lee- ' •ftöOna» ^nschaft. Sn d°« 85 ¥£" »°ch ?L1913&r- Wüschen ®i(fcL 591 Sftfe er f. *• l#Ntertoi^ war off” "nt "emaiks.85,dn n •uiunoatt. nöt. t ?erbie’» Mrif ■Lm» 9teba,lion tim lei Verantwortung.) »lraßenbahn. , döre ich daß eine 'venbahntaritj |ej)lQnt wird, deiner \>e Ttrahenbahn auch »zuständigen Ltellen Mzr Belegenheiten T oas erstmal. daß ?le unzulängliche '"vn. Aachdm wir vom Argen überrascht <> auf dem Heimweg zulieb an die Halte- ehen, um -cm Äin5 iö ein trockenes Wg. em der erste Wagen n war, tarn endlich le. Mer wir srrulen i. bielet suhr .beseht" üt dem Kind zu Faß cht länger im Argen Sesahr hin, daß au<$' licht mitnehrnen werde, ein Ehepaar mit Kim die offensichtlich zur se sahen vekdutzi dem ind werden schwerlich 1 Die Wagen fuhren ichdem der Segen um muhte es möglich gezogen beteitzustellen. [>e fragt man sich, ob ien Daseinsberechtigung n die Leute sich lieber nenn es geht, zu Fuß T.E Men. Mu MM M sWD. Funksprl flieget unternehmen lüge über bie Olt' e eventuelle Sinnchtung Sin mit Äapitänlcutnant Mechaniker Dressen' g verlieh gestern abend ic, um nach Kopen das Flugzeug hm M jungen angestellt, un° sand man «twasteben ^entfernt die Trum. wnli2ew Ihr von dem ö ugzcuu !rkehrsfliegerschule , Warnemünde m l’taeS ln der Mder Zlugzeu» boote. _____ jranfjufJ. rzsrrn rd a ,53 ,28 ,30 ,71 558 995 393 195 455 ,205 2,32 ,074 ,492 i,42l -424 s I!. 1,78 ,44 19 1,88 1,915 'Tief 58.57 112,0 20,4 16,489 168,84 22.16 112,L 59-09 2.49 112.67 81-41 52.^ 12.43 73.25 0.31 168.41 1,617 58,405 "1'8 i'l'S 112,46 10,ze 21,935 20.34 4,'°f 16.4 81-1? 52.32 063 0,492 58,975 ?A $ M ’i’t 3,8$ 20,87 168.' i.Ä 58.5t 112'g 112-2 112.04 10.5; 21. 20,38? Ü'Ä 16,455 81,28 52*2 &72 0,494 59-095 1 .‘2 7 422 73.26 3,040 18,8 i'L f 4,192 3.854 20,91 M__ --d__ •—riö 58,33 111.78 20.33 16.40; 168.16 22.08 I11-' 58 2.47 112'23 81-S 52-30 12, 72.95 Donnerstag, 24. April MO 180. Jahrgang Nr. 95 Erstes Blatt Erscheint täglich,auher Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsBeiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter- lcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanlchltiffe unterSammelnummer225l. Anschrift für Drahtnach« richten. Anzeiger Gießen, postfchelttonto: Kranftvrt am Main 11686. GictzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drud und Verlag: vrLhl'sche Univerfilütt-Vuch- und §1e!ndruckerel K Lange in Sieben. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Bieben. Berlin, 23. April. (OB.) 3n den letzten Getreide und Futtergerste fei, fo heißt es in einigen Preffetommentaren, nicht gerechtfertigt und ent- chers entstehen. Nicht ganz so liegen die Dinge bei den ©teuer* gesehen. Die Erhöhung der Bier st euer mag immerhin eine Erhöhung deS Dierpreises im Gefolge haben — die Brauereien haben den Bier- Preis ab 1. Mai um den im Gesetz vorgesehenen Betrag von 3,85 Mark je Hektoliter erhöht — eine Rückwirkung auf die allgemeine Wirtschaftslage wird hieraus aber nicht hervorgehen. Weniger günstig wird sich die Besteuerung des Benzins und des Benzols auswirken. Hier wird abzuwarten bleiben, inwieweit es der Industrie gelingt, durch Organisation und weiteren Zusammenschluß die neuen Schwierigkeiten zu überwinden. Die Erhöhung der Hmsatzsteuer hat wohl vom wirtschaftlichen Gesichtspunkt aus das meiste Bedenken hervorgernfcu. Sie trifft der französischen Besatzungsbehörden die Schaden im einzelnen festgestellt. zweifellos in erster Linie die Betriebe allein und wird sich nur in wenigen Fällen auf den Derbraucher abwälzen lassen. Durch die Einführung der variablen Sätze nach der Eigenart des Lieferanten ist sogar erstmalig mit dem wichtigen Grundgedanken der Umsatzsteuer — nämlich Der Abwälzbarkeit — völlig gebrochen worden. Es wird kaum anzunehmen fein, daß der mit der erhöhten Umsatzsteuer belastete Einzelkaufmann eine bestimmte Ware teurer verkauft, als der niedriger belastete Detaillist nebenan. Somit wird das höher belastete Geschäftsunternehmen die Steuer selbst tragen. Daraus ergibt sich aber auch, dah sich aus der Umsatzsteuererhöhung keine allgemeine Preissteigerung entwickeln kann. Sie stellt sich aber als ein bei der gegenwärtigen Lage der Gesamtwirtschaft höchst unerwünschter und schädlicher Faktor in allen Bestrebungen heraus, die einem Konjunkturaufstieg dienen können. Trotz alledem erwartet die Wirtschaft aus diesen neuen Steuern eine günstige Rückwirkung für die Gesamtheit, nämlich einmal die Sanierung der Reich sfi- nanzen und die Ordnung des Reichs- Haushalts als erste Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaftspolitik und zvm auch an einem auf dem Exerzierplatz selbst stehenden Wirtshaus schwerer Schaden an- gerichtet. Die Fenster wurden zertrümmert, die Türen beschädigt, die Gesimse teilweise heraus- geriffen, im Innern Möbel und Geschirr beschädigt. Diele Bewohner wurden an die Wand geschleudert, ohne dah jedoch jemand verletzt wurde. Schwer gelitten hat auch das D 0 r - werk des Gutes Grünhaus. Hier wurden mehrere Decken durchbrochen, die Fensterscheiben zertrümmert und Schaden an Möbeln und Geschirr angerichtet. Ein Knecht des Dorwerks, der sich auf Sem Heimweg befand, wurde durch die Explosion vom Pferd geworfen und blieb schwer verletzt liegen. In verschiedenen Orten der umliegenden Täler wurde Schaden an Fensterscheiben und Schornsteinen angerichtet. In her Kirche von Ruwer fiel ein Teil des Verputzes von der Decke. Die Kommun ionskinder, die gerade vom Pfarrer unterrichtet wurden, verliehen, von Panik ergriffen, die Kirche fluchtartig. Die Besatzung halle den deuischen Behörden von der beabsichtigten Sprengung keinerlei Mitteilung gemacht, jo dah diese nicht in der Lage waren, irgendwelche Vorkehrungen zu treffen. 3n einem gewissen Umkreis um die Spreng- stelle waren allerdings einzelne Posten ausgestellt, die die Leute von dem Betreten der Wege abhielten Auch die Domäne Avelsbach war nicht benachrichtigt worden. In einiger Entfernung war ein Posten ausgestellt, der die Leute mit der Warnung zurückhielt, drüben r i d) 1 p r e i $, ebenso wie der Boggenrichl- preis in höhe von 230 Mark auf Grund eines Beschlusses der im vorigen Jahre eingesetzten Kommission zur Nachprüfung der auf dem Gebiete der Getreidewirtschaft notwendigen Mahnahmen feft- geseht wurde. Man Hal damals unter ausdrücklicher Zustimmung der Vertreter der Verbraucher für Koggen 220 bis 240 Mark und für weizen 250 bis 270 Mark als angemessenen Preis festgesetzt. Später bei der Gesamtregelung hat man feststehende Durchschnittspreise für weizen und Koggen, und zwar für Koggen 230 und für Weizen spreche auch nicht dem Beschluh des Keichstages, wonach ein Kichtpreis von 260 Mark für Weizen festgesetzt sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle aufmerksam gemacht, dah der Weizen- iorgung bedroht wäre. Reichshilfe für die bayerische Milchwirtschaft. Zusage des Neichscruährungsministers Schiele. lagen beschäftigte sich die Presse wieder stark mit den Agrarfragen. Die Erhöhung der Zölle für anderen die hierdurch geschaffene Möglichkeit einer Senkung der direkten Steuern. Gerade diese letztere Seite der ganzen An- gelegenheit ist zu einer dringenden Frage für die deutsche Gesamtwirtschaft geworden. Erfolge, die hier erreicht werden, würden aber wieder gefährdet, wenn nicht auch in den von Erkelenz angekündigten Sozial- und Lohnkämpfen ein Weg gesunden wird, der der Wirtschaft den ruhigen fortlaufenden Wiederaufstieg ermöglicht. Infolgedessen müssen auch alle jene Versuche zurückgewiesen werden, die ohne sachliche Begründung Kapital schlagen wollen aus der letzten Gesetzgebung für künftige politische Kämpfe. Vor dem 1. Mai. wachsest fordert em Temonstrationsverbot für das Reich. Berlin, 24. April. (CAB. Eigene Meldung.) Die sächsische Regierung ist laut »Vorwärts" anläßlich der kommunistischen Ausschreitungen in Leipzig an das R ei ch s i nne n mi- nisterium mit dem Ersuchen herangetreten, bei den Länderregierungen ein V er b 01 der Demonstrationen jum 1, Mai, soweit Französische MMonssprengung in Trier. Erheblicher Schaden an Wohngebäuden. - Oie deutschen Behörden vor der Sprengung von der rücksichtslosen Besatzung nicht verständigt. Oer Geist der echten Krönt« kameradschast. Eine Rede desReichsministersTreviranus. Detmold, 24. April. 