Nr. 225 Erstes Statt ISO. Jahrgang Mittwoch, 24. September 1950 6r|d)etnt täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Vtehener FamUienblätter Heimat im Bild Die Scholle IDonals-Beingspreli: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelner Hummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanfchlüfse ■nterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnach« richten Anzeiger Oiehen. poftscheckfonto: Frankfurt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniik und Verlag: vrühl'sche UnioerfttütL-vuch- und Steinörntferei K Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20’, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Will). Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Giehen. Die Kabinettsberaiungen haben begonnen. Das Veformprogramm wird Ende der Woche fertiggestetti fein. — Das Loch der Arbeitslosenversicherung. - Die Gemeindefinanzen. — Dietrich lehnt Gtenererhöhungen ab. Sellin. 23. Sept. (GJIB.) Vas Reichskabinett hat heute nachmittag in vierstündiger Sitzung die Beratung seines Jinan;, und Reformprogramms begonnen. Line amtliche Mitteilung über die kabineilssihung wird nicht ausgegeben, da die Beratungen morgen abend und in den nächsten Tagen weitergehen. Bon unterrichteter Seite erfahren wir jedoch, bah die heutigen Berhand- lungen bereits ein ganzes Stück vorwärts gekommen find, fo dah die Reichsregierung hofft, ihr ganzes Programm bis Ende der Woche fertigzustellen. Die Besprechungen des Kanzlers mit den Parteiführern würden in der nächsten Woche erfolgen. Anfangs übernächster Wochen können die Borlagen dann wahrscheinlich an den ReIchsraI gehen. Das Programm gliedert sich in zwei Teile: 1. 3n die Wahnahmen, die erforderlich sind, um den augenblicklichen R 0 1 st a n d der Reichsfinanzen zu befeifigen. Der Jehlbetrag im Reichshaushalt wird auf etwa 500 Willi 0 n e n geschätzt. Er seht sich zusammen aus einem Bllnberfteuerertrag von 300 Millionen Dazu kommt die Erhöhung der Ausgaben der Arbeitslosenversicherung, die auf 4 0 0 Millionen angegeben wird, wovon das Reich entsprechend Artikel 4 der Notverordnung vom 27. Dull b I e Hälfte, also 200 Millionen, zu fragen hat. 3n der heutigen Kabinettsfitzung ist vor allem die Arbeitslosenversicherung behandelt worden. Mit einer Beitragserhöhung ist sicher zu rechnen, über die höhe verlautet aber noch nichts. 3n politischen Kreisen hält man es für wahrscheinlich, dah der Beitrag auf 6,5 Prozent heraufgeseht wird. Bon unterrichteter Seite wird ausdrücklich betont, dah zur Deckung des Jehlbetrages keine Steuererhöhung und keine neuen Steuern beschlossen werden. Auch ein Monopol komme unter keinen Umständen In Jrage. Beben dem Jehlbetrag des Reiches wird sich das Reichskabinett, wie die TU. erfährt, auch mit den haushaltsfehlbeträgen bei den Ländern und vor allem bei den Gemeinden zu beschäftigen haben, die für die endgültige Gestaltung der Jinanzreform und des Jinanzausgleichs von nicht geringer Bedeutung find. Bei den Gemeinden ist die kurzfristige Berfdjulbung im Laufe des letzten halben 3ahres r a f ch gestiegen. Sie wird von Kennern der Berhältniffe auf 3,5 bis 4 Milliarden Mark geschäht. Ohne planmäßige Tilgung bzw. Konsolidierung dieser Schulden wird eine Sanierung der Gemeindefinanzen nicht denkbar sein. Die Gemeinden stehen auf dem Standpunkt, dah die Steuern, die ihnen die lehte Rotoerordnung des Reiches überlasten hat, Gemeindegetränke st euer und Bürgersteuer, zur Deckung der laufenden Ausgaben für Wohlfahrtszwecke nicht ausreichen und dah das Reich neue Mittel hierfür zur Verfügung stellen muh, wobei man in den Gemeinden in erster Linie an eine wesentliche Erweiterung der Kri - fenfürsorge denkt. Auch in diesem Zusammenhang muh feflgefteUl werden, dah der Reichsfinanz- minister unter allen Umständen jede zusätzliche steuerliche Belastung der Wirtschaft zu vermelden wünfchl. Der Minister hält weiter an feiner entschiedenen Absicht fest, mit Hilfe der Hauszinssteuer und Ihrer stärkeren Ber- Wendung für allgemeine Dermal- tungszwecke die Realsteuerbelastung in nennenswertem Umfange zu senken. Auher diesem Teil des Programms, der die für die Zeit bis zum 1. April nächsten 3ahres notwendigen Mahnahmen umfaht, will das Kabinett aber auch bereits jetzt Entf-chlüffe für das Ltatsjahr 1 93 1 - 3 2 fasten. Die Reichsregie- rung stehl auf dem Standpunkt, dah jetzt der Augenblick gekommen ist, zu dem unbedingt wieder Politik auf längere Sicht gemacht werden muh, damit die ständige Wiederkehr der Rotwendigkeit, Jehlbeträge abzudecken, verhindert wird. Deshalb wird das Programm der Reichsregierung ohne jede Beschönigung von der nüchternen Betrachtung der Tatsachen ausgehen, wie sie nun einmal gegeben sind. Ls sind in diesem zweiten leil die Reformen enthalten, die das Kabinett für unerlählich erachtet und von denen versichert wird, dah sie s e h r u m f a s f e n d feien Die Konstituierung des neuen Reichstags. Berlin, 23. Sept. (XiL) Die erste Sitzung des neuen Reichstags wird am 13. Oktober, 15 Ahr, beginnen. Die Sitzung trägt lediglich formalen Charakter. Sie dient dazu, Jurd) Namensaufruf der Abgeordneten die Beschlußfähigkeit des Reichstags festzustellen. 3n der zweiten Sitzung am Dienstag erfolgt dann die Wahl des Präsiden- t c n und des Bureaus des Reichstages. Geleitet werden die ersten beiden Sitzungen von dem Alterspräsidenten. Rach der Fahl der Lebensjahre würde der Zentrumsabgeordnete Herold diesmal Alterspräsident des Reichstages sein. Falls er auf dieses Amt verzichtet, wird D. Kahl (DVP.) diese Stelle einnehmen. Die weiteren Anordnungen für die Tagungen wird der nach dem Zusammentritt des Reichstags zu bildende Aeltestenrat festsetzen. 3m Reichstage fand bereits eine Besprechung des bisherigen Präsidenten Lobe mit den Parteiführern über die Plahvertei- l u n g im Plenarsihungssaal des Reichstages statt. Der Besprechung lagen sechs Vorschläge zugrunde. Angenommen wurde schließlich der Vorschlag, vom im Sitzungssaal vier oder sünf Pultreihen bestehen zu lassen und für alle übrigen Abgeordneten nur Stühle zur Verfügung zu stellen, um so alle Abgeordneten im Sitzungssaal unterzubringen. Gin weiterer Vorschlag, die 'Regierungsestrade zu verkürzen und nur noch eine Reihe für die Regierung und den Reichsrat zu belassen, wurde einstweilen zurückgestellt, da die ilmarbeiten zwei Monate beanspruchen und 63—80 000 QHart kosten würden. Es wurde aber in Aussicht genommen, in der nächsten größeren Tagungspause des Reichstages auf Grund der inzwischen gemachten Erfahrungen nochmals auf diesen Plan zurück- Äulommen. Alle übrigen Vors chläge. Die sich auf die Verteilung der Plätze prozentual nach der Stärke der Fraktionen, auf die Einbeziehung von Tribünen oder auf die Vergrößerung des Saales selbst bezogen, wurden ab« gelehnt. Das gleiche Schicksal hatten die zahlreichen Vorschläge, die dem Reichstag durch Zuschriften von außerhalb des Hauses zugegangen waren. So wurde u. a. vorgeschla- flen, die Parteien möchten freiwillig vereinbaren, daß nur 50 v. H. ihrer Abgeordneten in den Reichstag entsandt werden. Zum Schluß kam es in der heutigen Besprechung zu einer neuen Auseinanders-tzung zwischen den Vertretern her Deutschnationalen und der Nationalsozialisten darüber, welche der beiden Parteien die ausgesprochene Rechtspartei sei. Der Abg. Hergt meldete aus- neue den Anspruch seiner Partei auf die Sitze am äußersten rechten Flügel des Hause- an. Der Abg. Dr. Frick protestierte gegen diese Forderung. Er meinte, diese Frage sei ein für allemal entschieden, und zwar in dem Sinne, daß die Nationalsozialisten die am weitesten rechts stehende Partei seien. Der Anspruch der Nationalsozialisten wurde in der heutigen Besprechung vorläufig anerkannt, allerdings vorbehaltlich einer etwaigen Einigung zwischen den beiden Parteien oder einer anderweitigen Entscheidung de- Aeltestenrates nach Zusammentritt des Reichstages. Der Hochverraisprozeß gegen die Ulmer Reichswehroffiziere. Leipzig, 23. Sept. (Tel.-Lln.) Zu dem Prozeß gegen die unter der Anklage des versuchten Hochverrats stehenden nationalsozialistischen Reichswehroffiziere vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts sind so zahlreiche Zuhörer erschienen, daß sogar die Galerien des großen Verhandlungssaales freigegeben werden muhten. Der für die Verhandlung aufgebotene polizeiliche Schutz ist außerordentlich stark. Nicht nur der Haupteingang zum Reichsgericht und die Türen -um Derhandlungssaal stehen unter Bewachung und Kontrolle, auch jede Korridorkreuzung wird bewacht. Die Angeklagten, auch die beiden aktiven Reichswehroffiziere Gubin und Scheringer, sind in Zivil erschienen. Oie Anklage. Die Angeklagten Scheringer und Ludin waren nach dem zur Beurteilung stehenden Tatbestand der Ansicht, daß unter den derzeitigen politischen Verhältnissen in Deutschland der Geist der Wehrhaftigkeit in Heer und Bolk nicht genügend gefördert würde. Eine Erneuerung des Geistes in der Reichswehr erschien ihnen notwendig. Sie hätten beschlossen, mitderNationalsozialistische nD e u t- schen Arbeiterpartei Fühlung zu nehmen, weil sie geglaubt hätten, dah diese Partei am ehesten die Verwirklichung ihrer Absichten durchzusetzen vermöge. Nach einer Zusammenkunft mit Führern der NSDAP., in der man übereingekommen sei, dah in erster Linie das Offizierskorps der Reichswehr im Sinne der nationalsozialistischen 3deen politisiert werden müsse, sei der dritte Angeklagte, Oberleutnant a. D Wendt, in die Pläne eingeweiht worden. Es habe dann eine stille Propagandatätigkeit durch die Angeklagten begonnen. Nach der Anklage ist das Bestreben, den Offizieren der Reichswehr die gegenwärtigen politischen Zustände in Deutschland als besonders trostlos fühlbar zu machen, Zersetzung und damit Vorbereitung zum Hochverrat. Den Angehörigen der Reichswehr ist durch Erlaß des Reichswehrministers ausdrücklich verboten, eine Betätigung auszuüben, die auf eine Aenderung der Verfassung zielt. Der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat B a u m g a r • ten, warnte bei der (Eröffnung der Verhandlung vor Kundgebungen. Der Anklagevertreter ist Reichsanwalt Nagel. Der Oberreichsanwalt Werner ist selbst zugegen. Als Sachverständiger ist Major Theisen opm Reichswehrministerium erschienen. Die Angeklagten werden verteidigt durch die Rechtsanwälte Dr. Sack (Berlin), Dr. K a m e ck e (Berlin), Dr. Frank II. (München) und durch Hauptmann M e i n d e l. Die Vernehmung der Angeklagten. Die Angeklagten erklärten sich auf Befragen gemeinsam als nicht schuldig. Scheringer ist ist der Sohn eines kriegsgesallenen aktiven Offiziers. Er mußte aus Koblenz 1923 flüchten, da die Franzosen ihn beschuldigten, an der Zerstörung einer separatistischen Druckerei teilgenommen zu haben. Das französische Kriegsgericht verurteilte ihn in Abwesenheit zu zehn Fahren Zwangsarbeit 1924 trat er als Fahnenjunker in illm ein und wurde 1928 Offizier. 3f>m und Ludin wird vom Regimentskommandeur nachgelagt, sie hätten eme hohe Auffassung von ihrem Berufe. 3hre dienstlichen Leistungen seien weit über dem Durchschnitt. Beide hätten warmes Nationalempfinden und hochgespanntes Ehrgefühl gezeigt. Oberleutnant a. D. Wendt, Sohn des verstorbenen Generalmajors Wendt, verweigert über sein Ende 1929 erfolgtes Ausscheiden aus der Reichswehr die Aussage. Er bekommt nur Liebergangsgeld für ein 3ahr. Er gab zu. sich mit der Geschäftsstelle der Nativaallvzialistischen Partei tu 23er» btnZmng gesetzt zu haben, um von der Partei einen Posten zu erhalten. Er wurde auch Beamter der Zeugmeisterei der Partei in Kassel. Reichswehr und Politik. Zu den in der Anklage enthaltenen Vorwürfen erklärt Leutnant Scheringer: Es war nicht ein momentanes Mißvergnügen, das uns beschlichen hatte, sondern was wir fühlten, das ist die Stimmung, die sich schon über 3 ahre hindurch im ganzen Reichsheer bemerkbar gemacht hat, und die unsere ganze Auffassung auch beherrschte. Leutnant Ludin erklärt: Wir glaubten davon überzeugt zu sein, dah verschiedene Maßnahmen, die unter dem Druck des Versailler Vertrages durch die Reichsregierung verfügt wurden, fo beispielsweise die Unterzeichnung des QSoung- Plans, nicht dem Willen des Volkes entsprächen. Wir waren auch der Meinung, daß die Anordnungen des Reichswehrministeriums nicht mit dem Willen des deutschen Volkes übereinstimmten. Wir, die wir jung sind, glaubten gerade, verpflichtet zu sein, unsere jugendliche Auffassung nach oben hin zum Ausdruck zu bringen. Wir wollten nicht revoltieren und meutern, sondern wir wollten zeigen, daß die 3ugenb im Heere wirklich denkend handeln müsse. Die Reichsregierung hätte viel mehr für das Heer tun sollen. Es hätte die Offiziere beispielsweise schmerzlich berührt, wenn sie in Berlin gesehen hätten, daß in fast jedem Theater Stücke aufgeführt worden sind, deren Tendenz sich gegen die Offiziere richtet. Auch regierungstreue Blätter hätten dauernd gegen das Offizierkorps gehetzt. Warum hat sich die Reichsregierung nicht grundsätzlich gegen solche Dinge gewandt? Generaloberst v. S e e ck t ist nach meiner und meiner Freunde Auffassung der Volksstimmung und dem Parlament zuliebe entfernt worden. Die Stimmung im Heere ist durch diese Maßnahme bestimmt nicht gefördert worden. Nach der Verabschiedung Seeckts ist die Reichswehr auch nach Ansicht höherer Offiziere politisch geworden. Die ganze Politik im Falle Seeckt ist nichts anderes, als ein Sich-Beugen vor den Demagogen gewesen. Es habe zu denken gegeben, daß die Reichswehr den Befehl erhalten habe, bei politischen En t- g I e i | u n ge n das Lokal z u verlassen. Bei einer Verfassungsfeier in Ulm seien angesichts der Teilnahme der Reichswehr rote Fahnen geschwungen worden. Diese Feier habe aber niemand verlassen. Auf die Meldung hin habe der Befehlshaber von Ulm sogar diese Nichtbefolgung des Befehls gutgeheißen. Ludin betonte, ein Offizier müsse nach seiner Auffassung nationalistisch eingestellt sein, worunter er versiehe: „Alles fürs Vaterland und alles fürs Volk!" Die Reichswehr müsse national sein, denn sie sei dazu da, für die Nation zu kämpfen. Auf den Einwurf des Vorsitzenden, daß die Reichswehr das Instrument der Reichsregierung sei, antwortete Scheringer, daß bei der kommunistischen oder pazifistischen Reichsregierung dann auch die Reichswehr kommunistisch ober pazifistisch sein müsse. Sie sei aber eine Hochburg der Wehrhaftigkeit und müsse es auch bleiben. Der Besuch in München. Es kam dann zu einer 'ausführlichen Besprechung der Vorgänge bei der Münchener Ql e i f e. Major Theisen vom Reichswehrministerium erklärte auf Befragen als Sachverständiger, ein junger Offizier habe sich unpolitisch zu verhalten und könne sich wegen politischer Aufklärung an feine Vorgesetzten wenden. 3m übrigen könne man natürlich keinem Offizier verbieten, daß er Gespräche mit politisch geschulten Persönlichkeiten irgendwelcher Parteirichtung führe. Verboten sei nur die politische 'Betätigung. Leutnant Scheringer setzte dann die Unterhaltung mit Oer Schriftleitung des „Völkischen Beobachters" in München auseinander. Der Angeklagte Ludin erklärte hierzu noch, die drei Angeklagten feien nach München gefahren, weil Wendt und Scheringer mit ihrer Verabschiedung hätten rechnen müssen und beide suchen wollten, ein Unterkommen zu finden. Sie hätten geglaubt, sich bei der NSDAP, betätigen zu. können und sich deshalb über die Ziele der Partei erkundigen wollen. Es sei ihnen aber in München ausdrücklich erklärt worden, irgendeine illegale Verbindung mit der Armee könne nicht in Betracht kommen; alles was die --------;-------, — Die Angeklagten während der Verhandlung vor dem Reichsgericht. Stehend: Hans Ludin und toc&eripger; zwücheg bee bMsg VEdche« ptzesd HgM Friedrich ötBÖk Partei tue, könne nur auf verfassungsmäßigem Wege geschehen. Der Vorwurf national» sozialistischer Zellenbildung. Ludin wird darauf hingewiesen, daß ihn die Aeußerung, er wolle möglichst in jedem Wehrkreis einige zuverlässige Leute haben, besonders schwer belaste und den Schluß auf die Absicht einer na« tionalsozialistischen Zellenbildung innerhalb der Reichswehr nahelege. Weiter wird von dem Vorsitzenden an Ludin die Frage gerichtet, was die Aeußerung bedeute, die Entwicklung werde sich über mehrere Jahre erstrecken, weil alle Teile aus dem Hitlerputsch gelernt hätten. Ludin erklärte, daß gerade diese Aeußerung g e g en die Absicht eines gewaltsamen Umsturzes spreche, da der Zusammenbruch des Hit- ler-Putsches den Beweis dafür erbracht habe, daß auf illegalemWege nichts zu erreichen sei. Der Vorsitzende bezeichnete diese Schlußfolgerung als wenig glaubwürdig, zumal in der gleichen Unterredung von Ludin weiter erklärt worden sei, die Nationalsozialisten und nationalen Verbände würden sich dann auf keinUnterne hm e n e i n l a s s e n , wenn sie wüßten, daß sie dabei d i e Reichswehr nicht hinter sich hätten. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Angeklagte auch heute noch den cingeschlagenen Weg für richtig halte, gab er unumwunden zu, daß er das verneinen müsse. Auch Wendt erklärte, daß ihm und seinen Kameraden e i n e U m st u r z a b s i ch t ferngelegen habe. Sie hätten lediglich von unten her die wahre V o l k s st i m m u n g, die gegen den Versailler Vertrag und gegen den young- plan gewesen sei, zur Kenntnis des Reichswehrmini st eriums bringen wollen, das dann seine Konsequenzen hätte ziehen können. Scheringer gibt zu, seine Kameraden für ihre Reise aus eigenen Mitteln unterstützt zu haben. Das Geld komme also nicht von der RSDAP. Man habe nur die Offiziere anderer Garnisonen dazu bestimmen wollen, gemeinsam zum Ausdruck zu bringen, daß der Kurs der Armee falsch sei und der Geist der Truppen durch die Haltung des Reichswehrministeriums leiden müsse. Die Verhandlungen seien auch durch dchl Gewissenskonflikt ausgelöst worden, daß man im Falle innerer Hnruhcm gezwungen wäre, auch auf Angehörige nationaler Verbände zu schießen. Als der Vorsitzende Scheringer vorhielt, er habe einem Leutnant Wolf gegenüber ausdrücklich von einer nativnalsozialisti- sch en Zellenbildung gesprochen, verwahrte sich Scheringer dagegen mit der Bemerkung, es müsse sich „hier um einen ungeheueren Orr tum handeln". Hitler wird als Zeuge geladen Zum Schluß stellte Rechtsanwalt Frank als Verteidiger Wendts den Antrag, den Führer der R. S. D. A. P., Hitler, als Zeugen darüber zu vernehmen, daß die R. S. D. A. P. davon ab- ; ife^c, auf illegalem Wege die Verfassung av ! ändern. Denn von dieser Aussage hänge sehr viel für die Angeklagten ab. Reichsanwalt Dr. R a g e l hielt diese Ladung dagegen für die Beurteilung der Schuldfrage völlig unerheblich, da der Prozeß ja nicht darum gehe, welche letzten Ziele die R. S. D. A. P. habe; in dem vorliegenden Prozeß handele es sich vielmehr darum, was die Angeklagten getan hätten und was ihre Ziele gewesen seien. Auch Rechtsanwalt Dr. Sack wandte sich namens seiner Klienten gegen die Vernehmung Hitlers. Er jedenfalls habe kein Interesse an dieser Vernehmung. Dr. Frank hielt aber seinen Antrag aufrecht. Kurz nach 7 Ähr abends erging ein Beschluß rdes Gerichtes dahin, dem Anträge Dr. Franks stattzugeben. Hitler der sich zur Zeit in "Berchtesgaden zur Erholung aufhält, soll vom Reichsanwalt auf schnellstem Wege für Donnerstagvormittag als Zeuge geladen werden. DjeTötungdesStudentenWessel vor Gericht. B e r l i n, 23. Sept. (ERB.) Der Andrang des Publikums zu der Schwurgerichtsverhandlung des Wessel-Prozesses war heute noch größer als am ersten Tage. Schon beim Morgengrauen hatten sich d i ch t-e M e n s ch e n m a s s e n auf der Freitreppe vor dem alten Kriminalgerichtsgebäude Altmoabit angesammelt. Darunter waren recht dunkle Elemente, und es kam während des Wartens zu sehr w ü st e n Szenen, die schließlich so ausarteten, daß die Polizeibeamten einschreiten und mit Gummiknüppeln Ordnung schaffen muhten. Frauen, die vorne standen, wurden hochgehoben und von radaulustigen Burschen über die Köpfe der Dahinterstehenden nach hinten befördert. Als dann die Cingangstore geöffnet wurden, entstand ein förmlicher Kampf unter den Wartenden, um zuerst hineinzugelangen. Änter allgemeiner Spannung wurde der Hauptangeklagte Albrecht Hoehler vernommen. „Ali" ist einer großer, blonder und trotziger Mann im Alter von 32 Oahren. Er bestätigte die Frage des Vorsitzenden, daß er vielfach vorbestraft sei. Er habe Wessel nicht gekannt und nicht gewußt, wo er wohnt. Er habe auch nicht gewußt, daß Erna Oaenicke, die er von früher kannte, seine Braut war. On der Küche der Wohnung habe dann die Frau Salm erklärt, wir möchten vorsichtig mit We s s e l sein; denn er sei leicht mit der Waffe bei der Hand. Er habe dann seine Pistole hervorgeholt, sie geladen, gesichert und wieder in die Manteltasche gesteckt. Als Wessel die Tür öffnete, habe er offenbar die Situation sofort erkannt und unwillkürlich nach seiner Gesäßtasche gefaßt. Der Angeklagte erklärte weiter: „Och rief: „Hände hoch!"; Wessel hat aber in der Aufregung eine weitere Bewegung nach der Gesäßtasche gemacht, so daß ich glaubte, er wolle eine Waffe ziehen. Och riß nun meine Pistole heraus, die in die Tasche hineinge- drückt war. Diesem Ämstande schreibe ich allein zu, daß ich dabei in der Aufregung dem Abzug zu nahe gekommen bin, und daß der Schuß losging. Der Obduktionsbefund muh erweisen, dah nach der Richtung des .Einschuhkanals von einem Zielen keine Rede sein kann. Och beugte mich nach dem Schuh über Wessel, um in seiner Gesäßtasche nach einer Waffe zu suchen; er hatte aber nur eine Stahlrute oder einen Gummiknüp- vel. die ich nicht herausnahm. Erna Oaenicke fragte mich was ich suche, und als ich erklärte, Waffen zu suchen, wies sie auf den Schrank' Dort sand ich eine Pistole, die ich an mich nahm. Hindenburg gegen die Krisenmacher. Oer Reichspräsident erklärt, daß keinerlei Putschgefahr vorliege und er der Durchführung des Sanierungsprogramms der Reichsregierung ausdrücklich zustimme. Berlin, 23. Sept. (IeL-Un.) Der Reichs- Präsident ist von verschiedenen Vertretern der nordamerikanischen Publizistik gebeten worden, zu den Atarmnachrichten Stellung zu nehmen, die in den letzten Tagen über die deutsche Lage gerade in Amerika verbreitet worden sind. Seiner Gewohnheit entsprechend hat der Reichspräsident eine unmittelbare Antwort nicht gegeben. Er hat jedoch in seiner am Montag mit dem Reichskanzler geführten Unterhaltung diesen ermächtigt, zu erklären, dah er die vom Reichs- kanzler am letzten Samstag dem Berliner Vertreter eines amerikanischen Rachrichtenbüros gegebenen Ausführungen vollinhaltlich teile. Auch der Reichspräsident ist der Auffassung, daß eine Putschgesahr in irgendeinem Bezirk Deutschlands in keiner Weise vorliege. Uebrigens würden die vorhandenen Vollzugsorgane durchaus ausreichen, in kürzester Zeit Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Der Reichspräsident hat ferner in seiner Unterredung mit dem Reichskanzler der Absicht der Reichsregierung, alle Kräfte dafür einzusehen. um die seit längerer Zeit in Angriff genommenen umfassenden Sanierungsmaßnah- m en z u m Besten der deutschen Wirtschaft und des deutschen Volkes zu Ende zu führen, seine ausdrückliche Zustim- m u n g erteilt. Er vertraut hierbei auf den gesunden Sinn des deutschen Volkes und erwartet, dah trotz der ungewöhnlich schwierigen innen- und außenpolitischen Lage Deutschlands diese grohen Aufgaben auf dem Boden der bestehenden Verfassung gemeistert werden können. Sie Forderungen des Rerchslandbundes. Rentabilität der Landwirtschaft als Voraussetzung für eine Behebung der Wirtschastsnot. Berlin, 23. Sept. (XU.) Der Bundesvorstand des Reichslandbundes faßte am Dienstag eine Entschließung zur politischen Lage, in der es u. a. heißt: Der Reichslandbund begrüßt die bei der Reichstagswahl vom.14. September d. I. zum 2lusdruck gekommene Stärkung nationalpolitischen Willens im Gcsamtvolk und erwartet, daß im Reich und Preußen die Hindernisse für die Arbeit aller einsatz- und verantwortungs- vereiten nationalen Kräfte baldigst beseitigt werden. Der Reichslandbund erwartet die Rettung Deutschlands und seiner Landwirtschaft nickt von Parteikoalitionen und Parteiarithmetik, sondern von der Berufung unabhängiger, willensstarker, tatbereiter nationaler Füh-, rer durch den Reichspräsidenten. Das seit der Revolution in Deutschland herrschende System von Parteien st aat und Parteiregierung hat sich als unfähig zur Erfüllung der deutschen Führungsaufgaben erwiesen. Das ßanöoolf wird nur einer Regierung die Folgschaft leisten, die über den Parteien und über den Interessengegensätzen in Unabhängigkeit und Verantwortung die Notwendigkeiten des Staates und des Gesamt- volkes verkörpert. In einer weiteren Entschließung sprach der Bundesvorstand des Reichslandbundes Neichsminister Schiele einstimmig seinen Dank dafür aus, daß er seine aanze Persönlichkeit zur Rettung der Landwirtschaft eingesetzt hat. Zur wirtschaftspolitischen Lage faßte der Reichs- landbund folgende Entschließung: Dah die im Voungplan festgesetzten Lasten von Deutschland nicht getragen werden können, ist durch die Entwicklung der Lage (Rückgang der Steuereinnahmen. Zusammenbruch der Kaufkraft der Landwirtschaft, Zunahme der Arbeitslosigkeit, Zunahme der Ausgaben und damit des öffentlichen Defizits usw.) erwiesen. Durch den Preis stürz auf fast allen Gebieten ist eine Wertsteigerung des Goldes und damit eine Verschärfung der ziffernmäßig fe st gesetzten Re- parationslasten eingetreten. Unbeschadet des grundsätzlichen Kampfes gegen jede Reparationsbelastung fordert der Reichslandbund die sofortige Erklärung des Zahlungsaufschubs. Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit kann nachhaltig nicht durch Herumkurieren an Symptomen, sondern nur durch Beseitigung der Ursachen gelöst werden. Wenn der Landwirtschaft für ihre Produkte wieder an* feite, insbesondere auch eine Zinsentlastung ver°i schafft werden, so nimmt sie nicht nur selber in vermehrtem Maße Arbeitskräfte auf, sondern bietet auch der Industrie eine stärkere Sicherung des Absatzes, die Möglichkeit der Produktionsvermehrung und erhöhter Beschäftigung von Arbeitskräften. Daraus ergibt sich die Forderung — nicht zuletzt im Interesse der Arbeitslosen selbst — die RentabilitätderLandwirt schäft wieder herzustellen. Ein Land, das wie Deutschland ausländische Agrarprodukte, die entweder nur dem Luxuskonsum dienen oder durch heimische Erzeugnisse erseht werden können, einführt, ist stets in der Lage, die Preisbildung im Inlande den Produktionskosten anzupassen. Das Tarif- und Schlichtungswesen in Verbindung mit dem Achtstundenarbeitstag und Auswüchsen auf dem Gebiete der sonstigen Sozialpolitik nimmt, da überwiegend politisch gehandhabt, keine Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Betriebe und eine für die gesamte Bevölkerung tragbare Preisbildung. Die hierdurch erzwungenen Rationalisierungsmahnahmen haben erfahrungsgemäß das Heer der Erwerbslosen verstärkt. Die Auflockerung und baldigste Beseitigung der Zwangsbewirtschaftung der Arbeit und Bereinigung der sonstigen Sozialpolitik ist daher eine für die Ueberwindung der Arbeitslosigkeit, Entlastung des Sozialetats kund Ankurbelung der Wirtschaft unerläßliche Forderung. Weiter ist aber eine Reform der öffentlichen Ausgabenwirtschaft zu fordern, die auch vor Derwaltungs- und Verfassungsänderungen nicht zurückschrecken darf. Das Ziel dieser Reform muh die Vereinfachung der Verwaltung, der Abbau von Aemtem und Aufgaben wie auch eine Verringerung des Beamtenapparates fein. Durch die Einführung des Vetorechts einer zweiten Kammer ist der Ausgabenbewilligungsfreudigkeit der Parlamente ein Riegel vorzuschieben. Bis zum Wirksamwerden derartiger Mahnahmen sind die Befugnisse des Reichssparkommis s a r s erheblich zu verstärken, so dah seine Ermittlungen nicht nur Vorschläge bleiben, sondern auch verwirklicht werden können. Sofortige Anpassung aller Gehälter an die gesunkene Leistungsfähigkeit der Wirtschaft ist unbedingt geboten. gemessene Preise und Entlastung der Ausgaben- Den Frauen sagte ich noch, sie sollten einen Arzt holen und rief in die Küche hinein: „Alles raus!" Darauf verliehen wir die Wohnung. Ihm sei später von verschiedenen Personen geraten worden, anstatt seiner Vorstrafe (Zuhälterei) die Tat als Eifersuchtstat hinzuftellen, weil Wessel ihm seine Braut abspenstig gemacht habe. Auf die Frage des Vorsitzenden: „Sie hatten alle bei der Sturmabteilung Waffen?" erwiderte der Angeklagte: „Von der Partei war es verboten, aber ich hatte mir drei bis vier Wochen vor der Tat eine Pistole gekauft, weil es so gefährlich in unserem Bezirk war. Sie diente meinem persönlichen Schu tz." Der Vorsitzende wies den Angeklagten darauf hin, dah er im Vorverfahren nichts davon gesagt habe, dah der Schuß verseh en tlick losgegangen sei. Der Angeklagte gab zu, daß im Lokal verabredet worden sei, Wessel eine „proletarische Abreibung" zu geben, wenn er die Wohnung nicht verlasse. Der Angeklagte Rückert erklärt, niemand habe an eine Tötung gedacht, nur wegen der Miete habe man der Frau Salm helfen und Wessel hinausbefördern wollen. Rückert erklärte, daß er in den Jahren 1914 bis 1930 nur drei Jahre in Freiheit gewesen sei. Die übrige Zeit habe er entweder in Fürsorgeanstalten oder in Gefängnissen verbracht. (Sine Sabotage-Verschwörung gegen die Gowjetregierung. K o w n o. 22. Sept. (TU. Funkspruch.) Wie aus Moskau amtlich gemeldet wird, hat die OGPU. eine große sowjetfeindliche Organisation entdeckt, die in verschiedenen Städten Hungersnöte Hervorrufen wollte, um dadurch Aufstände gegen die Sowjetregierung herbeizuführen. Insgesamt wurden bisher 31 Personen verhaftet, darunter der ehemalige Generalmajor Rjasan- ze w, der Industrielle R o p o w und zwei Priester. Den Verhafteten wird außerdem zur Last gelegt, wichtige Geheimnisfe der Sow- zetindustrie ausländischen Mächten verraten und mit gegenrevolutionären Organisationen in Verbindung gestanden zu haben. Bei ihnen sollen Sprengstoffe und zahlreiche Schriftstücke gefunden worden sein. Sie werden nicht vom obersten Gerichtshof, sondern von einem Sonderausschuß der OGPU. abgeurteilt werden. Den Hauptangeklagten droht die Todesstrafe. Der verhaftete Rjasanzew hat ein Ge- ständniS abgelegt, daß er im Solde der englischen Industrie gestanden habe. Er fei im Jahre 1924 mit einer britischen Delegation in Verbindung getreten, und habe durch die Vermittlung eines Industriellen 10 000 Pfund erhalten für den Aufbau einer Organisation. die die russische Eis- und Kälteindustrie zerstören sollte. Ihm sei die Gründung einer solchen Organisation gelungen, die auch Fäden in die Provinz gehabt habe. Rjasanzew erklärte weiter, daß er dem englischen Rachrichtendienst nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Rachrichten geliefert habe. Die englischen diplomatischen Kreise in Moskau stehen diesen Angaben sehr skeptisch gegenüber und erklären, daß eine Verbindung Rjasanzews mit der englischen Industrie nicht in Frage komme. Aus aller Well. Antideutsche Kundgebungen in Prag. Im Kino Avion auf dem Prager Wenzelsplatz kam es bei der Vorführung des deutschen Tonfilms „Der unsterbliche Lump" zu Demonstrationen jugendlicher faschistischer Elemente. Die Vorstellung mußte unterbrochen werden, bis die Polizei die Ruhestörer aus dem Kino entfernt hatte. Vor dem Kino sammelten sich zahlreiche junge Leute, besonders Mädchen, an und belästigten d eu t s ch spr e ch en d e Gäste in dem in dem gleichen Hause untergebrachten Cafe. Die Demonstranten umlagerten das Kino und riefen u. a.: „Es lebe das tschechische Prag! Rieder mit den Deutschen! Rieder mit den Iuden!" Als die Demonstranten der Aufforderung des Polizeikommandanten, auseinanderzugehen, nicht Folge leisteten, wurde das Kommando zur Benutzung des Gummiknüppels gegeben. Vor dem Polizeikommissariat setzten neuerliche Demonstrationen ein, denen die Polizei durch energisches Vorgehen ein Ende setzte. Ausweisung eines nationalsozialistischen Arztes. 2(uf Antrag der Polizeidirektion in Hamm verfügte der Regierungspräsident die Ausweisung des Arztes Dr. Jrsigler aus Deutschland. Dr. Jrsigler, ebenso wie seine Familie, ist von Geburt Tschechoslowake. Er hat in der tschechoslowakischen Armee gedient und ist Ende des Jahres 19 28 nach Deutschland ein- gewandert. Zur Zeit ist er als Arzt an einem Hammer Krankenhaus angestellt. Dr. Jrsigler hat den Ausweisungsbefehl durch seine aktive Propaganda in nationalsozialistischen Wahlversammlungen und Straßcndemonstrationen zur Bekämpfung des deutschen Staatsrvesens hervorgerufen. Die Natio- nalfozialisten haben zu Protestkundgebungen gegen die Ausweisung aufgerufen. Dr. Jrsigler hat gegen die Ausweisung Berufung beim Bezirksgericht eingelegt. In einer Mitteilung der Polizeidirektion heißt es: Es ist bekannt, miL^welcher Schärfe im Auslande vielfach gegen Deutsche vorgegangen wird, die sich in irgendeiner Weise mißliebig gemacht haben. Daher konnte auch die politische Betätigung des Tschechoslowaken Jrsigler im preußischen Staatsgebiet nicht geduldet werden und seine Ausweisung als lästiger und unerwünschter Ausländer war aus Gründen der Staatsautoritat geboten. Das Verhalten des Dr. Jrsigler stellt eine um so größere Verletzung der ihm als Ausländer gewährten Gastfreundschaft dar, als er im Gegensatz zu vielen deutschen notleidenden Volksgenossen hier gewinnbringende Arbeit und Beschäftigung hatte. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei vertritt ja sonst den Standpunkt, daß kein Ausländer im Inland Brot und Arbeit finden soll, solange noch ein Deutscher arbeitslos ist. Dieser Grundsatz muß deshalb auch im vorliegenden Falle zur Anwendung kommen. Schloß Tarasp wird Jamilienffiftung. Der Odolfabrikant ßingner in Dresden hatte bekanntlich bei seinem Ableben das ihm gehörige Schloß Tarasp im Engadin ßem früheren König von Sachsen vermacht, der aber "dieses Vermächtnis ausgeschlagen hatte. In zweiter Linie war derfrühereGroßherzogvonHes- f e n bedacht worden. Dieser hatte das Erbe angetreten. Wie verlautet, sind jetzt Verhandlungen eingeleitet worden mit dem Ziele, diese aus- - ländische Besitzung in eine Familienstiftung umzuwandeln. Eröffnung der Evangelisch-lutherischen Konferenz in Augsburg. In Augsburg wurde die allgemeine evangelisch-lutheriiche Konferenz feierlich eröffnet. Im Goldenen Saal des Rathauses fand ein Empfang durch die Stadt Augsburg statt. Der Präsident der Konferenz, der sächsische Landesbischof Dr. I h m e l s, hob hervor, daß die Konferenz sich der verborgenen Einheit aller Christgläubigen bewußt sei. Der Eröffnungsgottesdienst in der Darfüher-Kirche mit der Predigt des bayerischen Kirch en Präs identen Dr. Veit (München) gestaltete sich zu einer erhebenden Feier. Auf einem Degrühungsabend in der Sängerhalle behandelte Generalsuperintendent Dr. Zöllner (Münster) in einem Vortrag „Die Rechtfertigung allein durch den Glauben" als Zentralthema der Augustina und Apologie. Generalversammlung des (Evangelischen Bundes. Im Rahmen der Generalversammlung des Evangelischen Bundes fand nach einem Fest- gottesdienste in der Stadtkirche im Kongreßsaal der Feste Koburg ein Festakt statt. Rach einleitenden Musikvorträgen tat Ministerialdirektor Dr. Conze den entschlossenen Willen des Evangelischen Bundes kund, zusammenzustehen zur Verteidigung des evangelischen Glaubens und der evangelischen Weltanschauung, von denen die Zukunft des deutschen Vo'lkes abhänge. Hieran schloß sich der Festvortrag von Äniversitäts- professor Dr. Schumann über den „Sinn evangelischen Bekennens". Im Anschluß an seine Rede nahm Professor Dr. Schumann im Auftrage der theologischen Fakultät der Universität Tübingen die Ehrenpromotion des langjährigen Führers des Evangelischen Bundes in Bayern, Stadtpfarrer Fikenscher, Rürnberg, zum Doktor der Theologie vor. Auf einer Kundgebung im Festungshof sprach Oberkirchenrat Dr. Kühn über „Unser Bekenntnis zum evangelischen Glauben", worauf Prof. Höfler, Rürnberg, das Bekenntnis zur protestantischen Tat forderte. Eine Festaufführung von Strindbergs „Luther" im Landestheater beschloß die Generalversammlung. Oie Wetterlage. 4 ßö/t jtO M Jan ewomenlos.® neiter. <> naro oeaecxt »wenig. eoeotcxx •iteoen * Schnee Oraupem ■ neoei H Gewitter.@wmd$tiiiL«O-' seh# leichter Ost £ massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwesl öle Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen dienenden Zahlen oeDen die Temperatur an. Pie Limen verpindeo Orte mit gleichet» tuf rteeresnii/eau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Nordmeerstörung zieht nach Skandinavien ab und der Einfluß der Randstörungen erstreckt sich infolgedessen mehr nordwärts. Wohl hat die Warmluft ihr Bereich bis nach dem Festlande ausaestreckt und auch über dem westlichen Deutschland Temperaturanstieg gebracht, sowie Bewölkung und vielfach Nebel und Dunstbildung, ferner vereinzelte Niederschläge verursacht. Eine weitere Beeinflussung der Wetterlage durch die Störung ist nicht mehr zu erwarten, vielmehr bleibt der hohe Druck, welcher sich namentlich im Nordosten weiter aufbaut, bestimmend für die Wetterlage. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt mit Aufheiterung, etwas kühler, trocken. Lufttemperaturen am 23. September: mittags 15,6 Grad Celsius, abends 13,3 Grad; am 24. September: morgens 12,2 Grad. Maximum 15,6 Grad, Minimum 11,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. September: abends 16 Grad; am 24. (Septembers morgens 13,9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2)4 Stunden, rton h«'bt h. «h°b7K KL *ft kr,^ g*< |!'y< «r. nnrf.m. 'Wanb nod) ein Dem. jsmS Wnbu"8 fom. ifhing. >ta. gehörig» ^rüheL 10'kseS Der. feitet Linie -vvnHes. M 5t6e hS®W auS. Wiftunj mn» fionletro) !e. allgemein« feierlich etö’f. °useS sand ein urg statt. Der Uche Landes» ,M) die Äon- it aller Christ, tgsgvtlesdienst Predigt de- 2eit (Aliin« ebenden Feier. 1 der Länger, intcntent Dr. Dvrtrag .Die Glauben" als Apologie. ichen Sunde,. ammlung H einem Fest. i Kongrehsaal itt Dach ein» Herialdireitor llen d.'S Cvan» enzustchen Aut aubens und der i denen die Zu. hänge. Hieran i KniversitätS- er den „Lim nschluh an leine nn im Auftrage üniversität Tu- o n des lang« hen Bundes in er, Nürnberg, uf einer Äun?i- Obrrtirchrnrai to Ege« Dosier, Mrn- estantilchen Tat >on StrindbergS oh die General« L 0 4tl«U m «rW ?/3@ Mu V &O» 615 * 'f'Skandinavxn erstreckt s«h lngen er Sarlll, ätredt lande au»», ne- ttUNgUN" ief. SSä-J n*Ä’rW * $c< 5«jS; nöäw- -S--- M. Ttafretertag des Deutschen Reichstriegerbondes Jigffoäuftr. Am 20. und 21. September fand im KWHäuser- Hau» der 29. Dertrelertag des Deutschen Reichs- kriegerbundes .^gsfhäuser" statt. Der erste Präsi- dent, General der Artillerie a. D. von Horn, betonte, daß der Bund seine überparteiliche Stellung tnnehalten müsse, um die großen vaterländischen Ziele nicht im parteipolitischen Kampfe untergehen zu lassen. Kameradfchaftslreue, opferbereit« Vaterlandsliebe, und wehrhafter Sh)ff- häusergeist seien die Bande, die den größten Sol- dotenbund der Welt zusammenhielten und ihn be» sohigten, über den Parteikamps hmweg in breiter Front praktische Aufbauarbeit zu leisten, im Kampfe gegen den Kulturbolschewismus und ein« zutreten für deutsche Art und Sitte, für Religiosität und für die Wiedererweckung des deutschen Wehr, willens in der Nation. Der Geschäftsführer des Verbandes, Major a. D. Go« dicke, trat der irrigen Auffassung entgegen, daß jetzt, zwölf Jahre nach Beendigung des Krieges, 'sie Arbeit für die Kriegs- beschädigten allmählich abschwächen müßte. Das Reichsarbeitsministerium Hobe statistisch festgestellt, daß in den Jahren 1924—1930 die Zahl der oer- sorgungsberechtigten Kriegsbeschädigten von 720 000 auf 839 000, also um rund 120000 gestiegen sei. Dementsprechend habe sich auch die Arbeit des Verbandes noch wesentlich vergrößert. Der Vertreter des Reichsarbeitsministeriums, Ministerialrat Sieler, betonte, daß von selten des Ministeriums alles getan werde, um die berechtigten Ansprüche der Kriegs- opfer auf dem gegenwärtigen Stand zu halten Die Dertretertagung beschloß, den 4. Deutschen Reichs- krieg«rtag im Jahre 1932 in Dortmund abzuhalten. Aus dem Zuge gestürzt. 2luS dem Schnellzug Köln — Trier stürzte im Tunnel von Ehrung eine katholische Ordens- s ch w e st e r und verunglückte tödlich. Sine zweite Schwester, die die Verunglückte begleitete, machte in Trier der Bahnhofs- behördc von dem Verschwinden ihrer Mitschwester Mitteilung. Bei den Vachsvrschungen auf der Strecke fand man die Leiche im Ehringer Tunnel. Der Fall ist um so erschütternder, als der Vater der jungen Schwester sich am Trierer Bahnhof eingefunden hatte, und nun von dem Tode feiner Tochter in Kenntnis gefetzt werden mußte. Krach der Heidelberger wohnungsbaugefellfchaft. Dom Konkursrichter in Heidelberg ist das Konkursverfahren über die Wohnungsbau-Gesell- fchast m. b. H. eröffnet worden. Der bei der Konkurseröffnung mitgeteilte vorläufige Status stellt eine Unterbilanz von 1,9 Millionen Mark bei 20 000 Mark Gesell- fchostskapital fest. Da aber ein Teil der Aktivposten zweifelhaft ist, so wird sich die Ver- lustsumme noch beträchtlich erhöhen. Bisher ist festgestcllt, daß an Provisionen für Vermittlungen irgend welcher Art, die aber oft nur den Damen hatten, 94 000 Mk. bezahlt worden sind. Direktor Alfred Goldschmidt ist v e r h a s t e t worden. Es wurde mit Schmiergeldern in hohen Beträgen gearbeitet. Man ist soeben dabei, diese Schiebergelder wieder zu- rückzubekommcn. Rechtsanwalt Bähr in Heidelberg als Treuhänder hat einen dieser Empfänger bereits aufgefordert, feine „Provision" von 40 000 Mk. zuruckzuzahlen, da er sonst auf Grund der §§ 123 und 826 Anzeige zu erwarten habe. Aus der provinzialbouptstadt. Gießen, den 24. September 1930. Oie Wanderkarten. Eine Wanderung ohne Karte ist eigentlich undenkbar. Wir haben in den amtlichen Kartenwerken fo schöne und übersichtliche Karten, die außerdem noch sehr preiswert sind, daß es ein Frevel wäre, wenn wir sie nicht benutzen wollten, oder unS nur auf die Wegemarkierungen der verschiedenen Gebirgsvereine verließen. Wohl stehen in Städten und Dörfern große Wegtafeln; an Kreuzwegen, im Walde junb an unübersichtlichen Stellen aber können wir ohne Karte oft nicht weiter. Wer sich feine Karte erst am Morgen des . Wandertages anfchaut, macht einen großen Fehler Wenn im Frühling die ersten Stare und Lerchen ihre Lieder schmettern, dann muß man seine Wanderkarten aus dem Schrank nehmen und darin lesen. Das ist eine kleine Kunst, aber sehr leicht und schnell zu erlernen. Dieses Kartenlesen gehört eigentlich mit zu den größten Genüssen, die man sich denken kann. Ahnungsvoll, wie im Märchen, steigt eine schöne Zukunft vor uns auf. Dahin könnte man wieder einmal wandernl Dort war es im Herbst so wundervollI Bilder und Erinnerungen steigen auf... Natürlich werden die Karten bei jedem Wetter benutzt. Sie sind stets griffbereit in der linken Rocktasche. Wer erst seinen Rucksack abnehmen muß, um die Karte zu suchen, der ist kein rechter Wandersmann. Ich habe mir meine Wander- anzüge deshalb immer mit breiten Taschen anfertigen lassen. Aber wie sehen die Karten manchmal aus! Wir sind von einem Regenwetter überrascht und vollständig durchnäßt worden. Da wird die Karte auch dementsprechend aussehen. Verbogen, vielleicht von früher her schon zerrissen, bietet sie keinen schönen Anblick. Auch die Wanderkarten müssen gepflegt werden. Wohl halten aufgezogene am meisten aus, aber sie sind auch im Preise erheblich teurer als die unaufgezogenen. Wer feine Karten Hebt und mit dem (Selbe sehr sparsam fein muß, der zieht sie sich selber auf. Bin entsprechend großes Stück billige Leinwand, Stärkekleister, eine Schere und eine glatte Unterlage ist alles, was dazu nötig ist. Die Karte wird sorgfältig so auseinanderge- Wnitten. wie sie gefaltet war, die einzelnen Stucke werden in Wasser gelegt, damit sie wei- chen können, dann nebeneinander (richtige Reihenfolge!) mit etwa zwei Millimeter Abstand nut der bedruckten Seite auf eine glatte Fläche (Glasscheibe) gelegt. Cs folgt der Klei sie rauf strich. Darauf wird der Leinenstoff darüber gebreitet und fest angedrückt. Rach einer halben Stunde kann man die fertige Karte abnehmen, sauber beschneiden und falten. Solche Karten machen stete Freude und werden sicher auch besonders gut behandelt. Hfm. Bornotizen. - Tageskalender für Mittwoch Drlhelin Schattlers Schule für höheres Violin- spiel: Wvhltätigkeitskonzert zugunsten des Gießener neuen Studentenhauses 19.30 Uhr, tm Großen Hörsaal der Universität. — Lichtspielhaus, Rahnhofstrahe.' .ES gibt eine Frau, die dich niemals vergißt". — Astoria-Lichtspielen .Das Land ohne Recht" und .Ribv, der Rächer". — Der Gießener Eisverein lädt in feiner heutigen Anzeige zu einer Rollfchuhwerbeoeranftal- tung auf Freitag abend ein Verkehrsbunt) Oberheffen. Unter Leitung des Bundesvorsitzenden, Beigeordneten Dr. Hamm (Gießen), fand gestern nachmittag hier eine Sitzung des G eia mtvor st ander des Verkehrsbundes Oberheffen statt, die aus allen Tellen der Provinz sehr gut besucht war. Auf der Tagesordnung standen zwei für di« oberhefsische Verkehrswerbung außerordentlich wichtige Angelegenheiten. Nach längerer Beratung wurde im Anschluß an einen Vortrag des Verbands- Vorsitzenden Stemmer (Darmstadt) vom Hessischen Derkehrsoerband einstimmig die Herausgabe einer Reliefkarte von Oberheffen gut- geheißen und eine Kommission zur weiteren Bearbeitung dieser Aufgabe eingesetzt. Mit dem (Er- scheinen dieser Reliefkarte, die auf zahlreichen Bahn- Hofen, in den Reifebureaus usw. im ganzen Reich angebracht werden soll, dürfte zu Anfang April nächsten Jahres zu rechnen sein. Da eine solche Reliefkarte für den Odenwald und die Bergstraße bereits vorhanden ist und mit dem Erscheinen