niemals. Er verachtet und verabscheut mich jetzt, und deshalb muß ich jetzt für immer aus seinem Leben verschwinden! Oh, wie bald wird er mich vergessen und eine andere heiraten — vielleicht Doris Harter! Wer weih!" „Es ist wirklich zum Rasendwerden, wenn man deinem kläglich-erbärmlichen Gesicht noch länger gegenübersihen soll!" kam es jetzt in Hellem Zorn über Frau von Rechtens Lippen, so dah Sabines trauriges Grübeln jäh unterbrochen wurde. ..Was für eine komplette Rärrin du doch aus dir gemacht hast!" Sabine versuchte keine Erwiderung. ,.Roch einen einzigen Abend hast du zu deiner Verfügung!" fuhr ihre Mutter fort. „Rutze ihn aus mit allem, was dir zu Gebote steht. Ich werde dir nicht gestatten, heute abend wieder in deinem Schlafzimmer zu bleiben, sondern verlange, dah du dein fliederfarbenes Kleid anziehst und an der Tafel erscheinst. Auch würdest du gut tun, etwas Rot aufzulegen: denn nach all deinen überflüssigen und unklugen Selbstquälereien siehst du aus, daß man vor dir erschrecken kann. Ein wahres G'ück. daß dich augenblicklich wenigstens niemand sieht! Du bist doch eine ausgemachte Törin, meine Liebe, aber - ich flehe dich an. benutze diesen einen Abend, um deine Dummheit wieder gut zu machen!" „Ich muß dir wiederholen, Mama, daß ich Kurt von Wildhofen nicht heiraten kann: auch ist er nicht im entferntesten gesonnen, seinen Antrag zu wiederholen. Die Versicherung gebe ich dir!" „Dann muht du ihn eben veranlassen, es zu tun! Schwatze mir doch nicht so Dumm! Jedes Mädchen ist imstande, den Mann, der ihm schon einmal seine Liebe erklärt hak. aufs neue dahin -u bringen. Fordere ihn nach dem Souper zu einer Partie Schach auf, oder gehe mit ihm in das Gewächshaus. Dabei kannst du dich recht gefühlvoll zeigen, ihm vorseufzen, was für unvergeßlich schöne Tage du hier verlebt hättest, wie namenlos schwer dir die Trennung fiele und so weiter. Oh, es ist ja nichts leichter als das, und wenn du nur willst, kannst Du es sehr gut machen; das weiß ich!" „Ich kann und werde es nicht tun, Mama, und ich gebe dir mein Wort, daß es ganz nutzlos wäre; zwischen Kurt und mir ist alles, alles aus — da kann nichts mehr angeknüpft werden." „So bist du wirklich imstande, alle weiteren Versuche aufzugeben, du Einfältige. Wahnsinnige! Eine Partie wie diese? Ein derartiges Besitztum! Juwelen, wie seine Mutter sie besitzt! Alles um eines lächerlichen, kindischen Eigensinns willen! Es ist unklug, wahnsinnig! Du bist ein völlig überspanntes Geschöpf!" Bei den immer heftiger hervorgestohenen Worten erhob sich die vor Zorn bebende Frau, schob ihren Sessel beiseite und schritt dem Ausgang zu; doch bevor sie die Tür hinter sich schloß, rief sie ihrer Tochter zornig zu: „Du bist ein böses, undankbares Geschöpf! Ich werde mich gänzlich von dir lossagen!" Sabine blieb regungslos am Tisch sitzen und lieh ihren Tränen freien Lauf, bis der Diener erschien, um das Frühstück abzuräumen. Dann verlieh sie das Zimmer. Auf ihrem Wege in die oberen Räume war sie froh, nicht mit Doris zusammenzutreffen; denn sie hegte den unbestimmten Verdacht, daß diese durch den Rechtsanwalt aufgeklärt worden sei, ihr somit nicht länger freundlich gesinnt fein konnte. Wahrscheinlich betrachtete Doris sie und ihre Mutter nur noch als Abenteuerinnen und würde um ihrer Verwandten willen Gott danken, wenn sie das Schloß verlassen hätten. 