Nr. 501 Grftes Blatt 180. Zahrgang Mittwoch, 24. Dezember 1950 6rid)ttm logbtt), aufc« Sewutag» anb Fei erlog» Beilagen: Die 30u|trierU Viehener FamUienblLtt« tzermal im Bild Die Scholle ÄonaU'BejngsDreis: 2.20 9teid)smarh und 30 Äetd)6pfennig für Träger» lohn, auch bei dichter» scheinen eing einer Vhimmmi Difolgt höherer Gewalt. Heroforechanlchlösie enter5ammelnummer'2251. Lnfchnfl tür vrahtnach- richten Anzeiger Sietzea. poSscheä'konto: Sra^lfun am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen VrvS vnd Verlag: vrühl'lche Univerfitülr-Vvch- Mld Stcinönidcrei L. Lange in Sietzen. Schnstleitnng und Seschästrttelle: 5chulltratze 7. Annahme van Anzeigen für die Tages »ummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 201 , mehr. Lhefredakteur Dr (Jnebr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr ^.Ibpriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumichein und für den Anzeigenteil Max Filter, fämtlid) in (Biefje- Dennoch Weihnachten! Eine unpolitische Weihnachtsbetrachtung Don D. Dr Cordier,0. ö. Professor derTheologie an der Universität Gießen. Kann man in diesem Jahre wirklich Weihnachten feiern? Verbietet ilnAiftligen unter unteren Volk-aenossen nicht einfach die Not, die bittere, harte No'. daS Weihnachts est? Dringen nicht ungezahlte andere diesmal einfach nicht den Mut zu einem ^.eihnachtsseste aus. sei es aus Verbitterung. Vergrämung, Enttäuschung über das, waS daS ablaufende 3ahr ihnen gebracht oder auch nicht gebracht hat, sei es aus ernster Sorge um daS Kommende, einer Sorge, die eine fröhliche Weihnachtsstimmung nicht aufkommen lassen will? Don einer festlichen Gebefreudigkeit gar nicht zu reden, für die einfach die Mittel fehlen, oder wenn wirtlich vorhanden, eben aus Sorge um die dunkle Zukunft zurückgehalten werden! Wir verstehen cs schon, wenn vielen unter uns — und eS sind nicht die schlechtesten, die so empfinden — Weihnachten dieses Mal sehr, sehr ungelegen kommt, wenn sie am liebsten dieses altgewohnte Fest unterschlagen, aus dem Kalender streichen würden, denn es will nicht passen zu unserer gegenwärtigen Lage. Wir können es auch verstehen. wenn sie Weihnachten beschränken möchten auf ein Fest für die Kinder. Ten Kindern schuldet man ja auch in dunklen Tagen etwas Festfreude, denn was können schließlich unsere Kinder für die Nöte, die uns Erwachsene von allen Seiten umgeben? — Vielleicht bequemt man sich auch zur Weihnachtsfeier um der Sentimentalen willen, die es ja nun einmal unter uns gibt und die an einem solchen Tage auch einmal etwas ernster genommen werden sollen als zu anderen Zeiten, -dm Ende entdeckt man zum Weihnachtssest bei sich selbst eine solche sentimentale Lider, und schämt sich für einige Stunden nicht einmal ihrer! Oder aber man läßt daS Weihnachtssest für dieses 3ahr aus sehr nüchternen Gründen ernsthaft gelten, weil es für einen Augenblick unseren Wirtschafis narkt belebt hat; weil eS das wenige Geld, das noch unter unS ist, durch viele Hände rollen läßt, weil es noch rasch ein wenig die Kassen füllt, ehe man zum Jahresabschluß kommt! Ob das alles wirklich ernsthafte Gründe für eine Weihnachtsfeier in diesem Notjahr sind? Ob wir nicht angesichts des Sparprogramms, das unS wieder in bescheidenere Verhältnisse zurückführen soll, angesichts der allgemeinen Abbaus Maßnahmen nicht auch beim Weihnachtssest mit dem Abbau ernsthaft beginnen sollten? Ob wir nicht mit einer Weihnachtsfeier in diesem Jahre, welche ^Überlegungen sie auch immer rechtfertigen mögen, dennoch denen ins Gesicht schlagen, für die in ihrer Not kein Weihnachtslicht leuchtet und die sich in der Verzweiflung ihrer Lage zu keiner Festfreude erheben können? Es ist in der Tat allerlei zum Abbau reif am deutschen Weihnachtssest, und vielleicht wird uns das Notjahr, in dem wir stehen, zum Anlaß, mit fester Hand zuzugreifen und abzustoßen, was uns am Weihnachtssest zum Aergernis geworden ist. Müssen wir es uns erst vom „*3unb der Gottlosen" sagen lassen, wie kitschig-sentimental, wie innerlich unwahr so vielfach unsere Weihnachtsfeiern geworden sind? Wir leben in einer viel zu sachlichen Zeit, als daß wir es uns ungestraft gestatten könnten, mit Kerzenschein und Flittergold, mit ein paar frommen Weisen auf dem Grammophon oder im Radio eine weiche Weihnachtsstimmung hervorzuzaubern, die einfach nicht zu uns nüchternen Gegenwartsmenschen paßt und mit der es uns ja selbst im Grunde nicht ernst ist! Unsere Zeit verlangt in allem echten Wirkllchkeitssinn. Wir können darum nicht rasch aenug Schluß machen mit der Herabwürdigung deS Weihnachtsfestes zu einer sentimentalen Stimmungsanregung, ganz gleichgültig, in welche „selige" Stimmung es uns versetzen soll, ob wir uns an Weihnachten in die seligen Gesilde des Kinderlands traumhaft verpflanzen lassen wollen (.v selig, 0 selig, ein Kind noch zu fein"!) oder ob unS die sanften Klänge von .Stille Nacht, heilige Nacht" hinüberleiten sollen in die beschwingten Tanzsreuden einer geselligen Weihnachtsunterhaltung oder was dergleichen Stimmungszau- ber mehr ist. Vielleicht haben wir heute ein Empfinden für den Spott, den jede Herabwürdigung deS tiefsinnigsten aller Feste heraassordert. Wenn wir schon Weihnachten feiern wollen, dann wollen wir eS wenigstens „wahr" feiern, das heißt seinem eigentlichen Sinn gemäß. Tlnd dieser Sinn ist weit entfernt von jeder Oberflächenstimmung und seichten Sentimentalität, hinter der sich nur die eigene innere Leere verbirgt. linieren Altvordern war Weihnachten die Besinnung auf bitter ernsten Lebeirskampf, den Kampf zwischen Licht und Finsternis, zwischen Gut und Böse, zwischen Göttern und Dämonen. Ihre Weihnachtsbräuche sollten das versinnbildlichen. Sie sollten das Zeugnis eines starken, männlichen Glaubens sein: des Glaubens an den endlichen Sieg des Lichtes über alle dunllen, dämonischen Gewalten. 3n der Zeit der kürzesten und dunkelsten aller Tage gab man. allem äußeren Anschein zum Trotz, jubelnd den Glauben weiter, daß der Tag dennoch den Sieg behält über die Nacht, daß die Sonne dennoch stärker ist als alle Dunkelheiten, daß die Gottheit den- noch das letzte Wort behält und nicht die Dämonen! Um dieses starken, frohen Glaubens willen hat das Christentum das Lichtfest unserer Väter zum Träger letzter chrisllicher Erkenntnisse zu erheben vermocht. Es ward zum Träger des Glaubens der Christenheit an das ewige Licht das in Christus in unsre dunkle Welt gekommen ist und das die Finsternis in uns und um uns Heiliges Fest — heilige Bande. Krauengedanken am Heiligen Abend des Notjahres 1930. Wir haben einige an besonderer Stelle stehende Frauen befragt, worin sie den aktuellen Sinn dieses Weihnachtsfestes 1 9 30 erblicken. 3m folgenden geben wir ihre Antworten wieder, deren 3nhalt man auf die einheitliche Formel bringen kann: Dieses Weihnachtsfest 1930 hat in noch viel stärkerem Maße als in früheren 3ahren die Aufgabe, e i n F e st der Familie, der Desinnung und Rückkehrzur Familie zu fein. Besinnung! Don Frau Obeischulrai Dr. Hildegard Wegsche.der: 3ene wunderbare Vereinigung des Weihnachtsfestes, das zugleich ein Lich'lest am dunkelsten Tag und ein Jubelfest der Kinder ist, en'bält eine ticiO vymvollr, beten Reia^um man noch lange nicht ausgeschöpft hat. Erwachsene und Kinder werden eins in einem kindlich reinen Glauben, — dies erzeugt eine Harmonie und ein Nahe- kommen älterer und junger Menschen, wie es niemals der Alltag und auch kein anderes Freudenfest herbeiführen kann. Das Weihnachtsfest ist eine 3nsel in einer grauen Zeit, in der das mühselige Kämpfen um die Existenz Menschen mutlos und unfähig zu machen scheint, jene Kraft aufzubringen, die notwendig ist, ein echtes Familienleben zu gestalten. Es gilt, diese Weihnachtstage auf der 3nfel der Freude und des Glaubens zu nutzen, Dande der Liebe und Zuneigung zu befestigen und neue zu knüpfen, die die Familie umschließen und stark machen sollen. Die Zeit und die Entwicklung der Gesellschaft haben vieles an der Familie zerstört. Wenn dieses Weihnachtsfest die Aufgabe erfüllen kann, Eltern und Kinder, die Familie enger z u s am - menzufchließen, so bedeutet das einen ungeheuren Gewinn, einen großen Reichtum. Den Gedanken des Weihnachtsfestes zu verwirklichen, ist besonders in diesem Winter ber Not eine der wichtigsten Pflichten für alle diejenigen, die in ihrem Tun einen allgemeinen Snrn für das Leben der Menschen suchen. Oer Ginn der Weihnachtsbotschast. DonFrauMinisierialranaio DedecM. o wouua • oeuecai • Regen »Schnee a Graupeln. = NeDel K a. T. fliöh. Räume: mönl auf 2 Hauser verteil,. Genaue An geb. mögt.m Abbild.u.äusi.Preisu.Beding, an den Bean'tr. Sensal El. Meyer-Frey, Obernrsel a. T. 18718V Alleinvertrieb für Oberhessen und Hessen-Nassau Jedermaon kauft sofort vat. 2Mk..Arukel. [9781v Vertreter sucht L »ormann.mßnmen, banvlvostlagetnd. VfB OS 1. Feiertap,10''2U6r Friihschovven im Cafö Krämer 2.Felerta iluug. 8721D Der Vorstand. Stadttheater To nerötag. 25. Dezember, 1.Weltmacht sieter mg von 15', vis 18 Uhr Geschloüene Bor- stellung 1*5,0 Goldmar.e u. Pechmaric (Frau Holle) Weihnachtsmärchen in 5 Akten von Moys Prafch, Pi unk von Gustav Steffens. Donnerstag. den 25. Dezember, l.Wethnachloieieriag von 2U bis 22 Uhr: 12. Freitags- Abo inem.-Borst. Gewöhnliche Preise Zum ersten Maler Dar MjDO, den sein Gewissen frirb Schansviel in cutcnt Boriviel und biet Akren von Maurice Rosrand. Freitag. 26. Dez., -'.Weibnachlsfeiertag von 1) bis 17', Uhr: Kindervorstellung Auüer Abonnement Ermä ngle Preise Godmareu. Pecbmarie (Frau Holle) Weihnachtsmärchen in 5 Akten vonAlvvS Prasch, Musik von Gust. Steffens. Freitag, 26. Dez., -'.Weihnachtsseieriag von 18'/? bts2l'-,Uhr Auüer Abouneuieut Ermäffigte Cpeicitenvicife Gast viel der Ber- elnigien Lveretien» theater Bochum- Hamborn Drei arme kleine Mädels Overelte in einem Aorspiel und3Akien von H. Fetner und B. Hardt-Warden. Gefangsiexie von Willi-lollo. Musik von Watter Kollo. Gesangverein Loncordia"K Am 1. Feiertag, den 2ä.Dez.,19Uln. ffndei unsere diesjährige Weihnachtsfeier im Saale des Kalb. Bereinshauses statt, zu welcher ein gcdieg. und unterhaltendeö Programm zusam- mengelteU ist. ,,^1) Wir laden hierzu un- fetcDlugbeber nebst Freunden u Bekannten herzlichst ein. Ab 12 Uhr Danz. Der Porüand. Lieflerkranz Am 3. Feiertag (l7. Dezember 11 >30) abends 8 Uhr, bet K.Boller ‘”'D Emil Schmall Biergroßhandlung und Eisfabrik Gießen ■ Fernsprecher Nr. 3883 Am l. Feiertag, ab 11 Uhr: MMMU Hotel Hindenburg. Am 2. Fe ertag, ab II Uhr: Vereins- lokal Rahnefeld. [0P1SÄ Der Poritand. 1. Weihnachtsfeiertag, ab 4 Uhr nachmittags: Aufführung des Ködelschen Weihnachts-Tongemäldes 2. Weihnachtsfeiertag, ab 4 Uhr: Gesellschafts -Tanz 07911 Im Beiprogramm: Der grüne Engel,Ton-Lustspiel. Ufa-Ton-Woche 1. und 2. Feiertag Anfanff 3 Uhr. wochentaffs 4, 6 und 8.30 Uhr. Lehrling kann ah Onern ein- treten bet sofortiger Bcraüiuug bei Karl Kling. Stetnhauerei, Kunst« licinfabiifntion, Marinorschieiseiet, Wieieck. fMBU Giefeener Eisverem e.V. Eisfdiiefeen Samstag (3. Feiertag), nachmittags 3 Uhr, im »Andres*, Sonnenstrahe Eisfdiiefeen auf derModellbahn Gäste willkommen! NB. Bel günstigen Eisverhältnissen auf der Eisbahn 8741D Die Presse schreibt: Janninffs meisterlich - Genießerisch, bald und bald jungenhaft, bald frech und bald schüchtern, sonniff und wolkig — Jannirißs spielt auf diesem seinem Großflächigen Gesict wie auf einer Orgel Renate Müller spielt eine reizende hüigerliche Seele von einer Frau Olga Tschechowa . ein Genuß . Hans Moser, ein herrlich komischer Mensch. „Berliner Tageblatt“. Zum kühlen Grund Znh.: Heinrich Hermann, m,» Das Grab der Millionen die i?-n=?Jnt0r'SC^Pa uP'P. Oen sieh jeder, gleich welcher inneren Einstellung und \X eltanschauunff, ansehen muß* Ein historischer Film, der den i‘/< Millionen Gefallenen der nomine zum ehrenden Gedächtnis gewidmet wurde un ' den Lebende.. 6" getreues Spmgelb.bl gibt der unerhörten Opler an Blut und Leiden, die von den Heldensöhnen dreier Nationen an der Homme Hergebracht wurden! 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Feiertag, l l Uhr: pofflefler 2.Feiertag, 11 Uhr: MkMlg uiwJ DerBorüaud. j tv/LÄ NI i >x\ \c\ L- 1^1 Nr. 501 Zweiter Blatt' Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhefsen)Mittwoch, 24. Dezember (950 Russische Weihnacht.-Rußland ohne Weihnacht. Don unserem K-Derichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) I Moskau, Dezember 1930. Während sich die ganze christliche Welt zum Weihnacht-feste rüstet, hat Rußland die Tiraden der staatlich konzessionierten Atheisten über sich ergehen zu lassen über die „volkSverdum- mende Wirkung der Weihnacht", deS Festes „deS schnöden Kapitalismus. Und wer solcher Beweisführung gegenüber sich reserviert verhält oder gor durch eisige- Schweigen feine gegenteilige Auffassung kund tut, wird unverhüllt bedroht. Man wird, wie es nun schon üblich ist, auch am Heiligenabend der alten wie der neuen Zeitrechnung nach BureausHluß oder nach dem Schichtwechsel sich fröstelnd in seinen gewendeten Lieberzieher hüllen und durch den tiefen Schnee nach Hause stapfen ... 