Nr. 145 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 24. Juni 1950 Ericheinl täglich, außer Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Schalle nTonatsiBe$ug$prets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. lsernfprechanschlüfie onter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen vrnck und Verlag: vrühl'sche Univerfitüls-Vuch- und 5te!ndruckerei R. Lange in Gießen. Sdjriftlcitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Unnaqme von liijetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Playvorschrift 206 , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; sür Feuilleton Dr.H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diesten. Oie Folgerung aus den Landtagswahlen in Sachsen. Die Einwirkung der Reichspoliiik. — Das Anfthwetten des RatiiaUsmus — Die Zersplitterung des Bürgertums. Schwierigkeiten der Regierur gsbildung: Große Koalition oder Beamtenkabinett? Angst vor den Tatsachen. Das Ergebnis der Sachsenwahlen Hai denjenigen Recht gegeben, die seit langer Zeit immer wieder ihre warnende Stimme vor den Folgen der gegenwärtigen Gesamtpolitik erhoben haben. Wenn am letzten Sonntag ein großer Teil der rechts stehenden Wählerschaft seine Stimme den Nationalsozialisten gegeben hat, dann ist das ein Beweis dafür, daß die alten Parteien im Bewußtsein der Wählerschaft zum größten Teile abgewirtschaftet haben. Es hat keinen Ziel, sich diese Tatsache zu verheimlichen. Solche vielleicht schmerzliche, aber immerhin möglicherweise auch heilsame Kenntnis ist dienlicher als die Suche nach den ..Schuldigen" und das Schelten aus Parteizersplitterung. Diese Entwicklung wird sich oei einer Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes in ihrem Zeitmaß noch verstärken Es nützt nichts, wenn man den Kopf in den Sand steckt. Der psychologische Grund für das Abströmen großer Wählermassen zu den Nationalsozialisten liegt darin, daß sich weite und nicht die schlechtesten Kreise des deutschen Volkes heute politisch enttäuscht suhlen. Eine schwere Wirtschaftskrise, wie wir sie durchmachen, braucht an sich nicht notwendig eine so weitgehende Radikalisierung im Gefolge zu haben. Denn es ist durchaus möglich, in der Oeffentlichkeit ein D?r- sländnis dafür zu erwecken, daß alle Deutschen heute die Pflicht haben, ernst und mit ihrer ganzen Kraft an der äleberwindung der gegenwärtigen Not mitzuarbeiten. Schlimm ist nur, daß fast nirgends das nötige Vertrauen zu den Maßnahmen vorhanden ist,. die die Regierung vorschlägt und für die sie sich cinsetzt. LleberÄl ist der Argwohn vorhanden, daß nur bestimmte Schichten der Bevölkerung belastet werden sollen und daß man andere ungeschoren läßt. Dadurch entsteht ein Kampf aller g egen alle, und Steuerpolitik ist oei unS infolgedessen nichts weiter als daß jeder für sich und jeder Berufsstand durch seine politische Einwirkung den Versuch macht, sich den Lasten so weit wie möglich zu entziehen. So liegen die Dinge tatsächlich, wenn man sie aller Phrasen über Öpserbcreitschat und Volksgemeinschaft entkleidet. Dieser wilde Kampf aller gegen alle aber konnte nur deshalb einen solchen Umfang gewinnen, weil die Regierung nicht das ist, was in Deutschland eine Regierung sein soll, nämlich eine Verkörperung der Staatsgewalt, durch die die Parteien in ihre Schranken zurückgewiesen werden. Vertrauen kann aber nur da entstehen, wo der Wille und die Macht zu verantwortungsbewußtem H an dein vorhanden sind. Macht pflegt ganz von selbst anziehend zu wirken. Deshalb sind wir der sestcn Ueberzeu- gung, daß eine Politik der Reichsregierung, die cs verstanden hätte, dem Volk ncucZicle zu weisen, und cs auf den Weg zur Ueberwin- dung seiner gegenwärtigen Not zü führen, schon längst ein viel höheres Maß von Vertrauen sich erworben hätte, als es am Sonntag bei den Sachsenwahlen zum Ausdruck gekommen ist. Nach unserem parlamentarischen Turnus müßte cs ja eigentlich immer so sein, daß die Parteien in den Wahlen verlieren, die die Verantwortung getragen haben, während die Opposition das Rennen macht. Die Regierung Brüning hätte von vornherein auf ganz anderer Grundlage für sich und ihre Politik im Volke werben müssen. 3etzt laufen, wie die Sachscnwahlcn zeigen, die Dinge so ab, als ob cs sich um eine Koalitionsregierung gehandelt hätte und noch dazu eine solche mit sehr schlechtem Erfolg. Man muß die Sachsenfrage schon vom Standpunkt der Reichspolitik aus betrachten, wenn man ihr gerecht werden will, denn mehr als jemals ist in wachsen cincEntschcidungübcr die Rcichspolitik gefällt worden. Das beweist der Inhalt des Wahlkampfes, der in einer Zeit schwerer Krise im Reich durchgefochten wurde. Wenn an einer Stelle, die zur Führung berufen ist. in solchen Zeiten ein Willcnsoacuum vorhanden ist, dann ist es psychologisch ohne weiteres verständlich, daß die große Masse der deutschen Wähler, die nach einer starken Führung geradezu lechzt, sich dem Radikalismus in die Arme wirft. Denn dort werden unbekümmert Versprechungen gemacht, die ihre Urheber niemals einzulösen in die Verlegenheit kommen werden. Die Welle des Nationalsozialismus wird deshalb noch weiter steigen, wenn die Reichspolitik sich auch fernerhin in den Bahnen des Kompromiß- lertums und der halben Maßnahmen bewegt. Es besteht ein unlösbarer Zusammenhang, zwi- fd>en der Entwicklung und dem Aufstieg des deutschen Radikalismus und der Art und Weise, in der in Deutschland amtliche Politik gemacht wird. Vorgebliche Willensklarheit wird in den großen Massen der Wählerschaft immer noch lieber gesehen, als die nicht abzuleugnende Unklarheit und Schwäche von Regierung und Reichstag. Gewisse Leute haben gegenüber dieser Entwicklung in anerkannter Ideenlosigkeit immer nur ein Mittel: sie rufen nach der Polizei. Selbstverständlich wird man es der Staatsgewalt ohne weiteres zubilligen müssen, daß sie sich gegen die Auswüchse des politischen Rowdytums zur Wehr setzt. Es ist aber eine vollkommene Verkennung der tatsächlichen Lage, wenn man es so darstellt, als wenn der ganze Nationalsozialismus nicht eine Angelegenheit der Politik, sondern lediglich ein Objekt der polizeilichen Behandlung sein müsse. Das sind kurzsichtige Torheiten, über die man eigentlich gar nicht zu reden brauchte. Aber wenn dem Nationalsozialismus nicht die staatsmännische Leistung entgegengestellt wird, werden alle polizeilichen Maßnahmen nichts nutzen. Dann treibt man immer größere Teile des Volkes in eine grundsätzliche Oppositionsstellung gegenüber dem Staat. Solche Politik können nur diejenigen wollen, die heute immer noch Staat mit Partei verwechseln. Diese Auffassung hat in den vergangenen Jahren den schwersten Schaden angerichtet, sie scheint aber in Deutschland unsterblich zu sein. Wenn das Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen denen, die es angeht, einen heilsamen Ruck in die Knochen gibt, dann ist es vielleicht für eine Umkehr noch nicht zu spät. Dann aber bitte schleunigst Schluß mit dem Geschwafel und heran an die gesetzgeberischen und verwaltungsmäßigen Taten, durch die Staat und Wirt» sck)aft auf die Beine kommen! Die Auffassung in Sachsen. Dresdener Pressestimmen zur Landtagswahl. Dresden, 24.3uni. (LU.) Der volkspa» teiliche »Dresdener Anzeiger" erklärt zu den Landtagswahlen u. a„ es sehe jetzt so aus, als werde eine Beamtenregierung wie die des Ministerpräsidenten Schieck auch in Zukunft der einzige Ausweg aus dem Wirrwarr fein, der das Ergebnis dieses Wahltages sei. Die Deutschnationalen „DresdcnerNach- ri ch ten" überschreiben ihren Wahlaufsah: „Ein totes Rennen" und bemerken: „5)en Bürgerlichen aller Richtungen könne -der Vorwurf nicht er- Ipart bleiben, daß sie eine entscheidende Ge- lcgenheit, die politischen Verhältnisse in Sachsen zu stabilisieren, versäumt hätten." Die rechts- demokratischcn „Dresdener Neuesten Nachrichten" meinen: Die Koalition von der Wi rtschastspartei bis zur Svzi- mußten. Wirtschaftliche Not. politische Verhetzung, wie die Finanzpolitik des Reiches haben dem Rechtsradikalismus zu einem ungeheueren Anschwellen verholfen. Die wesentlichen Leidtragenden sind die Rechtsparteien. Die Bildung einer wirklich tragfähiaen Regierung erscheine nicht mehr möglich, während in dem leichtfertig aufgelösten alten Landtag eine große Koalition durchaus stetige und fruchtbare Arbeit hätte leisten können. 21bg. Dr. Breitscheid (Soz.) stellt fest, daß die Sozialdemokratie dem Ansturm der Nationalsozialisten sehr gut standgehalten hat. Der von den Nationalsozialisten proklamierte Kampf gegen den Marxismus ist in Wirklichkeit gegen d i e Bürgerlichen ausgeschlagen. Ich haste, so erklärte Dr. Breitscheid, in Sachsen für das Gegebene die Große Koalition vielleicht unter Einschluß der Wirtschaftspartei. 21bg. Stöhr (NS.) äußert sich dahin, der Erfolg der Nationalsozialisten Sachsens geht weit selbst über die von mir gehegten Erwartungen hinaus. Ich führe das Ergebnis zurück nicht nur auf die nimmermüde Aufklärungsarbeit unserer Partei, sondern auch auf die Verfolgunasmaßnahmcii des herrschenden Regimes. Die Streife, die immer der Meinung sind, daß wir am Anbruch einer neuen Zeit stehen, werden maßlos erbittert, wenn sie bemerken, daß die Regierenden in einem nationalen Dolksstaat, der sich auf seine Freiheit immer sehr viel zugute tut, geradezu zu Metternichschen Maßnahmen greifen. Auf diese Strömung wird der Zustrom von Zehntausenden zurückzuführen sein. Man solle aber nicht glauben, daß dies nur eine vorübergehende Erscheinung fft. Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei werde ihre Aufklärungsarbeit energisch fortsetzen und die jetzt gewonnenen Wähler auch innerlich in ihre Bewegung eingliebern. Die Frage der Regierungsbildung ist im Augenblick noch gar nicht zu übersehen, weil man noch nicht weiß, wie die einzelnen Splitterparteien dem Gedanken der Bildung eines liberalen Blocks gegenüberstehen. Auch sind bereits starke Kräfte am Werk, die auf die Bildung einer Großen Koalition hinzielen. Ihr Zustandekommen hängt von der Deutschen Volkspartei ab. Wenn sie Lust hat, noch den letzten Rest ihrer Stimmen zu verlieren, soll sie den Versuch machen. Die Nationalsozialisten drängen sich nicht zum Regieren. Sie sind aber zur Teilnahme an der Regierung bereit unter der Voraussetzung, daß vorher ihre Grundsätze anerkannt werden. aldemokratie fei die einzige, gleichzeitig aber die letzte Möglichkeit, ein Kabinett auf parlamentarischer Grundlage zu bilden. Das Organ der Wirtschaftspartei, der „Sächsische Kurie r", stellt mit Befriedigung fest, daß die stärkste bürgerliche Partei die Reichspartei des Deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) geworden sei. Das sächsische Zentrumsorgan, die „Sächsische Volkszeitung", schreibt u. a„ die Landtagswahl habe die Schwierigkeiten der Regierungsbildung im Sächsischen Landesparlament nicht vermindert, sondern Per* inehrt. Der am 22. Juni gewählte Landtag dürfte der schlechteste sein, den Sachten je gehabt habe. Die sozialdemokratische „Dresdener Volkszeitung" bezweisclt, daß es den Männern der Volkspartei jetzt Wohler zu Mute sei. Die einsichtigeren Elemente der Volkspartei sähen dem neuen Landtage mit größerem Unbehagen entgegen als dem asten. Mit dem Zusammentritt des neuen Landtages ist frühestens in der ersten 3uliwochc zu rechnen. Die Parteien zum Wahlausgang Dic Lchwicrittkciien der Regierungsbildung Berlin, 23. 3uni. (TLl.) Zu dem Ergebnis der Landtagswahlen in Sachten und über die dadurch geschaffene Lage äußerte sich eine Anzahl von Parteiführern einem Vertreter der gegenüber wie folgt: Abg. Dr. Oberfohren (Deutschnatl.) erklärt, das Bemerkenswerteste an dem Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen ist, daß die Zahl der marxistischen Stimmen insgesamt keine Verminderung erfahren hat. Die immer wieder von nationalsozialistischer Sette verkündete Zielsetzung, cs werde ein entscheidender Einbruch in das marxistische Lager erfolgen, und es werde auf diesem Weg die Voraussetzung für die nationale Gesundung geschaffen werden, hat Fiasko erlitten. Die enorme Agitation der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei hat lediglich eine Umschichtung und eine Zersetzung zur Folge gehabt und damit Zustände hcrbeigesührt, die die Bildung einer marxistenfreien Koalition ungeheuer erschweren. Ob dieses Ergebnis dem ungeheueren Aufwand, auch wenn er zahlenmäßig zu einer starken Stimmenvermehrung bei den Nationalsozialisten geführt hat, tatsächlich lohnt, dürfe bezweifelt werden Abg. Dr. Scholz (Deutsche Dolksp.) bedauert das Ergebnis der Wahlen in Sachsen als eine Folge der Zersplitterung des Bürgertums. wic sic in Sonderheit durch das Auftreten der Dolksnationalen Reichsvereinigung und des Christlich-Sozialen Dolksdienstes sich gezeigt habe und sieht darin den klaren Beweis hir die Notwendigkeit einer Zusammenfassung des gesamten Bürgertums. Abg. Drewitz naiD oeoecKL » woixiq. Oveoecin. «Ktflen * Schnee c« Oriupem s NePel "K Gewitter,(^Windstille.«Q-« Stffr leichter Ost y massiger-Südsoowest q stürmischer «ofdtfZsi öle Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stehenden Zati* (en geben die Temperatur an. Oie Linien verPindeo Orte mit gleicher» «5 ® im4 'SSetv nft 4622D gesucht uoiD.-netDennmir Am Sten iS. [Stellenangebote} Hiesige Wein- und Spirituosen - Handlung sucht einen rfl6tii.DeTtteter oöerBeileoöen dbeibessererPrivat- kundschakt bekannt ist. Schr. Angeb. u. 4616D an d. Gtz. «n». jüngere Beiköchin [ Vei-mistungsn [ WohnuBj 6 Zimmer u. Küche, 1. 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Dieser von der Zionistischen Vereinigung herauSge- brachte Palästina-Film gibt einen Ilcbetblid über die Aufbauarbeit, welche von den au- alten Herren Ländern m ihre uralte Heimat zu- rückgekehrten 3uden geleistet worden ist AuS wüstenähnlichen Gegenden, sowie an Stellen, wo früher Armut und Leere herrschten, sind reizende Häukerviertel und prachtvolle Siedtun- gen entstanden, die mit ihren ertragreicheit Plantagen Zeugnis davon geben, daß Industrie, Landwirttchast und Handel in bester Blüte steht. An der Aufbauarbeit, insbesondere an dem Straßenbau und der Bodenkultivierung, beteiligen sich auch Mädchen, denen man nicht an- sieht, daß sie aus europäischen Bürgerhäusern, BureauS und Hochschulen stammen Reben der wirtschaftlichen imb kolonisatorischen Aufbauarbeit kommt in dem Film auch die kulturelle und soziale Fürsorgearbeit in Palästina in bester Weise zum Ausdruck. Gin besonderer Teil der Aufnahmen zeigt die schönsten Teile des Landes in der Frühlingsblüte, ein anderer jüdische Volksfeste in Palästina: Feste der bucharischen 3uden, Feste der orientalischen 3udengemeinden in 3erufalem und TiberiaS, Pessach in 3eruta- lem und Purimkarneval in Tel Aviv. Sehr interessant ist auch der Abschnitt ..Den 3ordan aufwärts", eine Reise vom Toten Meer zu den Ruthenberg-Werken, der Kraftversorgung Palästinas, und an Daganiah vorbei zu den 3orban- queUcn bei Metuliah. 3n einer kurzen Pause wurde die Bedeutung der Aufbauarbeit in Palästina von Rechtsanwalt Dr. Simon, Frankfurt a. M. in längeren Ausführungen iwchmals unterstrichen Die dem Film beigegebene Musik bringt neben jüdischen Volksliedern eine Sammlung arabisch-palästinensischer Melodien. ,e Hinrichtung einer Poststelle. Am 1.3uli wird in ©rüningen (Kr. Gießen) eine Poststelle E eingerichtet. Mit der Poststelle ist eine öffentliche Fernsprechstelle verbunden. Die Poststelle hat die Eigenschaft einer Post- anstalt im Sinne des 8 1 des ReichSpostgesehes vorn 28. Oktober 1871 und einer Telegraphen- anstatt im Sinne der Telegraphenordnung mit der Befugnis zur Annahme und Ausgabe von Postsendungen aller Art und von Telegrammen sowie zur Vermittlung von Gesprächen. Die nimmt ferner Bestellungen auf. die durch die Post zu beziehenden Zeitungen an und zahlt für ihren Zustettbereich die Renten auS. 3m Briesverkehr gilt die OrtSgebühr nur innerhalb von ©rüningen. 3n allen übrigen Fällen gilt die Ferngebühr. Die Poststelle wird dem Postamt Dießen. daS als Leitpostamt gilt, unterstellt und führt die amtliche Bezeichnung: Druningen (Gießen Land). Berliner Börse. Berlin, 24. Juni. (WTB. Funkspruch.) Obwohl im heutigen Vorinittagsoerkehr Umsätze bis jetzt noch nicht zustandegekommen sinh, scheint die Tendenz doch eher etwas freundlicher zu sein, die kräftige Erholung zum Schluß der gestrigen Neuyorker Börse rief eine gewisse Beruhigung hervor, man rechnet rein börsentechnisch mit einer leichten Aufwärts- bewegung. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Kabel 4,8590, London gegen Mailand 92,75, London gegen Madrid 41,75, London gegen Berlin 20,3875 und Kabel gegen Berlin 4,1960. bis 11, Blumenkohl 30 bis 70, Salat 8 bis 10, Ealatgurken 25 bis 63 Ober-Kohlrabi 8 bis 10. Rettich 10 biS 15 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Das Rheinlandmädel" (6er erste Xonfilm vom R Heini. — Stadttheater Dießen Man schreibt uns: Heute abend 20 Uhr findet die Sonderoor- stellung für die Gießener Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland mit Angermayers „Flieg, roter Adler von Tirol" statt, die ausverkauft ist. Da die Nachfrage nach Karten außerordentlich groß war, wird die Vorstellung voraussichtlich wiederholt werden. Lollar, von Bahnübergang bis Abzweig nach dem Bahnhof) wird ab 1. Iuli 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Staufenberg— Dauringen Dietzen. "Die Abhaltung derSaison-Aus- verkaufe. Dom Verein der Einzelhändler zu Gießen (E. D.) wird uns geschrieben: Rach einer Verordnung des Kreisamtes vom 23.3uni ist für die Abhaltung der bevorstehenden Saison- Ausverkäufe die 3eit von, 7. 3uli bis 18. August festgelegt. Die Ausverkäufe selbst dürfen die Dauer von zwei Wochen nicht überschreiten. Die betreffende Verordnung wird in dem nächsten Amtsverkündigungsblatt veröffentlicht. " Der oberhessische Posaunen- chorverbanb lädt die Kirchengemeinde Gießen zu seinem 25.3ahresfeste am Sonntag, dem 29.3uni, ein. (Dgl. Anzeigen von gestern und morgen.) Die in dem Verbände zusammengeschlossenen Ehöre, von denen Klein-Linden mit 76jährigem Bestehen der älteste ist. haben es sich zur Aufgabe gemacht, die kirchliche Posaunenmusik zu pflegen und der Gemeinde auf Missionssesten und in Festgottesdiensten durch Begleitung der Lieder und durch den Vortrag kirchlicher Kompositionen hauptsächlich der alten Meister zu dienen. 