Oer^K WZ M äs:b reignir fn, ff ^eVituZ ?ni®«nnbfl5 u6rcuie Stunden n. Oonutofl f?? J*® dies- U n ab. Die Le. ^lchnrn °^°ch?r errang Weibe LPitz, i'i den dritten M0im Schützen, putzen statt. - Martin Dom» geborene Jlxhen, reit. DaShoch, N körperlich« m vorigen Sonn« c Preise deS am »reibens des att. Cs erhielten e n: 1. Preis und cichstein),-1. Pr.: Wilhelm Eifert ngelrob), Marie K. M MI Iben: 1. Preis )olt : tenrod). - Abt. hrenpreis: Anton • Pr.: Karl Fuchs Richtigschrei, Schönhals (6him* lrichstein). 3. Otto hott (lllttWin), 6.H. Zenker (®n- ipertenrod), S.D. Mreiben bildete . 3. bis Frühjahr . Hier wurde ein . 24 junge Leute Zum Vorsitzenden I. gewählt. Dei« icht. Man hofft, 2krein auch beider Dasenspiele gung unb Pstrzr ;n des Vereins. ^Vertretung dem ,t\M -ur Der- rn, 23. fflai. c biet das Auto samt'Veben- . Söhnchen des ann. Das Kind md muhte dem fort werden, wo es niederliegt, irt keine Schuld passen ein jenklinik, Friedrich- 1930. 94,7 utundeeitt, -nstrümpfe und konkurrenzlos1 Nr. 122 Erster Blatt 180. Jahrgang Montag, 26. Mal 1950 Erscheint täglich,außer Sonntags unb Feiertag». Beilagen: Vie Illustrierte Siebener FamilienblStier Heimat im Bild Die Scholle. Blonab-Beiugipiels: 2.20 Reichsmark unb 30 Reichspsennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt, zimisprechanschlüfie m,ter5ammemummer225l. Anschrift für Drahtnachrichten: »nzel-er Stehen. Pofffcheckkonto: Stanffnrt am main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche UmverfNülr-Vuch- and Stekudruckerei H. Lauge in Sieben. Schristleitung und Seschäftrftelle: Zchulffraße 7. Annahme von Anzetaea für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20',, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton DrJ).Ibr)riot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Fillar, sämtlich in Gießen. Finanzreform und Kommunalwirtschaft. Reichsfinanzmimfier Moldenhauer fordert sparsamste Wirtschaft der Gemeinden und Etatsausgleich ohne Gteuererhöhung. GvdeSbera, 25.Mai. (WTB.) Auf der 5. Kommun alpolittschen Tagung der Deutschen Dcklksp artet der Rhein Provinz hielt der Reichs- Minister der Finanzen, Prof. Dr. M olden - Hauer, eine Rede, in der er u. a. ausführtc: Die Gemeinden erheben den Einwand, daß ihnen durch die Gesetzgebung des Reiches und der Lün- immer neue Aufgaben übertragen worden feien, ohne daß ihnen entsprechende Gin nahmen zugcwiesen worden sind. Dieser Gin- Wand ist nicht so ganz von der Hand zu weisen, aber auch nur teiüoeise richtig. Diele Ausgaben, die heute die Gemeinden auf Grund reichs- oder landesgesetzlicher Dorschriften erfüllen, fallen in Gebiete, die seit Jahrhunderten zum besonderen Aufgabenkreis der Gemeinden gehört haben. Das gilt insbesondere von den Für- svr gep f lich ten. Auf der Einnahmeseite ist das Dild gegen früher verändert. Durch die Aeichsfinanzreform des Jahres 1919 sind die Gemeinden in stärkerem Umfange auflleber« weisun gen angewiesen, und der Rahmen der eigencnGteucrpolitik ist erheblich eingeschränkt worden. Die Finanzlage der Gemeinden ist unbestritten kritisch. Das zeigt das Anwachsen der Real- steuern. Das zeigt vor allem das Ansteigen der schwebenden Schulden, die etwa zwei Fünftel der schwebenden Schuld der öffentlichen Hand ausmachen. Schätzungsweise wird die schwebende Schuld der Gemeinden mit 1,5 Milliarden Mark angenommen. Wie das Reich die äußersten Anstrengungen macht, seine schwebende Schuld zu tilgen oder zu fundieren, so müssen auch in den Gemeinden die Bemühungen auf dies Zier gerichtet sein. Das Reich ist nicht in der Lage, diese Schulden zu übernehmen. Die Finanzlage des Reichs ist vielmehr aufs äußerste angespannt. (Es muh Aufgabe der Gemeinden fein, wie es Aufgabe des Reiches ist, die Schulden aus eigenen Einnahmen zu tilgen und für einen aus- geglichenen Etat zu sorgen. Da die Einnahmen nicht erhöht werden können, im Gegenteil der schwere Druck der Reatsleuern sobald es möglich ist gemildert werden muh, muh der saure Weg der sparsamen wirtschaft beschritten werden, weder das Reich noch die Länder und Gemein- den, noch die Sozialversicherung können sich dieser Forderung entziehen, wenn nicht die gesamten Finanzen der öffentlichen Hand in Deutschland auf die Dauer in ihrer Gesundung gefährdet werden sollen. Rcichsfinanzreform und Reform der Finanzen stehen in engstem Zusam- menhang. Ziel beider soll eine Entlastung der wirtschaft fein. Sie kann nur durchgesührt werden, wenn die Beteiligten von der Rotwendigkeit einschneidender Maßnahmen überzeugt sind. Deshalb kann es sich nicht darum handeln, das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden auszuschalten, sondern gerade darum, dieses Selbstverivclltungs- recht weiter zu entwickeln zu einer tätigen und verantwortungsfreudigen Mitarbeit der Bürger an den Aufgaben der Gemeinden und damit an den großen Aufgaben der gesamten Nation. Retchsbahntaris, Eisenpreis und Lohnsenkung. Ber lin, 26. Mai. (Priv.^cl.) Die Aeusie- rung des Reichsfinanzminifters, eine Auf l o ckc- rung der fe st gebunden en Preis- und Lohnverhältnisse fei dringend erforderlich, wird in den Kreisen der Wirtschaft allgemein begrüßt. Wie wir von unterrichteter Seite Horen, bestätigt es sich, daß die Eisenindustrie der Gruppe Rord-West bindende Erklärungen über eine Senkung der Eisenpreiseum 1 bis 2 Prozent abgegeben hat. unter der Doraus- setzung, daß die bisherige Regelung für die Ertragsrichtsätze beim Akkordlohn aulgehoben wird, so daß hier eine Senkung möglich ist und an Stelle her allgemeinen Bindung wie bis^r grundsätzlich die Möglichkeit betrieblicher Vereinbarungen anerkannt wird. Allem Anschein nach dürfte überhaupt, falls es zu Lohnherabsetzungen kommt, diese sich z u - nächst im Bereich der Akkordsätze auswirken, während die Tariflöhne eine Senkung axmiger leicht ermöglichen. Don verschiedenen Seiten wird die Mitteilung bestätigt, dah die Reichsregierung jedeweitere Steigerung der Eisenbahntarife verhindern will, wenn die nordwestliche Eisenindustrie zur Durchführung der Preissenkung um 1 bis 2 Prozent kommt. Außer ähnlichen Bestrebungen der sächsischen Industrie sind bisher größere Derhand- lungen zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer verbänden über Preis- und Lohnsenkungen noch nicht eingeleitet worden, da man anscheinend zunächst das Ergebnis bei der nordwestlichen Gruppe, wo die freien Gewerkschaften Schwierigkeiten bereiten, abwarten will. Sie Erhöhung der Grundvermögens steuer in preuhen. Berlin, 24.Mai. (DDZ.) Im Ständigen Ausschuß des Landtags wurde die Dorlage über die Erhöhung der Grundvermögenssteuer mit 16 Stimmen der Regierungsparteien gegen 13 Stimmen der Opposition urwerändert angenommen. Der Gesetzentwurf konnte bekanntlich wegen der Obstruktion der Oppositionsparteien am Freitag im Landtag nicht erledigt werden. Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff erklärte, daß ein Rötst and vor liege, da es sich um rechtliche Verpflichtungen handele, denen sich der Staat nicht entziehen könne. Die Redner der Deutschnationalen, der Deutschen Dolkspartei, der Wirtschaftspartei und der Kommunisten hatten in der Aussprache ausgeführt, daß ein R o t - st and keineswegs angenommen werden könne und daß es durchaus noch Feit fei, wenn sich das Plenum im Juni mit der Dorlage beschäftige. Öeuischnattonale und Kabinett Brüning. 1 Eine Rede des Parteivorsitzenden Hugenberg. Berlin, 25.Mai. (WTB.) Bei einer am Sonntag auf dem Debrock (Niederelbe) veranstalteten Kundgeoung der Deutschnationalen Dolkspartei hielt der Parteiführer Dr. Hugenberg eine Rede, in der er erklärte: Heute sind wir in einer Entwickelung, die den Bankerott des deutschen Partei- und Parlamentssystems immer stärker her- vortreten läßt, in der die Stimmung rings im Lande, auch bei den Großvätern, sich immer stärker zuspitzt auf eine Bewegung „Los von diesem Partei- und Parlamentssystem". Die Führung dieser Bewegung haben wir und wollen sie behalten. Unsere Reihen werden sich um so schneller verstärken, je klarer man sieht, daß wir ein Ziel haben, das im Grunde das Ziel aller fein müßte. Wir wollen Deutschlands Landwirtschaft und Wirtschaft helfen und Lebens- Haltung und Lebensraum des deutschen Arbeiters bessern, aber nicht mit „Kontinuität der Handelspolitik" und Annahme des polnischen Handelsvertrages, wie das Kabinett Brüning. Denn wir wissen, dah eine vollständige Aenderung unserer Handelspolitik die erste Dor- aussehung für einen neuen Aufschwung von Landwirtschaft und Wirtschaft und für die Rettung des Ostens ist. Daß wir eine wirkliche antimarxistische Regierung wollen, haben wir offen gesagt. Mefe Regierung ist es nichtI „Gras Zeppelins" Besuch in Rio de Janeiro Glatter Verlauf -er Fahrt über Brasilien. - Das Luftschiff auf dem Rückfluge nach pernambueo. Rio de Janeiro, 24.Mai. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" überflog auf dem Wege von pernambuco nach Rio de Janeiro am Sanwtog- oormlttag 11.50 Uhr MEZ. die Stadt Bahia, von der Einwohnerschaft begeistert begrüßt. JegUdjc Tätigkeit ruhte von dem Augenblick an, wo das silbergrau schimmernde Fahrzeug in der Ferne am Himmel auftauchte und alles eilte auf die Hausdächer, um das Luftschiff, das ziemlich tief flog, aus möglichster Jlätje zu beobachten. Um 14 Uhr MEZ. wurde die Barra do Rio de Eontas überflogen, um 18 Uhr MEZ. die rund 1000 Kilometer nordöstlich von Rio de Janeiro im Süden des Staates Bahia liegende Küftensiadt Santa Ernz passiert. Um Mitternacht traf der „Gras Zeppelin" mit dem Linienschiff „Admiral 3acequag“ zusammen, auf dem sich der neugewählte Präsident von Brasilien, P re st es, auf dem Wege nach den vereinigten Staaten befand. Beide Fahrzeuge tauschten Grüße aus. Am Sonntagoormiftag fuhr das Luftschiff etwa 30 Meilen von der Küste entfernt in geringer höhe an Rio de Janeiro vorbei mit Kurs auf Santos, drehte dann und erschien kur; nach 6.30 Uhr Vormittagsortszeit über der Stadt. Die Landung erfolgte eine halbe Stunde später. Die Sirenen der Fährbvote weckten die noch schlafende Bevölkerung, die sich schnell auf den Straßen, an den Fenflem und auf den Dächern ansammelte, während das Luftschiff nach dem Flugplatz Do, Affonsos flog, wo die Landung ohne Zwischenfall erfolgte. Auf dem Landungsplatz hatten etwa 10 0 0 0 Personen die Rocht verbracht, um angesichts der widersprechenden Meldungen die Ankunft de« Zeppelin« nicht zu verpaßen. Außer den deutschen diplomatischen