1WTB.) 3n einer vom hiesigen Arbeitsausschuß der Dolkskonser- vativen Vereinigung veranstalteten stark besuchten Versammlung sprach am Mittwochabend Reichsminister Treviranus über die politische Lage. Er führte u. a. aus. die Parteien hätten allmählich im deutschen Volk an Ansehen verloren. Eine Osterhofsnung sei eingezogen, und zwar nicht in die schlechtesten Kreise unseres Vaterlandes, die Hoffnung nämlich, dah eine Regierung da ist, die den Willen hat, die Verantwortung, die ihr gebührt, zu tragen, d.h. auch tatsächlich zu regieren. Wer das mit habe ansehen müssen, wie in den vergangenen Monaten immer wieder gefeilscht wurde zwischen den Parteiführern, der habe Verständnis für die Auffassung des Reichspräsidenten, dah nur noch mit einer fraktion-ungebundenen Regierung den immer weiter um sich greifenden Rotständen der öffentlichen Kassen ein Ende gemacht werden könnte. „Wir haben," so sagte etwa der Minister, „in diesem neuen Kabinett einen starken Einschlag von Frontsoldaten, nicht weil wir glaubten, es besser zu verstehen als die anderen, sondern weil wir uns daS eine WaskostenunsSrümlig-Schiele? Von Or. Feuerbaum. Oer neue Kurs der Agrarpolitik Oie nächsten Maßnahmen der Reichsregierung. Trier, 23.April. (ÖSK.) heute vormittag um I 11.45 Ahr wurde Trier plötzlich durch einen gewaltigen Schlag erschüttert. Die Häuser zitterten, die Fenster klirrten. Bald darauf wurde bekannt, dah die französische Besatzung auf dem Exerzierplatz Grüneberg eine Sprengung von Munition vorgenommen habe. Auf der von der Spengstelle 250 Meter Luftlinie entfernt gelegenen staatlichen Domäne Avelsbach wurden durch den Luftdruck an drei Doppelhäusern die Dächer abgedeckt bzw. schwer beschädigt. 3m Innern der Gebäude wurden Stuck und verputz abgerissen, die Türen aus den Angeln geworfen und Fensterscheiben zertrümmert. Ein auf dem Dache mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigter alter Mann wurde ins Innere des Hauses geschleudert, blieb aber unverletzt. Auch sonst sind Personen nicht verletzt roor- den. Der Lustdruck war so stark, dah im Tal spielende Kinder von ihm umgeworfen wurden. Die Be- wohner der Domäne waren von der Sprengung vorher nicht in Kenntnis gesetzt worden. Weitere Mitteilungen übet den rücksichtslosen Willkürakt der Besatzungsbehörde berichten folgendes: Die französische Besatzung hatte eine Anzahl Fässer mit Sprengstoff en, die aus Geschossen stammten, nach dem ehemaligen, von ihr beschlagnahmten deutschen Exerzierplatz ans dem Grüneberg fahren lassen, wo die Sprengstoffe vernichtet werden sollten. Der kommandierende Offizier lieh eine Grube graben und in diese die Sprengstoffe schütten. Die Sprengung rih einen Trichter von vier bis fünf Meter Tiefe und 10 bis 12 Meter Durch- meffer am oberen Rande. Die Explosion wurde viele Kilometer weit gehört, brachte die Häuser zum Jittern und die Fensterscheiben zum Klirren. Auher den sechs Häusern der staatlichen Domäne Avelsbach wurde Ausführungen. Für sehr bemerkenswert erklärte der Rkichsminisler den Gedanken, die Morktoerhältnissc auf dem M ilch - und Ääf cmartt dadurch 3U regeln, dah eine gröherc Menge Weichkäse aus dem Markt genommen und eingelagert wird. Für den Fall, dah die Beteiligten eine solche Mahnahme durchführen, stellte er sinanzielle hilfedurch dasReich in Aussicht. Die Landwirtschaft müsse sich bei den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen mehr als bisher die kooperativen Methoden zu eigen machen. Staatsminister Dr. Fehr dankte dem Reichs- Minister für seine Ausführungen und wies noch besonders darauf hin, dah Maßnahmen zur Regelung des inneren Marktes organisch von uns entwachsen mußten, und daß die Reichshilfe hierbei nicht zu entbehren sei. Die Bayerische Landwirtschaftskam- mer, die heute ihre konstituierende Sitzung abhielt und in der Geh. Rat Grieger wieder zum ersten Präsidenten gewählt wurde, befaßte sich gleichfalls mit der notleidenden bayerischen Milchwirtschaft. Die Kammer billigte einstimmig eine Entschließung, in der die maßgebenden Stellen der Reichs- und Landesregierung abermals auf die schwere RotlagederbayerischenMilch- wirtschaft hingewiesen werden. Die Kammer fordert alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Rentabilität der Milcherzeugung wiederherzustellen. sie unter freiem Himmel abgehaltey werden sollen, anzuregen. Im Reichsministerium des Innern besteht, dem gleichen Blatt zufolge, angesichts der Haltung der preußischen Regierung, die an ein derartiges Verbot nicht denkt, keine Reigung, dem Ansinnen der sächsischen Regierung zu entsprechen. Seine endgültige Stellungnahme wird das Reichsministerium des Innern nach der Rückkehr des Reichs- innenministers Dr. Wirth nach Berlin bekanntgeben. Meine Maifeier im Leunawerk. Merseburg, 23. April. (WTD.) Die Belegschaft des Leuna-Werkes hat es ab gelehnt, am 1. Maizu feiern. 44 Prozent der Belegschaft stimmten für, 46 Prozent gegen die Arbeitsruhe, 10 Prozent haben nicht abgeftimmi, Oer (Stuttgarter Attentäter verhaftet. Stuttgart, 23. April. sWTD.) Der Händler Karl Staengle, der, wie gemeldet, gestern nachmittag einen tätlichen Angriff auf den württembergischen Iuftizminister Dr. B e h e r l e begangen hat, konnte heute nachmittag von der Kriminalpolizei in 11 Im a. D., wo er sich bei Bekannten aufhielt, verhaftet werden. werde zweimal gesprengt. Rach der ersten Sprengung liefen die Bewohner der Domäne zu dem Posten und forderten ihn auf, den kommandierenden Offizier von dem entstandenen benachrichtigen, damit die zweite München, 23. April. (WTB.) 3m bayerischen Landwirtschaftsministerium fand unter Leitung von Landwirtschaftsminister Dr. Fehr beule eine Aussprache von Vertretern derbayerischenMilch- wirtschaft mit dem vorübergehend in München weilenden Reichsernährungsminister Schiele statt. Nachdem Dr. Wittwer die Wünsche der baye- rischen Milchwirtschaft vorgetragen hatte, ergriff Reichsministcr Schiele das Wort zu eingehenden Schaden zu . . . Sprengung nicht vorgenommen werde. Dies geschah denn auch. Heute nachmittag haben bereits Kommissionen der deutschen Behörden und Heber diese Frage werden in der Öffentlichkeit zur Zeit viele Erörterungen angestellt. Die einen sehen in der Hmsatzsteuererhöhung den Anlaß zu einer bald beginnenden allgemeinen Preissteigerung, die anderen befürchten eine starke Belastung der allgemeinen Lebenshaltung durch die neuen Agrargesetze. Beide Ansichten entbehren der sachlichen Heberlegung. Sie werden in der Hauptsache genährt von Erörterungen, deren Hrfprung weniger in wirtschaftlichen Erwägungen, als in politischen Beweggründen zu suchen ist. Am deutlichsten tritt dies zutage in einem Aufsatz des demokratischen Reichstagsabgeordneten Erkelenz im ..Düsseldorfer Stadtanzeiger" vom 17. April, in dem die ganze Frage auf die willkürliche Formel gebracht wird' ..Hmsatzsteuererhöhung und erhöhte Belastung durch die verfehlte Agrarpolitik werden, das kann man mit Sicherheit vvraussehen, in der zweiten Hälfte des Jahres zu starken Lohnkämpfen führen." Bei genauerer Heberprüfung der Frage ergibt sich bald, wie unberechtigt die Behauptung sst, daß die neuen Agrargesetze eine Verteuerung der Lebenshaltung zur Folge haben werden. Erklärt doch schon ein anderes Mitglied der demokratischen Reichstagsfraktion, nämlich , o—, —- , -- e _ ... ... . der bekannte Führer des Hansabundes, Dr. 260 Mark, festgesetzt. Aus diesen Durchschnittspreis Fischer, im ..Berliner Börsencourier": „So hot man auch bei der letzten Beratung der Agrar- wenig die starken Abstürze der Preise, die die oor(agc im Reichstag wieder zurückgegrifsen. Man Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse in der Der- gcfag(i Hoß der Preis ein Durchschnittspreis sei, gangenbeit erlitten hat zu einer irgendwie m flbet ausdrücklich betont, dah er einen Durchschnitts- betracht kommenden Entlastung des Lebens- 3^ barffeUt, dah die M a r k l- haltungsindexes geführt haben, so wenig hegt preis jur oas ganjc > ’ ’ 0 f bcn ein unmittelbarer Zwang vor zu einer Steige- pre,se also, wenn sie 1 9 ... h rung der Lebenshaltungskosten, wenn die Preise, Richtpreis gingen, auch vorübergehend u der den die die Landwirtschaft für ihre Erzeugnisse fünf- Richtpreis ffeigen mühten, damit der Eharakter des tig bekommt, eine verhältnismäßig starke Auf- Durchschnittspreises gewahrt sei. wartsbewegung erfahren." Damit hat er Recht. 