1 ick |fers»*el^ iWER«E eUtschland jUjVj 3:2$s!? 2 Ti Zsbein l.j? ' als Äte na^y ^*S£ KsD tonnte, Dio ?'c‘z?d SfnSSt ■ ’NfferfKiQf. iÄÄgJ! hoben sich (n® u d C 1“ Truppe Z>^"^ -ÄL'S ' 7» Schall.," cfAn32^iclcn w, Husten 09,3,3 -8^?"?» verdien Dassel 03 mit.'i Benrath ^n--anWn. Anspielen im 2ezi^ Ä^rgebnisse» 5®5- ®atnj 05 2:1 M 1:0; D.s.D.^ ersuch AmeÄorz! ekoröschwiMicr Arni ^nntag in Ocrebro au- Holicn-Schlvimmsestet °n ihm selbst im Jahn 500-^arbs-ctttdc auf- er Versuch mißM/e igte tüt die MM rodukte! Rr. 71 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 25. März 1950 Erschr in, täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Dill» Die Scholle Monats-Vezugrprelr: 2.20 Deichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschliiffe anterSammelnummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Hnjetger Siehe«, povschecttonlo: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck und Verlag: vrühl'sche UnwerfilStz-vuch» und Stehtörnderti R. Lange in Stehen. Schristleitung und Seschastrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme oon Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr Fnedr Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange; für Feuilleton OrH.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich m Gießen. ■ ■ Oer Wille zur Einigung. Neue Besprechung der Koalitionsparteien über die Etatsgestaltung. Berlin, 25. März. (LAB.) Laut „Vorwärts" Hal der Reichsfinanzminister die Finanzsachverständigen der Regierungsparteien zu einer B efprechung über die Kossensanierung und die Balancierung des Etats für Dienstag zu sich gebeten. Unter der Ueberschrist „Finanzfanlerung gesichert" verzeichnet die „vossische Zeitung" die Tatsache. daß bei allen Koalitionsparteien der politische Wille gegeben ist, zusammenzubleiben und wahrend der nächsten Zeit gemeinsam bei den in- nerpolitischen Entscheidungen milzuwirken. Sicherlich wird es noch einiges hin und her geben um die Einzelheiten der Steuerreform, aber es ist nicht zu besorgen, daß der Reichspräsident in die Zwangslage kommen wird, von dem Artikel 48 Gebrauch zu machen. Den Besprechungen der Finanzsachverständigen darf man daher mit Zuversicht enlgegen- sehen. Wie die „Berliner Börsenzeitung" mitteilt, wird sich an die Besprechung der Sachverständigen eine Konferenz der Fraklionss «ihrer an- schliehen. Die Verhandlungen werden unter einem sehr starken Druck der Regierung stehen, die, wie verlautet, verlangen wird, daß sich die Parteien schon bis Mittwoch einigen müssen. praktische Gemeinschaftsarbeit. Erste Fühlungnahme der Millelparteicn. Berlin, 24. März. (Ddz.) Der Appell des Führers der Deutschen Volkspartei, Scholz, auf dem Mannheimer Parteitag zur Bildung einer breiten bürgerlichen Front, die gegenüber der Sozialdemokratie einen gleich st arken Der- handlungspartner abgeben könnte, wird unterstrichen durch die Mitteilung, daß in Mannheim in Kreisen der Deutschen Volkspartei erklärt worden sei, entsprechende Fühlungnahmen seien schon soweit gediehen, daß das Ziel der erwünschten Arbeitsgemeinschaft oder gar festeren größeren bürgerlichen Parteikonstellation durchaus erreichbar erscheine. Dabei wird vor allem an ein engeres Zusammenarbeiten zwischen Deutscher Volkspartei, Demokra- ten und Christlich-Nationalen gedacht. Hierzu erfährt das Nachrichtenbureau des Ddz. aus parlamentarischen Kreisen, daß sicherlich unverbindliche Vorverhandlungen in dieser Rich- tung stattgefunden haben. Die betreffenden Fraktionen sind jedoch bisher noch nicht offiziell mit den Plänen beschäftigt worden. In demokratischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß sich gerade bei der jetzigen Notwendigkeit, ein Agrar - und Finanzprogramm mit möglichster Schnelligkeit zu verabschieden, zeigen könnte, ob eine wirksame Zusammenarbeit der bürgerlichen Mittelparteien zu erzielen sei. Es werde darauf ankommen, eine solche Gemeinschaftsarbeit nicht durch künstliche Konstruktion, sondern durch lebendige Arbeit zu schaffen. Führer einer solchen gemeinschaftlichen Front werde am besten keine Persönlichkeit sein, die bisher in der großen Politik zu stark festgelegt sei. Ein neuer Ausruf zur Sammlung der bürgerlichen Mitte. M a u u h e i rn, 24. März. (TTl.) Die westdeutschen Februar-Klubs, die Front 1 9 29 und die Arbeitsgemeinschaft für jungdeutsche Politik, Sitz Heidelberg, haben zur Sammlung der bürgerlichen Mitte eine Kundgebung erlassen, in der darauf Bezug genommen wird, daß die Deutsche Volkspartei auf ihrem Parteitag in Mannheim durch den Mund des PEirteivorsitzenden sowie verschiedener Nedner die Notwendigkeit der Sammlung zur staatsbürgerlichen Mitte und ihre Bereitwilligkeit zu deren Bildung zum Ausdruck gebracht habe. Die Westdeutschen Februar- Klubs, die Front 1929 und die Arbeitsgemeinschaft für jungdeutsche Politik begrüßten es, daß endlich auch von einer bürgerlichen Partei der Nuf zur Sammlung aller staatsbürgerlich denkenden Kräfte erfolgt fei. Sie forderten alle verantwortungsbewußten und nach politischer Erneuerung strebenden deutschen Menschen auf, sich dieser Aufgabe nicht zu versagen. Die jüngere Generation innerhalb und außerhalb der Parteien, enttäuscht und beunruhigt durch die Zerrissenheit und Ziellosigkeit der Parteipolitik, erwarte von einem einheitlichen politischen Willen in einer großen Staats- Partei der Mitte die Bildung einer wahren staatspoliti jchen Volksgemeinschaft. Vermieden werden müsse durch Bildung neuer Parteien die bestehende Zersplitterung noch zu vergrößern. Lieber enge Parteigrenzen hinweg, selbst unter Aufgabe traditioneller Namen müßten alle, die guten Willens seien, sich im Geiste wahrer Volksgemeinschaft zusammenfinden und das Vaterland über die Partei stellen. Auch die Beamtenschaft für Vereinfachung Der Reichssteuer-Verwattung. Berlin, 24. März. (Täl.) Die Führertagung des Bundes deutscher Reichssteuer- b e a m t c r faßte am Montag einstimmig eine Entschließung, in der es u. a. heißt. „Die im Bund zusammengeschlossene Beamtenschaft der Oie Agrarzollvorlagen vor dem Reichstag. Berlin, 24. März. (V.D. Z.) 3m Reichs- tag wurde die Vorlage, wonach das Reichs- entschädigungsamt am 31. März 1930 aufgelöst wird und feine Aufgaben auf die Restverwaltung für Reichsaufgaben übergehen, gegen Deutschnationale, Kommunisten und Nationalsozialisten in zweiter und dritter Beratung angenommen. Es folgt die erste Beratung der Anträge auf Erhöhung von Agrarzöllen. Abg. H ö r n l e (Korn.) bezeichnet die Anträge als den Versuch einer neuen, unerhörten Belastung des arbeitenden Volkes. Die Sozialdemokratie habe sich an die Spitze der Zollwucherer gestellt. Die Wirkung der Zollerhöhungen für Getreide sei die, daß in Deutschland der Brotpreis um 100 Prozent höher fei als im Auslande. Die Kommunisten würden die vorliegenden Anträge durchweg ablehnen. Abg. Schiele (Dnl.) begründet Anträge, die in ihren Zollsätzen wesentlich über die Anträge der Regierungsparteien hinausgehen. Gleichlautende Anträge sind auch von der Christlich-Nationalen und von der Deutschen Bauernpartei gestellt worden. Die Kompromihanträge der Regierungsparteien bezeichnet Abg. Schiele als ganz unzulänglich. Der Landwirtschastsminister habe sicherlich den besten Willen, aber die Regierungskoalition berücksichtige nicht die himmelschreiende Not der deutschen Landwirtschaft. Der deutsche Landwirt, der in eine Paria-Stellung hinabgedrückt ist, wird geradezu zur Auswanderung gezwungen, weil ihm sein Produkt nicht bezahlt wird. 3m Zusammenhang damit droht eine schwere Erschütterung des Realkredites. Aus den überseeischen Ländern würden 10 Millionen Tonnen überschüfsigenWeizens nachDeutsch- land gedrängt. Dagegen kann die deutsche Landwirtschaft nicht geschützt werden mit halben Maßnahmen wie den vorliegenden Kompromißanträgen. Wenn die Zollmaßnahmen so manipuliert werden, daß für Roggen und Weizen die Preise von 2,30 und 2,60 Mk. erreicht werden, dann machen wir mit. Nur ganze Maßnahmen können helfen. 3m Lande erwartet man jetzt die Erfüllung der Forderungen, die Reichspräsident von Hindenburg in seinem Briefe für die Landwirtschaft ausgestellt hat. Wenn diese Hoffnung trügt, dann wird alle Besonnenheit der Führer nicht verhindern können, daß die schwarzen Fahnen rauschen und ein neuer Bauernkrieg ausbricht gegen den eigenen Staat. Ein Recht der Ver- braucherschast auf die Weltmarktpreise kann nicht anerkannt werden von einer verantwortungsbewußten Staatspolitik, die den sozialen Ausgleich schassen soll auch für die Bauernschaft. Reichsernährungsministec Dr. Dietrich: Ich hatte kaum damit gerechnet, daß die Anträge der Regierungsparteien auf der rechten Seite restlos in allen Einzelheiten Anerkennung finden würden. Das Roggenproblem steht ja augenblicklich im Vordergrund, aber es kann nicht allein ausschlaggebend sein. Die Statistik ergibt, daß der Einfuhrüberschuß bei Viehprodukten doppelt sc> groß ist als bei Körnerfrüchten. Wir müßen von dieser Einfuhr abkommen. Wir dürfen deshalb auch nicht mit einer Handbewegung die Einwände derjenigen abtun, die es für gefährlich halten, wenn ihnen die Futtermittel verteuert werden. Das Roggenproblem ist entscheidend nicht für die ganze deutsche Landwirtschaft, wohl aber für den deutschen Osten. Wir wollen unsere Aufmerksamkeit zunächst auf dieses Problem konzentrieren. Die bisherigen Stützungsaktionen für den Roggenoreis haben deshalb keinen Erfolg gehabt, weil der Roggenüberschuß weit über die Zahlen hinausging, die uns zuerst genannt worden waren. Beim Weizen haben wir erreicht, daß das Absinken auf dem Weltmarkt sieben- bis achtmal stärker war als in Deutschland. (Abg. Iadasch (Komm.): „Das geben Sie zu, das ist doch schamlos!" — Vizepräsident Esser erteilt dem Abg. Iadasch einen Ordnungsruf.) Beim Roggen kann ein noch so hoher Zoll nicht eine Preissteigerung über das jetzige Niveau bewirken. Wir wollen nur erreichen, daß der Preis nicht noch weiter absackt. Mit Polen haben wir eine Vereinbarung gegen Unterbietung abgeschlossen, mit Rußland war das leider noch nicht möglich. Gegen die Gefahr eines Weizendumpings können wir uns nur durch gleitende Zölle schützen, die der Preisentwicklung angepaßt werden. Bei der Gerste können wir den Zeitpunkt für die Inkraftsetzung unserer Maßnahmen nicht angeben, weil sonst wieder die Bor- Versorgung einsetzen würde. Das Maisproblem liegt recht kompliziert. Ich bin kein Freund von Staatsmonopolen und große Wirfschastskreise sind der Zwangswirtschaft abgeneigt, im vorliegenden Falle müssen solche Bedenken aber zurückgestellt werden, weil das Gesamtwohl einer Regelung im Sinne desMaisrnonopolses erfordert. Das Verhältnis der M e h l z ö l l e zu den Getreidezöllen scheint im Antrag der Regierungsparteien richtig gefunden zu sein. Wie in Pans Deutschlands Reparaü'ons- schuld errechnet wurde. Owen O. tioung über Deutschlands Zahlungsfähigkeit und die Gefährlichkeit der deutschen Reparationsleistungen. Neuy 0 rk, 24. Mär;. (Tet.-lhu) Am Gründungslage der Universität Berkeley in Kalifornien hat der bekannte amerikanische Bankmann Owen Poung eine Erklärung abgegeben, die ein neues Licht auf die geradezu groteske Art wirst, in der die Gläubigerstaaten auf der pariser Sachversländigenkonse- renz die deutsche Gefamtschuld ausgerechnet haben. 3n einem Ueberblick über die pariser Beratungen, die bekanntlich unter dem Vorsitz Owen poungs stattfanden, führte Poung u. a. aus: Er habe großes Bertrauen zu Deutschlands Zahlungsfähigkeit, obwohl nur die Zeit lehren könnte, ob die Deutschland ausgebürdete Last zu schwer sei. Deutsch- land habe die Fähigkeit zu wissenschastlicher Forschung und die Fähigkeit, sie in der Produktion richtig anznwenden. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß in den kommenden Jahren dies das Reservoir sein dürste, aus dem Rieseusummenprodnziert und bezahlt werden. Falls Deutschland seine Zahlungen ans einem solchen Reservoir leiste, müsse die übrige Welt acht geben, um die entkräftenden Wirkungen aus dem Lmpsang solcher Zahlungen zu vermeiden. Unter dem pariser plan übernahmen es die Giäubigernalionen, von Deutschland eine Summe einzukasfieren, die ihre Gesamtschuld Amerika gegenüber um etwa 5 0 v. f}. ü b e r ft i e g. Sie werden sich entsinnen, daß j e - des dieser Länder wegen seiner Schuldenlast Amerika gegenüber protestiert hatte, selbst unter den erfolgten günstigen Schuldenregelungen, und jetzt machten sie Deutschland das Kompliment, daß sie annahmen, es könne die L a st aller nebst einer beträchtlichen Prämie fragen. poung erklärte weiter: Nichts geht aus den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts klarer hervor, als die Notwendigkeit, unsere Wirtschaftsmaschinerie van der Herrschaft der Politik freizuhalten. Eine Isolierung ist für Amerika wirtschaftlich ober politisch unmöglich. Keiner darf benfen, baß der Lebensstandard Amerikas dauernd auf einem merklich höheren Niveau erhalten werden kann, als in den anderen stvilisierlen Ländern. Kampferfpntzen für die Ilvltenkonferenz. London, 24. März. (TU.) Der Oberhofmar-- schall des Königs stattete am Montag den Hauptquartieren der verschiedenen Abordnung der Konferenz einen Besuch ab, um im Auftrage des Königs den einzelnen Vertretern je e i n e G r a rn- rnophonplatte mit der Rede des Königs auf der Eröffnungssitzung der Konferenz zu überreichen. 3m traurigen Gegensatz zu dieser hoffnungsfreudigen Geste stehen die Tatsachen. Zwar ist in der englischen Presse ein starker Stimmungsumschwung zu verzeichnen, aber er ist zu einheitlich, um nicht die offiziöse Beeinflussung erkennen zu lassen. Don britischer offizieller Seite wurde in gleichem Sinne erklärt, „daß noch keinerlei Vorkehrungen für die Entsendung eines Rettungsbootes getroffen wurden, da die Konferenz offiziell noch nicht zum Wrack erklärt ist". Auch in französischen Kreisen macht man am Montagabend kein Hehl daraus, daß trotz des Besuches Lord Tyrrells bei Driand in der Zwischenzeit nichts geschah, was neue Hoffnungen rechtfertigen könnte. Allerdings ist in französischen Kreisen nicht mehr ganz die überlegene Sicherheit vorhanden wie früher. Das Scheitern der Konferenz würde Frankreich nicht sehr viel ausmachen. Die Aussichten aber, daß als Ersah für einen Fünfmächtevertrag einDreimächte- abfommen Amerika-Eng!and--3apan abgeschlossen werden konnte und daß England und Amerika die älebernahme der technischen Vereinbarungen von London für den Genfer Abrüstungsausschuß ablehnen, betrachten die Franzosen mit einigem Mißvergnügen. 3m Laufe des Montags fand eine gemeinsame Aussprache zwischen Engländern und Amerikanern statt. Am Spätnachmittag hatte Macdonald eine sehr lange hinter Haltung mit dem 3taliencr Grandi, die wiederum in der Richtung ging, die Möglichkeiten für eine gewisse Herabsetzung der italienischen Paritätsforderungen zu prüfen. Ein neuer englischer Vorschlag? London, 25. Mar;. (WTB. Funkspruch.) Der „Daily Mail" wird von einem Sonderkorresponden- len berichtet: Gestern am spülen Nachmillag ist den Delegierten der Flotlenkonferen; von britischer Seite ein ganz neuer Vorschlag unterbreitet worden, der besagt, es sollte jetzt ein Drei-Müchte-Pakf zwischen Amerika, Großbritannien und Japan abgeschlossen werden und die Konferenz sollte sich dann für 6 Monate vertagen, um der französischen und der italienischen Regierung Gelegenheit zu geben, ihre Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Voraussetzung würde dabei sein, daß während dieser Zeit weder Frankreich noch Italien ihre Flottenbauprogramme ver'g räßern. Es verlautet, daß diese Vorschläge von den Vereinigten Staaten und Italien günstig ausgenommen werden und jetzt von den Franzosen geprüft werden müssen. Reichssteuerverwaltung würde es in Tiebereinstimmung mit der öffentlichen Meinung nur begrüßen, wenn endlich einmal die zahllosen Erörterungen über Vereinfachung der Steuerveranlagung und Steuererhebung von der ZHeorie in die Praxis umgeseht würden. Statt dessen werden schon wieder Maßnahmen erörtert und getroffen, die in ihrer praktischen Auswirkung eine Vermehrung der Aufgaben der ohnedies schon überlasteten Finanzämter bedeuten." Die Entschließung wendet sich dagegen daß, wenn von Ausgabensenkung die Rede ist, zunächst und in erster Linie von der Reichs- fteueroertoaltung gesprochen wird. Was wirb mit dem Re chsehrenmal? Berlin, 24. Mörz. Im Zusammenhang mit den Besprechungen in Koblenz, die zwischen dem Oberpräsidenten Dr. Fuchs, dem Landeshauptmann Dr. H 0 r i 0 n und den Oberbürgermeistern verschiedener rheinischer Städte in diesen Tagen über die Frage der Errichtung eines Reichsehrenmals gepflogen wurden find und bei denen man sich angeblich auf Ehrenbreitstein geeinigt habe, hören wir von unterrichteter Seite, daß es sich dabei lediglich um informatorische Besprechungen über Anregungen aus interessierter rheinischer Seite gedreht hat. So wie die Dinge im Augenblick liegen, ist nicht damit zu rechnen, daß die Frage des Ehrenmals schon in absehbarer Zeit eine abschließende Lösung finden wird. Man will vielmehr zunächst die Räumung des Rheinlandes abroarten, um dann erneut zur Frage der Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen im Weltkriege Stellung zu nehmen. Dies liegt auch im Sinne des Reichsinnenministeriums, das sich erst kür,stich dahingehend ausgesprochen hat. Damit und mit den Besprechungen im Rheinland ist nun noch keineswegs gesagt, daß die Platzfrage vor ihrer end gültigen Lösung steht. Im Gegenteil hören wir, daß die großen Frontkämpferorganisationen nach wie vor an ihrem Projekt eines Ehrenhains festhalten, zu dem sich die Frontkämpferorganisationen aller Parteien und aller politischen Richtungen einmütig bekannt haben. Sie werden mit ihren Wünschen und Plänen, sobald das Ehrenmalsproblem wieder akut wird, heroortreten und dann aller Voraussicht nach die Führung in den Vorbereitungen und bei der Durchführung des Projektes übernehmen. Im übrigen läßt sich konstatieren, daß der Streit der Meinungen über die Platzfrage an Heftigkeit wesentlich abgenommen hat, was wohl auf die Einsicht aller Interessierten zurückznführen ist, die darin gipfelt, daß die großen Frontkämpferorganisationen die berufensten Förderer des Ehrenmals sind, und daß ihre Ansicht maßgeblich sein muß. Gevermg und Thüringen. Ein dcutschnationalcrAntraq im Reichstag Berlin, 24. März. (VDZ.) Jrn Reichstag hat die deutschnational.e Fraktion eine Interpellation eingebracht, worin ausgeführt wird, daß Reichsinnenrninistcr Seoering in seinem Kampf gegen die thüringische Regierung sich einer schweren Ueberschreitung der ihm zustehenden Befugnisse und einer geradezu provozierenden Verletzung der von ihm beschworenen Reichsverfassung schuldig gemacht habe. Mit der Sperre der dem Freistaat Thüringen zustehenden Ctatsmittel habe Seoering das Etatsrecht des Reichstags und Reichsrats verletzt. Das Verhalten Seoerings stelle eine schwere Gefährdung der Reichsinteressen dar, weil es in Thüringen größte Erbitterung Hervorrufe und weil die anderen Gliedstaaten sich von der gleichen Behandlung bedroht fühlen. Die Reichsregierung soll erklären, ob sie bereit fei, den dem Freistaat Thüringen zugefügten Schaden unverzüglich wiedergutzumachen und ob sie gewillt fei, auch den Reichsminister Seoering zur Achtung der Gesetze und der Reichsoerfassung anzuhalten. — Die Abg. Döbrich, Hänse und Gen. (Chr.Rat, Bauern und Landvolks haben zur gleichen Materie im Reichstag einen Antrag eingebracht, worin die Rückgängigmachung der gegen Thüringen verhängten Maßnahmen gefordert wird. Jas Ergebnis der Genfer Zollkonferenz Oie Stabilisierung der europäischen Handelöverhättnisse. in Paris. Nachdem vor einiger Zeit ist. daß Dr. Stresemann Denkmal gesetzt werden hauptet, daß der Besitzer der St. Goarshausen dem mit den bekanntgeworden am Rhein e i n soll, wurde be- Burg Katz bei Vorarbeiten zur Mainz der Stresemanns schon beschlossen worden sei, dah Standort für das Ehrendenkmal sein solle. Bruno Walter als Gastdirigent 3nb (lätte an die folgen i •e- In bares von c eine : Snfaffi Äkädch melt. Person 5i sind, bis zum 1. April 1931. Mit dieser grundlegenden Verpflichtung der Konvention ist die Möglichkeit einer ruhigeren Handelspolitik in Mitteleuropa gegeben. Was die ungebundenen Zölle betrifft, so verpflichten sich die Unterzeichner zur Vorankündigung beabsichtigter Zollerhöhungen oder wenigstens zu ihrer Anzeige beim Inkrafttreten und gegebenenfalls zu Verhandlungen mit den in ihren Wirtschaftsinteressen geschädigten Vertragspartnern, die, falls die Verhandlungen in zwei Monaten zu keinem Ergebnis führen, mit einmonatiger Frist die neue Konvention kündigen können. Durch eine Sonderbestimmung für besondere Landesgesetze konnten die langen Ausnahmelisten vollständig fallengelassen werden. Die freihändlerischen Staaten, die keine oder nur in wenigen Ausnahmefällen gebundene Zölle haben — nach dem Abkommen Dänemark, England, Holland, Norwegen und Portugal —, verpflichten sich, während der Dauer des Abkommens keine neuen Schutzzölle einzuführen und bestehende nicht zu erhöhen. Jede Kündigung gibt allen anderen Konventionspartnern das Recht, von der Konvention zurückzutreten, falls mit der Kündigung eines bestimmten Staates das durch die Konvention geschaffene Gleichgewicht in entscheidender Weise gestört wird. Erwähnung verdient der ausdrückliche Verzicht aus Versuche, die Bestimmungen der Konvention zu umgehen und die bei der Unterzeichnung bestehende Lage in bezug auf die Ein- und Ausfuhrverbote zu verschlimmern. daß sich in diesem Falle eine Gewißheit über seine Herkunst erlangen liehe. Von einem Etui spürf sie lebhafte Schmerzen in den Beinen, sein Besitzer, ein Arzt, hat eben einen Ischias überstanden. Manchmal entstehen durch diese körperlichen Empfindungen Mihverständnisse. Bei einer Photographie entwickelt das Medium lebhafte Geräusche in den Ohren, so dah es meint, der Photographierte mühte bei einem Putsch oder Strahenkampf zugegen gewesen sein. Das wohl nicht, aber der Herr hat ein Ohrenleiden mit ähnlichen Geräuschen. Ein Armband mit einem kleinen Anhänger. Frau Akkeringa lächelt einem jungen Mädchen zu: an diesem Armband seien zwei Personen beteiligt, und das meiste bewege sich um den Anhänger. Das Fräulein errötet und bejaht. Bisweilen geschieht auch ein Blick in eine Vergangenheit, die der Besitzer eines Gegenstandes längst vergessen hat. So wird einem Herrn gesagt, dah sein Gedächtnis manchmal in störender Art aussehe. Das ist richtig. Das komme von einem Sturz, sogt das Medium. Der Herr verneint. Er möge weit zurückdenken, ermahnt Frau Akkeringa, in die Zeit seines zehnten oder zwölften Lebensjahres: da habe er in einer Stadt mit vielen Bäumen gelebt, aus einem dieser Bäume sei er gefallen. Richtig. Er ist damals und in einer solchen Stadt von der Schaukel gestürzt. Ein silbernes Kreuzchen erinnert das Medium von ungefähr an Katholisches, obwohl die Inhaberin nicht katholisch sei. Was ist es damit? Die Besitzerin hat das Kreuzchen erhalten, als sie stark unter katholischem Einfluß stand. Manchmal geschieht etwas Erheiterndes. Bei einem Paar grauer Wollhandfchuhe sagt das Medium der Frau, sie habe vor einigen Tagen eine sehr vergnügte Gesellschaft, vielleicht eine Hochzeit mitgemacht. Ia, strahlt die Frau, die Hochzeit war sehr gelungen. Woher kommt solche Wissenschaft aus grauen Handschuhen? Woher kommt es, dah das Medium aus der Berührung eines silbernen Kettchens den Namen Elisabeth weih? Wie kann sie einer Frau sagen, daß ihre Mutter an Krebs gestorben ist? Merkwürdig ist diese Episode. Frau Akkeringa tastet aus einer eben gekauften goldenen Herrenuhr ab, dah der Eigentümer die Fähigkeit habe, zukünftige Dinge vorauszusehen. Der Herr bejaht lächelnd. Das Medium: Da treibe er ja das gleiche wie sie selbst und brauche daher nichts weiter zu wissen. Der Herr ist wirklich ein bekannter Hellseher. mit ein« werden fommt! oommei '51p en 20NM 'Jlotbiai nach d< meer f a n fc vorgese fahrt Ieppeli zentrale erwarte ,LZ.I Io dah Somme Irichil 3n t 3 tim chinose < gmüde Biet ji Vier Spazier nomme entgege tente fest, w Aranda Leute t heranjr lernt p crtranl wordei Clne g In! der 2 sechs wm 0 überfc tootbei denA linden Aus aller Wett. Lin Slresemann-Denkmal in Mainz. Das erste der drei Beethovenkonzerte. die Professor Bruno Walter vom Leipziger Gewandhaus in Paris gibt, fand in Salle Pleyel, einem der größten Konzertsäle Europas, statt, der bis auf den letzten