Vertretern waren mehrere Mitglieder des brasilianischen Kabinetts, Vertreter der Marine- und Armeebehörden, der Aeroklub und die deutsche Kolonie erschienen. Geleitet von zwei Armeeflugzeugen kam der „Graf Zeppelin" heran, während die deutsche Hymne gespielt wurde. Die Fahrgäste für Rio verließen das Schiff. Nachdem die feierliche Begrüßung des „Graf Zeppelin" und die Zollformalitäten erledigt waren, flieg das Luftschiff zu einem Rundflug über Rio de Janeiro und zur Rückfahrt nach Pernambuco wieder auf. Um 12.25 Uhr vormittags (4.05 MEZ.) wurde schon Bahia in Richtung pernambuco erneut passiert. DieSemokraWeparteihinierKoch-Weser Oie Reformziele der Partei. - Oer parteiausschuß spricht dem Parteiführer sein Vertrauen aus. Halle, 25. Mai. (WTB.) Dor dem Partei- Ausschuß der Deutschen Demokratischen Partei in Halle hielt der Parteivorsitzende Minister a. D. Koch-Weser eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die Deutsche Demokratische Partei hat durch ihre Beteiligung an der Regierung den Plan des Panzerkreuzers B scheitern lassen, hat verhindert, daß die Agrarpolitik die Bahn Dietrichs verlassen hätte und zu einer Subventionspolitik für den Großgrundbesitz ge- worden wäre. Sie hilft der Regierung in der Thüringer Frage festbleiben. Sie will ein kulturfeindliches Schulgesetz verhindern. Sie wird dafür sorgen, daß das Ost Programm, dessen Rotwendigkeit wir schon vor drei Jahren in einem Antrag betont haben, dem ganzen Osten, und nicht einzelnen Schichten zugute kommt. Sie hat die Regierung beim polnischen Handelsvertrag gestützt. Sie wird dem Reichsinnenminister bei der von ihm beabsichttgten Wahlreform nachdrücklich zur Seite stehen. Aber sie wird dieser Regierung nur solange angehören als ihr keine Derlchung lebenswichtiger Grundsätze zugemutet wird. Mit Fusionsplänen hat die Beteiligung der Fraktion an der Regierung Brüning nicht das geringste zu tun. Vorauf es heute, wo der Staat in Gefahr ist, zusammenzubrechen, ankommt, ist, dah die Republik die Stagnation überwindet, die keine einzige lebenswichtige Reform über Gerede und Geschreibe hinauskommen läßt. Wan soll sich einigen über eine Wahlreform, die Persönlichkeitswerte nicht so verhängnisvoll zer- stört wie das heutige Wahlgesetz, und den jungen ' noch nicht in der großen deutschen Oeffent- lichkeit bekannten Menschen den Eintritt in das Parlament frei macht. Man soll eine Parla- mentsrrform betreiben, die das Paria- ment schlagkräftig macht und es aus bürv- krati scher Kleinarbeit wieder zu einem führenden Organ der öffentlichen Meinung erhebt. Man soll eine Partei ref orm erstreben, die die Regierungsbildung, dem Sinne der Derfaffung entsprechend, unabhängiger gestaltet. Man soll eine Reichs- r ef orm erstreben, die die mittelalterliche Geld und Kraft verschlingende Gestaltung des Reiches beseittgt und endlich einmal eine klare Verteilung der Zuständigkeiten mit sich bringt. Man soll eine Finanzreform anffreben, die das schwindende Verantwortlichkeitsgefühl in Ländern und Gemeinden für Einnahmen und Ausgaben wieder weckt. Man soll eine wirtschafts- resorm anstreben, die dasür sorgt, dah zwischen Kapital und Arbeit die Leistung wieder zur Anerkennung kommt, und dah der Staat und die Städte von der Berlin so verhängnisvoll gewordenen Beschäftigung mit Ausgaben ablaffen, für die sie sich nicht eignen. Man soll eine Reform des Deam tenwe- s e n s herbeiführen, die dem verfassungstreuen Beamten sein Fortkommen sichert, ohne daß er von der zuständigen Parteikonstellatton abhängig wäre. Man soll sich einigen über eine Bildungsreform, die das undemokrattsche Privileg einer langdauernden, kosttpieligen und der Praxis abgewandten Dorbildung durch weitgehende Fortbildungsmöglichkeiten ersetzt und damit eine Kluft im deutschen Dolke schließt, die verhängnisvoller zu werden droht als jemals eine andere zuvor. Für die Richtung, in der unsere Partei arbeitet, bestehen große und wichtige Zukunftsaufgaben. Für deren Jnanyrifs- nahme brauche ich das Der trauen der Partei. Rach eingehender Srörterung wurde dem Parteivorsitz enden Koch mit überwältigender Mehrheit das volle Vertrauen des Parteiausschusses ausgesprochen. Ferner wurde folgender Kompromißantraa Dr. Gertrud Bäumers angenommen: „Die Deutsche Demokratische Partei würdigt die Bedeutung de« staatspolitischen Ziel«, die Front einer republikanischen und demokratischen Mitte gegen Rechts und Links durch die Zusammenfassung gesiunungsverwandter Kräfte über den Parteirahmen hinan« zu stärken, ie ist, ihrer Ueberlieferung getreu, zur Mitwirkung gerne bereit, wobei sie sich bewußt ist, dah eine blohe Addition benachbarter Parteien ohne Uebereinftlmmung in den nationalen, sozialen und kulturellen Grundsätzen nicht zu jenem Ziele führt. Darum betrachtet e« die Deutsche Demokratische Partei al« ihre nächste Aufgabe, die eigenen Grundlagen z u befestig e n al« den sicheren Hasen, von dem aus sie die geistige Auseinandersetzung mit oer- roanbfen Bewegungen und die Mitarbeit an der Parteigestaltung der Mitte allein führen kann. Angesichts der Tatsache, dah weite Kreise de« deutschen Volke« dem neuen Staat bisher gleichgültig gegenüberstehen, gilt es, den Gedanken de» republikanischen Volks- staates zu vertreten und von ihm aus zu einem klar nmrifsenen Aktionsprogramm zu gelangen. 3m Vordergrund steht heute für die Deutsche Demokratische Partei die Mahl- reform zur Herbeiführung einer gesunden Führeraurlese, die Reichsreform zur Vereinfachung des Staatsapparates und zur Kräftigung des Reichsgedankens, die Finanz- ref orm mit dem Ziel der K a p 11 a l b i l - düng im Interesse der Wirtschaft, sowie der Verbrauchermassen, und insbesondere eine wirksame Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, eine tatkräftige Siedlungspolitik. So bekennt sich der Parteiausschuß zn einer Reubelebung und Aktivierung der Deutschen Demokratffchen Partei, und zur Arbeit in diesem Geist und diesem wollen ruft er alle Freunde und Mitglieder auf." Reue politische Zusammenstöße in Berlin. Gefährdung des unbetejttgten Ltricheupubtttums. Berkin, 25. Mai. (SIL) I« der Rocht *um Sonntag ereignete sich tn der Lutzowstrafte Ecke Potsdamer Straße ein blutiger Zusammenstoß zwischen Rattonalsozialisten Und Kommunisten. Gin Trupp bewaffneter Kommunisten eröffnete auf eine Anzahl Rattonalsozialisten, die von einer Versammlung kamen, einen lebhaften Feuerüberfall. Es wurden etwa 20 bis 30 Schüsse abgegeben. Von den Rattonalsozialisten wurde niemand getroffen, doch wurden bei dem lebhaften Verkehr, der in dieser Gegend trotz der späten Rachtstunde herrschte, zwei völlig unbeteiligte Personen verletzt. Sine Frau erlitt einen Schuh in das linke Bein, während ein anderer Strahenpassant einen Oberschenkelschuh erhielt. Gin weiterer Unbeteiligter wurde durch Messerstiche in den Kopf verletzt. Als das älebersallkommandv erschien, ergriffen die Kommunisten die Flucht. Bei der Verfolgung, wobei die Polizei von den Rattonalsozialisten mrterstützt wurde, konnten vier Kommunisten verhaftet werden. In Haft genommen wurde auch ein Rattvnalsozialift. Am Tatort wurde ein Armeerevolver unt) eine Anzahl leerer P atronenhülsen gefunden. — Gin weiterer Zusammenstoß zwischen Rattonalsozialisten und Kommunisten ereignete sich in Charlottenburg. Hierbei wurden auch Polizeibcamte von Kommumsten angegriffen. Acht Kommunisten muhten verhaftet Werdern Amnestie für staatspolitische Verbrechen. Berlin, 24. Mai. ($11.) Der Rechtsausschuh des Reichstages befaßte sich am Samstag mit den Amnestie an trägen der verschiedenen Parteien. Mit 16 gegen 11 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei Stimm* enthaltung der Bayerischen Dolkspartei wurde der Kompromihantrag der Regierungsparteien angenommen, wonach aus Anlaß der Rheinlandräumung eine Amnestie erlassen wird, durch die die Amnestte vom Juli 1928 auf alle politischen Derbrechen (also auch auf die sog. Fememorde) ausgedehnt wird, die nach dem 1. September 1924 begangen worden sind. Ausgenommen sind Derbrechen, die sich gegen ein Mitglied oder ein früheres Mitglied der Reichsregierung gerichtet haben. Alle übrigen Anträge wurden abgelehnt. Frankreichs Dank an den Reparationsagenten. Paris, 24. Mai. (WTB.) Finanzminister R e y - naub hat den ehemaligen Generalagenlkn für die Reparattonszahlungen, Parker Gilbert, in Anwesenheit des Gouverneurs der Bank von Frankreich, Moreau, die Insignien eines G r o ß o f f l - ziers der Ehrenlegion überreicht. Der 1. -'n! ■ beiten. — Rechne dir welche Unsummen von sparen könntest/ ich gehorsam, „ich will W'-r < doch einmal zusammen, Geld du dir damit er* Am 15. Jahrestag der italienischen Intervention. Die Enttäuschung von Versailles. Mailand, 24. Mai. (WTB.) Mussolini hielt heute auf dem Mailänder Domplatz vor 300 000 Personen eine Rede, in der er erklärte, er sei sicher, daß die Schwarzhemden keine (Sr* gänzungen seiner Reden von Florenz und Livorno erwartet hätten, die Wohl vorbereitet und überlegt waren. Ich muh aber, so sagte Mussolini, einige Argumente der Polemik zurückweisen. Man hat gesagt, daß meine Reise im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage des Landes erfolgte. Das ist nicht wahr. Die wirtschaftliche Lage Italiens, man muh das in dieser Stadt sagen, die die wichtigste wirtschaftliche Zentrale Italiens ist, ist nicht schlechter als die irgendeines ande- t ,T ..Zur Erinnerung* scheu Kriegsopfer, die Blätter ehren freiwilligen, Mai 1915 hat sich den verraten wurden von Der Starke sagte: „Rur Feige bezwingt der Tod." And er warf sich mit seiner ganzen Stärke gegen die überstarken Wasser und verschwand sofort. Der Schlaue sah dies und sagte: „Was Stärke nicht vermag, bringt List zuwege." And er versteckte sich in einem hohlen Baumstamm, der an der Straße stand, so daß er nicht mehr gesehen werden konnte. 