Nr. 249 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreitag, 24. Oktober 1950 Eriche,n> ,ogttch,autz« Sonntags and Feiertag» Beilagen Die Illustriert« Siebener Familienblätter Hetmat im Bill» Die Scholle fflonati>Be}ng$prels; 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsenmg für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Henttvrechanlchlüfie enter Sammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Eietzee. poß^checkkonlo: Kranlfurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Universttülr-Vuch- und Sttinörutferei K Lange in Gietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchukstrahe 7. Annahme von Lnzelaen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Der Haushaltsplan. Da das Kabinett in den nächsten Tagen den neuen Haushaltsplan verabschieden wird, Erscheint es angebracht, sich an der Hand des lausenden Etats einmal ein Bild vom deutschen Haushaltsplan zu machen. Innerhalb des Gesamtplanes haben wir einen ordentlichen und einen außerordentlichen Haushalt. Unter den Einnahmen im ordentlichen Haushalt rangiert der Reichspräsident an erster Stelle, allerdings nicht zahlenmäßig, denn sein Bureau vereinnahmt jährlich nur 7000 Mark. Auch der Reichstag nimmt 30 000 Mark ein, allein 9000 Marl durch Besichtigungen und für die Kleiderablage, dagegen kann das Auswärtige Amt 3,9 Millionen beisteuern, allein 3,5 Millionen durch Strafen und Gebühren. Die Einnahmen des Innenministeriums belaufen sich aus 4,5 Millionen. Dah darunter sich auch 400 Mark der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena befinden, wird nicht jeder gewußt haben. Der vorläufige ReichswirtschaftSrat soll im laufenden Etatsjahr 20 200 Mark ein* nehmen, und das Reichsarbeitsministerium 61,4 Millionen Mark, davon allein die Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung 47 Millionen Mark. Das Reichsheer nimmt 13, die Marine nur 3 Millionen ein. Die Einnahmen des Reichsjustizministeriums erreichen nur die Höhe von 21 000 Mark, dagegen vereinnahmt das angeschlossene Reichs- Patentamt 17,4 Millionen Mark, und das Reichsgericht, das eine Sonderkasse führt, 1,8 Millionen. Dom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft kommen 4 Millionen, vom Reichsverlehrsrnini- st e r i u m 33,9 Millionen. Hierbei sind 16 Millionen Brückengelder usw. und noch weitere 4,3 Millionen Kanalgelder des Kaiser-Wilhelm- Kanals. Das Reichsfinanzministerium steuert immerhin seine 82 Millionen bei, das Postministerium ist mit 149 Millionen vertreten, und aus den vermindertenKriegs- l a st e n entsteht eine Einnahme von 668 Millionen. Don diesen Beträgen könnte man natürlich noch keinen Reichshaushalt bestreiten, aber es fehlt ja noch der Hauptaktivposten: die Allgemeine Finanzverwaltung, melche mehr als 7 Milliarden besteuern soll, und zwar aus fortlaufenden Steuern 3,4 Milliarden, aus einmaligen Steuern 4 Millionen, aus Zöllen und Derbrauchsabgaben 3,5 Milliarden, aus Dividenden der Reichsbahngesellschaft 202 Millionen, aus Bank- und Münzwesen 40 Millionen usw. Damit sind die Einnahmequellen des Reichs erschöpft. Was sind nun die Ausgaben? Der Reichspräsident kostet uns samt Bureau nur 650 000 Ml. im Jahre, dafür kostet aber der Reichstag 11 Millionen. Das Reichsministerium, der Reichskanzler und die Kanzlei kosten 2,1 Millionen, das Auswärtige Amt kostet 63 Millionen, worin allein 33,7 Millionen Mk. für unsere Vertretungen im Ausland enthalten sind. Das Reichsinnen- Ministerium verbraucht 36 Millionen. Don den 18,5 Millionen, welche das Wirtschasts- Ministerium verbraucht, gehen allein 12,4 Millionen auf das Statistische Reichsamt. Die ungeheure Summe, welche das Reichsar - beitsministerium anfordem muhte — es handelt sich um 1 174 223 000 OHL — erklärt sich bald, wenn man hört, dah allein 578 Millionen für die Sozialversicherung und 435 Millionen für die Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung verausgabt werden müssen. Das Reichswehrministerium verbraucht 484 Millionen für das Heer und 136 Millionen für die Marine. Das Reichsgericht kostet nur 3,8 Millionen, 9,5 Mlllionen werden für das ReichsPate n t a m t ausgegeben. Das Landwirt- schaftsministerium kostet 10 Millionen, das Derkehrsministerium dagegen 133 Millionen. Da sind zuerst einmal die Kosten für die Unterhaltung der Wasserstraßen, die früher durch die Länder erhalten werden muhten, mit 72 Millionen, dann die Zuschüsse für die Luftfahrt in Höhe von 38 Millionen! Die Q3e r f o r - gung der ehemaligen Wehrmacht kostet 1578 Mlllionen. die jährliche Reichsschuld beträgt 1 030 629 Mk., 555 Millionen werden zur Schuldentilgung verwandt. Das Reichs- sinanzministerium braucht 405 Millionen, das Reichspo st Ministerium 44 400 Mark unb die äußeren Kriegslasten verschlingen nach dem Haager Abkommen 1 817 700 000 Mark, während die inneren Kriegslasten 325 Millionen erfordern. Abschluß der Etaisarbeiien. B r r I i n , 23. Oft. (BB.) 3m Reichsfinanzministerium sind alle Arbeiten am neuen Haushaltspläne fertiggestellt worden, die Kabinettsvorlage ist bcre ts in Druck gegeben worden. Ende der Woche wird sich das Kabinett mit dem Etat befassen, man hofft, ihn fvätestens in den ersten Tagen der nächsten Woche, wenn möglich aber noch in dieser Woche verabschieden zu können. Aus gut unterrichteter Quelle wird uns mitgeteilt, daß der Etat nicht die 10Milliarde ngrenze überschreitet und balanciert werden soll. 3n der kommenden Woche wird sich das Reichskabinett in mehreren großen Sitzungen mit den einzelnen Gesetzen des Reformplanes befassen, deren Verabschiedung auch noch bis zum Ende dieses Monats erfolgen soll. Es steht zu erwarten, daß der Ä e i ch s r a t Anfang Rovember seine diesbezüglichen Beratungen aufnehmen wird. Die Präsidentenwahl im Reichslandbund. Schieles Erben. 3m Reichslandbund ist in dem Augenblick, wo es an die Neubesetzung der durch Schieles Rücktritt freigewordenen Stelle ging, eine Führerkrise ausgebrochen. Herr Hepp, der bisher Präsidialmitglied war, hat sich zurückgezogen. Eigentlich mehr aus einem formellen Anlaß: der Landbund hatte früher zwei gleichberechtigte Vor- sitzende, erst als Schiele die Verantwortung übernahm, wurde ein dreiköpfiges Präsidium mit einem geschäftsführenden Präsidenten gebildet. Es hat sich nun darum gehandelt, ob man zu dem früheren Konsulsystem zurück- Graf von Kalckreuth, der als Nachfolger Schieles zum geschäftsführe den Präsidenten des Reichslandbundes gewählt wurde. kehren sollte, wie Hepp vorgeschlagen Jjatte. Bei der Abstimmung, die übrigens nicht nach irgendwelcher parteipolitischen Gruppierung, sondern mehr nach rein persönlichen Anschauungen orientiert war, ist Hepp in der M inderhei t geblieben und hat daraus die Folgerungen gezogen. Trotzdem liegt aber in dieser Entscheidung gleichzeitig eine grundsätzliche Klärung, die für die weitere Entwicklung des Reichslandbundes von tiefgehender Bedeutung sein kann. Die Organisation der deutschen Bauern hat sich biS vor wenigen 3ahren parteipolitisch vollkommen neutral verhalten, sie hat ihre wirtschaftlichen Ziele verfolgt und sich politisch innerhalb der einzelnen Parteien nur soweit betätigt, als das für ihre wirtschaftlichen Ziele notwendig war. Erst vor wenigen 3ahren zeigten sich die Ansätze einer eigenen Bauernpartei, die dann Karl Hepp, Präsident des Reichslandbundes, hat infolge der Wahl des Grafen von Kalckreuth fein Amt niedergelegt. diesmal bei den Wahlen in der Organisation des Christlichen Landvolkes ihren Fortgang fanden und sich erst durchzufetzen vermochten, als Schiele sich mit Entschlossenheit auf die Seite derjenigen stellte, die auch politisch sich selbständig machen wollten. Um diese Frage hat es hinter den Kulissen heftige Kämpfe gegeben, und Schiele selbst hat sich auch erst nach langem Zögern entschlossen, den nicht ungefährlichen Weg zu gehen, dec zur Landvolkpartei führte. Er hat dabei, worüber er sich selbst nicht im Unflaten gewesen ist. ein Fiasko erlitten. Die 21 Mandate des Landvolks waren kaum mehr als ein Achtungserfolg. Wären die Tauern in ihrer Gesamtheit der Parole gefolgt, dann hätte die Fraktion mehr als doppelt stark sein müssen. Statt tie fen sind große Telle der ländlichen Bevölkerung bei den Deutschnationalen geblieben, ein erheblicher Teil ist zu den Rationalsozia- listen abgeschwenkt. Schiele selbst hat unter dem Eindruck dieses Ergebnisses, das sich nun begreiflich in einer Rechtsdrehung des ganzen Lairdvolkkurses auswirkt, seine Aemter im Landbund auf gegeben, gleichzeitig auch, um sich im Kabinett wieder größere Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Aber auch der Landbund mutz die Bilanz ziehen und sich neu orientieren. Es gibt für ihn praktisch wohl nur den einen Weg, dah er sich wieder in eine nur wirtschaftlich untermauerte Reser vestellung zurückzieht. Sonst steht er vor der Gefahr, daß er auseinanderbricht, und nichts würde der deutschen Landwirtschaft bei der Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen größeren Schaden zufügen, als trenn der einzige Machtfaktor, auf den sie sich stützt, der Reichs- lanbbunb, durch innere Richtungskämpfe oder Zersehungserscheinungen gerade in diesem entscheidenden Augenblick um die einheitliche Stotz- krast gebracht würde. Oie Rechte begrüßt den Wechsel im Präsidium. Berlin, 23. Oft. (ERB.) Zu dem Wechsel im Präsidium des Reichslandbundes schreibt der Hugenbergsche „2 o f a I a n je i g c r“: Die Amtsniederlegung des bisherigen Dorsihenden Hepp und die Wahl des Grafen v. Kalckreuth find der Ausdruck dessen, daß der Reichslandbund Schluß gemacht wissen will mit der Po- li tif iercrei der Zentrale. Diese Poli- tifiererei abzustellen, ist eine angesichts mancher Persönlichkeiten sehr schwierige Aufgabe. Es wird sich zu zeigen haben, ob es gelingen wird, sie durchzuführen. — Die „Deutsche Zeitung" (deutschnatl.) sagt: 3n der Wahl des Grasen Kalckreuth zum vorsihführenden Präsidenten — die übrigens nach unseren 3nsormationen mit überwältigender Mehrheit erfolgt ist — offenbart sich deutlich das A b g e h e n des Reichslandbundes von der verfehlten Politik des letzten 3ahres. Diese Politik lief auf positive Mitarbeit im Staat, um Schlimmeres zu verhüten, dementsprechend auf die Annäherung an d i e Mittelparteien und schlietzlich in ihren Folgerungen auf die Anerkennung des herrschenden Systems hinaus. Es konnte nicht ausbleiben, daß angesichts der sich häufenden Fehlschläge eine Gegen- bewegung in der Anhängerschaft des Reichslandbundes sich eingestellt hat, die um so stärker wurde, als die Leitung des Reichslandbundes auch noch die bis dahin gewahrte parteipolitische DieLandvoWhrerbeimReichspräsidenien Berlin, 23.Oki. (111.) Der Herr Reichs- Präsident empfing heute in Gegenwart des Herrn Reichsministers Dr. Schiele die Vertreter der Fraktion Deutsches Landvolk, die Abgeordneten Döbrich, Gereke und Hepp, zu einer längeren Aussprache über die vom Deutschen Landvolk zur Linderung der Rotlage der deutschen Landwirtschaft oorgeschlagenen Mahnahmen. lieber den Empfang teilen die „Landvolknach- richten" folgende» mit: „Die Landvolkführer Debrich, Gereke und Hepp nahmen heute Beranlaffung, den Herrn Reichspräsidenten in Gegenwart de» Herrn Reichsernährungsministers Schiele ihre Auffassung zur augenblicklichen Lage und die Forderungen des Landvolks eingehend darzustellen. Ls wurde hierbei noch einmal die Forderung der Landvolkpartei nach sofortiger Einberufung des Reichs- Inges erörtert. Rachdem dabei festgestellt wurde, dah zur Zeit diese Forderung nicht erfüllt wird, betonten die Landvolkführer unter eingehender Darstellung der Lage der Landwirtschaft, dah ein weiteres hinauszögern dringender landwirtschaftlicher Forderungen auf dem Gebiete der Zoll- und Handelspolitik wie bestimmter innenwirtschaftlicher Absatz- m a h n a h m e n für die Landbevölkerung und damit für die Gesamtwirtschaft unerträglich sei. Die Abgeordneten wiesen insbesondere darauf hin, dah, wenn nicht in alter kürze durchgreifende Mahnahmen von feilen der Reichy- regierung Platz greifen würden, die bereits in der Landbevölkerung vorhandene auherordent- tiche Beunruhigung bis zu einem die Ruhe gefährdenden Ausmahe zwangsläufig gefteigert werden würde. Da zur Zeit keine Aussicht besteht, dah das Parlament vor Dezember Zusammentritt, so forderten die Landvolksührer die Ergreifung a u h e r p a r l a m e n t a r i s ch e r Mahnahmen zur Behebung der dringenden Rotstände. Man darf sich der hofsnung hingeben, dah die Ausführungen der Landvolksührer ihren Eindruck auf den Herrn Reichspräsidenten nicht verfehlt haben." Auisehenmegende VechafluiWN in Finnland. Oer GeneralstabSchef Wallenius als Entführer des früheren Staatspräsidenten Stahlberg verhaftet und seines Amtes enthoben. Der finnische Generalstabschef W a 11 e n i u s ist ebenso wie ein anderer hoher Generalstabsoffizier aus dem Dienst entlassen worden. Man hat beiden nachgewiesen, daß sie mindestens von der Entführung des früheren Staatspräsidenten Stahlberg durch Lappoleute gewußt haben, der zwar kein Kommunist ist, der aber mit dem antimarxistischen Kurs in Finnland nicht ganz einverstanden ist und deshalb vor einigen Wochen auf geheimnisvolle Weife mit feiner Frau in das nördlichste Finnland entführt worden war, aber nach kurzer Zeit entdeckt und im Triumph nach helfingfors zurückgebracht werden konnte. Heber der Verschwörung des Generals Wallenius und seiner Freunde liegt noch Dunkel. Daß es die Regierung gewagt hat, ihn aus dem Heere zu entfernen, liefert aber den Beweis für eine zunehmende B e • ruhigung im Lande. Präsident und Kabinett fühlen nach den Wahlen wieder sicheren Boden unter den Füßen. Außerdem sieht cs so aus, als ob die Lappobewegung an Werbekraft verliert. Das Ziel dieser Wahlen ist ja auch erreicht worden: im Parlament gibt es keine kommuni st ischen Abgeordneten mehr, für die antitommu» nistischen Gesetze ist die verfassungsmäßige Mehrheit gesichert. Heber die inneren Schwierigkeiten ist man aber in Finnland noch keineswegs hinweg. Der wirtschaftliche Druck Sowjetrußlands, namentlich die Schleuderoerkäufe auf dem Holzmarkt, haben das Land in eine schwere Krise hineingetrieben, die sehr leicht neue Erschütterungen auslösen kann. Oie Linierfuchung. Stockholm, 23.Ott. (L41.) Wie aus Heising- fors verlautet, hat der Staatspräsident nach Vortrag des Oberbefehlshabers der finnischen Armee die