Platz beseht war. Walter spielte mit dem Orchester des Pariser Konservatoriums außer der Cgmont-Ouvertüre, Errichtung des Denkmals beauftragten Arbeitsausschuß ein geeignetes Gelände kostenlos zur Verfügung gestellt habe. Auf ihre Erkundigungen erfährt die Telegraphen-Llnion, dah dem Arbeitsausschuß von einem derartigen Angebot nichts bekannt sei. Außerdem könne davon auch kein Gebrauch gemacht werden, weil h i g k e i t e n. Gr arbeitet im engsten Einvernehmen mit der öffentlichen Polizei. Der freiwillige Dahnschutzdienst besteht ebenfalls aus Bahnpolizeibeamten. Er dient nötigenfalls zur Llnterstühung des Streifdienstes oder wird im Falle ernsterer Gefahren vom Generaldirektor der Reichsbahn im Einvernehmen mit dem Reichsverkehrsminister, dem Reichsinnenminister und den Länderstellen einberufen. Politische Bestrebungen sind im Dahnpolizeidienst ausdrücklich ausgeschlossen. Irgendwelche Verbindungen mit Wehr- oder anderen Verbänden werden nkcht geduldet. Heftungen mit Bahnschuhzügen finden in längeren Zwischenräumen statt. Sie können nicht entbehrt werden, da die Vertrautheit des Bahnpolizeidienstes mit den Zugeinrichtungen gesichert werden muß. Der Bahnschuh ist im Einvernehmen mit sämllichen Reichs- und Länderregierungen gegründet worden. Reichsbahn und Kraftwagen. Berlin, 24. März. Der Konkurrenzkampf zwischen Reichsbahn und Kvastwagenoerkehr, der von der Reichsbahn nur bann erfolgreich geführt werden kann, wenn sich die Eisenbahn auch den Kraftwagen zunutze macht, hat in den vergangenen Jahren bekanntlich an Schärfe immer in ehr zugenommen. In richtiger Erkenntnis der Notwendigkeiten ist die Reichsbahn daher bemüht, den eigenen Kr a f t w a g e n ve r k e h r immer mehr auszubauen. Dies geht auch deutlich aus den Berichten der Reichsbahn über ihren Eisenbahn- Kraftwagenverkehr des vergangenen Jahres hervor, die nunmehr abschließend vorliegen. Danach hatte der Eisenbahn-Kraswagenverkehr im Jahre 1929 eine gewaltige Steigerung des Personenverkehrs, jedoch einen geringen Rückgang im Güterverkehr zu verzeichnen. Die Zahl der im Personenverkehr gefahrenen Omnibus- Geheimnisvolles Zwischenspiel. ftrmt Akkeringa, das psychometrische Medium. Berlin, int März. Das Medium ist eine unauffällige ältere Dame mit etwas müdem und vergrämtem Gesichtsausdruck. Man hat ihr aus dem Publikum eine Menge Gegenstände, Ketten, Ähren, Briefe, Etuis auf den Tisch gebracht, die sie einigermaßen übersichtlich vor sich ausbreitet. Dann, während sie, bei vollem Bewußtsein, nur mit etwas einwärts gesenktem Blick, über diese Dinge hin- fährt und eins herausgreist, verändert sich ihr ganzes Gehaben, offenbar geht etwas von dem Briefe, den sie in der Hand hält, in sie selbst über, sie wird wie bedrückt und gibt durch Gebärden Erregung zu erkennen. Frau Akkeringa ist Holländerin und flüstert ihrer Dolmetscherin ihre Offenbarungen zu. Offenbarungen? Sie erklärt, dieser Brief sei von einer Frau geschrieben, die an inneren Bedrängnissen und Aengsten leide: sie verstehe zwar, diese Zustände durch äußere Ruhe zu verbergen, aber stets sei der Gedanke in der Kranken, sich von einem Balkon oder aus einem Fenster herabzustürzen. Ein junges Mädchen, die Pflegerin, meldet sich: Die Frau habe es schon einmal versucht. — Medium: Sie sind die Pflegerin? Dann haben Sie ein schweres Amt. Geben Sie acht, die Kranke denkt stets an den Sturz aus dem Fenster, immer bann, wenn Sie es am wenigsten vermuten. — Das junge Mädchen, von der offenbaren Wahrheit dieser Erkenntnis bedrückt, seht sich. Die Stimmung im ©aal, anfangs abwartend und skeptisch, ist nach diesem Beweis sichtlich umgeschlagen. Eine blaue Halskette. Das Medium behauptet, sie stamme aus Port Said, die Inhaberin kann es wenigstens nicht abstreiten, und so bleibt die Herkunft der blauen Steine ungeklärt. Aber die Inhaberin, sagt das Medium mit großer Sicherheit, hat sie von einem Mann erhalten, den sie sehr liebt, der aber nicht ihr Gatte ist. Habe die Dame nicht starke mediale Begabung, habe sie sich früher stark mit okkulten Dingen beschäftigt? Es wird alles betroffen bejaht. Es ist nicht anders, als daß sich die Eigentümlichkeiten, die mit den einzelnen Inhabern dieser unscheinbaren Dinge zusammenhängen, unwillkürlich auf daö Medium übertragen. Das geschieht ganz spontan. So geht von einem No- ! zbuck) ein lebhafter Husten auf He über, ohne Llraufsührung der Frankfurter Oper. Wenn, nach einem bekannten französisches Wort, jedes ..Genre" erlaubt ist, außer dem langweiligen, dann war die geringe Opposition, die sich nach der Frankfurter Araufsüh- run g von „Achtung! Auf nähme!" durch Pfeifen und Zischen bemerkbar machte, nicht berechtigt. Diese Tragikomödie oder besser „Groteske" von Dela Balasz greift das neuerdings in der Schauspielliteratur beliebte . Filmmllieu mit Geschick auf und erzielt ihre Hauptwirkung mit dem nicht mehr neuen Motiv, daß ein schmerzliches Erlebnis eine besonders dankbare Kinoszene hergeben muß (wie z. B. „Komödie der Verjüngung" und „Napoleon greift ein“). Die Moral von der Geschieht heißt „Wit echten Schmerzen kann man viel verdienen" — sie stimmt aber leider nur ausnahmsweise. Zu diesem zügigen, wenn auch nicht sehr liefen Libretto hat der in Berlin wohnende Wiener Wilhelm Groß eine unbedingt packende, dabei geschmackvoll instrumentierte Musik verfaßt. Sie ist modern, indem sie die Tanzformen unserer Zeit aufnimmt und Tango und Fox in den Vordergrund stellt: dabei eignet der Partitur eine gesunde Erfindung forsch eingängiger, aber auch elegischer Themen, und das kurze Spiel ist vom Rhythmus her belebt. Einflüsse von Kreneks „Ionny spielt auf" sind unverkennbar trotzdem hat die Balasz-Groß'sche Kurzoper (oder ihr Opernsketch) eine eigene Note. — Die Ärauffüh- rung des Frankfurter Opernhauses, welcher der Kapellmeister Hellmut Seidel- mann, der Regisseur Rudolf Scheel und Walter D i n s e als Gestalter des Bühnenbildes viel Sorgfalt zugewandt hatten, wurde ein starker Erfolg. Sie war belebt und schmissig und ließ ein kritisches Bedenken kaum aufkommen. Balafz und Groh wurden mit den darstellenden Künstlern und den verantwortlichen Leitern des öfteren hervorgerufen. — Der heitere Abend wurde wirksam ergänzt durch eine temperamentvolle Wiedergabe von Stravinskys burlesk-nachdenklichem Ballett ,.P e t r ou s ch k a". Hier gab Hans Wilhelm Steinberg dem Orchester vielseitige Tönung, während Marion Herrmann vom Königsberger Opernhaus und L. Sievert die wohl- gelungene Inszenierung und feinsinnigen Bühnen- bilder zu banken waren. Das Ballett, für Frankfurt Erstaufführung, wurde mit einmütiger Zustimmung ausgenommen. Dr. G. Sch, And wieder Briefe. Briefe von Lebenden, Briese von Toten. Das ist einer von einem, der nicht mehr wiederkommt, obwohl noch immer auf ihn gewartet wird. Ia, die Mutter wartet noch immer. — Aber er ist im Kriege gefallen. Gin Schuh oder Stich in die Hüftgegend war die Todesursache und das Medium deutet an, dah es selbst diese Schmerzen wieder fühle. And noch eine Kriegserinnerung. Eine alte Mutter reicht im Amschlag zwei Briefe, und das Medium weih: sie sind berde gefallen, der mit der weiteren und derberen Handschrift zuerst, der linke Arm wurde ihm abgerissen: der andere starb einen „Heldentod", vielleicht „in der Nähe der Fahne"? Cs hat bekanntlich im Schützengraben keine Fah- gegeben, aber Frau Akkeringa bleibt dabei. Die Mutter kann nur das Todesdatum bestätigen, ihre beiden Söhne sind verschollen. Aus einer luxuriösen Damenchatelaine liest das Medium Sorge und schlaflose Nächte: das Warten auf eine Nachricht von weither, aus Aebersee. Habe aber die Dame nicht kürzlich die Stadt gewechselt? Daher vielleicht die Verzögerung der Nachricht? Möge doch die Dame ruhig schlafen — die Nachricht werde kommen und gut sein. Frau Akkeringa hat an diesem Abend etwa zwanzig Gegenstände diagnostiziert, und man kann nicht sagen, dah alles „stimmte". Aber dabei stellte sich heraus, wie wenig die Menschen eigentlich von sich wissen. So behauptete sie fest, an einer Kette sei der Brand eines groben Gebäudes, vielleicht einer Fabrik, bei dem für das Leben der Inhaberin wichtige Papiere ver- lorcngegangen fein. Die Besitzerin der Kette wußte hiervon nichts, aber man ist geneigt, nach dem vielen Derblüssenden des Abends auch diese ungeklärten Dinge für wahr zu halten. Das alles nämlich vollzieht sich ohne mediales Pathos, bei vollem Lampenlicht in Anwesenheit von etwa zweihundert Menschen, in einer mehr gemütlichen als feierlichen Weise. Diese so veranlagte Frau erhält von den Singen ihre ganz bestimmten Visionen, die sie verkündet und von denen sie, auch wenn es nicht stimmt, nicht abzuftringen ist. Sie Jagt das Meiste aus der Vergangenheit und einiges aus der Zukunft, und wenn das Gewesene so oft und überraschend richtig war — soll man das gleiche von ihren Prophezeiungen annehmen? Es wird sich, vielleicht, hier und da Herausstellen. Vorläufig kann man nur berichten, was an diesem einen Abend geschehen ist. B. D. - Nt [Mi d>e Ul ein in Mli Hause rascht. ihn ai leid? ftonfr' < w Aber gnjtol JMni 2 Kassiererin 3il« i bei der Bank mW sich E einer Leder« : am Bansichaltcr r Tisch und nahm naus. Einen Teil Gleich nach ihr ankräume be« olle er auch Veld ung warten muhte, aber trat er ne« wohl nach der us dem Tische B«rf «8 *5 Mein Bilierbeö Ja zog diese: tn die recht' deutschen» Man in» *Ltl* °«d blafft iulen,4w j«» h*. i ' . Barbara unb andere 3M Ä* ÄM daß kbig. tefe*5 J? ^chengaM ^us erlaub «riM Z ^tneincn, köln. ’ '“W*Deit uhlen x<® 1 Uernichiet ,2 ettoa -tvölf Mmenmeet vor« Mwenhaus und Schwier, die in« 8 »ft Meifte ?x ru bewahren, schalten auch an E Rheindahlen dort durch fam« Lrandschaden be« lark. Der Betrieb 0,Arbeitern völlig stillgelegt, Haus und TranS« Der Verkehr auf le abgesperrt wer« e eine große Sei iffurterötf. inten fraM^ i außer dem -MS- wffltt er ^raussuy^ "ai»< Ä c machte- ulchs^ -liebte.SAA ^dabem/L t«. Le Wiener daber ।( paaenoe. » „ ufif vierer "fff in M nd Partitur ret der V flber inganflÄj ift aS kurz eielteti s®’e ”“J! rt* ennvar chr b«* Ä’?S LOS -j%yi .«Os rBen tpidfö« tfS c Diedersa^Mt MS anit «a i Eßt mehr Roggenbrot! 15 831 914 Mk. Gesamteinnahmen 1929. Der Fehlbetrag im Wormser Etat WER. W o r m s, 24. Marz. Der dem Stadt- führt ab, es wirkt sehr , * milde, versuch es, und arm Du bist im Bild3 Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 26. März 1930. Johanneskirche. 18 Uhr: Passionsandacht. Pfarrer Ausfeld. ©wolkenlos ö netter. 3 nan> oedecict. ® wolkig. • Gedeckt •negei^ * Schnee ä Graupeln e Nebel K<>ewit,er^)Windsliiie.O» xW leichte- Os» £ ■nassige» SOdsudwest Q stürmische- Nordwesl 6ie Piene fliegen mit dem wrnot. Die beiden Stationen Menenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte rn-t gielcheofc 2034 wehllemr. 44 n, r. | Mietgesuche | Veschlagnahmesreie 3-4-Simmer- Wohnung mit Zubehör von Beatmen z. 1. Akai ob. i. 