3m nächsten Augenblick aber verschwand der Baumstamm in den Wassern. Der Weise sah dies alles und sagte: „Dies ist ja alles nichtig. Man muh die Absichten dessen kennen, mit dem man kämpft, und seine Ratur." And er legte sich quer über den Weg und stellte sich tot. Ein jeder hat seinen Stolz. Ich siedelte vor einiger Zeit mit meinem Konto an eine andere Bank über. „Geben Sie acht", sagte schon vorher ein Bekannter zu mir, „der Kassierer dort ist ein Künstler im Geldzählen. Er würde darin ohne weiteres einen Schnellig- keitsrekord aufstellen." Ich gab acht — und es war wirklich erstaunlich, diesen Mann Geld aus- zahlen zu sehen. Mit einem einzigen blitzschnellen Griff nahm er die verschiedensten Banknoten und kleineren Münzen aus ihren Regalen. Ohne sie näher anzusehen, legte er sie so vor den Kunden hin und irrte sich nie: die Summe ftimmbe. Rachdem ich ihn etliche Male gebührend bewundert hatte, kam ich einmal beim Rachzählen darauf, daß er sich dieses eine Mal geirrt hatte. Die Summe, die er mir mit seinem berühmten Griff in die Hand gedrückt hatte, machte zehn Mark zuviel aus. Ich zeigte ihm den Irrtum: er aber schüttelte den Kopf und sagte: „Ganz ausgeschlossen, Herr. Mir ist noch nie ein Berschen unterlaufen." — „Aber die Summe da?" — „Mir unerklärlich. Bielleicht hatten Sie zehn Mart schon vorher in der Hand." Er sah mich dabei so an, daß es keinen Widerspruch mehr gab. And ich muhte das überschüssige Geld, bas mir nicht gehörte, einstecken und behalten. Jeder Künstler läßt sich eben feinen Ruf etwas kosten. „Das muh ich dir doch nicht erst sagen", erwiderte die Tante lächelnd, — „denke doch, was du dir von diesem Geld alles leisten könntest. Ich kann es gar nicht alles aufzählen. Zum Beispiel könntest du bei einem viel besseren Schneider deine Kleider machen lassen; dann könntest du doch im Sommer große Reisen machen, ferner in guten Restaurants essen, immer im Auto fahren ..." Der Künstler. Auf dem Spaziergang sah ich plötzlich das große Reklameschild und dachte: „Warum soll man sich nicht einmal einen Hungerkünstler an- schen. Es mühte doch etliches von ihm zu erfahren fein.“ Da sonst niemand da toax, wollte ich mich mit ihm unterhalten. Er aber hatte einen schwe° ren Minderwertigkeitskomplex. — „Alles um- sonst", sagte er, „ich möchte am liebsten alles ab- brechen. Ich möchte heraussteigen, etwas essen und morgen von vorne anfangen.“ Ich versuchte ihm Standhaftigkeit zu empfehlen. Er aber fuhr fort: „Es ist doch eine echte Leistung. Der Innenraum wurde von Sachverständigen durchsucht, geprüft und notariell beglaubigt. Die Türen sind verriegelt und plombiert. Es ist eine hunderprozentig ehrliche und echte Leistung. Trotzdem bleibt mir die Anerkennung der Menschen versagt. Man möchte an der Welt verzweifeln. Kein einziger Mensch hat sich noch die Mühe genommen, zu mir zu kommen." „Künstlerlos", sagte ich traurig. „Wie lange sitzen Sie denn schon drin?" „Eine halbe Stunde“ Der Mensch und die Natur. Drei Wanderer wurden miteinander bekannt, die durch Zufall dieselbe Straße marschierten: entlang dem Ufer eines großen Flusses. Sie sprachen miteinander, und es zeigte sich, daß der erste stark, der zweite schlau, der dritte weise war. Plötzlich brach der Damm, der den Fluß in Schranken hielt, und die reihenden Wasser stürzten wie Berge über den drei Wanderern zusammen. Es wurde ihnen klar, daß sie nunmehr mit dem Tod zu kämpfen hatten. Oer Düsseldorfer Massenmörder in Düsseldorf verhaftet. Bei einem neuen Verbrechen die Spur entdeckt. - Umfassendes Geständnis. eine Aufstellung der italieni» Gleichzeitig veröffentlichen Aufruf der Kriegs- in dem es u. a. heißt: Seit vieles ereignet. Wir tour* und verachtet, wir schwärze st em Andank getroffen; Wir haben unseren strahlenden lateinischen Sieg verstümmeln und unter d rü cken sehen. Wir werden ihm alle Rechte zurückerobern. Die Stellungen der Dergangen- heit sind auf immer überwunden, und wir wollen nicht gebunden fein durch Erinnerungen an ehemalige Feindseligkeiten. Weiter heißt es in dem Aufruf, man könne nicht 44 Millionen M enschen ersticken, die leben und mit vollen Lungen Mittelmeerluft einatmen wollen. Man erdrücke nicht ein -Volk, das Waffen habe und Seelen und das b^rei t sei, zu jedem Opfer und zu jede iß^W a g n i s Das italienische Volk wolle niemand unterdrücken aber es wolle auch selbst nicht unterdrückt werden. Erregte Stimmung in Indien. Der Kampf gegen das Salzmonopol wird weitergeführt. London, 25. Mai. (Reuter.) Mehr als 1000 Freiwillige, denen ein starkes Polizeiaufgebot gegenübersteht, bemühen sich feit heute vormittag, in die Salzlager von Wadala einzudringen. Sie verfolgen dabei eine Guerilla-Taktik, indem immer zahlreiche kleine Gruppen an den verschiedenen Stellen gleichzeitig vorwärts laufen. Mehreren Freiwilligen gelang es, Salz zu erbeuten und sich damit zu entfernen. Die Mehrzahl der Angreifer wurde aber von den mit Bambusknüppeln zuschlagenden Polizisten zurückgetrieben. Bisher wurden 1c Personen verletzt, davon sieben schwer. Ein Polizist wurde von einem Stein ins Gesicht getroffen. Angefähr 100 Freiwillige und Zuschauer sind verhaftet worden. Aus einer Gruppe von 100 Freiwilligen, die nach Wadala unterwegs war, wurden 50 verhaftet, darunter zehn Parsen. Ihr Führer Dhungara, der durch eine Zweiradtour um die Welt bekannt geworden ist, forderte bei seiner Festnahme alle Parsen auf, sich mit ganzer Kraft an der Gandhi- Bewegung zu beteiligen. Die Polizei verhaftete heute vormittag den jetzigen Führer der am Lager von Antadi bei DHarasana zusammengezogenen Freiwilligen, Ambala Patel. Bon den bei dem Angriff auf dieses Salzlager am 16. Mai verhafteten 225 Freiwilligen wurde jetzt eine erste Abteilung von 21 Mann zu jeeinem Monat schweren Kerkers verurteilt. In der Stadt Madras sind für die Dauer von zwei Monaten alle öffentlichen Ansammlungen oder Umzüge verboten worden. In Kalkutta wurden gestern abend neun Fußballspiele, die schon einmal aufgeschoben waren, 8um zweitenmal durch w -ibliche Freiwillige verhindert. 500 Frauen besetzten das Spielfeld und die Zugänge und verhinderten die Spieler am Betreten des Feldes. — 3n Dacca kam es gestern zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen Hindus und Mohammedanern. Ein Hindutempel und mehrere Kaufläden wurden niedergebrannt. Die Anruhen wurden verursacht durch die Auffindung der Leiche eines ermordeten Mohammedaners. In Bombay wurde bei der Kundgebung einer 200 OOOköpfigen Menschenmenge keinerlei Bersuch gemacht, den von der Polizei vorgeschriebenen Weg zu verfolgen. Mit den Rufen,Boykott" zog die Menge durch die Straßen. Die Stimmung war gereizt und einige Europäer retteten sich nur mit knapper Rot. Der Berichterstatter eines britischen Blattes schreibt, er habe niemals ein erstaunlicheres Schauspiel gesehen >ls den geregelten Zug dieser 200 000 Menschen mit wehenden Bannern und unter Absingen von Kampfliedern, der sich, als der Polizeiring zurückgezogen wurde, mit „Rieder"- Rufen durch die Straßen ergoß. Es steht außer Zweifel, daß den Europäern das Leben unmöglich gemacht wird und daß solche riesigen Versammlungen und Amzüge verboten werden müßten. Aus dem Notizbuch. Von Hans Kafka. Die Wandlung. Zwei junge Menschen, die einander liebten, gingen über eine Brücke. „Ich liebe dich", sagte er zu ihr. „Ich möchte dir meine Liebe beweisen. Befiehl mir etwasl Befiehl mir zum Beispiel, über diese Brücke in den Fluh hinunterzuspringen.“ Sie erwiderte ihm: „Oh, nein. Das werde ich dir nicht befehlen. Ich habe Angst." „Wovor?" „Ich habe Angst, du könntest es tun.“ Zwei Jahre vergingen und die beiden standen wieder auf der Drücke über dem Fluh. Er sagte zu ihr: „Erinnerst du dich?“ Sie erwiderte ihm: „Ich würde es dir heute wieder nicht befehlen. Ich habe Angst." „Wovor?“ „Ich habe Angst, du könntest es nicht tun.“ Das Versprechen. In Wien haben die Strahen oft sonderbare Ramen: „Küh' den Pfennig" oder „Stoß' in Himmel" — das sind noch die gebräuchlichsten. Zwischen den Weingärten des Kahlenbergs schlängelt sich ein bezaubernder Weg, der den un- erforschlichen Ramen führt: „An der langen Lüssen". Mehrmals wollte ich schon im Wörterbuch der Brüder Grimm Nachsehen, was das Wort „Lüs- sen" wohl bedeutete. Immer war der Band vergriffen. Bis ich jüngst „An der langen Lüssen" ettoaS erlebte, das ich (wie figura zeigt) aufschreiben muhte, bevor ich noch über die Bedeutung Bescheid wuhte. Bor mir gingen, eng umschlungen, ein junger Mann und ein Mädchen. Plötzlich blieben sie bor öer Tafel stehen, auf die der Straßenname geschrieben war. „Da schau her", sagte das Mädchen, „nein, wie komisch die Straße da heißt “ — „Wie denn", fragte der junge Mann, der an ganz anderes äu denken schien. And das Mädchen las, langsam buchstabierend, herunter- Zu den langen Küssen". Etwas vom Sparen. Meine Tante gab mir gute Ratschläge für das -ganze Leben: „Fahr nicht soviel im Auto herum, rh nicht in teuren Restaurants denk daran, dah es eine ganz billige Sommerreise auch tut, geh zu kleinen Schneidern, die, wenn vielleicht auch nicht besser, so doch billiger ar- sh AU» ES.* b*1 im nung^ W setzilcheli iw* itlncn übet einen trogen W- „Ja, Tante", sagte i' „ ' * , „ daran denken — aber was fange ich bloß an mit so viel erspartem Geld?" Der 1- We'nJ Les AOM Die deutschen Diskussionen ' ganisutionskor honsfomilee s Als Borstzend 40 nationalen Direktor des 2 her Borsitzend Olationaltomil einigten otai Vizepräsident! Geheimrat 6 hindert warei dem Vorstaii chische hygie' ganbt (Hain e r (Nena nationalen K soll in Euro bei im übri tracht tarne für den Fal haste Mitark Linbrech« *Mntt *,rt*er Oii < Stenern, * Hochschulriachrichien. Der Lehrstuhl der semitischen Philologie an der Universität Königsberg ist an Stelle von Professor H. Schaeder dem außerordentlichen Professor Dr. Erich Bräunlich in Greifswald angeboten worden. — Der ordentliche Professor für Straf- und Prozeßrecht an der Amversitat Kiel Dr. Erik Wolf hat einen Ruf an die Universität Freiburg i.Dr. erhalten und zum 1. Oktober 1930 angenommen. — Pro- feffor Dr. Johannes Lange an der Universität c den an ihn ergangenen Ruf auf Den Lehrstuhl der Psychiatrie und Reurologie in Breslau als Rachfolger des Geheimen Me- dizinalrates Professor Dr. Wollenberg angenom- men und bereits seine Ernennung zum Ordinarius tn Dreslau erhalten. nach h'^n Mteht w te* ■tarniti,* wirkt fi* Sf’MÄ Ä K ternö T** 1 lchlag^Ms ä,S vH &*• angeordneten umfassenden Fahndungsmaßnahmen führten heute nachmittaa um 3 Uhr zur F e st - nähme des Kürten. Die Festnahme kam ihm so überraschend, daß er ohne weiteres den oben geschilderten Fall der Bergewaltigung zu gab. Im Laufe der Vernehmung gestand er ein, auch die noch nicht aufgeklärten in Düsseldorf im letzten Jahre vorgekommenen Morde ausgeführt zu haben. Um die Richtigkeit der Angaben des Kürten nach- zuprüfen, wurde er an eine Anzahl der Mordtatorte geführt. Dort wurde er aufgefordert, eine genaue Darstellung der einzelnen Geschehnisse zu geben. Kürten war in der Sage, die Vorgänge mit vielen Einzelheiten zu schildern, ohne sich bisher in Widerspruche verwickelt zu haben und ohne Dinge zu erwähnen, die nachweisbar unrichtig sind. Trotzdem bestehen vorläufig noch Zweifel, ob er tatsächlich für alle Fälle des vollendeten und versuchten Mordes in Frage kommt. Deshalb sind umfassende Ermittlungen zur Sicherung eines einwandfreien Beweises für jeden einzelnen Fall im Gange. Eines der überfallenen Mädchen, Schulte, hat ihn für ihren Fall als Täter bestimmt wiedererkannt. Die Person des Massenmörders. Ein schwer vorbestrafter Zuchthäusler. Kürten ist bereits 17 mal und nicht unerheblich, jedoch nicht wegen Sittlichkeitsverbrechen, vorbestraft. Bereits im Alter von 16Jahren wurde er zum ersten Male straffällig. 