Nr. 197 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 25. August 1950 Giehener Anzeiger Dnirf und Verlag: vrühl'sche UniverNILIr-vuch. unö Stehtörnderei B. £awge in Gießen. Sdfriftkttung und GefchästrNelle: Zchnlftraße 7. Annahme van Anjetge« für die Idgctnummtr bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Brett« örtlich 8. auttp&rt» 10 Nrichspfrnmg: für Be» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neich»pfennig, playvorschrift 20*, mehr. Lhefredakteur Dr. Fnrdr. Wilh. Lange. Beranttoonlich für Volitih Dr. Fr. Wilh. Lana,,- für Feuilleton Dr H Ihyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Ma? Filler, sämtlich in Giehen. Erich,in, täglich,anher Sonntag» und Friertagn veUaaen: Die Illustriert« Gtehen«r Famttienblätter Heimat im Bild Di« Scholle ■•Bau-Bezugspreis: 2.20 N«>chsmarii und 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen ein;«lnerRummern mfolg« höherer Gewalt, zernlvrtchonlchlüße ■ni a (• ten kann und weiterhin kaufkräftig wird, so dah sie die einheimischen industriellen Erzeugnisse kaufen kann: 2. unsere gesamte Wirtschaftspolitik muh so gestaltet werden, dah in absehbar-«» Zeit 15 bis 18 Mill. Menschen vom deutschen Außenhandel leben können Der Wahlkampf gehe darum, ob wir den Willen, den Mut und die Entschlossenheit aufbringen, Staat und Wirtschaft unter allen Umständen in Ordnung zn bringen. Beide mühten als Einheit angesehen werden. Da es u n m öa I i ch sei, neue Steuern aufzutreiben und die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung beliebig zu erhöhen, bleiben nur Einsparungen auf der ganzen Linie und Drosselung der Ausgaben übrig Die Lage fei sehr ernst: trotzdem könnte sie gemeistert werden, wenn wir wollten. Das deutsche Volk mühte sich nur solidarisch als eine Einheit fühlen lernen. Sparsamkeit auf der ganzen Linie beim Reich, den Ländern und den Gemeinden sei jetzt da» Gebot der Stunde. Das Reich habe diesem Problem bereits Rechnung getragen durch die Streichung von 150 Millionen im laufenden Etat. Der nächste Reichsetat werde um weitere 200Millionen zusarnrnenge strichen werden. Die Länder und Gemeinden würden sich zu ähnlichen Mah. nahmen schon durch den Ausfall an Einnahmen gezwungen sehen. Notwendig sei auch der Abbau der Produktion »hemmenden Steuern. Die auf eine Senkung der Steuersätze abzielenden Gesetzentwürfe würden dem Reichstag im Herbst vorgelegt werden Dor allem notwendig fei ein arbeitsfähiger Reichstag, die Reichsregierung fei nicht gewillt, die Zügel schleifen zu lassen. Blutige Zusammenstöße in Bunzlau. Mit Steinen gegen die Polizei. — Drei Tote und ,echo Schwerverletzte. 3m Bunzlauer Odeon-Saal fand eine groß« nationalsozialistische Wahlversammlung statt, wobei es zu schweren Zusam- men st ö he n mit Kommunisten kam. Die Zusammenstöße wurden dadurch heroorgerusen, dah die Kommunisten die umliegenden Straften besetzt hielten, so baft die Lage gegen 21 Uhr Ziemlich bedrohlich wurde. Eine eingesetzte Motor- spritze wurde von den Kommunisten schwer bedrängt. Das Personal wurde angegriffen und die Schläuche in einen Teich geworfen. Dem ver- hältnismäftig kleinen Aufgebot der kommunalen Polizei und der Landjägerei gelang es nur mit äußerster Mühe, der andrängenden Menge standzuhalten. Einer nur lOföpfigen Postenkette standen über 1000 Demonstranten gegenüber. Als der Kriminalbeamte Melcher einen der größten Aufwiegler festnehmen wollte, wurde er durch einen Steinschlag zu Boden gestreckt. Sein Begleiter war sofort von der Mcnge umringt, die unter dem Ruf: „Drauf auf die Halunken" unter einem Steinhagel gegen b i e Polizeikette anftürmte. Da der Steinhagel gegen die Beamten immer heftiger wurde und die Demonstranten trotz aller Warnungen der Beamten immer wieder auf die Postenkette eindrangen, muhten die Beamten auf Befehl von der Schuh- muffe Gebrauch machen, da sie sonst überrannt morden wären Die Menge ging darauf zurück, nahm aber nach kurzer Zeit das Steinbombardement gegen die Beamten wieder auf. Erst mit Hilfe der Schutzpolizei aus Görlitz gelang es, die Ruhe wieder herzustellen. Nach dem amtlichen Bericht sind bei den Zusammenstößen drei Personen getötet und sechs verletzt worden, darunter drei schwer. Don den Beamten sind drei durch Steinwürfe erheblich verletzt worden. Somttaasradau in Groß-Verlin. 2lm Sonntag kam cs an verschiedenen Stellen Grob-Berlins zu politischen Zwischenfällen, bei denen die Polizei einschreiten und Verhaftungen vornehmen muhte. Es handelte sich um nationalsozialistische und kommunistische Demonstrationszüge, bei denen verbotene Uniformen und Verein-abzeichen getragen, Tranparente mit aufreizenden Inschriften mitgeführt, verbotene Lieder gesungen wurden ulw. In Schöneberg muhte die Polizei beim Dorbeiziehen eines nationalsozialistischen Derrronstrationszuges zur Vermeidung von Zufammenstöhen das dort gelegene kommunistische Versammlungslokal absperren. Die Beamten wurden aus dem Lokal heraus mit Bierseideln, Kaffeekannen und Tassen beworfen. In dem Lokal wurde ein Beamter von einem Rädelsführer derart bedrängt, dah er von dem Seitengewehr Gebrauch machen muhte. Auf dem Kaiser- Wllhelm-Platz bildete sich eine Ansammlung von etoa 300 Kommunisten, die unter Anwendung bon Gummiknüppeln zerstreut wurde. 3u Die Deutsche Volkspartei an ihre Wähler. Mit Hindenburg für Rettung des Vaterlandes, für deutsche Freiheit und Kultur Berlin-Cladow entstand -wischen Mitgliedern des Berliner Arbeiter-Fuhballbundes und Nationalsozialisten eine Schlägerei. Der Lastkraftwagen der Nationalsozialisten wurde später in Spandau angehalten und die 32 Insassen, weil sie Widerstand leisteten, -wangsgestellt. Oie wachsende Liste der Wahlvorschläge. Die nationalen Minderheiten. Bezirksvorjchläqc. Berlin, 23.2Iuq. (BB.) Wie wir von unterrichteter Seite hören, sind in der letzten 3dvt im Reichsinnenministerium eine ganze Reihe neuer Wahlvorschläge eingegangen. Während es Ende 3uli nach der offiziellen Mitteilung 17 Listen waren, hat sich deren Zahl inzwischen um 6 weitere vermehrt. Damit ist aber die Zahl der Parteien, die sich für die Wahlen am 14. September auftun, noch nicht erschöpft. Einmal ist damit zu rechnen, daß eine ganze Reihe örtlicher Dezirkslisten vorliegen, über die die Mitteilungen erst verspätet nach ^Berlin gelangen, und weiter rechnet man noch mit einer Reihe weiterer Vorschläge für das Reich, so daß nach Ansicht der zuständigen Stellen ein wirklicher Lleberblirk über die immer noch wachsende Parteienzersplitterung erst kurz vor dem Wahltermin möglich sein kann. Unter den sechs neuen Wahlvorschlägen, die das politische Leben Deutschlands bereichern, befindet sich übrigens auch eine Liste der nationalen Minderheiten. Eine solche Liste ist bei den letzten Wahlen regelmäßig aufgetaucht, aber es gelang den Minderheiten nicht, die erforderliche Stimmenzahl für einen Kandidaten durchzudrücken. Deshalb machen sich erneut Bestrebungen geltend ein Sonderwahlgesetz für die Minderheiten zu schaffen, die aber wenig Aussicht auf Erfolg haben. Dos neue Wahlgesetz wird ^urch die Erhöhung der Stimmquote für einen Abgeordneten von 60 000 auf 70 000 den nationale^ Minderheiten die Aussichten auf einen Wahlerfolg nicht verbessern, so daß im Zusammenhang mit der parlamentarischen Erledigung dieses Reformgesetzes wohl erneut die Frage einer Sonderregelung zur Diskussion kommen wird. Aus dem Wahlkampf. 3n dem Verfahren des Schriftstellers Hall- Halfen gegen Mahraun, Koch-Weser und Höp- ker-Aschoff beim Landgericht II auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gegen den ,M i ß - brauch des Namens DeutscheStaats- Partei" ist der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung zurückgewiesen worden. * Die Deutsche Volkspartei hat folgende Reichswahlliste ausgestellt: 1. Reichsminister a. D. Dr. Scyolz; 2. Frau Oberstudiendirek- torin Dr. Else Matz; 3. Generaloberst v. S e e ck t; 4. Geheimrat Prof. vr. v. KahI; 5. Beamtenführer Morath; 6. Dr. h. c. v. Staust, Direktor der Deutschen Bank; 7. Frank Glatzel, Reichsgemeinschaft der jungen Volksparteiler. Hessen im Wahlrefonn-Entwurf. Darmstadt. 23. Aug. Rach dem Entwurf des neuen Reichswahlgesetzes werden 162 Wahlkreise gebildet mit einer durchschnittlichen Bevölkerungszahl von 385 000. Für den Volksstaat Hessen ist geplant, daß es mit vier Wahlkreisen den 3 0. W a h l k r e i s- verband bildet. Hessen wird aufgeteilt in einen Wahlkreis D a r m st a d t mit 385 000 Einwohnern, der sich aus den Kreisen Darmstadt, Offenbach rmd Dieburg zusammensetzt, den Wahlkreis Gießen .mit 328 000 Einwohnern aus den ober» hessischen Kreisen, den Wahlkreis Mainz mit ,316 000 Einwohnern aus den Kreisen Mainz, Bin- gen, Oppenheim und Groß-Gerau, sowie den Wahlkreis Worms mit 316000 Einwohnern. Er umfaßt die Kreise Worms, Alzey, Bensheim, Heppenheim und Erbach. Mit der Provinz Hessen- Nassau (ohne die Kreise Grafschaft Schaumburg und Schmalkalden) sowie dem Kreis Wetzlar wird das Land Hessen wieder zu einer Landes- gruppe Hessen zusammengefaßt. Ealonder tritt zurück. Schwerer Verlust für die Deutschen in Oftoberschlesien. K a t t v w i tz, 23. Aug. (TU.) 3n einem Schreiben an das Generalsekretariat des Völkerbundes erklärte Calvnder seinen Rücktritt als Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien. Der Rücktritt erfolgt aus privaten Gründen. Präsident Ealonder wird noch bis Ende 3uli 1931 im Amte bleiben. Die Nachricht von dem Rücktritt des Präsidenten der Gemischten Kommission für Ober^chle- sien, Ealonder, hat in allen Kreisen der deutschen Minderheit größte Lleberraschung hervorgerufen. Der Rücktritt wird überall lebhaft bedauert, um so mehr, als Ca- londer in seiner achtjährigen Tätigkeit in Oberschlesien es verstanden hat, sich eine umfassende Kenntnis von Land und Leuten anzueignen, wodurch es ihm wesentlich erleichtert wurde, seine Entscheidungen zu treffen. Die Bestellung eines Nachfolgers wird um so größere Schwierigkeiten machen, als der neue Präsident über eine so gute Kenntnis der oberschlesischen Verhältnisse, wie sie Ealonder besaß, Wohl nicht verfügen dürfte. Die Begründung des Rücktrittgesuches mit Familienverhaltnissen wird als die übliche diplomatische Formel angesehen. Es läßt sich nicht leugnen, daß politische Gründe Ealonder veranlaßt haben, auf sein Amt zu verzichten. Die Schwierigkeiten, denen er seit 1926 immer wieder begegnete, haben ihm eine positive Arbeit im Interesse der beiderseitigen Minderheiten so gutwie unmöglich gemacht. Dazu kam noch, daß seine Stellung, die bis zum Regierungsantritt des Wojwoden Dr. Graczinski autoritativ unerschütterlich war, durch die Haltung des Völkerbunds- rotes gegenüber feinen Entscheidungen sehr geschwächt wurde. Der Völkerbundsrat hat unver- ständlicherweise stets vermieden, eine klare Entscheidung über die Stellung Ealonders zu treffen, wodurch er selbstverständlich seine Rechtssprüche ernstlich in Frage stellte. Hier kann Deutschland ein Vorwurf nicht erspart werden, da es sich immer wieder auf politische und diplomatische Verhandlungen einließ, anstatt sich auf den Boden der Entscheidungen Calonoers zu stellen. Der Rücktritt Ealonders, der zweifellos auf die minderheitenfeindliche Einstellung der hiesigen polnischen Behörden zurückzuführen ist, ist um so be- merkenswerter, als Ealonder Mitschöpfer des Berlin, 24. Aug. (WTB.) Der Zentral- vorstand der Deutschen Volkspartei trat zusammen, um den Wahlaufruf der Deutschen Volkspartei zu beschließen. Oer Parteiführer Reichsminister a. O. Or. Scholz gab einen Ueberblick über die Sammlungsbestrebungen, für die vor allem die Frage bedeutsam sei, worum es eigentlich bei diesem Wahlkampf gehe. Die Grundlage der Weimarer Verfassung sei die Privatwirtschaft. Deshalb sei es die Deutsche Volkspartei, die auf dem Boden der Weimarer Verfassung arbeite, nicht aber die Sozialdemokratie. Die Sammlung des Bürgertums dürfe nicht einseitig nach Li n 15 oder rechts gehen. Die Deutsche Volkspartei müsse ihren Kern bilden. Bisher schon sei eine Zukunftshoffnung für die bürgerliche Sammlung in Form des gemeinsamen Aufrufs vorhanden. Im kommenden Reichstag müsse sich dieser Gedanke der Sammlung durchsetzen, sonst stände man am Grabe des deutschen Bürgertums, der deutschen Intelligenz und der deut- schen Privatwirtschaft. Eine Einigung mit der Staatspartei auf der von ihr gewünschten Basis würde jede Verhandlung mit den Parteien rechts von uns ausgeschlossen haben und hätte in unseren eigenen Reihen stärk st e Zerrissenheit gebracht. Weil es Aufgabe der Deutschen Volkspartei sei, die Verteidigungsarbeit des Bürgertums auf breitester Grundlage zu leisten, werde sie den Wahlkampf nicht gegen die anderen verantwortungsbewußten staatsbürgerlichen Parteien führen dürfen. Die Spitze dieses Wahlkampfes solle sich gegen die radikalen und staatszerstörenden Elemente auf der äußersten Linken und Rechten, aber auch gegen die sozialistischen Ideen wenden. Notwendig sei gegenüber der mächtigen Sozialdemokratie eine starke Front des Bürgertums. Oer Wahlaufruf. Der Sinn der Wahl ist, für die bürgerliche Regierung eine Mehrheit zu schaffen, mit der sie ihre Aufgabe lösen kann. Die Deutsche Volkspartei hat den Versuch unternommen, die zersplitterten bürgerlichen Parteien zu sammeln, um in geschlossener Front dies Ziel zu erreichen. Noch ist der Versuch nicht gelungen, unser Wille zum Zusammenschluß bleibt bestehen und muß zum Erfolg führen. Wir haben seit 3ahren die Reformen verlangt, die jetzt in Angriff genommen worden sind. Wir haben zuerst betont, daß die Gesundung nicht in Oberschlesien geltenden Minderheit e n r e ch t s ist. Es dürfte nicht unbekannt sein, daß Ealonder nach dem Botschafterbeschluß über Oberschlesien im Jahre 1921 mit der Führung der deutsch-polnischen Verhandlungen beauftragt wurde, deren Ergebnis das Genfer Abkommen über Oberschlesien war. Rücktritt der polnischen Regierung. Pilsudfkis heimliche Diktatur. — Wird der Marschall das neue Kabinett bilden? Warschau, 23. Aug. (WTB.) Ministerpräsident S l a w e k hat heute die Demission eingereicht. »Die Demission wurde angenommen. Der Staatspräsident hat Marschall Pilsudski ersucht, die Bildung der neuen Regierung zu übernehmen. Marschall Pilsudski erklärt, daß er für den Fall der Uebernahme der Regierungsbildung die Zusammenarbeit mit sämtlichen Mitgliedern der zurücktretenden Regierung wünsche. Die Regierung Slawe! ist nach etwa fünfmonatiger Amtszeit zurückgetreten. Sie gelangte nach dem parlamentsfreundlichen B a r t e l am Ende der Budgetsession zur Macht unter der Losung, den gegenwärtigen Sejm nickt mehr zu Worte kommen zu lassen. Gleichzeitig scheute aber Slawek, offenbar in richtiger Erkenntnis der Stimmung im Lande, davor zurück, den Landtag aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben. So kam es zu dem roenip würdigen Schauspiel der Dertagunaen und Sessionsschließungen. Die oppositionelle Mehrheit, durch diese Winkelzüge ihrer Tribüne beraubt, zogaufdieStraße. Es kam dann der Krakauer Kongreß mit regierungsfeindlichen Entschließungen. Nun rüstet die Opposition zu einem neuen Schlage. Für den 14. September sind