0effcrn sind ferner Nachrichten über die Er- Gerade der katastrophale Absturz der j,er E j n f u h r s che i n e in die Presse markt^hatOja die Regierung veranlaßt. daÄ gelangt. Der Reichser nähr ungsmin ULer sogenannte G l e i t z 0 l l s y st e m einzuführen, habe im Kabinett in der 3rage der Emwhrscheme da- von dem Gedanken ausgeht. Öen Preis neue Forderungen gestellt. Auch hier wiro. unter alten Hmständen im Interesse des Erzeu- mir von zuständiger Stelle erfahren, Richt-ges gecs zu ftabilifieren, ihn aber auch, nachdem ml( falschen Kombinationen in Zusammenhang ge- dies Ziel erreicht, wiederum den Verhältnissen bta-( 3m übrigen ist die Beratung dieser Frage der Verbraucherschaft anzupassen Wenn sich begonnen worden, vollendete Tatsachen Hegen nod, -W nor WenniIn.rtn« : weisen, so ist doch durch die Festsetzung eines genze.tung oon beute behauptet wird, dadurch vie Iahresdurchschnittspreises für Roggen und Wer- Erhöhung der Einsuhrsche.ne eine neue schwere Besen der Verbraucherschaft die Gewähr gegeben, lastung der Reichskasse erfolgte, so ist daran zu daß eine übermäßige Belastung v e r - erinnern, dah ja in den Beratungen des Reichs- mieden wird. Beim Roggen insbesondere muß (aqsp|cnum9 Unb im Landwirtschaftsausschuh zur darauf hingewiesen werden daß der Preis sich $ gekommen ist. dah die E i n s u h r s ch e i n e ÄW'iÄIS ;»'S, ssx® auch eine ernste Gefahr für den Arbeitsmarkt, Beratung im Reichstag hat Reichsernahrungsmim- weil er zu einer Verschärfung der 2Ir- ffct schiele das ausdrücklich unterstrichen. Schiele bcitdlofigteit, vor allem des Ostens, füh- j« c5 übrigens selbst gewesen, der nach dem Kriege ren kann. Der Mehlzoll, der von der Hohe jfi b€m Augenblick, als die Einfuhr so stark an- be« Weizenzolls abhängig ist, ist ^übrigen so mu eine Gefahr für Deutschland ,u dil- aber auch die Verbraucher vor übermäßiger De- schl Hal. Minister Schiele Hal erklärt, daß er lastung geschützt werden. Die Zölle für Vieh und diesem Experiment zum zweiten Male nicht zuruck- Fleisch werden für die Preisgestaltung des schrecken würde, wenn dadurch die deutsche ver- innerdeutschen Marktes kaum von erheblicher Be- beufung sein. Ihre Aufgabe besteht vielmehr darin, das vorhandene Preisniveau gegenüber einem eintretenden starken Druck von außen her zu halten. Aehnlich liegen die Dinge auch bei den Zöllen für Futtermittel, da der Prozentsatz der in Deutschland verbrauchten ausländischen Futtermittel nur ein sehr geringer ist. Hinzu- kommt, dah ein großer Tell der letzten Zollerhöhungen, vor allem die Zölle für Hopfen, Weintrauben, Federvieh, Eier und Wein s i ch zunächst überhaupt kaum auswirken werden, well diese Zölle in Handelsverträgen anderen Ländern gegenüber gebunden oder herabgesetzt sind und nicht abzusehen ist, wann die Freiheit für diese handelsvertraglichen Bindungen zu erreichen sein wird. Auch die Aufhebung der zollfreien Einfuhr von Gefrierfleisch wird kaum fühlbare Folgen für den minderbemittelten Verbraucher haben, weil das Reichskabinett ausdrücklich zugesichert hat, dah durch Abgabe billigen Fleisches ein Ausgleich geschaffen werden soll. Zu Preiserhöhungen könnte vielleicht an einzelnen Grenzstellen die Zvllerhöhung für Milch führen. Das Gesetz vom 5. April 1930 gibt der Regierung jedoch ausdrücklich die Ermächtigung, für besondere Fälle Ausnahmen vom Frisch- milchzvll zu bewilligen. Von der agrar- gesetzgeberischen Seite her wird also kaum eine fühlbare Belastung der Lebenshaltung des Derbrau- geschworen chatten, daß wir die Frontkameradschaft auf die Volksgemeinschaft übertragen wollen. wir wollen den anderen gellen lassen, ganz einerlei woher er kommt, und wir wollen nicht politische Auseinandersetzungen mit persönlicher Polemik verbinden. Wir glauben, daß dieser Geist einer echten Fronttameradschafl in unserem deutschen Volk sich durchsetzen muh, wenn wir überhaupt noch einmal gesunden sollen." Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen setzte sich der Minister mit den Vorwürfen auseinander, die ihm persönlich wegen seines Austritts aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion gemacht worden sind, und rechtfertigte vor seinen hiesigen Wählern diesen Wechsel, der aber kein Wechsel in seiner konservativen Gesinnung sei. Der Minister betonte, dah nur durch festes Zusammenstehen aller Volkskreise ein Ausweg aus den ungeheuren Röten der Zeit möglich sei, und erklärte, es sei das besondere Ziel seiner politischen Freunde, die Gedanken des Freiherrn vom Stein in das deutsche Volk hineinzupflanzen. Er schloß seine Rede unter starkem Beifall mit den Worten: „Wir glauben an den Sieg unserer Arbeit, einzig und allein aus dem Glauben, weil wir mit Gottfried Keller sagen: Wir trauen uns und andern etwas Tüchtiges zu!" £)r. Eckener in England. London, 23. April. (WTB.) Dr. Eckener ist heute nachmittag mit dem Hapagdampfer „Re- liance" von Neuyork in Southampton eingetrofsen. Gr wurde vom stellvertretenden Bürgermeister von Southampton begrüht, sowie vom Master of Sempill, der Dr. Eckener im Ramen der Royal Aevomrutical Society und der ihr angeschlossenen Flugunternehmungen willkommen hieß. 3n Beantwortung der Begrüßungsansprache des stellvertretenden Bürgermeisters von Southampton erklärte Dr. Eckener: „Ich habe diesen Besuch schon seit langer Zeit geplant, da das britische Luftministerium mich eingeladen hat, ihre Luftschiffe R100 und R101 zu besichtigen. Ich habe viel über sie gehört und bin sicher, daß es ausgezeichnete Fahrzeuge sind, die unter dem Befehl von Major Scott gutes leisten werden." Dr. Eckener bleibt bis Freitag in London, wo er am Abend eintraf; er begibt sich hierauf nach Cardington, um bei den endgültigen Vorkehrungen für den Empfang des „Zeppelins" anwesend zu sein, mit dem er dann nach Deutschland zurückfahren will. In einer Unterredung erklärte Eckener über seine D e r h a n d l u n g e n in Amerika u.a.: Die amerikanische Zeppelin-Corporation baut zwei Zeppeline für die amerikanische Flotte. Wir haben in Amerika eine Gesellschaft gegründet, deren Aufgabe das Studium aller Fragen ist, die mit der Luftfahrt über den Atlantischen Ozean zusammenhängen. Ich bin bezüglich der Zukunft sehr optimistisch, wie ich glaube, bestehen große Möglichkeiten für eine Luftschiffverbindung zwischen Europa und Amerika; aber es müssen viele Fragen geklärt werden. . Auch in England gibt es viele Persönlichkeiten, ' die an diesen Problemen Interesse nehmen, und t während meines Aufenthaltes hier werde ich mit ihnen alle Fragen der Entwicklung der Luftschiffkonstruktion und des Lufttransportes besprechen. 3eppehttbefud> in Kuba Neuyork, 23. April. (WTB.) Nach einer Mel- düng der Associated Preß aus Havanna hat der deutsche Gesandte die kubanische Regierung um die Erlaubnis für die Landung des „Graf Zeppelin" in der Nähe der Stadt Havanna ersucht. Die zuständige Behörde erklärte, die Erlaubnis werde erteilt werden. Das Kriegsamt hat seine Hilfeleistung in Aussicht gestellt und einen Landungsplatz, sowie Ergänzungsausrüstungen angeboten, falls diese benötigt werden. französische Manöver in Lothringen. Paris, 23. April. (WTB.) Dem „Matin" wird aus R a n c y gemeldet, dah im Herbst dieses Jahres Lothringen der Schauplatz großer Manöver sein werde. Diese Manöver würden zehn Tage dauern und in der Gegend zwischen Meurthe und Saar unter der Leitung des Militärgouverneurs von Straßburg General DrLcard abgehalten werden. Aktive und Reservisten würden daran teilnehmen. Außer Infanterie-, Artillerie- und Kavallerie-Divisionen würden auch Tankwagenabteilungen und Luftgeschwader mitwirken. — Außerdem werden in der Gegend von Metz unter dem Oberbefehl des Militärgouverneurs von Metz, General Lacapelle, Manöver mit der besonderen Aufgabe stattfinden, die Verteidigung dieser Gegend durch Luftgcschwader zu studieren. Blutige Kämpfe in Indien. Militärisches Eingreifen in Peschawar. Peschawar. 