3n dem Festgottesdienst, der am Sonntagmorgen zur üblichen Stunde in der Stadtkirche stattfindet, werden dieses Mal nur Dortragsstücke aus der Zett vor Ioh. Seb. Bach zu hören sein. Etwas ganz Reues für unsere Stadt wird durch die Aufführung des „Tedeum“ geboten, das im Wechsel zwischen Thören und Gemeinde gesungen wird. Die Gemeinde, die seither schon die uralte Weise fleißig geübt hat, wird dabei von hundertlechzia Bläsern begleitet. Möchte es durch diese Aufführung gelingen, den l'/,-Iahrtau- fenbalten ehrwürdigen Lobgesang, der in unserer Gemeinde seit wohl hundert Iahren vergessen ist, in den hiesigen Kirchen wieder einzuführen. " Kulturfilm „Frühling in Palast in a". Am Sonntagvormittag sand im Licht- EinkochL'L in grober Auswahl 4127A Eögar Sorrmann, G eßen. Schöne weiße Zahne. „Auch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine größte Anerkennung und vollst« Zufrieden- heit über die „Lhlorodont-Zahnpasie" zu übermitteln. Ich gebrauche „Thlorodont'^ schon kft Jahren und ich werde ob meiner schönen meinen Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer „Chlorodoni-Zahnpaste" erreicht habe." T. Reichest, Schwerz, Amt Niemburg, Saalkreis. — Chlorobont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mk., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mk. bei höchster Qualität. 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U 2r. n-kfannt' Ä*6' te ?CIU btt bon ®u(; M’tii gmeai ummi eo'iwt’ä tonen U* 1» Orlf eil ^kirchcn. am H T P<1 » ■ beriet M § SüfitbefÖ 8U n heule \WX idweslwind. W , teils heiter, teils ie. zeanitchen Soll- gestrigen Nachrege Gewitter- it ergiebige Nie- e des mit seinem Glichen Teil der Gebietes weiter- s dem Festlande er zunächst nach Der WiW von NiedrrMge riigen Gharailer )ch: Wechselnde ch einzelne teuS >as kühler. nittags 27,1 Grad 4. Juni: morgens Minimum 13,2 ’o an Tlese an, 4.3uni: morgens i(7 mm. - 6°n’ 4617D eichenen Bücher- 3ahre, Sonn- baran, zimmeriisch, einen schrank. 2. An Ort und Stelle obigem Lokal. pich, eine Chaiselongue, ein Pianino. Moll, stellv. Gerichtsvollzieher in Gießen Wiesecker Weg 16 — Telephon Nr. 3383 (Bekanntgabe in " 4614D ein Büfett, eine Mittsommer Johannis. 3eht kommen wir gegangen mit Spießen und mit Stangen und woll n die Knacken langen. St. 3ohannis die Sonne wend. Feuerrad bergunter rennt Ungelüd zu Asche brennt I Feuerrote Blümelein, Dt. 3ohannis schenke Wein, schenk uns einen Dreier, oder Met und Cjier, Besen sind nicht teuer. sei'S ein alter oder neuer, taupt er zum 3ohanniSfeuer. Hu)a, huja, Hurlefritt komm und finge, tanze mit! Zu Mittsommer, dem längsten Tag im brannten in allen deutschen Landen die wendseiqr. DaS Ehristenturn hat Recht diesen schönen alten Dolksbrauch beizubehalten AllgemeineOriskranken- kaffe Gießen-Giabt Die rückständigen Beittäge zur Kranken-, Invaliden- und Arbeitslosenoerstcherung für den Monat M a i 1930 können noch bis zum 2. Juli 1930 ohne Kosten bezahlt werden. Rach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Dinzahlung kann lägt außer Sams- tag# bon 9—1 älhr bei unserer Kaffe oder auf unfer Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Dr. 10833 erfolgen. Gießen, den 23. Juni 1930. Der Rechner: Hinkler. 4609D «US der provinziolbaupffiabt Dietzen, den 24.3uni 1930. 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Am vergangenen Samstag fand im Regierungsgebäude zu Dietzen unter dem Vorfih von Provinzialdircktor Graes eine öffentliche Sitzung des P r v v i n z i a l a u s s ch u ss e s der Provinz Oberhessen statt, in der folgende Sachen verhandelt wurden: 1. Antrag der Reichsbahndirektton Frankfurt am Main auf Enteignung von Gelände zur dp- Weiterung des Bahnhofs Reuhaus in Homberg a. d. Ohm. 2. Gesuch des Ferdinand Wasserkort in Frankfurt a. M. um Erlaubnis zum Betriebe einer Gastwirtschaft im- Hause Bleichstratze in Vilbel: hier dessen Berufung gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg vom 22. Februar 1930. 3. Klage des Dezirksfürsorgeverbandes Frank« furt a. OIL gegen den Bezirkssürsorgeverband Friedberg auf Erstattung von Verpflegungskosten für Gertrude Albrecht aus Raumburg. Der Provinzialausfchutz erkannte durch Urteile zu Recht: zu 1: 1. Als Gegenstand der Enteignung werden gemätz dem Antraa der Deut- feben Reichsbahngesellschaft — Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. entsprechend den vor- gclcgten Plänen, Grundbuchauszügen und Meßbriefen, nachbenannte, in den Gemarkungen Wäldershausen und Hornburg gelegene, im Grundbuch dem Frei Herrn Wilfried Schenk u Schweinsberg zugeschriebene Grundstückstette festgesteltt: I. von dem Grundstück Flur II Rr. 3 der Gemarkung Wäldershausen Acker, die Up- pertshäuser Mühlwiese und 3ohanneseck, eine Fläche von 2543 qm; 2. von dem Grundstück Flur II Rr. 5 der Gemarkung Wäldershausen, Acker daselbst, eine Fläche non9ä/10 qm; 3. von dem Grundstück Flur II Rr. 7 der Gemarkung Wäldershausen, Weg, 19qm; 4. von dem Grundstück Flur II Rr. 9 Ser Gemarkung Wäldershausen, Weg. 27 qm; 5. von dem Grundstück Flur II Rr. 12 der Gemarkung Wäldershausen. Graben, 14T/IO qm; 6. von dem Grundstück Flur IX Rr. 8" 10 der Gemarkung Homberg a. d. Ohm, Wüstung, 63/io9m II. Als Entschäditzung hat die Unternehmerin dem Eigentümer für 2619,5 Quadratmeter je 1 entart 2619,50 Mark zu zahlen. III. Der AuSspruch der Enteignung erfolgt nach Rechtskraft der Entscheidung unter l auf Antrag der Unternehmerin, sobald der Rach- weis über rechtsgültige Zahlung der Entschädigungssumme erbracht ist (Art. 39 des Enteig- nungsgesetzeS). Der Antrag ist längstens binnen drei Monaten nach Rechtskraft zu stellen IV. Die Kosten des Verfahrens hat die Unternehmerin zu tragen. V. Der Wert des Streitgegenstandes wird auf 2864 Mark festgesetzt. Zu 2: Die Berufung des Ferd. Wasserkort in Frankfurt a. M. gegen das Urteil des Kreis- ausschusses Friedberg vom 6. März 1930 wird al« unbegründet zurückgewiesen. Der Derasungs- tläger hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der Streitwert wird auf 500 Mark festgesetzt. Zu 3: Die Klage wird als unbegründet zurück- getoiefen. Die Kosten des Verfahrens fallen der Klägerin zur Last. Taten für Mittwoch, 25. Juni. Sonnenaufgang 3.44 Uhr. Sonnenuntergang 20.20 Uhr. Mondaufgang 2.06 Uhr, Monduntergang 19.56 Uhr. 1530: Verlesung der Augsburglschen Konfession auf dem Reichstage zu Ilugsburg; — 1822. der Dichter E. T. A. Hoffmann in Berlin gestorben; — 1842: der Dichter Heinrich Seidel zu Perlin in Mecklenburg geboren; — 1864: der Phhsiker Walter Rernst in Briesen geboren. Heftcner Wock? Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bi» 160, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 10 bis 15, gelbe Rüben (Bund) 8 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischtohl 8 bis 10, grüne Bohnen 40 bis 45, Spargel 40 bis 65, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 40 bis 70, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15. Kartoffeln, alte 4'/» bis 5, neue 10 bis 12, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 30 bis 50, Stachel- einen Küchenschrant, Kredenz, einen Ausziehtisch, sechs Stühle, einen Wäscheschrank, einen Zimmeriep- als Fohannisfeuer. Was war denn der Sinn dessen, daß der Deutsche in der Sonnwendnacht Feuer zündete? Es erscheint uns so tief empfunden, ist dabei doch schlicht und einfach-natürlich, denn die Ratur predigt es zu uns eindringlich und klar. Läuterung. Tod kündet das Feuer mitten in der Blütezeit deS Jahres, wo das Korn wogt und der Wald rauscht, wo über Wiese und Hain würziger Blütenduft lagert. Die Blüte mutz vergehen, um Frucht zu bringen. So bedeutete Hochzeit auch Tod. Der Held Siegfried, der die Sonne verkörpert, stirbt auf der Höhe seiner Kraft, an seinem Hochzeitstage zur Sonnenwende, getroffen von den Mächten der Finsternis. Baldur, der lichte Gott, erliegt am gleichen Tage dem Geschoß des Bösen, Lokis Ränken. Der Winter nimmt von nun an Tag für Tag dem Sommer von seiner Macht. Et. Zohan- niS, der Verkünder des Größeren, stirbt am „Johannistage" ebenfalls dahin, um ihm Platz zu machen. Blüte vergeht. Frucht kommt, das verkündet der lodernde ..Scheiterhaufen Baldurs". Die Burschen eilen durch das Dorf. Strohbunde zu holen für das Feuer. Die Mädchen gehen, um von den Leuten die Blumen einzu- jammeln. die etwas bedeuten und winden daraus Kränze, die ins Feuer geworfen werden müffen. damit JohanniS hilft in der Liebe und in Rot. Die Frauen gehen in der Rächt schweigend, die Heilkräuter einzusammeln. Ein großes Rad wird gerüstet, mit Stroh umwickelt, das mit Pech und Teer getränkt wird. Don Burschenfäusten geführt, rollt eS brennend ins Tal. brennend mutz es im Fluß verzischen dann kommt gute Ernte. Kerzen werden angezündet und geweiht. Am Feuer, draußen auf der Höhe oder auf dem Dorsplatz, versammelt sich die ganze Gemeinde, da verstummt alter Zank und Streit. Gemeinsam springen die alten Gegner durch die läuternde Flamme, damit wird der alte Zwist begraben. Spränge unser Volk doch auch durch sein Donnwendfeuer, und begrübe damit Parteihader und Uneinigkeit. Wir können von unseren Vorfahren doch noch einiges lernen. Die Asche des Feuers wurde mit ins Haus genommen als Schutz. Hier im Heim wurde vom Hausvater der Minnetrunk dargebracht, der dem Gedächtnis an die Toten geweiht war (Minne-Erinnerung). Am Morgen badete jung und alt im Tau ober Wasser. Auch das eine symbolische Handlung, wie sie Petrarka 1330 in Köln miterlebte und staunend schildert; schweigend stiegen die Frauen in den Fluß zum Läuterungsbad. In der Kirche lauscht die Gemeinde einer „Sonnenpredrgt", und dann geht c< im Umzug durch die Flur unter Voraw- tragung deS Sonnenrades, das zum Schluß auf einer Stange am Tanzplatz, dem alten Tingplatz, aufgerichtet wird. Run herrscht Frohsinn und "Tanz, heiterer, alle vereinigender Volksreigen. Auch diese Tänze sind voller Sinnbilder, wie etwa der „SünnroS". Die Iugend von heute zündet wieder die alten Feuer an und macht mit Bewußtsein das alte* Volksgut wieder lebendig. Ihr heißester Wunsch für die Zukunft ist. das Feuer zu zünden, das unser ganzes Volk vereint. .1 1- Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen unseren innigsten Dank Christoph Wagner III. Heinrich Wagner VI. Großen-Buaeck, den 24 Juni 1930. MAGGI-SUPPEN Nachdruck verboten 2 Fortsetzung (Fortsetzung folgt.) Oie Sünde -er Senate Mercandin Vornan von Fred Arttus. schöpft, entleert, verglüht und preisgegeben. Der Kerl betäubt mich, dachte Griebenow. Kurz entschlossen warf er seine -Zigarette in die Onyx- schale. „Sie sind müde?" sagte eine Stimme, die dem Anschein, nach aus weiter Ferne kam. Griebenow bemühte sich zu lächeln. Anstatt dessen nickte er. „Verzeihung ... ja." „Aber, lieber Freund, das ist verständlich. Eine Reaktion der Verven, die in dieser Teufelsatmosphäre auch den Stärksten ankommt. Sie spielen seit drei Tagen scheinbar um Ihr Glück und Leben. Sie sind mir schon seit Montag an den Trente-et- quarante- und an den Roulettetischen ausgefallen Lind nun heute der Schlußakt im Park. Ra, schön. Wir sind gleich am Ende, und ich werde Sie in einer Viertelstunde schlafen schicken. Also das Finale. Aber vorher trinken Sie den Cliguot aus, mein Freund. Der Sekt belebt." Griebenow ergriff sein Glas und erhob es an den Mund. Aber gleich daraus besann er sich und stellte es zurstck. Der Fremde streckte beide Hände in die Taschen seines Anzugs. Er erhob sich. Etwas Llnbegreif- liches lag in der Luft. Heiße, zwingend starke Augen, die den Glanz von grünen Steinen zeigten, bohrten sich in die von Griebenow. Der Fremde beugte sich nach vorn. Er fixierte Griebenow, als ob er einen Irren vor sich habe, den der Vlick des Wärters bändigen müsse, und sagte dann unbeschreiblich milde. „Sie haben heute abend die Pistole auf mich richten wollen, Doktor Griebenow." Griebenow versuchte sich in seinem Sessel auszurichten und den Arm zu heben. Es gelang ihm nicht. Er fühlte sich zerschlagen und zerbrochen wie in einem schweren Rausch. Er wollte diesen Schurken an der Kehle packen, um Hilfe rufen, Menschen holen. Irgend etwas. Schauder liefen über seinen Rücken. Schwindel ... eine. jähe Leere aller Blutgefäße ließen ihm im Sessel taumeln. „Zusammenbruch der Verven. Denkbar, Immerhin — ein Angriff mit geladener Waffe ist bedenklich. Es gibt Zeugen, die den Tatbestand des Lieberfalls bekunden können. Die Pistole wird inzwischen wohl gefunden und beschlagnahmt worden sein. Ein Schuh fehlt. Wollen Sie behaupten, daß Sie diesen aus sich selbst abgegeben haben? Man schießt nicht ins Leere, wenn man mit der Absicht umgeht, sich zu töten. Sie haben heute Ihren letzten Franken verloren. Sie sind völlig mittellos. Alles spricht für einen Raubanfall. Zugegeben: ein Verzweiflungsakt. Der Teufel führte mich in Ihren Weg. Pech ... Glück ... Schicksal ... Immerhin, wir beide werden uns darüber auseinandersehen müssen. Es wird an Ihnen liegen, ob ich jetzt die Polizei in Kenntnis sehe ... ob ich Sie verhaften lasse. Oder ..." Griebenow hob seine Faust, als wolle er den Schattenhaften vor sich niederschlagen. Eine Geste ohne Sinn. Darm erhob er sich und — fühlte seinen Arm gepackt. Wie ein Schraubstock preßte sich die Faust des Fremden um das Handgelenk von Griebenow. Dieser bemühte sich, mit einem kurzen Ruck den Arm aus der Klammer zu reihen. Cs gelang ihm nicht. Eine Wut, die keine Grenzen kannte, pochte in den Schläfen. Er hob die linke Faust und zielte. Cs war ein fürchterlicher Stoß. Der Stoß traf ins Leere. Nunmehr schien es, daß ein Riesenhammer niedersause und ihm das Gehirn zermalme. Die Augenlider zuckten, krampften sich zusammen. Aus und nieder. Wie zwei Dolche bohrten sich die Augen seines Gegenübers in die seinen.-- Er hatte ein Empfinden, das ihn erfrieren ließ. Der Mond erst fahl und glanzlos, war allmählich rein und kostbar wie Kristall geworden. Dein Licht von einem milchig filbematten Blau. Man sah im Park die Bäume ragen und den kurzgeschnittenen Rasen glänzen. Don dem Garten kam der Duft von Blumen ... von Rosen, Eukalyptus, Heliotrop ... von ewig schwankem Erdenglück. „Sie Schurke", sagte Griebenow. Die Faust, die seinen Arm gepackt hielt, löste sich. Iener. dem die Faust gehörte, lachte kurz und höhnisch auf. Er betrachtete gelassen das Gesicht Griebenows. Wie ein Mörder, dessen Opfer langsam stirbt. Eine jähe Röte färbte Stirn und Wangen Griebenows und ebbte ab. Der Fremde war mit einem Schlage umgewandelt. Kalt ... gemessen ... tückisch. „Lassen Sie die Flegeleien", sagte er. „Lind nun vorwärts marsch ! Oder soll ich Sie in Schuhhaft nehmen lassen?" Griebenow hob seinen Kopf. Er sah den andern an, als sei er ein Gespenst, dann nickte er. Vor ihm stand der hochgewachsene Fremde aus dem Spielsaal und dem Restaurant Paris. Irgend etwas in den Augen und dem Wesen dieses Mannes zwang ihn. Lähmte seinen Willen. Die große Vorhalle war schwach belebt. Ein paar Sperren lagen rauchend, Zeitung lesend in den tiefen Sesseln ausgestreckt. Die Musik klang matt gedämpft heran. Im Hintergründe stand der Page wartend an dem Fahrstuhl. Wortlos schritt der hvchgewachsene Herr vor Griebenow. Dicht am Fahrstuhl trat er seitwärts und ließ Griebenow den Vortritt. Beide Herren standen voreinander. Ein Ruck. Der i Fahrstuhl stieg. Griebenow griff glättend an den Knoten der Krawatte. Er hatte seinen Hut verloren. Sein Haar war ungeordnet. Wie sah er aus? Der Fahrstuhl hielt. Ein paar Schritte zwischen Marmorwänden über plüschbelegte Gänge. Vorbei an goldbordierten, weißlackierten Flügeltüren. An einer hielt der Fremde. Oeffnete. Er ging voran. „Bitte!" sagte er. Ein kurzes Zögern. Dann betrat auch ©riebe« now das Zimmer. t In einen großen Raum trat Griebenow. Die Wände waren dunkel übertäfelt. Riesige Pfeiler, die in den vier Ecken ragten, trugen die gewölbte Decke. Ein paar hohe Sesfel standen vor dem englischen Kamin. In einem meterhohen Leuchter brannten abgedämpste Kerzen. Rechts und links aus diesem Zimmer führten Türen in die Schlaf- und Baderäume. Aus dem Raum zur Rechten klang ein leises Räuspern. Der Fremde ging an diese Tür und schloß sie ab „Bitte . sagte er, auf einen Sessel zeigend. „Rehmen Sie doch Platz, mein Herr." Er legte Hut und Abendmantel achtlos auf den Diwan. Dann schritt er schnell an den Kamin zu Griebenow. „Da fällt mir ein, Sie werden Hunger haben. ‘ „Olein.“ „Doch. Warten Sie." Er machte ein paar Schritte nach der Tür. Er klingelte. Hierauf zog er einen zweiten Sessel zum Kamin. Beide Herren faßen. Zwischen ihnen stand ein Tisch mit Zigaretten. Ferner ein paar goldene Richtigkeiten -■ — der Beweis, daß eine Frau an diesem Tisch gesessen hatte. Regungslos sah Griebenow. Unter seinen halb- geschlossenen Lidern schimmerte das Weiße. „Müde?" fragte ihn der andere, seltsam lächelnd. Griebenow sah auf. Als er dieses Lächeln fühlte, schüttelte er den Kopf. Es klopfte. Ein Kellner kam. Der fremde Herr bestellte Sekt und Sandwiches. Dann zu Griebenow: „Run sind wir ungestört. Viemand hört uns. Rauchen Sie?" Beider Auge lagen ineinander. Die des Fremden senkten sich in die Griebenows. Er fühlte sich davon durchdrungen bis zum letzten Verv. Schwere Müdigkeit befiel ihn. Der Fremde nahm das Feuerzeug, setzte es in Brand und reichte es Griebenow hinüber. „Wollten Sie im Park nach Spatzen schießen, junger Freund?" Griebenow hielt seinen Kopf gesenkt. Ruhe ... dachte er, Gelassenheit ... Dieser Mann hat Augen wie ein Vampir. Sich nicht verblüffen lassen. „Olein, ich wollte mir die Zähne putzen, und Sie haben mich gestört." । „So ..." Der andere lachte. Cs war ein Lachen I I ohne Ton und Wärme. „Anscheinend sind Sie । wieder guter Laune, ilmfo besser. Darf ich also ein paar Fragen an Sie richten?" »Ditte." „Olame?“ „Sie vergessen, daß Sie Hausherrnpflichten haben, Herr ... Herr ...? Wie war doch ihr Olame ?“ „Wir reden ernst", sagte jener brüsk. „Der- stehen Sie! Lind Sie werden mir jetzt Ihren Olamen nennen. Also?“ 'Griebenow sah auf. Wieder fing fein Blick sich in dem Dann der starken, harten Augen seines Gegenübers. Er wollte lächeln. Sein Lächeln wurde zur Grimasse. Er fühlte, daß sein Wille sich in Rebel löste. „Ich heiße Griebenow." „Doktorgrad? Welche Fukaltät? Titel? Halt! Nachher .. In diesem Augenblick erklangen Schritte vor der Tür. Es klopfte. Der Kellner brachte Sekt in einem Silberkühler. Er stellte eine Platte Sandwiches auf den Tisch, füllte die geschliffenen Kelche und verschwand. Der Fremde neigte sein Glas vor Griebenow. ^Ihre Zukunft.“ Dieser Hohn ist tödlich, dachte Griebenow und trank. „Sie sind mir noch die Antwort auf die Fragen vorher schuldig." CP ubcncto sann nach. Welche Fragen? Wieder flössen Ströme der Empfindung in ihm durcheinander. Er wollte sich mit allen Kräften gegen bjefe Art der Fragestellung wehren, und er wußte dennoch, daß er diesem Fremden jetzt fein Leben und fein Schicksal bis in alle Einzelheiten beichten würde. „Ich war Offizier. Nach dem Kriege habe ich studiert. ONedizin." „Staatsexamen? Wann?" „Dor zwei Iahren.