1908 wurde er wegen schweren Diebstahls in 34 Fällen zu sieben Jahren Zuchthaus, und im Jahre 1913 wegen schweren Diebstahls in 15 Fällen im Rückfälle und Betruges zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie Dvr- strafakten lassen erkennen, daß man es mit einem äußerst geschickten und rücksichtslosen Maime zu tun hat, der auch vor keiner Gewalt- tätigkeit zurückgescheut ist. Acht seiner Bor straf en sind unmittelbar durch Gewalttätigkeit begründet. Bereits im Alter von 19 Jahren wollte sich Kürten eine frühere Mitschülerin durch Terror sexuell hörig machen. Wichtig ist, daß Kürten sich in ähnlicher Weise bei seinen letzten Straftaten aus dem Jahre 1925 und 1928 wieder betätigte. Er hatte sich an Dienstmädchen he r a n ge m a ch t und ihnendie Che versprochen, in einem güILe dem Mädchen die Ersparnisse abgeschwindelt. Es gelang ihm schließlich, seine Opfer in eine hilflose Lage zu bringen und so zu seinem Ziele zu kommen. Später verfolgte er seine Opfer durch Bedrohungen und Beleidigungen tn gröblichster Weise, so daß er deswegen zuletzt mit acht Monaten Gefängnis bestraft wurde. Nie Eiaisberatung im Hessischen Landtag. Abg. Schott (D. D. P.) erklärt zur Rotlage des Weinbaues u. efugtertoeifc ber Feuermelber an bem Hause Reuenweg 4 eingeschlagen und die Feuerwache alarmiert Der Täter wurde von zwei Polizeibeamten in ber Perlon bes W. Sch. in Gießen ermittelt unb zur Bestrafung bei ber Staatsanwaltschaft angezeigt. Er erhielt nun burch Urteil bes Hessischen Amtsgerichtes wegen Sachdeschäbigung eine Gefängnisstrafe von vier Wochen. Das Urteil mag allen Leichtsinnigen, bie ber Uebermut plagt unb bie ihn an berart wichtigen Einrichtungen, wie es ber Feuennelber ist, austoben wollen, eine Warnung sein! * Ein A u t o u n f a l l, bei bem drei Soldaten unseres Bataillons schwer zu Schaden kamen, ereignete sich in der Rächt zum Sonntag gegen 1 t2 Uhr zwischen Eberstadt unb Lich. Die brei Soldaten, ber Obcrgrenabier Braun unb die Obergefreiten Walther und Ma ? einer, be- fanben sich mit einem Personenauto auf der Rückfahrt nach Gießen, als zwischen Eber stabt unb Lich währenb ber Fahrt infolge eines plötzlich auftretenden Defektes bie Steuerung bes Kraftwagens versagte, biefer in einer Kurve gegen einen Baum rannte unb umschlug. Die drei Solbaten wurden dabei aus dem Fahrzeug her- ausgeschleudert Der Obergrenadier Braun trug bei dem schweren Aufprall auf die Erde zwei Oberarmbrüche, darunter einen komplizierten, einen Unterarmbruch, einen Handgelenkbruch, erhebliche Kopfverletzungen und eine Gehirnerschütterung davon Der Obergefreite Walther erlitt einen Schädelbruch und eine Gehirnerschütterung, ferner zahlreiche Hautabschürfungen, der Obergefreite Maxeiner brach einen Oberschenkel und erlitt außerdem Hautabschürfungen und eine Gehirnerschütterung. Rach erster ärztlicher Hilfeleistung durch den rasch herbei geeilten Arzt Dr. med. Schaad - Lich wurden die Soldaten von der Freiwilligen Eanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik verbracht. Wie wir heute früh auf Anfrage in der Klinik erfahren, ist das Befinden der Berunalück- 1 ten den Umständen entsprechend gut, Lebensgefahr besteht auch nicht für die am schwersten Verletzten. *• Eine nächtliche Schlägerei spielte sich am Sonntagmorgen gegen 2 Uhr im Rcuen- weg ab. wo ein Student mit einigen anderen jungen Leuten aneinandergeraten war. Bei dem Handgemenge kam der Student zu Fall und brach dabei den Fuß. Rach Anlegung eines Rot- verbandes mußte der Verunglückte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. •* * Mit dem Motorrad gestürzt. Am Samstag gegen 22 Uhr stürzte auf der Fahrt zwischen Gießen und Lollar, etwa einen Kilometer vor Lollar, ein junger Motorradfahrer aus Oberweimar mit seiner Maschine. Der bedauernswerte Mann trug dabei erhebliche Kopfverletzungen davon. Ein des Weges kommendes Personenauto nahm den Verunglückten mit nach seinem Heimatsorte. Mainz für die Helogaverträge. WSR. Mainz. 25. Mai. 3n einer nichtöffentlichen Sitzung des Stadtrates wurden am Freitag die abgeänderten Hekoga-Der- träge erneut zur Debatte gestellt. Der Stadlrat beschloß, nachdem die für Mainz ungünstigen Bestimmungen aus dem Vertrag entfernt worden sind, die Verträge anzunehmen und den Vertreter für die demnächst stattfindende Generalversammlung zu beauftragen, die Zustimmung zum Gesamtentwurf laut vorliegendem Stadtrats- beschluh zu geben. (Schluß de» redaktionellen Teils.) Sträflich leichtsinnig gehen viele Menschen mit ihrer Gesundheit um! Sie hüten sich zwar ängstlich vor jeder Ansteckung, vor jebem Luftzug, achten aber dabei nicht darauf, ob eine ber Hauptbebingungen für Gefunbheit unb Wohlbefinben erfüllt ist, nämlich bie regelmäßige Darmtätigkeit. Die infolge von Darmträgheit zu lange im Körper zurückgehaltenen Speisereste wirken ungünstig auf bie Zusammensetzung des Blutes ein. Verunreinigtes Blut bedeutet aber eine große Gefahr für bie Gesundheit. Deshalb beseitige man die Ltuhloerstopsung rechtzeitig unb erziehe den Darm allmählich wieder zu pünktlicher Tätigkeit durch Gebrauch eines unschädlichen rein pflanzlichen Abführmittels, wie es die bei Aerzlen unb Verbrauchern äußerst beliebten Richard Brandfs Schweizerpillen finb. Durch ihre Anwendung gewöhnt man sich nicht etwa an das Mittel, sondern infolge der gleich- mäßigen Anregung der Darmtaugksit an regel- mäßigen Stuhlgang. W2v ■iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin VX Zwei Achtzifljihrtfle I lewunrj Gießen (Roonstr. 31), den 24. Mai 1930. 3997 D Ziehung am 30. und 31. Mai 1930 Gesellschaften! Vereine! 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Noch nie bis dahin haben Spielleiter und Darsteller ihr Werk so ins Menschliche erweitert, so ins rein Künstlerische gesteigert und so ins Seelische vertieft und verwurzelt... die besten der bisherigen Leistungen wieder Überboten.. .Josef v. Sternberg, der Regisseur, und Emil Jannings haben in einem bisher nie erreichten Maße den Film zum Kunstwerk gesteigert und Weg gewiesen weit hinein in das Neuland des Tonfilms... Ergriffenheit, Erschütterung.. .die erste Filmtragödie großen und reinen Stils. Hier ist ein Neues, hier ist Wende, hier ist Höhe. Der Beifall war ernster Dank. Sie ‘früfijafns- Jogfturi-Jfur hat begonnen! Alle essen Sr. Jxelrod’8 Heute mittag l1/, Uhr wurde unser lieber guter Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Cousin Albert Junker im 24. Lebensjahre durch den Tod von seinem schweren Leiden erlöst. Freudenstadt im Schwarzwald 24. Mai 1930 Teppiche, Läufer Stückware, Vorlagen Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 26wa Dienstag, den 27. Mai 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung. 1. ein Schränkchen, vier Sofas, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, zwei Schränke, zwei Warenschränke, zwei Schreibladenkassen, zwei Schriftenregale, eine Hobelschneidemaschine, 17 Schreibtische, zwölf Mäntel, zwei Nähmaschinen, fünf Ladentheken, einen La- dcnschrank, vier Warenregale, einen Kleiderschrank, vier Schreibmaschinen, zwei Grammophone, ein Klavier, 20 Bufetts, zwölf Kredenze, einen Rauchtisch, drei Ausziehtische, sechs Stühle, einen Kassenschrank, einen Gasherd, ein größeres Quantum Herrenmodenartikel, zwei Diwane, einen Amboß, eine Schnellbohrmaschine, 17 Bücherschränke, vier Tische, drei Kommoden, zwei Registrierkassen, einen Eisschrank, drei Küchenschränke, zwei Chaiselongues. zwei Fahrräder, eine Bügelmaschine, zwei elektrische Eisenbahnen, eine elektrische Lokomobile, zwei Standuhren, zwei Dampfmaschinen, drei Teppiche, vier Ledersessel, eine Gehrungsschneidemaschine, neun Vitrinen, sieben ' vollständige Schlafzimmer, eine Küchenonrichte, zwei Küchenbüfetts, zwei Wauf oon SleftlungMlellen itiMen- Durs mit Heidjstreölt. 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Mit Rücksicht auf die trüben Grfahrungen, die im Kreise Gießen gemacht wurden und die einen Verlust von bis jetzt 78000 Mark zum. Rachtei'le der Kreiskasse im Gefolge hatten, ist an eine ständige laufende Kontrolle der Kreiskasse gedacht. Die Kreiskasse soll jede Woche, mindestens aber alle 14 Tage einer Prüfung unterzogen werden. Die Prüfung erstreckt sich auch auf die laufende Prüfung der Dankbuchungen, auf die Prüfung der periodisch vorzulcgenden Handbuchauszüge, auf die Aebcrwachung der Beitreibung und die Vornahme von Kassestürzen. Rach Ansicht der Krelsverwaltung und des Kreisausschusses ist eine derart eingehende Kontrolle wesentlich zweckmäßiger, als die etwaige Versicherung des Kreises gegen unangenehme Aeberraschungen, wie sie beim Ableben des früheren Kreiskasserechners zutage traten. Vei Durchführung der geplanten Massnahme fft die denkbar beste Garantie für eine Aeberwachung gegeben. Darüber hinaus soll der Kreisrechnungsrevisor auch die Kontrolle des Kreispf andmei- ft e r s und die Kontrolle der Gemeindekaffen ausüben. Die Prüfung der Gemeindctassen soll durch Kafserevision und Kassesturz, sowie durch Visitation an Ort und Stelle erfolgen. Aufgabe des Revisors ist auch, Aufklärung bezüglich ordnungsmässiger Verbuchung der Kapitalwirtschaft, Verrechnung von Kreis- und Provinzialumlagen und Durchsicht der Vorlagen zu geben. Wünschenswert erscheint die Belehrung der Rechner und ihre praktische Diensteinweisung, weiter die Vornahme der Aeberlieferung der Kassen an nachfolgende Rechner, Grstattung instruktiver Referate bei Rechnerversammlungen u. a. m. Schliesslich ist beabsichtigt, durch den Kreisrechnungsrevisor auch eine Prüfung der Krankenkassen durchführen zu lassen. Rach der RVO. obliegt es dem Versicherungsamt beim Kreisamt Giessen, die ihm unterstellten Kvankenkasfen zu revidieren. Rach Auffassung des Dersicherungsamts steht nichts entgegen, wenn der Kreiskontrolleur von dem Dersicherungsamt mit der Durchführung der Kontrolle der Krankenkassen beauftragt wird. Die Kontrolle soll sich auch auf die Rebenstellen der Krankenkassen erstrecken. Mit dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft schweben zur Zeit Verhandlungen wegen Bereitstellung der erforderlichen Mittel für die Durchführung dieser Krankenkassenrevision, da es sich hier um eine staatliche Aufgabe handelt, so dass dem Kreis für die Zurverfügungstellung seines Beamten eine entsprechende Rückvergütung zu- fliehen würde. Auch im übrigen find aus der Tätigkeit des Kreisrechnungsreoisors Einnahmen durch Gebührenleistungen für Kontrolle der Gemeindekassen zu erwarten. Konstanze. Vornan von Karl Heinz Doigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 21. Fortsetzung. Nachdruckoerboten. 