in 20 größeren Städten, darunter auch in Warschau selbst, Massenveranstaltungen der Zentro-Links- Opposition gegen das Pilsudski-System geplant. Da nun die oppositionellen Fraktionen in den ersten Septembertagen den Antrag auf neuerliche Einberufung einer außerordentlichen Sejmtagung einbringen wollen, so ist verfassungsmäßig die Antwort des Präsidenten gerade um den 14. September herum fällig. Es ist also klar, daß die Opposition, die gegenwärtig unter dem Zeichen: „Beseitigung der Diktatur und Wiederherstellung der Demokratie" kämpft, durch diese Massenkundgebungen die Absicht hat, den Präsidenten zur Einberufung des Sejm zu zwingen, und daß er dann von seinem ihm verfassungsmäßig zustehenden Recht abermals Gebrauch macht, den Sejm noch vor seiner ersten Sitzung wieder zu vertagen. Man kann der Opposition nicht Unrecht geben, wenn sie behauptet, daß dieser chronische Ver- tagungs- und Schließungsvorgang wohl dem Buchstaben, aber sicherlich nichtdem Geist derVer- f a f f u n g entspricht. Die Volksvertretung ist tatsächlich gegen ihren Willen praktisch ausgeschaltet. Und nur darauf kommt es an. Noch fein Friede im nordfranzösischen Gtreikgebiei. Paris, 24. Aug. (WTB.) Der Arbeitsminister L a v a l ist nach erfolglosen Bemühungen, den Streit zu schlichtem aus Roubaix nach Paris zurückge- kehrt. In Roubaix streiken noch immer 23 750, in Tourcoing 11 400, in Halluin 7335 und in anderen Bezirken insgesamt rund 20 000. An der Grenze bei Tourcoing und Mousseron kam es zu Zwischen- fällen. Streikende versuchten, die auf Lastautos über die Grenze zurückkehrenden Arbeitswilligen aufzuhalten, indem sie Drahtseile über d! e Straße spannten und die Straße mit Nageln bestreuten. Auf Fahrrädern heimkehrende Arbeiter wurden mit Steinen beworfen, so durch neue Steuern und Lasten, sondern nur durch Belebung der Wirtschaft und äußerste Sparsamkeit herbeigesührt werden kann. Wir haben uns immer eingesetzt für den Schutz des privaten Eigentums, die Erhaltung des Berufsbeamtentums und die Sicherung seiner verfassungsmäßigen Rechte, die Stärkung des Mittel- st a n d e s und die Rettung der Landwirtschaft. Wir haben uns eingesetzt für die Stärkung der Selbstverwaltung und der Selb st Verantwortlichkeit im sozialen Versicherungswesen. Wir haben gekämpft und werden weiter kämpfen für große und umfassende Reformen auf allen Gebieten der Finanzen, der Wirtschaft und der Staatsordnung, die erforderlich sind zur Rettung von Volk und Staat aus Verelendung und Arbeitslosigkeit, in die uns die Verantwortungsscheu der Sozialdemokratie hineingebracht hat. Unsere nächsten Aufgaben sind: Fortsetzung der nationalen Desreiungspolitik Siresemanns, Revision der Friedens- und Tributverträge, Kampf gegen die Kriegsschuldlüge, Wiedergewinnung der vollen Gleichberechtigung Deutschlands unter den Völkern der Erde, Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Reich, Vereinigung der Oft» grenze, Schutz der deutschen Minderheiten, Wiedererlangung kolonialer Betätigung, Ausbau der Osthilfe zur Rettung des deutschen Ostens, Erhaltung und Stärkung des Wehrgedankens im deutschen Volke, Reichsresorm, Derfas- sungsreform, Parlamentsresorm; Schaffung einer übersichtlichen und billigen Verwaltung, Wahlreform und Finanzresorm mit dem Ziele des Abbaus der Steuern und der Wiederherstellung wirklicher Verantwortlichkeit der Körperschaften für die Deckung der von ihnen bewilligten Ausgaben. Sicherung der sozialen Errungenschaften unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft, Umbau auf berufsständiger Grundlage; Schuh des deutschen Familienlebens und Verteidigung unserer christlichen Kultur gegen die vor dringende Hetze des Bolschewismus. Für diese Ziele, die auch die Ziele unserer 3ugend sind, wollen wir uns gemeinsam einsehen. Stärker und einflußreicher als bisher soll die 3ugend an der politischen Gestaltung der deutschen Zukunft mitarbeiten. Gegen alle staatszerstörende Hetze! Mit Hindenburg für Rettung des Vaterlandes, für deutsche Freiheit und Kultur. daß verschiedene leicht verletzt wurden. Polizeiliche Verstärkungen konnten schließlich größeres Unheil verhüten. Gronaus Attantikflug geglückt. Der deutsche Flieger von Gronau hat seinen Etappenflug von Deutschland über Island und Grönland nach Kanada glücklich beendet und ist am Sonntag um 22 Uhr Berliner Zeit in Halifax glatt gelandet, von Eartwright (Labrador) aus hatte er in ständiger Verbindung mit den kanadischen drahtlosen Stationen gestanden. Der Flug ist glatt verlaufen, die Motoren arbeiteten vorzüglich. Die Stimmung an Bord war glänzend, obwohl an der ganzen atlantischen Küste rauhes und regnerisches Detter herrschte, von Gronau hatte die Zwischenlandung in Eartwright dazu benutzt, um seine Brennffoffoorräte wiederaufzufüllen. Die amerikanischen Blätter bringen ausführliche, sehr freundlich gehaltene Schilderungen des Atlantikfluges. Da der fast schnurgerade Nord-Süd-Flug von Jvigtut nach Halifax über Orte führte, die keine Verbindung mit der Außenwelt haben, waren eingehendere Meldungen nicht möglich. Aus den ersten Unterredungen mit den Ozeanfliegern in Queensport heben die Blätter die Bescheidenheit Gronaus und seiner Begleiter rühmlich hervor. Revolution in Peru. Plünderungen von Arequipa. — Die Regierung zurückgetreten. N e u t) o r f, 24. Aug. (WTB. Funk.) Die Blätter berichten ausführlich über eine Revolution in Peru, die immer größeren Umfang annimmt. Die Hauptstadt ist bereits bedroht, der Polizeichef verschwunden. Die Seekadetten haben sich schutzsuchend den Revolutionären angeschlossen. Die 4. Division in Arequipa, die teilweise in den Nachbarstädten untergebracht war, ist zu den Revolutionären übergegangen. 3n Arequipa sott unter Führung von Guillermo Lira eine ßofalregierung eingesetzt worden sein, die von allen Klassen der Bevölkerung unterstützt werde. Der Präsident L e g u i a hat bet der Gesandtschaft von Venezuela Schutz gesucht. Sämtliche Polizeistreitkräfte haben sich den Ausrührern angeschlossen. Aus beiden Seiten sind zahlreiche Tote und Verletzte zu verzeichnen. Die Aufständischen haben sich der Stadt Arequipa bemächtigt. Sie drangen in das Rathaus ein und vernichteten viele offizielle Dokumente. Hunderte von Bewohnern der Stadt vermehrten bald die Reihen der Aufständischen und nahmen eine regelrechte Plünderung der großen Warenhäuser vor. Gegenwärtig sind die in die Hände der Aufrührer gefallenen Geschütze auf den die Stadt umgebenden Höhen postiert und der Führer der Rebellen hat Befehl gegeben, auf jede Regierungstruppe, die gegen die Stadt vorrücken sollte, zu feuern. Die Revolutionäre haben an das peruanische Volk ein Manifest gerichtet, in dem es heißt, die gegenwärtige Bewegung suche den Frieden der Nation zurückzuerwerben. Die Aufständischen hätten kein anderes Ziel als die Wiederherstellung der Ordnung im Lande. — Die telephonischen Verbindungen mit Buenos Aires sind unterbrochen. Nach Nachrichten von der Arica-Grenze breitet sich die Ausstandsbewegung auch auf die östlich und nördlich von Arequipa gelegenen Gegenden aus. Alle Militärschulen und weitere Regimenter sotten sich der Bewegung angeschlossen haben. Man rechnet mit dem Angriff der Flotte auf Mollendo. — Nach einer amtlichen Meldung aus Lima ist die peruanische Regierung zurückgetrelen. Generaloberst Heye hat sein Entlassungsgesuch eingereichi. Berlin, 25. Aug. (CNB.) Der Chef der Heeresleitung Generaloberst Heye besichtigte am vergangenen Freitag und Samstag das bayerische Jnfan- terieregiment 19 auf dem Truppenübungsplatz Mun ft erläge r. Anläßlich einer Ansprache an die Offiziere des Regiments erklärte Generaloberst Hene, daß er den Reichspräsidenten um feinen Abschied zum 1.November 1930 gebeten habe. Generaloberst Heye verabschiedete sich mit herzlichen Worten von den einzelnen Bataillonen. Ihm zu Ehren wurde am Abend ein großer Zapfenstreich veranstaltet. Aus aller Wett. Ein Denkmal für die gefallenen Studenten von Langemark. Die Abordnung der deutschen Studentenschaft, die die Internationale Studententagung in Brüs - f e l verließ, begab sich am Samstag vor ihrer Rückkehr nach Deutschland nach Langemark, wo sie der Grundsteinlegung des Heldendenkmals der Langemark-Stiftuyg zur Erinnerung an die in Flandern gefallenen Studenten beiwohnten. Während der Feierlichkeiten, an der auch eine Abordnung des Volksbundes für Kriegsgräberfürsorge und Vertreter des Deutschen Gräberdienstes teilnahmen, wurde ein Kupfer- gefäß mit den Urkunden in deutscher und holländischer Sprache in den Stein gemauert. Die Studen- ten fangen daraus das Lied „Ich hatt' einen Käme- radcn" und die Feier wurde mit Niederlegung eines Kranzes aus Elchenblättern an dem Ort, wo sich das Denkmal einst erheben wird, beendet. Die erste Gasschuhübung in Deutschland. 3m Rahmen des 8.Bayerischen ©anitätS- kolonnentages wurde eine große Gasschutzübung vorgeführt, die von Dr. Büscher, Hamburg. und Ewert, Berlin, geleitet und von befl Feuerwehr und der Sanitätskolonne Kaiserslautern durchgeführt wurde. Unter Verwendung von Gasmasken und Wiederbelebungsgeräten wurde mit Hilfe farbiger Aebel die Wirkung der 3ndustriegase und der gefürchteten Gase der Kampfgastruppe verdeutlicht. Die Hebung sollte einen feindlichen Fliegerüberfall au f eine deutsche Stadt darstellen, wobei diese mit Gasbomben belegt wird. Zur Anwendung kamen Kohlenoxydgase, Phosgengas sowie Blaukreuz, Gelbkreuz und Grünkreuz. Wie Direktor Raquet, Kaiserslautern erläuternd ausführte, diente diese in Deutschland zum erstenmal gezeigte Hebung dazu, den Schutz gegen alle Giftgase zu studieren. Die Vorführungen, die über drei Stunden in Anspruch nahmen, wurden von einer riesigen Zuschauermenge mit größter Aufmerksamkeit verfolgt. Sie fanden ihren Abschluß durch einen wirklichen Gasangriff, bei dem Reizgas zu Hilfe genommen wurde. Ein Riesenschwindel. Die Kriminalpolizei ist in Köln einer Betrugsaffäre auf die Spur gekommen. Eine Friseursfrau Felschner hat im Lause von drei 3ahren es ver- standen, ihren Kunden Beträge in Höhe bon 300000 Mark abzuschwindeln mit der Begründung, daß sie Bankgeschäfte mache und sie in der Lage fei, bei einem Einsatz von 6000 Mk. in zwei Monaten 8000 Mk. zurück- zuzahlen. Auf diesen Schwindel sind innerhalb von zwei Jahren 21 bekannte Kölner Kaufleute und Gastwirte hereingefallen. Frau Felschner bezahlte den Gewinn für ein Geschäft stets mit dem Einsatz auf ein anderes. Allein ein Gastwirt hat mehr als 100000 Mk. bei Frau Felschner „umgesetzt". 3n Wirklichkeit lagen die Einsätze der vertrauensseligen Kapitalisten i n der Kommode von Frau Felschner, wo die Kriminalpolizei Barbeträge in gebündelten Hundert- und Taufendmarkscheinen bis zur Höhe von 70 000 Mk. vorfand. Vor kurzer Zeit ereilte Frau Felschner das Verhängnis. Sie, die 40jährige, lernte vor kurzem einen 28jährigen Eintänzer, den Polen Glowinka, fennen, in den |ie sich verliebte. Glowinka beutete feine Geliebte in raffinierter Weise aus. Nachdem er ihr 100 000 Mk. entlockt hatte und das Geld auf der Rennbahn und beim Spielen verloren hatte, erschoß er sich. Frau Felschner, die zufällig in der Wohnung von Glowinka war, als dieser Selbstmord verübte, geriet in Mordverdacht und wurde verhaftet. Durch ihre Festnahme kam der Riesenschwindel an den Tag. Tödlich obgestürzl. Eine Gruppe von acht Engländern au8 Arolla unternahm eine Besteigung der Dischofsspitze an der italienisch-schweizerischen Grenze. Als sie sich dem Gipfel näherten, riß das Seil, und zwei Touristen, ein Herr und eine Dame, stürzten 400 bis 500 Meter tief und verschwanden in einer Gletscherspalte. Bergungsversuche blieben erfolglos. Der Tod in den Bergen. In den Zillertaler Alpen werden drei Touristen, darunter die Söhne des Generaldirektors Hoffmann einer Kasseler Fabrik, vermißt. Sie sind mit einem Bergführer uor einigen Tagen von der Berliner Hütte abmarschiert, trafen jedoch auf der Greizenhütte nicht ein. Eine Rettungsexpedition mußte wegen 1% Meter Neuschnee und schwerer Lawinengefahr umkehren. Es wird angenommen, daß alle vier erfroren sind. — Die 48jährige Witwe Jenny Kuehne aus Berlin-Steglitz ist im Gamperdonatal tödlich abgestürzt. Ein Serum gegen Hundestaupe. Auf dem diesjährigen internationalen tierärztlichen Kongreß, der augenblicklich in London tagt, ist neben anderen wichtigen Fragen auch die Hundestaupe und deren Bekämpfung sehr eingehend erörtert worden. Vor allen Dingen wurde erneut darüber beraten, welche gemeinsamen Maßnahmen die Staaten ergreifen können, um auch einen noch wirksameren Schuh gegen Die Hundetollwut gewährleisten zu können. Interessant waren die Ausführungen, die die deutschen Tierärzte Dr. Kantorowicz und Prof. Dr. Hinz von der Der- liner Tierärztlichen Hochschule machten. Diesen ist es gelungen, ein wirksames Serum gegen die Hundestaupe zu finden, mit dem bei Versuchen in der Berliner Tierärztlichen Hochschule schon außerordentlich gute Ergebnisse erzielt werden konnten. 