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Wie in eine Riesenfestung fährt man von Antwerpen aus nach Holland hinein, endlos und endlos währt die Fahrt über die kilometcrlange Brücke, die man kurz vor Rotterdam passieren muß. Eine Sturmflut wälzte sich vor 530 Jahren ins Land, riß weite Strecken fruchtbarsten Geländes ein, begrub Dörfer, Wälder, Felder. And eine fast drei Kilometer lange Brücke muhte gebaut werden, um den Sund zu überschreiten. Die Sturmfluten waren immer Hollands ärgste Feinde, sie haben dem Lande sein Gesicht gegeben und zugleich seine Bewohner zum äußersten Widerstand herausgefordert, haben sie gezwungen, sich einzurichten. Aegypten ist ein Geschenk des Rils, hieß es im Altertum. Holland ist gegen die Flut entstanden: was blieb, ist eine künstliche Schöpfung. Seltsam muß dies Gebiet vom Flugzeug aus aussehen. Wahrscheinlich stellt man dann fest, wie tief sich das Meer trotz aller Dämme ins Land hineingefressen hat, wie es seine Send- linge hineinjagt, wie Kanäle und Ströme das ganze Gebiet zerfetzen und tarieren, wie mühsam die Menschen sich auf ihren Inseln behaupten. Zur Ruhe kommt diese Erde fast erst an der deutschen und belgischen Grenze. Immer liegen abwehrbereit selbst noch Gutshöse auf Inseln, von Wassergräben durchzogen: die dichten Baumreihen, die die Gehöfte umrahmen, beschatten, beschützen, gleichen immer Wachtposten. Man kennt diese Gehöfte von den Werken der holländischen Malerei her — es hat sich in Jahrhunderten nichts geändert. Das Meer wirft Menschen aus allen Ländern ans Land: die Ozeandampfer in den Häfen von Rotterdam, Vlissingen, Hoek van Holland, Amsterdam bringen die Angehörigen aller Rassen aus allen Erdteilen mit; wieder ist es seltsam, wie man sich vor diesen Menschen, diesen Abenteurern, fast furchtsam verschließt, sie in ihre Distrikte weist, und wie sie die Grenzen fast nicht überschreiten, die man ihnen zugewiesen hat — die Hafengassen von Rotterdam und Amsterdam sind fast ghettoartig isoliert, in Rotterdam ist die Grenze noch am augenfälligsten, die Gasse der Matrosen heißt Schiedamsche Dijk — die gehört ihnen —, mit Kneipen, Kinos, Schänken, Tanzsälen, mit elenden Duden, mit lärmenden rasselnden Orchestrions, mit Gestank und Dreck und Hoffnungslosigkeit. Schlimmer noch Zeedijk in Amsterdam, wo die Häuser scheu zusammenkriechen, die Gasse oft nur meterbreit ist, die Kanäle keine Gitter haben und man jemandem im Dunkeln nur einen Stoß zu geben braucht, damit er für immer verschwindet. Die alten Buden verfallen, fie verlieren ihren Stuck, der abblättert wie Aussatz, es ist ein grauenvolles Viertel. Ja, so ist das angeblich romantische Seemannsleben — an Bord im Rumpf der Schiffe untergebracht, in stinkenden engen Kojen, wie Heringe in der Tonne, an Land überläßt man ihnen die dreckigsten Stadtteile. Aber kommt man in die City, leuchten in der Abendstunde die Lichtreklamen, breiten sich verführerisch prächtige Schaufenster aus, winkt eine gleißende Pracht überraschend, freudig und prunkend, selbstbewußt. Elegante Restaurants, elegante Dars: betritt man von der Straße aus das Lokal, kommt man zuvor in ein halbdunkles Cafe, eine hohe Barriere trennt den hintem Speiseraum ab, alles atmet Zufriedenheit. Man ist nie laut, nie gesprächig: etwas schwerfällig kommen behäbige Bürger, die immer noch etwas Bäurisches in ihren Gesichtszügen haben, zum Essen herein: dunkelrot sind Tische, Stühle, die Wandtäfelung; es gibt schwere Getränke, fette, üppige Speisen, ein solches Diner nimmt und nimmt kein Ende. And so lärmend es draußen in den Hafenvierteln bei der unruhigen Masse war — so still ist es hier drinnen in den abgeschlossenen Speisefälen. Roch eine solche Stadt wie Rotterdam hat zwei ganz verschiedene Gesichter — die alte, enge, würdige Stadt für die Festlandbewohner, für die Männer, die ihre Geschäfte besorgen — und das Hafenviertel mit Docks, Hochhäusern, Kais, Verladerampen, riesigen Kränen, mit Schleppern, ankernden Ozeanriesen, Hinten Wachtbooten, Kränen, Trajekten. Kommt man nach der Hauptstadt, dem Haag, ist man aufs neue überrascht, hier gerät man scheinbar in ein Dorf mit langen, langen Alleen, niedrigen Backsteinbauten, Grachten. Kanälen, stillen Gassen, verlassenen Winkeln; kommt man ins Regierungsviertel, scheint es immer Festtag zu fein, die Stille wirkt feierlich und wird fast nur durch das Glockenspiel der Kirchenuhren unterbrochen, es schwingt zuweilen fast zart durch die heitere Luft eines leuchtenden Sommertags, selbst die Menschen sprechen nicht laut und bewegen sich unhörbar. Große Parkanlagen ziehen sich mitten durch die Stadt. Im Zentrum taucht plötzlich ein See mit leuchtenden Schwänen auf, das ist der Vijner, am Südufer trotzt das rote Gemäuer des Binnenhofes, jenes mittelalterlichen Schlosses, es ist kein einzelnes Gebäude, sondern ein Komplex von verschiedenen Bauten, die im Laufe von Jahrhunderten entstanden sind. Die Statthalter der Riederlande haben hier residiert, die Generalstaaten hielten hier ihre Sitzungen ab; später bis zum heutigen Tage sitzen hier die Zivilgerichte. Das Kerngebäude des Binnenhofes ist der Rittersaal, er stammt aus dem 13. Jahrhundert, erinnert an niederdeutsche Kirchenbauten mit Giebeln und Türmen, ruhig, verhalten in der Architektur, fast ganz schmucklos, aber voller Wucht. Der Hof vor dem alten Bau sah in den Bürgerkriegen der niederländischen Republik viel Blut fließen, nicht weit vom Binnenhof liegt ein düsterer dunkelroter Ziegelbau — der „Ge- vangenenpoor t“, in dem man Politiker gefangenhielt, Cornelis de Witt und sein Bruder wurden hier von der aufgehehten Masse gelyncht; und in den Räumen werden alte Marterwerkzeuge einem schaudernden Publikum gezeigt. Es dauert keine halbe Stunde, bis einen die elektrische Bahn hinaus nach Scheveningen zu dem Strand gebracht hat, mit breiten Promenaden, großen Hotels, Strandbädern, Liegeplätzen, Dünen und Dillen. Fern am Horizont tauchen die riesigen Silhouetten von Ozean- dampsern auf, kleine Segelboote klimmen mühsam die Meereshöhe hinauf. Weit ab vom Dadc- strand liegt das Fischerdorf mit seinen Hütten, seinem Hafen, und nur einmal taucht für den Desucher des Strandes rasch eine Vision auf: wenn die elektrische Eisenbahn Scheveningen verläßt, hocken plötzlich in den Dünen schwarzgekleidete Fischerfrauen im weiten Kreis um Fischernehe, die sie mühselig flicken; ein stummes, aber beredtes Dild. Rasch gleitet der Zug an der Schar der Retzflickerinnen vorüber — zurück in den Haag. Nr. 71 Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Dienstag, 25. März 1936 MMnis Selreidezug fährt durch das Land. Fortsetzung der Getreideschlacht. Don unseren v. O.-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rom, März 1930. Mit einem Fähnchen aus blauer Seide, das in der Mitte ein goldenes Liktorenzeichen aufwies, gab Mussolini dem sogenannten Getreide- zu g das Startzeichen, der bis Ende Juni alle Provinzen Italiens, einschließlich Siziliens und Sardiniens, bereisen wird, um die Bevölkerung auf d i e Bedeutung der Landwirtschaft hinzuweisen. Diese Autokolonne besteht aus acht großen, hellblau gestrichenen Autobussen mit Anschauungsmaterial, statistischen Daten und Aufrufen aller Art, die auf die verschiedensten Gebiete der Landwirtschaft Bezug haben. Weitere Kraftwagen enthalten Traktoren mit Zubehör, eine Dynamomaschine, die die Beleuchtung der Kolonne besorgt, wenn sie ihren jeweiligen Standort erreicht hat und Arbeitsräume für das Begleitpersonal. Die großen Autobusse haben seitlich hochklappbare Wände, die die beiden Ausstellungseiten des Kraftwagens freigeben und gleichzeitig als Schutzdach dienen, unter dem das Publikum die fahrende Schau besichtigen kann. Reben Saatproben aller Art sieht man sämtliche in Italien verwandte künstlichen Düngemittel, Modelle landwirtschaftlicher Maschinen, Vorschriften für Vieh-, Geflügel- und Bienenzucht. Anleitungen für rationelle Fütterung, Feldbestellung usw. Photographische Aufnahmen, Filmstreifen und Werbeplakate ergänzen die interessante Zusammenstellung. „Die von dem Duce gewollte Getreideschlacht befreit Italien von dem Dklavenjoch des ausländischen Brotes," das soll sich der italienische Landwirt zu Herzen nehmen. Er wird es um so sreudiger tun, als er dem Inhalt eines weiteren Anschlags zustimmen kann, wonach „die faszi- stische Regierung für die italienische Landwirtschaft getan hat, was von anderen Regierungen in 50 Jahrennicht einmal versucht wurde." Der italienische Landwirt weih, daß seine lebenswichtigen Bedürfnisse in Rom verstanden werden, und daß die Regierung ihn gegen den Wettbewerb des Auslandes durch eine entsprechende Zollpolitik schütz t. Zollwaffenstillstand ist hier unpopulär. Auf einem Plakat des Propagandazuges sieht man ein ausländisches Getreideschiff sich einem italienischen Hafen nähern. Schon aber steht ein Sohn des Jnselreiches bereit, der dem Kapitän ein „H a I t" zuruft: „D a s ausländische Getreide zahlt Zol l!" Die Zollpolitik Mussolinis hat ihre Ergebnisse gezeitigt. 2m Februar 1929 wurden noch 1 547 311 Doppelzentner Getreide eingesührt, im Februar 1930 nur noch 593 328. Das bedeutet eine Verringerung um 953 983 Doppelzentner. Vom 1, Juli 1928 bis zum 28. Februar 1929 wurden 14 579 553 Doppelzentner vom Auslande geliefert. In dem entsprechenden Zeitabschnitt 29/30 sank dieEin- fuhr um 10 259 004 Doppelzentner! Es bedarf wohl kaum eines Kommentars, die Tragweite dieses Unterschiedes für die italienische Landwirtschaft zu verdeutlichen, der Brotpreis ist dabei nicht übertrieben. Die Propagandafahrt des Getreidezuges soll der weiteren Aufregung aller mittelbar oder unmittelbar an der Landwirtschaft beteiligten Kreise dienen. In Italien gilt dies fast für das ganze Volk. Die kurze Ausstellung, die die blauen Autos den Römern auf der Piazza Venezia zeigten, war bereits ein Erfolg, wenn man in Betracht zieht, daß sich von früh bis spät Abertausende um die Wagen drängten. Vom König bis zum Straßenkehrer lonnte man alle Schichten der Bevölkerung auf dem Parkplatz der blauen Riesenwagen beobachten. And vor ihrem Start schritten Priester und Chorknaben in langem Zuge um ihren Stand und weihten die Kolonne für ihre lange Fahrt. Die Propaganda zur Hebung der Landwirtschaft wird in Italien mit allen Mitteln geführt, und da dank des zur Zeit hier herrschenden Systems fast alle Hemmungen ausgeschaltet sind, die in anderen Staaten etwa die Fachministerien an der Durchführung ihrer Pläne hindern, so ist der Erfolg greifbar. Mit dieser Voraussetzung, die freilich auch auf den ausschlaggebenden Willen zurückzuführen ist, der über allem schwebt, ist eines der bezeichnendsten Merkmale für das heutige Italien angedeutet. Das Fingerspitzengefühl, das der Italiener für Landwirtschaft (nicht für Forstwirtschaft) ohne Zweifel besitzt, erleichtert neben dem unerbittlichen Druck von oben die Einführung rationeller Methoden auch dort, wo der Bauer sich ungern von überlieferter Eigenbrödelei trennt. Zudem werden ständig neue Mittel ersonnen, von denen man sich einen Einsluß auf die Gedankenwelt der Bauern verspricht. Jrn nächsten Frühling sollen zum Beispiel neben den Preisausschreiben, Brotfeiern, Vortragszyklen und ähnlichen Anter- nehmungen, die schon zu dem eisernen Bestände der Propaganda gehören, Flugzeuge zur Bearbeitung der Landwirte herangezogen werden. 25 mittelitalienische Provinzen sind zu diesem Zweck unter Berücksichtigung der wichtigsten landwirtschaftlichen Mittelpunkte in Fluggebiete eingeteilt worden, denen eine bestimmte Anzahl von Flugzeugen zugewiesen wird. Zu gegebener Zeit werden dann Rundflüge für die Landbevölkerung veranstaltet und bei dieser Gelegenheit Millionen von Werbezetteln abgeworfen werden. Ob nun aber Autokolonnen das Land durchziehen oder ob ein Regen bunter Zettel mit hochtrabenden Losungen vom Himmel niederflattert, diese gelegentliche Propaganda würde nicht haften, wenn nicht die Landwirtschaftsstellen und deren Sektionen für eine fortgesetzte Beeinflussung der Landwirte sorgten. Es ist entschieden ein Verdienst der faschistischen Regierung, das Reh der Landwirtschaftsstellen stark erweitert und sie zur Anterstühung der „battaglia del grano“ mit den nötigen Mitteln ausgerüstet zu haben. Jede der 92 italienischen Provinzen verfügt jetzt über eine solche Landwirtschaftsstelle (die im Italienischen nicht sehr treffend als cattcdre ambulanti di agricoltura bezeichnet werden) und an Sektionen werden im ganzen gegen 520 gezählt, während deren Zahl im Jahre 1919 erst 107 betrug. Eine fruchtbringende Arbeit dieser Stellen wurde überdies erst möglich, seit (im Jahre 1928) der Staat, die Provinzen und Kommunen gesetzlich zu ihrer Finanzierung verpflichtet wurden. Dadurch stieg das Gesamtbudget der Landwirtschaftsstellen um ein Beträchtliches. Im Budgetjahr 1928/29 betrugen die staatlichen Zuschüsse rund 17,5 Millionen Lire, während sich das Gesamtbudget der Landwirtschaftsstellen auf etwa 24,7 Millionen belief. Der Aufgabenkreis dieser Stellen ist sehr vielseitig, denn er umfaßt so ziemlich alles, was unter landwirtschastlicher Fachberatung zu verstehen ist, dazu tritt die Förderung des Genossenschaftswesens, die Leitung von kleinen Versuchsstationen und dergleichen mehr. Reben dieser kostenlosen Anterstühung der Landwirtschaft werden den Landwirtschaftsstellen vom Staat oder von den Provinzialwirtschaftsräten gewisse Kontrollfunktionen erteilt, wodurch sie zu direkten Organen der zuständigen Ministerien werden. Im übrigen hat man klugerweise die Tätigkeit der Landwirtschaftsstellen und' vor allem ihrer Sektionen nicht uniformiert, da sie sich natürlich in erster Linie den Bedürfnissen ihrer Gebiete und ihrer besonderen Aufgaben anpassen müssen. Zur landwirtschaftlichen Propaganda sind in letzter Zeit auch die Messen ausgebaut worden. So veranstaltet Verona neüerdings jährlich im März seine Pferdemesse im Rahmen einer allgemeinen landwirtschaftlichen Ausstellung. Auch die Mailänder Mustermesse hat dem Rechnung getragen, daß von der Regierung der Vieh- und Pferdezucht ein besonderes Augenmerk gewidmet wird, sie hat für dieses Jahr zum ersten Mal eine Tierschau ausgeschrieben, die neben der Mustermesse vom 11. bis 18. April in Mailand stattfindet. Es soll beabsichtigt sein, diese Tierschau später als bleibende Institution nach Rom zu verlegen. Diese Tierschau ist zwar entsprechend der Landespolitik auf italienisches Vieh und italienische Pferde beschränkt, verdient aber entschieden die Beachtung der deutschen Viehzüchter, die dort die durchaus vorhandenen Absatzmöglichkeiten für schwarzbuntes Vieh und eventuell auch Simmentaler Vieh finden könnten. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 25. März 1930. Warnung vor übereiltem Baubeginn. Das Kreisamt Gießen teilt uns mit, daß mehr als 600 000 Mark Staatsdarlehen von den 'Bau- luftigen im Streife Gießen angefordert find, daß aber nach einer Verfügung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft auf den Kreis Gießen im Rj. 1930 nur ein Wohnungsbauanteil von 140 000 Mark entfällt, aus dem die allgemeinen Baudarlehen, ohne Zusatzdarlehen, bestritten werden sollen. Die Gegenüberstellung dieser beiden Zahlen beweist, daß ein sehr erheblicher Teil der Baulustigen nicht auf Beleihung rechnen kann. Es muß daher entschieden gewarnt werden, einen Wohnungsneubau zu beginnen, solange nicht die Finanzierung zweifelsfrei sichergestellt ist. Probefahrt der Kreismotorsprihe. Das Kreisamt Gießen teilt uns mit: Die für Freitag, 2 8. März, geplante Probefahrt der Kreismotorspritze findet bereits am Donnerstag, 2 7. März, statt. Gieftcncr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 140 bis 160 Pfennig, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 35, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 10 bis 15, Spinat 30 bis 35, Anter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 150 bis 180, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4>j, bis 5, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 50 bis 80 Pfennig das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben, das Stück 70 bis 80, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 25 bis 30, Endivien 20 bis 60, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pfennig das Stück; Radieschen 15 bis 20 Pfennig das Bündel; Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. •* Familienabend der Lukas- ge mein de. Man berichtet uns: Der Familienabend, den die Lukasgemeinde am vorigen Sonntag veranstaltete, war — wie immer — stark besucht. Alle Darbietenden waren Glieder der Lukasgemeinde. Frau Hertha Meyer und Frau Gertrud Weyl fangen zum Beginn zwei Duette von Brahms für Sopran und Alt. Zum Schluß fang Frau Gertrud Weyl Lieder von Schumann und Schubert. Alle diese Lieder wurden mit klangvollen, gut geschulten Stimmen vorgetragen und von Frau Rechtsanwalt L u l e y auf dem Klavier begleitet. Die Versammelten nahmen diese Darbietungen mit herzlichem Danke und ungeteilter Aufmerksamkeit entgegen. Amtsgerichtsrat Gros las „Ernste und heitere Erzählungen aus Oberhessen". Der Vortragende . schöpfte aus dem reichen Schatze seiner Kenntnis des oberhessischen Volkslebens. Die Bewohner des größten Teiles der Provinz Oberhessen besonders des Vogelsberges, sitzen seit Jahrhunderten auf ihrer Scholle, Zuwanderung Fremder hat hier kaum stattgefunden, während durch so manchen anderen deutschen Landstrich, so durch die Rheinlande, die großen Handels- und Heerstraßen hindurchgingen, so daß dort fortwährend fremder Einfluß einströmte. Die Vogelsberger haben ihre Eigenart von den Tagen der Ar- Väter her treu bewahrt. Deshalb versteht Amtsgerichtsrat Gros in seinen Erzählungen das oberhessische Volksleben so tresfend zu schildern, weil er das oberhessische Dock liebt und namentlich durch seine berufliche Tätigkeit tief in feine Eigenart eingedrungen ist. Dabei eignet ihm eine große Kraft und Kunst der Darstellung. Er las verschiedene Erzählungen, so „Der Daum im Ohmtal", „Kanasterpeters Ende", „Drei Dür- germeistergdschichten", „Die alten Leute von Ay- hausen" und „Großherzogs Dompsasf". Plastisch traten hier die einzelnen Gestalten, die altem schlauen Großväter, die Dorfbürgermeister, der Waldläufer und der Baumfrevler hervor. Hoffentlich vereinigt der Dortragende feine Erzählungen bald in einem Buche, das eine wertvolle Bereicherung der deutschen Dolksliteratur bilden wird. Der Familienabend wurde von dem Dor- sitzenden des Gemeindevereins der Lukasgemeinde, Juwelier Roll, eingeleitet. Pfarrer Bechtols- heimer sprach am Schlüsse einige Worte des Dankes an die Mitwirkenden, und Kirchenvorsteher Oberpoftsekretär Bock machte Mitteilungen über die Mitgliederzahl und über die Bestrebungen des Gemeindevereins. ** D i e Frei w. Gailsche Feuerwehr hielt am Samstag ihre ordentliche Hauptversammlung. Aus dem vom Schriftführer Kam. Bouffier vorgetragenem Jahresbericht war zu ersehen, daß die Wehr mit 110 Mitgliedern (70 aktiven, 36 passiven und 4 unterstützenden Mitgliedern) in das neue Jahr eingetreten ist. Außer den vorgeschriebenen Gesamtübungen fanden monatliche, meist mit Dorträgen verbundene: Versammlungen und neun Dorstandssihungen statt. Die verstorbenen zwei Mitglieder wurden in üblicher Weise geehrt, den zahlreichen Einladungen zu den Veranstaltungen auswärtiger Wehren so weit wie möglich Folge geleistet. Der vom Rechner Kam. Müller erstattete Kassenbericht fand nach eingehender Prüfung die Genehmigung der Dersammlung. Der erste Hauptmann K. W e n z e l nahm hierauf die Der- teilung der Ehrenzeichen für langjährige Dienstzeit vor, und zwar an die Mitglieder I. Arno l d (50 Jahre), E n d e r s (40 Jahre), Münch, Fischer (30 Jahre), Reuter, Hof, Lindenstruth (25 Jahre), Müller, Balser (20 Jahre), Laub (10 Jahre) Schmück. Alt, Fiedler, Lehr, Fießler und Schuch (5 Jahre). Kamerad K. Franz erhielt für 25- jährige Dienstzeit die Ehrenurkunde. Zum Schluß wies der erste Hauptmann auf die in die Zeit vom 27. April bis 4. Mai vorgesehene Feuerschuhwoche und das im Herbst stattfindende ?5. Stiftungsfest hin, daran den Wunsch knüpfend, daß die Mitglieder auch im neuen Jahre sich rege an den Aebungen beteiligen und neue Mitglieder der Wehr zuführen mochten, damit die Schlagfertigkeit der Wehr erhalten bleibe. Rundfunkprogramm. Mittwoch. 26. März. 11.15 bis 11.45: Schulfunk. 13.30: Schallplattenkonzert: Liebesszenen. 16: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert. 17.30 bis 17.45: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen", Dortrag von Rektor Jaspert, Frankfurt a. M. 18.05: Parallelen I — E. Th. Hoffmann und Oscar Paniza —, Dortrag von Dr. Walter Benjamin. 18.35: Esperantounterricht. 19.05: Bon Stuttgart: „Wandlung der Jugend 1900 bis 1930 11“, Dortrag von Dr. H.Roeseler. 19.30: Don Stuttgart: Lowe- Balladen. 20: Don Stuttgart: Solistenkonzert. 21.15 bis 22: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Konzert des städtischen Kurorchesters. OieDögel aufmeinem Balkon. Von Bruno Manuel. Anter den Dögeln im Park hat es sich allmählich herumgesprochen, daß ich Biskuits einer guten Mittelsorte extra ihretwegen auf meinen Balkon streue. Darum haben sie mich in ihr Herz geschlossen, kommen wie verrückt angeflogen und schlagen sich bei mir den Leib voll. Meine Aufgabe besteht darin, hinter einem Fenster ihrem Tun und Lassen zuzusehen. Ganz deutlich stelle ich dann fest, wie sie sich über mich unterhalten. Die kleinen mädchenhaften Meisen finden, daß ich ein ganz reizender Mensch sei. Aber die Drosseln, die von Kapitalismus keinen Schimmer haben, behaupten steif und fest, ich sei unbedingt vermögend. Run ist die Sache so, daß ich _ allenfalls reizend, aber bestimmt nicht vermögend bin, und daraus geht hervor, wie wenig Derlah auf Drosseln ist. Reulich besaß ich keinen Pfennig und konnte folglich keine Biskuits kaufen. Da habe ich den Dögeln einfach etwas vorgemacht: nahm eine Scheibe von meinem Dollkornbrot — dem mit Vitaminen reich gesegneten — und streute sie auf eine Weise hin, daß es von weitem aussah wie Biskuits einer guten Mittelsorte. Da hätten Sie mal sehen sollen, was die Vögel gemacht haben. Vogel sind nicht so dumm wie sie aussehen. Sie ließen das Vollkornbrot links liegen und hatten einfach keinen Appetit. Den ganzen Tag hockten sie aus den Bäumen und nahmen zu der Frage, weshalb ich heute keinen Biskuit gestreut habe, Stellung. Die meisten gaben ihrer flammenden Empörung Ausdruck. Auch die Drosseln sträubten wie wild ihr Gefieder. Wahrscheinlich halten sie mich nun für einen Schuft. Mache einer Drosseln etwas Har. Ratürlich waren es die kleinen mädchenhaften Meisen, die sich für mich ins Zeug legten. Ganz deutlich horte ich sie folgern, daß ich wohl infolge momentaner Verlegenheit kein Biskuit gestreut habe. Ich streute aber auch am folgenden Tage keines. Dies hatte zur Folge, daß alle Vögel des Parks der Reihe nach auf meinen Balkon kamen und heftige Verwünschungen ausstiehen. Als sie mich aber hinter dem Fenster erblickten, drehten Oberheffen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 24. März. Der Landwirtschaftliche Konsumverein hielt am Samstagabend bei Gastwirt Walter seine Generalversammlung. Geschäftsführer Hildebrand erstattete den Geschäftsbericht. Derbandsrevisor 3 o If erstattete hierauf De- richt über die Prüfung der Dücher, sowie über die Bilanz. Der Warenumsatz im Geschäftsjahr 1929 betrug 296 462,36 Mk., gegenüber 290 511,84 Mk. im Jahre 1928. Die Unkosten der Derwaltung betragen kaum 21/a Proz. Der Reingewinn be--. trägt im Jahre 1929 25 703,14 Mk., so daß wieder 7 Proz. Rückvergütung gewährt werden können und außerdem für die Betriebsrücklage 4500 Mk. und den Reservefonds 447,02 Mk. vorgesehen werden konnten. Alles in allem stellte er fest, daß trotz der schweren wirtschaftlichen Lage der Konsumverein mit diesem Abschluß sehr zufrieden sein könne. Der Entlastung des Borstandes wurde allgemein zugestjmmt. Eine längere Aussprache fand über den Erweiterungsbau des Lagerhauses statt: dem Dau wurde zugestimmt, und es sollen die Arbeiten dem Dauunternehmer Schäfer übertragen werden. Zum Schluß wurden noch einige geschäftliche Angelegenheiten besprochen. * Deuern, 24. März. 3n der Wirtschaft „Zur i Germania" des Mitglieds Karl Dietrich hielt I am Samstag der hiesige Spar- und Dor- schußverein II seine diesjährige General- versammlung ab. Rach Eröffnung durch den Aussichtsratsvorsihenden erstattete der Rechner Lindenstruth "Bericht über den Geschäftsverkehr, und gab die Zahresrechnung für das abgelaufene 3ahr 1929 bekannt, die eine starke Aufwärtsentwickelung der Kasse darlegte. Der Sparverkehr hat sich in dem abgelaufenen Jahr gut entwickelt. Die eingelegten Spargelder betrugen 43 407 Mk. Die gesamten Spareinlagen betragen 190 000 Mk. Der Gesamtumsatz betrug 600 000 Mk. An Reingewinn wurde die Summe von 2603 nachgewiesen, die zum Teil dem Reservefonds und der Betriebsrücklage zugeschrieben wurde. Der Geschäftsanteil der Mitglieder wurde mit 20 v. H. verzinst. Für Spargelder wurden 8 v. H. bezahlt. Die ausgeliehenen Kapitalien wurden mit 10 v. H. berechnet. Rach den Erläuterungen zu dem Geschäftsbericht durch den Dorstand wurde diesem Entlastung erteilt und Dank für die umsichtige Leitung der Geschäfte ausgesprochen. 