“ „Weiter." „Ich wurde Assistenzarzt in dem Sanatorium ,Al Hahaf in Heluan. Ich geriet in Differenzen mit dem Oberarzt und ging ..." . „Was für Differenzen? Beruflich?" „Olein. Es war ein Ehrenhandel. Wegen einer Frau." „Sir kommen also aus Aegypten?" „Nicht direkt. Ich war inzwischen kurze Zeit in Nizza in der Nervenklinik Doktor Smys." „Ach .. ." „Dann erkrankte Doktor Smy plötzlich. Seine Klinik wurde aufgelöst." „So, so ..." Der hvchgewachsene Fremde griff in die Importenkiste. Er knipste die Zigarrenspitze ab. Dann setzte er das Feuerzeug in Brand und 'tat einen tiefen Zug aus der Zigarre. Er stieß den Rauch in einer blauen Wolke zur Decke. Eine Weile war es still. Griebenow begann zu gähnen. Immer unheilvoller legte sich die bleischwere Müdigkeit auf feine Glieder. Er fühlte sich im ilebermafj er- MAGGI* Grünkern-Suppe von Kennern sehr geschätzt — besonders bekömmlich ■ Leiä)i vo ö.D Gießen Lezii Erfolg Weiler, reiche - Wie berget die zah ebenso!! Beteilig Jurchsu mit ihr« besonder Keinigl diese K« Durchfö Doch ui Dorkäo Eämpfei nolwen frühere Durchs«! die von burdyni: bßonbet mann (hersfel! zeigten s (Kassel), müllt meister unter s wurde i vereinst den leh Die Müller (1900 Preußi Gießen 5000=® fei), : Gießen 1900 G Kassel, sei, 10) Morbui Marbui Etabhoi bestorm armig: beftarm luswer' Kassel), Morbui Morbur felb), 5 Achten Sie bitte auf den Namen MAOGI und die gelb-rote Packung 1 Würfel für 2 Tefer 13 Pf®, Ziehung bestimmt 4. und 5. 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Mit Genehmigung des Herrn Ministers für Arbeit und Wirtschaft werden außer einem Stammbeitrag von 6 RM. für jeden Handwerksbetrieb - 24 Rpf. für je 100 RM. Steuerwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals erhoben. Die Zahlung der Umlage hat in vier Zielen zu geschehen, und zwar: l.Ziel sofort, 2. bis 4. Ziel jeweils bis zum Ende der Monate September und Dezember 1930 und März 1931. 4615C Anforderungszettel werden den Umlagepflichtigen in Kürze zugeftellt. Gießen, den 18. Juni 1930. Der Oberbürgermeister: Dr. Keller. Nowack- 4208 A tarier Müollerie 3385 Gewinne zusammen Mk. 25000 HOOOO Statt Karten! Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir hiermit herzlichst. Karl Arend und Zrau Marie, geb. Schmidt Offenbach am Main (Waidstraße 152), Zuni 1930. 04017 ©er bas. sollte auch ein Roederherd sein. gern praktisch vorführen. 4004 A Hausfrauen haben ihn gewühlt und sind von Ihm begeistert. — Wenn Sie Ihn noch nicht kennen sollten, so kommen Sie zu uns. Wir werden Sie mit Ihm bekannt machen und ihn tsfteund in IhteC s: Schaurig (Hessen- Preußen, Kassel), 800-Meter-Laus: Bcpperling (1900 Gießen), 15>00 Meter Lauf: Petero I (1900 Gießen), 5000-TiclcrVau| Scheyhing (5)essen.Preußen, Kos- fei), NO-Metcr-Hurdenlauf: Hopfenmüller (1900 Gießen), 4X100 Metcr-Staffei Svielvereinigung 1900 Gießen, 4X4OO-Meter-Stasfel: Hessen Pretißen Kassel, 4X15O0-Meler-Stasfel: Hessen Preußen Kassel, lOXlOO-Metcr-Stassel: Akademischer Sportklub Marburg. >)ochsprung i^uchs-Wißemann (ASE. Marburg), "ZVeitsprung: Miilrlner (ASE. Marburg), Stabhochsprung: Jung (1900 Gießen), Kugelstoßen bestarmig tednifer (1900 Kichen), Kugelstoßen beidarmig: Gary (Athl Club Marburg), Diskuswersen bestarmig: Iunghenn (Hessen-Preußen Kassel), Diskuswerfen beibarndg: Iunghenn (Szeffen Preußen Kassel), Speerwerfen bestarmig: Schrader (AST. Marburg), Speerwerfen beidarinig: König (ASE. Marburg), Hammerwerfen: Franzte (Hefsen Hers- feld), Fünfkampf: Schnridt (Kurhessen Kassel). Gesamtergebnis: 1. Spielvercinigung 1900 Gießen, 36 Punkte; 2 Hessen-Preußen Kassel, 31 P; 3. ÄSE Morbrirg. 29 P.; 4. Kurhessen Kassel, 21 P.; 5. DsB. Gießen, 12 Punkte. Ginzel • Ergebnisse: 100 - Meter- Laus. 1. Müller, Weilburger ST., 11,1. 2. Erdmann, ASE. Marburg. 11,2. 3 Mühl- ner, ASE. Marburg, 11,4. Müller tritt sehr schnell an und gewinnt knapp in guter Zeit. 200-Meter-La us : 1. Deist, 1900 Gießen, 24,2. 2 Löwenbaum. He-Pre Kassel, 24,2. 3. Guyot, 1900 Gießen. 24.4. Deist verschosst sich einen kleinen 'Vorsprung und gewinnt nach prächtigem Kamps unternr Beifall der Zuschauer 3. S. Vachs „Kunst der Fuge". 3ur bevorstehenden Ausführung de» (Gießener .^onzcrtvcrctnd. ..Die Schande, eine# der kostbarsten Guter der Qtatiou schmählicher Vergessenheit Versalien zu lassen, ist nicht getilgt. Sie lastet seit eindreiviertel Jahrhunderten aus der deutschen Musik. Da# deutsche Volk soll sich in einer Zeit der Knechtung, der inneren und äußeren Armut, auf seine großen welthistorischen Geister besinnen." Mit diesen Worten schließt der damol# (1923) 17 jährige Wolsgong Gräser seine Einsührung in 08 ad)# „Aun ft der Fuge" ob und appelliert damit an die gesamte Musikwelt, an ihre geistigen Führer, dem Werke do# ihm zukommende Recht zu geben und e# noch 175 Jahren endlich zu einer Uraufführung zu bringen. Ist e# nicht eigenartig, daß ein so junger, frühreifer Menfch zum Wegweiser und Wegbereiter wird, und alle, denen das Wohl und die ®eltunq der deutschen Musik am Herzen liegt, ihm bercit- willigst folgen? Vielleicht mochte c# daran liegen, daß dem jungen Gräser der Blick für da# Wesen de# Werke# nicht durch ein befangene# Lchulurteil getrübt war. vielleicht liegt auch seine hervorragende mathematische Begabung. ihm die großen inneren Zusammenhänge de# Werke#, die vielen Generationen verschlossen geblieben waren, ossen- har werden. Versolgt man da# Schicksal de# Werke#, über dem der große Tbomaskantor dahinstarb. so scheint c# ständig vom Verhängnis verfolgt. Die Originalausgabe von 1750 hatte wenig Erfolg. Dine Aeuausgabc mit einem Vorwort Mar - pu r g # für die Leipziger Meße 1752 erreichte, daß bi# zum Jahre 1756 dreißig Exemplare diese# Werke# abgeseht wurden. Der geringe Erfolg lief) den Sohn Vach#. Philipp Emanuel die im Besitz der Familie befindlichen Kupsertaseln. auf denen da# Werk gestochen war. den Der- legem zu jedem annehmbaren Preise anbieten. Funszig Jahre später veranlaßt Han# Georg A ä g c 1 i eine Aeuausgabe der , Kunst der Fuge" und wiederum vierzig Jahre danach tritt Moritz $au |>t mann mit einer Abhandlung für da# Werk ein. Die Ausgabe der Vachgesellschast konnte ihm ebensowenig die Stellung sichern, wie auch da# Eintreten Hugo A i c m a n n # mit feinen geistvollen Analysen fast nur im engsten Kreise der Aachnrufiker Eingang fand. Aoch im Jahre 1889 konnte (Sari von Bruvck in seinen .Technischen und ästhetischen Analysen de# wohltemperierten Klavier#" sich äußern, daß wir Das 11. Feldbergfest. Schöne Erfolge Gießener Vereine. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". °» Frankfurt a. M. 22 Juni Unter har- kr Beteiligung von rund 1500 Wettkämpfern fand heute auf dem Gipfel de# Fetdberge# da# 77. Feldbergfeft statt. Sehr gut vertreten war dabei auch der Turnaau Reffen, im Einzelkompf fowoht al# auch bei den Mann- fchaftswettbewerben. Aach Gieße n fielen drei Staffelsiege Die Monnfchaft de# Männer- turnnerein# Gießen (Heinz Aothermel, Erich Seipp, Otto Lindenftruth. Ludwig Mal- tomefiu#. Richard Becker > gewann den Schmu cif child unter 11 Bewerbern in l,017/jo Minuten. In der vierma.l-75-Meter-Pendel- flaffel für Turnerinnen um den Brunhil- d e n s ch i l d wurde unter 5 Bewerbern ebenfalls der Gießener Männer turn verein (Titti Efpoch. Eharlotte Amend, Erna Ali- Hau#. Elfe Bickelhaupt) erster Sieger in der guten Zeit von 423 l0 Sekunden. An dritter ©teile placierte sich im gleichen Kamps Turnverein 1 8 4 6 Gießen (Slsriede Münnich. Via Philipp, Marie Koch. Jdel Hauck) mit 45'/,s, Sekunden Qlud) im Einzelkamps schnitten die Vereine von Dießen und andere heimische Vereine sehr gut ab. Trotz de# schwierigen Gelände# wurden, begünstigt durch do# tressliche Turnwetter, durchweg rocht gute Leistungen erzielt, und die Wetturner konnten mehrfach die Höchstpunktzahl mit lieberpunften wesentlich überschreiten. In einzelnen Hebungen wurden ausgesprochen vorzügliche Spitzenleistungen erzielt. Im Kugelstoßen erreichte I. Wblbert (5gl. Koblenz) die ganz hervorragende Weite von 13,20 Meter (33 Punkte). Im Weitfprung wurde die 6- Metergrenze (20 Punkte) mehrfach übersprungen Der Sprung von Otto Zeigner (Tgf. Oberursel) mit 6,90 (29 Punkte) verdient besondere Hervorhebung. Die 100 Meter wurden von mehreren Tunern in 12 Sekunden durchlaufen, bei der stark ansteigenden Laufbahn eine gute Leistung Im Völfungenkampf bewältigten Wagner (Frankfurt a M) und Pvntow (Fulda,) die Strecke sogar in 11,4 Sekunden Bei den Turnerinnen erreichte Schäfer (Tgf. Sachfenhaufen) 1,47 Meter int Hochfprung. Maisch (Tgde. Bornheim) nahezu 12 Meter im Kugelstoßen Aeu ausgenommen in den Desomt- rohmen de# Feste# war erstmalig das Kinderturnen, da# unter Leitung von Kreiskindertum- wort Klenk (Bensheim) dem Aachmittag de# Feftfonntags eine frische Aote gab. Ein Bericht über die Ergebnisse, insbesondere die Grsolge des Turngaues Reffen, folgt. 4 00 -Meter-Laus : 1. Schaurig. He-Pre Kassel, 52,9 2. Silber. Kurhessen Kassel. 53,0. 3. Aönik. ASE. Marburg, 53,8. Der Sieger läuft nicht au#. 800» Meter-Laus : 1. Bepperling. 1900 Gießen, 2,05,8. 2. Althoss. Kurhessen Kassel, 2,07. 3 Duchhardt. Alsfeld, 2,09. Der Kur- Hesse sieht lange, wie der Sieger au#. Der 1900er tritt auf der Zielgeraden, lebhaft angefeuert, zum Endfpurt an und gewinnt überleben 1 500-Meter-La us : 1. Peter# I., 1900 Gießen, 4,53. 2. Muller, VsB. Gießen. 4.59.2. Eine zahme Sache für Peters. 5000-Meter-Laus : 1. Scheyhing. He- Pre. Kassel, 16,40,8. 2. ^cbcrling, Wetzlarer SpV., 16,53,8. Die meisten Läufer geben wegen der Hitze auf. Der Sieger zeigt eine gute Leistung. 1 1 O-Meter-Hürden: 1. Hopfenmüller. 1900 Gießen, 19,4. 2 Kleemann. He-Pre. Kassel. 19,8. 3. Zerndt, Wetzlarer SpV 21.6. Sobottka strauchelt an der ersten Hürde und gibt aus. Hopsenmüller strengt sich nicht an. Hochsprung: 1. FuchS-Wisfemonn, ASE. Marburg. 1.76. 2. Eapellv. VsL Wetzlar. 1.76. 3. ©treib, ASE. Marburg. 1,65. Die beiden ersten zeigen gleichgute Leistungen: die Entscheidung fällt erst nach Stichkamps. Weitsprung: 1. Mßhlner, ADE Marburg, 6,31. 2. Aausch. He'Pre Kassel. 6.11. 3. Sobottka. He-Pre. 5 98. Alle drei zeigen sehr gute Technik. Stabhochsprung: 1. H. Jung. 1900 Gießen, 3,10. 