3m Faltboot von Frankfurt nach Barcelona. Die Sportsleute Wagner, Schloen und Stockmann, die am 15. Juni mit einem Faltboot von Frankfurt a.M. abgefahren waren, find, wie aus Barcelona gemeldet wird, dort eingetroffen. Sie wollen bis nach Sevilla weiterfahreu. Aus der Provinzialhauptfiadt. Dtchen, den 25. August 1930. Zahrturs. Seit acht Tagen bin ich Hörerin einer Äraft- fahrschule, die mich Innrryalo dreier Wochen auf die Führcrprufung gut und zuverlässig vorbereiten soll. Ich bin mithin stud. eut Ich habe indessen heut« schon bae Empfinden. beim nächsten largo Morio die deutschen Warben mit gutem Gewissen vertreten zu können, d.mn ich habe schon drei Sladtsahrten ohne nenr^n-werte Schwierigkeiten hinter mehr einig« Verkehr» chutzleute haben mich sogar nachweitlich angelächelt. Zeige ich rntlhin im praktischen Lehrgang er- treuliche Fortschritt», so bietet der theoretische Unterricht bi» auf unbedeutende AebensSchlich- keiten nicht d,c geringste Schwierigkeit. Der Laie hat gar keine Ahnung, was man alle» lernt. Wenn ich z. D über «inen Platz will, muh ich grüne» Licht abtoarten, wobei da» Automobil ein Landsahrzeug ist, da» durch Maschinenkraft ' ewegt wird, ohne an Dahngleis« gebunden zu sein. Den Derkehrvschuhmann darf ich nur mit Spätzündung anfahren. Mit Führerschein lllb dars ich einen für Zwillinge gebauten Kinderwagen führen, wobei ich ledvch nicht einschallen darf, ohne auSzukuppeln. Wenn ein Vorderrad wackelt, darf ich meine Zulassung»bescheinigung nicht um den AchSstum- mel wickeln, sondern muh den Platinkonlakt de» Unterbrecher» Io langsam drehen, dah er nach 8 18 der Verkehrsordnung auf kürzeste Entfernung zum Stehen gebracht werden kann. Wegebenutzer z.V sind andere Landsahrzeuye, Passanten, Gruppe zur Aeich»tag»wahl marschierender Demonstranten, eine den Stall suchende Äub mit Typenschild. Schafherden mit über 2100 Kubikzentimeter Zylinderinhalt. Radfahrer mit nicht mehr al» neun Tonnen Ach»druck, Reiter mit nicht mehr al» acht Sitzplätzen, während Hunde nicht al» Wegebenutzer im Sinne de» § 1 Abs. 5 gelten. Die Dunkelheit beginnt von April bis September mit einer Stunde Spä zündung nach Sonnenuntergang im Tank, der durch «in Sieb von der Außenwelt abgedichtet sein muh, und endet eine Stunde vor dem Ansaugelalt, bei dem der Vergaser aus dem obersten Totpunkt steht und durch den Kolben mit Wucht nach unten gedrückt wird, wodurch die verbrannten Gase in der Hupe einen harmonischen Drei! ang erzeugen, der nach § 4 Abs. 4 von Nebengeräuschen frei sein muh. Zur Kenntlichmachung eines Polizeibcamlen ist das Tragen einer Dienstmütze au»relchrnd, die Mütze muh indessen von zwei in ihrer Wirkung unabhängigen Kotflügeln versehen sein, deren AuspufsNapp« verlötet sein muh und deren Ab- stand vom Sommerweg 60 Zentimeter nicht überschreiten darf Herrscht lebhafter Verkehr und bleibt der Motor stehen, so habe ich. um einen Vergaserbrand zu vermeiden, die sich ansammelnden Fußgänger mit nassem Sand zu bewerfen, oder sie mit alten Lappen zu bedecken. Bereit» überfahrene Fußgänger haben das Dorsahrlsrecht, sofern im Differential da» Fett erneuert ist und der Wegebenutzer nicht an meiner Schwimmernadel zupft. Die Fahrgeschwindigkeit ist so einzurichten, dah der Führer in der vertikalen Lage bleibt. Liegt er bereit» horizontal, so ist er auf Verlangen auf- zulesen und mit einem polizeilichen Kennzeichen zu versehen, dessen Eigengewicht 350 Kilogramm nicht übersteigen bart, damit unter Druck stehende Gale au» dem Zylinder durch den Scheibenwifcher entkernt werden können. Die Kardanwelle ist bei eintretender Dunkelheit zu beleuchten, wobei d.e beiden Volzen je mit einem Schlußlicht zu versehen sind, da» aufjer- dem die Herstellerfirma de» Kühlwaffer». die Fabriknummer der Windschutzscheibe, den Hub- raum der mitfahrenden Personen und den Hamen de» zukünftigen Besitzer» der Steuerkarte zu beleuchten imstand ist. ohne den ileberblid aus die Fahrbahn zu behindern oder zu beeinträchtigen. Wechselgetriebe haben auf die noch im Umlauf befindlichen Wechsel keinen Einfluß, mbellen muh der Fabrer sein Fahrzeug immer derart in der Hand haben, dah er die Herrschaft au» dem Wagen nicht verliert und über den Wagen behält. Man sieht au» dem wenigen, daß auch in der Theorie allerhand zu lernen ist. Aber auch hier ist mein Fahrlehrer mit mir zufrieden. Gr meinte, ich solle mir sogar zwei Wagen anschaffen, fall» e» meine VerAltmsfe gestalten Während der eine repariert wird, kann ich mit dem anderen fahren. M. A. Taten für Tirnetafl, 26. August. Sonnenaufgang 5.01 Uhr, Sonnenuntergang 19.01 Uhr. — Mondaufgang 7.57 Uhr, Monduntergang 2OU7 Uhr 1921: der Politiker Matthias Erzberger auf dem Kniebis ermordet: — 1921: der Dichter Ludwig Thoma in Rottach gestorben. Pornolizen. — TageSkalender für Montag. Sozialdemokratische Partei: Wahlversammlung, 20.30 Uhr. im Gase Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Freundin de» Minister»" und umfangreiche» Beiprogramm mit Charlie Chaplin. •* Don der Krastpostlinie Gießen — Hochelheim. Wie wir zuverlässig erfahren, ist ein Antrag des Bürgermeisteramtes in Groß-Rechtenbach auf Einführung von Hin. und Rückfahrkarten auf der Kraftpostlinie Gießen— Hochelheim von der Oberpostdirektion in Darmstadt abgclchnt worden. *• Abblenden bei entgegenkommenden Eisenbahnzüge nl Unter den neuen Abänderungen und Ergänzungen der Kraftverkehrsordnung ist jetzt auch die Bestimmung ausgenommen worden, dah Kraftfahrzeuge auf Straßen, die parallel von Bahnkörpern laufen, ihre Scheinwerfer nachlS ab- blenden müssen, wenn ihnen ein Eisenbahnzug entgegenkommt. Diese Bestimmung soll verhindern, daß da- Lokomotivpersonal in der Dunkelheit durch stark wirkende Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen, die auf Seitenwegen fahren oder an Wegübergangen halten, geblendet und in der Strecken- und Signalbeobachtung behindert werden. ,e Infolge Unwohlseins vom Motorrad gestürzt. Gin Motorradfahrer namens Theodor Henkel auS Odenhausen stürzte am SamStagnachmittag. als er an der Straßengabelung Woltkestraße -Ltcher Straße-Kaiser- alle« in die letztgenannte Straß« einbiegen wollt«, infolge eine» plötzlichen Unwvhl'ein» von feinem Motorrad Der bedauernswerte Mann blieb bewußtlos liegen und muhte von der Freiwilligen SanitätSkolonn« vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Hier hatte er mittlerweile da» Bewußtsein wiedererlangt, er liegt jedoch bei leidlichem Befinden im Dämmerzustand noch ernstlich darnieder Ob e» sich bei feiner Lchädelverletzung um einen Sch^delbruch handelt, muß erst noch durch Röntgenaufnahme festgestellt werden. *• Karambolage mit einem Saftauto. Am Samstagvormittag geriet der 16 Jahre alte Oderrealfchuier Wilhelm Knapp aus Klein Linden auf dem Rachhaufcwege von der Verfassungsfeier in der Schule mit feinem Fahrrad so nabe an ein Lastauto, daß er mit dem Kraftfahrzeug kollidierte und zur Seite geschleudert wurde. Rach erster ärzt- lieber Hilfeleistung mußte der bedauernswerte junge Mensch mit einem schweren Dberarmbrud) und einigen Hautoerietzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. ** D i e Freiwillig« SanitätSkolonn« vom Roten Kreuz hielt gestern vormittag eine Hebung an der Lahn ab. Gs wurde angenommen, daß bei einer Veranstaltung an der Lahn auf dem Motorboot «ine Denzinerplo- fion stattgcfunden habe. Die Insaffen de» Motorboote» erlitten Brandwunden und beim Kentern de» Bootes sonstige Verletzungen. $Ht Ml brr Veranstaltung zu gezogene Sanität»wache leistete durch ihre Rettungsschwimmer die erste Hilse und brachte di« Verunglückten anS Land. Bei einigen über Bord gegangenen Verunglückten mußten Wiederbelebungsversuche mittel» Hand- und In- hnlationsgcrätS gemacht werden. Der AbtranS- wort erfolgte mittel» dem inzwischen eingefrorenen Kraftwagen. Diese Ausgabe wurde von der etwa 40 Mann starken Kolonne unter Leitung de» KolonnenfübrerS Kratz sehr gut gelöst. Di« als Insallen deS Motorbootes mitwirkenden Iungmannen de» Marinevereins sowohl, wie die Rettungsschwimmer der Kolonne scheuten den Sprung in btc knapp 12 Grad Wärme zeigende Flut nicht, und das .Rettungswerk" gelang vorzüglich. Auch die am Lande ausgeführten Hebungen im Anlegen von Verbänden und im Krankentransport zeigten, daß die Sanitäter ein gut- gcschulteS Korps darstcllen, was der anwesende Kolonnenarzt Dr. G r 0 S bei der Kritik bestätigte. Die an der Hebung teilnehmende Iung- mannschaft der Kolonne konnte durch sachgemäße Anlegung von Verbänden usw. zeigen, daß auch sie im Rotsalle Hilfe zu leisten vermag. Die gut verlaufene Hebung wurde auch ermöglicht durch den Marineverein, der In dankenswerter Weise feine Jugend sowohl, wie fein zweckmäßig eingerichtetes Heim und die Fahrzeuge zur Verfügung stellte. Die Deutsche RettungSgr'ellschaft sowohl, wie der (Siebener Schwimmverein Hatten durch die Anwesenheit ihrer Vertreter ihr Interesse an der guten Sache der SanitätSkolonne bekundet. *• Don Belgien nacy Oberhessen. Heute vormittag wurde UN» cm Rinberbauon mit anhan genber Adrcßkarte überbracht, der bei einem Ballon- Wettfliegen in der Nahe von Namur (Belgien) hoch- gelassen wurde und heute früh gegen 7 Uhr in Gießen niederging. Finder des Ballons war Heinrich Münch aus Steinberg (Kreis Gießen). Oie Wetterlage. 1 10 o '514 UM ()tnf ,18 ) . W X-__- öwoHttmoio OMW Marc«» #*1'0 » Xhete 6 I'Iiki* • utKi K fcrwmtr QwiHjWtO' Kl« eturM»<*P «ordweil OJ< ytciie hitetn »II o<» Wi*6t Oit »»«ei Msbosee len groo 6>t T<»»ereter in 0>e lif*K« «'»Mc» Oft» eil ll Waschbenzin (SonderqueJitlt) reinigt eile Stoffe l Drogerie i X Winterhoff y Hohn. Frankfurter-1 kauft u. verliehen^»». lekeSekalertiirUe. I f Stellenangebote| Mädchen für taaSüber gesucht (Bleiberger Weg 81. 5titi3D In tiefer Trauer: • Katharine Henkelmann, geb. Krombach, nebst Kindern Ludwig Henkelmann I. und Ehefrau, geb. Wagner und alle Angehörigen. AUendort a. d. Lahn. Odenhausen a d. Lahn, den 24 August 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 26. August, nachmittags um 3 Uhr. vom Sterbehause Unterlasse 14 aus statt Erfolgreiche Keisende alelchgültlg welcher Branche, finden lohnendes Arbeitsfeld bei folorilacr Bar- etnnahme schr Mel- düngen u.K. Sch. 789 i5b74Viö. d. Gß.Anz. Bullenverkauf. Die Gemeinde Ruttershausen beabsichtigt auf dem Wege des schriftlichen Angebots einen abgängigen Simmentaler Lullen (Lebendgewicht zirka 21 Zentner schwer) zu verkaufen. Angebote per Zentner Lebend- gewicht können bis zum Donnerstag, dem 28. August, nachmittag» um 3 Uhr. auf der unterzeichneten Bürgermeisterei eingereicht werden, woselbst auch die Derkaufsbedin- aungtn bekanntgegeben werden Ruttershausen, den 25. August 1930. Bürgermeisterei Ruttershausen Stellengesuche) Perfekte Stenotypistin bewandert tn allen Bureouarbelten-mit mebrläbrifl. Uran», sucht Stellung für lolort. Schrift!. Angeb. unt. 05232 an den Gieß. An», erb. Todes-Anzeige. Gestern nacht um 1.45 Uhr verschied plötzlich und unerwartet mein herzensguter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser braver Sohn. Bruder. Schwager. Onkel und Pate Herr Friedrich Henkelmann Rangierarbeiter im Alter von 40 Jahren. Kammerjäger vertilgt iirlmnh.a. ilrtigllikr.Wutii, Watten, SÄäufe ufro, schriftliche Garantie, auch auswärts. Be- hördl. Dankschreiben Ungeziefer > Bee- Nlgungs-Instltut Schornber, Gießen, Ktrchenvlatz 18. Burelbamkliii- arbeit übernimmt ig. Fräulem billigst. Schreibmaschinen- Unterricht wird erteilt und Schreib- Kausm. Lehrling zum Eintritt für L Cft. nei. Ü8260 OmU vlslor nauf. AotaCelegenbeitstiufe Verschiedene gut erb Pinunvqii, Coel. Ana, Eifer. Fiat. Pontiac. Venz. Whtvoet usw. vretSwert adzu- aeben. ZahlungS- «x leichter ung. M,U Opel-Wo. «legen dranffuriet Str. 52. releohon 2847. (Sebrauchtc Im*D Schnellwaage (Brummetgros co. 1500 m^btUtfl ab- aurrnten. Schr.Ang. u. 05237a. d. Gst.Anz- | Verschiedenes | | Vermietungen Verkäufe Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Vasallwerke Gießen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, wird heute am 22. August 1930, vormittag» 8 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da die Gemeinschuld' nerin zahlungsunfähig und überschuldet ist. Der Kaufmann Louis Alfhoft sen. in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen find bis zum 10. September 1930 bei dem Gerichte an- zumelden. Cs wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in 8 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forde- rungen auf Donnerstag, den 18. September 1930 vormittag» 11 Ahr vor dem unterzeichneten Gerichte, Saal 204, 2 Obergeschoß, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Äon- kursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemein- fchuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 10. September 1930 Anzeige zu machen. Hessisches Amtsgericht zu Gießen. ____________9«Z: Fink«.____________ Beschluß in dem Vergleichsverfahren über da» vermögen de» Adam Dehrheim. Inhaber der Firma A. wehrbeim in Gießen, Cöber- strah« .7. 1. Der in dem Vergleichstermin vom 14. August 1930 angenommene Vergleich wird hierdurch bestätigt. 2. Infolge der Bestätigung des Vergleichs wird das Verfahren aufgehoben. Gießen, den 18. August 1930. 5878V Hessisches Amtsgericht. Vornehm I Geschmackvoll I Persönlich! Di«*« wesentlichen Eigeneera-ten der gediegenen Familiendrucksache b'etet Ihnen In xemreicheR neuzeitlichen Aue- fwhrungeerten und Papieren sw maß gen Preisen d e MhTsche Drucker*, fcta, Scbulrtr. 7, Anruf 2251 Weiße Zähne: Chlorodont Wirble ins Leben! Roman von Anna Zink. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister. Werdau. S.-2L 29 Fortsetzung Nachdruck verboten Ein eigenartiger Schritt, so, als ob immer dazwischen ein hölzerner Stock aufgestohen würde, lieh ihn sich aufrichten. Da kam ein Mann daher, der offenbar einen Stelzfuß hatte. Er humpelte zu Reginald hin und schwenkte seine Mühe. „Outen Tag, Herr", begrüßte er Contius, „ist's gestattet, ein wenig daneben Platz zu nehmen?" Sein Tonfall war leicht österreichisch gefärbt. „Bitte schön. Und guten Tag gleichfalls", gab Reginald zurück und sah den Mann etwas genauer an. Der hatte sich mit auffälliger Oeschicklichkeit, die man ihm seines Stelzfußes wegen nicht ohne weiteres zugetraut hätte, neben Contius niedergelassen. Er muhte schon mindestens in die Fünfzig fein, denn sein Gesicht war faltendurchfurcht. Er hatte einen etwas verwilderten Vollbart und struppige Augenbrauen, unter denen ein paar merkwürdig scharf und listig blickende Augen hervorsahen. Der Mann rief Reginalds Interesse wach, und er beschloß, ein Gespräch mit ihm anzusangen. „Woher die Reise und wohin?" fragte er freundlich. „Ach, lieber Herr, ich lebe schon seit Ewigkeiten hier in Italien. Ich habe es schon fünfmal von oben bis unten durchwandert und quer herüber auch." „Mit Ihrem Holzbein?" fragte Reginald ungläubig. „Jawohl, Herr. Ich bin früher Offizier auf einem türkischen Schiff gewesen. Dann wurde ich Invalide. Mein Bein hat irgend so ein vermaledeiter Hai im Indischen Ozean gefressen. Ich kam weit herum. War ein paarmal in Ostasien. Kenne die halbe Welt. Run bin ich ein Vagabund geworden. Meine Frau starb vor fünfzehn Jahren. Seitdem ziehe ich hier durch Italien. Ein schönes Land. Ich kenne die ganzen Provinzen wie meine Westentasche und spreche sämtliche Dialekte. Ich gelte hier als Italiener und hab auch meinen Ausweis." Er schlug sich auf die Brusttasche. „Weshalb gehen Sie nicht in Ihre Heimat?" fragte Reginald. Der Invalide spuckte verächtlich aus. „Was heißt Heimat? Das ist jetzt zu Jugoslawien gekommen. Ich kann die Saubande nicht riechen. So bettle ich mir meine Soldi zusammen, verfasse für die Mädchen Liebesbriefe und verstehe mich auf allerlei Schnickschnack. Brot und Wein, ein warmes Essen und eine Strohschütte gibt's überall. Die Leute haben ein gutes Herz. Sie lassen keinen verhungern. Aber wenn ich mir ein paar hundert Lire zusammengespart habe, dann hol ich mir meinen Koffer, ziehe einen anständigen Anzug an, lasse mich rasieren und fahre in ein Seebad. Da erhole ich mich von den Strapazen und bin wieder der Herr von... Ach, lassen wir das, der Rame tut ja nichts zur Sache. Es kommt doch nur auf das an, was hier drinnen ist." Er schlug sich auf die linke Brustseite. „Glauben Sie mir, Herr, dann rennen mir die kleinen Mädchen immer noch nach." „Ich bin fest davon überzeugt", sagte Reginald lachend, der Freude an dem alten Knacker hatte. „Unö was wird, wenn Sie alt sind?" Der Mann lachte. „Dann kaufe ich mir ein kleines Cafe und verdiene damit meine Soldi. Vorderhand ist das noch zu langweilig. Ich bin eben eine Vagabundennatur. Sowas liegt im Blut, Herr!" „Darf ich Ihnen etwas beitragen?" fragte Reginald lächelnd und reichte ihm eine Zehn- lirenote. „Für das nächste nette Mädchen oder für die Cafestube, wie Sie wollen." Der alte Vagabund war gerührt. „Schönsten Dank, Herr." Er legte zwei Finger an Den schmierigen Mützenrand und rappelte sich auf. „Ich hab' noch zu tun, muß weiter. Alles Gute, Herr!" Humpelnd ging er weiter. „Seltsame Existenz", sagte Reginald hinter ihm her und sah ihm nach, bis er verschwunden war. Er hatte genug gelegen und geträumt. Er sprang auf, um wieder weiter zu wandern. Die Bewegung des Gehens tat ihm wunderbar gut. Die letzten Wochen war er in