Nr. 48 Erstes Blatt 180. Jahrgang Mittwoch, 26. Hebruar ^yzy Erschein» täglich,anher Sonntags und Feiertag». Beilagen: Vte Illustrierte Gießener FamtlienblLtter Heimat im Bild Die Scholle monat$=Be$ug$prel$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Träger- lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Üernfvrechanschliifse anterSQmmeInummcr2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Kranisurlam Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Univerfftalr-Vuch- und 5teindruckerei R. Lanze in Sietzen. Schrlftleltung und Geschäftrflelle: Zchul^ratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot' für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Neue NegLerungskrisis in Frankreich. Das Kabinett Chautemps in der Kammer mit 227 gegen 2S2 Glimmen in die Minderhett versetzt.-Rücktritt der Regierung. Die Regierungserklärung. Parts. 25. Febr. (WTD.) 3n der Regierungserklärung, die heute nachmittag Minister- Präsident Chautemps in der Kammer und Justiz- Minister Steeg im Senat verlesen, heißt es: Die Regierung fordert das Parlament auf, unverzüglich, und zwar unter Zugrundelegung der Grundsätze des Finanzausschusses der Kammer, die Diskussion des Einnahmebud- g e t s wieder auszunehmen, damit dieses vom Parlament vor dem gesetzmäßigen Zeitpunkt, dem 31. März, geprüft und verabschiedet werden kann. Die Regierung hält es für möglich, daß gewisse berechtigte Forderungen erfüllt werden können, w.e z. B. die Pensionen für die ehemaligen Frontkämpfer und die Ausgleichung der Gehälter und Pensionen. Die Finanzpolitik der Regierung wird sich von der Rotwendigkeit leiten lassen, das nationale Wirtschaftsleben in diesem schwierigen Augenblick zu stärken. Um eine Wirtschaftskrise zu verhüten, die sich sowohl in der Industrie als auch in der Landwirtschaft an- zeigt, hält die Regierung ein gewisses Rachlassen des Steuerdrucks für notwendig, bis bedeutende Summen durch große Finanzoperationen verfügbar gemacht sein werden, deren Erfolg von dem Vorhandensein eines aktiveren Finanzmarktes und von der Aufrechterhaltung der Akticnsmittel der Amortisationskaffe abhängig ist. Die Regierung übernimmt die Der- pfl'chtung, LaS Sozialversicherungsge- seh am 1. Juli in Kraft zu se.zen, nau) dem den Landarbeitern ohne übertriebene Belastung dieselben Vorteile garantiert sind wie den Arbeitern in der Stadt. Die Außenpolitik des republikanischen Frankreich wird mit Rachdruck und Vertrauen weiter verfolgt werden. Ohne in irgendeiner Weise die notwendige Sorge um die Landesverteidigung zu vernachlässigen, wird Frankreich seinen aktiven und loyalen Beitrag zum allgemeinen Werk der Organisierung des Weltfriedens beibringen. In diesem Geiste wird die Regierung bald die Ratifizierung der Haager Abkommen zur endzült gen und vollständigen Regelung der hauptsächlich aus dem Kriege entstandenen Probleme beantragen. Die Regierung wird mit Aufmerksamkeit über der loyalen Durchführung dieser Abkommen wachen. Die Debatte. Als erster Interpellant erklärte der Abgeordnete Paul Reynaud (Fraktion Magtnot), die Kammer leide unter einer Rcgierungsunstabilität. Es gäbe Atoci Mehrheiten, eine breite und eine kleinere. Die breite Mehrheit umfasse zahlreiche radikale Abgeordnete mit. Diese würden die künftige Grenzlinie der Parteien sein: denn eine Anzahl radikaler Abgeordneter stünden infolge der Amstände ihrer Wahl den Sozialisten nahe. Die andere Mehrheit, die kleinere, sei die, die Tardieu stets gehalten habe und die er stets gehabt hätte, wenn nicht der Haag, London und die Grippe dazwischen gekommen wären. Chautemps habe nicht die Regierung gebildet, die er bilden wollte, er hcxbe nur die Regierung gebildet, die er bilden i o n n t e. Die Radikalen und die Sozialisten hätten das Kabinett Tardieu, während dieser in London geschickt für Frankreich verhandelte, von hinten erdolcht. Der linksradikale Abgeordnete L e b r o u e kennzeichnet die Regierung Chautemps dahin, daß sie zwar über die sozialistische 11 n - terstühung verfüge, aber k e in c n Sozialisten enthalte, daß ihr andererseits aber Abgeordnete der radikalen Linken angehörten, ohne daß diese Fraktion die Regierung unterstützte. Die fünf Abgeordneten der Radikalen Linken, darunter Loucheur, die der Regierung angehören, hätten ihre Fraktion nicht mehr befragt, also verträten sie nicht diese, sondern nur ihre eigene Person in der Regierung. Ministerpräsident Chautemps erklärte: Der Abgeordnete Lebroue habe sich vor allem gegen die Zusammensetzung des Kabinetts gewendet. Jedesmal, wenn eine Regierung vor das Parlament trete, müsse sie diese Rachprüfung der Persönlichkeiten über sich ergehen lassen, so wie sie die Pflicht habe, den Photographen standzuhalten. Er wolle in dieser Hinsicht nicht etwas besseres getan haben, als alle anderen Regierungen: aber er erhebe darauf Anspruch, es ebensogut getan zu haben. Man müsse eine übertriebene Steuerpolitik vermeiden, vor allen Dingen übertriebene Verbrauchssteuern, die die Produktion des Landes lahmlegen. Die Regierung wolle für die Finanzpolitik die Vorschläge des Finanzausschusses der Kammer als Grundlage annehmen. Die^e erste Etappe werde es ermöglichen, zahlreiche Steuerzahler zufriedenzustellen. Eine zweite Etappe werde möglich sein, well die Steuererleichterun- gen nicht notwendigerweise einen Rückgang der Steuereinnahmen nach sich ziehen werden. Es werde daher in naher Zukunft die Möglichkeit weiterer Steuererleichterungen nachgeprüft werden können. Was die Außenpolitik anbetreffe, so habe zwar Tardieu Frankreich in London gut vertreten. aber man dürfe doch nicht vergessen, daß B r i a n d seit mehreren Jahren schon die Außenpolitik Frankreichs leite. Gleichviel, welche außenpolitischen Ereignisse sich abspielten, so hätten gegenüber den ous- ländilchen Nationen alle Negierungen eine solidarische Pflicht. Briand werde morgen in London seine Verhandlungen weiterführen. Man müsse vor allein dem Außenminister das Vertrauen schenken, damit er in Genf jene konstruktive Einigung Europas verwirklichen könne, die er als erster empfohlen habe. Die Regierung sei vollkommen frei. Sie habe mit der Sozialistischen Partei kein anderes Abkommen abgeschlossen als das, das sie mit allen anderen republikanischen Parteien der Stammet abgeschlossen habe, und das sich aus der Regierungserklärung selbst ergebe. Die Negierung Tardieu habe über eine Mehrheit von 79 Stimmen verfügt, also sei bewiesen, daß nicht nur linksstehende Abgeordnete jene Regierung stürzten, sondern auch eine Anzahl von Abgeordneten der Mehrheil gegen sie stimmte. Jene rechtsstehenden Abgeordneten, so schloß Chautemps, die gegen die stle- g'crung stimmten, müßten sich heute wenigstens der Stimmabgabe enthalten. Berlin, 26. Febr. (LRB.) 3m Reichsflnanz- minifferium fand gestern eine Besprechung zwl- schcn den Reichsministern Dr. Moldenhauer, Wisset! und S e o e r i n g stall, in der es, wie die „Germania" berichtet, gelungen ist, die letzten Reste der Differenzen über die Ausgabenseite des neuen Etats zu bereinigen. Diese Dcckungspläne des Reichsfinanzministers sind mittlerweile fertig- gestellt und werden noch heute dem Reichs- kabinett zugeleitet. Das Reichskabinett ist für Donnerstag vormittag 10 Ahr zu einer Sitzung einbe- rusen, um sich mit den Vorschlägen des Reichsfinanzministers zu befassen. Wie dem Blatt von zuständiger Seite mitgeteilt wird, sehen die Vorschläge des Reichsfinanzmlnisters weder das viel erörterte Rotopfer der Fe ft besoldeten, noch eine Erhöhung der Einkommensteuer vor. Allerdings erwartet man, daß von sozialdemokratischer Seite im Kabinett am Donnerstag ein neuer v o r st o h in dieser Richtung unternommen werden wird, von oolkspartei- l i ch e r Seite erfährt die Telegraphen-Union hierzu, daß die Fraktion eine derartige Sondersteuer entschieden ablehnen würde. Ls ist auch nicht damit zu rechnen, daß sich Dr. Moldenhauer einem WHP. Darmstadt, 25. Febr. Im Finanzausschuß wurde mit 8 gegen 4 Stimmen abgelehnt ein älterer aus Anlaß der Beförderung des sozialdemokratischen Bürgermeisters Ritzel gestellter Antrag, der die Beförderungssperre auch auf die oberen Beamtenstellen ausgedehnt wissen wollte. A b - gelehnt mit 11 gegen 2 Stimmen wurde ein Antrag der Deutsck>en Dolkspartei und Volksrechtspartei, wonach die Hereinnahme von Beamten ohne die vorgeschriebene Vorbildung in den Staatsdienst zu unterbleiben habe. Ablehnung fand auch der Antrag der Volkspartei und Volksrechtspartei, daß die Regierung zunächst einen Plan vorlegen möge, der durch Organisationsänderungen und Uebertragung von Aufgaben auf die Lokalbehörden eine erhebliche Stellenverminderung vorsehen möge, und der in den Ministerien Neubesetzungen solange a u s s ch l i e ß e n soll, als nicht die Gesamtzahl der Stellen um mindestens 10 v. H. vermindert ist. Von einigen ablehnenden Parteien wurde jedoch erklärt, dieser Antrag würde bei der Einzelberatung der Staatsooranschlagskapitel jeweils wieder gestellt werden. Eine interessante Debatte entspann sich über die sozialdemokratische Forderung auf Erhebung eines Notopfers, zu dem alle, die auf Grund des § 50 des Einkommensteuergesetzes ein steuerbares Einkommen von 3000 Mart und mehr oder ein Vermögen von 50 000 Mark und mehr besitzen, herangezogen werden sollen unter progressiver Steigerung des Notopferbeitrages. Auch in einer abgeänderten sozialdemokratischen Fassung wurde der Antrag dann mit Ü gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Der Antrag des Landbundes, der ab 1. April d. I. die Aufhebung der Kinderzulagen für Kinder vom 16. bis 21. Lebensjahre fordert, wurde mit 10 gegen 3 Stimmen angenommen. Nach lebhafter Debatte wurden gegen eine Stimme der oolksparteiliche und der oolksrecht- parteiliche Antrag angenommen, der von der Regierung eine Aufstellung über d i e Personen verlangt, die in den Ministerien gegen Privatdienst vertrag angestellt sind, unter An- Der Abgeordnete Paul-Boncour forderte angesichts der vorliegenden ernsten Probleme außenpolitischer Natur die Kammer auf, sich hinter das Kabinett Chautemps zu stellen. Wenn Frankreich auf einer internationalen Konferenz verhandele, dann sei es nicht gut, wenn man einem republikanisch gesinnten Mann die nationale Gesinnung abspreche. Inwiefern habe denn die s o z i a l i st i s ch e Unterstützungspolitik b?r Außenpolitik Frankreichs geschadet ? Habe nicht tardieu in London gewisse sozialistische Vorschläge verteidigt? Man habe nicht das Recht zu befürchten, daß die sozio- lstische Unterstützungspolitik gewissen nationalen Handlungen zuwiderlaufen werde, denn die Politik, die Frankreich jetzt in London vertrete, sei i n G e n f e i n g e l e i t e t worden. Die Abstimmung werde über die Fortsetzung der von Briand verkörperten Politik entscheiden, und es erlauben, eine republikanische Mehrheit herauszuschälen. Die Abstimmung. Cs folgte dann die Abstimmung über die von der Regierung gebilligte Tagesordnung. Die etwaigen Mehrheitsbeschluß des Kabinetts fügen würde. Die „Germania" hält es für besonders interessant, daß die Volkspartei jetzt auch eine Sicherung der Steuersenkungen für 19 31 fordere. Die Volkspartei und die ihr angchörenden Minister hätten den Bemühungen des Zentrums um eine Sicherstellung der dringlichsten Sanierungsausgaben bisher die größten Schwierigkeiten bereitet und schienen nun Festlegungen zu verlangen, die weit über die Aktion des Zentrums hinausgingen. Bel dieser Sachlage könne man an die Reichsregierung nur den dringenden Appell richten, in ihren eigenen Reihen möglichst schnell zu einem- Einvernehmen über die finanziellen Fragen zu gelangen und die von ihr akzeptierte Lösung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln gegenüber den Parteien durchzusehen. — Die „D. A. Z." spricht die Hoffnung aus, daß Dr. Moldenhauer auch wirklich fe st bleibt, wenn, wie als sicher angenommen werden könne, unter dem Druck der Sozialdemokratie und eines Teiles des Zentrums erneut die Plane eines „Rotopfers" oder einer Aus- landanleche zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung parteioffiziell an ihn herangetragen würden. gäbe, wo die dafür notwendigen Mittel bewilligt wurden. Ruch der volksparteiliche Antrag auf unverzügliche Vorlegung einer Nachweisung, welche Beamten in anderen Aemtern beschäftigt werden, als in denen, für die ihr Gehalt bewilligt wurde, fand mit 8 gegen 3 Stimmen bei einer Enthaltung Annahme. Die Ermächtigungen für die Regierung, in einzelnen Fällen auf Beschluß des Gesamtkabinetts Inhaber stellen, die erledigt sind, wieder zu besehen unter Wegfall einer entsprechenden anderen Stelle, wurden gestrichen. Gleichzeitig wurde eine weitere Verschärfung der An- stellungs- und Deförderungssperre einstimmig angenommen, da auch hier die Regierung sich Vorbehalten hatte, in einzelnen Fällen von den allgemeinen Bestimmungen abzuweichen. Schließlich nahm der Ausschuß folgende Entschließung einmütig an, der ein Landbundantrag zugrunde lag: Die Regierung wird ersucht, Beamte, die eine auf den Inhaber bewilligte Stelle innehaben, sobald als möglich und soweit dienstliche Interessen nicht entgegen» stehen, auf eine andere Stelle z u verletz en. Dabei ist auf die Gleichartigkeit und Gleichwertigkeit der neuen Stelle in bezug auf die von dein Beamten bisher verwaltete Stelle nur insoweit Rücksicht zu nehmen, als jene der Vorbildung des Beamten entsprechen muß. Stellen in der Lokolverwaltung sind den Stellen in der Zentralverwaltung als gleich zu erachten. Der Finanzausschuß setzte dann noch einen Unterausschuß ein zur Prüfung der rechtlichen Möglichkeiten einer Kürzung derGehälter und des Wohnungsgeldzuschusses für d ie Beamten. Ihm wurden alle auf die Fragen _ bezüglichen Anträge überwiesen. Der Ausschuß besteht aus den Abgeordneten Anthes (Soz.), Heinstadt (Zentr.), Reiber (Dem.), Dr. Leuchtgens (Landbund) und Dr. Riepoth (DVP.) und wird in den nächsten Tagen bereits mit der Regierung zusammen an die Klärung der Zweifelsfragen Herangehen. Der Finanzausschuß fetzt seine Beratungen morgen fort. Regierung wurde in die Minderheit versetzt, da sich folgendes Stimmenverhältnis ergab: Gegen die Regierung 292, für die Regierung 277. Die Auszählung des Ergebnisses der Abstimmung hat eine volle Stunde gedauert, während der die Abgeordneten warteten. Anscheinend hat es lln st immig leiten bei der Rachprüfung des Ergebnisses gegeben. Die Abgeordneten wurden bereits ungeduldig, da weder der Kammerpräsident, noch der Ministerpräsident erschienen und begannen ein Pult- deckelkonzert. Endlich erschien Ministerpräsi» 'deut Chautemps und unmittelbar darauf der Kammerpräsident. Die linke Seite des Hauses brach in diesem Augenblick in eine stürmische Ovation aus. Rach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses verließen die Kabinettsmitglieder den Sitzungssaal, worüber die Rechtsparteien in lärmenden Be if a l l ausbrachen, während sich die gesamte Linke des Hauses erhob und eine Gegenkundgebung veranstaltete, bis endlich der Saal sich langsam leerte. Der Rücktritt des Kabinetts Chautemps. Paris, 25. Febr. (WTB.) Ministerpräsident Ehaulemps und sämtliche Ministerkollegen haben sich ins Elysee begeben und dem Präsidenten der Republik die Demission des Kabinetts überbracht. Präsident Doumer- guc hat die Demission angenommen und die zurückgetretenen Minister mit der Führung der laufenden Angelegenheiten betraut. Der Präsident der Republik, Doumergue. wird morgen vormittag seine Besprechungen zur Lösung der durch den Rücktritt der Regierung Chautemps geschaffenen Ministerkrisis beginnen. Ehaulemps hat nach Reberrelchung der Demjssion des Ministeriums bei einem Empfang von Pressevertretern erklärt, er habe das Bewußtsein, bei der unter heiklen Umständen ihm übertragenen Ausgabe der Kabinettsbildung einen versöhnungsgeist und ein Rationalgefühl bewiesen zu haben, das in der Kammer niemand ernstlich bestritten habe. Aber man wüste philosophisch in Rechnung stellen, daß die besten Gefühle und das loyalste Verhalten von den Gegnern, die unter allen Umständen unerbittlich blieben, nicht anerkannt würden. Er habe das Gefühl, seine Pflicht erfüllt und um sein Kabinett in einer demokratischen Strömung die Republikaner gesammelt zu haben. Diese Strömung werde wiederkehren. Er selbst sei gezwungen, einem geschickteren oder glücklicheren Rachfolger Platz zu machen. Kommt Tardieu wieder? Erste Prcssestimmcn zum Liur; des Kabinetts Chautemps. Paris, 26. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter stellen in ihrer Mehrheit fest, daß das Kabinett Chautemvs in dem Augenblick zur Riederlage verurteilt war, in dem die Mittelparteien, namentlich die Linksrepublikaner (Fraktion Tardieu) ihm ihre Unterstützung verweigerten und das Kabinett auf die llnterstützung der Sozialisten angewiesen war. Biel einmütiger noch ist die Feststellung der Blätter, daß der Sturz des Kabinetts Tardieu und die gestrige Abstimmung, die den Sturz des Ministeriums Chautemps herbeiführte, den Beweis erbracht haben, daß d i e Kammer in f a st gleich starke Teile gespalten sei, und daß daher ein lebensfähiges Ministerium nur auf dem Wege einer weitgehenden Konzentration gebildet werden könnte. Diese Konzentration sei ober nur mit Hilfe der Radikalen möglich. „Motin" glaubt aus diesem Grunde hr technischen Fragen der Berechnung der Zollsätze den Sachreferenten überlassen bleiben mußten. Aus diesem Grunde werden die beiderseitigen Delegationen am 1 7. M ä r z i n W i en wiederum zusam- mentreten. Ein früherer Termin war unmöglich anzuberaumeN, da der Führer der österreichischen Delegation, Sektionschef Schüller, zur Zeit noch an der Genfer Zollwaffenstillstandskonscrenz teil- nimmt. Der österreichische Bundeskanz'er hat in der Hauptsache eine Erhöhung des Schnittholz. und des Viehkontingents burchge» sctzt, insofern, als sich Deutschland zur Aufnahme von etwa 60 bis 70 v. H. der österreichischen Forderungen bereit erklärt hat. Dieses deutsche Zugeständnis war aber jetzt möglich, da endlich die Kontingente der d e u t s ch . p o l n i s ch e n Wirt- i ch a f t s v e r e i n b a r u n g e n f e st st e h e n , und Deutschland vor allem hierbei mit seinen Ansichten durchgedrungen ist. Außerdem mußte auch im ge- wsisen Umfange auf die Notlage der österreichischen Wirtschaft Rücksicht genommen werden, da sie nur dadurch in die Lage versetzt wird, die deutsche Wareneinfuhr aufzunehmen. Diese hat durch die Zubilligung der Meistbegünstigungsklause! eine nicht zu unterschätzende Stützung erfahren. Die Unterzeichnung des Handelsvertrages wird noch vor dem Osterfeste erwartet. Revolution in Haiti. Aeuhork. 25. Febr. (XU.) 3m Rorden der Dominikanischen Republik sind im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen ernste Unruhen ausgebrochen. Der Präsident Der Republik. Vasquez, hat den Oberbefehl über die der Regierung treu gebliebenen Truppen übernommen. Den Revolutionären soll Die Mieiendebatie im Reichstag. Berlin, 25. Febr. (DDZ.) 3m Reichstag wird die erste Beratung der Borlagen und Anträge zum Mict.rjchutzg.srtz fortgefetzt. Reichsminister v. Guerard: Die Zwangswirtschaft muß auch nach meiner Ansicht beseitigt werden. sobald dir BorauLsehun- gen für die Wiedereinführung der freien Wirtschaft gegeben sind. Jetzt liegen diese Voraussetzungen aber noch nicht vor. Es handelt sich um eine Rotmahnahme für eine Rotzeit. Eine Aufhebung des Kündigungsschutzes würde führen zu einer erheblichen Verteuerung der Mieten, zu einer allgemeinen Sentunz der Lebenshaltung der breiten Masten und damit zu wirtschaftlichen und politischen Erschütterungen, die unser Volk jetzt nicht ertragen könnte. Was zur Lockerung ohne Gefahr für die Allgemeinheit geschehen kann, das ist den Ländern überlassen. Die Aussackung, daß es nur der Beseitigung der Zwangswirtschaft bedürfe, um den Baumarkt zu beleben und ausreichende Wohnungen zu schaffen, kann ich nicht teilen. Ich hoffe, daß es dem Ausschuß gelingen wird, aus den vorliegenden Anträgen brauchbare Vor- schräge herauszuarbeiten. Abg. Tremmel (Ztr) spricht die Hoffnung aus, daß die jetzt von der Regierung geforderte Verlängerung der bestehenden Mieterschutzgesetze die letzte sein möge. Die Regierung sollte unter Anhörung der Organisationen der Mieter und Hausbesitzer ein Uebergangsgesetz ausarbeiten. Das Zentrum will keine Sozialisierung des Wohnungswesens, aber wir können auch den Mieterschutz nicht ohne weiteres aufgeben ohne gefährliche Folgen für das Volkö- wohl. Rach dem Antrag der Wirtschaftspartei würde eine Steigerung der Mieten um rund 30 v. H. zu erwählen sein. Weite Kreise des Mittelstandes protestieren in Zuschriften an den Reichstag gegen eine Aufhebung der Wehnungs- zwangswirtschaft. Der von Wirtschaftspartei und Kommunisten beantragten Aufhebung der Hauszinssteuer können Wir nicht zustimmen. Ohne die Erträge aus dieser Steuer würden weniger Wohnungen gebaut werden können. Abg. Büll (Dem.» weist auf die vielen Eingaben und Denkschriften hin, die dem Reichstage zur Mieter^chuhfrage zugegangen seien. 