3n der Tat war das kleine Easö Musarion ein amüsanter Ort. Konstanze erkannte: Dies war der Treffpunkt der Boheme. Sie sanden noch Platz an einem kleinen Lisch nächst dem Fenster. Diese Frauen! — Diese Mädchen! — Diese Jünglinge! Die Frauen sahen zum 'Teil den Männern täuschend ähnlich. Rur an der Kleidung konnte man allenfalls noch einen Anhaltspunkt für das Geschlecht sinden. Dort saß ein Mädchen mit männlichen, groben Zügen und las in einem illustrierten Blatt. Sie trug eine mächtige schwarze Hornbrille und sah sehr gelehrt aus. Gin paar Malweiber mit strähnigem schwarzen Haar erregten Konstanzes besondere Aufmerksamkeit. Sie sprachen laut und ungeniert. Man verstand jedes Wort. Ein blonder Jüngling, der aussah, wie ein Wandervogel, mischte sich in das Gespräch. Run wurde ein Geschrei daraus. Immer neue Gäste kamen. Kurt Helbing kannte fast jeden. Ein hinkender Kellner schleifte sich durch den Raum. Aeberall wurde »Ganymed" verlangt. »Dieses Faktotum bedient hier schon seit zwanzig Jahren den künstlerischen Rachwuchs Münchens", erklärte Kurt Helbing und deutete mit dem Kopf auf den riesengroßen schlanken Kellner. „Cr sieht eher aus, wie ein mißvergnügter, hinkender Mephisto, wird aber trotzdem »Ganymed" genannt. In Wirklichkeit heisst er Moritz Schulze. Kein Mensch hat ihn jemals ^chen sehen. Ich versichere Ihnen aber, Frau Konstanze, er ist der witzigste Mensch ganz Bayerns." Ein paar sehr grell bemalte Mädchen kamen in das Cafs. Das eine der beiden hatte lüsterne Lippen, rauchte eine Zigarette und trug ein Monokel. Das andere sah solider aus und hatte so blondes Haar, dass es fast wie weih wirkte. Sie waren beide Tänzerinnen am Opernballett. Reue Gäste kamen und gingen. — Da starrte Konstanze zur Tür Sie tourbc weiss. Sie fühlte direkt, wie das Blut aus ihren Wangen wich — Peter Ahlstädt trat ein Kurt Helbing hatte ihn entdeckt, uni) schon kam Peter mit langen, festen Schritten auf ihren Tisch zu. Der Bildhauer wollte Konstcrnze mit seinem Freunde belanntmacfccn, als er sah, daß das nicht nötig war. Sie kannten sich offenbar. Ein um 400 Mk. höherer Ansatz ist in dem diesjährigen Etat für Zwecke der Volkshochschule vorgesehen. Die Volkshochschule im Kreise Gießen hat in den einzelnen Kreisorten außerhalb der Stadt Gießen im Winterhalbjahr 1929 30 siebzehn Kurse mit 63 Kursabenden abgehalten, an denen 563 Personen teilnahmen. Einschreibungen waren insgesamt 737 zu verzeichnen. Reben den siebzehn Kursen wurden zehn EittzelVeranstaltungen in Landgemeinden des Kreises Gießen abgehalten. Die Arbeit der Volkshochschule wird auch von anderen Gemeindeverbänden entsprechend gewertet: so gibt der Kreis Darmstadt zur Volkshochschule Darmstadt jährlich 500 Ml., der preußische Kreis Wetzlar gewährt der Volkshochschule Wetzlar eine Beihilfe von 1000 Mk. Die Erhöhung des seitherigen Kreisbeitrags für die Volkshochschule Gießen von 100 auf 500 Mk. dürfte in jeder Hinsicht gerechtfertigt erscheinen. Ein besonders bemerkenswerter Ansatz ist in der Form eines einmaligen Beitrags von 3000 Mark zu Gunsten des Sladtthcalers Gießen in dem Voranschlag enthalten. Der Beschlussfassung des Kreisausschusses liegt ein Gesuch des Oberbürgermeisters der Stadt Gießen zugrunde, in tem darauf hingewiesen wird, daß der Stadttheaterbetrieb einen städtischen Zuschuß von jährlich rund 100 000 Mark erfordert. Der Kreisausschuß teilte in seiner Mehrheit die Auffassung des Oberbürgermeisters, daß die Belastung der Stadt auf die Dauer nur getragen werden kann, wenn die an der Aufrechterhaltung des Theaters der Provinz Oberchessen interessierten Stellen eine Anterstühung gewähren. Die Provinz Oberhessen hat durch Provinzialtagsbeschluss bekanntlich eine Summe von 3000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Erhaltung des Stadttheaters durch Leistungen derjenigen Stel- fcrt, die neben der Stadt ein kulturelles Interesse an dem Fortbestehen des Theaters haben, ist angesichts der Gefährdung des Gießener Theaters von besonderer Bedeutung. Cs kommt hinzu, dass das berechtigte Bedürfnis besteht, die Wirksamkeit des Theaters auf die Landorte des Kreises Giessen auszudehnen. Die Bespielung von Giessen-Land durch das Frankfurter Künstlertheater, die Hessische Landeswanderbühne, würde eine schwere Gefahr für das Gießener Stadttheater bedeuten, das mehr als je auch als das Theater der Provinz Oberhessen und des Kreises Giessen anzusprechen sein dürfte. Für den Dor- anschlagansah war vor allen Dingen auch die Erwägung massgebend, daß es erwünscht erscheint, auch dem flachen Canbc zum Genuß hochwertiger Kunst zu verhölfen Das Stadt- tfyeater Gießen besitzt die Möglichkeit, gute Kunst auch auf das Land zu tragen. Im Hinblick auf die grosse Bedeutung der ilni- versität Giessen für die Bevölkerung der Lanv- gemeinben des Kreises Gießen entschloß sich der Kreisausschuß, dem Kreistag in dem Voranschlag für Rj. 1930 die Bewilligung eines einmaligen Beitrags von 2000 Mark für das Gießener Ltudentenhautz zu empfehlen. Das Haus soll bekanntlich unbemittelten. begabten Söhnen des HessenlandeSl die Möglichkeit geben, ohne allzugrohe Entbehrungen zu studieren. Eine Massnahme von weittragender Bedeutung ist die Bereitstellung von Mitteln zur Sekundenlang ruhte Auge in Auge. Es lag ein gegenseitiges Erkennen, ein Fragen und ein ganz vorsichtiges Tasten in diesem Blick ..Peter", sagte Konstanze so leise, dass nur sie es hören konnte. »Gnädige Stau?*1 fragte er unsicher, »sind Sie es wirklich, Frau Emmerstorfs?" »Ja, ich bin es. Herr Ahlstädt." Das waren die Worte, die zwei Menschen nach jahrelanger Trennung miteinander wechselten, die einst geglaubt hatten, nie ohne einander leben zu können, die von Tod und heisser Liebe gestammelt hatten, wenn sie sich in die Augen geblickt und in den Armen gelegen. Konstanze schloss sekundenlang die Augen. Alles war wieder da: Gin Beet roten Klatschmohns — es duftete nach Blumen und Harz — der Himmel war blau und die Sonne schmeichelte. — Auch das andere war da. Eine weiße Fläche. Kalt schnitt die Lust. Flocken tanzten. Dämmerung. — Ein ferner leuchte tos Gehöft. -- »Ich wußte ja gar nicht, daß Sie sich kennen", sagte Kurt HeDing zu Konstanze gewandt. »Wir kennen uns lange, lange“, entgegnete an ihrer Stelle Peter Ahlstädt und streifte mit seinen grauen Augen Konstanzes Gesicht. O, tote hatte sie diese Augen geliebt. — Wie hatte sie voll Inbrunst einst diese Augen geküßt! — And wie hatten die Blicke dieser Augen sie einst zärtlich umfangen! — Run streiften sie nur noch ihr Gesicht. Kurt Helbing erzählte, wie sie sich kennengelernt und daß sie unter einem Dache wohnten. Konstanze prüfte Peter heimlich und es fiel ihr auf, daß etwas Fremdes an ihm war. Diele Jahre hatte fic ihn nicht mehr gesehen. Sie bemerkte deutlich, wie zerstreut er zuhörte, und mit großem Erstaunen gewahrte sie, daß diese kräftigen, etwas derben Hände, die aber doch in ihmen Formen Willensschwäche ausdrückten, zitterten. Eie zitterten nicht kraftlos, v nein, keinesfalls, aber sie waren unbeherrscht und hatten keinen Willen. Das fiel besonders auf, weil es einen seltsamen Kontrast bildete zu dem übrigen Aeußeren dieses Mannes- Sein Körperbau war mittelgross und kräftig. Die Schultern wölbten sich etwas nach vorn und hatten etwas Athletisches. — »Er besitzt die Figur Lothars", dachte Konstanze plötzlich und erschrak darüber. Sein Gesicht war scharf geschnitten. Die Rase sprang markant hervor. Rur zuweilen — verstehe wohl — zuweilen nur huschte ein Zuckm über seine Züge. Wäre dieses Zucken nicht gewesen. so hätte man sagen können, fein Gesicht sah aus, wie aus einem Block sehr hellen Granits gehauen. Je länger Konstanze in diesem Antlitz studierte, desto mehr wurde ihr klar, daß da ein Zug war, den man nicht schön nennen konnte. Er war versteckt, dieser Zug, aber er war da. Förderung der Bautätigkeit. Im Kreise Giessen siird rund 700 000 Mark staatliche Baudarlehen angefordert worden. Leider stehen bis jetzt nur 160 000 Mark zur Verteilung zur Verfügung. Auch in früheren Jahren war die Zuteilung entschieben zu gering. Hieraus erklärt sich, daß im Kreise Gießen nahezu hundert angesangene Bauten vorhanden sind, die aus Mangel an Mitteln nicht sertiggestellt werden fönnen. Sowohl die Bauherren, als auch die Bauhandwerksmeister sind in schwerer Sorge. Die Rohbauten konnten in zahlreichen Jällen nicht bezogen werden, für die Bauherren entsteht durch gleichzeitige Aufbringung von Zinsen für den Reubau und Miete für die Altwohnung ein empfindlicher Verlust. Richt geringer sind die Schäden zum Rachteil des Bauhandwerks, das auf den endlichen Gingang der Daugelder wartet. Die Finanzierung dieser halbfertigen Rohbauten und die Finanzierung der angemeldeten Reubauten kann, wie erwähnt, aus Staatsmitteln nur zum geringsten Teil erfolgen. In Erwägung der Tatsache, dass die Belebung der Bautätigkeit den Schlüssel zur Hebung des Wirtschaftsleben« im kreise bietet, hat sich der Kreisausschuß auf Vorschlag der ^Kreisverwoltung entschlossen, ein Kapital von 100 000 Mk. zu beschaffen und in Form von Gin- zeldarlehen toeiteraugeben. Die Beleihung der einzelnen Bauvorhaben erfolgt — wie beim Staate — gegen hypothekarische Sicherung. Die Darlehen sollen auf die Dauer von 3 Jahren gegeben werden in der Annahme, daß in der Zwi- schenAit ihre Ablösung durch eine Verbesserung der Geldverhältnisse oder durch Staatsdarlehen möglich wird. Die Zinsverbilligung verursacht eine Belastung