3n den Aufsichtsrat wurden die ausscheidenden Mitglieder Philipp Lepper und Konrad Walther wiedergewählt. Dem einzigen noch lebenden Mitbegründer des Vereins, Konrad Walther, sprach zu seinem 30. Jubiläum als Aufsichtsratsmitglied der Direktor Phil. Arnold im Ramen des Vereins für die umsichtigen treuen Dienste mit anerkennenden Worten den Dank des Vereins aus. Tumen, Sport und Spiel erzielen. Fortsetzung. Jtacttinjd verboten der dem zwei Entweder waren es Codeworte, oder es aber die Hand mit der er- Als Peter zu seinem Dureau kam, war er sich klar darüber, wie er die Geschichte über das Verbrechen in die Zeitung bringen wollte. Es waren inzwischen auch schon einige Details gemeldet worden, und schließlich war der Bericht den er seinen Lesern vorsetzte, derselbe, der am nächsten Morgen in jeder anderen Zeitung zu lesen war. Sommer und Winter brachte Peter sein Weekend gewöhnlich in einem kleinen Landhaus an der Godalming Road zu. Gern hätte er die Gelegenheit wahrgenommen, in der Stille des Landaufenthaltes über dieses geheimnisvolle Problem nachzudenken, aber diesmal durfte er >ier- mochte dies aber nur in einem Tor zum Ausdruck au bringen. Die Gäste zeigten bedeutend mehr Eifer und hätten bei etwas weniger Pech (zwei Lattenschüsse) das Spiel gewinnen können. Das Endergebnis war 1:0 für Gießen. Die gefiederte Schlange Vornan von Edgar Wallace. ten meist alle die interessanten Züge, die die Autoren von Kriminalromanen hinzudichten. Er hatte genug Geschichten gelesen, in denen letzte Warnungen, mysteriöse Briefe, das Auf- tauchen bizarrer Symbole und Versammlungen an einsamen, gespenstischen Plätzen eine große Rolle spielten. Aber bisher hatte sich seine Bekanntschaft mit diesen merkwürdigen Erscheinungen auf jugendliche Banden beschränkt, die ihre geheimen Zeichen und Pahworte hatten und nur auf kleine Räubereien ausgingen. Einigemal hatte er solchen Verhandlungen vor dem Polizeigericht beigewohnt. Diese Dinge konnte er beim besten Willen nicht mit richtigen Verbrechern in Verbindung bringen. -Das heißt, Sie fanden nichts, das Sie Polizei übergeben wollten, damit nicht ein anderer Zeitungsreporter hinter das Geheimnis dieser großen Geschichte kommen sollte! Es wäre eigentlich meine Pflicht, Sie zur Polizei st ation zu bringen unb 3hre Taschen vollständig durchsuchen zu lassen." rechte Seite war durchgebrocl)en und der Gießener Hüter mußte den Schrägschuß passieren lassen. Die Gießener ließen sich aber nicht entmutigen. Angriff auf Angriff rollte auf des Gastgebers Tor, aber hier stand ein Hüter, der schier unüberwindlich schien und dem auch das Glück zur Seite stand. Eine Flanke von Zeiler lenkte Heilmann mit dem Kopf über den herauslaufenden Torwart zum ersten Gegentor in Weidenaus Gehäuse. Nach der Pause ging dem Gießener Mittelstürmer ein Schuß ins Gesicht, zu dessen Schutz er die Hand hochnahm. Der Schiedsrichter glaubte aber wegen angeblichen Handspiels einen Strafstoß gegen Gießen verhängen zu müssen, der nach einigem Hin und Her in der allgemeinen Erregung Weidenaus drittes Tor ergab. Allerdings erzielte es der Schütze aus Abseitsstellung, was der Spielleiter anerkannte. Fortgesetzt lag trotzdem die 1900-Mannschaft im Angriff. Zeiler setzte sich energisch gegen mehrere Gegner durch. Sein flacher Schuß saß unhaltbar in der linken Torecke. Das Spiel stand nur noch 3:2 für Weidenau. Das Ecken- verhättnis war am Schluß 3:3. Der Ligaelf 1900s kann man in Gesamtheit ein Lob für die herrlichen Leistungen in diesem Spiel aussprechen. Der überragende Mannschaftsteil war die nimmermüde Läuferreihe. Die Ligareserve verlor ihr Spiel gegen die Ligamannschaft Ehringshausens mit 5:2. Das Spiel fand in Ehringshausen statt. Diese Niederlage gegen den Tabelleniweiten der zweiten Bezirksklasse ist an sich nicht schlimm, wenn man berücksichtigt, daß man bei 1900 mehrere gute Kräfte ersetzt hatte. Beim Seitenwechsel lautete das Resultat 1:0 für 1900, später sogar 2:0 für Gießen. Im Endkampf ließen aber die Kräfte nach und der Gastgeber kam hintereinander zu fünf Torerfolgen. Eine große Enttäuschung bereitete die dritte 50t a n n s ch a f t. Wenn sie glaubte, das Spiel in Bieber im Spaziergang zu gewinnen, so wurde sie dort eines anderen belehrt. Durch großen Leicht- sinn (es fehlte auch wieder einmal der elfte Mann) stand die Begegnung schon bei der Pause 2:0 verloren unb so blieb es bis zum Schluß. 1. 3 u g e n b. Das fällige Pflichtspiel auf eigenem Platze gegen die 1. 3ugend des S.V. Riedergirmes ging unentschieden 1:1 aus. Spielvereinigung 1900 Gießen. v. f. B. Weidenau (Oberliga) — 1900 Gießen (1. Bezirksklasse) 3:2 (Halbzeit 2:1). ö. Die Gießener bewiesen in diesem Treffen erneut, daß sie beste Klasse selbst auf fremden Platz nicht zu fürchten brauchen, wenn die Mannschaft ein so ausgezeichnetes Spiel zeigt, wie sie es am letzten Sonntag tat. 1900 bestritt das Spiel ohne seinen Halblinken Stürmer Adelberger, dafür stand Best halblinks, Henrich Halbrechts und Zeiler rechtsaußen. Die Gießener Mannschaft war von Anbeginn an leicht überlegen. Sie war immer schneller am Ball, besaß technisches lieber« gewicht unb verstand es überraschend gut, sich in schöner flacher Kombination auf dem kleinen glatten Platz in Weidenau, dem der Rasen vollständig fehlt, zurechtzufinden. Ein Sieg im umgekehrten Verhältnis, wenn nicht noch höher, hätte eher den spielerischen Qualitäten und Leistungen der Gießener entsprochen, was auch der Gastgeber Weidenau unumwunden zugab. Nur ausgesprocl)enes Pech vor dem gegnerischen Tor, wo allein dreimal Pfosten unb Querlatte retteten, brachten bie Gießener um einen oerbienten Sieg. Die Leistungen ber' 1900er sind noch um so höher zu werten, wenn man berücksichtigt, daß der Gastgeber die körperlich weit besser disponierte Mannschaft stellte. Bor der Pause mußte der Mittelstürmer Heilmann zirka 20 Minuten aussetzen. Trotzdem blieb 1900 auch in dieser Zeit mit 10 Spielern tonangebend und märe sicher zum Ausgleich gekommen, wenn nicht der überraschende Halbzeitpfiff des Schiri einen krönenden Torschuß verhindert hätte. Der Rechtsaußen Zeiler hatte alles überspielt, und als er kurz vor dem Tore zum Schuß ansetzte, pfiff der Spielleiter zur Pause. In der Mitte der ersten Spielhälfte fiel bei einem • schnellen Durchbruch das erste Tor für Weidenau. Der Gießener rechte Läufer protestierte und ließ den Weidenauer Linksaußen unbehindert flanken. Ein Innenstürmer fiel über den Ball und hielt diesen regelwidrig, so daß den Gießenern die Abwehr unmöglich wurde. Der hinzueilende Weidenauer Mitläufer schoß den plötzlich freigekommenen Ball überraschend über alle Köpfe weg unter die Latte ein. Gleich darauf hieß es 2:0 für ben Gastgeber. Die V. f. B. Die Verpflichtung des Kasseler Gruppenmeisters (1. Bezirksklasse), „Spor t" Kassel, war ein recht glücklicher Griff. Die Gäste haben von jeher den Ruf einer ausgesprochenen Kampsmannschaft: trotzdem in der Elf nur noch einige wenige, aus den Derbandsspielen der Dezirks- liga bekannte Ramen zu finden und alle übrigen ausnahmslos sehr junge Spieler find, hat sie am Sonntag erneut gezeigt, daß sie auf dem besten Wege ist, ihre frühere Spielstärke wieder zu erlangen. „Sport" hat es verstanden, seine überalterte Mannschaft rechtzeitig und gründlich aufzubauen. Die Gäste spielten einen flotten, ungekünstelten und ganz auf Erfolg eingestellten Fußball. Wohl ließ ihr Spiel gewisse technische Feinheiten vermissen, ohne daß es primitiv gewirkt hätte, was aber durch die außergewöhnliche Schnelligkeit und Wendigkeit jedes einzelnen Spielers wieder ausgeglichen wurde. Die Platzmannschaft enttäuschte angenehm. Wenn sie auch nicht restlos befriedigte, so lieferte sie doch eine wesentlich bessere Partie als an den vergangenen Sonntagen. Es fehlte bei ihr vor allem noch am verständnisvollen Zusammenarbeiten der einzelnen Mannschaftsteile und auch der Spieler untereinander, was allerdings bei der von Sonntag zu Sonntag erfolgenden Umstellung erklärlich ist. Mit der Besetzung des vergangenen Sonntags scheint man der endgültigen Lösung des Problems einer neuen Mannschaftsaufstellung ein gutes Stück nähergekommen zu sein. Reben zum Teil sehr guten technischen Einzelleistungen zeigte V. f. B. wieder einen erfreulichen Kampfgeist, der ihn befähigte, nachdem das Resultat bereits 2:0 für Kassel lautete, noch den Ausgleich zu erzwingen. Durch das ungewöhnlich rasche Tempo und den daraus sich ergebenden fortgesetzten Wechsel der Kampfbilder war der Verlauf des Treffens von Anfang bis Ende recht interessant. Spielverlauf: Sofort von Beginn an entwickelt sich ein scharfer Kampf. Beide Gegner forcieren das Tempo, das unge- wöhnlich schnell ist. Das Spiel ist während der ganzen ersten Halbzeit verteilt. Die Verteidigungen sind auf der Höhe und stoppen jeden Angriff meist schon an der Strafraumgrenze ab. Die verhältnismäßig wenigen klaren Torchancen werden hüben wie drüben verpaßt, bis es „Sport" gelingt, zum Führungstor einzufenden. Rach dem Wechsel ist Kassel durch sein eminent schnelles und forsches Sturmerspiel im Vorteil und ver» plötzlich tiefes Atmen. Es war jemand in dem Raum. Vorsichtig tastete er nach der kleinen elektrischen Taschenlampe, die stets auf seinem Rachitisch lag. 3m nächsten Augenblick sprang er aus dem Bett. Unklar erkannte er im Schein feiner Lampe eine zum Sprung gebückte Gestalt, deutlich sah er nur einen gesenkten Kopf, der mit dünnem, grauem Haar bedeckt war. 3m selben Augenblick bekam er einen so heftigen Schlag auf die Schulter, daß er die Lampe fallen ließ. Gleich darauf war er mit dem Einbrecher handgemein. Mit Mühe machte et sich frei, bückte sich und nahm die Lampe wieder auf, an die er mit dem Fuß gestoßen war. Dann holte er zu einem kräftigen Schlage aus, stieß aber in die Luft. Die Tür wurde zugeworfen, und jemand drehte den Schlüssel von außen um. Das ganze Haus kam in Aufruhr, die Stimmen schallten von dem unteren Flur herauf, und Peter hörte eilige Tritte auf der Treppe. Mehrere andere Bewohner wurden durch den Lärm des Kampfes herbeigerufen. Es dauerte einige Minuten, bis man den Schlüssel sand, um die Türe aufzuschließen. Als Peter das Licht andrehte, fand er den ganzen Raum in Unordnung. Zuerst entdeckte er, daß der Einbrecher seinen Rock mitgenommen hatte. Seine Hosentaschen waren umgestülpt und ihr 3nhalt verschwunden. Aber Taschenuhr und Kette hatte der Dieb aus der Weste genommen und auf dem Tisch zurückgelassen. Man konnte kein Zeichen finden, das Aufschluß über die Persönlichkeit des Täters gab. Aber es war vollkommen klar, wie er entkommen war. Das Fenster auf dem Korridor stand weit offen. Da es nicht allzuhoch über dem flachen Küchendach lag, war es leicht, von hier aus die Hofmauer und die Straße zu erreichen. Es war kein Geheimnis, wie der Fremde in das Zimmer Peters kam. Denn die Karten der Bewohner steckten in kleinen Messinghaltern an den Türen. Erst später wurde es Peter klar, daß ihm ein unangenehmes Erlebnis erspart wm:den wäre, wenn die 3nhaberin der Pension nicht diese Anordnung getroffen hätte. ®er Morgen dämmerte, als die Herren sich im Eßzimmer zusammensehten und Kaffee tranken, den die erschrockene Wirtin schnell gekocht hatte. Zu Peters großem Aerger hatte sie, ahne ihn du fragen, zur Polizei geschickt. Er war fest davon überzeugt, daß er das Opfer eines zufälligen Ueberfalls war. 3rgenbein armer, im Haus unbekannter Dieb war in das Haus herein- gelommen und in Peters Raum eingedrungen, weil dieser dem Fenster zunächst lag, durch dgs er eingestiegen war. Diese Vermutung erzählte er auch dem Detektivsergeanten, der bald darauf ankam, um das Verbrechen aufzullären. (Fortsetzung folgt) Die vierte Mannschaft hatte die Fuß, ballelf des Ruderklubs „Hassia", ergänzt durch zwei Spieler des D. f. B.» zu Gast und gewann knapp mit 3:2. Die zweite Fügend verlor auf eigenem Platz ihr Pflichtfpiel gegen die gleiche der Sp i e I D e r e in ig u n g mit 0:2. Man sah bei ihr zwar die besseren Cinzelleistungen, dagegen jedoch keinerlei Zusammenspiel. Die Spielverein- ler waren gerade hierin entschieden besser und zeigten auch den größeren Kampfgeist. Während die erste Schülerelf durch Absage von Burgsolms ohne Gegner blieb, gewann die zweite ihr Pflichtspiel gegen die erste des Wetzlarer Sportvereins nach flottem Kampf mit 1:0. Steinbach II. - 1900 IV. 4:3 (2:1). Zum fälligen Derbandsspiel trafen sich diese Mannschaften am Sonntag in Steinbach. Äe Gäste traten mit Verstärkung an, konnten aber die Steinbacher nicht besiegen. Schiri Kreiling leitete einwandfrei. Handball im T. D. Großen-Buseck. 