3n der Vorkriegszeit hat der Hausbesitzer 60 bis 65 Prozent der Miete-Einnahmen für Verzinsung des Kapitals und für Grundsteuern aufwenden müssen. Die Hypotheken find in der Inflation verschwunden, und der Zentralverband der Haus- und Grundbesitzer bestürmte die Regierung, sie möge die Hypotheken ja nicht mit mehr als 15 Prozent auswerten. (Hört! Hört! — Widerspruch des Abg. Dr. Iörifsen.) Die Hauszinssteuer belastet die Hausbesitzer bei weitem nicht so stark wie die Hypothekenzinsen, an deren Stelle sie getreten ist. Die Zinsen muhten unverändert bezahlt werden, auch wenn die Wohnungen nicht vermietet waren. 'Rach dem Antrag ber Wirtschaftspartei würden sich tatsächlich die Mieteinnahmen der Hausbesitzer auf 170 bis 180 Prozent erhöhen. Der Hausbesitzer bekommt danach die volle Friedensmiete ohne Abzug der Hypothekenzinsen, und er erhält dazu vom Mieter die Hauszinssteuer und alle übrigen Lasten er- seht. Mit der Lockerung des Mieterschutzes ist Preußen nach unserem Geschmack zu weit gegangen. Wir stimmen für Ausschuhüberweisung der Vorlagen. Abg. Behrens (Chr.-Rat.) warnt vor einer übereilten Aushebung der Mieterschuhgesetze. Schon die Aufhebung des Schuhes der gewerblichen Räume habe zu großen Schäden und Rachteilen geführt. 3m Ausschuß werden wir uns auch besonders mit der Frage der landwirtschaftlichen Werk wo nungen beschäftigen müßen, von denen in Ostpreußen nach der letzten Statistik 4655 leer stehen. Diese Landarbeiterwohnungen genügen vielfach nicht den bescheidensten Ansprüchen. Das Wohnungö- elend der deutschen landwirtschaftlichen Saisonarbeiter und ihrer Kinder schreit zum Himmel. Diese Leute könnte man mit 8- bis 10 030 Mk. auf dem Lande gut und dauernd a n f i e ö e I n. Rur auf diese Weise kann der Zug nach der Großstadt eingeschränkt wer en. Abg. Wagner (Ratsoz.) erklärt, die Mieter- schuhgesehgebung dürfe nicht ohne weiteres aufgehoben werden. Dieselben Hausbesitzer, die so gern von nationalen Belangen reden, weisen oft die Wohnungsuchenden ab. wenn dieseKin- d e r haben. Dabei seien doch Kinder das heiligste Gut der Ration. Die Rationalsozialisten würden der Verlängerung der Mieterschutzgesetze zustimmen. Die Hauszinssteuer müsse allein zur Wohnungsba u f inanzierung verwandt werden. Die eine Hälfte müsse privaten Bauunternehmern, die andere den Ländern und Gemeinden zum Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden unter der Bedingung, daß sie die Grundstücke dafür hergeben. Diese Wohnungen dürfen nur Leute erhalten, deren Monatseinkommen nicht mehr als 200 Mk. beträgt. Damit schließt die Aussprache. Die Vorlagen rrnd Anträge werden dem WohnungsauLschuh überwiesen. es bereits gelungen sein, die Festung Santiago zu erobern, in der der Präsident Vasquez und der Vizepräsident Alfonseca Schuh gesucht hatten. Von da haben sich die Revolutionäre nach Süden gewandt und marschieren auf die Hauptstadt Santo Domingo zu. Die Meldungen des amerikanischen Gesandten in Santo Domingo an das Washingtoner Staatsdepartement bestätigen den Ernst der Laze. Die Familien des Präsidenten und des Vizepräsidenten, sowie mehrerer leitender Beamter der Republik haben in der amerikanischen Gesandtschaft Zuflucht gesucht. Es verlautet, die amerikanische Regierung werbe, falls die Unruhen zunehmen sollten, Kriegsschiffe entsenden. Oer Fehlbetrag bei der Arbeitslosenversicherung. ‘Berlin, 25. Febr. (ERB.) Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitslosenvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat in diesen Tagen seine Vorarbeiten für den Haushaltsplan 1930 31 der Reichsversi- cherungsanstal t abgeschlossen. Der Entwurf des Vorstandes weist laut „Voss. Ztg." einen Fehlbetrag von 335 Millionen auf, für den nach den gesetzlichen Bestimmungen das Reich eintreten müßte. Die Höhe des Fehlbetrages wird sich auf etwa 230 Millionen vermindern, wenn die Befristung der im Vorjahr erfolgten Beitragserhöhung aufgehoben und bis zum Ende des Haushaltsjahres verlängert wird. Der Entwurf des Vorstandes soll in den nächsten Wochen dem Verwaltungsrat der Reichsanstalt zugehen, doch ist zu erwarten, daß bis dahin die Vorlage auf Grund der Verhandlungen über die Deckung des Fehlbetrages der Reichsversicherungsanstalt nicht unbeträchtlich verändert sein wird. Wird einedenzinsteuer geplant? Berlin, 26. Febr. (ERB.) Rach dem „Berl. Tageblatt" soll die Erhebung einer Benzinsteuer geplant sein. Gerüchtweise werde von einem Betrage von 6 Pf. pro Liter gesprochen. Eine solche Steuer wäre, wie das Blatt erklärt, ohne gleichzeitigen Umbau der Kraftfahrzeugsteuer wirtschaftlich nicht tragbar und finanziell nicht einträglich. Man habe schon seit längerer Zeit Pläne erwogen, nach denen die Kraftfahrzeugsteuer ganz oder teilweise in eine Benzinsteuer umgewandelt werden soll, wie sie in den Vereinigten Staaten als einzige Belastung des Kraftfahrzeugwesens in Geltung ist. Für Deutschland dürfe man sich die Reform wohl so vorstellen, daß die festen Steuersätze, die auf den einzelnen Wagen zu zahlen sind, erheblich herabgesetzt werden, während gleichzeitig eine neue Benzin» fleuer eingeführt wird. Kleine politische Nachrichten. Wie das Bundesamt des Stahlhelms mitteilt, empfing ber Herr Reichspräsident die Bundesführer des Stahlhelms, bie ihm über die in letzter Zeit sich häufenden lleberfälle der Linken auf Stahlhelm- kameraden Vortrag hielten. * Die Wirtschaftspartei hat im Reichstag «men Antrag eingebracht, auf bie Landesregierungen emzuwirken, daß sie bie Auffichtsbehörben der Stäbte und Gemeinden anweisen, keine Erhöhung ber Realsteuern (Gewerbe- und Grundsteuer) zu genehmigen. Gegebenenfalls müßten Fehlbeträge in den Haushalten burch Drosselung ber Ausgaben ausgeglichen werden. e Der Christlich-Nationale Abg. v. Keudell hat ben preußischen Staatssekretär Abegg aufgesucht, nm ihn anläßlich ber geplanten Kundgebung einer großen Anzahl von Jugenbverbänben gegen Annahme des Poungplans zur Aufhebung des für Preußen bestehenden Demonstrationsver- b o t e s zu veranlassen. Abegg hat dieser Anregung nicht entsprochen. Der Evangelische Oberkirchenrat, die oberste Behörde ber evangelischen Kirchen ber Alt- preußischen Union, hat angeorbnet, daß am e r ft e n Passionstag, bem 9. März, in sämtlichen Kirchen der Not ber bedrängten Christen in Rußland im Gottesdienst in besonderer Fürbitte gedacht werden soll. * Der österreichische Nationalrat hat das Haager Uebereintommen samt bem bamit im Zusammenhang stehenben Abkommen mit Belgien und Polen nach kurzer Debatte einstimmig genehmigt. Ebenso wurde ber Freundschafts-, Vergleichs- und Schiedsgerichtsvertrag mit Italien einstimmig angenommen. Aus aller Wett. Absturz vom Dreithorn. Der bekannte schweizerische Bergführer Hermann Perren, dec nicht weniger als 14Ömal das Matterhorn bestiegen hat, unternahm mit einer Dame aus Luzern eine Besteigung des Dreithorns. Beim Abstieg loste sich eine Schneedecke und beide stürzten in den Abgrund. Andere Kolonnen, die den Sturz bemerkt hatten, versuchten sie zu retten, jedoch waren ihre Seile zu kurz. Eine von Zermatt aus unternommene Rettungsexpediton konnte die beiden Leichen bergen. Perren, der 68 Jahre alt war, war bereits vor einigen Jahren ebenfalls am Dreithorn abgestürzt. Damals mußte er 1^2 Tage in einer Gletscherspalte neben der Leiche seines Begleiters ausharren, bis er gerettet wurde. Sechs Personen in einer Londoner Strohhutfabrik verbrannt. In einer der größten Strohhutfabriken der Wett in London brach Grohfeuer aus. Die Flammen erreichten schnell eine Hohe von 20 bis 25 Meter, und von etwa 200 Arbeitern und Arbeiterinnen konnte sich nur ein Teil in Sicherheit bringen. Sechs Personen sind dabei in ben Stammen umgekommen, unter ihnen eine 75jährige Frau, drei jüngere Arbeiterinnen, ein Maschinist und ein Angestellter. Die Fabrik wurde fast restlos zerstört. Etwa 20 Ar- beiter und Arbeiterinnen erlitten schwere Brandwunden. Die Ursache des Feuers steht noch nicht einwandfrei fest, doch nimmt man an, daß Wachs in den Kesseln überkochte, in Flammen aufging und die Flammen dann einen Fahrstuhl ergriffen. Ein deutscher Gewerkschaftsführer gestorben. Am 18. Februar ist der erste Vorsitzende der Ge- wertschast Deutscher Eisenbahner Wilhelm G u t- s che gestorben. Die Be.setzung fand am 22. Februar auf dem Friedhof ber Luthergemeinde Berlin-Lankwitz statt. Der Verstorbene war ein Schüler Stöckers und Bobelschwinghs. Aus bem kleinen Elberfelder Eifenbahnerverbanb ist unter feiner Führung die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner geworben. Ostersahrt nach Siebenbürgen. Immer mehr rückt Siebenbürgen mit seiner wunderbaren Karpathe -Hochg b rgkwe.t, seinen romantischen Burgen, seinem urwüchsigen bunten Volksleben, vor allem aber mit seinen deutschen Bewohnern in den Mittelpunkt des Reiseinter- esses. Die Siebenbürger Sachsen wohnen in ihren alten Städten und Dörfern, die eine wundersame mittelalterliche Archit.ktur bewahrt haben: ihre Kirchenburgen haben keine Parallelen in der gesamten deutschen Baukunst, sie sind, auch heute noch gut erhalten, der sprechendste Ausdruck dieses um Kirche und Deutschtum festgeschlossenen Völkchens geworden. Alljährlich folgen dem Ruse des „Deutschen Kulturamtes in Hermann st ad t“, der kulturellen Zentrale des Landes, schon zahlreiche Volksgenossen aus dem Reiche und aus Oesterreich, um das unvergeßliche Erlebnis dieser klassischesten deutschen Si.dlung in sich aufzunch- men und sich an der Ursprünglichkeit und Schönheit dieses einzigartigen Landes zu erfreuen. Im Jahre 1930 findet eine Ostersahrt nach Siebenbürgen statt, das um diese Zeit schon im schönsten Frühlingsschmuck prangt und den Gästen die seltene Gelegenheit bietet, die herrlichen Festtrachten der Siebenbürger Beuern am Ostersonntag und Montag zu bewundern. Der Stubent Wessel feinen Verletzungen erlegen. Der nationallozialisti'che Student Horst Wessel, der am 14. Januar in seiner Berliner Wohnung von mehreren Kommunisten überfallen und durch einen Rcvotverschuß in den Hals schwer verwundet wurde, ist seinen Verletzungen erlegen. Der Haupttäter bei dem Uebersall, Lee Lisch.er Albrecht Hohler, genannt „Xi", war nach der Tat in die Tschechoslowakei geflüchtet, tour.e aber nach seiner Rückkehr nach Berlin verhaftet. Der Versicherungsbetrüger Tetzner an Deutschland ausgeliefert. Der seit seiner Fest.my.ne in Kolmar in Hast befindliche Heinrich Tetzner wurde an Di.n - tag von der französischen Behörde der deutschen Gendarmerie auSgclicfcrt. Tetzner wird zur Aburteilung nach Rezensbu g überführt werden. Er hatte be'a.-.nttich in sein m Auto einen Handwe rksburschen verbrannt und wollte damit seinen eigenen Tod Vortäuschen, um in den Besitz einer hohen Versicherungssumme zu gelangen. Großfeuer in 23ab Pyrmont. Seit Mittwoch 3 Uhr nachts brennt in Bad Pyrmont das Etablissement „T i 0 0 l i" in ber Schul- straße. Das Vorbergebäube würbe innerhalb einer Stunbe größtenteils vernichtet, währenb ber große Saal unb bie angrenzenben Gebäude burch bas energische Eingreifen ber Freiwilligen Feuerwehr unter Wasser gehalten werben konnte. Menschenleben sinb nicht zu beklagen. Einiges Mobiliar würbe gerettet. Der Funkenflug ist äußerst stark unb erstreckt sich auf Hunberte von Meter. Drei Fischerinnen auf Teneriffa ertrunken. Bei Santa Cruz auf Teneriffa wurden drei junge Mädchen, die am Strande fischten, von einer gewaltigen Woge ersaßt und f 0 r t - geschwemmt. Sie sind sämtlich ertrunken. Oie Wetterlage. Diensteid, -Lß-OSt Val LOfil 8 o nami Pansx 731 nwit v 40L ©2 TOT 'Jan Mayen.'— --------7 ~La Koruna / Owoixenios. O neuer. onaiD oeoeent.® vfoino. • oedeext eiTegeiK * Schnee a Graupm e neoei K Gewitter.(g)windstille «O-< seh» «itnter Ost -lässige- Südsüdwest q Murmocnci nordwesl Oie »lene fliegen mit dem Winde Sie oeiden Stationen stenenaen Zahlen gehen die Temperatur an Die Linien ceromdeo Orte ernt gleichen} «ef Meeresniveau umserecbneien Lulldruck Wettervoraussage. Die Umgestaltung ber Wetterlage vollzieht sich bereits unb greift weiter über Deutschland vor. Der Vorschub warmer Luft an ber Vorberseite bes westlichen Tiefs hat West- unb zum Teil Mitteldeutschland erreicht, dabei Bewölkung und nächtlichen Temperaturanstieg verursacht. Aachen hatte heute morgen plus 6 Grad, und in unserem Bezirk lagen die Temperaturen ungefähr 2 Grab über Null. Dagegen hat im übrigen Teil des Reiches derHochdruck- einfluß standgehalten unb unverminbert zur Fort- bauer bes Nachtfrostes unb meist heiteren Wetters geführt. Die neue Störung hat bereits über Frankreich unb England Niederschtage gebracht. Wahrscheinlich wird bas Regengebiet auch unseren Bezirk streifen, so daß neben Bewölkung einzelne Niederschläge zu erwarten sind. Vorläus.g steigen bie Temperaturen noch an. Wettervoraussage für Donnerstag. Meist wolkig, auch bedeckt, Temperaturen ansteigend, nachts über Rull, später vereinzelt Riederschläge. Witterungsaussichten für Freitag. Bewölkt, vorübergehend wieder aufhei- temd, Temperaturen schwankend, jedoch nachts meist über Rull. Lufttemperaturen am 25. Februar: mittags 5,3 Grab Celsius, abends 3,6 Grad: am 26. Februar: morgens 1,5 Grad. Maximum 6,4 Grad, Minimum — 4,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Februar: abends 1,6 Grad; am 26. Februar: morgens 0,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. Amtliche Dinterfportnachrlchten. Vogelsberg. Hoherodskopf: Bedeckt, minus 3 Grad, 18 Zentimeter Schnee, im Walde Pulverschnee, sonst verharscht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut bis sehr gut. — Her - chenhainer Höhe: Klar, minus 3 Grad, 10 Zentimeter Schnee, teilweise durchbrochen, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel nur stellenweise. Schwarzwald. Feldberg: Bewölkt, minus 2 Grad, 105 cm Pulverschnee, Sportmöglichleit für Ski unb Rodel sehr gut Alpen. Garmisch-Partenkirchen: Klar, minus 4 Grad 4 cm Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Aus der Provinzialbauptstadt Gießen, den 26. Februar 1930. Ist das Tanzen gesund? Von Dr. med. Curt Kayser. Winterszeit und Karneval sind untrennbar verbunden mit einer großen Reiße Sans Vergnügungen, denen jung und alt sich oft und gern hinzugeben Pflegen. Der Arzt wird dagegen kaum etwas einzuwenden ha^en, wenn Tänzer und Tänzerinnen, wie bei allen Vergnügungen, auch hier Maß zu halten wissen und eine gewisse sclbstver,"ländliche Vorsicht nicht außer acht lassen. Der Tanz in seiner heutigen, mehr geruhsamen Form ist eine durchaus gesundheiteigemäße, gymnastische Hebung, wobei nur bedauerlich ist, daß der Lanz sich zur Winterzeit in ges I ssenen Raumen abspielen muß. Die Tanzsäle mit ihrer Ueberfülle von Menschen, mit Staub und Hitze stellen natürlich stets eine gewisse gesundheitliche Gefahr dar, der man aber durch zweckmäßiges Verhalten leicht begegnen kann. Man vermeide, wenn man erhitzt ist, den Genuß kalter Getränke und trete auch nicht in der üblichen leichten Tanzbekleidung hinaus in die kalte Winterluft, um sich abzukühlen. Weiterhin ist es wichtig, daß dem fiötper während d.s Tanzabends genügend Nahrung zuge» führt wird, um den durch Len Tanz bedingten Krästeverbrauch einigermaßen zu ersetzen. Dieser Kräfteoerbrauch ist auch bei der heutigen Art des Tanzens ein v el größerer, als mancher wohl denken mag. Sehr interessant sind diesbezügliche Untersuchungen, die vor einiger Zeit im physiologischen Institut der Universität Helsingfors angestellt wurden. Dort suchte man den Energieaufwand bei verschiedenen Arten des Tanzens und bei anderen Arten menschlicher Tätigkeit zu messen und zu vergleichen. Setzt man den Krästeverbrauch beim Stilliegen des Menschen einer Wärmeeinheit (Kalorie) gleich, so ergibt sich, daß beim Fortrott erheblich mehr Kraft aufgewendet werden muß, als beim zu raschen Gehen, und daß das Charleston'-Tanzen für den Körper anstrengender ist, als z. B. das Holzsagenl All denen, die zur Fülle neigen, kann deshalb der Charleston besonders empfohlen werden: die Aerzte von Marienbad und Karlsbad haben das Tanzen auch schon längst in das. Entfettung-programm für ihre Patienten mit ausgenommen. Umgekehrt mögen schwächliche und zarte junge Mädchen aus diesen Feststellungen d'e Lehre ziehen, daß sie ihrem Körper auch bei modernen Tänzen schaden können, wenn sie während des Tanzabends nichts ordentliches genießen. Gefährlich ist beim Tanzen meist nur das 11 e b e r m a ß, ganz besonders für solche Menschen beiderlei Geschlechts, die mit ihren Lungen nicht ganz taktfest sind, oder die an Vollblütigkeit leiden. Es ist selbstverständlich, daß man auch auf dem Wege zum und vom Tanzabend die wichtigsten Grundregeln vorbeugender Gesundheitspflege nicht außer acht lassen darf. Warme Unterkleidung wird bei der leichten Tanztoilette unserer Frauen und Mädchen geeignet sein, manchen Dlasenkalarrh und manche llnterleibserkrankung ebenso zu verhüten, wie das Tragen, von 11 e b e r- schuhen oder 11 eberzieh st rümpfen die Entstehung des Schnupfens, oder gar einer Grippe verhindern kann. Auch nehme man darauf De- dacht, beim Verlassen des Ballsaales und beim Heraustreten in die kalte Rachtluft stets mit geschlossenem Munde und nur durch die Aase zu atmen, sowie bei bestehender Rei° gung zu Katarrhen einen wollenen oder seidenen Schal um den Hals zu legen, der aber niemals den Körper gänzlich vom Luftzutritt abschlietzen darf. Mit den wenigen, oben erwähnten Ausnahmen wird daher das Tanzen für jedermann nicht nur erfreulich, sondern auch gesund sein unter der Voraussetzung, die das alte Sprichwort macht: „Was du auch tust, handle mit Verstand und bedenke. was nachkommtl" Taten für Tonneritaq, 27. Februar. SonnenaufgOng 6 51 Uhr. Sonnenuntergang 17.36 Uhr. — Mondausgang 7.02 Uhr. Monduntergang 16.16 Uhr. 1807: der Dichter Henry W. Longfellow in Portland geboren (gestorben 1832): — 1861: der Anthroposoph Rudolf Steiner in Kraljevic geboren (gestorben 1925). Äorlwtizen. — Tageskalender fürMittwoch Stadttheater: „Wie es euch gefällt", 20 bis 22.30 Uhr. — Heilsarmee, Schanzei.straße: Dcffentiidje Fahnen- weihe, 20 Uhr. — Elettro-Gememschaft und Haus- frouenoereine Gießen: Dortrag über Glanzplätten, 20 Uhr, Caf6 Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die eiserne Maske" und „Weekend-Freuden". — Astoria-Lichtspiele: „Der Held der Arena" und „Noch sind die Tone der Rosen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird UNS geschrieben: Zum letztenmal im Abonnement wird heute „Wie es Euch gefällt" gegeben. Beginn RoßMbroi Wißt besser als WeiZenbrst! der Vorstellung 20 Uhr. — Freitag, 28. Februar, „Drei alte Schachteln". — Sonntag, 2. März, Faschingspremiere „Weekend im Paradies" von Arnold und Bach. Dieser Schwank hat bei seinen Cerienauf- sührungen in Berlin, Wien, Hamburg Stürme der Heiterkeit entfesselt. — Eine Protestkundgebung des D. H.B., Ortsgruppe Gießen, findet am morgigen Donnerstagabend im Saale des Cafö Leib statt. Redner ist der Gauvorsteher Auerbach (Frankfurt a. M.). Näheres in der heutigen Anzeige. — Der Hausbesiherverein Gießen hält am morgigen Donnerstagabend im „Hindenburg" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Aäheres in der gestrigen Anzeige. *• Personalien. Ernannt wurden durch Entschließung des Ministers für Kultus und Vildungswesen dir Studienreserendare Georg B ü ck i n g zu Darmstadt, Dr. Margarete C h a l l i e r zu Gießen, Helene D ö l l, Dr. Hans Hellwig zu Darmstadt und Rudolf Schlosser zu Darmstadt zu Studienassessoren. — Ernannt wurde ferner der Polizeihauptwachtmeister auf Probe Hans Haubner zu Gießen zum Polizeihauptwachtmeister mit Wirkung vom 1. Februar ab. ** Städtische Drennholzversteigern ng. Dei der gestrigen Brennholz-Tersteige- tung aus den Waldungen der Stadt Gießen (Hangelstein) wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Buchensche.t per Raummeter 14,40, Eichenscheit 8 40, Fichtenscheit 6,60, Buchen knüppel 11,00, F.chtenknüppel 5,20, Buchenstöcke 6,60, Cichen-Rutz.cheit 24,00, Duchenreisig per 100 Wellen 19,00, Fichtenderbstangen per Stück 1. Kl. 2,00 Mk. ** Eine Krauter-Woche veranstaltet die Gießener Drogistenoereinigung vorn 24. Februar bis 1. März, um dadurch den Verbrauch von Kräutern populärer als bisher werden zu lassen. Man beach.e die heutige Anzeige. ' Zwei ($ t n b r ü u) e in Bahnhofsgebäude wurden in der letzten Rächt verübt, ^cr eine Besuch der ungebetenen Gäste erfolg.e gegen 3 Uhr im Gießener Güterbahnhof, der andere zwiscyen 4 und 5 Uhr im Stationsgebäude in Lollar. 