2 Longe. ASE. Marburg, 3,00. 3. Köhler, He-Pre. Kassel, 3,00. Durch stundenlange Ausscheidungskämpse sind die Springer stark ermüdet und können ihre sonstigen Leistungen nicht erreichen. Kugelstoßen, bestarmig: 1. Schäfer. 1900 Gießen. 12.99 Meter. 2 Mohl. DsB. Die- ßen, 12,64. 3. Schrader. ASE. Marburg. 12,13. Schäfer zeigt sich verbessert und wird bald an seine vorjährige Leistung anknüpsen. Mohl enttäuschte. Kugelstoßen, beidarmig: 1. Gary, Athl.Elub Marburg, 22,53. 2. Dörge. Kurhessen Kassel, 21,97. 3. Schäfer. 1900 Gießen. 21,93. Hier fehlte Schäfer etwas Training. Diskuswerfen, b e ft a r in i g: 1. Iunghenn, HePre. Staffel, 36,99; 2. Schäfer, 1900 Gießen, 35.H1; 3. Gary, AthlEl Marburg, 35,72 Meter. Der ewig junge Spartfiiljrer läßt sich noch immer nicht schlagen. Schäfer auch hier verbessert. Diskuswerfen, beidarmig: 1. Jung- Henn HePre., Stoffel, 60,04; 2. Schroder, ASE, Marburg, 56,96; 3. Koch, VfL Wetzlar, 56,28 Meter. Hier gewinnt Iunghenn überlegen. Speerwerfen, beftarmlg: 1. Schroder, ASC. Marburg, 49,13; 2 Hovfenmüller, 1900 (Riehen, 46,90, 3. Silo», 1900 Gießen, 46,17 Meter. Der Sieger ist sehr veranlagt, Hopsenmüller zeigt die beste Technik. Kid» fehlt Training. Speerwerfen, beidarmig: 1. König, ASE. Marburg, 73,57; 2. Dr. Schlotthouer, Frlsp lor, 72,05; 3 St lös, 1900 Gießen, 71,60 Meter Sllöo kann feine Leistung ständig steigern und enttäuscht nad) Der angenehmen Seite. Hammerwerfen: 1. Franzke, Hessen Hers- seid, 37,50; 2. Gary, AthlEl. Marburg, 35,79; 3. Mohl, LlsB. Gießen, 35,21 Meter. Der junge Hersfelder ist eine deutsche Hoffnung; wunderbar, wie er dieses sd)wierige Gerät meistert. Fünfkampf: 1. Schmidt, Sturhessen Kassel; 2. Sobottka, HePre. Kassel: 3. .Hoch, VfL. Wetzlar. Sobottka führt bi» zur letzten Hebung, dem 1500- Meter-Laus odjmibt zeigt sich als guter Mittelstreckler und gewinnt sicher. 4X100. Meter-Sias fei 1. 1900 Gießen, 45,8; 2. ASE Marburg, 45.9, 3 Kurhessen Kassel, 45 9 Sek Das spannendste ‘Hennen de» Tage». Die Spielvereinigungsleute erzielten Im Vorkarnvl schon 46,2 Im Endlaus verunglückt der letzte Wechsel, doch kann der Schlußmann durd) sehr gute» Lausen den Sieg ficherstellen «Mannschaft: K ed)mab, Th. Hopsenmuller, N. Geist, E. Guyot) 4x400 -Meter-Stoffel l HePre. Kassel, 3:40,8; 2. ASE Marburg, 3 43,7 Min 4 X 1 5 0 0 - M e t e r - S l a f f e 1: 1. HePre Kos- fei. 18:11,8; 2 1900 Gießen, 18,42 Mio. 10X 100-TI et er -Staffel 1. ASE Marburg, 1:56,4. 2. 1900 Gießen, 1 59,2 Min 10X 100-Meter-Jgd.-Staffel: 1. 1900 Gießen, 2,04 Min DsB Gießen nicht angelreten. Älte-Herren-Konkurrenzen: 1 Streb», Kurhessen Kassel, 12,8; 2 Nagel, DsB. Gießen, 13 Sek. Die Leistungen find recht gut. Kugelstoßen: 1 ^ungbenn, HePre Kaffel, 11,98, 2. Kreb», Kurhefsen Kaffel, 7,78, 3 Nogel, BsB. Gießen, 7,31 Meter. Dreikampf: 1. Streb», Sturhefsen Kaffel; 2. Nagel, DfB Gießen (Gießener Gchwimmverein. Der Gießener Schwimmverein beteiligte sich am letzten Sonntag am 3 l< m - R h et n ft r o m - Schwimmen in 'S d) i e r ft e i n und konnte dort gegen Frankfurt. Höchst. Darmstadt und Wiesbaden mit Arnold Zimmer den 1. Preis, Herbert den 2. Preis, und Schombert den 5. Preis erringen. Handball im T. V. (^foßen Busect. Io. Großen vufeck I — Vorheim I 15:3 (6:2). Großen-Vuseck 1. 3gb. — Dorheim 1 3gb. 8.0 (4:0). Großen-Buseck hatte am vergangenen Sonntag Dorheim zu Gasl Die 1 Mannschaft konnte nach ständiger Ueberlegenl)cit die Gäste mit bem hohen Nesultat 15:3 nad) House schicken Ebenso konnte die Zugendmannschaft Dorheim» Jugend mit 8:0 dcw Nachsehen geben. Handball in Outenhofen. Iv. Aliendors (Lahn) — Io. Dutenhofen 2:2 (1:1. Die beiden Mannschaften trafen fick) am vergangenen Sonntag zu einem ,treunbfd)afto|plel in Dutenhofen. Allendors, bas mit biefem Spiel zum zweiten- mal an ble Oessentlichkeit trat, bewies erneut, baß es in ber kurzen Zeit schon etwas gelernt hat Da» Spiel würbe auf beiben Seiten sehr fair mio- getragen. Da» heiße Wetter hatte aber auf da» Tempo einen nicht geringen Einfluß. Bei einer leid) ten körperlichen Ueberlegenheit von Allendors kam da» obige Refilltat zustande. Kegelsport. Am vergangenen Sonntag fand In Trohe die 3. Bundesfahrt de» Kegler bundes Labn - Buleckertal verbunden mit bem 25jährigen Stiftungsfest unb dir Bannerweihe des Kegelklub» „Alle Neun" Trohe statt. Bereit» Sonntag früh 8 Uhr wurde mit bem 'Bun- deseinzelkegeln, an bem sich 225 Kegler beteiligten, begonnen. Hierbei wurden mit vier Äugeln schone Resultate erzielt. Auf einer Nebenbahn begann um dieselbe Zeit dos öffentliche Preiskeaeln. Auch hier war die Beteiligung sehr gut. Der Nachmittag brachte den F e st z u g. Der Vorsitzende Albrecht Schmidt begrüßte die Erschienenen. Frl. Anna Lich sprach einen Prolog, und das Banner wurde vom 'Borsitzenden dem Verein übergeben. Stelloer- sitz« nb« । Karl K ö t b e r, Wie seck, hielt die Ansprache. Kegelklub (flut Holz, Alten- Buseck, übereid)lc dem Zubeiverein einen goldenen Fahnennagel. Nun begannen die Entscheidungen im Bundeoeinzelkegeln, und das Vereinskegeln IN den späteren Stücken der Kunst der Fuge I „Musik erhalten, die in Wahrheit keine Musik 1 mehr ist, sondern völlig in# Barbare, Abstruse und zu einer konirapunktischen Katzenmusik äußertet." Am meisten hotte dem Ansehen de# Werke# wohl von jeher die Bezeichnung al« ein kontrapunktisches Schulwcrk geschadet Philipp Emanuel Bach betont in der oben erwähnten Ankündigung, „man könne sich einen mündlichen Lehrmeister, der sich da# Geheimnis der Zuge erst teuer genug bezahlen lasset, ersparen." Selbst Hugo "Riemann urteilt noch ..Die Kunst der Fuge ist deshalb, als Ganze# betrachtet, kein eigentliches Kunstiverk, sondern ein Dchulwerk." Gelegentlich seine# Besuches in Berlin im Jahre 1747 hatte I L. Bach von Friedrich dem Großen ein Thema zum Improvisieren bekommen. und nach seiner "Rückkehr nach Leipzig läßt er die kontrapunktische Durcharbeitung des Themas, dos ..Musikalische Ops er" erstehen das er dem Preußenkönig widmete. Dieses konzentrierte kontrapunktische Schassen wurde nun zum Anstoß für die Kunst der Fuge, mit der Bach erweisen wollte und konnte, welch einer reichhaltigen Fülle von Möglichkeiten und Vielseitigkeit her Durchdringung und Ausschöpfung die kontrapunktische Kunst fähig war Man wird nicht sehlgehen. darum in diesem Werk die Zu- sammensafsung von Bach# persönlichem Stil zu erkennen. Io wird es als fein perfönlichstes, letzte# Bekenntnis, als fein musikalisches Testament gelten können Da Bach gesonnen war, gerade diesem so äußerst gestrafften, persönlichen Werk eine möglichst große Auswirkung xu geben, ließ er es sosort in Küpser stechen. Den Stich der ersten elf "Hummern konnte er noch überwachen Da# ganze Werk war bi# zur großen Lchlußlugc gediehen, da muß er fie mitten in ihrer Entwicklung abbrechcn; Krankheit entwindet ihm die Feder. Im Autograph findet sich ein Eintrag von der Hand Philipp Emanuel Boch# _ Lieber dieser Fuge, wo der Rome BACH im Kontra- Subjekt angebracht worden, ist der Verfasser gestorben." Wenige Tage vor seinem Tode hat der erblindete Meister den vierstimmig ausgcar- beiteten Shoral: »Vor deinem Thron tret' ich hiermit", seinem Schwiegersohn Altnikol in die Feder diktiert, ein letztes Zeugnts der Sr- qebuna und des liebe rwu n denhabens des Irdischen. Al# Ganzes gesehen, kann man die „Äunft der Zuge" als ein gigantisch angelegtes Variationswerk über ein kurze# viertaktiges Thema an- lehen. Dieses Thema kann in seiner Gestaltung als ein Ausdruck höchster Vergeistigung, letzter Abstraktion, gewertet werden; in sich geschlossen, Bachsche Orchester an lehnt So war es ein musikalischer Gedenktag von allererster Bedeutung, als im Juni 1927 ..Die Kunst der Fuge" ihre Klangwerdung in der Thomas-Kirche in Leipzig unter der geistigen Gei hing von Karl 0t raube erfuhr, sicherlich nicht dem 11. OHän 1829 nachstehend. an dem der junge Fells Mendelssohn Bachs Matthäus-Passlon in Berlin aus- führlc Gräsers Einrichtung der Kunst der Fuge" Hält sich frei von persönlichen, eigenwilligen, verfälschenden Zusätzen Ein besondere# Verdienst von ipm ist es. daß er den organischen Zusammenhang der 19 einzelnen Sätze erkannt unb durch Umgruppierung wiederhergestellt hat Die Aeihen- folge der Fugen 1 bis 11 war durch Bach selbst im Stich feftgelegt worden Schon im Berliner Autograph stnden sich abweichende Anordnungen, und fast ein jeder Herausgeber kommt zu anderen Gruppierungen. Der erste Abschnitt umsaht vier einfache Fugen, von denen in der kommenden Ausführung die ersten drei erklingen werden Die ersten zwei geben das Thema in der originalen Form, die dritte verwende! das Thema in seiner Umkehrung. Die zweite Gruppe stellt Thema und Umkehrung in Gegenfugen gegenüber, wobei z^B. in Ar. 7 das Thema auch Tn rhythmischer Vergrößerung und Verkleinerung erscheint. In der dritten Gruppe sind Ar. 9 und 10 Doppelfugen. Ar. 11 ist eine Tripelfuge Aus der vierten Gruppe, den ftreng gearbeiteten kanonischen Fugen, werden wir Ar. 14 aus der Orgel hören. Daraus folgt eine Gruppe von Spiegelfugen, durch die kunstvolle Fügung des Seher# eine klangliche Wiedergabe des ganzen Stuckes in allen feinen Teilen in der Umkehrung, ber Spiegelung. der einzelnen Tonlchritte ermöglichen. Das Ganze wird durch die leider unvollendete ^rohe Quadrupelsuge gekrönt: durch das -A-C-H-Ibema wird fie zum besonderen Symbol für den Schöpfer des Ganzen Die Fuge bricht ab, in hehrer Schlichtheit erklingt der (Sporal auf ber Orgel „"Dor Deinen