für die Vrovinzialdireklion Overtze^en unb Süv das Kreisawi at auf dem Verordnungswege das Gesetz gegen den Gebrauch von 8 toh - und Hiebwaffen in Kraft gesetzt. An sich ist es bedauerlich, daß ein solches Verbot überhaupt erlassen werden mußte, bei einem Volk, das auf einer Stufe steht, die es eigentlich als selbstverständlich erscheinen lassen mühte, daß der Kamps der Meinungen auch in der Politik m i t Wassendes Geistes und nicht müdem Dolch oder dem Revolver ausgetragen wird. Das Gesetz über den Gebrauch bzw. das unbefugte Tragen von Hieb- und Stoßwaffen ist schon seit längerer Zeit im Entwurf fertig- gestellt gewesen, konnte aber dem Reichstag bei der großen Arbeitsüberlastung im Sommer nicht mehr rechtzeitig zur parlamentarischen Erledigung zugeleitet werden. Es war also ein Gebot der Stunde, daß die Reichsregierung sich dazu entschlossen hat, auch in diesem Sinne aktiv in den Wahlkampf einzugreifen, wenn man so sagen darf. . Die Erfahrung in der Rachkriegszeit hat gelehrt, daß gerade Krisenzeiten, unter denen selbstverständlich in erster Linie auch Heuwahlen zu verstehen sind, dazu geführt haben, daß der politische Kampf auf einer Vasis geführt wurde, die dein Hiveau eines kulturell hochstehenden Volkes nicht entsprach. Deutschland steht augenblicklich vielleicht vor den schwierigsten Wahlen der Nachkriegszeit, denn die Materie, um die es sich bei der parlamentarischen Dehandlung im Herbst dreht, ist so schwierig und vor allen Dingen greift sie so tief in das Leben des einzelnen ein, daß im Gegensatz zu früheren Zeiten das politische Interesse der Massen heute ein weit größeres als ehedem ist. Man braucht in diesem Zusammenhänge nur an die Reform der Arbeitslosenversicherung, an das Rotopfer, an die Vürgerabgabe, an die Iunggesellensteuer usw. au erinnern. HinAu kommt die geradezu katastrophal anwachsende Zersplitterung innerhalb des deutschen Parteiwesens, die naturgemäß den politischen Richtungskampf unter der Wählerschaft stark beeinflußt. Wenn man dazu die Kampfesweise der radikalen Flügel in Betracht zieht, so braucht man kein Prophet zu sein, um schon heule feststellen zu können, daß die kommende Wahlschlacht an Umfang wie an Art und Form sämtliche vorhergehenden in den Schatten stellen wird. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Verordnung über das Tragen von Hieb- und Stoßwaffen durchaus zu begrüßen. Der tiefere Kem der Rotverordnung liegt überdies darin, daß das bewaffnete Erscheinen bei Versammlungen usw. mit Gefängnisstrafen geahndet wird, die nicht umwandelbar in Geldstrafen sind, worin eine Verschärfung der Verordnung zu erblicken ist. Bei der politischen Einstellung gewisser Kreise ist ein Sturm der Entrüstung gegen diese aus der Rot der Stunde geborene Verordnung selbstverständlich zu erwarten. Diese Leute sprechen sich aber gleichzeitig selbst ihr Urteil, denn es gehört weder ein besonderer Mut noch eine besondere geistige Ueberlegenheit dazu, einem Kampfgegner seine Ansicht mit der Politik der Faust oder der Waffe einzuhämmern. Obwohl der eigentliche Wahlkampf noch nicht in vollem Umfange eingesetzt hat. sind bereits in den vergangenen Wochen Beispiele dafür gegeben, daß blutige Zwischenfälle nicht ausbleiben. Zu ihrer Vermeidung ein großes Teil beigetragen au haben, bleibt das unbestrittene Verdienst Der Reichsregierung, die ohne Parlament die Verordnung in Kraft sehen mußte, um dadurch den einzelnen Staatsbürger bei der Ausübung seiner Wahlrechte zu schützen. Oie Verordnung des Reichspräsidenten Gefängnis für bewaffneten Besuch poiitiicher Versammlungen. Berlin, 25.3uli. (H)IB. Amtlich.) Heber die Berlin, 26. Juli. (OB.) Das Reichskabinett trat zu einer Sitzung zusammen, in der die zur Durchführung und Sicherung des Etats notwendigen Verordnungen beraten wurden. Die Beratungen, die bis gegen Mitternacht andauerten, werden heute vormittag fortgesetzt und zum Abschluß gebracht. Die Verordnungen, mit deren Verkündung durch den Reichspräsidenten noch für heute zu rechnen ist, werden voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages bekanntgegeben. lieber Einzelheiten der Kabinettsberatung will das „B. I.“ wissen, daß insbesondere das Etats- geseh, in dem namentlich nach dem Wunsch des Reichsarbeitsministers Bürgschaften für i n - bu ft riefle Hilfsaktionen nach Art der von Mansfeld in ziemlich bedeutendem Betrage enthalten fein sollen, u m ff r i i t e n sei. Ob die Novellen zur Arbeitslosenversicherung und zur Krankenversicherung in die Verordnungen ausgenommen werden, ist noch nicht entschieden. Weiter soll die Rede davon gewesen sein, den voftstreckungsschutz für die gesamte östliche Landwirtschaft auf dem Jlotoer- ortmungsroege zu regeln, hiergegen seien aber von preußischer Seite ernste Bedenken erhoben worden. hat und zu besürchten ist, daß dadurch der friedliche verlaus der Wahlen bedroht werden könnte, so hat der Reichspräsident auf Vorschlag der Reichsregierung heute den Gesetzentwurf auf Grund von Artikel 48 der Reichsoerfassung als Verordnung in Kraft gesetzt. Vie Verordnung ist bis 1. April 1931 befristet und soll nach erfolgter Neuwahl unverzüglich dem Reichstag als Gesetzentwurf vorgelegt werden. Die Verordnung bedroht zunächst da» unbefugte Führen von Stoß- und Hiebwaffen mit Gefängnis bis zu einem Jahr, an dessen Stelle bei Dorliegen mildernder Umstände Geldstrafe treten kann. Der Kern der Verordnung ist jedoch eine weitere Sondervorschrist, die sich gegen da» bewaffnete Auftreten politischer Verbände richtet. Wer gemeinsam mit anderen zu politischen Zwecken an öffentlichen Orten erscheint und dabei bewassnet ist, wird mit (Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft. Das wesentliche dieser Sondervorschrift ge- Der Zuschlag zur Einkommen st euer und die R e i ch s h i I f e dürften ziemlich sicher wieder erscheinen, was bei der Ledigen st euer noch zweifelhaft fei. Der Etat soll für da» ganze Etatsjahr durch Verordnung geregelt werden. Für die Gemeinden soll außer der Bürgerabgabe und an Stelle der ursprünglich geplanten Schankverzehrsteuer wahrscheinlich die G e m e I n d e b i erst e u e r in Frage kommen. Rach einem Bericht der „Voss. Zig." werden die Steuersätze in den Rotverordnungen eine Milderung erfahren, die durch größere Ab st eiche im Etat ermöglicht wird. Dabei soll es sich, wie das Blatt hervor- hebt, um eine Ausgabensenkung um weit mehr als 15 0 Millionen Mark handeln, von dieser Summe sollen auf das Reichswehrministerium etwa 15 Millionen entfallen. Die Forderungen Stegerwatds gehen auf die Aufnahme der Krankenkassenreform in den Artikeln hinaus, da er von Anfang an zwischen der Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung und den zu erwartenden 200 Millionen Ersparnissen aus der Krankenkassenreform eine enge Verbindung geschaffen hatte. Verordnung gegen den Mißbrauch des wassenlragens, die in der gestrigen Kabinettssihung beschlossen worden ist, ersahren wir von unterrichteter Stelle: Infolge -er Auslösung des Reichstages konnte da» in Vorbereitung befindliche Gesetz gegen Dasfenmih- brauch nicht mehr eingebracht werden. Da da» beroaffnete Auftreten von Organisationen radikaler Parteien in letzter Zeit eher zugenommen gen das beroaffnete Demonstrieren besteht darin, daß sie nicht nur für hieb- und Stohroasfen, sondern für alle Dassen gilt und daß die in ihr angedrohte Gesängiiisstrase nicht in Geldstrafe umgeroanbelt werden kann, so daß Zuwiderhandlungen dieser Art tatsächlich mit Freiheitsstrafen geahndet werden müssen. Die Notverordnungen zur Sanierung der Reichsfinanzen. dem Reichspräsidenten van der Verfassung ein- geräumte, nicht zu unterschätzende Macht mit ihrem vollen moralischen und sachlichen Gewicht für eine Gesundung unseres parlamentarischen Systems von der Arterienverkalkung, Selbstsucht und Verantwortungslosigkeit der Parteien einzusetzen. Seltsam, daß grade die lautesten Rufer nach „Mehr Macht dem Reichspräsidenten!" erst aus dem „Echo de Paris" oder dem „Matin" erfahren müssen, gegen wen sie an dem „schwarzen Freitag" des 18. Juli im Felds gestanden und wem sie den Steigbügel gehalten Haden. Aber um so schärfer muß betont und im Laufe des Wahlkampfes immer wieder klar her- ausgestellt werden, welche gradezu entscheidende Bedeutung Hindenburgs Initiative in der innerpolitischen Entwicklung vom Sturz des Kadi- nctts der „Großen Koalition" durch das Eichvcrfagen der Sozialdemokraten an bis zur Reichstagsauf- lösung nach dem Sichversagen der Deutschnationalen Hugenbergs zukommt. Behält man diese grunolegende Tendenz des kommenden Wahlkampfes im Auge, so läßt sich auch für die ersten Sammel- und Aufmarschbewegungen als Auftakt zum Wahlkampf die richtige Wertung finden. Namentlich auf der Rechten ist bereits eine beachtenswerte Klärung erfolgt. Hugenbergs Votum gegen Hindenburg und das Kabinett feines Vertrauens hatte das Ausscheiden der konservativen Opposition unter Führung des Grafen Westarp aus der deutschnationalen Fraktion und Partei zur Folge. Die Westarpleute haben sich inzwischen mit den bereits früher ausgeschiedenen Dolkskonservativen um Treviranus, Hoetzsch und Lindeiner-Wildau zu der Konservativen V o I k s p a r t e i zusammengeschlosten. Eine Bereinigung auch mit der Christlichnationalen Sauern» und Landvolkpartei ist dagegen nicht gelungen. Der Reichslandbund hat vielmehr beschlossen, seine Abgeordneten aus den Parteien zurückzuziehen und mit einer eigenen Liste unter Führung Schieles und Hepps ins Feld zu ziehen. Vielleicht ist dies, aufs Ganze gesehen, noch nicht einmal so zu bedauern, wie es im ersten Augenblick scheinen könnte. Denn zweifellos hätte es nicht geringe Schwierigkeiten bereitet, die städtischen Wählermassen, besonders im Westen und Süden, für eine konservative Liste zu erwärmen, auf der, der großen Bedeutung der Landwirtschaft und ihrer Organisation, des Reichslandbundes, entsprechend, deren Führer an erster Stelle gestanden hätten. Wenn beide, Konservative Dolkspartei und Reichslandbund, die wohl selbstverständliche Listenverbin- düng eingehen, darf man wohl die von ihnen geübte Taktik des getrennt Marschierens und vereint Schlagens als richtig ansehen. Etwas Aehnliches schwebt wohl auch dem Führer der Deutschen Volks Partei vor mit seinem bekannten Aufruf zur Sammlung, den er an alle hinter der Regierung Brüning stehenden Parteien, also an die Gruppen von Westarp bis Koch- Weser, gerichtet hat. Wir können uns nicht denken, daß Dr. Scholz der Utopie nachläuft, aus den genannten Parteien könne man eine einzige zu-, sammenschmieden. Wenn dies wirklich der Autorität der Führer gelingen sollte, würde es sich doch bald als eine Unmöglichkeit Herausstellen, die Masten des liberalen Bürgertums, die jetzt etwa in der Dolkspartei, der Wirtschaftspartei oder bei den Demokraten ihre politische Vertretung sehen, auf die Dauer für eine neue Partei zu gewinnen, die zu einem guten Teil eine konservative Staatsauffassung vertreten würde. Dagegen wäre jetzt vielleicht der Augenblick gekommen, wo man ernstlich prüfen müßte, ob sich ein Zusammenschluß von Dolkspartei, W l r t s ch a f t s p a r t e i und Demokraten zu einer großen Staatspartei der Mitte, wie sie die verantwortungsbewußte liberale Provinzpresse verschiedener Schattierungen schon seit langem fordert, verwirklichen ließe. Namentlich die junge Generation, die für die nuancierten Unterschiede der weltanschaulichen Auffassungen, meist verkalkte Rudimente aus den Parteikämpfen der Vorkriegszeit, kein Verständnis aufzubringen ver- mag, verlangt diesen Zusammenschluß aller staatsbürgerlichen Kräfte zu einer starken, aktionsfähigen Partei der Mitte, die den gegebenen Ausgleich bilden würde zwischen der konservativen Rechten und der Sozialdemokratie, die aber auch die Jungen auffungen und an sich ziehen könnte, die heute, enttäuscht über die Halbheit und schlechte Führung des sich durch Zersplitterung selbstoernichten- den Bürgertums, sich den radikalen Gruppen in die Arme werfen und damit für die Arbeit am Wiederaufbau des Staates ganz oder wenigstens zeitweise verloren gehen. Wenn die „Dossische Zeitung" den Scholzschen Sammelruf als angeblichen Notschrei der Dolkspartei nach Möglichkeit zu diskreditieren sucht, so wird man ihr mit einiger Begründung das Recht absprechen dürfen, als Sprachrohr der Demokraten zu gelten. Die Berliner Asphaltpresse hat, mit