24. April. (WTB. Funkspruch. Reuter.) Amtlich wird gemeldet, dah hier bei schweren Ruhestörungen außer einem britischen Soldaten ungefähr 12 Eingeborene getötet wurden. Zwölf weitere Ruhestörer befinden sich verwundet im Krankenhaus. Am frühen Morgen wurde eine Anzahl politischer Agitatoren wegen verschiedenartiger vergehen verhaftet. Daraufhin wurden lnden Straßen Prote st - Versammlungen veranstaltet, die bald ein so ernstes Aussehen bekamen, daß Polizei und Truppen an Ort und Stelle gesandt wurden. Die Lage verschlimmerte sich derart, daß die Trup- pen das Feuer eröffnen muhten. Abends war die Ruhe wieder hergestellt. Der stellvertretende Polizeidirektor und ein Polizeiinspektor wurden ver- mundet, der letztere schwer. „Times" meldet zu den Unruhen in Peschawar: Zwei Panzerwagen wurden von einer Volksmenge angegriffen. Der eine wurde mit Benzin begossen und i n B r a n d g e st e ck t. Zwei von den Insassen sollen dabei den Tod in den Flammen gefunden haben. An einer anderen Stelle der Stadt wurde ein Unteroffizier von seinem Motorrade geworfen und mit einer Axt erschlagen. Britische Truppen und Gurkhas wurden beim Ein- Oie Organisation der Weltbank. Ein Deutscher als stellvertretender Generaldirektor. Basel, 23. April. (WTB.) Die heutige Sitzung des Derwaltungsrates der D. I. Z. begann kurz vor 11 ilfjr und ging um 13.30 Ufjr zu Ende. Wie der Vertreter der Schweizerischen Depeschenagentur erfährt, genehmigte der Verwaltungsrat drei Berichte: einen Bericht über die Besoldungsfrage, den Reichsbankpräsident Dr. Luther erstattete, einen weiteren von Mac Garrah erstatteten Bericht Über die Fragen der inneren Organisation und schließlich einen Bericht über die Frage der Emission der Aktien der D. I. Z. Berichterstatter über diese Frage war der Amerikaner Fraser. Es wurde beschlossen, dieAktienderBank acht Tage nach der vollständigen Ratifikation des Voungplanes durch alle Staaten zu e m i t t ie r e n , und zwar zu pari. Weiter wurde beschlossen, mit der Tschechoslowakei, Ungarn und Bulgarien ein gleiches trust agreement* abzuschließen, wie dies bereits mit den sieben Grun- dermächten der B. I. Z. besteht, sobald die Ostreparationsfragen in Paris erledigt sind. In dem Bericht über die innere Organisation und zur Besoldungsfrage wurde festgestellt, daß gegenüber den Kosten zur Durchführung des Dawesplanes, die jährlich 1,5 Millionen Dollar betrugen, erhebliche Ersparnisse erzielt werden können. Der Reparationsagent: Parker Gilbert hatte in Berlin ein Bureau, das 130 Personen beschäftigte. Dazu kamen noch 50 Personen der Reparationskommission in Paris. Die Bank will ihre Tätigkeit nunmehr mit einem Personal von ungefähr 50 Leuten aufnehmen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurden einige Wahlen vorgenommen, und zwar wurde zum Vorsteher des eigentlichen Bankdeparle- ments und Stellvertreter des Generaldirektors der Deutsche Dr. huelse gewählt. Zum Generalsekretär der Dank wurde der Italiener P i l o t t i ernannt. Die Abteilung für Emissions» und Investitionsfragen wurden dem Belgier Marcel van Zeel and übertragen; die Abteilung für die Beziehungen zwischen der B. I. Z. und den verschiedenen nationalen Emissionsbanken bleibt vorläufig unbesetzt und wird interimistisch von Generaldirektor Pierre Ques - nah verwaltet. Für die Abteilung Devisen- und Währungsfragen wurde ein Japaner bestellt. Was die Frage der Unterschriftsberechtigung betrifft, so wurde diese dahin geregelt, daß Präsident Mac Garrah und sein Stellvertreter Fraser allein unterschriftsberechtigt sind, während alle übrigen Unterschriften durch Gegenzeichnung zu erfolgen haben. Einen wichtigen Punkt der weiteren Beratungen bildete, wie die Schweizerische Depeschenagentur erfährt, die Doppelfrage der E m i s s t o n der Aktien der B. I. Z. und die Auflegung der Obligationen, welch letztere die eigentliche Mobilisierung und Kommerzialisierung der deutschen Reparationsschuld darstellt. In gewissen Kreisen der B. I. Z-i sehr »eichte» Oyi massige» Südsüdwest Q, itormische» «ordnest Ole Pfene fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenaen Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte nut gleichet* eut etecresmveau umoerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Die Störungstätigkeit im Westen wacht sich auch schon auf dem Kontinent bemerkbar. In der letzten Nacht kam es in unserem Bezirk bereits zu Niederschlägen. Im Bereich tiefen Druckes erhalten wir zunächst noch Zufuhr warmer Luft, so daß die Temperaturen noch ziemlich hohe Werte behalten. Wenn später die Winde mehr nach Westen umdrehen und kühle ozeanische Luft vordringt, wird geringer Temperaturrückgang einsetzen. Dabei wird der Himmel vielfach bewölkt sein, auch werden vereinzelt Niederschläge auftreten. Witterungsaussichten für Samstag: Teils wolkig, teils heiter, geringer Temperaturrückgang. ®.c 11 e rv o rherfage für Freitag: Meist wolkiges Wetter, zunächst noch warm, vereinzelt Niederschlage, später leichte Abkühlung. Kinderliebes junge» Mädchen mit Näbkenntniften liebt Stellung tm HauSh. ob. alö Kin» dermädchen ». 15. 6. ob. 1.6. Schr. Ang. tr. 8251D a. b. (yh.Jüu. 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April. tr vor bet WX chuntz bei Fuchi« dah nach seinem Ta- 318 Sträflingen um« m die Zellen so« des Feuers geoff- befreit worden wamu sucht festzustellen, ob onen. die mm nach ;ommcn hat. tatsächlich er um Aevolverfchuffe. irutt lllage. 0 Ptf ■ 0 2 6 A !l ^nont" SV Jdä ___ Gas will Brian-? LI- der französische Außenminister B r i a n d im September vorigen Jahres auf der Völkerbundsver- «ammlung in Genf seine Rede über die Dereinia- t(n Staaten von Europa von Stapel ließ, gfurbe vielfach behauptet, es handle sich um einen -er vielen geistreichen Einfälle Driands. Diese Auf «osiung setzte sich um so mehr durch, als Briands Aede das Problem nur in großen Zügen abtastete, |u daß es jedermann überlassen blieb, sich selbst einen Ders daraus zu machen. Tatsächlich aber war es nicht einer der geistreichen Einfälle des franzö. fischen Außenministers, sondern der sorgfältig ausgeklügelteSchachzugeinesStaats- mannes, der wie kaum ein anderer der Voll ftrecker der französischen 'Jlationalpolitif ist. Diese nationale Politik will, auf die kürzeste Formel ge bracht, die in den Versailler Verträgen paraphierte Beute für Frankreich gegen jeden Angriff sichern, ganz einerlei, ob es sich um Angrisfe mllitärischdr, oder politischer Natur handle. Dos hat sich auch bei dem Dreimonatsgespräch über die Flottenabrüstung in London gezeigt, wo Frankreich sich hartnäckig weigerte, irgendwelche Zugeständnisse zu machen, es sei denn, daß alle Großmächte einen feierlichen Vertrag schlössen, in dem sie Frankreichs Sicherheit gewährleisteten. Die französische öffentliche Meinung hat sich nicht viel aus dem Vorwurf gemacht, daß es eigentlich Frankreichs Macht politik sei, die die Schuld daran trage, daß in London nichts Wirksames in Sachen der Flottenab- rüstung geschehen sei; wohl nicht ohne Zutun vom Quai d'Orsay, macht die französische Presse daraus aufmerksam, daß Englands Seerüstung noch immer so beschaffen sei, um jeden Angriff zu Wasser und zu Lande abwehren zu können. In der Tat, auch der Haushaltsvoranschlag der Labour-Regierung rüttelt nicht an den 2,2 Milliarden Mark für 5)ecr und Marine. Frankreich Hot „nur" 1,5 Milliarden Mark für Rüstungszwecke in den Haushalt einge- stellt, so daß es scheinbar durchaus berechtigt ist, den Briten den Vorwurf der nationalen Machtpolitik um jeden Preis zurückzugeben. Solange England die überlegene Flotte besitzt, bleibt es unangreifbar, während Frankreich noch französischer Auffassung nach wie vor der Umklammerung durch seine Gegner preisgegeben sei. Der Völkerbund ist für Frankreich nur ein unzulängliches Schutzmittel, da ihm nicht die Pflicht auferlegt ist, Frankreichs Grenzen und Interessenzonen gegen 'eben Angriff zu sichern. Auch der Locarnooertrag ist ebenso wie der Kel - 1 o g g p a k t kein wirksamer Schutz, denn sie sichern Frankreichs Grenzen nur im Westen, während das französische Sicherheitssystem die durch die Versailler Gewattoerträae in Europa geschaffenen Grenzen für den Schutz Frankreichs mit einbezieht. Um es deutlich zu sagen: Frankreich, dessen Wortführer tn diesem Falle Briand ist, will entweder durch militärische Machtmittel, oder aber durch Schieds- und Sicherheitsverträge dasunmöglicheStaaten- gefüge in Osteuropa unangreifbar machen. Der französische Nationalismus lebt in der Vorstellung, daß die politische und wirtschaftliche Entwicklung in absehbarer Zeit Deutschland Bundesgenossen an die Seite führen werde, sei es Italien ober — Sowjetrußland. Aus dieser Furcht heraus hat sich Briand in London hartnäckig geweigert, Italien den Flottenraum zuzugestehen, den Frank- reich im Mittelmeer selbst für sich beansprucht. Hier sollen nun die „Vereinigten Staaten von Europa" nachhelfen. Briand hat nicht ohne Geschick auf die wirtschaftliche Zerrissenheit Europas hingewiesen, vor allem darauf, daß sich die Staaten durch hohe Zollmauern das Leben und Gedeihen einander schwer machen. Damit hat Briand an sich nicht so unrecht, wenn er auch immer wieder vergißt, daß die