3n der einzigen Hoffnung, daß wenigstens in diesen Tagen da- von der GPU. einquartierte Zimmernachbar-Ehepaar Einsicht haben und seine Abende auswärts ver- bringen möge ... Wenn man von „Weihnacht" spricht, mit dem Unterton der Weihe, dec dem Festtag entspricht, dann wird man im heutigen Rußland vergeben- Verständnis dafür suchen. Der jungen Generation ist es ein fremdartiger, ein euro- päischer Begriff. Diese junge kommunistische Generation ist wegen ihrer Freudlosigkeit, die unerhört grausam wirft, aufs tiefste zu bedauern. Soweit sie den ersten beiden Stufen der organisierten kommunistischen Jugend an* gehört, hat sie andere- nicht kennengelernt als das abstoßende Heute. Das sind die „Oktober i a n « r", die Oktoberkinder, und die „Pioniere". Diese Jugend wird mit kommunistischem Phrasengeschwall gefüttert, frühzeitig wird in ihr das DerständniS für die Vorteile „echt kommunistischer Gesinnung" geweckt, und schon heute herrscht unter ihr Eifersüchtelei, Angeberei, herrscht Lug und Trug, um in die Reihe der „Komsomolzen" zu kommen und dann ihren persönlichen Feinden gehörig eins heimzuzahlen. Denn diese Altersstufe, so um 15 Iahre herum, in der unsere Jungen mit glühenden Wangen Abenteurcrromane lesen, spielt im heutigen Rußland schon eine erhebliche politische Rolle. Sie ist eine Macht. Sie betätigt sich aktiv im politischen Leben, sie kämpft „gegen die Vorurteile in der christlichen Religion", und für sie ist in erster Linie kürzlich die „Gottlosenakademie" eröffnet worden, deren Führer, der Vorsitzende der Gottlosenverbände, 3 a r o s l a w s k i, sie als einen zuverlässigen Vortrupp im Kampf um die geistige Weltrevv- lution bezeichnete. — Es ist ein trübes Kapitel um diese Iugendorganisierten. Sie fühlen sich al- Führernachwuchs, als Aspiranten aus die Macht, und alle schlechten Instinkte der brutalen Herrschsucht regen sich schon jetzt in ihnen und werden planmäßig gefördert. In der Agitationsabteilung der gottfeindlichen Akademie wird die Saat in ihre Kinderseelen gelegt, von der man sich die besten Früchte erhofft. Unö die anderen Kinder? Die graue Masse der Kinder der „Parteilosen" und der Dauern- kinder auf dem Dors? Sie werden verschlungen von der Rot der Zeit, sie haben kein sauberes Hemdchen, kein Weißlrötchen — wie soll es da zu einem bunten Bilderbuch reichen?--Weihnachten, das Fest der Kinder, ist im roten Sowjelreich aus getilgt, weggewischt, aus dem Kalender gestrichen. Und wo es erwähnt wird, da werden die Kinder scheu, verängstigt. Weil es verboten ist ... Die Erwachsenen aber bewahren die Erinnerung an das Weihnachtsfeft wie einen Schah von unermeßlichem Wert. — Da taten sich im Weihnacht. Don ^Robert Walser. Unsere Stadt ist besonders deshalb so schön, weil sie so nah am bewaldeten Berg liegt. Ich bin heute gegen den Abend rasch in den Wald hinaufgegangen, wo mir drei richtige Wald- und Weihnachtsmänner mit Tannenbäumen auf den Schultern begegneten. Ich möchte ihnen um keinen Preis nicht begegnet fein. Schon von weitem hörte ich ihre Stimmen durch den abendlichen und winterlichen Wald hallen. Wie urtümlich sahen sie mit ihren Bärten und schwärzlichen Gesichtern aus. Ich kam dann in die Stadt hinunter, die so eng am Berg liegt, daß man sie fast eine Wald- und Bergstadt nennen möchte. So aus dem stillen, dunklen, weiten Raturwald herauszukommen, auf abstürzendem, felsigem Wege, und nachher über die Treppen hinab, gleich in die Stadt hinein, so warm, so nah, so unvermittelt, wie ist das schön, wie ist das so herzerfrischend. Ich kann mir Ratur und Stadt nirgends so lieblich verknüpft und verbunden vorftellen, wie sie es bei uns ist. Und ist man dann in der Stadt, wie wird man von den Häusern gleich so heimelig umschlossen. Man geht wie in einer Burg, wo alles eng und nah beieinander ist, das Rathaus mit dem Rathausplatz, die Ober- und Untergasse und die hochaufragende gute alte Kirche, und rings herum kleinere Rebengassen mit dunkeln Ecken und Winkeln. Und dann so die netten, freundlichen Gestalten, die ruhigen Gesichter. Hellere und dunklere Gestalten, helle und dunkle Stellen. Da gehst du über einen altertümlichen Platz, ehemaligen Festungsgraben, der ganz traumhaft still und schön und ruhig ist, da und dort ein Dach, ein kühner Giebel, eine Laterne oder ein uralter Festungs- türm. Und die Winternacht dazu so sanft, mit so dunklen, guten, stillen, ehrlichen Augen. Und dazu der alte, ewig schöne Gedanke, daß jetzt Weihnacht sein wird und sein soll in diesen Mauern, wo auf alle Gemüter und in alle Menschenherzen ein so eigentümlich-süßes, schwer und leichtes Gewicht fällt, wo jedes Auge seinen Weihnachtsbaum und seine Weihnachtskerze sieht, wo es in allen engen und breiten Straßen nach Frieden, nach lieblichem Verzeihen und nach allen schönen, innigen Versöhnungen tönt und duftet. O wie schön, wie großäugig-sanft und wie weich ist unsere Stadt um diese stille Winterszeit, um die stille Abendzeit, um diese süße, stille, liebe Weihnachtszeit. Alle Schaufenster sind voll der hübschesten Sachen. Man sieht von der Straße her den Metzger im Metzger- laden, den Bäcker im Bäckerladen, den Milchhändler im Milchladen stehen. Alle Läden ftrcch- vergangenen Iahr einige Moskauer Familien zusammen, um gemeinsam jju feiern. Man konnte noch einige Kleinigkeiten für die Kinder erstehen. Altes wurde „auf neu" gemacht: auch der Handel auf dem freien Markt war noch nicht so eingeengt, daß es nicht möglich gewesen wäre, eine Wurst und ein Extrabrot zu bekommen. Es entstand aber die Frage. .Wo nimmt man den We i h- nacht-baurn her?" DaS alte Sprichwort .Rot macht erfinderisch" bewahrheitete sich wieder einmal. Denn es wurde beschlossen, da der Verkauf von Tannen verboten war, auf — den Fried- hof zu gehen und einige Tannenzweige zu erstehen. Zweien gelang es. der Dritte wurde erwischt. GPU. — Ausfragen — Drohungen Um nicht die Feier der anderen zu gefährden gestand er. .Ich allein Ich wollte feiern Wit diesem Daumersah." Er kam noch glimpflich fort. Denn er wurde nur über Weihnachten in der Haft behalten. Damit er nicht doch noch feiern konnte. Und er wurde entlassen nachdem er entsprechend dem Befehl der GPU das Treueste Gottlosenlied auswendig Herfagen konnte. Er tat es — sagte er dann — weil er wußte, daß Widerstand zwecklos war. Ieht steht er seit einem Iahr unter Aussicht der GPU. Zu einer Wiederholung des vorjährigen Versuchs dürste er also jetzt keine Lust mehr verspüren Denn auch in diesem Iahr ist das Feiern des Weihnachtsfestes verboten Es hatte anfangs den Anschein als wollte man es totschweigen BiS in den tiefen Rovember hinein war von einem Verbot nichts zu hören und schon wollten sich die ersten schüchternen Vorbereitungen an den Tag wagen, als die Gottlosenverbände auf den Plan traten und es — totzureden begannen Man hat eine feine Witterung dafür in Rußland, man weiß, daß es damit totgemacht werden soll. Und das Verbot, Weihnachtsbäume zu verkaufen *ie ausdrückliche Anordnung, in den Festtagen erst recht zu arbeiten, der besonders verschärfte Feldzug, den die Gottlosen für diese Tage angekündigt haben — das alles ist ja schon das Verbot. „Russische Weihnacht" heißt also in Wahrheit: Rußland ohne Weihnacht". Der liebe Gott ist a b g e s ch a f f t im heutigen Rußland — einneuerGottist ihm erstanden. Und ein neuer Heiligenkult wird gepredigt. Der große Mann, der verehrt wird, wie nur je ein Religionsstifter vor ihm, liegt auf dem Roten Platz, der durch Iahrhunderte das Blut Unzähliger unter Iwan dem Grausamen unter Peter dem Großen und unter Stalin getrunken hat. Wie ein marmornes Götzenbild liegt er da in seinem Sarkophag. Ietzt ist zwar fein Mausoleum — „vorübergehend", wie es amtlich heißt, — geschlossen: man flüstert aber schon lange, daß die Eismaschinen die unter seiner Leiche Tag und Rächt arbeiteten, und daß die Paraffinlösung, mit der der Leichnam behandelt wurde, — daß DaS alles nicht ausreichte gegenüber der zerstörenden Wirkung der Fäulnis. Und wenn der einfache russische Muschik davon hört, befreu,- zigtersich gläubig, wie er sich vor dem Grabe bekreurigte, wenn er sich in der unübersehbaren Menschenschlange befand, die Stunde für Stunde, Schritt um Schritt an dem Sarkophag vorbeizog. Ihm, dem gläubigen Muschik, dem Beherrschten, und ihm, dem gottfcinblichen Bolschewismus, dem Herrscher, geht es nicht auf, was in diesem Kreuzschlagen vor dem Idol der Gottfeinde für ein grausamer Widerspruch liegt. Die mystisch veranlagte Seele des Russen neigt aber zu Symbolen, und so wird jetzt das Leninbildnis angebetet im wörtlichen Sinne, weit es unter dem neuen Regime in der guten Ecke der Stube hängt, in der heiligen len, ganz besonders die Spielwarenläden die den Kindern in die Herzen reden. Ich kam heute abend, wie gesagt, aus dem Walde in die Stadt herab und war ganz verliebt in sie, ganz entzückt von ihr... Das Legendchen von der Oornenblüie. Von Max S.dow. Der Weg über die Hochebene Rephaim war ermüdend für die Wanderer. Die Schuhe mahlten im Sande, und die Hufe des Esels rührten den Staub auf, den der Wind in bräunlichen Wolken hochtrieb, so daß man nur mühsam atmen konnte. Es ging schon gegen Abend, aber sie waren noch nicht weit gewandert, feil sie die laute, menschenvolle Stadt verlassen hatten, in der sie kurze Rast gehalten. Wenn Maria zurückblickte, konnte sie die beglänzten Türme und Häuser noch zählen. Aber es war nicht tröstlich, nach Jerusalem zurückzusehen, da man an seinem kaum sich verändernden Bilde nur zu deutlich merkte, wie langsam man vorwärts kam. Wohin aber schauen? Auf das fleckige Fell des geduldigen Tieres, auf dem sie faß? Auf das einförmige Spiel der langen Ohren, die bei jedem Tritte auf und ab pendelten und plötzlich sich hoben und zur Seite lauschten? Da stand ein Mann an ihrem Wege. Die Wandernden bemerkten ihn erst, als sie nahe bei ihm waren. Er trat aus der Staubwolke auf sie zu, grüßte und gesellte sich zu ihnen. Doch sie wurde seiner Begleitung nicht froh. Maria empfand eine seltsame Furcht vor ihm. Er lachte höhnisch auf, als er hörte, daß sie nach Bethlehem wollten und noch keine Herberge für die Nacht hätten. Sein freies Plätzchen würden sie in dem schmutzigen Flecken finden, weder in den Hütten noch auf den Gassen. Alles sei voll von widerwärtigen Leuten, die nach des Kaisers Gebot in diese jämmerliche Stadt Judäas als in ihre Heimat gekommen wären. Josef schwieg und zog mürrisch am Halfter. Maria aber zitterte vor den hämischen Worten und wandte sich ab. Die Gegenwart des Fremden schien die karge Straft der Ermatteten zu lähmen. Immer langsamer wurden die Schritte, als zögerten sie vor der vergeblichen Mühe. Nach einer Weile spürte Maria, wie der Leib des Tieres unter ihr zuckte. Der Esel tat noch ein paar lahme Schritte und blieb dann stehen, so sehr auch Josef am Stricke zerrte. Der Fremde kicherte: „Das Tier ist klüger als ihr, es will nach Jerusalem zurück." — Keiner ant» wartete. Die heilige Frau sah bekümmert auf ihren Mann, der mit verhaltenem Zorn den störrischen Esel antrieb. Sie strich mit ihrer kleinen Hand das Ecke, wo früher die 3tone, das HeiliyenbilkmrS, hing. — Der Kommunismus, der pratttsche Kommunismus der Sowjet-, ist aber voll solcher Widersprüche. Die Regierung bemüht sich z. D. seit 3obren krampfhaft, den „toi lektiven Menschen" zu züchten, — ist aber gezwungen, das Streben nach Verbesserung der eigenen Lage als besonder- begehrenswert binzustellen, den Sparsinn anzuregen, die Gewinnsucht zu fördern usw. Sie verkündet stolz den StaatS- kommunismuS, hat aber mit der Kommune vollen Mißerfolg erlitten, daß sic gezwungen ist. mit solchen Surrogaten, wie die privat organisiert« Genossenschastsbewegung, vorlieb zu nehmen... Aber er, Lenin selbst? Seine Epigonen stellen jedes seiner Worte al- sakrosankt hin, jede seiner stenographierten Reden gehört zu der Bibel des Kommunismus, — nut über einen Punkt spricht kein führender Kommunist gern. Die kürzlich durch den Staatsverlag veröffentlichte Sammlung seiner Briefe hat nämlich eine Gesinnung des Heiligen gezeigt, wie sie eigentlich von keinem cch:cn Bolschewisten geduldet werden könnte. Die Briefe stammen zumeist noch aus der Vorkriegszeit, sie sind von einem Lenin geschrieben, der von den zaristischen Schergen durch ganz Europa verfolgt wurde. Aus ihnen spricht ein Alltagsmensch, ein Kleinbürger, der oft das Philiströse und Spießbürgerliche allzu bedenklich ft reift Aus der Schweiz, aus Frankreich und aus Deutschland berichtet Lenin dort über Alltäglichkeiten, über Sehenswürdigkeiten, über Blumen und Umgebung — — wie Herr Soundso, der seine erste 3talienreUe macht. 