wenigen Ausnahmen, längst aufaehört, die Meinung des Volkes widerzuspiegeln, uno es wird ihr auf die Dauer kaum gelingen, eine Gesundung unseres Parteiwesens durch vernünftige Rationalisierung zu hintertreiben, wenn das Volk diese nur ernstlich will. Die Führung in diesem Wahlkampf fällt der Reichsregierung zu. Wir haben zu ihren politisch stärksten Köpfen, namentlich zum Reichskanzler Dr. Brüning selber, aber auch zu Män. nern wie Dietrich und Wirth das Vertrauen, daß sie sich dieser Führeraufgabe bewußt sind und durch die rechtzeitige Bekanntgabe eines großzügigen, um- fassenden, auf weite Sicht hin angelegten Reformprogramms und einer unzweideutigen Wahlparole dem Wahlkampf Sinn und Ziel geben werden. Ihre Aufgabe ist es weiter, jetzt schon zu Beginn des Wahlkampfes die parlamentarische Mehrheit oorzu- bereiten, die sie im neuen Reichstag zur Durchführung ihres Reformwerkes haben muß. Dazu bedarf es des Burgfriedens zwischen den Parteien und Gruppen, die gewillt sind, sich auch im neuen Reichstag Hindenburg und dem Kabinett feines Vertrauens zur Verfügung zu stellen. Man kann nicht sieben Wochen hindurch sich bis aufs Mester bekämpfen, am Gegner fein gutes Haar lasten und sich die gröbsten Derbalinjurien an den Kopf werfen, um nach der Schlacht schledlich-fried- üd) sich zu gemeinsamer Arbeit am selben grünen Tuch niederzulasten. Allen, die an der Selbstzerfleischung des Bürgertums auch nach den traurigen Erfahrungen der letzten zehn Jahre noch immer nicht genug haben, sei eine „Die Sammettomödie" überschriebene Wahlbetrachtung des „Vorwärts" zur Lektüre dringend empfohlen, in der das sozialdemokratische Zentralorgan feststellt, daß „der festgefügte Block der Sozialdemokratie" von dem „Gewimmel", den „verzweifelten Manövern des bunt zusammengewürfelten Heerbanns des Bürgertums" nichts zu befürchten habe. Mag auch diese satte Selbstzufriedenheit im Hinblick auf die rötere Äon- kurrenz der Kommunisten nicht ganz der wirklichen Stimmung entsprechen, Tatsache ist doch, daß nur ein geschlossenes Zusammen st ehen aller staatsbürgerlichen Kräfte von Westarp bis Koch-Weser, möge auch der Wahlkampf selber in getrennten Parteien geführt werden, dem künftigen Reichstag ein Gesicht zu geben vermag, das gegen den sich vielleicht noch verstärkenden Druck der radikalen Strömungen den stetigen, zielbewußten Wiederaufbau von Staat und Wirtschaft im Sinne Hindenburgs die Sicherstellung einer gesunden Sozialpolitik, die Förderung der nationalen Kultur und die Rettung des Ostens für deutsches Volkstum gewährleistet. Oie Antwort -er Demokraten an Dr. Scholz. Le rlin, 25. Juli. (CRB.) Der Führer der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, hat, wie erinnerlich, vor einigen Tagen an die Christlich-Rationalen, die Wirtschaftspartei, die Gruppe Westarp und die Demokraten die Einladung zu einem „Zusammenschluß aller staatsbejahenden Parteien" gerichtet. In seiner Antwort hat sich Koch-Weser für die Demokratische Partei, laut „Vossischer Zeitung", „mit betont er Z u • rückhaltung" bereiterklärt, an der gewünschten Besprechung teilzunehmen. „Er hofft, daß die Besprechung eine nähere Erklärung darüber schaffen wird, was unter der Zusammenfassung aller staatsbejahenden Kräfte gemeint ist, und warum die Besprechung gerade diejenigen Parteien umfaßt, die in Ihrem Rundschreiben erwähnt sind." Arbeiterschaff und Konservative. Berlin, 25. Juli. (Priv.-Tel.) Die neu gegründete Konservative Dolkspartei und die mit ihr in naher Gemeinschaft verbundenen Christ- lichnationalen Bauern und der Christlich-Soziale Dolksdienst erfahren durch die neuesten Aeuhe- rungen aus den Kreisen der ch r i st l i ch n a t i o - nalen Arbeitnehmer eine starke Linker- stützung. Man betont, daß schon die alte Volks- konservative Bereinigung ein durchaus soziales Gesicht gezeigt habe, und daß die Anerkennung des berufs ständischen Gedankens von Anfang an deutlich gewesen sei. „Dieses soziale Gesicht wird auch die Konservative Volkspartei zeigen, dafür bürgen die Personen, die aus der Volkskonservativen Bereinigung Herkommen." Es besteht also kein Zweifel mehr, daß die neue Rechte die weitgehendste Unterstützung der christlichen Gewerkschaften, die heute ein bedeutsamer Machtfaktor im sozialen und politischen Leben sind, genießen wird. Bon dieser Seite machen sich auch starke Bestrebungen geltend, die Arbeitsgemeinschaft dieser drei Gruppen, die grundsätzlich schon im alten Reichstag bestand, nicht nur im neuen Parlament wieder aufleben zu lassen, sondern auch eine engere Zusammenarbeit zu schaffen. Oie deutschnationale Parteivertretung hinter Hugenberg. Berlin, 25.3uli. (Bdz.) Die Sitzung der Parteivertretuna der Deutschnationalen Bolkspartei im Reichstag wurde durch ein Referat des Parteivorsihenden Dr. Hugenberg eingeleitet. der die Stellung der Partei im zukünftigen Wahlkamps behandelte. Die Partei habe habe sich zurückgefunden zu ihren ursprünglichen Grundlagen. Die Geschlossenheit, mit der sie dadurch in den nächsten Reichstag einziehen wird, erleichtere ihr -die Lösung der dann bevorstehenden Aufgaben. Weite Kreise des deutschen Bürgertums stün- 7ben heute im Dienst eines falschen Systems, Jnteressenpolitik mache in ihm eine einheitliche Linie unmöglich. Die Mitte stütze die Borherrschaft der Sozialdemokratie und gehe dabei ihrer eigenen Auflösung entgegen. Anschließend daran schilderte Dr. Oberfohren die Borgänge im Reichstag und kritisierte das Verhalten der Westarp-Gruppe. Die deutschnationale Parteivertretung nahm dann im Anschluß an die Aussprache eine Entschließung mit 283 gegen 4 Stimmen aus Mecklenburg an, in der es u. a. heißt: Die Porteioertretung spricht ebenso wie der Parteivorstand ihrem Parteiführer Dr. Hugenberg und dem Vorsitzenden der Reichstagsfraktion Dr. Oberfohren ihr Vertrauen aus. Wir Deutschnationalen kämpfen dagegen, daß durch die an Enteignung grenzende lieber» drehung der Steuerschraube und durch eine verhängnisvolle T r i b u t p o l i t i k die Verelendung der deutschen Menschen immer weiter getrieben wird. Wir wehren uns gegen die Christentum und Kultur vernichtende Bolschewisie- rung unseres ganzen öffentlichen Le- bens; wir kämpfen gegen das durch die Mittel- Parteien immer wieder gestützte marxistische S y st e m. Die Parteivertretung bedauert es, daß der Reichslandbund durch den Aufruf zu Landvolklisten die für die Landwirtschaft so bedeutsame Wirtschaftsorganisation praktisch zu einer Partei umgestaltet. Wir werden das Landvolk zur Entscheidung aufrufen, ob es seine Zukunft besser innerhalb einer geschlossenen Rechten oder durch eine in das System der Mitte sich eingliedernde Interessen- Partei gewahrt wissen will. In Fortsetzung des von ihr mit Volksbegehren und Volksentscheid eingelei- teten Freiheitskampfes tritt die Deutschnationale Volkspartei in neuer Kraft und Geschlossenheit in den Wahlkampf ein. Sie wird ihn führen getreu ihren großen nationalen, christlichen und sozialen Zielen, getreu ihren monarchistischen Grundsätzen, getreu der Fahne Schwarz-Weiß-Rot." Oie Minister Schiele und Bazille aus der Oeutschnaiionalen Volkspariei ausgetreten. Berlin, 25.Juli. (WTB.) Wie die „Landvolk- Nachrichten" mitteilen, hat Reichsminister Dr. h/c. Schiele heute seinen Au s t r i t t aus der Deutsche nationalen Volkspartei erklärt. Minister Schiele dürfte der Landvolkpartei beitreten. Mit ihm dürften sich diejenigen landwirtschaftlichen Abgeordneten, die aus der Deutschnationalen Volkspartei aus- geschieden find, gleichfalls der Landvolkpartei an- schließen, um die politische Einheitsfront des Land- volks herzustellen. Auch der württembergische Kultusminister Reichstagsabgeordneter Dr. Bazille hat in einem Schreiben an den Landesoorsitzenden der Deutschnationalen Volkspartei (Württembergische Bürgerpartei) seinen Austritt aus der Deutsch- nationalen Volkspartei erklärt. Sie Aot im Wlalienischen Erdbebengebiet Erschütternde Einzelheiten der Katastrophe. — Schwierige Bergungsarbeiten, diesiger Gebäudeschaden. u ff Ein Wohnhaus in Neapel, bei dem bei dem Erdbeben die oberen Stockwerke wie bei einem Puppenhaus vollständig bloßgelegt sind und fast sämtliche Bewohner von dem stürzenden Mauerwerk erschlagen wurden. Rom, 25. Juli. (TU.) Roch immer fehlt ein Tieberblick über die endgültigen Berlustziffern im Crdbebengebiet. Die bisher angegebenen Totenzahlen wachsen ständig durch die ergänzenden Meldungen aus den zerstreuten kleinen Siedlungen, die noch nicht alle von dem Rettungswerk erfaßt werden. Am schwersten betroffen wird ein Gebiet von 180 Kilometer in der Provinz Avellino, das verhältnismäßig dicht bevölkert war, da es sich um eine landwirtschaftlich fruchtbare Gegend handelt. Fast alle Berichte stimmen darin überein, daß die Landbevölkerung besonders gelitten hat, da die leicht gebauten Bauernhäuser den heftigen Stößen wenig Widerstand boten. Auch in den Städten dieses Haupt- erdbebengebietes und den angrenzenden Teilen der Provinzen Foggia und Potenza sind die Bergungsarbeiten noch lange nicht zu Ende. Aus Aquilonia wird z. B. berichtet, daß zwei Drittel der Bevölkerung, die 4000 Seelen zählt, von den Trümmern begraben wurde. Bis Donnerstag waren hier etwa 100 Leichen geborgen. Man rechnet damit, daß die Zahl der Toten auf 500 steigen wird. Die Bergungsarbeiten sind äußerst schwierig, besonders dort, wo die Häuser nur noch einen Haufen von Schutt und Holzsplittern darstellen. Seit mehreren Stunden versucht eine Gruppe von Milizleuten eine Frau zu bergen, deren Hilferufe unter einem Berg von Trümmern zu hören sind. Traurige Szenen spielen sich ab. Da sieht man einen Mann und eine Frau die Leichen zweier Kinder auf einer notdürftig gezimmerten Bahre forttragen. Sie haben ihre Kinder selbst ausgegraben. Weiter abseits hat ein jüngerer Mann ebenfalls ohne fremde Hilfe die Leichen seiner beiden Schwestern unter dem Durcheinander von Dalken hervorgezogen. Die Baupolizei von Neapel hat 300 Wohnungen wegen Einsturzgefahr räumen lassen. Den betroffenen Familien wurden anderweitig Wohnungen zugewiesen. Sechs Kirchen in Neapel sind von der Baupolizei ebenfalls wegen Einsturzgefahr gesperrt worden. Diese Zahlen aus Neapel, das vom eigentlichen Erdbebenherd ziemlich weit abliegt, und wo verhältnismäßig geringer Schaden angerichtet worden ist, zeigen, wie groß der G e d ä u d e s ch a d e n im eigentlichen Erdbebengebiet fein muß. Eine aus Potenza gemeldete Statistik ergibtz daß in einer im Erdbebengebiet selbst liegenden Gemeinde von 14 000 Einwohnern, die den verhältnismäßig geringen Verlust von 22 Toten und 200 Verwundeten hat, weil ihre zum großen Teil landwirtschaftliche Einwohnerschaft an d) nachts auf den Feldern bleibt, 100 Häuser eingestürzt, 600 von Einsturzgefahr bedroht und 2000 mehr ober minder beschädigt sind. Dem Einsturz nahe sind in dieser Gemeinde fast alle Kirchen und das Rathaus. MOrganisierungderHilfsMon Rom, 25. Juli. (WTB.) In einem heute vormittag veröffentlichten amtlichen Bericht wird mitgeteilt, daß alle Verletzten bereits ärztliche Hilfe erhalten haben und daß die telegraphischen und telephonischen Verbindungen in mehreren Provinzen wiederhergestellt worden sind. Auch für Beleuchtung ist gesorgt worden. Die notwendigen Maßnahmen zur Lieferung von Lebensmit- telnund Tlnterkunftsmaterial sind getroffen. Der Llnterstaatssekretär für öffentliche Arbeiten hat in einer Konferenz der Präfekten, Militärbefehlshaber und technischen Betriebsleiter die erforderlichen Anweisungen erteilt. In allen Dörfern treffen Beamte der Bauverwaltung zur Organisierung der Aufräumungsarbeiten ein. Der König von Italien- hat das Erdbebengebiet besucht. Die Fahrt führte durch die Gegend von Lacedonia, Aquilonia und die Bi- faccia. Der König suchte in den einzelnen Orten die Hospitäler auf, sprach den Verletzten au und tröstete die Hinterbliebenen. Die Bevölkerung bereitete ihm einen herzlichen Empfang. Oie Untersuchung der Koblenzer Brückenkatastrophe Keine weiteren Opfer geborgen. Koblenz, 25. Juli. (WTB.) Die Bergungsarbeiten im Lüheier Hafen wurden heute vormittag emsig fortgesetzt. Weitere Leichen sind aber nicht gefunden worden. Bei den zuständigen Stellen ist man nunmehr der Ansicht, daß nach dem Ergebnis der Rachforschungen kaum mehr als 3 7 Opfer, die bereits geborgen wurden, zu beklagen sind und daß die Vermihtenanzeigen heute oder im Laufe der nächsten