2Hlo. Gießen I — To. Großen-Buseck I 9:8. Am Sonntag trafen sich in Großen-Buseck zwei gleichstarke Gegner, die durch ein von Anfang an flottes Spiel voll befriebigten. Der Schiedsrichter, war dem Spiel nicht gewachsen. Mio. Jugend — To. Großen-Buseck Jugend 5:4. Noch langer Pause trat die Busecker Jugend wieder auf den Plan. Die Busecker mußten gegen die kör- perlich überlegenen Gießener mit nur zehn Mann antreten..Nach der Halbzeit machte sich das Fehlen eines Mannes bemerkbar, wodurch Gießen das Siegestor erzwingen konnte. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. Handball. Burkhardsfelden I — Albach I 2:0. Die Handballmannschaft Albach trat am Sonntag zu einem Gesellschaftsspiel in Burkhardsfelden an. Obwohl die Gäste durch das Gelände begünstigt waren, konnte Burkhardsfelden bis zur Halbzeit zwei Tore werfen. 3n der zweiten Halbzeit brachen die Albacher Spieler daS Spiel vor Schluß ao. Handball im Lahn - Oirnsberg - Gau. Tv.wiefeckl — To. Rodheim I 11:2 (5:0). 3n einem jederzeit überlegen durchgeführten Kampfe konnte Wieseck die Gästemannschaft überraschend hoch schlagen. To. wieseck II — To. Rodheim II 4:5. Handball im T. V. Londorf. Londorf I — Beuern I 3:0. Londorf II — Beuern II 3:1, abgebrochen. Londorf trat am Sonntag wieder mit drei Mannschaften an. Die erste Mannschaft zeigte ein fast durchweg überlegenes Spiel, das in der zweiten Halbzeit Beuern nicht aus seiner Hälfte kommen ließ. Bei etwas mehr Glück hätte Londorf noch höher gewinnen müssen. Die zweite Mannschaft hatte das Spiel auch zu jeder Zeit in der Hand. Sturm und Tormann waren die besten Mannschaftsteile. Siebzehn Minuten vor Schluß brach Londorf das Spiel wegen Unstimmigkeiten über Abseits ab. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Gießen I — Rodheim I 5:0. Ruf dem Trieb standen sich am Sonntag diele Mannschaften im Serienspiel gegenüber. Während Rodheim komplett antrat, stellten sich die Einheimischen mit Ersatz. Dem großen Spieleifer der Gäste gelang cs bis Halbzeit, das Spiel ziemlich offen zu halten. Einmal nur konnte Gießen erfolgreich fein. Rach Seitenwechsel stellte Gießen um. Rodheim mußte sich nun mächtig anstrengen, um die Angriffe der Platzbesitzer ^ntroeoer waren es Codeworte, oder es war der Schlüssel au einem Code. Das Papier war ziemlich alt, die Buchstaben waren mit Tinte geschrieben, und die Schrift begann bereits zu verblassen. Er untersuchte die Tasche sorgfältig, um noch weitere Aufschlüsse zu finden, aber er entdeckte nichts mehr. Gerade wollte er die Börse wieder in seine Tasche stecken, als er aus irgendeinem Grunde, über den er sich selbst nicht klar wurde, seine Meinung änderte und sie unter fein Kopfkissen legte. Dann zog er sich vollends aus. Da er todmüde war, schlief er sofort ein. abzuwehren. Trotzdem gelang es Gießen bis Schluß, noch viermal erfolgreich zu sein. Gießen 1b — Oppenrod I 3:2. Vorher spielten diese Mannschaften. Vis kurz vor Schluß des Spieles konnten beide Parteien je zweimal erfolgreich sein. Wenige Minuten vor Schluß konnte Gießen seinen dritten Treffer anbringen, und so mutzte Oppenrod eine dem Spielverlauf entsprechende unverdiente Niederlage hinnehmen. Bei dem Spiel Giehen II gegen Fronhausen I konnten die Gäste einen überlegenen 8:0-Sicg mit nach Hause nehmen. Diefeck I — Daubringea I 6:1. 3n Wiefeck standen sich diese Mannschasten gegenüber, die Gäste komplett, die Platzmannschaft mit Ersah. Daubringen versuchte mit aller Kraft zu Erfolgen zu kommen, doch scheiterte alles an der sicheren Abwehr der Einheimischen. Wieseck baute wohl gute Angriffe auf, spürte dabei aber merklich seinen als Statisten wirkenden Rechtsaußen. Wohl gelang es ihnen, nach kurzer Spieldauer in Führung zu gehen, dann aber verhinderte die reichlich harte Abwehr der Gäste vorerst jeglichen weiteren Erfolg. Kurz vor Halbzeit gelang es dann den Cinheimischen, zweimal erfolgreich zu seist. Rach Seitenwechsel erhöhte Wieseck seine Torzahl abermals. Dann waren es die Gäste, die aus einem Gedränge in reichlich hartem Angriff ihr Ehrentor erzielten. 3m weiteren Verlauf des Spieles konnte die Platzmannschaft iwch zweimal erfolgreich sein. Wieseck Ib — Raunheim 1b 8:0. Raunheim stellt- eine körperlich kräftige Mannschaft, deren Fehler nur ihr systemloses Spiel war. Wieseck trat mit Ersah an. Raunheim war vorerst etwas im Vorteil, konnte jedoch nichts erreichen. Wieseck übernahm bald die Führung. Wohl schaffte Raunheim noch manchen gefährlichen Moment vor dem Tor der Einheimischen, versiebte jedoch die sichersten Sachen. Bis Halbzeit führte Wieseck bereits 3:0. Rach Seitenwechsel erhöhte Wieseck in gleichmäßigen Abständen sein Resultat auf acht Tore, während den Gästen trotz aller Bemühungen das verdiente Ehrentor versagt blieb. 3m Spiel Wieseck 1. Jugend gegen Leun Jugend konnten die Einheimischen einen sicheren 7: l-Sieg für sich buchen. Lich I — Beuern I 0:0. In Lich standen sich diese Gegner gegenüber. In einem gleichwertigen Spiele wurde das einzige von Lich erzielte Tor vom Unparteiischen nicht aner- tiuint, so daß cs bei dem unentschiedenen 0:0-Resul- tat blieb. Im Spiele Beuern Jugend gegen Wieseck 2. Jugend konnten die Gäste mit nur 10 Mann einen knappen, aber sicheren 0:l°Sieg mit nach Hause nehmen. Schwurgericht Gießen. Gießen, 24. März. Zur Verhandlung stand nur eine Sache: Dienst knecht Kurt Maedel aus Berlin wegen Mordversuchs. Den Vorsitz hatte Landgerichtsrat Strack, die Anklage vertrat Staatsanwalt Dr. Eckert, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Aaron. Der Angeklagte, ein zwanzigjähriger, schmächtiger, noch unentwickelt wirkender Mensch, hat eine schwere Jugend hinter sich. Er ist Sohn und Enkel von Trinkern und wurde nach dem Tohe seines Vaters von seinem Stiefvater hart behandelt. 3n seinem dreizehnten Lebensjahr erlitt er eine schwere seelische Verwundung, die seine Gemütsverfassung stark beeinträchtigt hat: seine 3jährige Halbschwester, an der er sehr hing, wurde von einem unbekannten Täter ermordet. Der schlechten Beziehungen zu seinem Stiefvater wegen verließ er mit sechzehn Jahren heimlich Berlin und wanderte nach Süddeutschland, wo t.. ihm gelang, sich eine 3nvalidevkarte auf den falschen Rainen Mandel ausstellen zu lassen. Er war boim, ohne sich je etwas zuschulden kommen zu lassen, bei mehreren Landwirten als Dienstknecht und zuletzt seit über zwei Jahren bei einem Landwirt und Gastwirt in Ridda tätig. Auch dort führte er sich gut, auffallend aber war sein Verhalten gegen die Tiere: während er sie auf der einen Seite so gut behandelte, daß sie ihm geradezu nachliefen, mißhandelte er sie ab und zu ohne genügenden Anlaß auf rohe Weise. Anfang Mai trat er zu der auf dem gleichen Hof bediensteten Magd Martha R. in Beziehungen. Als sich Folgen bemerkbar machten, drohte ihm das Mädchen schriftlich und später auch mündlich mit einer Anzeige beim Gericht wegen des angeblich an ihr verübten Verbrechens. Ls sanden bann mehrfach Besprechungen statt, und der An» gellagte geriet in seiner Linerfahrenheit in große Sorge. An einem Samstagabend Ende Juli trat ex in der Rähe der Margarethenburg bei der Ridda mit dem Mädchen zusammen, das er schließlich nach erneuter Drohung mit Anzeige in das Wasser warf, um es dadurch zu töten, tnobei er die im Wasser Liegende trotz ihrer Hilferufe am Erklimmen der Ufer hinderte. Es gelang dem Mädchen aber, sich an Erlenzweigen. die über dem Waller hingen, festzuhalten, bis nach längerer Zeit einige beherzte Männer die völlig Erschöpfte aus dem Wasser zogen. Sie hat sich wieder vollkommen erholt: ein Schaden ist nicht entstanden. Der Angeklagte wurde alsbald in seinem Bett verhaftet: er leugnete nicht, daß er bas Mädchen töten wollte, aber mit Uebcdegung habe er nicht gehandelt: er sei in großer Erregung und Verzweiflung gewesen. Rach dem Gutachten des Sachverständigen. Obermedizinalrat Dr. Z i n h e r, ist der Angeklagte zwar erblich belastet und seelisch minderwertig, aber durchaus zurechnungsfähig. Der Vertreter der Anklage und der Verteidiger nahmen dann zu eingehenden Ausführungen das Wort. Der Staatsanwalt war der Auffassung, bah die Tat hart an Mordversuch streife, das Vorhandensein der ilcberlegung bei der Ausführung sei indes nicht mit Sicherheit zu erweisen: er warnte aber davor, die Sache etwa besonders mild aufzufassen: das schwere Verbrechen sei gegen ein wehrloses Mädchen gerichtet gewesen, das gerade von dem Angeklagten als dem Vater des kommenden Kindes Schutz hätte erwarten dürfen. Er beantragte wegen Totschlagsversuchs eine Gefängnisstrafe von drei Jahren sechs Monaten. Der Verteidiger hielt Lieberlegung für ausgeschlossen: er bat um mildere Bestrafung im Hinblick auf die Veranlagung des Angeklagten, seine Jugend, seine Unbestraftheit und seine Reue. Das Schwurgericht kam zu dem Urteil, daß im Zweifel zugunsten des Angeklagten nur Lot - schlagsversuch angenommen werden könne: daß er mit Ueberlegung gehandelt habe, fei nicht bestimmt erwiesen. Die Strafe lautete auf b r e i Jahre und sechs Monate Gefängnis. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 18. März^ In bet Rächt vom 14. zum 15. Dezember v. I. wurde ein stellenloser vorbestrafter Kaufmann von der Polizei abgefatzt, als er einen Feuermelder, also einen dem öffentlichen Ruhen und der öffentlichen Sicherheit dienenden Gegenstand einschlug und das nutzlose Erscheinen der Feuerwehr veranlaßte. Da sich die Tat als ein gemeingefährlicher Akt rohester Zerstörungslust barstellt, erkannte bas Gericht auf • eine einmonatige Gefängnisstrafe. Fünf Angeklagte von ber Margaretenhütte würben ber ihnen zur Last gelegten gemeinschaftlichen Körperverletzung freigesprochen, ba bezüglich breicr Rotwehr ober doch ein strafloses ULberschceiten berf eiben vorlag unb bezüglich der Ucbrigen ein voller Beweis ber Täterschast nicht erbracht werden konnte. Sie hatten nach der Anklage einen andern derart verprügelt, bah er Aufnahme in ber Klinik fand. Dieser war aber einem der Angeklagten mit einem Dolch und einer Schußwaffe, aus der er auch Schüsse abgegeben, in drohender Haltung entgegengetreten. Zwei Angeklagte eilten dem Bedrohten zu Hilfe und entwaffneten den Angreifer. Sie überwältigten ihn dann zu britt, unb bei biefer Gelegenheit trug im Hanbgemenge letzterer einige Verletzungen davon. Cs handelte sich hiernach fraglos um die berechtigte und Strafe ausschliehende Abwehr eines rechtswidrigen unmittelbar bevorstehenden Angriffs. In der letzten Reujahrsnacht erschien ein Hüttenarbeiter in ber Wirtschaft eines benachbarten Dorfes unb suchte Streit mit einem Gast. Der Wirt setzte ihn auf die Straße. Dort paßte er bem (Saft , auf, fiel, nachbem biefer bic Wirtschaft verlassen hatte, über chn her unb verletzte ihn mit einem Schraubenschlüssel ober dgl. durch mehrere Schläge erheblich am Kopf. Der Verletzte wurde bann später, in seinem Blute liegend, auf ber Straße aufgefun- ben. .Da es sich, abgesehen von ber Schwere der Verletzungen, nicht nur um den Gebrauch eines höchst gefährlichen Werkzeugs handelte, sondern auch um einen hinterlistigen nächtlichen Lieberfall, erhielt der Angeklagte trotz seiner seitherigen Lhnbestraftheit, zweiMonate Gefängnis. Wirtschaft. Ermäßigung der Zinssätze bei der preußischen Staatsbank. Mach ber erneuten Herabsetzung bes Reichsbankdiskontsatzes hat sich auch bic Preußische Staatsbank entschlossen, chre für ben Verkehr mit ben Banken und Bankiers geltenden Zinssätze mit Wirkung vom 25. März zu ermäßigen. Die Einlagen in Form von Tages- gelb werben jetzt mit 3,5 Prozent (bisher 3,75 Prozent), und sofern sie über Ultimo März bei ber Staatsbank verbleiben, mit 5,25 (5Va) Prozent verzinst. Der Sah für Einlagen auf 1—3 Monate würbe von 6 auf 5’/„ Prozent herabgesetzt. Oie neuen Zinssätze der Stempelvereinigung. Wie WTB.