dauernder Angespanntheit gewesen, um die Spur von Barbara zu finden. Er hatte an sämtliche Grenzübergänge geschrieben, die es zwischen Oesterreich und der Schweiz und Italien gab mit der Anfrage, ob eine Frau Much über die Grenze gekommen sei. Alle wußten sie nichts von einer Dame dieses Ramens. Er hatte in Barbaras Heimatort geschrieben und bei der Behörde um Auskunft über ihren Verbleib gebeten. Man schrieb ihm: Frau Barbara sei auf rätselhafte Weise verschwunden. Man nehme an, sie sei einem Unglück zum Opfer gefallen, denn ihr Auto habe man abgestürzt gefunden, sie selbst aber trotz vielseitiger Bemühungen nicht. Ob er sich nicht mit Dem Gatten Der Dame verständigen wolle. Der sei zur Zeit auf Reisen, aber schriftlich doch sicher zu erreichen. Im übrigen bedauerte man, nicht dienen zu können. Reginald hatte ja auch im Grunde nichts anderes erwartet. Er hatte das Gefühl, als sei das verfehlt, als würde er Barbara auf diesem Wege niemals auffinden. Aber wie sollte er es anfangen? Auch das Grübeln führte zu nichts. Er war in seinen Gedanken durch ein kleines Dörfchen gegangen. „Signore, Signore!" rief eine klare Stimme hinter ihm. Da kam ein halbwüchsiges Mädel gerannt. Atemlos machte es vor ihm halt, drückte ihm ein schneeweißes Weißbrot in die Hand, das köstlich duftete und noch ganz warm war. Roch ehe er in seiner LIeberraschung ein Wort des Dankes herausbrachte, war sie schon zurück- gelaufen. Langsam ging er weiter und bemerkte jetzt erst, wie die Dorfbewohner ihm alle mit wohlwollendem Interesse musterten. Am Ausgang des Dorfes winkte ihm ein junger Mann zu, er möchte einen Augenblick warten. Reginald blieb stehen, und der junge Italiener kam gleich darauf aus dem kleinen Hause mit einer strohumflochtenen Flasche, aus der er Reginald ein großes Glas Wein eingoß und anbot. „Zum Brot gehört auch Wein", sagte er lachend. Reginald trank den Wein in einem Zuge. Das freute den Mann. Er wollte ihm gleich noch ein Glas ein- fchenken, aber Reginald wehrte lachend ab, denn es wurde zuviel. Selten hatte ihn eine Gabe so erfreut und ihm so wohlgetan. Roch lange winkten sie hinter ihm drein, und manche Frau und manches Mädchen sahen dem stattlichen „Tedesco“, dem Deutschen, nach, bis er ihren Augen entschwunden war. Reginald fand, daß es das beste sei, von der nächsten Bahnstation aus nach Reapel zu fahren. Es zog ihn mit unwiderstehlicher Macht dorthin, er hatte ja auch fein Gepäck nach dort be» * . * „Ein Brief liegt hier für Sie, Herr Contius", sagte die Sekretärin auf dem Konsulat freundlich und übergab Contius einen großen Brief. Reginald drehte ihn erstaunt hin und her. „Vielleicht wieder Bescheid einer Behörde, daß eine Signora Much leider nicht bekannt sei", dachte er. Er steckte den Brief ungeöffnet in die Brusttasche und ging durch die Stadt, die Im vollsten Sonnenschein dalag. Er wollte aus der Stadt heraus, denn c8 versprach, ein schöner Sonnenuntergang zu werden. Reginald fuhr mit dem Tram nach dem Posi- lipo und wanderte noch ein Stück an der Küste entlang. Er setzte sich auf einen großen Stein und sah auf den Golf, der heute ein so sattes und tiefes Blau zeigte, wie man es sonst nur auf Postkarten sah und für phantasievolle Lleber- treibung hielt. Im Hintergrund schaute der Vesuv heraus, ein leichtes Rauchwölkchen stieg aus dem Berg empor und zerfloß im Blau des Himmels. Es war ein Bild, so schön und strahlend, daß Reginald sich nicht daran sattsehen konnte. Aber eine unerklärliche Traurigkeit hatte ihn befallen. Es knisterte leise in seiner Rocktasche. Richtig, den Brief hatte er ja noch gar nicht geöffnet! Er griff danach und riß ihn auf. Es war ein kurzes Schreiben darin und dann noch ein Schriftstück. Reginald zog es heraus und hielt den Führerschein von Barbara in der Hand. Ihm setzte der Herzschlag aus. Es kam ihm zu überraschend, darauf war er nicht- vorbereitet gewesen. Er las das Begleitschreiben. Vor langer Zeit habe man dieses beschmutzte Dokument durch Zufall in einem Straßengraben gefunden. Leider sei die Adresse der betreffenden Dame so -erweicht und unleserlich gewesen, daß man nicht gewußt hatte, wohin es schicken. Außerdem habe eine Dame dieses Ramens nicht die Grenze passiert, soweit bekannt. Da ihm so viel daran liege, habe man ihm das Papier zugeschickt. Vielleicht könne es ihm von Ruhen fein. Reginald saß wohl eine Stunde lang unbeweglich und starrte auf das Bild Barbaras. Es war eine schlechte Pahphotographie, und doch gab sie Frau Barbara Much wieder, wie er sie damals im Walde traf: Sehr sorgfältig gekleidet, sehr selbstbewußt, mit einem klein wenig spöttischen Lächeln in den Augen. Rur um den Mund war eine seltsame Linie gezogen, die wohl durch die Rässe und Den Schmutz, in denen das Papier gelegen hatte, entstanden war. Aber sie gab dem Bild einen seltsam schmerzlichen und leidenden Ausdruck. Trotzdem er ja durch äußere Einflüsse hervorgerufen wurde, ergriff er Reginald Contius tief. Praktisch half ihm ja dieser Schein nicht viel weiter. Doch er schien Reginald eine greifbare Bestätigung dafür zu sein, daß Barbara sich in Italien befand. Und darüber war er ganz glücklich.-- (Fortsetzung folgt.) Jfbcften tfie MAGGI5 kuppen : &ie Sparen Jdüfre, Seit und Sefä. ‘Und dieftaupfoacfre: Oeder ißt Sie mit tße fragen.. tyarget, &er-7ludeln tista Ganz besonders billig . verkaufe ich große Posten Tapetenreste moderne Muster, jede Rollenzahl Linoleumreste Stückware und Läufer Stoffreste für Dekorationen, Tischdecken und Kissenplatten Heinrich Hochstätter Brandplatz, Ecke Schloßgasse 5884 A Knipsen Sie 5876D nur. — Wir erledigen Ihre ■Sp Photo-Arbeiten /]/1 zu Ihrer Zufriedenheit Photohaus Emil Karn, Schulstrahe Das Fachgeschäft Fischhaus Cuxhaven Marktstra&e 23 / Tel. 2417 empfiehlt aus täglichen Sendungen frische Fische und Filets Räucherfische Marinaden,Feinkost,Fischkonserven Beste Qualitäten! Lieferung frei Haus! 5377 A Frische schwedische Preiselbeeren treffen beute und folgende Tage ein. Vorbestellung erbeten. M2,A Versand nach auswärts. Richard Grünewald Bahnhofstraße 27, Fernspr. 3631 MMsWiMWN in verschiedenen Ausführungen 5493a Edgar Vomnann, Äsenhandlung des Ministers Im Beiprogramm: | Vergnügte Stunden [ Lohntag Auf dem Lande Dieser Film wurde beiderinternation. Rundfrage als der beste Film der Weltim Jahre1929 bezeichnet nach dem bekannten Bühnenstück Les neuveaur messiers (Die neuen Herren) Die künstlerischste, treffendste und zugleich harmloseste Satire auf den Parlamentarismus. In den Hauptrollen: Gaby Morlay, Henry Roussell, Albert Prejean. 5736c Charles Chaplin in den entzückenden Lustspielen: Lichtspielhaus Gießen™*™ Heute Montag Premiere I Die Freundin SiQ können bei mir Ihren Bubikopf billiger pflegen lassen, denn ich habe von Montag bis Donnerstag herab- gesetzte Preise; Bubikopfschneiden . 0.80 Waschen............0.80 Ondulation.........0.80 Dauerwellen Wickel 1.00 Beste Bedienung. 05236 Salon Meifoner, Neustadt 46 Mahnung. Die für den Monat Juli 1930 zu unserer Kaffe fälligen Krankenkaffen- und Arbeitslosenverstcherungs'Beiträgekönnen noch bis zum 29. Aug. ohne Kosten gezahlt werden. Rach diesem Tage eingehende Zahlungen können nur unter Berechnung der Mahngebühren angenommen werden: außerdem sehen sich die Rückständigen der Zwangsbeitreibung aus. Zahlungen können an die in den Rechnungen genannten Zahlstellen, auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 8875 oder täglich von 8 bis 1 Uhr außer Samstags bei der Hauptkaffe geleistet werden. Gießen, den 23. August 1930. 5871D Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Gießen. Beschlagnabmesreie r-Z-ZlMll'MWW mit Küche von alleinstehend. Dame alsbald »u miete« gesucht. Schriftliche Angebote unter 05230 an den Gießener Anzeiger erbeten. Die glückliche Geburt eines gesunden, kräftigen Zungen zeigen in dankbarer Freude an Emil Weber, Pfarrer Gertrud Weber, geb. Küchler Eschbach (Kreis Usingen), Sonntag, den 24. August 1930 5885D; Gewerbe-Verein Gießen le.L.j Mittwoch, den 27. August 1930,8 Llhr im Saale Kirchstraße 16 Sauvt-Oersammtung Tagesordnung: Äericht über das abgelaufene Vereins» fahr,- Vorlage der Rechnung,- Voranschlag für 1930/31; Mitgliedsbeitrag; Vorstandswahl; Verschiedenes. 5796D Georg Haubach, 1.Vorsitzender Adreßbuch Stadtpiaa und Einwohner- und Gescha'fisverzeichniffen von 7 Städten und 74 Ortsgemeinden mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schasts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / Preis 10Reichsmark Oberhefstscher Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr. 7 Gegen U1233 Dtensiag.26.Aug. n lOllbr ab,oer- und 2tür. Stleiber- schränke, Waschkom- mod m.u. ohne Marmor, Chaiielongues, Nachtschränk.,Tlsche, Stühle, neue ».gebr. Küchenschränke, ein Herr.-, 1 Damenrad, 1 Grammophon, eine Dezimalwage, Fed.» Belt.,KtsLBüch.usw. H, Benner II., Aukt u. Taxal Herzleiden. Hämorrhoiden, durch Minderung des Blutdrucks, ferner bei Magen- u. Darmleiden. Zucker, Rheuma, Wechseljahre, Asthma usw. wird heute mit Erfolg Ällium venenum der gesetzlich geschützte Knoblauchsaft angewandt. Dankschreiben und Gutachten beweisen die gute Wirkung. Kräuterhaus Jung. Am 15. Oktober 1930, vormittags 9 Uhr, sollen an der Gerichtsstelle drei Grundstücke — zus. 52,31 Ar — des Taglöhners Karl Christian will in Odenhausen zwangsweise versteigert werden. 5870D Fronhausen (Lahn), den 22. August 1930. Amtsgericht. Wissenschaftliche Werke SondergeDlet oer Brühl'schen Druckerei Nab-Gemeinde fraeeevereiD. seins oet Blinden- Wit Srleöüetg Donnerstag, den 28. Ängukt. Abfahrt 9.40 Uhr tEtlzug). ö«iD Der Vorstand. Nr. 197 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberhessen) . Montag, 25. Angust 1950 u Ruh ru Dicht genug damit: es erweist sich bald, dah das unnatürliche Gebot nur dazu geschaffen scheint, um übertreten zu werden. DaS niedere Dom alten Stamm spielte Wesener — mit guter Mischung von Würde und leisem Humor — den König von Davarra. — Als liebliche Hoffräuleins die Damen Doering und Mewes. — Die derbkomischen Chargen brachten Hub und Link mann mit breiter Drastik, Dr. Ritter und 03 o I crbinbct, noch enger zu knüpfen. Die nahen Beziehungen zur Türkei sind in der sowjetrussischen Außenpo'ittk eine Trumps- karte, die namentlich im Interessenspiel der Länder am Schwarzen Meer geschickt ousgespielt zu werden pflegt. Um die Konformität ber außenpolitischen Dörmen zwischen Angora und Moskau zu unterstreichen, veröffentlichte kürzlich die türkische Zeitung .Milliet" einen Artikel, der in ben Dalkanländern. besonders in Rumänien, sehr großes Aussehen erregte. Die .Milliet" machte nämlich die Feststellung, daß Bessarabien ethnographisch und politisch z u R land gehöre und sich unrechtmäßig in __ mänischem Besitz befände. Q3effara6ien aber ist So versteht man das Ganze am zwanglosesten als ein leichtes, ganz unwirkliches, theatralisches Spiel ohne viel Tiefe und Hintergrund und komödienhaft-ernsten Akzent. Und so wurde es auch in der Aufführung unter der Regie des Intendanten Dr. P rasch mit sicherem Gefühl und ohne falschen Ehrgeiz ersaßt und gegeben. Die Regie hat die Mafse der fünf Akte — die int Buch vielfach schwerfällig, umständlich und langweilig anmuten — gekürzt, tzusammengefaßt, rynen ein frisches Tempo und eine zarte musikalische Untermalung gegeben. Der enge und ettoad schwierige Spielraum der Waldbühne war geschickt ausgenuht: die Q3ertoanMungen geschahen fließend und zwanglos. Die vom Kapellmeister Cujö zusammengestellte Bühnenmusik nach alt» englischen Motiven des 16. und 17. Jahrhunderts ist der lockeren und tänzerischen Gebärde des leichtgeschürzten Spieles feinsinnig angepaht. sich den Entscheidungen deS Berliner Kongresses zu unterwerfen und die Dardanellen wurden für die russischen Kriegsschiffe gesperrt. Der .Riegel" der Dardanellen behinderte den Zugang zum östlichen Mittelmeer und machte eS Rußland unmöglich, als maritime Großmacht an den Küsten Kleinasiens aufzutreten. England, das seine Straße nach Indien durch eine starke russische Kriegsflotte im östllchen Mittelmeer bedroht gesehen hätte, widersetzte sich ständig bet Freigabe ber Darbanellen für Ruhlanb. Trotz aller Bemühungen Iswolskys würbe auch 1907, während ber Zusammenkunft DikolauS II. mit König Ebuarb VII. im Hafen von Reval, bic ben Abschluß ber Einkreisung DeutschlanbS unb bic Einteilung Persiens in Interessensphären brachte, und damit die Einleitung zum Weltkriege wurde, die Meerengensrage nicht gelöst und erst der Weltkrieg sollte Rußland die Verwirklichung seines jahrzehntelang gehegten Derlangens bringen. Außenminister Sasonow versuchte 1914 die Türkei einzuschläfern und abseits vom Kampfe zu halten, um sie bann, wie eS auS den Dolumenten- veröffentlichungen hervorgeht, im Einverständnis mit Giers bei Kriegsende zu überfallen und zur Abtretung Konstantinopels zu zwingen. Aber de Türkei ist auf ihrer Hut und Sreift zu den Waffen. Sasonow tritt nun mit *ret) unb Delcasse in ben Kampf, um die russischen Forderungen auf die Meerengen durchzu- sehen. Der französische und der englische Außenminister verzögern ihre Zustimmung. Dun verhandelt Sasonow nicht mehr, sondern er verlangt in brüskem Ton. Die Botschafter in Petersburg, Buchanan unb Paleologue, raten zum Dachgeben, weil Rußlanb sonst auS bet Kriegsfront ausfallen könnte. Dun erst erhält Rußland durch baS britische Memoranbum vom 12. März 1915 bic Herrschaft über ben Bosporus, über bas Marmarameer und bic Dardanellen, sowie den Besitz über die Stadt Konstantinopel, über Ostthrazien, über die Halbinsel Gallipoli, über die Bithynische Halbinsel und über die Inseln Imbros und Tenedos zugesagt, während England sich das asiatische Ufer der Sarbanellen reserviert und seine spätere Abtretung an Italien verspricht. Als Kompensation verzichtet Rußland zugunsten Englands auf die neutrale Zone in Persien. Sasonow hängt sich an dieses Abkommen, das durch allerlei Vorbehalte abgeschwächt wurde, und dessen Derwirllichung England kaum zugelassen hätte, und macht es zum Feldzeichen des Krieges auf russischer Seite. Aber bereits Ende 1915 stellte sich heraus, daß man gar keine Aussicht hatte, sich mit Gewalt der Dardanellen zu bemächtigen und General Alexejew versucht Sasonow zu überreden, mit der Türkei einen vorteilhaften Sonderfrieden zu schließen, um durch Derhandlungen ein Ziel zu erreichen, wo die Gewalt versagte. Dun bc- stand Sasonow auf der Veröffentlichung deS Meerengenabkommens mit der Entente, während England Schwierigkeiten im Unterhause Probleme um das Schwarze Meer Don d. von Llngern-Eiernberg. wechsel, die Gegenüberstellung einer höfischen und einer bäurischen Sphäre im Kreis der agierenden Personen, und die Vervielfachung eines Einzelmotivs. die am klarsten im Wechselspiel des Doppelquartetts der französischen Damen und der Kavaliere von Davarra zum Ausdruck kommt. — Gießener Stadiiheaier. Shakespeare: „Liebes Leid und Lust" (LZaldbühne). „Love’s labour’s lost“, .Verlorene Liebesmüh" ober .LicbeS Leid und Lust" ist ein Stück des noch nicht dreißigjährigen Shakespeare, um 1590 herum entstanden unb somit zeitlich in enger Dachbarschast der .Komödie