Tage zurückgenommen werden. Es stellt sich heraus, daß ein Teil der Vermihtenmeldungen schon aus der Zeit vor dem Llnglück stammen: auch dürste ein Teil der Vermißtenmeldungen zu denen gehören, die erfahrungsgemäß häufig nicht wieder zurückgenommen werden, aber erledigt sind. Die vom Reichsverkehrsminister angeordnete Llntersuchung der Drückenkatastrophe durch den Ministerialkommissar hat folgendes ergeben: Die Brücke, die die Einfahrt zu einem Bauyafen überbrückt, war im Jahre 1 887 erbaut und für eine Tragfähigkeit von 280 Kilogramm- Quadratmeter Ruhlast berechnet worden. Diese Ruhlast wurde, der Zweckbestimmung der Brücke entsprechend, für ausreichend erachtet, denn die Brücke war nicht für den allgemeinen Verkehr bestimmt. Aus Anlaß der Beleuchtung der Festung Ehrenbreitstein hatten sich am Abend des 22. Juli auf dem Llfergelände am sogenannten Reuendorfer Eck ungewöhnlich große M e n s ch e n rn a s s e n versammelt, die nach Beendigung des Feuerwerks in dichtem Gedränge auf dem nach Koblenz-Lühel führenden Schartwieserweg zurückfluteten. Line Anzahl Zuschauer wählte, um schneller vorwärtszukommen, den Leinpfad, der im Zuge der Drücke liegt und der, weit er kein öffentlicher weg ist, auch keine Beleuchtung hatte. Die Brücke hätte diese Verkehrsbelastung ausgehalten, wenn nicht der über die Brücke abmarfchierende Menschenstrom durch einen f i ch von der Seife keilförmig einschiebenden Trupp junger Leule verwirrt und zusammengeballt worden wäre. Dies wirkte um so verhängnisvoller, als außerdem irgendein Ereignis auf der Mosel oder am gegen- überliegenden Ufer die Aufmerksamkeit der auf der Brücke befindlichen Passanten erregte, die infolgedessen unvermitlell stehen blieben, während von den Rachkommenden nachgedrängt wurde. Infolge der Ueber- lastung wurden die Schwimmer der Brücke vollständig unter Wasser gedrückt, und die Brücke k e n l e r l e. Rach Mitteilung des Polizeipräsidiums Koblenz waren von der Schutzpolizei alle Vorkehrungen getroffen, um eine glatte Abwicklung des Verkehrs vom Reuendorfer Eck nach Koblenz- Lühel zu gewährleisten. Einzelne Personen zogen es vor, den abkürzenden Weg über die Hafenbrücke einzuschlagen. Die Beamten duldeten schließlich die Abweichung vom Hauptweg, weil sie darin leine Gefahr erblicken konnten, denn sie kannten die Brücke und wußten, daß sie bei mancherlei Anlässen von größeren Volksmengen benutzt wurde. Es war ihnen aus eigener Anschauung bekannt, daß der Fußgängerverkehr bei früheren Veranstaltungen ebenso groß, wenn nicht noch größer, war, als in der Rächt vom 22. zum 23. Juli. So haben die polizeilichen Ermittlungen zu dem Ergebnis geführt, daß es sich um einen tragischen Llnfall handelte, der sich bei der Verkettung unglücklicher Umstände jeder menschlichen Voraussicht entzog. Regierungskrisis in Bayern. Der Bauernbund scheidet aus der Koalition aus. Die innerpolitische Lage Bayerns hat in den letz- ten Wochen eine krisenhafte Zuspitzung erfahren. Auch im bayerischen Haushaltsplan befindet sich ein Defizit, über dessen Beseitigung sich die Parteien nicht einig werden konnten. Die Vorschläge, die gemacht worden sind, haben zu einer starken Erschütterung der Koalition geführt und schließlich den Bauernbund veranlaßt, aus der Regierungsgemeinschaft a u s z u s ch e i d e n. Auch der Landwirtschaftsminister Fehr ist zurückgetreten. Von der Koalition sind nur noch die Bayerische Volkspartet und die Deutschnationalen übrig geblieben. Die Auseinandersetzungen im deutschnationalen Lager haben aber auch den Wert der bayerischen Landtagsfraktion stark herabgemindert. Neuwahlen wird es aber wohl so rasch nicht geben, weil die Bayerische Dolkspartei dazu keine Lust hat und der Bayerische Bauernbund ebenso wie die Deutschnationq^en keine Neigung verspüren, den Wählern die Entscheidung über die Lösung der Regierungskrise, die auch gleichzeitig eine Koalitionskrise geworden ist, zu überlassen. Zur Selbstauslösung des Landtages fehlt auch die nötige Zweidrittelmehrheit, so daß z u n ä ch st alles beim alten bleiben und die bayerische Regierung bis zur Beseitigung der Schwierigkeiten mit Hilfe von Notverordnungen, die ihr durch die Verfassung gestattet sind, wird regieren müssen. Oer Oberpräsideni dekretiert neue Steuern für Berlin. (Berlin, 25.Juli. (TLI.) Am Freitag hat der Oberpräsident der Provinz Brandenburg die Grundvermögenszins st euer für die Stadt Berlin von 200 v. H. auf 275 v. H., die G e- werbesteuer von 425 v. H. auf 510 v. H. und die L o h n s u m m e n st e u er von 1000 v. H auf 1250 v. H. erhöht und hat sich dabei nicht an die niedriger bemessenen Magistratsvorschläge gehalten. Durch die Erhöhung der Grundvermögenssteuer ist trotz der wirtschaftlichen Rot eine weitere Steigerung d^r Mieten in Berlin eingetreten, und zwar um weitere 3 v. H., nachdem erst vor kurzem die Mieten auch um 4 v. H. erhöht worden waren. So erhöhen sich die Berliner Wohnungsmieten um i n s - gesamt Von7 v.H. Hinzukommt noch, daß die Steuern mit Beginn des Haushaltsjahres, das bekanntlich am 1. April beginnt, zu zahlen sind, also auch die erhöhten Mieten für die vergangenen Monate nachzuzahlen sind. Die Erhöhung der Lohnsummensteuer trifft die Arbeitnehmer nicht, da diese Steuer vom Arbeitgeber zu tragen ist. Oas Ende -es Oikiators. Woldemaras von der litauischen Regierung verbannt und unter Polizeianfsicht gestellt Woldemaras, der früher den guten deutschen Ramen Waldemar trug, ist von der Kow- noer Regierung kurzerhand in die Verbannung g e sch i ck t worden. Er soll zunächst einmal für ein Jahr sich auf einem Staatsgute aufhalten, wo er unter Staatsaufsicht gestellt wird. Inzwischen wird wahrscheinlich gegen ihn ein Hochverratsverfahren eingeleitet werden, weil man Flugblätter beschlagnahmt hat, die den ehemaligen Diktator recht erheblich belasten sollen. Da Hochverrat in Litauen stets mit dem Tode b e straft wird, wird Woldemaras seine ganze Derteidigungskunst aufbieten müssen, um sich von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen rein zu waschen. Es ist aber wohl anzunehmen, daß es die Kownoer Regierung es erst gar nicht zu einem Sensations- Oie Wetterlage. 26 W .oni V 75$^ Tfiorsgavn-jj -------- rn MarrKwW» bTKBWTO BW MMWKNi’'X‘V W-M<. OWoiKenios.o neuer Qriait) oedetrt »wonuo. eoeoecKt, «Reget * Schnee c» Graupein e HeDei K GftU1tUr.@w1nd5t1ile.-O> seh# leichter O51 massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwes» Ole Piene fliegen mit dem winde Oie oei aen Stationen stenenden za»» len gehen die Temperatur an. Pie Limen verhindeo Orte mit gleiche® •uf heercsniVeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. An der Rückseite des abziehenden Ostseetiefs sind in der letzten Nacht in Nord- und Nordostdeutschland noch recht erhebliche Niederschläge gefallen. 3n unserem Gebiet dagegen gingen nur ganz leichte Schauer nieder. Durch den dauernden Zustrom von kalter Lust hat sich der hohe Druck jetzt mehr nach dem Festlande bin verlagert und führt bereits stellenweise zu Aufheiterung. In seinem Bereich wird sich das Wetter zunächst etwas ruhiger und freund- kicher gestalten. Jedoch hat die schon gestern an der Westküste Irlands herannahende Tiefdruckstörung schnell an Raum gewonnen und sich über die brl- tischen Inseln ausgebreitet, wo die Temperaturen allgemein etwas angestiegen sind und stellenweise auch schon Niederschlagstätigkeit eingesetzt hat. Mit dem weiteren Vordringen der Störung dürfte der Einfluß des hohen Drucks allmählich wieder abgeschwächt werden. Die Warmluft an der Vorderseite wird zu Temperaturenanstieg und später auch zu Bewölkung und erneuter Niederschlagsneigung führen. Aussichten für Sonntag: Zunächst ziemlich aufheiternd, später erneute Trübung, wärmer, vorerst trocken, jedoch wieder aufkommende Riederschlagsneigung. Aussichten für Montag: Wolkiges Wetter mit zunehmender Riederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 25. Juli: mittags 17,4 Grad Celsius^bends 15 Grad; am 26. Juli: morgens 14,3 Grad. Maximum 19,4 Grad, Minimum 13,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tie e am 25. Juli: abends 18,3 Grad; am 26. Juli: morgens 15,4 Grad. — Niederschläge 1 mm. — Sonnenscheindauer eine Stunde. Reisewetterdienst. W e st e r 1 a n d aus Sylt. 18 Grad, gestern oer Jahreszeit angemessene Temperatur, heute halb bis ganz bedeckt. Westwind. B a d T ö l z. 13 Grad, Südostwind, heute halb bis ganz bedeckt -Ml ft- 1H 'i sg M ff^ es uns aus. da oben in den weichen Flocken zu thronen und herabzuschauen auf die Erde! Und ich denke noch an die stunde, als ich als siebenjähriger Knirps in der Schule nachsitzen muhte, weil ich einen Teil der Hausaufgaben vergessen hatte. Ganz allein wurde ich gelosten mit meiner Schiefertafel und muhte mich mit einem ekelhaften Buchstaben abmühen. Durch das Fenster ober sah ich den blauen Himmel und die dahingkeitenden weihen Wölkchen. Drüben aus den Wiesen hörte ich die Stimmen meiner Kameraden und das Brüllen der ousgetriebencn Kühe. Die ziehenden Wolken hielten mein Auge fest, und als der Lehrer kam zum Nachsehen, war meine Arbeit noch lange nicht beendet. Aber er hatte wohl den oerlanyendcn Blick in meinen Augen gesehen: denn er schickte mich nach Hause... Es war mir gewiß wie den Gefangenen, die von ihrem engen Zellenfenster ein Stückchen Himmel sehen können und dann und wann vorüberhuschende Wölkchen. Wie mögen bei ihnen die Gedanken gerade mit diesen wandernden Wolken ziehen! Erinnern sie sie an vergangene Tage, oder zeigen sie ihnen einen neuen Weg? Aber es sind ja nicht immer die Sommerwolken, di« unser Auge fesseln, die wir lieben. Ist dos Spiel des Sonnenlichts beim Gewitter, wenn ein Teil der Landschaft noch beleuchtet wird, aber schwere, dunkle Wolken schon das nahende Wetter ankünden, nicht ganz wundervoll zu beobachten? Noch einige Minuten, und alles liegt im Banne der schwarzen Wolken. Starke Winde zerreißen die einzelnen Schichten, Blitze zucken, Donner krachen, und bald darauf leuchtet die Sonne wieder durch die Wolkenritzen. Wenn am Abend die Sonne zur Ruhe geht und die stillen Wölkchen zum Abschied vergoldet, kommt dann nicht die rechte Abendstimmung, der Abendfrieden in unser Herz? Das empfanden auch viele Dichter, und eins der einfachsten und doch der schönsten Gedichte von Martin Greif kann ich nie vergessen: „Sonne warf den letzten Schein müd' im Niedersinken, eine Wolke noch allein schien ihr nachzuwinken. Lang« si« wie sehnend hing ..." Die ..einsame Wolke" nennt er sie. Die Wolke der Sehnsucht. 2a, das sind auch die Wolken, die vom Winde gepeitscht dahinsagen am Himmel, ein Sinnbild unserer Lugend, unserer wandernden Jugend. Möge sie den Blick nach ihnen richten! Hinauswandern in die weite Welt! Und wenn unsere Jungens und Mädels dann hoch oben in den Bergen stehen, über dem Dunst und Nebel der Täler, und seyen. wie die Schatten der schweren, vollen Sommerwolken auf den Eisflächen und leuchtenden Seen vorüberhuschen. dann mögen sie sprechen mit Ferdinand Aoenarius: Wandert, ihr Wolken, wandert über den schäumenden Se«: hab' so gern gewandert, gern gewandert von je! Hab' ja alles vsrwandert Glück verwandert und Weh — Wandert, ihr Wolken, wandert über den schäumenden See!" B. Oer moderne Städtebau. 