Nr. 121 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 24. Mai 1950 5 -/• Thorsha' Ole Pfeile fliegen mit dem winde Che oeioen Stationen stehenden Zah« 3.3 Coruna xforu £3. etftoxDu, Uai. ,xiii7 leydlsfjord ,O Aberdeen— Ayfrii LS, Stürmischer «ordwesi erl 21 Oie Wetterlage. 13 Paris. leichter Ost _P massiger Südsüdwest 0Wolkenlos.® neuer. Qnaio oedecut »woiiug. »Gedeckt. «Kegen * Schnee c Graupeln e Meoei K Gnvitter.@Wind$tHle.«O^ seh! —Jan Mayen. Jlöi76yaS7 —EÄ 47 J Wien i len geDen.die Temperatur an. Die Linien «romden Orte mit gleichet® •uf rteeresnirfeau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der tiefe Druck über dem Alpengebiet und Frankreich hat infolge feiner mehr nördlichen Verlagerung über Deutschland stärkeren Einfluß, als erwartet wurde, gewonnen. Zunehmende Eintrübung und Niederschläge sind die Folge. Die Wetterlage steht zunächst weiter noch im Zeichen des Druckfallgebietes, und zwar nimmt sie einen etwas unbeftän- digen Charakter an, der nach dem Vorüberzug der Warmluft durch das Zufließen wieder kühlerer Luft geschaffen wird. Dabei dürfte wohl die Wolkendecke durchbrochen werden und sich wechselhaft gestalten, ferner weitere Niederschläge auftreten, welche in Schauer übergehen. Die Temperaturen gehen etwas zurück. Wettervoraussage für Sonntag: Wechselnd wolkig, etwas kühler, zeitweise noch Riederschläge, mehr in Form von Schauern. Witterungsaussichten für Montag: Bewölkt mit Aufheiterung, Rachlassen der Riederschläge, Temperaturen etwas ansteigend. Lufttemperaturen am 23. Mai: mittags 20,1 Grad Celsius, abends 14,2 Grad: am 24. Mai: morgens 13 Grad. Maximum 20,4 Grad, Minimum 11,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23 Mai: abends 20,6 Grad: am 23. Mai: morgens 14,8 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. — Sonnenscheindauer 42% Stunden. Reisewetterdienst. Bad Tölz. 11 Grad, gestern: warmer lag, Südwestwind, teils heiter, teils wolkig. Westerland a. Sylt. 12 Grad, milde Nacht, Südwestwind, wolkig, teils heiter. Baden-Baden. 11 Grad, gestern: der Jahreszeit angemessen« Temperatur, Südwestwind, taite: Regen. Oer Haushalt der Evang. Kirchengemeinde Gießen. Die Gefamtgemeindevertretung der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen beschäftigte sich am Mittwoch in einer Sitzung unter der Leitung von Pfarrer Bech - t o l S h e i m e r mit dem Bericht bcÄ Gesamt- kirchcnvorstandeS für das Jahr 1929 und mit dem Voranschlag der Evangelischen Kirchengemeinde Gießen sür 1 9 30. lieber den Bericht für das Jahr 1929 werden wir noch besonders referieren. AuS der Dor- anfchlagsberatung ist folgendes mitzuteilen : Der Vorsitzende bemerkte einleitend, daß die Kirchengemeinde durch die Vergrößerung der Psarrstellen und die Errichtung neuer GotteS- dienststätten in den letzten Jahren vor große Aufgaben gestellt worden ist und auch im Jahre 1930 gestellt sein wird, so daß größte Sparsamkeit am Platze sei. Es dürfe nicht mehr vorkommen, daß die Gemeinde zur Deckung laufender Ausgaben ein Kassedarlehen ausnchmen müsse. Der Voranschlag gliedert sich in einen ersten und zweiten Teil. 3m ersten Teil werden die Einnahmen und Ausgaben verrechnet, die sich aus die Lokalkirchengemeinde beziehen, im zweiten Teil sind Einnahmen und Ausgaben sür Verfehung des Psarrdicnstes. und zwar die Einnahmen aus Dcfoldungskapitalien und De- soldungsgrundstücken, die an die Landeskirchenkasse in Darmstadt abgeliefert werden, enthalten. Zunächst wurden die Ausgaben des ersten Teils besprochen. Für öffentliche Abgaben sind vor- gesehen 8000 Mk., für Drandversicherung 1000 Mk., die Kirchengemeinde hat Kapitalschulden in Höhe von 62 627.84 Mk.. die sie mit 5244,21 Mk verzinsen muß. Zur Ausbesserung der kirchlichen Gebäude sind 7000 Mk. vorgesehen, für Orgeln, Uhren und Glocken 2400 Mk.; hier ist eine gründliche Reinigung und Jntonierung der Orgel der Stadtkirche vorgesehen. Die Unterhaltung der Güter erfordert 300 Mk. In dem kalten Winter 1928/29 waren 7821,67 Mk. nötig, man hofft, im kommenden Winter mit 7000 Mk. auszukommen. Für Brot und Wein zum heiligen Abendmahl sind vorgesehen 200 Mk.. für kirchliche Geräte und kirchliche Bücher 2500 Mk. Die Besoldungen der Organisten, Kirchendiener, Kirchenrechner und Putzfrauen erfordern mit den Desoldungsbeiträgen von 10 397,71 Mk., die für die sechs Pfarrstellen an die Landeskirchenkasse abzuführen sind, einen Aufwand von 28 979,13 Mk. Für Schreibmaterialien sind 100 Mk. bestimmt, für Gerichtskosten 200 Mk., für Porto und Verkündigungskosten 400 Mk., für Formularien und Drucksachen 450 Mk., zur Unterstützung der Armen und Kranken stehen voran» schlagsgemäh 3200 Mk. zur Verfügung, es ist aber zu hoffen, daß sich hierfür ein weitaus höherer Betrag ergeben wird. An andere Kassen, so für Verpflegung der Gemeindeschwestern, an die Dekanatskasse, Kirchengesangverein, Iugendvereine, Verein der Inneren Mission und andere Institutionen sind insgesamt 21 473,86 Mk. abzulie- fem Da der Betrag an Lokalkirchensteucr weitaus nicht eingeht, wurden als uneinbringlich 14 500 Mk. eingesetzt Dsr Beitrag für die Land- und forstwirtschaftliche Verufsgenossenschast beträgt 25 Mark. An Schulden sollen 2000 Mk. abgetragen werden. Zu kapitalisieren sind im ganzen 888.65 Mk. S-s handelt sich hier um die Zinsen einiger kleiner Kapitalien, die zu Wohl- fahrtSzwecken bestimmt, aber noch nicht aufgewertet sind, sowie um die Gebühren für die Trauungen und Einäscherungen Auswärtiger; diese Gebühren werden bestimmungsgemäß einem bereits bestehenden Fonds zugeführt. Zur Bildung eines Fonds für die Erbauung eines Gemeindehauses, das im südlichen Stadtteil seine Stätte finden soll, wurden 5000 Mk. eingestellt. Das Betriebskapital wurde auf 4687,73 Mk. festgesetzt, der Reservefonds wurde auf 9728.73 Mk. bemessen Die Gesamtausgaben belaufen sich auf 134 477,31 Mark. Diesen Ausgaben stehen an Einnahme n gegenüber: die Miete von Gebäuden 1481,30 Mk., Pacht von verliehenen Gütern 470,80 Mk., an Kapitalzinsen 888,63 Mk., an Opfer und Kollekten 3200 Mk., von verkauften Mobilien 30 Mk., von Kirchenbuchauszügen 15 Mk., an Schenkungen und Vermächtnissen 200 Mk., an Ersayposten 300 Mk., der Rest aus dem Jahre 1928 beträgt 2427,35 Mk. Die Tatsache, daß dieser Rest bei einer Gesamtausgabe von 174 349,29 Mk. so gering ist, beweist zur Genüge, daß die Kirchen- gemeinde vor große finanzielle Ausgaben gestellt ist und sparsam Wirtschaften muß. Die Hauptstaatskasse zahlt an die Kirchengemeinde für Or- gcmistenbesoldung 195,23 Mk., somit sind 124 869 Mark ungedeckt. Der Kirchenvorstand schlägt vor, diesen Betrag an Lokalkirchensteuer einzusetzen. Die Lokalkirchensteuer betedjnct sich in folgender weise: 6,5 v. h. der Einkommensteuer in höhe von 1 748 000 Mark = 113 672 Mark, von dem unbebauten Grundbesitz mit 5 549 875 Mark 5 Pf. für 100 Mark Steuerwerk = 2774 Mark und von dem Gewerbekapital in höhe von 8 423 340 Mark 10 pf. für 100 Mark Steuer- wert - 8423 Mark. Sonach muß die vorjährige höhe der Lokalkirchensteuer beibehalten werden. Der Kirchenvorstand ist sich wohl bewußt, daß eine Ermäßigung der Lokalkirchensteuer sehr wünschenswert wäre, er war aber in diesem Jahre noch nicht in der Lage, eine Ermäßigung vorzuschlagen. Hoffentlich wird daS in späteren Jahren möglich sein. Die Einnahmen und Ausgaben deS zweiten Teils belaufen sich auf je 14 884,60 Mk. Der Voranschlag wurde nach längerer Aussprache in der vorliegenden Fassung gemäß den Empfehlungen des GesamtkirchenvorstandeS ein- st i m m i g genehmigt. Aus der provinzi'alhauptfiadi. Gießen, den 24. Mai 1930. Jungend von heute. Wenn wir älter werden, merken wir da- am ersten an unfern Kindern. Mein Kleiner ist vor kurzem zehn Jahre alt geworden Was wußten wir einst in diesem Alter von der Welt? Wer las von uns die Zeitung? Heute finb die Junaen anders eingestellt. Da kommt er heim aus der Schule, wirst den Ranzen in die Ecke und stürzt sich auf die Zeitung, d. h. auf den Bericht über den letzten Fußballwettkamps. Die Mutter mahnt, das Essen wird kalb Erst muß er genau Bescheid wissen, wie das Spiel verliess Ist'S nun nicht so bei allen Jungen? Da saß er am Samstag am Rundfunk, machte ein tiefernste- Gesicht, und wenn wir uns erlaubten, irgend etwas zu sprechen, bdnn rief er. Pstl Wir konnten den Verlauf des Spiele- auf feinem Gesicht ablesen, aus seinen Mienen. auS seinen Ausrufen. »Jetzt hat Deutschland ein Tori" »Hofmann hat es geschasstl" Die Halbzeit ist um Das Spiel steht für Deutschland 12. Ausgeregt legt er die Hörer hin, läuft zur Tür und schreit seinem Bruder, der in der Badewanne sitzt «Samstagabends) und der nicht weiß, daß die ilebertragung schon früher begonnen hatte, zu: Erich, das Spiel steht 1:21 Draußen aber auf der Straße wartet eine Korona von etwa zehn Knaben, die wissen, daß eben das Spiel übertragen wird, die aber zu Hause keinen Rundfunk haben. Sie unterhalten sich und sagen das Ergeonis wettend voraus. Die Spannung liegt auf allen Gesichterw Da reißt mein Jüngster das Fenster auf und ruft: Halbzeit 121 In diesem Augenblick schaute ich mir die Gesellschaft an. Was lag den Buben an ihrer «Schulausgabe, was tat eS, wenn die Mutter nach ihnen rief. Sie mußten wissen, wie das Spiel st and. wie es ausging I Ich habe mit meinem Jungen am Morgen denselben Weg. Als vor etlichen Wochen das Spiel Italien gegen Deutschland ausgetragen wurde, und Deutschland verlor, machte ich am aridem morgen die Entdeckung, daß ich doch fürchterlich zurückgeblieben bin in meiner Entwicklung Mein Kleiner befprach nämlich mit ungemeiner Sachkenntnis den Verlaus des Spiele- und bewies mir haarscharf, warum es so gekommen war, aus welchen Gründen Deutschland unterliegen mußte Dabei warf er mit -Hamen um sich, die ich noch nie gehört hatte, ilnb erst die Fachausdrücke I 3a, da schwindelte es mir. Unö wenn ich mir eine bescheidene Frage erlaubte, blieb er staunend stehen, besann sich einen Augenblick und sagte bann: Bist du aber dumml 3a, man wird älter. Man kommt da nicht mehr mitl Wenn aber erst ein Auto vorüberflitzt, dann sind diese Schlingel die emsthastesten Kritiker. Selbstverständlich Kennen sie jede Marke, jeden Typ, sie wissen ganz genau, welche Wagen die rassigsten (!) sind, welche die besten Motore haben, lieber die kleinen 'Wagen machen sie sich luftig, sagen sogar Spottverse darüber. Mir wird natürlich stets die Frage vorgelegt: Wenn wir einmal ein Auto laufen, welche Marke wählen wir dann? Doch die und diel (Ich sage natürlich: Ja, gewiß!) Wir sammelten einst in diesem Alter Briefmarken, tauschten gegenseitig und waren glücklich, wenn wir einige Seltenheiten in unferm Album vorzeigen konnten. Auch heute sammelt die Jugend noch. Aber nicht nur Marken. Soviel ich bei den Kameraden meiner Kinder feststellen kann, werden in der Hauptsache Serienbilder aus Zigarettenschachteln usw. zusammen- gelragen. Natürlich spielen auch hierbei die Sportbilder die Hauptrolle. Ganze Rachmittage werden sie sortiert, gelesen und darüber gestritten, die Ramen zugehalten und gefragt, wer das ist. Auch hier muß ich mir des öfteren sagen lassen, daß ich merkwürdig weit zurückgeblieben bin Da sind die Weltmeister im Radfahren, im Tennisspiel, da die Läufer, die Werfer. Ja, wer behält all die Ramen? Frage deine Jungen I Sie wissen es, noch bevor sie das Einmaleins gelernt haben. Cs scheint auch in der Pause ihr Hauptgespräch zu fein. Was der eine nicht weth, sagt ihm der andere. Solche Unterhaltungen haben einen ungeheuren Reiz für mich: denn die Knirpse Wersen da mit Schlag- Wörtern um sich, daß man glaubt man wäre auf dem Sportplatz. Was trieben wir denn seinerzeit in diesem Alter? Wir spielten Soldaten, Räuber und Gendarm, oder fingen Schmetterlinge. Das alles ist heute kaum noch an der Tagesordnung. Sport und Sportbegeisterung dringt bis zu den Kleinsten. Da können wir Alten nicht mehr mit Eins aber ist geblieben: Das Lesen der 3 n - dianerbücher l Da steht in erster Reihe natürlich Karl May. Frage einen Jungen, was er sich zum Geburtstag wünscht! Ein Band Karl May ist fast immer dabei. Er scheint m seiner Wirkung, trotzdem er in literarischen Aufsätzen oft heruntergemacht wird, unübertroffen auf die 3ugenö zu sein, besonder- auf Die Knaben. Wir lasen früher auch noch die kleinen bunten Zehnpfenniaheftchen, je schauriger der Inhalt war. desto lieber war es uns Es waren noch schöne Zeiten, wenn wir auch nichts vom Fußballkampf und Höchstleistungen wußten. Wir hätten aber nie gewagt, unfern Eltern vorzu- I werfen, daß sie nichts verstünden. Heute müssen wir uns das von unfern Kindern gefallen lassen. So ändern sich die Zeiten I R. O. Gießener Wochcninarttpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Wirsing 25 bis 30, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 10 bis 15. grüne Bohnen 70 bis 80, Spargel 40 bis 90. Erbsen 35 bis 40. Mischgemüse 10 bis 15, Tomaten 60 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 4,5 bis 5. Aepsel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 80 bis 100, Rüsse 50 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben 70 bis 80. Eier 10. Blumenkohl 50 bis 100, Salat 10 bis 15, Salatgurken 50 bis 80, Ober-Kohlrabi 20 bis 25, Lauch 5 bis 10 Rettich 20 bis 25, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück. Radieschen 10 bis 15 Ps. das Bund: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mk. der Zentner. Vornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gleiberg-Verein: Generalversammlung, 16 Uhr, aus der Burg Gleiberg. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Sprech- und Tonfilm »Der unsterbliche Lump"; abends 11 Uhr: »Geißel der Menschheit". — Astoria-Lichtspiele: »Zwischen Vierzehn und Siebzehn". — Tageskalender sür Sonntag. Oberhessische Viehveriicherungsanstalt: Mitgliederversammlung, 13,30 ilbr. im Caf6 Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Der unsterbliche Lump". — Astoria-Lichtspiele: »Zwischen Vierzehn und Siebzehn" und »Der Kampf um die Raysield-Mine . — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Die Winterspielzeit, die mit Samstag. 31. Mai. abschlieht. bringt als letzte Vorstellung „Tlavigo". und zwar nachmittags 4 Uhr. als «Schülervorstellung. Kleine Preise. Die letzte Abonnements-Vorstellung ist Dienstag, 27. Mai: „Meine liebe dumme Mama", Lustspiel. Diese Vorstellung sindet im Mittwoch-Abonnement statt. • * Die Studierenden der Landes- Universität. Don der Pressestelle der Universität Gießen wird mitgeteilt: Nach vorläufiger Feststellung beträgt die Zahl der Studierenden im Sommersemester 1930: 1920, hierzu kommen noch 124 Gasthörer und .Hörerinnen, so daß die Gesamt- zahl 2044 beträgt. Im Wintersemester 1929/30 waren 1756 Studierende immatrikuliert. •* Der Kreistag des Kreises Gießen ist auf Montag. 2. 3uni, vormittag- 9 Uhr, in den Sitzungssaal des Regierungsgcbäudes zu Gießen einberufen worden. Aus der Tagesordnung stehen folgende Punkte: 1. Dicnsteinwei- fung von Kreistagsmitgliedern. 2. Prüfung und Begutachtung der Rechnung der Kreiskasse und des Verwaltungsberichts des Kreisausschusses für Rj. 1928. 3. Feststellung des Voranschlags des Kreises Gießen für das Rj. 1930. In Verbindung damit: a) Anstellung eines Kreisrechnungsrevisors, b) Ausnahme eines Kapitals zur Gewährung von Baudarlehen, c) Festsetzung der vorläufigen Ausschlagsfätze sür die Kreisumlagen und die Kreissondergebäudesteuer für 1930. 4. Die endgültigen Ausschlagssätze für die KreiS- umlagen und Kreissondergebäudesteuer für 1929. 5. Vorübergehende Bestellung eines zweiten Kreisvouziehungsbeamten. 6. Reufestsehung der Tagegelder und Reisekosten der Mitglieder des Kreistags, des Kreisausschusses und der KreiS- kommissionen. 