6ic mochte sich wundern, warum sie nicht schon heute abgereift waren, und konnte sich den Aufschub gewiß nicht erklären. Sabine blieb auf ihrem Zimmer, und jedes der jungen Mädchen verlebte den Tag. Der ihnen endlos zu sein schien, also für sich, während die beiden älteren Damen beieinander saßen und sich unendlich viel anzuvertrauen hatten, so daß sie die Gegenwart der Jugend gar nicht zu wünschen schienen. Frau von Rechten entfaltete dabei ihre Talente in einer wirklich staunenswerten Art. Sie begann mit gelinden Selbstvorwürfen darüber, daß sie das Herzensgeheimnis ihrer Tochter betraten hätte. ,..2ch weiß wirklich nicht, was mein armes Kind dazu sagen würde, wenn es ahnte, wie tief ich Sie in alles eingeweiht habe; doch zu meiner Beruhigung sehe ich. daß Sie voller Verständnis und Teilnahme sind," sagte sie mit lauerndem Blick. „Qlber das ist doch ganz selbstverständlich, beste Frau von Rechten!" war die Antwort. „Ich hege ja für meinen Sohn dieselben Gefühle wie Sie für Ihre Tochter." „3a, ja, und somit begegnen sich unsere Interessen auf halbem Wege, nicht wahr? Oh, wie beglückt es mich, dieses Bewußtsein zu haben. Kennen wir doch beide keinen höheren Wunsch, als unsere Lieblinge froh und zufrieden zu sehen!" „Gewiß, gewiß! Das ist ganz zweifellos; nur will ich noch einmal erwähnen, daß wir mit unserem Sohne eigentlich -- Verzeihung! — andere Pläne hatten. Er ist eben unser einziger Erbe. ... Sie begreifen! Aber wenn sein Herz nun einmal so sehr für Sabine spricht. ...“ ..Oh, auch wir haben vorzügliche verwandtschaftliche Beziehungen!" warf Frau von Rechten ein; sie richtete sich unwillkürlich höher auf. „Mein verstorbener Gemahl war ein leiblicher Vetter des Grafen Anton B..., und fein Onkel, der Majoratsherr von Z..., hatte eine Schwester des Herzogs von R. zur Gemahlin. Sie finden das alles im Gothaer Kalender, wenn Sie sich die Mühe nehmen wollen," fügte sie beiläufig hinzu, und in diesem Augenblick sprach sie die volle Wahrheit; denn ein Aristokrat namens von Rechten figurierte wirklich dort, auch in Beziehung zu den angeführten Familien, nur mit dem kleinen älnterschied, daß dieser mit ihr nicht im allergeringsten verwandt war. (Fortsetzung folgt.) bisherige Entwicklung der Hekoga und erörterte sodann die Frage, auf welche Weise den Interessen unserer Provinz in dieser bedeutsamen Angelegenheit am besten gedient werden könne. Er kam dabei zu dem Ergebnis, daß der Fcrngasbezug von der Ruhr- Saar für Obcrhessen das zweckmäßigste sei, denn er biete so viele Möglichkeiten, daß man etwas besseres und günstigeres nicht erwarten könne. Hier habe unsere Provinz die einzige Möglichkeit, in absehbarer Zeit zu einer großzügigen und leistungsfähigen Gas- fcrnvcrsorgung zu kommen. Deshalb empfehle sich die Annahme der Hekoga-Verirägc. Provinzialdirektor Graef hob hervor, daß die Hekoga am Montag, 27. Januar, noch keine endgültige Entscheidung fällen werde, da sich die meisten Körperschaften noch nicht endgültig entschlossen hät- ten. Wenn der Provinzialtag über einzelne Punkte der Vorträge noch verhandelt wissen wolle, so sei die Verwaltung nicht dagegen. Vielleicht empfehle cs sich, die endgültige Entscheidung dem Provinzial- ausschuß zu übertragen, in dem ja die Vertrauensmänner der Fraktionen sitzen, damit nicht noch einmal ein besonderer Prooinzialtag notwendig werde. Abg. Landwirt Schneider (Utphe) (Landbund) betonte, cs sei für unsere Provinz wichtig, daß sie in dieser wichtigen Angelegenheit den Anschluß nicht verpasse. In den Verträgen seien jedoch noch Mängel enthalten, die durch weitere Verhandlungen beseitigt werden müßten. Er empfahl, bis zum nächsten Provinzialtag eine Einigung zwischen den Interessenten herbeizuführen. Abg. Bürgermeister Dr. N i c p o t h (Schliß) (D. Vp.) beschäftigte sich zunächst mit den verschiedensten Angeboten und Lösungsmöglichkeiten, die man in Hessen in dieser Frage hat, und kam zu dem Ergebnis, daß die Hekogaabmachungen mit der Ruhr und Saar eine annehmbare und für unsere Provinz aussichtsvollc Lösung der. Gassrage darstellen. Diese Abmachungen ablehnen, hieße Selbstmord begehen. Wenn der Prooinzialtag die Interessen der Provinz Oberhessen nicht aufs schwerste vernachlässigen wollte, müsse er diesen Verträgen grundsätzlich zustimmcn. Unbeschadet dessen seien aber noch gewisse Zweifelssragen zu