3m Rabm«n des Dritten Gießener Ferienkurses hielt am Donnerstagabend im Hörsaal des Physikalischen 3nstitutS, der Dezernent der Gießener Stadtbauverwaltung. Beigeordneter Dr. Hamm, vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen fesselnden Dortrag über modernen Städtebau. Zur 3llustration des Vortrages wurde ein Film Stadt von morgen" vorgeführt, der in mehreren Abschnitten zeigte, welche Fehler und Versäumnisse bei der Städtebauweise der letzten 3ahrzehnte begangen wurden und welch« Grundsätze und Richtlinien für einen besseren Städtebau der Zukunft anzuwenden sind, um den Erfordernissen einer hygienisch einwandfreien Wohnweise und einer technisch günstigeren Wir- kungsmöglichkeit von Industrie und Verkehr Rechnung tragen zu können. Beigeordneter Dr. Hamm gab im ersten Teile seines Vortrages eine Erläuterung dessen, was der moderne Städtebauer unter städtischer Planwirtschaft versteht. Sodann besprach er in großen Zügen und sachlich aufklärungsvoll die Fehler- guellen und Versäumnisse, die in unserem Städtebau nach seiner bisherigen Entwicklung in Erscheinung getreten sind und insbesondere in den Großstädten zu Dauformen geführt haben, die vom sozialen und hygienischen Standpunkt aus bedenklich und mit guten Gründen anfechtbar sind. Rach dieser Betrachtung macht« er seine Zuhörer mit den Grundsätzen des modeimen Städtebaues und der künftigen Anordnung imb Gestaltung der einzelnen S:adtgebietc näher bekannt. Als Folgerung für den modernen Städtebau im einzelnen sei anzu'ehen eine weitsichtige Planung und Verteilung deS Stadtgebiete- in Industrie-, Geschäfts- und Burcauviertel, in Wohnbezirke mit ErholunaSeinrichtungen, wie ausgedehnte gärtnerische Anlagen, Spielplätze usw., Limgehungsstraßen für den Durchgangsverkehr. günstigere Führung der Eisenbahnlinien, Echisfahrlswege usw. Voraussetzung für diele neuzeitliche Gestaltung der Stadtplanung sei aber eine grundsätzliche Aenderung in der bisherigen Gliederung der Landfläche durch eine moderne Landesplanung, die natürlich auch vor den Grenzen der aneinanderstoßenden deutschen Länder nicht Halt machen dürfe, sondern lediglich von den Gesichtspunkten der baulichen, verkehrlichen und wirtschaftlichen Gestaltung eines großen Bezirks bestimmt sein dürfe. Alle diese Gesichtspunkte der Landesplanung und der neuen Stadtplanung erläuterte der Vortragende noch hinsichtlich der wichtigsten Einzelsorderungen und -aufaaben in anschaulicher Weise und gab damit den Zuhörern ein aufschlußreiches Bild von den Gesetzmäßigkeiten. nach denen ein besserer Städtebau der Zukunft geleitet sein muh. Der Vortragende lieh aber auch erkennen, daß zur Verwirklichung dieser an und für sich lobenswerten Entwicklung im Städtebau bessere finanzielle und wirtschaftliche Bedingungen als gegenwärtig, vor allem aber eine grundlegende Aenderung der bodengesetzlichen Bestimmungen und der Bauordnung die unbedingte Voraussetzung sind. Die Zuhörer dankten dem Redner für seinen interessanten Vortrag mit wohlverdientem lebhaftem Beifall. Keine Typhusgefahr in der Lahn! Seit einigen Tagen wird in unserer Stadt ein Gerücht verbreitet, nach dem die Lahn Typhusbazillen enthalten und deshalb das Baden in dem Fluß gefährlich sein soll. Auf Anfrage an zu- ständiger amtlicher Stelle hören wir, daß dieses Gerücht durchaus unbegründet ist. Man kann also beruhigt nach wie vor zum Baden in die Lahn gehen. Gießener Zerienkurse. In der Woche vom 28. Juli bis 2. August findet der dritte Gießener Ferienkurs seinen Abschluß. Aus dem Programm der zweiten Woche seien hervorgehoben die Vorlesungen über moderne Literatur (Prof. Victor, Geheimrat Walzel, Bonn, und Schriftsteller W. Deubel, Frankfurt) und über m o - der ne Kunstentwicklung (Prof. Rauch, Privatdozent Dr. Zeh). Das Verhältnis van Volk und Staat wird Oberbibliothekar Prof. Fritzsche behandeln. Die Gruppe Volk und Religion findet mit den Vorträgen von Prof. Steinbüchel und Ober- robbincr Dr. Sander ihren Abschluß. Die Vorträge über die philosophischen Entwicklungen werden durch die Ausführungen über Psychoanalyse (Dr. Storch) und Astrologie (Prof. Gundel) ergänzt. Der Rezitationsabend von Prof. G. W. Frey tag „Moderne deutsche Lyrik", der in der ersten Woche wegen Erkrankung ausfallen mußte, wird am Montag, 28.Juli, nachgeholt werden. Isolde Kurz wird am 31. Juli aus eigenen Werken lesen. Ein Auszug aus dem Gesamlprogramm der zweiten Woche ist im heutigen Anzeigenteil enthalten. Bornotizcn. — Tageskalender f ü r SamStag. Spielvereinigung 1900: Generalversammlung, 20.30 LIHr, bei Boller. — Gesangverein Heiterkeit: Generalversammlung, 20 ilfrr, „Stadt Wetzlar". — Gießener Rudergesellschaft: Generalversammlung, 20.30 Llhr, Bootshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die letzte Kompagnie". — Tageskalender für Sonntag. Gesellschaft Liebig-Museum: Vortrag von Prof. Praetorius „Vorfahren, Rachkommen und Sippschaft von 3. v. Liebig", 11.15 Llhr: darauf Mitgliederversammlung im Liebig-Museum. — Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes: Dorrennen ab 9 Llhr, Hauptrennen ab 14.20 ilfjr, abends Sommerfest. — Stadtmission, Löber- straße 14: Lichtbildervortrag über „Land und Leute in 3nnerabessinien", 20.15 Llhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Letzte Kompagnie". der Londes-Universität. Don Von Vorstellung Universität in den Ferienkurs der Landes» einbezogen worden. * Gin Geldschrank in Marburg geraubt. WSR. Marburg, 25i 3uli. 3n der Rächt zum Freitag verübten Einbrecher in das Direktionsgebäude der Marburger Kreisbahn einen dreisten EinbruchS- di e b stahl. Sie schnitten mit einem Diamanten das Glas aus dem Oberlicht und öffneten dann die Doppelflügel des Hauptfcnsters. Den vier Zentner schweren Geldschrank, der sich im Zimmer befand, hoben sie etwa 1,40 Meter hoch und beförderten ihn durch das Fenster auf einen Gepäckwagen und von hier aus durch den sich anschließenden Garten aus die Landstraße, wobei sie einen im Wege stehenden Garten» Pfosten ousrissen. Auf der Landstraße luden sie den Geldschrank auf einen Sackkarren, die iie vom Güterboden entwendet hatten, und fuhren ihn mehrere Kilometer weit in den Wald, wo er heute morgen gefunden wurde. Die eine Seite schlugen die Diebe mit Aextenl und Hämmern ein und raubten den gesamten 3nhalt. Rur 800 Mark Bar-« gelb, aber auch sämtliche Sparkassenbücher fielen ihnen in die Hände. Von den Dieben fehlt bis jetzt jede Spur. Gegen 6 Llhr morgens machten sich drei Burschen verdächtig, die sich in der Rähe der Kreisbahndirektion hermn^ trieben. Eie wurden von einem Kriminalbeamten verfolgt. Als sie bei ihrer Verhaftung die Flucht ergreifen wollten, gab der Beamte zwei Schüsse auf sie ab. Einer wurde hierbei leicht verletzt. Alle drei konnten daraufhin fe st genommen werden. Es stellte sich jedoch heraus, daß sie an dem Einbruch nicht beteiligt find. f — Stadttheater Gießen. Man schreibt unS: Am nächsten Dienstag bringt das Stadttheater die Gttbertsche Operette „3n der 3d» hanniSnocht" in der Inszenierung von Intendant Dr. Rolf P rasch um 19,30 Ubr zur Aufführung Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Fritz Eujö. Die Einstudierung derTänz« hat Tanzmeister Ewald Bä ulke übernommen. Mit dieser letzten Aufführung verabschiedet sich auch Frau Auguste Prasch-Grevenberg «Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters) für diese Spielzeit von dem Gießener Theater- publikum. Die Aufführung ist auch als Sonder- der Pressestelle der Universität Gießen wird mit» geteilt: In der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung, wurde die venia legendi erteilt: dem Assistenten am Zoologischen und vergleichend anatomischen Institut Dr. Wulf Emma A n kel für das Fach der Zoologie und vergleichenden Anatomie, dem Assistenten am Geologischen und Palaeontologischen Institut Dr. Heinrich Richter für das Fach der G«o- logie und Urgeschichte. •• Die Museen sind am morgigen Sonntag zu gewöhnlichen Preisen geöffnet. •* Aufhebung von ötraficnf pe r • rungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Auto- mobilclub EV. (A. v. D.) Gießen: Die Straßensperre auf der Strecke Echzell biS Straße Berstadt — Wölfersheim wird ab 28. Juli ausgehoben. — Die Straßensperre auf der Strecke Großen-Linden — 2 a n g - Göns wird ab 29. Juli aufgehoben. *• Vorbeugende Maßnahmen gegen die Verbreitung von Paratyphus. Die Untersuchung über den Ursprung der Paratyphus-Epidemie im Darmstädter Elisabethenstift hat ergeben, daß aller Wahrscheinlichkeit nach die Epidemie von zwei Angehörigen des Küchen- personals ausgegangcn ist, die, wie jetzt festgcstelld wurde, Träger von Paratyphusbazillen gewesen sind. Dieser Vorfall hat den hefsischen Onnen» Minister veranlaßt, die Kreisgesundheitsämter und Amtsärzte darauf hinzuwcisen, daß es im Jntev- esse der Krankenhäuser und ähnlicher Anstalten liegt, wenn sie ihr Personal regelmäßig darauf untersuchen lassen, ob sich Dauerausscheider von TyphuS- oder Paratyphusbazillen darunter befinden. Es sei zu hoffen, daß die Verwaltungen von Krankenhäusern und ähnlicher Anstalten dieser Anregung folgen. Damit dürfte für die Zukunft ein neues Sicherungsmoment gegen die Ausbreitung von epidemischen Darmerkrankungen in der heißen Jahreszeit geschaffen sein. wettere Lokalnachrichten im 2. Blatt XriW«' wdVrtl «idt» Ort'8,16‘V” Meelicss finb nt * f&s b un j;Qt Mit f'n^?’buritc der sßs •ÄÄ Zunächst 1 u Trübung- eneute. uf, »ch wieder S-«S s-Ks ib, . Mit haw Mind. y* ■ I prozeß kommen lassen wird. Sie startet offenbar darauf, den früheren Diktator für aeiftes - frank zu erklären. Das geht jedenfalls recht deutlich auS allen Meldungen hervor, die uns au« Litauen über die Verhaftung zugegangen sind. WoldemaraS selbst hat durch sein Der- valten seinen Widersachern Anlaß zu der Behauptung gegeben, daß er nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Er hat bei der Aussetzung, des Protokolls über die Verhaftung eingefügt, daß er rechtmäßiger Ministerpräsident und Außenminister ist und auch diesen Titel bei der Unterzeichnung des Protokolls gebraucht. Daß er einmal selbst würde in die Verbannung wandern müssen, hat sich WoldemaraS wohl in den Zeiten seiner Herrschaft niemals träumen lassen. Die politische Entwicklung von Litauen ist aber über ihn hinweggegangen, er war schließlich nur noch ein einfacher Bürger, der sich dauernd mit den Behörden wegen seiner Woh- 1 nung herumstritt und vor dem niemand mehr Respekt halte. Wenn die Kownoer Regierung attf durchsichtigen Gründen verbreiten läßt, daß mit einem Aufstand der Anhänger Wolde- maraS zu rechnen sei, dann ist daS doch nur geschehen, um den gestürzten Diktator zu einem StaatSseind zu stempeln und seine Verbannung zu rechtfertigen. Bayreuther Festspiele. Die Festspiele nahmen mit einer ParsisaI - Ausführung vor abermals ausverkauftem Haufe ihren Fortgang. Die meisterhafte Regie Siegfried Wagners und die hervorragende Orchesterleitung Dr. Karl Mucks führten zu einer von echt Bayreuther Geist erfüllten Festspielstimmung. Die Kundry fang erstmals Frau Maria RöSler-Keuschnigg, den Parsifal Gunnar ®raa- rub. Die Festspielgemeinde stand völlig im Banne des BühnenweihfestfpieleS. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Juli 1930. Wandert, ihr Wolken, wandert! Ich glaube, viele Menschen sehen im Blühen und Prangen des Sommers zu viel nach der Erde und ihrer Schönheit, vergeßen dabei aber den Himmel, die wandernden Wolken. Schon unseren Vorfahren waren die Wolken keine tote Masse, sondern lebendige Wesen bevölkerten sie. In den Sturmwolken, die am nächtlichen Himmel dahin- jagten, war der oberste Gott, Wotan, das wilde Heer. Und in der schwarzen, langsam anrückenden ' Wolkenwand des kommenden Gewitters sah Donar, der Donnergott, und Fcuersunken flogen aus seinem roten Barte Bei den Germanen war ja alles voll lieben. (Erbe, Wasser und Himmel, überall wimmelte es von Geistern, Zwergen, Kobolden und gespensfi- schen Wesen. Wir haben keinen ewig gleichbleibenden blauen Himmel wie die Länder des Südens, wir haben fast jeden Tag ein anderes Himmelsbild, und bei dem starken Naturglauben unserer Vorfahren ist es gar nicht verwunderlich, daß sie in dem schweren, düsteren Gewölk ihre Gottheit thronen jähen. Aber auch für uns ist es immer ein reizvolles Bild, ytnaufzuschauen nach den ziehenden Wolken. Wie leicht und zart gleiten die „Schäfchen" durch das sommerliche Blau! Ganz merkwürdige Gebilde erscheinen, zerfließen und erstehen aufs neue. In unaeahnter Höhe ziehen sie dahin. Gehen nicht unsere Träume mit ihnen, folgt ihnen nicht unsere Sehnsucht hinaus in die weiten Lande? Im grünen Rasen ober auf weichem Moospolster Hegenb, nach den Himmelswolken zu sehen, gibt uns gesammelte, innerliche Ruhe. Und hast du irgendein Leid erfahren und weißt dir nicht zu helfen vor Weh, schau nur hinauf nach ben weißen öommerroolfen! Denke daran, daß du nicht allein bist mit deinem Schmerz, daß gar viele Menschen sich hinaufsehncn nach jenen lichten Höhen. Der Anblick der unendlichen Schönheit des Wolken- Himmels läßt dich erst empfinden, wie winzig wir Menschen sind. Gar vieles wird uns kleinlich und alltäglich erscheinen, wenn wir dem feierlichen Da» hingteiten der Wolken folgen. Vergessen ist die Der- . gangenheit, und leuchtende Zukunftsbilder tauchen ' auL Wie haben wir doch als Kinder, im Grase liegend, Zwiesprache gehalten mit den ziehenden Wolken! Welche Phantasiegestalten drängten sich in dem Hellen Flaum zusammen! Und wie schön malten wir Sä-a %7naes )UtlQ iif; T'?! ^trt tun. list. ettt W Flüchen Am i weite» e Aeten auch echö^ F1 um ins. Q^u>ablcn **£*55 Dators. ^Regierung Glicht gestellt den guten deut- n von tetjfoö, bleDerban- zunächst ein- Hem 6taal8guk Aufsicht gestellt inli^ gegen ihn en eingeleilet beschlagnahmt °r recht erheb- wi in Litauen lst wird, wird igunMch aas- ' gegen ihn er- waschen. S« ist )ie Kownoer Ae- -new Sensation-. Der P/4 To. Opel hat die geräumigste Ladefläche seiner Klasse: 3.20 m lang — 1.70 m breit! — Erst die Opel-Ladefläche macht den Lastwagenbetrieb rationell — denn nur sie gestattet es, auch bei sperrigem Gut die Tragfähigkeit immer voll auszunutzen. -- - Der robuste 4 Zylinder Motor ist tausendfach erprobt. 