7. Wahl der Körkommissionen. ee Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub e. V. (A. v. D.) Gießen: Die in der Gemeinde Winnen gelegene Straße im Zuge der Straße Grünberg—Ebsdorf—Marburg wird ab 25. Mai auf die Dauer von drei Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Kesselbach—RüddingS- haufen—Wermertsbaulen Roßberg •• Die Museen finb am morgigen Sonntag au gewöhnlichen Preisen geöffnet. Im Oberhrssischen Museum nochmal» Ausstellung der neuen Wille- Stiche. ** Die energische Reich-baßn. Die ReichSbahnoerwaltung will in diesem Jahre im Interesse von nichtrauchenden Reisenden daS Rauchverbot besonder« streng burebfübren. Sie hat infolgedessen an da- Zugpersonal die Aufforderung gerichtet, die einschlägigen Beförde- rungSbestimmungen peinlichst zu überwachen. 3n Zukunft sollen alle Reisenden die gegen da« Verbot deS Rauchen» in den Richtraucher- Abteilen verstoßen, ohne vorherige Warnung mit einer Geldstrafe belegt werden Auch hinsichtlich des Verkehrs in den l>-Zügen soll in Zukunft eine strengere Ueberwachung der Bestimmungen ausgeübt werden. So ift in Zukunft der Aufenthalt vor fremden Abteilen den Reisenden nicht mehr gestattet, und auch daS Derweilen von Reisenden mit Fahrkarten 3. Klasse in den Seitengängen der Wagen höherer Klassen fällt in Zukunft unter das Verbot. •• Der Gießener Wochenmarkt wird in der nächsten Woche am Mittwoch, 28. Mai, anstatt am Donnerstag, 29. Mai, stattsinden. Siehe heutige Bekanntmachung der Stadtverwaltung. •• Johann-Str a'uß-Konzert. Am Himmelfahrtstag in der nächsten Woche (29. Mai) wird der weltberühmte srühere Hofballmusikdirektor Johann Strauß au- Wien mit seinem Wiener Orchester in der Volkshalle zu Gießen konzertieren. Wer sich an die glanzenden instrumentalen Darbietungen dieser Kapelle bei ihrem Konzert vor etwa einem Jahre in der Gießener Dolkshalle erinnert und dabei der damaligen Beifallsstürme von etwa 4000 Zuhörern gedenkt, wird sich sicherlich veranlaßt sehen, auch dem bevorstehenden Konzert beizuwohnen. Da- Strauß-Orchester feiert eben auf feiner Rund- reife durch die größten Städte Deutschlands und der angrenzenden Länder stärkste Erfolge, und eS ist als sicher anzusehen. daß auch daS Gießener Konzert dem Orchester und seinem Leiter wieder lebhaften Beifall und die rückhaltlose Anerkennung der Zuhörer eintragen wird. Man beachte die heutige Anzeige. *’ Dom Flugplatz. Am Samstag und Sonntag findet auf dem Flugplatz ein Bollonwettbewerb für Erwachsene und Kinder statt. Die mit einer vor- gedruckten Karte versehenen Ballons werden zu verschiedenen Zeiten auf ein Signal in die Luft gelassen, der Absender des am weitesten vom Flugplatz aus geflogenen erhält einen Freiflug nach Frankfurt am Main oder nach Wahl ein Buch. Gleichzeitig findet an jedem der beiden Tage der Ausstieg einer Mont- golfifcre mit einem kleinen Fallschirm, der sich selbsttätig löst, statt. — Näheres in der heutigen Anzeige. Nicht aus dem Fenster hinauslehnen! Frankfurt a. TI., 23. Mai. (WSN.) Gestern nachmittag beugte sich aus einem auf der Mainbrücke haltenden Pcrfonenzug der 28jährig« JofefWeber aus Frankfurt a. M. weit aus dem Fenster hinaus. Er wurde habet von dem Wasserkasten der Lokomotive eines aus entgegengesetzter Richtung kommenden Zuges a n - gestoßen. Schwer verletzt wurde der Mann auf dem Bahnhof Louifa aus dem Zuge genommen und nach dem Städtischen Krankenhaus gebracht. Trotz sofort vorgenommener Operation ft a r b der Unglückliche. Neuer Höhenrekord der Akademischen Zliegergruppe Darmstadt. Darmstadt, 23.Mai. (WSN.) Das Flugzeug D 18 der Akademischen Flieger- gruppe Darmstadt erreichte heute morgen eine ^)öhe von ungefähr 8400 Meter. Pilot der Maschine war B o i g t. Diese Leistung wird als deutscher und internationaler Rekord angemeldet werden. Der bisherige Weltrekord für Leichtflugzeuge steht auf 7730 Meter. Preußen. Kreis Wetzlar. ~ Hörnsheim, 20. Mai. Der bei einem hiesigen Landwirt beschäftigte Arbeiter Johann Reumann war damit beschäftigt, in der Scheune feines Arbeitgebers Stroh vom Gerüst herunterzuwerfen. Hierbei glitt er aus und stürzte ab, wobei er sich erhebliche Verletzungen am rechten Dein zuzog. Der bedauernswerte junge Mann mußte nach erster Hilfeleistung durch den Hiesigerz Arzt in die Klinik zu Gießen überführt werden. Nestle, Hurr«l Wie steh' ld> d«? Stürmet Gebraut, Ich halt et eut. 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" -INI Jahre IM rium in 3ranfr* die Mersoer o nicht M-tgi>eö - kann wohl daoo Grunde bei dew Torschlußpan>k e politischen Kombi Frankreich aber, mal weil dieses hat, die ^ozialde Art „nationaler lerand bürgerlich nialer Milil stammt die neue das sranzösi dem Kriege gesch alles von seinen nicht die militai Kinder und der doch dem srani wertvolle Dienste Präsident des 61 tionaloerteidigunk sischen Militärspe ral in die Tasch den ihm zugetei' zügige Sochkenn In Genf ist seiner Tätigkeit vokat und ! einfach. Zum e spanisch-amerika 1898 als 25jäh wird er Privotsi M Abgeordne «liiert er sein i in die Kammer angchrt. Im Ki sturichuptmann pagnie an der El ausschuß jürdie! Rolle. Aon Eep mar er grantrev Eens und hat al gen, etwa zwöls von Tagungen b missign teilgenon Amt nieder, weil politisch nWch weiter in Bens sei Frankreichs in Gens und i gen häufig M könnt ist der Führers der ■Blum, der ..Oeuvre" geqei daß er in' Ger Bestimmungen *9 ausgeh M es, dies« drucken, und il Partei, wohl nji Rednertolents, i emotionalen N Di< Bon , .Mander Kmm Grohvo kragen, eine » Prbt, die er, SB Ur U- über vor halb lvchr^'^'nt, Ltzniq Ki°K°b i Quhaon.?Utl lp-el h A g. und S S butter es kiih 7^te |. deni/^die' ^.rtvahrt uni vlt 31, N der Lung Hft ^«.h.6 Müller^ Herren-,Damen und Familien-Badeanstalt ist eröffnet! Für gewissenhafte Aufsicht ist bestens Sorge getragen. Schwimmunterricht zu jeder Tageszeit. Sonnenbäder — Wasserleitungsduschen — 200 verschließbare Kabinen —ck» 100 Liegepritschen — Boote zu verleihen Kaffee und alkoholfreie Getränke Telephon 2278 3953D Frau Christine Herbert geb. Brenner im Alter von 64 Jahren zu sich zu nehmen. 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Die Bahnroirtschafk in Grünberg (Hessen) mit Wohnung (drei Räume) soll am 1. Oktober 1930 neu verpachtet werden. Als Pachtzins ist ein fester Jahresbetrag zu bieten. Für die Wohnung wird eine monatlich im voraus zahlbare Jahresmiete von zur Zeit 195,— RM. — buchstäblich: Einhundertfünfundneunzig Reichsmark — erhoben. Der Heizkostenbeitrag für die Warteräume beträgt jährlich 120 RM. — buchstäblich: Einhundertzwanzig Reichsmark. Die Beleuchtungskosten gehen zu Lasten des Pächters. 3978v Angebotsbedingungen können gegen portofreie Einsendung von 2,— RM. in bar vom Präsidialbureau der Reichsbahndirektion bezogen werden; sie liegen auch dort auf Zimmer 237 zur Einsicht aus. Bei nicht auf diesen Vordruck abgegebenen Angeboten müssen die „Allgemeinen Bedingungen für die Verpachtung der Bahnwirtschaften" ausdrücklich als bindend anerkannt fein. Die Pachtgebote find bis zum 4.3uli 1930, vormittags 11 Uhr, portofrei und verschlossen, mit der Aufschrift „Pachtangebot Bahnwirtschaft Grünberg (Hessen)" an uns einzusenden. Die freie Auswahl unter den Bietern und die Zurückweisung aller Angebote bleibt vorbehalten. Persönliche Vorstellung nur auf Aufforderung. Die Bewerbung gilt als abgelehnt, wenn bis zum 31. Juli 1930 kein Bescheid erteilt ist: Unberücksichtigte Bewerber erhalten Zeugnisse usw. gegen Freiumschlag mit ihrer Anschrift zurück. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. Reichsbahndirektion Frankfurt (Main). Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet wie folgt statt: 1. Impftermin: Mittwoch, 28. Mai, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Mittwoch, 4. Juni, von 16 bis 16/4 Uhr. 2. Impftermin: Mittwoch, 4. Juni, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau. Mittwoch, 11. Juni, von 16 bis 16)4 Uhr. 3. Impftermin: Mittwoch, 11. Juni, von 15 bis 16 Uhr. Nachschau: Mittwoch, 18. Juni, von 16 bis 16)4 Uhr. Jmpflokal ist die Turnhalle der Goethe- schule, Westanlage. Zu diesen Terminen können alle in 1929 oder früher geborenen Kinder, bei welchen der Nachweis der erfolgreichen Impfung bisher noch nicht erbracht wurde, vor- gefteüt werden. In 1930 geborene Kinder können in diesen Terminen nicht geimpft werden. Die Kinder müssen mit rein gewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, find nicht zugelassen. Gießen, den 20. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Klingspor. Bekanntmachung. Betr.: Wochenmarkt. Es wird darauf hingewiesen, daß der auf Donnerstag, den 29. Mai 1930 (Himmelfahrttag) fallende Wochenmarkt am Mittwoch, dem 28.2Rai 1930, stattfindet. Es werden also in der nächsten Woche die Wochenmärkte am Dienstag, dem 27., Mittwoch, dem 28., und Samstag, dem 31. Mai 1930, abgehalten. 3808(3 Gießen, den 24: Mai 1930. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Klingspor. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Climbach für Rj. 1930 liegt ockm 27. Mai bis einschi. 3. Iuni auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3986D Climbach, den 24. Mai 1930. Bürgermeisterei Climbach. Wißner. findet am Montag, dem 26. Mai, nachmittags 3.30 Uhr, auf dem Alten Friedhöfe statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand« ________ _________________________ _______3958D KleiiiSlieM Maschinenfabrik Fulda GA Die Beerdigung unseres lieben Ehrenmitgliedes Karl Hohmeier 50% Platz- n. Kraft- Ersparnis erzielen Sie mit unseren Elektro* rlemenlosen Holzbearbeitungs- Maschinen Todes-Anzeige. Nach langem schweren Leiden entschlief sanft meine gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau MsflneSdfflilzMSdiraiier im 67. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Fritz Schmitz. Gießen (Krofdorfer Str. 44),Wetzlar, Linz a.d. Donau, den 22. Mai 1930 Die Beerdigung findet Montag, den 26. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 3969D IIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIID Ich suche für meinen Sobn. der die Handelsschule des. hatte und am l.6.auSlernt, zur Zeit noch in unge- kündtgier Stellung, passende Stellung levtl. Dauersiellunch auf einem Büro. Bezahlung jenachTarif. Schr. Angeb. u. 03471 an d. Gieß. Anzeiger. tniiiiiiiiiiii!iiiiiiiiiiiiiiiin) Stß'leoloser Kaufinann übernimmt stunden» und tageroeife Be. fchästiguug jeglich Art. Schr. Angeb. u. 03445 a. d. Gten. Anz. M »ein sucht Stellung bet einzelnem Herrn od. Dame oder bet alt. Ehepaar. Schrtftl. Angev. u. 03476 a. d. Gtetz. Anzeiger erb. junges momöen v.Lande. in all.Hausarbeiten ii. t. Kochen erfahren, sucht Stellung zum 1. Funt. Schr. Ängeb.u.03466 an d. Giehener Anz. Bestempfohlenes Mädchen sucht Stelle f. tagsüber od. f. ganz. 03448 SiaifccaUcc 18 v. Halte Montag, den 26. 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Paul-Boncour Dieser Tage erschien in der Hanseatischen Deriagsanstalt, Hamburg das Buch „13 Männer regieren Europa", Umriss« der europäischen Zukunftspolitik von Dr. Fritz Klein, Chefredakteur der Deutschen Allgemeinen Zeitung. Wir sind in der Lage, aus der bemerkenswerten Neuerscheinung einen Abschnitt wiederzugeben. Paul-Boncour, mit dem Vornamen Josef, war zum letzten und einzigen Male vor 20 Jahren Minister. Während der letzten französischen Regierungskrisen wurde er vorübergehend als Minister- firäsident genannt, und vielleicht bildet er, wenn eine Partei einen grundsätzlichen Stellungswechsel vollzogen hat, wirklich noch einmal die Regierung. Im Ähre 1909 verwaltete er das Arbeitsministerium in Frankreich und schuf damals «in Gesetz für die Altersversorgung der Arbeiter. Seither ist er nicht Mitglied der Regierung gewesen, und man kann wohl davon sprechen, daß gerade aus diesem Grunde bei dem heutigen 57jährigen eine gewisse Torschlußpanik eingesetzt hat, die ihn zu verfehlten politischen Kombinationen verleitete. Seine Rolle für Frankreich aber ist außerordentlich bedeutsam. Einmal weil dieser Sozialist, der es bis heute abgelehnt hat, die Sozialdemokratie zu verlassen und als eine Art „nationaler Märtyrer" wie Briand und Mil- lcrand bürgerlicher Minister zu werden, ein genialer Militärorganisator ist. Von ihm stammt die neue Heeresoorlage Frankreichs, er hat das französische „Volk in Waffen" nach dem Kriege geschaffen. Wenn auch bei weitem nicht olles von seinen Plänen durchgedrungen ist, so u. u. nicht die militärische Erfassung der Frauen und Kinder und der Industrieorganisationen, so hat er doch dem französischen Generalstab unermeßlich wertvolle Dienste im Innern geleistet. Er ist Vizepräsident des Studienkomitees beim Obersten Na- tionalvertcidigungsrat und einer der besten französischen Militärspezialisten, der sicher manchen Gene- ral in die Tasche steckt, der zum Beispiel in Genf den ihm zugeteilten aktiven Offizieren durch großzügig« Sachkenntnis bei weitem überlegen ist. In Genf ist nun bis vor kurzem das Hauptfeld seiner Tätigkeit gewesen. Paul-Boncour ist Advokat und Journalist. Sein Werdegang ist einfach. Zum erstenmal tritt er als Sekretär der spanisch-amerikanischen Friedenskonferenz im Jahre 1898 als 25jähriger l)ervor. Im folgenden Jahre wird er Privatsekretär von Waldeck-Rousseau, dann 1909 Abgeordneter der Deputiertenkammer. 1914 verliert er sein Mandat und kann erst 1919 wieder in die Kammer einziehen, der er seitdem ständig angehört. Im Kriege war er zum Schlüsse Landsturmhauptmann und Führer einer Grenzschutzkom- pagnie an der Schweizer Grenze. In dem Kammer- ausschuß für die Armee spielte er bald eine führende Rolle. Don September 1925 bis November 1928 war er Frankreichs Delegierter beim Völkerbund in Genf und hat als solcher an drei Vollversammlungen, etwa zwölf Ratssitzungen und einer Anzahl von Tagungen der Vorbereitenden Abrüstungskom- missiyn teilgcnommen. Ende 1928 legte er dieses Amt nieder, iveil es ihm als Sozialisten nicht mehr politisch nützlich erschien, eine Regierung Poincars weiter in Genf zu vertreten. Die sozialistische Partei Frankreichs hat mit ihm wegen seiner .Haltung in Genf und in den innerfranzösischen Militärfragen häufig Meinungsverschiedenheiten gehabt. Bekannt ist der große Zeitungsaufsatz des offiziellen Führers der französischen Sozialdemokratie. LLon Blum, der im Oktober 1928 in der Zeitung „Oeuvre" gegen Paul-Boncour den Vorwurf erhob, daß er in Genf sich selbst verraten und die Bestimmungen der Friedensdiktate über die Abrüstung ausgehöhlt habe. Immer wieder aber ge- lang es, diese Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken, und Paul-Boncour blieb Mitglied der Partei, wobl nicht zuletzt wegen des hervorragenden Rednertalents, das er besitzt, und wegen seines internationalen Rufes. Man kommt dem Verständnis dieses extraoagan- ten und hochbegabten Menschen näher, wenn man davon ausgeht, daß er Anwalt ist. Vor einiger Zeit hot er bekanntlich den Prozeß der Prinzessin Jutta von Mecklenburg-Montenegro gegen das Deutsche Reich geführt. Die zwei berühmtesten Sensationsprozesse, in denen er hervorgetreten ist, wo- ren die Verteidigung eines exotischen Prinzen und später eines bekannten Millionärs gegen ihre Geliebten, die aus dem einfachen Volke stammten. Auch her frühere Kronprinz Karl von Rumänien, der des Thronfolgerechts verlustig gegangen ist, hat sich Paul-Boncour zum Rechtsanwalt gewählt. Vielleicht kann man aus diesen Tatsachen einen gewissen Rückschluß auch auf seine politische Betätigung ziehen. Wenn ich ihn richtig beurteile, so ist er weniger ein schöpferischer Staatsmann, der für eine als richtig erkannte Idee kämpft und in ihr seine Lebensaufgabe erblickt, als vielmehr ein glänzender und kaum übertrefflicher Anwalt der staatsmännischen Ideen anderer. Er ist imstande, seine persönliche Aufassung der Sache des Klienten so sehr zu substituieren, daß er an die Uebereinstim- mung der beiden glaubt. Ein anderes tritt hinzu: er ist gewöhnt, auch „faule Prozesse" zu übernehmen und eventuell zu gewinnen. Paul-Boncour ist der „schöne Mann" von Genf. Mittelgroße, breite, aber doch nicht plump wirkende Gestalt, charakteristisch die heute schon fast völlig weiße, mächtige Künstlermähne, blaue Augen, Bewegungen und Eitelkeiten einer Primadonna, die fast an den großen Aristide Briand heranreichen. Wenn Paul-Boncour in Genf spricht, füllen sich die Tribünen. Ein elegantes Publikum bevölkert die Ränge, und mit dem Schmelz und dem Pathos des berühmten Sensationsverteidigers legt er dann los. Ein