3m Gießener Güterbahnhossgebaude drückten die oder der Einbrecher im Vorraum der ©ütertaje eine Fensterscheibe ein, wodurch sie sich Zutritt verschafften. An der durch Dor- legestangen und Vorlegeschlösser gesicherten Tür zum Ka,senraum selbst zerstörten sie ein Sicherheitsschloß, dabei müssen sie jedoch gestört worden fein, denn Spuren einer weiteren Tätigkeit waren nicht festzustellen. Die am gestrigen Lage infolge des Gießener Viehmarktes größere Ein- Wenn Ehrs Empfehlungsanzeige In der Freitags- oder In de Samstagsnummer des G eSener Anzeigers du ch sor~fä tige, wirksame Satzausstattung werdest soll dann geben S o sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der ces häf'.sstel.e auf nähme aus Bahnfrachten war in dem Kassenraum geborgen und wurde zum Glück von den Dieben nicht erreicht. Abgesehen von der eingedrückten Fensterscheibe und dem zerstörten Schloß ist ein Schaden im hiesigen Güterbahnhof nicht entstanden. 3n Lollar drangen die oder der Einbrecher in den Wartesaal zweiter Klasse ein. Dort stand an einem Fenster der obere Flügel offen, wodurch den Eindring.ingen das Oefsnen des Fensters erleichtert wurve. 3m Warteraum wurde das nur leicht verschlossene Büfett erbrochen und daraus 7 oder 8 Kisten Zigarren und 10 bis 12 Schachteln Zigaretten gestohlen. Den Rückweg nahmen die Spitzbuben wieder durch das Fenster, aber auch hier müssen sie allem Anschein nach gestört worden sein, denn man fand den größten Teil der Diebcsbeute unter einer Hecke im Bahnhofsterrain liegend wieder vor. Die polizeilichen Rachforschungen nach den Einbrechern sind noch im Gange. Anscheinend sind beide Einbrüche von denselben Personen ausgesührt worden. ** Rowdys iin Eisenbahnzuge. Am Montagabend sprangen aus dem um 21.53 Uhr aus Richtung Gelnhausen her ankommenden Personenzuge zwei junge Burschen am Riegelpfad aus dem fahrenden Zuge, der dort wegen des Uebergangs an der Frankfurter Straße besonders langsam fährt. Von Mitreisenden, die das Abspringen der Burschen und deren Verschwinden über die Böschung bemerkt hatten, wurde alsbald im Bahnhof Anzeige erstattet. Dei sofortiger Rachschau in dem Abteil stellte man fest, daß die Burschen drei Fensterscheiben und die Lampenglocken zerschlagen, ferner die Riemen an den Fenstern zerschnitten hatten. Leider konnten die Rowdys bisher noch nicht sestgcstellt werden. Die Rachsorschungen werden mit Eifer fortgesetzt. " Schuh für Wild enten in Hessen. Hm der starken Abnahme der Wildenten durch gewerbsmäßige „Entenjägcr" und durch Ausübung der 3agd mit Lockenten entgegenzuwirken, hat der hessische Innenminister angeordnet, daß von den Bürgermeistereien bei der im Gange befindlichen Reuverpachtung der Sagten die Bestimmung getroffen wird: „Die Ausübung der Entenjagd durch Lockenten (auch künstliche) und durch berufsmäßige „Entcnjäger" ist verboten. Zuwiderhandlungen ziehen sofortige Auflösung des Pachtvertrages nach sich." Die erschreckende Abnahme der Wildenten bildet eine Gefahr für Wild und Haustiere, da die Wildenten in hohem Maße als Vertilger der Was'erschnecken wirken, die Zuträger des Leberegels sind. •• Obst- und Gartenbau verein Gießen. Die am Sonntag im Hotel Hopfeld abgehaltene orden.liche Hau, tversammlung ergab das erfreuliche Dild erfo'.grci.her Vereinstüiigieck. Die Gärten des Vereins sind in Ordnung, der Kassenbestand ist befriedigend, die Mitgliederzahl (zur Zeit 260) ist im Wachsen begriffen. Rach Erledigung der geschäftigen Aufgaben fand ein Vorfrag über Blumenzucht in Haus und Garten statt. Gewarnt wurde von dem Redner, ©ar* teninspcklor Rehnelt, Gießen, vor dem Anbau minderwertiger Sorten, dem Kauf billiger Schundware von Ro en, Setzlingen oder Sämereien. Alle Vorsicht ist gegen überschwengliche Lobpreisungen, sog. Reuige.ten, am Platze. Eingehende Behandlung erfuhren die Arbeiten während der nächsten zwei Monate in der Blumen- pflcge, wobei Anregungen mancherlei Art für die Schmückung der Fenster und Dalkone mit Blumen, Schling- und Ampelgewäch en nicht fehlten. Eine Gratisverlosung, bei der jedes besuchende Mitglied mit einem Gewinn bedacht werden konnte, beschloß die gut besuchte Versammlung. Berliner Börse. Berlin, 26. Febr. (WTB. Funkspruch.) Obwohl der Ultimo hinter der Börse liegt und auch für den Zahltag kaum noch Schwierigkeiten erwartet werden, war von einer Geschästsbele- bur.g im heutigen Frühvcrkehr wenigstens, noch nichts zu spüren. Die Zurückhaltung der Spekulation und die herrschende Lustlosigkeit ließ im Gegenteil eher auf eine sckiwächere Börse schließen. Kurse wurden vorläufig nicht einmal tariert. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 124,21; London gegen Mailand 92,82 zu 92,85, London gegen Spanien 33,00 zu 39,13; London gegen Buenos 42,20 zu 42,30; London gegen Kabel 4,8620; London gegen Berlin 20,3650 zu 20,3675 und Kabel gegen Berlin 4,1890 zu 4,1895. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 5t. (9., Dammslraße. Wenden Sie sich an den „Film-Kurier", Berlin W 35, Blume-Hof 3; Sie werden dort die gewünschte Auskunft erhalten. Sprechstunden der Nedattion. 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm ttag geschloßen Ist manchmal die Soße knapp ? Sie kommen nie wieder in Verlegenheit, wenn einmal die Bratensoße nicht ausreicht oder in Geschmack und Farbe nicht ganz gelungen ist Ein Würfel Knorr-Br atensoße in x/a Liter kaltem Wasser aufgelöst und dann gekocht, ergibt in wenigen Minuten eine pikante, nahrhafte Tunke, die auch ohne Fleisch sehr gut schmeckt Viele schmackhafte Fleischgerichte, wie Kalbskopf, Schnitzel, Roulade, Rumpsteak, Reste von Braten usw., geben wenig oder gar keine Tunke. Knorr - Bratensoße sorgt dafür, dass Sie auch diese Speisen mit genügend Tunke auf den Tisch bringen können. 1Wörfcl gibt so viel Soße wie 2 Pfund Braten. Bratensoße Donnerstag, den 27. Februar 1930 nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Reuen- weg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: vier Büfetts, zwei Schreibmaschinen, eine Eismaschine mit Konservator, eine Nähmaschine, drei Vertikos, einen Bücherschrank, einen Schreibtisch, fünf Sofas, zwei Chaiselongues, eine Registrierkasse, eine Ladeneinrichtung, einen Regulator, einen Spieaelschrank, zwei Diwane mit vier Sessel, zwei Tische, acht Stühle, zwei Spiegel, eine Korbmöbelgarnitur, einen Serviertisch, zwei Kleiderschränke, einen Rauchtisch, acht Bilder, einen Küchenschrank, eine Gar- nitur Bettwäsche, drei neue Tennis- schläger, drei Fahrräder, acht Kartone Schokolade, 150 Tortenplatten, eine elektrische Eisenbahn, zwei Dampfmaschinen, zwei Projektionsapparate, einen Warenschrank, einen Glasaufsatz. Bestimmt: einen kleinen Personenwagen (Opel), einen Schweißapvarat, ein Büfett, eine Kredenz, einen Ausziehtisch mit zwölf Stühlen, einen Klubsessel, einen Polster- sesiel, zwei Rohrsessel, ein Tischchen, ein Klubsofa, einen Schreibtisch mit Sessel, einen Bücherschrank, einen Tisch mit drei Stühlen, eine Wanduhr, eine Korbmöbelgarnitur, eine Flurgarderobe, ein zwölfteiliges Eßservice, zwei Kristallschalen. 1673V Dem Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101. Die Gemeinde Kesselbach verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holz- sortimente: 1660V Kiefernstämme. Ib-Kl. 2 St., 0,72 hn 2a. „ 32 „ 19,49 „ 2b. „ 34 „ 33,33 „ 3a- „ 11 „ 13,39 „ 3b- „ 2 „ 2,37 „ Fichlenslämme. la-Kl. 25 H., 3,74 fm 1b- „ 86 „ 29,28 „ 2a. „ 47 „ 29,55 „ 2b. „ 23 „ 22,57 „ 3a- „ 10 „ 14,50 „ 3b- „ 7 „ 14,21 „ 4a. „ 3 „ 9,71 „ 5a. „ 1 „ 5,11 „ 5a- „ 1 „ 1,£6 „ Abschnitt. Angebote sind bis zum Dienstag, dem 4 Marz, uachmitla s 2% Lfjt, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen bekanntgegeben werden. Es ist getrennt nach Sortiment und Klasse einzureichen. Bürgermeisterei Kesselbach. Für alle Schuhe f ---ist gut spart Zeit u.Geldl Ist anerkannt in aller Welt $ ■ rr?. . GieCeDcrPierdeinarkt- Lotlerie. * * * * * * * 8»ti Gewmne t.W. o. juf 7500 jlk Höchstgew. t. W. von 2000 jlk 1OOO JUL ufiu. Lose ä 1 3LH. 11 Siück WiJUt und in all. Loseaeschäsien au vaben u bei >vncb- acker Weuen'-Bä' oll Drennholzversteigerung Freitag, den 28. Februar 1930, soll aus dem Großen-Lindener Gemeindewald nachstehendes Holz versteigert werden: 16541) 178 rm Kiefernscheit 75 rm Kiefernknüppel 7 rm Fichtenknüppel 47 rm Kiefern- und Fichtenstöcke 4220 Wellen Kiefernreisig 1780 Wellen Fichtenreisig Zusammenkunft nachmittags 1% Uhr im Distrikt Hain. Großen-Linden, den 24. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei. Lang. Gießen, Saarbrücken, Hamburg, Mokudange, 26. Fehr. 1930. Die Beisetzung fand in der Stille statt. 01336 Landwirt nachmittags statt 1671D Wir betrauern den Tod unseres lieben A.H. Der C.C. der Starkenburgia LA. Eichholf (XXX.XXX)X. 16651) Unterfertigter C.C. betrauert aufs tiefste das am 23. Februar 1930 in Undenheim an den Folgen einer Herzläbmung erfolgten Ableben seines lieben A.H. Heute abend 6/4 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Der Gießener Wingolf I. N. u. A.: F.Wendeberg dzt. x x 166ID Am 23. Februar entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater und Bruder, der Apotheker Friedrich Pascoe im Alter von 62 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Hermine Pascoe geb. Heide. Die trauernden Hinterbliebenen: Anna Filsinger Pauline Dietz geb. Filsinger und Gatte Wilhelm Filsinger und 2 Enkelkinder. Utphe, Steinheim, 25. Februar 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. Februar, um 3% Uhr im 48. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabetha Schön geb. Erdmann. Lollar, 24. Februar 1930. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 27. Februar, nachmittags 2/4 Uhr, von der Leichenhalle aus statt i6?6D - A 3= Gestern abend 7 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender, herzensguter Vater, Großvater und Schwiegervater Herr Wilhelm Filsinger I. im 63. Lebensjahre. Pfarrer i. R. Theodor Nebel Gestorben am 23.2.30 zu Laubach (Oberh.) | Vermietungen | WMS 3 ßinuner u. Wohnküche. 3. (Sinne, foion zu oei mieten 16621) Krcuzvlav 8. miiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiD Grötzerer Laden in bester (Scfdiäitßlnne Gtei ens mit Lagerhaus, euti. mich getrennt, sofort zu vermieten. Schrntl. Antrag, uni. 01330 nn den (Eichener Anz. erbeten. Dir suchen per sofort für den Platz Gießen einen strebsamen, ehrlichen Warenverteiler (Lebensmittel). 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De Ä« größeren D Heineren du- Mise lvleöe Zveiparleicn! JieI verloirll! mindesten nol fennbar ist, l halb der 2ib den durch i Kreisen Engi Parteien ni< ausreichen, l Desinnungsti Lord Be durch ihn vo einigten grundsätzliche hat sich auch Lchausbiel eii raten durch ! 'vativen und Sng nid ustande vier, oder ti sechs Parteie Arbeiterparte Daneben erh wie die Un> entschieden 2 organifatione 6000 Kommt lesens hinwe< kalen Flügel schlagen. Dan nell fünf, tat Prüft man dann ergibt | gemäß nur i ®ie neue Pai gegen ine Ko rechnen, die II W für abseh anzuztirdern. Lchlagtovrt ge Teile des bril händlerifi sammenzusasse mauern gegen erreicht lverdei Personen Hintz als mächtigsten mere an bet1 -u erklären, 6 Deaverbrvvks 10 Prozent för CTtneifen. Die t Partei, Erri gegen das sich, daß | Gieße, VIII Koil, iS*bie N°vens Mi W Griten ^qu|embe L"°us dem M Sei ^1 n? ?nb D Mil des 0r< ^Nschli^°v° iidjftc ^nölD Ie.her.A tung jhr e 3nl N^idelt, LK- De^ang 8$$ §reich^ A ldOt]e 18ow|e Händ. 'n Be. Gebote • 2815 bau«. fie ;ise ährend en Zu- orstr. 12 I 0/4 istalten hrige iche irch die schon bruar ,G ;-?s ft n a MM LÄo l(ieben U”»u Krückmann, frenhof lit Veib3eit«n ibauilderLE t0enToni’e*J jSmviflnjnig »««•Ä n ZlW'" ,, WÄ. HZ! adio- Ipeztalist eoer 1»«R1 !SZ “jä? letzte 1 MW ixet, uwtairc a bodk Mi tnui. u'Dlarbutflet m-lOb.vie; ijäffl. 10133 hmlf a 5 PS. eötL mit mcmiifioiu.lo“/ 6ci.2dir.«ntk .iQn.ö.&j- irschiedend Nr. 48 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 76. §ebruar 1950 reiche Skala subjektiver Ausdruckswerte; der Akademische Gesangverein vermochte diesen Anforderungen restlos zu entsprechen. Klangliche Realistik im „Dies irae", „Rex tremendae" und „Domine Jesu Christe"; im letzteren aber auch eine scharf profilierte Bildhaftigkeit. Innere Gespanntheit, stärkste, wuchtigste Akzente, ungemein plastische Durcharbeit des Thematischen charakterisierten die Durchführung der yugen, besonders aber die Eingangs- und Schlußfuge erwuchs ihrem inneren Aufbau konform, voll gespannter Kraft, sich türmend und wölbend wie ein gotischer Dom und, bei aller Verflochtenheit der Stimmen, kontrastreich in den Gegenthemen, fließend als eine in sich geschlossene organische Entwicklung. Im „Quam olim Abrahae" hätten sich die Tenöre in ihrem Bestreben um möglichst scharfe Akzentuierung etwas zurückhalten können. Den homophonen Stellen entsprach eine ideale Geschlossenheit des Klanges, die sich zumal in den Sequenzen des „Oro supplex" am Schluß des „Confutatis" überaus stimmungsvoll und rein auswirkte; im „Lacrymosa" ein Aufwallen und Erheben 3U höchster Kraft („homo reus") und klangliches Absinken; ein Verklingen in verklärter, fast überirdischer Weichheit im „Salva me" am Schluß des „Rex tremendae"; ein durchgeistigtes Einhalten bei „et semini ejus" in der „Quam olim Abrahae"' Fuge; entrückte Klänge von bezaubernder Weichheit der „sotto voce" in den Frauenstimmen des „Confutatis". Ganz besonders aber verdient der Sopran hervorgehobeu zu werden mit seiner wohligen Fülle und Weichheit des Klanges, die selbst im stärksten dynamischen Ausmaß nicht überschritten wurde. Der Jnstrumentalkörper (das verstärkte Frankfur- ter Kammerorchester) stellte sich namentlich durch seine Streicherbesetzung dem Chor würdig zur Seite, mit starken Akzenten und seiner dem Ganzen charakteristisch sich einfügenden Begleitung; nur für den Posaunenpart hätte man einen prominenten Vertreter heranziehen sollen, angesichts der überaus schwierigen Solostelle in „Tuba mirum". Mit bewährter Sicherheit waltete an der Orgel Johannes Rebeling (Gießen), mit seinem Instrument dem Ganzen an den Höhepunkten eine besondere Weihe verleihend. So konnte diese Aufführung die Höhenlinie der vorjährigen „Missa"-Darbietung fortsetzen, dank der eminenten musikalischen Arbeitskraft, die Universitätsmusikdirektor Dr. Stefan Temesvary auf die Vorbereitung des Werkes verwandt hatte und dank seines alle Kräfte zur einheitlichen Höchstleistung mit sich fortreißenden, impulsiven musikalischen Wollens. Dr. H. Parteieninflation in England. Lord Beaverbrook als Führer der Vereinigten Weltreichspartei. Von unserem E. ^.-Berichterstatter. ‘ Wirtschaftseinheit zu sammenzufasfen, erreicht werden s undesgenoifen Lord Rother 10 Prozent könne Partei, Errich Diese Grundfoh tkSfte in öem f ;'®on"ene" S10“ Grete Kortes (Sopran) aus Elberfeld, s lichen Mittel in der Hohe beschließen der A eine Gießens Konzertverein. VIII. KonzO t: Mozarts „Requiem “. stilvolle Art feinsinniges Q Solostellen erreichte das Personen hinter als mächtigsten 1 :e hat, der vorsichtig genug war er 90 Prozent der Gedanken ->ehaltlos billige. Die restlichen i sich sehr leicht als entscheidend Irmgard Heetz Meili (£ew • i» aus München und Erich kh a n (Vaß) aus Frankfurt am ntsstimmunq des „Benedictus“. itil im Requiem verlangt trotz feinte re an ber 6e zu erklären, daß Deaverbrovks vo erweisen Die gri^dsähliche Richtung dieser neuen ~ •• ä '^ung hoher Zollmauern gegen das Asjusland, bringt zwangsläufig mit sich, daß sics weder von arbeiterparteilicher juiHiuvitouiun.u, ;aß durch Errichtung hoher Zollmauern geqcnüb t allen nichtbritischen Ländern ' iL Vorläufig haben sich 200 000 Lord Deaverbrook gestellt, der Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, Februar 1930. Die Zeit ist längst vorüber, zu dqr England das klassische Land des Zweiparteiensystems war. Seit die Arbeiterpartei etwa um die Jahrhundertwende ihre Lebensfähigkeit als dritte unabhängige Partei anzumelden begann, war die abwechselnde Herrschaft der Liberalen und Konservativen gefährdet. Der große Aufschwung der Arbeiterpartei begann jedoch erst in der Rachkriegszeit, war dann aber so rapide, daß der alte Grundsatz der wechselnden Herrschaft zwischen den beiden bürgerlichen Parteien innerhalb weniger Jahre endgültig begraben wurde. Die Entwicklung ging sogar soweit, daß das Anwachsen der Arbeiterpartei die Existenz der Liberalen ernsthaft gefährdete. Den Führern der Arbeiterpartei schwebt zugegebenermaßen so etwas ähnliches vor wie ein Aussaugen der Liberalen Partei zum größeren Teil durch die Arbeiterpartei, zum kleineren durch die Konservativen, um auf diese Weise wieder zu dem logischen und bequemen Zweiparteiensystem zurückzukehren. Ob sich dieses Ziel verwirklichen lassen wird, ist vorläufig zum mindesten noch sehr fraglich, wenn auch unverkennbar ist, daß dir Zersehungstendenzen innerhalb der Liberalen sehr erheblich gefördert werden durch den auch heute noch in weitesten Kreisen Englands lebendigen Gedanken, daß zwei Parteien nicht nur für die Staatsverwaltung ausreichen, sondern > auch allen Bedürf nissetz der Gesinnungsteilung genügen. Lord Deaverbrook ist mit der kürzlich durch ihn Dor genommenen Gründung der „Vereinigten Weltceichspartei" über diese grundsätzlichen Strömungen hinweggegangen und hat sich auch durch das nicht sehr ermutigende Schauspiel einer langsamen Zerreibung der Liberalen durch die stärkeren Bataillone öe/ konservativen und Arbeiterpartei von seiner Parteigründung nicht abhjlten lassen. An Stelle des Jdealzustandes von zwei Parteien gibt es nun vier, oder wenn man will, auch fünf und sogar sechs Parteien, nämlich Konservative, Liberale, Arbeiterpartei und Vereinigte Weltreichspartei. Daneben erheben sowohl die Kommunisten wie die Unabhängige Arbeiterpartei entschieden Anspruch darauf, als eigene Parteiorganisationen gewertet zu werden. Heber die 6000 Kommunisten kann man ohne Diel Federlesens Hinweggeher und sie einfach zu dem radikalen Flügel der unabhängigen Arbeiterpartei schlagen. Damit Decbleiben aber wenigstens nominell fünf, tatsächlich Dier Parteien. Prüft man die Zusammenhänge etwas naher, dann ergibt sich allerdings, daß sich gesinnungs- gemäß nur Öre Gruppen unterscheiden lassen. Die neue Partei 5Lord BeaDerbrooks ist, obwohl gegen die Konsavativen gerichtet, diesen zuzurechnen, die Um Sbängige Arbeiterpartei wenigstens für absehb "e Zeit noch der Arbeiterpartei anzugliedern. D • neue Partei ist unter dem Schlagwort gegr 'ndet worden, die Derschiedenen Teile des britifdrn Weltreiches zu einer frei* händlerische'* ivHzfcnf Hptnhfi t 111» Gab die Cho^ufführung des Vorjahres mit BeethoDenS Misf* solemnis den Höhepunkt sub- jektiv erweitertes kirchlichen Stils so gewahrte Las diesjährig-^ Chorkonzert mit Mozarts Requiem den^"blick in einen wichtigen Markstein auf dem Cj)c9c der Entwicklung zur Missa bin. Bei BeethZven stärkste persönliche Durch- setzuna und Du 'chdringung mit Dorherrschendem Anteil des Ordert; fei Mozart im Gegensatz au der fast in.rumental geführten menschlichen Stimme Deetbc^n^ ein Dorwalten des gefang- - i>™ 'ich der Instrument-,., pari mit öemJ&rc eigenen Charakterisierungs- Dermöaen au a oßtem Ausdruckswert eint. Die Solod? '"en des Requiems gaben der menschlichen S fotme in Dollster Ausdrucksgel- tuna Raum v. langen aber Don den einzelnen StimmDertreter^ ein hohes Maß Don stimmlicher Schönhei?. und Edel lang; besonders aber ist für das Sr^ftencnfemble neben individueller Ausgeprägtheil^. Ausgeglichenheit und WohlabgcwooeA^t unumgänglich nolwenoig. Diele Grundfo gerungen waren auf das Treff- tuna ihrer ft in 1 "^en in oer 0)0ye DC» bindert sowst ihr sicherlich die Ausprä- i J J ( 'etlichen Linie im „Recordare“ S9einhn.^r « möglich gewesen. im Benedic- h?s^fnnaÖrHed1n 8ausdrucksvoller Hingabe. Jrrn- mT"n« Alt hat sich sehr Dorteil- 3nf? 9er hat an charakteristischer Farbe uÄ> Bo^>°nnen, und so verlieh sie ihrem <’1Cnteü innerlich warmdurchlebte Max W-ili und Erich ßÖ!