klären, bevor man endgültig das letzte zustimmende Wort spreche. Der Provinzialtag solle die jetzt noch bestehende günstige Gelegenheit in dieser Frage nicht versäumen. Die Interessen der Hekoga und der Provinz Oberhessen gingen hier konform. Abg. Rechtsanwalt Dr. Aaron, Gießen, (Soz.) erklärte, er für seine Person lei der Aut- fassung, daß man als Oberhessc diese Verträge nicht ablehnen dürfe. Aber es seien noch einige Aenderungen an den Verträgen vorzunehmen, die der Redner dann in einigen Hauptstücken behandelte. Er empfahl zum Schluß, jetzt den Vertragen noch nicht grundsätzlich zuzustimmen, sondern zunächst nur die Abänderungen zu verlangen und die endgültige Beschlußfassung der nächsten Sitzung vorzubehalten. Nochmals betonte er, daß er kein grundsätzlicher Gegner der Sache sei. Der Vorsitzende des Hekoga-Vorstandes, Bürgermeister R i h c r t, Darmstadt, machte dann eingehende Darlegungen über das Veriragöwerk der Hekoga mit der Ruhr-Saar, nahm zu den Einwendungen Dr. Aarons Stellung und-betonte in seiner längeren Rede u. a., daß das Werk der Hekoga eine Sache der Städte und des Landes sei. Es sei beabsichtigt, auch die Versorgung des Landes mit Gas zur Tat werden zu lassen. Es sei der Wille der Hekoga, dos Gas sür Raumheizung den Haushaltungen zu 6 Pf. netto je Kubikmeter zur Verfügung zu stellen. Die He- loga werde natürlich mit Nachdruck versuchen, die von den Körperschaften gewünschten Verbesse- •rungen der Verträge durch weitere Verhandlungen mit der Ruhr zu erreichen. Abg. Bürgermeister Lux, Rieder-Florstadt (Soz.) hob hervor, daß seine Partei weit davon entfernt sei, dieses Vertragswert abzulehnen. Es seien aber noch gewichtige Zweifelsfragen zu klären, denn die Verträge seien noch nicht das, was seine Fraktion wünsche. Der Ruhrgas-A.-G. würden in dieser Angelegenheit große w.rtschaft- liche Ehaneen geboten, die entsprechende Gegen- konzessionen nötig machten. Durch weitere Verhandlungen zur Verbesserung der Verträge müsse noch für unsere Provinz herausgeholt werden, was möglich sei. Zum Schluß legte der Redner den oben wiedergegebenen Antrag seiner Fraktion vor. Rach weiterer Aussprache, die wesentliche neue Gesichtspunkte nicht mehr erbrachte, kam das Haus zur Abstimmung. Der Antrag des Provinzialaus- s ch u s s e s wurde nach dem Verlauf der Aussprache vom Vorsitzenden nicht zur Abstimmung gestellt. Die im Wprtlaut übereinstimmenden Anträge der Deutschen V o l l s p a r t e i, des Zentrums und der Demokraten, sowie des Landbundes der oben im Fettdruck gesperrt hervorgehobene Antrag. D. Red. — wurde in den Ziffern 1 und 2 mit sämtlichen 19 bürgerlichen Stimmen gegen die 15 Stimmen der Linken angenommen; die Ziffer 3 fand mit allen Stimmen gegen die eine des Kommunisten Annahme. Der sozialdemokratische Antrag war damit abgelehnt. Eine Protest-Erklärung. Am Schlüsse der Tagesordnung verlas Abg. Landwirt Schneider, Utphe (Ldbd.), namens des Landbundes, der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei folgende Erklärung: „Der Provinzialtag der Provinz Oberhessen, zum ersten Male in der Wahlperiode 1930/33 versammelt, hat mit Befremden von der trotz Sparmaßnahmen, trotz Beförderungssperre erfolgten Neubesetzung derStelledesOber- regierungsrates bei dem Kreisamt Gießen als Stellvertreter des Provinzialdirektors Kenntnis genommen. Dieses Befremden ist um so größer, als für die Besetzung lediglich parteipolitische Erwägungen maßgebend waren. Da der neue Stelleninhaber sich in seinem seitherigen Amte einseitig parteipolitisch betätigt hat in einer Art, die den Ansichten der Mehrheit der Bevölkerung der Provinz Oberhessen widerspricht, liegt die Gefahr nahe, daß das bisherige reibungslose Zusammenarbeiten zwischen den Vertretern des Staates und der Selbstverwaltung aufhört und damit die Interessen der Gefamt- bevölkerung schwer geschädigt werden. Falls