Verabschiedung des Genera'stabschefs Wallenius verfügt. Amtlich wird betätigt, dah Wallenius und die beiden anderen verhafteten Offiziere zugegeben hätten, die Entführung Stahlbergs in die Wege geleitet zu haben. Die Linkspresse bringt Meldungen, wonach die Verhaftung der Offiziere mit einem für Ende Oktober geplanten Staats st reich in Verbindung stehe. Die Vorbereitungen seien zwischen der Lappoleitung und einer Reihe höherer Offiziere getroffen worden. Gleichzeitig hätte man den Plan gefaßt, den sowjetrussischen Gesandten in Helfingfors und die übrigen Angehörigen der Gesandtschaft gewaltsam zu entführen. Monarchi- sttsche weißrussische Kreise in Helfingfors hätten diesen Plan unterstützt. Der finnische Staatspräsident D e l a n d e r erflärte: „3d> kann nichts anderes sagen, als dah die Vorfälle im Zusammenhang stehen mitderEntfübrungdesfrühe- ren Präsidenten Stahlberg. Weitere Mittellungen, dah es sich um Staats streich- pläne gehandelt hat, sind Gerüchte, weiter nichts." Das Verhör des Generalstabschefs Wallenius unb der beiden mit ihm verhafteten General-- stabsoffiziere ergab, dah es sich weder um einen Putschversuch, noch um eine militärische Revolte, sondern darum handelte, dah Wallenius die Entführung des Präsidenten Etahlberg unter» Generalstabschef Wallenius. ■ stützt oder zum mindesten davon gewußt habe. Wallenius war kurz vor der Entführung Stahlbergs in 3 o e n f u, wo man dadurch auf ihn aufmerksam wurde, dah fein Kraftwagen bei einem Fluhübergang ins Wasser stürzte. Unter dem Material, das angeblich den Behörden vorliegt, soll sich ein chiffriertes Telegramm mit der Chiffre des 3nnenministeriums befinden, daS von Wallenius am Tage der Entführung nach 3oensu abgefchickt worden sein sott. 3n diesem Telegramm wurden zwei Krankenplätze bestellt. General Wallenius ist erst 37 3ahre alt. Er hat seine Ausbildung in einem preußischen 3ägerbataillon, in dem zahlreiche finnische Freiwillige dienten, erhalten. Er gilt als ein sehr befähigter Offizier. Die Der- haf ung hat naturgemäß im ganzen Lande größtes Aufsehen erregt. Hessen-Kassel und Südwestdeuisch'and. Ein Vorschlag des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Friedensburg läuft auf Teilung der Provinz Oberheffen zwischen Kassel und Frankfurt hinaus. Neutralität verlieh unt> im Wahlkampf die Auf- ftellung besonderer Landvolklisten empfahl. Wenn auch mit der Wahl des Grafen Kalckreuth den Wünschen der Landbünde aktivistischer Richtung wohl noch nicht in allen Punkten Genüge geschehen ist. so ist damit immerhin der entscheidende Schritt zur Entpolitisierung des Reichslandbundes getan. Oie Landvolkpartei zur Wahl Kalckreuths. Lchwere Verstimmung über die Zurnck- drangung des bäuerlichen Elements. Berlin. 23. Oft. (TU.) Die Christlich» Nationale Dauern- und Landvoltpartei gibt zur Präsidentenwahl im Neichslandbund folgende Erklärung heraus. ..Die Präsidentenwahl ist das Ergebnis eines wohl vorbereiteten Dor st oh es östlicher deutschnationaler Kräfte. Die Wahl des Grafen Kalckreuth zum geschäftsführcnden Präsidenten bedeutet nicht Entpolitisierung, sondern Parteipolitisierung des Reichslandbundes. Da die Wahl trotz der bekannten Einstellung des bisherigen Präsidenten Hepp, der sein Amt zehn Jahre verwaltete, vorgenommen wurde, war seine Deseitigung durch dieselben K räfte, die auch Mini st er Schiele verdrängten. bewußt gewollt. Hepp war der Der- treter des bäuerlichen Elements im Präsidium des Reichslandbundes. Sein Ausscheiden aus dem Amte wird nicht ohne weitere Auswirkung nicht nur in den süd- und südwestdeutschen Landbünden bleiben. Das gleichzeitig erfolgte Ausscheiden Hofers aus dem Dündesvor- stand deutet die Folgerungen bereits an. Die gerade von den jetzt zurückgedrängten Vertretern betriebene bäuerliche Aktivitätzur Stärkung des Reichslandbundes, um dessen Machtposition ständig zu steigern, ist einem einseitigen parteipolitischen Standpunkt östlicher Grohgrundbesitzerkreise geopfert worden." Ausgleichsbemühungen. Keine Spaltung im Reichslandbund. Berlin, 23. Oft. (TU.) Die von der Christlich- Nationalen Bauern- und Landoolkpartei verbreitete Erklärung zur Präsidentenwahl im Reichslandbund hotte in Berliner politischen Kreisen den Eindruck erweckt, als ob eine Spaltung des Reichslandbundes und die Gründung einer neuen Organisation mit Unterstützung der Landvolkpartei durch den Abg Hepp bevorstände. Wie die „Telegraphen-Union" von bestunterrichteter Seite erfährt, scheint die Erklärung eine derartige Bedeutung nicht zu haben. Wie aus Kreisen des Bundesvorstandes mitgeteilt wird, entsprechen die Angaben der Erklärung über das Zustandekommen der Wahl des Grafen Kalckreuth nicht den Tatsachen. Die außerordentlich starke Mehrheit für Graf Kalckreuth setzte sich aus Vertretern der verschiedenen Richtungen innerhalb des Landbundes zu- lammen. Auch führende Persönlichkeiten der Landvolkpartei und Vertreter süd- und südwestdeutscher Landbünde haben für Graf Kalckreuth gestimmt. Wenn Höfer aus einem persönlichen Treueverhäst- ms zu Hepp seinen Sitz im Bundesvorstand nie- Mt hat, so hat das noch keine organisatori- uswirkungen. 9m übrigen sind auch Bestre- düngen zur Ausgleichung Der persönlichen Meinungsverschiedenheiten im Gange. Der Reichslandbund verzichtet daher zunächst seinerseits auf eine offizielle Stellungnahme, zumal man in unterrichteten Kreisen damit rechnet, daß die Landvolkpartei von sich aus offiziell in einer von der obigen von der Parteileitung amtlich nicht gebilligten Erklärung ihrer Pressestelle a b • weichenden Form sich zu den Vorgängen äußern wird. Noch keine Einigung im Berliner Metatlarbetterkonflikt. Die Kommissionsverhandlungen vertagt. Berlin, 23. Ott. (WTB.) 9n dem Lohnstreit in der Berliner Metallindustrie fanden am 23. Oktober im Reichsarbeitsministerium Nachverhandlungen über den Antrag auf Verbindlichkeitserklärungen des Schiedsspruches vom 10. Oktober 1930 statt. Die Verhandlungen zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. Schließlich wurden die Verhandlungen vertagt, sie sollen jedoch in Kürze fortgesetzt werden. Die Verhandlungen gliederten sich in zwei Teile: zunächst fanden die eigentlichen Nachverhandlungen statt. Sie waren offenbar nur von verhältnismäßig kurzer Dauer; denn es zeigte sich schon gleich, daß eine Einigung über den Schiedsspruch nicht zu erzielen war. Der Vorsitzende des Metallarbeiterkartells gab noch einmal eine kurze Begründung dafür, daß die Gewerkschaften den Schiedsspruch ablehnen. Nach ihrer Ansicht sei die Lohnsenkung nach der Wirtschaftslage nicht gerechtsertMt. Aus der anderen Seite verwies der Syndikus des Verbandes Berliner Metallindustrieller, Rechtsanwalt Stefan Oppenheimer, darauf, daß die Arbeitgeberseite die Ve r b i n d l i ch k e i t s e r k l ä r u n g des Schiedsspruches beantragt habe, obgleich er nicht voll den Wünschen der Metallindustriellen entspreche. Dabei bezog sich Rechtsanwalt Oppenheimer auf die Verfügung, die der Oberschlickster dem Schiedsspruch angefügt yat. Damit war fest- gestellt, daß eine Einigung auf diese Weise aussichtslos war. • Der Vorsitzende^ Ministerialdirigent Meves, machte nun den Versuch, die beiden Parteien doch noch in anderer Form zusammenzubringen. Es wurde deshalb eine Kommission aus je fünf Vertretern der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber gebildet. Es sind dies für die Arbeitnehmer: Ulrich, Eckert, Ortmann, Bredow und Tost, für die Arbeit- geber Dr. v. Siemens, Generaldirektor Kremmener, Ernst v. Borsig, der Geschäftsführer des Gesamt- verbandes deutscher Metallindustrieller Dr. Lotz und Rechtsanwalt Oppenheimer. Aber auch diese Verhandlungen führten trotz mehrstündiger Dauer zu keinem Ergebnis, so daß man sie vertagen mußte. Formell liegt die Entscheidung nun beim Reichsarbeitsmini st er, der darüber befinden muß, ob er nach dem Scheitern der Nachverhandlungen den Schiedsspruch für verbindlich erklären will oder nicht. Der Leiter der Verhandlung wird ihm heute vormittag Vortrag halten. Ebenso werden die Parteien zunächst Stellung nehmen müssen. Davon dürste es abhängen, auf welche Weife die weitere» Verhandlungen geführt werden könne». 3m Rundfunk sprach Regierungspräsident Dr. Friedensburg über das Thema „Hessen- Kassel und Südwestdeutschland". Der Regierungspräsident führte u. a. aus: Das Rhein- Main-Gebiet mit dem Mittelpunkt Frankfurt a. M. gilt mit Recht als ein Schulbeispiel für die Notwendigkeit einer baldigen und gründlichen Reichsreform. Hier liegt eines der wichtigsten deutschen Wirischafts- und Verkehrs- gebiete, mehr oder weniger einheitlich in seinem landschaftlichen Charakter, der Stammeszugehörigkeit feiner Bewohner, seiner kulturellen Eigenart und seinem wirtschaftlichen Aufbau. 3n schroffem Gegensatz zu dieser inneren Einheit steht aber die verwaltungsmäßige Zerrissenheit des Gebietes. Die Grenzen sind entstanden in den Zufälligkeiten und Willkürlichkeiten der mittelalterlichen und frühzeitlichen Geschichte der deutschen Territorialstaaten. Eine Reichsreform kann und darf vor den deutschen Dinnengrenzen selbst nicht halt machen. Für die Detrachtung des Rhein-Main-Problems ist von entscheidender Dedeutung, festzustellen, daß d i e zukünftigen Reichsländer nicht allzu groß werden dürfen. Reichsländer von 1—3 Millionen Einwohnern hätten durchaus ausreichende Größe. Die Neugliederung des Reichs kann und soll nicht erfolgen, weil einzelne Großstädte sich ihr eigenes Einfluß- gebiet mit einer verwaltungsmäßigen Einheit sichern wollen. Die Neugliederung soll die vorhandenen Spannungen der Städte unter sich und zwischen Stadt und Land verringern und aus- gleichen. Ein neues Reichsland mit Mittelpunkt und Hauptstadt Frankfurt durch Zusammenfassung der preußischen Provinz Hessen-Nassau und des jetzigen Freistaates Hessen zu schaffen, ist unausführbar. Die Frage, was aus K u r h e s s e n mit der Hauptstadt Kassel werden soll, stellt ein sehr ernstes Problem dar. Kassel ist gewachsen als Residenz der kurhessischen Kurfürsten und damit als Derwaltungsmittelpunkt der kurhessischen Landschaft. Die ohnehin um ihre Existenz schwerringende Stadt würde zu einer toten kleinen Provinz st adt herabsinken, wenn sie nicht mehr die Hauptstadt ihres Gebietes, sondern eine auhenliegende Kreisstadt würde Noch immer Ungewißheit. Die Untersuchung noch ohne Ergebnis. Berlin, 23. Off. (WTB.) wie verlautet, beträgt die Zahl der Toten des Unglücks von Alsdorf bisher 2 5 5 — einschließlich von 16 Bergleuten, die im Krankenhaus starben —. 3m Krankenhaus liegen jetzt noch 92 verletzte. Die Zahl der Toten, die noch unterläge liegen, dürfte gering fein. Die Bergungsarbeiten gestalten sich in ihrem letzten Stadium äußerst mühsam, obwohl mit Anspannung aller Kräfte gearbeitet wird, um die letzten noch vermißten aus der Grube herauszuholen. Es ist begreiflich, daß die Gröhe des Unglücks und der langsame Fortschritt in der Beseitigung der letzten Hindernisse bei der draußen harrenden Menge Nervosität und Erregung heroorruft. 3m benachbarten Aachen wehten heute in allen Straßen die Flaggen auf halbmast. Auch Alsdorf selbst gibt auf diese weise seiner Trauer Ausdruck, hin und wieder kommt ein wagen, mit Tannengrün geschmückt, mit Särgen durch das Bergtor. A m Verwaltungsgebäude ist man eifrig damit beschäftigt, die Trümmer zu beseitigen, eine Arbeit, die noch Tage erfordern wird. 3m Gewerkschastszimmer debattieren Werksangehörige über die Katastrophe. Auf der Dorfstraße hasten die Rettungsmannschaften zu neuer Arbeit. An einem Schalter der Grube werden von den Angehörigen die noch Vermißten gemeldet. Zahlen schwirren durch die Lust. Kaum sind die 250 Opfer bestätigt, so wird schon von 270 gesprochen. Das erhöht die Unruhe. 3eder Angehörige möchte Gewißheit über die 5einigen haben, die doch vorläufig in vielen Fällen noch nicht zu erlangen ist. vormittags wurde den Angehörigen der Grubenopfer der Zutritt zu den Leichenhallen gestattet. Aus den Straßen sieht man sehr viele weinende Frauen und Mädchen. Durch Anschlag wurde bekannt gemacht, daß die Leute der unterirdischen Belegschaft von Anna II zum Teil wieder beschäftigt werden können. Sie erhielten die Weisung, sich auf Grube Anna II vor Beginn der Schicht bei der Markenkontrolle zu meiden. Der Unfallausschuh setzte heute seine Untersuchungen fort weitere von der Explosion erfaßte Sfeige-Revlere wurden befahren. Auch in diesen Revieren konnten UrsprungsherdederExplo- sion nicht festgestellt werden. Während gestern noch angenommen werden konnte, dah über Tage ei ne Benzin- oder Benzol- e x p l o s i o n als Ursache vermutet werden könnte, Ein Protest der katholischen Verbände der Oiözese Mainz WSN. Mainz, 23. Oft. Die katholischen Verbände der Diözese Mainz verösf ent- lichen folgenden Protest: „In den letzten Wochen ist aus der nationalsozialistischen Presse eine Flut von mitunter sehr häßlichen Angriffen gegen unseren Hochwürdigsten Herrn Bischof dadingegangen. Einer Serie von Drohbriefen schwh sich ein Angriff von der Tribüne des Reichstages herab an. Es wird der Versuch gemacht, unter politischem Deckmantel eine Entzweiung zwischen dem katholischen Volk und seinem gottgesetzten Oberhirten herbeizuführen. Aber das katholische Volk kennt die Gründe und die Ziele dieser gegen seinen Bischof und dessen Hessen-Kassel wird sich selbstverständlich damit abfinden müssen, dah im Fall einer Reichsreform die nach geographischer Lage und. Sfammeigenart der Bevölkerung zum Rhein- Main-Gebiel gehörenden Teile südlich der Wasserscheide, also etwa die Kreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern zum Rhein-Main-Gebiel fallen. 