Schutzzollpolitik Europas vor allem durch die Handels- und Zollpolitik Frankreichs den stärksten Auftrieb erfahren hat. Kein Land Europas ist mit so hohen Schutzzollmauern umgeben, wie Frankreich. Kein Land ist so unnachgiebig in der Wandlung dieses Systems, wie wieder Frankreich. Was das größte Hindernis ist: die zoll politische Einigung Europas soll nach französischer Austastung nicht über das Mittel- meer hinausgreifen, also vor allem nicht das französische Kolonialreich in Nord- und Mittel- afrika umfassen. Das für den französischen Nationalismus wenig befriedigende Ergebnis der Londoner Flottenkonferenz ist nun für Briand Seron- lastung, das Problem der „Vereinigten Staaten von Europa" neuerdings aufzurollen. Der französische Außenminister weiß, daß die politische Einigung Europas gerade wegen des französischen Nationalismus in weitem Felde liegt. Wenn sich Briand mit einem Ziel begnügt, das scheinbar näher liegt und erreichbar ist, so entspricht gerade das der französischen Auffassung, durch wechselseitige Vertrage die Beute von Versailles zu sichern. Sehr geschickt stellt Briand in den Vordergrund, daß alle europäischen Länder ein großes Intereste an einer wirtschaftlichen Verständigung hätten, auch die, die mit dem politischen Status aus Grund der Versailler Verträge nicht zufrieden seien. Briand rechnet offenbar damit, daß ein europäisches Zollbündnis so starke wirtschaftliche Verflechtungen schassen könnte, daß, wenn nicht jedes einzelne Land, so doch sicher die große Mehrheit der Staaten eine politische Verschiebung der Grenzen nicht mehr zulassen würde. Damit hätte dann Frankreich auf Umwegen die dauernde Befriedung Europas auf Grund der Versailler Verträge erreicht, damit aber auch die dauernde Vorherrschaft Frankreichs, gegen die sich kein Land, auch nicht durch Bündnisse mit anderen Ländern, erheben könnte. Es ist nützlich, Briand rechtzeitig darauf aufmerksam zu machen, daß die Wirtschaftseknheit Europas die gleichmäßige Verteilung der Lasten des per- lorenen Krieges ooraussetzt. OerInhatt desLondonerDerirages Der Londoner Fünf Mächtevertrag Teil III ist vorläufig nur von den Vertretern Amerikas, Englands und Japans unterzeichnet worden. Teil I (Artikell bis 5) betrifft den Verzicht auf den Ersah der Panzerschiffe während der Jahre 1931 bis 1936 mit der Sonderbestimmung, daß Frankreich und Italien die Ersahbauten vornehmen dürfen, zu denen sie nach dem Washingtoner Vertrag in den Jahren 1927 und 1929 berechtigt waren. Teil 11 (Artikel 6 bis 13) bezieht sich auf die Regeln der Festsetzung der „Standard- Wafserverdrängu ng" und verzeichnet die bereits bekannte Einschränkung der Tonnage und der Ausrüstung von A-Boo- t e n (Höchstgrenze 20C0 Tonnen, höchstes ®e- schühkallber 13 Zentimeter), mit der Ausnahmebestimmung, daß jede Macht drei H-Boote bis zu 2800 Tonnen mit einem Geschühkaliber von höchstens 15,5 Zentimeter haben darf. Dieser Teil hat drei Anhänge, von denen der erste die Regeln für den Ersah und der zweite die Regeln für die Anbrauchbarkeit von Kriegsschiffen enthält. Der dritte Anhang zählt die Spczial- schisse auf. Teil III (Artikel 14 bis 21) enthält die nur von den drei Mächten Amerika, England und Japan zu unterzeichnende Vereinbarung, die sich auf die Begrenzung der Kreuzer, Zer- (toter und A - Boote bezieht und in allen wesentlichen Einzelheiten bekannt ist. Dieser an technischen Einzelheiten reiche Teil wird abgeschlossen durch Artikel 21 (die sog. Sicherheitsklausel). Teil IV (Artikel 22) umfaßt die neue völkerrechtliche Regelung der Behandlung von Kauffahrteischiffen durch A »Boote und auch durch andere Kriegsschiffe und schließt mit den Worten: »Die hohen vertragschließenden Teile laden alle anderen Mächte ein, ihre Zustimmung zu den obenangeführten Regeln zum Ausdruck zu bringen." Teil V (Artikel 23 bis 26) besagt u. a., daß der Vertrag bis zum 31.Dezember 1 9 3 6 in Kraft bleiben soll, außer Teil IV, der auf unbegrenzte Zeit gültig bleibt. Weiter heißt es: Wenn die hohen vertragschließenden Teile sich nicht auf Grund eines allgemeinen Abkommens über Begrenzung der Seerüstungen, dem sie alle beitreten, anders entscheiden, werden sie im Jahre 1 935 eine Konferenz abhalten, um einen Die Schlußsitzung im Königin-Anna-Saal des St.-James-Palastes: Macdonald (X) bei der Schlußansprache der Londoner Flottenkonferenz. ■ Der neue Vorsitzende des „Vunde- znr Erneuerung des Reichs". Graf von Roedern, der frühere Staatssekretär im Reichsschatzamt, wurde an Stelle des Reichsbankpräsidenten Luther, der infolge feiner Amtsver- Pflichtungen den Vorsitz niederlegen mußte, zum neuen Vorsitzenden des „Bundes zur Gmeuenmg des Reichs" gewählt. neuen Vertrag zu entwerfen, der den gegenwärtigen Vertrag ersehen und seine Ziele ausführen soll. Artikel 25 bestimmt, daß nach Riederlegung der Ratifikationen die britische Regierung allen außerhalb des Vertrages stehenden Mächten den Teil IV bekanntgeben und sie einladen soll, ihre Zustimmung dazu aus unbegrenzte Zeit zu erklären. Interessant ist an dem Londoner Vertrag die Tatsache, daß in seiner Einleitungsformel weder der KelloggPakt, noch die Völkerbund s- s a h u n g erwähnt werden. Die Formel nimmt lediglich Bezug auf den Washingtoner Ab- rüstungSvertrag von 1922. Man hat hier notgedrungen ein Kompromiß gewählt, das auf die französische Forderung zurückzuführen ist, der Völkerbundspakt müsse in der Einleitung erwähnt werden, falls Amerika den Kelloggvertrag in die Formel ausgenommen wissen wolle. Da amerikanischerfeitS daraufhin auf die Erwähnung des KelloggpakteS verzichtet wurde, kam auch eine Berufung auf die Dölkerbundssatzung in Fortfall. Damit hat man also bei eineni der wichtigsten Verträge der Rachkriegszeit auf die Erwähnung zweier grundlegender Abmachungen, die sich aus Aech« tunfl des Kriege- beziehen, Verzicht geleistet. Besondere Beachtung in dem Dertragsweick verdient die sog. Revisions- oder Vorbehalts- klausel tn Artikel 21, die bestimmt, daß England, wenn eS sich durch Frankreich bedroht fühlt, lediglich den beiden übrigen Teilnehmern am Drei-Mächto-Pakt von dieser Tatsache Mitteilung zu machen braucht, daß also die japanische und amerikanische Zustimmung nicht notwendig ist. Eng- Icrnd muß lediglich den beiden anderen Staaten mitteüen, wieviele Schiffe es über die Abmachungen hinaus bauen will, um den Ausgleich gegenüber einer französischen Bedrohung zu schaffen. Japan und Amerika werden sich in jedem Falle in Verbindung setzen und entscheiden, in welchem Maße die englischen Reubauten die beiderseitigen Flottenbauprogramme beeinflussen. Im großen und ganzen stellen die Londoner Vereinbarungen eine Reihe von Kompromissen dar, die nach endlosen, monatelangen Verhandlungen zustandekamen. Die Konferenz, die mit so viel Geräusch auf gezogen wurde, hat erneut gezeigt, daß die Mächte, die im Gegentwaren as delikates! ,Dose 0-7° ......... Pfd? 2S ......'.>s‘15O ....... k paar i-3W 3f nose.^rJ_^- --------------- ch sebLarenur^ ji-ein Un# i/pfd.0.65 ......... Pti.0.58 .......... Pfd.0.50 .......tod.0.58 irst--ipd.0.50 jrs t-^Sd.0.5B .........Ä.0.38 ■ 1 ____ 1/ pfd.0.33 .................. ........ pfd.0.38 • 1/ pfd. 0.40 rurstp 0 pfi.0.36 wurst. A 0.33 .......