des Kreises mit jährlich 4000 Mk. auf die Dauer von drei Jahren. Die Begründung dieses Einsatzes öffentlicher Mittel dürste durch die vorstehenden (Srlauterungen gegeben fein. Ein Kreisbetrieb, der schon seither nicht wenig Sorge verursacht hat, ist die Kreisabdcckcrei Garbentcich. Rach dem Ablauf des seitherigen Pachtverhältnisses hat der Kreisausschuß den Abschluß eines Pachtvertrags auf die Dauer eines Probejahrs mit dem derzeitigen Pächter der Abdeckerei des Kreises Friedberg beschlossen. Innerhalb dieses Probejahres will der Kreis eine zuverlässige Aebersicht über die Betriebsergebnisse gewinnen, da die seitherigen Unterlagen keine gewissenhafte Beurteilung ermöglichten. Im Etat des Jahres 1930 ist eine kleine Erhöhung der Einncrhme- und Mrsgäbeansätze enthalten. Der Sozialetat des KreHeö ist in dem Sondervoranschlag des KreisfürsorAr- amls und dsS Kreisjugendamts gegeben. Die Abschlussziffern dieses Sondervoranschlags erscheinen unfer Kapitel VII des Hauptvoranschlags in Annahme und Ausgabe. Der Sozialetat des Kreises schließt mit einer Gesamtausgabe von 524 382 Mk. ab. Dieser Ausgabe steht eine Einnahme von 285 359 Mk. gegenüber, so daß ein Zuschuß Don 239 023 2Hf. erforderlich wird. Die Mitnahmen sind vielfach von den Ausgaben abgängig. da sie Grsatzleistungen des Staates, der Gemeinden und anderer Stellen, sowie der Fa- milienangebörigen Anterstützter darstellen. Eine 'Durchsicht des Etats unb die vergleichende Betrachtung der gesetzlichen Bestimmungen zeigt die Sie wusste es plötzlich klar und deutlich: Ein Zug unbeherrschter Leidenschaft verbarg sich in diesem Gesicht. »Er ist ein unglücklicher Mensch", hatte Helbing damals gesagt. — Warum? — Es waren Rätsel über Rätsel. »Vielleicht handelt es sich um eine Frau", dachte Konstanze. Diese Möglichkeit enttäuschte sie plötzlich so sehr, daß sie gar nicht mehr daran denken wollte. »Haben Sie Ihren Beruf beibehalten, Herr Ahlstädt?" fragte Konstanze ohne jede Erregung in der Stimme. Er sah sie an und nickte. »Ich bin Maler geblieben", antwortete er, und es war ihm, als müsse er rwch mehr sagen, als müsse er vor dieser Frau, deren Blick bis auf den Grund feiner Seele zu reichen schien, alles bekennen. Er wollte antworten: »Ich bin Maler. Im Hauptberuf bin ich Spieler." — Er sagte es nicht. Konstanz« bezwang ihre Erregung. Das Schwingen feiner Stimme brachte sie fast aus der Fassung. Er durfte ja nichts merken von ihren Empfindungen, durfte nicht ahnen, daß in all den Jahren, da sie sich nicht gesehen, in Konstanzes Seele em Ruf nach ihm gewesen war. »Sie leben wisder dauernd in München, gnädige Frau?" fragte Peter schließlich. Sie schlug die Augen zu ihm auf und entgegnete mit leichtem Smiszen: -Seit einigen Monaten bin ich hier Ich werde wohl hier bleiben müssen bis zu meinem Tode." Diese Worte klangen so gequält, daß sie wehe taten. Peter empfand, cr durfte nicht weiter fragen. Diese Frau, die seine erste und einzige große, wahre Liebe gewesen, schien zerbroch^u War dieser Falter zum Licht geflogen und hatte sich die Flügel verbrannt? — Arme Konstanze! — Gin Leidenszug hatte sich in ihr Gesicht gegraben. Dieser Zug flöhte Achtung ein. Hatten diese Augen das Glück deS Lebens geschaut? - - Hatten sie sich vor dem Häßlichen der Welt verschlossen? — -Ich möchte so gern noch von früheren Zeiten mit Ihnen plaudern, Frau Emmerstorfs", sagte Peter Ahlstädt aus diesen Gedanken heraus. »Ich würde mich glücklich schätzen. Sie wieder- zusehen. — Zeiten find vergangen, es hat sich vieles geändert. — Man wird es mir nicht verargen, mit Ihnen zu plaudern." »Ich bin einsam, ganz einsam", sagte Konstanze. ..Ich habe keinen Wann mehr, feine Eltern, keine Geschwister. Ich bin allein auf dieser Welt." Er verstand nicht sogleich und fragte bestürzt: »Aber Ihr Gatte... Ich habe nie gewußt... Haben Sie Ihren Mann verloren?" Sie nickte kaum merklich. Er respektterte ihre Trauer. An dem Tifch der Drei wurde es ganz still. Da kam .Ganymed" herangehinkt. Zwangsläufigkeit des weitaus grössten Teils der Ausgaöeansähe. Der Wohlfahrtsetat des Kreises ist ein Spiegelbild der sozialen Rot. Er schliesst für das Jahr 1930 mit einer Brutto- rnehrausgabe von 47 243 Mk ab Demgegenüber steht eine Mehreinnabme von 24 212 Mk. Die Mehreinnahme ergibt sich aus anteilmässigen Beteiligungen deS Staates und der Gemeinden. Die rein den Kreis belastende Mehrausgabe des Fürsorgeetats beträgt mithin für das Jahr 1930 23061 Mk. Der geringste Teil dieser Mehrausgabe entfällt aus personelle Mehrkosten infolge des stufenmähigen 2lufrückens der Beam- tcn. Es werden hierfür 1696 Mk. benötigt. Für Versicherungsbeiträge zur Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte sind weitere 3160 Mk. im Etat enthalten. Durch diese Zahlungen werden in späteren .Jahren Pensionslasten deS Kreises vermieden. Die übrigen Mehrausgaben entfallen saft ausschließlich aus Erhöhung sachlicher Ausgaben. Sie sind durchweg zwangsläufiger Ratur. Die Ausgaben für Sozialrentner steigen um 3500 Mk. Die Ausgaben für Unterbringung von Geisteskranke n. Schwachsinnigen usw. vermehrten sich um 5555 Mk. Die Ursache dieser Erhöhung ist einmal in dem Anwachsen der Zahl der Geisteskranken und Schwachsinnigen, zum anderen in einer Steigerung der Pslegegeldsätze in den staatlichen Heil- und Pflegeanstalten zu sehen. Der Voranschlag deS Kreises rechnet bereits positiv mit den vom Finanzausschuß deS Landtags beschlossenen Erhöhungen der Pflegegeldfätze in den staatlichen Anstalten. Für unvorhergesehene Maßnahmen sind 1800 Mark in Reserve gestellt. Im Hinblick auf die schlechte Wirtschaftslage dürfte dieser Ansatz nicht zu hoch befunden werden. Unter Titel 5 . Gesundheitswesen ist eine Mehrausgabe von 1200 Mk. enthalten. Unter dieser Rubrik werden verrechnet Gehalt und Reisekosten des Schularztes, Beitrag für die Lungenfürsorgesterie in der Medizinischen Universitätsklinik, kleinere Furforgemassnahmen für Lungenkranke und deren Familie, Anstaltspslege für Lungen- und LupuSkranke und für Bade- und Erholungskuren. Die Behandlung eineS einzigen Lupusfalles kann beispielsweise allein mehr als 1000 Mk. verschlingen. Es wird niemand sein, der den Standpunkt vertreten möchte, daß derartige Ausgaben überflüssig seien. Bei der Fürsorge siir hi 1 f s be d ü r s t i g e Minderjährige ist ein Mehraufwand von 750 Mk. entstanden. Die Begründung ist darin zu sehen, daß gegenüber dem Vorjahre die Zahl der anstaltsbedürftigen Kinder und die Zahl der unterstützten unehelichen Kinder gestiegen ist. Der im Vorjahre vorgesehene Kredit hat sich in der Praxis als zu gering erwiesen. Bei der K rüpp-l s ür s org^r wird eine Mehrbelastung von 1000 Mk. ül Rechnung gestellt, da hie BMmdlung einer ÄeiHe von schwitz* riaen Krüppelfätten in Aussicht genommen ist. Mich hier ist feftzu-stgllen, daß die Kosten einzelner Krüpyetfknle oft me Summe von 1000 Mk. übersteigen. Bei Der ErboluwgS- und Luherku- lo f e n f ü r.f o t-äe Beträgt die Mehrbelastung 3500 Mk. Diese Mehrausgabe ist veranlaßt durch Heilstättenkuren lungenkranker Kinder. Mn noch nicht aBgeftifoffener Bchandlungssall eines lupuS- kranken Kindes verursachte bis jetzt einen Aufwand von über 4000 Wk. So zeigt der Sozialetat deS KreiseS in seiner Gesamtheit eine Fülle von Ausgaben, die zum größten Teil auf der gesetzlichen Derpslichtung beruhen, die von der Dezirksfürsorgcstelle beim Kreisamt Gießen wahrzunehmen ist. Eine Ver- »Herr Ahlstädt werden am Telephon verlangt." • » Peter sprang fast unhöflich rasch auf. AIS er Konstanze die Hand reichte, fiel ihm noch etwas ein. »Ich hoffe, ich sehe Sie wieder." Er kramte in seiner Tasche. »Warten Sie — meine Telephon- nummer", und schon stürzte Peter davon. - Das letzte, was Konstanze beobachtete, als sich fein Gesicht abwandte, war jenes seltsame Zucken, das zuweilen über fein Antlitz huschte. Sie trank nachdenklich ihre Teetasse aus. Sie hörte nicht, wie Kurt Helbing ihr erklärte, daß dieser Herr, der soeben eintrat, der Besitzer einer Kleinkunstbühne sei, der sich auf Agenten und Vermittler nicht einliehe, sich die Kräfte für fein Kabarett in den verschiedensten Künstlerkneipen Münchens selbst suchte und schon manchen »Stern" entdeckt habe. Sie hörte auch nicht, wie Helbing nun von zwei Herren, die soeben an einem hinteren Tische Platz nahmen, sagte, dass diese der letzte Hungerkünstler Münchens mit seinem Impresario seien. Der Künstler habe feine Hungerkur vorzeitig abgebrochen unb reife nun mit feinem Agenten umher, ein Engagement im Da riete zu finden, da er auch die Kunst besitze. Messer, Gabeln, Scheren, Rägel, ja sogar ein halbes Dutzend lebender Frösche zu verschlucken. -- Sie hörte wohl fein übermütiges Lachen, stimmte pflichtschuldigst mit ein, wußte aber nicht, weshalb ‘fie eigentlich lache. Kurt Helbing merkte Konstanzes Zerstreuung. Eine lächerliche, törichte Eifersucht glomm in ihm auf. »Wir wollen aufbredjen, Herr Helbing", bat Konstanze. Sie dachte dabei an jene Worte Peters: »Zeiten sind vergangen. — Es hat sich vieles geändert." — 21 ls sie daheim in ihrem Zimmer war, kam über sie plötzlich eine maßlose Sehnsucht, Peter wiederzusehen. Was hätte sie darum gegeben, toenn er in dieser Stunde bei ihr gewesen wäre! Sie hätte nichts anderes gewünscht, als ganz still in jenem Sessel zu sitzen. Peter musste ihr gegenübersitzen und sie wollte nur den Blick feiner grauen Augen fühlen. Ganz ssill wollte sie sein. Eie würde sich gar nicht rühren. In seinen Augen würde sie bann lesen, wie m einem auf- geschlagenen Buch von sorgenfreier Jugendluft, erstem Liebesglück und törichten, ganz törichten und dummen Küssen, die scheu, wie das zarte Streifen eines Schmetterlingsflügels ihre Lip- pen berührt hatten. — Dann muhte er gehen, ohne ein Wort zu reden, ohne einen Händedmch ohne jedwede leiseste Berührung musste er davonschleichen, wie er gekommen. — Sie träumte uni) sann und ein unbezwingliches Heimweh nach ihrer ersten, verrauschten Jugend nahm von ihr Besitz. — (Fortsetzung folgt.) ringcrung dieser Ausgaben, mindestens aber die Verbesserung der Ginnahmeseite, kann nur im Zusammenhang mit einer Lleberwindung der derzeitigen Wirtschaftskrise, die ganz Deutschland ersaht hat, hcrbeioeführt werden. Der Etat enthält in keiner Weise ein Zuviel an sozialer Fürsorge. Wer gezwungen ist, sich mit der tatsächlichen Not in der Praxis auseinanderzusehen, wird in der Summierung der Dinzelfälle die Berechtigung und Notwendigkeit der Gesamtansähe erkennen. Ter Gcsamtvoranfchlag schließt ohne Lteuererhöhung ab. Um eine Steuererhöhung zu vermeiden, muhten bereits im Vorjahre aus dein N e st e st o ck 50 000 Mk. entnommen werden. Die diesjährige Entnahme beträgt 74 000 Mk. Sie wäre nicht erforderlich, mindestens nicht in diesem Mähe, wenn nicht sowohl die Einnahme- als auch die Ausgabeseite durch die Entwickelung der Verhältnisse in ungünstigster Weise beeinflußt würden. 