>an' beide in Gießen keine Nnb^onnl^^^ehr, gaben durch die vornehme, Unbekannten ie.re8 Zingens im Ensemble und statten in den charakteristischen sgezeichnetes. Seinen Höhepunkt rtett in dem klangschönen Er- Mnraria (rhr<-Wni Requiem uenunyi uug n°^°itMilig-n^"di,i°n°ll-kirchlich°n Bindung noch liberaler Seite auf irgendwelchen Zuwachs rechnen kann, da beide uneingeschränkte Gegner dieser Idee sind. Ihre Lebensfähigkeit kann die neue Partei also nur durch Zuzug aus den konservativen Kreisen erhallen, mit anderen Worten, die Festigung der Stellung des neuen Parteiführers Deaverbrook wird abhängig sein von dem Ausmaß, in dem die Stellung D a 1 d w i n s als Führer der Konservativen geschwächt wird. Baldwin war bisher vorsichtig genug, auf der einen Seite ein gewisses Entgegenkommen an die von Deaverbrook und Rothermere vertretene Richtung erkennen zu lassen, auf der anderen Seite aber zu versichern, daß Rahrungsmittel- steuern für die konservative Partei nicht in Frage kommen können. Die Durchführung der Gedanken Teaverbrooks ist aber ohne die Einführung solcher Rahrungsmittelsteuern und damit einer Verteuerung des Lebens- Haushalts unmöglich. Aeberdies hat das Deaverbrooksche Programm auch sonst erhebliche logische Mängel, da es trotz des an sich sehr wirksamen und mit riesiger Energie betriebenen Feldzuges „Kaufe britische Waren" weite Kreise in England gibt, die billig und gut kaufen wollen und andere, die billig kaufen müs - f e n. Wenn ein Teil dieser Kreise durch die Verwirklichung der Deaverbrookschen Ideen gezwungen würde, mehr Geld als bisher für die Defriedigung ihrer Bedürfnisse aufzuwenden, dann würde auf der anderen Seite die Steuerleistungsfähigkeit in gleichem Umfange sinken. Das aber schließlich haben die Engländer mit sich selbst abzumachen. Worüber sie nicht allein entscheiden können, ist erstens die Haltung des Auslandes und zweitens die der Dominions. Lord Deaverbrook meint zwar, daß es sich das britische Weltreich leisten könne, den mit der Errichtung hoher Zollmauern unvermeidlichen Verlust der ausländischen Absatzmärkte hinzunehmen, da dieser Verlust nach seiner Ansicht durch die Erstarkung der inneren Wirtschaftseinheit mehr als wett gemacht wird. Das aber ist nicht nur zweifelhaft, sondern sehr unwahrscheinlich, da die Dominions von der Schutzmarke „british made“ allein nicht befriedigt werden. Siewollenbillig kaufen und gut verkaufen. Canadas Handel mit den Vereinigten Staaten ist fast so groß oder zeitweilig sogar etwas größer als der mit Grvß-Dritannien, Südafrika hat sehr eigene Ideen Don der zweckmäßigen Wahrnehmung seiner Wirtschaftsinteressen, Australien schließlich wird mit seinen fünf Millionen Einwohnern und einer vorläufig völlig öerangierten Wirtschaft keinen sehr zugkräftigen Ersah für etwa verloren- gehende europäische und, wenn Canada in diese Theorien einbezogen würde, auch amerikanische Märkte bieten können. Anders liegen die Dinge naturgemäß in Indien und den direkt von London kontrollierten oder abhängigen Kolonie-, Kron- und Mandatsgebieten. In allen diesen Gebieten kann die britische Wirtschaftsmacht sehr wesentlich verstärkt und ausgebaut werden, und in dieser Tatsache liegt der eigentlich gesunde Kern eines sonst sehr verlockend aussehenden, aber in der Durchführbarkeit zweifelhaften Programms. Deutschland mit seinem beträchtlichen Handel sowohl mit Groß-Britannien, wie den wichtigsten britischen Dominien und auch einigen der englischen Kolonien ist an der Weiterentwicklung der Frage besonders interessiert. Wahrscheinlich wird weder die Arbeiterpartei, die gegenwärtig in Genf durch den Handelsminister Graham für einen internationalen Tariffrieden eintritt, noch Lord Deaverbrook, der genau das Gegenteil anstrebt, auf längere Sicht durchdringen können. Die stärkste äleberzeugungskraft werden schließlich doch die Vertreter des Rationalisierungsgedankens behalten, Hand in Hand mit der dann ohne weiteres möglichen Verstärkung der britischen Reichswirtschaftseinheit. Vorläufig hat der Canadier und Presselord Deaverbrook jedenfalls noch einen weiten Weg, bis er Dald- wins Anwartschaft auf einen Wiedereinzug in der Downingstreet Rr. 10 zu seinen Gunsten beseitigen kann. Fast zu gleicher Zeit mit der Deaverbrook- schen Parteigründung hat Ministerpräsident Macdonald seinen Austritt aus der Unabhängigen Arbeiterpartei erklärt. Er ist damit einem von Schahkanzler Snowden bereits vor drei Jahren gegebenen Beispiel gefolgt. Die Haltung der unabhängigen Arbeiterpartei seit Bildung be'r zweiten arbeiter- parteilichen Regierung hat Macdonald kaum noch eine andere Wahl gelassen. Macdonald ist als Regierungschef fortwährend auf das schärfste durch die unabhängige Arbeiterpartei bekämpft worden, ein Zustand, der eben auf die Dauer unmöglich ist. Rach und nach verliert so die unabhängige Arbeiterpartei alle ihre Gründungsmitglieder, die sich mittlerweile in bedeutenden Staatsstellungen befinden. Mit dem bloßen Austritt aus der Partei ist aber die grundsätzliche Frage der versteckten oder offenen Gegnerschaft zwischen der unabhängigen Arbeiterpartei und der Arbeiterpartei nicht gelöst. An einem Trennungsstrich sind vorläufig allerdings beide nicht interessiert, da Macdonald hierdurch seine parlamentarische Basis untergraben würde, während die unab-, hängige Arbeiterpartei als selbständige Organisation und im Kampf gegen die Mehrheit leine allzu rosigen Aussichten hätte. Bevor die Frage einer Trennung akut wird, werden auch sicherlich die größten Anstrengungen gemacht, um eine Spaltung der englischen Linksbewegung unter allen ilmftänben zu verhindern. Vorläufig muß man also die Tatsache hinnehmen, daß die Konservativen durch die neue Partei Lord Dea- verbrooks, die Arbeiterpartei al er durch ihren linken Flügel ernstlich bedroht wird. Statt der erhofften Vereinfachung wird die nächste Parlamentswahl Dcrmutl.d) auf eine Bereicherung deS Parteiwettkampfes sehen. Exzellenz macht Visite. Linier der Herrschaft des diplomatischen Protokolls. — Der Aufstieg der Balkan- diplomaten.—GeschnitteneSowjetbotschafter. - Oie Etikette muß gewahr» werden! Von Legatus. Es ist ein internationaler B-auch, baß in den Außenm ni er en fast a er Staaten — der Men- archien svwoyl wie der ^c^umen — eine besondere Abteilung für Etikette besteht, deren Leitung einem Diplomaten anDer- traut ist, der alle Feinheiten des gesellschaftlichen Verkehrs beherrscht, alle Paragraphen des diplomatischen Protokolls im Kypf hat und über große Personenkenntnis verfügt. Zu Öen Ausgaben dieses Zeremon.enmeisters gehören u. a. alle Fragen, die Sicherheit und Wohlergehen des gesamten Diplomatischen Korps betreffen. Ist unter den Diplomaten ein Reuling. dem die gesellfchastlichen Kreise noch verschlossen sind, dann ist es die Sache dieses Zeremoniars, ihm verschlossene Türen zu öffnen. Wie fast jedes Außenministerium eine solche Abteilung besitzt, so verfügt auch jede diplomatische Vertretung über einen Protokollführer des diplomatischen Zeremoniells. Dieses Amt bekleidet gewöhnlich ein Legationsselretär, der alle Schattierungen der gesellschaftlichen Sitten kennt und darüber zu wachen hat, daß, angefangen Dom Missionschef bis hinunter zum jüngsten Attache, alle Regeln des KartenauZtauschs eingehalten werden. Cs gibt da Abstufungen, Don deren Feinheit ein gewöhnlicher Sterblicher nur unklare Vorstellungen hat. Ist ein neuakkredidier- ter Diplomat eingetroffen, dann wird er Don einem Kollegen, der schon längere Zeit amtiert, im Außenministerium eingeführt, zuerst beim Chef dcs Protokolls, dann beim Leiter des betreffenden politischen Referats, worauf die Rundfahrt bei Öen Missionschefs zur Abgabe der Visitenkarte beginnt. Damit ist die offizielle Einführung des Reu- lings im Diplomatischen Korps beendet. Schwieriger ist es, in den Salons der Geburts- oder Finanzaristokratie Eintritt zu finden. Denn der Zugang zu diesen hängt nicht nur Don den persönlichen Eigenschaften des Diplomaten ab, sondern auch öaoen, welcher diplomatischen Mission er angehört. Gewisse Vorurteile im diplomalischen Verkehr haben sich noch aus jenen Tagen erhalten, in denen ein Diplomat nur dann für Doll genommen wurde, wenn er sich zur Botschaft einer Großmacht rechnen öurjte. Konnte doch die Gattin eines Don Wilhelm II. geadelten millionenschweren Großindustriellen ten Die.bespöt- telten Ausspruch tun, daß sie ihre Visitenkarte nur bei Botschaftern abzugeben pflege. D a l k an d i p l o m a t e n kenne sie nichll Diese Geringschätzung ist für die damals innerhalb des Diplomatischen K.rps herrschende Ansicht bezeichnend. Welcher Diplomat hatte eine so befestigte Position, daß ihm alle Türen der Geburts» und Finanzaristokratie offen standen? Dor allem die Botschastsmitglieder der europäischen Großmächte, denen, in gewissem Abstande, die diplomatischen Vertreter der Vereinigten Staaten folgten. Damit war aber auch die Reihe der priDilegierten Diplomaten zu Ende. Hin und wieder wurde in diesen exklusiven Kreis vielleicht auch einmal der Vertreter eines skandinavischen Staates ausgenommen. Was sonst noch im Chiffrefrack amtierte, galt schlechtweg als „Exot e", öcr sich schon sehr geehrt sühlte. wenn ihn d:r Militärattache einer Großmacht mit zwei Fingerspitzen begrüßte. Tonangebend in der diplomatischen Atmosphäre vor 1914 war allerorts der Geburtiiadel, der der Finanzaristolratie nur soweit Anerkennung gewährte, als es die Vergoldung eines start verblichenen Adclswappens durch eine Heirat erforderlich machte. Diplomatische Vertreter vom Balkan oder von älebersee erschienen nur bei ganz offiziellen Veranstaltungen auf dem höfischen oder diplomatischen Parlett, sozusagen als Statisten, und es war durchaus keine Seltenheit, daß ein solcher Gesandter gesellschaftlich prüskiert wurde, wenn zwischen Wien, Petersburg und Berlin irgendeine politische Intrige, gesponnen wurde. Man braucht bloß an die Tage zu denken, als der Battenberger Wilhelms II. Schwester Viktoria heiraten sollte. Alexander III., der mit allen Mitteln die Regentschaft des Dattenbergers in Sofia zu unterminieren suchte, ließ seinen Zorn auch an dem Vertreter Bulgariens am Zarenhofe aus, den er so ostentativ brüskierte, daß der Gesandte auf einen Wink des Hofmarschalkamtes in aller Stille Petersburg verlassen mußte. Die Art. wie Dalkandiplomaten damals an den kaiserlichen Höfen empfangen wurden, war für besonders scharfsichtige Politiker nicht selten ein Gradmesser der jeweiligen politischen Druckverteilung. Als der Einfluß der Donaumonarchie in Belgrad dominierte, und König Milan bei Franz Joseph in seinen ewigen Geldnöten stets Verständnis fand, reagierte Alexander III. auf diese llntertoürfigleit dadurch, daß er dem Vertreter Serbiens am Zarenhof kurzerhand das Agrement verweigerte. Nachwinter. Von Karl Ziffer. Tagelang stürmten die Wolken vergebens gegen die Bergketten und tarnen endlich in Fetzen westlich der „Grinde" durch. Die fernen E.e.nente am Horizont waren in Bewegung, während die Rähe stumpfer und stumpfer wurde. — Aber Reuschnee war nicht gefallen. Durch den Harsch kam die wilde Bodenkälle. Es waren in öcr Luft —10 Grad. Die Skier kratzten über die eisige, neblige Fläche, und bei dem Aufstieg zerriß man die dumpfe, abgeschleierte Luft. Trotz der harten Kälte roch es irgendwo nach Schmelze und Tau und modriger Erde. Welke Tannennadeln wehten zu Tausenden über die verschneiten Wege. Das Riesengerüst des hohen Fichtenwaldes umftäubte eine zimtbraune Farbe und als später die Sonne darauf schien, standen die Stämme in einem glanzmatten, ab ged unk eiten Kupferrot. Dieser Metallglanz steigerte sich und ging über auf das Grün der Aeste und das Weih der Schneefläche zu goldener Glasur. Auf den Bäumen war nur noch wenig Schnee aufgeftreut, und es zeigte sich schon die kräftige Grundfarbe des Vorfrühlings. Mein Begleiter war ein Arzt aus Tübingen: Ein 38jähriger, er war neben mir aufgetaucht, wie eben beim Sport einer dazu kommt. Man soll die Ratur nicht immer literarisch sehen wollen. Raturgenuß entsteht nicht nur aus monomaner Einsamkeit, sondern auch aus dem Austausch der Gedanken. Eine gewisse Trefflichkeit beider Charaktere ist Grundbedingung. Der Doktor war ein guter, sicherer Fahrer. Bei der Abfahrt blinzelte er die Kurven nur so ab und riß den Christiania beinahe auf Öen Zentimeter. Sein Sportsanatis- mus trieb ihn durch Eis, Schnee und Sonne. Trotzdem ist er ein ruhiger Späher mit feingeschnittenem Gesicht. Der Skigeist der Jung- mannschaft hat sich gelodert. Mit dem grüßenden „Skiheil" und dem „Hüttenbetrieb" ist noch keine sportliche Gemeinschaftsdisziplin bekundet. Die Generation der Schneider, Luther, Fang hat geschulten Pioniergeist und ist nicht nur skiläuferisch begabt, sondern auch sportklug. Sie hatten das Recht der gesellschaftlichen älmschichtung im Skigelände, wo ein Stadtsekretär — erste Skiläuferklasse — eben mehr war als ein Geheimrat, der auf den Brettern öilettierte. Bei den alten Meistem weckte der Sport fast Expeditionsgelüste. Ihnen spann sich auf der herrlichen Schneefläche — wie ganz -großen Abenteurern — die Vision der Sahara und des Rordpols in Gold zusammen. Denn die Sonne hat hier oben eminente Kraft und drückt einen fast aus der Gegenwart. Das glitzernde Weih des verschneiten Geländes scheint in Feuer überzugehen. Man gleitet über hohen, scholligen Schnee ... Tellerbruch, älnd an den Mächten wirft's den Schnee und zackt ihn, wie in alpinem Gebiet. Die höchsten Kuppen sind von Stürmen gefegt und dort krallt sich der Schnee zu Eis, damit ihm die Sonne nicht zu Leibe kann. Wie Gesteinsadem ziehen sich Ornamente durch die körnige, schmirgelscharfe Fläche. Wir schließen die Augen. Es blitzt hinein Eine riesige Tanne trägt wie einen Brillante die Sonnen kugel. Die fernen Gebirgsketten li gen alle im spitzen Winkel übereinander. -‘V verschwommenen Perspektiven bedeuten Wetter. Der Schnee hat intensive Reflexkraf; tiefsten Wald fällt die Sonne in die Schn ein. An den Rvrdhängen sticht der Wind Reißnägel ins Gesicht. Man muh achtgeben, i einem der Sturm nicht den Stand lockert. Er I Tannen bis auf tiefsten Wurzelgrund hochgerisf und mancher Baum splittert über Öen Weg ein Gewühl Don Schnee, Grund, Felsen und balkendick wirres Geäste. Wie Brücken und Dogen hängen Bäume über die Abfahrtsstraßen. Bei Mondnacht sind die Schneisen und Wiesen ausgewaschen vom Mond- licht und leuchten tief in die Wälder. Das nackte Holz foppt die Fahrer. Ein Fest — der aus- gestirnte Himmel. Der Horizont ohne Schwingungen, trotz des violetten Tons in der blau- grauen Rächt. Zu den höchsten Sternen hin über» wiegt das Blau. Die Wälder sind Kar und losgelöst Don den Umfdjleierungen des Morgens. Rachmittags ist die Sonne wannenwarm. An äilebungshängen sieht man farbige Figuren. Frauen in Sweatern ... rot, gelb, blau. An den Hängen unterhalten sich die Menschen bloh Don den Muskeln aus. Die Luft ist satter und äther- arm. Im Fenster des Hotels bei der Wiese sieht man eine Kochmütze, so weih wie der Schnee. Lauter Keine Amoretten rutschen die Schneehalden hinunter. Der Wald hat den Frühling in sich. — Ein kleines Mädel mit roter Mühe — ich nenne es das Zündhütchen — weil die ganze älebungswiese närrisch nach ihr ist, sporielt entzückend und schwingt famos. Der Himmel ist von ausgelassener Tollheit. Breit und wohlig spürt man den Frühling aus dem Tal. Die Erde dehnt sich dem Horizont entgegen ... „Du wirst jetzt deinen Koffer packen und mit mir nach Berlin zurückkehren!" Seine Worte jagten Eva aus der Erstarrung, die sich ihrer bemächtigt hatte. „Nein!" Er sah sie drohend an. „Ich werde dich dazu zwingen, wenn du nicht freiwillig gehst!" Evas Atem flog. Keuchend stieß sie hervor: „Du kannst mich nicht zwingen!... Du wirst mich nicht von hier wegbringen, ehe Felix zurück- gekommen ist!" Honnecker lachte auf. „Das käme auf eine Probe an, meine Liebe!" ... Cr machte einige Züge aus seiner Zigarre; dann sprach er leichthin: „Wir können aber auch warten, bis Schulhofs zurüclkommt! Ich hab? Zeit! And wer weih: vielleicht ist Schulhofs mir dankbar, wenn ich ihm einige Aufklärungen gebe... Ich mühte mich gewaltig täuschen, wenn du ihm hinsichtlich deines Vorlebens reinen Wein eingeschenkt hättest!" Eva Witte, deren Hände sich an die Tischplatte geklammert hatten, beugte sich vor. „Du willst... ihm sagen?..." stammelte sie. Mit einem Ruck erhob sich Honnecker. Breit, drohend, wuchtete seine schwere Gestalt in dem schmalen Baum der Veranda. „Meinst du vielleicht, ich spähe?" Seine harte, unerbittliche Stimme dröhnte Eva wie Donner in den Ohren. Sie wußte: nun war ihr Schicksal erfüllt. Aus dem Retz, das Honnecker über sie geworfen hatte, kam sie nicht mehr heraus. Aber... konnte sie ihm denn nach Berlin folgen?... das grauenhafte Leben wie bisher an seiner Seite führen... mit ihrer nie erlöschenden Sehnsucht nach Felix im Herzen?... Vein! Vein!... Das war ja Wahnsinn!... Wenn sie sich aber Honnecker widersetzte und dieser seine Drohung wahr machte... dann würde Felix alles erfahren... all das, was sie ihm bisher verborgen hatte... was er nie erfahren durfte... niemals... „Run, hast du dich entschlossen?" Arif peitschend jagten die Worte in die Flut der Gedanken, die Eva Witte durchtobten. Ratlos sah sie umher. Sie wußte keinen Ausweg mehr. Doch! Ihre Augen hafteten auf dem Meer, das in geheimnisvoller Größe sich draußen ausbreitete. Wie mit unheimlicher Kraft zog es Evas Blicke an und ließ sie nicht mehr los. Ja... nun wußte sie den Weg... den einzigen Weg, den es für sie noch gab. „Ich werde mit dir zurückfahren," sagte sie stockend. „Morgen früh..." Ihre Augen aber irrten über das blauschim- mernde Meer hin. In dieser Rächt, wenn nie- Diese Intrigen an den Kaiserhofen rückten zwar einige Persönlichkeiten der Balkandiplo- matie vorübergehend in den Mittelpunkt des Klatsches; doch ihre Position blieb unabänderlich die alte. Erst die Jahre nach dem Krieg bliesen den Staub von dem diplomatischen Protokoll. In seinen Hauptzügen ist es freilich immer noch wie ehedem: die Hierarchie mit dem Doyen an der Spitze und der Attache einer Botschaft verkehrt mit dem Legations^ekretär eines kleinen Staates nur soweit, als es dienstliche Angelegenheiten erfordern Bezeichnend ist auch die Tatsache, daß die Rachfolgestaaten der Donaumonarchie in den ersten Jahren ihres Bestehens solche Diplomaten im Außendienst verwandten, die bereits Oesterreich, Rußland oder dem Deutschen Reich gedient hatten und auf diesem Gebiet keine Reulinge mehr waren. Wie unerschütterlich noch immer die Aeber- lieferungen des Protokolls dastehen, beweisen die vergeblichen Versuche der soaenannten rote n D i p l o m a t i e , die Vorschriften der diplomatischen Etikette umzustohen. In den ersten Jahren des Bestehens der Sowjetrepublik herrschten im Moskauer Außenkommissariat noch An» klarheiten, wie man mit den Vertretern der ausländischen Mächte zu verkehren habe. Doch erkannte man schließlich, daß auch die Sowjetdiplomatie ohne ein Zeremoniell nicht recht aktionsfähig sei, und so wurde im Moskauer Außcnkommissariat der Sekretär Tschitscherins, F l o r i n s k i, zum Chef des Protokolls ^bestellt. Wenn trotzdem noch immer Zwis^nfälle vorkommen, so sind die unklaren Verhältnisse daran schuld, die dadurch entstanden sind, daß die Sowjetunion von vielen Staaten nicht anerkannt wird. Zu welchen peinlichen Situationen dieser Zustand führt, hat sich jetzt in London gezeigt. Rachdem zwischen England und ? der Sowjetunion die diplomatischen Beziehungen wieder ausgenommen worden waren, wurde der ehemalige Volkslommissar S o k o l n i k o w Vertreter der Sowjetunion am Hose von St. James. Lieber das erste Auftreten Sokolnikows auf dem diplomatischen Parkett Londons werden jetzt charakteristische Einzelheiten bekannt. Spaniens langjähriger Vertreter in London ist der Marquis Merrh del Dal, der auch Doyen des Diplomatischen Korps ist. Zu dessen Pflichten gehört auch die Einführung des neuakkreditierten Diplomaten. Zwischen Spanien und den Sowjets bestehen aber keine Beziehungen! So wiederholte sich derselbe Vorgang, der sich schon beim Empfang der Botschafter Krassin und Rakowski abgespielt hatte. Als Sokolnikow den Empfangssalon der spanischen Botschaft betrat, stand Mcrry del Val in der Mitte des Zimmers, rieb sich die Hände und sprach: „Da meine Regierung die Ihrige nicht anerkennt, werden die Beziehungen zwischen Ihnen, Herr Botschafter, unb mir schwierig fein.“ Darauf antwortete Sokolnikow: „Ich verstehe das vollkommen, es kann aber Vorkommen, daß ich mich an Sie als Doyen wenden muß." — „ Für den Fall", erwiderte der spanische Datscha, ter, „werde ich einen meiner Sekretäre beauftragen, sich mit einem Ihrer Sekretäre in Verbindung zu setzen." Darauf machte Merry del Val eine Bewegung, aus der hervorging, daß die Audienz beendet sei, und Sokolnrkow verließ den Salon. Der Marquis hatte seine Pflichten als Doyen erfüllt und dennoch nicht gegen das diplomatische Protokoll verstoßen: er hatte weder dem Sowjetbotschafler die Hand gereicht, noch gesellschaftliche Beziehungen mit ihm angeknüpst. Einen ähnlichen Ausweg fand man, um der spanischen Botschafterin zu ersparen, Frau Sokolnikow in die Londoner Salons einzuführen. Frau Sokolnikow erhielt von der Marquise eine Liste der zu besuchenden Salons mit einer entsprechenden Anzahl von Visitenkarten der spanischen Botschafterin, fuhr bei den entsprechenden Häusern vor und gab ihre Visitenkarte und die der Marquise ab. Ihr Antrittsbesuch war erfolgt, und das diplomatische Protokoll war gerettet. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 26. Februar 1930. Oie Lage in Oesterreich. Lieber dieses Thema sprach am Samstagnach- mittag im Hotel Köhler vor der hiesigen Ortsgruppe des Vereins fürdasDeutschtum im Ausland Pfarrer Harth aus Wien. Der Redner besprach zunächst die politische Lage Oesterreichs. Das Problem Oesterreich sei heute sehr verworren, so daß niemand klar sehen könne. Ec schilderte sodann die Llrsachen dieser Zustände, kam in diesem Zusammenhänge auf ixe österreichisch: Terfassungsrefcrm zu sprechen. die ihren Llrsprung in der Befürchtung einer Gefährdung der Demokratie hatte, und behandelte dann in längeren Ausführungen die Lage der Wirtschaft und die politische Entwicklung in Oesterreich. Der Redner erwähnte die Gründung, Tendmrz und Entwicklung der Heimwehr (Heimatschuhbewegung), zeigte das Anwachsen der Dauernbewegung in Oesterreich, die Beeinflussung der Heimwehr durch politische Parteien, um sich dann in eingehender Weise mit dem in letzter Zeit viel genannten österreichischen Bundeskanzler Schober zu beschäftigen. Er erwähnte in diesem Zusammenhang, daß durch den Einfluß einzelner bürgerlicher Parteien auf die Heimwehr die Frage der Verfassungsreform akut geworden sei. Schober habe Cin Laubacher Protest. eine etwaige Aufhebung des Amtsgerichts. Oer Gemeinderat gegen □ Laubach, 23. Febr. In der unter dem Vorsitz des Bürgermeisters H ö g y stattgehabten jüngsten G e m e i n d e r a t s s i tz u n g, die in der Hauptsache die Erhaltung des hiesigen Amtsgerichts zum Gegenstand hat e, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Der Gemeinderat der Stadt Laubach legt gegen eine etwaige Aufhebung des hiesigen Amtsgerichts schärfste Verwahrung ein." In der Begründung heißt es u. a., daß Laubach seit Jahrhunderten Sitz eines Gerichts gewesen sei und von jeher für dessen Erhaltung keine Opler gescheut habe. Im Jahre 1905 seien bei der Erbauung des neuen Amtsgerichtsgebäudes von der Stadt für den Bauplatz 11C00 Mk. und ein weiterer Dauzuschuß von 20 000 Mk. gegeben worden, wovon der Staat nach einigen Jahren 10 000 Mk. ohne Zinsen zurückgezahlt habe. Durch eine Aufhebung des Amtsgerichts, das die größte Behörde am Platze sei, würde nicht allein Laubach, sondern auch die gesamte Bevölkerung dieses Amtsgerichtsbezirkes dadurch große R a ch t e i l e erleiden, daß für sie durch die sodann erforderlich werdende Angliederung dec Ortschaften an ein anderes Gericht erhebliche Mehrkosten entstehen würden, die teils in der größeren Zeitversäumnis, teils aber auch in weiteren Reisen ihre Llrsache hätten Reben der Schädigung des Laubacher Geschäftslebens, die durch den Wegzug der Cerichts- beamten entstünde, würde auch die enge Zugehörigkeit dec in dem Bezirk liegenden Dörfer zu Laubach zerschlagen werden, so daß es in stetem Rückgang seinen Charakter als Landstadt für alle Zeiten einbüßen mutzte. Aber auch das Interesfe des hessischen Staates, dessen Eigentum das Laubacher Amtsgerichtsgebäude ist, sei hierbei zu berücksichtigen. Ohne größere Llmbaukosten könnten noch mehrere Richter nebst dem für die Geschäftsstelle erforderlichen Personal in dem stattlichen Bau Ausnahme finden. Ebenso sei ausreichender Platz zur Unterbringung der Akten vorhanden. Weiterhin bestehe die Möglichkeit, sämtliche Räume des Amtsgerichts ohne Mehrkosten durch die Zentralheizung noch mitzuhe'zen. Eine Vergrößerung des Bezirks könne somit ohne be.on- dere Kosten vorgenommen werden, während bei einer Zuteilung zu den umliegenden Bezirken, die Amtsgebäude derselben vergrößert werden mühten, was erhebliche Mittel verschlinge. Wie wäre das hiesige Gerichtsgebäude, welches heute einen Wert von mehr als 140 000 Mark repräsentiert, und das dazu gehörige Gefängnis im Falle der Aufhebung des Gerichtsbezirkes au cer« werten? In Laubach herrscht erfreulicherweise keine Wohnungsnot, so daß die U e b e r n a h m e vorgenannter Gebäude — auch eine kostenlose — von selten der Stadt a b a e l e h n t würde, zumal ein Umbau derselben zu Wohnungszwcckm unmöglich sei. Ein Mangel an Wohnungen werde dahier insbesondere nach dem Wegzug der Gerichts- beomten überhaupt nicht vorhanden sein. Dazu käme noch der durch das Freiwerden der beiden Gerichtswohnungen sich ergebende jährliche Ausfall an Miete, die zur Zeit insgesamt mehr als 1300 Mark beträgt. Es dürfte auch hier nicht unerwähnt bleiben, daß sich das hiesige Amtsgericht nachweislich durch feine Einnahmen erhält und somit dem hessischen Staat keinerlei Nachteil sei. Bei Berücksichtigung all dieser Umstände sei zu ersehen, daß eine Aushebung des Laubacher Amtsgerichts in Wirklichkeit gar fein e E r - s p a r n i s bedeute. Eine rein sachliche Nachprüfung der geschilderten Verhältnisse würde die Nichtigkeit der gemachten Angaben bestätigen. Es sei daher ihr gutes Recht, wenn der G e m e i n d e r a t und die Bevölkerung Laubacbs geschlossen für die Erhaltung des Amtsgerichts eintreten, dessen Fortbestand für Laubach und seine Umgebung eine dringende Notwendigkeit sei. Der A b - bau würde dagegen — da nicht plan- und sinnvoll — als großes Unrecht empfunden werden. das Vertrauen der Heimwehr besessen, es sei ihm geglückt, die Darsassungsreform auf legalem Wege durchzuführen und die Demokratie zu retten. Allerdings habe die Verfassung srefonn niemand befriedigt; sie habe Oesterreich nicht einen Schritt vorwärts gebracht, das Chaos fei im Gegenteil grötzer geworden. Auch habe der österreichische Staat durch die Derfassungsreform keine größere Macht bekommen, dagegen habe sich die Macht einzelner Parteien (Chrrstlich-soziale Partei) vergrößert und werde von diesen auch in weitem Matze ausgenutzt. Der Redner besprach nun kurz die politischem Parteien in Oesterreich und ihre Tendenzen und wies nach, daß die Entwicklungs- Möglichkeit der Heimwehr alle bürgerlichen Parteien ersetzen ließe. Er kam sodann auf die Fühlungnahme der Heimwehr mit Italien und Ungarn zu sprechen und erwähnte in diesem Zusammenhang den Besuch des Bundeskanzlers Schober in Italien und jetzt in Berlin. Er besprach die Frage: „Was will Schober in Berlin?" und führte zur Beantwortung dieser Frage u. a. folgendes aus: „Die Frage Oesterreichs ist keine oberflächliche, auch keine politische, sondern eine Frage des Sein oder Richte fein. Seither war in Oesterreich der Anschluß" gebaute an Deutschland im Vordergrund. Oesterreich kann aber mit Theorien nicht mehr aus- kommen. Die Rot in Oesterreich ist so groß, daß gehandelt werden mutz. Die Anschluhsrage liegt in weiter Ferne, die Frage nach der Lösung des mitteleuropäischen Raumes ist akut. Es .... - ---iiiiiib iiwn": rwn Me blonde Sklavin. Dtonum von Hermann Weick. 16 Sortierung Nachdruck verboten Sie wollte Räheres wissen, aber cr sagte und mühte sich, einen leichteren Ton anzuschlagen: „Wozu sollen wir uns den schönen Morgen mit derartigen unerquicklichen Dingen verderben? ... Die Sache ist wahrscheinlich nur halb so schlimm, wie mein Prokurist sich einbildet!" Aber während sie dann beim Frühstück faßen, bemerkte Eva Witte, die Schulhoff forschend betrachtete, dah seine Gedanken ferne waren. Ein ihr fremder Ausdruck war in feinen Zügen; immer wieder sah er grüblerisch vor sich hin. , „Hast du so schwere Sorgen, Felix!" fragte sie üvlötzlich. e Er fuhr auf und lachte gezwungen. »„Aber nein, Eva! Derartige Zwischenfälle Eom» Ken in einem Betrieb wie dem unserigen immer S rr vor. Das braucht man nicht so tragisch D ehrnen!" Bs . begann, von anderem zu sprechen, und Ss .,te sich, Eva wieder in frohere Stimmung zu ■ setzen. W „Wenn du nur nicht fortmühtestl" sagte sie Wagend. »„Ich komme ja bald wieder zurück! Spätestens pm Freitag bin ich wieder bei dir!"--— Als sei die Sonne mit Felix hinweggegangen, «ar Eva Witte zumute. Alles erschien ihr düster, freudlos. Getrieben von krankhafter Unruhe ging sie umher. Nirgends litt es sie lange. Die Zeit schien stille zu stehen. Eine Stunde wurde ihr zur Ewigkeit. Das Meer war ihr unheimlich, die Einsamkeit des kleinen Dorfes beengte sie. Grenzenlos verlangte sie nach dem Geliebten. Sie glaubte, den Tag seiner Rückkehr nicht mehr erwarten zu können. Die Vergangenheit nahte sich ihr wieder und streckte gleich einem drohenden Gespenst die Arme nach ihr aus. Verzweifelt lehnte sie sich dagegen auf. aber die dunkeln, qualvollen Gedanken wollten nicht weichen. Wenn nur Felix wieder da wäre! In seiner Gegenwart würde ihre Furcht, ihr Grauen vor dem Kommenden rasch schwinden. XVII. Die Mittagssonne brannte vom Himmel. Drük- kende Hitze herrschte; es regte sich fein Lüftchen Eva Witte lag auf der Veranda des Hauses in einem Sessel. Sie las in einem Buche, aber bald entsank es ihren Händen. Leichter Schlummer umfing sie und sührte sie im Traume durch eine blühewde Landschaft; an der Seite des Geliebten schritt sie dahin, alles war so leicht und froh; ihre Hände hatten sich gefaßt, sie fühlten den gleichen sehnenden Schlag ihres Herzens... Da fuhr Eva auf. Rahende Schritte hatten sie geweckt. Sie mutzte sich erst besinnen, wo sie war. Dann aber jagte ein hoffender Gedanke durch sie: War Felix gekommen? Sie sprang auf, wandte sich um... Ein erstickter Schrei kam übet ihre Lippen. Ihre Hand tastete rückwärts, suchte einen Halt. In ihren Augen sah das Grauen. „Guten Tag!" sagte Peter Honnecker, der kalt lächelnd an der Treppe stand, die von dem kleinen Vorgarten zur Veranda heraufführte. Um Eva drehte sich alles. Honnecker war da!... And Felix, der sie vor ihm beschützen konnte, weilte ferne! Honnecker war die Treppe hwausg kämmen. Er trat ganz nahe vor Eva hin, die vor ihm zurückwich. „Du hattest wohl geglaubt, ich würde dein Versteck nicht finden!" sprach er höhnisch. „So leicht lasse ich mich nicht hinters Licht führen! Das mützt ihr geschickter anfangen, du und dein Herr Felix Schulhofs!" Entsetzt sah Eva ihn an. Honnecker kannte Felix Ramen, den sie so geflissentlich vor ihm verborgen hatte!... Er wußte, daß Felix sich mit ihr hier befand! Run war alles verloren! Honnecker hatte sich auf einen Stuhl gesetzt. Es schien ihm wohlzutun, sich an der Angst, der Üeberraschung Evas zu weiden. Er zündete sich eine Zigarre an und blickte umher. „Ein schöner Platz für ein Liebespaar, das ungestört sein will!" stich er in beißender Ironie hervor. „Rur schade, dah es nicht für dauernd fein kann, nicht wahr!" Eva gab keine Antwort. 3n ihr war ein wilder Aufruhr. Felix! schrien ihre Gedanken. Hörte Felix nicht ihren Ruf?... Fühlte er in diesem Augenblick nicht die Gefahr, in der sie sich befand?... Warum kam er nicht, um sie vor ihrem Todfeind zu retten?... „Dein Geliebter ist in Berlin!" sagte da Honnecker. „Schade, ich hätte ihn gerne hier gesprochen!" Das Grauen wuchs noch in Eva Witte. Auch von Felix' Reise nach Berlin mußte Honnecker! War dieser Mann mit dem Teufel im Bunde, dah ihn« nichts verborgen bleiben konnte? Sie fühlte, wie sie in seiner Gegenwart wieder schwach und willenlos wurde. Ihre Beine zitterten, sie konnte sich kaum m-br aufrecht halten. Honnecker machte eine befehlende Geste mit der Rechten: kn in h r u * u» Näheres W Ober? 5rL aus der I zusammen) noch er Improvtjasion cksch zu gestalten. pr Tiefe versank beobachtet. Keine glühender Röte. fragte er: Hast du den Brief gelefenT' -griff sie Hom ^benf (Fortsetzung felgt. dem Bericht des Querüber all eine Vorwärts- '' spielte. Sehr Rose Barbara I die Schulgruppenarbeit, der Echulgruppen, sowie Arbeit in Hessen. Rach sammlungsleiters ist fast bewegung sestzustellen 2. Symphonie (mit Frl. Holzapf Schumanns „Ende vom Cie Evas halte sich Immer weniger oe; Gchülervosspiel bei Fräulein A. Holzapfel. Amalie Holzapfel veranstaltete mit rzeugcn. Hilde Mozarts Sonate, "Sie 2 -fifund' „„-rütaa i l Gründen für US# y g Hü (aninieniP Schuld... Honnecker hatte Eva scharf - Regung in ihrem Gesicht waf t5°n entgangen. Er wußte, was in ihr vorging. „Warum erst morgen früh?"^ragte er barsch. Im «tb der ° SW chun^ Aolj-Ul WÄigkeu l-fin auf A kn in vorbrl sauber und prägnant bracht Trümpert Chopins MazurN- ^'Dur, lotoie Griegs „Zug der Zwerge" zu ('ehor. Auch 3rnv gard Roller konnte mit d m Vortrag von Schumanns „Warum" und eü 'r 3af IdiSKm Am Sonn ^oßen-Vusk in ßiefie 'Wneten der der j iaKelretär n, den let c Aorlihrn! el- den t ‘uunimäitj. , ^uiitzrn-e ( 9ii |, ih' f Mt über Öderem W te uef,rä(W statt yrrf und ein feta» abg te M SH Mr dH HL w sprechen lassen! • ,, . ..Du irrst dich!" sagte sie o^ckend. ..Herr Schulhofs hat einen Dries seine^rokuristen erhalten. der ihn zurückries. Diejchifere Ursache weih ich nicht, ich glaube, es ban$l um etn€ Sache mit seiner Dank." r .. . . Honnecker lächelte unmerklich. ; lerdings, darum handelte es sich! Das tou^L besser als er! ' ri de: alles iche Thifit lirigenlen £l jtttidjtitte c KjLieriMe rag deö Ct 'M Hahdn, ifilanfltoirhmf en Fortifsm :ehe.Dos । » Auftreter benachbarten ton Italien teil mand sie sah, würde sie hinaus Hreiten immer werter hrnaus... bis sre m .. • und ihr Leben erlosch... ui# Die weiteren Verhandlungen der Dersamm- J lung betrafen eine zwanglose Aussprache über über die Entwicklung die innere und äußere ihren Schülern und Schülerinnen am Sonntag e,in Vorspielen, das sic als einen recht guten Erfolg für ihre Lehrtätigkeit buchen kann. Diese Vorspielabende haben im allgemeinen den Zweck, einen Einblick in den Ausbildungsstand einer Anzahl der Zöglinge zu geten, erweisen sich aber autzerdem auch sehr geeignet zur Gewöhnung der Schüler an Zuhörer ujib h.lsen so bei man- j chem das vielbekannte Lampenfieber überwinden Ganz besonders wertvoll aber sind sie, wenn, wie j in diesem Falle, das Programm Werke aufweift, | die in erster Linie musikalisch tzrfaßt fein und vor-' getragen werden müssen, , bei denen das Technische erst in zweiter Lime kommt. Das findet man nicht häufig. Die Vorträgsfolge gab daher schon durch chren Inhalt Zerlvnis von der mufi- 1 kalisch-technischen Durchbildung der Schüler und von dem Weg, den Frl. Holzapfel bei ihrer 1 pädagogischen Tätigkeit geht. Liselotte E r l e r spielte kecht ausdrucksvoll | Eva gab keine Antwort. Honnecker faßte sie am Arm. „Du spielst wohl mit dem ®cian*cn Eva zuckte zusammen. Gin Erschauern ging durch ihren Körper. Honnecker e ,annte, da,; feine Vermutung nicht getrogen fcatiri ^un; muftie « zum letzten Schlage aushojen,,Ss Ware noch schöner, wenn ihm das schöne 'V1-- oaö er mit allen Sinnen begehrte, r^orengingcl Er lachte überlegen auf. st , „Das würde beinern Herrn är?ulhofs so Pas- sen, wenn er dich auf diese bec^mc Averse los würde!" ... ! Eva Wittes bleiches Gesicht r^rzog srch mit kommt nun daraus an, tote Deutschland die Lage Oesterreichs versteht und ob die Lösung nut oder ohne Deutschland grsch'.eht. Die Heimwehr, die seither nie gewillt gewesen ist, die österreichische Frage ohne Deutschland durchzuführen, hat jetzt eingesehen, daß Oesterreich seine Wege gehen 1 mutz, zumal Deutschland handelspolitisch völlig < lahmgelegt ist. Die österreichischen Erfolge bei | den letzten Verhandlungen im Haag sind nur I durch die llntcrftütjung von Italien und Ungarn möglich gewesen, also ein Erfolg der Heim- wehr. Es kommt jetzt darauf an, dah Deutschland die Ostmarkpolitik aufnimmt und Oesterreich einen Teil der Aufgaben von Deutschland übertragen erhält, die es erfüllt. Die Heunwehr ist keine große Gefahr für Deutschland und Oesterreich, wenn den Verhältnissen, auch von Deutschland, die richtige Beachtung geschenkt wird. Oesterreich steht jetzt auf dem Scheideweg, ob es den richtigen Weg geht, mutz abgewartet werden. Die Tschechoslowakei sucht vielleicht Derstärrdi- gung mit der Heimwehr, um den Anschluß- gedanken zu unterbinden. Oesterreich hat kein Interesse daran, sich nach Macht umzusehen, sondern es sieht die Idee £e$ Rechts als das Dichtigste an.“ In seinen weiteren Ausführungen und in der anschließenden regrn Aussprache beschäftigte sich der Redner dann noch mit der Organisation und der Arbeit der Iugendgruppen im Verein für das Deutschtum im Ausland in Oesterreich-, die gute Fortschritte mache, besonders in Graz. Die Jugend in Oesterreich sehe die Dinge am reifsten an, allerdings halte sich die alte Generation am Ruder, sie wanke und weiche nicht. ide ftdlen eWch fltol rganift W ereil zu 1 ratorienlär 's Frankst otmeskirche tslimme fi c höbe L finbrud ma> Fmlane auf ;in England 'ol: «Erde g 'rite wird < tef geiefcn-r , eine Verwir.D bemächtigt- xi Worte. „Rein ..." , Honnecker fließ ein brutales ',3?en hervvL ..Das kann ich mir denken! Es ^e sonst eine nette lleberraschung für dich gc fwen! ~ „Was sagst du?" ... t , Honnecker schien sich um ihrse erregten Errv warf nicht zu kümmern. Leichth»' »rag»e er: „Warum ist Schulhoff eigcnttP "ach von Reger durchaus üb Dahersdorf zeigte in 5 . l)-Dur, für zwei Klariere (zw tes Klavrer Frl. Holzapfel) technisch recht guter;"ud verstand es, namentlich im Andante, mufitK1'.^ ö" gestalten Das gleiche gilt von Joachim 5 t o r cf, der srch Händels Q-Moll-Konzert u$) ein Präludium von Chopin. Annemarie Heltzel brachte ein Mozartsches Menuett ebenfalls recht gut zum Vortrag. Das gleiche gilt ton Lilo Türk, die außer dem Deethovenschen iarg'.clto au2 - Jen leM > llnipet'itai . ■ überno » nerätag, 2J- * Jlail« Trol leit’ßc Drä na nninarubw'1. alten W& yr inktelfiet grftOÜ W ® Ln DeMei 6, Ml leit Liehe geliris - Kirch' r der l ^italische ■ rMindever mit dk Icrflaltef tou otafältlg ai Wen I btttorfle zurückgcfahren?" „Er mutzte aus geschäftliche ■. ™ einige Tage heim", antworieie Esi! wroerstrebeno^ „Kennst du die Gründe näherr> „Warum w'list du das wissen! . _ . _ Ein lauernder Ausdruck toar in Honnecker» Gesicht. . . „Weil ich annehme, dah es langer geschäft- ’ licho als private Ursachen sind, bresen Herrn nach Berlin zurückgeführt habe/ Der höhnische Ton in seinen Worten erregte Evas Widerspruch. Es war nun WDnc bas Stoeue- mal, daß Honnecker in dieser to^erfenven Weise von Felix svcach. Das durfte sk nK9t untoiber» .4 I* tanfaM mi| l am Sonntag en recht guten en kann. $i?|f non drn Zweit ngsßonö eine »eisen lief) aba r ©tiDÖfinung n Io bei man* it übrrtvmdrn I«, totnn, tote Batla *dft, )t lein und vornan daS Tech- nt Das linbet folge gab ba'et i von der mu|i- et Schüler und ipsel bei ihrer 1t ausdrucksvoll ein PräludiW iel brachte ein recht ffJt M n Silo Lürk, \rg';elto aui bet ju/ommen) noch IÄ Sehr Me 'Sakata ^-Tur, Wie chvt. Auch 3tm« n Aortrag von r Im-rodisaim zeugen. Hilde lozarts Sonate, les Klavier Frl und verstand es, isch zu gestalten itorck, der sch breiten... immer >t Liese versanl . mit ihm ihn «obachiet &int ihm entgangen. fragte er barsch. ‘ Kründen Bitti»«6®* feg c I besondere Begabung erwies. Den ersten irh von Mozarts O-Woll-Konzert gib er ein- liudÄDoll wieoer, wöbet ihm eine saubere Tech- ■iC VestaltungSmöglichkeit erlaubte. Chopins k ude in C-Moll brachte er auch gut heraus, kHliehlich spielte er mit Liselotte Srler noch sLHumannS Variationen für zwei Klaviere. Die - cht leichten Variationen wurden von diesen bci- i r Schülern mit bemerkenswerter Sicherheit im ^«sammenspiel und ausdrucksvoll wiedergegeben. 3m ganzen ist zu sagen, dast der AuSbildunys- 1 und der vorgestellten Schüler und Schülerin- k et in technischer und besonders in musikalischer sFsziehung ein recht guter zu nennen ist. Weise und doch wieder kräftiger Anschlag, Sicherst im Skalenspiel. verständiger Pedalgebrauch J gute musikalische Auslassung Ulfen auf einen iUegcnen Unterricht schlichen und stellen Frl. »1 zavfe 1 selbst das beste Zeugnis für ihre >c sttätigkeit aus. Sie selbst wirkte als Beglei- :6n aus dem zweiten Flügel bei einigen Wer- :ix in vorbildlicher Weise mit. L$«if I» Ä gj »>"to -I-L« ** ont ,'ihen i> 8_irjre H I ®4-, ge ^ keiner * 1 i arfen an Mauew ‘öutte. M J® Tiun muv-e° v«z wäre M lt„ge Deib. W ** Die Anmeldungen zur Gesellen- nüfung für Schneiderinnen müssen am (irnncr6tag und Freitag dieser Woche erfolgen. Theres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich, - Oberhessischer Geschichtsverein, tat letzten Vortrag dieses Winters hat der (nofessor für mittelalterliche Geschichte an der Diversität Frankfurt a. M. Dr. Fedor Schnei- iLr übernommen. Er wird am morgigen Don- pistag. 27. Februar, über „Die Beziehungen taifer Friedrichs II. zu dem Elsaß"' sprechen, (cof. Schneider, der in diesem Semester an tzlillc des nach Breslau berufenen Prof. Aubin Stminarübungcn an unserer Universität abge- 1,11ten hat. wird in seinem Vortrag Atoei heute i1) t interessierende Fragen behandeln: oieRiesen- ■ Holt des Staussen-Kaisers und das uns durch > : Versailler Vertrag entrissene Reichsland Elis,, das seit 870 zum Deutschen Reich gehörte, sviehe gestrige Anzeige.) " Kirchen musikalische Abendfeier i der Iohanneslerche. Die tirchrn- v^iikalische Abendfeier, die am Sonntag feen dem !:xneindevercin der Lukasgemeinde in Drrbin- i-g mit dem Verein für christliche Musik ver- sialtet wurde, war gut besucht und wieS ein rrsfältia ausgewähltes Programm auf. 3m tlichen bezog sich dieses Programm auf die bevorstehende Passionszeit. Organist Ha- । -ch t brachte hauptsächlich Kompositionen von Hann Sebastian Dach zu Gehör. Diese Musik- de stellen an den Organisten musikalisch, wie hirisch große Anforderungen; der ausübende «anift zeigte, dah er diesen in jeder Weise vccht zu werden vermag. Die Konzert» und utoriensängerin Fräulein Emmy Schaum » Frankfurt a. M., die schon oft in der 3o- nneskirche ausgetreten ist, sang mit klangvoller tstimme fünf Lieder. Die Sängerin steht auf r Höhe ihrer Leistungssähigkert. Besonderen iirdruck machte das Lied, das die von Theodor tane auf dem Friedhof von Melrose Abbey England aufgefundene Grabschrift zum Texte I: »Erde gleißt auf Erden in Gold und Pracht; de wird Erde, bevor es gedacht; Erde türmt ! Erden Schloß. Dura, Stein; Erde spricht zu ide: alles wird mein/ Der Verein für christ- j>e Musik bewies unter der Leitung seines iciaenten Ludwig Riebergoll, daß er gute irnchritte gemacht hat und über technische Dierigkeiten leicht Herr wird. Dei dem Vorig des Stückes „ilnb es ward Finsternis" n Haydn, schwoll der Vortrag mit feiner (ingtoirtung vom feinsten Pianistuno zmn stärk- rir Fortissimo an, was sich namentlich bei dem tze „Das Erschrecken" bemerkbar machte. Die- Austreten des Vereins, der demnächst in den ladjbarten Gemeinden Passionskonzerte vergalten wird, bedeutet einen starken Erfolg. Oberheffen. Jahreshauptversammlung h<$ KreiSziegenzuchtvereinS Gießen. Dm Sonntag tagte im Gasthaus Wagner zu rahen-Duseck dcr Kreisziegenzuchtver- im Giehen unter dem Vorsitz des Landtags- Awrdneten Fenchel, Oler-Hörgern. Als Derber dcr Landwirtschaftskammer wohnte Ee- ralsekretär Ockonomierat Dr. Wagner. (Sielt., den Verhandlungen bei. Eingangs widmete r Vorsitzende, Landtagsabgeordneter W. Fen- e [, den verstorbenen Mitgliedern und Ver- urensmännern einen herzlichen Rachruf. Der msitzrnde Dcheld vom Ziegenzuchtverein Gr.