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Ferner sind für den Dau deS Behälters etwa 500 Kubikmeter Stampfbeton, 1100 Kubikmeter Eisenbeton und 70 Tonnen Rundeisen erforderlich. Die 'Bauarbeiten in täglich zwei Arbeits- fchichten sind jetzt so weit vorangekommen, daß der in drei Wasserkammern untergeteilte Hochbehälter bereits über die Hälfte im Rohbau sertiggeftellt ist. An der östlich gelegenen Kammer ist man zur Zeit mit den Berpuyarbeiten im 3nneren beschäftigt, die Detongußarbeiten an „Alles für den Kunden!” ... sagt lächelnd Tank w art Carl. Wenn er den Tank mit DAPOLIN and das Kurbelgehäuse mit frischem STANDARD MOTOR OIL gefüllt hat, ist sein Dienst noch nicht beendet. Nun füllt er Kühlwasser nach, prüft die Reifen, pumpt sie auf und zeigt Dinen den besten Weg ; er gibt Dinen den Dienst, den Sie verlangen können. Tanken Sie bei der roten Dapolin-Pumpe, hier finden Sie immer einen zuvorkommenden Tankwart Hervorragende Erzeugnisse — freundliche Bedienung das ist Dapolin-Dienst! 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Die Fassade des Behälters wird in einfachen Linien gehalten und nach der Landstraße zu gelegen sein. j Reben der verstärkten Sicherung unserer Wasserversorgung durch diesen Hochbehälterbau, der mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehen sein wird, ist vom Standpunkt des Steuerzahlers aus noch besonders die Tatsache zu begrüßen, daß der Daukostenvoranschlag aller Voraussicht nach nicht völlig in Anspruch genommen wird, jedenfalls mit Bestimmtheit keine lieber- schrei tu ng erfährt. Mit der Inbetriebnahme deS Hochbehälters ist in einigen Wochen zu rechnen. Hochbehälter-Erweiterung in Wieseck. Unsere Rachbargemeinde W i e s e ck ist zur Zeit dabei, ihren Hochbehälter, der jetzt 180 Kubikmeter Wasser faßt, durch den Anbau eines neuen Behälters mit 200 Kubikmeter Wasserinhalt zu erweitern. Der Demeindevor- stand hofft, hierdurch die Wasferverforgung für den höhergelegenen OrtSteil sicherzustellen. Der- anlassung hierzu gab der Umstand, daß der seitherige Hochbehälter die von den Quellen wahrend der Rächt zufließenden Wassermengen nicht fasten konnte und das Wasser unbenutzt wegfloh, während es am Tage trotz Entnahme aus der Gießener Wasserleitung für die Gemeinde, besonders den höhergelegenen OrtSteil, nicht ausreichte. Die Bauarbeiten wurden der Firma Ludwig Schneider, Heuchelheim, übertragen. Die Kosten belaufen sich auf 13 100 Mk. An,dem Bau werden, außer einigen Facharbeitern, die Erwerbslosen der Gemeinde beschäftigt. Die Arbeiten dürften bis Mitte September fertiggestellt sein. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Don Sonntag, 27., bis Donnerstag, 31. 3ult, von 20 bis gegen 22.30 ilfyt: Gastspiel der Berliner Rottcrbüynen: Frühlingsmädel. Ab 1. August geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 27. 3uli, und Montag, 28. Juli, von 20 bis gegen 22.30 Ahr. Charlehs Tante. Dienstag. 29., und Mittwoch, 30. Juli, von 20 bis gegen 22 Ahr: Anna Christie. Donnerstag, 31., von 20 bis gegen 22.30 Ahr: Charlehs Tante. Don Freitag. 1., bis Montag, 4. August, von 20 bis gegen 22.30 Ahr: Gastspiel der Rotterbühnen: Meine Schwester und ich. Kirchlicke Nachn'chien. Evangelische Gemeinden. * Sonntag, den 27. Juli. 6. Sonntag nach Trinitatis. Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Ehrt» ftenlebre für die Neukonfirmierten der Marku»- gemcinbe: 9 30: Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Lic. Waas: zugleich Christenlehre für die Neu konfirmierten der Iohannesgemeinde, 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer; 20. Bibelbcspre- chung im Jdhannesfaal; Pfarrer Schlaudraff. — Kapelle de» Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 10.45: Kinderkirche für die Pe- trusgemeinde: Pfarrer Lic. Waas. — ftlein-Cinbrn. 9: Hauplqottesdienft; anschließend Christenlehre für die männliche Jugend. 10.15: Kindergoitevdienst. — Alten-Vufeck. 10; 1. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 11: Christenlehre für die Konfirmierten, männliche Jugend. 13.30: Mainzlar. — Haufen-Garbenleich. 13.15: Haufen, Pfarrer Staubach (Watzenborn); 13.15 Garbenteich, Pfarrer Kramer (cteinbad)). — HJa^en- botn-SIclnbcrg. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kinderkirche. — Cid). 9.30: Pfarrer Wunsch (Zöpen). Wegen Ausflugs der Frauenkranze kein Nachmittags- und Kindergottesdienft. katholische Gemeinden. Samstag, den 26. Juli. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 27. Juli. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe. Kommunion der Frauen; 8; Kommunion; 9; Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt: 14: Andacht. — (Brün- berg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 9: Hochamt mit Predigt. Montag, den 28. Juli. Caubach. 7.30 llhr: hf. Messe. Mittwoch, den 30. Juli. Hungen. 6.15 Uhr: hl. Messe. Sonntagsdienst d.'Herzte u. llv 'tbrken nm27.7.30 ßrau Dr. Marr. Dr. Menerdofs Hirschavothekh ialmnrzt. Ur. Baum. Dl K 8 Jeder Versuch überzeugt von der Güte! Literatur C 133 kottenloi 9/30 PS Viersitzer gebraucht, gut erhalten, zu verkaufen Anzulehen bei 5224b Neils & Kraft Marburger Straße 68, Tel. 2748, 2749 yfleiDOetfleflDng-Beriiieösreflil Mit wenig Kapital ije nach Größe deS Bezirks, können Sie sich eine schöne, ehrliche Existenz gründen bzw. Ihr Unternehmen gewinnbringender gestalten durch lieber- nähme eine» erstklassig, konkurrcnzloicn GebennverfahrenZ. 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Als die Auflösung des Reichstages bekannt wurde, erfolgten ein stärkerer Kurseinbruch. Die feste Reuyorker Börse konnte keine Stütze mehr bieten. Die Spekulation schritt zu Blankoabgaben, und die Tendenz wurde erheblich schwächer bei teilweise recht empfindlichen Kursverlusten. Die Notverordnung wurde aufgehoben, und somit entstand für die Börse ein neuer Unsicherheitsfaktor, da die Deckungsfrage immer noch nicht geregelt ist. Auch die Zeit bis zur Neuwahl wurde als starker Druck empfunden unb als die Heit einer f a ft völligen Geschäfts ft agnation be- zeichnet. Ferner waren ble Wirtschaftsnachrichten nicht gerabe günstig, fo baß ber beftehenben Lethargie feine Spitze geboten würbe. Don einem Drberetngang war kaum etwas zu bemerken, unb bie Umsatztätigkelt beschränkte sich auch in den Spitzenwerten auf ein Minimum. Es kam weiter Material an ben Markt, ble Kurse zeigten eine weitere abroärtsberoegenbe Kurve. Vorübergehend konnte auf Deckungen eine leichte Erholung ein» treten, aber bie anhaltenbe Gefchästsunluft unb ber bestehende Druck im Zusammenhang mit ber ungün. ftigen innerpolitischen Lage stanben einer Besserung hemmenb im Wege. Hinßukam noch ein erneuter Kurseinbruch als Folge Der Preisermäßigung bei Bemberg, sv daß die Tendenz weiter schwach war. Auch aus ben Jnbustriebezirken lagen nachteilige Melbungen vor. Es verstimmten vor allem bie erneute Verschlechterung ber Arbeitsmarktlage, schlechte Absatzverhältnisse uno in Verbindung bannt drohende Dividendekürzungen. Zum Wochenschluß konnte sich jedoch wenigstens in Der Orunbftimmung ber Börse eine etwas zuversichtlichere Tendenz burchringen, ba vor allem vorteilhaft verbucht würbe, daß bie Abgaben im Umfang beträchtlich nachgelassen hatten. Aber auch die innerpolitische Lage wurde etwas beruhigter beurteilt, zumal sich die sehr leichten Geldmarktverhältnisse und verschiedentlich einstellende Deckungsnachfrage geltend gemacht hatte. Da aber der Ordereingang weiterhin sehr bescheiden blieb, konnte das Geschäft kein größeres Ausmaß an- nehmen. Trotzdem waren schon bei kleinster Nachfrage auf fast allen Marktgebieten Kursbesserungen zu verzeichnen, so daß wenigstens eiji Bruchteil der Gesamtverluste ausgeglichen werden konnte. Auch der Geschäftsbericht ber J.-G.-Farben für das zweite Vierteljahr wurde günstig verbucht, fo daß bei etwas zunehmender Nachfrage nach einigen Spezial- papieren die Umfatztätigkeit etwas lebhaftere formen annahm. Die ängstlich gewordene Spekulation schritt aber bald wieder zu Gewinnmitnahmen, fo daß die Kurse zumeist wieder leicht nachgeben mußten. Im Vordergründe standen die seit einiger Zeit stark gedrückten Reichsbankanteile, die an einem Tag 9 Prozent gewannen, aber trotzdem immer noch einen Verlust gegenüber der vergangenen Woche von 8,5 Prozent aufwiesen. Größere Verluste hatten noch hinzunehmen: Westeregeln minus 12, Zellstoff Waldhof minus 8, Siemens minus 9, Salzdetfurth minus 12, Mannesmann minus 10, Aschersleben Minus 12, Felten minus 11, J.-G.» Farben minus 5, Licht und Kraft minus 10, Deutsche Linoleum minus 16,5, AEG. minus 9, AKU. minus 10 unb Schiffahrtswerte minus bis 8 Prozent Renten waren zeitweise noch bevorzug- ter und gut behauptet, nur Schutzgebiete etwas niedriger Am Geldmarkt war Tagesgeld mit drei Prozent wieder sehr flüssig. Am Devisenmarkt waren Paris und Spanien schwächer, während sich die Mark weiter etwas befestigen konnte. Wochenbericht oom Krantfurier Schtachtviehmarkt. Die Marktlage hat sich gegen die Vorwoche kaum verändert. Die Kauflust hat jedoch wieder etwas nachgelassen, da namentlich von selten der Provinz- mctzgei über große Arbeitslosigkeit in ihren Ortschaften geklagt wurde, was naturgemäß für den Absatz sehr mitbeftimmenb ist. Aber auch die Ferienzeit hat ein Nachlassen des Konsums zur Folge. Bei im allgemeinen großen Auftrieb in fast allen Gattungen war das Geschäft zumeist ruhig, doch blieben dic Preise gegen die Vorwoche gut behauptet bzw. konnten sich leicht bessern. Am Rindermarkt war der Auftrieb stärker, als in der Vorwoche. Gute Qualität war reichlich vorhanden und erzielte auch meist Preise über Notiz. Nach ruhigem Handel verblieb Ueberstand. Am Schweinemarkt war die Beschickung ebenfalls stärker, und nach langsamem Geschäft verblieb größerer Ueberstand. Die Preise waren jedoch gut behauptet. Am Kälbermarkt war trotz des geringeren Auftriebs ein Nachlassen der Preise zu verzeichnen. Der Handel war ruhig; es wurde aus» verkauft. Schafe nach ruhigem Geschäft und etwas anziehenden Preisen geräumt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1624 Rindern, darunter 409 Ochsen, 138 Bullen, 535 Kühe und 375 Färsen ferner aus 1401 Kälbern, 301 Schafen und 6062 Schweinen. Verglichen mit dem Austrieb der letzten Woche waren 925 Schweine, 75 Rinder und 73 Schafe mehr am Markt, dagegen standen 12 Kälber weniger zum Verkauf Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al 58 bis 61, a2 54 bis 57, bl 50 bis 53; Bullen a 53 bis 57, b 48 bis 52, Kühe a 46 bis 49, b 42 bis 45, c 36 bis 41, d 30 bis 35; Färsen a 59 bis 62, b 54 bis 58, c 50 bis 53; Kälber b 74 bis 77, c 68 bis 73, c 60 bis 67; Schafe al 49 bis 53, b 42 bis 48; Schweine b 65 bis 67, c 67 bis 70, d 65 bis 67. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Bullen und Schafe je 1 Mark anziehen, während Kälber bis 2 Mark verloren. Ochsen, Kühe, Färsen und Schweine unverändert. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Arn Frankfurter Praduktenrnarkt konnte sich die Tendenz in dieser Woche merklich befestigen. Die Umsatztätigkeit soll jedoch weiter recht gering gewesen ^sein. Im Vordergründe des Interesses standen Roggen und Hafer, die aus den schon bekannten Gründen sehr fest lagen. Vernachlässigt waren dagegen Kleie. Zum Wochenschluß war die Stimmung nicht unfreundlich, doch machte sich im Zusammenhang mit der wieder besseren Witterung eine große Zurückhaltung bemerkbar. Die Preise blieben jedoch auf dem erhöhten ^Niveau gut behauptet- Die um etwa 1 Million Tonnen niedriger geschätzte diesjährige Roggenernte gab eine Anregung. Hafer wurde von der festen Haltung des Roggenmarktes mitgezogen. Am Terminmarkt gaben die Preise im Einklang mit den schwächeren Uebersee- notierungen jedoch gegen Schluß der Woche ziemlich nach. Weizen hatte unveränderte Markt- und Preislage. Am Mehlmarkt wurden die Preise für Weizenmehle von den rheinischen Großmühlen abermals um 0,25 Mark pro Doppelzentner erhöht. Geschäft konnte sich aber nur für den laufenden Bedarf ent- wickeln. Fest lag Roggenmehl, und bei etwa 1 bis 1,50 Mark höheren Geboten konnte sich trotz gutem Kaufinteresse nur kleines Geschäft abwickeln. Kleie lag nach den letztwöchigen Steigerungen etwas niedriger Nachmehle und sonstige Mühlenfabrikate hatten stetige bis feste Tendenz. Hülsenfrüchte und Rauhfuttermittel unverändert. Von Kartoffeln wurden gelbfleischige mit 4,75 Mark zur Notiz gebracht. Das Geschäft hierin war ruhig. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche zogen Roggen und Hafer bis zu 15 Mark, Roggenmehl bis 1 Mark an. Weizen unverändert. Kleie lag etwa eine halbe Mark niedriger. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 305, Roggen 185, Hafer 185, Roggenkleie 8,75, Weizenmehl, südd., 43,75 bis 44,50, Weizenmehl, niederrheinisches, 43,50 bis 44,25, Roggenmehl 27 bis 28, Weizenkleie 8,50 bis 8,75, Erbsen je nach Qualität 26 bis 35, Linsen je nach Qualität 38 bis 80, Heu, südd., neuer Ernte, 5 bis 5,50, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4, Treber, getrocknet, 10,75 bis 11,50 Mark. Die Preise verstehen sich für (Betreibe je Tonne, für alle übrigen Waren je 100 Kilogramm. * Südwest deutsche Luftverkehrs- AG., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft schließt nach 36 000 (25 000) Mark Abschreibungen ohne Gewinn unb Verlust (im Vorjahve 62 063 Mark Verlust). Während der Hauptflug, zeit 1929 wurden 20 (16) Linien, im Winter nur c (11) Linien fortgeführt. Befördert wurden 14 756 (17 651) Personen, 275 419 (179 851) Kilo Fracht und 39 948 (36 088) Kilo Post. Maschinenbau • Gesellschaft Karlsruhe. 2m gestrigen gerichtlichen Verkündungstermin wurde mitgeteilt, Latz der den Gläubigern der Maschinenbau-Gesellscyckst Karls- ruhe vorgelegte Vergleiche angenommen worden ist. Dieser Vergleich sieht die volle Befriedigung der Forderungen bis 300 Mark, im übrigen die Ausschüttung einer vorläufigen Quote von fünf Prozent an die vom Verfahren betroffenen Gläubiger vor. Wie sich schließlich die gesamte zur Verteilung gelangende Quote gestalten wird, kann noch nicht beurteilt werden. * Metall gesell schäft AG., Frankfurt a. M. Die außerordentliche Generalversammlung der Metallgesellschaft AG., Frankfurt am Main, beschloß im Zusammenhang mit dem Aktienaustausch mit ber Amalgamated MetalCorp. in London die Umwandlung der vier Millionen Mark Vorzugsaktien Serie II in Stammaktien. Trotz des Einflusses des allgemeinen Konjunkturrückganges wird für das in zwei Monaten ab- laufende Geschäftsjahr wieder mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M.. 25. Iuli. Tendenz: erholt. An der Abendbörse war die Tendenz überwiegend weiter etwas erholt, da die Baisse- ssxkulation Deckungen vornahm. Die Llmsatztätig- keit blieb im allgemeinen gering. Im Vordergründe standen I.-G.-Farben mit plus 1 Prozent und Siemens, die 3 Prozent anziehen konnten. Leicht erholt waren außerdem Licht & Kraft und Schifsahrtsaktien. Im übrigen blieben die Kursveränderungen gegen den Berliner Schluß minimal. Anleihen lagen still. Neubesitz 7,80, Adca 109, Barmer Bank 116, Commerzbank 133, Dresdner Bank 126,75, Reichsbank 249, Harpener 105, Aschersleben 181,50, Salzdetfurth 324, Westeregeln 188, Mannesmann 83,50, Phönix 77, Rhein. Braunkohlen 213, Rheinstahl 90, Stahlverein 77,50, Aku 90, AEG. 140, Bemberg 92,50, Cement Heidelberg 102,50, Deutsche Erdöl 70,50, Licht & Kraft 136,50, I.-G.-Farben 151, Felten 97, Gesfürel 137, Lahmeyer 158, Metallgesellschaft 107, Miag 90,50, Aü.gerswcrke 50, Siemens 196, Zellstoff Aschaffenburg 100,50, Hapag 89,50, Nordd. Llodh 88,75. Berliner Börse. Berlin, 25. Iuli. Nach starker Zurückhaltung im heutigen Vormittagsverkehr eröffnete die Börse in schlechter Haltung. Aus-ec denn matten Neuyorker Schluß lagen aus der Wirtschaft auch fast nur ungünstige Momente vor. bio auf die Stimmung drückten. Das Institut für Konjunkturforschung stellt im Iuli einen stärke en Rückgang fest. Harpener muhten schlechtere Halbjahresergebnisse melden. Die Reichsbahn hatte in den ersten fünf Monaten des Iahres einen Einnahmeausfall von 250 Millionen. Die Situationsberichte dec Aku und der I.-G.-Facben- industrie gaben kaum mehr Anregung. Die Situation an der Börse war anfänglich so, daß es ganz egal war, ob ungünstige oder günstige Momente vorlagen. In erster Linie hängt die Tendenz von der Haltung der Großbanken ab. Bei diesen schien heute etwas weniger Interventionsneigung zu bestehen, als gestern. Man sprach von Abgaben für eine süddeutsche Firma, auch sollen Kaliwerte besonders für rheinische Rechnung verkauft worden sein. Cs ergaben sich Kursverluste bis zu 3 Prozent und für Spezialwerte b i s zu 7 Prozent. Montanpapiere verloren bis zu 3,50 Proz., Siemens, Deutsche Linoleum, Reichsbank, Braubank, Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. ftronftun a. M Berlin Schluß» hird Schlußk. Abend» bärs Schluß» furd Schlußk Ml lag. bffrfe Datum 24. , 25 . 24 - 75 z 6% »-ruiiaje oieiaioaiueiyi: von 1927 ..... 88 88 18.2 88,25 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 ... Deutsche Anl^Ablöl.-Schuld mü 101.25 101,75 >02 I 102,1 Auelos.-Rechten 60,2 60 00,2 60 Desgl. ohne AuSlos.-Rechte 8% Helt. BolWtaat von 1929 irückzahlb. 102%) 7.4 7,8 7.3 7,4 '6.5 95,75 97 97 Oberhessen Provinz • Anleihe mt Auslos.-Rechten..... Deutsche Komm. Sammelabl 59 59 - - Anleihe Serie 1 8% Krankt. Hvp.-Bank Soldpfe ,0,25 60 —9,65 59,75 XIII unkündbar bi« 1984 . . 7% ftranlf. Hyp.-Bank Soldpfe 101-75 101,75 — — unkündbar bi« 1932 . 96 96 —• — 88.5 186,5 188.25 186,5 Deutsche Bank und TiSconto-GeseUschatr, . . . 10 126,5 126,5 127 126,5 Dresdner Bank...... 10 127 126,75 127,5 126,5 Reichsbank ...... 12 751 249 250,5 247.25 ti.ffi.®.......... 8 >40,5 140 140,5 139,4 Bergmann ....... . 9 — -W- 174,25 172,5 Eletkr. LieferungSgeseMchaft. 10 — — 130,5 129 Licht und Kraft..... 10 135 136,5 135,4 136 tzelten Ä Guilleaume . . . IVi 97 97 '6.75 98.5 Gesellschast für Elektrische Unternehmungen ... 10 —- 137 137 138,75 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 — — 128,25 128,25 Rheinische Elektrizität . . . . 9 * 123,5 128 125,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — 131,75 129 Schuckert & Co. . ..... 11 '56,5 —— 156 152,25 16 200 196 200 193 Dransradio ....... . 8 — — 112 — Lahmeyer & 6o...... . 10 157 i58 158.75 159 Buderus ..... . 0 63,5 62 62 62 Deutsche Erdöl...... . 6 71 70,5 70,5 70,65 Essener Steinkohle ..... . 8 —» — 122,4 118,65 H2,5 109 112,75 108,75 Harpener......... . 0 '09.5 105 109,5 106 ey, —• — 84 83,25 Ilse Bergbau ....... 10 — — 227,5 — Klöcknerwerke . ...... — — 83,5 81,25 Küln-Reucssen....... . 7 — —— 81,65 KO,5 MonneSmann-Röhren . • • . 7 2.25 13,5 82,13 84 . 7 —- 61.76 62,25 Lberschles. Estenoedarf . . . . 6 — — 51 50 Oberschles. KokSwerke.... . 7 —> — 4,25 83,25 Phönix Bergbau...... 6K 78 77 77,5 76,9 Rheinische Braunkohlen . . 10 217 213 217 213,5 Rheinstahl , Riebeck Montau ...... . 6 7,2 92 90 91,13 17 90,13 Frankfurt o. 271 Berlin Schluß» furd Schlußk. Abend- bflrl Schluß» lurd Schlußk Mittag- börfe Datum 24 7 25 z 24 / 25 z jyctrmtgie Stahlwerke . Olavi Minen..... 16'/. 77.5 77,5 78 38,25 78 38,5 Kaliwerke Aschersleben . 10 188 181.5 188 181 Kaliwerke Westeregeln . 10 195 188 195 188 Kaliwerke Salzdetfurth . 16 337 324 137 321,5 j. ®. Narben-Jndustrte . Dynamit Nobel .... . 12 151,9 151 152. 150 . . 6 — — 72 71 Scheideanstalt..... . . V — —- — — «oldschmidt..... . . 6 □5,5 53,5 57 55 RülgerSwerke..... . . 6 51 50 50 49 Metallgesellschaft. . . . . . k 108.25 107 108.5 107,5 Philipp Holzmann . . . . . 1 80 75 78,5 73,75 Zementwerk Heidelberg • . 10 ) 03 402 — —- Cementwerk Karlstadt. . e . 10 125 125 — —— Watch & Nreytag . - . . k 70,5 70,5 70 71 Schultheis Patzenhofer . • . 16 — — 266,b 262 LNwerke....... . 12 — — 216 213 Aku ........ . 18 93,5 90 93,5 89,25 Bemberg....... . 14 93,65 92,5 . 93,25 91,5 Zellstoff Waldhof . . . fr 13'/. — — 134 132,25 Zellstoff Aschaffenburg . • . 12 105 100,5 104 100,5 94,5 Eharlottenburger Wasser • . . 8 — -- 95,5 Dessauer (Mai . . . . . 9 — — 132,25 129 Daimler Motoren . . . e . . 0 9,5 29,5 29,75 29,13 Deutsche Linoleum . . 185 178 '84,5 179 . . 0 _ _ 40 • 0,5 38 9,5 Rat. Automobll ... . . o — — Orenstein & Koppel . • . . 6 — — 60 61,75 Leonhard Tietz .... . 10 — — 132,5 128,5 Svenska .... — — 308 306 frankfurter Maschinen . . . 4 21,76 — 21 21 Gritzner . . . . . n . . 6 33 31 11,13 31 Heyllgenstaedt . . . . Iunghans...... . . 0 . . 6 36 36 35 35 3,5 93,5 — — Mainkrastwerke Höchst a. M . . 8 81 — — Miag ..... . 10 90 90,5 90 90,5 Gebe. Roeder ..... Voigt Ä Haesfner . . . Süddeutsche Zucker . . ■ . 10 — — . . £ 158 — 158 154 • . 10 150.25 150 149,5 147,5 Veoistumartt öerttn - Iranksu« a M Bantnoten. Berlin, 25. Juli Geld Amerikanische Roten ..... 4,168 4,188 Belgische Roten ...... 58,38 58,62 Dänische Roten ....... 111,80 112,24 Englische Roten . ....... 20,322 20,402 16,435 16,495 Holländische Roten i ..... . 167,98 168,66 Italienische Roien........ 21.96 22,04 Norwegische Noten....... 111,78 112,22 Dcustch-Oesterreich, i 100 Schilling 59,08 59,32 Rumänische Noten ...... 2,47 2,49 Schwedische Noten....... 112,18 112,62 Schweizer Noten . ...... 81,26 81,58 Spanische Noten ....... 47,70 47.90 Tschechoslowakische Noten..... 12,37 12,43 Ungarische Noten ..... 73,13 73,43 74. 3uh 25. Zull Amtiichc Geld Honerung »ric Amll'ch, Kollerung Selb | Brici Amst.» Rott. 168,39 168,73 168,34 168,68 Buen-Airet Brss.'Annv- 1,512 58,50 1,516 58,62 1,511 58,49 1,515 58,61 Christiania - 112,11 112,33 112,07 112,29 Kopenhagen 112,13 112,35 112,12 112,34 Stockholm - 112,50 112,72 112,47 112,69 HelsingiorS. 10,528 10,548 10,528 10,548 Italien - - - 71,925 21,965 21,91 21.95 London - - - 20,36 20,40 20,355 20.395 Reupork . . 4.184 4,192 16,56 4,1835 4,1913 Paris - - . ■ 16,46 16.45 16.49 Schweiz . - .1,345 91,505 81,31 81,47 Spanien - 48,00 48.10 47,95 48.05 Japan . . . 2,069 2,073 2,067 2,071 >Hio de Jan 1.455 0,457 0,455 0.457 Wien in D-» Ceft. abgest 39,15 50,27 59,10 12,406 59,27 Prag - . . 12,407 12,427 12,426 Gelirad . - 7,424 7,438 7,424 7,438 734t Budapest. . 73,335 73,475 73,34 Bulaorien 3,033 3,039 3,033 3,039 Lissabon 18,82 18,86 18,78 18,82 Danzig. . . Konstantin- 81.40 1,784 81,56 1,789 81,38 1,784 81,54 1,789 Athen. . . 5,435 5,445 5,43 5,44 Tanada 4,188 4,196 4,187 4,195 11 ru uav - . 3,546 3,554 3,536 3,544 Cairo • . . 20,875 20,915 20,87 20,91 Schubert und Salzer, Berger. Holzmamr, Kunst- feibe, Eisenbahnverkehr, Hotelbetrieb, Polyphon, Svenska usw. bi» zu 5 Proz. bzw. Wart. Salzdetfurth minus 7 Proz. Eine Ausnahme machten Hackethal plus 2 Proz.. Schlesische Zink plus 1,25 Proz.. Drown. Doweri und Lahmeyer. die 1 Proz. gewannen, und vor allem Karstadt. Letztere eryvlten sich auf eine beruhigende Erklärung, bah der Geschästsgana des Unternehmen» normal sei. 3^-pro)entige Anleihen neigten ebenfalls iur Schwäche, auch Ausländer zeigter gegenüber ihren letzten Dotierungen klein« Rückgänge. Pfandbriefe ebenfalls weiter nachgebend. Geld unverändert letchl. Auch nach den ersten Kurfen ergaben sich neue Derluste. Der Reichsbankaus- weiS für die dritte Iuliwoche wies eine Snt- lastung um 71,6 Millionen auf, die Deckung besserte sich, da sich der Rotenumlaus um etwa 23,8 Millionen verringern konnte, auf 66 resp. 76.6 Proz. Sine Anregung konnte dieser AuSweiS aber nicht bieten. Weitere Eretulionen und Der- käuse vor dem Ultimo drückten aus die Kurse und führten bei den schwereren Werten zu neuen biS 5 Proz. betragenden Rückgängen. Oie Hefrag im Lahre 1929. Das aus die Preustisch« Elektrizität- AG. (Preag) üdergegangene Braunkohlen- Schwelkraftwerk Hef sen-Franksu rt AG. (He frag) in Wölfersheim schlieht daS Geschäftsjahr 1929 unter Berücksichtigung des DerlustvortrageS von 108 279 Mk. nach Ao- zug von 852 077 (101250) Mt. Zinsen und 857 527 (102 137) Mr. Abschreibungen mit einem Verlust von 1 724822 Mk., der vorgetragen wird. Rach dem Bericht erfolgte die Inbetriebsetzung deS SchwelkrastwerkS WölserSheim im April 1929. Die installierte Leitung d«S früheren staatlichen Kraftwerk- wurde um 13600 Kilowatt auf insgesamt 23 350 Kilowatt erweitert. Die ersten DetriebSmonate brachten für daS Kraftwerk erhebliche Anlaufsschwierigkeiten. Die ElektrizitätS- erzeuguna stieg von 1,6 Mill. Kilowattstunden im April auf über 5 Mill. Kilowattstunden im Dezember und belief sich einschließlich der Erzeugung deS alten KrastwerkS aus den ersten Drei Monaten aus über 34 Mill. Kilowattstunden. während der Fremdstrombezug von 1,3 Mill, im April auf etwas über 30 Mill. Kilowattstunden im Dezember sank. Die Belieferung der Mainkraftwerke wurde im April 1929 wieder ausgenommen. Der Absatz der elektrischen Arbeit ist durch langsristige Verträge gesichert, auch der Versand der Schwelprodukte ersolgt auf Grund fester Abschlüsse regelmäßig. Der Verlust sei auS den großen Anlaufschwierig, keilen und auS dem hohen Kapitaldienst erwachsen. Das Kapital ist inzwischen von 3 aus 10 Mill. Mk. erhöht worden: im Zusammenhang damit wurden die früher hessischen staatlichen Braunkohlenbergwerke eingebracht. Für daS laufende Jahr wird ein wesentlich besseres Ergebnis erwartet. In den ersten vier Monaten 1930 betrug die Stromerzeugung 19,5 Mill. Kilowattstunden. In der Bilanz betragen (in Mill. Mk.) Gläubiger 1,72. Akzepte 0,63 (i. V. zus. 3,72), Dar- leyen»gläubiger 15,65 (1.80), während Bankschulden (i. V. 9,02) nicht mehr erscheinen. Anderseits sind Schuldner mit 0,80 (1,34), Vorräte mit 0,21 (0,03) ausgewiesen. Anlagen stehen mit insgesamt 19,22 (15.69) zu Buch. Rundfunkprogramm. Sonntag, 27. 