der Irrungen" stehend. Und nicht nur zeitlich, auch wesentlich: wie der Schwank mit den zweimal zwei Doppelgängern ist aud) daS Schaserspiel zu Davarra eine der leichtesten, unreifsten und unfertigsten, unter der Gattung ber „comedies“, äußerster Gegenpol etwa -zum sehr ernsten unb bitteren Charakterstück vom venezianischen Shylock. Ein Iugendwerk also, selten gespielt, mit allen Schwächen feiner frühen Entstehung, am besten -u werten als ein erster Versuch. ein Ansatz, ein Vorläufer späterer Reise unb sicherer Mei- sterschast, bic gewiß in einzelnen charakteristischen Szenen schon deutlich vorauSzuspüren ist. Verhinderte Trauung in Gretna Green ®retna Green, die alte romantische Eheschmiede, ist wieder einmal die Szene eines Entführung»* dramas gewesen. daS an die Romane des 18. Jahrhunderts erinnert, nur daß die Flucht mit Pier» und Wogen durch die Autojagd erseht ist. Sm )unger Geschäftsreisender aus Leeds hatte während eines Ferienaufenthaltes zu Blackpool eine reizende Lehrerin kennengelernt, die er so rasch wie möglich heiraten wollte. Das Paar beschloß daher, die Fahrt nach Gretna ©teert, aber bei ber Ankunft an der schottischen Grenze stellte der Bräutigam fest, daß ihm daS Geld ausgegangen war. Er telegraphierte an seinen 03ater, er möge ihm Geld nach Longtown in ber Otäbe von Carlisle schicken. Der Vater aber wurde mißtrauisch, weil Longtown die letzte englische Stadt vor der schottischen Grenze ist: er ahnte Schlimmes und jagte dem Sohne im Kraftwagen uach 2lls dieser das Geld abheben wollte, trat ibm statt dessen sein Erzeuger entgegen, ber ihm eine heftige Szene machte unb ihn sowie die Braut beschwor, von diesem unüberlegten Schritt abzustehen. Die Liebenben muhten daher auf die Fahrt nach Gretna Green verzichten, trennten । süh aber im Zorn von dem 03ater und gelobten, I doch noch ihre Absicht durchzusehen. Das Sohora-Vohnprojeki. Frankreichs Milliarden suchen Anlage. Man hat'S ja dazu. Die Millionenströme ergießen sich jahraus, jahrein pünktlich — von Deutschland gespeist — in die französischen Kassen, die ohnehin schon bi» zum Ueoerlaufen gefüllt find. Milliarden können ohne jede Anstrengung für Armeeund Flotte bcifc-itegcbradjt werden, der große Topf wird deswegen noch nicht leer. Ja, dieser ewige Goldsegen zwingt sogar dazu, unaufhörlich nach neuen Unterbrin* gungSmöglichkeiten Timschau zu halten, da- Kapital sucht Anlage, und Frankreich ist einfach genötigt, den abenteuerlichsten Plänen minder wichtig als die erste Mark, die aus dem Be^chaffungSprogramm In die Lohntüte des Arbeiters wandert. Selbstverständlich kann man mit zusätzlicher 2r- bettSbeschatfung Konjunkturen nicht ankurbeln. DaS haben wir ja 1926 bereits erfahren müssen, al- Deutschland allein von der Ärüc betroffen war. DaS wird in jedem Falle doppelt schwer sein, da wir heule unter einer allgemeinen Depression der Weltwirtschaft leiden und un- die Kaufkraft der großen Märkte jenseits der deuttchen Grenzen nicht zur Verfügung steht. Ganz sicher aber können wir mit einer zweckentsprechenden Arbeitsbeschaffung derart, wie sie von der Reichsbahn unb Reichspost in die Wege geleitet ist. bie schlimmsten Stöße mildern, wertvolle Schichten der Bevölkerung in Arbeit und Lohn halten, der Industrie die Möglichkeit geben, sich für den bevorstehenden Wiederanstteg de- weltwinschaft- Schach dem Pessimismus! Die zufätzlichenAufträge. de Reichsbahn und ReichSpost nach ihren Verlautbarungen der Wirtschaft haben zusließen lassen, sind zwar, gemessen an geschätzten Dationalein- kommen. nicht sonderlich imponierend. Diese fünf- bunbert Millionen bedeuten aber immerhin, an der richtigen Stelle angeseyt, eine nicht un« we senlliche Belebung sührender Wirtschaft - zweige, und sie fömxen bei einer vernünftigen Auftrag-verteilung durchaus dazu bienen, lebenswichtigen deutschen Industrien mit ihrem geschulten Personal über den Tiefpunkt der allgemeinen Krise hinwegzuhelsen. Freilich wird man bie etwas unglückliche Veröffentlichung ber ReichSpost, die von einer jährlichen Beschäftigung von 125 000 Arbeitslosen im Zusammenhang mit ihrem Zweihun- bertmillionenauftrag spricht, nicht in bem Sinne wörtlich auffassen Dürfen, als könnte e» gelingen. mit Hilfe dieser zweihundert Millionen nun ben Arbeitsmarkt prompt um mehr al» bunberttauknb Menschen zu entlasten, ^enn selbst mit einem — sicherlich zu gering geschätzten — DurchschnittSjabreseinkommen deS Arbeitnehmers von zweitausend Mark würde ber Gesamtbetrag. ben bie Reichspost für bie WirtschastS- belcbung auswenbel. nur bann für genau hun- berrtaufenb Arbeitslose reichen, wenn die Gesamtsumme für Löhne verwenbet werden könnte. Da aber bei ben Aufträgen von Reichsbahn unb ReichSpost die Rohmaterialien unb andere Faktoren einen wesentlichen Teil der Produktionskosten auSmachen — in der Mehrzahl ber Fälle Dürften fünfzig Prozent erreicht, wenn nicht gar überschritten werben — ist unschwer xu errechnen, bah zusätzliche Arbeit durch die Postausträge nur f ür etwa vierzig- d i - fünszigtausend Arbeiter geschas- fen werben wird. Zusammen mit dem Reichsbahnbeschaffungsprogramm aber wird baS zusätzliche ArbeitSquantum sicherlich mehr als hunberttau- senb Menschen auf bie Dauer von einem Jahre Beschäftigung unb Brot geben. □Dir halten diese Korrektur eineS zunächst vielleicht hie unb da ausslackemdcn OplimiSmu» für notwendig, nicht etwa, weil wir die Bedeutung und den Wert dieser Maßnahmen, wie sie von der Reichsbahn unb ReichSpost bereits cingcleitet sind, berabminbem wollen. ES ist aber durchaus wichtig, etwaigen Enttäuschungen vorzubeugen. Denn man kann nicht verkennen, daß da» älm- fichgreisen ber Arbeitslosigkeit in Sommermonaten, die normalerweise bic höchsten Beschästi- gungSzifsern aufweisen müßten, in ben betroffenen Kreisen eine begreifliche Erregung erzeugt bat. bie von politischer Gewissenlosigkeit durch demagogische Wahlagitation immer noch weiter geschürt wird. Diesem Pessimismus, dieser Mutlosigkeit unb Verzweiflung gilt es Schach zu bieten, unb wir freuen unS beShalb, baß bas Auftragsprogramm von ReichSpost unb RcichS- babn zur rechten Zeit bekanntgeworben ist. Gleichzeitig aber möchten wir auch ber bringenden Erwartung Au-druck geben, daß nun daS Arbeitsministerium erklärt, wie eS mit feinen ArbeitSbefchaffungSmabnahmen steht. Dr. Stcgerwalb hatte ja schon vor geraumer 3cit ein zusätzliches Dauprogramm und andere Aktionen in Aussicht gestellt, die insgesamt gleichsallS wieder hundert bis hunbertzwanzig- tausend Erwerbslose in ben WirtschaftSprozcß einglicbcm sollten. Es ist durchaus erforderlich, baß der Oesfentlichkcit auch hierüber einwanb- freie unb klare Mitteilungen zugehen, unb eS ist ebenso wichtig, daß die Arbeitsbeschaffung auf der ganzen Linie nach einheitlichen Gesichtspunkten durchgeführt wird, um den höchstmöglichen Grad an Wirksamkeit zu erzielen. Man darf daS psychologische Moment, daS in geregelter Dauertätigkeit, in regelmäßigem Okrbicnft unb Wiederherstellung normaler Kon- sumverhältnisse liegt, nicht zu gering veranschlagen. Die Impulse, de der Wirtschaft dadurch zuflicßen. sind in ihrer Auswirkung mindesten- ebenso groß wie die, bic sich an Hand von Lohnsummen unb DerdienstsPannen ziffernmäßig errechnen lassen. Der erste Schornstcm, Der erste Hochofen, ber wieder angcblafen wird, sic sind für die äleberwindung der seelischen Krise nicht die AchilleSscrse Rumäniens. Sowjetrußland hat die Annexion nicht anerkannt und hat wiederholt unb energisch gegen die Besitzergreifung durch Rumänien Protest eingelegt. AIS der Weltkrieg zu Ende war und das Zarenreich zerfiel, da ergriff Rumänien die Gelegenheit, seine 1876 nach bem Türkenkriege zwangsweise an Alexander II. abgetretene Provinz Bessarabien vor dem Ansturm ber Roten Slut zu retten und sie sich wieder einzuverleiben. Die Großmächte, zuletzt Italien, haben die Annexion, ohne auf die sowjetrussischen Proteste zu achten, anerkannt. Damit schien die Frage für die große Politik erledigt, bis sich nun, wie eS der Artikel der offiziösen .Milliet" beweist, die Türkei an bie Seite Rußlands gestellt hat unb dadurch dem bessarabi- schen Problem eine neue Wendung gibt. Der Streit um Bessarabien ist aber eng mit dem Ringen um die Machtsphären am Schwarzen Meer verbunden, denn tm Drängen Rußlands nach dem Bosporus unb ben Darbanellcn ist Bessarabien eine nottoenbige unb vortreffliche Flankendeckung. Wenn also, wie angenommen werden muß, der Artikel der .Milliet" in der Kanzlei Kemal Paschas inspiriert worden ist, so schließt er zum mindesten eine Unfreundlichkeit. wenn nicht eine Drohung für Rumänien ein. Der Traum ber Herrschaft über den Bosporus unb die Dardanellen, in den sich die Dessarabische Frage als bedeutsame Debenerscheinung einsügt, ist von Rußland st e t s geträumt worden. Schon Zar DikolauS I. sprach vom .KrankenMgnn am Bosporus", worunter der Sultan gemeint war. und bereitete sich darauf vor. seine Erbschaft anzutreten. Es war sein Wunsch, als Protektor der griechlsch-ortbodoxen Christenheit das Kreuz auf der Hagia Sophia in Konstantinopel aufzupflanzen. In den Kriegen Rußlands mit der Türkei ging ber Kampf stets um bic Herrschaft über bic Darbanellcn unb über Konstantinopel, über das .brüte Rom". Im Frieben von S a n Stephan o, nach bem Siege über Die Türken, war Alexander 11. nahe an der Verwirklichung bicscS Wunschbildes. Da aber mischte sich England ein, Rußland wurde gezwungen. fügten sich angenehm ins Ensemble: mehr läßt sich nach diesen unbedeutenden Chargen vorläufig kaum sagen. — befürchtet und mit der Veröffentlichung zögert, Ader Safonow will den russischen bereits erlahmenden Kriegseifer von neuem anfachen und bae Volk durch den ..Byzantinischen Traum" trunken machen. 6r fetzt feinen Willen durch und das Abkommen wirb unter Iubelfansaren ber .Dowoje Wremja' unb ber gc'amten übrigen russischen Presse veröffentlicht. Gegen Kriegsende schon ist das Memorandum vom 12 März 1915 nicht viel mehr alS ein Fetzen Papier. Boeder England noch Frankreich denken an seine DerwlMichung. Die öarcnrcgicrung schwank! und stürzt, unb nun begeht ber französische Botschafter Paleologuc den 'Verrat an feinen Verbündeten unb sendet an Briand ein Telegramm, worin er Den Minister auffordert, mit ber Türkei ohne Wahrnahmc der russischen Interessen FriedenSverhandlungen zu beginnen, linier der Regierung Kerenskys wird baS Prinzip eine- Frieden» ohne alle Annexionen au’gcftcut, aber dennoch sendet ber damalige Außenminister Miljukow ein Telegramm nach London, worin er feststellt, daß der Verzicht auf Annexionen nicht bie Ansprüche Rußlands auf die Meerengen in sich schließe. Jetzt, nach zwölf Jahren sind e» bic Bolschewiken. die durch ihr Bündnis mit ber Türkei bie Dardanellenfragc wieder auf leben lassen, ilm bic russifch-türli'chen Beziehungen zu beleuchten, mag hier an die Worte KarachanS erinnert werden. der vom Kreml nach 'Angora entsandt wurde, um den Vertrag vom Jahre 1925 zu ergänzen. Er saate. daß zwar Rußland und bic Türke» je eine Großmacht seien, aber vereint seien sic zehnmal größer. Man erinnert sich, daß vor einigen Monaten russische Kriegsschiffe unter ber stillschweigenden Duldung der Türkei bic Darbanellcn durchfuhren, ohne Die in Konstantinopel tagende Meerengenkommission zu befragen. Sowjetruß* * lanb hat zwar ben Vertrag von Lausanne, burch den die Meerengenfrage geregelt wird, nicht unterschrieben, wohl aber wäre bic Türket verpflichtet gewesen, sich an bie Bestim- mung dieses Abkommens zu halten. Die nichtautorisierte Durchfahrt der KricgSschllffe erregte begreiflicherweise in Bukarcst baS unangenehmste Aufsehen, da da» Kräfteverhältnis im Schwarzen Meer dadurch zu ilngunften Rumäniens verschoben wird. Der rumänische Delegierte in der Meerengenkommis- sion legte scharfen Protest ein, ber aber erfolg- I o S blieb, ba Rumänien keine Garantien von ber Türkei erhalten konnte, daß die Türkei nicht wieder russischen Kriegsschiffen bic Dardanellen öffnen würbe. Die Türkei besitzt keine nennenswerte Kriegsflotte, Wohl aber können die russischen Kriegsschiffe im Schwarzen Meere bei Freigabe ber Dardanellen beliebig verstärkt werden und würden daS Oestllche Mtttclmeerbecken bedrohen. Die türkischen Zeitungen weisen darauf hin, daß der Kurdcnaufstand vom britischen .Intelligence Service" finanziert'und mit Waffen unterstützt würde, um die Türkei mit Persien in einen Konflikt zu verwickeln unb um bas Gin* verncchmen mit Sowjetrußlanb zu stören. In früheren Jahrzehnten finb hundert diplomatische Intriguen um bic Schwarzmeerproblemc gesponnen worden: schwere Kriegskonflikte sind am Bosporus entstanden. ES will nun scheinen, al» ob wie Gespenster wieder alle die Methoden auf* leben sollen, die vor dem Weltkriege im nahen Orient üblich waren. Es bleibt noch zu sagen, daß der Wettergott, trotz schlimmen Befürchtungen und schauderhafter Prognose, sich gnädig gesinnt zeigte. — Der Besuch war recht gut; Der Beifall verdien« termaßen freundlich. hth. 2luch in der Besetzung sah man großenteils recht beachtliche Leistungen. Mehrere neue Mitglieder unseres Ensembles füllten sich vor. Jochen Hauer spielte den Biron im Gefolge bes Königs: mit Laune und frischem Ternpcra- ment auf einer mittleren Linie zwischen Helden und Liebhaber, auch körperlich erfreulich gelöst. aber im Vortrag gelegentlich zu schnell und nicht immer klar verständlich. — Hilde Schwend (Prinzessin) als Wortführerin auf bet Gegenseite hinterlieh einen lehr sympathischen Einbruck: gute Erscheinung: klare, klingende 'Sprache: gepflegtes Spiel. — Walter Bäuerle. Der sich als Carlos im .Clavigo" vortrefflich eingeführt hatte, gefiel unS in der Rolle deS Don Adriano weniger: er wirkte ein toenig gequält und gehemmt, und die pathettsche Komik der Gestalt scheint ihm nicht sehr zu liegen. — Ebenfalls neu engagiert: Agathe Walther* Sebeter unb Reinhold Schelcherf beide Volk kehrt sich nicht daran, und die gefürsteten Echt shakespearisch sind schon der lockere Szenew Kavaliere vermögen ebenfalls nicht lange ihr *—-tr-r -r " " ------ Gelübde zu wahren. Dach allerlei lustspielhaft- konventionellen Verwicklungen mündet das Stück in die heitere Szene, wo die vier insgeheim verliebten Herren einer nach dem anderen ihre Leidenschaft gestehen und sich gegenseitig in Schwüren und Schwärmerei überraschen unb ertappen. Da beschließen sie, ihren Eib zu brechen und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Verwirklichung zu geben, damit das Geld arbeiten tarnt Da ist das Projekt einer Dahn durch die Sahara. Gewiß mat man sich sehr lange mit dem Plan beschäftigt, schon in Vorkriegszeiten, aber eigentlich doch nur von der theoretischen Seite her, tote man auch heute noch etwa mit dem Gedanken eines Tunnels durch den Atlantik spielt. Dank der regelmäßigen Reparationszahlungen von Deutschland kann Frankreich jetzt aber wirklich Geld in die Sache stecken. Eine Eisenbahn quer durch die Sahara wird Französisch-Westafrika mit dem Mittelländischen Meer verbinden, die Studien zu dieser großen technischen Tat sind jetzt abgeschlossen. Besondere Schwierigkeiten sind jetzt nicht mehr zu überwinden, mitGeld läßt