- u'seck gab seiner Freude über den starken Desuch r Versammlung Ausdruck. Cer Geschäftsführer Philipp erstattete den 2:acht über das abgelaufene Verein ^jahr. Dem ilrsisverein gehören 538 Einzelmitglieder und 5i Gemeinden als korporative Mitglieder an. jtlfcr ist eine Abnahme der Mitgliekfer, sowie Itt Zuchttiere zu verzeichnen, da es eine allge- tel.re Erscheinung ist, dah viele Ziegenzüchter M Rinderzucht ubergegangen sind. Am 31. De- »miber 1923 war ein Herdbuchbestand von 78 llö-cken und 1072 Ziegen vorhanden. Reu an» r.!ict wurden 30 Docke und 126 Ziegen, wäh- itü 350 Lämmer die 3ungviehmarke erhielten. ' elrächtliche Zuschüsse leisteten die Landwirt- toostskammer und der Kreis Gießen. Schauen ' tuten statt: die 25. Iubiläumsschau zu Lang> ■d und eine Ortsschau zu Gießen. Ziegcnmärkte : mden abgeh alten in Lich und Hungen. Wählt d in Lich große Rachfrage herrschte, fehlten । Hungen bei starkem Auftrieb die Käufer, ei ümgsprüfungen und M.lchkontr llen wurden : inhgesührt in Grohen-Duseck, Hattenrod und . iphe. Für gute Dockhaltungen wurden 132 Ml. Prämien ausgegeben. Generalsekretär Dr. Wagner (Gießen) be- !V\tt hinsichtlich des Rückgangs der Zie- ! ' r z u ch t, daß diese Erscheinung im ganzen ' ä.h bestehe, in Hessen sei der Rückgang pro- MLral am höchsten. Schuld trage u. a. der Rück- । einemarff Büdingen. II Büdingen, 25. Febr. Dei sehr schönem Wetter entwickelte sich am heutigen Marktdienstag ein recht reges Marktleben. Auf dem Schweine markt waren zirka 270 Schweine aufgetrieben. Der Handel ging bei recht hohen Preisen ziemlich flott. Für Frrkel wurden 35 bis 40 Mark pro Stück bezahlt, allere Tiere kosteten bis 45 Mark, Springer und ältere Springer 70 biS 90 Mark. Wenn auch die Ware recht gut war, so erschienen die Preise allgemein doch als zu hoch Trotzdem war der Absatz recht besricdigend. Der R i ndv ieh m a r k t war schlecht beschickt, auch ging der Handel sehr schleppend. 3it diesem Falle wirkte sich die fehlende Prämiierung deutlich aus, wenn man das schwache Angebot nicht der kalten Winterluft zuschreiben möchte. Die Prämiierung wurde mit Rücksicht auf die im 3uni stattfindende 3ubilä- umsprämiierung diesmal unterlassen. Entgegen allen Erwartungen war auch der Krämermarkt am Dienstag in Angebot und Rachfrage recht lebhaft. Lairdkreis Gieße». : Deuern, 23. Febr. Gestern fand dahier die öffentliche Verpachtung der Gemeindejagd auf 6 3ahre statt. Das 3agb» gebiet, das 658 Hektar Feld und 308 Hektar Wald umfaßt und guten Wildbestand besitzt, war seither an Fabrikant Rinn (Heuchelheim) für den jährlichen Pachtpreis von 2110 Mk. verpachtet. Da in der Versteigerung außer dem Angebot des seitherigen Pächters fein anderes vertag, wurde die Genehmigung nicht erteilt. Die anschließenden Verhandlungen führten jedoch zu dem Ergebnis, dah der seitherige Pächter, Fabrikant Rinn, die 3agb erneut zu dem jährlichen Pachtpreis von 1800 Mk. pachtete. — Gestern abend hielt der hiesige Gesangverein ^Liederkranz" im Saale „Zum holländischen Hof" dahier sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Mit Rücksicht auf die vielen Vereinsfestlichkeiten hatte der Verein beschlosien, eine Feier im engen Rahmen der Mitglieder und deren Angehörigen als Familienabend abzuhalten. Der 1. Vorsitzende O. Rachtigall eröffnete die Feier mit einer Ansprache, in der er die Vereinsangehörigen willlommen hieß. Das reichhaltige Programm bot den zahireichen De- suchern reiche Abwechslllng. Einige sehr gut gespielte Theaterstücke wechseiten mit Couplets. Die vorgetragenen Chöre zeigten, daß der Verein unter der bewährten Leitung feines Dirigenten Sornmerlad vorzügliche Sch.lunz genießt und einen hohen StanO gesan-llcher Leistungsfähigkeit erreicht hat. Eine besondere Ehrung wurde seitens des Hess. Sängerbundes dem Dirigenten Sornmerlad zuteil, da ihn Herr Eberle von Lollar, der Vorsitzende des Lumda- talsängerbimdes, im Hinblick auf 40jährige erfolgreiche Tätigkeit als Dir'gmt zum Ehren- chormeister ernannte und ihm das Abzeichen eines solchen überreichte. Zu Chrenmi tglie- dem des Vereins für 25jährtge Mitgliedschaft wurden unter ^leberr.ichung ein.'s Diploms ernannt : Gemcinderechner L. Sornmerlad, Heinrich R i k l a h und Conr. Wilh. Ranft. I Dersrod, 24. Febr. Am Smnstag hielt der hiesige Kriegerverein in der Wirtschaft Porter seine diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Vorsitzende Heinrich Kutscher III. begrüßte die zahlreich Erschienenen und gedachte des kürzlich verstorbenen Kameraden 3akob Hofmann, de,sen Arrdenken in üblicher Weise geehrt wurde. Hierauf wurden die Rech- nungen geprüft und dem Rechner Enllastung erteilt. DÄ der Dorstandswahl wurde der alte Vorstand wieder gewählt; es sind dies: 1. Vorsitzender Heinrich Kutscher III., 2. Vorsitzender Philipp Dötz, Rechner Ludwig Schneider, Schristsührer Ludwig Hainbach, Beisitzer Wilhelm Hammel, Christian Schwalb, Philipp Hofmann und Wilhelm Schneider 11. Mehrere Kameraden wurden für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. So erhielten Philipp Kutscher I. und Wilhelm Hammel das „Hassia".Ehrenzeichen und die Kameraden Christian Schwalb, Philipp Hofmann, Karl Gerhard, Friedrich Damm und Wilhelm Schneider II. eine Ehrenurkunde. Die Ehrentafel für die Mitkämpfer von 1870/71, die unentgeltlich von Mitglied Friedrich Roll neu hergerichtet worden ist, soll am 16. März in der Kirche angebracht werden. Es wurde noch beschlossen, in den nächsten Wochen ein Vortragsabend zu veranstalten und im Mai ein Preisschiehen abzuhalten. L,Aeiskirchen,25. Febr. Bei der am Sonntag stattgehabten Dürgermei st erwähl wurde der seitherige Bürgermeister Heinr. Phil. S ch o m b e r mit 439 Stimmen wiederge- wählt. Dein Gegenkandidat Ludwig Müller erhielt 147 Stimmen. is. Steinbach, 24. Febr. Bei der gestrigen Submission des Bauholzes unserer 4 Gemeinde wurden folgende Preise gelöst: Kiefernstämme: Klasse Id 14,56 Mk.. Klasse 2a 18,28 Mark, Klcufe 2 b 19,56 Mk.. Klasse 3a und 3b 22,56 Mk.; Fichtenstämme: Kla.se la 18,68 Mk., Klasse 1b 18.56 Mk., Klasse 2a 23,60 Mk., Klasse 2b 24,26 Mk.. Klasse 3a und 3b 26,58 Mark. Die Gesamtmenge betrug 204 Festmeter und kam an zwei hiesige Zimmergeschäfte. Kreis Büvingen. II Büdingen, 24. Febr. 3m Rahmen der dieswinterlichen Vorträge im Düdinger Gc- schichtsverein sprach dieser Tage der Kustos iR. Welker, Christinenhos, über „Georg Wolf und die heimatlichen Dodenforschungen". (Prof. Dr. Georg Wolf, der bekannte Lunesforscher, ist vor einigen Wochen in Frankfurt cl M. verstorben.) Der Vorsitzende des EejchichtsvereinS. Geheimrat Dr. Mohr, teilte zu Beginn der Veranstaltung mit, dah es dem Vorstande gelungen sei, eine Anzahl wertvoller Münzen zu erwerben, die gelegentlich der Feidbereinigungs- arbeiten bei dem Dorfe Haingründau gefunden wurden Hierauf hielt Kustos Welker feinen fesselnden und außerordenllich eindrucksvollen Vortrag, wobei er auch an Hand zahlreicher Lichtbilder ein umfassendes Bild von den Arbeiten des verstorbenen Forschers gab. Die Hörer dankten dem Vortragenden für seine außerordentliche Mühewaltung mit lebhaftem Beifall. Kreis Schotten. X Schotten, 24. Febr. Der für Schotten bedeutendste und stärkste (480 Mitglieder) Verein ist der Turn- und Gesangverein, dem auch die beiden großen Turnhallen gehören, in denen sich der größte Teil des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt abspielt. Am Samstagabend fand die diesjährige 3ahresvcr- sam m l un g des Vereins statt. Der 1. Sprecher begrüßte die zahlreich erschienenen Mitglieder und gedachte in üblicher Form der im letzten 3ahre abgeschiedenen sechs Mitglieder. Die 3ah- resberichte des Vorsitzenden Karl Z e s ch k h. des Obcrtumwarts Wilhelm Z e s ch k h und der Gesangsabteilung tourben mit großem 3nteresse angehört. Aus allen Berichten spricht eine lebhafte Vereinstätigkeit. Das turnerische Leben pulsiert. 3m kommenden Frühjahr wird hier das diesjährige D.-z'rksturnfest abgchalten werden. Der Gesangsabteilung „Schotte- ner Männerchor" gehören 65 Mitglieder an, die unter der tüchtigen Leitung ihres geschätzten Dirigenten Louis Süffel sehr beachtliche Leistungen auf dem Gebiete des Männergesanges auszuweifen haben. Ein D e r g t u r n- f e ft aus demHoherodskoPf soll für dieses 3ahr erstrebt werden. Die Turnhallen werden, soweit es die Mittel erlauben, im 3nnem her- gcstcllt, auch eine neue Lichtleitung soll gelegt werden. Die Einnahmen des Vereins im abgelaufenen 3ahre beziffern sich auf zirka 13 300 Mark, die Ausgaben auf 12 800 Mart, so daß ein lleberschuh von zirka 500 Mk. verbleibt, der für obige Zwecke verwendet werden soll. Da die Wiederherstellungsarbciten als dringlich angesehen werden, wurde ohne Debatte die vom Vorstand vorgeschlagene Beitragserhöhung auf 6 Mk. pro Mitglied genehmigt. Die Rechnung des Vereins wurde geprüft und genehmigt, auch der Voranschlag für 1930. der sich in Ausgabe und Einnahme auf zirka 14 000 Mk. beläuft. Fr. Süffel, der schon 50 3ahre dem Verein angehört, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Einem um den Verein und die Turnsache hochverdienten Mann, Karl Weih 1., wurde der Gauehrenbrief des Gaues Hessen überreicht. Der feitherige Vorstand des Vereins wurde einstimmig wiedergewähll. Bürgermeister Menge! sprach dem Vorstand für seine ersprießliche Tätigkeit den Dank der Stadt und der Versammlung aus. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 25. Febr. Heute in den Morgenstunden ereignete sich in einem Elektro- Geschäst in der Langgassc eine schwere Gasexplosion. Der Gasmesser flog in die Luft, und die Wucht der Explosion richtete schweren Schaden an. Das große Schaufenster wurde herausgedrückt und auch sonst zahlreiche Fenster zertrümmert. Die Dadeeinrichtung er.itt gleichfalls Beschädigungen. Es wird vermutet, dah man in dem Raume eine Schweißung mit Kohlensäure vornehmen wollte, wodurch sich Kohlensäure und Gas zu einem starken explosiblen Gemisch verbanden, das durch Funken entzündet wurde. — 3m benachbarten Raunheim wollte ein sechsjähriges Bübchen sich die Pfeife seines Vaters anzünden. Dabei setzte es sich auf das Bett, und als es das Streichholz in Brand hatte, ließ es die Flamme fallen, so dah das Bett in Brand gerirt. Ehe die bestürzten Eltern den Kleinen retten konnten, war er so schwer verbrannt, dah er im Krankenhaus zu Wetzlar gestorben ist. Einweihung des Marburger Hallenschwimmbades. ][ Marburg, 23. Febr. Am heutigen Sonntag tourte in Anwesenheit der Vertreter der Behörden, sowie zahlreicher geladener Gäste, darunter der Vorsitzende des llniversitätsbundeS Marburg, Geh.-Rat H a e u f e r (Höchst), Landeshauptmann v. Gehren un> Regierungspräsident Dr. Friedensburg das neue Marburger Hallenschwimmbad (nach der Gattin Geh.-Rat Haeufers „Luisa-Bad" genannt) mit einem schlichten Weiheakt seiner Bestimmung übergeben. Oberbürgermeister Mueller dankte in seiner Weiherede Geh.-Rat H a c u s e r, dem Staat und den übrigen Geldgebern, durch deren Hilfe die Errichtung des Bades möglich gewesen ist. 3m Ramen der Staatsregierung überbrachte Regierungspräsident Dr. Friedensburg Glückwünsche und betonte dabei, dah' Marburg die feierte Stadt im Regierungsbezirk Kassel fei, die nun ein Hallenschwimmbad ihr eigen nennen könne. Die Glückwünscke des Ministeriums für Kunst, Wissenschaft und Volksblldung, sowie der preußischen Unterrichtsvertoaltung und der Llni- feerfität Marburg überbrachte llniversitätskurator v. H ü l s e n Anschließend folgten schwimmsport- liche Vorführungen der Marburger 3ugend und Vereine. Umrahmt wurde die Feier von musikalischen Darbietungen der Kapelle deS hiesigen Ausbildungsbataillons. Aus dem Amtsverküudigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Dir. 14 oom 25. Februar enthüll: Die Verordnung über die Herstellung, Aufbewahrung und Verwendung von Azetylen usw. — Schlachthausanlage des Metzgers Wißner zu Rüddingshaufen. — Schweinezwifchen- zäblung. — Aushändigung der «Hessischen 93er« faffuna". Feldbereinigunaen Heuchelheim, Langd und Großen-Buseck. — Polizeioerordnung über Schlachtungen und Notschlachtungen in der Gemarkung lvießen. — Dienstnachrichten. Vücheriisch. — Di« amerikanische Dichtung bet Gegenwart. Von Professor Fr. BrunS. Wisconsin in Madison (VII u. 128 S.), gr. 8°. Geh. 4,80 Mk., geb. 6,40 Mk. Verlag von B. G. Teubner, lfeipzig und Berlin, 1930. (42) — Die Einleitung schildert, wie sich in Amerika nach Erlangung der politischen Unabhängigkeit allmählich ein bodenständiges Schrifttum entwickelte; sie gibt außerdem in knappen Strichen ein Bild der geistigen und materiellen Entwicklung Amerikas im neunzehnten 3ahrhundert. 3m Hauptteil bietet der Verfasser, der von Kind auf in Amerika zu Hause ist. die Darstellung des Werdeganges der amerikanischen Dichtung von 1890 bis auf die Gegenwart. 3n drei Abschnitten werden Roman, Lyrik, Dersepik. Drama behandelt. Das Buch zeichnet sich durch eindringlich geschriebene 3nhaltsanga^en au8; knappe Analysen einer Reihe von Romanen und Dramen verleihen dem Bilde frische Anschaulichkeit. Einzelne Gedichte werden im Original zitiert. — Dr. Alfred Drauchle: Hypnos« und Autosuggestion. R eiern? ü.üfeeif I* Bibliothek Rr. 7028. Geh. 40 Pf., geb. 80 Pf. (739) — Das Büchlein g’.bt zuerst einen g sichtlichen Abriß, bringt dann die persönlichen Eindrücke des Verfassers bei Couz in Rancy und schildert darauf den eigenen Fall und fremde Fälle der suggestiven Heilung. Die Grundgesetze der Suggestion und der Ableitung der Selbst- beeinfluf'ung aus den h)pnot!schen Grunderscheinungen sind in besonderen Kapiteln dargestellt. Der Einfluß seelischen Geschehens auf körperliche Krankheiten ist über den Begriff des organisch älnbewuhten verständsich gemacht. DaS ganze Werl gipfelt in einer Erziehung zur Hygiene der Rerven, zur Selbstb'Handlung im Fall« seclifcher und körperlicher Erlrankungen und zu einer bejahenden, fröhlichen Lebensauffassung. — Wörterbuch der Rechtschreibung von Studienrat Wilhelm Ede. Brosch. 1,70, steif kartoniert 2,00 Mk- A. Martini & Grütte- fien, G. m. b. H.. Elberfeld, 1930. (33) — Der Verfasser hat es unternommen, in einem handlichen Wörterbuche alle Wörter und Redewendungen zusammenzustellen, deren Schreibung nach den im Unterricht gesammelten Erfahrungen Schwierigkeiten bereitet. — Die Kunst. (Verlag Bruckmann, A.-G. München.) Vornehmlich Werke der Malerei sind in dem der schönen Kunst gewidmeten Teil deS neuen Heftes zu sehen. Wir werden in das Schaffen des Malers August Macke eingeführt, unter desfen Augen und Händen ganz einfach« Dinge im Bild erstehen und eine starke Sprach« finden. Der Wiener Maler Ernst Huber, Felic« Casorati als Vertreter der Malerei des heutigen 3taliens, sind u. a. mit Abbildungen ihrer Kunst vertreten. Ein ideal gelegenes Landhaus wird uns in dem der Wohnungskunst gewidmeten Teil in zahlreichen Abbildungen der Außen- und 3nnenarchitektur und seiner landschaftlichen Anlage vorgeführt. — „W estermanns Monatshefte" bringen wieder eine Auslese intere,'sanier, teilweise hochaktueller Beiträge über „Mode und Sport", „Berlins schöne Frauen", ^Wetter und Laune", „Wende der Luffahrt". Eine Arbeit Walter Dloems zeigt die Ergebnisse seiner Amerikareise. Don dem Träger des Literaturpreises der europäischen Zeitschriften, Ernst Wicchert, gelangt di« spannende Rovelle ,Der Schnitter im Mond" zum Abdruck. — Franz Friedrich Oberhäuser plaudert in einem Beitrag in der Rr. 4432 der 31 tust r i r t e n Zeitung (Verlag 3. 3. Weber. Leipzig) über seine Eindrücke von einem Desuch der Stadt Chikago. Dann folat ein interessanter Bericht aus dem ,Herbarium Der Weltgeschichte", dem Zentralarchiv des preußischen Staates. Außerdem enthält die Rümmer u. a. einen Artikel über den Maler und Graphiker Ferdinand Etaeger, dem eine Reihe von Bildern feiner besten Gemälde beigegeben find. und. Lehrer raten zu dieser Haferspeise als erstes Frühstück. — In 3 — 5 Minuten täfel* fertig. Schutzmarke und Name bürgen für Güte und Bekömmlichkeit — frei von Staub — frei von Spelzen. Quäker Rajiidffocfan ItrJ8 FurdieFastnaditsbackerei Weiienmehl, feinstes Kreppeimehl, I Pfund SS Pf 70 cm breit, Hortest u. tiefschwarze Qualität 6.80, Frische Eier, 10 Stück 1*58, 1.48 o. 1.L8 M M 70 cm breit hochglänzende, tiefschwarze Qualität. 8.50, flOO 90cm breit, Lindener Chiffonsamt allerbeste Qualität 12.50, Ullstein-Schnittmuster- Lager e 64OA — Warenabgabe nur an Mitglieder! '>21A 2 Kapellen 2 Sektbars liefert 1490D Kinder-Kostümfest! neftcllt. [16691) Um 4 Uhr großer Festzug erteilt Wir machen die Einwohnerschaft frei Hof 1416D MDoWW am Donnerstag, dem 27. Februar Oer Vorstand des Bezirksverbandes Gießen. 1538V öen Mvsu öer 5oWÄ 1630 kräuter als Hausmittel erhalten Beachten Sie bitte unsere Schaufenster. i c um 20 Grad Tech ..Arvh dH« l|(6eten ^'rgspasie i-^ung fini) Lm,t 'hre -5j,btU(fen ek oder ^5 Mit A, 4.^« Öligen ^ei öj Ä !^neeSoi F astnachtdienstag im Hotel Schütz Mowack H 1 Gießen, Seltersweg 85 O-l II" Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Großes Doppel-Programm 1. Schlager; SymphoniederLiebe Gesellschaftsdrama in 8 Akten. In d. Hauptrollen: Vivlan Gibson und Grit Haid. 2. Schlager: Das süße Mädel von der Jazz-Band Filmschauspiel in 6 Akten. In den Hauptrollen : Carmen Carteliieri und Eugen Neufeld. - Sowie: Die neuesten Tagesberichte aus aller Welt. Große Faschingsredoute in sämtlichen Restaurationsräumen Hon eine vet Lrde ausrei ran Sinne b hinzu, dak b öet Sonne ( der Tempere «ine ebenfoL Mhängigkeil i Ängst nicht Zustand odi'i und die xrfo ' gleicher Weis- Aber troßb diese Bebinou I daus« oon 3t ! &B. schon v tig, bab auch | ja auch nur ' mag an ihre r 5000 bis 60 I bereits auf I ? mer weiter Aus welchen van chr aussen wir nie ’ jltns nicht I «her wir toi ' Millionen I QCßebcn Hal. sknllich perjt «!e Millione >r eine ober ,c*rofien W lasten, ma •lu sürchten, °uch immer gleich zu bet .■? «rschwit Neuerdina- iMachf, bje i ?^len lasset arten zu mMCIgan Preisen die BrOhl'sch« Druckerei, OleBen, Schulstraße 7, Anruf Nr. Schellfische o. K. I Kabliau o. K. | SuchkotcleitS 1 Fiichfilets Bratschellfiiche Notzungcu lebende Karpfen lebende Schleien irische Bücklinge frische Svrottcn fr. aer. Schellfische Miotao Babnbofürahe 59 Telephon 3^66 i|B?es und daher kaum beachtetes Stern- lern plötzlich zu bedeutender Helligkeit anwächst. Ülad) einer, zwar gelegentlich beftritt-nen, im ganzen :bcr doch wohl gut begründeten Theorie des vor einiger Zeit in München verstorbenen Sternforschers doh Seeliger rührt dies daher, daß der Himmelskörper in einen Weltnebel gerät und sich da- bind) in ähnlicher Weise erhitzt, wie die Meteore bei ihrem Sausen durch die Luft. Würde nun ein ähnliches Schicksal die Erde oder auch nur die Sonne bl treffen, so wäre die Hitzesteigerung so gewalt'g, ba| alles Wasser auf der Erde verdunsten würde, somit also alles Leben sein baldiges Ende fände. !ll»er wenn nun auch solche Ereignisse an sich nicht kllen sind, so liegt dies doch nur daran, daß es Diele Millionen von Sternen gibt, von denen dann brr eine oder der andere von einem solchen Schicksal betroffen werden kann. Uns hierdurch beunruhigen zu lassen, wäre etwa ebenso töricht, wie die Gefahr .jv fürchten, vom Blitz erschlagen zu werden, was ui d) immer wieder vorkommt, ober doch im Verreich zu der großen Zahl der Menschen in einer in r verschwindenden Zahl von Fällen. Neuerdings werden noch andere Gründe geltend gemacht, die uns angeblich einen Weltuntergang be- üechten lassen müssen. Das ist zunächst die Frage und die verschiedensten anderen Einflüsse würden in gleicher Weise für das Leben verderblich wirken. Aber trotzdem können wir wohl sagen, daß alle Nese Bedingungen so festliegen, daß sie sich nur im Haufe von Jahrmillionen merklich ändern. Dies gilt ',.D. schon von der eonnentemperatur. Es ist rich- iiq, daß auch die Sterne altern. Unsere Sonne, die ■je auch nur ein Stern neben Millionen anderer ist, mag an ihrer Oberfläche etwa eine Temperatur von 51)00 bis 6000 Grad haben, und sie ist in der Tat ■bereits auf dem absteigenden Ast. Sie kühlt sich immer weiter ab, aber doch nur ungemein langsam M!