3n Oberhessen würden die Kreise Lauterbach und Alsfeld nördlich der Wasserscheide des Vogelbergs kaum als zum Rhein-Main-Gebiel zugehörig angesehen werden können und ihre natürliche Zugehörigkeit zu Hessen-Kassel finden. Allein durch diesen Umtausch würde eine sehr zweckmäßige und gesunde Abrundung der Gebietsteile erreicht. Lin kleiner Zuwachs ist für Hessen-Kassel aus dem Nordteil des zu Nassau gehörigen Kreises Biedenkopf zu erwarten. Daß Hessen-Kassel im Falle einer Reichsreform nicht den als Exklave innerhalb der Provinz Hannover liegenden Kreis Grafschaft Schaumburg mit der Hauptstadt Rinteln behalten kann, ist selbstverständlich. Umgekehrt können sich die modernen Wirtschafts- und Verkehrsbeziehungen Wohl kaum damit abfinden, daß ein Zipfel der Provinz Hannover bis in die Kasseler Vorstädte hinreicht. Der Landkreis Hannoversch- Münden, zum mindesten der größere südliche Teil davon, wäre in jeder Hinsicht selbstverständlich Aequivalent für die Umglieberung der Grafschaft Schaumburg. Ein besonderes Problem stellt die ebenfalls zu Hefsen-Kasfel gehörige Exklave Herrschaft Schmalkalden dar. 3m wirtschaftlichen und sozialen Interesse der notleidenden Rhönbevölkerung wäre es erwünscht, wenn der Hauptteil der Rhön und das Werragebiet mit seinem zukünftigen Reichslande Hessen-Kassel zu vereinigen fein werden, zumal schon jetzt der Hauptsitz der im Werragebiet ansässigen Industrie Kassel ist. Ein Reichsland Hessen-Kassel in den angedeuteten Grenzen würde auch ohne allzu begehrlichen Uebergriff auf die Nachbar- Provinzen lebensfähig sein. scheidet auf Grund des Ergebnisses der fortschreitenden Aufräumungsarbeiten über Tage diese Annahme aus, weil alle Behälter unversehrt oor- gefunben wurden. Ei» Gereiteter erzählt: Alsdorf, 23. Okt. (TU.) Wohl am meisten von dem schweren Schicksalsschlag ist die Berg- mannssiedlung Kellersberg betroffen. Hier ist fast in jedem Haus ein Toter oder Verletzter zu beklagen, hier wohnt auch der Bergmann Josef Corr, den man mit zwei anderen noch lebend aus Dem Schacht herausgeholt hat. In seiner Woh- nung sind alle Verwandte um ihn geschart, um ihm Glück zu seiner Rettung zu wünschen. Aber nichts kann ein Lächeln auf seine Lippen zwingen. Der Bergmann erzählt von dem ilnglücf: „Wir fuhren in den Schacht herab und waren ein Viertel nach sieben älhr an unserer Arbeitsstätte angelangt. Nach mir kamen noch viele andere Bergleute. Die letzten sagten schon, es s e i e t w a s passiert, aber wir hätten nichts davon ab- bekommen. Dann kam der Steiger Voß und sagte: Wenn die Preßluft wegbleibt, laßt alles stehen und liegen und macht, daß ihr fortkommt. Der Steiger wurde später im Hilfsschacht t o t aufgefunden. Dann rief uns ein Mann vom Transport zu, dah wir fortlaufen sollten. D i ck und schwer kamen die Rauchschwaden. Wir liefen zum Hilfsschacht. Dort steht ein Materialmagazin, durch das man nach Anna l herübergelangen kann. Aber die Tür, die uns Die Rettung hatte bringen können, war schon verschüttet. Alles war voller Qualm und Rauch. Da sind wir wieder zurückgelaufen. Wie viel Mann wir waren, weiß ich nicht. Am Hilfsschacht lag schon einer; aber niemand kümmerte sich um ihn. Jeder hatte nur den einen Gedanken: Fort, fort! Dann kamen wir an eine alte Dahn, die vor fünf bis sechs Jahren ausgehauen worden war, und später toieSer zusammengestürzt ist. Es war noch soviel Raum vorhanden, dah man über die zusammengestürzten Steine in die alte Bahn hineinkriechen konnte. Das sollte unsere Rettung sein. Hier verliehen uns aber die Kräfte, und wir wurden bewußtlos. Ich war bewußtlos bis abends um neun ilfjr. Plötzlich kam ein Kamerad und sagte: „Jupp, gehst Du mit?" Ich wäre gern mitgegangen, aber ich konnte nicht, weil meine Kräfte vers ag- t e n. Oann ging zu allem Lieberfluß noch d i e Lampe aus. Ich lag bei vollem Bewußtsein die ganze Nacht hindurch im Dunkeln. Unendliche Stunden finiter kam ein Mann, der mir schließlich Hilfe brachte. Nachdem wir noch einige Schwierigkeiten zu überwinden hatten, sah ich endlich nach 31 Stunden das Licht des Tages wieder." nächsten erprobten Mitarbeiter erfolgten Aktion. Es sind dieselben Worte und dieselben Motive, Die schon manches Unglüd über unsere Kirche und den inneren Frieden Deutschlands gebracht haben. Kämpfe früherer Zeiten haben uns nicht nur erfahren, sondern auch stark gemacht. Schon feit Jahrhunderten muß jener, der unerschrocken für die Wahrheit eintritt, Verfolgungen aller Art erleiden. Aber feit Jahrhunderten steht auch das katholische Volk mit besonderer Treue und hingebender Liebe zu jenen Führern der Kirche, die um ihrer Pflicht und um ihrer Wacht am Glauben willen mit Verfolgungen und Schmähungen überhäuft werden. Die unterzeichneten Verbände der Mainzer Diözese weisen Die auf unseren hochwürdigsten Herrn Bischof und seinen Generalvikar erfolgten Angriffe, die jedes kirchliche Autoritätsgefühl vermissen lassen und der Kirche gegenüber den Parteien eine Magdstellung zudiktieren, mit aller Entschiedenheit zurück und versichern dem bischöflichen Stuhl von Mainz Der aufrichtigsten Treue und Ergebenheit gerade in diesen Sturmtagen." Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Preußen. Berlin, 24. Oft. (VDZ.) Zur Verminderung der Arbeitslosigkeit fordert die sozialdemo- kratische Fraktion im Preuß ischen Landtag eine Senkung der Arbeitszeit auf 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich, Verhinderung der Zulassung ausländischer Wanderarbeiter in der Landwirtschaft und Ausdehnung der allgemeinen Schulpflicht bis zum 15. Lebensjähre. Wie Der Demokratische Zeitungsdienst erfährt, beabsichtigt Die preuhi - sche Regierung, von sich aus zur Bekämpfung Der Arbeitsnot wesentlich beizutragen. Hierbei kommen eine Reihe von Maßnahmen in Frage, die sich u. a. auf die Verlängerung Der Schulpflicht, auf Die Kürzung Der Arbeitszeit, auf Die Einschränkung der Beschäftigung ausländischer Arbeiter in Preußen und auf QH e [ i o r a-H aji 8 a r b e i- ten in der Landwirtschaft beziehen. Die Bekanntgabe dieser Maßnahmen werde nicht mehr lange auf sich warten lassen. Kleine politische Nachrichten. Zu dem Telegramm Arnold Rechbergs an Adolf Hitler über das Verständigungsangebot Gustave Herv 6s bemerkt der „Volk. Beobachter", Adolf Hitler werde seine Antwort im „Völkischen Beobachter" am Samstag, 25. Oktober, bekanntgeben. ♦ Staatssekretär z. D. K e m p k e s hat die Stellung eines Leiters der Gesamtorganisation der Deutschen Volkspartei niedergelegt. ♦ Der stellvertretende Berliner Stadtkämmerer Dr. Lange hat Besprechungen mit Vertretern von Großbanken über Die Gewährung eines kurzfristigen Kredites im Betrage von 25 Millionen Mark an die Stadt geführt. ♦ Der Vorsitzende der chinesischen Nationalregierung, Marschall Ds^iangkaischek, ist zum Christentum übergetreten. Der älebertritt, der sich in aller Stille vollzog, ist ein Schlag gegen die Kommunisten, die im Jangtse-Tal Christenverfolgungen veranstalten. Dschiangkaischek ist durch die Taufe in die Methodistengemeinde ausgenommen worden. Aus aller Welt. Ferngespräch Bangkok—Berlin—Washington. Ende dieser Woche wird Der König von Siam in Der Lage sein, sich mit seinerGesandtschaft in Washington telephonisch zu unterhalten. Das Fernamt Berlin hat in diesen Tagen versuchsweise eine Gesprächsver-- bindung Bangkok—Washington hergestellt. Obwohl die beiden Städte mehr als 1 5 0 0 0 Kilometer auseinanderliegen, war Die Verständigung aber gut. Das Gespräch wird auf der von Transradio betriebenen Funllinie von Bangkok nach Berlin (rund 8600 Kilometer) drahtlos geführt, von Berlin nach London (rund 1000 Kilometer) durch Fernkabel, von London nach Neuyork (rund 5600 Kilometer) toie» Aberdeen- Z58 S<| ’10 In» 53 ours^ Mn ---*755 -Jan Mayen------- ©Wolkenlos.® neuer Q naib oedtcict. » wolkioe oedecm eRegen. * Schnee a Gemein e Meoei K Gewitter.®Windstille. sehr leichter Ost £> massiger Sudsuowesi q stürmischer Hordwest Ole Pfeile fliegen mit dem Winde Oie oei aen Stationen stehenden zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichem» auf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Ausläufer des kräftigen Jslandtiefs Haden sich weit südlich ausgebreitet und erstrecken sich über ganz Deutschland. Das Regengebiet an Der Vorderseite hat bereits in der letzten Nacht in unserem Bezirk Niederschlagstätigkeit eingeleitet. Die nunmehr an der Rückseite zufließende, etwas kühlere, feuchte Ozeanluft wird das Wetter veränderlich und unfreundlich gestalten. Bei wechselnder Bewölkung treten des öfteren noch Regenschauer auf und die Temperaturen gehen etwas zurück. An der Westküste Irlands macht sich bereits das Herannahen einer neuen Störung bemerkbar, so daß für die nächsten Tage noch keine Besserung zu erkennen ist. Aussichten für Samstag: Unbeftönbig, wechselnde Bewölkung, etwas kühler, noch Niederschläge. Lufttemperaturen am 23. Oktober: mittags 10 Grad Celsius, abends 8,4 Grad; am 24. Oktober: morgens 8,8 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum 7,8 Ärad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Oktober: abends 9,7 Grad; am 24. Oktober: morgens 8,6 Grad Celsius. — Niederschlag 3,9 mm. — Sonnenschein- Dauer eine Viertelstunde. Die Bergungsarbeiten in Alsdorf. 255 Tote geborgen. — Oie U fachen der Bergwerkelkatastrophe noch immer nicht geklärt. — Am Samstagvormittag Beisetzung der Opfer. der drahtlos und schließlich von Reuhork nach Washington (rund 350 Kilometer) wieder über Fernkabel. Es handelt sich bei dem Gespräch um die läng st e Fernverbindung, die bis jetzt hergeftellt worden ist. Ueberschwemmungen in Mexiko. Infolge der heftigen Regengüsse, die in der ersten Hälfte dieser Woche im Territorium Rayarit niedergingen, sind die Flüsse dort über die Ufer getreten. Das Hochwasser überschwemmte die Stadt Tufpan, in der 25 Per - sonen ertrunken sind, und die Städte Bahona. San Felipe und Eerrobola. Mehrere tausend Etüct Vieh sind in den Flüssen ertrunken. Die Vrnte ist auf weite Strecken vernichtet. Internationale vriefmarkensälscher. Die Pariser Polizei verhaftete ein polnisch-griechisches Paar, das bei einem Markenhändler gefälschte deutsche Briefmarken im Werte von 15 0 0 0 Franken verkaufte. Die junge Polin hatte dem Briefmarkenhändler erhört, daß sie aus wirtschaftlicher Notlage eine wert- voll«' Briefmarkensammli.ng verkaufen müsse. Die Briefmarken waren so täuschend ähnlich nachgcahmt, daß der Händler bei ihrem Ankauf nicht an ihrer Echtheit zweifelt«. Erst nachdem er gewohnheitsmäßig die Marken zur nochmaligen Prüfung nach Berlin u.nd Rom gesandt hatte, kamen sie mit dem Vermerk zu- rück, daß es sich um Fälschungen handele. Der Grieche gab an, daß er diese für 10 000 Franken in Rom gekauft habe, wo sich auch die Fälscher- zentrale befinden soll. In seinem Besitz fand man noch weitere gefälscht« Marken in Riesenmengen vor, bei deren Verkauf der Betrüger mit einem Gewinn von einer halben Million Franken rechnen konnte. Au« Der Provinzialhauptstadl. Gießen, den 24. Oktober IWO. Butiergebackenes. Line interessante Gerichtsentscheidung. In der Sitzung des Amtsgerichts vom 21. Oktober gelangte ein Fall zur Entscheidung, der rricht nur für die einschlägigen Fachkreise (Bäckereien u. dgl.), sondern auch für das konsumierende Publikum von Wichtigkeit Ift Gs handelte sich um die Frage, ob der Käufer von Dutter- gebackenem auf Grund des Rahrungsmittel- aesetzes verlangen kann, daß bei Herstellung des Gebäck- auch tatsächlich reine Butter in entsprechender Menge verwendet worden ist. und ob her Verkäufer, der die Ware als Butter- gebackenes verkauft, obwohl nur Margarine verwendet worden ist, und es unterläßt, das kaufende Publikum in irgendeiner Weise hierauf aufmerksam zu machen, auf Grund des angezogenen Gesetzes wegen irreführender Bezeichnung der verkauften Waren strafbar ist oder nicht. Von besonderer Bedeutung war in der Verhandlung das Gutachten zweier Vertreterinnen der Gießener Hau-frauenberatung-stelle, die dem Verbände des Deutschen Hausfrauenvercins angegliedert ist. Diese hatten sich mit etwa 30 bis 40 Hausfrauen aller Schichten der Bevölkerung vor Abgabe des Gutachtens in- Benehmen gesetzt. Dieses ging dahin, daß beim Einkauf von Dutteraebackenem unter allen Umständen erwartet werden müsse, daß zu dem Gebäck auch reine Butter und nicht nur Margarine verwendet werde, selbst dann, wenn — wie im Fragefall — der Preis des Buttcrgebackenen auf nur 1,60 Mark für das Pfund gesetzt sei, daß auch recht wohl die Möglichkeit bestehe, daß Hausfrauen in nicht geringer Zahl durch die Bezeichnung ^Duttergebackenes" sich irre führen ließen, die von ihnen gehörten Hausfrauen hätten sich sämtlich mit ihnen solidarisch crflart; zudem sei auch zu bedenken, daß ..Buttergebackenes" vorwiegend für Kinder bestimmt sei. Das Gericht schloß sich dieser Auffassung an, nachdem es noch festgestellt hatte, daß in zwei Landstädtchen Oberhessens Butterge- backcnes, bei der nur reine Butter zur Verwendung kam, für 1,60 Mk. und für noch einen geringeren Preis verkauft werde. Der Angeklagte hat daher nach Ansicht des Gerichts gegen § 4 des Lebensmittelgesetzes vom 5. Juli 1927 verstoßen. Es erfolgte trotzdem Freisprechung des Angeklagten, eines Bäckers aus einem Rachbarorte, der nur Margarine verwendet hatte, aber ausschließlich aus subjektiven Gründen. Die Freisprechung gründete sich lediglich darauf, daß der Angeklagte, wie aus einer Reihe von Umständen zu schließen war. sich offensichtlich der Rechtswidrigkeit seiner Handlung nicht bewußt gewesen ist, namentlich nicht in der Richtung, daß er durch die Bezeichnung „‘Sutter- gcbackenes" das kaufende Publikum irre führe. Fährt der Angeklagte bei Herstellung desselben in der seitherigen Weise fort, so kann ihm angeblicher guter Glauben allerdings nichts mehr nützen. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadt- theater: „Sektion Rahnstetten", 20 bis 22.15 Uhr. — Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen-Stadt: Ausschußsitzung, 20.30 Uhr. im Gewerkschaftshaus. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebesparade". — Astoria Lichtspiele- „Messalina". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Samstag Nndet das mit großer Spannung erwartete Gastspiel der Ludwig-Thoma-Bühne statt. Carl Zuck- mayers Verdienst ist es, uns diesen Genuß verschafft zu haben. Er hat die Truppe in Tegernsee spielen sehen und nicht eher geruht, als bis Berlin diesen Dauern begeisterte Ovationen bar* gebracht hat. Aus dem Bureau der Thoma- bühne teilt man uns mit, daß die Prager Landesbehörde ein weiteres Gastspiel verboten hat. »eil die Ludwig-Thoma-Bühne ein ausländisches (lies: deutsches) Unternehmen sei. Die Thoma- Bühne hat sofort die Tschechoslowakei verlassen. — Heute abend 20 Uhr „Sektion Rahnstetten". — Von der Volkshochschule wird un6 geschrieben: Die Dortragsfolge für den Volks- kunstabend des Kammerorchesters der Dollshoch- schule, der als Eröffnungsfeier des Winterhalbjahrs am morgigen Samstagabend im Großen Hörsaal der Universität stattfindet. ist diesmal insofern bemerkenswert, als das Orchester zum ersten Male Solo-Gesang, und zwar zwei Arien aus G. F. Händels Oratorium ..Der Messias" begleitet. Als Solistin ist Frau Minna Wolff, Gießen. (Sopran) gewonnen worden, die außer diesen beiden Arien noch eine Arie aus Bachs ..Kafseekantate" mit Begleitung von Klavier (Frau Elfriede Fischer) und Flöte (Herr Hel» muth Eger) singen wird. In rein instrumentaler Beziehung kommen außer der Einleitung des „Wessias" noch eine Suite von Georg PH. Telemann (1681 bis 1767), 3oh. Seb. Dachs gefeiertem Zeitgenossen, die nach einer Lollyschen Ouvertüre eine Anzahl alter Tanzformen aneinanderreiht, sowie ein Kirchenkonzert von E. F. d'all Abaco (1675 bis 1742) zu Gehör. Dor dem musikalischen Teil wird der Leiter des Orchesters. Musiklehrer Franz Dauer jr.. ganz kurz die Ziele und den Zweck des Kammerorchesters, das nicht den Konzertbetrieb vermehren, sondern pädagogische Arbeit leisten will, erläutern. (Siehe Anzeige vom Mittwoch.) — (Eine Filmvorführung über „M a ■ f u r e n , das Land der tausend Seen", veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des Deutschnationalen .Handlungsgehilfenverbandes am morgigen Samstagabend im DHV.-Heim in der Lonyftraße. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Obst- und Gartenbauverein vermittelt seinen Mitgliedern am Sonntag einen Vortrag von Garteninspektor R e h n e l t (Näheres siehe Anzeige.) * • 3ustizpcrsonalie. Dureaudirektor Peter Sattler bei der Staatsanwaltschaft Gießen wurde mit Wirkung vom l.Rovember 1930 zum Dureaudirektor bei dem Generalstaatsanwalt in Darmstadt ernannt. • • Die Stundung der Pachtpreise für staatliche Grundstücke fordert die Fraktion des Hessischen Landbundes vom Hessischen Landtag. Der Antrag lautet: „Die Martini 1930 fällige Iahrespacht für staatliche Parzellengrundstücke wird zinslos bis 1. Avchl 1931 gestundet. sofern ein begründeter Antrag seitens deS Pächters gestellt wird. Bei der Prüfung der D^undungsgrsuche soll nicht engherzig verfahren werden." — Die Fraktion fordert außerdem die Senkung der Pachtpreise für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke in folgender Form: „Wir beantragen, die Pachtverträge für fiskalisches Gelände einer Revision zu unterziehen, mit dem Ziel Senkung der Pachtpreise, entsprechend den katastrophal gesunkenen Preisen für landwirtschaftliche Erzeugnisse." • • Füchse als Hühnerdiebe. 3n der Rächt zum Donnerstag verschwanden auS dem Grundstück eines Einwohners in Londorf 17 Hühner. Die im Laufe des gestrigen Vormittags von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen mit Hilfe des Polizeihundes „Carmen" angestellten Rachforschungen brachten das überraschende Ergebnis. daß der Diebstahl nicht von Menschen, sondern allen Anzeichen nach von einer ganzen Familie von Füchsen auSaeführt worden ist. Dank der Spurverfolgung durch den Polizeihund sand man nämlich im freien Felde an ganz verschiedenen, stellenweise mehrere hundert Meter voneinander entfernt liegenden Stellen totgebissene und zum Teil schon verzehrte Hühner, die an den Federresten als das Eigentum des bestohlenen Londorfer Bürgers erkannt wurden. • • (Ein Einbruch wurde in der letzten Nacht in die Wohnung des Freiherrn vonBerlepschin Büdingen verübt. Die Landeskriminalpolizeistelle Gießen wurde heute früh von der Tat in Kenntnis gesetzt und hat sofort die Nachforschungen aufgenommen. Bis zur Stunde ist Näheres über den Einbruch hier noch nicht bekannt. • • A u f der Weide geschlachtet und g e st o h l e n. Gestern nachmittag wurde auf einem Weideplatz des Gutes Nonnenhof im Kreise Friedberg ein Stück Großvieh geschlachtet und das Fleisch gestohlen. Die Nachforschungen nach den Tätern wur. den von der Landeskriminalpolizeistelle Gießen und den örtlichen Sicherheitsbehörden sofort ausgenommen. Erweitertes Vezirksschöffengericht Gießen. • Gießen, 22.Olt. Wegen zweier Sin- bruchsdiebstähle im wiederholten Rückfall wurde der trotz seiner 25 Jahre schwer vorbestrafte Arbeiter Heinrich K i z i n n a auS Bochum zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Gr hat tm Frühjahr nach Verbüßung einer dreijährigen Freiheitsstrafe das Gefängnis verlassen und alsbald die Derbrecherlaufbayn wieder betreten. 3m Juni wurden in Stockhausen und in Zahmen im Abstand von wenigen Tagen Einbruchsdiebstähle verübt und wertvolle Gegenstände gestohlen, darunter ein Jagdgewehr mit Zielfernrohr und ein fast neues Fahrrad. Bald danach wurde der Angeklagte in Rudlos verhaftet, wo er in einer Scheune genächtigt hatte: in dieser Scheune waren die gestohlenen machen versteckt. Der Angellagte wollte von nicht- wissen und behauptete der Wahrheit zuwider, er habe die Scheune eben erst betreten. Den ihn verhaftenden Gendarmen erhärte er, er wisse, daß er vier 3ahre Zuchthaus bekomme, es falle ihm aber nicht ein. zu gestehen. Durch umfangreiche Beweisaufnahme wurde fest- gestellt, daß er zur Zeit der Diebstähle an den betreffenden Orten gewesen war: auf dem frisch gestrichenen Zimmerboden in einem der Häuser, aus denen gestohlen worden war, fand stch ein seinen Schuhen entsprechender Gummisohlenab- druck. Danach konnte trotz einer schwungvollen Schlußrede deS Angeklagten an seiner Schuld kein Zweifel fein. Da es sich um einen gewerbsmäßigen Verbrecher handelt, wurden mildernde Umstände nicht angenommen. Zwei weitere Fälle wurden vor dem Bc- zirkSschöfsengericht (ohne Zuziehung eines zweiten Richter-) verhandelt. Wegen eines in Münzenberg begangenen schweren Rückfalldiebstahls, der ihm außer einigen hundert Zigaretten siebzig Mark eingebracht hatte, erhielt ein 24 Jahre alter Arbeiter ein 3 ahr Gefängnis. Ferner erhielten zwei untergeordnete Angestellte einer Klinik wegen Diebstahls die eine b rei Monate drei Wochen Gefängnis, die andere an Stelle einer Gefängnisstrafe von zwei Wochen eine Geldstrafe von fünfzig Mark. Bekenntnis einer Fran. „Ich finde keine Worte, um die Vorzüge bc» ,Neo- Kruschen-Salz' genügend rühmen zu können. Nur diejenigen, die .Krufchen' kennen und verwenden, glauben an die vielen Bestätigungen und Anerkennungsschreiben. Schon jahrelang empfehle ich dasselbe. Ich habe .Neo-Kruschen-Salz' eigentlich hier eingeführt, nachdem ich auf eine ganz kleine Anzeige hin in irgendeiner Zeitung unbewußtes Vertrauen hatte. Es wäre zu weitschweifend, anzuführen, welchen Erfolg ich schon nach dem ersten Glas Nco-Kruschen- Salz hatte. Ich werde Neo-Kruschen-Salz verwenden, solange ich lebe. gez. Frau Luise Eberhard, Walldürn in Baden." Neo-Kruschen-Salz ist ein in allen Ländern der Erde hervorragend eingeführtes Erzeugnis, in jeder Beziehung völlig unschädlich und aufgebaut auf den Erfahrungen und Beobachtungen der großen Mine- ral-Quellbäder, in die alljährlich unzählige Menschen reifen, um sich neue Kräfte, gesteigerte (Energie und bessere Gesundheit zu verschaffen, d. h. um sich auf- zusrischen und zu verjüngen. Sie können leider in heutiger wirtschaftlich schwerer Zeit nicht alle in die Bäder reisen, aber Sie können in die nächste Apotheke oder Drogerie gehen, um sich zum Preise von Mark 3,— ein Originalglas Neo-Kruschen-Salz zu kaufen, dessen Inhalt für 100 Tage ausreicht und Ihnen ähnliche Dienste erweist wie das Brunnen- trinken an der Quelle, nur mit dem Unterschied, daß die tägliche Kur mit Neo-Kruschen-Salz für Sie 3 Pfennige kostet. 3723V /; r. ■v V Wie wichtig so ein Schnurrbart doch war: gar- } nicht genug Pomade konnte es geben, um ihn } immer „in Form“ zu halten. Und der Magen! ) So leicht gab man ihm keine Ruhe. Denn das j war die Zeit der Übertreibungen m großen und } kleinen Dingen. Überflüssiges fand man schön •.. und so entstand das Mundstück der Cigarette. Seitdem sind 30 Jahre vergangen. Unsachliches, überflüssiges ist unmodern geworden. Und — man raucht die Cigarette ohne Mundstück. |»T IK4H 6, selbstverständlich ohne Mundstück 1 In 7 Schaufenstern — 2 Läden — und den gesamten Innen-Räumen zeigen wir neueste Schöpfungen der Handarbeitskunst Geöffnet von 11 -1 Uhr und 2-7 Uhr Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten 1 6908 A Die diesjährige Große Handarbeits-Ausstellung im Haus der Handarbeit findet statt ab Samstag, 25. DKL, bis einschl. Mittwoch, 2g. DKL SCHUHHAUS Vereine Schon AAVLd/ Kriegerverein Gießen. Die Trauerseter für unser Ebrenmitglied und Altveteranen von 1870'71 findet Samstag, den 25. Cft ober, norm. 11 Uhr, tn der Kavelle des 9teuen Friedhofes statt. 725SD] Der Vorstand. 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Die Beerdigung findet am Sonntag, dem 26. Oktober, nachmittags 2‘/a Uhr, statt Hiesiges Rechts- anwaisduro sucht zum sofortigen Antritt tüchtige Stenotypistin. Bewerberinnen mit burotechnisch. Kenntnissen bevorzugt. Schr. Angeb. unter 7228P a. d. Gß. Anz. Union Samstag. 0.25.Oft: Kneipe. 06681 Der Vorstand. 20 /o Nachlaß BetgeDnng Des öoljtüflens unö der Stelnanfubc in öen wmonngen oer Sloöt Siegen. Auf dem Wege des schriftlichen Angebots sollen öffentlich vergeben werden: 72220 I. das Rücken des Stammholzes an die Wege und Schneisen, und zwar: Los 1: etwa 700 tm in der Försterei Rödgen (Förster Brück), Los 2: etwa 900 fm in der Försterei Hochwart (Förster Bechtold), Los 3: etwa 1900 fm in der Försterei Gießen (Förster Geisel), Los 4: etwa 90 fm in der Försterei Hangelstein (Förster Lotz); H. die Anfuhr von Stücksteinen aus dem städtischen Steinbruch, und zwar: Los 5: etwa 60 cbm an die nördliche Ausmündung der 11. Schneise auf den Anneröder Weg, Los 6: etwa 90 cbm an dieselbe Stelle, Los 7: etwa 150 cbm an die 7. Schneise von Einmündung auf die Licher Straße nach Süden, Los 8: etwa 70 cbm an den Allen Steinbacher Weg; III. das Aufsehen der angelieferten Stück- steine, und zwar: Los 9: etwa 150 cbm in der Försterei Rödgen, Los 10: etwa 220 cbm in der Försterei Gießen; IV. die Anfuhr von Kleinschlag aus der Brecheranlage im städtischen Steinbruch an die unterhaltungsbedürftigen Waldwege, und zwar: Hochwart (ausschl. Fernewald). Schriftliche Angebote, für jedes Los getrennt, sind mit der Aufschrift „Angebot für Waldarbeiten" bis spätestens Mittwoch, den 29. Oktober 1930, 11 Uhr, im Stadthause, Bergstraße, Zimmer 18, abzugeben. Oeffnung der Angebote erfolgt in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber zu dem genannten Termin in Zimmer 6. Zuschlagsfrist acht Tage. Die Bedingungen können während der üblichen Geschäftsstunden im Stadthaus Bergstraße, Zimmer 18, eingesehen werden. Gießen, den 21. Oktober 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. R o s e n b e r g. 41 Zimmer- Wohnung im Stadtinnern zu vermieten. Schrillt. Angebote unt 06574 a. d. Giek. Anzeiger. Gut möDi. Zimmer evtl, mit Pension, zu vermieten 06587 Wetzlarer Weg 77 p. 2- D.4-Zinmi.-Wolin mit Zubeb., t. schöner Lage, gegen gleiche zu tauschen gesucht Sckr. Angeb. unter 06580 a. d. Gteh. Anz. | Stellenangebote | Sauberes, junges Mädchen vom Lande Auge, das mit Lieb’ und Sehnen oft die Seinen angeblickt, segnend mit viel tausend Tränen haben wir dich zugedeckt. Unermüdet war dein Heiß und dein Tagewerk war heiß, wenn die Toten auferstehn, wird in dir die Palme wehnl Am Donnerstagabend entschlief sanft nach langem schweren, mit großer Geduld getragenem Leiden unsere herzensgute, treubesorgte Mutter. Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Frau Anna Therese Spaar geb. Schmidt im 50. Lebensjahre, Beschluß. Der auf Freitag, den 5. 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D. in Deutschland Hätte aber jemand vor zwanzig Iahren gefragt, ob noch große neue Getreideflächen irgendwo auf der Welt in Kultur kommen würden, so hätte die Antwort verneinend gelautet. Ein größerer Spielraum bestand nur noch in Argentinien, wo. je nach der Konjunktur. ein sehr umfangreiches Areal zum Körnerbau oder als Weideland benutzt wurde. Jetzt, nach dem Kriege, hat ein früherer Hauptproduzent von Exportgetreide, Rußland, in seiner Aussuhrkraft sehr nachgelassen, und trotzdem ist der Weltgetreidemarkt überfüllt. Maßnahmen, wie z. V. die Komschlacht im heutigen Italien, das sich bemüht, von fremder Einfuhr unabhängig zu werden, können diese Wirkung nicht haben: dazu ist die in Betracht kommende Tetreidemenge zu klein. Die Ursache liegt auch in der Tat wo anders. Sie besteht darin, daß erstens die zuchtmähige Anpassung gewisser Weizensorten an eine verkürzte Vegetationsperiode immer weitere Fortschritte macht, und daß zweitens durch eine neue Ackerbautech n i t Gebiete in Kultur genommen werden können, die nach früheren Begriffen nicht genug Regen, namentlich für den Weizenbau, bekamen. Die klimatische Anpassung des WeizenS an einen kurzen Sommer ist namentlich in Kanada geglückt. Man hat das schon in früherer Zeit in Sibirien beobachtet, wo die Bauern, mehr oder weniger planlos und unbewußt, allmählich eine Weizensorte herauszüchteten, die we° niger Eommertage zur Reife brauchte, als in der Hauptgetreideregion des europäischen Rußland. In Kanada wurde diese Züchtung systematisch ausgenommen, und es gelang, die Vegetationsperiode des Winterweizens um zehn bis fünfzehn Tage zu verkürzen. Das bedeutet die Möglichkeit, den Weizenbau um mehrere Breitengrade nach Rorden vorzuschieben, und bei der großen Ausdehnung der Getreideböden im mittleren Kanada gibt das eine starke Produktionsvermehrung. Der zweite neue Produktionsfaktor ist die Trockenkultur. Sie besteht darin, daß durch sehr tiefgreifende Pflüge, sogenannte Untcrgrunb- packer, die meist mit Motorkraft arbeiten, der Boden auf eine außerordentliche Tiefe, bis zu 70 Zentimeter, aufgelockert wird. Infolgedessen können die Frühjahrsregen ebenso tief cinoringcn und den Boden durchfeuchten. Dann wird gesät, und die Oberfläche wird leicht angewalzt, wodurch sich eine Schuhkruste gegen die Verdunstung bildet. Auf diese Weise ist jetzt in den Vereinigten Staaten der Weizenbau in stetem Vordringen über die von früher her berüchtigte Scheidelinie des 101. Längengrades, westlich vom Mississippi, hinaus. Ein besonders merkwürdiges Beispiel dafür, was mit Trockenlultur möglich ist, sind die Erfolge einiger deutscher Landwirte auf dem niederschlagsarmen mexikanischen Hochland. Es gibt dort eine Hacienda in der Nahe von Puebla, Ame- lucan, wo es gelungen ist, Weizen, zu ganz fabelhaften Ernteerträgen zu bringen, ohne daß ec von der Aussaat bis zur Ernte, fünf Monate lang, überhaupt einen Tropfen Regen bekommen hätte! Die Mexikaner nennen ihn darum trigo maravilla, den Wunderweizen. Es ist aber weiter nichts