sich alles machen. Als Hauptausgangspunkte der Eisenbahn sind Oran und Algier vorgesehen. Der Weg geht zunächst südwestlich bis Jgli und dann südöstlich durch das Tuatgebiet, tief drinnen in der Sahara. Am Niger soll sich die Strecke teilen, ein Ausläufer der Bahn wird vorsorglich in das Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonie Togo gebaut, und auf diese Weise ist dann gleich für spätere Zeiten einer Abrechnung ein Status quo geschaffen worden, mit dem sich dem Völkerbund gegenüber prunken läßt. 3n achtjähriger Arbeit wird der kühne Plan jetzt verwirllicht werden, die Gesamtkosten der Anlage sind auf eine halbe Milliarde Mark veranschlagt worden, für die Deutschland natürlich sorgen wird. Daneben kann noch einige andere Hilfe von den Deutschen erwartet werden; wozu sind die Sachlieferungen über Repara- tionskonto eingerichtet worden! Als Triebkraft für die Saharabahn sollen aus Gründen der Wasserersparnis Dieselmotor-Lokomotiven zur Verwendung kommen, die ebenso wie die eisernen Schwellen der Bahn von Deutschland zu stellen sind. Auf diese einfache Weise bekommt Frankreich eine gigantische Anlage fertig, die nicht allein große wirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen hat, sondern auch noch von besonderer militärischer Bedeutung ist. Mit dieser Saharabahn sichern sich die Franzosen die Oberherrschaft über den ganzen nördlichen Teil Westafrikas. Die Sahara ist französisch geworden, und Deutschland bezahlt alles. Oberheffen. Giadtrai in Alsfeld. te* Alsfeld, 13. Aug. Nach längerer Pause fand jetzt wieder eine Sitzung des Stadtoor- st a n d e s statt. Man befaßte sich zunächst mit der Fürsorge für die ausgesteuerten Erwerbslosen, deren Zahl nach Mitteilung des Vorsitzenden inzwischen auf etwa 40 gestiegen ist und in den nächsten Wochen noch eine weitere Steigerung erfahren wird. Der Vorsitzende gab eine Uebersicht über die bis jetzt im Wege der Notstands- arbeiten mit den Notstandskrediten geleisteten Arbeiten. Allgemein wurde der Grundsatz anerkannt, die ausgesteuerten Erwerbslosen mit produktiven Arbeiten zu beschäftigen, anstatt ihnen Unterstützung zu gewähren. Vom Arbeits- und Wirtschaftsministerium ist der Stadt aus der Notstandskredit-Aktion der hessischen Negierung eine Zinsverbilligung für einen Kredit von 50 000 Mark bewilligt worden zur Erbauung einer Kläranlage. Mit den erforderlichen Vorarbeiten soll alsbald begonnen werden. Für die Zwischenzeit wurde beschlossen, einen weiteren Notstandskredit von 3000 Mark zu bewilligen. Gleichzeitig wurde her von der Baukommission am 29. Juli bewilligte Kredit von 1200 Mark genehmigt. Ferner wurde beschlossen, den Notstandsarbeitern, die an der Auf- i räumung des Bachlaufes der Schwalm tätig sind, eine Wassergeldzulage von 10 Pf. für die Stunde 7 zu gewähren. Mit der Beratung des Projekts der Kläranlage soll alsbald begonnen werden. Voranschlag der Oberrealschule für 1 9 30/3 1Der von der Direktion vorgelegte Voranschlag bewegt sich in demselben Rahmen wie der vorjährige Voranschlag. Der Gesamtbeitrag der Stadt für das Rechnungsjahr 1931 ist mit 35 036 Mk. vorgesehen. Gegenük^r dem Vorjahr ist der Zuschuß um 737 Mk. geringer. Die von der Stadt allein zu tragenden sachlichen Ausgaben sind mit 10 155 Mk. veranschlagt. Die gefamten persönlichen Ausgaben betragen 128 166 Mark. Der Voranschlag wurde ohne Aussprache genehmigt. Verpachtung von Grundstücken: Für die neue Verpachtung der Grundstücke der Stadt und des Hospitalfonds wurde im Hinblick auf die gegenwärtigen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse beschlossen, die Verpachtung nur auf sechs Jahre vorzunehmen. Die Anbringung einer Blitzschuhanlage für das Nebengebäude der neuen Post, die nach den baulichen Vorschriften der Postverwaltung notwendig ist, wurde der Firma Hinderthür, G. m. b. H. in Siegen, zu der geforderten Pauschalsumme von 365 Mk. übertragen. Der Anschluß des P o l i z e i w a ch t - lokalsan das Fernsprechnetz, dessen Notwendigkeit von dem Bürgermeister näher begründet wurde, fand Annahme. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 24. Aug. Heute nachmittag feierte die K l e i n k i n d e r s ch u l e ihr diesjähriges S o m m e r f e ft. Unter den Klängen des Posaunenchors marschierten die festlich geschmückten Kleinen zum Rinnschen Garten. Nach Gemeindege- & unter Begleitung des Posaunenchors trugen die er unter Leitung von Schwester Käthchen ihre Sprüche und Lieder vor. Pfarrer Bremmer würdigte in seiner Ansprache die schwere Arbeit an den Kleinen. Spiele kindlicher Art erfreuten sich alt und iung. Eine große Brezel lohnte die Kleinen fitz: ihre schonen Darbietungen. Die am Schlüsse der Beran- staltung erhobene Kollekte erbrachte den stattlichen Betrag von rund 54 Mark. V Londorf, 24. Aug. Am gestrigen Samstag feierte unser Gemeinderechner Berlin sein 2 5. D i e n st j u b i l ä u m. Aus diesem Anlaß versammelten sich am Abend der Bürgermeister, der Ortsvorstand, die Gemeindebeamten und zahl- reiche Einwohner im Rathause, too dem Jubilar als Zeichen der Anerkennung für seine Dienste eine goldene Uhr überreicht wurde. 3n einer längeren Ansprache würdigte Bürgermeister A u - mann die großen Verdienste, die sich der Jubilar um das Aufblühen und die Weiterentwicklung unseres Ortes erworben hat. Besonders hat es der Jubilar verstanden, in der Inflationszeit die Finanzen unseres Ortes in mustergültiger Weise in Ordnung zu halten. Bewegt dankte der Jubilar für die Ehrüng, betonte aber, daß seine Arbeit von Erfolg gewesen sei, weil er bet Bürgermeister Aumann und der Gemeindevertretung stets große Sinterstützung gefunden habe. Ferner brachte der Gesangverein „Frohsinn" seinem passiven Mitglieds ein Ständchen, der Turnverein stellte dem Jubilar zu Ehren einige Pyramiden. Der Vorsitzende des Gesangvereins würdigte ebenfalls die Verdienste des Jubilars. Erwähnt sei noch, daß die Volkshalle die bald ihrer Vollendung entgegengeht, der Initiative Berlins zu verdanken ist. Starkenburg. WSN. D a r m st a d t, 24. Aug. Der 45 Jahre alte Verwaltungs-Oberinspektor Georg S ch o e t t ist wegen Sinterschlagungen zum Nachteil des hessischen Odenwald!tu bs, die er als Kassierer im Lause der letzten Jahre ausgeführt haben soll, in Untersuchungshaft genommen worden. Bis jetzt find etwa 10000 Mk. Fehlbeträge festgestellt. Auch soll er als verantwortlicher Kontrollbeamter der Stadt sich unberechtigte finanzielle Vorteile bei seiner Gehaltsberechnung verschafft haben. Preußen. Kreis Wetzlar. Lützel linden, 24. Aug. Hier hat sich eine Badegemeinschaft gebildet, die sich den Bau und die Unterhaltung einer Bade- und geladen. Die Anklage vertritt Staatsanwall Dr. Orth, den Dorsch fuhrt Landgerichtsdirektor Schmidt. Die Verteidigung hat der Frankfurter Rechtsanwalt Dr. Frank übernommen. Man rechnet mit einer mehrtägigen Dauer des Prozesses. Revision im Wormser Llnruhenprozeß. 2) a r m ft a b t, 24. Aua. (WSN.) Der im Prozeß wegen des Wormser Januarkrawalls verurteilte Angeklagte Jeck hat Revision eingelegt. Es ist bisher noch nicht bekanntgeworden, ob die bei der Urteilsverkündung nicht anwesenden Verurteil- ten ebenfalls Revision einlegen werden. Die Urteile gegen die übrigen Angeklagten sind rechtskräftig. Schwerer Schiffszusammenstoß auf dem Ätzern, vier verletzte. WSN. Bingen, 24. Aug. Der Deranü- gungsdampfer „Glück auf", der mit ungefähr 300 Ausflüglern von Duisburg-Ruhrort nach Rüdesheim fuhr, stieß gestern abend bei Niederheimbach mit einem Dieselmotor-Schleppschiff zusammen. Das Schleppschiff, dessen Ruder offenbar versagte, fuhr mit dem Bugspriet in den Radkasten Was bietet der Gießener Anzeiger seinen Lesern? Werktäglich Das große Heimat- und Anzeigenblatt die führende Tageszeitung In dem Gebiet zwischen Frankfurt am Main - Kassel und Koblenz-Erfurt Wöchentlich zweimal Gießener Famillenblltter Wöchentlich Die Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat Im Bild Die Scholle In ständigem Wechsel Sonderseiten des Gießener Anzeigers: Turnen, Sport und Spiel Für den Büchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Jugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht Im täglichen Leben Zeltfragen des Mittelstandes Jährlich zweimal Taschenfahrplan In Heftform Jährlich Künstlerischer Wandkalender Schwimmanlage zur Aufgabe machen will. Sie führt den Namen „Dadcgemeinschaft Lützellinden". Die Bade- und Schwimmanlage soll im Kleebach unterhalb der Luhmühle errichtet werden. Der Gemeinschaft sind bis jetzt 20 Mitglieder beigetreten. Zum 1. Vorsitzenden wurde der Lehrer Goubeaud gewählt. Maingau. Frankfurt a. M., 24. Aug. (WSN.) Gestern abend erschoß der Arbeiter Ernst Juli seine Braut, die Hausangestellte Irma Dürr, Fleischergasse 7 wohnhaft, beim fahrlässigen Han- tieren mit einem geladenen Jagdgewehr. Juli wurde in das Polizeigefängnis eingeliefert. Heber 2 Millionen Fehlbetrag der Stadt Mainz. Mainz, 24. Aug. (WSN.) Auf Grund der jetzigen Ergebnisse, unter Berücksichtigung der zu erwartenden Einnahme-Ausfälle und der Mehrausgaben, rechnet die städtische Verwaltung im laufenden Rechnungsjahr mit einem Fehlbetrag von 2048000 Mark. Oer Rüsselsheimer Kommunistenputsch vor Gericht. WSN. Darmstadt, 23. Aug. Am Montag, 25. August, beginnt vor dem hiesigen De- zirksschöffengericht die Verhandlung gegen die Teilnehmer an den Unruhen bet den Opelwerken am 12. Februar d. I. Ange-' klagt sind elf Unruhestifter, unter chnen der hessische Landtagsabgeordnete Sumpf und der preußische Landtagsabgeordnete Muller, der auch im Wormser Unruheprozeß eine wesentliche Rolle spielte. Die Anklage lautet auf Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch, und gegen Müller außerdem auf Aufreizung zum Widerstand. Zur Verhandlung sind 65 Zeugen des Vergnügungsdampfers hinein und rasierte die Küche, die sich in dem Radkasten befand, vollkommen weg. Die vier in der Küche befindlichen Personen wurden durch Splitter mehr oder weniger erheblich verletzt. Mehrere Passagiere erlitten einen Nervenschock, einige wurden von Herzkrämpfen befallen. Aerztliche Hilfe war gleich zur Stelle. Sinter der Leitung des Bürgermeisters und der Polizei wurde die Ausbootung der Passagiere vorgenommen, die glatt vonstatten ging. Die Passagiere setzten per Schiff oder mit der Bahn die Reife fort, soweit sie es nicht vorzogen, heimzufahren. Der Dampfer, der kein Leck erlitten hat und dessen Maschine intakt $u sein scheint, wurde ans Slser gebracht. Die vier Verletzten wurden in das Binger Krankenhaus gebracht. Sie werden das Krankenhaus voraussichtlich in den nächsten Tagen wieder verlassen können. Kunde aus der Römerzeit. Rüsselsheim, 23. Aug. (WSN.) Bei Ausschachtungsarbeiten zur Fundamentierung einer neuen Stützmauer auf dem Gebiete der F e st u n g, im nördlichen Spitzgraben, wurde ein 13 Meter langes Stück einer von Süden nach Norden ziehenden 2 Meter dicken und 1,30 Meter hohen Fun - bamentmauer aufgebe eft, bie römischen Ursprungs ist. Es hat sich somit bie Vermutung bes Heimatforschers Sturmfels bestätigt, daß ehedem an ber Stelle ber heutigen Festung ein größeres römisches Bauwerk gestanden haben muß. Frühere Funde haben ebenfalls bargetan, daß hier ein römif cher Stützpunkt mit Ansied- Iung gewesen fein muß, und zwar an der alten Römerstraße Mainz—Aschaffenburg, der sog. Aschas- fenburger Straß«, von der die Frankfurter Straße ein Teilstück ist. An weiteren Funden wurden in dem Spitzgraben aufgedeckt: ein Bronzestück aus ber Römerzeit, sowie Fußangeln, Stücke von Handgra- naten unb Geschossen, Pfeilspitzen usw. aus ber Zeit bes Mittelalters. Die Funde wurden dem Heimatmuseum übergeben. Aufhebung einer Kalschmünzerwerkstätie. WSN. Frankfurt a. M.. 23. Aug. In den letzten Monaten wurden in Frankfurt a. M. und auswärts sehr gut angefertigte falsche Fünfmark st ü ck e in den Verkehr gebracht. Trotz eifrigster Bemühungen der Polizeibehörde war es bisher nicht gelungen, der Fälscher und Verbreiter habhaft zu werden. Gestern teilte nun! die Kriminalpolizei Stuttgart hierher mit, daß bei der Verausgabung von falschen Fünf- markstücken der in Frage kommenden Fälschung dort ein gewisser Karl Döse, 1877 in Moskau geboren, in Höch st a. M. wohnhaft, und ein Jakoo Bender, 1898 in Frankfurt a.M. geboren, in Nied wohnhaft, fe st genommen worden seien. Der dritte Begleiter, der Maschinentechniker Adolf Engelhardt, 1889 in Höchst o. M. geboren und daselbst wohnhaft, fei in einem Kraftwagen geflüchtet. Die sofort von hier aus aufgenommenen Recherchen führten in der vergangenen Nacht zur Festnahme des Engelhardt. Die in verschiedenen Wohnungen und anderen Orten vorgenommenen Durchsuchungen erbrachten ein überraschendes Resultat. Das gesamte Herstellungsmaterial, darunter eine etwa 20 Zentner schwere Stanze, mehrerePaketeausgestanzter Plättchen, sowie eine Aktenmappe mit fertigen Falsifikaten wurde gefunden. Die polizeilichen Nachforschungen sind noch im Gange. Ein Brikettlager in Klammen. WSN. Frankfurt a. M., 24. Aug. In de» Ehsenstraße im Frankfurter Osthafengebiet war heute in den frühen Morgenstunden aus bisher noch nicht aufgeklärter Slrsache ein großes Brikettlager in Brand geraten, das zirka 5000 Zentner Briketts umfaßte. Obwohl die Feuerwehr rechtzeitig alarmiert wurde und mit zahlreichen Hilfskräften an der Brandstelle tätig war, gelang es erst am Nachmittag, den Brand vollständig zu löschen. Vermischtes. Die Heilsarmee baut auf. Die Heilsarmee hat besonders im vergangenen Jahre in Deutschland eine verstärkte Rührigkeit gezeigt. Sinter der Leitung ihres neuen Kommandeurs Bruno Friedrich hat sie im Laufe des verflossenen Jahres den Stand ihrer Stationen und Sozialanstalten weiter beträchtlich erhöhen können. Augenblicklich zählt sie 295 solcher Stationen und Sozialanstalten. Die letzten Veröffentlichungen im Jahre 1929 stellten vier Logierheime für alleinstehende Frauen und Mädchen, ein Wöchnerinnenheim, fünf Heime für gefährdete Mädchen, zwei Kinderheime, ein Frauenaltersheim, zwei Heime für entlassene männliche und weibliche Strafgefangene und 27 Männerheime für Arbeitslose und Obdachlose fest. Zusammen wurden in diesen Anstalten 450 000 Personen ausgenommen und mehr als 2,25 Millionen Mahlzeiten verabreicht. Hinzu kommt ferner noch die große soziale Hilfe, die alljährlich bei verschiedenen Gelegenheiten von der Heilsarmee geleistet worden ist und die insbesondere zu den kirchlichen Festen einen großen Simfang einnimmt. Soeben ist im übrigen auch in der Reichshauptstadt ein neue# Männerheim mit 430 Betten in Betrieb genommen worden. Schnelle Justiz in Sowjet-Rußland. In Moskau mürben Donnerstag meun Personen, bie sich mit dem Aufkauf von Silbermünzen unb auslänbischen Devisen beschäftigten, unb bie gleichzeitig konterrevolutionäre Gerüchte verbreiten, zum Tobe verurteilt. Das Urteil würbe volist re ck t. Wirtschaft. Oie Zahlen des Außenhandels. Die letzte Mitteilung über den deutschen Außenhandel konnte feststellen, daß die Aus- suhr im Juli gegenüber dem Vormonat um 40 Millionen Mark gestiegen ist. Mithin schließt die Außenhandelsbilanz für Juli wiederum mit einem bemerkenswerten Ausfuhrüberschuß