wundervoller Anwalt, auch für eine schlechte Sache. Der Fuchs predigt den Gänsen Pazifismus. Aber es ist möglich, daß der vortreffliche Advokat kein gleich vortrefflicher Jurist ist. Bei den Verhandlungen über das (Senfe r Protokoll und ebenso bei den bekannten Verhandlungen des Sicherheitskomitees, die zur Der- zögerung der Abrüstung dienten, trat Paul-Boncour hinter dem griechischen Delegierten Po litis, der Advokat und Völkerrechtslehrer ist, zurück. Die subtilen Wortspaltereien des Professors Politis, die selbst Paul-Boncour zu hoch waren, entlockten ihm den Ausruf: C’est mortel — das tft mörderisch. Ts war j e I b st ihm zu viel. Aus seinen zwei größten Erfolgen ist der Staatsmann Paul-Boncour am besten zu erkennen: es gelang ihm als Vertreter Frankreichs in der foge- nannten Abrüstungskommifsion durchzusetzen, daß die ausgebildeten Reservisten und das angesammelte Kriegsmaterial in die Abrüstung nicht einbezogen werden sollen. Man könne, so sagte er, nur abrüsten, was „meßbar" ist. Das treffe aber aus die Reservisten nicht zu, denn möglicherweise seien einige verstorben oder ausgewandert (!). Dann machte er noch von einem anderen ebenso phantastischen Kunstgriff Gebrauch. Er forderte eine internationale Kontrolle der Abrüstung, ein Verlangen, das durchaus im Sinne des Völkerbundsgedankens liegt. Da aber die Abrüstung sich nur auf die aktiven und ausgebildeten Soldaten in der Kaserne erstreckt, könnten natürlich auch nur diese kontrolliert werden, nicht aber die Reserven, Kriegsoorräte und die ganze Mobilmachung. Nun leuchtet ein, daß di« Reservisten der w i ch t i g st e Teil einer Armee sind und nicht der Aktivbestand der Soldaten. Da außerdem Deutschland bekanntlich Reserven und Landsturm nicht besitzt, sondern nur aktive Soldaten, so Hing Paul-Boncours Vorschlag darauf hinaus, zwar Deutschland eine effektive Kontrolle aufzuerlegen, aber all den Staaten mit allgemeiner Wehrpflicht nicht. So überschlau und geschickt diese Taktik auch sein mag, so ist sie doch für Frankreich nicht ohne Gefahr. Denn es liegt für den ruhig Denkenden auf der Hand, daß es wohl andere Staaten sind als Deutschland, die eine so militaristische Denkweise, wie die Paul-Boncours, als mögliche Gegener in erster Linie berücksichtigen sollten. Jedenfalls be- herrscht Paul-Boncour mit einer fulminanten Beredsamkeit alle Einzelheiten des sogenannten Abrüstungsproblems und ist ein Meister der Kunst, fortscbrittliche und dialektisch ausgeezichnet begründete Abrüstungsthesen vorzutragen, die in Wirklich- keit nur eine Verschleierung der Ziele der französischen Militärs sind. Ein großes Talent, ein unschätzbarer Soldat der französischen Politik, dessen vorübergehendes Ausscheiden aus den Genfer Ver- Handlungen vom französischen Standpunkte aus sicher noch sehr beklagt werden wird. Oie deutsche Flotte besucht Sizilien. Briefe von der Auslandausbildungsreise des Linienschiffs^Hessen". Don H. Wittig, Leutnant zur See an Bord Linienschiff „Hessen"*. Eigene Sonderberichterstattung für den.Gießener Anzeiger". Wir befinden uns im Golf von Palermo. Cs ist nicht etwa schönstes sonniges Wetter mit klarem blauem Himmel, sondern Nebel, dicker Nebel, wie wir ihn nur oben in der Nordsee gewohnt sind. Dumps heulen die Dampfpfeifen beider Schiffe. Als wir nach unserem Besteck dicht unter Land sein müssen und kaum noch den Vordermann erkennen können, entschließt sich der Flottenches an Bord des Linienschiffes .Schleswig- Holstein" zu ankern, um das Auf klaren des Wetters abzuwarten. „Alle Maschinen stopp" rasselt der Maschinentelegraph. „Anker langsam aus J5 Meter fieren" befiehlt der Kommandant: denn es ist hier dicht unter der Küste noch sehr tief, und wir können einen 5 Tonnen schweren Anker mit dazugehöriger schwerer eiserner Kette nicht aus 75 Meter Höhe wegwerfen, dann würde er uns das ganze Spill und das Deck zerschlagen. Sofort mit dem Ankern werden Nebclsi- gnale mit der Schiffsglocke gegeben. An Oberdeck muß strengste Ruhe herrschen, damit ein sich näherndes Schiss schon von weitem bemerkt werden kann. 3n der Ferne hören wir das Geratter der Niethämmer einer Werft: es scheint uns, als lägen wir in unserm heimischen Kiel an der • Vgl. auch Nr. 99 des „Gießener Anzeigers" vom 29. April und Nr. 115 des „Gießener Anzeigers" vom 17. Mai. Boje, und hörten das Arbeiten der benachbarten Werften. — 3m kleinen Lotsenboot kommen zwei italienische Lotsen zu uns an Bord. Sie sind erstaunt über unser pünktliches Eintreffen und erzählen, daß sie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr solch dicken Nebel hier unten gehabt hätten. Mit ihrer Hilfe gelangt erst „Hessen" und danach die „Schleswig-Holstein" durch die enge Einfahrt in den 3nnenhafen von Palermo. Genau an derselben Stelle, wo ich vor drei 3ah- ren mit der „Hamburg" gelegen hatte, sollte auch diesmal die „Hessen" wieder festmachen. Palermo. Palermo hat in den letzten 3ahren einen mächtigen Aufschwung genommen. Es zählt fast eine halbe Million Einwohner, ist Sih eines Erzbischofs, hat Universität und eine starke Garnison. Der Hafen ist weiter ausgebaut, so daß der lebhafte Schnelldampserverkehr zwischen Sizilien und dem Festland sich in ihm reibungslos abspielen kann. Flugverbindung mit großen doppelrumpfigen Flugbooten besteht von hier täglich nach Genua, Neapel und Tunis. — Die Stadt selbst liegt in einer grünen sehr fruchtbaren Ebene, der Conca d’oro (Goldmuschel), die in merklichem Gegensatz zu den sie umgeben- JRaj Aeinhaidt zweimal Ehrendoktor. Professor Max Reinhardt, Leiter des Deutschen Theaters und der Kammerspiele in Berlin, wurde anläßlich seines 25. Direktionsiubiläums von den philosophischen Fakultäten der Universität Frankfurt am Main und der Universität Kiel in Anerkennung seiner außerordentlichen künstlerischen Verdienste zum Dr. phil. h. c. ernannt. den kahlen steinigen Bergen steht. LIeberall trifft man an Land Bauten, die an den Normannen- stil auS deren Herrschaft um 1100 herum erinnern. Die gewöhnlichen Wohnhäuser zeigen einen Anflug von Barockstil, der überall an den sonst kahlen Wänden und Hausfronten ein kleines Portal oder einen vergitterten Balkon 5er- vortreten läßt. Zwei große Hauptstraßen schneiden sich rechtwinklig in der Stadtmitte in einem Platz, dem Quattro Canti (vier Seiten) und bilden vier große Stadtteile. Die vier Eckhäuser an diesem Platz tragen als Schmuck die Heiligenfiguren eines jeden Stadtteiles und darunter noch die Figur einer 3ahreszeit. 3nnerhalb dieser Stadtteile gibt es nur wenig größere Straßen. Man bewegt sich auf kleinen engen Gassen, die sich kreuz und quer erstrecken, in denen man jedoch recht gut das Leben und Treiben des Volkes kennenlernen kann. Offene Geschäfte, die ihre Waren bis auf die Straße hinaus darbieten, vorwiegend Gemüse und Blumen, dann Händler mit Süßigkeiten und Eis, und vor allem sehr viel Fisch, bilden den Haupthandel. Die eigentliche Wohnstadt, das vornehmere Viertel, schließt sich im Norden an. 3n ihm gibt es prächtige breite Straßen, von denen eigentlich jede eine Allee für sich ist. Der Garten eines jeden Hauses gleicht hier kleinen Parks, so daß man nicht den Eindruck hat, daß man in einer Großstadt, sondern in einer Blumen- oder Gartenstadt sei. — Der erste Tag unseres Ausenthaltes ist der Kohlenübernahme gewidmet. Wie oft haben wir diese Allemannsmanöver schon gemacht! Hier unten ist es mit erheblichen Schwierigkeiten verknüpft. Die brennende Hitze, das starke Stauben der Kohle und die unhandlichen Prähme machen den Seeleuten das Kohlen nicht leicht. Trotzdem arbeiten unter den Klängen der Dordkapelle die einzelnen Divisionen im Wettstreit miteinander und begrüßen die stündliche Bekanntgabe der Leistung. Während „Hessen" kohlt, empfängt der Flottenchef die offiziellen Besuche der militärischen und zivilen Behörden auf seinem Flaggschiff. Am nächsten Tage ist es umgekehrt. „Schleswig-Holstein" kohlt und „Hessen", auf der inzwischen großes Reinschiff gemacht ist, ist klar für offizielle Besuche. — 3n mehreren Abteilungen wird der gesamten Besatzung auf einer großen A u t o r u n d f a h r t Palermo und seine Ämgegend gezeigt. Dor der Kathedrale machen wir halt, einige Herren der deutschen Kolonie haben sich unser angenom- Oie silberne Dose. Don Hermann Eris Buffe. Philander, der junge Verliebte, hatte von seinem Großvater, der noch den Puderzopf getragen, eine zierlich ziselierte Schnupftabakdose geerbt, die er mit großer Sorgfalt und geheimer Zärtlichkeit benützte. Geheim schon wegen seiner Braut Bettina, von der er nicht wußte, ob sie das Schnupfen ertrage; denn kein flotter Bursche seines Alters nahm mehr eine Prise, sie rauchten nur mit Wichtigkeit entweder lange Pfeifen, um würdig auszusehen, oder die neumodischen hielten ganz verwöhnt die feine Zigarette zwischen den schön gepflegten Fingern. Bisher gelang es dem Verliebten, feine Gewohnheit vor Bettina zu verbergen, doch das gütig um das Heil der Tochter wachende Auge der Schwiegermutter entdeckte die Sünde und redete dem Mädchen ernstlich zu, nicht eher mit dem wüsten Menschen vor den Altar zu treten, bis er sich ein für allemal das Schnupfen abgewöhnt. Bettina aber hatte Philander lieb und wollte nicht schon vor der Hochzeit das Pantöffelchen über den blonden Schwabenkopf schwingen. Deshalb sagte sie eines Tages beim Hemdennähen zur Mutter: „Philander schnupft nicht mehr!" „Unb das Döschen?" fragte die prüfend und doch bestimmt, „das Döschen hätte ich verwahrt!" -Ist wohl nicht nötig", meinte Tina kurz. Am Polterabend jedoch entfiel die silberne Kostbarkeit durch Mißgeschick der Hand des Bräutigams, gerade als er Linchen im Pfänderspiel hätte fangen sollen. Sie hob es heiter auf und mit einem schelmischen Blick zur lieben Mutter steckte sie es in den Blusenausschnitt, wo es kühl an die zarte MLdchenhaut kam und ein wenig Unbehagen schuf; doch lag es dort wohlverwahrt, und Philander, sehr verlegen, sagte kein Wort. Die Trauung war vorüber. Philander hätte, um der Rührung Herr zu werden, gern geschnupft und fuhr gewohnheitsmäßig in den Rocksack, das Kleinod schnell herauszuholen. Erst als er es zwischen den Fingern fühlte, wunderte er sich, wie es hineingekommen war; denn er wußte ja, daß Tina es geraubt hatte. Gewiß! Sie schob es ihm, wohl im Gedränge der Gratulanten, jählings zu, und um dessentwillen liebte er die Süße mehr denn je. Sie begaben sich auf die Hochzeitsreise an das schwäbische Meer, unterwegs Stationen machend an sehenswerten Stätten. Bettina merkte auch jetzt noch nicht, daß Philander das Döschen, dessen Kostbarkeit sie liebreich im stillen Kämmerlein ihrer letzten Mädchennacht bewundert hatte, daß er das reizende Ding zog, um eine Prise vom häßlichen, braunen Inhalt zu nehmen. Obwohl der Augusthimmel in tiefster, wolkenloser Bläue stand über dem jungen Paar, blieb es nicht wolkenlos in seinem Gemüt. Vielleicht genossen sie zu sehr den Honigmond, kurzum: es kam Verstimmung zwischen ihnen auf, wer weiß woher und auch weshalb. Sie stritten sich sogar um eine Kleinigkeit und machten Schmollgesichter schon am Abend, noch am kommenden Morgen im Zug, der sie nach einer schönen Seestadt bringen sollte, von wo es bann zu Schiff hinüber in die Schweiz zu reisen galt. Wie sie schweigsam nicht eben nahe beisammen saßen, weil es ihr Trotz gebot, vergaß der wactere Ehemann im Zorn, sein Schnupfgeheimnis weiter zu wahren. Er zog das Döschen aus dem Sack, auf dessen blankem Deckel sich noch zum ileber- sluh des Verrats die Sonne spiegelte, so daß ein kecker Strahl Bettina heftig in die Augen fuhr, die ganz erstaunt nun sah, wie wollüstig und mit anmutig gespitzten Fingern der Mann die braune Prise nahm. Unb da der Strahl sie allsort blendete, weil Philander geraume Zeit in seine Lust vertieft war, geriet Bettina in Hellen Aerger und brach mit heftigen Worten das zähe Schweigen. . Ph'.lanber schloß das Döschen in die Faust. Obschon ihm starke Röte des Unwillens ins Gesicht sprang, gab er keinen Widerspruch, sondern blickte steif in die fliehende Landschaft hinaus. Bettina, noch der ehelichen Streitbarkeit ungeübt, verlor recht schnell die Stimme, und auch sie starrte verstummt aus dem Fenster. Plötzlich sprang aber Philander auf, öffnete Fenster und Faust und schleuderte ein Etwas hinaus. „O weh, das herzige Döschen", dachte Bettina erschrocken, und schon fuhr der Zug in die Station ein. Die junge Frau, rasch mit dem Ehemann ausgestiegen, eilte von dannen in der Richtung, aus welcher der Zug gekommen war. kaum daß der verblüffte Gatte sie einzuholen vermochte. „Wo willst denn hin?" keuschte er heraus. „Das Döschen holen, das du weggeworfen hast. Er lächelle still. „Hier ist es doch, ich leerte ja nur den Tabak aus." Beschämt senkte sie den Kops. Sie versuchte, da sie des Dampfers harrend in schattenloser Som- mersonntagshitze am Hasen sahen, eine Plauderei anzuknüpfen. Doch Philander schwieg beharrlich. Zweimal ertappte sie ihn, wie er gewohnheitsmäßig in die Tasche langte, um verstohlen zu schnupfen und jedesmal ftnfter wurde, wenn er seinen 3rrtum merkte. Sie Halle plötzlich glühendes Mitleid mit dem armen Menschen, dem sie die einzige Liebhaberei mißgönnte, die auch zugleich sein allereinzigster Fehler war. Sie sehnte sich nach Frieden und nach seinem heiteren Gesicht. So sprang sie entschlossen von der Bank auf und sagte ihm kurz: sie wolle noch ein wenig die Stadt ansehen und wurde in ihrer jungen Frauenschönheit über und über rot, da sie sich mit raschen Schritten entfernte. Durch die unerträgliche Hitze der Straßen lief sie bann auf der Suche nach einem Laden, wo es Schnupftabak gab. Doch an einem Sonntag ist alles geschlossen. Sie wollte schon mutlos umkehren, da sah sie im Türrahmen eines Kramladens einen Alten stehen, der gerade eine Prise behaglich zur Rase führte. Sie eilte zu ihm hin und brachte scheu ihren Wunsch vor. Bereitwillig schloß er den Laden auf und brachte ihr ein Päckchen Lotzbeck, mit dem sie beglückt, als trage sie von neuem den Brautkranz, zu dem schmollenden Liebsten zurückeilte. Wie Tau perlte ihr der Schweiß von der Stirne, als sie Philander den Lotzbeck in den Schoß legte. Wiederum sagte er nichts, aber um seinen Mund spielte ein verstohlenes Lächeln, da er bas Päckchen ungeöffnet in die Tasche steckte. Der Dampfer kam; sie stiegen ein. Er führte sie behutsam über den Steg und suchte einen schattigen Platz, von wo aus sie Seeweite und Uferschönheit bewundern konnten. Sie wurden fröhlich, und im Gemüt, bas noch vom Zwiespalt her verschleiert blieb, verliebt just wie am ersten Tag. 3n der Nacht, als das Zimmer ins Dunkel fiel, tastete Philanders Hand zu Bettina hinüber, die schon halb im Traume lag und drückte ihr das Döschen in die Finger. „Nimm's", meinte er. „ich hab' dich doch lieb.“ Wie auch Fama weiß, soll der wackere Ehemann sehr ritterlich den Sieg über sein junges Weib ausgenützt haben; denn das Päckchen b lieb unangebrochen. Bettina merkte auch für- dechin nie, ob er schnupfte, und keines von beiden verlor je wieder ein Wort über diesen köstlichen, ersten Streit. Erst im Alter, da sie weit über kleine Aergernisse und Schwächen hinausgereift waren, gedachken sie, einander schalkhaft neckend, des silbernen Döschens, bas eigentlich in ihren schönen Lebenskreis den heimlich festen und glückhaften Pol gespielt hatte. Briefmarken und Lustschiffahri. Dom 6.