Wunderbares dabei, außer der vorzüglich betriebenen Trockenkultur. Der gegenwärtige Getreideüberfluh greift an verschiedenen Stellen der Welt schon in die politische Lage ein. 3n den Vereinigten Staaten wird durch die zunehmende Rotlage und Unzufriedenheit der Farmer, deren Konsumkraft für Industriewaren aufs äußerste reduziert ist, die Lage der regierenden Republikanischen Partei gesährdet. Räherliegend für uns sind die seit kurzem energisch gewordenen Bemühungen der südosteuropäischen Staaten, namentlich Rumäniens und Iugoslawiens, die ihnen drohende Wirtschaftskatastrophe dadurch abzuwenden, daß sie ein Getreidekartell schließen und den Bezug von Fabrikaten aus den mitteleuropäischen Industrieländern davon abhängig machen wollen, daß ihnen Sondervorteile für ihren Getreideexport zugestanden werden. Dies ist ein Keim, aus dem sich, wenn auch das Prinzip vorläufig noch sehr umstritten wird, große und grundsätzliche wirtschaftspolitische Folgen ergeben können. Die deutsche Regierung hat jüngst schon erfiärt, daß sie zur Aussprache über die rumänisch-jugoslawische Idee gerne bereit ist, und Polen hat nichts Eiligeres zu tun gehabt, als sich, vor einigen Wochen, durch die Warschauer Agrarkonferenz dazwischen zu schieben. Man weiß, daß es auf Veranlassung Frankreichs geschah, dem es eine unangenehme Vorstellung ist, auf diese Weise könnten friedliche Erleichterungen und Bindungen zwischen Deutschland und den südosteuropäischen Staaten sich bilden, die Frankreich als seine Vasallen betrachtet. Rumänien und Iugoslawien, und fast im selben Maße auch Bulgarien und Ungarn, können unter den heutigen Verhältnissen überhaupt nur dann ihr Budget und ihr ganzes Finanzsystem aufrechterhalten, wenn sie ihre Agrarprodukte zu solchen Preisen exportieren, daß ihre Landwirtschaft dabei besteht. Diese Grenze ist aber in allen vier Ländern schon unterschritten. Am schlimmsten liegen die Dinge in Rumänien. Daher sind die Regierungen gezwungen, auf irgendeine Art einen Ausweg zu suchen, und sie suchen ihn zunächst auf die Weise, das sie z. D. Deutschland zurufen: Amerika (Vereinigte Staaten, Kanada, Argentinien) kauft von dir nur für die Hälf te beffen, was du ihm für Lebensmittel und Rohstoffe bezahlst. Iugoslawien aber kauft von dir für mehr als 1 50 Millionen und verkauft dir nur für 61 Millionen! Aehnlich steht es bei Bulgarien und Ungarn. Ein recht dunkles Kapitel, gleichfalls auf dem Gebiet des Weltgetreidehandels, ist die russische Schleuderkonkurrenz, das sogenannte Dumping, das sich übrigens keineswegs auf Getreide beschränkt. Die Russen wollen damit die Weltwirtschaftskrise in der Richtung auf die Weltrevolution verstärken. Auf der Getreidebörse von Chicago hat man sich zu der höchst energischen Maßregel entschlossen, Angebote und Aufträge von fremden Regierungen (gemeint ist natürlich nur Rußland) überhaupt nicht zu notieren! Oderheffen. Sängeriagung des Gaues Vogelsberg Aord. Lauterbach, 21. Oft. Am Sonntagnachmittag hielt der Gau Vogelsberg-Rord im Hessischen Sängerbund seine Der - tretert agung hier ab, in der das Arbeitsprogramm für das kommende Iahr beraten wurde. Der Männergesangverein „Liederkranz", Lauterbach, eröffnete die Tagung mit dem Chor „Die Himmel rühmen" und fand herzlichen Beifall. Zu Beginn der Tagung ehrte man die verstorbenen Mitglieder des Gaues in üblicher Weise. Der Gauvorsitzende Fe i k, Schlitz, begrüßte sodann die Erschienenen und betonte, daß in der heutigen Notzeit das deutsche Lied als eine Stütze sittlicher und ethischer Kräfte besonders hochzuhalten fei. Das Lied fei geeignet, die Gegensätze in unserem Volke zu überbrücken, und nicht zuletzt deshalb fei die Pflege des deutschen Liedes eine edle 2hifgabe. Aus dem Geschäftsbericht ging hervor, daß trotz wirtschaftlicher Rot im Gau ein Fortschritt in der Entwicklung zu verzeichnen sei. Dem Gau gehören zur Zeit 29 Vereine mit 936 aktiven Sängern an. Ter vom Rechner Aha gegebene Kassenbericht wurde in Ordnung befunden und dem Rechner Enllastung erteilt Um für die Folge den nach auswärts zu Tagungen entsandten Vertretern die Auslagen vergüten zu können, wurde beschlossen, einen Extrabeitrag von 10 Pf. zu erheben. Zu dem am 26. Oktober in Offenbach stattfindenden Hess ischen Sängerbundestag soll der Vorsitzende als Vertreter entsandt werden. Den einzelnen Vereinen wurde anheimgestellt, ebenfalls Vertreter zu entsenden, so weit sie dazu finanziell in der Lage sind. Der Hessische Sängerbund veranstaltet auch in diesem Iah re wieder einen Dirigentenkursus in Darmstadt, zu dem der Gau den Gauchormeister R ö n i ck und einige noch zu bestimmende Dirigenten entsenden wird. In diesem Winter soll außerdem im Gebiete des Vogelsberger noch ein kleiner Dirigentenkur- s u s stattfinden. Ende Iuni 1931 wird wieder ein allgemeiner ßiebertag durchgesührt. Don dem Männergesangverein Maar und dem „Harmonischen Kränzchen" Schlitz lagen Anträge vor, den Gauliedertag (mit dem ein Wertungssingen verbunden sein soll) mit dem 75. (Jubiläum, das beide Vereine feiern können, zu verbinden. Es wurde beschlossen, den Gauliebertag in Maar abzuhalten und dem dortigen Verein die Vorbereitungen zu übertragen. Ein Antrag des Gesangvereins „cängerluft', Frischborn, auf Ab- hal ung des Gauwertungsiingens 1932 in Frischborn wurde zurückgereilt. Als Tagungsort für den im Frühjahr 1931 ftatt- findenden außerordentlichen Gautag wurde Ulrichstein bestimmt. Unter „Verschiedenes' verlas der Vorsitzende noch eine von Herrn Mattern aus Mainz, dem Vertreter des Hessischen Sängerbundes beim diesjährigen Wertungssingen in Lauterbach, eingegangene Kritik über den Verlauf dieser Veranstaltung. Er spricht hierin dem Gau seine volle Anerkennung, vor allem auch hinsichtlich der gesanglichen Leistungen, aus. Zum Schluß dankte der Vorsitzende den Teilnehmern für die rege Mitarbeit und schloß die Tagung mit dem Appell, auch weiterhin treu zur Sache des deutschen Liedes zu stehen. Landkreis Bietzen. J Lollar, 22.Oft. Dieser Tage fand hier durch den Vorsitzenden des Gesellenprüfungsausschusses des Gewerbevereins Lollar und Umgegend im Beisein der Meister, Eltern und Mitglieder des Ortsgewerbevereins die Ueb er re i ung der Gesellenbriefe statt. Die Zahl der Prüflinge war diesmal sehr klein: es hatten sich der Gesellenprüfung nur vier Lehrlinge unterzogen, und zwar zwei Schlosser, ein Schreiner und ein Spengler und Installateur. Sämtliche Prüflinge bestanden, davon einer mit der Rote „sehr gut bestanden", die übrigen mit der Rote „gut bestanden" Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Spenglermeister Gerhard Fuchs, ernannte die Prüflinge im Auftrage der Handwerkskammer mit feierlichem Handschlag zu Gesellen und überreichte ihnen die Gesellenbriefe. Bei dieser Gelegenheit richtete er ernste, eindrucksvolle Worte der 'Ermahnung an die jungen Gesellen. Berufsschullehrer Eberle wies in seiner Ansprache noch besonders auf die Wichtigkeit der Berufsschule für die Ausbildung des Handwerkers hin. Siegfried Kuhn sprach dem Prüfungsausschuß und den Meistem den Dank der jungen Gesellen aus. $ Lollar, 22. Oft. Die Sä nge r ve re i ni - gung Lollar veranstaltet am Sonntag, 2.Ro- vember, unter ihrem Chorleiter Rohde (Marburg- einen Konzertabend. Für die Veranstaltung hat auch das Musikkorps des 1. Batt. 15. Inf.-Regts., Gießen, unter persönlicher Leitung von Obennufifmcijter Loder, seine Mitwirkung zugesagt. * Staufenberg, 23. Oft. Der Sportverein Staufenberg hielt während der letzten Sonntage sein diesjähriges Preis- schießen (Kleinkaliberschießen) auf dem Echei- benstand der Burg ab. Die 'Beteiligung der Schützen aus der ganzen Umgebung war sehr rege: die erzielten Ergebnisse ließen nichts zu wünschen übrig. Ansehnliche Preise standen für die Schützen zur Verfügung. Als Preisträger gingen aus dem Wettkampf hervor: 1. Ludwig Dierau jr., Staufenberg, 35 Ringe: 2. Wilh. Kern, Mainzlar. 34; 3. Fritz Klehm, Staufenberg. 34; 4. Hch. Sauer, Mainzlar, 34; 5. Fritz Braun, Saubringen, 34; 6. Hch. Dierau, Saubringen, £3: 7. Karl Schlapp, Mainzlar. 33; 8. Ludwig Schwarz, Mainzlar, 33; 9. Ludwig Dierau fern, Staufenberg. 33; 10. Karl Keller, Saubnngen, 33 Ringe. ch Lana-Göns 20. Oft. Kommenden Sonntag hält der Kreisverein Gießen des Verbandes evang. -kirchlicher Stauen- vereine für Hessen in unserer Gemeinde ferne Kreisverfammlung ab. Pfarrer Becker (Gießen) wird einen Vortrag halten. T Hungen, 23. Oft. Gin großer Eisenbahnwagen mit Liebesgaben an Kartoffeln für das Elisabethen st ist in Sarmstadt ist hier auch dieses Iahr wieder verladen worden. Folgende Gemeinden haben hierzu beigetragen: Langsdorf mit Bettenhausen drei Fuhren, Rodheim eine Fuhre, Ronnenroth eine, Dillingen eine, Langd zwei, Inheiden eine. Utphe eine, Hungen drei Fuhren. Ein Teil der Gaben von Langd ging an das Evang. Schwesternhaus inGie - ßen. Steinheim belieferte wieder das hiesige K r a n f e n h a u s. Die bei dieser Gelegenheit hier eingegangenen Geldspenden von 100 Mark, dazu noch einige kleinere Beträge von den auswärtigen Gemeinden, können zum Teil bar ab geliefert werden. Ein großer Teil jedoch ist für die Bezahlung der Fracht verbraucht, da die Reichsbahn die früher einmal bestehende Frachtfreiheit für Liebesgaben aufgehoben hat. Vielen wohltätigen und fleißigen Händen ist für das Zustandekommen der schonen Sammlung zu danken. Kreis Büdingen. △ Ridda, 21. Oft. Am Sonntag sand hier die Schluhübung der freiwilligen Feuerwehr statt, wobei ein Drandangrisf unter Mitwirkung der Pslichtseuerwehr ausgeführt wurde. Bürgermeister R u 11 m a n n, Kreis- feuerwehrinspektor Göcke 1, Büdingen, Brand- biretor Braubach, Gießen, Kommandant Hugo Schneider, Büdingen, und Kommandant Reinhardt, Geiß-Nidda, sprachen dem hiesigen Leiter der Uebungen, Bankvorstand ©cum, und der Riddaer Wehr volle Anerkennung aus. ä.rcls ed)DttciL G Eichelsachsen, 22.,Ott. Das hiesige Krie - gerben final für bie 17 im Weltkrieg gefallenen und vermißten Sohne unserer Gemeinde, über dessen feierliche Weihe wir am Dienstag berichteten, ist nach einem Entwurf von Negierungsbaurat Götz, früher in Budingem jetzt in Worms, von dem Bild- Hauer M e i f t i • Schotten mit Rücksicht auf die Umgebung in Sandstein ausgeführt worben und hat reiche bildhauerische Verzierungen erhalten. Auf zwei Seitenflügeln stehen bie Namen der Gefalle' nen. Der Mittelpfeiler trägt als Symbol des Krieges ein Schwert, darüber einen Kriegerkopf mit Stahlhelm. Auf der Rückseite des Mittelstücks ist der hessische Löwe zu sehen. Bekrönt wird das Ganze von einer aus Stein modellierten Flamme als Symbol für das heilige Opfer der Hingabe. Dio .Kosten des Denkmals einschl. der gärtnerischen Umgebung belaufen sich auf nicht mehr als 1500 Mark. Im alten Friedhof hat es, etwas abgerückt, aber doch von der Straße her gut sichtbar, einen sehr geeigneten, schönen Platz gefunden. Es ist eine Zierde des Dorfes und ein Denkmal bürgerlichen Gemeinsinnes. Kreis rttSscld. ch Schadenbach, 23.Oft. Infolge der Finanz- Talamität des Staates wird die hiesige Fortbildungsschule aufgehoben und den benachbarten Gemeinden zugeteilt. Sie Knaben gehen nach dem vier Kilometer entfernten Seifenbad), bie Mädchen nach dem drei Kllometer entfernten Büß seid. E>. M. e. „Caligula" fahrt! Von Dr. Gustav W. Eberlein, Rach einem unfreiwilligen Aufenthalt von 691 675 Tagen, bas haben die Hafrnbehörden fest- gestellt, hat das Prunkschiff Seiner Majestät des Kaisers Caligula wieder die Anker gelichtet. Ob es nun unsere ausgeklärte Iugend glauben will oder nicht, das Sagenschiff bewegt sich doch. Cs fährt. Cs fährt sogar über Land. Sein Hafen war ein Kraterschlund. Sein Wasser nichts anderes als die Zeit, die sich in Form von Wassertropfen darin ansammelte, als das Feuer erlosch. Die Ingenieure rechneten die angehäufte Zeit nach Kubikmetern aus und ließen sie, um den Hafen trockenzulegen, durch das antike Emissarium, den unterirdischen, durch den Bauch des Berges laufenden Stollen abfliehen, in die Ebene von Ariccia hinunter und von bortj ins Meer. Da wurde die Zeit wieder Kreislauf und Ewigkeit. Das schlafende Orgienschiff aber schickt sich an, durch den blauen römischen Herbst, dieser strahlenden Sonnenverheißung, in einen anderen Hafen zu fahren, in eine jener Totenkammem, in denen wir Kunstwerke und Zeitdokumente beizusehen pflegen: in ein Museum. Der sterbende Gallier wie die kapitolinische Venus ruhen int einem Mausoleum, warum soll Caligulas schwimmendes Sommerhaus eine Ausnahme machen? Sie Ingenieure, der Herr Kultusminister, die Archäologen sanden das ganz in der Ordnung, nur der Himmel hat geweint in dieser Stunde und der Remisee, der „Spiegel der Diana", erblindete. Die Fischer sagten: Ietzt bleiben wenigstens unsere Netze nicht mehr an dem Gerümpel hängen. Es ging sehr sachlich zu. Ein sicherlich bedeutender Mann drückte auf einen Knopf, unter dem einspringenden elektrischen Strom strafften sich bie Drahtseile, ein Ruck, unb das Schiff bewegte sich aus seiner Halle heraus. Rur um 5 Zentimeter zunächst, aber das sind die wichtigsten. Der Rest ist nichts anderes als Elektrizität, Zug und Geduld. Das Schiff hat auf einem Schienenweg dreihundert Meter zurückzulegen, am Ende noch die allerdings nicht unbedenkliche Uferfieigung zu überwinden, dann ist es am Bestimmungsort unserer Bequemlichkeit angelangi. Man wird ein Museum herumbauen und jedermann kann um das Geheimnis des Remisees, das die Phantasien von fünfzig ober sechzig Generationen beschäftigte, herumschlenbem wie um ein Golb- fischglas. In Vitrinen liegt die Aussteuer, bie an Dorb unb im Schlamm ringsum gefundenen Gegenstände, die natürlich dazu gehören wie die Werkzeuge zu einem Automobil. Iede Miß farm das parfümierte Händchen in den bronzenen Wolfsrachen des Balkenkopfes legen und Bubi seht sich gewiß, wenn der Wärter mal gerade nicht herschaut, auf die Ruderbank, auf der ein Germanenfklave sah. Vielleicht war der sein Ur- Uuuuuurgroßvater. Un det is nu alles? wird Herr Schulze fragen. Es soll Leute geben, die erwarteten, das Schiff ordentlich und appetitlich auftauchen zu sehen, wie men cs von eingemachten Sachen erwarten darf. Wasser konserviert bekanntlich. Wie man ja auch Andree schneewittchenhast in einem Kristallsarg gefunden zu haben glaubte. Es sollten sich die Tempel präsentieren und die Lotterbetten, möglichst mit einer pikanten Tänzerin darinnen. Wir sind ja von