einer gleichartigen Karte für Rheinhessen ebenfalls bis April nächsten Jahres zu rechnen fein wird, wird von da ab das ganze Hesfenland in seinen drei Provinzen durch Reliefkarten dargestellt fein und seine landschaftlichen Schönheiten in allen Teilen des Reichs und des benachbarten Auslandes zur Schau bringen können. Weiter wurde einstimmig die Herausgabe eines Gaststättenverzeichniffes von Ober- heffen beschloßen, dos' als Ergänzung zu dem vom Verkehrsbund herausgegebenen Führer durch Oberhessen demnächst den Reiselustigen zugänglich gemacht werden soll. *• D i e neuen Kommunal st euern g e - n e h m i g t. Wie wir von zuständiger Seite hören, hat die hessische Regierung dem Beschluß des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung über die vorläufige Kommunalsteuerumlage für das Rechnungsjahr 1930/31 nunmehr zugestimmt. •• Eine öffentliche Mahnung der Stadt lasse zur Zahlung der Kanal-, Straßen« reiniflungs- und Müllabfuhrgebühren ist im heutigen Anzeigenteil enthalten. Rückständige Zahler feien auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. "Werbetag für das Stadttheater. Am nächsten Sonntag wird das Stadttheater in Gießen einen Werbetag veranstalten. Don berufener Seite soll in entsprechenden Vorträgen auf die Notwendigkeit der Erhaltung des Theaters im allgemeinen und im besonderen für Gießen hingewiesen werden. Im Verein mit den städtischen Behörden will die Intendanz für die hiesig« Bühne, als der einzigen Bühne für die Provinz Oberheffen und der hessischen Landesuniversität, werben. Die Veranstaltung wird von musikalischen Darbietungen umrahmt werden. Aus allen Plätzen wird ein Eintrittspreis von 30 Pfennig erhoben werden. Das Theater rechnet bestimmt mit zahlreicher Beteiligung der Bürgerschaft anläßlich dieser wirtschaftlichen und kulturellen Kundgebung. Der Verkauf der Eintrittskarten erfolgt ab Donnerstag während der üblichen Kassen- stunden. “ Stadttheater-Abonnement. In unserem heutigen Anzeigenteil gibt die Stadtverwaltung bekannt, daß die bestellten Stadttheater-Abonnements gegen Zahlung der ersten Rate jetzt abgeholt werden können. Näheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. ** Arbeitsjubiläum Der Heizer Heinrich Schmitt aus Rödgen begeht morgen fein 25. Ar- beitsjubiläum beim Städtischen Gas- und Wasserwerk. " Der Zirkus Sarrasani wird, von Lörrach kommend, in zwei Sonderzügen heute im Gießener Güterbahnhof eintreffen. Der erste Zug kommt um 16.35 Ähr an, der zweite um 20.02 Ufjr. Aus Anlaß des Sarrasani-Gastspiels hat die Reichsbahndirektion Frankfurt genehmigt, daß am nächsten Samstag die von auswärtigen Besuchern zur Fahrt nach Gießen gelosten Sonntagsrückfahrkarten schon zu der Rückfahrt am Samstagabend gül- t i g sind. " Keine Säumigkeit in Steuerangelegenheiten. Das Reichsgericht hat jetzt wieder mehrere Strafverfahren erledigt, die gegen solche Unternehmer anhängig waren, welche die fälligen Lohnsteuerbeträge nicht ordnungsgemäß angemeldet und abgeführt hatten, und hat dabei auch dann eine strafbare Zuwiderhandlung gegen das Einkommensteuergesetz als vorliegend erachtet, wenn, wie das meist wegen Ucberlaftung der Fall ist, das Finanzamt nicht sofort gegen den säumigen Steuerzahler eingeschritten ist. Der Säumige kann sich also nicht ohne weiteres auf dieses Nichteinschreiten berufen. Wer also nicht mit den steuerlichen Strafgesetzen in Konflikt geraten will, wird § 43 Der Durchführungsbestimmungen über den Abzug vom Arbeitslohn sich genauestens einprägen müssen. Hiernach muß der Unternehmer bis zum 5. jedes Monats eine Bescheinigung über die einbehaltenen Lohnsteuerbeträge selbst unaufgefordert, spätestens jekbeils zum 15. an die gleiche Stelle abführen. Weitere cokalnachrichten im 2. Blatt berliner Sorfe. Berlin, 24. Sept. (WTB. Funkspruch ) Im heutigen Esfektenfrühoerkehr machte sich eine verhält- nismößig ruhige Stimmung bemerkbar, und man erwartet für den heutigen Börsenverkehr einen freundlichen Grundton, zumal auch die gestrige Frankfurter Abendbörse erholt und in freundlicher Haltung schloß, und auch Neuyork zum Schluß festere Tendenz meldete. Kurse waren noch nicht zu hören, vd sich zunächst noch keinerlei Geschäft entwickelt hatte. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,80, London gegen Mailand 92,81, London gegen Schweiz 25,0550, London gegen Amsterdam 12,0550, London gegen Kabel 4,86, London gegen Berlin 20,41, Kabel gegen Berlin 4,20.______ sss 1X\ve^V- Sunlicht Seife halten nL>X£ Grundlage für das ausgeglichene, mMe Jlroma (xRBflr CIGARETTEN .HUSS unserer CujareUen ist die ouchersleILung der stets glcLcKblcihenhcTLSJiisckungea.VLele lausende von. sorgfältig aiisgewahöcn. IahaJtballcrL werken, auj äerrt Seewege unseren. SpegoJL-SpcLckcrn, ^ugejukrt. XjfL reifen. sie iaim, ul c^cn. Kui‘1 nork-Gg aretten., J firtdun TTLUCZj Gießen, den 24 September 1930. 6*500 Die Einäscherung hat auf Wunsch des Entschlafenen in aller Stille stattgefunden. Von Beileidsbesuchen bittet man Abstand nehmen zu wollen. In tiefster Trauer: Marie Bechtold, geb Schmidt Nach Gottes unerforscht ehern Ratschluß verschied plötzlich und unerwartet mein innigstgeliebter, herzensguter, unvergeßlicher Gatte Wilhelm Bechtold im 50. Lebensjahre. dem Fachmann 5644D Karl Overbeck Rodbeimer Str. 58, zur Reparatur. Telephon 3715 An» und Verkauf gebr. Maschinen. Gpeisekartoffeln (Industrie) Zwiebeln (Zittauer) Weißkraut, Rotkraut. Wirsing la gesunde feste Köpfe alles haltbare Winterware, zu ungewöhnlich billigem Preise frei Haus sowie franko jeder Bahnstation. 6d5id H. Sauer & Co„ Fernsprecher 2274 Preisabbau für Lebensmittel infolge günstiger Einkaufsmög- lichkeiten Eler-GemUsenudeln.....Pfd. —.60 Eier-Suppenteig......... „ —.65 Eier-Fadennudeln....... „ —.65 Eler-Brnch-Slakkaronl ,, —.60 Eler-Schlelfchen........ „ —.80 Viktoria-Erbsen m.Sch. „ —.28 ,, i« »♦ m —.48 Kokosfett in Tafeln.... „ —.54 Neues Sauerkraut...... „ —.16 Neue Zittauer Zwiebeln für den Winterbedarf 100 ,, 4.50 10 „ -.55 Neue Kartoffeln......10 ,, —.40 Jeden Donnerstag Frische Seefische 5°/j Edeka Rabatt. 6547D Jakob (Paternus Giessen Wirksame Werbe-Drucksachen liefert die Brühl'sche Druckerei Fehlt Ihnen die kaufmännische Ausbildung ? Dann verlangen Sie sofort kostenlos unsere aufklärende Druckschrift Neue Kurse i IS. Oktober 1930 Vogtscfae Handelsschulen (Heben und Herborn Direktion: (Heben. Ooethestrahe 32 6002 A Oauerexistenzh Wer durch die wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen ist, sich umzustellen, bieten wir aufGrund von Original-Unterlagen eine lausend gute Verdienstauelle. (Lrsorderl. RM. 600.-. Offerten unter F.M.K.7984 an die Geschäftsstelle des Gieh. Anzeigers. üielenerPMaWom a Private höhere Lehranstalt, Real- und Realgymn. Lehr YaA plan, kleine Klassen, sorg- fällige Ueberwachung der / \W \ Arbeitsstunden, Umschu- / \1 \ lung ohne Zeitverlust. Man / , verlange Druckschrift Inhaber und Leiter: [6534D DlrektorMendelssohnBartlioldv.GIebeii Sprechstunden nur werktags v. 11-12 Uhr WilLTORSTB- 95 MäSSATELIEP'pahces Zenlllsilge» TteWroWl I Hohe Provision j Prompte Auszahlung I 18 Monate Ratenkredit, ohne 6471 V ■ Zinsen, ohne Ausschlag. Dibella-Separator G.m.b.H, ___________Berlin SW 61 D. Iluß-u. Seefische Diese Woche günstige Preise! L. G. Kleinhenn - Bahnhofstraße 59 Telephon 5566 Preisabbau mit Preisen ähnlich der Vorkriegszeit. Hier sind die Beweise: Am Donnerstag KdS 5 dem September B^ I fcn B^B H ^5B ■ W ■ ■ W zu den sensationell niederen Preisen. Schlußtag am Samstag, den 4. Oktober 1930 Unsere heutigen Angebote bringen im wahren Sinne des Wortes den lang ersehnten 1 2 Meter Hemdentuch 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 2 1 1 1 1 1 1 1 1 8 Knäuel Stopftwist zum Äussuchen 2 Stück Rouleaukordel, je 7 Meter Stück Stück Stück Kinderlackgürtel Kästchen Seidenstopftwist mit 12 Farben Paar Armblätter Halskette für Damen Stück Nahtband, ä 10 Meter Stück Hemdenpasse P. Ärmelhalter, la Gummi Rips-Umlegekragen Paar Damenstrümpfe, Flor, mit Seide platt Paar Damenstrümpfe, schwarz, reine Wolle Meter reinwoll. Blusenstreifen Meter Crepe-Caid, Schlupfhose aus Kunsts. 1e95 mk. Morgenrock aus Wellinee Damenmütze, neue Form, Ping-Pong schwarzes Seal-Fell 75 p, Damenschlüpfer mit Futter Paar Damen-Trikothandschuhe, mit Futter Paar Makostrümpfe für Damen Paar Florstrümpfe, sehr billig Stück Damenkleiderkragen, Schalform aus Crepe de Chine Ansteckblume Schillerkragen aus la 1 Frottierhandt, gute Qual. 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 5 1 1 4 1 1 3 3 2 Stück Einkaufsnetz Meter Klöppelspitze, ca. 6 cm breit Stück Kleiderkragen aus la Rips Stück Wildledergürtel, in modernen Farben Stück Klöppel-Kissenecken Stück Strumpfbandgürtel mit 4. Haltern Stück Büstenhalter Meter Stickerei Stück Staubtücher Stück Herrentaschentücher St. Damenkostümrock aus englischart. Stoffen Stück gestrickter Blusenschoner Stück Unterrock, Kunstseide, mit Futter Hemdhose mit Einsatz und Spitze Stück Damennachthemd mit Motiv Stück Herrenhemd aus Perkai Stück Tischtuch, 130x130 cm Meter Dekorationsstoff 120 cm breit Kinderunterhose, Leib und Seel Schal und Mütze für Kinder Damenschürze aus gestreiften Siamosen weiße Servierschürze Damen-Trägerhemd mit Motiv P.waschs.Damenstrümpfe m.Zwickel Paar schwarze reinwollene Damenstrürnpfe, sehr Frottierhandtuch 2.95 mk. 1 1 1 2 1 1 1 1 Stück Wischtuch, 55 x 55 cm, ges. und geb. Handtuch vom Stück Netztuch, gute Qualität Stück Taschentücher, mit Häkelkante Meter Landhausgardine Erstlingshemdchen Paar Baby-Armbändchen P. 1 Stickschere 1 Paar Damen-Strumpfhalter 2 Stück Waschlappen, prima Qualität 1 10 Meter Klöppelspitze Meter Tüllborde 1 1 1 1 1 Meter Zephir für Hemden und Blusen Stück Serviette, 55x55 cm Deckchen, 35x35 cm, mit Einsatz u. Spitze Etamine-Stores, sehr billig Kinder-Erstlingsjäckchen Paar gestrickte Kinder- Handschuhe 1.95 mk 1 1 1 1 1 1 1 Stück Schlafdecke, 14Ux 190 1 Künstlerdecke, 130x 160 Meter Crepe de Chine, reine Seide Meter Mantelstoff, 140 cm breit Stück Damenstrickkleid Stück Strickweste für Damen Stück Damenfaltenrock aus blauem Popeline Unterrock, pr. Charmeuse m.Sp. 3.95 M. 6092 A 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Kart. Taschentücher für Damen, Inh. 3 Stück gestr. Damen-Baskenmütze Erstlingsunterröckchen Knabenhose für Jungen bis 6 Jahre Paar Hosenträger Bettvorlage, 50x100 cm Etamine-Stores Meter Tweed, der mo- deme Kleiderstoff St. weiß. Damenhemd, Trägerform m. Feston St. Damenschürze, a. gestr. Siamos., extra weit Stück Biberbettuch, 140x190 cm Tischdecke, 100x150, Indanthren Stück Waschtisch-Garnitur Stück Tüllstores Meter Gittertüll, 150 cm breit Unterhose für Herren, wollgemischt 2 1 1 1 1 5 1 1 1 1 Meter Wischtuch, am Stück Stück Frottierkinderlätzchen Stück Kinderschlüpfer mit Futter Knabenschürze Paar Schweißsocken Stück Stehumlegekragen für Herren, jede gangbare Weite Paar Jacquard-Herren-Socken Paar Sockenhalter Herren- Krawatte Stück Brises Bise Nr. 225 Zweites Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Mittwoch, 24. September 1950 Blick auf Italien. Don unserem römischen ^-Korrespondenten. Nördlich der Alpen, September. CS gibt Stunden in Nom, wo man nicht &er- stcht, warum die Welt Nom nicht nersteht^• können es nicht begreifen, wieso unter der Herrschaft des rasenden Drahtes und des geschwahr- gen Funkens, der modernen Presse und lyter an der Quelle sitzenden Korrespondenten noch immer keine Klarheit über das neue Italien besteht, warum die Falschmeldungen sich folgen wie die Wolken und die Ding« verschleiern, die uns so offenkundig erscheinen wie die Sonne. Es kann doch nicht bloß an der Schnödigkeit einer Welt liegen, die es lieben soll, das Strahlende zu schwarzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen. Sehen sich vielleicht die guten Leutchen nördlich der Alpen eine Drille aus, wenn sie das Dolk der Schwarzhemden betrachten wollen, eine je nach ihrer Partei, gefärbte? Oder glauben sie die einzig richtige An- schauuna zu gewinnen, wenn sie, es soll auch solche Käuze geben, durch die Deine gucken? Offenbar kommt es auf den Standpunkt an. Ich zog ausr- diesen Standpunkt selber einmal einzunehmen, um so dem Nätsel auf die Spur zu kommen. Schon hinter dem Gotthard wehte eine andere Lust. Die Gegend wurde Heller, denn die Menschen waren nicht mehr so dunkeläugig und so schwarz, daß selbst die sauberste Backe unrasiert scheint. Es ist ein Irrtum, zu glauben, die Quantität an Sonne bestimme den Lichtgrad einer Landschaft. Auch war das Porzellan weiher und das Tuch auf dem Tisch. Es schickt sich wohl nicht, aber es ist bedeutsam, sestzu- stcllen, daß die blendende und geradezu luxuriöse Einrichtung des Toilettenraumes in einem nordischen Kaffeehaus den Unterschied zum Süden sinnfälliger machen kann als ein dickes Buch. Ein Beispiel, das man nur zu vermehren braucht, um zu erkennen, wie viel vom Gefühl, von Sympathien und Liebhabereien, von den Gewohnheiten des Alltags sich schon unbewußt in das Urteil über die Politik eines anderen Landes hineinschmuggelt. Führt man die Unterbewußtseinslinie hinaus bis zum Typ des eingefleischten Demokraten, so ergibt sich ohne Zwang das Dor- urteil, mit dem er behaftet fein muß. Er wird also, ohne es zu wollen, geflissentlich das sehen und aufgreisen, was ihm an dem undemokratischen Mussolinien mißfällt und das übersehen, was sich mit seiner Einstellung nicht verträgt. Diese Fehlerquelle aufzudecken ist aber feine Kunst. Näher an das Nätsel heran, tiefer hinein geriet ich an Bord des ersten Bodenseedampfers. Der letzte Mann, der einstieg, fuchtelte aufgeregt mit den Armen herum und im Nu ging es von Mund zu UlunD: Attentat auf Mussolini! Eine Bombe hat ihn tödlich verletzt! Soeben wird ein Extrablatt angeschlagen. Zuerst lächelte ich, denn ich wußte es besser. Das heißte wann war ich denn abgereist? Konnte nicht in letzter Stunde — ? Und schon fühlte ich die Unsicherheit herankriechen wie einen Wurm. Und es war das letzte Schiss und ich konnte nicht mehr aussteigen. In der Nacht ringelte sich der Wurm eiskalt um meinen Hals und mit dem ersten Schiff war ich wieder in der Stadt, wo die Sache „angeschlagen" wurde. Es war nichts mehr angeschlagen. Es war überhaupt nichts angeschlagen gewesen. Seltsam. Eine Woche später las ich, daß der Duce schwer erkrankt sei und soeben eine Krebsoperation überstanden habe. Die überstcMd er nun, wenn man die Zeitungen verfolgte, jeden Tag zweimal, ein Dutzend- mal hintereinander. Dann tarn der P a p st daran. Er liege hoffnungslos darnieder — sein altes Hebel! Ich hatte den Papst vor kurzer Zeit bei einer intimeren Angelegenheit als den üblichen Audienzen gesehen und lange beobachten können. Er sah geradezu blühend aus, man konnte ihn für einen frühen Sechziger halten oder noch jünger, er sprach mit einer Nahe, die nichts von geheimen Schmerzen ober leisester Unbehaglichkeit verriet. Ganz wie bei Mussolini. Und doch, jetzt, in der veränderten Umgebung in der mir auf einmal Nom, mein so vertrautes Rom unendlich weit entfernt vorkam. nistete sich plötzlich, ich mochte ihn abwehren wie eine lästige Fliege, der Zweifel ein. Obwohl ich genau unterrichtet toar: Mussolini hat vor Iahren ein Magengeschwür gehabt. Eine säst harmlose oder bedenkliche Sache, je nachdem ob man sich gehen läßt ober die Kraft zu einer rücksichtslosen Diät aufbringt. Der meistgenannte Mann unserer > e t, der meistbeschäftigte, Der meistgesuchte, er erwies sich dem Arzt gehorsamer als ein Nentner, der sich's leisten könnte. Er brachte es fertig, fast nur von Milch zu leben, jahrelang. Dann war er wieder gesund. Der Papst leibet an einer gewissen Drüsenerkrankung, aber bamit kann man, wie Clemen- ceau zeigte, steinalt Werbern In den Tagen, wo ihn bie nörblicben Zeitungen als bettlägerig hinstellten, empfing er wie stets bie Pilger. Trotzdem kann sich der Datikan noch immer nicht der aus allen Himmelsrichtungen einlaufenden dringenden Anfragen, wie sie bas Sterbelager eines berühmten Mannes umschwirren, erwehren. Es zeigte sich bald, baß meine Kontrolle, die Lektüre italienischer Zeitungen, unangenehm versagte. Die Macht der Umgebung, der Gerüchte, war stärker, als diese Kompaßnadel, und am liebsten hätte ich mich selber ausgefragt: Oh, Sie kommen aus Nom — na, wie sieht es denn eigentlich dort aus? Immerhin erfuhr ich auf diese Weise, baß auch Italien sein Teil Schuld zu der allgemeinen Unkenntnis der Lage beiträgt, baß es gerabe bie Unterdrückung der Oppositionspresse ist, die den Nährboden für Gerüchte und Schauermären bildet. Die Opposition ist notwendig, hat einmal — Mussolini gesagt, und dec Faschismus hätte es leichter, seinem Niehschewort xu folgen und „gefährlich zu leben", wenn er, statt seine Stellung zu dekretieren, sie täglich erkämpfen würbe. Nur der Kampf ist Leben. Davoi^ weih aber weder bie italienische Presse etwas, noch bas Parlament, noch bie Tribüne. Da so bas Sicherheitsventil verstopft ist, drängen die unterirdischen Kräfte nach geheimen Ausgängen und jedes böse Wort wird vom Ausland aufgefischt, kolportiert und multipliziert, wo es sich andernfalls von selber totlaufen würde. Jedermann fühlt sich versucht, nach tragischen Ereignissen im Süden zu suchen, und wenn eines eintritt, wie das Erdbeben kürzlich, dann erscheint es viel graufer als die Wirklichkeit, obwohl doch in diesem Falle die Negierung wirklich keine Ursache hatte, eine Katastrophe zu beschönigen. In manchen Ländern, wie in Italien und Frankreich, ist die Politik noch oder wieder das, was sie früher war, eine Realität, in anderen wurde sie zur Meinungssache. Man kann mit ihr handeln wie mit Backpslaumen. Sie wird nicht durch Lebensnotwendigkeiten bestimmt, sondern läßt sich bestimmen, durch Finanzgrößen, durch Parlamentarier, durch Interessengruppen und viele andere Gebilde. Cs ist dayer erklärlich, daß dort, wo viele solche Faktoren um die Macht ringen, Italien anders beurteilt wird, als in ausgesprochenen Charakterstaaten. So ist die Meinung der wirklich demokratischen Schweiz über den Faschismus im allgemeinen eine eindeutige, in Deutschland eine vieldeutige. Don England und Amerika kann man wohl sagen, daß sie das vierte Italien überhaupt nicht verstehen, vielmehr ihm neugierig zuschauen wie einem interessanten Experiment. In den nordischen Staaten begegnet man einer vollkommenen Gleichgültigkeit. Dieser Grundeinstellung entsprechend, habe ich jedermann und jedes Dolk nördlich der Alpen nach Rom blicken sehen, kühl, sachlich, leidenschaftlich, haßverzerrt, hoffnungssrod, tadelnd oder schwärmerisch. Als ob alle nur in einen Spiegel blickten — da kann es natürlich nicht wundernehmen, wenn jedes etwas anderes sieht. Auffälligerweise wird nun diese italienische Sphinx, und das ist eine weitere Fehlerquelle, in das innerpolitische Spiel mancher Nachbarstaaten einbezogen, am liebsten in Wahlzeiten, wo ja auch so manche Ausländer gerne ein bißchen mitmanooem. Seltsames kommt dabei heraus. Denn vom Wahlmanöverhügel ober von ber Parteizinne aus ein Derart geschlossenes Dolk wie bas italienische zu beobachten unb zu bekritteln, geht nicht an. Daß viele nicht richtig sehen wollen, bas ist das eine. Daß man außerhalb Italiens nicht immer richtig sehen kann, weil der Kontakt fehlt und bas italienische Barometer, bie Presse, nicht cintoanbfrei funktioniert, sondern aus „Schönwetter" eingerostet scheint, bas ist das anbere. Wer sich ein unbestechliches Urteil hüben will, ber tut gut baran, selber nach Rom zu fahren — aber jebe Brille zu Hause zu lassen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, ben 24. September 1930. Obst und Gemüse. Die moderne Haussrau hat schon lange gelernt, für die zweckmäßige Ernährung ihrer Familie nicht nur das Kochbuch, sondern auch den Arzt zu Rate zu ziehen. Denn nicht nur gut unb Billig, sondern vor allem auch nahrhaft- soll alles bas sein, was sie auf den Tisch bringt. Da ergibt es sich fast von selbst, daß man^ in erster Linie die Erzeugnisse der „Saison" berücksichtigt. In diesen Wochen wird ber Markt beherrscht von Obst undGemüse. Dom letzteren sind besonders die Kohlarten, Weißkohl, Rotkohl und Blumenkohl hervorzuheben, die reich sind an Ditaminen und Nährsalzen. Sie eignen sich auch zu verschiedenartigsten Zubereitungen, z. B. als Kohlrouladen, oder als Beilage zum Fleisch, das man aus gesundheitlichen Gründen keinesfalls zu sehr in den Vordergrund der Ernährung stellen sollte. Aus gleichen Gründen wie bei Kohl unb Salat empfiehlt sich ber Genuß reifer Tomaten. Auch hier wirb bie Mannigfaltigkeit ber Zubereitung den Genuß noch erhöhen. Ferner stehen jetzt auch Dirnen, Aepfel und Pflaumen in allen Spielarten zur Verfügung, und vor allem Weintrauben. Sämtliche Obstsorten sind für unsere Ernährung außerordentlich wertvoll durch ihren Gehalt an besonderen Zuckerarten, Vitaminen und Nährsalzen und nicht zuletzt durch ihre verdauungsregelnde Einwirkung auf unseren Körper. Hiervon macht man bekanntlich in Gestalt von sog. „Traubenkuren" ausgiebigen Gebrauch. Eine solche, aber nur nach ärztlicher Dorschrist durchgeführte Traubenkur erfordert allerdings einen täglichen Verzehr von drei bis vier Pfund Trauben, und ihm setzt der Geldbeutel manchmal einen Riegel vor. Glücklicherweise läßt sich aber eine Traubenkur auch mit gleichem Erfolge und mit leicht erschwinglichen Mitteln durch den Genuß von Traubensüßmost durchführen, ber aus frisch gepreßtem Traubensast hergestellt wird unb zugleich ein erfrischendes Getränk abgibt. Cs erübrigt sich, noch darauf hinzuweisen, daß Obst und Gemüse in jedem Falle sorgfältig vor dem Genuß zu reinigen sind, um die der Oberfläche anhaftenden Schmutz-, Staub- und Krankheitsstoffe zu entfernen. Daß deutsches Gemüse und deutsches Obst der ausländischen Ware in keiner Weise nachstehen und daher von den Die Einweihung des üürassierdenkmals in fiöln am Rhein: Das Standbild, das das ehemalige Kürassier- Regiment Graf Gehler Nr. 8 dem Gedächtnis seiner Gefallenen errichten ließ und das mit 10 Meter Höhe das größte Reiterdenkmal Deutschlands darstcllt, ist eine Schöpfung des Berliner Bildhauers Wielandt. deutschen Frauen auch aus volkswirtschastlichen Gründen stets bevorzugt werden sollten, versteht sich von selbst. Dr. C. K. Taten für Donnerstag, 25. Lcptcmber. Sonnenaufgang 5.49 Uhr, (Sonnenuntergang 17.54 Uhr: Mondaufgang 9.47 Uhr, Monduntergang 18.56 Uhr. 1555: Abschluß des Augsburger Religionsfriedens: — 1849: ber Komponist Johann Strauß b. Ae. in Wien gestorben. e ** VHC. Gicß « n. In den nordöstlichen Teil des Taunus führte am Sonntag die 9. Vereins- Wanderung des DHC. Gießen. Dom Ausgangspunkt H a s s e l b 0 r n ging es zunächst in fteilyn Anstieg hinaus zum Wald, vor dessen Eingang man einen entzückenden Rückblick auf das tief unten liegende Dörfchen und seine reizvolle Umgebung genoß. Durch den ausgedehnten Heiligenwald führte der Weg, vorbei am Schmitten- born, einer