(U5 welchen Quellen sie die ungeheure Menge der Avon ihr ausgestrahlten Wärme wieder ergänzt, kön- •f|nen wir nicht mit völliger Sicherheit oder wenig- -’Ältend nicht mit unbedingter Vollständigkeit sagen: •■oher mir wissen aus der Erdgeschichte, daß es viele Millionen Jahre auf der Erde Pflanzen und Tiere Von profeflor Or. Küsiermann. Nachdruck verboten! Solange cs Menschen gibt, hat man, wie es icheint, auch schon vom Untergang der Welt gejpro- uyn. Eine besonders große Rolle haben dabei immer religiöse Weissagungen gespielt; so verschieden i? Gedankenwelten sind, die uns etwa aus der Apokalypse und der Edda entgegentreten, in der Vorstellung über einen Weltuntergang, eine „Göt- herbammerung", treffen sich beide. Auf einem etwas k rheren Blatt stehen die Welluntergangsgedanken, kce an Vorstellungen aus der Stern welk anknüpfen. 7>ie Aometenfurcht freilich gehört wohl vergangenen , >dten an; wir wissen, daß die Erde durch den üchwanz eines Kometen hindurchgehen kann, ohne laß wir es überhaupt merken. Aber nun werden die verschiedensten anderen Gründe angeführt, die an- fieblid) das Leben auf der Erde mit einem baldigen bnde bedrohen. Nun ist eines freilich zuzugeben: Die Bedingungen, unter denen Leben in unserem Sinne bestehen linn, sind gar eng begrenzt. Die Temperaturen der '.Zeltkörper an ihrer Oberfläche können, soweit wir liessen, zwischen 273 Grad unter Null und etwa 3'JOOO Grad über Null liegen. Was will es gegen- nber diesem ungeheuren Zwischenraum besagen, ir«nn sich die Temperatur der Erde durchschnittlich um 20 Grad abkühlte oder 30 Grad steigerte? Aber ichon eine vergleichsweise so geringfügige Aenderung DÜrde ausreichen, dem organischen Leben in unse- . in Sinne das Lebenslicht auszublasen. Es kommt hinzu, daß die Erde — wie mir alle wissen — von her Sonn« abhängig ist, eine erhebliche Aenderung bei Temperatur der Sonne zieht mit Notwendigkeit eine ebensolche der Erde nach sich; und dabei ist die Abhängigkeit des Lebens von der Temperatur noch iongst nicht die einzige! Erhebliche Aenderungen im ■Mtanb oder in der Zusammensetzung unserer Lust n® ändert 'hl'"Kleider, ^unseren Weisen n , UP9 b drücken eben mehrere Lokomotiven denSchnee» lilug oder die Schneeschleudermaschine vor sich |ei. Mit Autos lassen sich derartige Kräfte nicht entwickeln. älnfer Verkehr verlangt aber jetzt iu.H im Winter schneefreie Straßen und Gebirqs- rasse. Er ist durch das Auto ganz erheblich zevachsen. Ein großer Teil der Beförderung dot Personen und Gütern erfolgt jetzt wieder auf 5er Landstraße. Die Statistik der Eisenbahnen lrhct sogar, daß der Anteil des Kraftwagens unt Güter» und Personenverkehr immer mehr a,-wächst. Seine Bedeutung ist derartig gewor» kr, daß es nicht mehr angeht, diesen Verkehr iuf wichtigen Strecken monatelang einzustellen. Damit erwuchs der Technik eine neue Aufgabe. Dei der Lösung der Frage, wie man die Straßen inl insbesondere die Gebirgspässe schn e e f r e i hält, ist man bisher im allgemeinen kn gleichen Weg gegangen wie bei der Eisen» sahn. Es wurden Schneepflüge der verschiedensten 4lrl durchgebildet und Schnecschleudermaschinen icnslruiert, bei denen der Antrieb in der Regel iurch einen Kraftwagen erfolgt. Diese Kraft» tigen wurden auch nach Art der Tanks ein- brachtet. also mit Raupenketten ausgestattet. Bis Trotz aller Fortschritte unserer Technik ist es bisher noch nicht gelungen, im Winter einen liieren Verkehr auf den Landstraßen und ins» kiondere auf den über große Hohen führenden Gebirgspässen zu ermöglichen. In dieser Be» Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberhessen) Aus Natur und Technik. der Zertrümmerung der Atome. Vielfach trifft man auf die Vorstellung, wenn erst die ungeheure Energie, die ohne alle Frage in den Atomen schlummert, an irgendeinem Punkte entfesselt sei, sie auch auf die übrigen Atome zerstörend wirke; man denkt sich des etwa wie sich eine chemische Umsetzung, beispielsweise ein Brand, infolge der durch sie selbst erzeugten Wärme weiter ausbreitet, also sich sozusagen selbst fortzeugt. Nun wissen wir freilich über die Natur des größten Teiles der Atomenerg e, nämlich der Energie des Atomkerns, so gut wie nichts oder nur das eine, daß es bisher nicht gelungen ist, sie in irgendeiner Weise zu beeinflussen. Man kann deshalb solche Möglichkeiten, wie die des Atombrandes, nicht ohne weiteres von der Hand weisen. Aber es liegt eigentlich kein rechter Grund vor, zu befürchten, daß unsere Nachfahren, wenn sie wirklich einmal die Atomenergie beherrschen lernen, bann mit ihr ebenso leichtsinnig umgehen würden, wie das berühmte Paulinchen im „Struwelpeter" mit dem Feuerzeug, als die Eltern beide aus waren. Eine gewisse Furcht ist anscheinend auch von der durchdringenden Raumstrahlung heroorgerusen worden, die, nebenbei bemerkt, zu Unrecht Millikan- Strahlung genannt wird, weil sie in erster Linie von deutschen Gelehrten, wie Heß, Kolhörster und anderen erforscht worden ist, womit natürlich die Verdienste des großen amerikanischen Physikers nicht geleugnet werden sollen. Auch diese Strahlen, deren Durchdringungskrast allerdings erstaunlich ist, können uns nicht gefährlich werden; denn erstens ist ihre Stärke trotz ihrer Durchdringungskraft so gering, daß es sehr schwierig war. sie zu entdecken, und zweitens schützt uns auch die Luft vor allzustarker Wirkung der Strahlen. Sollte sich die Lufthülle der Annahme, zu der jedoch nicht der allergeringste Annahme, zu der jedoch nicht der aller geringste Grund vorliegt, so lägen uns andere Gefahren viel näher als die durch die Strahlen aus dem Weltall. In 8000 Meter Höhe können Menschen nur mit H.lfe eines Sauerstoffapparates leben, aber von den Raumstrahlen werden sie nicht in erheblichem Maße behelligt. Würde sich also die Lust in dem Maße verdünnen, daß sich in Meereshöhe nur so viel Lust befände, wie jetzt auf der Höhe des Gaurisankar, so wären wir allerdings zum Erstickungstod verurteilt, da nicht jedermann zeitlebens aus einem Sauerstoffapparat atmen kann, aber die Raumstrahlen wären gänzlich unschuldig daran. Darum jedoch keine Angst! Die Lufthülle, die die Erde schon seit Iahrmillionen umgibt, wird ihr treu bleiben. Schließlich die Verlangsamung der Erddrehung infolge von Ebbe und Flut. Es ist richtig, daß die gewaltige Wirkung der Geze ten auf Kosten der Energie der Erddrehung geschieht. Die Erde dreht sich allo immer langsamer, und Tag und Nacht werden länger; aber dies macht im ganzen Jahrhundert nur einige Sekunden aus; wieviel, das kann fre'lich noch nicht mit voller Bestimmtheit gesagt werden, weil die Erddrehung aller Wahrscheinlichkeit nach auch aus anderen Gründen Heinere Unregelmäßigkeiten aufweist. Aber um mehr als einige Sekunden im Jahrhundert handelt es fid> jedenfalls nicht. Bis also unter gleichen Verhältnissen Tag und Nacht einige Stunden länger geworden sind, wird es immerhin 3600 Jahrhunderte, also über eine Drittel Million Jahre dauern. Und bis die Drehung der Erde gänzlich zum Stillstand kommt oder sich in einer lebengefährdenden Weise verlangsamt, werden wiederum Iahrmillionen vergehen; denn es ist nicht rocht einzusehen, was eine geringfügige Verlängerung von Tag'und Nackt für einen Schaden anrichten sollte. Mancher würde es sogar ganz freudig begrüßen, wenn er auf diese Weise Gelegenheit fände, sich etwas gründlicher auszuschlafen als bisher. Dis Maier-Gchiffsform. Von Max Fischer. Rachdruck verboten! „Navigare necesse est!“ — „Schiffahrt ist notwendig!" sagten schon die alten Römer; aber die Richtigkeit dieses Ausspruches hatte man schon viel früher erkannt, und die Schiffahrt blickt auf eine Jahrtausende alte Entwicklung zurück. Run sollte man denken, daß sich in dieser langen Entwicklungszeit die günstigste Schiffsform Frachtdampfer in Maierform. K ’-M .V-iV'toW* allmählich entwickelt haben mühte, da es ja ungeheuer viel Schiffe auf der ganzen Erde gab, so daß man reichlich Gelegenheit zu Vergleichen hatte. Es blieb daher ziemlich unbeachtet, als der Wiener Ingenieur Maier vor etwa zwanzig Fahren mit der Behauptung auftrat, die übliche Schiffsform mit dem senkrechten Vorder» und Hintersteven und dem von oben gesehen spitz zulaufenden Vorderschiff sei unzweckmäßig; man müsse vielmehr dafür sorgen, daß das Wasser von der Schiffsspihe nicht nur nach den beiden Seiten, sondcr.i auch nach unten abgedrängt werde, so daß die verdrängten Wasserteilchen einen mögl'chst kurzen Weg zurückzulegen hätten. Erst im Fahre 1926 hat die Hamburgische Schiffsbauversuchsanstalt die Gedanken Maiers aufgegriffen und Versuche mit der von ihm vorgeschlagenen Schiffsform gemacht; sie hat dabei festgestellt, daß die Maierform der bisher üblichen Form tatsächlich erheblich überlegen ist. Seitdem sind nun 21 Fracht- und Fahrgastschiffe teils mit Dampf-, teils mit Motorantrieb in der Größe bis über 19 000 Tonnen in der Maierform gebaut worden. Diese Schiffe haben, wie die Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure in einem glänzend geschriebenen Aufsatz von W. B r ü h l berichtet, nicht nur alle auf Grund der Mrdellschleppver'uche und d r Versuche mit einem Versuchsboot erwarteten Vorzüge gezeigt, sondern die aus sie gesetzten Hoffnungen in vielen Beziehungen übertroffen. Ein Schiff von der Maier-Schisssform sieht wesentlich anders aus als die bisherigen Schiffe. Wenn man seine Gestalt mit wenigen Worten kennzeichnen will, so muß man sagen, daß es fast in seiner ganzen Länge gleichlaufende senkrechte Wände hat, die sich erst unterhalb der Wasserlinie um etwa 45 Grad nach der Schiffsmitte zu umbiegen, wo sie etwa im rechten Winkel im Kiel aufeinander treffen. Vorn und hinten ist das Schiff nicht schlank wie bisher. Die Seitenwände sind vielmehr in einem kurzen Dogen bis zur Schiffsspihe geführt, so daß das Schiff sehr stumpf ist. Der Vordersteven ist nur in seinem obersten Teil annähernd senkrecht und verläuft dann, weit über der Wasserlinie beginnend, sich etwa unter 45 Grad rückwärts wendend, in einem flachen Dogen in den Kiel. Der Bug des Schiffes erinnert etwas an die Gestalt der Brust der Schwimmvögel. Die Vorteile dieser Gestalt bestehen nun darin, daß die Schiffe von Maierform bei 10 Knoten Fahrt 18 vom Hundert, also fast ein Fünftel weniger Ma'chinenleistung brauchen als die bisherigen Schiffe, oder daß sie bei gleicher Mg» schinenleistung einen halben Knoten Geschwindigkeit mehr haben. Außerdem sind die Schiffe seetüchtiger und führen geringere Stampfbewegungen aus. Sie können auch den Kurs besser halten und haben eine erhöhte Manövrierfähigkeit, die sich namentlich in Kanälen und Häfen günstig bemer.bat macht und ebenso w e de erhöhte Seetüchtigkeil einen Gewinn an Reisegeschwindigkeit ergibt. Selbst bei hohem Seegang kommt es bei den Maier^chiffen viel seltener als bisher vor, daß die Schraube austaucht, was ebenfalls wieder einen Gewinn an Reisegeschwindigkeit herbeiführt. Das gegen die anlaufenden Wellen fahrende Schiff bohrt sich nicht in diese Wellen ein. sondern wird sanft von ihnen emporgehoben. Durch die Form des Bugs wird das Wasser nach der Seite zu abgewiesen, so daß keine Brecher auf das Deck kommen. Reben der Vergrößerung des Decks und der Laderäume namentlich im Vorderschiff ist also die Uebertegen- heit der Maierschiffsform über die bisherige Form in jeder Beziehung erheblich. aber damit eine längere Strecke schneefrei gemacht ist, vergehen unter Umständen mehrere Stunden. Das Ideal wäre es, wenn es gelingen würde, Mittel und Wege zu finden, bei denen man auf die Entfernung des bereits gefallenen Schnees überhaupt verzichten kann. Die Straße müßte derart ausgestaltet werden, daß auf ihr überhaupt kein Schnee liegen bleibt und daß sie auch im Winter ständig genau so befahrbar ist wie im Sommer. Daß Derartiges ausführbar sein soll, erscheint geradezu undenkbar, älm so bedeutungsvoller wird ein Versuch, der nunmehr an einem hoch gelegenen Pah Amerikas zur Durchführung kommt. Die Unwegsamkeit dieses Passes, der alljährlich monatelang unter Schnee liegt, macht sich äußerst unangenehm geltend. Bisher ist es noch immer gelungen, den größten Teil des Weges mit den gewöhnlichen technischen Hilfsmitteln schneesrei zu machen. An einzelnen Stellen aber ergeben sich besondere Schwierigkeiten. Insbesondere ist dies in einem Einschnitt der Fall, wo sich der Schnee besonders stark ansammelt. Kommt man über diesen Einschnitt nicht hinweg, so war auch alle andere Mühe vergebens. Deshalb hat man nunmehr zu einem ganz eigenartigen Mittel gegriffen, von dem man sich das beste verspricht. Unter der Straßendecke werden auf eine Länge von etwa drei Kilometer Dampfrohren verlegt. Die Straßendecke wird besonders befestigt, so daß die Röhren auch durch schwere Lastwagen nicht beschädigt werden können. Sobald Schnee zu fallen beginnt, wird überhitzter Dampf durch die Röhren hindurchgeleitet. Dadurch wird die Decke soweit erwärmt, daß aller Schnee sofort abschmilzt und in Form von Wasser abläuft. Die Strahenober- fläche bleibt schneefrei. Der Paß ist während der Monate für den Verkehr offen, in denen er sonst wegen dieser drei so stark verschneiten Kilometer vollkommen unwegsam war. Das Verfahren ist derart einfach, daß es vielleicht bald auch auf anderen Gebirgspässen Anwendung finden dürfte, wo die Verhältnisse ähnlich liegen. Auch sonst führen die Anforderungen, die der Autoverkehr an die Landstraßen stellt, zu immer neuen technischen Maßnahmen. Die Frage, wie die zukünftige Autostraße aussehen wird, dürste vielleicht erst in Fahren oder in Fahrzehnten vollkommen geklärt sein. Um zu erkennen, welche Art von Straßendecke sich am besten eignet, welche am dauerhaftesten, am billigsten und am wirtschaftlichsten ist, hat man schon früher besondere Versuchsstoecken eingerichtet. Sie waren mit Decken der verschiedensten Art versehen. Auf ihnen fuhren unentwegt Autos im Kreise umher. Man beobachte.e den Verschleiß und sonstige eine Rolle spielende Umstände. Es hat sich jedoch gezeigt, daß es auf die 2>eae allein nicht ankommt. Der Untergrund spielt eine größere Rolle, als man bisher annahm. Auf ungeeignetem Untergrund nützt auch die beste Decke nichts. Deshalb hat man nunmehr begonnen, die Erschütterungen genau zu studieren, die sich von der Straßendecke her auf den Untergrund fortpflanzen. An verschiedenen Automobilstraßen wurden zu diesem Zwecke Seismographen aufgestellt, also die gleichen Instrumente, die man auch zur Aufzeichnung der durch die Erdbeben hervorgebrachten Erschütterungen verwendet. Mit Hilfe dieses Seismographen werden alle Einzelheiten versolgt, die in der Rähe der von Autos und insbesondere von Lastkraftwagen befahrenen Straße im Fnnern der Erde vor sich gehen. Es wird beobachtet, wie weit sich wageMittwoch, 26. Februar 1950 Wenn man ein Schiff in Maierform betrachtet, so wird ihm jeder, der die stumpfe Spitze sieht, einen erhöhten Fahrwiderstand gegen die bisherigen Schiffe mit schlanker Spitze zuschreiben, wie wir gesehen haben, zu Unrecht. Diese gefühlsmäßige Einstellung, über die man nur schwer Hinwegkommen kann, mag wohl der Grund fein, daß man die von Maier erdachte Schiffsform lange Fahre unbeachtet gelassen hat; wie aber die Erfahrungen wieder einmal zeigen, können solche Gefühle trügen, und in der Technik geht überhaupt manchmal Probieren über Studieren. Häufig ist es so, daß man durch Versuche eine überlegene Form irgendeines Gegenstandes findet, während man die Gründe für die Ucber- legenheit erst nachher theoretisch ermitteln kann. Fm vorliegenden Falte war es freilich umgekehrt, und das ist eigentlich sehr mertwürdig. Das dritte Rad am Flugzeug. Von Franz Neumann. Rachdruck verboten! Mancher Besucher eines Flugplatzes wird vil- leicht schon bemerkt haben, daß ein Flugzeug zwar am Fahrgestell zwei Räder HU. daß es aber mit dem Schwan; nicht auf einem Rad sondern auf einem sogenannten Sporn ruht. Vielleicht hat er sich gefragt, warum man nicht auch hinten ein Rad anbringt, denn der Sporn macht sich auf den Flugplätzen sehr übel bemerkbar, indem er die mühsam gep,l:gte Grasnarbe zerreißt, ja sogar Zement- und Betonbahnen beschädigt. Diese berechtigte Frage ist dahin zu beantworten: Es ging leider bisher nicht anders, denn die Flugzeuge hatten keine Bremsen, Hätte man sie also ganz auf Räder gesetzt, so wäre ihr Auslauf nach dem Landen zu groß geworden, man hätte noch wesentlich größere Flugplätze gebraucht, und selbst dann hätte man sich der Gefahr ausgesetzt, mit dem Flugzeug gegen em Gebäude oder ein anderes Hindernis zu rennen. Da nun die Flugzeuge immer größer und damit die Beschädigungen der Flugzeuge durch ihre Sporne unerträglich werden, hat die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt versucht, den Er atz des Svorns durch ein Rad oder wenigstens eine Kufe unter dem Flugzeugschwanz möglich zu machen, und zwar hat sie sowohl das Rad wie die Kufe so gestaltet, daß sie sich von selbst in die richtige Richtung einstellen. Wie man das macht, ist ja von den Gepäckkarren aus den Bahnhöfen oder von den Rollen unter Möbelstücken her allgemein bekannt. Aber die Ersetzung des Sporns durch diese beiden Mittel war eben nur möglich, wenn man das Flugzeug gleichzeitig mit einer Bremsvorrichtung aus- stattete. Eine solche Dremsanlage, wie sie die G 38, das Riesenflugzeug von Funkers, auch schon hat, weil ihr Schwanz auch auf einem Rad ruht, hat nun die Versuchsanstalt in Zusammenarbeit mit der Elektronmetall-Eesell'chaft entwickelt. Dabei werden die beiden aus Elektron mit Lustreisen bestehenden beiden Vorderräder gebremff, und zwar können sowohl beide gleich stark wie auch jedes einzeln gebremst werden. Elektron hat man deshalb gewählt, weil das Elcktronmetall bei guten Festigkeitseigonschaf ten noch leichter ist als Aluminium. Es wird z.B. auch für die Räder der Berliner Omnibusse verwendet. Diese Dremseinrichtung hat sich nun in Verbindung mit dem dritten Rad und der Kufe sehr gut bewährt. Richt nur, daß der Auslauf der Flugzeuge nach dem Landen auf weniger als die Hälfte verkürzt wird, das Flugzeug liegt auch beim Fahren auf dem Lande fest in der Hand des Führers. Bisher konnte dieser nämlich nur ziemlich geradeaus fahren, da das Seitensteuer für die Luft bei der geringen Geschwindigkeit auf dem Lande fast wirkungslos ist. Wollte er einen Vogen fahren, so ging das nur so, daß sich ein Mann an die innere Flügelspihe hing und sie zurückhielt, was immer einen etwas merkwürdigen Eindruck machte und dem Stand der Flugzeugtechnik nicht entsprach. Das ist nun mit der Bremse anders geworden: Durch mehr oder weniger starkes Bremsen eines Rades kann der Flugzeugführer in jedem beliebigen Bogen fahren, ja, wenn er das eine Rad ganz feftbremft, kann er sogar auf der Stelle wenden. Erst damit gewinnt das Flugzeug auch auf dem Boden die erforderliche Beweglichkeit und ist unabhängig von Hilssmannschasten. rechte und wie weit sich senkrechte Stöße fort» Pflanzen, unter welchen Umständen sie schneller und unter welchen sie langsamer abflingen. Auf diese Weise hofft man, mit Hilfe der Erdbebenmesser allmählich genügend Erfahrungen zu sammeln, um auch den Untergrund und die Umgebung der Autostraßen derart auSbauen zu können, wie es die Zukunft des Verkehrs erfordert. Wir besitzen Feuerlöschgeräte der verschiedensten Art, auch Feuerlöschboote, die vom Wasser aus den Kampf gegen das Feuer auf» nehmen. Die neueste Einrichtung auf dem Gebiete der Feuerbekämpfung aber dürfte ganz entschieden ein Feuerlöschzug sein, der in Rord- amerika in Dienst gestellt wurde. Hier ereignen sich oft große Walin rände, gegen die es e gentlich kein Mittel gibt. Es dauert zu lange, bis Hilfe herankommt, und es fehlt meist an Wasser. Deshalb hat man jetzt einen Eisenbahnzug zufam- mengestellt, der aus einer Lokomotive, einem Wagen mit Dampfpumpe, einem Mannschaftswagen und einer ganzen Anzahl von weiteren Wagen besteht, auf denen große Wassertanks ausgestellt sind. Kommt durch die Flieger, die die Wälder beobachten, die Rachricht, daß irgendwo ein Brand ausgebrochen ist, so fährt der Zug möglichst nahe an die Brandstelle heran. Sehr lange Schlauchleitungen können gelegt werden. Die Dampfpumpe, von der Lokomotive aus mit Dampf gespeist, nimmt ihre Tätigkeit auf. Gewaltige Wassermassen werden in die Flammen geschleudert. Läßt sich die Brandstelle selbst nicht erreichen, so kann man mit Hilfe dieses Zuges dem Feuer doch wenigstens entlang der ganzen Bahnstrecke Halt gebieten. 