sich diese Befürchtungen bewahrheiten, sei schon heute festgestellt, daß alsdann die Folgen der verfehlten Personalpolitik des Innenministers zuzuschreiben sind." Provinzialdirektor G r a e f erklärte, daß er als Staatsbeamter sich verpflichtet fühle, diese Erklärung seiner Regierung, dem Innenminister, zur Kenntnisnahme zuzuleiten. Schluß der Tagung gegen 14.45 Ufjr. Wirtschaft. Sehr günstiger Heichsbanfauöweis. x Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. Januar hat sich in der dritten Januarwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 103,0 Millionen auf 1951,2 Mill. Mark ermäßigt. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 86,6 Mill, auf 1807,1 Mill. Mark und die Lombardbestände um 16,4 Mill, auf 51,4 Mill. Mark abgenommen. Bestände an Reichsschahwechseln sind, wie am Ende der Vorwoche, nicht vorhanden. An R e i ch s b a n k n o t e n und. Renten- bankscheinen zusammen sind 244,6 Mill. Marl in die Kassen der Bank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 234,5 Mill, auf 3952,6 Mill. Mark vermindert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbantscheine in Höhe von 4,4 Mill, getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an RentenbankscheiNen auf 45,8 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 708,7 Mill. Mk. eine Zunahme um 165,3 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen hoben sich um 4,9 Mill, auf 2686,3 Mill. Mark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 2,7' auf 2286,5 Mill. 'Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,2 Mill, auf 399,8 Mill. Mark zugenommen. Die Deckung derNoten durch Gold allein besserte sich von 54,5 Prozent in der Vorwoche auf 57,8 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 64,0 Prozent auf 68,0 Prozent. Der dritte Januarausweis der Reichsbank spiegelt die flüssige Entwicklung a in offenen Geldmarkt wider. Es ist eine erneute Ermäßigung der gesamten Kapitalanlagen eingetreten, und einschließlich dieser ergibt sich für den Januar ein Gesamtrückgong der Kapitalanlagen von rund 1,24 Milliarden Mark. Diese Entlastung stellt einen Rekord dar; in der gleichen Zeit des Vorjahres, in dem die Entwicklung übrigens ähnlich war, ist die Entlastung sogar nicht ganz so umfangreich gewesen. Auch in oalutari ° scher Hinsicht ist die gegenwärtige Position der Reichsbank als außerordentlich stark zu bezeichnen. Der Gold- und Devifenzufluß hat trotz der Diskontermäßigung angehalten, und die schwache Tendenz der Devisenkurse.läßt vermuten, daß außer dem ausgewiefenen Devisenzufluß auch auf anderen Kockten Devisenzugänge zu verzeichnen sind. Dadurch ist natürlich einerseits durch die Kontraktion des Notenumlaufs, anderseits durch die Erhöhüng der Gold-, und Devisenbestände eine erhebliche Verbesserung des Deckungskoeffizienten ein getreten. Alles in allem genommen läßt die günstige Entwicklung der Reichsbankausweise im Januar die bestimmte Erwartung zu, daß Anfang Februar eine weitere Herabsetzung des Diskontsatzes erfolgt. * Der Großhandelsindex. Die auf den Stichtag des 22. Januar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegen die Vorwoche von 132,4 auf 131,7 ober um 0,5 o. H. gesunken. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 1,5 o. H. auf 120,2 (Vorwoche 122) und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0,2 v. H. auf 128,2 (128,4) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren war mit 155,9 unverändert. * Kündigung der hessischen Braunkohlen-Roggen anleihe. Gemäß den Bedingungen der Oprozentigen Braunkohlen-Roggen- anlcihe des Volksstaates Hessen kündigt die hessische Staatsschuldenverwaltung sämtliche noch umlaufenden Schuldverschreibungen (einschl. der im Staatsschuldbuch eingetragenen) zum 1. August 1930. lieber die Höhe des Einlösungsbetrages ergeht noch Mitteilung. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. Jan. Tendenz: freundlicher. — Zu Beginn der neuen Woche war die Stimmung an der Börse wieder etwas freundlicher. Anregungen fehlten jedoch, so daß das Geschäft auch heute wieder verhältnismäßig klein blieb. In Anbetracht des morgigen Liquidationstages schritt die Kulisse zu einigen Rückdeckungen, so daß gegenüber den Schlußkursen vom Samstag kleine Erholungen eintreten konnten. Aber nur Spezialwerte konnten von diesem Umstande profitieren. Material kam kaum an den Markt. Zur besseren Verfassung der Börse trugen der feste Schluß der Neuyorker Börse vom Samstag und die unveränderten leichten Geldmarktverhältnisse bei, obwohl der bevorstehende Ultimo eine Heraufsetzung der Sähe bewirken dürfte. Im Vordergründe standen aus den bekannten Gründen weiter Kaliwerke. Aschersleben plus 3,5 Proz., Westeregeln plus 4 Proz. Auch dürfte der größere Auftragseingang beim Kalisyndikat eine lebhaftere Stimmung . begünstigt haben. Merklich fester lagen noch am Kunstseidemarkt Demberg mit plus 5,5 Prozent Von Montanwerken gewannen Buderus, Gelsenkirchen, Klöckner, Mannesmann, Phönix, Rheinische Braunkohlen von 1 bis 2,5 Prozent. Am Ehemiemarkk eröffneten Farben 1 Prozent und Rütgerswerke 2 Prozent höher. Am Elektromarkt herrschte dagegen Zurückhaltung. Die Baissepartei benutzte das Kapitalbeschaffungsprojekt von Siemens immer noch zu einem Angriff. Aber einen aus- schloggebeirden Erfolg konnte diese Seite nicht erzielen, da trotzdem AEG., Licht & Kraft, Gesfiirel und Schuckert später etwas gefragt waren und bis zu 1,5 Prozent anziehen konnten. Rur Siemens wurden in Mitleidenschaft gezogen und büßten 1,5 Prozent ein. Renten freundlich. Im Verlaufe war das Geschäft ruhig. Die Kurse blieben im allgemeinen gut behauptet. Kaliaktien und Spritwerke weiter'etwas höher. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 5,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1850, gegen Pfund 20,369, London gegen Kabel 4,8655, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 92,90, .gegen Madrid 36,95, gegen Schweiz 25,1850, gegen Holland 12,11. Berliner Börse. Berlin, 27. Jan. Ain heutigen ersten Börsen- lage der Woche kam das Geschäft zunächst recht langsam in Gang. Während des Vormittags wurden kaum Geschäfte getätigt, und man konnte keinerlei Kurse hören. Die Stimmung war jedoch nicht unfreundlich, da man damit rechnen konnte, daß zum Ultimo Deckungen in größerem Umfange vorgenommen werden würden. Zu den ersten Kursen traten dann auch überwiegend Besserungen gegenüber dem Samstagschluß ein, wobei einige Spezialwerte besonders lebhaftes Geschäft hatten und in Führung lagen. Für diese Spezialwerte waren bemerkenswerte Kaufaufträge eingetrvffen So schien das Rheinland großes Interesse für Montan- werte zu bekunden, und die Eröffnung dieses Marktes muß mit Besserungen bis zu 2,25 v. H. als fest bezeichnet werden. Kaliwerke, besonders Salzdetfurth, erfreuten sich anhaltenden Interesses von französischer Seite, und hatten Besserungen bis zu 6,5 v. H. zu verzeichnen. Eine weitere Anregung stellte das leichte Geld, ferner, damit zusammenhängend, der billige Pro- longationssah. Durch feste Haltung fielen ferner Kunstseideaktien auf, während Schiffahrtswerte und Banken behauptet lagen. Nur wenig Werte eröffneten etwas schwächer. So fielen Tietz mit minus 3, Waldhof mit minus 2 v. H und Soenlka mit minus 1 Mark auf. Bei letzteren schien die Erhöhung der amerikanischen Zollsätze für Zündholzwaren etwas zu verstimmen. Deutsche Anleihen wenig verändert. Ausländer ruhig. Pfandbriefe ohne Geschäft. Auch Liguidakionspfand- briefc und -anteile werden eher schwächer taxiert. Der Geldmarkt war leichter und Geld war reichlich angeboten. Tagesgeld 4,5 bis 6 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 9 v. Sy, Warenwechsel ohne Umfgh. Im Verlaufe war das anhaltende Interesse für Montanwerke (Rheinstahl und Gelsenkirchen an erster Stelle) bemerkenswert. Die Unterbrechung der Verhandlungen mit der französischen Stickstoffindustrie zwecks Aufnahme in das Internationale Stickstofstartell wurde als der erste Erfolg der Stickstoffpläne von Gelsenkirchen angesehen. Auch für Kaliwerke erhielt sich das Interesse, und es traten Besserungen bis zu 2 v. H. ein. Schiffahrkswerte gleichfalls leicht anziehend. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 27. Jan. Auftrieb: 1359 Stück Rinder; darunter 296 Ochsen, 84 Bullen, 593 Kühe, 360 Färsen; ferner 610 Kälber, 149 Schafe, 4965 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen, vollflcischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 55 bis 57 Mk., ältere 50 bis 54, sonstige vollfleischige, jüngere 45 bis 49; Bullen, jüngere, vollfleifchige, höchsten Schlacht- Werks 54 bis 57, sonstige 'vollfleischige oder aus- gcmästete 46 bis 53; Kühe, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 46, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 39 bis 42, fleischige 34 bis 38, gering genährte 28 bis 33; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder), vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 55 bis 58, voll- fleischige 52 bis 54, fleischige 45 bis 51. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 68 bis 72, mittlere Mast- und Saugkälber 63 bis 67, geringe Kälber 53 ' is 62. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80, vollfleischige Schweine, von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 80 bis 82, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81, fleischigeSchweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 76 bis 80 Mk. Marktverlauf: Rinder langsam, Ueberstand; Kälber und Schafe langsam, geräumt; Schweine schleppend, Ueberstand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 27. Jan. Am Produktenmarkt war das Geschäft wieder sehr ruhig. Anregungen fehlten. Das Angebot blieb aber in Auslandware sehr gering, so daß Weizen geringfügig anziehen konnte. Am Futtermittelmarkt lag Mais für Fukterzwecke und Roggenkleie bis zu 0,25 Mark schwächer. Es wurden notiert: Weizen 26,75 bis 26,85, Roggen 18,50, Sommergerste für Brauzwecke 19,50 bis 19,75, Hafer, inländ. 17, Mais (gelb) für Futterzwecke 16,50 bis 16,75, Weizenmehl, südd. Spezial 0 39,50 bis 40,50. Roggenmehl 26,50 bis 27,50. Weizenkleie 8,35 bis 8.50, Roggenkleie 9, Erbsen 31 bis 42, Linsen 50 bis 90, Heu 10,50, Weizcn- und Roggenstroh, drahtgepreßt 5,30 bis 5,50, gebündelt 5,30 bis 5,50. Treber, gctrocFnet, 13,25 bis 13,50. Tendenz ruhig. Frankfurter Eiermarkt. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, In- landeier ab Station). Preise in Pfennigen per Stück. Bulgarische 9 bis 9,25; jugoslawische 9 bis 9,25; rumänische 9 bis 9,25; polnische 7 bis 7,50; dänische 9,50 bis 12; holländische 9.50 bis 12; belgisch-flanderische 10,50 bis 11; fran- gösische 10 bis 11; schlesische 11,50 bis 12; bai-e- rische 9 bis 10; norddeutsche 10,50 bis 11. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Banknoten. a.2U. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H.. Lombardzinsfuß 7,5 v. H. Datu Devisenmarkt Berlin — 3. ® flarben-Hnvuskte Dynamit Nobel . . . Gdietoeanflalt .... (Kolbidimioi .... Siüigctewert: .... yterallodellidjatt. . . Phllipv Konmann . Semen wert Heidelberg . Semeniuietl Hallstadt . Ways, & „»> v an Vereinigte Gtabiro . Otav, Minen . fi'ai werte Aschersleben Ra. werke Geiteregeln fiahwer.e Salzdenurlh Franks. Maschinen . . . . . 01 neuer ..... . . Heyligenstaedt ...... Aungban«......... Lechwerte. Myinkraiuoerl.' Häckll a M l'han. «gebt Roeder...... «oigi & Haessner ...... Südo Lucker...... . SckmllbeiS Pa-cnyoser . Oklmerke....... Ber. (Diatnflofl . . . . Bemberg....... Helifloii Waldhos . . . Zellsloii Llichaüenburg . UhariulienUuroer Waiser Deuauer Wa;..... Daimler Molaren . . . Denliche Linoleum . . Malchinenbau A.