3n einem Falle hat er „eine gewisse Quantität der Umgebung" genossen, in einem anderen hat er „an der Kunst nichts finden können", dafür hat ihn aber ein — Wachsfigurenkabinett begeistert. — 'Aber am intern essantesten sind diese Briefe dort, wo dieser „große Kämpfer gegen den Gott deS Kapitalismus" feiner Schwester zu „dem GngelStag" (dem russischen Ramenstag) feine Glückwünsche au#- spricht, und wo er, Lenin, in einem Brief aus Berlin fein Entzücken über „Öen beut* fchenWeihnachtsbaurn" ausfpricht und feinen Angehörigen zu „Ehristi Geburt" gratuliert So wat der echte Lenin, wenn er ganz Mensch fein konnte und wo er noch nicht Begründer der „bolschewistischen Religion" war. Und so ist das heutige Rußland, feine Schöpfung. GS ist da# Land ohne Weihnachten, das Land ohne Sonntag, da- Land der Gottlosigkeit. Und daS Land, in dem nicht nur die 3dee täglich um ihre Selbstbehauptung kämpfen muß, sondern in dem der einzelne immer hart an dem Abgrund entlanggeht. GPU., Preise, Lebensrnittel — um diese Dinge dreht sich das Dichten und Trachten, dreht sich jeder Handel und Wandel. Die Bedeutung der Lebensmittel als Mittel zum Leben ist noch nirgends und niemals so ertannt worden wie in der Union der proletarischen Räterepubliken. Die Regierung, di« die materialistische Auffassung der Geschieht« ihrem eigenen Handeln zugrunde gelegt bat glaubt, daß man dem russischen Volk rubig noch einige Entbehrungen mehr wird zumuten können. Wo es murrt, wird die Peitsche angewendet — die GPU. Diese kann zwar auch kein Brot aus der Erde stampfen, aber ihre Hiebe haben doch eine beruhigende Wirkung. — Und so wird das Fest ebenso trostlos wie alle Tage der Fünftagewoche werden, — wenn, wie gesagt, da- bolschewistische Rachbar-Ehepoar nicht doch noch ein Einsehen hat und feine Aufpasser-Tätigkeit wenigstens an diesen Abenden aufgibt. Hunderttausend Briese an Hindenburg Der Reichspräsident von Hindenburg ist, ganz abgesehen von der amtlichen Tättgkeit. die ihn stets von neuem mit den vielfältigen Problemen des Staates und seiner Bürger in Verbindung bringt, zugleich ein Landesvater im wahrsten Sinne des Wortes, dem täglich Tausende seiner Landeskinder ihre eigenen Sorgen und Wünsche durch Briefe übermitteln. Rich:s zeigt deutlicher die enge Verbundenheit des Reichspräsidenten mit allen Schichten des Volkes als der Posteingang von jährlich hunderttausend Briesen. Einen großen Prozentsatz aller Briefschreiber bilden die Kinder, die meist spontan, oft auS besonderem Anlaß, wie etwa der Rheinlandreise, dem Reichspräsidenten schreiben. Auch aus dem kürzlichen Empfang der 800 Schulkinder hat sich eine lebhafte Korrespondenz entwickelt. Ein 3unge schreibt zum Geburtstag: „Lieber Onkel Feldmarschall! Zu Ihrem 83. Geburtstag, den Sie ja morgen haben, wünsche ich Ihnen viel Glück und einen Haufen Geld. Weiter weih ich nichts zu schreiben, aber vielleicht schicken Sie mir ein Bild mit Unterschrift. Ich habe nämlich schon eins vom Hauptmann Köhl. Viele Grüße Dein HanS." Tie Briefe von Autogrammjägern, die täglich zu Dutzenden eingehen, in großer Zahl besonder- aus Amerika, ost durch Einsendung von Alben mit der Bitte um Eintragung, werden grundsätzlich nicht erfüllt. Selbstloser sind die Briefe mancher amerikanischer Kinder, in denen es z. D.,heißt: „Ich lese soeben, daß Sie... getan haben, und ich muß sagen. Sie sind all right!" Eine Folge der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse sind die Bitten u.n Hilfe in größter Rot. Leider sind die Mittel, die dem Reichspräsidenten zur Verfügung stehen, sehr gering, so daß wohl nur in ganz besonderen Fällen direkt geholfen werden kann, obwohl natürlich jeder Fall genau geprüft wird. Andere senden lange Exposes mit Vorschlägen verschiedenster Art „zur Rettung de- Vaterlande»" unter Darlegung von Wrrtschast»- problemen ein. Alte Veteranen schreiben an Hindenburg. „den großen Heerführer". Handwerker an Hindenburg, den „Ehrenvbermeister des deutschen Handwerks", andere an den „Ehrenbürger ihrer Stadt", unzählige andere nur, um ihr Vertrauen zum greifen LandeSvater zu bekunden. Montags Ist der Tag der Postkarten. „Auf stiller WaldeShöh' gedenken wir des DaterS unsere» schönen Vaterlandes" ist ein wiederkehrender Sah auf den Postkarten vom SonntagSauS- flug, und es wird in Deutschland fein Schützenfest, keine Fahnenweihe, keine Einweihung eine» Kriegerdenkmals, keine größere Vereins eier ohne ein Huldigungstelegramm an den Reichspräsidenten veraehen. Außerordentlich zahlreich sind die Einladungen zu Veranstaltungen aller Art, sehr häufig von studentischen Vereinigungen, von Städten oder Universitäten, deren Ehrenbürger oder Ehren- fenator Hindenburg ist. Die zahlreichen Einladungen zu Theater- oder Kinovorstellungen hat der Reichspräsident dagegen stets grundsätzlich abge- lehnt. da ein Besuch aller Vorstellungen nicht möglich ist und Hinderrburg niemanden bevorzugen will. Zu Tausenden zählen die Gedichte, Bilder, Blumen, handgeschnitzten Arbeiten und anderen Gegenstände, die ständig im Palais des Reichspräsidenten abgegeben werden, und nicht geringer ist die Zahl der Kompositionen, besonders Märsche, die dem Reichspräsidenten aewidmet sind. Zu e.ner Hochflut verstärken sich solche Sendungen natürlich zu den Festtagen, wie zu Weihnachten und am Geburtstag, an dem in diesem Iahr allein 5000 । Telegramme aus aller Welt eintrafen, aber auch an Tagen eine- schweren Unglücks, wie bei den I letzten Grubenkatastrophen. struppige Fell und klopfte den feuchten Hols, aber ihre Liebkosungen waren ebenso vergeblich wie das wütende Zerren des Zimmermanns. Während sie sich noch um das bockige Tier mühten, und Josef es schon mit seinem Stecken schlagen wollte, wurden sie eines Jünglings gewahr, der rasch und frisch ihnen nachgewandert kam und nun stchenblieb und die Gruppe lächelnd überblickte. „Sag", rief er, „magst du die Axt führen, wenn dir die Hand von einem Splitter schmerzt, der ins Fleisch drang? Warum willst du das arme Tier prügeln, das doch nur darauf wartet, §aß ihm der Dorn aus dem Hufe gezogen wird?" Und damit bückte sich der Jüngling, nahm den Fuß des Esels auf und deutete auf den Dornenzweig, der daran haftete. Sanft zog er den langen Stachel aus der Wunde, hob den so furchtbar bewehrten Zweig empor und bot ihn Maria, die sich davor entsetzte. Erst als sie sah, daß ein Tropfen Blut daran hing, nahm sie ihn entgegen, und ihr Herz erglühte vor Mitleid. Aber kaum hatte ihre Hand das dürre Holz berührt, da begann vor ihren Augen der rote Tropfen zu wachsen und verwandelte sich in eine herrsiche Blüte, die fünf Purpurblätter entfaltete. „Oh, sieh! Ein Wunder ist geschehen", flüsterte sie und zeigte den Zweig dem ftdunenben Josef. Der Jüngling lächelte, aber der finstere Fremde griff mit einem bösen Lachen nach der Blüte, riß sie ab und warf sie in den Staub. „Laßt euch von dem Gaukler nicht betrügen!" schrie er und trat mit dem Fuße nach der Wunderblume. Doch schon hatte der Jüngling sie wieder aus dem Schmutz gehoben und sie ehrfurchtsvoll in die Frauenhand zurückgelegt, die den Zweig noch immer hielt. „Gut!" höhnte der Böse. „Behalte die Blüte, aber heb nur auch die Dornen sorgsam auf, damit sich dein Sohn eine Krone daraus winden kann!" Mit einem höllischen Gelächter drehte er sich um und sprang vom Weg herunter. Ein Staubnebel wirbelte auf und verbarg ihn den Blicken. „Vergiß die schlimmen Worte", mahnte der Jüngling leise, schu'terte das Bündel, das der Zimmermann auf die Erde gelegt hatte, und nahm die Leine auf. Willig folgte der Esel feiner Hand, und so setzten sie ihren Weg fort. Maria merkte nicht, daß ihr der Dornenzweig entglitten war. Versonnen sah sie auf die kostbare Blüte und sog ihren Duft ein, der ihr herrlicher schien als alle Gerüche, die sie kannte. „Wer bist du", fragte sie, „daß du ^Blutstropfen in Rosen verwandeln kannst?" „Nicht ich vermochte das, sondern du. Ich bin nur ein Wanderer, der nach Bethlehem zieht, wie ihr, und wenn du mehr wissen willst, so frag das Heilige, das in dir ist, und dessen Erfüllung du werden sollst." Maria schwieg, während der Zimmermann, der, aller Bürde ledig, nebenher trottete, verständnislos den Kopf schpttelte. Seit der Jüngling sie führte, ging es sich so leicht. Der Boden war fester geworden, und der Staub wehte nicht mehr unter ihren Füßen auf. Sie kamen schnell voran, schon sahen sie im sinkenden Licht die Häuser von Bethlehem. Kurz vor dem Städtchen weidete eine Schafherde am Raine. Die Tiere hoben die Köpfe, als die kleine Karawane vorüberzog. Dann teilte sich der Weg, und der Jüngling hielt den Esel an. „Nun müßt ihr allein weitergehn", sagte er und reichte dem Paare die Hand. „Willst du nicht mit uns in die Stadt kommen?" fragte Josef. „Vielleicht weißt du eine Herberge, in der mein Weib und ich bleiben können?" ,3ch weiß keine", sagte der Scheidende traurig und gab dem Zimmermann Bündel und Halfter. Dann ging er und verschwand im Dunkel der schnell herein- gebrochenen Nacht. Josef war verdrießlich und unzufrieden mit dem Jüngling, der sie so dicht vor dem Ziel verließ, gerade als sie feine Hilfe am nötigsten brauchten. Denn nun fand es sich, daß ihr erster Begleiter wahr gesprochen, und daß kein Haus und keine Herberge sich ihnen öffnete. Und als sie endlich, des vergeblichen Umher- irrens müde, in einem Stalle Zuflucht suchten, da mar schon die Stunde nahe, die der Engel einst der Jungfrau verkündet hatte. Ueber dem glorreichen Wunder dieser Nacht vergaß das heilige Paar alles Seltsame, das ihnen auf dem Wege von Jerusalem her geschehen war, vergaß die beiden ungleichen Fremden, den finsteren Mann und den schönen, hilfreichen Jüngling, und auch der Blume, die aus dem Blute des treuen Tieres sich entfaltet hatte, gedachte die selige Mutter nicht mehr. Erst als am Weihnachtsmorgen das schlummernde Kind erwachte und mit feinen zierlichen Händen um sich griff, geschah es, daß die rosigen Fingerchen in dem Heu der Krippe die vergessene Blüte fanden und aufhoben. Ein Sonnenstrahl fiel durch das schadhafte Dach und ließ das dunkle Rot des Blumensterns erstrahlen. Maria hatte gespurt, wie sich bas Kind regte: sie beugte sich über die Krippe, sah, wie das Änäblein mit Licht und Blüte spielte und fühlte eine wonnige Freude bei diesem Anblick. Plötzlich fiel ihr der Dornenzweig ein, und ein Schatten glitt über ihre Mutterieligkeit. Während sie jedoch einen Augenblick lang schmerzhaft die Auyen schloß, glaubte sie das Antlitz des Jünglings wiederzusehen und hörte die leise Mahnung seiner Stimme: Vergiß die schlimmen Worte! Da öffnete sie die Lider, freudig wie zuvor. Ein seiner Jubellaut war aus der Krippe gedrungen. Das kleine Händchen hielt ihr die Purpurblüte entgegen, und Maria sah in dem unbegreiflichen Glück das holdeste aller Wunder: bas erste Lächeln ihres Weihnachtsfußball bei der Spielvereinigung 1900 Gießen. Germania 94 Frankfurt gastiert in Gießen. Hm den Gießener Sportfreunden etwas außer- Gewöhnliches zu bieten, hat die Spielvereinigung 9C0 eine Propagandamannfchaft verpflichtet, und zwar die alte Germania 94 Frankfurt. Der große Dorsprung der Gäste in der Meister- schaftsbewertungstabelle beruht nicht auf zufälligen guten Leistungen, die Mannschaft spielt tatsächlich konstant technisch und taktisch hervorragend Fußball. Daß die ehemalige „Schnürleelf" bei einem zu erwartenden Aufstieg zur ersten süddeutschen Klasse ein gefährlicher Konkurrent der anderen Frankfurter Grohvereine werden wird, ist sicher, denn die alte Germania 94 besitzt heute schon Dezirksligareife. Germania 94 wellte schon oftmals zu Gastspielen in Gießen, und wußte noch jedesmal gut zu gefallen. Die faire und disziplinierte Spiel- weise der Mannschaft zog noch immer das Publikum in Dann. Wird die Spielvereinigung gegen diesen Gegner gewinnen können? Die Frage rst mit Sicherheit überhaupt nicht zu beantworten, der Sieg dürfte den Gästen aber doch sehr schwer werden, wenn die hiesigen mit Feuereifer bei der Sache sind und in voraussichtlich verstärkter Aufstellung antreten. Am zweiten We hnach:sfei:rtag trägt die drllte Wannchast ein Freundschaftsspiel in Dieber gegen die dortige erste Elf aus. Die vierte Mannschaft weilt in Garbenheim und hat die dortige erste Elf zum Gegner. Die Jugend kommt ebenfalls einer Einladung noch und entsendet eine aus der ersten und zweiten Jugend z fammengesetzte Mannschaftnach Wiesbaden. Sie ist Gast beim Sportverein Dassau-Wiesbaden und wird am 1. Feiertag gegen dessen erste Jugend, am 2. Feiertag gegen die erste des Sporlvereins Wiesbaden spielen. Die dritte Jugend fährt am 2. Feiertag nach Garbenheim, um dort ein Rückspiel zu erledigen. 1900 Ligareserve — Steinbach 1 4:0. Am Sonntag war nur die Ligareserve sportlich tätig. Im Derbandsspiel blieb sie auf eigenem Platze gegen Steinbachs erste Elf mit 4:0 Treffern siegreich. Das Resultat hätte aber beträchtlich höher lauten müssen, da 1900 überlegen war. Der einheimische Sturm war aber vor dem gegnerischen Tor nicht entschlossen genug. Nur ein Wechnachisspiel des DfB. Da am 28. Dezember sämtliche Mannschaften Derbandsspiele auszutragen haben, sind für die Feiertage bis auf eine Ausnahme keine Privatspiele abgeschlossen worden. Lediglich die Ligareserve kommt am 1. Feiertag in Wieseck einer Rückspielverpflichtung noch und ist dort Gegner der ersten Fußballmannschaft des Turnvereins. Das kürzlich hier ausgetragene Dor,Piel endete 0:0. Die DfD.