—16. November wird in Paris die Erste 3nternationate Luftpostausstellung ftattfinben. Sie wirb nicht nur bie Techniker unb Flugsach- verstänbigen interessieren, bie bie Entwicklung der Langstreckenflüge unb ihre Ausnutzung für Wirtschafts- unb Hanbelszwecke mit CBetounberung verfolgt haben, sie wirb baneben auch bie Aufmerksamkeit bes Postsachmannes (Briefkästen, Entleerung bet Kästen unb Verteilung an bie Empfänger, Spezialpostsäcke, Postfallschirme usw.) und schließlich des Briefmarkenfreunbes auf sich lenken. Für bie letzteren hat bie Pochluftfahrt in nben hinter uns Üegenben zehn 3ahren ein außerobentlich interessantes unb lehrreiches Sam- melfelb geboten. Spezialflugpostmarken wurden in einer Reihe von ßänbem herausgegeben: in den Vereinigten Staaten feit 1918, in Deutschen b unb Columbien seit 1919, in Schweben seit 1920, in Rußland feit 1923, unb bann folgten bie vielen anderen Länder wie Ungarn, die Schweiz, Holland unb anbere. Eine Anzahl dieser Marken hat bereits einen bedeutenden Wert erreicht. Beispielsweise wurde für eine amerikanische himmelblaue 24-cents-2Harte von 1918 im letzten Dezember der ansehnliche Betrag von fast 10 000 Mark angelegt. Die graue „Hawker“- Neufunblanb-Marke brachte es auf über 3000 Mark. 3n Frankreich existieren unseres Wissens weder Spezialbriefmarken noch Spezialstempel für Luftpost. Dagegen will der Aeroklub von Frankreich anläßlich der bevorstehenden Ausstellung Erinnerungsmarken herausgeben, bie bereits vom Mai an im Verkehr sein werben. Ferner wird gelegentlich bet bevorstehenben Briesmarken-Aus- stellung in Algier im Mai bieses 3ahres eine Erinnerungsmarke mit einem Flugzeug gedruckt werden. Bereits vor drei Jahren hatten übrigens die Studienkommission der Weltpostunion, die 3ntemationale Handelskammer und die Haager Postkonferenz die Frage einer internattonaler, Flugpostmarke angeschnitten. & ;V men und halten einen kurzen Dorirag über Bauart und Bedeutung dieser Kirche. — Weiter geht es zu der Kapelle S. Giovanni, welchem fünf nackte Steinkuppeln ohne jeglichen Schmuck ein echt arientalisches Gepräge verleihen. Sehr sehenswert ist ferner der Palazzo Reale mit der Capella Palatina, deren prachtvoller Mosaik- schmuck sie zu einem Schmu.Ikästchen Palermos macht. In ihr haben sizilianische Künstler des. Mittelalters es meisterhaft verstanden, die Kunst des Morgenlandes mit der des Abendlandes zu verschmelzen. — Auf steilem Weg kommen wir nun aus der Stadt hinaus AU einem Ort, der viel gerühmt wird, nach M o n r e a l e. Berühmt ist es durch seine Kathedrale, die beredtes Zeugnis von ter Baukunst der Normannen auf Sizilien ablegt. An ihren Seitenwänden und an der Decke erwecken unzählige Mosaikbilder aus dem Alten Testament, aus dem Leben Jesu oder der Apostel unsere Aufmerksamkeit. Heber dem Altar befindet sich ein großes Bild Christi, der als Weltenherrscher dargestellt wird. Hinter der Kathedrale gelangt man in einen wohlgepflegten Klostergarten, von dem man einen wunderbaren Ausblick über die zu Füßen liegende Concadoro genießt. Aber noch etwas Sehenswertes bietet uns Monreale; die Heberreste eines ehemaligen Benediktinerklosters. Von diesem ist nur noch der Kreuzgang übrig, welcher sich quadratisch von 216 paarweis geordneten Säulen, von denen jede anders verziert ist, zusammenseht. In einer Ecke befindet sich noch der alte Klosterbrunnen. Von Palermo sind die Katakomben sehr bekannt. Diese mußte der Seemann natürlich auch gesehen haben, und so stiegen wir nicht ganz ohne Scheu in die unterirdischen ehemaligen Begräbnisstätten der Palermitaner hinab. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts war es hier noch Sitte, sich einbalsamieren und in den Katakomben beisehen zu lassen. Vach einer Spanne von Iahren wurden dann die nunmehr vertrockneten Mumien aufgestellt, und so schreitet man heute durch dunkle Gänge zwischen einer langen Reihe von Toten durch dumpfe, vom Hauch des Todes umgebene Grabgewölbe. Wenn man mit dieser Rundfahrt auch einen Heberblick über die Hauptsehenswürdigkeiten Palermos bekommen hatte, so blieb noch genügend übrig, um die restlichen Tage unseres Hierseins mit Spaziergängen und Besichtigungen im Innern der Stadt auszufüllen. Der wunderbar gepflegte botanische Garten. Platzkonzert unserer Musik auf einer breiten Strandpromenade und der Bummel in der Abendzeit auf Der Via Marqueda wird sowohl unseren blauen Iungens wie auch den dunklen sizilianischen Schönheiten eine Erinnerung sein. Theatervorführungen zu Ehren der Deutschen, gesellige Veranstaltungen an Land und zwei Bordfeste für die genossene Gastfreundschaft füllten die nächsten Tage aus. Eine Reihe von kleinen Booten begleiten uns, als wir den gastlichen Hafen verlassen. Die Besatzungen stehen angetreten und durch das Spielen der Nationalhymnen verabschieden sich die Schiffe von dem gastfreundlichen Hafen. Durch die Straße von Messina. Westlich führt uns unser Kurs auf die Straße von Messina zu, durch die wir zu uyserm nächsten Hafen, Syrakus, gelangen wollen. Morgens um 4 Hhr stehen wir an der engsten stelle von Sizilien und dem Festland. Die alten Romer und Griechen nannten diese Stelle Cylla pnd Charybdis, weil stellenweise die Strömung hier so stark ist, daß kleinere Fahrzeuge von ihr erfaßt und an den Strand geworfen wurden. Mit unserem dicken Schiff konnten wir hiervon heute nichts mehr merken. Ein wunderbarer Anblick war es an Steuerbord das Lichtmeer der Stadt Messina und an Backbord das der Stadt Reggio zu beobachten. Dies Schauspiel war so schön, daß sich viele wecken ließen, um diesen Anblick einmal zu genießen. >< N V Oben (von links nach rechts): Geheimrat o. K r e h I, der Direktor der Heidelberger Medizinischen Klinik; Exzellenz v. Harnack, der Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; Professor Kuhn, Direktor des Instituts für Chemie; Professor Meyerhof, Direktor des Instituts für Physiologie. — Unten: das neue Forschungsinstitut für innere Medizin, das auf der Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften seiner Bestimmung übergeben wird. Aber noch etwas anderes sollte sich uns auf dieser kurzen Seefahrt darbieten; das war der A e t n a I Die ersten Strahlen der ausgehenden Sonne beleuchteten ein schneebedecktes Haupt, das die vielen anderen Berge des ganzen Horizontes um mehr als das Doppelte überragt. In vielen wird der Wunsch laut, ihn einmal zu besteigen; leider lieh sich dies infolge der Kür>e der Zeit in Syrakus nicht durchführen. Bis halber Höhe können wir Ansiedlungen erkennen. Dann beginnt jedoch die Schneegrenze und es hort damit die bisher spärliche Vegetation ganz auf. Auf einer Seite sieht man einen dunkelbraunen, erkalteten Lavastrom, der noch vom letzten Ausbruch vor wenigen Iahren herrührt. — Syrakus. Am Vormittag laufen wir in einen sehr schönen natürlichen Hafen ein. Von dem mächtigen und vielgerühmten Syrakus des Altertums ist nicht mehr viel übriggeblieben. Die alten Bauten sind zum größten Teil nur sehr spärlich noch erhalten. Die heutige Stadt zählt ungefähr 50 000 Einwohner und liegt auf einer Insel, die durch eine große Brücke mit dem Festland verbunden ist. Divisionsweise werden hier Ausflüge zu den Sehenswürdigkeiten gemacht. Meine Division ist eine der ersten, die in der Stadt, in welcher man von einem großstädtischen Verkehr wirklich nicht reden kann, erscheint und durch ihre flotten Marschlieder berechtigtes Aufsehen erregt. Wir marschieren hinaus zu den Latomien des Paradieses, einem alten Steinbruch, in den früher die Gefangenen zur Zwangsarbeit hineingesteckt wurden. Eine tiefe Felsspalte, Orecchio di Dio- nisio (Ohr des Dionys) genannt, diente den Spionen des Tyrannen zum Belauschen der Gespräche politischer Gefangener. Ein wunderbares Echo gibt es hier; jedes Zerreißen oder Zerknfttem von Papier ist deutlich zu hören. Oben in ungefähr 30 Meter Höhe befindet sich ein kleines Loch, an welchem der Lauscher früher sah. Landschaftlich weit schöner als diese sind die Latomien d i Capuccini, in denen früher Gefangene eingemauert wurden und elend umkamen. Heute herrscht hier üppigste Vegetation; herrliche Blumen und Palmengewächse nehmen einem den Gedanken, daß man sich aus dem Boden solch grauenhafter Vergangenheit befindet. Aus der Zeit der Christenverfolgung ist noch das römische Amphietheater in seinen Grundrissen erhalten. Dicht neben ihm befindet sich der Altar Hie- ronsll., welcher in seinen Riesenausmaßen von 200 Meter Länge und 22 Meter Breite einen Begriff von dem Kult des Altertums gibt. Hier wurden jährlich 450 Stiere geopfert, die geschlachtet wurden zu Ehren der Vertreibung des Tyrannen Thrasybuls. Auch hier in Syrakus gibt es Katakomben, die jedoch an Alter bei weitem die Palermos, ja sogar die Roms übertreffen. Hnter der Erde befinden sich kreuz und quer große Gänge, von denen seitlich kleine Nebenzweige abgehen. Die Hauptschnittpunkte der Gänge sind zu kleinen Kapelle ausgearbeitet. Stundenlang könnte man hier' laufen und gar leicht sich verlaufen, wenn einen nicht ein Mönch mit einer Karbidlaterne wieder ans Tageslicht brächte. Während unseres Aufenthalts hier sollte uns noch ein ganz besonderer Genuß bevorstehen. Alle drei Iahre finden in dem noch recht gut erhaltenen griechischen Theater Festspiele statt. Wir hatten Gelegenheit, die „Iphigenie in,Aulis" von Eurypedes und den „Agamemnon" von Aischylos zu sehen. Die wunderbare Hmgebung des Jahrtausende alten Theaters und das ausgezeichnete Spiel der Darsteller in den alten griechischen Gewändern, das Auftreten des Chores und der Tänzerinnengruppen, die die Stimmung der handelnden Personen durch Körper- Ausdruck zur Darstellung bringen, wird allen deutschen Teilnehmern in steter Erinnerung blei-" Ben. An beiden Nachmittagen war ein großer Teil der deutschen Besatzungen bei den Spielen anwesend. Das Erscheinen des deutschen Admirals unter den Zuschauern auf den Steinstufen des alten Theaters riß die Einheimischen zu spontanen Beifallskundgebungen hin. Als endlich bei Schluß Der Spiele ein deutscher Offizier den Hauptdarstellern kostbare Blumenkörbe überreichte, wollte der Beifall kein Ende nehmen. Leider waren auch hier für uns die Tage nur zu kurz. Schon nach zwei Tagen hieß es scheiden, Kurs aufnehmen in die Adria, nach Venedig, wo wir morgen einzutreffen gedenken. Die Gießener Voranschlagsberaiung Im Gegensatz zu den bisherigen Iahren ist der Gießener Stadtrat bei dec Beratung des Voranschlags für 19 30 einen neuen Weg gegangen. Während er früher von einer Generalaussprache absah und eine Einzelberatung bei den verschiedenen Kapiteln vornahm, hat er sich diesmal gegen diese Einzelberatung ausgesprochen und eine Generalaussprache durchgeführt. Wenn man sich der wochenlangen sehr eingehenden Beratungen im Finanzausschuß erinnert, an denen die Vertreter sämtlicher Fraktionen beteiligt waren, und wobei man sich mit sämtlichen Einzelheiten des Voranschlagsentwur- ses gründlichst beschäftigte, wird man es gutheißen können, daß im Plenum des Stadtrats von einer Beratung der einzelnen Titel abgesehen wurde. Denn eine solche Einzelberatung wäre schließlich nichts anderes gewesen, als eine Wiederholung dessen, was schon mehrfach im Fi- nanzausschuh7 verhandelt wurde, ohne ein an- bered Resultat zu bringen, als das im Voranschlag festgelegte Ergebnis. Angesichts dieser Sachlage glaubte die Mehrheit des Stadtrates nicht mit Hnrecht, dem Hause eine Beratung ersparen zu sollen, die nichts anderes gewesen wäre als eine Zeitverschwendung. Wenn man heute das Ergebnis der General-« aussprache betrachtet, so ist festzustellen, daß sowohl die Stadtverwaltung, wie auch die großem Stadtratsgruppen der Arbeitsgemeinschaft der Mitte, der Wirtschaftlichen Vereinigung und der Sozialdemokratie sich in ernster Verantwortlichkeit mit den Problemen dieses Voranschlages be- schästigten. Die Ausführungen der verschiedenem Redner — abgesehen von den nur auf Auhen- wirkung abzielenden beiden Kommunisten — legten Zeugnis dafür ab, daß den drei Fraktionen die ernste Sorge um das Wohlergehen unseres Gemeinwesens ebenso am Herzen liegt, wie der Stadtverwaltung. Wenn trotzdem die sozialdemokratische Fraktion zur Ablehnung des Voranschlags kam und damit zum erstenmal sich frei machte von -der Mitverantwortung für den Haushaltsplan, so ist das nur zu bedauern. Bürgermeister Dr. Seid als Stellvertreter des Oberbürgermeisters konnte in seiner Einführungsrede zum Voranschlag die Lage, in der sich unsere Stadtwirtschaft gegenwärtig befindet und die für sie voraussichtlich auch im ganzem Etatsjahr mindestens mit der gleichen Schärfe fortbestehen wird, gar nicht eindrucksvoller kennzeichnen, als er es getan hat. Seine Darlegungen entrollten ein Bild von unserer Etatslage, das leider wenig erfreulich ist. Zwar konnte er darauf Hinweisen, daß der Voranschlag ausgeglichen ist, aber er mußte auch das Fehlen innerer Reserven im Haushalt bestätigen und betonen, wie sehr die Steuernot sowohl für die Stadt, wie auch für die Steuerzahler angewachsen ist. Hnter diesen Hmständen wäre es besonders zu begrüßen gewesen, wenn der Haushalt für 1930 nicht nur von der Zustimmung der beiden großen bürgerlichen Fraktionen getragen würde, sondern auch die sozialdemokratische Fraktton sich posittv zu dem Etat bekannt hätte. Konstanze. Vornan von Rod Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister Werdau. 20< Fortsetzung. Nachdruck verboten. Felix sah sie erschrocken an. „Josephine und ich werden nach Schnepfental ziehen. Ich habe dort eine Anstellung in den Fahrradwerken von Reudenau & Laix. Wir wollen uns da ein kleines Häuschen bauen ... Ich wollte nur sagen ... ich bitte dich ... es würde uns herzlich freuen, wenn du uns dann mal besuchen wolltest." Konstanze schüttelte den Kopf und lächelte mit verzerrten Lippen. „Nein, nein, Felix, du darfst mich nicht einladen. Ich Darf fortan für dich gar nicht mehr existieren. Du mußt auch niemantem sagen, daß Du mich hier aufgesucht hast. — Du kennst doch Papas Ansichten", sagte sie bitter. „Kannst du Denn das nicht vergessen, Konst anze?" „Ich will mir Mühe geben. Vielleicht gelingt es mir. Wir Frauen sind im Grunde immer versöhnlich." ».Aber wenn du irgendwie in Not bist —" seine Dlicke schweiften durch Den Raum, der ohne Sonne war, dann bitte ich, dich meiner zu erinnern.“ »Du bist sehr liebenswürdig, Felix. Ich danke dir Dafür.“ Dann schwiegen sie eine Weile. „Wie geht es Den Deinen?