Pompeji her verwöhnt. Daß statt dessen nur das erste Schiff der Menschheit, das wir kennen, ans Licht kam, daß die Techniker endlich die Bauart jener Riesenkähne studieren können, das ist — ein Fiasko. Um wenigstens die Raturfreunde zu beruhigen, die über die — nie mit eigenen Augen gesehene — Verschandelung und Vernichtung des Remisees zeterten: es ist nicht ein Hundertstel so schlimm. Denn da die Alfer, die Kraterwände also, steil abfallen, verschlammten nur geringe- Telle. Schon sickert die Zeit wieder herein, Tropfen für Tropfen, bald wird sie das zweite Schiff, das man nicht mehr heben wird, wieder überflutet haben und in zwei oder drei Iahren ist von dem kühnen Unternehmen des Duce, von dem Geschenk der Hebungsfirmen an die Ration, nichts mehr übrig als — das Museum. Das ist freilich noch immer traurig genug. Am schönsten bleibt die Sehnsucht, so lange sie nicht erfüllt wird. Einmal mit Händen greifbar, verliert bie Erfüllung ihren Schmelz. Unb eine konservierte Erfüllung gar, das ist wie eine mumifizierte Liebe, wie ein grammophonieries Liebeslied. Run kann niemand mehr vom Rachen aus in ben „unergründlichen" See hinunterträumen, der Schleier ist gefallen unb Katalognummern grinsen dich an. Mitgenommen in eine Modenschau Son Franz Heffel. Hier bin ich nur geduldet, nur mitgenommen, well ich von der Sache nichts verstehe und nicht eine einzige van den „Kreationen" richtig beschreiben unb verraten könnte. Zu meiner Rechten unb zu meiner Linken und mir gegenüber sitzen Kennerinnen. Sie haben den Katalog auf ben Knien unb machen mit bem silbernen Bleistift, der baran hängt, Notizen. Sie sehen streng unb unbeeinflußbar aus wie Kritiker im Theater. Sie Mäbchen, bie sich unb bie Kleider vorführen, wiederholen auf Wunsch den Namen der schönen Puppe, die sie jedesmal finb: Petale Perdue, Heure Exquise, Enigme, Valse Rose, Jeune Abbe, Pourquoi Pas, Vagabondc... Manche wissen sogar auf englisch ihre Katalognummer. Sie kommen ganz nahe heran und lassen von ben Richterinnen ihre Stoffe anfassen. Sazu fühle ich mich nicht berufen. Ich habe anderes zu erleben. Mir weht unb spaziert ber Frühling vorüber. Fest und elastisch hat er seine Lenden gegürtet Leicht unb locker finb seine Schleifen gewunden. Ein Griff, ein Windstoß könnte sie lösen. Züchtig kokett wie Schulmädchen sind seine dunklen Pelerinenmäntelchen, aber wenn er sie öffnet, flimmern erblühende Farben. Unb der Sommer naht in Strandkleid unb Badekostüm und trägt breitkrempige Hüte gegen Sonnen, bie nicht mehr scheinen. Bald ist er vorbei mit straffen unb flattemben Seiden und Leinen auf eilig bewegten Gliedern. Unb nun wirb Licht gemacht langsamer kommen die Mädchen wieder daher und sind in langen Gewändern, Winter, Abend und Fest. Und da gibt es Ueberraschung. Sa ist etwas anders geworden! Mit einmal ist Ueber» fluß da, ein flutendes Zuviel, eine reizende Verschwendung, eine sanfte Pracht. In ben letzten Iahren war un8 bie wahre ober falsche Knaben- ftrenge unb Knappheit ber Frauenerscheinung ein großer Sinbruck gewesen unb hat, wie alle Mobe, einer Mannessehnsucht entsprochen. Ob mit ben neuen Kleidern eine neue Schönheit und Verlockung sichtbar wird oder ob, was wir da sehen, nur Wiederaufnahme, Erinnerung, Heimweh nach früheren Zeiten ist und vorübergeyn wird, wer kann das beurteilen ? Genießen, begreifen können wir nur ben Augenblick, ben Anblick lang gleitender Gewänder. Sie find uns noch mehr als fchöner Ueberfluß, mehr als neue Linie, Form und Farbe. Wenn sie gar nicht mehr gefch-ürzt und gerafft sind, wenn sie reifenrund kreisen, bann streift ihr Saum burch ben Rasen bes Märchens. Sann geht bie Königstochter durch ihren ©arten, sie kommt bis an den Brunnen, und wir Bewunderer sind wie ber auf- schau enbe Froschkönig, zu bem sie sich in reicher Hülle herabbeugt. Wenn bisweilen Schleppen bem Schritt nachschlängeln, erwachen in uns ganz vergessene Pagenzaghaftigkeiten unb Pagen gelüste. Unb mit ben verbergenben, änbernben, wechselnden Falten umspielt bie Gestalten Ahnung unb Ungewißheit, wir werben toieber Kinber, bie noch nicht viel wissen vom anbem Geschlecht. Cs wirb noch einmal Geheimnis. Geheimnis, ob als bannendes Rätsel ober als neckendes Dersteckspiel, gehört trotz all unferm Lernen unb Erfahren nun einmal zum Wesen ber Frau. Wir wollen immer toieber in bie Irre geführt werden unb langsam erraten. Darum ist es hübsch von ber Mode und weise von ihren Meistem, verhüllend bas Geheimnis zu betonen. 3tn park von Versailles. Karl (Sitlinger, ber aus Wien nach Berlin aus- getoanberte, einzigartige Darsteller schrulliger, verschrobener Querkopfe, tarn nach Paris. Besuchte mit seiner Frau Versailles. Beide finb gelehrte Österreicher unb geprüfte Deutfche,werteten bemnach wohl bie Pracht der Bauten, die Vielfalt der Wasserspiele, die Riesenhaftigkeit der Ausmaße gebührend, standen aber fassungslos vor ber leibhaftigen Tatsache: Auf den Wiesen standen keine Verbotstafeln! Menschen gingen - bitte, mitten im Schlohpark! - quer über bie Wiesen! Saßen — unglaublich aber wahr, - im Rasen! Drinnen I Lagen ausgestreckt im Gras unb schliefen! Unb die wenigen Wächter sahen es!! Unb duldeten es!!! Richt genug an bem, Frau Ettling er stieß plötzlich einen Hellen Schrei aus: „Karl! Ich bitt Dich, Karl, schau dort hin!" Unb wies auf einen Mann, der seelenruhig auf ber marmornen Einfassung eines Bassins sah unb eine Angel ausgeworfen hatte. Aber Karl war schon über bie erste Betäubung hinweg, zur inneren Abwehr bereit. In Wien lernt man raunzen, in Berlin zwelleln. War alles wieder da. Er sah nach bem Fischer, kühl bis ans Herz hinan unb sagte, sehr bestimmt: „Fall doch nicht auf jeden Schwindel herein. Ist ja immer derselbe Fisch; den schmeißt er hinein, zieht er heraus, schmeißt er hinein, zieht er heraus - den ganzen Sonntag—" A.SL 9Jt.-$poti Handball im Gau Hessen (O. T.) To. 1846 Eichen — Bad Nauheim. Da» erste Spiel der Rückrunde trägt die 1. Mannschaft in Dad-Rauheim auS. Der 6:1- Sieg im Vorspiel wird kaum eine Parallel« finden, da die Platzbesiher erheblich an Spielstarke gewonnen haben. Die 1846er werden alles Können ausbieten müssen, wenn sie beide Punkte mit nach Hause bringen wollen. Die 2. Mannschaft des Tv. 1846 Dietzen fährt ebenfalls nach Dad-Rauheim, um ein Freundschaftsspiel auszutragen. Die Mannschaft tritt in stärkster Aufstellung an. Zum letzten Verbandsspiel der Vorrunde hat Heuchelheims Erste am Sonntag auf eignem Platz Münchholzhausen I zu Gast. — Vorher stehen sich die Iugendmannschasten von Heuchelheim und Drotzen-Linden im Gesellschaftsspiel gegenüber. • Die ersten Spiele in der Aachrunde Hut Grotzen-Vuseck auf eigenem Platze zu bestreiten. Die erste Mannschaft empfängt den Turnverein Lauterbach und darf den Gegner nicht unterschätzen. Die zweite Mannschaft spielt gegen Krofdorfs Erste. In Drohen-Linden stehen sich im ersten Pflichtspiel der Rachrunde die 2. Elf des Turn- und Sportvereins Vutzbach und die 1. des Turnvereins Grohen-Linden gegenüber. Die Gäste gehören zu den spielstärksten Mannschaften der A- Klasse, so daß der Spielausgang kaum vorauszusagen ist. — Die Jugend trägt ihr Rückspiel in Heuchelheim aus und wird eine Riederlage hinnehmen müssen. Oie Tabelle der ^-Klasse. der Turner-Hondballmannschasten. In der Tabelle der A-Klasse der Handballer ter Deutschen Turnerschaft im Gau Hessen ergab sich eine Aenderung in der Reihenfolge insofern, als Vutzbach nicht an zweiter Stelle der Tabelle steht, sondern Heuchelheim auf Grund der errungenen höheren Punktzahl der bevorzugte Platz gebührt. Die Tabelle der A-Klasse hat demnach folgendes Aussehen: Spiele gern, unentsch. verl. Pkte. To. Großcn-Linden 4 To. Heuchelheim 4 T. u. Spo. Butzbach 5 3 1 0 7 3 0 16 2 1 2 5 Handball im Lahn«Oünsberg - Gau Der 1. Bezirk bestreitet mit dem Treffen Dorlar- Waldgirmes nur ein Spiel, das der Platzbesitzer für sich entscheiden sollte. Im 2. Bezirk spielen Lollar— Allendors II, Londorf II — Ruttershausen und Staufenberg — Daubringcn. Während im ersten und letzten Spiel die Platzbesitzer Siegesaussichten haben, dürfte sich Ruttershausen aus dem Londorfer Spiel die Punkte mit nach Hause nehmen. Mit dem Spiel Beuern — Albach sind kommenden Sonntag die Spiele der Vorrunde im 3. Bezirk beendet. Es ist hier zur Zeit folgender Tabellenftand zu verzeichnen: Spiele Punkte Tore 1. To. Garbenteich 6 12:0 53:11 2. Tv. Wieseck 6 8:4 34:22 3. Tv. Albach 5 6:4 21:11 4. Tv. Burkhardsfelden 6 6:6 19:25 6. Tv. Steinbach 6 4:8 21:30 6. To. Beuern 5 2:10 5:25 ■ 7. To. Hausen 6 2:10 9:38 - I u g e n d s p i e l e: Dorlar — darf — Staufenberg. Hausen; Lon- Ergebnisse vom Sonntag. Tv. Burkhardsfelden — Tv. wieseck 7:4 (4:2). Wieseck, das mit nur zehn Mann an trat, muhte trotz technisch besserem Spiel eine Riederlage hin- nehmen. To. Launsbach — Tv. Waldgirmes 6:3 (3:2). Vach einem gleich verteilten Spiel, das einen sehr lebhaften Verlauf nahm, trennten sich beide Mannschaften mit dem verhältnismähig hohen Ergebnis. Die 1. Mannschaft de» Tv. Ahbach hat die erste Mannschaft des VfL. Wetzlar im Gesellschaftsspiel zu Gast. Abiurnen in Mainzlar. Am Sonntag hielt der Turnverein Mainzlar sein diesjähriges Abturnen ab. Die Beteiligung und die Leistungen waren gut. Es konnte die er«, freuliche Tatsache festgestellt werden, dah das Geräteturnen im Verein immer noch an erster Stelle steht, während der Ballsport noch keinen rechten Anklang sand. Bei der am Rachmittag stattgehabten Preisverteilung richtete der crftn Sprecher des Vereins, K. Ehr. Grölz, mahnende Worte an die jungen Turner, heute mebt' Denn je das Körper und Geist stählende Gebe Jahns zu pflegen. Den Siegern auf den diesjährigen Verbandswettkampfen entbot er den Dank des Vorstandes. Den Ehrenpreis errang mit 173 Punkten der Turner L. Zecher. In der Oberstufe erhielten den 1. Preis Erich Dogelmit 154 Punkten, 2. Preis Manfred Rathan mit 150 Punkten. Llnterstufe: 1. Preis Heinrich Weide mit 169 Punkten, 2. Preis Arthur Rathan mit 161 Punkten. Die im Anschluß an das Geräteturnen aus- getragenen volkstümlichen Wettkämpfe zeigten folgendes Ergebnis. Oberstufe: 1. Preis Wilh. Vogel 84 Punkte, 2. Preis Hans Leonh. Pauly 82 Punkte. Unterstufe: 1. Preis mit 62 Punkten Hch. Kehr, 2. Preis mit je 61 Punkten Heinrich Müller und Erich Spaar. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Am Sonntag tragen auf dem Trieb die 1. Mannschaft von Gießen und Naunheims Ib°Mannschaft ein Serienspiel aus. Den Einheimischen dürfte ein sicherer Sieg beschieden sein. — Die 2. Mannschaft Gießens hat die 1. von Annerod als gleichwertigen Gegner. Wieseck Ib ist in Kinzenbach zu Gast. Die Gäste müssen ihr ganzes Können geben, wenn sie gegen die auf eigenem Platze sehr gefährlichen Kinzen- bacher nicht unterliegen wollen. Lollar spielt in Burkhardsfelden und dürfte Sieg und Punkte an sich reißen. Naunheim I hat die 1. Daubringens zu Gast. Obwohl die Gäste in ihren letzten Spielen beachtliches Können zeigten, wird es kaum zu einem Siege gegen die flinken Naunheimer reichen. In der zweiten Bezirksklasse dürften sich Klein-Linden und Leun in Klein-Linden ein scharfes Treffen liefern. — Waldgirmes I und Gleiberg I stehen fick in Waldgirmes gegenüber. Der Ausgang des Spiegel ist offen. — Beuern und Hungen spielen in Beuern. Den Gästen dürften Sieg und Punkte sicher fein. Saasen kämpft in Grünberg und wird gegen den Platzbesitzer kaum viel ausrichten können. Marburg I hat Odenhausen zu Gast: Londorf I und Treis werden sich in Londorf gegenüberstehen: Rüddingshausen ist in Frankenbach zu Gast. Hausen und Launsbach dürften sich in Hausen ein gleichwertiges Spiel liefern. Marburg II fährt nach Wißmar und trifft auf einen gleichwertigen Gegner. In der I u g e n d k l a s s e stehen sich Naunheim- Gießen: Rodheim—Leun: Wieseck I—Wieseck III; Hachborn—Lollar; Wieseck II—Watzenborn; Rödgen—Staufenberg; Fellingshausen—Beuern jeweils auf dem Platze des zuerst genannten Vereins gegenüber. Am Samstagabend findet in Launsbach ein G e - räte-Wettkampf zwischen dem 3. Bezirk und 4. Bezirk statt. Im Vorkampf im Frühjahr des Jahres in Kahl a. M. konnte die Bezirksriege des 4. Bezirks mit wenigen Punkten Vorsprung Sieger bleiben. Die kommende Begegnung beider Bezirke, am Samstagabend, wird eine stärkere Vertretung Segelflieger aus der Hrrchenha ner Höhe. Zum Abschluß bes Haupt-Flugbetriebes auf der Herchenhainer Höhe (Vogelsberg) sand ein vom Segelslug-Ausschuß Herchenhainer-Höhe veranstalteter Utettberoerb statt. Der ursprünglich zum 20. und 21. September anberaumte Wettbewerb mußte infolge ungünstigen Wetters aus den 18. und 19. Oktober verlegt werden. Obwohl die Wktterungsverhältnisse am 18. Oktober, sowie am 19. Oktober vormittags ebenfalls denkbar schlecht waren, konnte die Veranstaltung am 19. Oktober nachmittags doch durchgeführt werden. Wenn auch der während des Wettbewerbes herrschende Rückenwind die Leistungen der Flugzeuge ungünstig beeinflußte, so konnten doch die Teilnehmer des Wettbewerbes sehr gute Erfolge erzielen. Ganz besonders kamen die sehr zahlreich erschienenen Zuschauer aus ihre Kosten, zumal In dem Modell-Iveltfliegen, veranstaltet von der Berufsschule I, Frankfurt am Main, außer beachtlichen und anerkennenswerten baulichen Leistungen auch schöne Flugleistun- gen erzielt wurden. Rach Schluß des Gleit- und Segelflugwettbe- werbes wurde in dem Vater-Dender-Heim die Preisverteilung vorgenommen. Der Wanderpreis der »Flugfreunde Hevchenhain" für die beste Gesamtleistung innerhalb des Wettbewerbes fiel dem Flugtechnischen Kursus der Berufsschule Frankfurt a. M. zu. Für die zweitbeste Gesamtleistung erhielt der Flugtechnische Verein Frankfurt a. M. eine Plakette. Der dritte Hauptpreis fiel der Fliegergruppe beim Polytechnikum Friedberg (Hessen) zu. — Auf den ersten und zweiten Hauptpreis entfiel noch je eine Freistelle zu Kursen auf der Wasserkuppe. Weitere Preise und zwar Geldpreise wurden für längste Gesamtflugdauer, längste Gesamtflugstrecke, Ziellandung und größte zurückgelegte Strecke bei einem Fluge zuerkannt. Außerdem erhielt der Flugtechnische Kursus der Berufsschule I Frankfurt a. M. einen besonderen Preis für den von Herrn Dipl.