-Mannschaft muß in stärkster Aufstellung antreten, wenn sie gewinnen will. S-ielvereinigung 1926 Leihgestern. Am 2. Weihnachtsfeiertag empfangt die erste Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern die Ligareserve des VfB. Friedberg zu einem Freund- scboftsspiel. Da Friedberg voraussichtlich seine Mannschaft durch einige Liga-pieler verstärkt, muß der Gastgeber schon an die bisher gezeigten Formen anknüpfen, wenn er einigermaßen ehrenvoll abschneiden will. $. C Teutonia Steinberg. Watzenborn-Steinberg I — SpL. 1921 Ettings- Hausen 9:2 (1:2). Am vergangenen Sonntag hatten die Teutonen den ^-Klassenmeister in der Gruppe Grünberg zu einem Freundschaftsspiel verpflichtet. Schon in den ersten 10 Minuten führte Ettingshausen mit 2:0. Diese Ueberraschung machte die Steinberger Mannschaft nervös. Bis zum Seitenwechsel konnte dann Steinberg das Resultat auf 1:2 stellen. Dann zeigte Steinberg großen Kampfgeist, man sah ein schönes Zuspiel zwischen dem Linksaußen und seinem Nebenmann, die hauptsächlich da- Spiel in der zweiten Halbzeit so hoch gewinnen halfen. Die zweite Mannschaft spielte in Wieseck gegen die dortige zweite Mannschaft des Turnvereins (Sportabteilung) und konnte mit einem 7:3-Sieg den Platz verlassen. Am 1. Feiertag empfängt die erste Manschaft der Teutonen die Liga-Reserve der Germania Marburg zu einem Propagandaspiel. Die Chancen liegen bei den Marburgern. Handball der Turner. Krofdorf I (DT.) — Launsbach I (ADT.) 2:9 (0:5). Am Sonntag standen sich beide Mannschaften in einem Freundschaftsspiel in Krofdorf gegenüber. Bald nach Anpfiff sandte Launsbach das erste Mal ein und erhöhte bis zur Halbzeit auf 5:0. Die Angriffe der Krofdorfer Mannschaft scheiterten an ihrem nicht durchschlagskräftigen Sturm, der die aus der Hintermannschaft gebrachten Bälle nicht zu verwerten verstand. Die Launsbacher Mannschaft gefiel allgemein. Besonders lebhaft war die Läuferreihe und sicher die Verteidigung. Nach Halbzeit erzielte Launsbach noch vier weitere Tore, denen Krofdorf zwei entgegensetzen konnte. Der Schiedsrichter leitete einwandfrei. Eisschießen im Eisverein. Als jüngsten Eissport beabsichtigt der Gießener Eisverein in diesem Winter das Eisschießen einzuführen. Diese Spor art, die besonders in Bayern sehr volkstümlich geworden ist, hat seit dem vorigen Jahr auch in unserer Gegend, so in Frankfurt und Cronberg im Taunus begeisterte Aufnahme gesunden. Das Eisschießen ist ein Mannschaftsspiel, das auch von Herren im'vorgeschrittenen Alter und von Damen ohne allzugroße Mühe erlernt werden kann. Da die Eisbahn noch nicht offen ist, wird vorläufig auf Es wird ziemlich stille Sportweihnachten geben, denn die allg:meine schlechte Wirtschafts- läge gestattet nicht mehr die großen Feste früherer Zeiten. Eine Ausnahme macht wie immer nur der Fußball, denn im Lager des runden Lederballes fehlt es nicht an Wettsvi len jeglicher Art. Aus Ungarn kommt die berühmte Mannschaft der Hungaria Budapest, die in Nürnberg und Dresden zu Gast ist. Vienna Wien weilt in Saarbrücken und Mannheim, während der Wiener Athletiksporiklub in München und Augsburg spielt. Sparta Prag besucht am zweiten Festtag 1860 München. Don den Begegnungen deutscher Mannschaften sind die Spiele Hertha/ DSC. — Altona 93, Guts Muts Dresden — Rot-Weiß Frankfurt, Chemnitzer DC. — Rot- Weih Frankfurt, das Stldtespiel Kassel — Halle und der Repräsentativkampf Dezirksliga gegen Kreis'.iga am zw:iten F.iertag im Der.iner Post- stadion hervcrzuheben. Im Hockey weilen die auf einer Deutschlandreise befindliche indische Mannschaft der Barsich Asiatics an den Feiertagen in der Reichs auptstadt und spillen hier gegen den Berliner Sportklub und den Berliner SB. 92. Im Handball sind zahlreiche Freund- schastsspie e abg:schlossen tooroen. In Der in treten Turner- und Spor tl.r manns haften g g n- einander an. Oesterreichs Meisterelf des einer Modellbahn gespielt. Wir verweisen auf die heutige Anzeige. Deutscher Kunstiurnsieg in Amsterdam. Mit guten Erfolgen beteiligten sich am Sonntag deutsche Turner an einem Bierstädte-Kunstturn- kampf in Amsterdam. Rach durchweg schönen Leistungen siegte im Gesamtklassement Bremen mit 797 Punkten vor Köln mit 712 Punkten, Amsterdam mit 665 Punkten und Groningen mit 605 Punkten. — Die Bremer zeigten in allen Hebungen sehr gute Leistungen. Kurze Sportnoiizen. Beim Hallentenniskampf Rheinland—Amsterdam am 3. und 4. Januar in Elberfeld werden folgende Spieler die rheinischen Interessen vertreten: Rourney, Heitmann, Hauß, Statz, Strauß und Meffert. Die Mannschaft wird evtl, noch durch Kuhlmann und Remmert verstärkt. * Deutsche Pferde wurden in letzter Zeit nach Rorweacn exportiert. Reben einem Transport von Reitpferden, der bereits eingetroffen ist, wurden jetzt umfangreichere Ankäufe von Traber-Zuchtmaterial vorgenommen, auf dem sich Rorwegen eine größere Traberzucht aufbauen will. » In der Westsalenhalle wird am Reu- jahrstage ein Dreistunden-Mannschaftsrennen ausgefahren, aus dessen Teilnehmern noch die letzten Paare für das kommende Sechstagerennen auSgewählt werden sollen. Hngarische Amateurbvxer. die Aus- wahlstaffel des BTK-Budapeft, geben am 9. Januar in Görlitz ein Gastspiel gegen den dortigen Amateur-Doxclub Athen. Or. pelher und Ladoumögue in Stuttgart. Das Stuttgarter Hallensportfest, das demnächst stattfinden wird, verspricht zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges zu werden. Im Mittelpunkt des Interesses steht der Zweikampf von Dr. Pelher mit Ladoumögue in den Läufen über 1000 und 3000 Meter. Bei den Staffelläufen der Frauen wird neben guter württembergischer Klasse auch die 4X100-Meter- Rekordstaffel von München 1860 am Start fein. im Reiche. WAC. Wien trägt mehrere Spiele in Darm - stodt aus. Im Tennis interessiert das Abschneiden von Prenn in dem traditionellen Pariser Weihnachtshallenturnier. Die deutschen Schwimmer pausieren: in Budapest wird das internationale Wass. rballturn'.er fortgesetzt und Paris hat sein alljährliches Weihnachtsschwimmen durch die Seine. Der Radsport bringt an den Feiertagen in den Winterhallen Hochbetrieb. In der Breslauer Jahrhunderthalle geht ein 25-Stunden- Mannschaftsrennen vonstatten, die Stuttgarter Sportarena bringt an beiden Tagen Rennen zum Austrag. Am zweiten Festtage sind die Dortmunder Westfa enhalle, die Halle Münfterland, Frankfurt a. W. und Basel Schauplätze weiterer radsportlicher Veranstaltungen. Im Wintersport wird, vorausgesetzt, daß Schnee und Eis genügend vorhanden sind, sich ein lebhafter Betrieb abwickeln. In Schlesien findet in Schreiberhau das Eröffnung Zspringen und auf der Koppenschanze bei Krummhübel das Weihnachtsspringen statt. In Sachsen werden am Aeschberg internationale Sprungläufe und in Geising ein Schauspringen abgewickelt: ein weiteres Skispringen ist in Partenkirchen geplant. Sie kleine Motette. Roman von Paul Sain. 3 Fortsetzung Nachdruck verboten »Herr Hollmann — die Rolle bleibt natürlich so wie sie ist! Sonst würde ja das ganze 6tüd ein anderes werden. „Das vergessene Königreich" ist das stärkste Produkt meiner bisherigen Werke. Ich habe von Anfang an für die Rolle der Helge eine Künstlerin von tiefer, seelischer Deran.agung im Sinne gehabt. Dann aber hieß es: Rorma Relson, meine Frau, spielt sie natürlich. Schön, ich habe meiner grau auch das Können dafür zugetraut. Cs hat sich erwiesen, daß sie es nicht hat —" Rorma Relson rief wütend aus: „Hnverschämlheit!" „Ich sehe vollkommen klar", fuhr Wördehoff unbeirrt fort. „Meine Frau ist eine absolut moderne Künstlerin, alle Charaktere werden in ihrem Spiel zu Figuren einer brausenden, wirbelnden Zeit. Auch die Helge in diesem neuen Stück! Das ist natürlich unmöglich! Spricht der ganzen inneren S.ruklur des Schauspiels Hohn!" Mit erhobener Stimme setzte er hinzu: «Hnd da sie nicht willens ist, meinem Geist zu folgen, kann ich nicht länger damit einverstanden fein, daß Rorma die Rolle spielt!" Die sprang erregt auf. „Rarr — will ich auch nicht! Ich danke dafür! Diese Rolle nicht, wie sie jetzt ist!" „Ich muß bitten, Herr Hollmann, eine andere Darstellerin dafür heranzuyolen!" Rorma Relson lachte schallend auf. Aber in dem Lachen war heißer Zorn. „Eine andre? Wer denn? Wer? Direktor — ich bin vertraglich für die Rolle engagiert Sie werden keine Lust haben, zwei Künstlerinnen zu bezahlen —“ „Ree — bei Gott", stieß Hollmann ärgerlich hervor. Hnd zu Wördehoff hin: „Ihre Frau hat" den Vertrag!" „Hnd ich beftehe auf meinen Vertrag!" Hollmann zog eine Grimasse und zwang sich gleich wieder zur Freundlichkeit „Aber Herrschaften — was seid ihr aufgeregt! Ree — vertragt euch doch wieder. Sie waren doch bamit einverstanden — mit der ganzen Besetzung, Wördehoff. Ob die Darstellung nun so ist ober so — die Persönlichkeit Ihrer Frau bürgt doch bafür, daß immerhin was Gescheites herauskommt. Tun Sie ihr den Gefallen, ändern Sie ein bißchen." Wördehoff schüttelte den Äobf. Hollmann wandte sich schleunigst an Dr. Romer, als an eine neutrale Person, der ihm vielleicht in seinen Bemühungen, den Streit zu schlichten, unterstützen konnte. Hnd ehe Wörde- Hofs noch von neuem zu Worte kommen konnte, fragte der Direktor: „Ra, Doktor, und Sie? Was ist Ihre Meinung?" „Wenn ich ganz ehrlich fein soll: Das Stück vertrüge in der Tat eine kleine Umarbeitung. So, wie es jetzt ist, wird es ein Erfolg von ein, zwei Wochen sein, aber kein Kassenstück. Trotz bester Darstellung. Ratürlich — man kann sich ja irren. Aber als alter Theatermann — hm — der ich bin, muß ich gestehen: Die große Masse wird nicht das nötige Verständnis für den inneren Reich um des „Königreichs" aufbringen. Es ist zu wenig — Theater. Im besten Sinne natürlich. Ich rede selbstverständlich nur als Regisseur — dep künstlerische Wert des Stückes soll unangetastet bleiben —" Dr. Römer sprach sehr vorsichtig. Hollmann merkte es. Rickte verständnisvoll und überlegte, in welcher Weise er nun die Gegensätze auf einer mittleren Linie zillammenführen könnte. Da stand Wördehoff auf. „Es ist zwecklos, weiter über die Sache zu reden, Herr Hollmann. Ich bestehe darauf, bah die Rolle der Helge von einer anderen Schauspielerin gespielt wird." Rorma Relson riß nervös an ihrer Halskette. Ihre Stimme zitterte vor Erregung. „Das gibt's nicht!" „Also ist dir deine Rolle mehr als — mein Stück, Rorma?" „Pah — es geht um die Erfüllung deiner Laune, nichts weiter, Hubert —“ „Du meinst — deiner Laune, Rorma", antwortete er ruhig. „Also, Direktor — entweder eine neue Darstellerin, oder bas Stück wirb nicht aufgeführt!" Rorma Relson lachte wütend auf. „Wenn eine andere die Rolle spielt, bin ich die längste Zeit an Ihrer Bühne gewesen, Direktor. Außerdem gibt's einen Prozeß!" Jetzt verlor auch Hollmann seine Ruhe. Sein Gesicht war rot vor innerer Erregung. „Da soll doch der Teufel Direktor fein! Rur weil der Dichter Wördehoff und seine verehrte Frau Gemahlin einander überdrüssig sind, wird hier über vertragliche Verpflichtungen gelacht! Hnerhört!" „Sie irren, Verehrter", sagte Wördehoff gelassen. „Mir macht es bestimmt kein Vergnügen, Opposition zu treiben. Aber ich will nicht — der Sklave meiner Frau fein. Als Künstler. Das war einmal! Hnb nun Schluß davon! Ich habe mein letztes Wort gesprochen." Er verneigte sich leicht. Hollmann sah ihn verblüfft an, „Ja — Herrgott — die Proben!" „Sie können ausgesetzt werden. Vielleicht vertreibt die Zeit die Launen einer eitlen Künstlerin besser als eine sogenannte Aussprache. Warten wir ruhig ab.“ Damit ging er hinaus. Rorma Relson stieß zornig hervor: „Er ist eingebildeter als ich dachte! Hnerhört — wie er mich behandelt. O — er soll schon zur Besinnung kommen!" Dr. Römer wiegte nachdenklich den Kopf hin und her und sagte lakonisch: „Was machen w r nun?" Hollmann hatte die Fäuste fast bis zum Ellbogen in die Tasche gebohrt und machte ein Gesicht, das wütend fein sollte und grotesk wirkte. „Das muh man sich nun bieten lassen! Es ist einfach — also einfach ur - aüblich! Die Proben aussetzen! Haben Sie ge.ort, Doktor?" Dcr zuckte die Achseln. „Es w rb nichts anderes übrigbleiben.“ „Lächerlich — lächerlich —" „Man muß eben abtoarten — um mit Herrn Wördehoff zu sprechen. Ich habe das Gefühl, daß er nervös überreizt ist." „Ratürlich —“ warf Rorma Relson ein und schnippte mit dem Finger. „Ich bin schuldlos, Dirlltor." Sie fand schon wieder ihr spöttisch leichtsin- niges Lachen. „Sei stverständlich —" sagte Hollmann gedehnt. „Sie hauen niemals Schuld. I wo! Ich verlasse mich auf Sie, daß Sie mit Ihrem Mann doch noch einig werden. Wär' ja schandbar, wenn das Stück — Kreiz,ombenelement, ich darf gar nicht daran denken!1 „Empfehle ich Ihnen auch", lächelte die Schauspielerin. „Kommen Sie morgen mit nach Karls- Horst? Ich habe famose Tips von dem Trainer Buchholtz. Sie können sich beteiligen." Hollmann blickte sie halb wütend, halb verblüfft an. „Trainer Buchholtz? Hnb daran denken Sie jetzt?" Aber Rorma Relson kannte ihren Direktor. Für Pferderennen hatte er eine Schwäche. Hnd wenn er gar gute Tips kriegen konnte, vergaß er alle Sorgen. „Ratürlich! Was soll man tun? Die Proben sind ja vorläufig vorbei. Also abgemacht! Morgen, zwei Hhr, bei den Tribünen. Ich stelle Sie Buchyoltz vor. Sie können ihn auch gebrauchen. Buchholtz macht ganz gern Rebengefchäfte." Hollmann kannte den Trainer dem Ramen nach. Ein tüchtiger Sportsmann — und Don Juan. Ah — diese Relson! Wo sie all ihre Verehrer sitzen hatte — erfreulich. „Schön — ich werde da sein, Frau Relson." Die reichte ihm mit schöner, koketter Geste die Hand. „Adieu, Direktor. Hnb —“ das fang sie mit lelle trällernder Stimme: „O grolle nicht, mein Darling —“ Als sie draußen war, sagte Hollmann zu Dr. Römer, der sich eine neue Zigarette an steckte: „Diese Frau — Rassetyp! Eigentlich — hinein Wunder, daß der Wördehoff —“ Er zögerte. Aber Dr. Römer fuhr gelassen fort: „Richt schon früher gegen sie opponiert hat. Ra ja. Das Gespann stimmt eben nicht so recht." Oberheffen. Lanvkreis Gietzen. X Allendorf a. d. Lahn, 23. Dez. Der hiesige Kirchengesangverein hielt seine diesjährige Familien- unb Weihnachtsfeier ab. Gemeinsame Advents- und Weihnachtslieder wechselten mit Chorgesängen des 'Vereins und entsprechenden Gebichtvorträgen ab. Den Höhepunkt bildete das Weihnachtsspiel: „Euch ist heute der Heiland geboren". Pfarrer Germer verstand es, durch eine launige Festansprache die Herzen der Zuhörer zu gewinnen. U Grohen-Linden, 22. Dez. Der vor zwei Jahren hier gegründete Evangelische Frauen- verein, der eine starke Entwicklung verzeichnen konnte, hat jetzt die wöchentlichen Frauenstunden wieder ausgenommen, in denen neben ernstlicher Beratung über Hilfe in Notfällen auch heitere Unterhaltung gepflegt wird. Der Verein hielt außerdem eine Weihnachtsfeier ab, in der eine Reihe von selbstgefertigten Bekleidungsstücken in einer Weihnachtsliste vereinigt wurden, die für die Kinderheilstätte Nieder-Ramstadt bestimmt ist. Auch der örtlichen Krankenhllfe wurden pratiifofg Gegenstände übermittelt. 