“ fragte Kon- stanze schließlich. „Mama geht es leidlich. Papa hatte vor einigen Wochen einen kleinen Schlaganfall. Es ist aber gottlob nichts zurückgeblieben. Werner ist momentan mit Agathe in Venedig und Ohlsens fthen auf Eulenhorst. Hans hat übrigens große Plane. Er will auf Eulenhorst ein Mustergestüt anlegen unb sich wieder einen Rennstall anschaffen." Konstanz ehörte nur mit halbem Ohr zu. Sie musterte Felix, während er erzählte und muhte sich lagen, daß zwischen ihrem Lieblingsbruder und ihr doch eine tiefe Kluft klaffe. Eine einzige schwache Brücke lag über diesem Abgrund und diese bestand aus Worten, Worten, nichts als Worten. Diese Brücke brach zusammen Sie empfand beunruhigt: Felix kam hierher, ihr zu helfen und in nichtssagenden Worten versandeten ihre Gespräche. „Hnd Manfred?" fragte sie gedankenlos Er antwortete nicht gleich. Sein Blick war ausweichend. „Ich weiß nicht. Ich komme mit Manfred nicht zusammen Er wartet auf seine Ernennung zum Geheimen Rat, wie du weißt." „Warum weicht er mir aus?" fragte sich Konstanze. Hnd laut: „Du sahst ihn lange nicht?" -2iein Eine Meinungsverschiedenheit — —« Da wußte Konstanze, ihretwegen waren die Brüder zu Feinden geworden. Nun erhob sich Felix. „Cs hat mich gefreut, zu sehen, daß es dir einigermaßen gut geht, Konstanze." „Ich habe mein Auskommen" Er reichte ihr die Hand, die sie ergriff. „Ihr werdet Da unten in Schnepfental ein zufriedenes Leben führen. Einen besonderen Rat möchte ich dir noch geben, Felix, wenn ich das darf: Versuche, Die Seele Deiner Frau zu ergründen und zu verstehen. Nur aus diesem Zusammenstimmen erwächst Die höchste Harmonie. Wir Frauen sind zart und das Gebäude unserer Seele ist zerbrechlich. Das sollte ein Mann nie vergessen." Als Konstanze in ihr Zimmer zurückkehrte, überfiel sie eine seltsame Wehmut. Ein Stück ihrer Kindheit hatte soeben hier gesessen. Ein Abglanz früherer Jugendzeit umschwebte sie noch und spann seine Erinnerungsfäten. Aber Die Fäden zerrissen bald und zergingen in nichts. - Ms Kurt Helbing am Nachmittag Konstanze bat, mit ihm eine Ausstellung zu besuchen schlug sie ab. Sie fühlte sich zerschlagen und abgespannt. Aus sein Drängen uno Bitten kam sie schließlich in sein Atelier, seine neuesten Arbeiten zu besichtigen. Nun. da Konstanze wußte, daß Helbing im Klaren über sie war, war ein gewisses Gefühl der Scheu, das sie meist in seiner Gegenwart empfunden, gewichen. - Zuweilen merkte sie, wie er sie mit seinen Blicken verbrannte. Das Feuer seiner scheinbar täglich tiefer in die Höhlen zurückfinkenden Augen hatte etwas Flackerndes bekommen. Seine Haut schien in letzter Zeit blasser geworden zu fein und feine Hände noch durchsichtiger. Er schritt mit seinem eleganten Gang In die hinterste Ecke des Ateliers und deutete auf ein mit grauer Leinwand verhülltes hohes Gestell. „Hier habe ich etwas ganz Besonderes. Ich habe es kürzlich fertiggeftellt. — Ditte, erf(breiten Sie nichtI" Er zog das verdeckende Tuch fort Konstanze wich betreten einen Schritt zurück. Ein gewaltiger, menschengroßer Gorilla aus Stein gehauen kam mit geöffnetem Rachen auf sie zu. Die zottigen Arme prägten eine ungeheure Kraft aus Der Affe hatte eine Kampfstellung angenommen und es hatte Den Anschein, als wollte er die beiden Menschen augenblicklich angreifen „Das ist ja furchtbarI" rief Konstanze. „3d) gestehe Ihnen offen, hierauf bin ich stolz. Dieses Bildwerk habe ich auf Bestellung des Lord Aberdy angefertigt. Morgen wird es ab= geholt. Lange Studien im Zoologischen Garten waren nötig. Eigentlich ist dieses Tier abschrek- kend häßlich Aber nicht nur das Schöne liefert unbedingt künstlerischen Stoff, alles, was Die Ratur hervorbringt, ist schön, auch wenn es uns abstoßend erscheint." Sie stand vor Dem Bildwerk und lieh die Empfindungen von schön und häßlich, die aus diesem Kunstwerk ausströmten, auf sich wirken. Kurt Helbing ließ den Gorilla wieder verschwinden und zeigte Konstanze ein paar andere Plastiken. Da gewahrte sie plötzlich, daß sein Blick sich an ihrem Handgelenk festsaugte. Sie schrak zusammen. Sie hatte heute ohne jede Absicht seinen Armring, jenes Geburtstagsgeschenk, umgelegt. Er sagte nichts und als sie ihm Die Hand reichte und Dantte, daß er sie so in feine Kunst hatte einblicken lassen, fühlte sie, wie diese Hand sich nur schwer aus der ihrigen löste. — Wollte er noch etwas sprechen? — Wie? — Er rang nach Worten. Er schwieg. — Konstanze hatte eine Beschäftigung gefunden, Die ihr zwar nicht viel einbrachte, aber es war doch eine Beschäftigung. Sie beaufsichtigte die Schularbeiten zweier Geschwister. Es waren die Töchter des Kommerzienrats Markenbrook. Außer Sonntags war Konstanze jeden Nachmittag ein paar Stunden dort. Manchmal bat Frau Kommerzienrat Markenbrook, wenn sie allein war, Konstanze, ihr während des Abends Gesellschaft zu leisten, und Konstanze blieb gern Diese Beschäftigung mußte sie unterbrechen. Der alte Neuhaus, Der schon die letzte Zeit nicht wohl gewesen, erlitt einen schweren Schlagan-s fall. Don diesem Tage an wich Konstanze nicht von seinem Lager. — Mochte man sich in der Pension Darüber ereifern I Schenkten all diese Menschen Dem todkranken Manne seine Gesundheit wieder? Nein, sie taten es nicht. Ihr aber war es ein inneres, zwingendes Bedürfnis, Die letzten Tage diesem Greise, Der ihr mehr geworden, als ein guter Bekannter, zu erleichtern. Sie las ihm Die Wünsche von Den Lippen, Die Die Worte nicht mehr formen konnten. Er bezahlte mit dankbarem Lächeln und gebulDerbit- tenden Blicken. Seine Sprache war ausgelöscht. Er konnte nur noch mühselig ein paar Sätze mit dem Bleistift auf Papier kritzeln. Ec reichte ihr das Blatt, das feinen schwachen Fingern entfiel. Konstanze las. „OleinI" rief sie. „Wer hat Ihnen gesagt, daß Sie ins Hospital sollen?" Er schrieb wieder. „Frau Bürger?" Er nickte. „Sie bleiben natürlich hier, Herr Neuhaus. Solange ich hier bin, haben die anderen gar nichts zu sagen" Da lächelte er mit schlaffen Zügen glücklich und dankbar. Er verlor bald das Bewußtsein Es wurde plötzlich ganz leise im Zimmer. ES schien Konstanze, als sei vorher ein ganz lautes Rauschen in der Stube gewesen, so auffallend war Die Stille. Nur Die Hhr sang Dünn unD zart. Konstanze blickte auf und sah das Gesicht des Toten — Konstanze wußte, daß ein Mensch weniger war, Der ihr seine Seele geschenkt hatte. — In seiner Hinterlqssenschaft fand man ein Tagebuch. Auf Dem Hmschlag stand in großen deutlichen Buchstaben: „Dieses Buch gehört nach meinem Tode Frau Konstanze Ernrnerstorsf." Sie vertiefte sich in Die Aufzeichnungen, und je weiter sie las, desto ergriffener wurde sie. Xiefe, philosophische Betrachtungen waren mit Den Schilderungen seines Lebensschicksales verknüpft. Viele Seiten handelten von Konstanze. Er schilderte seine Bekanntschaft mit ihr. Aus der Bekanntschaft wurde Freundschaft, aus Der FreunDschaft wurde Verstehen, aus Dem Verstehen wurde Zuneigung, aus Der Zuneigung wurDe Liebe und aus Liebe wurde Harmonie. Ja, da stand es alsol Darunter war ein Nachsatz: ..Mehr als Liebe noch ist Harmonie, Liebe kann immer noch eine Spur von Aeußer- lichkeit haben, aber Harmonie streift alles Irdische ab. Keine Leidenschaft regiert mehr. Das Höchste scheint erreichbar." Die nächsten Seiten waren voll tiefer Gedanken Dann sprang wieder ihr Vorname in die Augen Da steht es! Er war mit dem festen Vorsatz umgegangen, sie um ihre Hand zu bitten Er hatte es immer noch verschoben Dielleicht hatte er gefühlt, daß der richtige Augenblick noch nicht gekommen Nun hatte ihm der Tod den Mund verschlossen. Konstanze klappte nachdenklich das Büchlein zu. „Meine Seele gehört dir, auch wenn du nicht mein Gatte warst. Sie gehört dir noch. — Du hast mich verstanden Ob du mich auch verstanden hättest, wenn ich trotzdem „nein" gesagt hätte?! — Ja, ja — ganz gewiß! Du warst ein großer Philosoph.“ In diesen Tagen bemächttgte sich Konstanzes ein starkes Verlangen, Peter wiederzusehen Vielleicht war der Schmerz schuld, der feit Dem Tode Neuhaus' in ihr tobte. Vielleicht hatte sie das Bedürfnis, diesen Schmerz zu beschwich- ttgen Iedenfalls war das Verlangen, Peter auch nur zu sehen, so maßlos, daß sie die Einladung Kurt Helbings, einmal mit in das ®af£ Musarion zu kommen, annahm. Eine heimliche Hoffnung glimmte in ihr, vielleicht dort, wo der Bildhauer verkehrte, auch Peter Hhl- städt zu treffen. „®iefe Kaffee kneipe müssen Sie kennenlernen, Frau Konstanze", sagte Helbing scherzhaft, indem sie durch Die belebten Straßen schritten „Man kann da Die amüsantesten Studien machen Es verkehren nur Stammgäste dort- Die fange Künstlerwelt Münchens trifft sich in diesen vortrefflichen Hallen — Sie werden sehen!“ (Fortsetzung folgt) j waren, J h s$e. hgung der iu‘ s/hrMtes nid flänmg ironb konnte derAb werden Aber dost bei einer to schastslage die- ausreichen dur^ Grund dafür, t geschlossenen W chenden Ainanzi dem Etat zu ver dm Dohllahrti vollen, sobald gebraucht sind, > fung hin die ® lassen Dann la den, was gegei boten erscheint trachtet, wäre n ozialdemkratlsc Mhlsahrtsetat Zuzugeben ist. gen Micterhvh: Steigerung der Linkspartei uns plizierter Var. feien ist es unp Hangern eine r vorliegenden F nicht onbauem' schäft immer tt während die a der Inanspru auch bei der 6 Stabtratsfrakti Heraufsetzung i nehm ift. And N) heute viels * Derhäl bei'M steht un ren in zunehm lasten achebürk eines geordneten allen Mgers zugute, so dch wenn sich die F der Mitte und auf den'Stands AHmg bet Ausgleich in fr einerseits unb d stellen. Ltadw Hause vor, b< ein Betrag vi den Doranschl spruch genvm besitz ein Test hreissteigerun wies Stadtrat E>err Mann a muh die offen, berücksichtigt | als Nietobjekt M-prozentige Ae der richti Art, sondern » mithin Ä keine d'dersprach bi kL in « «w. Sie I Fobr, ren z alsdlt arbeitl h^de, be^le । dar »l bei den E -kutsch»^Ma M ben sL?^ o ^heiL^ My&t .«r«»e 1T W -b ' E^fF itner bfa mit ^^Mlchlagsenwur- L,llb ?°n es gut, «tum des Wlnen Titel abat* IW Einzelberaluna S fielen, als eine 'don mehrfach im K- ^rde, ohne ein an* als das im Iorcm* ^Angesichts dieser cheit des Ktadtratei se eine Beratung et* mderes gewesen wär« 'gebnis der General* lestzustellen, daß so* wie auch die großen Msgemeinschaft der Bereinigung und der rnsier Dnavttvortlich* eses Lvranschlages beigen der verschiedenen den nur aus Litzen* i Kommunisten - leg* ■ h den drei Fraktionen Wohlergehen unseres $erjen liegt, wie bet whdem die foziatSwis* blehnung des Dorm* m erstenmal sich frei rortung für den Haus* zu bedauern. ib als Stellvertreter onnte in seiner (Sin* hlag die Sage, in der . gegenwärtig bejinbet htlich auch im ganzen der gleichen Schärte t eindrucksvoller kenn* il Seine Darlegungen tfercr Staffage, das Zwar konnte er dar* tanWag ausgeglichen Men innerer 'Reser* , und betonen, wie lehr . die Stadt, wie auch wachten ist. Mer die* besonders zu begruben iaü für 1930 nicht nut beiden großen bürget* 1 würde, sondern auch cattion sich posidv i« i ein Mensch weniger sfe-' ffen-r wurde !' LS «** von KonstE iimffNrf ?us der Der* 'M tf Zuneigung 1 ^!ck"ist harwome, ne vpur3r* onie Ä Jt Mert E n, A ™ Qlun h^tte irt dir iE ^ftan^] ZZS » 1151- »* -.FS e^Vtte^/ss .ylw * - - foM° Der Voranschlag des Kreises Gießen für 1930 folgt oer- die Matthäusgemcindc, Pfarrer Mahr. Jo- Einnahmc AuSgabc entfallen Vorjahre ab. auS Ab* Der £oran|d)iag des Xrcilc« (Sie« yen für das Rechnungsjahr 1930 schlicht in Einnahme und Ausgabe mit 1 041 037 Mart gegen 1 003 260 Mt. im Vorjahre ab Die Betriebsrechnung ist dabei mit 813789 Mark gegen 769 069 Mk. im Vorjahre verzeichnet Rot der Zeit getan, na* xtage der Dinge , heute mit Verantwortungsbewußtsein für die Entwicklung der Gesamtheit zu tun überhaupt möglich war. Wenn nicht noch mehr geschehen konnte, was sicherlich jedermann wünscht, so lag das nicht an der für den Etat von 1930 oer- antworttich zeichnenden StadtratSmehrheit, sondern an den außerordentlich ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen, die man von hier aus nicht ändern, sondern in ihren Auswirkungen auf unsere Stadt nur nach Maßgabe der vorhandenen Kräfte mildern kann. • Das ideale 9Ctn Abführ-Konfek! Polizeiwesen: Einnahme 23 200 ( 28 705) Mark Ausgabe 27 380 ( 30 685) Mk. Schulwesen: Keine Einnahme, Ausgabe 5675 (11 348) Mk. Kunst und Wissenschaft Einnahme 200 (200) Mk.. Ausgabe 7400 (2400) Mk. Bauwesen Einnahme 4265 (4285) Mk.. Ausgabe 16 478 (18651) Mk. Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Keine Einnahme. Ausgabe 5325 (5620) Mark. Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen einschließlich Erwerbslosen- und Wohnungsfürsorge: Einnahme 291 042 (261 892) Mark, Ausgabe 536 095 ( 480 154) Mk. 21 n ft alten und Einrichtungen Einnahme 4140 (3140) Mk.. Ausgabe 14 730 (13 990) Mark Finanz- und S teuertoefen. Einnahme 474 468 (458 944) Mk., Ausgabe 166 401 (179 002) Mark. Grund ft ücksverwaltung: Einnahme 39 (39) Mk Ausgabe 20 (20) Mk LonntaaSdientt d.Aerzte u.Avotbekeu am 25 5.30 Dr. Ploch. Dr. Wolf. Cngelavoibeke. Zahnarzt: ür. Baum. ‘D Daten für Sonntag. 25 Mai 1015: Grundsteinlegung zum Straßburger Münster; — 1818: der Kunsthistoriker Jakob Burkhardt in Basel geboren. Taten für Montag. 26. Mat 1846: der Maler Eduard Grützner zu Großkarlo* wik in Schlesien geboren; — 1923: Albert Leo Schlageter wird in Düsseldorf erschossen. Mark im Vorjahr entnommen werden Vermögensrechnung. Diese schließt mit 227 258 (234 1911 Mk. Auf der Einnahmeseite ist als Vestand früheren Jahren ein Varvorrat nach dem schluh der letzten Rechnung (1928i in Höhe von 199 016 Mk ausgewiesen, ferner sind Einnahme- rückstände derselben Rechnung in Höhe von 9618 Mark verzeichnet Auf der Ausgabeseite ist — wie schon oben bemerkt — die Leberweisung von 74 000 Mk an die VetriebSrechnung vorgesehen, zur Verwendung in späteren Jahren sollen 64 635 Mk verbleiben Der Abschluß von 1928 Rach dem Verwaltungsbericht des KreisauS- fchusseS Ich ieht das Rechnungsjahr 1928 wie folgt ab: Die Einnahme beträgt nach der Rechnung 956 880 Mk., die Ausgabe beziffert sich nach der Rechnung aus 748 245 Mk. Mithin verbleibt ein Rest von 208 635 Mk., der aus dem oben erwähnten Vgrvorrat von 199 017 Mk. und liquidierten Außenständen in Höhe von 9618 Mk besteht Vermögens- und Schuldenübersicht. Rach dem Stand vom 1. Januar 1930 bezifferte sich daS Vermögen des Kreises Gießen auf insgesamt 233183 Mk die Schulden auf 101 508 Mk Erweitertes Schöffengericht Gießen. ' Gienen 21. Mai. Em erst vor kurzem aus der Strafanstalt entfallener Arbeiter, der wegen SittlichteitSverbrechen erheblich vorbestraft ist, hatte fich wieder an einem noch schulpflichtigen Mädchen unsittlich vergangen. Die Verhandlung sand wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Dem Angeklagten gelang es nicht lein Alibi nachzuweisen. Das Gericht hatte nicht den geringsten Zweifel an seiner Läterschast und verurteilte ihn in Anbetracht der Geinelngesährlichteit. die auS seinen erheblichen Vorstrafen spricht, unter Versagung mildernder Umstände zu einem Jahr Zuchthaus. Ebenfalls hinter verschlossenen Düren wurde gegen einen Schweizer wegen Blutschande verhandelt. Das Gericht hielt nur den Versuch für erwiesen und verurteilte zu zehn Monaten Gefängnis. Die Frau eine- Taglöhners sollte mehrer« ihr von ihrem Mann gegebene kleinere Geldbeträge bei der Post einzahlen. Einen Betrag behielt sie aber zurück, um ihn zur Anschassung von Lebeiismitteln zu verwenden. Als aber kurz daraus der nicht eingezahlte Betrag durch Post- auftrag gemahnt wurde, verfälschte sie auS Furcht vor ihrem Mann zwei in ihrem Besitz befindliche PosteinlieferungSscheine, indem sie auf dem einen das Datum und auf dem anderen den Empfänger änderte Mit diesen beiden verfälschten Poft- einlieserungsscheinen schickte sie ihren Mann zur Post, welcher damit die Einzahlung deS gemahnten Betrages bartun sollte Die Fälschungen wurden sosort entdeckt. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde die Angeklagte wegen schwerer Fälschung einer öffentlichen ilr- kunde zu der gesetzlich zulässigen Minbeststrase von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Kapttalver mögen u n c Kapital» 1 chulden Einnahme 9710 (9639) Mk., Ausgabe 7430 (7409) Mk. An Kreis steuern sollen wie im Vorjahre 220 000 Mk eingehen AuS dem Reste- und Ausgleichs stock sollen 74 000 gegen 50 000 hanneskirche. 8: Pfarrer Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- geineinbe; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Iohannessaal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz, zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde, Pfarrer Lenz. — Llisabeth-Kleinkinderschule. 9.45 Uhr: Pfarrer Lia Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Konfirmandensaal, Liebigstroße 56. 14: Taubstummengottesdienft; Pfarrer Bechtolsheimer.— Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst; 13.30: Haupt» aottesdienst — öieferf. 9.30; 10.45: Kinderkirche — Atten-Buseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg; ' ul- lekte für die Auslanddiaspora; 11: hl. Abendmab für die Jugend von Daubringen; 13.30: Mainz! r. — Haufen-Garbenteich. 9: Hausen; 10.30: Gorbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10: Hauptgottesdienst. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend katholische Gemeinden. Samstag, den 24. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 25. Mai. 5. Sonntag nach Ostern. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- bißt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Cich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Maiandacht und Dortrag — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 26. Mai. Caubad). 7.30 Uhr: Messe für Verstorbene. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 25. Mai Rogate. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Schlaudrasf; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus* gemeinde. 9.30: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für Lpiclplan der Arankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 25. Mai, 19.30 bis gegen 22.30 Uhr. Uraufführung Transatlantik. Montag, 26., 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die Zauberflöte. Dienstag, 27., 19.30 bis nach 22 Uhr. Das Land des Lächelns. Mittwoch. 