$ pfd. 0.29 urst-- pfd.0.43 .......'iJpfd.O-50 Begegnung. Von Richard Huelsenbeck. Gerhard Kleemann, sechsundvierzig Jahre alt, Inhaber eines elektrisch-mechanischen Geschäfts in Berlin-Moabit bekam eines Tages einen Brief aus 6t Moritz, der ihn und seine Frau in große Aufregung versetzte. Der Brief war unterzeichnet von einem Mann namens CH. Bryan, einer Person, die Kleemann weder persönlich noch vom Hörensagen kannte. Der biedere Meister, der im Kreise seiner Familie ohne besondere Aufregung dahinlebte, wurde von dem unbekannten §erru an ein Schisssunglück erinnert, das vor zehn Jahren an der amerikanischen Küste stattgefunden hatte. Kleemann, der damals, turx nach dem Kriege, einen vergeblichen Versuch machte, sich in Amerika eine Existenz zu gründen, wurde ganz wider seinen Wlllen und seine etwas phlegmatische Ratur an die einzelnen Stadien des Unglücks erinnert, hundertundfünfzig Personen hatten ihr Leben verloren, und Kleemann selbst war nur durch ein Wunder dem Tode entkommen. In dem Augenblick, als die großen Schiffsaufbauten, der Salon und die Kommandobrücke von den Brechern zertrümmert wurden, und das Vorderschiff schon in die Wellen tauchte, sprang er über die Reling und klammerte sich an ein Rettungsboot, das versuchte, von dem Wrack sreizukomrnen. Kleemann krampfte die klammen Hände um den Dootsrand, er wollte sich Hochziehen, wurde aber zurückgestohen. Als er schon fast oben war, erhielt er von einem Mann, an dessen verzerrtes Gesicht er sich genau erinnerte, einen Faustschlag ins Gesicht, muhte loslassen und versank. Rach Stunden bewußtlosen Halbtodes wurde Kleemann von den Mannschaften eines zu Hllfe geeilten Dampfers gerettet Alle diese Einzelheiten wurden dem Weister wieder vor Augen geführt Die Darstellung in Brief war so anschaulich und richtig, als wenn während der Stunden des Unglücks eine -weite Person neben ihm gestanden, mit ihm hm- obgesprungen, um den Bootsplah gekämpft und wit versunken wäre. Das Erstaunen Kleemanns vergrößerte sich, er las mit lauter Stimme, er begann wie ein Schauspieler einzelne Worte und Sätze mit Gesten zu unterstreichen. Die Erregung steigerte sich zum Schrecken, als sich heraus- Reilte, daß dieser Herr CH. Bryan der Sekretär bes Mannes war, der Kleemann damals den Faustfchlag versetzt hatte, und nun den Wunsch äußerte, ihn zu sehen. Das tun? Kleernarm mochte an die damalige Zeit, die für ihn sehr ungünstig geworden war, nicht zurückdenken. Er lebte jetzt ziemlich behaglich, hatte eine Reihe Angestellter, denen er ein vernünftiger Dör- gesehter war, er verstand heute nicht, was ihn veranlaßt hatte, nach Amerika zu gehen. Das Schiffsunglück lebte in seinem Gehirn wie eine Schickung Gottes. Der Tod hatte ihn fast gehascht. War das eine Strafe? Gleichgültig! Man rettete ihn, nackt, bloß, arm Er begann im alten Vaterland ein neues Leben, und nun gings ihm gut. Kleemann wollte nicht zurückseheN, er konnte sein Herz drehen und wenden, er fand nicht eine Spur des Hasses gegen den Mann, der ihm damals am Bootsrand ins Gesicht schlug. Die vernünftige Ordnung seiner jetzigen Lage gab ihm eine nachsichtige Weltanschauung ein. Dieser Mann, der ihn vom Boot herunterstietz, hatte ja auch nur um sein Leben gekämpft, das Schicksal rettete sie beide, niemand soll der Vorsehung in den Arm fallen. Jede Auseinandersetzung darüber erübrigt sich. Ein zweiter Brief regte Kleemann, der schon an seine Alltagsgeschäfte dachte, von neuem auf. CH. Bryan schrieb Einzelheiten. Herr Annixter, ein amerikanischer Millionär, habe seit Jahren zu Gemütserkrankungen geneigt, seit einiger Zeit sei in ihm das Bewußtsein, damals eine große Schuld auf sich geladen zu haben, so stark geworden, daß die Aerzte Befürchtungen für seinen Verstand hätten. Kleemann wurde dringend gebeten, ins Souvretta-Haus nach St. Moritz zu kommen, alle Kosten sollten ifjm ersetzt werden. Die Hemmungen, die ein Mann wie Kleemann gegen Reisen hat, die ihn in eine unbekannte Atmosphäre versetzten (Millionäre waren für iyn Märchengestalten aus einer anderen Welt) würden ihm wahrscheinlich dahin gebracht haben, Herrn Ch. Bryan eine Absage zu schicken, wenn nicht Kleemanns Frau gewesen wäre. Sie begriff, daß es hier etwas zu verdienen gab, sie machte dem Mann Har, daß er bei einiger Geschicklichkeit den Millionär um so viel Geld erleichtern könnte wie dieser seine Schuld einschätzte. Daß das keine Heine Schuld war, schien unausgesprochen hinter den Zeilen des Sekretärs zu stehen. „Diese Leute rechnen doch alles nur in Dollars aus" sagte Frau Kleemann mit einer Treffsicherheit, die ihren Mann in Erstaunen setzte. Er sträubte sich noch ein wenig, packte dann seinen Koffer, löste sich ein Bi sie t dritter Klasse unb fuhr nach St. Moritz. Er wurde am Bahnhof sofort von Ch. Bryan in Empfang genommen, der ein Menschenkenner war und deutsche Handwerker sofort von anderen Reisenden unterscheiden konnte. Kleemann bekam ein Zimmer im Souvretta-Haus, die ungewohnte Eleganz, besonders aber die hochmütigen und abweisenden Gesichter der Damen versetzten ihn in einen Zustand der Verärgerung. Er beschloß, „auf diese Richtstuer" keinerlei Rücksicht mehr zu nehmen, er aß, wie er es gewohnt war, mit der Messerschneide, und spuckte, wenn er es für richtig hielt, krachend auf die glatten Dielen. Es folgte eine Unterredung mit Ch. Bryan und einem Arzt. Kleemann wurde gebeten, bei der kommenden Begegnung schonend mit 2Innifter zu verfahren. Kleemann beteuerte, er hege keinerlei Haß gegen den Millionär, der sich damals wie jeder andere seiner Haut gewehrt habe. Bryan schüttelte dem Meister so dankbar die Hand, daß -dieser für einen Augenblick seine Abneigung gegen den bebrillten Sefretär vergaß Don Geld wurde nicht gesprochen. Der Wann aus Moabit fühlte sich in einer wichtigen Rolle, er begann, sich an seine Umgebung zu gewöhnen. Die Begegnung mit Annixter, von der die Aerzte so viel erhofften, sollte am folgenden Tag stattfinden, wurde aber abgesagt, da, wie Bryan mitteilte, der Millionär sich wenig wohlfühle. Kleemann wußte nicht, daß der Mann im Doot von einem der Tobsuchtsanfälle heimgesucht worden war, die sich seit einiger Zeit häuften. An einem Dienstagabend geschah dann das große Ereignis. Kleemann, in Begleitung Ch. Bryans, trat in ein halbdunkles Zimmer, aus dem sich nach einiger Zeit eine Gestalt im Pijama löste: Herr Annixter. Reben Annixter saßen zwei ungewöhnlich muskulös aussehende Herren. Kleemann erfuhr später, daß das Krankenwärter gewesen waren. Wenn Anuixter aufstand, erhoben sich die Muskulösen auch, sie verfolgten jede seiner Bewegungen mit Argusaugen und machten sich gegenseitig. Zeichen. Kleemann war von dem Ungewohnten des Ereignisses stark ergriffen und stand auf einem Fleck in der Rahe der Tür. Annirter begann mit erhobener Stimme zu reden. Er habe durch seine Sekretäre lange nach Kleemann suchen lassen, bis er ihn dann tn Berlin-Moabit entdeckt hätte. „Ich kann das nicht vergessen, ich habe Sie umgebracht, ich schlug Ihnen mit der Faust ins Gesicht, ich sah wie Sie versanken. Das verfolgt mich in meinen Schlaf, ich kann nachts nicht atmen. Ich habe Sie hierherkommen lassen, um alles wieder gut zu machen ..." Kleemann wehrte bescheiden ab, aber Annixter sprach schon Wetter. Sein Pathos wurde immer lauter und eindringlicher. Er habe hin und her überlegt, wie er leine Schuld abtrageu könne, äi sei ein reicher Mann, sogar ein sehr reicher Mann. Er wolle Kleemann zu seinem Universalerben einsehen und, um speziell den Faustschlag zu vergüten, ihm gleich heute eine Summe von hunderttausend Dollar überweisen. „Wo ist mein Scheckbuch? ..brüllte der Mann. Kleemann wurde von einem siedend heißen Gefühl durchlaufen. Das hatte selbst seine kluge Frau nicht vorausgesehen. Annixter riß ein Stück Papier aus seiner Iackettasche und überreichte es Kleemann. Plötzlich stürzten sich die Muskulösen auf den Millionär, hielten ihm die Hände auf dem Rücken fest und zwangen ihn in einen Sitz, der links und rechts zwei Holz- wände hatte und offenbar besonders für den Kranken gebaut worden war. „Was fällt Ihnen denn ein?“ schrie Kleemann empört. Sein gutmütiges Herz konnte sich das nicht länger gefallen lassen. „Dieser Mann ist nicht mein Feind, sondern mein Wohltäter ...“ „Schon gut,“ sagte Bryan, „kommen Sic nur mit heraus, Herr Kleemann." Auf dem Gang riß sich Kleemann von Bryan los, er wollte jetzt von dem ‘Bebrillten keine Erklärungen. Der arme Millionär! Das war ein Leben. Ra, er würde sich die Sache anders einzurichten, wenn er ... Das siedend heiße Gefühl kam wieder. Er stürzte ins Foyer hinab. Wo ist der Hut? Egal, jetzt an die Luft. Kleemann rannte durch die Dorf- strahen, Eingeborene und Gäste sahen erstaunt Hinte» ihm her. Auf der Post fiel er durch sein Gemurmel auf. Der Postmeister, der das Telegramm nach Berlin-Moabit annahm, dachte: „Dorsicht ... der hat einen Klaps ...“ „Wir sind Millionäre. Komme übermorgen. Gerhard." So, das genügte. Zurück ins Hotel. Cs war empörend, wie kranke Wlllionäre behandelt wurden. Kleemann würde dafür sorgen, daß sich das änderte, wenn er im Besitz des Geldes war. Bryan kam ihm auf der Treppe entgegen. Er lächelte. „Sie haben sich etwas aufgeregt, Herr Kleemann. Es ist kein Grund dafür vorhanden. Der Arzt sieht ein, daß Annixter hoffnungslos erkrankt ist, diese Begegnung war ein Mißgriff. Gott, was wird bei Millionären nicht alles ver ucht, nicht wahr? ... Ihre Reise- und Aufenthaltskosten werden natürlich von uns getragen ...