Thron tret' ich hie» mit" Der letzte Gedanke, ber uns von dem großen Meister übermittelt wurde Wenn die führenden mufikalischen Kräfte Gießen# für hiefe# Werk sich einsetzen, so muh da# ganz besonder# anerkannt werden, denn bisher hat sich nur in wenigen Orten eine Auf- sührung der . Kunst der Fuge" ermöglichen lassen Es ist Psi ich), durch Hineinverfenken beim Hören inneren Anteil an dem Werke zu nehmen; benn die lichte Klarheit seines Ausbaues wird jedem musikalischen und seelischen Gewinn geben. Dr H. dennoch mit markanten melodischen Wendepunkten. in seiner Einsachheit ist e# mit starken, musikalischen Trieb- und Keimkrästen erfüllt. Es erscheint dem gegebenen Thema au# bem „Musikalischen Opfer" pertoanbt; aber e# ist ihm an innerer Klarheit und scharfer Ausgeprägtheit überlegen. Aehnlich, wie in der Geifteswiffen- schast und Literatur ein Thema immer wieder von neuen Seiten beleuchtet und von neuen Blickpunkten her erschlossen werden kann und die im Thema gegebene Problematik immer klarer erhellt wird, so wird das streng gemeißelte, lapidare Thema ber .Kunst ber Fuge" im Verlause bes ganzen Werkes immer toicbcr von anberen Seiten betrachtet, in ber Fülle seiner in ihm rupenben Kräfte geweckt unb erschlossen fast unerlchöps- lich erscheint es in feiner gebärenben Kraft, fast unermeßlich die Zahl der aus ihm erwachsenden Anregungen Ob der Titel deS Werkes »Die Kunst der Fuge" nnn Bach selbst herrührt, läßt l nicht mit Bestimmtheit sagen: er selber bezeichnet jeden einzelnen Sah nicht al# ,3uge", sondern als Contrapuytus, damit am treffendsten daraus hin- deutend, bah es ihm daraus ankam. im "Nahmen kontlapunktischer Beftrasstheil unb energischer geistiger Zucht ba# letzte Persönliche daraus zu fchöpsen. bem absoluten Thema burch bic Art seiner Verarbeitung persönliche Bedeutung zu verleihen. In seiner llmfehrung. also im Spiegelbild seiner tonalen Fortschreitungen, ist c# ebenlo charakteristisch wie auch in ber Mannigsaltigkeit ber Variierung Wo Bach mehrere Themen benötigt, erwachsen diele organisch aus bem Drundthema. ber Quadrupelsuge am Schluß verleiht er durch die Umsetzung ber Buchstaben feine# Hamen# hach in# Mufikalifch-Thematilche einen ganz besonderen persönlichen Zug. Bach hatte für dieses persönliche Bekenntnis sich nicht an irgendwelche ausführenden Instrumente qebunben Er hatte den Stich al# Partitur ausführen lassen. Vielleicht war das ein Grund dasur. daß man da# Werk nur als ein solches höchster kontra pünktlicher Abstraktion ansah und gar nicht an seine praktische Ausluhrung. an seine reale Umsetzung ins Klangliche, heran- trat Aber prägt sich nicht gerade darin der überzeitliche Eharakter des Werkes aus. daß Bach ihm keine klangliche Bindung an irgendwelche vergängliche Art von Instrumenten gab, sondern jedem Musiker eine Ausführung ermöglichte, mit den seinem Zeitalter zur Verfügung stehenden klanglichen Mitteln. "Dielen Gesichtspunkt greift Gräser auf und gibt dem Derk eine klangliche i Wiedergabe, die sich an das bei uns übliche I wurde im Anschluß hieran ausgetragen. Hierbei warfen je 5 Mann je 5 Mügeln. Die Resultate waren viel Häher als beim Bundesfest in Wieseck. Am Abend fand die Verteilung der Preise statt. Auch wurden an die 5 Ehrenmitglieder Diplome überreicht. m , Die Ergebnisse der einzelnen Kegeln lauten wie folgt: Der ei ns kegeln: 1. Preis Kegelklub (hui Holz. Krofdorf, 152 Kegel; 2. Preis Kegelklub Gut Holz, Alten-Bufeck, 1-12; 3. Preis Kegelklub Alle Neun, Wißmar, 142; 4. Preis Alle Neun, Trohe, 142; 5. Preis Gut Holz, Reiskirchen, 141; 6. Preis Gut Holz, Lollar, 136; 7. Preis Gut Holz, Beuern, 134; 8. Preis Bahnfrei, Lollar, 132; 9. Preis Kegeikranz Vorwärts, Wiefeck, 128; 10. Preis Gut Holz, Wiefeck, 126; 11. Preis Alle Neun, Alten-Bufeck, 125; 12. Preis Bahnfrei, Wißmar, 124; 13. Preis Alle Neun, Wiefeck, 122; 14. Preis Alle Neun, Großen Linden, 116; 15. Preis Gut Holz, Steinbach, 106 Kegel. _ . . B u n d e s e i n z e l k e g e l n: 1 Preis Liidwig Kreutz, Wißmar, 31 siegel; 2. Ludwig M uff, Lollar, 29; 3. 'Adolf Weniger, Wiefeck, 28; 4. Karl R a u, Trohe, 28; 5. Karl Weigand, Reiskirchen, 28 Kegel. . Öffentliches Preis kegeln: 1. Preis Heinrich Panzer II , Trohe, 26 Kegel; 2- Wilh. Koch, Krofdorf, 25; 3. Peter Freudenberger, Lollar, 25; 4. Karl S ch w arz, Rodgen, 25; 5. Rudolf Rühl, Trohe, 25 Siegel. Spielabicilung des M. T. B. Gießen. An den Sieg der Faustball-Turnerinnen Mannschaft, die am vorletzten Sonntag die Gaugiuppem Meisterschaft errang und sich dadurch die Teilnahmeberechtigung an den Spielen um die Kreismeisterschaft erkämpfte, reihten sich am letzten Sonntag wieder zwei Siege der Fugend- nnb Schüler-Hand ballinannschast an. Nach überlegenem Spiel konnte die I. Fugend des Mtv. gegen die gleiche des Tb. Großen-Linden mit 15:5 siegreich bleiben Ebenso macker wie die Fugendlichen hielten sich die Schüler, auch sie zeigten sich ihrem Gegner, der Schulermnnn- schäft des Tv. Großen-Linden. jederzeit überlegen und gewannen nach schönem Spiel mit 7:0. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 24. Juni 1930. Heichsverordnung zur Ausführung des Gaststätiengcsehes. Der Rcichswirtfchaftsministcr hat nach Zustimmung des Reichrates eine Verordnung zur Ausführung des G a st st ä t t e n g e s e h e s nom 28. April 1930 erlaßen, die demnächst tm Reichsgesehblatt veröffentlicht wird. Die Verordnung enthält im Ausschnitt I Grundsätze für die Prüfung dcS V e d ü r s n t s s e s. Danach ist zwischen Anträgen aus Erteilung der Erlaubnis zum Ausschank nichtgeistiger Getränke und Anträgen auf Erteilung der Erlaubnis zum Ausschank geistiger Getränke grundsätzlich zu unterscheiden Das VedürsniS für den Ausschank -nichtgeistiger Getränke ist in der Regel zu bejahen. Das Bedürfnis für den Ausschank geistiger Getränke ist nach den strengsten Grundsätzen zu prüfen. > Die Voraussetzungen de- Bedürfnisses im einzelnen sind je nachdem, ob es sich um Anträge 7 auf Erteilung der Erlaubnis zur Fortführung von schon bestehenden oder zur Errichtung neuer • Betriebe handelt, verschieden. Für das Bedürfnis zum Kleinhandel mit Branntwein sieht die Verordnung eine Bestimmung vor. nach der das Bedürfnis anznerkennen ist, trenn der Handel mit Branntwein einen der herrschenden Hebung entsprechenden und notwendigen Bestandteil der Art des in Betracht kommenden Handelsbetriebes darstellt. Im Llbfchaitt II regelt die Verordnung die Abgrenzung des erlaubnispflichtigen Kleinhandels mit Branntwein. Danach gilt als Kleinhandel mit Branntwein im Sinne Gaststättengesetzes die Abgabe einer Menge von nicht mehr als drei Litern Branntwein an Verbraucher. Sn einem weiteren Abschnitt werden die Voraussetzungen für die Abgrenzung de« Kleinhandels mit Bier oder Wein im Sinne des § 13 des Gaststättengesetzes geregelt.- Danach gilt als Kleinhandel mit Bier oder Wein jede Abgabe unmittelbar an den Verbraucher. ** B u n b „H a u s u n d S ch u I c". Man schreibt nns:Fn dem letzten Familienabend des Bundes wurde das Thema „Die Bedeutung der Alkohol- frage im Familienleben" behandelt. Eisenbahnsekretär Müller wies in seinem einleitenden Vortrag zunächst daraus hin, daß uns die Bibn a n t s ch l e i - ferei. Die Beschäftigung der Diamantschleife- reicn hat sich in der letzten Zeit erheblich gebessert. 3n Hanau und Umgebung sind die Schleifereien in der Lage, fortgesetzt Arbeitskräfte aufzunehmen. ♦ Stillegung des letzten Schwarzwälder Erzbergwerks. Das Schwarzwälder Erzbergwerk in Kappel bei Freiburg, das letzte Bergwerk seiner Art in Südbaden, wird infolge der Preisgestaltung auf dem Metall- marft den Betrieb einstellen. Die Belegschaft von etwa 160 Mann muß cntlaffcn werden. Damit kommt der einst blühende Schwarzwälder Erzbergbau vollkommen zum Erliegen. Die monatliche Förderung des Kappeler Erzbergwerks belief sich auf etwa 350 Tonnen verhüttungsfähiges Erz. * Südwest deutsche Bank — Gebr. Gutbrod G. m. b. H. Die Südwestdeutsche Bank 21®. in Ciqu., Frankfurt a. M. hatte aus einem der Gebr. Gutbrod G. in. b. H., Frankfurt a. M. von der Landesgewerbebank für Südweft- deutschland, Zweigniederlafsung Frankfurt a. M., gewährten Kredit von 33 500 Lst. nebst 10 Prvz. Zinsen ab LSuIi 1929 wegen eines Teilbetrages der Forderung, die auf die Südwestbank übergegangen war, in Höhe von 10 000 Mk. gegen die Gevr. Gutbrod G. m. b. H. Klage erhoben. Die 6. Kammer für Handelssachen des Landgerichts in Sranlfurt a. M. hat die G. m. b. H. zur Zahlung des Betrages nebst 10 Prvz. Zinsen ab 1.3ult 1929 verurteilt. — Es handelt sich hier um einen der Prozesse, die zwischen der Südwestbank und der Gebr. Gutbrod G. m. b. H. schweben. Die Schadenersahforderung der G. m. b. H. gegen die Südwestbank in Höhe von mehreren Oltillionen ist bekanntlich vom Gericht nicht anerkannt worden. ♦ 2te u e Arbeiterentlafsungen in der St Llngberler Industrie. Die Arbeiterentlafsungen in der saarländischen^ Eisenindustrie gehen weiter. Das Eisenwerk St. Ingbert sieht sich gezwungen, weiteren 150 Arbeitern des Walzwerkes zu kündigen. Die Arbeiter, die sofort austreten, erhalten den Lohn für 14 Tage und Entschädigung für Urlaubstage ausbezahlt. Es ist mit weiterer Produktionseinschränkung zu rechnen. 