8 Alten-Buseck, 24. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag feiert Juliane Seibert, eine der ältesten Dorseinwohnerinnen, in großer körperlicher und geistiger Rüstigkeit ihren 8 5. Geburtstag. Ein ebenso hohes Aller als diese Jubilarin haben noch Altbürgermeister Körber und Frau Susanne Schreiner erreicht. Der älteste Dorfeinwohner Wilhelm Wagner zähll 86 Jahre und geht noch täglich seinem Beruf als Landwirt nach. ED Lollar, 23. Dez. Der Reichsbahnassistent Karl Scheid, wohnhaft in Wißmar, kann am 27. Dezember auf eine 4 0jährige Dienstzeit beim Bahnhof Lollar zurückblicken. t Treis a. Lda., 22. Dez. Hnfer in der Rächt zum 23. Rovember vom Sturm heruntergeworfenes Kirchendach ist jetzt wieder vollständig neu hergestellt. Den Dachstuhlli unb die Verschalung lieferte die Firma Balch. R u h n, Lollar, die Dachbeckerarbeiten die Firma Karl K r ö ck, Gießen, die Kandel fertigte Spengler meister Seibert, Allendorf a. ßba., die Maurerarbeiten besorgte Maurermeister Gotchard A m e n b , hier. Die Kosten belaufen sich auf an näh er ab 6300 Mark. — Die hiesige Pfennigsparkasse hat üjre Inflationsgelder mit 20 Prozent aufgewertet und dies« Tage die Beträge ausgczahlt. v ß o n b o r f, 23. Dez. Am Samstagabend führten Schüler des Erziehungshelms „Burg N o r d e ck" in der hiesigen Voltshalle von etwa 600 Besuchern „Das Gotteskind" auf. Das Spiel wurde von allen Mitwirkenden vorzüglich dargcstellt und erntete bei den andächtig lauschenden Zuhörern großen Beifall. Watzenborn, 23. Dez. Im Saale der „Ärone- zu Steinberg veranstalteten unser Kirchenge- sangoerein und der Evang. Frauenverein die gemeinsame Weihnachtsfeier. Nach einem Prolog, einem Liede des Kirchengesangvereins und dem gemeinsamen „Stille Nacht, heil'ge Nacht" folgte die Weihnachtsansprache des Ortsgeifllichen, die das Recht, Ziel und die Aufgabe solcher Feier in dcr gegenwärtigen Zeit herausstellte. In den Rahmen der Veranstaltung fügten sich zwei wohl- gelungene Theaterausführungen ein. Der Kirchen- gefangoerein fang einige schöne Weihnachtschöre, Fräulein G o r r bot noch zwei Proben ernster- humoristischer Darstellung. Gemeinsam gesungene Lieder und ein Schlußwort des Geisllichen beendeten den Abend. O Holzheim, 23. Dez. Von Donnerstag, 18., bis Sonntag, 21. Dezember, fanden im geräumigen Vereinshaus der evangelischen Gemeindemitalieder Evangelisationsoorträge von Missionar Walther aus Beuern statt. Nachmittags wurden Bibelstunden abgehalten. Der Missionar verstand es ausgezeichnet, die vielen Zuhörer mit seinen Vorträgen zu fesseln. Die freiwilligen ansehnlichen Geld- 3. Es war einige Tage nach dieser „Aussprache" im Direltionsbureau Hollmanns. Wördehoff halte seine Frau in dieser Zeit nur fluchtig zu Gesicht bekommen und belanglose, gleichgültige Redensarten waren dann zwischen ihnen gewechselt worden. Ror.na Relson kam nicht mehr auf den Streitfall zurück und Wördehoff war dessen zufrieden. Gut so — es gab ja auch vorläufig nichts mehr darüber zu reden — Die ettlen Maitage kamen. Wördehoff saß in seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. Richt, daß er sich in besonders arbeitslustiger Stimmung befunden hätte. Seine Phantasie schien ihn seit langem im Stich gelassen zu haben, und nervöse Hnruhe quälte ihn. Es klopfte leise an bet Tür. „Ditte!" Die Kammerzofe seiner Frau steckte das hübsche Gesicht durch die Spalte. „Herr Wördehoff, die Firmen Dönhoff und Syr.g fragen an, ob Sie die Rechnungen für die gnädige Frau vorlegen dürfen." „Dönhoff — und Stzrig?" Wördehofi hatte plötzlich eine krause Stirn. Dein Mund wurde schmal. „Ditte — das ist doch das Schneideratelier meiner Frau — und die Putzfirma — hm? Aber warum stehen Sie so zwischen Tür und Angel?" Die Zofe chlüpfte ins Zimm r. Ein ga z seines, vertrauliches Lächeln um die roten Lippen. „Ganz recht, Herr Wördehoff —“ „Ra — unb was geht mich das an?“ „Die gnädige Frau ist doch nicht im Hause. Hnb die beiden Damen warm schon zweimal hier — neulich — vor acht Tagen und gestern." Wördehoff erhob sich straff. „Ah — ich verstehe — die Firmen haben hergeschickt — ah so —" Heimllch krampfte sich seine Faust in der Tasche zusammen. Also Rorma kümmerte sich nicht um die Dezahlung. Ging ihr wieder einmal aus dem Wege. Das also — überließ sie ihm! Wie schon so oft! Ihre Gage — ja, wo blieb die eigentlich? Richt zum erstenmal reizte ihn dieser Gedanke. Herrgott — wo blieb das viele Geld? (Fortsetzung folgt) fpenben kommen der Volksmission zugut. Der ®e- mischte Chor verschönte durch seine Vorträge die Andachten. -r. L a n g - G ö n s, 22. De-. Gestern fand in der Turnhalle die Weihnachtsfeier des Gesangvereins „Germania" statt. Dach einem einleitenden ÖHufitftLd wies der neue Dorschende, Johannes Puhl, aus die hohe Bedeutung des deutschen LiedeS hin und forderte die Sänger auf, es auch weiterhin zu ehren und zu pflegen. Der gefallenen und verstorbenen Mitglieder wurde i der üblichen Weise gedacht. Es folgten sodann zahlreiche Chöre, vorgetragen unter Leitung des Dirigenten H. H a n ft e i n, Friedberg, die alle lebhaften Bei lall auslösten. Besondere Erwähnung verdienen auch die musikalischen Darbietungen unsere- W u s i k v e r e i n - unter Leitung von Wilhelm Müller. Die Stücke standen auf sehr beachtlicher künstlerischer Höhe, auch das Trompetensolo von <8. Weih. Ein Theaterstück und Verlosung beschlossen den wohlgelungenen Abend. _l_ Hungen, 22. Dez. Am Freitag veranstaltete die Höhere Bürgerschule eine schlichte Weihnachtsvorfeier für Schüler und Ettern. Am Abcnd desselben Tages war im .Darmstädter Hof" ein groß aufgezogener Elternabend der Volksschule. ter einen Besuch von vielen Hunderten aufwi.s Die mannigfaltigen Darbietungen der Säüler fanden stürmischen Beifall. Die Leistungen in Gesang, Deklamation und dramatischen Vorführungen waren gut, zum Teil ganz ausgezeichnet uni> wirkungsvoll. Als besondere Delikatess.' kann hrrvor- gehoben werden der Vers über die gegenwärtig hier im Gang befindliche Kanalisation mit ihren Begleiterscheinungen. Unter ten Lehrkräften, die sich um die Veranstaltung verdient gemacht haben, hat es Fräulein Sturm am meisten Arbeit getragen.. Aber alle dürfen des Dankes der Ge- mcinde für den schönen Abend gewiß sein. Kreis Friedberg. .4 Bad-Nauheim, 23. Dez. Seinen 7 0. Geburts tag geging heute in voller Gesundheit Lehrer L 2t Hermann Hofmann. Am 23. Dezember 1860 In Hungen geboren war er nach dem Besuch der Realschule za Gießen und des Friedberger Lehrerseminars 42 Llahre ununterbrochen segensreich im Schuldienst tätig, zunächst von 1880 dis 1886 an der Volksschule in Lich und von 1886 bis 1893 an der Höheren Bürgerschule In 2 idda, von da ab an der Stadtschule in Bad-Nauheim. 3m öffentlichen Leben unserer Badestadt hat sich der Jubilar als Rechner des Kirchenbauvereins der Dankest rch?, als Rechner der Kinderbeilanstalt Eli abethhaus und als derzeitiger Rechner der evangelischen Kirchengemeinde verdient gemacht, ferner als anerkannter Förderer des Obfl- und Gartenbau-. vvi» caiuli n Sehern, 23. Dez. Echte Weihnachtsstimmung lag über der Weihnachtsfeier des städtischen Äinber- «artens. Schön vorgetragene Gedichte, Reigen und Lieder erfreuten die Erwachsenen. Besonders gefiel eine kleine Aufführung. Alle Darbietungen wurden frisch, natürlich und flott zum Vortrag gebracht. Den Höhepunkt des Abends stellte die Bescherung durch den Weihnachtsmann dar. Roch Beendigung des sehr reichhaltigen Programms dankte der Bürgermeister vor allem der Mmbergärtncrln für ihre mühevolle Arbeit. — Im hiesigen Kreisbezirks- krankenhaus fand ebenfalls eine Weihnachtsfeter statt. Dekan Widmann hielt eine eindrucksvolle Ansprache Jeder Kranke erhielt als Aufmerksamkeit seitens des Krankenhauses eine Gabe. Alrcie tk'C^lar ' Wctzlar. 23. Dez. Der Handelsverein c. D. Wetzlar halte de i Gehaltstarif für d.e kaufmännischen Angestellten im Einzelhandel zum 3ahresschluh gekündigt. In der heutigen Verhandlung vor dem Sch'ichtungsaus chuh Wetzlar wurde, w.e un- der Deut'chnationaie Hand- lungsgehilfen-Ver.and berichtet, eine freie Vereinbarung dahingehend erzielt, daß die bisherigen Gehälter unverändert bis 31. März 19 31 in Kraft bleiben. # Launsbach, 23. Dez. Der Landwirt Georg Krombach von hier feierte heute in großer geistiger und körperlicher Rüstigkeit den 82 Geburtstag. Der Greis ist noch imstande, auf dem Felde zu helfen. Srieffoften der Redaktion. Langjähriger Abonnent. Sie brauchen die Bürger- steuer nicht zu zahlen. Beachten Sie den Artikel in unserem heutigen Blatte. Heute nacht, 1 Uhr, verschied sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater. Großvater und Onkel Konrad Weniger im 79. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen; Elisabeth Weniger, geb. Burk Familie Georg Seipp Familie Ludwig Hahn Familie Wilhelm Weniger. Heuchelheim. Krofdorf, den 24. Dezember 1930. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag. 1 Uhr, vom Trauerhause, Kinzenbacher Straße 12, aus statt ______________________________________WHD Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres Heben Entschlafenen sagen wir allen aut diesem Wege unseren herz Ichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Christine Möser, geb. Göbel. Wieseck. den 24. Dezember 1930. ____________________07929 Danksagung. Für d’e vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Uinncbeiden unserer innigatgeliebteu, un vergeßlichen Mutter GertrudeMähler.geb.Schmidt sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und die liebevolle Pfl Re der Krankenschwester saßen wir herzlichsten Dank. 0,911 Die Kinder. Klein-Linden. Launsbach. den 24 Dezember 1930 Danksagung. Für die vielen Beweise beizHcher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranzspenden, ganz besonders dem Herrn P arrer Schultheis für die trostreichen Weite beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. 0/916 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johannes Volk IL Großen-Llnden, Gießen, den 24 Dezember 1930. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Ganz besonderen Dank den Kriegervereinen Holzheim und Lang-liöns. sowie dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten Gießen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Abraham Grünebaum. Lang-Göns. 23. Dezember 1930. 0790/ edjöitc K-M.-Mll. mit 3nbcb. t. Land» städtwen bet Gienen Alt verm. Schr.AnIr. u 07838 q d. Gn Ain. । Z-Mni.-MlM. au vermieten 'Ulict- berechtiaiingeschein erfordert. Schr. Ang. u 0791>ad GH. An». 2 leere Simmet mit fep. Eingang au Denn Hu erfr. t. d. Geschst.d G A. c.7, i 3 renovierte Räume ca. 60 qui, tür üro oder Engtos.ieschast Babnbosstrane 54, txrdneidjo.;, sofort au vermieten, y,oberes *21. Werfer, Heulen straf; e9.Xel.3so4. ,:wi 3 uei imöne Büroräume mit Abstellraum iVoqeri alob. a vrm. 'Jiab. b. 'Wboiogtapb llbl, jZraukmrter Strafte 5. 861MJ Werkstatt f.Sdjloffer ob.Sdirei* ner 'Jicuftabt 57 au oerm. 21. Becker, MeDlerfti. 9. ,,7m» Mietqesuche dünge, beruietaitge Dame fuebt AU An- fang Januar möbl. 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Der Nachtragsvoranschlag der Gemeinde Groheu-Lindev für des Rechnungsjahr 1930 liegt von heute an eine Woche lang auf dem Bureau der Bürgermeisterei Grotzen.Linden zur Einsicht Der Interessenten offen. Es wird eine Umlage erhoben. zu der auch die Ausmärker beizu- tragen haben. 8760D Großen-Linden, den 24. Dezember 1930. Hessische Bürgermeisterei. Lang. gegen Mißernten und geringe Qualität der Erträge im Feld-u.Futte'rbau bietet eine rechtzeitige und sachgemäße KALI"Düngung Bekanntmachung. Am 29. Dezember 1930 werden die Bureauräume unserer Hauptgeschäftsstelle in Gießen von Kaiserallee 3 nach Bahnhofstraße 90 92 (Haus Schwarz) verlegt. An diesem Tage ist die Geschäftsstelle für den Publikumsverkehr geschlossen. 8719D Allgemeine Ortskrankenkasse des Landkreises Gießen. Bekanntmachung. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vom 20. August 1930 die Einführung der Bür« gersteuer für den Bezirk der Stadt Gießen beschlossen. Die Erhebung der Steuer erfolgt für das Rechnungsjahr 1930 mit den in der Verordnung des Herrn Reichsprä- sidenten vom 26. Juli 1930 bezeichneten Mindestsätzen. Diese betragen für Personen mit einem Jahreseinkommen: RM. a) von nicht mehr als 8000 RM. = 6 b) von 8000 bis 25 000 RM. - 12 c) von 25 000 bis 50 000 RM. -- 50 d) von 50 000 bis 100 (XX) RM. - 100 e) von 100 000 bis 200 000 RM. -- 200 k) von 200 000 bis 500 000 RM. - 500 g) von mehr als 500 000 RM. = 1000 Die Bürgersteuer für das Rechnungs- jahr 1930 ist in zwei gleichgroßen Teilbeträgen je bis zum 10. Januar und 10. März 1931 fällig. 8576C Wegen des Umfangs der Steuerpflicht, der Befreiungsmoglichkelten, der Veranlagung, der Erhebung und der Rechtsmittel wird auf die Abhandlung im Nachrichtenteil dieser Zeitung oerroiefen. Gießen, den 23. Dezember 1930. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. Bekanntmachung. Betr.: Straßenbahntarif. 8745D Ab heute kommen Fahrscheinheftchen, enthaltend 5 Stück Fahrscheine, zum Preise von 0,80 RM zur Ausgabe. Gießen, den 24. Dezember 1930. Direktion der Stadt. Straßenbahn: Stolle. Bekanntmachung. Der vom Gemeinderat durchberatene Rachtragsvoranschlag der Gemeinde Burkhardsfelden für Rj 1930 liegt vom 24. De- «mber 1930 ab eine Woche lang auf der Bürgermeisterei offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 8759D Burkhardsfelden, den 24. Dezember 1930 Bürgermeisterei Burkhardsfelden: AIbach Henfchaiil. Drei- tu nilllenhaa*. je Metzgerei u. Wohnhaus in nutcrVn ic, au öei- fanien. Strebsamem 'D>00Mk.AnA. oer- fäufHeb Schr Wmi.u. 079 a d («ich AnA Ren.ables Etagjohaus im SüboierieL emb. 4 berrfcbattL Wohn, o ie 1 Stau Bad u. Küche hefonö. giinit. oertaustich. Aniahla 15--OUUO Ulf. Lchr Ana ii.tt79:u>a d G.A. Baue nrrau hat 13 bis 15 Btd. dtesiabr. fUlöne Seöein au verkaut.Pfo.stÄlk. Schr. 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ÖSüti eine Gehai Persomilau 10,5 Zlwzei nahmen de Dvranschla, im ädrigen die fiüt- im Durch dir wc'enllichei ftigen Abs nahmen last von etl Weisungen heben, die men-, Körf eingehen n ton Mehr hie rein zr tvcrden auf erhobenen mr die M vtaatsgM^ M umfhiti l»e Ne:: tvurde, ge'ei Sestei.'t. 5): flemeinen D Derhäi n-nd 5300 < Nr. 501 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch. 24. Dezember (930 L_____111 L.1 1 3 Oer Voranschlag des Kreises Gießen für 1931. Q3on bet Gießener Kreisverwaltung wird uns mitgeteilt: Der Voranschlag des KrelfcS ® ic - ßensürdaSRj. 1931 wird verhältnismäßig früh vorgelcgt. Die KreiSverwaltung ließ sich bei der Vorbereitung der Arbeiten, die zur Ausstellung des Voranschlags erforderlich waren, von der Absicht leiten, dem vielfach geäußerten und durchaus berechtigten Wunsch zu entsprechen, die Steuerzahler möglichst srüh zu unterrichten. welche Leistungen sie im kommenden Rechnungsjahr ausz'rbringen haben. Die Kreisverwaltung sand in ihrem Vernähen die vollste Unterstützung des KreiS^usschulses, der in eingehender Beratung in mehreren Sitzungen den Voranschlag für 1931 zur Beschlußfassung durch den Kreistag seststellte. Eine frühzeitige Verabschiedung des Voranschlag- deS Kreises ist auch im Hinblick daraus notwendig, daß in der Wohlfahrtspflege des Kreises zahlreiche Ausgaben enthalten sind, die s re i willige, Leistungen darstcNrn und deren Abbürdung die GemeindehaushaltSpläne belasten müßte. Die Aufstellung des Kreisetats muß also sinngemäß der Aufstellung LerGemeinde- voranschläge vorangehen. 3m übrigen erwartet die Kreisverwaltung, daß das Beispiel der frühzeitigen Ausstellung deS Kreisvoranschlags Veranlassung geben wird, daß auch die Gemeindehaushaltspläne für das Rj. 1931 so rasch aufgestellt werden, daß mit Beginn deS Rechnungsjahre« genehmigte Voranschläge in allen Kreisgemeinden vorliegen. Der Voranschlag des Kreises Gießen enlhäli auch für 1931 keine wie immer geartete Steuererhebung. Diese- Ziel konnte unter Einstellung verfügbarer Restmittcl nur durch äußerste Sparsamkeit erreicht werden. Alle irgendwie vermeidbaren Ausgaben wurden unterlassen. Eine Abwälzung seitheriger freiwilliger KreiSleistungen auf die Gemeinden des Kreises findet nicht statt. Die finanzielle Situation des Kreises ist augerrblicllich zwar noch nicht ungünstig, sie wäre aber wesentlich günstiger, wenn die Kreisverwaltung die durch die seinerzeitige Veruntreuung des verstorbenen Krcis- kassedirektors dem Kreis verloren gegangenen 70 000 QHt noch zur Verfügung hätte. Die Hauptaufgabe der Kreisverwaltung war darin zu sehen, eine wesentliche Senkung der Persvnalkvsten, soweit sie irgendwie vertretbar war. herbeizuführen. Durch Abbaumahnahmen und auf Grund der durch die Rot- Verordnung der Reichsregierung vom 1. 12. 1930 angenommenen Gehaltskürzung konnten gegenüber dem Etat des Rj. 1933 ----- 8,1 Prozent an Personalkosten etngespart werden. Würde weder eine Personaleinsparung noch eine Gehaltskürzung eintreten, dann wären die Personalausga^en tm Rj. 1931 sogar um rund 10,5 Prozent höher, als sie infolge der Maßnahmen der Kreisverwaltung in der Tat im Voranschlag erscheinen. Diese Sparpoiitll ist auch im übrigen im Etat festzustellen, da die Kürzung im allgemeinen (Etat des Kreises im Rj. 1931 rund 6 o. h. beträgt. Durch diese Ersparnisse ist es gelungen, trotz wesentlicher Einnahmeausfälle einen relativ günstigen Abschluß zu erzieien. Unter den Einnahmen usfällen ist be'onders der Verlust von etwa 10 Prozent der seitherigen Heber* Weisungen an Re.chssteucr anteilen hervorzu- heben, die infolge des Rückgangs der Einkommen-, Körperichafts* und Umsatzsteuer weniger eingehen werden. Anderseits sind eine Reihe von Mehrausgaben in den Etat eingestellt, - die rein zwangsläufiger Hatur sind. So werden auf Grund einer von dem Ministerium erhobenen Wietanforderung allein 2300 Mark für die Mietung von Diensträumen in einem Staatsgebäude vorae'ehen. ®:r im Kreistag vielfach umstrittene und stets abgelehnte Betrag für die Bestellung eines Daukontrolleurs wurde, ge'ehlichcr Vorschrift gemäß, wieder eingestellt. Die Ge'amt-Mehrausgaben des allgemeinen Teils, die auf zwingenden Dor'chriften und Verhältnissen beruhen, beziffern sich auf rund 5330 Mark. Der Jürforgcooranfdjlag schließt in 1931 in Ausgabe ab mit 483 296 Mk., gegenüber 524 732 Mk. im Rj. 1933. Die Einnahmen betragen in 1931 voranschlagsmäßig 236 849 Wk, gegenüber 285 539 Mk. im Jahre 1930. Die Differenz gegenüber dem Vorjahre ist in der Hauptsache auf den Wegfall von durchlaufenden Posten zurüchuführen. Der Fehlbetrag (reiner Zuschuß des Kreises) beträgt 1931 246 447 Mk, gegenüber 239 373 Mk. im 3ahre 1930. Mithin ist im Jahre 1931 eine Mehrausgabe von 7074 Mk. vorhanden. Diesig Mehr ist bedingt einmal durch die Vorsehung von 4310 Mk. rückständiae Umlagen zur Hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte für die inzwischen mit rückwirkender Kraft kraft Gesetzes versicherungspflichtig gewordenen Geschäftsführer Ewald und Höll. Diese Ausgabe ist im Grunde genommen nur eine Rücklage für spater den Kreis belastende Pensionslasten. Sie trifft allerdings den Kreis in einer schweren Zeit. Trotz dieser Vorsehung beträgt infolge der Besoldungskürzung und der Kürzung der sachlichen Ausgaben der Gesamtaufwand an Derwaltungskosten (Kitei 1 und 3) gegenüber 1930 nur 1421 Ml. mehr. Ohne die Rücklage von 4310 Mk. wäre mithin gegenüber 1930 bei den Verwaltungsrosten (Titel 1 und 3) gegenüber 1930 Mark eingetreten. Der Mehraufwand von 7074 Mark ist weiter dadurch entstanden, daß die Zuschüsse für 1931 nicht mehr in der alten Höhe wie 1930 geleistet werden. Der Zuschuß des Staates für die gehobene Fürsorge (Sozial-, Kleinrentner- und Wochenfürsorge) betrug bis zum Jahre 1929 vom Gesamtaufwand 30 Prozent. Seit dem Jahre 1930 wird nur noch ein Pauschalbetrag überwiesen, der an den früheren Zuschuß nicht heranreicht. Bei Ausstellung des vorjährigen Voranschlags konnte dies nicht mehr berücksichtigt werden, da die Ermäßigung des Etaatszuschusses noch nicht betaimt war. Obwohl der Gesamtaufwand für Sozialrentner- und Kleinrentnerfürsorge zurückgegangen ist, entsteht bei Titel 2 eine Mehrausgabe von 4440 Mk. Diese Mehrausgabe entsteht einmal durch die I Linser Weihnachts-Preisrätsel für Kinder. Oer Rätselonkel spricht: Nun ist es wieder mal so weit —: Jetzt naht die schöne Ferienzeit, Da kommt mit seinem großen Sack Der Ratselonkel huckepack: Er schmunzelt über das ganze Gesicht Räuspert sich, streicht sich den Bart und spricht: Der alte Brauch wird nicht gebrochen — Alljährlich in den Weihnachtswochen, Da muß ich für die lieben Kleinen (Auch für die Aeltern, will mir scheinen) Etwas zum Kopfzerbrechen bringen Und stiften auch vor ollen Dingen Nach altgewohnter Weihnachtswelse Zum Lohn für Pie Mühe wertvolle Preise. Denn was den Großen zu Weihnachten billig ist, Sei den Kindern recht zum heiligen Christ; Und was für die Großen das Weltgeschehen, Das muß für die Kleinen in Rätseln bestehen: Die gibt es wie in jedem Jahr Auch diesmal wieder — das ist ja klar. Doch sollen es Heuer nicht allein Kreuzwort, und Silbenrätsel fein; Auch schafft nicht bloß ein Rösselsprung Nachdenken und Belustigung — Es gibt was Neues in diesem Jahr, Was früher nicht zu lösen war: Man nennt das Ding ein Pusselspiel, Es wird euch — hoff' ich — nicht zu viel. Erst ausgeschnitten mit Bedacht, Die einzelnen Teile in Ordnung gebracht, Bis sie ein richtiges Bild ergeben; — Dies Weihnachtsbild ist aufzukleben Fein säuberlich auf ein Blatt Papier, Das kommt in den Brief und den schickt ihr mir Samt den vier übrigen Auflösungen. Ich denke, es ist euch bald gelungen. Und wer, auf dem Land oder in der Stadt, Alle Rätsel richtig geraten hat Mit eignem Bemühen unb redlichem Fleiß, Dem winkt, wenn er Glück hat, ein artiger Preis. — Und somit ist meine Botschaft zu Ende. Ich reiche euch allen im Geiste die Hände Und wünsche euch unter dem Weihnachtsbaum Mit Aepfeln und Nüssen und Silberschaum Im goldenen Schein der duftenden Kerzen — Ein fröhliches Fest aus fröhlichem Herzen! Bis zum Montag, 5.Januar 1931, muffen alle Lösungen mit der genauen Angabe von Dor- unb Zunamen, Alter, Schulklasse, Wohnort unb Straße des Einsenders in einem geschlossenen Umschlag mit der Aufschrift „W eihnachtspreisrätsel" bei der Redaktion des Gießener Anzeigers eingelaufen fein. Die richtigen Lösungen werden zugleich mit den Namen der Preisträger am Samstag, 10. Januar 1931, im Gießener Anzeiger veröffentlicht. Kreuzwort-Silbenräisel. ;ö ö K 1930 ' w JET 6 Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Kleiderstoff, 2 eine Art Truhe, 3 Gewicht der Verpackung, 4 deutscher Strom, 6 Heidegebiet in Westfalen, 7 Nebenfluß der Seine, 8 Sundainsel, 10 Betriebsstoff, 11 moderner Tanz, 12 Hohlmaß, 13 Wildschwein, 15 römischer Kaiser, 16 Tochter des Herodes, 17 Nachtvogel, 19 Berg der Verklärung Christi, 21 Wurst, 22 Tanz, 24 Zechgenoffe. Bon links nach rechts: 2 Christbaumschmuck 4 Gedicht, 5 Grasfläche, 7 kleines Raubtier, 9 Präposition, 11 Weihnacht- bäum, 12 Blume, 14 Teil der Burg, 16 Graupe aus Palmenmark, 17 tierischer Körperteil, 18 weiblicher Vorname, 20 Farbe, 22 Inhalt der Staubbeutel der Blutenpflanzen, 23 Insel in der Nordsee, 25 Erbteil, 26 Gebärdenspiel. Kreuzworträtsel. y 7/ K MM in ■ Die Wörter bedeuten von oben nach unten: 1 Richtblei, 2 Dramengestalt Shakespeares, 3 Ge- würzbrei, 6 Bergwiese, 7 Fluß in Oberitalien, 8 Stammutter, 10 Fluß in der Steiermark, 11 Lebensgemeinschaft, 12 größerer landwirtschaftlicher Besitz, 13 Gutschein, 16 Schweizer Kanton, 17 Hasen- anlage, 19 Papagcienart. 