-Hanbelsdienst hört, hat die Bereinigung von Berliner Banken unb Bankiers aus Anlaß der Ermäßigung des Rrichsbankbiskontfatzes von 5,5 auf 5 v. H. beschlossen, die Zinssätze mit Wirkung vom 25. März, wie folgt, abzuänbern: Soll-Zinsen von 6,5 auf 6 v. H. p. a., Habenzinsen für täglich fälliges Guthaben in provifionsfreier Rechnung von 3 auf 2,5 v. H. p. a., in provisionspflichtiger Rechnung von 3,5 auf 3 v. H. p. a. Der Zinssatz für Einlagen auf Sparkonto bleibt mit 5 v. H. p. a. unverändert. Rindermarkt in Gießen. Der Auftrieb zum- heutigen Rindermarkt in Gieß-en betrug 1087 Stück Groh- unb Jungvieh und 212 Stück Kälber. Der Handel war anfangs lebhaft, flaute gegen Schluß des Marktes aber sehr ab, so bah Lieberstand verblieb. Sehr begehrt war gutes Fahrvieh. Cs kosteten: Kühe 1 Qualität 600 bis 700 Mk.. 2. Qualität 450 bis 550 Mk., 3. Qualität 250 bis 350 Mk.: SchÜachtkühe 100 bis 400 Mk.: Rinder, .jährig, 120 bis 220 Mk., 3/*- bis IVjäbrig 150 bis 300 Mk., Kälber je Pfund Lebendgewicht 55 bis 65 Pf. Bessere Tiere brachten Preise über Rotiz. - Großer chinesischer Auftrag für ■Zele fünfen. Zwischen der Zentralregierung in Ranking und der Telefunkew-Gesellschaft für drahlloie Telegraphie m. b. H. Berlin, ist ein Vertrag über die Errichtung einer drahtlosen Sewdeanlaae in Ranking unterzeichnet worben, bic, mit ben neuesten Errungenschaften ausge- statdet, eine ber stärksten Stationen der Welt sein wird. • Lokomotivfabrik Krauß L Comp. 21.»®., München. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen Betriebsüberschuh von 2,40 (2,35) Millionen Mark, wovon Llnkosten 2,14 (2,14) Mill. Mark unb Abschreibungen 215 183 (213 787) Mark ersorberten. Es verbleibt ein Reingewinn von 92 421 (37 731) Mark, wozu ber Dortrag von 87 168 (55 421) Mark tritt. Rach ilebertoei- funfl von 5000 (5948) Mark an die Reserve wird der Gesamtgewinn von 174 589 Mark vorgetragen. Rach bem Bericht haben bic Verhältnisse in der Lokomotivinbustrie 1929 keine Besserung erfahren, ba bic Bestellungen ber Reichsbahn sich in bescheibenen Grenzen hielten. In ben anderen Betrieben war die Beschäftigung dagegen ziemlich befriedigend. Bei Eintritt halbwegs nor- mafer Beschäftigung im Lokomotivdau sei mit befriedigenden Erträgnissen zu rechnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. März. Tendenz: freundlich. — Nachdem die gestrige Abcndbörfe fast ohne Geschah verkehrte, setzte sich im heutigen Frühverkehr wieder eine freundlichere Stimmung burd> Die gestrige Diskontsenkung der Reichsbank wirkte weiter günstig nach. In erster Linie konnten Renben und Pfandbriefe hiervon weiter profitieren. Das Geschäft erfuhr an den Aktienmärkten aber keine nennenswerte Belebung, da das Publikum und das Ausland mit nur wenigen Kauforders am Markte vertreten waren. Verschiedentlich kam Ma terürl heraus. Die Kulisse schritt nach der Aufwarts- bemegung der letzten Tage zu Gcwinnsicl)erungen. Der Umfang des Angebots war jedoch ziemlich gering. so daß nur in vereinzelten Werten geringfügige Abschwächungen eintraten. Das Gros der Papiere lag jedoch bei Meinungskäufen der Spekulation gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist bis zu 1,5 v. H. fester. Die teste Neugorker Börse, sowie die sich bemerkbar machende Belebung an den übrigen Auslandbörsen machten einen guten Ein- druck' und wurden als gutes Vorzeichen für die zukünftige Gestaltung des Geschäftes für die deutschen Böcksen gedeutet. Am Cl)emiemarkt eröffneten Farben nur leicht erhöht. Bon Elektroaktien lagen AEG., Elektrische Lieferungen,^Schuckert bis 1 v. H. fester, Siemens dagegen 1 o. H. niedriger. Einiges Interesse konnte der Kalimarkt auf sich lenken. Der Geschäftsumfang war aber auch hier bescheiden. Westeregeln lagen 2 v. H. höher. Banken unb Schiffahrtswerte zogen bis zu 1 o. H. an. A.-G. für Verkehrswesen besserten sich um 1,5 v. S). Montanwerke sanden nur wenig Beachtung, ss ergaben sich hier meist kleine Abschläge. Nachfrage bestand noch für Bauunternehmungen, bei erneuten Erholungen bis zu 1 v. S). Das Angebot in Kunstseidenwerten hielt weiter an. Aku hatten einen erneuten Verlust von 2,5 v. H. Zellstoffpapiere bis 1,5 v. H. gedrückt. Renten etwas lebhafter gehandelt. Besonders Ablösung mit Option waren weiter gefragt und 0,5 v. H. fester. Ausländer ebenfalls gefragt und höher. Int Verlaufe übte die Spekulation wieder stärkere Zurückl-altung. Auftrage waren auch später kaum eingetroffen. Der weiter günstige Reichsbankausweis blieb ganz ohne Ein stuß. Die Kurse gaben unter dem Druck einzelner Abschläge und der Geschäftsstille leicht nach. Der Grundton blieb aber widerstandsfähig. Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 4,5 v. H. festgesetzt. Am Devisenmarkt war der Dollar weiter schwach. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1880, gegen Pfund 20,39, London gegen Kabel 1,8685, gegen Paris 124,24, gegen Mailand 92,94, gegen Madrid 38,75, gegen Schweiz 25,1390, gegen Holland 12,1275. Berliner Börse. Berlin. 25. März. Trotz verschiedener, überwiegend günstiger Momente entsprach der heutige Börsenbeginn nicht ganz den vormittags und noch an der Vorbörse gehegten Erwartungen. Der sehr feste Schluß der gestrigen Reuyorker Börse, die Diskontsenkung von 3,5 auf 3 Prozent in Holland' die Annahme des Rotetats im Reichs- rat. die unwahrscheinliche Tariferhöhung bei der Reichsbahn, da das Reichsverkehrsministerium bem Vorschlag ablehnend gegenübersteht, die anscheinend gesicherte Reichstagsmehrheit für das Finanzprogramm waren Anregungen, die jedoch bei dem immer noch merkwürdig geringen Interesse außenstehender Kreise noch nicht zur Auswirkung kamen. Publikumskäufe waren heute nur vereinzelt sestzustellen: das Ausland bekundete immer nur noch für wenige Spezialwerte Interesse. Ganz plötzlich stellte sich zu den ersten Ro- tierungen heraus, daß eher Ware da war. und die Kurse enttäuschten bann vielfach. Gegenüber ben gestrigen Schlußkursen betrugen bic Veränderungen bis zu 1,5 Prozent nach beiden Seiten. Einige Märkte (Siegen-Solingen und Rord- beutsche Wolle) fielen durch Plus-Plus-Zeichen auf. Auch Schantungbahn gewannen weitere 2,5 Prozent. Hotelbetrieb. Sarotti. Rordfee- Deutsche-Hochseefischerei je 2,5 Prozent höher, dagegen büßten Braubank mit minus 3 Prozent und Tietz minus 2 Prozent stärker ein. Lebhafter unb fester lag dagegen wieder der Markt ber festverzinslichen Werte. Altbesiyanleihe setzten ihre Aufwärtsbewegung auf 5,25 Prozent fort, wobei die Rachricht von den geplanten Veränderungen in der Verlosungsart eine Anregung bot. Ausländer freundlich. Türken profitierten von den Meldungen über bic Finanzlage unb von ber Erklärung des türkischen Finanzministers, baß bic Rachricht von ber Einstellung des Ge- samtzinsendienstes falsch sei. Der Gelbmarkt war sehr leicht. Tagesgelb 3,5 Prozent, Monatsgeld 6 bis 7,5 Prozent: Warenwechsel etwa 5,25 Prozent. Rach den ersten Kursen brodelten die Kurse eher ab. Der gute Reichsbankausweis für die dritte Märzwoche brachte eine Entlastung von etwa 150 Millionen. Die Deckung hat sich auf 60,6 bzw. 71,6 Prozent erhöht. Aus die Tendenz blieb der gute Ausweis jedoch ohne Einfluß, ba er gegen die herrschende Geschäftslosigkeit nicht aufkommen konnte. Man beobachtete an verschiedenen Märkten (besonders am Schiffahrtsmarkt) Abgaben, angeblich für Hamburger Rechnung. Doch gingen bic Abschwächungen kaum über 1 Prozent gegenüber bem Anfang hinaus. Letzte Nachrichten. Oie „Europa" in Amerika. Ten "Atlantikrckord gebrochen. Rcuyork, 25. Mär;. (1BIB. Drahtmeldung.) Die „Lurop a“ ist um 5.54 Uhr amerikanischer Zeit am Ambrose-Feuerschiss gesichtet word?n. Sie hat den A t l a n t i k r e k o r d gebrochen. Die für die Ueberfahrt benötigte Zeit beträgt 4 Tage, 17 Stunden, 6 Minuten. Die „Europa" hat den Rekord der „Bremen" um 18 Minuten geschlagen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe ber zuletzt beschlossenem Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 o. H. ;Vonffurt a. TI. | Scrlin 3ronffurt a. Ml. Seriin Schluß-1 turS 1 t-Uhr» Aurei Schluß-l Anlang- lurS , Kurs Datum 24. 1. 25. 4- 24 4. 25. 3. ö% Deutsche Reichtanleche von 19*7 7% Deutsche SeldjSanleilie von 1920 • ■ • Seutidje Lnl.-elblöi.-SLuId mit Autloi.-Rechien - - - DeSgl. ohne Ausioi.-Rechte 8% Hott. Volltslaai von 1989 (rtdiahib. 108%) Cberbfffen Provinz • Anleide mti AuSloi.-Rechten . . Seutfdie Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ... 8% Frank). Hyp.-Bkml Boldpse. XIII unkündbar bi« 1931 . . 7% Frank). Hup-Bonk Boldple unkündbar 6U 1932 4yi°ö R komische Hvp.-Banl Liau. «oidpse. . . . 8% Br. Landeopsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 17 6% 'Br randeeosandbriesanlialt, ftomtn.-£bl. £R. 16 7% Pr. Landeepsandbriesaniialt, Psandbrieie W. 10 A.E.Ä- abg. Borkriegs-Obligatio ncn. rüdiablbar 1932 1% Ceftenetdindie üioiorcnu . . .1/20% Oeüerreichische Silberrente 4% Lelierreichiiche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Siaaterente v. 1910 iWo vesgl. von 1913 4% Ungarische Kronenrente ■»% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anl. Serie l 4% desgl. Serie II ■ 5% Rumänische veretnh. Rente epn 1903 Rumänische veretnh. Rente von 1918 • • 4% Rumänische veretnh. Reute . 87 99 34,75 9 88.75 52,5 97 88 84,45 97 94 89 92 30,65 5,25 2,9 '6.75 23,9 2.85 6,6 6,7 11,6 17,8 9,3 1 | । | । । | | | । | | | | । 1 1 1 |R |R 1 1 1 s 2 * _ 86.9 99 >4.3 9,1 90,5 52,5 94 89 31 5.6 2,9 26.75 23.9 25 z.85 6.65 0.55 6.5 1t,6 17,75 9,25 55.25 9.13 30.5 5.6 26.6 25.25 2,95 6.75 6.75 6.75 — Schluß- l«Ubr, Schluß« Anim g» lurt | Kurs ture 1 Kur- Datum 24 4. 25 4. 24 j. 25 3 vamburfl-Vimettia 4>atci . . . 7 110,4 110,75 110,25 111.25 Haniburg-Südam Dampfschiff s — — '61 — Hansa Dampfschiff . 10 - 154,75 — Norddeutscher Llovb.....$ 111.4 112,25 111,4 112,9 Slllgemeine Deutsche Creditaoll. 10 117,25 — 117.5 117.4 Barmer Bankverein 10 '32 — 132 134 Berliner Handelsgesellschaft 12 173.5 — 174 173.25 Commerz- und Privai-Baui . 11 '60.25 160,25 160,25 160.25 Darmstädter und Nanonalbanl 12 235 — 235 235 Deutsche Bank und TiLconto-Slelellichaft. ... 10 149 — 149 150 Dresdner Ban! ......10 '51,3 151.5 151,75 152 Reichsvank .....12 288,5 — 290 289,5 •JÄ.G...... S 166.5 167 166,25 167.5 Bergmann.........9 202 168 Elektr. Lieferungsgetellichaft. 10 168.5 167,75 168 Licht und ft reit ... 10 171,5 171,25 171,25 170,25 stellen & yiutllcaumr . . "IVi 129 - 129,25 128 Gc-iellschasi für Clekrrtiche Unternehmungen .... 10 .174,5 174,5 174.5 175.5 Hamburger Llekirizitäts-Derke 10 135 135.75 Rheinische Elektrizität .... 9 - 145 145.75 — Schlesische Elektrizität. ... 10 — — '67.13 165.5 Schultert & Co. ..•••• 11 191 192 191." 192 Siemens & Halske . . . . . 16 Z53 252 253.65 253 Traneradio . .»••••.$ - 129.5 129,75 Labmever L Co.. ..... v 166 — 166 — Buderus ..»•••• 0 79 — 78.75 79,25 Deutsche Erdöl.......6 — — 103 102.75 Liiener ...............8 — 143,75 144 Gelsenkirchener ....... 142-75 143.4 142,65 143 Harpener ..••••••’’ 132 131,25 132 111.75 132 105,5 251 Köln Neueisen ...•••»< — — 1179 109 Manne«inann-Robren .... 7 107.75 107,13 107,75 107.75 Manetelder Bergbau.....7 — -— 107.13 107.25 Oberschiei. Lnenbedark . . . . 6 71,5 71.5 Oberschlei. Sokdwerke.....- —— — 104 103,75 Dbonir Bergbau . . . . >03.25 — 103.5 103,6 Rbeinüche Braunkohlen . . 10 235 —• >34.5 236 Rdetnslahl .......— 118,25 118,25 113 Riebeck Montau ...... 7,2 ~ — 99,75 — Frankfurt a. 271. Serkin Gchwß-j Iure 1 t-Uht- Sf re Schluß-, fur< 1 Anfang- flurd Datum 24. 3. । 25. 3. 24. 3. 25. 3- Ll-remigre Stahlwerke .... 97 u — 96.5 96.75 Olavi Minen......16’/. — —— 58 5 58 Kaliwerke Aschersleben ... 1< 216,5 — 216 217 25 Kaliwerke Westeregeln ... 10 219 221 219.65 221 ftaliroede Salzdetfurth ... 15 368 — 368.75 369.5 I.-G. starben-Industne... 12 168 168.75 168,25 169 Dwnomii Nobel ....... 6 — — — ^chetbeanslalt....... .9 150.5 — — Goldschmidt ...... ..5 70 —— 69.5 69.75 KH>ner»wcrke ........ 6 79.25 — 9.5 79 MetallgelcUschafi.......8 110 110 109.75 —- MUipv Holzmann......7 101 102,25 102.25 gkmentwer^ Heidelberg . . 10 130 130.5 — (Zemcntroerl Sarlsladt. ... 10 144, — •Scdb S strentag ...... e 87 88 88 — Schulibet» lvayenhoter . . . 15 — — 275,75 276 Ostwerke........ 12 —- 217,75 218.5 Aku ..........18 100 97,5 100.75 99 Bemberg....... . 14 155 153,5 154.5 gells'oss Daldhos .... 13*/, — 210,75 >12,4 210.6 Allstolk Aschaffenburg ... 12 157 156 156 155,75 Aarlottenburger Wasser ... 8 — 101 100,9 Veiiauer fflee..... 9 — 172,9 173 Daimler Motoren . ..... 0 38 38,25 39 39 Deutsche Linoleum ...... 251 — 748.5 247 Maschinenbau A.-G. . • • • • 0 — —• 49.13 48 * —■ 18,5 — Lrenstein & Stoppel . .... 6 — — 76 76 25 — — 158 156 Gveneka ......... — — 146.7» 346,5 stranttuner Äkaichmea .... 4 32,5 1 — 32 —