“ „Unb meine hunderttausend Dollar? ..." Bryan brach in ein schallendes Gelächter aus. „Das ist doch alles Unfinn ... Herr Annixter steht schon seit einem Jahr unter Kuratel « kann über keinerlei Geld verfügen sah zu Deutschland zu Land und zu See noch in Waffen starren, nicht gesonnen sind, ihre kriegerischen Machtmittel aus der Hand zu geben. Don einer „Abrüstungskonferenz^ im wahren Sinne deS Wortes kann nach diesen teilweise geradezu gequälten Verhandlungen und Abreden nicht mehr die Rede sein. Reform der hessischen Gemeindebeamtenversicherung. Darmstadt. 23. April. (WHD.) Der Gesetz- gebungsausschuß des Hessischen Land« lags, der morgen Zusammentritt, wird sich wahrscheinlich schon in dieser Sitzung mit dem von der 'Regierung vorgelegten Gesetzentwurf über d i e Aenderung des Versicherungsgesetzes für gemeindliche Beamte beschäs- Hgen. Diese Versicherungsanstalt besteht bereits seit l»08 und hat rund 4600 gemeindliche Beamte, Angestellte und sonstiae Bedienstete, sowie auch Bürgermeister der Landgemeinden als Aktiv-Versicherte und etwa 1000 Rentenbezieher. Im letzten Jahre zahlte sie 2,3 Millionen Mk. an Pensionen und Hin- terbliebenenversorgung. Die Mittel werden im wesentlichen aufgebracht durch die Beiträge der Versicherten und durch Umlagen der Anstellungskörper- schäften (Gemeinden und Gemeindeverbände, Kreise und Provinzen) in der Weise, das; die Versicherten jährlich 3 o. H die Anstellungskörperscl/aften zuletzt 13 vH. des leistungspflichtigen Diensteinkommens zahlten. Außerdem hat noch der Staat bisher einen jährlichen Zuschuß in Höhe von etwa 170 000 Mk. gezahlt, der in diesem Jahr im Rahmen des Sparprogramms wegfallen soll. Diese Einnahmen haben sich als unzureichend erwiesen. Eine sci)ematische Erhöhung des Umlagesatzes der Anstellungskörperschaften von 13 auf 14 v. H., die im Vorjahre von der Versicherungsanstalt vorgeschlagen worden war, ist vom Landtagsau Al ken - Duseck, 23. April. Eine ungewöhnlich kleine Anzahl von Konfirmanden wurde am 2. Ostertag hier eingesegnet, nämlich 12, wilden Humoren überleuchtet, eine Szene von so schäumendem Leben, daß man homerischer Mähler gedenkt oder der Dauernschankenbilder der Hol* länder. Und gerade in diesen blitzenden Jubel hinein fährt das Verhängnis; schon liegen die Brüder, zum Schlaf entkleidet auf der Pritsche, als noch einmal Rauferei ausspringt, der Kienspan stürzt inS Stroh, die Hütte flammt, nur im kurzen Wergleinenhemd umstehen die Brüder den Brand; da dreht der Rachtwind, Frost fällt ein und die sieben halbnackten Menschen rennen im Mondschein Stunde um Stunde je zwei auf dein ausgreifenden Walko, die andern mit bloßen Füßen, von den blutigen Schnauzen der Wölfe umheult, über die Heide, über schneeige Straßen und sumpfige Wiesen dem fernen Jukolahof zu. Keiner, der diese wilde heldische Szene gelesen hat, wird sie je wieder vergesfen können. Wie eine Mutter nimmt der Heimathof die Ver* sprengten auf. Aber zum zweiten Male ziehen die Beharrlichen aus, bauen ein zweites Haus am Jmpawaara. Der unerschöpfliche Strom der dichterischen Phantasie trägt Immer neue Abenteuer und Farben heran bis auf der sprühenden Jugendhöhe die Bahn der Erzählung sich niedersenkt und nach hundert Abenteuern im warmen, aber wurzeltiefen Kreise des Menschlichen mündet. Zehn Jahre sind verstrichen. Der bäuerliche Hof wird wieder sichtbar, nun aber Im vollen Sonnenglanz erprobter Reife und männlicher Bewährung. Gin neuer Hof ist am Ginödwald des Jmpawaara entstanden, Katen und Vorwerke gliedern sich an, geschlichtet ist aller Menschenstreit, sogar das schwere Hindernis deS Lesenlernens ist genommen, und als sie nun auch im geliebten Jukolahof wieder einziehen, sind die heldenhaften Abenteuer nachschwingender Klang eines Liedes von Trotz und schäumenden Ueber- schwängen und entschwundener Jugend. Der beleuchtende Strahl der Erzählung, der das ganze Epos hindurch mit einem Blick die Sieben im gemeinsamen Geschick und Gespräch band, wandert am Schluß prismatisch zerteilt von einem zum andern, nun da ein jeder auf Angewiesenem Sondersitz sein Männerschicksal in eigene Hand nahm und Stammhalter neuer Geschlechter wurde. Der letzte Strahlenschein deS Bereichs trifft Gero, dcir Jüngsten, und schwillt noch einmal, bevor die Dichtung erlischt, zu stiller inniger Glut. „Zur Gattin hatte er die schlanke Tochter uuS Seunala, die flachshaarige, scheuäugige Anna.. Ginmal an einem Sonntagabend im Sommer, als sich die Sonne nach Rordwesten neigte, und Luft und Wald still ruhten, saß sie allein mit ihrem Kind auf der Bank. ES herrschte tiefer Frieden in der sonntäglichen weiten Stube der Kätnerei, und die laubgeschmückte Diele lächelte. Es herrschte Stille und Schweigen; bloß dgnn und wann tönte aus der Ferne vom Birkenhügel hell eine Viehglocke herüber. Und sie singt ihrem Kinde ein leises, schwermütiges Lied. „Als sie aber aufgehört hatte, schaute sie lange schweigend durchs Fenster zur Höhe. Rur eine Sommerschwalbe schwebte, dem Auge kaum erkennbar, im Fluge dort hin und her, leicht und munter wie der Gedanke eines Glücklichen. Da sah sie, und ihre Wange, die sonnengebräunte, senkte sich auf die Schlafe des schlum- mernden Kindes." Weit und groß ist der dichterische Raum dieses Buches, düsterraunend wie Waldestiefe, klar-durchsichtig, wie die Luft über den seehellen Hochflächen des Rordenö; durchströmt vom Rauschen einer Melodie, die an die Fahrten des ithakasuchenden Odysseus gemahnte oder an die Prosaballaden von Gösta Berling, — gefüllt von Gestalten wurzelnder Echtheit und saftigster Plastik — kurz Weltliteratur wie Grimmelshausens „Simplizifsimus" oder Charles be CosterS „Ulenfpiegel" ober Gogols „Abende". Werner Deubel. wurden soeben gefilmt!^ Doris Piccard in Paris wollte unbedingt zum Film. Die war jung, schlank, schön, und darüber hinaus felsenfest von ihrer Begabung überzeugt. Von dieser Einbildung beseelt, klapperte sie alle Filmstudios von Paris ab und versuchte, eine noch so kleine Anstellung zu ergattern. Die Aermste hatte aber ausgesprochenes Pech; die kunstunverständigen Regisseure gaben wohl gern Ku, daß sie ein „süßes Mädel" sei, vertraten jedoch übereinstimmend den Standpunkt, daß Doris kein sogenanntes Filmgesicht besitze und sich keineswegs für die Leinwand eigene. Rach dem letzten Mißerfolg betrat die verkannte Filmgröße eine Bar, um Ihren Schmerz mit diversen, nicht gerade alkoholfreien Getränken zu kühlen. Mit dem Erfolg, daß sie eine Stunde später milde gesagt in mehr als angeregtem Zustande die Aufmerksamkeit der Straßenpasfanten auf sich lenkte. Run bekämpft die Pariser Polizei die Trunksucht auf eine originelle, in vielen Fällen alänzend bewährte Weise: die Betrunkenen werben auf Staatskosten gefilmt Kaum hat ein solcher seinen Rausch auf dem Polizeirevier ausgeschlafen, wird ihm dann unverzüglich der Streifen vorgesührt, auf daß er sich selbst davon überzeuge, wie menschenunwürdig er sich unter je 6 Knaben und Mädchen, davon 2 Knaben, 1 Mädchen aus Trohe, während sonst die Zahl der Konfirmanden hier 30 bis 40 beträgt. Die Höchst^ahl hatte bis jetzt das Jahr 1891 mit 47. Vor 121 Jahren, nämlich im Jahre 1809 war es einmal eine ähnlich kleine Zahl, nur 11. Freilich in noch früheren Zelten war die Konfirmandenzahl mitunter noch geringer, so im 3a6re 1721 nur 6 und aus dem Jahre 1674 berichtet das Konfirmationsregister: Cs sind keine Konfirmanden dagewesen. Im nächsten Jahre werden es wieder 22 sein. — Am Sonntag Palmarum wurden in der hiesigen Kirche neue schwarze Paramenten, zum Teil vom hiesigen Frauenverein gestiftet, und für die Passionszeit und das Totenfest bestimmt, in Gebrauch genommen, die von der Paramentenanstalt des Elisabethenstiftes, Darmstadt, in mustergültiger Weise ausgeführt worden sind. < Daubringen, 23. April. _,$n der letzten Gemeinde ratssitzung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Es wurden zum Schulvorstand n: Wilh. Braun, Wilh. Schäfer VIII., nun und Wilh. O p p e r. Die Gemeinde übernimmt die Bürgschaft für ein Baudarlehen. Die Finanzkommission wird ermächtigt, mit der Firma Scheidhauer & Gießing wegen Erhöhung der Abgabe für gebrochene Steine in Verhandlungen zu treten. Die Abgabe der von besagter Firma im hiesigen Ouarzitbruch gebrochenen Steine geschieht nämlich noch zu dem in dem Vertrag 1910 festgesetzten Preise. Die Gemeinde Bedangt nun eine den heutigen Verhältnissen angepaßte Abgabe. V. Londorf, 23. April. Am Dienstagabend veranstaltete der Posau-nenchor Großen- B u s e ck ein schönes, wohlgelungenes Konzert. Der Vortrag zeugte von guter Schulung und hohem Können. Das zahlreich erschienene Publikum dankte