starken, abseits vom Wege liegenden Quelle und über das saubere Dörfchen Dietenhausen. Rach ileberquerung des lieblichen Mettoachtales und einiger reizender Seitentäler führte ein nahezu alpin anmutender Waldpfad hinauf zur Frankfurter Landstraße, der bekannten Rennstrecke, wo im Gasthaus Einhaus Mittagsrast gehalten wurde. Hatte der Himmel am Vormittag eine heitere Miene gezeigt, so sollten ihn die Wanderer am Nachmittag auch von seiner Kehrseite kennenlernen. Unter strömendem Regen erfolgte der Weitermarsch, ein kurzes Stück die alte Hessenstraße entlang, durch das im Grunde gelegene Möttau und nach Ucberfteigung eines Bergsattels mit schönem Fernblick durch Altenkirchen wiederum zum Wald, der ebenfalls Kleine Momentaufnahmen. Don Sigismund von Radecki Ich habe mir einen wunderbaren photographischen Apparat angelegt: eine Spiegelreslex- Stereoskopkamera, Lichtstärke 1, mit Schlitzverschluß. doppeltem Auszug unb ff. Lederbezug, eine Kamera vom Typus „Sie denkt für dich", mit der ich täglich durch die Straßen schlendere, unb die nur den einen Nachteil hat, daß ich sie mindestens jeden zweiten Tag rasieren muß. Die Bilder werden nach einem neuartigen Verfahren mit Tinte entwickelt und durch Druckerschwärze fixiert. Hier ein paar zur Auswahl. Die rosa Zunge. An so einem Regenvormittag trifft man im Zoo hauptsächlich Wassertropsen unb leere Stühle. Die abessinische Löwin liegt wie eine Sphinx starr im Wüstensanbe des Käfigs. Ihr Blick — zwei fcllumtoalbctc Gebirgsseen — sieht nichts unb ist auf Unenblichkeit eingestellt. Da läßt ber Wärter ihre Kinber. vier täppische kleine Löwenjungen, in den Käsig hineinkullern. Die kleinen Löwen frieren unb kuscheln sich in einem köstlichen Knäuel an ihre Brust, zwischen ben gewaltigen Dorberpranken. Die Löwin schaut noch immer starr auf Unenblichkeit, aber ohne den Blick wegzuwenden, leckt sie jetzt bedächtjg ihre Kleinen über den Rücken — streng unparteiisch, eins, zwei, drei, vier der Reihe nach, unb wieder von vom. Doch jetzt ist ein Spatz in ben Käfig geflogen unb badet sich, frech unb vergnügt, in einer Portion Wüstensanb. Der vorderste kleine Löwe hat ihn bemerkt, duckt sich plötzlich zwischen den Mutterpranken und bekommt grüne Augen, ßang- fam, unbeschreiblich tolpatschig, will er auf ben Spatzen zuschleichen. Auch sein Bruder Nr. 2 schleicht jetzt los. Nur noch 3 unb 4 bleiben ber Cbtoin zum Lecken. Der Spatz macht, als ob er ni<$tä bemerkt, unb babet zynisch weiter. Ietzt schleicht auch Nr. 3 los. Unb wie sich zuletzt auch Nummer 4 erhebt unb langsam auf bie Pürsch macht, so leckt ihm bie Löwin, vorgereckt, ganz schnell noch einmal zum Abschied über das gesträubte Fellchen. Sv wie eine Mama noch schnell auf bie Straße nachläuft und das Schulbutterbrot in den Ranzen schiebt. Da hast du, und jetzt geh. Unb erkält' bicht nicht. Hier, genau im letzten Augenblick, fliegt ber Spay, wie nebenbei unb zufällig, durchs Gitter hinaus. Die vier Löwchen sehen sich dumm an. Die abessinische Löwin („emgefangen auf der Iagdexpedition 1904“) liegt reglos wie eine Sphinx im Wüstensande. Ihr Blick, zwei feU- umtoalbete eisklare Gebirgsseen, ist starr auf Unendlichkeit eingestellt. An so einem Regenvormittag trifft man im Zoo hauptsächlich Wassertropfen und leere Stühle. Die Freundinnen. Wie könnte ich je über den Tiergarten schreiben! Das Thema ist zu groß: zu gewaltig, zu lieblich. Man mühte hoch über dem Kops die Dlätterlabyrinthe orgiastisch aufrauschen hören, hören müßte man das pfeifende Flattern der Cntenflaschen dicht übet den Baumkronen hin. wenn sie sich abends von Teich zu Teich besuchen und planschend in den Wasserspiegel cin- fallcn, unb auch das Rennen ber Ratten über den Weg, und das Flüstern der -Liebesleute auf ben Bänken - er seht auseinander, was er eigentlich für ein Mensch ist, und sie klagt süß, wie sie heute wieder angeschrien wurde, und beide trösten sich mit den Lippen —, man müßte das ferne Stiergebrüll ber Autos hören und das melancholische Tröpfeln von Blatt zu Blatt, und endlich "bie ungeheure Stille, mit der Stamm an Stamm die Nacht über sich ergehen läßt. Aber neulich habe ich etwas erlebt, was sich erzählen läßt. Die Allee war ein einziges Menschengewimmel — da gingen Couleurstudenten und debattierende Wandervögel, unb Aktentaschen mit Bureaumenschen unterm Arm, und Backfische, die zu laut lachten, unb ältere Pensions-Damen, die sich erzählen, warum sie nicht nach Abbazia gefahren sind, sorgsame Hundebc- sitzer. die immer wieder weltverloren stehenblie- ben, unb eheliche Paare und uneheliche Paare, und kurz bie gesamte West-Berliner Menschheit samt ben interessanten Herren mit bem braunen Teint. Unb in der Mitte von allen gingen zwei dicke Damen, gleichgekleibet: ach, dick ist gar kein Wort — jede vom zitternden Umfang einer Konkursmasse. Eie gingen, die eine links am Aanbe, die andere rechts, und zankten sich laut über bie Wegbreite hinüber. Anfangs konnte ich nicht ganz verstehen, worüber sie sich zankten. Aber endlich begriff ich, halb ungläubig: sie stritten darüber, welche von ihnen beiden dicker sei! Du — replizierte die eine wiederum — sei mal still! Hör mal zu. Ich hab' mich doch neulich auf der Post noch gewogen — —. Red du mir nicht! kreischte die andere hinüber, ich hab' doch heute dein Matinee angezogen — ist mir ja gar nicht angegangen — war ja viel zu weit--. Immer wenn eine ihr Gift ausgespritzt hatte, kam eine kleine, stumme Dorbereitungspause, bis der Nachbarvulkan mit seinem Redeschwall über* kochte. Cs war ein rhythmisch abgewogenes Hin und Her, wie ja auch Hunde in der Ekstase des Dellens ganz bestimmte Pausen innehalten, bis es sie wieder hinreiht: Hau, hau, hau! So verloren sie sich, immerfort zankend, in den Tiergarten hinein, und wurden schließlich zwei ganz kleine Punkte, die noch mit den Regenschirmen gestikulierten ... Wahrscheinlich zanken sie sich noch heute. Und wenn die eine stirbt, wird die andere ihr ganz schnell nach» sterben. Der Verkäufer. Cs gibt eine aktive Langeweile, die sich immer wieder zu langweilen sucht. Sie ist unersättlich, denn sie geht von ber trotzigen These aus, daß alles langweilig sei. So stand ich neulich vor einem Milchladen und starrte nun schon fünf Minuten die Buchstaben des Labenschildes an: Bolle. Genau so war die ganze Straße — fade, banal bis zur Phantastik. Oben war der Himmel, hinter dessen Grau immerhin der Orion und die Cassiopeia schweben, unten waren allerhand geologische Epochen und der feuerflüssige Glutkern der Erde, also ungeheure und großartige Dinge —, aber gerade hier in der Mitte, wo man als Mensch leben muß, hatte sich diese fade, graserstickende Straße hingepflanzt: häßlich, selbsthewußt, als ob sie nicht nach paar tausend Iahren bloß noch zu Ausgrabungen zu brauchen fein würde! Schnell schaute ich wieder nach dem Ladenschild — in der geheimen, wahnwitzigen Hoffnung, daß sich vielleicht doch ein Buchstabe wenigstens geändert hätte...? Aber nein, da stand es unerbittlich. wie vorhin: Bolle. Keine 'Rettung. Ich dachte an den Mann, der darin verkauft. Ob der sich auch langweilt? Acht Stunden Käse, Milch, Kleingeld, Backpflaumen, „Bald wieder!" und wieder Käse. Das Iahr hat 364 Tage, 52 Wochen, 12 Monate. Das Leben hat, Wenns hoch kommt —. Ich trat entschlossen ein und verlangte ein Viertelpfund Tilsiter. Mit Rinde? fragte er gespannt. Iawvhl, mit Rinde, sagte ich und wunderte mich über fein Gespanntsein. Mit konzentriertem Gesichtsausdruck, mit bebenden Nasenflügeln hob er die Glasglocke auf. Prüfend, vorsichtig, schnitt er das Stück ab. Als er es auf einem Blatt Papier zur Waage trug, hörte man fast sein Herz pochen. Mit angehaltenem Atem schob er es auf die Waage, d. h. das Stück Käse. Nun schaute er nach dem Gewichtsanzeiger wie nach einem Totalisator. Er strahlte auf. Ich habe selten solch ein Glück gesehen. „Genau ein Viertelpfund!" tief er triumphierend. Ah, so. Das war cs also. Sein Abenteuer: die Pfunde, die Viertel, die halben, die ganzen — auf einen Messerstich zu treffen. Wie erfinderisch die Menschen sind. Kemal Pascha und die Süßigkeiten. Ein rumänischer Schriftsteller, der eine längere Reise durch die Türkei unternommen hat, plaudert in einem Bukarester Blatte über seine Eindrücke, die er auf seinen Kreuz- und Querzügen durch das aufstrebende Land Mustapha Kemal Paschas gewonnen hat. Auch in die nächste Umgebung des Gazis ist er gekommen, und berichtet einige interessante persönliche Züge des türkischen Diktators, die bisher so gut wie gar nicht bekannt gewesen sind, u a. auch Die Tatsache, daß Kemal in seinen spärlich gesäten Mußestunden neuerdings-Goethe lieft, allerdings in Der ersten französischen Übersetzung Gerard de Nervals. Der rumänische Gewährsmann schildert Die täglichen Gewohnheiten Kemals, Die sich kaum von Denen anderer normaler Menschen unterscheiden, erwähnt dabei aber eine persönliche Eigentümlichkeit, Die Kemal Dann, wenn man Lombroso glauben Darf, mit verschieDenen Genies Der Weltgeschichte gemeinsam hat. Die Dicht an Der Grenze zum Dunklen Reiche Des Wahnsinns Dahingelebt haben: gemeint ist eine geraDezu fanatische Liebhaberei für — Süßigkeiten. Kemal Pascha nimmt täglich Fruchtgelees eßlöffelweise unD im Übermaße zu sich, ja selbst in einer SchublaDe seines Arbeitstisches muh sich stets ein Glas mit Quittengelee befinDen, Dem er in regelmäßigen Abständen zuleibe geht. Bei offiziellen Esten kann man beobachten, wie der starke Mann, der in Der Türkei Die unerhörtesten Neuerungen mit rücksichtslosester Energie eingesührt hat,sich dentzaupt- gängen Der Mahlzeit gegenüber sehr mäßig und zurückhaltenD verhält, beim Nachtische jeDoch manchmal eine oft peinlich wirkenDe Gier entwickelt Man sagt sogar. Daß er sich selbst mit Der ErsinDung von Rezepten für Derartige Süßigkeiten beschäftigt hab« und einen seiner Köche, Der Durch verschiedene un* liebiame Liebesaffären unangenehm ausgefallen und Daher entlastungsreif sei, nur deshalb in seiner Stellung halte, weil dieser Don Juan des Kochtopfs es wie kein anderer verstehe, auf die naschhaften Intentionen und Leidenschaften seines Gebieters ein» zugehen. _ „Der wahre Karpathenbär!', so schließt Der rumänische Schriftsteller seine Betrachtungen. „Er nährt sich mit Vorliebe von süßem Honig, — wehe aber Dem, Der ihm unversehens in Die gefährlichen Klauen gerät.“ reizvolle Partien und stille Waldtäler aufzuweisen hatte. Rach geraumer Zeit, nachdem sich der Himmel wieder aufgehellt hatte, wurde die Falkenbergruhe erreicht, deren prächtige Fernsicht in absehbarer Zeit zugewachsen sein dürfte. Durch den Tiergarten, an dessen Ausgang man sich an dem Blick auf das herrliche Schloß weidete, und durch das Städtchen Braunfels ging es zur Brauerei Wahl, wo man sich der wohlverdienten Buhe hingab. Der Weg zur Station wurde über die Ottilienhöhe genommen. ** Schöner Erfolg des Vereins für Polizei - und Schuhhunde. Man berichtet uns: Der hiesige Polizei- und Schutzhund-Verein 1914 beteiligte sich am vergangenen Sonntag an der von dem Deutschen Dobermannpinscher-Verein veranstalteten Leistungssiegerprüfung für 1930 in Recklinghausen mit der im hiesigen Verein ausgebildeten Dobermann-Hündin „Carmen vom Mönchwörthof", Besitzer und Führer Kriminalhauptwachtmeister R i e n h a r d t, Gießen. Die stets mit der Rote „vorzüglich" beurteilten Leistungen der Hündin, auf Grund deren sie von dem Hessischen Ministerium als Polizeidienst- Hündin anerkannt worden ist, waren bei der Siegerprüfung in Recklinghausen von besonderm Erfolg, da die Hündin aus dem Wettbewerb als „deutsche Leistungssiegerin" hervorging: sie ist somit die erfolgreichste Polizeihündin ihrer Rasse in Deutschland. Der Führer und Besitzer Herr R i e n h a r d t erhielt den Siegerpreis des deutschen Kartells für das Hundewesen, sowie den Siegerpreis des Prüfungsverbandes der Zuchtvereine im Kartell. Bemerkenswert ist, daß die Hündin die Siegerinnen von 1929 und 1926, die ebenfalls im Wettbewerb standen, in ihren Leistungen überholte. Oberheffen. Gängeriag des Gaues Vogelsberg-Süd. „?“ Ridda, 22. Sept. 3m Saale des „Gam- brinus" fand gestern der Sängertgg des Gaues Vogek-sberg-Süd statt. Der Platzverein „Sängerkranz" Ridda (Dirigent Lehrer Dietrich-Rodheim) begrüßte die Erschienenen mit dem „Deutschen Sängergruh" und dem fein empfundenen Chor „O leuchte, Tag". Anschließend sprach der erste Vorsitzende dieses Vereins, Bechtold, herzliche Worte des Willkommens. Der stellvertretende erste Vorsitzende, Lehrer Sinner (Dleichenbach) begrüßte besonders die neuen Gauvercine Blofeld, Borsdorf, Dauern- heim, Geiß-Ridda, „Eintracht" Ober-Widders- Heim, Ranstadt und Wallernhausen. Sodann gab er einen Rückblick auf das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Rechnungsablage, von dem Gaurechner, Dermessungsobersekretär Schultheiß (Büdingen) erstattet, ergab eine Einnahme von 1544 Mk., eine Ausgabe von 1356 Mk., so daß ein Kassenbestand von 188 Mk. verbleibt. Nachdem die Rechnungsprüfer A u l (Büdingen) und Bechtold (Ridda) die mit anerkennenswerter Sorgfalt und Hebersichtlichkeit geführte Rechnung für richtig befunden, wurde dem Rechner Entlastung erteilt. Gleichfalls nahm man davon Kenntnis, daß auf Drängen des Deutschen Sängerbundes rückständige Beiträge gerichtlich eingetrieben werden. Bei den Ergänzungswahlen des Vorstandes wurde Lehrer Sinner zum ersten Vorsitzenden, Lehrer Lenh (Geiß-Ridda) zum Schriftführer gewählt. Einen breiten Raum der Erörterungen nahm das Gauwcrtungssingen im Jahre 19 31 ein. Man einigte sich auf den 10. Mai. Zur Hebernahme hatten sich Büdingen und Ridda bereit erklärt und entsprechende Anträge eingereicht. Die Abstimmung ergab eine Mehrheit von einer Stimme für Büdingen. 3m Hinblick auf die allgemeine wirtschaftliche Rotlage sollen dabei alle Ausgaben auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden. An dem Wertungssingen sollen sich alle Gauvereine beteiligen. Vereine, die fernbleiben, haben dies acht Wochen vor dem Termin des Liedertages unter Darlegung der Gründe dem Vorstand anzuzeigen. Die von Z e s ch k y (Schotten) gegebene Anregung, bei einem Umzug auf jegliche Musik zu verzichten und dafür abwechselnd Marschlieder zu singen, wurde lebhaft diskutiert. Da sich aber Büdingen bereit erklärte, die Marschmusik unentgeltlich zu stellen, erübrigte sich eine Abstimmung. Für die Zukunft soll die Frage, Musik oder Gesang, von Fall zu Fall entschieden werden. Der Antrag Metzer (Ortenberg), den Hessischen Sängerbund zu veranlassen, bei Austritt von Vereinen den Grund des Ausscheidens in der „Hessischen Sängerwarte" zu veröffentlichen, wurde dem Vorsitzenden als Material überwiesen. Der Pflichtchor für das Wertungssingen in Büdingen soll möglichst frühzeitig bekanntgegeben werden. Gauchormeister Diehl (Ober-Schmitten) erklärte dazu, daß der Musikausschuß des Hessischen Sängerbundes noch . keine Chorwahl getroffen, sie aber bald zu erwarten sei. Die Angabe d^s Pflichtchors werde dann umgehend erfolgen. Rach 3^/2stündiger Tagung schloß der Vorsitzende den' Gausängertag, der den Willen und Wunsch verkörperte, dem deutschen Lied mit ganzer Hingabe zu dienen. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 22. Sept. Am gestrigen Sonntag veranstaltete der Turnverein Klein-Linden sein diesjähriges A b t u r - n e n. Rach einer von Pfarrer Bremmer gehaltenen Morgenandacht trat die seit Bestehen des Vereins noch nicht erreichte Zahl von 117 Turnern, Turnerinnen, Schülern und Schülerinnen zum Wettkampf an. Aus der Siegerliste seien von jeder Gruppe die drei ersten Sieger genannt. Zöglings-Ober st use (Zwölfkampf): Ehrensleger mit 203 Punkten Rudolf 3ung II.; 1. mit 199 P. Kurt Drescher; 2. mit 188 P. Rudolf 3ung l. Außer Konkurrenz erreichte in dieser Gruppe Heinrich Marten 212 P. Zöglings- Unterstufe) (Zehnkampf): Ehrensieger mit 172 P. Ernst 3ung; 1. mit 161 P. Wilhelm Müller; 2. mit 147 P. Fritz Müller; 3. mit 133 P. Hans Weller. Turnerinnen-Ober- stufe (Zehnkampf): 1. mit 196 P. Tilli Hahn; 2. mit 177 P. Emmi Malinowsky; 3. mit 165 P. Elfriede Weller. Turnerinnen-Mittel- stufe (Siebenkampf): 1. mit 120 P. Hedwig Marten; 2. mit 118 P. Marie Weigel; 3. mit 108 P. Frieda Eh ring. Turnerinnen-Lln- t e r st u f e (Achtkampf): 1. mit 136 P. Hilde Weigel; 2. mit 134 P. Lina Klos, 3. mit 131 P. Ottilie Freh. Schüler-Oberstufe (Zehnkampf): 1. mit 185 P. Walter Weber; 2. mit 168 P. Hans Volk; 3. mit 165 P. Willi Steinmüller. Schüler-Mittelstufe (Sechskampf): Ehrensieger mit 118 P. Welter Lang; 1. mit 217 P. Eberhard Kopp: 2. mit je 99 P. Hermann Komimmalpolttische Tagung in Schotten. Hessischer Landgemeindeiag, Kreisverband Schotten. 3m Rathaussaal zu Schotten fand am Freitag unter Leitung des Vorsitzenden Bürgermeister M e n g e l, Schotten, eine Tagung des Verbandes statt. Vom Kreisamt Schotten waren erschienen Kreisdirektor Dr. 3 a n n, Regierungsrat Schwan, Verwaltungsinspektor Müller und Weber. Rach der Begrüßung und verschiedenen geschäftlichen Mitteilungen wurde zunächst die Frage der Unterstützung der a ußgefeuerten Erwerbslosen besprochen.' Die Ausgesteuerten stellen für die Gemeinden eine große Belastung dar; Mittel sind hierfür im Gemeindevoranschlag nicht vorgesehen. Die neuen vom Reich den Gemeinden zugewiesenen Getränke-, Bier- und Bürgersteuern sollen zur Deckung dieser neuen sozialen Lasten Verwendung finden. Die Versammlung war sich flar darüber, daß die Ausgesteuerten möglichst zu Arbeitsleistungen herangezogen werden sollen, damit für die ausgeworfenen Gelder auch etwas im Interesse der Gemeinde geleistet wird. Besondere Richtlinien für die Beschäftigung dieser Ausgesteuerten wurden vorgetragen und gebilligt. — Beim Hessischen Landgemeindetag soll beantragt werden, dieser möge die nötigen Schritte tun, daß auch bei den jetzt bald beginnenden Holzhauerarbeiten in den Staatswaldungen möglichst Ausgesteuerte Verwendung finden, damit die Gemeinden entlastet werden. — Ebenso soll der Landgemeinde tag dafür sich einsehen, daß den Gemeinden für die Erhebung und Ablieferung der Eichgebühren die auch sonst gezahlte übliche Provision von 4 Prozent in die Gemeindekasse fließen. — Die Frage der A r b e i ts- los e n v e r s i ch e r u n g s p f l r ch t der Bürgermeister wird behandelt und Kenntnis von dem Rundschreiben des Landgemeindetags gegeben. — Die neuen Steuern (Bier-, Getränke-, Bürgersteuern) werden in einer in Kürze stattsindenden weiteren Versammlung erörtert werden, bis dahin sind wohl auch die ^hessischen Aussührungsbestimmungen zu den Steuern herausgekommen. — Veterinärrat Dr. Metz vom Schottener Krcisveterinäramt sprach über verschiedene veterinärpolizeiliche Bestimmungen aus der Praxis, Kälbererkrankungen, Fleischbeschau, Freibankfleischbehandlung u. dgl. Auch über diese Fragen, Währschaft beim Dieh- handel usw. wird nochmals in einer weiteren Versammlung gesprochen werden. — Amtmann Strauch, Darmstadt, erläuterte Zweck und Ziele des neuen Hessischen Hnfallversiche- rungsverbandes für Slädte und Gemeinden. Dieser neue Verband übernimmt zukünftig die Versicherung der Gemeinden gegen Unfall auf dem Gebiet der Bauarbeiten, Fuhrwerkshaltung. Krankenhäuser, Wohlfahrtspflege, Gesundheitsdienst, Hebammen, Krankenschwestern u. dgl. Für all diese Betriebe geht die Hnfallversiche- rung ohne weiteres von den verschiedenen seitherigen Derussgenossenschaften aus den neuen Verband über. Der Schriftverkehr, die ganze Behandlung der Unfälle ist damit vereinfacht, die Prämiensätze sind gegen seither wesentlich verbilligt. Der Mindestsatz beträgt für die Gemeinden 3 Mark pro Jahr. Eine rege Aussprache schloß sich an den interessanten Vortrag an, viele Einzelfälle wurden behandelt. — Auch über die Frage der Schülerunfallversicherung wurde gesprochen, und den Gemeinden die Versicherung nahegelegt. Die Lehrerschaft müsse sich auch für diese allgemeine Schü- lerverficherung einfehen, und wenn die eine oder andere Gemeinde finanziell nicht in der Lage ist, die Kosten für eine allgemeine Versicherung aufzubringen, so sind die Eltern, wenn sie in der nötigen Weise aufgeklärt werden, gern bereit, die geringen Kosten, 60 Pfennig pro Jahr, für ihr Kind beizusteuern. Zwei in Schollen kürzlich vorgekommene schwere Unfälle, bei dem einem Kind ein Bein amputiert werden muhte, zeigen, wie sehr wichtig diese Schülerversicherung ist. — Eine weitere Aussprache erfolgte noch über das Bürgschaftsverfahren bei den Versteigerungen der Gemeinden, Ausstellung von Bürg- scheinen u. a. m. Den Gemeinden wird die Erhebung der Vergnügungssteuern nochmals zur Pflicht gemacht. Viele Anfragen aus der Versammlung aus allen Gebieten der Gemeindeverwaltung wurden besprochen. Rach Dankes« Worten des Kreisdirektors Dr. 3ann schloß der Vorsitzende die sehr anregend verlaufene Sitzung. Am 4. Rovember findet eine neue Tagung statt. Stein und Wilhelm Wagner.Schüler-Unterstufe (Fünfkampf): 1. mit 102 P. Richard Klinke!; 2. mit 100 P. Ferdi Weller; 3. mit 96 P. Walter Weih. Schülerinnen-Ober stufe (Fünfkampf): 1. mit 99 P. Greta Grebe; 2. mit 86 P. Marta Rinn: 3. mit je 82 P. Lisel Schimmel und Margot 3urtg. Schülerinnen-Un- terftufe (Fünfkampf«: 1. mit 99 P. Lotti Kopp; 2. mit 94 P. Gerta Volk; 3. mit je 93 P. Ria Rau, Anni Weiß und Marie Rinn. Den Wanderpreis im Gerätekampf errang mit 149 P. Kurt Drescher, außer Konkurrenz erzielte Heinrich Marten 151 P. Sieger im Vierkampf der Mädchen wurden: 1. mit 73 P. Elfriede Weller; 2. mit 71 P. Tilli Hahn; 3. mit 69 P. Emmi Malinowsky. Der Sonntagabend wurde in froher Stimmung bei den Klängen der ausgezeichneten Kapelle Topp (Gießen) im Turnerheim verbracht. LJ Grohen-Linden. 23. Sept. Am Sonntag feierte die Kleinkinderschule in der Turnhalle ihr diesjähriges Sommer fest. Unter dem Geläute der Kirchenglocken zog die mit Blumen und Kränzen geschmückte fröhliche Kinderschar von der Kleinkinderschule nach der Turnhalle. Nach einem gemeinsam gesungenen Choral trugen die Kinder unter der Leitung von Schwester Sophie Sprüche und Lieder vor. Der Ortsgeistliche, Pfarrer Schultheiß, erwähnte in seiner Ansprache die (Erneuerung des gesamten Mobiliars der Kleinkinderschule im vergangenen Jahre und dankte für alle hierzu er holtenen Gaben, besonders der Gemeindevertretung für die geleistete Hilfe. Auch der aufopfernden Tätigkeit der Schwester gedachte er mit Dankbarkeit. Die folgenden Spiele, Reigen, Gesang und Stabübungen der Kleinen erfreuten jung und alt. Mit der üblichen Brezel wurden die Kinder nach ihren Darbietungen belohnt. Eine Kollekte für die Kleinkinderschule ergab den Betrag von rund 42 Mark. •c* Leihgestern, 23. Sept. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde dem Dachdecker- meister Köhler aus GroßemLinden als dem Wenigstnehmenden auf sein Angebot von rund 4500 Mark die Reparatur des hiesigen Kirchturms übertragen. Die Reparaturarbeiten sind bereits in Angriff genommen. Mit der Bauleitung wurde das Hessische Hochbauomt in Gießen betraut. — Unser seit sechs Jahren hier amtierender Seelsorger Pfarrer Jäger mußte sich aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amt zurück- ziehen und hat, soviel bekannt ist, seine Pensionierung beantragt. Die kirchlichen Dienstgeschäfte werden zur Zeit durch Pfarrer S t a u b a ch, Watzenborn-Steinberg, versehen. § Daubringen, 23. Sept. Der hiesige Kriegerverein hielt am Sonntag fein diesjähriges Preisschießen ab, das auch von auswärtigen Schützen gut besucht war. Geschossen wurde auf 100 Meter Entfernung. Rachstehend die Ramen der 10 ersten Preisträger: 1. mit 36 Ringen Konr. Völzing, Daubringen; 2. Hrch. Vogel, Mainzlar; 3. Wilh. Erb III., Daubringen, mit 34 Ringen; 4. Ludwig Mohr II., Daubringen, mit 34 Ringen; 5. 3oh. Reis, Daubringen, mit 33 Ringen; 6. Heinr. Mohr II., Daubringen, mit 33 Ringen; 7. Heinrich Sauer, Mainzlar, mit 33 Ringen: 8. Karl Keller, Daubringen, mit 33 Ringen: 9. H. Schönau, Gießen, mit 33 Ringen; 10. Ludwig Wagner, Mainzlar, mit 33 Ringen. — Hier fand die Versteigerung des Geme.indeobstes statt. Die Rachfrage war stark, infolgedessen waren die Preise durchschnittlich sehr hoch. Je nach der Gröhe, Sorte und Ertrag der Aepsel- und Birnbäume wurde bis zu 15 Mark pro Zentner am Daum bezahlt. Zwetschen waren teurer. T L i ch, 23. Sept. Die fürstliche Familie verläßt Anfang kommenden Monats unsere Stadt, um ihren Wohnsitz nach Wiesbaden zu verlegen. In Geschäftskreisen unserer Stadt wird der Wegzug der fürstlichen Familie sehr bedauert, aber auch in den Kreisen der Angestellten und der Arbeitnehmerschaft erleidet man durch die Verlegung des Wohnsitzes empfindliche Verluste, bot doch der fürstliche Hof für viele Leute Arbeit und Verdienstmöglichkeit. Der größte Teil des Schloßpersonals findet vorerst noch weiter Beschäftigung; nach Wiesbaden, wo Fürst Reinhard eine Villa käuflich erworben hat, gehen nur einige Bediente mit. Heber die Verwendung und Benutzung der Lichex Schloßräume ist noch nichts zu erfahren. Doch hofft man bestimmt, daß der Erbprinz später wieder das hiesige Schloß geziehen wird. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 22. Sept. 3m „Deutschen Haus" fand eine stark besuchte Versammlung der Butzbacher Bürgerschaft statt, die ^u dem neuen Ortsbauplan und der Feldbereinigung Stellung nahm. Rach eingehender Erläuterung des Stadtbauplans und der neuen Straßen und Wege, die bei der Feldbereinigung vorgesehen sind, faßte die Versammlung folgende Entschließung: „Der Stadtrat wird ersucht, die von der Reichsbahndirektion Frankfurt vorgesehene Unterführung der S t a a t s b a h n, die in der Verlängerung der Badborngasse geplant ist, a b z u I e h n e n, da sie keine Verbesserung des heutigen Zustandes bedeutet, und die Interessen der Bewohner der Wetzlarer und der Dahnhofsstrahe auf das schwerste schädigt. Auch die geplante ilm- gehungsstraße von der Weiseler nach der Gießener, Straße mit Unterführung unter der Staatsbahn ist abzulehnen, da sie die Geschäfte in der Stadt stark benachteiligen würde und die spätere Entwickelung des Autoverkehrs noch nicht beurteilt werden kann. Die Versammlung schlägt dem Stadtrat vor, den Ortsbauplan ohne Rücksicht auf die Unterführungspläne der Dahn nach den Bedürfnissen der Allgemeinheit der Stadt aufzustellen, evtl, auf den Ortsbauplan von 1924 zurückzugreifen. Die von der Reichsbahndirektion gewünschte Ausscheidung von größeren Geländestreifen aus dem Ortsbaupcan zugunsten der Dahn ist auf alle Fälle abzulehnen. Sollte die Reichsbahn keine Vorschläge machen, die den bestehenden Verhältnissen Rechnung tragen und eine Verbesserung bedeuten, so ist die Versammlung der Ansicht, die jetzigen Ueberführungen zu belassen." Kreis Büdingen. nd. Ridda, 22. Sept. Gestern fand für unser Kirchspiel die Feier des kirchlichenIu- gendsonntags statt, womit die Feier des Kreisverbandsfestes evangelischer M ä d ch e n v e r e i n e des Kreises Büdingen verbunden war. Der hiesige Mädchen- Verein und seine Leiterin, Frau Pfarrer Laut, hatten die nötigen Vorbereitungen getroffen, um den auswärtigen Vereinen mit über 350 Mitgliedern einen würdigen Festtag zu bieten. Vormittags hielt Pfarrer Laut einen Jugend- gottesdienst, an dem auch die bereits eingetroffenen Gäste teilnahmen; im Hauptgottes- dienst predigte er über den Text: „Jugend, betrübe nicht den heiligen Geist!" Rachmittags beteiligten sich alle Gastvereine und zahlreiche Einwohner des Kirchspiels an dem Festgottesdienst, in dem Pfarrer Crull von Ulfa die Festpredigt hielt und zwei Vereine durch Gesang und Sprechchor mitwirlten. Von der Kirche aus zogen dann die Mädchenvereine und viele Festteilnehmer unter Vorantritt des Po- saunenchors Wallernhausen in die Turnhalle, deren große Räume voll besetzt wurden. Hier wurden die Gäste mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Dann wechselten Ansprachen, Liedervorträge, Spiele, Weisen des Posaunenchors und Deklamationen mehrerer Mädchen ab. Zum Schlüsse dankte Pfarrer Rau von Wallern- hausen im Ramen der auswärtigen Gäste dem Rrddaer Mädchenverein und den Gastgebern für die freundliche Aufnahme und Bewirtung, und Pfarrer Laut allen, die zum Gelingen der Feier beigetragen hatten. Kreis Schotten. § Ober-Seibertenrod, 23. Sept. Am Sonntag wurde das neuerbaute Sp.rihen - Haus unserer Gemeinde seiner Bestimmung übergeben. Aus diesem Anlaß wurde ein Kreisfeuerwehrtag hier abgehalten, bet dem sämtliche Wehren des Kreises Schotten vertreten waren. Als Vertreter des Kreisamtes war Regierungsrat Schwan erschienen. Es wurde eine Feuerwehrübung in großem Rahmen abgehalten und auch noch bei leidlichem Wetter durchgefiihrt. Der weitere festliche Teil des Tages wurde durch starken Regen empfindlich gestört. Das neue Spritzenhaus bietet mit seinem Hellen Bewurf und feinem hochragenden, grüngestrichenen Turm einen freundlichen Anblick dar. Cs ist in unmittelbarer Rähe der Kirche errichtet. Kreis Alsfeld. 6-t Alsfeld, 22. Sept. Am vergangenen Samstagabend trat nach längerer Pause das Alsfelder Iugendorchester unter Leitung von Ober-Regllehrer Dotter wieder mit einem Konzert im großen Saale des „Deutschen Hauses" in die Öffentlichkeit. Das gut zusammengestellte Programm war diesmal der Unterhaltungsmusik gewidmet. Frl. M. Stoll von Rieder-Ohmen sang mit gut durchgebildeter Stimme ansprechend mehrere Lieder von Schubert, Schumann, Mendelsohn. Regierungsbauführer Hoffmann (Alsfeld) brachte als Flötensolo das liebliche Andantino aus dem Konzert für Flöte und Harfe von Mozart unter der feinfühligen Klavierbegleitung von cand. jur. Völ- fing schön zum Vortrag. Die dankbaren Zuhörer erzwangen durch lebhaften und wohlverdienten Beifall mehrere Zugaben. Durch Anschaffung eines Harmoniums hat die Klangwirkung der musikalischen Darbietungen eine wesentliche Verstärkung erfahren. Der gute Besuch des Abends legte Zeugnis ab von der Beliebtheit des Alsfelder Iugendorchesters, Die neu- gebildete städtische Thea terkommis- s i o n trat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g zum ersten Male in Anwesenheit des Intendanten Dr. P r a s ch (Gießen) zu einer Sitzung zusammen. Rach einigen erläuternden Ausführungen des Intendanten Dr. P r a s ch über den gegenwärtigen Stand der Theaterliteratur wurden die für den Winterspielplan in Alsfeld in Betracht kommenden Stücke festgesetzt. Die Spielzeit wird am Sonntag, 12. Oktober, mit dem Lustspiel „Liebes Leid und Lust" von Shakespeare unter Mitwirkung des Alsfelder Iugendorchesters unter der Leitung von Kapellmeister C u j e (Wetzlar) eröffnet. Preußen. Maingau. WER. Frankfurt a. M., 23. Sept. Die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich heute mit dem Antrag des Magistrats auf Erhöhung der Gern e i n d e g e t r ä n ke - und -Bier st euer. Die verschiedenen Parteien wandten sich in schärfstem Tone gegen die Einführung der neuen Steuern: dagegen machten der Oberbürgermeister und der Kämmerer darauf aufmerksam, daß es angesichts des 10-Millivnen-Defizits der Stadt Frankfurt a. M. falsch wäre, eine ihr durch die Rotverordnung des Reiches in die Hand gegebene Steuerquelle unbenutzt zu lassen. Trotz der Mahnung des Oberbürgermeisters, die Vorlage sofort zu genehmigen, da jede Verzögerung um einen Monat die Stadt etwa 200OCC Mk. kostet, wurde die Vorlage dem Ausschuß überwies en. Auch die Vorlage über die Schulgelderhöhung wanderte in den Ausschuß. Zeitschriften. — Das Heft 9 des „H e s s e n l a n d", Monatsschrift für Landes- und Volkskunde, Kunst und Literatur Hessens, herausgegeben von Dr. C. Hiheroth, (R. G. Elwert Verlag, Marburg) ist der Jahreshauptversammlung des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde in Schlüchtern gewidmet. Cs bringt eine ausführliche illustrierte Darlegung von Georg Maldseld über die territoriale Zusammensetzung und die alten Herrschastsverhältnisse des Kreises Schlüchtern. W. Praesent hat die Aeußerungen der Gebrüder Grimm über Steinau, wo sie ihre Jugendzeit verlebt und das sie als ihre Vaterstadt angesehen haben, zusammengestellt. Weitem Interesse wird schließlich der Beitrag von Dr. W. Hopf über die gesellschaftlichen Zustände in Hessen um Ende des 17. Jahrhunderts begegnen. — Das Septembcrheft der „Zeitwende" (C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung, München) beginnt mit dem Aufsatz „Meine unfreiwillige Sibirienfahrt", von Oskar Bruhns. Als deutscher Pfarrer von zaristischer Willkür nach Sibirien verbannt, hat Bruhns dort jahrelang! unter den politischen Verbannten gelebt und schildert nun anschaulich die Atmosphäre, aus der mit Raturnotwendigkeit die bolschewistische Revolution hervorwachsen mußte. Auch diese Revolution selbst hat er in Sibirien nriteriebt. Seine Erinnerungen geben plastische Momentbilder, aber auch tiefen Einblick in Ursprung und Wesen der bolschewistischen Bewegung. — Leo Frobenius beschließt seine „Indischen Reisebriefe", die uns in unterhaltendem Plauderton tiefe Eindrücke gewähren in die seltsame Glaubenswelt des nichtarischen Hrmenschen Südindiens. — In der Hmschau befindet sich der wertvolle Beitrag Dr. Kurt von Räumers „Sozialpolitik im alten Deutschland". Heute, wo die deutsche Sozialversicherung eine schwere Krisis durchmacht, ist es äußerst lehrreich, ihre Anfänge zu betrachten und auf die Einwände zu hören, die schon zur Zeit ihrer Begründung Bismarcks Hauptmitarbeiter und zugleich Gegenspieler, Theodor Lohmann, gegen die von Bismarck gewählte Form der Sozialversicherung erhoben hat. — Zwei Landschaften von Zügels Schüler, Eugen Wolff, find diesem Heft beigegeben. — Der Kunstwart (Verlag Georg D. W. Callweh, München). Im Septemberheft stellt u. a. E. Heilbrunn den englischen Erzähler Aldous Huxleh vor und läßt mit der Rovelle „Grüne Tunnel" eintz Probe seiner scharfen Charakterisierungskunst folgen. Heber die „Reuschöpfung der Welt durch Knut Hamsun" schreibt Michael Hochgesang: Wilhelm Michel knüpft an den wirt« schastlichen und sozialen Hntergang seines Heimatdorfes wehmütige, aber zugleich ermutigende Betrachtungen zur heutigen allenthalben stattfindenden „Hnterwühlung" und Erstehung „neuer Gestalt". Paul Alverdes seht sich mit der neueren Tanzkunst auseinander und Georg Anschütz, ein hervorragender Dertre er der Farbe-Ton- Forschung, berichtet über die „Synthese der Sinne in der Kunst". Sieben Wiedergaben von Meisterwerken älterer chinesischer und japanischer Kunst vom 12. bis zum 16. Jahrhundert begleiten einen Aufsatz von Hans Penzel. — „Stickereien undSpihen" bringt uns Radelarbeiten und Webearbeiten in vielen Anwendungen. Eine von Dorfkindern gestickte, reizvolle seidene Wandbespannung im „Zimmer der Dame": Tülldeckchen mit einfacher und reicher Bestickung, handgewebte Wandbehänge und Kissenplatten, sehr elegante Daunendecken und Steppdecken in künstlerischer Musterung. Klare Abbildungen. Deutliche Details. Textbeiträge von sachlich informierender Art. (Verlagsanstalt Alexander Koch G. m. b. H. Darmstadt.) für ' ichlung im W Vorführungen 26. Sept. 1930, des Gymnasi Anschließend sprechung all zimmer des 0 Einmalig Am ffrciti bi? V> u. 2 bi im Hotel Pein Tie tetu verbindlich en Ich bitte. slotteindenKin tu kommen, g Stotterer und, Acchode erfüll dem liebel beji Tilsit-ii.mier MW mir schon Mechode mlihie »ufl durch die $ lame§ Spreche NurdaSAnMi foltern ist kein w mit und ü M vrakt. Aei Wn, und tbi ’Olfl beiudjt ha Soeben 6eMt wurden. Menor der iw Berlin SW Heute fr « Im ansgesc Sda Filialen _ Söbe SB S 'S* unb öef Z und ö-e B Dorf zu dem bot zur Feier mit W ‘e' Jauinfpetoe einer E sührung/s - ter derbem' übernahm °e begrW. ^c, allen, die b Schulet sM Aliendor tretet des Fischer (6 etile W gegeben hatte lobet lu',,ertieb°Dl"°ti I t2ui an,a6en £ Gll 'M y&B Qt biX” flUt Sri H ■ÖÄ $»§ “Ä^s cand. jur ,fr Greift * Durj 3., tot die fiu? ^k flUk Ä ^rDekebchZ (;;.$le neu. Ä9C7eiftet •Ä *VÄ fMÄft b uad Lust' boii 0 des Mjeldn J*nfl von Aavell- • 23. fiept. Die Wneienbet* >te mit dem cyvhung btt ®(. -‘Bier Heuet, toanbten sich jn üdrung bet neuen vberbürgermeiftn ifmerffam, bah es Wls der Stabt ■ eine ihr durch es in die -and nutzt zu laVen. ütgemeArs. dir n, da jede Der. die Stabt etwa ic Vorlage dem Auch die Dorlas u n g wanderte m en. nfanb“, Monats« Pfunde, Kunst und leben von Dr. 5. •lag, Marburg) ist des Vereins für tfunbt in ötyüdy uuMWche il\u« DMeid über mg und die alten ; treifes Schlüchtern. | cungen der Tebrii' ; sie ihre Jugendzeit ; Vaterstadt angelet m tem Jnterelk wird Dr. > Hops über in Hessen um Snde In. y t .Zeitwende an&lung, München) Keine unlreimmige lt*i. M d«"- Dilllür nach dort WM» innten gelebt und Atmosphäre, aus dir bollchew'tt''^ ruhte. Auch Sibirien nnteriebt. MW Mornes ick in Ursprung und Bewegung. ° 3nb eben die seltsame «lau Urmenschen Sud'" indet l'ch dtt we« >n Aaumers .«J* s- SScute. wo Ne 'ihre- »Ä ■ uni PDi n«i»äMau.0. ilembe^.' ^ldvus m ®rünc ,Ss@ '"fi ®eot9 «Jti ein« jinbeyn ^^mer ung'm-S «Ä fegt «J Daunen^ Dre ?eta''^crlagsa^ Zuchthaus für einen ungetreuen Postbeamten. WSN. Darmstadt, 23. Sept. Ein in den 40er Jahren stehender Postschaffner von hier hatte sich am Montag vor dem Bezirks-' schössengericht wegen Beraubung und Vernichtung von Amerika-Briefen ,u verantworten. Er hatte dadurch etwa 10 0 Dollar erbeutet. Wegen Amtsunterschlagung wurde der ungetreue Beamte äu einem Jahr Zuchthaus und 150 Mark Geldstrafe verurteilt. Kirche und (Schule. t'anDtrcie Wicfcen. — Göbelnrod, 21. Sept. Der langersehnte Festtag bet Schule in weihung konnte heute gefeiert werden. Anfang März d. 3. war der Bau begonnen worden, jetzt ist er vollendet. Unter den Klängen der Musik zogen der Gemeinde- und der Schulvorstand, Ehrengäste, die Dercinc und die festlich geschmückte Schuljugend durch das Dorf zu dem neuen Schulhose. Der Gesangverein bot zur Feier zwei Ehöre, auch die Schüler sangen mit Begeisterung ihr Festlieb. Der Bauleiter. Dauinspektor Kimpel (Gieyen), übergab mit einer Ansprache über die Entstehung und Ausführung deS Baues den Schlüssel an den Ddrtre- ter der Gcmeinbe, Bürgermeister Weber. Dieser übernahm ben Schlüssel und damit den Bau, begrüht- die Gäste aus nah und fern und dankte allen, die bei dem Bau geholfen hatten. Ein Schüler Iprach einen Weihespruch, worauf Lehrer Allendörfer die Festrede hielt. Als Der- treter des KreisschulamteS sprach Schulrat Fischer lGiehen). der vor Jahren schon die erste Anregung zum Bau des neuen Tchulsaales gegeben hatte. 3n dem neuen Schulsaale sprach Pfarrer Döll lWirberg) olS OrtSpfarrer und Mitglied deS Schulvorstandes zu den Kindern. Auch Schulrat Fischer richtete noch eine kurze Ansprache an die Kinder, die darauf von der Gemeinde eine Brezel erhielten. Bei der folgenden allgemeinen Besichtigung deS SaaleS fand dieser allgemeine Anerkennung. Die Gemeinde hatte hieraus ihre Gäste im Gemeindezimmer. daS während des Neubaues in drangvoller Enge den Schülern als Notschulfoal gedient hat, zum Kaffee eingeladen. Während dieser Bewirtung wurden mxb eine Reihe von Ansprachen gehalten. So sprach Pfarrer Döll über die Geschichte der Schule im ersten Jahrhundert ihres Bestehens und feierte die beiden Vorsitzenden deS Gemeinde- und Schulvorstandes. Ferner sprach Schulrat Fischer und beglückwünschte die Gemeinde äu dem wohlgelungenen Neubau, der die unhaltbaren Zustände im alten Lchulsaale beseitigte und auch der Lehrerwohnung. die wohl durch den Umbau im Jahre 1897 schon sehr verbessert worden war, eine wünschenswerte Vergröberung brachte. Beigeordneter H Kern dankte namens des Gemeindevorstandes besonders dem Bürgermeister für alles, was er bei der Vorbereitung des Baue- und bei diesem geleistet hat. Die beiben früheren Lehrer dankten für die Einladung und erzählten auS ihrer Wirkungszeit in Göbelnrod, Zur Unterhaltung der Gäste trugen die Kinder einige Scherzgedichte und Mundart- fachen vor, auch kam der Dorshumor in einem Zwiegespräch in Mundart zu Ohr. Diese Darbietungen fanden reichen Beifall, besonder- daS Zwiegespräch erregte stürmische Heiterkeit. 0 Holzheim, 22. Sept. Gestern beging die hiesige Evangelische Gesellschaft unter Leitung von Prediger Tripplcr, Drotz-Rech- tenbach, im überfüllten BereinSyaufe iyr 3 a y - ressest. Trotz des ungünstigen Welter- waren auch auS den umliegenden Orten zahlreiche Gäste erschienen. Ein Posaunenvortrag eröffnete die Feier. Festredner war Missionar S ch ä s e r. Haufen. Auster dem hiel'.en noch Ansprachen Prediger Pfeifer. Lich, und der Ort-geistliche Pfarrer Schmidt. DaS Lchlustgebet sprach Lehrer Bah. Ober-Hörgern. Gesang-vor träge des gemischten Thore- lChormeister W. Engel- umrahmten daS Ganze. Stirnen, (Sport und (Spiel, v. f. s. Dast die Ligamannschaft gegen die spielstarken Fuldaer .Borussen" keine Sicges- chancen haben würde, war vvrauSzusehen. Sie mustte sich denn auch mit 0:4 geschlagen bekennen. Trotzdem überrascht die Höhe deS Re» sultatS. da man erhosst hatte, dast eS der VfB.- Elf gelingen würde, die Tordifferenz- knapper zu gestalten. Man must jedoch berücksichtigen, dast sie immer noch mit Ersatz anzutreten gezwungen war und austerdem reichlich Pech hatte. Ohne Zweifel war Fulda in jeder Beziehung besser. Sein Zuspiel war genauer, sein StellungSver- mögen ausgeprägter und die Zusammenarbeit zwischen den Mannschaftsteilen durchdachter Auch physisch hatten die Einheimischen ein PluS, jedoch dies alles nicht so stark, dast die Differenz von vier Toren daS Kräfteverhältnis beider Mannschaften richtig wiedergäbe. Die VfB -Elf zeigte keine schlechte Leistung, sie zwang den Gegner zur Hergabe seines ganzen Konncms und kämpfte bis zum Schlust um Verbesserung des Resultat-. Die Ligareserve stand der ersten Mannschaft des Sportvereins Niederweisel gegenüber, die sie nach hartem Kampf mit 2:1 zu schlagen vermochte. Anfänglich fiel eS den DsB.ern schwer, sich auf dem unzulänglichen Platz zurechtzufinben, sie führten aber bei Halbzeit mit 2:0. Niederweisel konnte später auf 1:2 t*er< bessern und verstand eS unter Einsatz der gan* *en Energie, trotz drückender lieber legen bett Gie< stens, da- Resultat biS -um Schlust zu haltern Dem Spielverlauf nach hätte da- Torverhältnis höher auSfallen müssen. DaS Lokaltreffen auf dem Waldfportplatz zvi« schen der dritten Mannschaft der Spielvereinigung und der gleichen de» V f B. endet« mit einem unerwartet hohen 4:1 -Sieg de» Platz- vereinS. Don Anfang an forcierte man gleich stark daS Tempo Schon bald nach Beginn gelang es VfB., den Führungstreffer zu buchen. Die erste Halbzeit verlief bei verteiltem Felbfpiel und forschen Angriffen beiderseits, ohne dast die eine oder andere Partie befonber» im Vorteil gewesen wäre. Die Torlatte verhinderte einen zweiten Erfolg der Platzelf. Kurz vor der Pause gelang den Spielvereinlern, von denen ein Wann wegen regelwidrigen Spiels den Platz verlassen mustte, der Au-gleich. Wenige Minuten nach Wiederbeginn ging VfB. erneut in Führung und hatte von da ab bi» zum Schlust bedeutend mehr vom Spiel. 3m weiteren Verlauf gelang e» ihm noch, zwei weitere Dore zu e nieten und damit da- Endergebnis auf 4:1 zu stellen. Die AI»3ugcnb stand im Pflichispiei der gleichen RiederweiselS auf dortigem Platz gegenüber und erzielte einen hohen Sieg. Sie war der Plahels, trotz deren groben Eifer», weit überlegen und gewann mit 7:0. (Sportverein 1929 Bieber. Spo. Bieber 1 — Leihgestern I 0:0. Am Sonntag standen sich diese Mannschaften zum DerbandSspiel gegenüber. Trotzdem Bieber mit zwei Ersatzleuten antreten mutzte, konnte e» ein 0:0 erzielen. RollsMsporl im Gießener Eisverein e.V. Vorführungen im Rollschuhlauf: Freitag. 26 Sept. 1930, 20 Uhr, in der Turnhalle des Gymnasiums. 6531 D Anschließend Zusammenkunft und Besprechung aller Interessenten im Klubzimmer des Caf» Asioria Der Vorstand. Heute frisch von der See: SMIischMS-. Im ganzen Finch 6)92 C anngcnchnltten Pfd. 42 Pf. Schade & Füllgrabe Filialen in all. Stadtteilen Stottern! (Einmaliger Sprechtag in Gießen. Am Freitag, beut 26. Sept., von 9 bis 12 u. 2 bis 6 Uhr, finden m (Sieben tut «dotet Prinz (Sart Lviechsiundcn statt. Tic Vluötunft wird kostenlos und unverbindlich erteilt. 3d) bitte. Leidende und Eltern von floiiexnbcnSttnbern vertrauensvoll zu mir zu kommen. Zriihcr war ich ein starker Cioiicrer und babe, nachdem ich eine neue -'icibode erfunden babe, mich selbst von dem liebel befreit. Professor Böttcher. Tilsit ii.'iiier in Königsberg roobnbafti schrieb mir schon vor vielen Jahren: „Ihre Methode mllkie einen NuhmeS.und SiegeS- aun durch die Welt machen!" Kein lang- fameS Sprechen! Keine Sltemübunaen: 9iiir daS Angstgefühl muh beseitigt werden. Eiottern ist feine Krankheit. Kommen Sie zu mir und überzeugen Sie sich selbst, dast craft. Aerzie, die selbst Stotterer waren, und ebenfalls Anstalten ohne Erfolg besucht haben, durch meine Methode in 2-4 Wochen dauernd von Ihrem Hebel befreit wurden. 6519 Ludwig Warnecke Dlrertoc Der Internationalen SpratWIlanftolt Berlin SW 19, Seydelstraße Zla. ■ Mnuiarlr das Spezialhaus MUWdbR fQr Damen-Kon- feklion, Kleiderund Seidenstoffe ist jetzt wieder durchgehend geöffnet! 5946A Will jetzt Schützenstrafoe 50 Spezial behänd!unff von Ihr Flechlen, Beinleiieo jeder Art. — Auskunft und Nachweisunff von Adressen der geheilten Patienten kostenlos Sprechstunden: Bis 15. Oktober 1930 von 14- 16 Uhr; ab 15. Oktober von 9 — 12 Uhr ölls-MWriMtlrelel «auch nebenberuflich) für Qberbessen bei bober 'hromnon von altem PersicheiungS- unternebmen gesucht. Schriftl. Angebote unier 1.512V an den Giestever Anzeiger. BoscHiensl-Alilio-Dienst Instandsetzung sämtlicher Elektroanlagen an Kraftfahrzeugen Ruhl & Fetzer Giefoen, Schanzenftr. 3 Telephon 2534 591 ID Herrschaftliche 6-3HDm.-Woho. mit Garten, beschlag- nabmefrei. beste freie Lage, zu verm. 9kah. A. Bctker. Kevier- straste 9. 64!»f> (Geboten 5-3lnnn.-lDol)fl. geg Abfindung zum 1. Ch. Zu erfragen in der GeschaftSit. d. Gtest. Anz. 05907 Schöne groste 3-ZiiDDi.