-W. . . A riv cu- Kl v c - - Vuoid. Loew . . . Rai Automob!: . . . . Crenfiein 4 Koppel . . V onh’irö ÜCtt . . . CvenSka . • Aronlhirt a M Berlin -vrantfurt a Ak Berkin Rur» | •um Nur efhiuö 1 »iir; > Ansang- fiur -'chmb- Kur» •Ulr Kur Lch-'nt! fiur. An lang- fiur: Dalum 25. 1. 27 1 25. 1. 27 1 Dorum 25. 1. 27- 1- 25 1 27. 1. 6"j Den sche ,i>ichsanleiye 87,45 87,5 Hamburg-Amerika Pakei . . 104 _ 102.9 10 ,25 ron 1127 ........ 1% Tenlsche SieichSanleihe — Hamb. Lüdam. Tampssch. . Hanla Dampsjchisj..... . i- 10 170 153.1 168.75 von 1029 ......... — 36,7 — Norddeutscher Lloyd .... 103.25 __ 102,6 10? 75 Dt. Llni..AbIüI.-Echnld mit An» 50,8 Ailg Tenlsche Creditansl. . 1' 121,2*1 __ 121,75 lol. -Rechten....... Teegi el,n.- Cluliol. Rechte 6% Hess. BolMaat von 1929 51 — 50,75 Barmer Bankverein ... 11 122 122 183,73 156.75 237.25 149.7b 149.75 151 288 8,05 8,1 8 8 Berliner HondelsgeseUsch. . . (Sommer;,- und Prlval-Ban! . li 11 183.5 157 157 182,5 157 238 150 150 151 288.5 (riickzahlb. 102%) .... Oberin llcn Provinz - Anleihe mit 87,75 — 87,5 — Darmil. u. 91alionalbanl . . Deutsche Bank...... I 11 238,5 149 149 151 293 Au.'loj.-Rechlen...... Denliche klomm. Sammelabl. Anleihe iccrie 1....... 8% ßranll. Hvp.-Bank Gvldpse 49 49 — Diccontv-GejeUschasl, Ant. . Drrcdner Bant...... ReichSbani........ U li 1 150.5 Xlll unkündbar l>IS 1931. 7% Franks, ünp.-Bauk Gvldpse £6,5 _ _ SI.ik.G........... 170 171.5 169.75 171,5 unkündbar bi» 1032 ..... 84 - _ Bergmann..... Siehr. LieserungSgelellschask — 206,5 207,75 ty*% Rheinische Hyp.-Bank C'iqu. ........ 8% Pr. L.nidcSpsandbrtclansloll li — — 161.75 163 — — - - Licht und tiruii Rehen & Guilleaume.... 1- 7% 166 121 166.5 120,b 163.5 121.13 166.5 120,6 »faiibbilclc 9L 17..... 97 __ 97 Gei. t Sieht. Untern..... 10 166,5 163 16 169 6% Pr. LandeSpsandbriesaiistall. Hamb Stehr .Werke .... I — 132.5 Komm.-Lbl. R. 16..... 7% Pr. LmiSelpsandbrtesansiall, 94,5 ,T- 94 — Rhein (Siehr. ...... €dild. Slefr ...... 10 141,5 — 142,75 162.5 164 Psandbriese R. 10 88,5 — 89 Lchuckeri 4 Go. ...... 11 183.5 185 181,75 182,6 A.a ti. obfl. korkriegl-Obligotivn > rückzahlbar 1932 ...... - - Siemens & yabfe..... Transradio........ Lahmeyer 4 So....... lü . ti 10 279,5 170,5 278.25 276 170,13 278.5 4% Oellerrelchiiche Goldrte.. . 4,20% Ceflen Silbern- 26,5 _ 26.75 26.75 Buderu» . . ...... Deutsche Erd01 ...... 69,5 70.6 69,7* 3,5 . 5 71 4% Oeklerrelckilche Einheitliche . 4 104.5 105 104.13 104,5 Rente.......... _ (Stiener Steinkohle..... . h —■ — 137 137,5 4% UimariW Goldrte . . . 4% Ungarische Slaaitr. v. 1910 4’,i% ti-x’fll. von 1918 . . . 23,75 24 24,13 Gelsenkirchener . ..... . 8 139,5 142 139.5 141,5 _ Harpener......... . 0 138 - 139.9 142 _ _ Hoesch Gilen........ 6H — — 116,5 116,5 4% Ungar,iche Kronenrte.. . 2,175 _ 2,1? 7.9 5 8 7,95 10 1^1 io I Slic Bergbau....... 19 249 — 249.5 2 0 4% Türl. Hollanleihe v. 19U . 4% Türkisch- Bagdadbahn-Anl Gerte I..... 4% deSgl. Serie II 7,8 7,8 7 8 — Klddunmerte ...... Vöin-Neueilen . . . Manneömano-Rühreo . . . Dtanesclver Bergbau .... 7 103 106.5 109 104 107,5 103-75 114 106 109.25 103.75 114.5 107 109,75 6% Rumänische oetelnb. Rente von 1908 . . . . 4%°;. iH im.inlldie verclich. Reni, 10 — Cbcnditei. Gneiueoarf . . . Cbcridjlei. KokSwerke.... Pbvntx Bergbau...... 6S 73 104,5 106 72,5 1 CI ,25 104.25 76,5 100,5 105.75 von 1918 ....... 4% Rumänische 6c re Inh- Rene . _ _ 15 4 9>hc nuche Braunkohlea. . . Sibclnilabi ...... Wir Iw d Mcm lau...... 10 258 259 256.7b 259 7,9 — 7,95 7,t 118,5 119 - 116,75 117,5 a rau 1 fnrt a 9V Berlin cdji-ü- Ki.rr -Ub. fiur < d)iU& ft II r: An jung, fitltv m 25. 1- 27- L 25- 1. 27- 1- 103 — 102.4 103,5 IG1/. — — 56 56,13 1 216 219.5 216.1 219 10 220 223,75 219 223 15 367 - 365 371,5 12 171,25 172,25 171 172.5 . 