20 Verneinung, 21 Handwerkszeug des Maurers, 23 Präposition. Don links nach rechts: 2 Lotteriezettel, 4 Längenmaß, 5 Weihnachts-Fisch, gcricht, 9 Nährmutter, 12 Was man zu Weihnachten bekommt, 14 Viehfutter, 15 Gartengewächs, 18 Weih, nachtsbaum, 22 Weihnachts-Vorabend, 23 Scherz, 24 Christbaumschmuck. Rösselsprung. w den güt das hat ge ö fchrrtt 8 ist es m es es ein meßt dort hetf süß süß und tau. eins be,< gut ge. je- und hat ist ! be- körn das keh wies fällt noch wett hier goß die die- des ruh es 9 das durch den fällt nes bridß ser bleibt 1 X schot. und er. aus Q die stirbt die ■M fallt te ruht de 8 Silbenrätsel. Aus den Silben: a — ar — bei — bei — bens — eben — chil — chin — doch — di — di — e — e — e — e — ei — en — fän — ga — ge — ger — gon — Hirsch — im — in — ja — jahr — kai — kett — la — land — le — le — li — lin — ma — mar — me — mor — ne — neu — nu — o — port — re — ni — ruh — sehe —, se — ser — son — stra — ta — thyst — li — uh — um — un — veil sind 22 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Neujahrswunsch für den Leser ergeben. Die Wörter bedeuten: 1 wohlriechende Blume, 2 Land in Asien, 3 Gewürzpflanze 4 Wasserjungfer, 5 Beinbekleidung, 6 Fußbodenbelag, 7 deutscher Dichter, 8 Gestell für Bücher, 9 Pelz, 10 Herrschertitel, 11 Wareneinfuhr, 12 Gestein, 13 Iahresscst, 14 kleines Reptil, 15 moderner deutscher Dichter, 16 aufgeklebtes Kennzeichen, 17 Naturerscheinung, 18 Monat, 19 Halbedelstein, 20 Iägerwaffe, 21 niederländischer Maler, 22 Erfinder. puffelspiel. Knecht Rupprecht zieht durch die Winternacht — Was hat er uns wohl mitgebracht? V weitere Zunahme der Zahl der Geisteskranken usw. und ist aus der anderen Seite bedingt durch Die eben erwähnte Reduzierung des Staats- zuschusscs. Schließlich ist ein Mehraufwand von rund 1300 Mk. bei dem Titel „Jugendfürsorge" entstanden. Dieser Mehraufwand erllärt sich in der Hauptsache durch die für 1931 in Vorschlag gebrachte ausnahmsweise älebernahme der gesamten Kosten für Heilkuren, soweit sie von den Eltern nicht gezahlt werden können. Es war zu berücksichtigen, daß die Landes-Versicherungsanstalt den seitherigen Zuschuß von 5000 Mk. in Wegfall kommen ließ. Auf der anderen Seite sollen die Gemeinden, die durch das riesenhafte Anschwellen der Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen, für deren Unterstützung die Gemeinden ganz aufzukommen haben, etwas entlastet werden. Die Zahl der Kuren ist auf die Hälfte herabgesetzt. In den Gemeindevoranschlägen werden insgesamt durch die vorgeschlagene Aebernahme der Kosten auf den Kreis gegenüber 1930 erspart 9500 Mk. Für die laut Kreistagsbeschlutz vom 2. Juni 1930 gewährten Vaudartehen aus einer Gesamtsumme von rund 100 000 Mk. find wieder 3000 Mk. Zinszuschüsse in den Voranschlag eingestellt. — Besondere Beachtung darf der Kreisabdeckerei Garbenleich geschenkt werden Das Ziel der Reuregelung des Pachtverhältnisses der Kreisab- deckere w rdeDerr ngerungderKreis- leistungen. Gewinnung eines zwer.obigen äleberblicks über die Beiriebsergebnisle und Sicherung eines ordnungsmäßigen Betriebs. Zu diesem Zwecke wurde ein auf ein Jahr begrenzter Probe- Vertrag mit einem neuen Pächter abgeschlossen Hierdurch wurde zunächst erreicht, daß die Anschaf, ung eines sonst zu Lasten des Kreises zu beschaffenden Transportautos unterbleiben konnte, da der Probepächter in der Lage war, sich ein Auto aus eigenen Mitteln zu befchaf en Der der früheren Pächterin gewährte Zuschuß von 100 Mk für Monate, in denen der Anfall an Großvieh weniger als 20 Stück betrug, ist zugunsten der Kreiskasse in Wegfall gekommen Die Vergütung für die Abholung der Konfiskate in Kreisorten kommt nun ebenfalls dem Kreis zugute. Die Rachprüfung des B e - triebsergebnifses zeigt eine erhebliche Verbesserung gegenüber früher. Die Zahl der verarbeiteten Chargen beträgt heute etwa 100 pro Jahr, während nach früheren Angaben nur 60 bis 70 Chargen in Betracht kommen. Die Ausbeute an Fett hat sich mehr als vervierfacht, die Ausbeute an Fleischmehl etwa verdoppelt. Die Verhältnisse der Kreisabdeckerei sind jetzt wesentlich leichter zu überblicken, so daß die Festsetzung eines endgültigen Vertrags demnächst möglich sein wird. Die Gesamtsumme der Ausgaben für die Betriebsabteilung des Voranschlags, die die allgemeine Verwaltung, das Polizeiwesen. Schulwesen, die Aufwendungen für Kunst und Wissenschaft, das Bauwesen, die allgemeine Förderung der Wirtschaft. die Wohlfahrtspflege und das Gesundheitswesen einschließlich der Erwerbslosen- und Wohnungsfürsorge, soweit sie auf den Kreis entfällt, Aufwendungen für Anstalten und Einrichtungen, das Finanz- und Steuerwesen und Aufwendungen für das Vermögen und die Schulden deS Kreise- umfaßt, wurden von 809 279 Mark im Rechnungsjahr 1930 auf 758622 Mark gesenkt. An der Steuerverteilung zwischen dem Gesamtkreis und den Landgemeinden soll nichts geändert werden. Der Abschnitt „Vermögen" weist keine nennenswerte Veränderung auf. Der (Befamtelat schließt in Einnahme unb Ausgabe mit 983 766 Reichsmark gegenüber 1 036 537 Reichsmark im Vorjahre. Vergeßt zu Weihnachten auch die Tiere nicht! Wir bringen uns in diesen Tagen erneut zum Bewußtsein, daß neben dieser Welt voll Sorge und Unfrieden, voll Angst und Elend eine Welt der Güte unb Liebe besteht. Durch allerlei äußere Zeichen, durch Gaben und Lichterglanz versuchen wir diejenigen, die uns lieb sind, und manchen, den wir in dieser kalten Welt leiden wissen, einen Schimmer aus diesem Reich des Verstehens und der Freundlichkeit spüren zu lassen. Da wollen wir nicht vergessen, daß neben der Menschheit auch eine Schar Don Tieren in einem Leben voll Mühe und Entbehrung steht. Auch sie müssen unverdient leiden, wie oft im Dienst der Menschheit.' Der Reichtum der Liebe aber ist da für alles, was da lebt und leidet. Lebendige Liebe kennt keine Grenzen. Sie überflutet auch die dicken Mauern, die wir aus Beschränktheit und Gewohnheit zwischen uns und der lebendigen Mitschöpfung errichtet haben. Wo ein Hofhund hungert und friert, wo das Vieh schlecht gepflegt in engen, unsauberen Ställen das Leben vertrauert ober ungenügend versorgt wird, während sein Herr feiert, wo überhaupt lebende Tiere mißachtet und der Liebe nicht wert befunden werden — da fehlt ein Stück vom Weihnachtsverständnis. Weihnachten gibt auch so schon Gelegenheit, in den Kindern Rücksicht und Achtung vor andern Lebewesen zu wecken. Welche Freude bereitet es ihnen, wenn sie am Weihnachtsabend den Haustieren irgend etwas Liebes erweisen dürfen! Welch falsche Austastung aber kann sich in den jungen Seelen festsetzen, wenn die Tiere an dem Tage unbeachtet bleiben, an dem die ganze Familie sich gegenseitig Freude macht! Daten für Freitag, 26. Dezember. 1769: der Dichter Ernst Moritz Arndt in Scheritz auf Rügen geboren. — 1861: der Mediziner Ludolf von Krehl in Leipzig geboren. — 18.9: der Physiologe Emil du Vois-ReyrnonD in Berlin gestorben. Taren für Samstag, 27. Dezember Sonnenaufgang: 8.05 Ähr, Sonnenuntergang: 15.57 Ähr. — Mondaufgang: 11.48 Ähr, Monduntergang: 23.53 Ähr. 1525: der italienische Kirchenkomponist G. P. do Palestrina geboren. — 1571: der Astronom Johannes Kepler in Weil der Stadt geboren. — 1822: der französische Chemiker L. Pasteur geboren. — 1890: der Altertumforscher H. Schliemann gestorben. Wirtschaft. Verpachtung der Buderus'schen Üeberlandzentrale. Die wir von den Buderusfchen Eisenwerken in Wetzlar erfahren, haben die Buderusfchen Eisenwerke ihre Aeberlandzentrale. welche Stadt und kreis Dehlar, ferner Teile der kreise Biedenkopf und Oberlahn mit elektrischem Strom versorgt, langjährig an die Preußische LlektriZitats - Aktiengesell- schäft ab 1. Januar 19 31 verpachtet. Ls darf angenommen werden, daß der Anschluß unserer Gegend an das große Stromversorgungsgebiet der Breußen-Llektra den Wünschen auf günstigere Gestaltung der Stromversorgung und der Strompreise förderlich sein wird. Oie Löhne in der Metallindustrie Lahngau-Oberheffen. Der am 15. Dezember von dem Schlichtungs- ausschuh in Ciehen gefällte Schiedsspruch über die Löhne in der Metallindust ri.e Lahngau und Oberhessen, der eine öprozentige Lohnkürzung vorsah, war von beiden VertragsKarteien nicht angenommen worden. Erneute Verhandlungen, die unter dem Vorsitz des Schlichters zwischen den Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern gestern in Gießen stattfanden, führten nun zu einer Par - telvereinbarung, durch die der Schiedsspruch im wesentlichen bestätigt wird. Drmit ist wieder ein vertraglicher Zustand über die Löhne in der Metallindustrie Lahngau und Oberhessen bis zum 31. Juli 1931 herbeigefuhrt worden. Schiedsspruch über die Löhne in den oberhessischen Ziegeleibetrieben. Don dem Schlichtungsausschuh in Ciehen wurde ein Schiedsspruch über d i e Löhne in der Ziegelei-Industrie Oberhessens gefällt, der eine Herabsetzung der Löhne um 4 Pfennig pro Stunde in der Spitze vvrsieht. Der Schiedsspruch wurde von beiden Parteien angenommen. ^und4MillicnenArbeitslose im DReidj In der ersten Hälfte des Monats Dezember hat hat nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Zunahme der Arbeitslosigkeit aus über-' wiegend jahreszeitlichen Gründen weiter angehalten, jedoch wiederum nicht dasselbe Ausmaß erreicht, wie in der gle chen Zeit des Vorjahres. Die Hauplunierjtützungsempfänger zeigen vom 30. November bis 15 Dezember eine Zunahme um rund 158 000 auf rund 1 946000 in der Arbeitslosenversicherung, um rund 37 000 auf rund 603 000 in der Krisenfürsorge. In der entsprechenden Zeil des Vorjahres belief sich der Zugang an Hauptunterstützungsempfängern in der Arbeitslosenversicherung auf 233 000, womit am 15. Dezember 1929 ein Stand von rund 1 433 000 erreicht wurde. Die Zahl der Arbeitslosen belief sich am 30. November auf rund 3,7 Millionen (berichtigte Zahl); bei der Zählung am 15. Dezember ergab sich ein Anwachsen um rund 278 000 auf rund 3 977 000. Die entsprechende Zahl Mitte Dezember des Vorjahres belief sich — nach einer Zunahme um rund 326 000 - auf rund 2 362 000. Ein nicht genau er- I faßbarer Teil der Ueberhöhung der Arbeitslosenziffer gegenüber dem Vorjahre beruht auf der besseren Erfassung der Wohlfahrtserwerbslosen, sowie auf dem von der wirtschaftlichen Not erzwungenen Andrang zahlreicher früher nicht als Arbeitnehmer tätiger Kräfte zum Arbeitsmarkt. * Frankfurter Börse. Am Mittwoch, 31. Dezember 1930, fällt die Abendbörse aus. * Die Preußischen Sparkassen im November. Ende November betrug der Bestand an Spareinlagen bei den preußischen Sparkassen 6233,7 Mill. Mk., gegen 6186.4 Mill. Mk. Ende Oktober. Der Derichtsmonat weist mithin bei 341,2 Mill. Mk. Einzahlungen und 290,9 Mill. Mark Auszahlungen einen Zuwachs von 50,3 Mill. Mk. auf. Die Giro-, Scheck», Kontokorrent- und Depositeneinlagen beliefen sich Ende November auf 956,5 Mikl. Mk. gegen 936,0 Mill. Mk. Ende Oktober. *NeueTeilausschüttung derHessi- schen Landes-Hhpotbekenbank. Nach Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde nimmt die Hessische Landes-Hypothekmbank zum 1. Februar 1931 ans der Teilungsmasse für Kommunalschuldverschreibungen eine zweite Teilausschüttung in Höhe von 3 Prozent Les Goldmark Betrages der bei der ersten Teilausschüttung teilnahme- berechtig'en Kommunalschuldverschreibungen alter Währung in bar vor. * Fortführung des Mansfelder Kup- fcrbergbaus. In den letzten Tagen haben zwischen den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden und der Mansfeld AG. Verhandlungen über die Fortführung des Mansfelder Kupferbergbaues ftatt» gefunden. Die Verhandlungen find zu einem vorläufigen Abschluß gelangt. Die Mansfeld AG. hat fick daraufhin entschlossen, ihren Küpferbergbau aufrechtzuerhalten, vorbehaltlich eines endgültigen Abkommens mit Reich und Staat. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Dez. Tendenz: befestigt. — Die letzte Börse vor der Änterbrechung durch die Weihnachtsfeiertage eröffnete in etwas festerer Ha tung. Die Diskontsenkung in Neuyork von 2,5 auf 2 Prozent und der feste Schluß der dortigen Börse brachten verschiedentlich eine freundlichere Stimmung zur Geltung. Dagegen verstimmten das weitere, wenn auch langsame Ansteigen der Arbeitslo'enziffer, die verminderten Steuereinnahmen des Reiches, und verursachten starke Zurückhaltung, zumal auch die Spekulation ißHne Neigung zeigte, vor den Feiertagen Neu- engagemei.ts einzugehen. Da auch keine Verkaufsorders oder Kauforders Vorlagen, bewegte sich das Geschäft in den engsten Dahnen. Nur die Kulisse schritt vereinzelt zu kleinen Rückdeckungen, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse Kursbesserungen für Spezial- werte von 1 bis 3 Prozent eintraten. Mehr Deckungsneigung bestand am Elektromarkt für AEG., Schuckert und Siemens, die um 3 bis 3,75 Prozent gewannen. Gesfürel konnten sich um 1 Prozent erholen. Don Chemieaktien eröffneten I.-G.-Farben 2 Prozent höher. Am Montanmartt war das Geschäft heute etwas lebhafter. Die Kursbesserungen hielten sich aber in kleinem Rahmen. Bauunternehmungsak'ien setzten geringfügig niedriger ein. Am Bcrnk.mmarkt betrugen die Erholungen bis zu 1,5 Prozent. Am Markte der Kunstseideaktien lagen Aku 1,75 Prozent fester. Schiffahrtswerte erholten sich um 1 Prozent. Süddeutsche Zucker blieben behauptet. Arn deutschen Anleihemarkt waren die Renten behauptet. Von Ausländern Türken gehabten. Im Verlaufe kam das Geschäft vollkommen zum S t i l l st a n d. Die Kurse lagen auf dem ermäßigten Niveau unverändert. Der Pfandbriefmarkt war kaum verändert. Am Geldmarkt war Tagesgeld zum Satze von 5,5 Prozent noch gesucht. Am Devisenmarkt lag das Pfund international weiter fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,196250, gegen Pfund 20,3825, London gegen Kabel 4,8574, gegen Paris 123,60, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 45,55, gegen Schweiz 25,01, gegen Holland 12,0540. Berliner Börse. Berlin, 24. Dez. Die letzte Börse vor dem Feste krachte die schon im heutigen Vormütags- vcr.ehr im Anschluß an die überraschende Herabsetzung der Neuyorker Diskontrate von 2,5 auf 2 Prozent erwartete freundlichere Stimmung, obwohl diese Maßnahme nur den Zweck haben dürfte, die Krisenstimmung in der amerikanischen Bankwelt zu mildem. Man nimmt an, daß der geringere Diskontsatz auch auf die anderen Notenbanken nicht ohne Einfluß bleiben wird. Eine weitere Meldung aus London, die von einer gesteigerten Streikstimmung spricht, brachte ebenfalls eine Anregung. Dagegen krachten die Tarifkündigung dec Cisen- und Stahlindustrie, die eine halbe Milliarde betragenden Mindereinnahmen des Reiches in den Monaten April bis November, und die auf fast 4 Millionen angewachsene Arbeitslosenziffer keine besondere Wirkung hervor, t>. h. das Geschäft war trotz der freundlicheren Stimmung ziemlich gering und beschränkte sich auf ein Minimum, zumal in einigen Papieren immer wieder starker Mangel hervortrat. So erfuhren die ersten Kurse meist 1- bis 2prozentige Besserungen. Darüber hinaus waren Schultheiß, Tietz, Ilse Bergbau, Bergmann, Kali-Aschersleben, Salzdetfurih, AEG. und Schuckert bis 5 Prozent gegeifert. Deutsche Kabel setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Änbedeutend schwächer eröffneten nut Allgemeine Lokal und Kraft. Deutsche Anleihen waten behauptet. Ausländer ruhig. Rumänen etwas gebessert. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Reichsschuldbuchfotderungen gehalten. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 4,5 bis 6,5 Prozent, Monatsgeld auf 7 bis 8,5 Prozent, Warenwechsel auf etwa 5,5 Prozent. Auch nach den ersten Kursen blieb die Stimmung rege. Die Befestigung machte weiter leichte Fct.schritte. Etwas stärker gebessert und lebhafter gefragt waren Deutsche Lnoleum, Karstadt, Siemens und Dessauer Gas. Illustrierte Kalender für 1931. Der Hessische Verkehrsvetband in Darmstadt hat im 4.Iahrgang seinen neuen Hessenkalender herausgebracht, de- " r das Iahr 1931 bestimmt ist. (Preis 1,80 Mk.l (673). Der Kalender jeigt in über 100 Oiufna., ..en die vielen Sehenswürdigkeiten und Schinheiten der he,fischen Städte und des Landes. Auch unsere Provinz Oberhessen ist in dem Kalender durch zahlreiche gute Bilder vertreten, die sicherlich das Interesse weitester Kreise für unsere Provinz wecken werden. Der Kalender stellt ein wirksames Verkehrswerbemittel für unser Hessenland da-, zugleich ist er aber auch für die Ortsaistästigen eine wertvolle Gabe. Die Deutsche Reichsbahn hat ebenfalls einen reich illustrierten Reichsbahnkalender für 19 31 erscheinen lassen, der ein außerordentlich wirksames Werbemittel für den Reiseverkehr auf deutschen Bahnen darstellt (639 '656). Der Kalender, der im Konkordia-Verlag, Leipzig, hergestellt touree, hat das Ziel, die Reichsbahn in ihrer Bedeutung als Drücke zum Ausland vor Augen zu führen. Auch dieser Kalender ist, tote seine Vorgänge-, mit reichem Bildmaterial ausgestattet und gibt in vielseitigster Weise Aufschluß. Mit dieser Gabe hat die Reichsbahn einen wirksamen Dienst am Kunden geleistet. — Der Reichs Postkalender 1931, der mit Unterstützung des Reichspostministeriums im Konkordia-Verlag, Leipzig, erschienen ist (653), uie breite Oefsentlichkeit über die vielseitigen Einrichtungen der Reichspost an Hand zahlreicher wohlgelungener Dilddrucke und erläuternder Notizen aufklären, dem Publikum die zweckmäßigste, bequemste und wohlfeilste Ausnutzung der gebotenen Verkehrsmöglichkeiten erläutern und darüber hinaus die Bedeutung der Post in unserem Verkehrswesen und in der Volksund Weltwirtschaft zeigen. Auch mit diesem Kalender wird dem Publikum ein guter 1'ej'eiter durch das neue Iahr überreicht. — Im 4. Iahrgang liegt ferner der Deutsche Handwerkskalender, Iahrgang 1931, vor, der vom Reichsverband des Deutschen Handwerks im Konkordia-Verlag zu Leipzig herausgegeben wurde. (666) Wie in früheren Iahren, will auch dieser Handwer kskalender dazu bei tragen, das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Reihen des Handwerks zu stärken und das Verständnis und eine gerechte Würdigung des Handwerks in den weitesten Brvölkerungslreisen zu mehren. Eine Fülle guter Bilder gibt über die vielfältige Arbeit im Handwerk und dessen Bedeutung für unser Volk Aufschluß. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 24. Dezember. Hl. Abend. Kirchberg. 18 Uhr: Mainzlar. 1. Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember. Stadkkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 17: Pfr. Becker. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtols- heimer; 17: Pfr. Lenz. — Kapelle des Alten Fried- Hofs. 6.30: Christmette: Pfr. Ausfeld; 9.30: Pfr. Lenz. — Elifabelh-Kteinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche der Pe- trusgemeinde; Pfr. Lic. 2ßaas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienft; 13.30: Nachmittagsgottesdicnst. — Wiefeck. 9.30: (Frauenchor); Kollekte für die Heiden- Mission; 17.30: Christoesper (Schülerchor). — Alten- Duseck. 14: (Frauenchor); Kollekte für die Heidenmif- fion. — Leihgestern. 10; 16.30: Wecksti rnhtsfeier der Kleinkinderschule.— hausen-Garbenteich. 10: Hausen; Frauenchor; 13: Garbcnteich. — Lich. 10: Stifts- dechant Kahn; Chorschule und Posaunenchor; 14: Pfarrvikar Draudt; Chorschule und Posaunenchor; 17: Weihnachtsfeier der Kinderkirche. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Kollekte; 11: hl. Abendmahl für die jungen Männer und Frauen von Staufenberg;"l6: Kirchberg; liturgischer Weihnachtsgottesdienst; Kollekte. 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember. Skadttirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker; 17: Pfr. Mahr; liturgischer Gottesdienst unter Mitwirkung von Frau Gertrud Weyl. — Iohanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johannes- gemeinde; 17: Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz. — Elifabeth-Klein- kinderschule. 9.45: Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 10: Hauptgottesdienft. — wiefcck. 9.30: (Chorschule); Pfarrer Steiner (Hausen); Kollekte für den Kleinkinderschulfonds. — Alten-Vuseck. 10: (Posaunenchor); Kollekte für den Erweiterungsbau der Kleinkinderschule; 18: .Christoesper (Schülerchor). — Trohe 14.30: Pfr. Steiner (Hausen). — Leihgestern. 10: Aufführung der Weihnachtskantate „Die heilige Nacht- durch den Kirchengesangverein mit Predigtgottesdienst. — hausen-Garbenteich 12.30: Hausen; 14: Garbenteich; Pfr. Staubach (Watzenborn). — Lich. 9.45: Beichte; 10: Stiftsdechant Kahn; hl. Abendmahl. 14: Pfarrvikar Draudt. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienft. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 16: liturgischer Weihnachts-Kindergottesdienst. Katholische Gemeinden. Mittwoch, den 24. Dezember. Gießen. 16 und 19 Uhr: Beichte. Ein fremder Priester hört Beichte. — Lich. 16 bis 18: Beichte. Donnerstag, den 25. Dezember. Weihnachtsfest. Gießen. 5 Uhr: Christmette; Beichte; 6, 6.30, 7: Messe; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Miesse mit Predigt; 16.30: Beichte; 17.30: Vesper mit Segen; 19: Beichte. — Grunoerg. 9 45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Laubach. 6: Christmette; Beichte; Messe; 10: Hoch-mt mit Predigt. — Lich. 6: Christmette mit Predigt, 10: Hochamt mit Predigt; 17: Festandacht. — Nidda. 5: .Christmette; 8.30: Hochamt. — Schollen. 10.30: Hoch, amt mit Predigt. Freitag, den 26. Dezember. Fest des hl. Stephanus. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Meße; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Andacht mit Segen. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Andacht. — Lau' ach. 10- Hochamt mit Predigt; 14: Andacht und Christenlehre. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Samstag, den 27. Dezember. Fest des hl. Johannes. Lich. 8 Uhr: Hochamt, vorher Weinweihe. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der .Synagoge (Südanlage). Samstag, 27. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9; abends 4.45 und 5.25 Uhr. Israelitische Religionsgesellschaft. Sabbatfeier den 27 Dezember. Freitag abend 4.10 Uhr; Samstag vormittag 8 30; nachmittags 4.40; Sabbatausgang 5 25. — Wochengottesdienst: morgens 7.10; abends 4 Uhr. Lonntnasd'emt d.'R«*rztc u Avolbekenn,n:s 12 20 l)r. Geyer. Frau Nr Roihenberaer. Veltkanapotb. .ralmarzt: i >r Baum. Am 26. Dezember iS. WeihnacktStagü Frl. Or. Gürtler. l>r. Steinreicb. Hirschapolhek« Zahnarzt: Dr. Buchtnaer. Banknoten. Berlin, 23 D zember Slmentantidie (Roten..... öclflliibe Sloten ...... Säniirfie Noten ....... 6nn'iidie Noten ........ firanzchlsche Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich. * 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten........ T'chechotlowatische Roten..... Ungariiche Noten ..... Devisenmarkt Berlin Brie» 4,199 58,61 112.27 20,405 16,505 169.24 22,01 112,22 59,19 2.49 112,67 81.62 44,29 12.465 73,52 a M Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse. Ole hintel den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o H., Lombardzinsfuß 6 o H. meld 4,179 58,37 111,83 20,325 16,445 168,56 21,93 111,78 58,95 2,47 112.23 81,30 44,11 12.405 73.22 Frankfurt firanffurt a DI Berlin Frankfurt a 8trhn Frankfurt a. 2H. Srrlln <5a;.u6» l»U0r» Iur4 K re Schluß» eintang» Iure flur< Schluß« t'iihr- iur6 Kurs Schluß« Bnsang» liird . Kur« Schtutz.^ fnroi tinr • (Schluß-l Anfa g- Oatum 23 12 24 12 23 1'2 24 12 Datum 23- 12 24 12 23 12 24 12 Oatum 23 12 24 12 23. 12 24 12 von 1827 7% Deutsche Ketchsanleiüe von 1929 Deutsche Änl-Äblos.-Schuld mit Ausloi. Rechten Teegl. ohne SluSlos.-Rechte 6% pes!. Bolksltaat von 1929 trüdiabtb l<>2%) Lberheslen Provinz - Anleihe mit Aneioi.-Rechten Deutsche flomm Sommelabl. Anleihe Serie l 6% firanlt s>nr>.»Bank Goldvle XIII unkündbar die 1934 7% firanfi Hnv -Bant Aoldpke unfünöbar ble 1932 V/t% Rdeinitche Hnv^BanI filau. (Multiple. 8% Pr. fianDeSDinnrbrtefanftdlt, Pianvbriese R. >9 8% $r VanDeer'an;brtefanftalt, Komm.-Lbl. R. 20. 7% Pr fianDevi-fanobttefanflflll, Psanvdnese iH 81 AEG abg. Bor.negs-Obiigatio. nen rückrablbar 1932 4% Oelterreichtiche (Seihtentt 4,20% Oesterreichische Silberrente <% Oesterreichilche Einheitliche Rente 4% Ungarische Goldrente . . 4% Ungariiche ©taatstente v. 1910 4yt% dergt. von 1913 4% Ungariiche Sronenrente 1% Türkische tzollanleibe von 1911 4% ZürttldK Bagdadbobn-Anl Serie I *% desgl Serie II 6% Rumänische oereind. Rente von 1903 »%% Rumänische oereind Rente von 1918 ......... t% Rumänische eetetah. 9ad* 86,5 99,5 51,75 5,4 87,5 50 50,5 98 92 87,5 100 97 97 92 26,25 2,13 1,25 22 17,4 1,35 L13 4,13 1,13 12,75 6,8 || | u| u| | [ 1 ! II I 1 1 1 1 1 1 1 I | x1 l 1 86 100,25 51,7 5,3 87,5 50 100 97 97 26,2 2,35 1,25 22 1,35 3,2 3,25 3,2 9 12,9 6,85 SS Ss si i i£i Ci i i i i i i i i i i Sb? i i oamvurg-ÄmerUa "tiatei . . . < Hamburg-Sbdam. Damvllchili 8 Hanta Damvitchisi . 10 Norbveuttcher Lloyd .... 8 Allgemeine TeutlcheTreditanst. 10 Barmer Bankverein . . 10 Berliner Hanvelegelelllchaft 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Narionalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschakt, . . . 10 Dresdner Bank......io Neichsbant........12 A.C-lS........ . v Bergmann.........0 Llektr LieleningSgeselllchatt. 10 Licht und fiiafl . . ... 10 stellen & Guilleaume . . . IV. Gesellschatt für Elektrische Unternehmungen ... 10 Hamburger SleltrtzttätS-Werte 10 Chemische Elektrizität .... 9 2d)icihd)e Elektrizität. ... 10 Sdtudert & Uo..... . u Siemens & Halske . . . . . ze Lransraoio . ........ t ' "bm-nerL Co.. ..... 11 Buderus . .•••.. 6 Deutsche ErdSl ....... 6 Essener Stein kohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Hocich Eilen ...... 6y, Ii!e Bergbau ....... 10 Möcknerwerke . ..... 7 Köln-Neuesten . .... 7 Manneemunn-Nödre» .... 7 Maneselder Bergbau .... 7 Cberlditel Elsenv, vark .... 5 Cberldilcl Kokswerte .... 7 Phbiiir Bergbau . . . 6% Mhelnljche Braunkohle» . . 10 kfrinHaty ....... 6 RtebedHoete» ...... 7,2 61 62,75 100 117.5 109,25 148,25 107 107,5 228,75 91 108 77 88 107,5 47,5 82 74 61 55 61,6 101,5 117 110,25 148,25 107,5 108,5 230 94 89 110,5 145 81,75 74 61,75 55,5 66,5 60,75 . 162 121 62,75 97 100 117,75 109,25 148,25 107,25 107,5 228,5 90,75 113 92 106,5 77,5 87,75 99,75 110,5 107,4 141,25 121,25 115,5 58,25 81,9 74 67,25 53 72,75 61,25 32,25 30,25 64,5 55 148,5 65,65 61,5 161,5 63,75 97 101,5 117,5 110,25 148,5 107,5 108 229,5 93,25 94 110 77,25 89 99,5 111,6 143,25 59 81,75 74 62,25 161 54,5 62,75 65,5 55,5 148 66,25 Bereinigte Stahlwerke . ... Otavi Minen . . . iS'/. Kaliwerke Alcheritlebeu ... 10 9a' "’tfe Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. ®. rtarben.gnoutoe ... 12 Donamit Nobel ...... 6 Scheideanstall........ 9 Soldlchmidt ........ 6 RütgerSwerke . ....... 6 Metallgeiellschaft. ...... S PhilWP volzmann......7 Zementwerk Heidewerg . . 10 Gementroerl Karlstadt. ... 10 Wach' & fiten tap ..... 8 Schultheis Payenyoser ... 15 cstwerke ........12 Aku 18 Bemberg.........14 ZelMoss Waldhok .... 1g'/, Zellstoss Alchafkenburg . . . 12 Charlottenburger Wassel ... 8 Dessauer Mas ..... 9 Daimler Motoren ..... 0 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-G. ..... 0 Nat. Automobil . ..... 0 CtenOeln S Kovvel . .... 6 Leonhard Tietz ..■••• 10 SvenZko ....... fircmktuner Mmchiuev .... 4 Gritzner ..... 6 HechigenNaedl........ Iunghans ........ 6 fiediroerfe...... 8 Mainkraftwerke Höchst a.M.. . 8 Mlag ......io Gebt Noeder ...... 10 Böig, & Haesfnei ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10 57 132 137 204 122,65 122,5 35 41,25 78,25 69 47,25 48,25 21,5 13,5 28 76 62,5 82,75 148 136 Hill £ 1 1 1 1 1 Illi 1 1 5 1 1 1 1 1 1 1 1 l'l 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 IS 57 31,75 132 138 206 122,65 34,75 41,25 78 68 38,25 161,5 128 47,25 46,75 88,5 73,9 78 97,5 21,4 100 30,4 42 102 266 13,25 30,75 28 61,5 148 133 56,5 31,75 135 210 124,13 41,75 78 164 128 47,5 47 88 74 78 99 22 100 43 104,5 266 23 Dczemdet 24 Dezember AMU'ch Seid ’