-Vßho?. für fofort zu verm. Schriftl. Angeb. uni. 05901 a. d. Wiest Anz. ©rohe 3-3imme[- Botjnung mit Badezimmer u. Balkon in Neubau oerfetzungShalb. ab L Oktober zu verm. NäbeicS I532UD Lchubertstr. 2. Schön möbliertes Zimmer elekfr. Licht. Sofa, Blick auf Park, an Dauermteier ab 1. Cfi. zu verm.^0 Liebiattrastc 4«. fflöüi. Simmet zu vermieten 05910 Aliccuftr. 22 a II. Auto-Garage auch für Möbel unierzustellen. zu vermieten. 05871 flubn. Katserallee 18 Mietgesuche^ r-Z-M.-VW. von sehr ruhigeiii Mieter i'Bcamtcr, zwei Personen» für sofort oder 1. 11. 30 gesucht. Schriftl. An- geboie mit Mietangabe unter 05911 an den Giest. Anz. Schw. t. 9i. sucht sonn. 2-Zlm.-Wohng. mit Küche u. Zubeb- Nähe ©übanL sev. (Sing, part„ 1. oder 2. St. Schr. Ang. u. 65211) a. d. Gst.Anz. ^teHenangebotej Wir Machen: zur Leitung unserer. allcBersiche- rungSfoarien umfassenden Bezirksverlrleung en f. Werbung ) Organisation ahigten Herrn. i lr bieten: Hohe Provision, Beteiligung nm BezirfSgefchaft, evtl, feste Monats- zuschusse. (6544V Bewerber belieben Offenen einzureichen um. F. H. P. 802 durch RudOlf Moste. Frankfurt a .M. Tagesmädchen mit gut. Zeugn. von 7—4 Uhr gesucht. Kirchbcimcr, Osfanlage 12. |Stellengesuche| EbrltcheS, stetgtges Mädchen lucht Stellung im Haushalt in Gtcsten. Gute Zeugn. vorh. Gest. Zuschriften an <9. Kodier, Falke»' berg (M.), KreiS Cberbarntm. 65250 Verkäufe SchlalzimmeriEiche I Waschkomm. (Eiche) 1 Küchenanrichte alles neu. Umstände halber 1eh> vreiß- wert abzugeben. 6536V SttlOftt» 83. Schöner SchraDk (Aitertuniieingelegt, mafsio Eiche, gut erhalten, zu verk. [«.i« Edelstr. 84 H. Gut erhalt. Diwan sowie eiserne Bettstelle zu verk. I«,, Ebclstr. »4 8.1. 1 ieiiiieOe Mit Svrungrabmen, l Eiscnb. Uniform- mantel bill. zu verk. (Snautbttr. 12 II. 1. CelegeßliBiMäiile bei (Schilling Franksurter Str. 23 Tel. 4040. |01m 4-P8-Zwelsitser 4-PS-Vlersitser 8-PS-Lletcrwagen 200 cca, fast neu, 200 ccm, gut erhalt., 300 ccm, fast neu, WO esm, gut erhalt. Domenroö Marke Brennabor, sehr nut erhallen, vreiSwert zu verk. Goetbestr. 48 a, pt. Mist abzugeben 05905 Lüdaiilaac 17. | Kaufgesuche | Wohn- oder Geschäftshaus tn guter Lage, gegen bar von Privat zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. mit PretS u. 05904 a. d. Giest. Anz. Gut erhaltener MM niedrige Form, zu kaufen gesucht. Schr. Angebote mit Preis unter 05906 an den Giestener Anz. erb. TicböchstcnPrciie zahle ich für getragene [6386A Serrenkleider. L. Roeenewelff BlcBcs, leltersw. 58. Karte genügt. Für die f ehern. Reinigung 3 Waschbenzin (Sonderquelitlt) reinigt alle Stoffe l Drogerie , x Winterhoff ✓ Zwiebeln gesunde, trockene Winterware, 4. Ztr. ■k. 3.50, inkl. Säet, vers. ab >Ltat.lLchzell gegen Nachn Ludwig Erb, Echsell 'Seit.) KarteUeU stets zu billig. TageSpr. «nD Anspruchsvolle Hausfrauen nehmen CLEVER-STOIZ " immerJrisch’ / _L / zum Kochen Braten Backen und aufs Brot... Der Nährwert ist so groß, ihr Preis so niedrig. Dabei ist sie von stets gleichbleibender, hoher Qualität Dissertationen liefert die Brühl'sche Druckerei Billige Fische SANA o. fl. Sfb. 38 seeiM o. R. VId. 35 (BoiOhoiid o. R. «n>. 35 SraifiOeOfifiDe 6545 D 3 Pfd. 88 itialMleisä Uikliitr.M.Tal.UU ciuniDiununniiiiiiiiiiiui Ollenhadier üMslDewerhe- schule Dir.: Prof. Hugo Eberhardt 6?M V Kurzgeschnittenes i«Mr liefen 1490D Oamplsägewerk Lollar B. Nwbu, A. G. la Düogelialli stets vorrätig 6533D (£. Röbsamen. i^ernfpt. 3659. 0IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHI1D 5ollöer emöent Imögl. Maiheinatiker) oder begabter Primaner d. Oberreal- schule, gesucht, d. geg. freie Wohnung ufro. die Aufgaben eines Tertianers, auch Französ. u.QrngL ge- wtffenh. überro. Schr. Ang. u.05913a.d.G.A. WIWMWWIWUÜ EISü-Betten (Suhl n. Holz) Politer, SdiUfzimnuStahlmetr. Kinderb.Chanel. «.Private. Raten*!. Katal.fr Eisenmöbelfabrik Sehl I. IlipoMea zu 7‘ bei voller Auszahlung vergibt Bank auf 10 Jahre. BorfchuhioS. 105916 Näheres durch Saus Peter. Gicsten.Mübistr. 6. Familien-Drueksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, BchalatraBe 7 Auto - Batterien bringt man stet- rum stfachmaun. Lieferung u. Reva- ratur in bester Ausführung zu mastigen Preisen. E. Altholt, Seitanl.31 iHof d. &irma Tern & Lo.). Tel. 4385. Heirat ZweijungcHerreu im Alter von 32 und 35 Jahren suchen die Bekanntschaft zweier Damen mit Eigenheim zwecks baldiger Heirat. iMit Kind nicht auSgefchloffen.» Schr. Eil-Angebote mit Bild u. 05903 an den Gieß. Anz. erb. Vereine ""] Sj.Vt.BW. Sonntaa.28.eepi. 2 Ubr nachmittags leidtatliletiMie Vereins- MeiHertthalten Teilnahme sämtlich. Aktiven sowie aller Mitglieder der In- genb- und dräuen- abteilnn-unbedingt erforderlich. Näher. auS d. Anschlägen bei Sport bau 8 Schwan und 2L Wallenfels ersichtlich, 6541V Nachdruck verboten. 21. Fortsetzung. Sie Sie und auf auf Astoria-Lichtspiele 13 Uhr und 16 bis 18 Uhr. 6529c Die zu zahlende erste Rate beträgt für Hauptrollen: IUJsC Proszeniumsloge, Rangloge und 1. Rang (Reihe 1—2) Bratensoße ohne Braten Los Er- Los ßrafenso Radio Photo Telefunkendienst Der» Ecke hatte! Ersehen Sie mich, Sie diese Sorge von mir sti>sg zu- Sie befehlen, Selene!' Ich bitte, Averson!" RM. 25 gutes Wort für ihn Averson! — Wollen nehmen?" „Es soll sein, wie „Ich befehle nicht! Rottach-Berghof. Vielleicht laufe ich davon, wenn Papa weiter so unausstehlich bleibt." sicher", lachte Sabine. Hella küßte die Mutter traumverloren die Wange. „Wann kommst du wieder?" „Ich weist es nicht, mein Liebes!" „Es wird ganz entsetzlich fein, ohne dich aus dem Vahnsteig und legte ein sorgfältig fchnürtes Paket auf Helenes Sitzplatz in die eines ersten Klassckupces. „Haben Sie auch überlegt, Helene, was zu tun beabsichtigen?" Sie nickte, sah nach den beiden Töchtern brett, drückte sie sorglich in die Ecke und dann selber nach, die Türe hinter sich lehnend. „Helene! Ich lasse Sie so nicht reifen! müssen erlauben, dast ich mitkomme!" bat diese, etwas auf- und abzugehen, sie habe mit Onkel Averson noch einiges zu besprechen. Der Direktor sah den beiden Gestalten nach. Drost und schlank gewachsen, wie der Vater, mit dem Charme der Mutter und deren Geschmeidigkeit gingen sie wiegenden Schrittes den Perron entlang. „Wenn ich nicht wiederkommen sollte, Averson, bleiben Sic bitte den Meinen der Freund, der Sie mir immer gewesen sind." „Was soll das heihen, Helene?" Er hatte ihre Hand ergriffen. „Sie machen sich unnütze Gedanken, Averson." Das Lächeln, welches sic in ihr Gesicht zwang, schlug zu einem halben Weinen um. „Ich will nichts, als nach Sankt della Travestare wallfahrten, dort Buße hm und mich der Strafe beugen, die er über mich verhängen wird." Vermählungs-Anzeigen liefert die BrUhl'sche Druckerei Sie schüttelte den Kopf und tupfte mit ihrem Taschentuch die Tränenspuren von den Wimpern. „In Rottach-Berghof find Sie nötiger, lieber Freund. Mein Mann wird die Mädchen wie Rönnen halten, denen kein Scherz und kein Lachen mehr erlaubt ist. Holen Sie die Kinder manchmal zu einer Spazierfahrt ab. Sie machen den armen Dingern Freude und mich verpflichten Sic zu Dank hierfür! — ilnb vergessen Sic nicht Klein- Iust ein wenig Trost zu bringen. Er ist so einsam! Die Schwiegermutter hat keine Zeit für ihn und mein Mann denkt nur noch an seinen Aeltesten. Lind nun gehe auch ich, die ich doch wenigstens ab und zu eine Liebkosung oder ein 2. Rang (Reihe 2—3) 2. Rang (Reihe 4—5) „Das ist mittelalterliche Sentimentalität, Helene. Eine Ausgeburt krankhafter Phantasie. Dünkt es Sie nicht selbst als eine unwürdige Komödie?" „Eine Komödie? — Das sagen Sie, Averson. und wissen doch um meine Schuld! Lind haben doch vor sechzehn Jahren an mein Gewissen appelliert und mich gewarnt, dast es einmal erwachen würde? Erwachen mühte! — Lind nun, da ich aus Schlaf und Dämmer aufgeschrien habe, soll ich es wieder totschweigen? — Olein! Olun soll es sprechen! Wenn ich gerichtet bin, wird es von selbst verstummen." Er hatte seinen Ann unter den ihren geschoben und ging nach der Richtung, welche die beiden Mädchen genommen hatten. „Soll ich mit Ihnen reifen, Helene? — Ober soll ich nachkommen? — Ein einziges Wort —" „Ich weist cs. Averson!" Der verängstigte -Zug, der sich plötzlich um ihren Mund grub, weckte tausend Besorgnisse in ihm. „Ich löse mir eine Fahrkarte, Helene!" „Olein!" wehrte sie heftig. „Was soll ein Zweiter auf diesem Wege nach Canossa? — Ich muß ihn allein gehen, wie ich allein die Schuld beging, und beten und sühnen und die Büste tragen — alles — alles allein! — Ach, Averson, warum läßt uns der Himmel schuldig werden?" Llnbeherrscht schluchzte sie auf. Er erschrak über das Wimmern, das aus ihrem Munde kam und wandte sich rasch dem Abteil zu. Sie unter den Achseln fassend, hob er sie über das Tritt- Bestimmt: 41 Lotor - Lupus - Waschmaschinen, 23 Dutzend Nähgarnituren, 49 Hörnchen für Metzger. 65480 Lya de Patty und Warwick Ward. Die Handlung spielt in dem Verbrecberviertel von Dublin. Kriminaldrama von unerhörter Spannung. der Mannlochdeckkalten, Straßen- sinkkasten usw. 2. Kanalgräben (2360 cbm), Verlegen der Steinzeug- und Zementröhren, neue Gesek 6tftfte[!igen gesetzliche ■ Frische Seelische £eö. Aale Lev. Wen Lev. Weien MveAe ZWÜi'k 6061D Salm, Zilets empfiehlt nur beste Qualität zum billig- sten Tagespreis A. Koch Nachf. nausbm-gl5.Tel.3612 Er beugte sich herab und zog ihre Hand an seine Lippen, verharrte so und hob erst nach einer langen Weile wieder den Kopf zu ihr empor. Weiße Mädchenfinger legten sich brausten auf bie Klinke der Koupeetüre. „Skirf ich kommen, Mama?" 1. Rang (Reihe 3—4), Sperrsitz (Reihe 1—11) Loacnrückplatz, 1. Rang (Reihe 5—6) Sperrsitz (Reihe 12—14) Sperrsitz (Reihe 15—18), 2. Rang Rad) Einzahlung auf Postscheckkonto Frankfurt a. M. Rr. 37210 „Kasse des Stadttheaters Gießen" erfolgt lieber,en» düng der Abonnementskarten. „Gewiß, Sabine!" Averson reichte feine Hand der schlanken Gestalt entgegen und zog sie in das Abteil. Die Dreizehnjährige trug ein feines Rot auf den Wangen und einen Ausdruck von Verlegenheit in den blauen Augen. „Wo ist Hella?" „Sie kommt im Augenblick." Averson las etwas Flehend-Llnausgefprochenes im Blick des Mädchens und benutzte den Vorwand, noch einen kleinen Früchtekorb zu erstehen, um nach der älteren der beiden Schwestern Llmschau zu halten. Die Fünfzehnjährige kam tändelnden Schrittes an der Seite eines jungen Mannes, der mit der Geste des Gentleman den Platz neben ihr behauptete. Averson maß ihn kühl, hörte dessen Namen auf Hingen: „Graf Hhlmar Donners- woba". „Die Mama sorgt sich, Kinb." Ein knappes Reigen nach betn Fremden hin. — Hellas Arm durch den seinen ziehend, führte er sie nach dem Abteil und wartete, bis sic eingestiegen war. Ein flüchtiger Blick zeigte ihm, wie der Graf noch immer auf dem gleichen Flecke stand und ihr nachsah. Selene hatte recht: Er war in Rottach-Berghof nötig. Sehr nötig sogar! Er öffnete eine Bonbonniere und hielt sie den beiden Mädchen entgegen. Sabine griff lächelnd hinein. Hella wählte bedächtig, sah ihn an, errötete und drückte für eine Sekunde feine Sand an ihre Wange. Wie gut, daß Selene nichts von dem Fremden wußte! Sie hätte sonst eine Sorge mehr mit auf bie Reise genommen. Wozu fTe mit neuer Llnruhe belasten? Averson nahm sich vor, bie Augen offenzuhalten unb war dem Zufall dankbar, daß er ihn gleich auf die richtige Fährte gesetzt hatte. Man konnte sich ja nad) diesem Grafen erkundigen. Er sah Hella an unb lächelte. Fünfzehn Jahre konnten zuweilen ein sehr gefährliches Alter fein. Liebe kleine Hella, gut, daß eine Hand fich schützend über dich streckte. Dis Die Mutier zurück- kam, wäre es vielleicht zu spät. Lind Der Vater? — Durch das offene Fenster kam Der Hall zu- fdjlagenber Türen. Das Gewirr der Stimmen verstärkte sich. — Es toar Zeit! Averson hob sich vom Sitze: „Geben Sie wohl, Helene. Ich hoffe, baß Sie von sich hören lassen. Sie wissen, wie ich mich sorge." Die Gegenwart ber Mäbchen verbot jebes intimere Abschiebnehmen. Rur bie Hände der schönen Frau hob er an seinen Mund und ließ sie erst nach Sekunden wieder sinken. „Dleibt brav,Kinder!" bat bie Mutter stammelnd. „Für Die paar Wochen, die du fort bist, tob- Kartoffellieferung. Die Lieferung von zirka 1500 Zentner reiner „Jndustrie'-Speifekartosfeln, groß- fallende unb gclbsleischige Ware, soll im Wege des öffentlichen Anerbietens vergeben werden. Die Kartoffeln müssen gesund und Hand- verlesen sein. 65300 Vielleicht haben Sie schon manchmal beim Bereiten von Kartoffeln, Gemüse, Knorr Makkaroni oder Nudeln daran gedacht, wie sehr diese Speisen gewinnen würden, wenn man ihnen Bratensoße zufügen könnte. Aber woher die Soße nehmen, wenn kein Braten da ist? Da hilft Ihnen „Knorr-Bratensoße”. Ein Würfel zulöPfg. gibt soviel Soße wie 2 Pfund Braten* vekgevaagvoakaaalarveilea. Für die Stadl Hungen. Kreis Gießen, sollen die Lieferungen und Arbeiten zur Fortführung der Kanalanlage unter Bezugnahme auf die Reichsverdingungsord- öern Gerichtsvollzieher in Gießen Wir suchen für unsere in Deutschland und Oesterreich eingesührte Bauspar- genossenschaft mit testen ZuteilungS- leimtnen infolge Nmorganisalion erfahrene Bezirksvenreter auch Architekten gegen Ünsichcrung höchster Bezüge. 6538V „Despa“ Deutscher Sparerdank, e. <«. in. b. H., Wiesbaden. Die den Abonnenten zugcgangene Postkarte ist bei der Einlösung vorzulegen: Besteller, denen Postkarten über Platzzuweisung nicht zugegangen sind, erhalten an der Theaterkasse nähere Auskunft. Gießen, den 24. September 1930. Der Oberbürgermeister I. B.: Dr. Rosenberg. Ruhl, PlockstraQe 12 Telephon 3170 5494 D Torfmull fahren erster Tage in den verschiedenen Gartenanlagenann. nehmen lausend Aufträge an, auch pach allen Stationen, per Stückgut u.Waggon- ladungen. 16551D H. Nauer & Co., Fernspr. 2274. Sladttheafer-Abonnemenl Die bestellten Abonnements für die Dienstags-, Mittwochs- und Freitags-Bor- stcllungen sind an der Theaterkasse — Iohannesstraße 3 — abzuholen, und zwar: Freitag, den 26. September, für die Dienstags-Abonnenten, Samstag, den 27. September. für die Mittwochs-Abonnenten, Montag, den 29. September, für die Freitags-Abonnenten in der Zeit von 10 bis Die Lieferungsbedingungen, die in den Angeboten ausdrücklich anzuerkenncn find, können während der Dienftftunden hier eingeschcn oder gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen mit der Auf- schrisi „Kartoffellicscrung" bis zum öffnungstermin Helene Chlodwigs Schuld und Sühne. Roman von 3- SchneiderHoerstl. Llrhcber-Rechtschuh durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. „Hella!" — — Ein Trcinenflrom ergehe Stimme Des Mädchens, bas sich jetzt mit Hal1«4 loser Heftigkeit an Helenes CB ruft warf: „Rimnl uns Doch mit! Er merkt es ja gar nicht, toeml wir fort finb.“ | „Kinb!" ,-- „Wenn du in vier Wochen nicht zurück bist, springe ich in den See ober ich tue sonst etwas! ganz Llnvernünftiges. — Du wirst sehen, Mama!" „Averson!" schrie Helene auf. Der Direktor war auf ben Bahnsteig gespruwi gen, hatte erst Sabine, bann Hella zu sich herab- gerissen unb warf bie Türe zu. „Averson!" Helenes kleines Taschentuch flatterte im Luftzug, ben bie fahrenden Wagen anschwellen ließen: „Hella!"--Die schlanke Gestalt ihrer Aeltesten lief zu ihrem Entsetzen neben den kreischenden Rädern her, hob Den Arm, streckte die Hand nach dem Fenster hinauf — stolperte — fiel.---„Hella!"-- Helenes aufgeriffene Augen sahen nichts als den Herrn, der herbeigesprungen war, bas Kind mit einem einzigen Griff ernporrih. weg von ber Wucht bet zerrnalrnenben Räber. — Die beibeix Gestalten taumelten für Sekundenbruchteile. Dann ftanben sie. Hella streckte bie Hand nach bet; enteilenben Mutter unb warf ihr -einen Kuß nach. Barmherziger Gott! So groß ist meine Schuld, daß Du auch noch Dieses zweite Leben von mit; fordern wolltest! In Die Ecke zurücksinkenD, Drückte sie, halb bewußtlos von dem nachwirkenden Schrecken Den Kopf in die Polsterung. Mit umflorten Augen starrte sie auf die Rauchfehen, Die draußen ait den Fenstern vorüberjagten. „Wann kommst du wieder?" hatte Sabine gefragt. Wie gut, daß sie auf keiner Antwortz bestanden hatte. — Denn keines von allen ahnte« daß es ein Abschied für immer war. * * * Dunstig, von Kanälen und Flußarmen durchzogen, lag die ungeheure Ebene des Po vott matter Rovembetsonne umspült. Moore und Sumpflachen, Sandbänke, Lagunen und Rohrdickicht, in denen Frösche unb ben Sommer üben Hekatomben von Moskitos hausten, glitten an ben Schnellzugswagen vorbei. Die Mais- unb Weizenfelber waren abgeerntet. Die hereinbrechenbe Dämmerung wurde von den« wütenden Schirokko durchschauert, welcher mit ungeheurer Geschwindigkeit über bie Ebene dahin* brauste. Helene drückte das ^Gesicht tief in das un< bequeme Kissen bes Schlafwagens und hielt die Augen krampfhaft geschlossen. Zwischen das für- renbe Geräusch ber Wagen bohrten sich Alarmsignale. Irgcnbwo drohte der Damm zu bersten unb Die gefährdeten Bewohner ber umliegenden Ortschaften hielten nun Wacht, den gefürchteten Bruch zu verhüten unb die Wälle durch Faschinen und Sandsäcke zu stützen. i (Fortsetzung folgt.) Ab morgen Donnerstag bis einschließlich Sonntag Doppel-Programm toill die 1. Januar Aufloertun Gesetz finZx Hypotheken. Pfandrechte, DechMW lichrn Fvr schulden u dann AnN einer offen lösungsanfi Instituten fchreibunge Liese Duh überlassen, so bleibt ei herigen R< Die unte ten dinj wertete, /im) Dom 1 dinsen. 'S Aeichsregre (1. Oktober rats feftgef Fand ein, 1. Januar ] die Parteien gesches cir Zinssatz (5 die Zeit nc haben, bieil Ebenso ist, jede Vereint regierung b Letzte Zin- Drchte gelte vorgesehen. . Aeichsieow, De1< 16. Juli l «->-> Ä t«»'S «i»t V. feilen, die Zahlung 0 tvertunM 59. W teilt. lind ' 1932 allem Hypotheken Landschule unternehme Hypotheken liarden^ scheinlich. । Al erforderte schien es tungsgläul weiteren mußte do' Abwägung Ausgleich hat der alt lösung M Jechts- M, nämlich dai zinsung de Gesetz über die im Ae» ueröffentlid Dar Ges II. Die Nacht nach dem Verrat Adreßbuch Stadtplan und Einwohner- und Geschästsverzelchniffen von 1 Städten und 74 Ortsgemeinben mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Wirt- schasts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschnitt / preisWReichsmark Oberhesflscher Adreßbuchverlag, Gießen, Schulfir. 7 nung vergeben werben, unb zwar: 1. Lieferung Der SteiiueugrÖßren von 20 bis 40 cm l. W. (zusammen 465 m), der Zezpentröhren von 40 bis 80 cm l. W. (zusammen 576 m), Donnerstag, ben 2. Oktober 1930 vormittags 10 Uhr hier einzureichen. Gießen, ben 22. September 1930. Direktion der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gießen. Die Präriefalle Ein spannender Sensations- und Abenteurerfilm aus dem Wilden Westen. Donnerstag, den 25. September 1930, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: einen Spiegelschrank, drei Nähmaschinen, eine Flurgarderobe,' drei Grammophone mit 25 Platten, zwei Klaviere, zwei Büfetts, zwei Strebenden, einen Auszieh- üsch mit fünf Stühlen, drei Sofas, fünf Chaiselongues, zwei Regulatoren, einen Eisschrank, einen Gasherb, vier Schreibtische, zehn Lodenmäntel, einen Kassen- schrank, drei Bertikos, eine Sdjreib- maschine, zwei Wanbuhren, eine Vitrine, einet» Sessel, sechs eiserne Träger, eine Standuhr, einen Agawagen, drei Tische, einen Bücherschrank, IN Stühle einen Zimmerteppich, ein Wirtschaftshilfen, acht Warenschränke, 100 Kokosbesen, Zwölf Roßhaarbesen, 15 Kinberklapp- stuhle, zwei Holländer, zwölf Pferdchen, acht Puppenwagen, 92 Kinberspiele, 40 Fahrleinen, fünf Waschleinen, 24 Frucht- scicke, 20 Feldstühle. Oeffentliche Mahnung. Das 1. unb 2. Ziel Kanal-, Straßenreini- gungs- unb Müllabfuhrgebühren 1930 wird hierdurch zur Zahlung bis spätestens 6. Oktober 1930 einschließlich gemahnt. Nad) Ablauf dieser Frist erfolgt Einzug ber rückständigen Beträge auf Kosten ber Schuldner. e 6529C Gießen, den 24. September 1930. Stadtkasse Gießen. „Wirb cs immer so bleiben, wie jetzt? — Ja, Vater?" Statt jeber Antwort neigte sich Franko herab unb preßte sein Gesicht gegen Die Schulter Des SohneS. Er fühlte die Knabenfinger mit leichtem Drucke auf feinem Aermel ruhen. Die junge Stimme war völlig ausgeglichen unb trosterfüllt. „Ich hätte hoch auch sterben können! Richt, Vater? - So barf ich hoch wenigstens bei bir bleiiben! Ist das nicht barmherzig von Gott?" „Barmherzig von Gott!" Frankes Zähne bissen sich in bas Leinen bes Rachthemdes, bas über bie Achseln Des Knaben fiel. Er habcrte mit Dem Schöpfer! Helene wollte bitten gehen zu ihm! Lind Hubert, der Getroffene, der von seiner Hand niedergeschmettert unb geschlagen, war ausgesöhnt mit Diesem Gott unb fanb sogar noch ein Wort bes Dankes für die Qual Des LebenDürfens. * . * Die beiben Töchter hatten Helene nach München begleitet. Die Gcheimrätin war auf Rottach unentbehrlich. Franke trennte sich nicht von seinem Aeltesten. Averson ftanb mit einem Strauß Dunkler Rosen Arbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Wasserleitung erforderlichen Arbeiten, wie Herstellen der Sammelkammer des Hochbehälters, des Rahrgrabens, Lieferung der Rohre, Form- stücke und Ausrüftungsgegenstände, werden getrennt nad) drei Losen' zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Angebotsvor- drucke lind Pläne liegen bei uns zur Ein- ficht offen. Angebote werden daselbst, solange der Vorrat reicht, zum Selbstkostenpreis ausgegeben. 6539D Die Angebote find verschlossen, postfrei und mit Anschrift „Wasserleitung Lauter- bad)" versehen bis zu dem am Donnerstag, dem 2. Oktober 1930, vormittags 11 Uhr, stattfindenden Lröffnungvtermin bei uns einzureichen. Die Eröffnung erfolgt im Beisein der Bewerber. Die Zuschlagsfrist beträgt drei Wochen. Lauterbach, den 20. September 1930. Hessische Bürgermeisterei. Walz. Gelände mit Wasseranschluß und guter Anfuhr- Möglichkeit, als Lagerplatz geeignet, im Südostviertel Gießens, bevorzugt am Nahrungsberg, in den Eichgärten oder Schiffenbergertal, zu pachten, evtl, zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. unt. 6535D an den Gieß. Anz. Kartoffellieferung. Für das hiesige Landgerichtsgesängnis soll die Lieferung von 150 Zentner guter, gesunder, gelbfleischiger Speifefarloffeln — Industrie — vergeben werden. 6537D Die Lieferung hat in Säcken frei Ge- fängnishof zu erfolgen. In Frage kommt nur erstklassige, nicht mit der Schippe bearbeitete Ware. Angebote und Proben sind bis zum Eröffnungstermin Montag, dem 6. Oktober 1930 vormittags 10 Uhr auf der Geschäftsstelle der Statsanwalt- fd)nft — Altes Justizgebäude, Zimmer 9, Erdgeschoß — abzugeben. Zuschlagsfrist eine Woche. Gießen, den 24. September 1930. Der Oberstaatsanwalt am Landgericht ber Provinz Oberhessen. 8 . btt ji M nch auch der : Bly ö [Qn dertnvge ?Wt 5^9« Utr fÄ b'.elineh Ee ähnlic .Falls ein ^ddirtscha Akann n-x1 in H «In fi ä Äör, ntn’1 ttif^^ni Schachtmauerwerk usw. 6540D Pläne und Bedingungen liegen auf unserem Amt zur Einsichtnahme offen, und es können Leistungsverzeichnisse, soweit der Vorrat reicht, kostenlos von hier bezogen' werden. (Eröffnung der Angebote Samstag, den 4. Oktober 1930, vormittags 11 Uhr, bei uns. Zuschlagsfrist drei Wochen. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Gießen, den 22. September 1930. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Ä gf bit, Sg& t?kn 4*JJÄ •ÄÄrt SLÄ " Hand noch k- ÄnJtub5 ZiL'L ^Flußarmen durch« •bene M ®D tL J’ült OHoore und 'Ojncn und Rohr« öen Sommer uk-g ö*. glitten on !t toQter bte Ebene dahin« t tief in da- um 'Ms und (fielt btt Zwischen bat für« ohrlen sich Alarm« c Damm betheit er der umliegenden ht. den gefürchteten ilHe durch Faschinen olgl) °n beim lorr ichf, den, igen men, hnen )Pfg- aten* nö<’uy nutcllun®1 Photo kendie"5t i-ckstraße12 Nr. 225 Drittes Blatt Gietzener Anzeiger lGeneral-Anzelger für Gberhesfen)Mittwoch, 24. September 1950 Das Recht im täglichen Leben. Die neuen Aufweriungsgefehe Don Bürgermeister iDr. Dölsing. Vekmntlich sieht da« AufwertunaSgeseh vom 16. 3uli 1925 als Regelfall die Rückzahlung der Auswertungshypotheken für den 1. Januar 1932 vor. (§ 25 Ifj Die ungünstige Wirtschaftslage, deren Behebung rvohl auch» daS Jahr 1931 noch nicht bringen wird, läßt allgemeine Schwierigkeiten, die fich am 1. Januar 1932 bei der Rückzahlung größerer Aufwertungsbeträge ergeben werden, vorauSsehen. Wie Harmening (.Die Auf- wertungsschlußgefeve". Juristische Wochenschrift, 59. Jahrgang, S. 2345j in einer Abhandlung mitteilt, sind nach der amtlichen Statistik am l.Jan. 1932 allein 3,75 Milliarden Mark Auswertungs- Hypotheken der Hypothekenbanken, Sparlassen, Landschaften, Stadtschaf len und DerlichetungS- unternehmen fällig, zu denen noch die Privat- hypotheken kommen, Mc auf etwa 2,5 bis 3 Milliarden Mark geschäht werden. GS ist nicht wahrscheinlich, daß eS gelingen wird, einen erheblichen Teil &r zur Rückzahlung dieser Apotheken erforderlichen Beträge aufzubringen. Anderseits schien eS aber auch im Interesse der Aufwertung-gläubiger nicht geboten, einen allgemeinen weiteren Zahlungsaufschub zu bewilligen. ES mußte daher im Wege der Gesetzgebung, bei Abwägung der beiderseitigen Interessen, ein Ausgleich geschaffen werden. Zu diesem Zwecke hat der alte Reichstag noch kurz vor seiner Auflösung zwei Desehe verabschiedet, die für da- RechtS- und Wirtschaftsleben sehr bedeutsam sind, nämlich daS Deseh über die Fälligkeit und Verzinsung der AufwertungShhpotheken und daS Defeh über die Vereinigung der Grundbücher, die im RcichSaesehblatt Är. 30 vom 22. Juli 1930 veröffentlicht s'nd. Da» Gesetz über die Galligkeit und Verzinsung der Aufwertungshypotheken will di« Schwierigkeiten überwinden, die am 1. Januar 1932 auS einer Massensälligkeit der Aufwertung-Hypotheken zu erwarten sind. DaS Gesetz findet Anwendung auf alle ausgewerteten Hypotheken, Grundschulden, Schiff-- und Bahn» pfandrechte, sowie auf alle durch die genannten Recht-Institute gesicherten aufgewerteten persönlichen Forderungen. Auf aufgewertete Renten- schulden und Reallasten findet da- Gesetz nur dann Anwendung, wenn sie zur Teilungsmasse einer öffentlich-rechtlichen Grundkredit- oder Ab- lösungsanstalt. oder zur Deckung der von diesen Instituten ausgegebenen Aufwertungsschuldverschreibungen gehören. Die nähere Regelung für diese Rechte ist den obersten Landesbehörden überlassen. Erfolgt eine solche Regelung nicht, so bleibt eS bezüglich dieser Rechte bei dem seitherigen Rechtszustand. Die unter das Gesetz fallenden auf gewerteten dinglichen Rechte und die a u f g e - werteten persönlichen Forderungen sind vom 1. Januar 1932 ab höher z u verzinsen. Die Höhe deS Zinssatzes wird von der Reichsregierung bei Inkrafttreten deS Gesetze« (1. Oktober 1930) mit Zustimmung des Reichsrats festgesetzt. Die Zinserhöhung tritt in jedem gälte ein, in dem das aufgewertete Recht am 1. Januar 1932 nicht zurückgezahlt ist. Rur wenn die Parteien nach Inkrafttreten des Aufwertung«- gefetzes einen von dem bisherigen gesetzlichen Zinssatz (5 Prozent) abweichenden Zinssatz für die Zeit nach dem 31. Dezember 1931 vereinbart haben, bleibt es bei dem vereinbarten Zinssatz. Ebenso ist nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes jede Vereinbarung möglich. Der von der Reichsregierung bei Inkrafttreten deS Gesetzes festgesetzte ZinSfuh soll für die ganze Laufzeit der Rechte gelten, eS ist also kein gleitender Zinsfuß vorgesehen. Rur bei Tilgungshypotheken ist die ReickSregierung ermächtigt, den Zinssatz mit Wirkung vom 1. Januar 1938 ab zu ändern. DaS neue Gesetz macht keinen Unterschied zwischen erststelligen und nachgehenden Hypotheken. Die gesetzliche ZinSerhöhung tritt erst am 1. Januar Die Pfändbarleit des andwirt- schafiltchen Betriebsvermögens. Don Geschäftsführer Gchnägelberger Alsfeld. 3n der jetzigen Rotzeit ist eS von Wichtigkeit, daß nicht nur der VeitreibungSbeamte, sondern auch der Landwirt über die Rechtslage hinsichtlich der Zwangsvollstreckung in das landwirtschaftliche Betrrebs- D e rm ö g en Bescheid weiß ReuerdingS handelt eS sich bei den Pfändungen in der Landwirtschaft weniger um die Beitreibung der Reichssteuern, als vielmehr um kommunale Abgaben und Gefälle ähnlicher Art. Falls ein Gläubiger eines Landwirts wegen einer Forderung die Zwangsvollstreckung in das landwirtschaftliche Betriebsvermögen betreiben will, kann fich der Schuldner auf die in der Zivilprozeßordnung und in der Reichsabgabenord- nung vorgesehenen Schutzmaßnahmen berufen. Rach H 811 ZPO. (Zivilprozeßordnung), Ziffer 4, tn Verbindung § 865 ZPO., Ziffer 2, und nach § 323 RAO. (Reichsabgabenordnung) dürfen bei Personen welche Landwirtschaft treiben, daS zum Wirtschaftsbetrieb erforderliche Gerät und Vieh nebst dem nötigen Dünger, sowie die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, soweit sie zur Fortführung der Wirtschaft bis zu der Zeit erforderlich sind, zu welcher gleiche oder ähnliche Erzeugnisse voraussichtlich gewonnen werden, und soweit sie Zubehör landwirtschaftlicher Grund- uucke sind nicht gepfändet werden. Der Begriff Zumchor, sowie die Frage, welches Gerät und D'.eh für den Wirtschaftsbetrieb notwendig ist haben immer wieder zu Reibungen Anlaß ge- Die grundsätzliche Frage hierzu klärt ein Urteil des Oberlandesgerichts Königsberg vom 14. Oktober 1929. Das Urteil ist im Reichssteuerblatt 1930 Ur. 6, 6.102, mit nachstehendem Tenor veröffentlicht worden: 3) Das Zubehör eines Grundstückes kann insoweit nicht gepfändet werden, als die Zubehörstücke dem Grundstückseigentümer gehören. b) das auf einem Landgut befindliche, zum 1932 ein. die Beteiligten können aber schon vorher eine ZinSerhöhung vereinbaren. WaS die Kündigung anbetrifft, so kann der Gläubiger der ausgewcrteten Hypothek und der persönlichen Forderung die Zahlung deS AuswertungsbetragS vor dem 1. Januar 1935 nur verlangen, wenn er nach dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes schriftlich gekündigt hat. Die Kündigungsfrist beträgt ein Jahr, bte Kündigung ist nur für den Schluß eines Kalendervicrtel- jahreS zulässig, erstmalig zum 31. Dezember 1931. Sie Hai spätestens am dritten Werktag der Frist zu erfolgen. Gntgegcnstehende Vereinbarungen zuungunsten deS Schuldner- sind unwirksam. Auch der Eigentümer und der persönliche Schuldner können den Auswertungsbetrag zum Schluß eines Kalendervierteljahres kündigen, für sie beträgt die Kündigungsfrist drei Monate. Hypothekenbanken, sonstige Grundkreditanstalten und öffentliche, oder unter Staatsaufsicht stehende Sparkassen, sowie Versicherungsgesellschaften aller Art sind trotz einer etwa bestehenden besonderen Verpflichtung nicht gehalten, zur TeilungSmasse gehörige, oder alS Deckung für Pfandbriefe dienende aufgewertete Hypotheken zu einem vor dem 1. Januar 1935 liegenden Zeitpunkt zu kündigen. Wichtig sind die Bestimmungen de- neuen Gesetze- über Zahlungsfristen Hat der Gläubiger gekündigt, so kann der Eigentümer deS belasteten Grundstücks oder der Schuldner binnen drei Monaten bei der Aufwertungsstelle beantragen, ihm eine Zahlungsfrist für das Kapital zu bewilligen. Der Antrag ist nur zulässig, wenn der Aufwertungsbetrag der Hypothek, oder der Forderung 100 Mk. übersteigt. Die Auswertungsstelle darf eine Zahlungsfrist nur bewilligen, wenn der Antragsteller über die zur Rückzahlung deS Betrages erforderlichen Mittel nicht verfügt und auch nicht in der Lage ist. sie sich zu Bedingungen zu verschaffen, die ihm billigerweise zugemutet werden können. Die Zahlungsfrist soll nicht bewilligt werden, wenn die Bewilligung für den Gläubiger eine unbillige Härte bedeuten würde. Die Zahlungsfrist kann nur einmal und nur längsten- bl« »um 31. Dezember 1 934 bewilligt werden. Die Bewilligung der Frist kann von der Leistung einer Abschlagszahlung abhängig gemacht werden. Die Aufwertungsstelle kann bi- zur endgültigen Entscheidung eine einstweilige Anordnung treffen. Erfüllungsklausel und Vermerk auf Besta'tigungsbn'efen. Don Dr. jur. Liebling-Äerlin, Auf Rechnungen, Bestätigungsbriesen, Bestellzetteln oder anderen kaufmännischen Schriftstücken findet man vielfach Erfüllungsvermerke, die einen bestimmten Ort als sogenannten Erfüllungsort bezeichnen. Das gilt insbesondere für den Fall, daß au- dem zugrundeliegeirden Geschäft oder Vertrag irgendwelche Meinungsverschiedenheiten entstehen sollten: dann ist der genannte Ort als zuständiger Gerichtsstand vereinbart. Es ist richtig, daß nach den Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches gan^ allgemein -wischen den Parteien eine vertragliche Vereinbarung über den Erfüllungsort getroffen werden kann. Eine andere Frage ist es aber dabei, wie weit derartige Vermerke als vertragliche Vereinbarungen angesehen werden können. In mehr- .fachen Entscheidungen hat da- Reichsgericht -um Ausdruck gebracht (RGZ. 52,133), daß der bloße Fakturen-Vermerk nicht als die beiden Vertragsparteien bindend anerkannt werden kann. Wenn also Waren gleichzeitig mit der Faktura übersandt werden, auf welcher sich ein Vermerk mit der Angabe eine« bestimmten Erfüllungsortes befindet, so genügt daS nicht. Eine derartige einseitige Aeußerung der einen Par - tet nach erfolgter Bestätigung und nach Abschluß eineS Vertrages i st für die Bindung des Vertragsgegners ohne Bedeutung. Es ist auch nicht erforderlich, daß etwa der Vertragsgegner gegen diesen Vermerk in irgendwelcher Form Stellung nimmt. Stillschweigen gilt in diesem Falle also niemals als Zustimmung. Eine zweite Frage ist die, wie sich so ein Fakturenvermerk auswirkt, wenn er bereits bei früheren Bestellungen sich auf Briefbogen befunden hat. Auch das bleibt unerheblich. Das Reichsgericht steht auf dem Standpunkt, daß auch bei fortgesetzten Warenbestellungen und Wa- renliefcningen der auf der Faktura befindliche Vermerk über einen anderen Erfüllungsort auf die folgenden Bestellungen keine rechtliche Bedeutung und Wirkung habe. Für jeden einzelnen dieser Fälle der Bestellung war der Vermerk auf der Faktura unerheblich und ohne rechtliche Bedeutung. Der Empfänger der Waren war in keinem einzelnen Falle gehalten, eine Erklärung bezüglich deS Vermerks abzugeben, oder dagegen zu protestieren. Aus diesem Stillschweigen konnte WirtschastSbelricb bestimmte Gerat und Vieh ist Zubehör des Landgutes. Diesem Urteil lag folgender Tatbestand zugrunde: Bei einem Landwirt in Ostpreußen batte der Gerichtsvollzieher im Auftrage des Landrats wegen Steuerrückstände von 79 Schweinen 26 Schweine gepfändet und den Der- steigerungserlös von 21 Schweinen im Betrage von 1620 Mk. an die Kreiskornrnunalkasfe angeführt. Im Hinblick auf die Zubehör-Eigenschaft und auf die Unentbehrlichkeit der Schweine für feinen Wirtschaftsbetrieb sah der Gutsbesitzer in der Zwangsvollstreckung eine schuldhafte Amts- Pflichtverletzung deS Dollziehungsbeamten und insbesondere des LandratS. Er verklagte den Landrat, der ungeachtet mehrfacher Vorstellung des Klägers dem Dollstreckungsverfahren Fortgang gab, auf Schadenersatz im Betrage von 1053,30 Mk. nebst 10 Prozent Zinsen. Das Oberlandesgericht Königsberg erklärte den Klageanspruch für gerechtfertigt, indem es ausführte, daß eine Pfändung von Grundstückszubehör, wozu auch vom Grundstückseigentümer -um landwirtschaftlichen Wirtschaftsbetriebe bestimmtes Vieh gehöre, gemäß § 865 Abs. 2 Satz 1 ZPO. un- auläffig sei. Einer besonderen Rachprüfung der Pfandungszuläsfigkeit auf Grund des § 811. Rr. 4 ZPO., wonach das zum Wirtschaftsbetrieb erforderliche Dich aus sozialpolitischen Gründen der Pfändung entzogen sei, bedürfe eS nicht, da der dem Schuldner im § 865 ZPO. - im öffent- lufjen Interesse der Erhaltung deS Zusammenhanges zwischen Grundstück und Zubehör - gewährte Schuh der umfassendere sei. In dem Urteil ist weiter ausgeführt, daß eine schuldhafte Verletzung der Amtspflichten des Doll- Äictjungsbcamtcn nicht vorliege, da von diesem die Zenntnis des sich aus dem materiellen Recht ergebenden unterschiedlichen Schuhes der §§ 265 und 811 ZPO. billigerweise nicht zu verlangen fei; dagegen liege eine Amtspflicht- Verletzung de« Landrats vor, da von ihm gefordert werden müsse, daß er die einschlägigen Gesetzesbestimmungen beherrsche. Die regelmäßig auftretenbe Streitfrage dreht fich also darum, welche Teile des toten und lebenden Inventars zum Wirtschastsbetriebe bestimmt sind. Die Zubehöreigenschaft landwirtschaftlicher Maschinen und Geräte, sowie de« Zug- und Spannviehs unterliegt keinem Zweifel. Der Verkehrsauffasfung entsprechend gehört auch das Rundfunkgerät des Landwirts zum unpfändbaren Zubehör, wie kürzlich von einem schlesischen Landgericht entschieden worden ist, da«, dem Gutachten der schlesischen Landwirtschaftskammer folgend, die Eigenschaft der Rundfunkanlage als unentbehrliches Betriebsmittel für den Empfang der Börsen-, Markt- und Wetterberichte anerkannt hat. Bei dem Ruhvieh ist entscheidend, ob das betreffende Stück Vieh bereits verkaufsreif und zum Verkauf bestimmt ist. oder ob eS noch irgendwie, fei c« auch hur durch bessere Verwertung von Abfällen, dem WirtschafiS- betriebe selbst dient. Hier hat die Judikatur die Grenzen von jeher sehr weitherzig so gezogen, daß im Zweifel anzunehmen ist. daß vorhandenes Vieh zum Wirtschaftsbetrieb bestimmt ist und Daß jeder Anhaltspunkt gegen die Pfändbarkeit heran- gezogen werden muß, der irgendwie dafür spricht, daß die betreffenden Stücke der Wirtschaft noch irgenötoie nützlich fein können. Grundsätzlich ist nach der feststehenden Rechtssprechung deS Reichsgerichte« festzuhalten, daß eS zur Bestimmung Iber Zubehöreigenschaft in erster Linie auf den Willen be« Eigentümers an kommt. Die Bestimmung zum Wirtschaftsbetrieb darf aber nicht nur vorgegeben fein, sondern sie muß in der Art der Benutzung und in dem äußeren Verhältnis der betreffenden Stücke zum Landgut objektiv ftertmr- treten. Rach wiederholten Entscheidungen de« Reichsgerichtes, wie der Oberlandesgerichte ist die Zubehöreigenschaft von Vieh von vornherein gegeben. weil die Viehzucht zur Landwirtschaft al« selbständiger Erwerbszweig gehört, soweit das Vieh seinen Unterhalt im wesentlichen au« dem Gute und seiner Bewirtschaftung erhält. Auch der Ueberbestand von Vieh gilt als Zubehör, auch wenn die betreffenden Tiere die Grenze der DerkaufSfähigkeit nahezu erreicht haben, wenn irgendwelche Futtermittel oder Abfälle günstiger durch Verfüttern, al« durch Verkauf zu verwerten sind. Rach diesen Grundsätzen sind mit der gleichen Begründung In der Rechtssprechung Schweine, Fohlen, Hühner, Gänse und Tauben als unpsändbar erklärt worden. Die Frage, zu welchem Zeitpunkt Vieh -um Verlaus beftimmt, ober verkaufsfähig unb so dem DeftreibungSbeamten au-gefetzt ist. läßt sich für in feinem Falle sein Einverständnis mit dem Vermerk hergeleitet werden. Dasselbe. waS hier bezüglich de- Fakturenver- merkö gesagt ist, gilt aud> nach einer älteren Entscheidung deS Reichsgerichts (RG. 5. Z. Seite 180 03) für Randvermerke, die auf den Kostenanfchlag gefetzt werden. Da- Reichsgericht stellt fich hier auf den Standpunkt, daß durch die Kostenanschläge in gleicher Weise wie durch eine Kalkulation oder Preisberechnung über die Beschaffenheit und den Preis der Waren die gewünschten Auskünfte gegeben werden, vhire baß daraus eine Absicht ersichtlich ist, eine Aenderung .des gesetzlich beftimmlen Erfüllungsortes herbei» zufähren. Daraus ergibt sich dann weiterhin, daß der Empfänger des Kostenanschläge-, auch ohne insbesondere die Grundsätze von Treu und Glauben zu verletzen, einen derartigen Randvermerk unbeachtet lassen darf. Anders dagegen liegt der Fall, wenn sich gan- allgemein auf den Briefen der Offerten ein Aufdruck befindet, nach dem für die Parteien ein besonderer Erfüllungsort zu gelten habe. Rimmt hier der andere Teil die Offerte unter den mitgeteilten Bedingungen an, so erkennt er damit auch den Q3ennerf über den Erfüllungsort an. Das Reichsgericht befindet fich hier tn einem gewissen Gegensatz zu der Rechtsprechung deS Oberlandesgerichts Dresden, das beispielsweise den Vermerk über den Erfüllungsort aus Bestellformularen, die Kunden unterschrieben hatten, als unerheblich betrachtet, well der Reisende diesen Vermerk nicht besonders erläutert hatte. Während also daS Reichsgericht in feiner Rechtsprechung gewöhnliche Fak.uren vermerke über den Erfüllungsort als unerheblich behandelt, erkennt es dagegen solche Vermerke an, wenn diese sich auf Bestätigungsschreiben befinden und der Empfänger de« Bestätigungsschreiben« nichts dagegen unternimmt, vielmehr stillschweigt. Dasselbe gilt auch beim Stillschweigen auf eine Schlußnote. Dach der Rechtsprechung, die das Obcrlanbe«- gericht Hamburg vertritt, ist diese« Stillschweigen aber nur bindend, soweit e« sich um den Verkehr zwischen Kaufleuten handelt. Bei Richtkaufleuten dagegen erkennt das OberlandeSgericht Hamburg das Stillschweigen nicht al« Billigung an. Da- neue Gesetz regelt sodann da« Verfahren vor der Aufwertungsstelle, soweit diese» durch die neuen Bestimmungen bedingt ist Da» Gesetz über die Bereinigung der Grundbücher hat den Zweck, zu erreichen, daß der Grundbuchstand mit der wirklichen Rechtslage in lieber- einftimmung gebracht wird, und daß die Haupt- quellen für die Unübersichtlichkeit der Grundbücher beseitigt werden. Dieses Ziel war ohne Setzung von Au-schlußsristen nicht zu erreichen. Wle OberregierungSrat Harmening in einer Abhandlung in der „Juristischen Wochen- schrisl" a. a. O. zutreffend hervorhebt, irerben fich die Parteien und ihre Rechtsl*erater auch mit den Vorschriften diese- Ge'etzes eingehend vertraut machen müssen, trenn Rechtsverluste vermieden werden sollen. Rach dem Gesetz über die Bereinigung der Grundbücher können Anträge aus Eintragung der Auswertung in da« Grundbuch nur noch b i S zum 3 1. März 19 3 1 gestellt werden. Ist der Antrag bi» dahin nicht gestellt, so erlöschen die aulgctverteten Rechte und sind, soweit sie noch in alter Währung eingetragen sind, zu löschen Mit dem Ablauf de« 31. März 1931 werden Hypotheken». Grund- schuld- und Rentenschuldbriese kraftlos, die noch auf die alte Währung tauten. Zur toeiteren Entlastung deS Grundbuchs kann die LandeS- justizverwaltung anordnen, daß der im Grundbuch eingetragene Auftvertung»betrag einer Hypothek, Grundschuld oder Rentenschnld aus volle Goldmark, oder volle Reichsmark abzurunden ist. Die LandeSgesetzgebung kann die Löschung gegenstandsloser, nicht aufgelvertefrcr Rechte an- ordnen. Unübersichtlich gewordene Grundbücher werden nach den Vorschriften des Landesrecht« umgefd)riebe». Del der Umschreibung tonnen von Amts wegen ober auf Antrag eine» Beteiligten Unklarheiten und Unübersichtlichkeiten In den Rangverhältnissen beseitigt tnerben. Sodann enthält daS Gesetz noch gewisse Erleichterungen deS Grundbuchverkehrs. DaS Gesetz über die Verzinsung und Fälligkeit der Auswertung-Hypotheken tritt am 1. Oktober 1930 in Kraft, ebenso da- Gesetz Aber die Bereinigung der Grundbücher. Im letzteren ersetz sind die Vorschriften über den Rang der Sigen- tümerbefugniS und über die Erfordernisse der Eintragungen der Aufwertung schon an dem auf die Verkündigung deS Gesetzes folgenbeit Tage, d. h. am 23. Hüll 1930 in Kraft getreten. Haftung für die Folgen eines Eisenbahnunfalls. Der Kraftfahrzeugführer B. hatte mit seinen, Wagen eine geschlossene Bahnschranke durchbrochen. Der herbeieilende Cd)ranlentoärler K. war bei dem Zusammenstoß so schwer verletzt wordkn, daß er seinen Dienst ausgeben und ht den Ruhestand treten mußte. Gemäß § 12 de« DeamtemmsallsürsorgegeseheS verlangte die Deutsche ReichSbahngefellschaft von dem Hafter und Führer de« Kraftfahrzeuges Ersatz de« für K. ausgewendeten Ruhegehalts. K. selbst beanspruchte neben Schmerzensgeld den Unterschied zwischen seinem früheren Diensteinkommen und denn zugcbilligten Ruhegehalt. Das Retch-gericht erachtete die erhobenen Ansprüche grundsätzlich für gcrechtser- ttgt und führte u. a. au«, der ursächliche Zusammenhang der Verletzung de« Schrankenwärter« mit dem Betriebe des Kraftwagens und dem Betriebe der Reichsbahn könne nicht zweiselhast fein, da daS Kraftfahrzeug den Schrankenbauur aus die Gleise und der Schnellzug den Schranken- baum gegen den Schrankenwärter geschleudert habe. DaS Kraftsahrzeug und der Schnellzug wirkten zusammen, um den Unfall herbeizuführen. Werde ein Schaden durch mehrere Kraftfahrzeuge verursacht und seien die beteiligten Fahrzeug- den einzelnen Fall hier Ich,»er fest stellen In diesem Falle dürfte c« ratfam fein, bei besonderen Werten einen landwirtschaftlichen Sachverständigen zuzuztehen, wie dies auch der 8 813, Abf. 1, der ZPO. verfügt. Hält ein Landwirt die Pfändung eine« 3n- ventarstückes im Hinblick auf feine Zubehör- eigenschaft für ungesetzlich, so musz er ..Erinnerung" gemäß §766 der ZPO. beim Amtsgericht einlegen. Die« geschieht auf einfachem schriftlichem Wege, evtl, durch Postkarte, in der zugleich die Einstellung der Zwangsvollstreckung, also die Aushebung eine- etwaigen Derkausstermin«, aus Vorsicht zu beantragen ist. Diese Erinnerung und der darüber vom Amtsgericht — evtl, nach Beweisaufnahme durch Sachverständige — zu fassende Beschluß ist vom Anwaltszwang frei und verursacht daher dem betroffenen Landwirt keinerlei Kosten und Auslagen. Die« alle« gilt nicht nur von den Im Auftrage eine« privatrechtlichen Gläubigers vorgeiwnune- nen Pfändungen, sondern auch für die Pfändungen, die zum Zwecke der Beitreibung öffentlicher Abgaben, also Insbesondere von Steuern, vorgenommen werden. Die hierbei von der Boll- ziohungSbchörde anzuwendenden Grundsätze find genau die gleichen wie die für die Beitreibung privatrechtlicher Forderungen geltenden, weil sowohl die Reichsabgabenordnung, wie die sonst sür die Beitreibung öffentlicher Forderungen maßgebenden Gesetze und Verordnungen in ihren Bestimmungen über die Vollstreckung durchweg auf die Zivilprozeß-Ordnung verweisen. Bei der Pfändung wegen Reichssteuern ist Beschwerde beim Flnanzamt zu erheben, über die. wenn da« Finanzamt der Beschwerde nicht abhelsen will da« Landesfinanzamt endgültig entscheidet. Es sei noch darauf hlngewiesen, daß dem Privat- oder dem Steuergläubiger, der sich nicht durch Pfändung von Inventar, Vorräten, Forderungen und anderen Vermögensrechten befriedigen kann, der Weg zur Zwangsvollstreckung ,n da« Grundstück selbst offen stehl. Damit ist also gesagt, daß trotz der günstigen Verhältnisse für dre Schuldner bei Pfändungen de« landwirtschaftlichen Betriebsvermögen« sie der zwangsweisen Beitreibung nicht au« dem Wege gehen können. Weitere Verschlechterung der Arbeitsmaüttage. 