6 — _ 80.25 81,75 . 1) 149,75 — — — . 5 68,65 — 69 69 . 6 75 77 75.5 77 . 8 113 113,25 113 — . 1 96 97 95.75 96,25 10 117,5 — — lu — —— . 8 85,5 86 — 15 - - 276 276 12 - 210 16 — — — 14 159 164,25 158 161,25 13 y, 197 — 196 194 1,0 — 149,7. — . 8 — — 102.5 102 . 1* — - 165,25 165.75 . V — 39,5 38.7, 38.5 246 246,5 246 246 . 0 — 45.65 45,6 . 0 — 10 — — — — . 0 — — 20,5 20,9 . 6 — — — 76,25 10 — — * 160 • • 348 — 348 347 . 4 46,25 — 46.5 - . 6 54 — 54 - 6 — . 6 47 — 46,5 ___ . 8 106 106,5 — 8 — — - _ 10 130,5 - 129 129,5 10 113.5 — . 9 220 — 220 _ 10 157 157 157 — Berlin, 25- Januar Gelb TO Amerikanische Violen .... 4,165 4,185 Belgische Noten ....... 58,13 58,37 Dänische Noten ........ 111,58 112,02 20,325 20,405 irranzüslsche Noten ...... 16,43 16,49 Holländische Noten ....... 167,66 168,34 Italienische Noten ....... Narwegische Nölen....... Deutsch-Oesterreich, t 100 Schilling 21,86 21,94 111,38 111,82 58,68 58,92 Rumänische Nölen....... 2,465 2,485 Schwedische Noten ....... 111,88 112,32 Schweiler Noten . ...... 80,86 81,18 Spanische Noten ....... 54.76 £4,98 T>chechoiloioakische Noten..... 12,32 12,38 Ungarische Noten ..... 72,90 73,20 25- Iäuuai 27. Januar Amtliche Notierunp Amtliche Rot'erung Weit Bries Gelt Bn > '.-ImiL-iHott. 167,93 168,27 168,00 168,34 Bucn.-Aires 1,676 1,680 1,680 1,684 Brss.-2lntw 58.225 58,345 58.215 58,335 Gbriftiania 111,67 111,89 111,67 111.89 .fiopeiihog.-u 111,81 112,03 111.84 112,06 Clock Kolui . 112,19 112,41 112.20 112.42 HelüugsorS (Italien . . . 10,50r 21,87 10,525 21,92 10.508 21.88 10,528 21.92 London. . . 20.339 20,379 20,339 20 379 Dieunorf . . 1,1805 4,1885 4,1805 4,1885 Paris... Schweiz . . 16.41 16,4b 16.41 16,45 80,76 80,92 80.76 80-92 Spanien - 54,99 55,11 54,45 54,55 Stavan . . . 2,0i4 2,058 2 057 2,061 »io de (Yan Wien in D-- 0,472 0,474 0,475 0,477 Ccft- übgeft 58,815 58,935 58,835 58,955 Prag - . . 12.369 12,389 12,37 12,39 Belirad - 7,376 7.390 7.376 7,390 Budapest. . Bvl arten 73,10 73.24 73,10 73.24 3,022 3,028 3,027 3,033 Lissabon 18,75 18.79 18,71 18,75 Danzig "1,34 81,50 81,33 81,49 fionst ntin- 1.978 1,992 1.968 1,972 -Men 5,45 5.46 5,445 5,455 Kanada 4,134 4.142 4.134 4.142 lltu uay 3,82t 3.834 3,826 3,834 Cutro . . . 20,86 20,90 20,86 20,86 o» -S. sHe O S Q a* e jn’ w ch U CO ti SW w M •ü 8 Sr« ‘2 c »- E U M w 1W. MV ? 4nnöen ’n baten C N,. n>t Ä -u-ch u^^Qltoitk0^' tkn ynX . *r &f, ’tverk Jj. W -He für $ ,a»en ®r°fhuinn ?tQn* .bis w / dl^ Ä?n^ Ltzrtz in 2o.§ mit kÖfeÄ^'la Mg S ’Ä LA-P.L' niiahl und Keiiy.. -Nttkenswer^'L S nr't der Iran L r?u’Mme in §ell wurde als feton Gelsen. 3ftrte erhielt 7 -^'Krungen bis cle Walli leicht ^vielimarkt. 1359 Ochsen, 84 Nullen J «0 KAber, Ä «n: Rindern Jcniafktc, höchste '.57 2E!„ ältere 50 lungere 45 bis 49- Wcn Schlacht- leischige oder aus- >gere, vollfleischige 4ö, sonstige boIÜ J bis 42, sieWae bis 33; Färsen -llsleischige, ausge- s 55 bis 58, voll- i5 bis 51. Kälber: 68 bis 72, mittlere i 67, geringe Kälber itischweine über 300 is SO, vollfleischige 300 Pfund Lebend- 200 bis 240 Pfund 'N etwa 160 bis 200 81, sleischigeLchweine rd Lebendgewicht 76 ': Ainder langsam, ife langsam, geräumt; and. ‘cibeförfe. Ian. Am Prv- . wieder W ruhig. Lngebot blieb aber ig, so daß Weizen Am Futtermittel- :Mckc und Aoggen» Mcher. Es wurden 26,85. Aoggen 18,50, >ck 19,50 bis 19.75, etb) siir Futterzweck chl, südd. Spezial 0 -h[ 26,50 bis 27,50, loggrnlleie 9, Erbsen Heu 10,50, Weizen- mH' 5,30 b» SÄ eber, getroanet. 13/3 iermarki. ib ©renöNon, > e in PMiMper ,25: jugoslalvE 9 ! 9,25; 12- holländische 9,50 10.50 bis 11; Kan- 1150 bis 12; bG' > 16,50 bis 11. it — 4J65 51.13 111,58 20,325 16,43 167,66 21,86 111.38 58.6 2,465 111,88 80.86 54.76 12,32 72,80 -sM 1,68” 58.215 111.87 111." 1I?J? 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