3m Nj. 1930 entsteht dem Kreis allein ein Ein- nohmcausfall von 10 600 Mk. durch Verringerung der Reichssteucranteile. Würde dieser Posten in gleicher Höhr wie im Vorjahr eingestellt werden können, und wäre nicht eine zwangsläufige Erhöhung des Fürsorgeetats zu verzeichnen, dann könnte der Etat mit einer wesentlich geringeren Entnahme aus dem Nechnungsresl ausgeglichen werden. Bedauerlich ist hierbei, dah der Nechnungsresl durch die Verrechnung der schweren Verluste aus Defraudationen zum Nachteil des Kreises eine Verringerung um 78 000 Mk. erfahren muhte. Immerhin konnte das Ziel, einen ausgeglichenen Lia! ohne Steuererhähung vorzulegen, erreicht werden. Der Steuerausschlag zerfällt bekanntlich in zwei Teile. Die Steuersätze sind die gleichen, wie im Vorjahr. Die Steuerpflichtigen in der Stadt Giehen sind befreit von der Aufbringung von Lasten zur Hessischen Beamtenkrankenkasse, Tagegelder. Kosten des Baukontrolleurs, Kosten der landwirtschaftlichen Schulen, Unterstützung der Kreislehrerbibliothek, Kosten des Urkundenschritzes und der Volksbüchereien in den Landgemeinden, der entsprechenden das Land allein berührenden Ausgaben für Kreiswohlfahrts- und Jugendamt, zum Feuerlöschwesen in den Landgemeinden und von den Kosten des Kreisvollziehungsbeamten und der Tagegelder der Kreisbeamten. Vom Gesamtkreis sind aufzubringen 116 000 Mark, von den Landgemeinden allein 269 000 Mark. Von diesen 269 000 Mk. entfallen allein über 250 000 Mk. auf Kreiswohlfahrtsund Jugendamt. Das Steuererträgnis aus den selbständigen Gemarkungen soll auch in diesem Jahre den Landgemeinden allein zugute kommen. An Sondergebäudesteuer werden erwartet im Gesamtkreis 35 200 Mk., in den Landgemeinden allein 27 500 Mk. Auf die Grund- und Gewerbesteuer bleiben hiernach noch umzulegen im Gesamtkreis 30 800 Mk., in den Landgemeinden allein 90 500 Mk. Am Ausschlagssatz ändert sich nichts, nur tritt eine Trennung der Ausschlagssätze bei der Sondergeböudesteuer in Erscheinung, da hier Gebäude unter 7000 Mk. Steuerwert mit einem geringeren Ausschlagsah Heron- tMcogen werden, als Gebäude mit mehr als «000 Mk. Steuerwert. 7 Di« künftige Entwicklung des Voranschlags des Kreises Giehen ist ebenso wie die Entwick- ilung der öffentlichen Wirtschaft im allgemeinen abhängig von der Gestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Reich. Die Kreisverwaltung gibt sich der Hoffnung hin, dah es in nicht zu ferner Zeit gelingen möge, eine Gesundung dec Wirtschafts- und Steuerverhältnisse in Deutschland herbeizuführen. Der noch Auffassung der Kreisverwaltung in diesen Zeiten schwerster wirtschaftlicher Depression allen öffentlichen Behörden obliegenden Pflicht zur Hebung des Wirtschaftslebens und möglichsten Schonung der Steuerpflichtigen müer selbstverständlicher Berücksichtigung erforderlicher Hilfsmaßnahmen in der Sozialpolitik wird hoffentlich durch die Annahme des Kreisvoranschlags durch den Kreistag zugestimmt. Daten für Dienstag. 27. Mai. 1554: Johannes Calvin in Genf gestorben: — 1676: der Dichter Paul Gerhardt in Lübben gestorben: — 1840: der Geigenlünstler Niccolo Paganini in Nizza gestorben: — 1910: der Bakteriologe Robert Koch in Baden-Baden gestorben. Wirtschaft. Neuer Oiskonidruck. Die Lage des Geldmarktes hat keine Veränderung erfahren, er ist auch weiterhin außerordentlich leicht und flüssig geblieben. Eine Einwirkung auf den Geldmarkt von der Diskontsenkung ist nicht eingetreten, da in der Entwicklung der Geldsähe die Diskontscnkung auf 4,5 v H. bereits vorwcgaenommen war. Die Reichsbank hat infolgedessen auch die Herrschaft über den Geldmarkt nicht wieder gewinnen können, was bei einem Niveau der Tagcsgeldsätzc von bis zu 2 v. H. keineswegs verwunderlich ist. Zwar haben in der Berichts- Woche die Tagesgcldsätze im Zusammenhang mit dem Medio etwas angezogen, aber die Dedarfs- stcigerung war nur von kurzer Dauer, so dah schon nach kurzer Zeit das kurzfristige Geldan gebot seinen g rohen Umsang wieder erreichte. Der Privatdiskontsatz liegt zur Zeit mit 3,75 v. H. bereits wieder um 0,75 v. H. unter dem offiziellen Diskontsatz. An sich wäre eine weitere Ermäßigung des Privat- diskontsatzes gegeben und kann nur als ausgcscho- bcn gelten. Der dieser Entwicklung ist natürlich die Frage einer weiteren Diskontsenkung, die bekanntlich die Reichsbank selbst in der Begründung zu ihrer letzten Diskonterlnähigung bereits in Betracht gezogen hat, akut. Wahrscheinlich wird die derzeitige auhcrordentlich leichte Tendenz am deutschen Geldmarkt auch weiterhin anhalten, zumal bei einem Diskontsatz von 4% v. S). immer noch genügend Anreiz zur Anlage kurzfristiger Gelder des Auslandes In Deutschland vorhanden ist. Die bevorstehende deutsche Emissionstra.nche der Pounganleihe in Höhe von 5 bis 10 Mill. Dollar wird voraussichtlich an dieser Tendenz des Geldmarktes nichts ändern. Bon einem Druck durch die Reparationsemission konnte nur auf den internationalen Geldmärkten die Rede sein, aber auch nur vorübergehend. Deutet also die Entwicklung des deutschen Geldmarktes und seiner Verfassung auf die Möglichkeit einer neuen Diskont- senkung hin, so gilt dies in gleicher Weise für die internationale De v i se n s i t u a t i o n. Am Tage der Diskontermäßigung mußte die Reichsbank einen größeren Posten Gold in London oufnehmeir, und angesichts der weiterhin bestehenden Schwäche des englischen Pfundkurses liegt durchaus der Zwang zu weiteren Goldkäufen im Bereich der Möglichkeit. Hinzu kommt, daß neuerdings sowohl in Londost, als auch in Neuyork und Paris Diskont- scnkungsgerüchte umlaufen, wonach eine neue i n ° ternationale Diskontsenkungswelle beoorsteht. Die Reichsbank wird sich auf die Dauer dieser Tendenz entziehen können, und da ihr an einer stärkeren Beanspruchuna ihres Kredites gelegen ist, so wird sie wohl nicht umhin können, den Diskont erneut um Vi v. H. auf 4 v. H. zu ermäßigen. Selbstverständlich wird sie zunächst den Ultimo- ausweis abwarten, ehe sie ihre Entscheidung trifft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Mai. Tendenz: schwächer. — Zu Beginn der neuen Woche verhielt sich die Spekulation sehr zurückhaltend. 3n Anbetracht des heutigen Prämien- erklärungStages kam weiter Material an den Markt. Bei der Aufnahmeunfähigkeit ergaben sich gegenüber den Schlußkursen vom Samstag zumeist Abschwächungen. Mit Ausnahme der festen Neuyorker Dorfe vom Samstag waren Anregungen nicht vorhanden. Die Tendenz neigte nach unten. Am Chemiemarkt eröffneten Farben, 1,60 Prozent, Scheideanstalt 2 Prozent und Holzverkohlung 1 Prozent schwächer. Dagegen machte sich für Rütgerswerke einiges Interesse mit plus 1,25 Prozent bemerkbar. Am Elektromarkt lagen Siemens mit minus 3,5 Prozent und Schuckect mit minus 2,5 Prozent stärker gedrückt. AEG. verloren 1,25 Prozent. Licht & Kraft waren dagegen behauptet. Auch Kunstseidewerte gaben im Kurse weiter etwas nach. Montanaktien lagen wenig verändert. Aber auch hier war die Umsatz tätigt eit äußerst bescheiden. Gut behorchtet eröffneten Harpener. Von Kaliwerten hatten Aschersleben einen Verlust von 2,75 Proz. Nachfrage erhielt sich dagegen weiter für Tietz plus 2 Prozent. Die Tatsache, dah auf Betreiben der Sozialdemokraten die Sonderbesteuerung, der Warenhäuser vorläufig ausgesetzt und daß dieselbe später vielleicht ganz in Wegsall kommen wird, regte für dieses Papier an. Don Auto- werten büßten Daimler 1 Prozent ein. Schifffahrtswerte waren geringfügig abgeschwächt. Für Barmer Bark erhielt sich etwas Nachfrage. Von Bauunternehinungen waren Holzmann bis 2,5 Prozent schwächer. Renten lagen still und zumeist etwas schwächer. Im Verlaufe trat keine Belebung des Geschäftes ein. Die Tendenz neigte weiter etwas zur Schwäche, doch ergaben sich nur noch unbedeutende Kursabschläge. Rheinische Braunkohlen verloren insgesamt vier Prozent. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt lag' das Pfund international etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,191250, gegen Pfund 20,3650, London gegen Kabel 4,859250, gegen Paris 123,925, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 39,92, gegen Schweiz 25,1215, gegen Holland 12,0813. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26, Mai. Am Produktenmarkt war die Tendenz im allgemeinen ruhig und Zumeist schwächer. Lediglich Weizen war sehr stark gefragt und fest im Hinblick auf die wahrscheinliche Verringerung des Vermahlungszwanges für den Monat Juni. Weizen lag 10 Mark fester, während Roggen bis 5 Mk. und Hafer 2,50 Mk. nachgab. Das Mehlgeschäft war ftill, die Preise waren unverändert. Roggenmehl lag weiter etwas niedriger. Unter Druck lagen immer noch Futtermittel, von denen Weizenkleie nur geringfügig nachgaben, während Roggenkleie 0,50 Mk. niedriger notierte. Es wurden notiert: Weizen, Hektolltcrgewicht von 78 Kilogramm, 312,50 bis 315, Roggen, Hektolitergewicht von 72 Kilogramm, 174—175, Sommergerste für Bauzwecke 200-205, Hafer, inländischer, 170—175, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 44,5—45,5, Roggenmehl 25,50—26,75, Weizenkleie 6,90 bis 7,00, Roggenklcie 7,50, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 26—35, Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 33—80, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 8,00, Weizen- und Rvggen- stroh, drahtgepreht, 4,75, Weizen- und Rogaen- stroh, gebündelt, 5,25—5,50, Treber, getrocknet, 9,5—10,75. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a.M., 26. Mai. Auftrieb: 1759 Rinder, darunter 498 Ochsen, 149 Bullen, 585 Kühe, 486 Färsen, 757 Kälber, 33 Schafe, 5457 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 58 bis 60 Mk., (ältere) 53 bis 57, sonstige vollfleischige (jüngere) 47 bis 52; Bullen: jüngere, vollflcischige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 56, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 vis 52; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 51, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 47, fleischige 37 bis 42, gering genährte 30 bis 36; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 60, vollfleischige 54 bis 56, fleischige 48 bis 53. —» Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 85, mittlere Mast- und Saugkälber 73 6fB 79, geringe Kälber 67 bis 72. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 63 bis 66, von etwa 160 bis 240 Pfund 66 bis 68, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 64 bis 66 Mk. -Marktverkauf: Rinder ruhig, geringer Ueberstand. Schweine mittelmäßig, ausverkauft; Fettschweine schwer verkäuflich. Kälber mäßig-rege, ausvertauft. Frankfurter Eiermärkt. Frankfurt a.M., 24.Mai. Marktlage; Tendenz stetig, Absatz schwach. Preise in Pfennig per Stück: Italiener 8,5 bis 9,25, Bulgaren 7,5 bis 7,75, Jugoslawen 7 bis 7.5, Rumänen 7 bis 7,5, Russen 8 bis 8,25, Polen 5,5 bis 6,25, Holländer 8.5 bis 10,5, Dänen 8,5 bis 10,5, Belgier 8,75 bis 9, Franzosen 8 bis 9, schlesische 8,25 bis 8,75, bayerische 7,75 bis 8,25, norddeutsche 8,25 bis 8,5. Oberheffen. Kreis Alsfeld. WEN. A l s f e l d, 25. Mai. Ein P e r f o n e n- auto sollte am Freitagabend nach Vornahme von Reparaturarbeiten in einer hiesigen Werkstatt ini Fahren ausprobiert werden. Dabei fuhr der Kraftwagen in der Hersfelder Straße infolge Reifenschadens plötzlich zur Seite auf den Bürgersteig und rannte einen dort mit seinem Fahrrad stehenden jungen Mann um. Mit schweren Verletzungen mußte der Bedauernswerte aufgehoben und dem Krankenhaus zugeführt werden. Kreis Lauterbach. I Lauterbach, 24. Mai. Das hiesige kleinere Bankgeschäft Otto Weller hat seine Zahlungen eingestellt. Man ber- sucht einen Vergleich auf der Basis von 30 Prozent. In der Hauptsache sind kleine Leute und Geschäftsleute von Lauterbach, sowie aus dem oberen Vogelsberg geschädigt. Einen Einfluß auf das Wirtschaftsleben Lauterbachs dürfte dieser Zusammenbruch nicht haben, da die hergegebenen Kredite eine nennenswerte Hohe nicht erreichen dürften. Schon längere Zeit hatte das Geschäft, das in der Inflationszeit gegründet wurde, mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die etn- traten, als die Westbant Frankfurt und das Bankhaus Schlesinger und Trier, Frankfurt am Main, in Schwierigkeiten gerieten. WSN. Lauterbach, 25. Mai. E i-w-6 recher statteten nächtlicherweile dem Bureau der hiesigen Likörfabrik L o l l m ö l l e r einen Besuch ab, bei dem sie die Schreibtische und Schubladen erbrachen und durchwühlten, ohne aber die erhoffte Beute zu finden. Weiter versuchten sie den Kassenschrank zu sprengen, jedoch gelang ihnen dies nicht. Bei ihrer Arbeit haben sich die Einbrecher anscheinend nicht mehr sicher gefühlt, denn sie machten sich schließlich aus dem Staube, ohne ihr Vorhaben zu Ende zu bringen. Gewlnnauszug Ohne Gewähr Nachdruck verboten 1. Ziehungstag 23. Mai 1930 4 280280 288894 273847 280137 264 öetofnn« m 180 9308 195660 230108 198519 231922 15415 34548 54314 64568 86123 19238 37837 58759 70399 88743 112324 136078 160013 182833 194537 213536 229345 264388 268713 286582 307001 321137 380476 359326 872427 2 2 2 21393 39488 60548 70642 101181 114997 139161 162049 183846 200629 217247 232316 257619 271166 290616 307563 328439 330497 359692 377924 178417 220128 280933 269583 356323 103417 124796 157213 175646 190014 211368 224105 240163 262701 284342 299070 319065 336264 353479 866293 385378 181570 222257 253886 2704 44 359740 102870 117169 149472 169801 187917 203830 217804 233037 239479 273874 294843 308987 331069 351021 860536 383885 162337 207074 240255 264612 314624 31777 47722 62600 79187 103291 124385 157104 173172 188184 209847 222474 239008 260155 279363 298263 315612 331108 381083 363806 388057 9589 33132 48670 64286 79468 30294 47147 61767 74964 119925 194275 222292 255551 270793 676588 15772 36545 54508 66869 86319 109748 126479 158872 181097 190986 213228 226611 250934 263611 284675 300725 320177 346459 358655 366633 898398 Gewinnezu 10000 M. 178309 Gewinn, hu 5000 M. 329539 Gewinn, jtt 3000 M. 139592 Gewinn, 8u 2000 M. 81757 182984 Gewinn« zu 1000 M. 1081 242004 6 Gewinn« zu 800 M. 121413 224674 282307 24 Gewinns zu 600 TR. 9760 15934 62754 77742 81022 107400 115542 160501 191258 263296 315504 349647 96 Gewinn« zu 300 M. 7667 8415 20492 28054 31496 31773 31905 35001 39098 44375 57858 59740 75895 84087 106177 109587 118068 ------ 130351 135009 ------ ------ ------ 3n der heutigen Vormlttagszlehmig wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2. Klaffe 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klassen-Lotlerie Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und n ön der heutigen Nachmlttagszlehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 4 Gewinn. 8U 2000 M. 132006 344714 2 Gewinn« zu 1000 M. 98760 10 Gewinne zu 800 W. 6098 62249 99907 175554 267479 16 omburg«Amertta Pater . . .1 112,6a 112,75 112,5 112,75 Hamburg-Südam. Dampsschifs . 8 — Hansa Damps,chiss..... 10 — — — Norddeutscher Lloyd ... . 8 113.25 — 113 112,6 Allgemeine Deutsche Credilanst. 10 115,6 — 115.75 115,5 Barmer Bankverein ... 10 126 126 126 126 Berliner Handelsgesellschaft . 12 177 176,4 176,25 Commerz, und Prtvat»Bank . Darmstädter und Nationalbank 11 153.25 152,5 152,75 152.5 12 234,5 — 234 233,5 Deutsche Bonk uno DiSconto-KesellschaV, . . . Dresdner Bank ...... 10 10 140.75 143 142 141 142,5 141 142 Reichsbank ........ 18 300,5.J 298,75 AEG........... . 8 170 168,75 170 169 Bergmann........ . V —• *— 186 185,25 Slekn. Lieterungrgelelllchast. 10 —— — 157,5 157,25 Licht und Straft ..... 10 166,25 166,25 166,5 164,5 Welten & Guilleaume . . . Gesellschaft für Elektrische iv> 124 125 124,65 129,4 Unternehmungen .... 10 167 167 165,25 Hamburger Elekn%ttaw-Weru 10 —— 139,65 139,5 Rheinische Elektrizität ... •J 145,5 — 147 Schlesische Eiektrizilät. . . . 10 —• — 165,5 165 Schuckert Kilo. ..... 11 186 183,5 184,5 183,5 Siemen« & Halske ..... 1« 254,5 231 253,5 251,25 Trapittadio ........ . 8 - 129,5 Labmever S Co.. . . . . . 10 171 170 — Buveru« . ...... Deutsche Erdöl . ..... ■ 6 70 69.75 70,5 70,5 . 8 94,9 —- 94 75 94.5 Essener Steinkohle ..... . 8 — 141 — Gelsenkirchener ...... . 8 — •— 138,75 138,23 i . 0 125 128 125 124 8*4 — 107 ise Bergbau ....... lbclnerwerle . ...... 10 — — 218.5 218 1 . 7 99 —- 100,25 100 1 öln<9leue||en . . ..... . 7 — 104 104,5 Mannesmann-Röhren ... . 7 107,5 •W 108 107 Mansselder Bergbau ... . 7 75 — 76 76 Oberschles. Eisenöedarl . . . . 6 — — —• 70 vberschles uerfe.... . 7 — — 109,5 108,75 Phönh Bergbau ... ey, 99 — 99.25 99 Rheinische Braunkohlen . . 10 237 233 236 234,25 Rheinstahl . ...... . 8 117,75 117,5 113 117,75 Ätebed Montau...... 7,2 —— — Srantfurt 0. M. Berlin Schluß-l kur« | t-tchr» Kur« Schlug« lurd Anfang- Kurs Dalum 24. 5. 26. 5. 24. 5. 26. 5- Bereinigte Stahlwerke..... 96,4 — 97 96 i Olavi Minen . .... 16*/. 52 75 — 52.65 52.25 Kaliwerke Aschersleben ... 10 231 228,25 229 5 229 Kaliwerke Westeregeln ... 10 235 234 Kaliwerke Salzdetfurth ... 16 425 — 422 421 3. G. Narben-Industru... 12 183,75 187,13 188.25 187,5 Dynamit Nobel ....... 8 w — 89,25 Scheideanstatt........ 0 155 153 — Goldschmidt . ....... 6 69,5 69,75 69 NütgerSwerke . ....... fl 64,75 66 65.25 66.5 MetaUgesellschaft. ...... 8 123 122 123 PYUIpp Holzmann ...... 7 101,5 99.5 101 100,75 Zementwerk Heidelberg . . 10 124,75 Cemcntwerk Karlstadt. ... 10 142,25 — — — Wavb & tzreytag......8 96,75 96,75 97 — Schul,hetr Pagerchoser ... 16 — — 322,75 321 Cftrocrfc........ 12 — — 270,5 268,6 01 tu...........18 105,5 104 105 104,5 Bemderg.........14 — — 125 124,5 Zeststoss Waldhok .... 13'/. 179 — 178 177,5 Zeststoss Aschossenburg ... 12 145 — 145 Charlottenburger Wasser ... 8 104 104 Dolsmier Ma«..... 9 — —— 165,5 164,6 Daimler Motoren . ..... 0 38,25 37.4 37,9 37,75 Deutsche Linoleum ..... 242 243,5 243,13 Maschinenbau A.-G, • • • • • 0 — 52,75 62,75 Nal Automobil ...... 0 — 18 Orenstein & Koppel . .... 8 — — 83,65 83.75 Leonhard Tieg ...... 10 163 165 164,13 164 — — 325 328 ^anksuner Maschmeu .... 4 30 — 30,5 — Gritzner..........8 36,25 — 37 — HetstigenNaedi ....... 0 — — — ^unghan«..... 6 42.-5 — 44 —■ Lechwerke..........8 99 — — —w Mainkrastwerw Höchst a. M.. . 8 89,75 — — — Micig. .......10 120.75 — 119 118.5 ®ebr, ►Rxteber ....... 10 104-4 W Boigt Ä Haeslner ...... 9 165 165 1 - Lüvdeuii'che Lucker .... 10 160,5 160,5 1 - Banknoten. Berlin, 24. Mal Äeld Brief Amerikanische Noten ..... 4,168 4.188 Belgische Noten........ -58,245 58,485 Dänische Noten....... 111,83 112,27 Englische Noten....... . 20,31 20,39 Französische Noten ...... 16,405 16,465 Holländische Noten...... 168,11 168,79 Italienische Noten...... 21,97 22,05 Norwegische Noten...... 111,73 112,17 Dcutscb-Oeftcrr., 5100 Kronen 58.93 59,17 Rumänische Noten...... 2.465 2,485 Schwedische Noten..... 112,10 112,54 Schweizer Noten....... 80,87 81,19 Spanische Noten 50.95 51,15 Tschechoslowakische Noten . . 12,415 12,465 Ungarische Noten....... 73,00 73.30 Deoi cnmarkl Berlin — Frankfurt a. M. 24. Mai 26 Mol Amiiiche Rostcrung Geld | Brief Amtliche Geld Notierung Brie, Amst.-Rott. Bncn.-Aire- Brss.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm . HelNngforS. Italien. . . London. .. Neu hort • • Pari«. . . . Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Rio bc Jan- Wien In D-- $?eft. abgest. Prag . . . . Belgrad • . Budapeft .. Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konnann» Athen. . . Conada . . Nruauay. . iLarro ... 168,36 1,598 58,415 112,01 112,04 112,32 10,538 21,94 20,344 4,1855 16,415 80,955 51,17 2,068 0,495 59.0» 12 419 7,392 73,15 3 035 18,80 81.35 1,784 5.43 4,181 3,796 20,865 168,70 1,602 58,535 112,23 112,26 11254 10,558 21,98 20,384 4,1945 16,455 81,115 51,27 2,072 0,497 59,16 12,439 7.406 73,29 3,041 18,84 81,51 1,788 5.44 4,189 3,804 20,905 168.40 1.597 58,405 112,01 112,03 112.36 10,54 21,935 20,344 4,187 16,405 80.985 51,00 2,068 0,495 59,045 12,418 7.392 73,17 3.035 18,80 81,35 1,785 5.43 4,183 3,796 20,865 168.74 1,600 58.525 112,29 112,25 112-58 10 56 21,975 20.384 4.195 16,445 81,145 51.10 2,072 0,497 59,165 12,438 7.497 73.31 3.041 18,84 81,51 1,789 5.44 4,191 3,804 20,905 o H9 e* o> r- § orS-5 - s«>3 c_ g »313**48*.! % = g' E S S3 zLL^3 E ÄTi-8 L •Ä .x Ei ^=L^ LZ sS «« Ssll s ff-8 Eco 2 = ? m * g g- E G TL . S Ea § 3 Z •2^ g 19" w a = 3 ff- £ 2-.° S = ffff.i!.<^C? 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