2luch in der St. Sng* bertcr Glasindustrie mußten Arbeiterentlassungen vorgenommen werden; auch hier ist mit weiterer Betriebseinschränkung zu rechnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M , 24. Funi. Tendenz: freund- lidjcr. — Nachdem an der gestrigen Abcndbörfe die Stimmung zum Schluß schon etwas freundlicher geworden mar, konnte sich heute in Verbindung mit der erholten gestrigen Neuyorker Börse und durch Unterstützung der Banken, die weiter zu Fntcrven- Honen zuschreiten schienen, die Tendenz weiter etwas bessern. Das Geschäft war aber, mit Ausnahme der Kaliaktien, nicht nennenswert groß, da auf der anderen Seite die innerpolitischen Schwierig- feiten immer nach der Börse einen gewissen Druck auferlegten. Der Auftragseingang hat ebenfalls noch nicht zugenommen, doch schritt die Kulisse, in Anbetracht der besseren Beurteilung der Börsensituation, zu Deckungen. Abgaben wurden kaum noch vor genommen. Nur am Elektromarkt lagen Licht & Kraft auf angeblich weitere Abgaben von Schweizer Seite mit minus 2 v. H. erneut gedrückt. Für die sonstigen Werte dieses Marktes machte sich teilweise etivas verstärktes Interesse geltend. Ste- m e n s tonnten sich um 3 v. H. erholen. A E G., G e s s ü r e I usw. lagen bis 1,25 v. H. fester. Auch bei Deutschen Linoleum hielt das Angebot an, so daß, obwohl das Angebot keinen größeren Umfang annahm, Verluste von fast 2 v. H. eintraten. Kun ft« seideaktien, die schon an der gestrigen Abend- börse hervortraten, lagen auch heute bis zu 2 v. H. gebessert. Am Chemie m a r k t zogen F.-G.- F a r - ben 2,25 v. H., und Holzverkohlung 1 v. H. an. Deutsche Erdöl litten jedoch unter Realisationen und waren etwas niedriger. Montan- werte hatten kaum etwas Geschäft. Von Kali- werten wurden Salzdetfurth nach der starken Abschwächung der letzten Tage zirka 7 v.H. fester taxiert. Von S ch i f f a h r t s ä k t i e n gewannen H a p a g 2 v. H. B a n t e n lagen nicht ganz einheitlich Am Re n t c n m a r f t lagen deutsche Anleihen leicht anziehend. Bon Ausländern waren T ü rf en etwas abgeschwächt. Fm Verlause schrumpfte das Geschäft wieder erheblich ein, doch konnten die Kurse bei schon geringster Nachfrage gegen Anfang weiter etwas anziehen. Schiff' f a h r t s w e r t e gesuchter; die neuerlichen Besserun- gen gingen bis zu 1,5 v. H. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 wieder etwas höher. Arn De- n i f e n markt nannte man Mark gegen Dollar 4.1965, gegen Pfund 20,368, gegen Paris 123,79, London gegen Kabel 4,8593, gegen Holland 12,0840. Berliner Börse. Berlin, 24. Juni. Wie im Vormittaasverkehr bereits vermutet worden war, zeigte die Börse zu Beginn des offiziellen Marktes eine freundliche Haltung. Die gestrige Neuyorker Börse hatte sich nach schwachem Beginn zum Schluß wieder kräftig erholt; von den heutigen Auslandbörsen lagen überwiegend festere Meldungen vor. Fm Moment beurteilt man die i n n e r p oI i t i s ch e La g e etwas günstiger und hofft auf eine baldige Lösung der Finanzministerfrage. Die Mitteilung, daß die R e i ch s p o st der Industrie größere Austräge unter der Bedingung eines Preisabbaues und der Einstellung von Ar- beitem geben will, wirkte ebenfalls beruhigend. Dagegen wurden die geplanten Betriebseinschränkungen bei Krupp heute kaum ermähnt. Die Spekulation schritt zu Beginn der Börse zu Deckungskäiifen, und bei dem außerordentlich geringen Geschäftsumfang ergaben sich fast durchweg 1- bis 3°v. H.-B e s s e r u n g e n gegen gestern Mit- tagsschluß. Verschiedene Werte, wie zum Beispiel Hoesch, Salzdetfurth, Schubert & ©al- zer, Spritwerte, Polyphon, Reichs- bank nnb Schuckert zogen um bis zu 5 v.H. an. Dessauer Gas gewannen sogar 6 v. H. Deut- s ch e Anleihen waren fester. Von Ausländern lagen Mexikaner höher. Der Pfandbrief- m arkt war noch uneinheitlich. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit für Tagesgeld an. Der Satz war unverändert 1,75 bis 4 v. H., Monatsgeld stellte sich auf 4,5 bis 5,75 v. H.; Warenwechsel auf zirka 4 v.H. Heute ist die Festsetzung des R e p o r t s a tz e s , der sich wahrscheinlich um 5 n. H. herum bewegen durfte. Devisen lagen heute sehr fest. Zum bevorstehenden Halbjahrsultimo sind größere Zinszahlungen für ausländische Anleihen fällig, außerdem nimmt man an, daß einige kurzfristige Auslandanleihen getätigt werden dürften. Der Differenztag am Donnerstag wird wahrscheinlich ziemlich große Ansprüche stellen, da die Kursdifferenzen recht erheblich sind. Nach den ersten .Kursen setzten sich die Besserungen fort. Ber- g c r zogen 6 v. H. an ; O st w e r k e , D a n a t b a n t ünb Schiffahrtswerte waren gefragter. Später ließ das Geschäft aber wieder nach. Fm allgemeinen konnten sich die Anfangskurse gut behaupten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H , Lombardzinsfuß 5 v. H ^ränfluri ä. 1'1. Berlin Schluß- fur<* t-Uhr- STt’rt Schluß-; Ansanq« kur- 1 Kurs Datum 23 6 24. 6 23 6 । 24 6 b% Leupche 87,75 von 1927......... 88 — — 7% Deutlcfie NeichSanleihr 100,75 58,5 8,7 — j _ Tcutfdie Am.-ÄblSs.-Schuld mit 58.7 58,75 58,75 Trtfll. ohne AuSiol.-Rechie . . R% X'dl. BolkSstaa« von 1029 9 8,7 96 8.9 96 iriirfinhrh 102%)...... -— Cfiertjeffen Provinz» Anleihe rtll Teutfdie flomm. Sammelabl. 58 Anleihe Serie l....... 57,9 8% ftrang. Hyp.-Bank Koldpse XIII unkündbar 616 193« . . . 7% Kranit Hnp.-Bank Goldpfe — 95 —— — 4Ü% fltbelnlltfie HNp.-Bank ffinlbpfe........ 89,3 _ —— 6% Pr. ßanbelpfanbbrfefonTlalt, Pfandbriefe R 17...... 101 ___ 101,25 _ 6% Ißt. LandrSPsandbriesanstalt. ftomm.-Cbl. 81. 20...... 96,5 — — 7% Pr. Sanbeop|anbbrte|auft|e Bergbau.......1’ Köln-Neueffen........ Mannesmann -Rohren . . . Cber(dile(. (Mfenbcbarf . . . . CbetWcj. Ikokiwerke..... PksSnir Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . 11 Rbetnstahl......... Rieveck Mantan......7. 101 113,5 123,25 160 141,5 209 134,25 134.25 254 149,25 147 109 142,5 162.5 215 159 70,5 91 129 121,5 235,25 98,5 94.25 88.75 212 109,25 103 123.25 141,75 134.5 145 143,25 218 — | — 100,9 168 101,75 113.75 123.25 153,13 141,65 208 134 134 254 149 174 138.25 145 142,25 131,75 146 161,5 214.5 160 70,75 90,13 129.25 121-5 90,75 236 94.75 69.5 jä 212.5 108.4 102.6 139 103,25 113,25 123,25 159.25 141,75 210 134,25 134 257,25 149,9 173.13 139.25 145 147,4 133 150 164,9 217 116 129.5 94,5 237 100 92 94,9 69 101,5 88.9 213 109 Franksurt a. 2)1. | Äerlin Schluß« j lurs | l«Ubr» KurS Schluß« 1 lurS | Anfang« Kurs Datum 23 6 24 6 23. 6 | 24. 6 Bereinigie Stahlwerke . L 88,5 — 88,13 ; — Otavt Minen..... . 16’/, •c%_ — —— 45,25 45.6 Kaliwerke Aschersleben . Kaliwerke Westeregeln . . . 10 200,5 —- 200.4 200 . . 10 203,25 —— 204 206 Kaliwerke Salzbetsurih . . . 15 ’ 360 —- 362 1 367,5 (8. Korben Industrie . . . 12 156 251 158,5 156 1 158,4 Dynamit Nobel .... . 6 — — — 60,9 Scheideanstalt..... . . . 9 144 — -1 — lUl'ldschmivl ..... . . . b 56, — 56.5 57 Rütgerswerke..... ... 6 60 ! — 58.65 59,5 MetallgeleUfchaft. . . . ... 8 113,5 — 114 114,5 Philipp Holzmann . . . ... 7 91 — 90,5 90,13 Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt. . . . 10 . . 10 —1 113,5 — Watitz & greytag . . . ... 8 74 73,5 Schuitbei« Patzenhoser . . . 15 — — 284,5 289 Ostlverke....... . . 12 — —— 231,25 234,25 »1 hi......... . . 1? — 87,5 85.65 87,5 Bewberg....... Zellstoss Waldbof . . . . . 11 . 18'/» 99 155,5 — 98 155 98,25 156,5 Zellstosi Aschassenburg . . . 12 118,5 — 118 — irvarlotlenbmger Wasser ... 8 — — 95.75 — Dessauer Sas..... ... 8 — 145 151 Daimler Motoren . . . . . 0 — 33 33,5 33,6 Deutsche Linoleum . Blaschinenbou A.-S. . . . . 0 201,5 200 200,25 45,75 199,75 46 Stai. Aulvmobll . . . . . . . 0 — 15 13,5 Crcnncln & Koppel . ... 6 — —- 86 Leonhard Tietz . . . . Svenska...... . . 10 145 302 — 146 302 \ 302 frankfurter Maschinen • • • ‘ 25 1 - 25,25 — Griyner...... . . . k — Heyligenstaedt . . . IunghanS...... . . . < . . . - 38 38,4 38 — Leckweeke...... . . . i — Mainkraftwerke Höchst a M.. . Mioa...........i 113,5 — 110,25 1 110,25 ffleßr. Roeder .... . . 1 — — Äoigt & Haeifner . . . . . . 150 — 150 e übbfutl die Zucker . . . 1 I56.25 1 - 157,25 I 1 Berlin, 23. 3unl Zankno (en. Geis' -'M " Amerikanische Noten...... Belgische Noten ...... Dänische Noten ........ Englische ölülen...... • Französische Noten....... Hollänbische Noten ....... Ikalienische Noten........ Norwegische Noten . . . - - - • Deutsch-cestcrreich, ä 1OO SchMmg Schwedische 9lotcn ....... Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ 4.174 58,37 111,83 20,365 16.44 168.08 21,96 111,94 59,08 2,46 112,23 81,09 48,75 12,44 73,07 4,194 58.61 112,27 20.395 16.46 168,76 22,04 112,28 59,36 2,48 112,67 61,41 48.92 12.50 73 37 Deöifcnmacft Berlin — Frankfurt a. M. 23. Juni 24. 3uni * Amtliche Geld | Hoflcruna Lrirl Amtliche Geld Notierung Srtrl___ Amst.» Nott. Buen.AireS Brss.-Ailtlv- Cliristiania. Kopenling-V StvkkhoUtt . Helsiilgfors. ytalicii. . . London. . . 'Jicutiort . . Paris.... Schweiz .. Spnnten . Japan - - - 'Hio de (Yatt. Wien in D-» Ceft. abgest Prag . - - - Belgrad . Duvapekt. Bulgarien Lissabon . Danzig. . Konstantin. Awen. . Canada . Ur» nnü. Cairo - • 168,28 1,545 58,42 112,10 112,10 112,47 10.544 21,94 20,35 1,189 16,44 81,13 48.95 2,069 0,472 59,11 12.433 7.402 73,25 3.035 18,77 81.38 - 1.785 5,425 4,189 3,666 20.86 168,62 1,553 58,54 112.32 112,32 112,69 10,564 21,98 20,39 4,197 16,48 81,29 49,05 2,073 0,474 59.23 12,453 7.416 73,39 3,041 18,81 81,54 1.789 5,435 4,197 3,674 I 20.90 168.43 1,530 58,47 112,19 112,20 112,60 10,552 21,97 20,367 4,192 16,45 81,225 48,68 2,069 0,473 59,14 12,439 7,410 73,37 3.037 18,78 81,45 1,784 5,425 4,191 3,666 20,835 168,77 1,534 58,59 112,41 112.42 112,82 10,572 22,00 20,407 4,200 16.49 81,385 48.78 2,073 0,475 59,26 12,459 7.424 73,49 3,043 18,82 81,66 1.789 5,435 4.199 3,874 20,925