-Ing. K a r s ch am 21. September auSgeführten Segelflug. Die außer Konkurrenz gestartetete Hochleistungsmaschine des Hessen- flieger-Tereins für Luftfahrt, Darmstadt, erhielt eine Prämie für einen hervorragenden Flug von 5,1 Kilometer. Sämtlichen Führern wurden Geschenke überreicht. Während des Wettbewerbes führte noch die Flugsport-Vereinigung Offenbach am Main mit ihrem doppelsihigen Segelflugzeug .Hessen" einen Poft-Segelflug durch Wie im Vorjahre, wurden auch diesmal in dem Wettbewerb anerkennenswerte Leistungen erzielt und damit erneut der Beweis erbracht, daß die Herchenhainer Höhe für den Gleit- und Segelflugsport gut geeignet ist. des 3. Bezirks bringen, so daß mit einem ausgeglichenen Kampfe zu rechnen ist. Oie westdeutschen Profis wollen nicht „wild" sein. Die Führer deS am Montag in Köln gegründeten Berufsspieler-Verbandes haben eine Erklärung abgegeben, wonach sie gar nicht daran denken, gegen die bestehenden Amateurorganisationen zu arbeiten. Sie wollen sogar Hand in Hand mit diesen gehen und eventuell sogar die eigene Organisation und Existenz aufgeben und sie dem DFB., wenn dieser das Derufsspjelertum einführen sollte, unterstellen. Frankfurter Hallensportfest 1931. Als Termin für das Frankfurter Hallensportfest 1931 wurde jetzt der 2 4. Januar festgelegt. Die Veranstalter werden wiederum ein großzügiges Programm zusammenstellen, bei dem neben der Leichtathletik, die natürlich im Mittelpunkt steht, auch wieder andere Sportarten zur Geltung kommen werden. Tagung des HOW. Der Hauptverband Deutscher Wintersportvereine, dem zur Zeit 162 Vereine mit 16 622 Mitglieder angehören, legte auf feiner Vertreter- Versammlung in Gablonz die wichtigsten Termine für die kommende Saison tote folgt fest: 1. Februar: Gki-Verbandsmeisterschaften in Jo- hannisbad und Rodelmeisterschaften auf Kunstbahnen in Reichenberg; 15. Februar: Rodelmeisterschaften auf Raturbahnen in Spindler- mühle: 8. Februar: Dobmeisterschaften auf Kunstbahnen in Gablonz: 22. Februar: Dobmeisterschaften auf Raturbahnen in Graslitz (Erzgeb.): 1. Februar: Eislaufmeisterschaften in Reichenberg. Hallenschwimmfest des SV. Mannheim Am kommenden Sonntag veranstaltet der Schwimmverein Mannheim im dortigen Hallenbad ein Schwimmfest, zu dem sich die gesamte süddeutsche Elite als Teilnehmer eingeschrieben hat. 4975:10. Die Sensationsquote von 4975:10 gab es am Sonntag bei den Trabrennen in Altona-Bahren- feld. Der „italienische Toto" schüttete die fette Quote, die für deutsche Verhältnisse Rekord bedeutet, für den zweiten Platz der von K. Bart- nick gesteuerten Lady Palvs aus. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktton bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 277. Don R. Pryh, Ringsted. Ehrende Erwähnung „Brisbane Courier-. Schwarz. 8 6 7 5 4 3 2 a b b c d e f g h h 8 7 6 5 4 3 2 d e Weiß. gespielt. Frank- zieht und setzt in zwei Zügen matt 10 Steine: KH3; Da7; Tc3, c5; Sdl, g5; 1. d2-d4 2. Sgl — f3 3. c2-c4 4. Sbl-c3 5. e2-e3 6. Lflxc4 7. Lc4-d3 Weiß Weiß 12. ... 13 f2-f3 14. DdlXd3 15. Lei — g5 16. Lg5-e3 (vielleicht 16. ... 17. Tal-cl 18. Le3xc5 19. Dd3-e3 20. Sg4-f2 21. De3xb6 22. Tfl-dl 23. Sc3-e2 24. Tdlxcl 25. Tel-dl 26. Tdl-cl Damengambit. Weitz: Orbach. Schwarz: MieseS. 1. d7-d5 2. Sg8-f6 3. c7-c6 4. e7 —e6 5. d5xc4 6. b7-b5 7. a7-a6 12. Sd7xc5 13. Sc5xd3 14. Sb8-d7 15. Lf8-c54- toar Khl besser) 16. 0-0 17. Dc7-b6 18. Sd7xd5 19. h7-h5 20. Sc5-a4 21. Sa4xb6 22. Ta8-c8 23. Tc8 —cl 24. Tf8-d8 25. Td8-c8 26. Tc8-d8 Lgl; Bb5, d6, f5. Schwarz 7 Steine: Kd4; Df2; Ld7; Sg8, h2; Bb4, g3. Partie Nr 204 In der 4.Äunde des Frankfurter Meisterturniers 27. Tel-dl Remis durch Zugwiederholung. Partie Nr. 205. In der 4. Runde des tzauptturniers A. zu : furt gespielt. Französische Verteidigung. Weih: Fajarowicz-Leipzig. Schwarz: TÜalter-Koblenz. 1. e2-e4 1. c7-e6 2. d2-d4 2. d7-d5 8. Sf3-e5 (stärker ist wahrscheinlich e4) 8. ... 8. c6-c5 9. 0-0 9. Lc8-b7 10. d4xc5 10. Dd8-c7 (Auf 10. ..., Lxc5 fürchtete Mieses, 11. Lxbb-fr-, axb5, 12. Dxd8+, Kxd8, 13. Sxf7-F ufto.) 11. Se5-g4! 11. Sf6-d7 (der einzige Zug) 12. e3-e4 (denn eS drohte 12. ... h5) 3. Sbl-c3 4. Lfl-d3 5. Sc3xe4 3. Sg8-f6 4. d5Xe4 5. Sb8-d7 6. Sgl — f3 6. Lf8-e7 7. 0-0 7. Sf6xc4 22. Kh8 Lösung deS Problems Ar. 274. Dh5] 25. 15! ufto.) Lh4Xf6 De2-h5 Sh6xf7 4- + 8. Sd7-f6 9. 0-0 10. c7-c5 11. Le7xc5 12. Lc5-c7 13. h7-h6 14. Vck8-ck4? (gekünstelt) 15. Dd4-c5 16. a7—a6 17. Ta8-a7 18. b7-b5 19. Dc5-b6 20. Lc8-b7 21. Lb7-d5 24. Le7xf6 25. g7-g6 Aufgegeben. 25. 26. 8. Ld3xe4 9. Le4-d3 10. Sf3-e5 11. d4xc5 12. Lei — g5 13. Ddl-e2 14. Lg5-h4 15. Lh4-g3 16. Tal-dl 17. Lg3-h4 18. Kgl-hl 19. f2-f4 20. Tfl — f3 21. Tf3-g3 22. Se5-g4 (der entscheidende ^chlußmrgriff) 23. Sg4xh6+! 23. Kg8-h8 (23.....gxh6, 24. Dg4-f-, Lg7 joder 24. 25 "" ' 24. Don I. Iesperfen. 1. Se5—67!, e5 (c5) L ckxeb (dXc5) matt. 1. .. m K beliebig 2. d5 matt. L T beliebig 2.816 matt Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaktionStisch. Liebesopfer. „Ich bete Sie an." „Das sagen Sie heute." ,Zch liebe Sie." „Wie oft haben Sie das schon anderen Frauen gesagt?" ,Zch habe es nie gefühlt wie jetzt. „Eine Behauptung, die nicht zu beweisen ist." „Sie ist zu beweisen." „Und wie?" „Stellen Sie mich auf die Probe! Irgendwie. Ich bin bereit, jedes Opfer zu bringen." „Sie würden opfern? Was?" „Alles." „Gut also. Sie haben schöne, gesunde, weiße Zähne. Gehen Sie zum Zahnarzt, lassen Sie die Zähne ziehen und sich ein künstliches Gebiß machen." „Meine gesunden Zähne ziehen lassen? Das ist beinahe — ein Verbrechen." „Nur ein Opfer." „Ich werde zum Zahnarzt gehen." „Und wenn ich von meiner Reise zurück bin ../* „Werden Sie sich überzeugen können, daß ich das Opfer gebracht und die Prüfung bestanden habe." * „Nun?" „Es ist vollbracht" „Die Zähne?" „Sehen Sie selbst .. .* „So haben Sie also meine Forderung erfüllt?" „Ich habe es getan." „Ich hätte es nicht gedacht. Es war doch eine Laune von mir, eine sehr häßliche Laune, etwas Derartiges zu verlangen/ „Es sollte eine Prüfung sein, und ich habe sie bestanden." „Bestanden hätten Sie vor meinen Augen, wenn Sie mich damals ausgelacht hätten, anstatt ja zu sagen. So aber sind Sie — leider ein Pantoffelheld.— Adieu!" • Als sie fort war, ging er in den Klub. Erzählte, was er erlebt hatte. „Fatale Geschichte", meinten die Freunde. „Um die Frau ist es nicht weiter schade, aber deine Zähne ..." „Ach", sagte er, „was meine Zähne betrifft: Ich habe schon seit Jahren ein künstliches Ge- b i ß." H. R. NK521 in den ersten 10 Jähren nur die milde und reine, für die zarte Haut der Kleinen besonders hergestellte NIVEA KINDERSEIFE Sie macht die Hautporen frei für eine gesunde, kräftige Hautatmung. Und was das bedeutet merken wir Erwachsenen an uns selbst: Preis: Wohlbefinden und Gesund- 70 Pfg. heit hängen von ihr ab. Regen, Wind oder Schnee! wie das Wetter auch sei* Die kältere Jahreszeit verlangt ständige Hautpflege mit NIVEA* CHEME Reiben Sie Gesicht und Hände täglich damit ein, nicht nur allabendlich, sondern auch am Tage, bevor Sie ins Freie hinausgehen. Nivea-Creme schützt Ihre Haut vor den ungünstigen Einflüssen rauher Witterung u. erhält sie weich u. geschmeidig. 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Die LInterredung zwischen Schwaihofer und Riml mußte unter allen Llmständen gestört werden. Kam er zu spät? Hatte der Münchner den Auftrag schon in der Tasche? Als der Schriftsteller an den Tisch der beiden trat, erhob sich der Wirt, reichte Schwaihofer jr. die Hand, sagte: „Wir sprechen noch darüber. Heute kann ich mich nicht entschließen." Llm Gutenbergs Mund spielte ein vergnügtes Lächeln. Mute, freue dich! * * * Der Gmeiner Sepp sollte recht behalten: Am nächsten Tag war sein Herr noch nicht in der Jagdhütte. Der Hirsch blieb auch heute vor Rachstellungen verschont. Es wurde nichts gegen ihn unternommen. Lind so machte Sepp flink seinen Dienst, streifte durch das Holz, kritzelte die Wildfährten und -Wechsel in sein Rotizbuch und war schon am zeitigen Rachmittag wieder droben beim Falkner. Die magere Miedl lachte und zeigte die großen Zähne. „Bist mir einer, Sepp! So an Iager mit soviel Zeit hab ich meiner Lebtag noch nie net g'sehen." Der Gmeiner hockte nieder und stopfte sich umständlich seine Pfeife. Llnd weil er nichts erwiderte, sagte die Miedl ein wenig verächtlich: .Wie der Herr, so 's G'scherr." Da nickte der Iäger lebhaft zustimmend. Er kippte sein Stamperl Enzian zum Vorzugspreis von zwanzig Groschen (für die Fremden dreißig!) hinter die Dinde und wischte sich behaglich schmunzelnd den martialischen Dari. Dann erst fand er Zeit zu einer Entgegnung. Die Mied! wußte schon, daß er mit der Widerred nicht so flink war. Die Iäger kannte sie meist als schweigsame Leute. „Bist gscheut, Miedl! Der Herr Schwaihofer hat a Gspusi drunten im Tal und fei Iager —“ „ .. schlayt den Tag heroben beim Falkner tot!“ unterbrach ihn jach die Dirn und eilte hinein in die kleine Gaststube. Es waren eben Touristen vom Brunnenkogel gekommen. Die hatten immer Durst, und bis zum Falkner war es erst die Hälfte Weg. Der Iäger lachte ihr nach daß sein blatternarbiges Gesicht einen freundlichen Zug bekam. „Höllische Bostgeigen — die Miedl is flink mit dem Graser!" knurrte er in seinen Bart. Mittlerweile war ihm die Pfeife ausgegangen, und cs kostete Zeit und Llmstände, sie wieder in Brand zu sehen. Ludwig Schwaihofer pflegte immer zu sagen: „So fix der Sepp im Revier ist, so langweilig läßt er sich außerdienstlich an." Llnd damit hatte er recht. 12. Roch vor Sonnenaufgang stand Heinz Gutenberg vor dem Gasthof. Sein Blick hing am offenen Fenster des Zimmers, das Mute Hansen bewohnte. Roch stand er unschlüssig, wie er sich bemerkbar machen könnte, ohne daß es die andern Gäste störte, da tauchte schon der braune Pagenkopf des Mädchens zwischen den Vorhängen auf. „Komm gleich!" rief die Malerin leise herab. Wenige Minuten später gingen sie den Wie- sengang zur Haimrachalp entlang. Erdmute sah heute wieder entzückend frisch aus in ihrem kleidsamen Dirndlkostüm, das den Anforderungen des Bergsteigens angepaßt war. Im Rucksack trug sie den Farbkasten mit den Lltensilien, während Gutenberg den Proviant und die Feldstaffelei übernommen hatte. Rach einigen belanglosen Redensarten schnitt die Malerin ein bestimmtes Thema an. „Denken Sie sich nur: Schwaihofer wollte durchaus mit von der Partie sein! Gestern abend hat er mich gefragt, wann ich die Hochtour zur „Hohen Oed" unternehme." „Lind Sie?" „Ich habe ihm gesagt, daß in dieser Woche wohl nichts daraus werden würde ..." Sie lachte und freute sich wie ein Kind, den Münchner „verseht" zu haben. Dann herrschte wieder Schweigen. Als sie an einen Dergbach kamen, reichte Gutenberg dem Mädchen die Hand. Lieber einige große Steine gelangten sie trockenen Fußes hinüber. Lind jetzt litt es den Mann nicht länger, er muhte Gewißheit haben über das Verhältnis des Münchners zu der Dresdnerin. „Warum haben Sie sich nicht lieber Schwaihofer anvertraut? Sie waren sein Gast in der Iagdhütte auf dem Brunnenkogel, er hat von Zchnen ein Bild angekauft — Schwaihofer ist ein hübscher Kerl — und trotzdem schneiden Sie ihn?!" Als er dabei Mute ins Gesicht sah, erschrak er über den trotzigen Zug um ihren Mund. Das war nicht mehr Herbheit, das war Trotz! Mit zurückgeworfenem Kopf gestand sie: „Eben, weil sich der schöne Herr Schwaihofer für unwiderstehlich hält, laß ich ihn abfallen." Gutenberg schwieg. Er wußte genug. Also liebte sie ihn doch! Ganz klar: Dieser kindlich-kindische Trotz war Liebe, verborgene, verheimlichte Liebe! Sie waren an der Wegkreuzung angelangt. Eine kleine Tafel wies bergwärts, nach der Haimrachalp. Lind mm stockte die Llnterhaltung. Der jäh ansteigende Pfad machte die Menschen kurzatmig. Hochwald nahm die Wanderer auf. Roch herrschte tiefe Sttlle. Rur aus dem Tal klang das dumpfe Rauschen der Oehtaler Ache herauf, dieses ewige Wahlen und Schleifen der von der Flut mitgerissenen zentnerschweren Steine, das wilde Aufschäumen der alle Hindernisse überwindenden Wasser. Stehenbleibend, wies Erdmute mit gestrecktem Arm über eine den Blick freigebende Waldbloße. „Die Brunnenkogelhüttc brennt!" Erdmutes Malerauge war begeistert. In der Tat sah es aus, als ginge das aus der Ferne nur als winziges Pünktchen sichtbare Llnterkunsts- haus in Flammen auf. Die Sonne schüttete ihre erste Glut verschwenderisch über die höchsten Gipser aus. Gutenberg nickte anerkennend. „In diesem gottgesegneten Fleckchen Erde gibt es auf Schritt und Tritt neue Motive für die Malersleute." Ein halbes Stündchen später kam ihnen ein Iunge entgegengesprungen. „Hallo, das ist doch der Bergbauernbub, der mir neulich in der Früh das Malkastel auf den Brunnenkogel getragen hat!" rief Erdmute. Der Iunge hatte sie auch gleich erkannt. „Wo kommst denn her, von Haimrach?" wollte das Mädchen wissen. Der Bub bejahte. „Din schon vor Tag hinauf, hab eine schöne Empfehlung von Herrn Echwai- hofer sagen müssen, und der Dergführer soll sich in der nächsten Woche einen Tag freihalten für den Grieskofel." Die Malerin fingerte ein Geldstück aus ihrem Drusttäschchen und reichte es dem Knaben. „Da! Sag dem Herrn Schwaihofer, der Führer wär nicht mehr nötig, weil ich die Hochtour schon heute unternommen hätte. Llnd wenn er nachkommen möcht', so tät's uns freuen, den Herrn Gutenberg und mich." Der Bub hatte schon seinen Dank heraus und sein „Behüt Gott", und sprang flintfüßig den Pfad hinab. Lachend sah Mute zu ihrem Begleiter auf. Der war verdüstert. „Was haben Sie da nun wieder angestellt?" fragte er, wenig erfreut. Sie zeigte ihm in sorglosem Lachen die Zähne, „Was denn?" Ich hao doch nur den Schwaihofer ein bißchen gefrotzelt!" „Llnd wenn er nun wirklich kommt?" Da lachte Erdmute noch mehr. „Der kommt nicht, weil ek weih, dah Sie mit von der Partie sind." Lind geheimnisvoll: „Auf Sie ist er nämlich eifersüchtig." Gutenberg hatte sich schwer auf seinen Stock gelehnt. Als er sich nun zum Weitergehen wandte, sagte er geheuchelt unzufrieden: „Sie werden sich diese gute Partie verscherzen. Einen Ludwig Schwaihofer bekommt nicht jede." Aber Mute ließ sich nicht beirren. „Pah, ich mag ihn gar nicht!" Gutenberg glaubte zwar nicht an die Aufrichtigkeit dieser Worte, aber er nahm sie immerhin für gewichtig. Llnd gestand: „Ich kann ihn auch nicht besonders gut leiden. Er hat so toaä an sich — ich weist mich nicht recht auszudrücken — ich halte ihn für einen Schürzenjäger.. Mute pflichtete ihm bei. „Er ist ein Easanova, ein ganz schlimmer." Lind es fiang wie ein unterdrückter Seufzer. * * * „So, die Malerin hast 'troffen — und was hat sie g'sagt?" Schwaihofer. eben fertig zum Ausstieg nach der Hütte, konnte seine Reugierde kaum zügeln. Der Dergbauernbub richtete seinen Auftrag wortgetreu aus. „Wer war in ihrer Begleitung?" „Der Herr Gutenberg, ber, was beim Gstrein Heinrich wohnt." „So, so, der Malesizsakra — also wart' mal — dös wem ma glci hoam ...