3ulL 7 biS 8.15: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenseier. 10 bi» 11: Von Wickenrode-Großalmerode Stunde deS EhorgesangS. 11.15: Von Gelnhausen: Ltadtgründungsseier. 12: Von Berlin: Konzert Artur Guttmann mit dem Terra-Tonsilm-Orchester. 13.10: Von Schotten: 4. Laus um die deutsche Meisterschaft für Motor- radfahrer. 13.30: Von Berlin: Fortsetzung de» Konzerts deS Terra-Tonfilm-Orchesters. 14: Von Stuttgart. Kinderstunde. 15: Stunde des Landes. 15.30. DaS Land spricht zur Stadt. 16: Rachmit- tagSkonzert deS Rundfunkorchesters. 18: Sigismund von Radecki liest aus eigenen Arbeiten. 18.20. Stunde de» Rhein-Mainifchen Verbände- für Volksbildung .Da- deutsche Dolk-Iied in Lothringen", Vortrag von Max Ittenbach, Frankfurt a. M. 19.20" Sportnachrichten. 19.30: Von Stuttgart: Bilder au- Dorf und Stadt. Rezitationen von Martin Lang. 20: Don Stuttgart: Bla-konzert. 21.15: Von Stuttgart: Heitere Einakter von Eurt Götz. 23 bi- 0.30 Von Stuttgart Tanzmusik Montag, 28. Dull <'.30 biS 8.30 Von Bad Bertrich: Konzert der siaatl. Kurkapelle. 12.20: Schallplattenkonzert: Liebeslieder, Liebesarien und Liebesszenen. 16: Aus dem Kurhaus Bad Bertrich: Konzert des siaatl. KurorchesterS 18.05 .Die Technik der Lithographie". Vortrog von Dr. Walter Schür» nieder Frankfurt 18 35: .Was wollen die religiösen Sozialisten?", Vortrag von Pfarrer Eckert, Mannheim. 19.05. Englischer Sprachunterricht. 19.30 Von Bad-Raubeim: Im Herz-Am- bu'atorium. 20 Konzert des Rundfunkorchesters. Dienstag, 29. 3uli. 7.30 bis 8.30: Von Bad Bertrich: Konzert des siaatl. Kurorchesters. 12.20: Von Stuttgart Pro- mcnadenkonzcrt. 13: Schallplattenkonzert: Alt- Wien. 15. Hauslrauen-Rachmittag. 15.45: Von Steinau bei Schlüchtern: Seifenfabrik. 16: Von Stuttgart RachmittagSkonzert des Rundfunkorchesters 18.05 »Graf Hermann Keyserling - anläßlich seine- 50. Geburtstages", Vortrag von Dr. Fritz Heinemann, Frankfurt a. M. 18.35: Von Stuttgart. .Gedanken über den baltischen Eharakter", Vortrag von Dr. Felix Schottländer. 19.05 .Das befreite Weinland". Eine Aussprache über Zukunst und Sorgen deS deutschen Weinbaues. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Quintetts. 20: Konzert des Rundfunkorchesters: Der unbekannte Mozart. 21.30: Otto Reutter. 22.50 bis 24: Tanzmusik. Mittwoch, 30. 3uli. 7.15 bis 8.15: Von Bad Reuenahr: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Von Stuttgart: Schallplattenkonzert. 13: Schallplattenkonzert: Giacomo Meherbeer und E. M. v. Weber. 15: Stunde der Jugend. 15: .Einkäufer und Dresseur wilder Tiere bei Hagenbeck", Gespräch zwischen Johann Schröder und Paul Laven. 15.25: .Wunder der E^mie", Gespräche von KopernikuluS. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: .Die Festlegung des Ostertermins nach den Beschlüssen des Völkerbundes", Vortrag von Professor Edmund Sittig. 18.35: Von Stuttgart: Esperanto-Unterricht. 19.05: Don Stuttgart: .Ein Gang durch das Museum von Konstantinopel", Dortrag von Oberbibliothekar Dr. von Seeger. 19.30: Don Stuttgart. Im Steinsalzwcrk Kochen- dorf 20.15: Aus dem Kursaal Canstatt: Abendkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.30: Aus dem .Schauspieler-Brevier". 22: .Akademikersport", Gespräch zwischen Ernst Sol- linger, HannS Fischer und Paul Laven anläßlich der Weltmeisterschaften der Studenten in Darmstadt. Donnerstag, 31. 3uli. 7.15 bis 8.15: Don Bad Reuenahr: Konzert deS KurorchesterS. 12.20: Schallplattenkonz"rt: Mili- tärkonzcrt. 13 Militärkonzcrt. 15: Don Stuttgart: Kinderstunde. 16: Don Stuttgart" Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Don Cochem o. d. Mosel: .Die neue Weinbau-Spritzanlage". 18.35: Don Stuttgart: .Heber Traumdeutung". Dortrag von Dr. Gustav Hans Graber. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Schallplattenrückblick. 20.30: Zeitbcricht. Das Arbeitslosenproblem vor dem englischen Unterhaus. 21.10- Don Juan. Musikalisches Hörspiel nach E. Th. A. Hossmann. 22.50 bis 23.30: Rach Stuttgart" Lilli Flohr singt Chansons. Freitag, 1. August. 7 bis 8: Don Bad Salzschlirf: Konzert des Kurorchesters. 12.20. Schallplattenkonzert: Kreis- leriana. 15.15. .Jugendliche Derbrecher", Dortrag von Dr. Wehn, Wiesbaden. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Buch und Film. 18.35: Don Stuttgart: .Klassikerinsze- nierungen und Publikum", Dortrag von Karl Hans Böhm. München. 19.05: Don Stuttgart: .Der moderne europäische Roman: England", Dortrag von Prof. Dr. Elisabeth Altmann- Gotheiner, Mannheim. 19.30: Don Stuttgart: Mozart-Sonaten. 20.15: Don Stuttgart: Rr. 66, Operette in einem Akt von Offenbach. 21: Don Stuttgart: Leben, ich liebe dich! Rezitationen von Willy Buschhvff. 22.20 bis 24: Unterhal- tungsmusik. „ Samstag, 2. August. 7 bis 8: Don Bad Salzschlirf: Konzert des Kurorchesters. 12.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Stunde der Jugend. 14.30: Aus dem deutschen Märchenborn — Märchen von Berta Weber. 15: .Ein rheinischer Weberjunge erzählt", Improvisation von Paul Laven. 16.30: Don Darmstadt: Akademisch« Weltmeisterschasten. Einzug der Rationen. 16: Don Stuttgart: RachmittagSkonzert deS Rundfunkorchesters. 18.05: .GcgenwartSauf- gaben der ehemaligen Kriegsgefangenen", Vortrag von Wilhelm Freiherr v. Lersner, Potsdam. 18.35: .Arbeiterschaft und Alkohol". Vortrag von Karl Knauer. 19.05: Spanifcher Sprachunterricht. 19.30: Von Stuttgart: Berühmte Märsche. 20.45: Don Stuttgart: Bunter Abend. Erweitertes Handball im T. D. (SrohewLinden. Kommenden Sonntag fährt die erste Elf del Tv. Grvßen-Linden nach Cölbe, um mit der ersten Mannschaft deS Tv. 06 Cölbe da» Rückspiel au»- zutragen. Beide Mannschaften lieferten sich in Grvßen-Linden einen interessanten Kampf, den die Grvhen-Lindener mit 5:4 für fich entscheiden konnten. DieSmal wird man wohl den Cölbern, zumal sie den Vorteil de» eigenen Platze» genießen. die größeren SiegeSauSsichten einräumen müssen. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 23. Juli. Unter Ausfchluß der Oeffentlichkeit wurde wegen versuchter Abtreibung argen eine ledige Hausangestellte und zwei junge Leute verhandelt, von denen der eine sich wegen Anstiftung hierzu und der andere wegen Beihilfe zu verantworten hatten. Letzterer wurde mangels ausreichenden Beweises freigesprochen. In Anbetracht dessen, daß es sich um einen Versuch mit untauglichen Mitteln gehandelt hat, wurde gegen das Mädchen an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Woche aus eine Geld st rase von 35 Mark und gegen den jungen Mann an Stelle von 20 Tagen Gefängnis auf eine Geldstrafe von 100 Mark erkannt. Ein Gewerbetreibender hatte seinen Kraftwagen unter Angabe eines ihm nicht zukommenden Namens in eine hiesige Reparaturwerkslälte gegeben und später auch mit diesem falschen Namen eine von der Firma verlangte Bescheinigung unterzeichnet, um, wie er angab, unerkannt zu bleiben, da die Firma aus einem früheren Geschäft noch Forderungen an ihn hatte, und er befürchtete, daß die Firma sonst an seinem Wagen ein Zurückhaltungsrecht geltend machen würde. Das Gericht nahm nur einfache Urkundenfälschung als vorliegend an und verurteilte ihn an Stelle von 6 Tagen Gefängnis zu 60 Mark Geldstrafe. Ein dem Alkohol ergebener Invalide behauptete, von einem aus dem gleichen Ort stammenden Arbeiter auf offener Landstraße überfallen und seiner Barschaft in Höhe von 8 Mark beraubt worden zu sein. Der Angeklagte bestritt entschieden, der Täter zu sein. Das Gericht trug nach verschiedenen Richtungen hin Bedenken, auf die Aussage des Geschädigten allein eine Verurteilung wegen Straßen- raubs auszusprechen und erkannte nach dem Grundsatz im Zweifel zugunsten des Angeklagten auf Freisprechung. Im Februar hatte sich in einem Steinbruch in Homberg (Oberhessen) ein tödlicher Unglücksfall ereignet. Nach den Feststellungen des Gewerbeauf- sichksamts war dort in ganz vorschriftswidriger Weife abgebaut worden. Anstatt daß den Unfallverhütungsvorschriften entsprechend mit einem Böschungswinkel von mindestens 60 Grad die Steine gebrochen worden waren, standen stellenweise die Wände senkrecht und waren sogar zum Teil bis zu 50 Zentimeter unterhöhlt. Die Staatsanwaltschaft nahm an, daß der tödlich verunglückte Arbeiter von an dieser Stelle frisch herabgefallenen Steinmassen getroffen und so schwer verletzt wor- den sei, und erhob gegen den Bruchmeister, weil er an dieser Stelle hatte arbeiten lassen, Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Das Gericht hielt aber die Todesursache nicht für erwiesen und sprach den Angeklagten frei. Junten, Sport und Spiel. Der Europa-Nundflug. Die Europa-Rundflieger befanden sich am Freitag wieder sämtlich auf dem Weiterfluge, nur der Pole Muslewski lag noch in Bristol. Die Spitze ließ sich wenig Ruhe und erreichte bereits von Lausanne über Bern, München, Wien, Prag ihr gestriges Ziel in Breslau Es find dort eingetroffen die drei unzertrennlichen Engländer Broad, Butler und Thorn, sowie der Klemm-Pilot P o h. In Prag blieb der Vorjahrssieger M o r z i k über Nacht und in Wien auf dem Flugplatz Aspern lagen der deutsche Arado-Flieaer Dr. Pasewaldt, der spa- nische Erzherzog Habsburg-Bourbon und der Franzose Sinnt. — Zwischen Lausanne und Wien waren A r r a ch a r t und Carberry. In Lausanne lagen W. Polte und der Engländer Andrews. — Das Gros der Flieger konnte Pau verlassen und befindet sich mit 39 Maschinen in Spanien. Handball im T. D. Großen-Buseck. Kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft die gleiche vom Tusvo Butzbach. Obwohl Großen- Busecks Mannschaft feit langer Zeit wieder einmal komplett spiest, wird sie gegen Butzbachs Mannschaft, die iih vergangenen Jahre den Meistertitel in ihrer Klasse erringen konnte, einen schweren Stand haben. Die Jugend- sowie die Schülermannschaft fahren xum Rückspiel gegen Mto. nach Gießen und dürften, Da sie ersatzgeschwächt spielen, um eine Niederlage kaum herumkommen Daten für Lonnlag. 27. Juli. Sonnenaufgang 4.15 Uhr, Sonnenuntergang 19.56 Uhr — Mondaufgang 5.57 Uhr, Monduntergang 21.19 Uhr. 1794: Sturz Robespierres: — 1830: Beginn der Pariser Iulirevolution. Daten für Montag, 28. Juli. Sonnenaufgang 4.17 Uhr, Sonnenuntergang 19.55 Uhr. — Mondaufgang 7.31 Uhr, Monduntergang 21.35 Uhr. 1750: Johann Sebastian Bach in Leipzig gestorben: — 1794: Hinrichtung Robespierres in Paris: — 1804: der Philosoph Ludwig Feuerbach in Landshut geboren; — 1824: der Schriftsteller Alexander Dumas der Jüngere in Paris geboren; — 1842: der Dichter Clemens Brentano in Aschaffenburg gestorben; — 1914; Oesterreich erklärt Serbien den Krieg. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vorn Redaktion-tifch. Lramensgeschichten. Die Vorlesungen des Leiters der ersten Wiener Augenklinik, «ch., waren drei Wochen im Monat nicht übermäßig voll. In der vierten aber quoll der kleine Hörsaal fast über. Da saßen auf den Banken die Unseligen, die demnächst zur Prüfung kommen mußten, eine Erscheinung, die Sch., er sprach im dröhnendsten Daß, mit den Wort hinzunehmen pflegte: „Ich sehe wieder einige, die gekommen sind, um sich an den Anblick des Löwen zu gewöhnen." Der Löwe! Man wußte: wenn er prüfte und es ging dem Geprüften sehr schlecht, bann konnten Freunde und Bekannte dem Löwen noch immer eine Frage abbetteln, bis das „Genügend" mit Ach und Krach zustande kam. Oder die Prüfung war fo, daß der Löwe das Ergebnis folgendermaßen verkündete: „Die vier Herren haben keine Ahnung von Augenheilkunde, aber sie haben mir das Ehrenwort gegeben, daß sie sich nie als Augenärzte niederlassen werden: Genügend. Da ist da noch das Fräulein R. Was soll ich mir der machen? Die weiß ja nicht, wo Gott wohnt. Aber — sie wird ja sowieso heiraten — hol' sie der Teufel —: Genügend." * Ein bedeutender Wiener Hochschullehrer fragte die Mediziner, die er in Physik zu prüfen hatte, gerne: „So, was g'schicht, wann i da auf den Knopf der elektrischen Ällngelleitung druck?" „Durch diesen Druck, Herr Hofrat, wird der Strom geschlossen, aktiviert den Elektromagneten —" „An Schmarrn, der Diener kommt hereinl" Einmal sah ein ganz Schlauer vor ihm. Es kam die Frage: „Was g'schicht, wann i da auf den Knopf druck?" „Der Diener kommt herein, Herr HofratI" Worauf Lang losdonnerte: „Sä!! DieWitzbeimRigorofummachil" Dieser Professor fuhr in der Straßenbahn, eine kalte Virginia im Mundwinkel. Ein Student sah es, griff in die Tasche und gab Hm Feuer. Dankend sog der seine Giftnudel in Brand und fragte dann hinter den Wolken: „So (an so freunöli zu mir — hab i Ihna viel- leicht beim Rigorosum versehentlich durch- kommen lassen?" A.St. Verantwortlich für das Feuilleton i. D-: Dr. Fr. W. Lang e. Ludwig Pfarrer Pfarrer Heumann's Heilmittel bewihrt bei tahlr eichen Krankheiten. 180 000 Dankschreiben. Das Pfarrer Heu- mann-Buch(272S.,150Abb.) jeder, der eich auf diese» Inserat beruft, völlig umsonst u. portofrei durch g Heumann & Co., Nürnberg S 7. 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Mer ganz in seinem Innern wollte ein leises Gefühl, daß da irgend etwas nicht seine Richtigkeit habe, ihn nicht zur Ruhe kommen lassen. Barbara hatte sich entschieden gut bei ihm eingelebt. Sie bewegte sich in dem Reichtum, der sie umgab so selbstverständlich, mit solch anmutiger Sicherheit, als habe sie niemals etwas anderes kennengelernt. „Was sollte sie wohl nnfangen ohne dies alles", dachte er beruhigt, nein, nein, es war auch für sie das beste so. Lind was ihre Extravaganzen anlange, die manchmal so plötzlich herausbrachen — mit den Jahren würde auch das sich geben. Er wollte Geduld mit ihr haben, sie allmählich erziehen, dann würde schon alles gehen. Mit einer Bewegung, die wie ein Schlußstrich unter einer fertigen Arbeit aussah, warf Much den Rest seiner Zigarette in die Aschenschale. Ob seine Frau schon schlief? Es war anzunehmen. Auch er wollte sich zur Ruhe begeben. Er ging zur Tür. Plötzlich kam ihm der Gedanke, er tonne noch einen Gang durch den Garten machen. Er pfiff seinem Hunde, einer großen deutschen Dogge, die unter seinem Schreibtisch im Rebenzimmer lag und schlief. Der Hund erhob sich sofort und kam langsam und würdevoll heraus. „Komm, Roy, wir wollen noch etwas Luft schöpfen", sagte Bernhard Much und lieh seine Hand leicht über den mächtigen Kopf des Tieres streichen. Cs war seltsam, seinem Hunde gegenüber verlor Much seine steife Korrektheit, die er im Verkehr mit Menschen stets zeigte. Er ging aus dem Zimmer, die Treppe hinunter, gefolgt von dem schönen Tier. Er trat auf die Veranda und schritt die wenigen Stufen hinunter. Es war so dunkel, daß man keine fünf Schritte weit sehen konnte. Trotzdem ging Much weiter. Roy folgte ihm auf den Fuß. Plötzlich fing das Tier zu schnubbern an und stieß ein gedämpftes Klageaeheul aus. „3a, was hast du denn?" fragte Bernhard Much erstaunt seinen Hund. Der gebärdete sich ganz seltsam^. Er faßte die Kleider seines Hemm vorsichtig mit den Zähnen und versuchte, ihn zurück zum Haus zu ziehen, dabei ängstlich winselnd. „Du bist ja ganz närrisch!" schalt Much. „Jetzt laß mich meinen Rudgang machen." Damit gab er dem Hund einen leichten Schlag auf die Schnauze und wanderte weiter. Roy folgte mit bekümmertem Augenausdruck, der deutlich besagte: „3hr Menschen seid doch manchmal gar zu dämlich und merkt von nichts etwas." Er begnügte sich nun damit, andauernd zu winseln. Bernhard Much fröstelte auf einmal. Sollte er doch nicht lieber umkehren und ins Haus zurück- gehen? Aber er hatte sich den Spaziergang vorgenommen, und seinen Vorsatz wollte er aus- führen. Plötzlich krachte ein Schuß. Bernhard Much fühlte einen grauenhaften Schmerz in der rechten Schulter — goldene Funken sprühten vor feinen Augen — mit einem schwachen Stöhnen brach er zusammen, und er blieb bewußtlos liegen. 3n dem Augenblicke, als das geschah, sauste Roy in der Richtung, aus der der Schuh gekommen war, davon und erwischte gerade noch den Mann, der ihn abgegeben hatte. Das starke Tier warf ihn um und stellte ihm die Pfoten aus den Brustkorb. Der Mann wollte sich befreien und versuchte, dem Tier einen Stich mit dem Messer, das er im Gürtel trug, zu versehen. Darüber geriet der Hund in solche Wut, daß er dem Liegenden mit feinen scharfen Zähnen die Kehle zerbiß. Röchelnd wand sich der Sterbende im Gras und verblutete langsam. Roy kehrte zu seinem Herrn zurück, der immer noch bewußtlos dalag, stieß ihn ein paarmal aufmunternd mit der Rase an, beroch ihn von allen Seiten und jagte dann zum Hause zurück. Dabei bellte und winselte er abwechselnd. Schauerlich klang es durch die Rächt. Die Ve- randatür war noch offen. Roy rannte hindurch, sauste die Treppe hinauf bis zu Barbaras Tür. Dort drückte er mit der Pfote heftig auf die Klinke, die indessen abgeriegelt worden war. Aber Roy gab nicht nach. Er kratzte mit aller Kraft und bellte dazu. Barbara hatte tief und fest geschlafen. Sie hatte vor dem Einschlafen noch über Reginalds Schicksal nachgedacht und beschlossen, ihm durch ihren Mann zu helfen. Wie, das war ihr selbst noch nicht ganz klar. Sie schreckte in die Höhe, denn sie hörte das Kratzen und Bellen des Hundes. Mit einem Sprung war sie aus dem Bett, machte Licht und öffnete. Da schoß der Hund auf sie zu, zog sie zur Tür hinaus, sprang die Treppe hinunter, kam wieder herauf, kurzum: Er versuchte, Barbara auf jede Weise klarzumachen, daß sie mit kommen müsse. Barbara verstand. Hastig zog sie sich etwas an, warf einen Mantel um und folgte dem Hund. Vorher ging sie an die Tür des Dieners und weckte ihn. „Karl, es ist etwas passiert! Kommen Sie rasch!" Der Diener war in fünf Minuten angezogen und draußen. Sie folgten, so schnell es ging, dem Hund, der sie in den Garten führte. „Rasch, rasch — eine Laterne!" Der Diener brachte zwei Laternen und sie eilten in den Garten. Roy stand schon neben Much, als sie kamen. „Am Gottes willen, gnädige Frau, dem Herrn ist etwas zugestoßen. Da fließt Blut über seinen Aermel. Man hat auf ihn geschossen!" Barbara war blaß bis in die Lippen geworden. Sie befahl dem Diener, bei ihrem Manne zu bleiben. Sie selbst lief nach dem Hause zurück. Was tun? „Reginald muh helfen", war ihr erster Gedanke. Sie lief bis zu seiner Zimmertür und klopfte. Richts rührte sich. Sie klopfte stärker, aber niemand antwortete. Da drückte sie leise die unverriegelte Tür auf, schaltete das Licht ein und sah zu Reginalds Bett hinüber. Der lag da wie ein großer Zunge und schlief, als gäbe es sonst nichts auf der Welt. Sie rief ihn beim Ramen. Er öffnete die Augen, sah Barbara stehen und machte ein so verblüfftes Gesicht, daß Barbara beinahe gelacht hätte. „Ich bitte dich, Reginald, hilf mir! Mein Mann liegt im Garten und ist angeschossen worden." Wie der Wind war Reginald in seinen Kleidern. Barbara stand schon längst wieder draußen auf der Treppe und wartete auf ihn. Er kam sofort und beide eilten, so schnell es ging, in den Garten. „Kommen Sie", sagte Reginald, nachdem er einen kurzen Blick auf den Ohnmächtigen geworfen hatte, „helfen Sie mit, ihn ins Haus zu tragen. And dann sofort zum Arzt." Karl zeigte sich geschickter, als man vermuten konnte. Barbara leuchtete, und so brachten sie Herrn Bernhard Much ins Haus. Behutsam legten sie ihn in sein Bett. Barbara holte- Binden, Gaze und Watte. Reginald schnitt den Aermel auf, und beide versuchten, einen Rok-e verband anzulegen. | Unten hupte ein Auto. Der Arzt kam. । Fünf Minuten später trat er ins Zimmer undf war tief erschüttert, Much so wiederzusehen, nachdem er ihn gerade gestern frisch und vergnügt auf der Straße getroffen hatte. Der Arzt, ein älterer Herr, wurde immer bei Krankheitsfällen ins Haus gerufen. Er lobte die Umsicht, mlh welcher Reginald und Barbara zu Werke ge* gangen waren, untersuchte die Wunde, erklärt^ sie sei wohl ernst, aber nicht lebensgefährlich. Er verband sie sorgfältig, versprach, am anderes Tage eine Pflegerin zu schicken und bat, man mochte ihn rufen, wenn das Fieber anfttege« 3m übrigen käme er am anderen Tage wieder. Dann empfahl er sich. ( Barbara und Reginald blieben bei dem Kran-, ken, nachdem sie Karl zur Ruhe geschickt hatten. „Wer mag das gewesen sein? Und weshalb hat es dieser Mensch getan?“ fragte Barbara. ..3ch verstehe das nicht." „3ch verstehe das sehr gut“, sagte Reginald ruhig und sachlich. „Er hat es eben nicht an* ders machen können, mußte es tun.“ . Barbara sah ihn ganz entsetzt von der Seite an. „Vielleicht hat er deinen MaM gehaßt, toeiÜ er reich ist und er selbst ein armer Teufel. Da dreht sich's dann manchem, und er schießt zu. Obgleich 's eigentlich ein schlechtes Geschäft ist ..." „Was wird mit ihm?“ fragte Barbara ängstlich. „3a, erst müssen sie ihn einmal haben, und dann — eingesperrt wird er halt. Kann noch lachen, daß es nicht schlimmer abgegangen ist." Und für sich murmelte Reginald: „Hätf mit selbst auch so gehen können." i. Barbaras feine Ohren hatten diese Worte ge* hört. „Reginald", bat sie, „laß es doch fein« Das war doch etwas ganz anderes." „Rein", sagte er, und ein finsterer Zug grufif sich zwischen seine Augenbrauen. „Es war das* selbe." Barbara wagte nichts weiter zu sagen. / „Laß mich hier wachen", sagte er nach etntgent Schweigen. „Du bist ja müde." Mer davon wollte sie nichts wissen. „3chs bleibe auch hier." । Wieder versanken sie in Schweigen, bis Dar^ bara sagte: „Du bleibst noch etwas bei uns, und mein Mann kann dir vielleicht beim Suchen einer Stellung behilflich fein.“ (Fortsetzung folgt.) Wir haben die Preise für unsere bekannten hochwertigen Qualitäten rücksichtslos herabgesetzt WKEEEKESM8X8XKA« Adreßbuch Sladlplan und Einwohner- und Geschastsverzeichnissen von 7 Städten und 74 Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schafis- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / preis 10Reichsmark Oberhessifcher Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 WKLWSÄSSBESSSENNS Ein Eigenheim besitzen und ohne Sorgen darin wohnen. 141,8 Millionen Reichsmark für Eigenheime Für das gleiche Geld, das Sie Im allgemeinen für Miete zahlen, können auch Sie sich ein eigenes Heim schaffen und ohne Sorgen darin wohnen; denn die G. d. 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Moll, alleiniger Inhaberin der Firma Georg Appel in Gießen, ist am 25. Juli 1930, 10 Uhr, das Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses eröffnet worden. Gleichzeitig ist an die Schuldnerin ein allgemeines Verüuherungsverbot erlassen worden. 5287V Der beeidigte Bücherrevisor Th. vaubel in Gießen, Schillerstraße 11, ist zur Vertrauensperson ernannt. Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag ist auf Donnerstag, den 14. August 1930 15 Uhr vor dem Hessischen Amtsgericht in Gießen, Saal 204, 2. Obergeschoß, anberaumt. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen und das Ergebnis der weiteren Ermittlungen sind auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 25. Juli 1930. Die Geschäftsstelle des Amtsgerichts. Bekanntmachung. Dienstag, den 29. 3uli 1930, findet Rind- vieh- (Nutzvieh-) Markt statt: sämtliches Vieh wird gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Auftriebszeit am Markttage von 7 bis 8% Uhr vormitags. 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