28., 19.30 bis gegen 22.30 Uhr: Transatlantik. Donnerstag, 29., 19.30 bis nach 22 Uhr: Das Land des Lächelns. Freitag, 30., 19.30 bis 21.15 Uhr 5. Opernhauskonzert. Samstag, 31., 19.30 bis gegen 22.30 Uhr Transatlantik. Sonntag, 1. Juni, 19 bis nach 22.45 Uhr Der Rosenkavalier Montag, 2., 20 bis gegen 22.30 Uhr: Tiefland. Schauspielhaus. Sonntag, 25 Mai, 20 bis gegen 22.15 Uhr: Hans im Schnakenloch. Montag, 26., 20 bis gegen 22 Uhr: Die neue Sachlichkeit. Dienstag, 27., 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Bekehrung des Ferdys Pistora Mittwoch. 28., 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Bekehrung des Ferdys Pistora. Donnerstag, 29., 20 biS nach 22.30 Uhr: Die Bekehrung deS Ferdys Pistora. Freitag, 30., 20 bis gegen 22.30 Uhr Zum erstenmal Die liebe Feindin. Samstag. 31., 20 bis gegen 22.30 Uhr: 1. Gnsernble- Dastspiel Conrad Veidt: Gr. Sonntag, 1. Juni, 11 bis 13 Uhr: Szenen-Aufführung der Schauspielschule. 20 bis gegen 22.30 Uhr: 2. Ensemble- Gastspiel Conrad Veidt Gr. Montag, 2., 20 bis gegen 22 Uhr: Die liebe Feindin. mehrhett gelchaRene Lotung Der Grundsteuer- Erhöhung in Verbindung mit einer mäßigen Mietpreissteigerung nichts einzuwenden zu fein, denn vom Standpunkt steuerlicher Gerechtigkeit auS kann man diesen Lastenausgleich nach der stärkeren Inanspruchnahme durch den neuen Voranschlag nicht als unbillig bezeichnen. Als drittes bedeutsames Problem stand im Vordergrund der Beratung die Frage der Wiederbelebung der Bautätigkeit. Hier stimmten die drei Fraktionen des Stadtrats nicht nur in dem lebhaften "Hedauern über die derzeitige Ruhe im Baugewerbe überein, sondern man war sich erfreulicherweise auch einig in der Forderung und in dem Willen, alles nur mögliche zur baldigen Wiederbelebung der Bautätigkeit zu tun. Mit der Bewilligung von Mitteln, die zunächst nur auf dem Papier stehen, ist es da allein nicht getan. Rotwendig und dringlich ist es Im Augenblick vor allem, die bereits früher bewilligten Beträge baldmöglichst durch Anleiheaufnahmen au beschaffen. Hierbei handelt es sich um große Summen, die aus früheren Voranschlägen aus den neuen Haushalt übertragen wurden und deren Herbeischaffung unserer Bautätigkeit einen starken Auftrieb geben würde Hoffentlich gelingt es der Stadtverwaltung und dem Stadtrat bald, dieses drängende Problem zu lösen, nach dessen Beseitigung manche anderen drückenden Sorgen (Arbeitsbeschaffung, Senkung der Wohlfahrtslasten) durch wiederkehrende Arbeitsmöglichkeit von selbst verschwinden werden. Ueberprüst man abschließend die kommunal- politische Lage nach der Verabschiedung deS städtischen Haushalts für 1930, so glauben wir lagen au müssen, daß die von den StadtratS- mitglieoem Horn und Ricolaus in ihren beachtenswerten Reden vertretene Stellungnahme der beiden bürgerlichen Fraktionen sachlich stichhaltig und nach den jetzigen Verhältnissen auch wirtschaftlich berechtigt ist. Mit ihrer Annahme des Voranschlags für 1930 in der beschlossenen Form werden nach unserer Meinung die bürgerlichen Fraktionen unser Gemeinwesen nicht, wie Herr Mann sagte, „in den Abgrund führen", sondern sie haben mit Recht weitgehende Rücksicht genommen auf die ohnehin schon stark angespannte steuerliche Leistungsfähigkeit der Bürger, einen Etat der strengen Sparsamkeit genehmigt und trotzdem die gesunde Weiterentwicklung nicht unterbunden. Damit hat die Stadtratsmehrheit der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und der Wirtschaftlichen Vereinigung trotz der StadtratSmitglied Mann brachte in seiner EtatSrede eine ganze Reihe von Gründen vor, die für die sozialdemokratische Fraktion Anlaß waren, den Haushaltsplan abzulehnen Zwei Hauptpunkte haben nach unserem Eindruck in der Sitzung die entscheidende Rolle für das Rein der Sozialdemokratie gespielt: einmal bie Streichung von 20 ODO Mark am Etat deS Wohlfahrtsamtes, zum andern die Bedingung der bürgerlichen Fraktionen, gleichzeitig mit der Erhöhung der Grundsteuer vom bebauten Grundbesitz eine Heraufsetzung der gesetzlichen Miete um 2 Prozent vorzunehmen Diesen beiden Hauptargumenten gegenüber konnten StadtratSmitglied Horn als Sprecher der Arbeitsgemeinschast der Mitte und StadtratSmitglied Ricolau« als Wortführer der Wirtschaftlichen Vereinigung triftige Gründe für bie Stellungnahme ihrer Fraktionen anführen Hinsichtlich des Abstrichs von 20 000 Mark am Wohlsahrtsetat stützten sie sich auf Erklärungen der Stadtverwaltung und der Wohlsahrtsdeputa- tion, daß durch öitfe Kürzung eine Beeinträchtigung der fürsorgenden Tätigkeit des Wohl- fahrtSgmteS nicht eintrete. Angesichts dieser Erklärung von der ersten verantwortlichen Stelle konnte der Abstrich der 20 000 Mark akzeptiert Werdern Aber selbst wenn man der Meinung ist. daß bei einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage die Mittel des Wohlfahrtsamtes nicht ausreichen Dürften, so besteht doch zunächst kein Grund dafür, wegen einer allerdings nicht ausgeschlossenen Möglichkeit der späteren unzureichenden Finanzierung heute die Zustimmung zu dem Etat au verweigern. Sicherlich wird niemand dem Wohlfahrtsamt weitere Mittel vorenthalten wollen, sobald die jetzt bewilligten Deträge aus- gebraucht sind, und man könnte nach dieser Richtung hin die Dinge ruhig an sich herankommen lassen Dann kann immer noch das bewirkt werden. was gegenwärtig noch nicht dringend geboten erfdbemt Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet. wäre nach unserem Dafürhalten auch der sozialdemokratischen Fraktion die Zustimmung zum Wohlsahrtsetat nicht unmöglich gewesen. ZuAugeben ist, daß hinsichtlich der zweiprozentigen Mieterhöhung als Voraussetzung für eine Steigerung der Grundsteuer die Lage der großen Linkspartei unseres StadtratS allerdings komplizierter war. Schon immer und bei allen Parteien ist eS unpopulär gewesen, den eigenen Anhängern eine Mehrlast aufzubürden. Aber im vorliegenden Falle ist die Lage doch so, daß man nicht andauernd nur einer Schicht der Bürgerschaft immer wieder die Steuerlast erhöhen fann, während die andere Seite auf dem alten Stande der Inanspruchnahme verharrt. Man verkennt auch bei der Gefolgschaft der beiden bürgerlichen Stadtratsfraktionen nicht, daß die zweiprozentige Heraufsetzung der gesetzlichen Miete wenig angenehm ist. Anderseits ist aber doch zu bedenken, daß heute vielfach der Mietpreis nicht mehr im rechten Verhältnis zu den Lasten des Haus- besitzeS steht und dieser selbst in den letzten Jahren in zunehmendem Maße steuerliche Mehr- lasten aufgebürdet bekam. Die Annehmlichkeiten eines geordneten Gemeinwesens kommen aber doch allen Dürgerschichten, also auch den Mietern, zugute, so daß man schließlich verstehen kann, wenn sich die Fraktionen der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und der Wirtschaftlichen Vereinigung auf den 'Standpunkt stellten, durch diese mäßige Erhöhung der gesetzlichen Miete einen gewissen Ausgleich in den Belastungen deS Hausbesitzes einerseits und der Mietepschaft anderseits herzustellen. StadtratSmitglied Mann rechnete dem Hause vor, daß bei dieser Mietpreiserhöhung ein Betrag von 145 000 Mk. herauSkomme, für den Voranschlag aber nur 100 000 Mk. in Anspruch genommen würden, mithin dem Hausbesitz ein Geschenk von 45 000 Mk. aus der Mietpreissteigerung gemacht werde. Demgegenüber wies Stadtratsmitglied Fischer darauf hin, daß Herr Mann als Grundlage für seine Berechnung auch die öffentlichen Gebäude, Kliniken usw. mitberücksichtigt habe, die im vorliegenden Falle als Mietobjekte gar nicht in Betracht kämen, die Aweiprozentige Mietsteigerung auf der Grundlage der richtigen Wertberechnung nicht 145 000 Mark, sondern tatsächlich genau 100 000 Mk. erbringe, mithin von einem Geschenk an die Hausbesitzer keine Rede fein könne. Herr Wann widersprach dieser Richtigstellung nicht, so daß man also annehmen muh, daß er sich bei seiner Berechnung geirrt hat und die von Herrn Fischer aufgemachte Rechnung zutreffend ist. Angesichts die-fer Sachlage scheint uns gegen die von der Stadtrats- auf die Vermögensrechnung 227 258 Mk gegen 234 291 Mk im In der VetriebSrechnung unöet man die einzelnen Kapitel wie zeichnet: Allgemeine Verwaltung: 6715 Mk. (2215 Mk. im Vorjahre), 26 845 Mk (19 790 Wk. im Vorjahre). Sie hat in unseren Cigaretten- Fabriken einen bedeutend größeren Aufgabenkreis zu erfüllen, als die berühmte spanische Tabakarbeit erm vor anderthalb Jahrhunderten. Ihre Cigarette ist die beste und beliebteste europäische Orient-Cigarette Die Beschäftigung mit den empfindsamen Tabakblattern verlangt die größte Sorgfalt feinfühliger Mäd chenhände. Die Blätter müssen alle einzeln von einander gelöst werden, damit sie vollständig auf gelockert durch Transportbänder den Mischtrommeln zugeführt werden können. DIE MODERNE CARMEN IST DAS AmöneliirierFreilidiiMhne Amöneburg, Kreis Kirchhain Die Nibelungen von Hebbel 3943D Aufführungen am Himmelfahrtstage, 29. Mal am Sonntag, dem 1. Juni an den Pfingsttagen, 8. und 9. Juni am Sonntag, dem 15. Juni 15.30 Uhr Eintrittspreise von 0,75 bis 2 - Mk. 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Mai 1930 zur gefälligen Kenntnis gebracht Ablahrt täglich ab Lndwlgsplali.......... Rückfahrt ab Schlllenberg.............. Ablahrt Sonntag* ah Lndwigaplati....... Rückfahrt ab Sehiifenberg................ ..............15.40 Uhr 17.15 Uhr nnd 18.15 Uhr 16.00 Uhr nnd 16.40 Uhr 18.11 Uhr n. nach ledert Die Wagen fahren täglich fahrplanmäßig bestimmt, unabhängig von jeder Witterung und Personenzahl Auskunft unter Telephon Nr. 3748 und 2283 3985D Kraft-Verkehrsgesellschaft„Hessen“m.b.H. Senwieseck Verkauf von Eichen- u. Kiefernstammholz und Iichtenderbstangen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen ist noch das folgende Nutzholz aus dem diesjährigen Einschlag zu verwerten: 61 St. Eichenstammholz, N, 1. Klosse = 15,22 km 324 St. Eichenstammholz, N, 2. Klasse = 143,44 km 18 St. Eichenstammholz, N, 3. Klasse = 9,98 km 16 St. Eichenstammholz, N, 4. Klasse = 14,88 fm 3 St. Eichenstammholz, N, 5. Klasse = 1,99 km 1 St. Eichenstammholz, N, 6. Klasse I. = 2,50 km 1 St. Eichenstammholz, N, 8. Klasse = 0,90 km 274 St. Äiefern-Langholz und -Abschnitte, lb-Klasse = 102,47 km 988 St. Kiefern-Langholz und -Abschnitte, 2a-Klasse = 582,67 km 433 St. Kiefern-Langholz und -Abschnitte, 2b-Klafse - 350,45 km 73 St. Kiefern-Langholz und Abschnitte, 3a-Klasse = 77,68 km 5 St. Kiefern-Langholz, N, 3b- und 4a-Klasse = 5,12 fm 618 Fichtenderbstangen 1. Klasse 440 Fichtenderbstangen 2. Klasse 1167 Jichtenderbstangen 3. Klasse 989 Fichtenreisstangen 4. Klasse 1367 Fichtenreisstangen 5. Klasse 172 Fichtenreisstangen 6. Klasse 3,30 rm Eichen-Nuszscheiter 2. Kl. (Gartenpfosten, ä 2,20 m lang) 6,60 rm Eichen-Nutzknüppel (Gartenpfosten, ä 2,20 m lang) Das Eichenstammholz ist nicht entrindet, aber ohne Rinde gemessen, das Kiefernstammholz und die Stangen sind entrindet und ohne Rinde gemessen und an die gut oersteinten Abfuhrwege gerückt. Interessenten werden um Abgabe eines Preisangebots unter den für dte diesjährigen Verkäufe gültigen Bedingungen bis spätestens 10. Juni 1930 gebeten. Es wird jede gewünschte Holzmenge abgegeben. Stundung des Kaufgeldes kann bis 11. November d. I. erfolgen. 3808C Gießen, den 22. Mai 1930. Der Oberbürgermeister. 8.33.: Dr. Rosenberg. Rat MH AuskünsteinNechts-, Straf-,Famil.-Ange- legenhetten, Gesuche, Verträge, Beobachtungen, Ueberwachg. und Ermittlungen preiSw^ streng diskr. u. an all. Orten ert. n. erledigt Detektiv- Bnreau-n.Aneknnttei Inta.K.Garz,Bad-Nan- heim, Kar etr. 17. 488 Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, Flügel od. Harmoninm preiswert u. gut durch [eir,;A Pianohaus Schönau Gießen,Seltersweg 91. Tel. 3269. Große* Lager in neuen und gebr. Instrumenten. Haier- und Roggenstroh zu verkaufen 03439 E. Brückmann, Hosgut Birklar. ~ Eiltransporte aller Art, speziell Möbel-, Klaviertransporte und Umzüge, Vereins- und Klubfahrten übernimmt bei billigster Berechnung 03477 $r. Kuhl Tel-vbon 2280. Ml. Moe in Kautsch, ä 3 Mk., Wlkev, Woogen zu billigsten Preisen. 3tau fiöolget Stcinttr.29. 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Konzertflügel Steinway Wohnhösen, dazu dem mächtigen Schloß fürstlicher Bischöfe und dem an Kunstschätzcm aus allen Epochen reichen Dom, mit seinen feierlichen, prunkenden Barock-Fassaden überall und seinen Heiligenbildern an allen Ecken, mit zopfigen Bürgerhäusern und gotisch strebenden Mauern, mit der putzigen älten Brücke über den Main und gegenüber der dräuenden Marien-Feste, — dieses ganze romantisch-fröhliche, ehrwürdig-heilige, an historischen und künstlerischen Lieberraschungen und architektonischen Kontrasten so reiche Würzburg muh jedem deutschen Menschen, der es einmal sah und durchging, zum berauschenden, unvergeßlichen Erlebnis werden. Wobei, um in Würzburg ein Mysterium zu erleben, keineswegs Bedingung wäre, wie viele Freinde es tun, vom Bahnhof aus spornstreichs ins Dürgerspital zu rennen, von dessen Portal das Zeichen des Heiligen Geistes grüßt, und in diesen Gewölben von den berühmten, die beseligenden Geister .mündiger" Frgnkenweine bergenden Bocksbeuteln nicht wieder loszukommen. Würzburg scheint dem Besucher ein großes Freilicht-Museum sämtlicher Baustile geworden, von ältester Romantik bis zu modernen Machenschaften. Zumeist und am auffälligsten ist Würzburg eine Hochburg des Barock. Aber Würzburg ist nicht nur Barock. 3m Mittelalter, bevor dte Fürst-Bischöfe absolut souverän wurden, haben auch die Bürger gebaut. Besonders um Iden Marktplatz herum, wo die breitgelagerte Horizontale, die von fröhlichstem Rokoko-Leben überstuckte Fassade des Falkenhauses in so wundervollem Gegensatz zu der vertikal und schmal himmelanstrebenden Gotik der bürgerlichen Marien-Kapelle steht. An dieser Hallenkirche, die wie ein Reliquienschrein anzusehen ist, wurde von 1377 bis 1479 gebaut. Das Portal ist mit grotesken Fratzen und entzückenden botanischem Ornamenten geschmückt. Aber aus den schlanken Fenstern schaut dunkle Melancholie, die Seele Tilman Riemenschnei- (berg, des Spätgotikers, der zu Ende des 15. Jahrhunderts Pfleger dieses Gotteshauses war und später, als Würzburger Bürgermeister, wider alle praktische Vernunft sein Schicksal mit der untergehendcn Sache der revolutionären Dauern verknüpft hat. 3m 3nnern der Kirche als bedeutendstes Werk Riemenschneiders sein Bild des Konrad von Schaumberg: trotz gotischer Auffassung doch schon ein von uns durchaus modern empfindbares, psychologisch zu verstehende- Gesicht. Des Künstlers zwei herrliche Figuren Adams und Evas (von 1493) sind nun im Fränkischen Museum zu sehen, in einem eigenen Riemenschneider-Saal, der wegen seiner erfreulichen Anordnung nicht übergangen werden sollte. Es war eine höchst lebendige, tolle, revoltierende Zeit. Dann zog der Absolutismus auch der fürstlichen Bischöfe herauf und mit ihm daS Barock. Für Würzburg Barock als sinnliche Derfchmelzung der Antike mit katholischem Christentum. Das frühe Barock des 3talienerS Pedrini mit der Kirche Stift Haug (1670 bis 1691): grandiose Proportionen, starke Kontraste, der beiden Türme in den Himmel züngelndes Leben wird durch die lastende Kuppel zu irdischer Bodenständigkeit hinabgedrückt. 11 nD der noch frühere Turm der Universität wie Zyklopenarbeit hochgeschichtet. Das bunte Falke n h a u S ist spät (1735), schon Riedergang, Rokoko sogar von außen. Dann das köstliche 3nterieur der Rokoko-Apotheke im 3 ulius - Spital. Der hohe Dom gibt eine intensive 1 Lleberraschung. Er ift als romanische Basilika 1188 geweiht und macht die herrlichste Ansicht von hinten auf Chor und Querhaus. Das 3nnere aber feierliches Barock von berauschender Großartigkeit in Weiß und Gold! Und an die düstere Mauer ist noch ein spielerisches Schmuckkästchen gebaut, die berühmte Schönborn-Kapelle, reinstes und edelstes Barock von Balthasar Reumann (1729 bis 1733). Dann das Größte wohl in Würzburg: Balthasar Reumanns Dau der Residenz (Rohbau 1720 bis 1744), die ungemein imponierende Manifestation absoluter Fürstenmacht der Schön- borns und der Greiffenklaus, kalt durch vornehm- grauen Stein, durch den weitgepflasterten Dor- Hof in das Pathos der Distanz gerückt. 