ab. Für die Zeit vom Januar bis Juli ergibt sich somit ein Gesamtausfuhrüberschuß in Höhe von 850 Millionen Mark. Diese Feststellung ist an sich durchaus erfreulich. Anderseits wäre es aber verfehlt, daraus den Schluß zu ziehen, daß es der deutschen Wirtschaft besser gehe, als den andern Ländern. Der Ausfuhrüberschuß, der bei uns zu verzeichnen ist, stellt doch im Grunde genommen ein negatives Symptom dar insofern, als der R ü ck g a n g der Ei n- fuhr zum großen Teil auch an der rückgängigen Rohstoffeinfuhr liegt und anderseits an den deutschen Agrarzöllen, die vor allem kein Getreide hereinlassen. Diese beiden Gesichtspunkte muh man berücksichtigen, wenn man der gegenwärtigen Lage gerecht werden will. Anderseits erscheint es aber angebracht, einmal die Außenhandelszahlen der anderen Staaten zum Vergleich heranzuziehen. In Australien ist bis heute das Ergebnis des Außenhandels des letzten Halbjahres von 1929 noch nicht bekannt geworden. Dagegen kann aber schon jetzt fest- gestellt werden, daß ein starker Rückgang des Exportes und eine starke Zunahme des Importes zu verzeichnen ist, so daß die Außenhandelsbilanz passiv bleibt. In Amerika kommt in den Auhenhandelsziffern die katastrophale Wirtschaftskrise zum Ausdruck insofern, als Export und Import den tiefsten Stand seit zehn Jahren aufweisen. Auch Brasilien ist nach dieser Richtung hin rückgängig, hat sein Export doch um 32,7 Prozent im ersten Viertel dieses Jahres gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres nachgelassen. Englands Außenhandelsziffern lassen ebenfalls ein unaufhaltsames Sinken erkennen, dagegen ist die Zahlungsbilanz mit 151 Millionen Pfund Sterling aktiv. Was die Wirtschaftslage in Frankreich betrifft, so ist die Außenhandelsbilanz ebenfalls passiv, und zwar wird für das erste Halbjcchr 1930 ein Import von 30 461 000 Tonnen, gegenüber einem Export von 18 533 000 Tonnen angegeben. Holland importiert zur Zeit auch weit mehr als es exportieren kann. Für das erste Halbjahr ist der Wert des Importes mit 1,3 Millionen holländischen Gulden und der Export mit 0,9 Millio- nen holländischen Gulden angegeben. Das Defizit in der Außenhandelsbilanz Italiens hat sich im ersten Halbjahr 1933 gegenüber der Periode de» Do"iahreS aus 3714 030 Lire ermäßigt. Ebenso hat Oesterreich einen nicht zu unter- schätzenden Rückgang in seiner A'»enhand:!»- bilanz zu verzeichnen. Dies« Zahlen zeigen, daß sich überall die Ditschast-krise ge'tend macht Ä.in Staat kann fremde Waren auinehrnen und kein S:aat kann im bisherigen Umtange sein« War«n ab» setzen. Selbstverständlich genügen di« Auhenhan- delSzahlen noch nicht, um die Wirtschaft»- rentabilität «in«- Staate- zu beurteilen. Man müht« vielmehr nvch die Zahlungsbilanzen heranziehen, die leider nicht von allen Staaten vvrlicgen, und di« dann allerdings ein anderes und in vielen Zällen günstigeres Resultat auf- zeigen würden Immerhin sind auch diese Zahlen geeignet, die Weltwirtschaft zu warnen und sie zu ermahnen, auf schnellstem Wege solidarische Massnahmen zu ergreifen, um der allgemeinen Wirtschaftskrise endlich Herr zu werden. • Don der FranNu rter Börse. Die Zulassung der 6 Mill. Ml. Stammaktien der Deutschen Gold- und Silberscheideanstalt vorm. Roehler, Frankfurt o. M. mit halber Dividendenberechtigung für 1929/30 wurde genehmigt. • Der Drohhandelsinder Die aus den Stichtag des 20. August berechnete Großhandel»- inderzisfer des Statistischen Reichsamte- ist mit 125,0 gegen über der Vorwoche unverändert geblieben. Don den Hauptgruppen hat die 3nbef- »issek für Rgrarftofse um 0,9 Prozent auf 117,7 anaezogen. Die Indefzisser für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,5 Prozent auf 117,5 gesunken gleichzeitig hat diejenige für industrielle Fertigwaren mit 149,3 (149,5) weiter leicht nachgegeben. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 25. August. Tendenz: etwas freundlicher. — Zum Woch.nbeainn war bi« Stimmung wieder etwas freundlicher. Die im Rahmen des ArbeitsbeschaffunaSpro- aramms herausgegebenen Aufträge der Reichs- bahn und der Reichspost gaben der Dörfe «ine Anregung. Auch die festere Reuyorker Börse vom SamStag blieb nicht ohne Einfluß. DaS ®g. Rotfrtrgb.CbUgati» nm. nutiatTMi 1931 . . . . 92 — — — 4,iO«o CtfttrTrd)lict< etlbmtnit Ä.5 1.1 — — — 4% CfftrtTrtdjbdx fhsbrtüidx Sratf......... att - 11 143,5 143.75 143.5 ilgmmrrv uns f rtpauBad . 11 'M.5 130 1'29,5 130 TennMatn und ^artcnalban! 1? 182.5 182.5 181 leuilche Fan! und TucOntI>.®fkmd)aft, . . 10 124 124 124 dresdner Ban!...... 10 125 124 124.5 124.25 RHtfcibae!........ 1t 48.5 249.25 247.5 83 4........... . 8 '40.75 140 140,5 140.25 Fetgmam........ . » — ——- 169 iBetn. Eielfnntgtgrktr&aft. 10 129 — 121.5 — Llchl unb »ralt...... 10 39 138 138 137,25 feilen * ®utUeaume . . . ♦fkCxtah fit lErttrd»# 7H 105 l05.fc 106,25 Uxtmrbmenam .... 10 <2.5 142.9 143 142 Oemburart 6.f!mtit5t».Sed« Rbetithdw ftehriittfi . . . 10 . 9 - - 129.9 130 130 StbleftidK itetaümil. . . . 10 — — 1*1 135.75 Etüden S Io . ..... 11 — — 153,75 153.6 Eizetn# 6 Haute ..... 14 193,5 — ■93.2' 193 itanftat'^ ....... . 8 — tahmf itt i ic..... . Buderus . ...... . S 57.5 61.75 57,« 60.5 Tmtt* ffrtbl...... . 4 — 72.25 70.13 (H'met Strtxlgble..... . e »d*mftrj>e«a ...... . 8 109 _ 109.25 109 . e 101 — 101.7; 101 — 87 $ilf Bergbau ....... 10 —> — 2Tz — t^tfBfterde....... - > M — •-.75 79.75 s»ln ............ . . 1 — =4,5 82 Tiannrtmaxn.515trat . . • . 1 4,5 85.25 =4,5 84.6 öanlff.tft Beradau .... . 7 ■5.25 Cberlilfl 4t’mbeba4 • . . . b — — 52,75 _ CbrridtlF. eoHcrrft.... . 1 • — 16,4 85.4 Sbbntr Bergbau . .... R6eiettdx Bräunte • • •H 1( 78,9 206,5 -1.5 206,5 78,5 Rbf^r;ah......... . 6 .75 67 87.5 Shebetf Ctrntae ...... 74 OetBm Bereinigte 4-tabünette . . . Oast ötnen......16*/, »altmerte aitfxrtlrben ... |O Ratticerfe Befterrgrln . . . j( •altmtrff eflijbetfunb ... 15 I. ®- ... 1» t onamt! Rebel ....... ( SMbeanttaU........t GrldiLmidt ........t RLtger« werte...... . # fRetaUodeni&oft.......f »dtlivv fcoumami......71 fltrenrtretf Heidelberg . . 10 temrnhr-d Äadftatt. ... 10 Beofc » Rteotsfl......f | Cdmltbrti Bagenbcfet ... 15 CHw*........ . u Ku...........If Beinbetg.........14 SeelbM .... 13'f. aitaHrrbstfl ... 1» nt bürget Bettel . . . 8 fceflauer ........» TeiEltt fiotemi ...... 0 Tnirt»« ...... eRdttetsSai iL-®. ..... 0 Hol eutsrsHJ . ...... 0 Cttrb.ets M Äoppd • .... 6 Strnbat Tie» ...... 10 €eex»U........... AtcxfhtT» öieifcaia .... 4 ®n»r.n ...... € 0 6 8 Ksn-tMföatr a. DL . . 8 »tag...........10 ®ek. lUxba ...... 10 Bdfi Ä ...... 9 66bbeaa6t Äuto .... 10 Jranftun a. M. Berlin Schluß, für# t-Ubr. Rr# Echluß- fur# Mn fang, nur# 22 «. 25 •. 22 6. 25 d. .8,75 ' in.ii 78.5' — — 17,5 37,5 195 — 195.8 192 203 —— 204 201.5 316 — 316,5 317 151,9 192 152.25 152,75 —- 72,5 71,75 139 — — 56 — 56,75 —— 51 — 53,4 51,6 106 — 109.9 — 83 K 83,5 81 IM,5 103,75 — « — —- 256,5 255 —- 206.5 204 <6 84 5.75 83,5 — 8.75 86.5 '32 132.5 133 133 i«.75 — 101 *» — 93.5 93.5 — 133.75 134.25 1,5 — .8.75 28,25 '86 182 leb 181,75 — — 10. 5 d — 5,75 — - 59,5 59,75 132 ?84 »85 281 E — 22 _ 30 — 30 — — — - - — — 28 _ 35,5 95,9 — 79 — 86,5 — 6,75 87,5 58,5 — —— 151,25 — 151,5 —— 147 — 146 — vanknolen. Vevifcnwarkl Deriin — Aronkfurl a. M Berlin, 22 Mugufl -"Äelb Brief tttnerL'anllifce Noten...... Belgifche Noten ....... Tdntitfcf Roten ........ Ung'tfitie Roten ........ tzranz^ülLe Roten....... tiollartflte Noten ....... Äteliendtbe Noten........ Rormegtldie Noien....... teurttb-Cffierrrldi, i 100 Schilling Rumdnlfdw Noten....... Hchweddcke Noten....... E»a>rtirr Sottn ....... Eoa.nt'che Noten . . ...... r'cheLollotvakilche Noten. .... Ungonftbe Noten ....... TW 58,31 111,98 20,335 16.415 168,16 21,92 111,81 59.05 2.468 112.25 81,22 44,41 12,38 73,16 4JT7 58.55 112.42 20.415 16,475 168,84 22.00 112.12 59.29 2.488 112.69 81,54 44,69 12.44 73,48 22 Buflufi 25 «ufluft Amtliche Selb Rotierung Brie- «mihdx Xeuerunä Selb Briet nnriL»4ten. 168,41 I68,8e 168.50 168,84 Buen.-Ztre6 1,512 58,43 1,516 1,512 1,516 Brft.-Änrro 58,55 58,43 58,55 Cbnfliania It2,13 112,35 112,11 112,33 Ropenbacnn 112.16 112,38 112.17 112.39 Gtoltclm . 112,40 112,62 112,45 112,67 HelktnatorS. 10,526 10,546 10.525 10,545 Italien. . . 21,91 21,95 21.91 21,95 London. . . 20,37 20,41 20.367 20,406 '.'-unirrf . . MUS 4,1»05 4.1825 4,1905 Tart» . . . . Schweiz . . 16,44: 16,485 16.45 16,49 81,33 81,49 81,325 81,485 Cpa-’un . 44,46 44,54 45,45 45.55 I av cm . . . 2,066 2,070 2,066 2,070 •Kto de Icm Sten in 0,401 0.403 0,401 0,403 CdL abgeft 39,115 50,235 59,115 59,235 frag . . . . Belgrad . . 12,411 12,431 12,411 12,431 7,429 7,443 7,425 7,439 rnLcnu 73,35 3,032 73,49 3,038 73,36 3,032 73,50 3,038 tüflabon . . 18,82 18,86 18,81 18,85 Tan^ig. . . 81,43 81,59 81,42 81.58 Mlben. . . 1,784 5,435 1,789 5,445 1,784 5,435 1,789 5,449 CLnada . . 4,184 4,192 4,185 4,193 Uroinaö. . 3,427 3,433 3,427 3.433 Cairo . - . 20,83 20,92 20,88 20,92 Turnen, Sport und Spiel. FußballbeginninderGmppeMin Der gestrige Auftakt der Fußball-Der- bandsspiele in der Gruppe Main war vielverheißend. So gelang es GermaniaDie- b e r, in Dornheim dem FSD. Frankfurt mit einem 1:v-Sicg die beiden ersten Punkte abzunehmen. Auch daß Rotweih Frankfurt in Hanau gegen Hanau 93 sich mit einem 1:1 (0:1) begnügen muhte, kommt etwas überraschend. Der Reuling Fechenheim 03 muhte auf dem Dieberer Berg gegen die Offenbacher Kickers eine empfindliche 8:0-Riederlage einstecken. Dagegen entsprachen die Leistungen des Mainmeisters Eintracht Frankfurt gegen Union Riederrad den gehegten Erwartungen. Mit 3:0 blieb der Meister-verdienter Sieger. Gpielvereimgung Fürth süddeutscher Faustballmeister. Unter Teilnahme der vier Bezirksmeister Spiel- Vereinigung Fürth (Bayern), SB. Cannstatt (Würt- temberg-Baden), VfB. Dillinaen (Rhein-Saar) und Postsportverein Frankfurt (Main-Hessen) wurden gestern in Stuttgart die süddeutschen Faustballmeisterschaften ausgetragen. Die Spieloereinigung Fürth, die in ihrer Heimat den vorjährigen süddeutschen Meister, Hockeygesellschaft Nürnberg, abgelost hatte, konnte auch in den süddeutschen Titelkämpfen das Erbe der Nürnberger antreten. Die Fürther, in deren Fünf allerdings einige vorjährige Meisterspieler wirkten, waren einwandfrei die bessere Mannschaft und gewannen verdient. Die Ergebnisse: Fürth gegen Cannstatt 37:32 (24:15), Fürth gegen Dillingen 58:39 (28:15), Fürth gegen Post Frankfurt 41:34 (19:16), Cannstatt gegen Frankfurt 37:33 (17:21), Cannstatt gegen Dillingen 50:33 (24:19), Frankfurt gegen Dillingen 55:40 (27:23). Der Schluhsland. 1. Spog. Fürth 6 Punkte, 2. SV. Cannstatt 4 P., 3. Post Frankfurt 2 P., 4. VfB. Dillingen 0 P. Heimische Turnerfolge auf der Wafferkuppe. = Am 2 4. Rhönturnfest, das auf der Wasserkuppe stattfand, nahmen unter mehr als 200 Wettkämpfern auch Turner unseres Hei- matgauesHessen derD. T. erfolgreich teil. Am Dierkampf der Oberstufe (100-Meter- Lauf, Weitsprung. Hochsprung, Kugelstohen), der den bekannten Fuldaer Dolksturner P o n t o w mit 77 Punkten als ersten Sieger sah. wurden die folgenden Siege von Teilnehmern aus dem Gau Hessen errungen: 11. Schwab. T. u. Spv. Butzbach. 55 P.; 13. Greb. T. u. Spv. Butzbach, 52 P.: 14. Burkart. Tv. 1846 Gießen, Urff, T. u. Spv. Butzbach, 50 P. Im Dreikampf der Altersklasse(100- Meter-Lauf. Weitsprung, Kugelstohen) setzte sich Trischler, T. u. Spv. Rieder-Erlenbach, mit 59 P. an die Spitze der Siegerliste. Füufstädiekampf der Turner-Leichtathleten. V Berlin schlägt Leipzig, kiel, Hamburg und Hannover. Auf dem Berliner Tiergarten-Sportplatz wurde am Sonntag der Fünfstädtekampf der Turner-Leichtathleten von Berlin, Leipzig, Kiel, Hamburg und Hannover ausgetragen und endete mit dem erwarteten Siege der Reichshauptstädter. Die Berliner errangen 3315 Punkte. Zweiter wurde Leipzig 3138, Kiel 2903, Hamburg 2866 und Hannover 2784 Punkte. Weltrekord im Diskuswerfen mit 51,735 Meter. Ein fast unbekannter Amerikaner, Paul I e s s u p mit Namen, hat in Pittsburg den erst kürzlich von Eric Krenz aufgestellten Weltrekord (51,06) auf die fabelhafte Weite von 51,735 Meter verbessert. Bad Homburger Tennis-Turnier. Am Sonntag entwickelten sich bei sehr gutem Besuch und schönem Sommerwetter bei dem Bad Homburger Tennis-Turnier interessante Kämpfe. Im Herren-Einzel wurde das Finale zwischen dem Australier H o p m a n und Dvus - sus (Frankreich) ausgetragen. Es war ein finessenreicher Kampf, den Hopman schließlich mit 2:6, 6:4, 6:3, 0:6, 6:4 für sich entscheiden konnte. Im Damen-Einzel konnte sich Frau Fried leben durch einen 6:2, 6:8, 6:4°Sieg über Frl. P e i h für die Schlußrunde qualifizieren. Das Spiel Frl. Krahwinkel — Frau Schom- burgk wurde beim Stande von 6:2, 3:1 für Frl. Krahwinkel wegen Dunkelheit abgebrochen. — Das Herren-Doppel sah Artens/Dr. Buß über Heidenreich/Dr. Fuchs 6:4, 6:2 erfolgreich, verloren aber dann gegen Hopman/Willard 6:3, 9:7. Das Endspiel zwischen Hopman/Willard und Lorenz/Sato muhte beim Stande von „ein Satz beide" 9:7, 6:8 abgebrochen werden. Deutsche Motorradmeisterschast. Bauhofer-TNünchen (B2HIB.) gewinnt den 5. Lauf. Der 5. Meisterschaftslauf für Motorräder für Solomaschinen, und zugleich der letzte Lauf für Maschinen mit Beiwagen, gelangten am Sonntag über 26 Runden = 202,8 Kilometer aus dem Nürburgring zur Entscheidung. Sieger in der 500-ccm- Klasse wurde Bauhofer-München (BMW.), er fuhr mit einer Gesamtzeit von 1:59,51 Stunden die schnellste Zeit des Tages. Die Ergebnisse waren: Meisterschaftslauf der Seitenwagen bis 250 ccm 1. Hiller-Feuerbach (Montgomery-Jap) 2:38:26,2; bis 600 ccm: 1. Jost-Herne (Gillet) 2:28,02; bis 1000 ccrn: 1. Zaspel-Dresden (00.) 2:19:48,1 Meisterschaftslauf der Solomaschinen bis 250 ccm: 1. Geiß-Pforzheim (DKW.) 2:08,50; bis 350 ccm: 1. Hiller-Feuerbach (Montgomery-Jap) 2:02,52; bis 500 ccm: 1. Bauhofer-München (BMW.) 1:59,51; 2. Karbstein-Düsfeldorf (AIS.) 2:07,43; bis 1000 ccm: 1. Huth-Breslau (BMW.) 2:27:24,4. Sechs Nationen beim Europa-Wafferbattturnier. Unter Beteiligung von Deutschland, Ungarn, Schweden, Frankreich, Belgien und England wird vom 2 5. bis 3 1. August im neuen Nürnberger Schwimm-Stadion unter der Bezeichnung „Eu- ropa-Wasserballturnier" zum zweiten Male der von den: ungarischen Unterrichtsminister Graf Klebelsberg gestiftete „Klebels- berg-Pokal" ausgespielt. Im vergangenen Jahre kamen die Ungarn in Budapest vor Schweden und Deutschland zum Siege. Die deutsche Mannschaft hat sich also für die vorjährige Abfuhr zu revanchieren und auherdem auch für die gelegentlich des Länderkampfes in Dresden erlittene Riederlage Revanche zu nehmen. Die deutsche Mannschaft spielt in der Aufstellung: E. Rademacher; Gunst, Cordes; De- necke; Schulze, Amann, I. Rademacher. Das Spielprogramm hat folgendes Aussehen: Montag: Belgien—England, Ungarn- Frankreich, Deutschland—Schweden; Dienstag: Belgien—Schweden, Ungarn—England, Deutschland-Frankreich; Donnerstag: England- Frankreich Ungarn—Schweden, Deutschland- Belgien; Samstag: Frankreich—Schweden, Ungarn—Belgien, Deutschland—England; Sonntag: Belgien—Frankreich Deutschland-Ungarn, England—Schweden. Sie Schwimm-Meisterschaften der DT. Oer erste Tag. Im Großen Woog in D a r m st a d t nahmen am Samstag die diesjährigen Schwimm- Meisterschaften der Deutschen Turne r s ch a f t ihren Anfang. Das Wetter war am Bormittag sehr schlecht, da es ununterbrochen regnete, am Rachmittag war es zwar trocken, jedoch sehr kalt. Unter diesen Umständen litten nicht nur die Leistungen, sondern auch der Besuch durch die Zuschauer, die sich nur in einer Stärke von etwa 500 eingefunden hatten. Die Leistungen sind durchweg sehr schwach. Eine Ausnahme macht der DT. - Rekord über 1 000 - OHe ter - Freistil, den Müller (Kiel) in 15:09 Minuten aufstellte. Die einzelnen Felder waren alle sehr stark besetzt, jedoch gab es in den einzelnen Wettbewerben nur wenige, die nach ihrem Können befähigt gelten, an einer deutschen Meisterschaft teilzunehmen. Die Ergebnisse: Turner: 4 x 50 -- Meter - Lagen: 1. Barth (Tv. Weißenfels) 2:55.4; 2. Langjahr (Tgf. Darmstadt) 3:07; 3. Bitter (Tv. Eschweiler) 3:11,4. 