“ Lind dann zögerte er doch noch ein Weilchen, der Ludwig Schwaihofer. Als er allein war, legte er erst val ordentlich los mit seinem Aerger. „Kruzitürken, da wer i net klug! Don mir laßt sich's Deandl busseln, und mit dem sakrischen Duch- stabenmanndl klimmt's die Berge aufi.. 3a, das war allerdings merkwürdig. Llnd dann entschloß sich Schwaihofer doch, die Einladung Erdmutes anzunehmen. Wenn er den Weg über die Haimrachalp nahm, konnte er sie nicht verfehlen. Die zwei Stunden Vorsprung allerdings würden nicht mehr einzuholen sein. Später, auf dem Weg durch den Hochwald, sprach Schwaihofer mit sich, stieß die Worte in Atemnot keuchend hervor, natürlich in Dialekt, wie immer, wenn er erregt war und ganz aus sich herausging. „Teuxl, ganz narrisch bin i nach dem Deandl I“ Llnd wieder noch einer Weile: „Dös is Hoch- g'wächs!" Dann merkwürdig ruhig: „I glaub, der Vater hat am End nix dagegen einz'wenden..." Llnd im Gedenken an die Worte Gutenbergs von der Fusion: „Mer braucht doch die Firma net mit z' heiraten ..." Cs war wirklich schon viel, wenn Schwaihofer jun. dermaßen von einem „Deandl" eingenommen wurde, daß er an eine dauernde Bindung dachte. In München, bei seinen Freunden, hätte diese einseitige Zwiesprache berechtigtes Erstaunen erregt. Also so weit war es schon mit ihm. Wenn alle Stränge rissen, wollte er Erdmute Hansen heiraten! Schade, daß seine Angebetete nichts von den hinterhältigen Plänen be$ hübschen Iungen ahnte! Eine schlechte Mischung hätte diese Kreuzung bestimmt nicht ergeben. Aber Erdmute Hansen kümmerte sich im Augenblick wirklich nicht um den zukünftigen Direktor der Münchener Motoren-Werke! Sie dachte jetzt überhaupt nicht an die Zukunft. Sie war ganz und gar, mit Haut und Haar, in die Gegenwart ein- gespannt. (Fortsetzung folgt.) MARGARINE WA WM L i 7 ' 1- > EA W J r' t Ä WzM daulichkeit der Speisen erhöht, Ist sie für kleine und große Menschen so gesund, daß kluge Hausfrauen nichts anderes mehr verwenden. „Bitte-noch ein Ramabrot!" Welche Mutter hört es nicht gerne? Jede Mutter Ist glücklich, wenn es ihrem Kinde schmeckt, wenn es mehr verlangt Aber nicht nur des Wohlgeschmacks wegen streicht sie sein Brot reichlich mit Rama Margarine, sondern vor allem der nährenden und wärmebildenden Eigenschaften wegen. Auch weil Rama die Ver- Mit Rama kochen heißt hygienisch kochen. 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Der Preisfenkungsbefchluß des Duhrbergbaues, von dem der Reichskanzler in seiner großen Programmrede vor dem Reichstag Mitteilung modern konnte, hat i- ahm un g gefunden: die oberschlensche Steinkohlenindustrie hat dem Reichs- tvirtschaftsminifterium ein Schreiben zugehen lassen, worin sie sich bereit erklärt, gegebenenfalls schon vor dem l. Dezember des laufenden Jahres eine durchschnittliche Senkung der Kohlenpreise um 6 Prozent wie der Ruhrbergbau vor- zunchmen. die rheinische Draunkohlen- i n b uch, Geld Notierung vrlr Amtliche Dotierung Geld 23rie ÄmfL»tHott. 169,02 169,36 168,83 169,17 Buen.-Aires 1,433 1,435 1,425 1,427 Brss.'Antw. 58,475 58,595 58.45 58.57 Christiania. 112,23 112,45 112,18 112,40 Kopenhagen 112,24 112,46 112,19 112,41 Stockholm . 112,62 112.84 112.54 112,76 Helnngfors- ostalien. . . 10,556 21,955 10,576 21,995 10,55 21,945 10,59 21,985 London. . . 20.385 20,425 20,375 20,415 Reuyork . . 4,1955 4,2035 4,1935 4,2055 Paris.... 16,459 16,499 16,451 16,491 Schwei, . . 81 .46 81.62 81.435 81,595 Spanien . 44.16 44.24 45.10 45.20 Japan . . . 2,083 2,087 2,084 2.088 'Mio de Iaw — — — —— Wien tri D.» Ceft- abgest 59,165 59,285 59,135 59,255 Prag . . . . Belirad . 12.443 12,463 12,442 12,462 7,439 7,453 7,436 7,450 Budapest. 73,42 73.56 73,393 73,53 Bulaarien 3,039 3,056 3,027 3.043 Lissabon . 18,82 18,86 18.808 18,845 Danzig. . 81,49 81,65 81,49 81,65 Konstantin. 1,784 1.789 1,784 1,789 Athen. . 5,44 5,45 5,435 5,445 Canada - 4.199 4,207 4,189 4.206 Urn nal). 3.277 3,283 3,247 3,253 Cmro . . 20,91 20,95 20,895 20,935 Ge AUS UNSEREM GROSSEN ODt Musikapparate auch auf Teilzahlung | Verkäufe | | Kaufgesuche | BRINKMANN Bcff Glogenüons autorisierter Telefunkendienst btlliflit 00590 Größte Erfahrung Aelteste Fachfirma 6781 A ghdarbeiteti Telephon Nr. 3487 Sdiützenatrafae 12 6814 A Es ist wohl jetzt die höchste Zelt, an die MOIMG ( f) 0 d) c 1 b c l m, 23. Ott. In den beiden Sälen des Gemeindehauses feierte die Gemeinde am Sonntag das diesjährige Erntedankfest. Die Feier war nicht nur von den hiesigen Einwohnern, sondern auch aus den benachbarten Gemeinden sehr gut besucht. Nach Schristoerlesung und Gebet durch Prediger Tripplcr hielten Rektor Ambach aus Wetzlar-Niedergirmes und Kaufmann Dinkel (Butzbach) die Festansprachen. Vorträge des Gc- Stadttheater Lamötag.LS.Qkt^ von 20 bis 22 Uhr: Außer Abonnement, ermäßig. Operetten- pretie. Abonnenten gewöhnliche Brette einmaliges (6aft« spiel der Ludwig- Tboma Biibue: mogöaieno Bolksstiick in.3Akten von Uudwta Thoma. J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALÜSGARTEN Rübenfehneider Hächfelmaichinen Schrotmühlen # Haferquctfchen Strohfehneider OKTOBER-REPERTOIRE: Wiener Boh*me-Orcheeter O 2965 Voll« Bleue, Walzer / Traum-Walzer SENSATIONELLE NEUHEIT! TÖNENDE WOCHENSCHAU 02966 Reportage । Alfred Braun mit Ordiesfer, Cher, Orgel, Kirdionglodten uiw. DAJOS BtLA-TANZORCHESTiR 0 2970 Ei sprach der welie Marabu ...... Tango Erika, brauchst du nicht einen Freund I, Tango @ A Motorrad „Zündnpp“ 445 Pb, Hub 108 ccm eingesahren, au verk. Wo? lagt d. Geschst. des (Mich. Anz. Rheinhessen. ODeai. Mainz. 23. Ott. Die / Ja, Ja bei Onkel Mollig reißt der / Besuch picht ab. Da Ist der Vetter Paul, die Tante Frieda und wie eie y alle heißen. Ee vergeht kein Sonntag, an dem sie sich nicht elnlndcn. Kann man cs den Leuten verdenken? Wo doch Onkel Mollig Immer so ’ne schöne warme Stube hat, In der die zu Eleklumpen gefrorenen Nasen sofort wieder nuftauen. Na. und schließlich Ist Onkel Mollig kein Menschenfresser, wenn Vetter Paul sich seine Zigarren zu denken. — Eine HANDARBEIT macht FREUDE und ein gemütliches Helm Größte Auswahl Aeußerste Preise Pelze Annahmestelle für Reparaturen u. Umänderungen, sowie neue Pelze anderst vreiSw. bei l Ernst Hartmann, I Schneidermeister. 1 Badnbosstr. 35. <8)001. Herborn, 23. Ott. 3n der meinde Burg bei Herborn ist der Gemeinde- re chn e r seine- D t e n st e S enthoben worden. Der Landrat hat gegen den Gemeinderechner das Disziplinarversohren mit dem Ziel der Amtsenthebung eingeleitet. Spezial-Wollgeschäft Else Dittmar Gießen, Löwengasse 20 Leiche deS Chauffeurs Nofef "H e l f r i ch . der in der vergangenen Woche, wie gemeldet, mit einem L a st - traf twagen bei Budenheim in den Rhein gefahren war, ist heute früh an der Hinden- urgbrücke geländet worden. Leupin - Creme tausendfach bew. bei Flechte Krätze, Jucken, Ausschlag Hämorrhoiden Beinschäden. Zu haben 6546V Löwen-Drogerie W. Klloinger Nach!., Seltersweg 79 a. Prachtvoll ist die Wäsche wieder! Blütenweiß. Tatsächlich wie neu. Alle Hausfrauen sind entzückt, wenn sie ihre Wäsche so gepflegt und sorgfältig behandelt von uns zurüdterhalten. Auch Sie würden Ihre Freude daran haben. Wollen Sie nicht einen Versuch machen? Wir bürgen für schonende Behandlung! Großwäscherei Edelweife/Giefeen Schwestern auf Frauenarbeit umstellen. Der Er- ziehunasausschutz deS nationalen Christenrats hat hier ms heute noch nicht viel erreichen können. Hier bleibt daS Evangelium vom Kreuz die Kraft der Mission. An den Dortrag schloß sich eine rege Aussprache an, bei der sich als Gast auch Missionar Lauk (Frankfurt a. M.) beteiligte. mit 6-^tmmcr-Wvb' nungen, tn rubiger Vflne, int ©Übötcriel oder der Umgebung der Universität, bei hoher Anzahlung zu kaufen gesucht. Lchr. Angeboie, nur von Oflitdbcfiticrn, ttnt. 0658:1 n. d. Gieh'Anz. Inspektor D. Dr. Oehler (Basel), einen Dortrog über „Säkularismus und Mission in Chin a". Beide stehen heute in einem ähnlichen Dcrhältnis wie Renaissance und Deformation. Auf protestantischem Boden mit der Kulturbejahung des Protestantismus hat sich der Däku- larismus nie so scharf ausgeprägt, wie auf dem Boden des Katholizismus. Mit dem Säkularis- mus wirkt Europa hinaus auf die Dölkerwelt. Er ist Wegbereiter und Bundesgenosse derMission dadurch, daß er vom Aberglauben befreit: das zeigt u. a. die Linienführung der Eisenbahnen, der Wegfall der Ahnenwälder, die Verspottung der arme Schlucker bleibenden Göhen- schnitzer. Hier ist der Säkularismus als christliche Aufklärung zu begrüßen. Andererseits ist er ein starkes Hindernis für d ie Mission. Gr zeitigt ein Mißtrauen gegen die rückständige christliche Kirche. Tausende chinesische Studenten studieren in Paris: auch reisende Europäer sind Verbreiter des Säkularismus, vor allem auch Bücher in englischer Sprache. Der Säkularismus kommt mit seinem glatten Materialismus sehr dem natürlichen Menschen entgegen. So ist die Aufgabe der Mission weithin gegen früher verschoben. Der Missionar hat sich auf die Ginwände des Säkularismus einzustellen, seine Wahrheitsmomente anzuerkennen: nur so ist er zu überwinden. Endlich ist der Säkularismus ein er« bitterterGegner derMission. Der russische Bolschewismus hat aus den Wissenschaftlid) gerichteten Säkularismus in China starken Einfluß gewonnen: hier wird das Christentum als Aberglaube angesehen und behandelt: die Regierung verbietet jeden Religionsunterricht und religiöse Beeinflussung der Äugend: so müssen sich die Preußen. Herabsetzung der Frankfurter Krankenkassenbeiträge. WDR. Frankfurt a. M-, 22. Ott. Der Ausschuß der Allgemeinen Ortskrankenkasse beschloß heute abend In seiner Sitzung im neuen Verwaltungsgebäude die von der Verwaltung beantragte Herabsetzung der Kassenbeiträge von 7,5 auf 6 -Prozent. Diese Ermäßigung ist «ine Auswirkung der Rotverordnung und ist ferner aus den günstigen Krankenstand der Kasse zurückzuführen. Die Ermäßigung tritt am 3. Rovember in Krast. Dienstenthebung eines Gemeinderechners. RICHARD TAUBER O4977Nach der Heimat möchf Ich wieder . . . Dort unterm Baum . . . Dr. WEISSMANN dirigiert Grone* Symphonie-Orcheiter (Mitglieder der Staati- kapelle Berlin - Ober 100 Künstler) । 06768 Grone* Potpourri au* der Operette „Da* Land de* Lächeln*" (Franz L*har), I. und II. Teil DAJOS BflA-TANZORCHESTER 06769 Sie hören letzt . . . (Grone* Schlagerpotpourri) mengen. Verlangen Sie nur echte» Rasioi in Origmalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller. Engel» apotßehe Gießen, gu haben in allen Apotheken. Kirche und Schule. Dckanatükonferenz in Bietzen. y Eine Dekanatskonferenzderevan- gelischeu Geistliche n des Dekanats Dießen wurde am vorigen Dienstag int Mar- kussaal zu Gießen von Del an Gußmann (Kirchberg) mit Schristlesung und Gebet eröffnet. Rach einer Reihe amtlicher Mitteilungen hielt Missionsmischten Chores und des Pofaunenchorcs der feiernden Gemeinschaft umrahmten das Fest. — Mit der Pflasterung der Dorf ft raße ist nunmehr begonnen worben. Die Ausführung der Arbeiten ist den Firmen Wagner & Schnepp und Krombach (Krofdorf) übertragen morden. Die Wohlfahrtserwerbslosen der hiesigen Gemeinde finden dabei Berdienstmögltchkcit. Dillkrcis. WSR. Herborn, 23. Oft. Bei einer Besichtigung des im Rohbau vollendeten neuenRathauses in Frechenhausen erlitt Bürgermeister Henn, der der provisorischen Lichtleitung zu nahe gekommen war, einen Schlag und v c r st a r b auf der Stelle. Der Bürgermeister hinterläßt Frau und acht Kinder. Cbfhmotno besonders auch hränhlld)c, ■UUV ZJUJIVVUIV, 3 urü di gebliebene unb solche mit steifen Seinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echte» Der hessische Justizminister. Zu Nr. IM. 27615. Darmstadt, den 8. Oktober 1930. Bctr.: Durchführung des Gesetzes über die Bereinigung der Grundbücher. Bekanntmachung. Die Gläubiger solcher Hypotheken, Grundschulden, Nentenscbulden und Reallasten, die nach dem Aufwertungsgesetz aufgewertet sind, deren Auswertung tut Grundbuch aber noch nicht eingetragen ist, haben den Antrag auf Eintragung der Aufwertung des Rechts spätestens bis zum 31. März 1931 bei dem zuständigen Grund- buchamt, von dem das Grundbuch für das belastete Grundstück geführt wird, wird der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, so erlischt das aufgewertete Recht am Grund- stück und wird, soweit es noch im Grundbuch eingetragen ist, von Amts wegen gelöscht. 7235D Der bezeichnete Rechtsverlust bedroht insbesondere alle im Grundbuch eingetragenen noch auf (Papier-) Mark lautenden Rechte, die (weil keine Rückzahlung erfolgt war), ohne eine Anmeldung bet der Aufwertungsstelle krast Gesetzes aufgewertet sind, und ferner die Rechte, mögen sie gelöscht oder noch eingetragen fein, für die (weil eine Rückzahlung bereits erfolgt war) zwar die Anmeldung des Anspruchs auf Aufwertung bei der Aufwertungsstelle erfolgt, aber kein Antrag an das Grundbuchamt auf Eintragung des Aufwertungsbetrags in das Grundbuch gestellt worden ist. 3n Vertretung: gez. Neuroth. Freibank SamStna. UriaD den 25. Cft. 11)30, von 8 Ubr ab WWkNWs. Meerrettich »u verlausen 06508 Bruchstraste 22. ■elbst mitbringt und Tante Frieda zu ihrem gesegneten Appetit die große Brottrommel, dann dürfen ule »Ich ruhig an »einem schonen Ofen warmen. Auch Sic sollten »Ich einmal bei mir »eben lassen und »Ich für die kommende kalte Jahreszeit einen schönen Ofen zulegen, der Ihre Räume gemütlich macht und gut durchheizt. Kommen Sie also ruhig einmal zu mir. Ich habe außer den vielen Oefen auch die ausgesuchtesten und schönsten Ofenschirmgarnituren. Vorsetzer, Kohlen kästen und Fcucrgerllte zur Hand. Auch das gehört zur Vervollkommnung der Annehmlichkeiten einer Wohnung. Also Ich erwarte Sie. Kl. Anwesen bzw. Saal für christl. Versammlung ah taufen, bAw. au mieten lies. Sckr. Angeb. unter 7226D an den Wieft. AnA. MMeWiW ca. 4x2 m, zu kaufen aesuchr. 06572 (^HooS.Yinncrod Tel. (Weiten ülttll, I Empfehlungen | EISU-Betten (Stahl u. Holz) Politer, Sdrtnfzimm „Stahlmalr. Kindcrb.Chaiicl. ».Private. Ratend. Katal.fr. 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