7? CS rf ach'anst att sübrtt' bio Einrichtung mit • «r.:;ca -et ob und der Kufe kürzlich vor ’ r.crn .b:r Lu.tfahrt und Pr.s .D:rtr;t rn an i :/t brc'.jiotorige.i Flugzeug G 24 vor. Es war nur eine Stimme darüber, daß man einen ganz i' :.....•c;:a Fortschritt vor sich hatte, der es h' die - übrigens verhältnismäßig geringe — c/ u VitiVermehrung in Kauf zu nehmen. Leider Lu 1 :i nur RIllbcwcg-.'n en vorgeführt werden, aber leine Landung, weil dichter Rebel herrichte, so daß das Fliegen unmöglich war. Vielleicht hatte sich Petrus darüber geärgert, daß kürzlich ein Milchluftballon in Tempelhof aufgestiegen ist, und wollte zeigen, daß er das, Milchigmachen der Luft doch immer noch besser versteht als wir Menschen. Aber das war schließlich nicht so schlimm, denn man konnte auch bei Gelegenheit der Rollversuche sehen, in wie kurzer Zeit das schnell rollende Flugzeug durch die Bremsen zum Stillstand gebracht werden kann. Wirischast. Großfusion auf dem Reattrediimarkt. Tie seit längerer Zeit erwartete Fusion der Preußischen Pfandbriefbank und der Preußischen C e n t r a l - D o d e n k r e d t ■ A.-G. ist nunmehr, wie gestern schon gemeld.t. Tatsache geworden. Diese beiden großen Institute vereinigen sich auf paritätischer Grundlage. Die Form der Fusion erinnert an den Zusammenschluß der beiden Großbanken, der Deutschen Bank und der Direktion der Disconto-Gcfell- schaft. In dem neuen Institut ..Preußische Een- tral-Dodenlredit- und Pfandbrief-Bank", die mit einem Attienkapital von 36 Mill. Mark bei offenen Reserven von 27 Mill. Mark ausgestattet ist, wird der Raine der beiden in die Fusion gehenden Gesellschaften erhalten. Wie viele Fusionen, so ist auch diese eine aus der Rot der Zeit und den Aussichten der Branche, in diesem Falle der Voraussicht ichen zukünftigen Entwicklung des Realkre ntmarkteS, geborene; es handelt sich in erster Linie um einen aus Ratio- nalisierungsgründen erfolgen Zusammenschluß, der genau so wie bei der Fusion der beiden genannten großen D-Banken einen Abbau des Deamtenapparates beider Institute zur Folge haben wird. Die Fusion beleuchtet, wie gesagt, die gegenwärtige Lage am deutschen Kapitalmarkt und ist gleichzeitig Ausdruck für die Beurteilung, die man hinsichtlich der weiteren Aussichten des Realkreditmarktes in den Fachkreisen hat. Man muh bedenken, daß der Aufbau des Realkredits innerhalb der deutschen Wirtschaft in den Jahren nach der Inflation, die sie bis auf die Auf- wertungshyvotheien von der Belastung des Rcal- kredits überhaupt frei machte, in einem außergewöhnlich schnellen, noch nie dagewesenen Tempo vor sich gegangen ist. Aber nicht nur Tempo, sondern auch der Ilmfang dieses Wiederaufbaus ist so groß gewesen, daß bereits heute der deutsche Grundbesitz fast ganz neu mit Hypotheken belastet ist. Angesichts dieser Entwicklung, die zunächst infolge der im Jahre 1629 auf dem Kapitalmarkt vorhandenen Schwierigkeiten zu einem Abschluß gekommen ist, hat das Geschäft auf dem Realkreditmarkt aber auch deswegen eine bedeutende Einschränkung erfahren, to:il tatscch ich Be e hungsmö l'.chkeiten in dem früher gekannten Ausmaß nicht mehr vorhanden sind, mit andern Worten, weil gewissermaßen eine H y p o t h e k e n n o t sich ein- gcftcllt hat. Infolge dieser bedeutenden Einschrumpfung des Geschäftes hat sich notwendig eine gewisse Uebersehung innerhalb der Hypothekenbanken ergeben, die natürlich die Darlehnsbedingungen auf einem Stande hält, der verhindert, daß die von den internationalen Märkten ausgehende Verbilligung sich in vollem Ausmaß auch für die deutsche Wirtschaft, für die Bedingungen des deutschen Realkredits nutzbar machen läßt. Insofern ist also die Fusion zweier solcher Großinstitute des Realkredits zu begrüßen, als durch das neue Institut ein Druck auf d i e Darlehnsbedingungen aus- geübt werden kann, und ferner vor allem ein solches Institut einen größeren Auslandkredit genießt und das ausländische Kapital in ganz anderem Maße an sich ziehen kann, zumal die vier D-Banken in dem neuen vereinigten Pfand- briefinftttut mit ihren weitgehenden Ausland- beziehungen vertreten sind. Auch in dem Kommunique welches beide Hypothekenbanken über die Gründe dir Fusion heraus- gegeben haben, wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nur ein großes Institut, wenn überhaupt, in der Lage sein wird, den Ausland- markt dem deutschen Goldpfandbrief nachhaltig zu erschließen und das inländische Geschäft mit seinem übersteigerten W ttbewerb der Gesundung zuzuführen, die es im Interesse der Verbilligung der Darlch sbedingungen dringend bedarf. Wenn dies so offen zugegeben wird, so kann man wohl annehmen, daß der Konzentra- tionsprozcß sich bei den Hypotkfekenba. k.n weiter fortsetzen wird, daß also weitere Fusionen bevorstehen. Gute Entlastung der Reichsbank. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 22. Februar hat sich in der dritten Fibruar- woche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 122,8 Millionen auf 1768,4 Millionen Mark e r - mäßigt. Im einzelnen haben die Bestände an Reichsschatzwechseln um 50 000 Mk. auf 90 000 Mk. zugenommen, die Bestände an Handelswechseln und -Schecks um 99,3 auf 1620,4 Millionen Mk. und die Lombardbestände um 23,6 auf 54,7 M.llionen Mk. abgenommen. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 174,4 Mi 'tonen Mk. in die Kassen der Bank zurückgesl offen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 161,8 auf 4004,6 Millionen Mk., der Umlauf an Rentenbankscheinen um 12,6 auf 323,9 Millionen Mk. verringert. Unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 3.3 Millionen Mk. getilgt worden sind, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentcnbanfsckeinen auf 59,6 M llionen Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 651,8 Millionen Mk. eine Zunahme um 113,6 Millionen Mark. Die Bestände an Gold tind deckungsfähigen Devisen h^ben sich um 56,4 Millionen auf 2809 Millionen Mk. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 59,2 Millionen auf 2410,2 Millionen Mk. zugenommen, die Bestände an dcckungsfähioen Devisen dagegen um 2,8 Millionen auf 398,8 Mill. Mk. abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 56,4 v. S). in der Vorwoche auf 60,2 v. Sy, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 66,1 v. S). auf 70,1 v. H. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktien'ndex (1924 26 = 1Ö0) stellt sich für die Woche vom 17. bis 22. Februar auf 120,1 gegenüber 121,4 in der Vorwoche, und zwar in der Grupp» Bergbau und Schwerindustrie au 118 9 (120 4), Gruppe verarbeitende Industrie au 108,2 (109,3) und Gruppe Handel und Verkehr au 140,2 (141,5). * 5-Millionen-Mark-Schuldver- schreibungen der Lan desto mm unal- bank-Girozentrale. Das h-chische Gesamt- miniftcrium hat der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen in Darmstadt die Genehmigung zur Ausgabe von Schuldverschreibungen auf den Inhaber bis zum Betrage von 5 Mitt. Mk. verzinslich mit 8 v. H.. zur Beschaffung von Mitteln für kommunale Bedürfnisse erteilt. * Dolerit - Basalt AD., Köln. Der aestr'gen Aufsichtsrat sihung der G.'fell'fchaft lag der Abschluß für 1929 vor, eines der schwierigsten Jahre der Dasattindustrie seit ihrem Bestehen. Die Monate Januar bis März brachten infolge des langen, harten Winters erhebliche Betriebsverluste, die bei befriedigendem Auftragsbestand erst in den nächsten drei Wochen ausgeglichen werden konnten. Die bessere Beschäftigung war aber nur von kurzer Dauer, da trotz der Vorratsbeschaffung durch die Reich - bahn für 1930 die Drosselung der Ausgaben bei Staats- und Gemeindebehörden eine Einschränkung der Vergebung von Aufträgen zur Folge hatte, die schließlich sogar zur Stillegung eines erheblichen Teils der Werke führte. Immerhin wurden bei einer geringen Verbesserung der Liquidität die für erforderlich erachteten Abschreibungen verdient. Der Abschluß weist ein'chl. Vortrag einen Rohertrag von 643 123 Mark auf, aus dem ein Rohaewinn von 220 832 Mk. verbleibt. Rach Abschreibungen von 190 025 Mk. und Abzug von 15 720Mk. Tantiemen gelangen 7057 Mark zum Vortrag. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 26. Febr. Tendenz erholt. — Nachdem der g.strige Prämienerklärungstag ohne Reibung überwunden wurde, hielt sich auch im heutigen Vormittagsverkehr noch die Besserung der Stimmung und eine Belebung des Geschäfts trat ein. Es waren Momente vorhanden, die eher weiter zur Zurückhaltung mahnten. Vor allem verstimmte der Sturz des noch nicht in Tätigkeit getretenen Kabinetts Chautemps und die schwachen Auslandbörsen. Aber auch die anhaltende Orderlosigkeit blieb nicht ohne E.nfluß. Kurz vor Festsetzung der ersten Kurse trat jedoch ein Tendenz- umld)u)ung ein, und die Stimmung wurde allgemein freundlicher. Die Kulisse zeigte trotz der immer noch ungeklärten innerpolitischen Situationen etwas mehr Dcckungsneigung. Auch die vorteil- haften Geldmarktverhältnisse, in deren Zusammenhang neuerliche Diskontfenkungsmaß- nahmen aktuell wurden, konnten jetzt etwas mehr Eindruck machen. Ebenso wirkte die stärkere Entlastung des Reichsbankausweises nach. Da aber Aufträge kaum argeboten werden, blieb das Geschäft relativ gering, und die Kulisse schritt nur in einigen Spezialwerten zu Neuengagements. Gegenüber der gestrigen Abendborse ergaben sich überwiegend Erholungen bis zu 2 v. H. Etwas mehr in den Vordergrund treten konnten am Elektromarkt Siemens mit plus 3,5 und Schuckert mit plus 3,75 v. H. AEG. gewannen 2 und Geffürel 2,25 v. H. Am Chcmie- marlt waren Farben 1,5 und Scheideanstalt 1 v. H. erholt. Von Kunstseideaktien gewannen Bemberg 1 v. H., während Aku. nur wenig verändert waren. Am Montanmarkt war die Umsatztätigkeit in einigen Werten bei Besserung bis zu 2 v. H. etwas lebhafter. Banken lagen bis zu 2 v. H. fester. Reichsbank gewannen 3 v. H. Von Verkehrsaktien waren AG. für Verkehr auf Berliner Abitragekäufe gesucht und 4,75 v. H. höher. Renten lagen still und uneinheitlich. Im Verlaufe war die Umsatztätigkeit wieder engbcgrenzt. Aufträge fehlten. Die Kursgestaltung war nicht einheitlich, doch ergaben sich bei freundlicher Grundstimmung zumeist erneut geringfügige Besserungen. Siemens-Debenturs wurden mit 2,36 v-H. gehandelt. Am Geldmarkt wurde der Satz für Tagesgeld auf 7v. H. erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1905, gegen Pfund 20,369, London gegen Kabel 4,8610, gegen Paris 124,24, gegen Mailand 92,83, gegen Madrid 39,20, gegen Holland 12,1240. Berliner Börse. Berlin, 26. Febr. Wohl seit Monaten zum erstenmal ging heute, am Tage nach der Liquidation, der Report, der auf den Börsenkursen ruht, nicht gleich wieder verloren. Die Börse stellte sich mehr auf die g ü n st i g e n M o m e n t e ein, beurteilte die politische Lage ruhiger, ventilierte die Frage der Möglichkeit einer Londoner Diskontsenkung morgen und bekundete trotz der anhaltenden schlechten Arbeitsmarkflage eine gebesserte Auffassung für die Wirtschaftslage im kommenden Monat. Der Sturz des französischen Kabinetts Chautemps fand keine Beachtung, und auch die bekanntwerdenden Pläne betreffs einer Denzinsteuer konnten an der freundlichen Stimmung nichts, ändern. Diese wurde auch noch besonders durch eine Steigerung der Siemensaktien befestigt, die unter Berücksichtigung tcS Reports etwa 5 v. H. gewannen. Hervorge- rufen wurde diese Bewegung durch eine relativ höhere Taxe für das heute erstmalig zur Rotie- rung kommende Dezugsrecht auf die Siemens- Debenturs mit 6 v. H. Der Ordereingang war auch heute nicht viel größer, als an den letzten Tagen. Die Schweiz bekundefe lediglich einiges Kaufintereffe für Elektrowerte, und die Spekulation nahm kleine Rückkäufe vor, die, wie immer am Tage nach dem Ultimo, auf fehlende Limite schließen lassen und eine etwas irreguläre Kursentwickelung zur Folge hatten. Als besonders fest sind Kaliwerte, Polyphon, Elektrowerte, Schubert & Salzer, Zellstoff Waldhof und A.-G. für Verkehrswegen zu nennen. Letztere erschienen auf die Verwaltungserklärung in der heutigen Mor- aenpresse mit Plus-Plus-Zeichen. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer geschäftslos. Der Pfandbriesmarkt war noch unentwickelt, anscheinend aber wenig verändert. Am Geldmarkt trat zum Ultimo eine stärkere Rachfrage hervor. Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 8,5 v. H, Monatsgeld auf 6,75 bis 8,50 v. H., Warenwechsel auf etwa 5,90 v. H. Auch im Verlaufe setzte sich zunächst die Deckungsneigung fort, und die Kurse erfuhren weiter Heine Steigerungen. Später lieh das Geschäft aber wieder nach, und die Stimmung wurde etwas unficher. Spezialwerte wie Reichsbank, Schubert & Salzer und die Kaliwerte lagen bis zu 1,5 v. H. über Anfang, während sich 'anderseits Papiere, wie Polyphon, A.-G. für Verkehrswesen und Bergmann in demselben Aus- maß abschwächten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Febr. Auch am heu. ngen Produktenmarkt war die Stimmung lust. los. Von den unveränderten Auslandnotierungeir ging keine Anregung aus. Die Händler üblen starke Zurückhaltung. Das Angebot war gering, doch ergaben sich trotzdem Abschläge bis zu 25 Pfennig. Es wurden notiert: Weizen 25,75 CRoggcn 17,00, Sommergerste für Vrauzwech 17,5u—18,00, Hafer, inländischer, 15,50—15,75 Mms (gelb) für andere Zwecke 15,25, Weizen, mehl, suodeulsches Spezial 0, 38,00—38,75, Roq. genmebl 24,75-26,00, Weizenkleie 8,00-8,20. Roggenkiele 8,25. Tendenz: lustlos. — letzte Nachrichten. Ablehnung der Kabinettsbildung durch Tardieu. Parts, 26.Febr. (2DI23. Drahkmeldung.) lav dieu hat die Kabinettsbildung ab gelehnt und auf poincare verwiesen, dem er, Tardieu, seinen Beistand leihen wurde. ©cmlnnaustug Ohne Gewähr Nachdruck oerfHen 15. 8>ebunqsiaq 25 tfebruai I93Q 153752 161070 166825 174636 189355 195242 372734 110743 141390 149304 170345 191801 207485 244937 265335 287806 306502 326375 340030 361656 373251 394296 112601 142944 152835 183999 196152 213657 257801 268782 287985 307642 326471 342255 362372 373616 394636 209759 266312 319733 107680 128813 146306 166793 186758 204025 222145 264249 282946 293943 317602 332509 360941 3^5875 387168 224637 276809 330328 188589 228664 282409 332747 115117 144278 153152 184740 198277 219619 257928 274378 290668 308395 331013 355252 365361 375407 109803 131452 146335 169709 186980 206583 242616 264620 286761 294496 326265 335100 361368 368747 393873 238040 263791 285203 317344 337625 369897 12'580 144683 153975 183411 201446 220413 263478 275059 292444 315760 332023 356335 365436 386272 40 ©troinnt 15977 156511 177209 186447 256084 275816 301767 320823 335177 355857 376663 97228 129'-'S 160089 178678 205977 259'10 277036 3060'7 322609 338881 366507 389610 16'117 174364 243833 253657 74618 32909 83644 85'02 86477 108291 ------ ------ ---- 78 »evinn, ,v 600 T» 741 3561 20354 3U044 72568 73109 94459 95375 9H6' 3 104950 129694 136320 >5'594 194006 1986-5 263932 278247 335160 344887 2 Gewinn, ju 10000 TL 300685 4 »eo-inn« »b 5000 TL 295080 391379 6 Gewinn. ,v 3000 TL 170393 230631 391183 1 nAOö'umburg-2tmenta Patei ... 7 Hamburg-Sübam.Dampsschiss. 8 Hanta Tampsschiss.....io Norddeutscher Lloyd.....« Jlllgemeine DeutscheCreditanst. 10 Barmer Bankverein .... io Berliner Handelsgelellschast . 12 Commerz und Prlvat'Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Tiaconto-Gesellschast, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank.......... Bergmann.........9 Elektt. Lieserungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10 selten L Guilleaume . . . 7U GeseUschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektriiltätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert 24 Eo.......n Siemens & Halske.....16 Transradto.........8 Lahmeyer & Co.......li Buderus...... , . . 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle......k Gelsenkirchener ....... 8 Harpener..........0 Hoesch Elsen........6V1 3,le Bergbau.......10 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuessen........7 Mannesmann-Röhren .... 7 Mansselder Bergbau ..... 7 Lberschles. Eilenbeoars .... 5 Cberldilet Soköwerle.....7 Phünlr Bergbau......6Vt Rhelnlsche Braunkohlen . . 10 Rhein stahl.........6 Riebeck Montan ...... 7,2 99.25 104 121.25 182 5 >->5.5 237,5 '48 25 149,5 286 >62 5 >63.5 126 >67,5 255 166 75 101 136,75 134,5 - 255 104 03,5 1.5 129.5 156.‘ — 150.5 289 164,5 169,6 187 258 5 138 10- 102.25 115 98.25 146 103,9 121.25 128.65 182 154.75 236 >47 5 >48.5 287 162 200 161 161,5 25 166.5 .29 142 160 Hl. 75 252.13 165 73,75 99.5 136 '36,1j 134.75 107.70 254 103 - 105 1 0 104 9 '01 239 0 >13.13 94.5 100 25 163,25 105.25 121.5 129,25 183.75 156.5 237 148 75 150 5 288 163.75 203 166 126,6 170 130.5 142.75 164 187 259 — 102 137.5 137 75 135.25 110.5 254 105,5 107.25 104,9 105 100,9 102 6 242.5 115,25 8% Pr. Landespsandbriesanslalt, Plandbrlele R. 17...... 8% Pr Landeopsandbriefanstal«, Komm.-Lbt. R. IC...... 7% Pr. Landespsandbriesanslalt. Psandbnele 81. 10...... ll.E.G. abfl. PorkriegS.Obligationen. rüchzablbar 1932 ..... 4% Ccfterretd)t|dte Goldrente . . 4,20% Oesterreichische'Stlberrente 4% Cefteneldtlldte NnheiUiche Rente........... 4% Ungarische Koldrente .... 4% Ungarische Staalorenle v. 1910 iVi% vesgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrente . . . 1% Türkische Zollanteibe von 1911 i% Türkische Bagdadbahn-Anl Serie 1.......... 4% ocegl. Serie II....... 5% Rumänische vereinh. Rente Bon 1903 . . . . . iyt% RumSnilche vereinh. Rente von 1918 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . :franf'un a. " . Berlin Bamnofen Schluß- t-Uhr« Schluß» Slniana» Berlin, 25. Jefruar ffelO 23 rief _ turs Kurs Urs Kurs yimcritaniiroe y/oien . . 4,163 4,183 25. 2. 26. 2 Belgische Noten . . . . 58,23 58,47 25. v. 26. 2. Dani'che Noten..... M - » 11.80 112 24 ISninfifAr . . 20 31 20 39 16.445 Bereinigte Stahlwerke . 101 — 100.25 101.25 französische Noten . . . 16,385 Llavt Minen..... Kaliwerke Aschersleben . . 16'/. . . 11 206 — 55 75 206 56.6 Holländische ilt lienische Noten . . . Noten . . . 167 51 21,955 168,19 22.035 Kaliwerke Westeregeln . . . 1' 208 — 208 210.5 Norwegische Noten. . . - . - 111 73 112,17 Kaliwerke Salzdelsurlh . . . 15 350 —- 347.75 353 Deutsch Oestcrr ,5 wo Kronen 58.82 59.06 Numäniiche Noten . . . 2,464 2.484 ff. G. warben Industrie . . . 12 162,4 163.25 161,13 164 Schwedische Noten . . . 112 03 112,47 Dunamti Wobei .... . . . < Schweiter Noten .... 80,66 80.98 Ccheideanstalt..... ... 9 147 148 — Spanische Noten .... 51 95 52.15 Goldschmidt..... ... 5 69 68 69,13 Tschechoilowakische Noten . . 12.34 12.40 Mütgerswerke..... ... 6 75.d — 74.13 75 5 ungarliche vzoien • • • 72,94 73.24 Metallgelellschaft. . . . . . . k -.6.5 - 107 108 L/Cöi enmartl Berlin - Frankfurt a. M. Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg JemcntiDerl Karlstadt. . ... 7 . . 10 125 141.75 L6 95.5 25. Februar 26. Februar . . 10 — Amtlich. Nollcruaq Amtliche Olohtninfl Wand & Rrentag . . . ... 8 84,75 85,75 Geld 23rl t Geld ÄNI t.- Non. 167.82 168,1b 167.82 168.16 Schultheis Patzenhofer . . . 16 — _ 267,5 269 Bum-'AireS 1,578 1,582 1.568 1.574 Lstiverke....... . . 12 —— - 207 210 Brss.-?lntw. 58.31 58.43 58.31 53 43 Aku......... . . 18 no.5 110.5 IG9.5 110.5 Gbriftinnia. 111.90 112.12 111.88 112 10 Bemberg....... . . 14 160 161 158 160,5 Kopenlmg.'n 112,07 112.29 112.05 112 27 Zellktoss Waldhol . . . . 13'/. 201-25 205,25 Stockholm . Helsingfors. (Italien. . . London. . . 112.29 112.51 112.29 112 51 Zellstoss Aschapenburg . Charlottenburger Wasser . . 12 ... 8 — 150.75 150 l04.i 149 106,25 10.523 21.915 10.543 21.955 10 525 21.925 10.545 21 965 Dessauer Gas..... . . . 9 — — 168 171 75 20.348 20,388 20 342 20 382 Daimler Motoren . . . . . . 0 — — 37.25 38 V.'eunork . . 4.185 4.193 4,1855 4.1935 Deutsche Linoleum . . 242 — 240.5 245 Poris. . . . Schweiz .. 16,38 16.42 16.37 16.41 Maschinenbau A.°G. . . . . . 0 — 44.9 80,745 80.905 80.735 80.895 Rat. Automobil ... . . . 0 — - 18.5 —- Sva ten . 52.15 52,25 52.00 52.10 Crcnfleln & Koppel . » . . . e — — 73,7t) 75 Japan .. . Mio de Jan. Wien in D-> Ceft. abgest 2.059 2,063 2.057 2.061 Leonhard Tietz .... . . 10 — 160 '59 160 0.470 0.472 0 470 0 472 Svenska....... - 337.5 336 58.93 59,05 58.935 59.055 frankfurter Malchinen . • . . 41 36 37,25 36 75 — Prag . . . . Bel irad . . 12.395 7.371 12.415 7 385 12.397 7 369 12 417 7.382 fflrihner ...... Hevllgenstaedt . . . . ... 6 . . . 0 18.75 — 48 — Dudav"'t. . Bul arien 73,12 3,032 73.27 3,03 73 13 3.032 73 27 3 038 Iunghans...... 45 — 44,9 — "'ssadon 18.83 18.87 18 83 18 87 veairoene.........v Malnkrastwerke Höchst a. M.. .8 ■ 05 5 107 — — Tani'g. . . Konst ntirr. 81,35 1,773 81,5 1.7 T 81.34 1.783 81.80 1.787 a>nan. ....... 130 — 130 130,5 Athen. . . 5.415 5.425 5.415 5 425 Gebr. Roeder..... Bolgt & Haessner ... Süddeutsche Zucker . . . . 10 . . . 9 . . 10 ■ 18.^ 217 159 •— 218 158 Canada Utu uay. . Cairo . . . 4,162 3.666 20.865 4,170 3,674 20.905 4.164 3.666 20.865 4.170 3 674 20.905