2 983 000 Arbeitslose Mitte September. Halter einem Dritten kraft Gesetzes zum Ersatz des Schadens verpflichtet, so hänge im Verhältnis der Fahrzeughalter die Verpflichtung zum Ersätze sowie der Ilmfang des zu leistenden Ersatzes nach § 17 des Kraftfahrzeuggesetzes von den Llmständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teile verursacht worden sei. Diese Vorschriften finden auch entsprechende Anwendung, wenn der Schaden durch ein Kraftfahrzeug und die Eisenbahn verursacht werde. Wenn auch dem Verletzten kein Verschulden zur Last falle, so sei ein Verschulden der Reichsbahn darin zu erblicken, bah sie erst nach dem Unfall für eine ordnungsmäßige und deutlich sichtbare Schranke gesorgt habe. 3n Betracht zu ziehen sei auch § 426 des BGB., wonach die Gesamtschuldner im Verhältnis zueinander zu gleichen Anteilen verpflichtet seien, soweit nicht etwas anderes bestimmt sei. Könne von einem Gesamtschuldner der auf ihn entfallende Betrag nicht erlangt werden, so sei der Ausfall von den übrigen zu Ausgleichen verpflichteten Schuldnern zu tragen. Haben mehrere Verursacher den Schaden herbeigebührt, so seien die Paragraphen 1, 10, 12 des Beamtenunfall- fürsorgegesetzes vom 18. Juni 1901 zu berücksichtigen, § 10 spreche dem Beamten einen Scha- denscrsatzanspruch allerdings gegen die Betriebsverwaltung ab, in deren Dienst der Unfall sich zugetragen habe. Schadensersatzpflicht trete aber ein, wo die Betriebsverwaltung wegen Verschuldenshaftung den Unfall des Beamten mitzuvertreten habe. Es sei dann eine Schadensersatz- Pflicht und Ausgleichspflicht gemäß § 17 des Kraftfahrzeuggesehes und § 426 des Bürgerlichen Gesetzbuches anzunehmen. Wirtschaft. * Der Aktienindex. Der vom Statistischen Reichsamt errechnete Aktienindex (1924/26 -- 100) stellt sich für die Woche vom 15. bis 20. September auf 102,7 gegenüber 105,0 in der Vorwoche, und zwar in der Gruppe Bergbau und Schwerindustrie auf 98,9 (101,7), in der Gruppe verarbeitende Industrie auf 91,3 (93,4) und in der Gruppe Handel und Verkehr auf 125,8 (127,8). * Erhöhung des Privatdiskonte s. Der Privatdiskont wurde gestern erneut um i Prozent für beide Sichten auf 3Z Prozent erhöht. * D ie Wirtschaftslage der Herd - und Ofenindustrie, lieber die Wirtschaftslage der Herd- und Ofenindustrie, die auch im Lahn- und Dillgebiet stark vertreten ist, wird dem WTB.-Handelsdienst berichtet, daß, entgegen dem Vorjahre, trotz der Nähe des Winters eine nennenswerte Belebung des Geschäftes noch nicht zu verspüren ist. Die Folge davon ist, daß die Herd- und Ofen- industrie nur mit 50 bis 60 Prozent der normalen Leistungsfähigkeit beschäftigt ist. Als Ursache der unbefriedigenden Geschäftslage ist vor allem die geringe Bautätigkeit zu nennen. Auch die übertriebenen Nachrichten von Preissenkungen haben auf das Geschäft hemmend eingewirkt, so daß sich der Verband Deutscher Eisenofenfabrikanten veranlaßt sah, eine Erklärung zu veröffentlichen, daß eine weitere Preissenkung bei dem niedrigen Preisstand vorläufig nicht in Frage komme. Wie aus Kreisen der Herd- und Ofenindustrie weiter mitgeteilt wird, würde sich das Geschäft auch bei der Durchführung des Wohnungsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung nicht wesentlich beleben, weil sowohl die Industrie, als auch die Händlerschaft noch über große Lagervorräte verfügen. * Die Umgründung der Frankfurter Gasgesellschaft. Der Magistrat der r. Stadt Frankfurt hat in seiner gestrigen Sitzung _ die geplante Zusammenfassung der gesamten städtischen Gasinteressen durch Gründung einer neuen Gesellschaft, der Main-Gaswerke AG., beschlossen. Er hat dazu weiterhin beschlossen, die Stadtverordnetenversammlung zu ersuchen, die Option auf 10 001 Aktien ä 1000 Mk. der Frankfurter Gasgesellschast von RWE. auszuüben, dem Abschluß des Gesellschaftsvertrages der Main-Gaswerke, der Einbringungsverträge mit der Frankfurter Gasgesellschaft und den -Städten Frankfurt a. M. und Offenbach und des Konzessionsvertrages zuzustimmen, den Magistrat zu ermächtigen, der Stadt Offenbach eine Option einzuräumen auf 1,6 Mill. Mk. Aktien der Main-Gaswerke und den Magistrat zu ermächtigen. den Privataktionären der Gasgesellschaft ein Ankaufsangebot zu 130 Prozent zu machen. Berlin, 23. Sept. (WTB.) Wie die Reichs- anstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bekanntgibt, hat die zahlenmäßige Belastung der Arbeitslosenversicherung in der ersten Hälfte des Septembers etwas abgenommen, die der Krisenunterstützung ist dagegen weiter gediegen. Mit rund 1 503 000 Köpfen bleibt die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger um etwa 3500 hinter dem Stande vom 31. August zurück. Zusammen mit den annähernd 459 000 xrifen- unterstühten hat die Belastung beider Unterstühungseinrichtungen eine Gesamtzahl von rund 1 962 000 erreicht und ist damit um etwa 15000 höher als Ende August. Erheblich stärker, um etwa 103 000, ist die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten verfügbaren Arbeitsuchenden gestiegen. Setzt man diejenigen ab, die noch in gekündigter oder ungekündigter Stellung, oder in Rotstandsarbeit beschäftigt waren, so verbleibt Mitte September eine Zahl von rund 2 983 0 0 0 Arbeitslosen. Das Anwachsen dieser Zahl gegenüber Ende August um ungefähr 1 00 000 Köpfe ist ein Zeichen dafür, daß die Wirtschaft weiterhin in der Depression verharrt. Oie Lage in Hessen und Hessen-Nassau. WSR. Frankfurt a. M., 23. Sept. Ueber die Arbeitsmarkilage in Hessen-Rassau und Hessen berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfuert a. M.: 3n der ersten Sep - Berlin, 23. Sept. (WTB.) Die Reichsbank hat am Samstagabend aus ihrem Bestände für 35 Millionen RM. Gold an die Bank von Frankreich abgegeben. Inzwischen ist ein neuer Goldtransport nach Frankreich nicht erfolgt. Von maßgebender Seite wird dem WTB.-Handelsdienst dazu erklärt, daß es falsch sei, wenn die Oeffentlich- keit solche Goldabgaben eines Noteninstituts, die der natürlichen Regulierung zwischen den Währungen dienen, als Alarmzeichen betrachte. Das Ausland sehe darin die starke Entschlossenheit der Reichsbank, alles zu tun, um die Wechselkurse im Gleichgewicht zu halten. Ls sei töricht, anzunehmen, daß ausländische Kredite in großem Umfange gekündigt und Anleiheverhandlungen gescheitert seien; denn das . Ausland sei von sich aus durchaus ruhig und besihe nach wie vor vertrauen in die Solidität und das Ansehen des deutschen Kredits. Die große Gefahr für den deutschen Kredit sei das Mißtrauen, das von Deutschen selost ins Ausland getragen werde, während das Ausland weiterhin an den Fortschritt der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands glaube, auch wenn durch die Reichstagswahlen eine Aenderung der inner- politischen Lage eintreten würde. Auf Anfrage erfährt WTB.-Handelsdienst noch, daß die Devisennachfrage nachgelassen hat. Trotzdem sei es natürlich nicht ausgeschlossen, daß je nach der Lage der Märkte noch weitere Goldtransporte neben den Devisenoperationen zur Regulierung der Wechselkurse erfolgen würden. Oie „Times" gegen die Panikmacher. London, 25. Sept. (TU.) Zu dem Kursrückgang deutscher Anleihen bemerkt die „T i m e s" , daß man in gut unterrichteten Kreisen nicht die geringste Besorgnis wegen der Sicherheit der Reparationsbonds hege. Die Gerüchte daß Kredite in großem Umfange aus Deutschland zurückgezogen worden seien, sollte man mit erheblicher Zurückhaltung betrachten, denn während von holländischer und auch anderer Seite eine gewisse Menge von Markverkäufen stattgefunden hätten, sei Amerika am Montag Käufer für Mark in Verbindung mit den deutschen Sicherheiten in erheblichem Umfang gewesen. Die gesunden Verhältnisse des deutschen Staatshaushalts würden in keiner Weise gefährdet, welche Wendungen der Politik auch das Ergebnis der Wahlen sein möge. Alle Parteien seien dazu entschlossen, das finanzielle Gleichgewicht zu halten. tem be rhälf te hat di« Zahl der Arbeitsuchenden stärker als in der letzten Berichtszeit zugenommen. Sie von 195595 um 5427 oder 2,8 Proz. auf 201 0 2 2 Personen. Die Ueberlagerung beträgt 2076. Arn stärksten wurden wieder die männlichen Berufe belastet, die einen Zugang von 4832 (3,0 Proz.) zu verzeichnen haben, während die "Zahl der weiblichen Arbeitsuchenden um 595 (1,8 Proz.) stieg. Bei den Arbeitsämtern des Bezirks waren 1 67 67 1 Männer und 33 351 Frauen gemeldet. Von der Bewegung in den einzelnen Deruss- gruppen sind größere Zugänge an männlichen Arbeitsuchenden im Metall- und Baugewerbe, in der Industrie der Steine und Erden und den kaufmännischen Berufen bemerkenswert. Die weiblichen Berufe weisen in den Gruppen Häusliche Dienste, Genußmitbeigewerbe (Tabakndu- striei und kaufmännische Angestellte die stärkste Belastung auf. Ein Teil der Zunahme für beide Geschlechter ist auf .die bessere Erfassung der Wohlfahrtsunterstützten inisden Landbezirken zurückzuführen. Der Stand an Hauptunterstützungsempfängern in Arbeitslosen- und Krisenunterstützung zusammen erhöhte sich um 430 auf 120 046 (91370 Arbeitslosenversiche- rung und 28 676 Krisenunterstützung) Personen. Die Tleberlagerung wird allein durch die Zunahme der Krisenunterstützten bestritten, die sich um 1084 vermehrten. Dagegen verminderte sich die Zahl der Hauptunterstüt- zungsempfänger in der Arbeitslosenunterstützung um 654. Die wirtschaftliche Krise in Deutschland sei nicht schärfer als in anderen Industrieländern. Obwohl die Eisen- und gewisse andere Industrien unter der Depression litten, sei eine Besserung in der Lage der Textil-, Kohlen- und Schiffahrtsindustrie zu verzeichnen gewesen. Eine gewisse älnsicherheit möge andauern, bis sich das deutsche Parlament am 13. Oktober versammelt fjabe. Der rücksichtslose verkauf von erstklassigen deutschen Sicherheiten sei in keiner Weise gerechtfertigt. Schon wieder üble Sensationsmache. Berlin, 23. Sept. CS-il.j Mit den Balkenüberschriften: »Devisenbestand der Reichsbank gesunken — Gekündigte Kredite — Gescheiterte Anleihen" hält es wiederum ein Berliner Mittagsblatt für notwendig, die Oeffentlichkeit damit zu beunruhigen, daß das 'Wahlergebnis im Wirtschaftsleben und auf dem Finanzmarkt üble Folgen gehabt hätte. Die Tatsache, daß die Reichsbank gestern Goldabgaben nach Frankreich vorgenommen hat, war längst bekannt. Gegenüber der Behauptung, daß der zur Zeit in Berlin weilende Generaldirektor Minor von der General Electric Anleiheverhandlungen mit der AEG. gepflogen habe und daß diese Verhandlungen infolge des Wahlergebnisses als gescheitert zu betrachten seien, erfährt der DHD. von zuständiger Seite, daß Generaldirektor Minor hier mit Herren der AEG. Besprechungen allgemeiner Ratur gepflogen hat. Finanz- fragen find hierbei nicht erörtert worden, und die Behauptung, daß Anleiheverhandlungen gepflogen oder gescheitert seien, ist völlig aus der Luft gegriffen. Ebenso erfunden ist nach Auskunft von zuständiger Stelle die Behauptung des Mittagsblattes, daß Anleiheverhandlungen der Mer- cedes-Denz-Werke abbruchreif seien. Derartige Verhandlungen haben überhaupt nicht stattgefunden. Rücktritt des Gouverneurs der Bank von Frankreich? Paris, 24. Sept. (WTB. - Funkspruck.) Das „Journal" meldet, es sei gestern in politischen Kreisen und an der Börse das Gerücht verbreitet gewesen, daß der Gouverneur der Bank von Frankreich Moreau zurücktreten werde. Der Name seines Nachfolgers sei noch nicht genannt worden. Es scheine, den eingeholten Auskünften Keine Gefähwung des deuWen Aasiandkediis. zufolge, daß die Regierung die Wahl erst kn eint» gen Tagen treffen werde. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 24. Sept. Tendenz: freundlicher. — An der heutigen Börse schritt die allgemeine Beruhigung der Stimmung weiter fort. Der Verkaufsandrang vom 3n- und Ausland« hat stark nachgelassen, und es scheint, als ob man allseits die Situation mib größerer Ruhe und Gelassenheit als seither betrachtet, wozu die beruhigende Erklärung der zuständigen Stellen nicht unwesentlich beigetragen haben dürfte. Kleine Kauforders und weitere Deckungen überwogen. Größere Um» sähe konnten sich jedoch nicht entwickeln, da der Dörsenbesuch infolge des israelitischen Feiertages auch heute wesentlich geringer als sonst war. Auch an den Rentenmärkten hat sich di« Lag« wesentlich gebessert. Das Angebot war auf «in Minimum zurückgegangen, so daß die beteiligten Stellen nicht mehr, wie seither, größer« Beträge von Pfandbriefen auf nehmen mußten. Auf den Aktienmärkten ergaben sich zu den ersten Kursen überwiegend weitere Deckungen von etwa 1 bis 3 Prozent, im Vergleich zu den Kursen der gestrigen Abend- börs«. Gesfürel gewannen 5 Proben t, Deutsche Linoleum zogen erneut um 5,5 Prozent an. 3.-G.» Farben eröffneten 2,25 Prozent fester, während Scheide'anstalt und Metallgesellschaft gut behauptet blieben. Am Elektromarkt betrugen die Kurserholun gen allgemein 1 bis 2 Prozent. Chadeaktien lagen jedoch 1,25 Mark niedriger. Am Montanmarkt traten Buderus, die 3,25 Prozent gewannen, stärker hervor. Rheinstahl gewannen 1,5 Prozent. Stahlverein dagegen 1 Prozent schwächer. Don Kaliwerten zogen Salzdetfurth weitere 2 Prozent an. Don Bauunternehmungen lagen Holzmann 1,75 Prozent, Wayß & Freytag 1 Prozent höher. Zellstvffwerte waren vernachlässigt. Waldhof gehalten, Aschaffenburg 1 Prozent abgeschwächt. Danken- und Schiffahrts- Werte waren etwa 1 Prozent befestigt. Conti- Gummi gewannen 2,5 Prozent. Deutsche Anleihen waren behauptet. Auslandrenten still. 3m Verlaufe ging das Geschäft stark zurück; der bevor^ stehende Ultimo mahnte zur Zurückhaltung. Späterhin machte sich erneut Rachfrage bemerkbar, und die Kurse, die zunächst etwas zurück- gegangen waren, zogen wieder an. Der Geldmarkt war leichter; Tagesgeld 2,5 Prozent. Am Devisenmarkt war die Lage erheblich ruhiger. Der Markkurs tonnte sich bessern. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1995, gegen Pfund 20,395, London gegen Kabel 4,8605, gegen Paris 123,75, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid 45,25, gegen Schweiz 25,0550. Berliner Börse. Berlin, 24. Sept. Die Beruhigung, die schon gestern im Laufe des Tages festzustellen war, machte heute weitere, nicht unwesentlich« Fortschritte. Das Ausland scheint sich inzwischen davon überzeugt zu haben, daß di« über die innerpolitische Lage in Deutschland verbreiteten Gerüchte stark übertrieben waren, und es hat noch vorhandene Verkaufslimite zurückgezogen. Auch sonst hat der Derkaufsdruck wesentlich nachgelassen, wozu nicht zuletzt die zuversichtlichen Ausführungen des Reichspräsidenten und besser« Rachrichten von den Aus- landbörsen beitrugen. Heute wird die Boung- Anleihe aus Amsterdam um weitere 2 Prozent höher gemeldet. Das Geschäft bewegte sich in ruhigen Grenzen, und reguläre Käufe waren ziemlich gering. 3n der Hauptsache waren di« bei den schweren Papieren bis zu 8 Prozent betragenden Gewinn« auf di« markttechnische Situation, d. h. auf Deckungen zurückzuführen. Auch am Devis enmarkt war eine merkliche En t - fpannung festzustellen. Der Dollar wurde mit 4,1980 nach 4,20152 genannt. 3m allgemeinen kynnten sich die K u r s e um» 1 bis 3 Proz. bessern. Darüber hinaus gewannen Buderus 5, Kaliwerte bis zu 5,75 Prozent, Deutsche Lino- leum, bei denen die Derwaltungserklärung von gestern nachwirkte, 7,60 Proz., Licht & Kraft, Schuckert, Siemens 4,5 Prozent, Deutsche Atlantische 4,25 Proz., Svenska 4,50 Mark und Schubert & Salzer 8,5 Prozent. Deutsche Anleihen a>a- ren ebenfalls etwas gebessert. Von Ausländern zeichneten sich Mexikaner durch festere Stimmung aus. Am Pfandbriefmarkt war die Situation zunächst eher undurchsichtig. Das Angebot hat, im Vergleich zu den Vortagen, fast aufgehört. Die Tendenz war aber noch unentwickelt. Am Geldmarkt wurde Tagesgeld auf 2,5 bis 4,5 Prozent festgesetzt, Monatsgeld wurde mit 4,75 bis 6 Prozent und Warenwechsel mit etwa 4,13 Prozent notiert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. 211. | Berlin Frankfurt a. M. 23trlin Frankfurt a. 271. | Berlin Banknoten. furd | i-uyr- Kurs Schluß- tut» Anfang- flurd Echiuß« kurS 1-Uhr- Kurz Schluß-! Anfang# kura Gurrt Schluß«^ 1-Uhr- Schluß- Anfang- Berlin, 23. September Geld Brief Datum 23 9. 24 9. 23 9 24. 9. Datum 23 9 24 9 23 9 24 9 Datum 23 9 24 9 23. 9 24 9 Belgische Noien. ....... Dänische Noten ........ Englische Noten ........ Französische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten. ....... Norwegische Noten....... Deutsch»Oesterreich, 6 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten. • • • • Ungarische Noten ....... Deoijcnmarkl Berlin 5fL33 112,26 20,395 16,445 169,24 22,06 112,06 59,165 2,475 112,58 81,74 45,51 12,43 73,25 — Frankfurt 58^57 112,70 20,475 16,505 169,92 22,14 112,50 59,405 2,495 113,02 82,16 45,69 12,49 73,55 (L M 6% AieuiiOje ütfiajfcuiueige von 1927 ....... 7% Deutsche Reichsanleihe von 1929 .......... Deutsche Anl..Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten....... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . 8% Hell. VolkSstaai von 1929 irüchzahlb. 102%)...... Oberhessen Provinz - Anleihe mii Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleche Serie 1....... 8% Franks. Hyv.-Bank Goldpse XIII unkündbar bis 1934 . . . 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... i%% Rheinische Hyp.-Bank Liqu. Goldpse......... 8% Pr. L andeSps andbriefanstalt, Psandbriese R. 17...... 8% Pr. Landespsandbriesanstalt, Komm^Lbl. 9t. 20...... 7% Pr. Landespsandbriesanstalt, Psandbriese R. 10...... AE.G. abg. BorlriegS-Obllgatio. nen, rückzahlbar 1932 .... *% Oesterretchtsche Goldrente . . 4,20% Oeslerreichtsche Silberrente 4% Oesterreichische Einheitliche Rente.......... <% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% deSgl. von 1913..... 4% Ungarische Kronenrente . . - 4% Türkische Zollanleche von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie 1........... 4% deSgl. Serie II....... 6% Rumänische veretnh. Rente von 1903 .......... Rumänische veretnh. Rente w» 1918.......... 1% Rumänische veretnh. Rente 87,75 99,75 59,9 6,9 91 59 57,5 100 95,2 86,25 102 98 97,5 93,5 27,75 24,5 19,5 2 5,25 5,2 9,1 15,5 7.2 || | II I 1 1 1 1 1 ll 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 £ 1 1 88 100 59,5 6,8 90,5 57,9 102 98 97,5 21,2 24,4 2 5,1 5,2 5,1 8,75 15,5 7,1 ii £ ££ £i£i£i ii i i I i । i i l i i . £s! i i . Hamvurg-AmerUa Patei . . . < Hamburg-Südam.Dampsschiss. 8 Hansa Dampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche CredUanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast,... 10 Dresdner Bank ...... 10 Reichsbank..... 12 A.E.G............8 Bergmann.........9 Aektr. LteserungSgesellschaft. 10 Licht und Krast......10 Felten & Guilleaume . . . 7 yt Gesellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert & do. ..... . 11 Siemen« & Halske.....16 TranSradio . . ...... .8 Lahmeyer S Eo.. ..... io Buderus..... o Deutsche Erdöl . ...... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpener...... . . . . 0 Hoesch Eisen........6% Ille Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuelsen........ 7 ManneSmann-Röhreu .... 7 ManSselder Bergbau ..... 7 Oberschlej. Eisenbedarf .... 5 Oberschles. KokSwerke.....7 Phönix Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rhetnstahl.........6 Riebeck Montan ...... 7,2 80,5 81 111 121,25 167 119 118,25 228 126 118 127 99 125 137,25 178 146 52,5 100,5 73 75 75 81,9 112 122,5 118,25 126,75 129 100,5 130 140 56,25 100,4 69,4 76,5 79.75 159 126 79,75 103,5 111 129 121,25 166 118 118,25 225,5 124,65 156 118 124,5 98,25 124,25 126,5 125,25 118,75 135 175 120,5 145 51 63,9 100 89,25 74,75 214,5 73,5 76,5 73,9 50,13 46,75 74,25 69,25 185 74,5 86,5 80,25 81,25 103,75 112,25 130,5 122,5 169 118,5 118,25 228,9 126 129,25 100 128 127,5 127,5 120,75 139 179,5 56 65,5 100,25 91,6 81 73,5 79,25 74,9 75,25 69,5 186 75,75 89,75 Bereinigte Stahlwerke..... Otavi Minen......16'/, Kaliwerke AfcherSleben ... io Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben-Jndustrte . . . 12 Dynamit Nobel ....... 6 ScheideanstaU........V Goldfchmidt ........ 5 Rütgerswerke ........ 6 Metallgeielllchaft. ...... 8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Cementwerk Karlstadt- ... 10 Wayß & Frey tag......8 Schultheis Patzenhofer ... 15 Lstwerke.........12 Aku...........18 Bemberg.........14 Zellstoff Waldhof .... 13'/, Zellftofl Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer GaS ........ v Daimler Motoren ...... v Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-G. ..... O Rat. Automobil ....... O Orensteln & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 SvenSka . . ......... Frankfurter Maschinen .... 4 Grihner...... 6 Heyligenstaedt ....... v FunghanS..........6 Lechwerke..........8 Mainkraftwerke Höchst S.M.. . 8 Miag...........io Gebr. Roeder ....... 10 Boigt & Haefsner ...... s Süddeutsche Mucker .... 10 71 298 138,25 134,5 46 50 99,5 74 99,75 119 71,5 78,75 90 152 21 32 32,5 78 79,5 150 133,75 70 300 140,5 135 99,5 76,75 54 72 157,5 95 70,5 32,65 192 197,5 293 136 62,75 46,5 50,25 100,5 72,5 52 204 162,5 69,25 78 123,5 87,5 84,5 115,25 25,4 146,9 36,5 12,25 50,65 121 296 30 31 150 133,5 70,25 32,4 196,5 201 298,75 138,75 66 51,4 100 76 206,5 165 72 80,75 124,75 90 84,75 118,25 26,75 154,5 37,5 12,4 50,6 123 300,5 23 September 24. September Amtliche Geld Notierung Brie' Amtliche Geld Notierung Lrici Amtl.-Rott. Buen.-AireS Brss.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingsors. Italien. . . London. .. Reupork .. Paris.... Schweiz . . Spanten. . Japan . . . Mio de Jan. Wien in D-- Oest. abgest. Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Tanada . . Uruguay. . (Saito . . . 169,29 1,508 58,505 112,28 112,37 112,76 10,562 21,96 20,389 4,1975 16,465 81,455 45,45 2,074 ■0,425 59,26 12,462 7,438 73,47 3,047 18,83 81,57 1,784 5,435 4,203 3,447 20,915 169,63 1,512 58,625 112,50 112,59 112,98 10,582 22,02 20,439 4,2055 16,505 81,615 45,55 2,078 0,427 59,38 12,482 7,452 73,61 3,053 18,87 81,73 1,789 5,445 4,211 3,453 20,955 169,07 1,508 58,445 112,17 112,23 112,64 10,555 21,96 20,381 4,1935 16,465 81,37 44,71 2,073 0,433 59,195 12,45 7,430 73,41 3,039 18,83 81,52 1,784 5,435 4,196 3,427 20,90 169,41 1,512 58,565 112,39 112,45 112,86 10,575 22,00 20,421 4,2015 16,505 81,53 44,79 2,077 0,-435 59,315. 12,47 7,444 73,55 3,045 18,87 82,68 1,789 5,445 4,204