3m 3n- nern das berühmte Treppenhaus, das durch T i c- polos riesiges Deckengemälde in ätherische Unendlichkeit erhöht wird. Hier die Malerei alS technischer Faktor, die Architektur ergänzend, und doch wieder geistig, nämlich die Materie annullierend. 3n der verwirrenden Fülle der Säle und Gemächer unvergeßlich der Spiegelsaal, den man in Kerzenbeleuchtung sehen müßte, der Weiße Saal, der Kaiser-Saal, und die von TiepoloS genialisch überschäumender Sinnlichkeit au-ge- malte Hofkirche. Aus städtischer Snge, auS der Rachbarschaft deS alten, romanischen Rathauses, deS sogenannten GrafeckartbauS (mit Wenzelsaal) tritt man ungeahnt in die freie Luft des FluhraumS, geht über die alte Mainbrücke, die unter dem Schönborn mit vierzehn Heiligenfiguren pathetisch geschmückt wurde, und sieht nun vor sich die hoch thronende Zitadelle, die Zwingburg der Bischöfe, die M a r i e n - F e st u n g in den fränkischen Sonnenhimmel ragen, ©teile Brrghänge. kantige Bastionen, tiefe Gräben, graue Mauern, finstere Tunnels. Aber prächtige Tore. So daS Dcherenberger Tor, in dessen Gräben anno 1525 die stürmenden Bauern Haufen verblutet sind. Und daS Reutor Schönborns. Und das St.-Mi- chaels-Tor aus schwerer Renaissanca, von einem Echter 1606 geschichtet. Trotzdem drangen 1632 die Schweden ein und haben gehörig gebrcurd- schaht. Der runde Masiculiturm braut wie eine Engelsburg für sich. 3m 3nnem bunt zusammengewachsene Architekturen aus allen Stil- Epochen, darunter viele reizend feine Details wie die romanische Bibra-TreppeI Auch die preußischen Granaten von 1866 haben Spuren zurück- gelassen. Aber vom Pavillon deS hoch schwebenden FestungsgartenS geht der entzückte Rundblick über die zeitlose Schönheit der wundervollen Stadt und der weitlinigen, fanftbergigen, wein- tragenden Frankenlandschaft, durch Die sich hell der Mainfluß schlängelt. Reisewinke. Zugspitzbahn: Die Erösfnung der bayerischen Zugspihbahn wird voraussichtlich Mitte 3uni erfolgen. Gleise und Oberleitung sind bereits bis in unmittelbare Rahe des Tunnelmundes am Zugspitzplatt (2650 Meter hqch) verlegt, wo auch der Hotelbau rüstig fortschreitet. Eine der Hilfsseilbahnen für den Arbeiter- und Materjaltransport ist schon außer Betrieb, und in den nächsten zwei Wochen werden auch die übrigen — eoenso wie die Da- taden» und Werkstattanlagen am Riffelriß und an den Tunnel,fenstern" — abgebaut werden. Genesungsheim in Bad Ems. Das Genesungsheim für Gelehrte und Künstler in Bad Ems sieht am 30. Mai der zehnjährigen Wiederkehr seines Bestehens entgegen. Das Heim, ein der Preußischen Domänen Verwaltung gehörendes, im Kurpark gelegenes Haus ist dem Derein Genesungs- Wanderfahrten. Fronhausen — Schmelz — waldhcms — vünsberg — Bieber. Wir fahren mit dem Frühzug nach Fronhausen, durchschreiten das wohlhabende Dorf mit seinem interessanten Kirchturm und folgen hinter dem Ort schwarzen Punkten, die uns über einen bewaldeten Höhenrücken zur lieblich im Salzbödetal gelegenen Schmelz bringen. Nachdem wir das Tal überschritten haben, beginnt der gelbe Punkt, dem wir jetzt folgen. Stets durch Wald steigen wir langsam zur Höhe, wo sich uns ein hübscher Rückblick nach den Marburger Bergen bietet, gehen an einem alten Grenzweg entlang, an dessen Ende wir wieder abwärts schreiten, um zum Saifwasen zu gelangen. In diesem idyllischen, tief eingeschnittenem Wiesengrund errichtet eben die Gemeinde Kirchvers eine Badeanstalt. Wir überschreiten das Tälchen bis zur Höhe des Buchenbühl, genießen hier einen entzückenden Blick über das Berstal nach den Gladenbacher Bergen und kommen auf schönen Waldwegen zur gastlichen Försterei Waldhaus. Nach genügender Erholung folgen wir jetzt roten Keilen, gehen an der ehemalig preuß.-hessischen Grenze entlang und gelangen in steilem, aber kurzem Anstieg auf den Dünsberg {Sonntags sind oben Erfrischungen zu haben). Bon der Plattform des Turmes herrlicher Rundblick. Schwarze Punkte geleiten uns nach unserem Endziel Bieber, das wir nach etwa 4%ftünbi- ger Wanderung erreichen. Gießen — Ganseburg — Reiskirchen — Bersrod — GroßenBuseck. Wir gehen vom Schützenhaus die Grünberger Straße entlang, kommen am Wasserbehälter vorbei, in dessen Nähe wir einen hübschen Blick über das Lahntal nach den Burgen, dem Dünsberg und den anschließenden Höhen haben und gelangen nach VA* stündiger schöner Waldwanderung zur Ganseburg mit einfacher, aber guter Einkehr. Auf unserem Weitermarsch erblicken wir bei guter Sicht die Höhen des Vogelsbergs. Wir kommen an den ersten Häusern von Reiskirchen vorüber und folgen der Straße nach Winnerod. Nach einiger Zeit verlassen wir am Wegweiser die Straße, um den Weg nach links auf die Höhe zum Wald einzuschlagen. Oben an- gelangt genießen wir einen schönen Ausblick, na- menllich auf das im Grund gelegene Winnerod mit seinem altersgrauen Kirchlein. Bald Darauf kommen wir auf die Landstraße und auf dieser nach dem vor uns liegenden Bersrod (Wirtschaft Becker). Nunmehr folgen wir blauen Dreiecken, auf die wir schon vor Bersrod gestoßen sind, gelangen nach Beuern, wenden uns hier linksum, nunmehr ohne Zeichen, die aussichtsreiche Straße nach unserem Endziel Großcn-Buseck einzuschlagen. Dauer der Wanderung 4S Stunden. Tageswanderung in den Vogelsberg. GießcH ab: 5.36 Uhr mit Sonntagskarte: Schotten an 7.30 Uhr: durch die Stadt, Richtung Rudings- hain. Gleich hinter Weberei Schütz und Weitz nach i Stunde links ab, an zwei Mühlen vorbei. Hinter der letzten zwischen Hecken links und eingefriedigter Hutweider rechts (Heckcnweg) durch Fußpfad bis Schule R. Hier rechtsum mit dem gelben Strich bis zum Wald. Nidda springt rechts und links über Felsen. Etwa 20 Minuten die Straße weiter (links hohe Schupohütte), bis eine Schneise von links nach rechts ziehend unsere Straße schneidet. Links hängt Schild ,^>ainerwaldweg". Hier rechtsum, Nidda parallel weiter bis Nidda-Uebergang Nach dem Ueberschreiten blaues Dreieck halblinks aufnehmen, dis Hoherodskopf. 2% Stunden. Schönster und bequemster Weg zum Hoherodskopf. Man kann auch noch um 8.21 Uhr in Gießen ab- fahren, 10.21 Uhr Schotten, 12.30 Postauto nach R. Bon hier aus wie oben, bequem Wi Stunde. Rückweg: Grüner Ring über Michelbach und Schotte, blauer Strich über Bilstein, Stadtwald, Luginsland, Schotten (sehr zu empfehlen), 1% bjn>. 1} Stunden: oder: vom Hoherodskopf gelb Kreuz über Herchenhainer Höhe nach Hartmannshain. Zug ab: 19.01 Uhr nach Ilbeshausen durch Schw. Fluß- tat nach Hochwaldhausen—-Ilbeshausen. Wegbezeiä). nung rotes Kreuz: Weg fast gleich: VA bis 1} Stunden. Ilbeshausen ab: 18.26 Uhr (Zusatzkarte bis Hartmannshain). 1 'Tageswanderung von Schotten aus. Sonntagskarte ab Gießen, Samstag nach Schot- ten-Eichelsdorf aussteigen. Gleich hinter dem Bahnhof links den breiten Weg hinauf nach dem'Wald, immer Dann Der Bahn, Dem Tal entlang. BalD trifft man rotes Kreuz: Aussicht! Reipperts. Prächtiger Blick nach Dem Gebirge: rotes Kreuz weiter nach Schotten. Uebernacfttung. (IugenDherberge.) Sonntag wie oben. 1} StunDen. iie, Höhensonne, H unold, fließ. I. Nidda 90 Otto Baumgarten, Tel. Nidda Schultz, Tel. Nidda ■ ■ 2 Bahnstunden von Frankfurt am Main V XzVl H ■ ■ 1 Stunde Bahnfahrt von Gießen ■«. J a Kohlensäurehaltige Solquellen. Lithium-,Stahl-, Schwefelquellen; Inhalatorium, Dti Sonnenbad. Altbewährt bei Herzleiden, Arterienverkalkung, Ischias, Nervenleii helfen. Angenehmer, ruhiger und preiswerter Kuraufenthalt, über 300 Morgen großer Kurpark. U/arkaarlirlff^n Httrrh Rud. Röper, Tel. Nidda Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Mittwoch: 5-Uhr-Tee 3799D Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz. Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz SchloB-Cafä Marburg Frühjahrskur für Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spesialknranstalt Bülheim im Taanua bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch W San.-Ral Dr. M. 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NuWttags 3952D und abend» K 0 N Z E Neue Miseliteratur. heim 1920 oTS AnstaltSgebSude überwiesen worden. Ausgenommen werden mlnbcrbenüttcitc oder in wirtschaftliche Not geratene kurbedürftige Akademiker, Schriftsteller, Journalisten, Philologen, Juristen, Aerzte, Zahnärzte, Apotheker, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Lehrer sowie Künstler ohne Unterschied des Bekenntnisses. Rügcndampferverkehr Stettin—Swinemünde - Satznitz. Am 2. Juni wird die Stettiner Dampfschiff- fahrtsgescllschaft mit ihren Dampfern „Rugard", „Hertha", „Odin" und „Frigga" den Dampferverkehr von Stettin nach Rügen wiederaufnehmen. Bom 2. bis 21. Juni werden wöchentlich drei Fahrten, ab Stettin Montags, Mittwochs und Freitags und ab Saßnitz Dienstags, Donnerstags und Samstags ausgeführt. Zu P f i ng st e n wird der Verkehr durch Sonderfharten verstärkt werden. Vom 21. Juni bis 18. September werden die Fahrten in beiden Richtungen täglich unternommen, und bei Einstellung des Verkehrs am 13. September finden Wiedel drei Fahrten wöchentlich statt. Die Dampfer, die jeweils ab Stettin um 11 Ahr, ab Saßnitz um Ahr abfahren, legen unterwegs in Swinemünde, Heringsdorf, Zinnowitz, Göhren, Sellin und Binz an. Vom 15. Juni bis 7. September werden zwischen Stettin und Rügen und zurück Sonntagssonderfahrten ausgeführt. Eine zweite Ausflugslinie wird vom 3. Juli bis 23. August werktäglich von Swinemünde nach Rügen betrieben werden. Vom 29. Juni bis 31. August bzw. vom 10. Juli bis 22. August werden außerdem Fahrten von Rügen nach Bornholm und Kopenhagen unternommen. — Finnlandreisen 1 93 0. Das Finnland- Reisebureau (Berlin W 50), die Vertretung des „Touristenverein in Finnland", hat soeben zwei ausführliche, illustrierte Prospekte herausgegeben, die demjenigen, der im Sommer fern von den Alltagssorgen Erholung und Anregung in der unberührten Ratur des Landes der Hellen Rächte und brausenden Stromschnellen sucht, wertvolle Winke und Vorschläge für die Reiseeinteilung geben. Das Bureau wird neben den Studien- und Erholungsreisen für kleine Gruppen durch Finnland und Lappland nunmehr auch „volkstümliche Reisen" veranstalten, die mit allen Bequemlichkeiten zu besonders niedrigen Preisen durchgeführt werden. — Der neue Führer durch die deutschen Ostfe ebäder für 19 3 0 durch 86 Ostseebäder und sieben Ostseestädte mit Karte der Küste ist erschienen. Der Führer enthält wie alljährlich die neuesten Rachrichten über die Orte von Schleswig-Holstein bis Memelland, ihre Beschreibung, ihre Anterkunftsmöglichkeit und ihren Reiseweg. Außerdem Hinweise auf Hotels und Pensionen. Der Führer ist 242 Seiten stark und kostet 1 Mark. Herausgeber: Verband Deutscher Ostseebäder E. D., Berlin W 35. — Westerländer Bilderkurschrift 1 9 30. Westerland, das in diesem Jahre zwei Jubiläen feiert, nämlich das 75jährige Bestehen des Bades und das 25jährige Stadtjubiläum, hat kürzlich sein eneue Kurschrift herausgebracht, die diesmal aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil ist ein schönes Bilderbuch mit einem ganz knappen Text, das durch seine anschaulichen Aufnahmen in das Leben und Wesen dieses großen Bades und der Insel Sylt eindrucksvoll einführt. Der zweite Teil bringt mit den allgemeinen für jeden Badegast wissenswerten Bestimmungen die Wohnungsliste und einen Wohnungsanzeiger. Reckt wichtig ist die ausführliche Darstellung der Kurtaxverhältnisse in Westerland, die in diesem Jahre den Wünschen der Badegäste entsprechend neu geordnet wurden. Eine Jnselkarte, ein Stadtplan, eine Aebersicht der wichtigsten Verbindungen (Eisenbahn, Schiff, Luftverkehr) mit Angaben der Fahrtzeiten, Fahrtdauer und Fahrpreise ergänzen die inhaltreiche Kurschrift auf das beste. — „Führer durch Kassel, Hessen, Waldeck und Weserbergland". Herausgegeben vom Verkehrsverband für Hessen und Waldeck, Kassel, Rathaus Der Führer will ein «Ratgeber bei der Auswahl von Hotels, Sommerfrischen, Erholungsstätten und Aeber- nachtungsmöglichkeiten" sein. Aeber tausend An- terkunftsbetriebe sind in dem Werke aufgeführt. In einem ansprechenden Gewände mit über 100 Bildern — darunter auch Luftbildaufnahmen — und einer Aebersichtskarte ausgestattet, wirbt das Büchlein für das Hessenland, für Waldeck und das Oberwesergebiet, für ein herrliches Wandergebiet im Herzen Mitteldeutschlands, das noch viel zu wenig bekannt ist, aber besucht zu werden verdient. Der im Format handliche Führer vermittelt auch eine Fülle von Angaben über Lano und Leute, Raturschönheiten und Kulturstätten. Der Führer gibt ferner dem Leser Aufschluß über Eisenbahn- und Omnibusverbin- düngen, nennt ihm die Preise für Aebernach- tung, Wochenende, Pension u. dgl. m. Der Preis beträgt 45 Pfennige. — „R ach Augsbu r g" betitelt sich der vom Verkehrsverein Augsburg herausgegebene neue Prospekt für den Festsommer 1930 und die 400- Jahrfeier der „Confessio Augustana“. Der modern-stilisierte Entwurf zeigt auf dem Titelbild die Echelsbacher Brücke, die Westecke des Ammersees mit der Kirche von Diessen und einen dekorativen Aufriß des türme- und kirchenreichen Augsburg. Die Rückseite bildet eine Aebersichtskarte vom Loisachtal bis zum Lech, von Oberammergau und Ettal über Murnau, Schongau Weilheim, Ammersee, Landsberg ^ach Augsburg Obwohl nur achtseitig, bringt die neuartige Aufmachung in graphisch wirksamer Weise alle wissenswerten Schlagwörter über „Das alte Augsburg" und „Das neue Augsburg". — Deutscher Hotel-Führer 1930. Verlag der „Deutschen Hotel-Rachrichten vereinigt mit Küche und Keller", Heinr. Eisler, Hamburg 3. — Der „Deutsche Hotel-Führer 1930" enthält sämtliche dem Reichsverbande der deutschen Hotels, Restaurants und verwandter Betriebe E. V. angeschlossenen Hotels, die durch ihre Zugehörigkeit zu den Landesverbänden des Reichsverbandes Gewähr für ordentliche und reelle Geschäftsführung bieten. Der Führer ist ein aufschlußreicher Ratgeber für das reisende Publikum, und zwar sowohl für den Erholungsreisenden als für den Geschäftsmann. Hochwertige Damenkonfektion zu leicht erschwinglichen Preisen Beispiele unserer großen Leistungsfähigkeit: gemust. CrSpe de Chine A AZ0 und Kunst-Marocaine ZV in soliden Stoffen, jede Q /XQQ Grösse vorrätig. . . sJ 3z uni u. gemustert,aparte P^QQ Formen. ..... auf CrSpe de Chine, teils ^TQQO mit reichem Pelz-Besatz / O Woll-Georgette- Frühjahrs- J a c k e n - MäntelMäntel Kleider Letzte Copien maßgebendster Modellhäuser von Paris, Wien, Berlin. 111V Frankfurt am Main Zeil 109 Unsere grossen Erfolge verdanken wir der starken Einstellung auf die verschiedenartigsten Wünsche der kaufenden Damen. 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Karl Ä'fcin 177 P. — Vereinsmeisterschaf- ten: Hochsprung: 1. Wilhelm Frank 1,50 Meter: 2. Richard Wissemann 1,50 Meter: 3. Otto Dietz 1,45 Meter: 4. Erich Seipp 1,45 Meter. — Weithochsprung: 20 Punkte würben hierbei übersprungen. 1. Sieg Wilhelm Frank 20 P.: 2. Richard Wissemann 18 P.: Otto Dietz 18 P.: 4. Albert Klinkel 16 P. — Weit- sprung: 1. Gerhard Spuck 5,33 Meter: 2. Richard Wissemann 5,32 Meter: 3. Albert Klin- kel 5,30 Meter: 4. Wilhelm Frank 5,25 Meter. — Kugelstoßen: 1. Otto Dietz 10,05 Meter: 2. Karl Agel 9,80 Meter: 3. Otto Schermulh 9,41 Meter: 4. Gerharb Spuck 9,14 Meter. — Fuhballweitwurf: 1. Richard Wissemann 35,93 Meter: 2. Karl Gabriel 35,66 Meter: 3. Albert Klinkel. — Ballzielwurf: 1. Arthur Lohr, 2. Otto Müller, 3. Otto Schermulh. Oberheffen. Oer Voranschlag der Stadt Hriedbera Entscheidungen in den leichtathletischen Wettkämpfen statt. 3nt Laufe der Veranstaltung ergriff der 1. Vereinsvorsihende, Bürgermeister Schmidt, das Wort, um in einer kernigen Ansprache auf die Bedeutung des Tages, der Inbenutzungnahme eines eigenen Turnplatzes, hinzuweisen. — Ergebnis der Wettkämpfe: Schüler, Sechskampf: Die ersten zehn Preisträger find: 1. Sieg Karl Müller mit 108 Punkten: 2. Karl Algeyer 105 P.: 3. Karl Meister 99 P.: 4. Karl Dern 96 P.: 5. Alfred Mickel 94 P.: 6. Walter Nuhn 90 P.: 7. Willi Forbach 89 P.: 8. Erich Jung 86 P.: 9. Willi Feh 84 P.: 10. Ewald Pfeffer 83 P. - Zöglinge bis 16 Jahren: Neunkampf. 