4 x 100 - Meter - Frei ft il staffel: 1. Turnerbund Cannstatt 4:57; 2. T.- u. Spv. Halle 4:57,4; 3. Kölner Schwimmclub 1906 4:58,2. 100 - Meter - Brustschwimmen: 1. Löwe (Tv. Heidenheim) 1:22,9; 2. Beckmann (Dortmund) 1:23,4; 3. Baumann (Mtv. Giehen) 1:25,8. 100 - Meter - S e i t e s ch w i m m en : 1. Dabelstein (Tschft. Hamburg) 1:17; 2. Biertler (Leipzig) 1:17,1; 3. Kunz (Darmstadt) 1:17,3. 2 0 0 - Meter - Rücken: 1. Wanner (Cannstatt) 3:00; 2. Spitz (Köln) 3:10,1; 3. Buh (Leipzig) 3:15,2. 1000 - Meter - Freistilschwimmen: 1. Müller (Kiel) 15:09 (neue DT.-Höchstleistung); 2. Witthauer (Reu-Isenburg) 15:15,8; 3. Marx (Köln) 16:15,5. 4 x 10 0 - Meter - Lagenstaffel: 1. Schwimmclub 1906 Köln 5:20,9; 2. Turnerbund Cannstatt 5:23,8; 3. Tgs. Darmstadt 5:26,5. Streckentauchen, 50 Meter: 1. Erbe, (Tbd. Heilbronn); 2. Löher (Hagen). Hauptspringen: 1. Stork (Tv. 1860 Frankfurt) 141,10 Punkte; 2. Wiesbar (Berlin) 139,55 P.; 3. Sülberg (Iserlohn) 126,35 Punkte. Mehrkampf: 1. Iunold (Saarbrücken) 182 Punkte; 2. Beckmann (Dortmund) 181,40; P.; 3. Schmitt (Gera- 168,40 Punkte. Wasserballspiele T.- u. Spv. Staßfurt gegen Tgm. Darmstadt 3:2 (2:2); Tkl. Hannover gegen Tv. Speyer 4:0 (1:0); T.» u. Spv. Staßfurt gegen Tv. Speyer 2:1 (2:0); Tkl. Hannover gegen Tgm. Darmstadt 6:2 (2:1). Turnerinnen: Kreisstaffel über 1 0x50-Meter- Freistil: 1. Kreis Mittelrhein 7:21,7; 2. Kreis Schwaben 7:21,9. 100-Meter-Rückenschwimmen: 1. Dabelstein (Tschft. Hamburg) 1:37,7; 2. Wald (Leipzig) 1:38,6; 3. Fecht (Stuttgart) 1:41,2. 2 0 0-M e t e r-B ru st schwimmen: 1. Kunze (Stuttgart) 3:35,5; 2. Riedner (Offenbach) 3: 38,2; 3. Derz (Reudamm) 3:41,8. 100-Meter-Freistil: 1. Weinig (Darmstadt) 1:24; 2. Breitung (Offenbach) 1:26,2; 3. Remine (Tbd. Hamburg) 1:31,4. 4X100-Me ter- B r u st st af f el: 1. Hamburger Turnerbund 6:45,5; 2. Mtv. Stuttgart 6:49,6; 3. Tgm. Darmstadt 7:08,2. Altersturner: Stufe 111 a: 100-Meter-Freistil: 1. Schultz (Dresdener Bank Berlin) 1:27,1; 2. Rohde (Hagen) 1:34,5; 3. Walter (Mundenheim) 1:36,1. 40-Meter-Streckentauchen: 1. Reiff (Stuttgart) 20 P.; 2. Kraemer (Eschweiler) 20 P.; Sauer, (T v. G i e ß e n) 20 P. Stufe III b: Mehrkampf: 1. Krebs (Hamburger Turner- schäft) 80 Punkte; 2. Lewe (Hagen) 63,45. Springen: 1. Hemmer (Frankfurt) 42,65; 2. van Lyon-Dehr (Kassel) 41,60. 30-Meter-Streckentauchen: 1. Teer- brügge (Aachen) 20 P.; 2. Krebs (Hamburg) 20 P. 100-Meter-Freistil: 1. Teichmüller (Riederurff) 1:47,9. Oer zweite Tag. Auch am Sonntag war das Wetter sehr unsicher. Trotzdem kamen schon am Bormittag viele Zuschauer, und am Rachmittag war der Besuch im „Großen Woog" sogar überraschend stark. Die Zuschauer kamen insofern auf ihre Kosten, als sie zum Teil recht spannende Kämpfe sahen. Die Leistungen hatten weniger Riveau, obwohl es in verschiedenen Wettbewerben neue DT.- Höchstleistungen gab. Man muß allerdings zu- geben, daß die durch die alten Sommerwochen bedingte Ruhepause dem Leistungsvermögen der Schwimmer erheblich Abbruch getan hat. Die Ergebnis f e: Turner: 200 Meter Brustschwimmen: 1. Löwe, Tv. Heidenheim, 3:07,9 Min.; 2. Freher, Königsberg, 3:10,1 Min.; 3. Schröder, Turnerschaft Dresden 3:11,1 Min. 400 Meter beliebig: 1. Müller, Kiel, 5:43,6 Min.; 2. Mark, Kölner SK., 6:13,4 Min.; 3. Steimel, Kölner SK., 6:21,8 Min. 100 Meter Bru ft schwimmen für Altersturner: Klasse 1: 1. Reiff, Turnerbund Stuttgart 1:38,6 Min. Klasse II: 1. Terbrüggen, Aachen, 1:46,1 Min. 1100-Meter-Rückenschwimrnen: 1. Lang- jahr, Tgs. Darmstadt, Käferstein, Tv. 46 Nürnberg und Schulte, Iserlohn, je 1:22,8 (totes Rennen)! 2. Spitz, Schwimmklud Köln, 1:23,3; 3. Wischropp, TSV. Leipzig, 1:23,9. 4X100-Meter-Bruststaffel: 1. Schwimrn- tlub Köln, 6:05,1; 2. TSV. Staßfurt, 6:08,7; 3. Tgs. Offenbach, 6:12,7. 100-Meter-Frei stjilschwimmen: 1. Bahnsen, ATV. Berlin, 1:08,4; 2. Marx, Köln 06, 1:09,2; 3. Hoerig, TSV. Leipzig, 1:09,3; lOXIOO-Meter-Frei st il-Kreis st affet: 1. Kreis Rheinland, 12:32 Min.; 2. Kreis Sachsen, 12:38,5; 3. Kreis Mittelrhein, 12:44,4. Turmspringen: 1. Stork, Frankfurter Tv. 1860, 138,05 Punkte; 2. Maedler, TSV. Leipzig, 128,5; 3. Schmidt, Turngesellschaft Offenbach, 115,70 Punkte. Turnerinnen: 100 Meter Seiteschwimmen: 1. Weh- nell, Breslau, 1:31,3 Min. (Reue DT.-Höchstleistung); 2. Löffler, Speyer, 1:36,7 Min.; 3. Wagner, Kölner SK., 1:39 Min. Viermal 50 Me ter Lagenschwimmen: 1. Breitung, Tv. Offenbach, 3:33,2 Min. (Reue DT.-Höchstleistung); 2. Gerhardt, Tg. 46 Darmstadt 3:45,5 Min.; 3. Bräuer, Turnerbund Stuttgart 3:46,5 Min. Hauptspringen: 1. Kapp, Tv. 60 Frankfurt, 110,20 Punkte; 2. Schiege, VfL. Charlotten- burg, 93,60 P.; 3. Verheul, Eintracht Frankfurt, 89,95 P. 4X100-Meter-Freistil: 1^ Tgm. Darmstadt, 6:23,8 (neue DT.-Bestleistung); 2. Mtv. Stuttgart, 6:38,7; 3. Tv. Offenbach, 6:50,6. Mehrkampf: 1. Stieche, VfL. Eharlottenburg, 150,40 Punkte; 2. Tetschke, ATV. Breslau, 138,20 Punkte. 100-Meter-Bru st schwimmen: 1. Sten- der, Hamburger Turnerbund, 1:32,3; 2. Böhme, To. Bonn, 1:38,5; 3. Jung, To. Arheilgen, 1:39,1. 40iMeter-Streckentauchen: 1. Wald, TSV. Leipzig; 2. Franke, SC. Bad Homburg. 4X100-Meter-Lagen staffel: 1. Hamburger Turnerbund, 6:39,4; 2. Tgm. Darmstadt, 6:45,4. Turnklub Hannover Wasserballmeister. In den letzten beiden Wasserballspielen siegte Turnklu-b Hannover über den TSV. Staßfurt mit 14:0 (7:0), während sich T v. Speyer und Tgm. Darmstadt 2:2 (1:1) trennten. Hannover hat damit alle drei der im Rundsnsystem ausgetragenen Meisterschaftsspiele gewonnen und sich den Titel gesichert. Das Endklassement hat folgendes Aussehen: 1. Hannover, 6 P.; 2. Staßfurt, 4 P.; 3. Speyer und Darmstadt je 1 Punkt. WasserballspielDSB—DT. 5:2 (4:1). Den Abschluß der Turner - Sch Wimm ei st erschuften in Darmstadt bildete das Wasser- ball-Repräsentativspiel zwischen der 8-Rationalmannschaft des Deutschen Schwimmverbandes und der Vertretung der Deutschen Turiierschaft. Die Mannschaft der Turner war angesichts der vorausgegangenen schweren Rundenspiele den guten Sportschwimmern unterlegen, hielt sich aber nach der Pause dennoch sehr gut. Zuerst ging der DSV. bis auf 3:0 in Führung, bei welchem Stande die DT. einen Treffer aufholte, dem sofort der vierte Treffer des DSV. folgte. Rach dem Wechsel fanden sich die Turner etwas besser, konnten aber erst nach einem fünften Tore des DSD. zu ihrem zweiten und letzten Treffer kommen. Als Schiedsrichter betätigte sich Dr. Ruß bäum, München, der Wasserballwart des DSV. Zu Beginn des Spieles überreichte der Schwimmwart der DT., Bitsch, Frankfurt, der Mannschaft des DSV. einen Blumenstrauß und gab der Hoffnung Ausdruck, daß dieses Spiel der Beginn einer harmonischen Zusammenarbeit sein würde. Dr. R u h b a u m dankte namens des DSV. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch. Wildwest. Ein Reiter wurde in den kanadischen Urwäldern überfallen und seines Tragtieres beraubt. Roch ehe er recht zur Besinnung kam, war der Räuber auf und davon. In der nächsten Stadt wollte er die Verfolgung des Banditen aufnehmen lassen. Er fragte daher einen Konstabler: „Wo wohnt hier der Sheriff?" „Ganz nahe, mein Herr, aber er ist nicht zu sprechen, er ist heute nacht ermordet worden." „Dann möchte ich den Bürgermeister sprechen." — „Der kann Sie nicht empfangen, er sitzt im Gefängnis, er hat nämlich den Sheriff wegen einer Differenz beim Pokern erschossen." — „2a, ist dann der Gefängnisdirektor vielleicht erreichbar?" — „Dieser Gentleman ist leider flüchtig, er hat die Frau des Polizeidirektors vergiftet." — „Aber der Polizeichef ist doch Wohl anwesend?" — „Gewiß, fein Amtszimmer befindet sich im Erdgeschoß des Rebenhauses." Als der Reisende dort eintrat, erkannte er den Polizeichef auf den ersten Blick: er war der Räuber! Kunst und Geschäft. Der Maler Kaulbach und der Bildhauer Schwan th a l e r, die zur gleichen Zeit in München lebten, waren Wohl Freunde, aber trotzdem kam es häufig genug vor, daß größere Meinungsverschiedenheiten entstanden, denn Schwanthaler mochte die Art Kaulbachs nicht und Kaulbach wiederum war absolut nicht mit der künstlerischen Auffassung und Darstellung Schwanthalers einverstanden. Und eines Tages hatten sich die beiden wieder eine Weile herumgezankt und schritten nun schweigend von ihrem Stammlokal nach Hause. Dor der Tür des Hauses an gekommen, in dem der unverheiratete Schwanthaler wohnte, reicht- Kaulbach dem Freunde die Hand und sah ifjtl treuherzig an: „Weißt du, es ist eigentlich schade, daß dH unverheiratest bist!" „Warum?" Kaulbach zuckte die Achseln und lüftete den Hutt „Tja — sonst könnte deine Familie nach deinen- Tode das Geschäft weiter führen!" H.I.M. । Ausdruck der Sympathie. Der Sanitätsrat erklärte nach neuerer Unter* suchung: „Also mein Lieber, Sie können ganzj beruhigt fein, Ihr Leiden hat sich offenbar sehr wesentlich gebessert. Sie haben zwar noch einige unangenehme Gichtknoten, aber daraus! mache ich mir nichts." i . „Wissen Sie, Herr Doktor, wenn Sie unangenehme Gichtknoten haben werden, werd' ich mid auch nichts daraus machen!" (Lust. Dl.) keine Ahnung. ___ „Es gibt direkte und indirekte Steuern. Kannst! du mir eine indirekte Steuer nennen?" „Die Hundesteuer." „Wieso ist die indirekt?" „Weil sie nicht direkt vom Hund erhoben wird." (Lust. Dl.) ; Niederschmetternde Kritik. Auf der Straße kommt mir der kleine Rudi« frischgebackener Abc-Schütze, strahlend ob seiner neuen Würde, entgegen. Sein feiner Ledern fchulranzen glänzt in der Sonne wie Specks schwarte. Die Augen des Kerlchens leuchten nichß minder. Ich frage, wie es ihm denn in der Schulgefällt und ob er einen recht guten Lehre- erwischte. Der Kleine versichert glücklich: „Unser Herr Angermann ist sehr gut!" Z Da ertönt hinter uns die Stimme eines etwas, älteren Jungen, der scheinbar das Gespräch mit; angehört hat: „Ru, was heeht denn bei ä Lähred gud? In den ärschten vier Wochen, da sin sq alle liemswärdch mit unsereen, atoer hernachensl im zweeten Monat — d a entbubben s - sich!" L.V. | Ach sok Hausherr (auf ein Tigerfell zeigend): „Dies- Destie hat mich beinahe mal zum Krüppel ge4 macht." Desucher: „Sie haben den Tiger selbst erlegt?^- Hausherr: „Rein, aber ich glitt auf dem Fel! aus und brach den Fuß!" (Lust. Dl.) Gewinnauszug 5. Klasse 35. Preußisch-Süddeutsche (261. Preuß.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewahr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 12. Ziehungstag 22. August 1930 Sn der heutigen Vormsttagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« zu 6000 M. 2477 10 ©etolnne 8u 3000 M. 98025 160985 175750 257462 348483 10 Gewinne ,u 2000 M. 10157 103546 112421 252009 267838 36 Gewinn- zu 1000 M. 13378 28533 36030 39409 48622 53557 104723 111517 117246 118714 196744 197392 236005 306709 316676 336013 351077 398892 86 Gewinne ju 500 M. 7082 18706 23150 27417 29143 32077 38117 44545 48184 48860 52392 52537 57179 57360 74277 76436 85394 87109 93168 114017 117321 118577 131561 148979 155792 170950 186118 213617 214933 223535 230141 241025 244256 252714 284368 284479 304874 393096 322705 330158 337039 369092 383188 262 Gewinn« tu 300 M. 148 1184 3622 : 4511 5035 6886 7983 11020 11791 19042 22451 24550 25358 31748 35769 42113 43956 44991 45517 53504 55617 59834 66231 69283 79420 81457 83352 88041 90947 96247 99822 102222 103712 106364 106712 108543 110952 113923 116888 117728 119580 122739 124981 132020 132935 135358 137303 137474 140253 144745 151754 154022 164426 169862 176183 177608 178170 179220 187181 187456 195707 203155 207511 212519 215346 216181 219174 221557 223043 227799 229163 230972 234799 237378 240038 241841 244502 247580 250616 255751 258212 260814 261641 267194 270102 272082 276492 278444 280905 284302 287083 288632 299142 301249 302137 302618 302972 306114 307368 307469 308399 312763 313039 314854 315049 315547 316551 322249 323588 332433 335943 336611 341087 346189 347226 356887 358741 359250 361774 361817 366146 379608 379765 395471 379910 381108 393416 394503 396300 399648 394514 Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinnt über 150 M. gezogen 4 Gewinn« »u 5000 M. 61520 149580 6 Gewinn« 8u 3000 M. 236651 258057 269681 18 Gewinne tu 2000 M. 28893 74760 103367 188574 145009 155700 168846 172729 194521 40 Gewinne tu 1000 M. 5246 11010 17541 24056 91086 92094 94051 104665 110311 117961 140878 142208 178859 183933 215832 257510 305239 333404 372619 386466 66 Gewinne zu 500 M. 7795 8264 22298 28140 37541 43738 46091 52580 55357 73069 86047 117601 138764 142290 146331 147815 163478 172310 179168 188584 209726 226218 226767 254818 295616 307247 308072 331028 340140 341051 357882 361673 377435 160 Gewinn, tu 300 M. 105 5163 8257 10199 10988 14373 15049 16351 17749 21155 22261 27663 41609 41773 41778 46389 59661 61527 62597 62610 72536 75847 76969 82458 88108 95020 100770 102556 106406 114716 119111, 122087 125353 132813 146719 150525 153579 162559 163294 168201 185690 203622 211682 213955 214724 223905 224870 226298 2269651 231483 245764 247931 262043 266055 267176 272719 282110 283555 300146 300501 307532 309227 314082 315881 322588 342665 349578 350584 352137 352810 358435 360991 361331 366945 368282 374683 379079 384823 387781 398641 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu je 500000, 2 zu je 100000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 8 zu je 25000, 56 zu je 10000, 100 zu je 5000, 248 zu je 8000, 480 an je 2000, 1244 zu je 1000, 2658 zu je 500, 6986 zu je 800. SHELL AUTOOELE Rexiu£me.le ‘>Le*ug*mi><}Uchkeiten: SHELL KABINETTS- RÜCKNEHMBARE KANISTEi G E $a >- v. c <5 s >© i t : c o r. L. V t e » € c*- E ksZU^UTI Ä WJ *£ ?? = 2 c -8 eS;; = 8 = E &5.J6 C -er? G9 C ü »i L " <* v v u §* Ma® V E c .2 ev =Q e a E ,5 St-T? « e s* = E v JC- c o " x x> E 69- to to ® e s = *LH N S? KäAö o ->T L o£ i«E=§i2 E = rf Ec 2° 2 U)!3 e E c S r = e 2 5 l 5 S) ee* ER ä g sr -E ™ 2 E E.2." 2 «o E 2, ^e ® . p i e-c x 0 *1 ö» 22 2 4.-*. g *’' 3 c2Ä E fib . y e -L H •Sw o*& 3. c »’.Ä ®-Q to » 8&O ALL 8 S ZLK E c = Q “ *C 2 f» e e g ?2 B 2 «TB S e 3 ߣ± e 5 ES E c t pI s 3 -. ° B «B f . 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