1. Friedrich Geißler 171 P.: 2. Wilhelm Moos 164 P.: 3. Karl Niederhöfer 136 P.: 4. Albert Schneider und Walter Müller 129 P.: 5. Ernst Geißler 124 P.: 6. Willi Rohrbach 113 P.: 7. Erich Klinkel 106 P.: 8. Heinrich Müller 103 P.: 9. Karl Schmidt 91 P. — Zöglinge b i s T" -1 Künstliche Augen 3 fertigen n.d. Natur u. passen ein RAdMüller Söhne WiesDaden In Gießen: Univ.-Augenklinik, Friedrichstraße, vom 4. - 6. Juni 1930. 3941 v schlag i _ „ . , „ die Entnahme von 35 000 Mark aus dem vorjährigen Reservefonds ohne Fehlbetrag ab. In der gestrigen Sitzung des Stadtrates wurde dieser Voranschlag ohne Debatte im ganzen angenommen. Es wurde betont, baß der Bevölkerung keine neuen Lasten aufgebürbet würben, auch sei eine Erhöhung der Gas-, Strom, und Wasserpreise nicht erforderlich. Alles bas sei nur burch rücksichtslose Abstriche am Etat erreicht worben. Unter ben Erleichterungen für bie Bevölkerung erwähnte Bürgermeister Dr. Seyb ben Wegfall der Gebühren für Leuchtschilber, Wegfall der Antennengebühr und erhebliche Senkung des Strompreises für Großabnehmer über 12 000 Kilowattstunden im Jahr, Ermäßigung des Strompreises für Schaufensterbeleuchtung nach 19 Uhr und für bie Gastwirtschaften ab 22 Uhr, ferner eine allgemeine Staffelung für ben Gasverbrauch, ber in Zukunft bis zu einem Verbrauch von 100 Kubikmeter 25 Pf., von 100 bis 200 Kubik- —I— Li ch, 23. Mai. Für über 20j ährlgt T) i e n ft e in derselben Familie erhielten Frl. Anna rfet) und Frl. Karoline Fingerhuth die Ehrenbrosche des Hessischen Landes- Vereins vom Roten Kreuz. Erstere ist im Hause der Fürstin Karl zu Solms-Hohensolms-Lich tätig, letztere versah den Haushalt des verstorbenen Orttzgerichtsoorstehers Vogt. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 23. Mai. Zu dem gestrigen Ferkelmarkt waren 414 Stück aufgetrieben. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen 41 bis 44 Mk., von sechs bis acht Wochen 44 bis! 48 Mk., von acht bis dreizehn Wochen 48 bis 53 Mk. Wegen der hohen Preise war der Handel flau, es verblieb starker Lleberstand. Kreis Büdingen.- — i. Babenhausen, 23. Mai. Nächsten Sonntag feiert ber Gesangverein „Frohsinn" sein 50jähriges Bestehen. Zu bem Sängertag haben bereits zahlreiche auswärtige Vereine zugesagt, so baß dieser Tag ein Ereignis für unser Dorf werden dürfte. Die vielseitigen Vorbereitungen sind in vollem Gange und versprechen, wenn das Wetter gut bleibt, einige sehr genußreiche Stunden. Kreis Schotten. □ Laubach , 23. Mai. Am vorigen Sonntag -hielt, der hiesige Schühenverein sein diesjähriges Eröffnungsschieben ab. Die Beteiligung war, im Gegensatz zu den früheren wahren, geringer. Den Wanderbecher errang Gg. Tröller, die Tagesehrenscheibe K.Pitz, den zweiten Preis Ed. .Göbel II., den dritten Preis A. S ch l ö r b. Am Abend fand im Schützen- Hos eine Nachfeier unter den Schützen statt. — Gestern feierten Wagnermeister Martin Momberg e r und Ehesrau Katharine geborene Jochem das Fest der goldenen Hochzeit. Das hochbetagte Jubelpaar erfreut sich noch körperlicher und geistiger Rüstigkeit. * Ulrich st ein, 20. Mai. Am vorigen Sonntag sand hier die Verteilung der Preise des am 11. d.M. abgehaltenen Wettschreibens des Stenographenvereins statt. Cs erhielten Preise: Abteilung60Silben: 1. Preis und Ehrenpreis: Karl Pfannstiel (Ulrichstein): 1. Pr.: Rüg. Pfannstiel (Ulrichstein), Wilhelm Eifert (Helpershain), Otto Faust (Engelrod), Marie Dietz (Obet-Seibertenrod): 2. Pr.: Ernst Ilöckel (Ulrichstein). — Abt. 80 Silben: 1. Preis und Ehrenpreis: Heinrich Schott (Ulrichstein): l.Pr.: Willi Becker (Stumpertenrod). — Abt. 100 Silben: 1. Pr. und Ehrenpreis: Anton Schönhals (Stumpertenrod); l.Pr.: Karl Fuchs (Ulrichstein). — Schön - undRichtigschrei- b e n: 1. Auszeichnung: Ant. Schönhals (Stumpertenrod), 2. K. Pfannstiel (Ulrichstein), 3. Otto Faust (Engelrod), 4. Hch. Schott (Ulrichstein), 5. Aug. Pfannstiel (Ulrichstein), 6. H. Renker (Engelrod), 7. Marie Dietz (Ober-Seipertenrod), 8. W. Eifert (Helpershain). Das Wettschreiben bildete den Abschluß eines von Herbst v. 3. bis Frühjahr d. 3. abgehaltenen, von Krankenkassenrechner Diehl hier geleiteten Lehrkursus. * Groß-Eichen, 20. Mai. Hier wurde ein Fußballverein gegründet. 24 junge Leute traten dem Verein sofort bei. Zum Vorsitzenden wurde Wilhelm Schombert I. gewählt. Weitere Beitritte stehen in Aussicht. Man hofft, daß die älteren Einwohner dem Verein auch beitreten und dadurch den Sport der Rasenspiele unterstützen. Körperliche Ertüchtigung und Pflege der 3ugend ist das Bestreben des Vereins. Hoffentlich stellt die Gemeindevertretung dem Verein einen geeigneten Sportplatz zur Verfügung. I Steinberg bei Gedern, 23. Mai. Gestern nachmittag ü b e r f u h r hier das Auto des Beamten der Arbeitsamt-Nebenstelle Gedern das zweijährige Söhnchen des Landwirts Richard S p i e l m a n n. Das Kind erlitt einen Schädelbruch und mußte dem Krankenhause zu Gedern zugeführt werden, wo es in bedenklichem Zustande darniederliegt. Den Autofahrer soll, wie man hört, keine Schuld treffen. Sonntag, 25. Mai. 7 bis 8.15 Uhr. Von Hamburg: Hasenkonzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier, veranstaltet von der Evongel. Landeskirche Frankfurt a. M. 10.30: Schachunterricht. 11: Stünde der Zugendbewegung: „Aus dem literarischen Schaffen des jungen Geschlechts", Vortrag von Dr. Wehn, Wiesbaden. 11.50: Clternstunde: „Wenn der Vater nach der einen und die Mutter nach der anderen Seite — erzieht", Vortrag von Rektor K. Wehrhan. 12: Mandolinenkonzert. 13.10 bis 13.40: „Der Musikkritiker von heute", Vortrag von Dr. Paul Stefan, Wien. 14: Stunde der 3ugend: 14: Aus Spiel und Sport: „3ungens auf dem Kriegspfade: Räuber und Gendarmen", vorgetragen von Dr. Laven. 14.30: Kasperlstunde: Dornröschen. 15: Don Berlin: Eröffnung des Bundestages des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, Berlin. 15.40: Stunde des Landes. 16.10: Aus dem Schloßparktheater Marburg: Militär-Groß- konzert. 18: Das Land spricht zur Stadt. „Stadt und Land", Vortrag von Maria Overbeck, Wiesbaden. 18.30 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: „Der Mensch im Verkehr", eine Betrachtung von Dr. Adam Kuck- Hoff, Berlin. 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Lieberstunde österreichischer Komponisten. 20.30: Von Stuttgart: Der Kuß. Eine Komödie in einem Akt von Ludwig Huna. 21: Aus dem Kursaal Cannstatt: Unterhaltungskonzert des Philharmo- Nischen Orchesters Stuttgart. 22.50: Ungarische Dichtungen, ungarische Musik. 23.20: Tanzmusik. Montag, 26. Mai. 8 bis 9 Uhr: Von Bad Homburg: Konzert der Kurkapelle Bad Homburg. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Volkstümliches aus Rußland. 14.40: Nachrichtendienst. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Aus dem Kurhaus Bad-Nauheim: Konzert des Kurorchesters Bad-Nauheim. 18.05: „Ueber meinen neuen Roman", Vortrag von Ernst Glaeser. 18.35: „Gestaltung in der Malerei, Plastik, Architektur und Typographie", Vortrag von Kurt Schwitters. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.:0: Flaubert vor dem Staatsanwalt. Ein Sittenprozeß aus dem 19.3ahr- hundert von Ludwig Marcuse und Ernst Schoen. 21: Von Leipzig: Musik von heute. Uraufführung von Auftragskompositionen der Mitteldeutschen Sender. 22: Sind Sie vollbeschäftigt? 3nter° view mit den Kapellmeistern und Mitgliedern des Rundfunkorchesters. 23.05: Heitere Schallplatten. Dienstag, 27. Mai. 8 bis 9 Uhr: Von Bad Homburg: Konzert der Kurkapelle Bad Homburg. 10 bis 10.25: Don ber Deutschen Welle Berlin: „Erinnerungen aus der Kindheit des Funkwesens", Dortrag des Rundlunkkommissars des Reichspostministeriums, Staatssekretär a.D. Dr. Hans Bredow. 12.20: Konzert. 13 bis 14: Schallplattenkonzert: Aus dem Dritten Akt Tannhäuser (Richard Wagner). 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Hausfrauen- Rachmittag. veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein. 16.50: Dortragszyllus des Frauenverbandes Hessen-Nassau und Waldeck: „Zum Gedächtnis von Helene Lange", Vortrag von Frau Dr. R. Kempf. 17.20: Don Stuttgart: Nach- mittagskonz. des Rundfunkorch. 18.05: :Lautso- nate“, Dortrag von Kurt Schwitters, Hannover. 18.35: Don Stuttgart: „Das japanisch-deutsche Kulturinstitut in Tokio", Dortrag von Dr. W. Gundert, Tokio. 19.05: Don Stuttgart: Dr. Owl- glah liest aus eigenen Schriften. 19.30: Konzert des Rundfunkorchesters. 20.30: Zeitberichte.. Das Für und Wider der Todesstrafe. 21.10: Don Stuttgart: Kammermusik der Kammermusikvereinigung des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.10: Literarisch« Stunde. Karl Kraus und Peter Altenberg. Meter 23 Pf. usw. betragen soll. Der Haushaltsvoranschlag schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1 439 672 Mark ab. Landkreis Gienen. Hf Klein-Linden, 21. Mai. Der Gesangverein „Eintracht" hielt dieser Tage unter der Leitung des Vereinsvorsihenden, Werkmeister August Docking, seine 3 a h r e s - Hauptversammlung ab, die recht gut besucht war. Aus dem Geschäftsbericht des Dor- sitzenden über das verflossene Vereinsjahr war ersichtlich, daß der Verein zu Beginn des Geschäftsjahres 154 Mitglieder hatte, unter denen sich noch ein Mitbegründer befand. Am Schluffe des Geschäftsjahres zählte man 157 Mitglieder. Der vom Dereinsrechner Schlosser Wilhelm 3ung, erstattete Kassenbericht wies eine Einnahme von 1355 Mk. und eine Ausgabe von 1347 Mk. auf. Das Dereinsvermögen beläuft sich zur Zeit auf 339 Mk. Da die Rechnungsführung in bester Ordnung war, wurde dein Rechner einstimmig Entlastung erteilt. Bei der Vorstondswahl wurde der bisherige Vereinsvorstand einstimmig wiedergewählt und dem Rechner, sowie den übrigen Vorstandsmitgliedern für frie gute Leitung des Vereins Dank gesagt. Der Sängerchor will sich in diesem 3ahre an einem Gesangswettstreit in Büdingen beteiligen. Am Himmelfahrtstage will der Verein an einer Sängertagung in Steinberg, bei der sich alle unter der Leitung des Chormeisters Heinrich Köhler (Großen-Linden) stehenden Gesangvereine zusammenfinden, teilnehmen. Schließlich wurde noch beschlossen, die Ehrenmitglieder, die dem Verein 50 Jahre und länger angehören, durch die Lieberreichung von entsprechenden Geschenken auszuzeichnen. Annerod, 24. Mai. Der Gesangverein '»Heiterkeit" unter der Leitung seines Chormeisters Philipp Groß (Wieseck) veranstaltet am morgigen Sonntagnachmittag im Saalbau Engelhardt ein Konzert Als Solisten wirken mit Pianist Hahn und Herr Schwarzlose aus Gießen. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige zu ersehen. * Staufenberg, 24. Mai. Die Burg Staufenberg erhielt in den letzten 3ahren mancherlei bedeutsame Verbesserungen. 11. a. würben die Hofeinfahrten mit Pflasterung versehen, so daß jetzt für Fuhrwerke und Autos die Einfahrt in die Burg leicht möglich ist, die Umfassungsmauern wurden hergestellt und ein neuer fltßfKter Saalbau, der etwa 500 Personen faßt, mit allen Erfordernissen der Neuzeit geschaffen. Da auch der Rittersaal wiederhergestellt wurde, können jetzt etwa 1000 Personen auf der Burg Platz finden. Besonders bemerkenswert ist, daß der neue Saalbau in der äußeren Herrichtung der Burg gut angepaßt wurde und daß man von dort aus eine gute Aussicht auf die schöne landschaftliche Umgebung genießen kann. lst Lollar; 21. Mai. Am vorigen Sonntag veranstaltete der Turnverein 1 88 3, C. D., Lollar fein Anturnen in Verbindung mit Turnplahweihe. Aus diesem Anlaß fanden am Vormittag auf dem kürzlich erworbenen Turnplatz Wetturnen und -kämpfe für Zöglinge und Schüler, sowie die Vorkämpfe für bie leichtathletischen Vereinsmeisterschaften statt. Mehr als 50 Wettkämpfer traten zum Wettkampf an. Die älteren Zöglinge hatten einen Zwölfkampf, bie jüngeren Zöglinge einen Neunkampf unb bie Schüler einen Sechskampf zu bestreiten. Am frühen Nachmittag marschierten bie Turner, Turnerinnen unb Sportler unter Marschmusik, aus- «eführt von Mitgliebern ber Kapelle ber Freiw. Feuerwehr Lollar, nach bem Turnplatz, wo sich halb reges turnerisches Leben entwickelte. All» gemeine Freiübungen. Springen am Feberbrett, Keulen- unb Stabübungen ber Turnerinnen, Turnen am Pferb, Barren unb Hochreck ber aktwen Turnerriege lösten reichen Beifall ber zahlreichen Zuschauer aus. Daneben fanden die Mittwoch, 28. Mal. 8 bis 9 Uhr: Don Bad Homburg: Konzert ber Kurkapelle Bad Homburg. 9.30 bis 10: Schulfunk. Auslanbsbeutschtum: „Ein Gang burch Danzigs Gassen", Vortrag von Paul Enberling. 12.20: Vom Schloßplatz in Stuttgart: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Führer burch beutsche Stäbte. 15: Von Stuttgart: Kinberstunbe. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16 Uhr: Konzert des Rundfunkorchesters. 16 Uhr: Bei einem Blasinstrumentenbauer. Gang burch Werkstatt und Museum. Mikrophonreportage von Dr. Franz Wallner. 18.35: Von Stuttgart: „Journalist ober Literat?", Vortrag von Ministerialrat Goslar, Berlin. 19.05: Von Stuttgart: „Chikago, bie Stabt ber Zukunft, unb seine Weltausstellung", Vortrag von Paul Schnöckel, Berlin. 19.30: Von Berlin: „Der Schauspieler", Vortrag von Max Reinhardt anläßlich seines 50. Bühnenjubiläums. 20: Aus dem Saal ber Philharmonie, Berlin: Konzert des Reuyorker Philharmonischen Orchesters. 22: Schallplatten-Rückblick. Donnerstag, 29. Mai. 8.15 bis 9.15 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet von ber Christlichen Gemeinde Frankfurt a. M. 12: Dom Schloßplah in Stuttgart: Blaskonzert. 13 bis 14: Stunde des Chorgesangs, ausgeführt vom Volkschor Bad-Nauheim. 14: Stunde ber 3ugenb. 14: „Meine Susi — Das Leben einer Schimpansin". Vortrag von Afrikaforscher Hans Schomburgk. 14.30: Aus bem deutschen Märchenborn. 16: Von Neuhausen a. F.: Frühjahrskonzert. 17: Don Stuttgart: Unterhaltungskonzert des Runbfunkorchesters. 18: Zeitfragen. 18.35: „Arbeitsgemeinschaft vor dem Mikrophon". 19.05: „Gegenwart vor hundert 3ahren", Dortrag von Hannes Küpper. 19.30: Von Stuttgart: Aus Schelmuffskys Reisebeschreibung. Von Ehr. Reuter., 20: Von Stuttgart: Doktor unb Apotheker. Komische Oper von Carl Ditters von Dittersdorf. 21.30: Von Stuttgart: Schallplattenkonzert. 22.45: Tanzmusik. Freitag, 30. Mai. 8 bis 9 Alljr: Don Bad Homburg: Konzert ber Kurkapelle Bad Homburg. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert: Operetten-Ensemble. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert bes Rundfunkorchesters. 18.05: Buch unb Film. 18.35: Von Stuttgart: „Katastropche im Weltraum", Dortrag von Prof. Beutel. 19.05: Von Stuttgart: „Zum 60. Geburtstag von Hermann Stegemann“, Vortrag von Marlin Lang. 19.30: Von Stuttgart: Konzert bes Balalaika-Orchesters Stuttgart. 20: 2lus bem Festsaal der Lieberhalle Stuttgart: Festakt bes beutschen Ausland-3nstituts Stuttgart. Ansprachen von Generalkonsul Dr. Wanne r, Vorsitzender des deutschen Auslanb-3n- stituts, Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s , Reichsbankpräsibent Dr. Luther, Vorsitzender des Verwaltungsrates des deutschen Ausland- 3nstituts. Einleitungs- und Schlußmusik des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21.30: Don Stuttgart: Blasmusik des Trompeterkorps der 5. Nachrichtenabteilung. 22.50: Von Stuttgart: Englische Dichtung unb Musik. Samstag, 31. Mal. 8 bis 9 llfjr: Von Bab Homburg: Konzert der Kurkapelle Bab Homburg. 9.30 bis.10: Schulfunk. Musitstunde: „Die Oboe". 12.20: Konzert. 13.20: Schallplattenkonzert: Wir flüstern... 14.30: Von Stuttgart: 3ugendstunbe. 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Von Stuttgart: Nachmittagskonzert bes Rundfunkorchesters. 17.55: Eine Viertel- stunde Deutsche Reichspost: „Die Zukunft des Landpostwesens", Vortrag von Postrat Piepenbrink: 18: Aus dem Festsaal der Stadthalle Kassel: Anläßlich des zweiten Mitteldeutschen Sängerbundesfestes: Drei Uraufführungen. 20: Frühlingsbetrachtung. 20.45: Operettenabend. 23.05: Tanzmusik. Brauchst Lebern Du, gut und velu, Maut selbe nuv bei Blahut ein. BslöiiereTrog repariert Kleidungsstücke, Seidenstrümpfe und Teppiche in 3 —4 Tagen ✓ Arbeit konkurrenzlos! Persil .. bieibt Persil Rennen Sie schon »ne jüngste Srzengnt« »er Persilwerke: © Lenket « Aufwasch-, Spül, nn» Reinigung-mMel? 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