mit wohlverdientem Beifall. Dirigent war ein Sohn von Pfarrer Kalbhenn, Großen-Buseck. Beits berg, 23. April. Die Kinder unsere« Kirche wurden am zweiten Ostertage im Rachmittagsgottesdienst durch den Pfarrer von Wir- berg konfirmiert. Die Zahl der Konfirmanden betrug 5. Unter reger Beteiligung der Gemeinde fand die Feier statt, zu der Herr Lehrer Krämer die Chöre eingeübt hatte. Die Kollekte fürs Krüppelheim ergab 10 Mk., die Haussammlung für den Gustav-Adolf-Verein 16,25 Mk., die Konfirmandengabe 4 Mk. 6 Wir berg, 23. April. Die Konfirmation der Kirche des Kirchspiels fand am zweiten Osterfesttage statt. Während es vergangenes Jahr noch 24 Konfirmanden waren, wurden diesmal nur 10 Minder tonfirmiert, und zwar aus Beltershain 2, Göbelnrod 2, Reinhardshain 4, Harbach und Wirberg je 1. In den letztens 100 Jahren war die geringste Zahl der Konfirmanden des engeren Kirchspiels 16, und zwar 1841 und 1845, während die höchste Zahl 45 betrug im Jahre 1837. Der Konfirmationsgottesdienst war, wie immer, aus allen Kirchspielsgemeinden gut besucht, die Schüler von Göbelnrod sangen unter Leitung des Lehrers und Organisten: Allendörfer zwei Chöre. Der Pfarrer predigte über das Wort aus der Offenbarung: Halte was du hast, daß niemand deine Krone nehme, die Konfirmationsscheine waren aus dem Rauhen Haus mit dem Bild Per crucem ad lucem durchs Kreuz zum Licht. — Die Sammlung fürs Krüv- pelheim ergab 20 Mk.» die Haussammlung für den Gustav-Adolf-Verein 45 Mk., die Konfir- mandengabe 8 Mk. * Obbornhofen, 23. April. Die Arbeiten an der Anschluhwasserleitung von Inheiden in die hiesige Hauptzuführungsleitung zu dem Schwel-Kraftwerk (Gefrag) in Wölfersheim sind jetzt so weit vorgeschritten, daß man hofft, die Zuleitung anfangs nächsten Monats übergeben zu können. Mit der Fertigstellung dieser Arbeiten werden leider wieder eine größere Anzahl Arbeiter aus der Umgegend beschäftigungslos. — Der seitherigen Gemeindeschuldienerin Marie Kammer Witwe, die nach 27jähriger Tätigkeit am 1. April in den Ruhestand getreten ist, wurde auf einstimmigen Beschluß des Gemeinderats in Anerkennung ihrer treuen Dienste ein Liegestuhl Überreicht. Bürgermeister Philippi hob in Einwirkung des Alkohols benahm. So kam es auch im Falle von Fräulein Piccard. Sie sah sich im Vorführungsraum der Polizei haltlos durch die Straßen torkeln und zeigte ehrliche Reue. Sie flehte den zuständigen Beamten inbrünstig an, ihr den Film auszuhändigen; de« Streifen sollte künftig ihr Talisman werden, um sie zeitlebens vom Trinken abzuhalten. Dem frommen Wunsche des bekehrten Schäfchens tourte gern entsprochen, und Doris lief mit ihrem „Talisman" schnurstracks in ein Filmatelier. Daselbst bekniete sie den Spielleiter solange, bi» dieser sich bereit erklärte, sich den Polizeifilm anzusehen. Dann fällte er sein fachmännisches Urteil: „Alle Hochachtung, kleines Fräulein! 3n berauschtem Zustande sind Sie in der Tat eine famose Filmschauspielerin. Ich hätte nicht übel Lust, Sie sofort zu engagieren. Ob Sie jedoch auch nüchtern etwas können...?" — „Darauf können Sie Gift nehmen, mein Lieber", erwiderte Doris verschmitzt lächelnd. „Denken Sie ia nicht, daß ich ernst! ch berauscht war. Ich wollte Ihnen: lediglich beweisen, was ich kann; der ganze Rausch auf der Straße war — Komödie!" Der Regisseur machte große Augen, klingelte den (von vornherein eingeweihten) Barbesitzer an und erfuhr, das Doris am Tage ihres Schwipses in der Tat nur eine Flasche Selterswasser getrunken hatte. Da wurde die verkannte Filmgröße tatsächlich mit einem dreijährigen Vertrag angestellt. In Kürze wird sie sich wohl auch dem deutschen Kinopublikum vorstellen. Wie denn anders als in einer Rauschszene... Hochfchulnachrichien. Der Ordinarius der Mathematik an der Universität Frankfurt a. M. Dr. Earl Siegel, ist vom Kultusminister beauftragt worden, im bevorstehenden Sommersemester an der Universität Göttin- gen Vorlesungen und Uebungcn abzuhalten. Mit seiner Vertretung ist Frl. Emmy N o e t h e r, nicht- beamteter a. o. Professor In Göttingen beauf- tragt. — Ernannt wurde der nichtbeamtete a. o. Pro. feffor Lic. Otto Piper in Göttingen zum ordentlichen Professor der systematischen Theologie in der evangelisch-lheologischen Fakultät der Universität Münster als Nachfolger von K. Barth. — Pro- icJ|O£ Oskar Schmieder von der University of California in Berkeley (U.S.A.) fjat einen auf den Lehrstuhl der Geographie an der Uni- oerfität Kiel als Nachfolger von Prof. L. Waibel erhalten und angenommen und bereits feine Ernennung zum Ordinarius in der Kieler philosophi- jchen Fakultät erhalten. LAW SW- M auszuhand'gen, linken *€n^'mU Dons toi ti&i? *Ä5Sä ig. Feines o\ ~ t eint »ei« * igieren- yd_ darauf 5%'Ä ’-’&S h Mis'cuc wwö^L «von vonl -Msser ^^tsächlich^ ^n0t nJÜ. 5n ud)rid)tt"' !#jf SSE LKO rOs »: »VftttijEwiein «L«? en ^-^.Sa^Tflivcrsity #L° SfefrS 7Ä!-D ’,. M »n2a ^ahr^ mA m ' runi Teil nÄ neue '?nd füc biANigen bestunint in IL" ■*»< J.Jlprifc ». i ‘9 »wÄta'ft0 zum 6 dlll n Dilh. »«Mm dp.,°L'!-- VIII, "»in BauÄ"1» ■s-^ÄFS ,,fen°nWeU" J. S ^enNM l'enchor Grahrn. gelungene- Aoni-rt. ^guier Echulun' nL erschienene Dubli. JJtan Beifall. Dirigent d!°ner Kolbhenn, Kinder unserer en Vftertage im Aach, o« Planer von Dir« ^.E.der Konsiman. £ Beteiligung der tt, zu der Hen Lehrer rubt hatte. Die KvM« 0 M, die Haussamm. »H’Berein 16,25 M, M nl. Die Stonflrma« rchlhieiS sand am jtoci- Ehrend eS vergangenes nmden waren, wurden tonfirmiert, und zwar einrod 2, Aeinhardshaln ■9 je 1. 3n bin letzten nngfte Zahl der Mir« irchspiels 16, und zwar id die Ochste Zahl 45 )er Äonfirmfltwniflottci. aus allen Kirchspiels« e Schüler von Göbelnrod I Lehrers unb Organisten »höre. Der Planer pre« i der Offenbarung; Halle inb deine Krone nehme, waren aus dem Aauhen crucem ad lucem durchs Sammlung füri Krüo- hie ßauälammlung für 45 M. bie fanfir» Z.2M. Die ItbtV.iA Lffetlexiung von efiqe houptMhrun^- .Kraftwerk Ma, nb jetzt Io weit vor,- die Zuleitung anfan;» Jen zu können. Mit ixe beiten werden leider wie« >ahl Arbeiter auS M slos. - Der seithcngen Marie Kammer irr Tätigkeit am I. Apru L ist, wurde auf ein« Gemeinderats m Dienste ein 2iW£ r Dhilippl hob^in «ntt kurzen Ansprache die Pflichttreue der Jubilarin, welche ein arbeitsreiches Leben hinter sich hat, hervor und wünschte ihr einen ruhigen Lebensabend. T AuS der nördlichen Wetterau, 2Z.2lpnl. Veranlaßt durch die günstige Witterung der beiden letzten Tag« sind über Nacht pte HauSschwalben auS dem Süden zurück« gelehrt und haben ihre alten Wohnsitze m den Stauungen unserer Landwirte wieder bezogen. Heute konnte man sie bereits beobachten, wie sie. auf den TelegrophendrLhten sitzend, ihr lustiges Gezwitscher hören liehen. KreiS Büdingen. ow. Ober-Widdersheim, 23.April. Unserer Kirche, die vor zwei Jahren aus Anlaß ihrer Renovierung von der Familie Che lins namhafte Stiftungen erhielt, wurde zu Ostern von Fräulein Frieda Chelius in Aschaffenburg eine wertvolle weiße Altardecke gestiftet. Die Decke ist geziert mit einer 35 an breiten Spitze, einer nach Entwurf eines Hamburger Künstlers von der Spenderin selbst gefertigten Filetarbeit. Sie erregte allgemeine Bewunderung und Freude und ist eine wertvolle Zierde unseres Altars. Kreis Schotten. 4- Groh-Eichen, 23. April. Am zweiten Oster tag wurden in unserer Kirche 11 Kinder konfirmiert, 5 Knaben und 6 Mädchen, darunter zwei Knaben und ein Mädchen aus Klein-Eichen. — Nachdem unserer seitheriger Schulperwalter Koch leider infolge der Sparmaßnahmen abgebaut wurde, ist nun unsere zweite Schulstelle durch Lehrer Bell ausSelln- rod neu beseht worden. — Dem Verlauf der alten Pfarrhofreite an Gustav Rahn, hier, wurde nunmehr die behördliche Genehmigung erteilt. Der Kaufpreis beträgt 5500 Mk. □ Laubach 22. Avril. Heute nachmittag fand im „Schühenhosi' die diesjährige Hauptver- sammlung der Ausschuhgesellschaft statt. Für das vom 15. bis 17. Juni stattfindende Ausschuhfest wurde Kaufmann Wilhelm K r e i ck e r zum Hauptmann gewählt. Der neue Dorstand, bestehend aus 13 Hauptführern, seht sich wie folgt zusammen: Karl Pitz, Karl Poth, Karl Göbel, Dr. Fritz Rohbach, Ludwig S ch u d t, Rudolf Justus, Konrad S a l z m a n n, Heinrich Trumpfheller, Franz Kraft, Georg Tröller, Franz K reu der, Eduard Göbel III., Hermann Bohn. Das Aus- fchuhfest wird auch in diesem Jahre in althergebrachter Weise mit dem historischen Festzug am Ausschuhmontag gefeiert. Der Prämiierungsmarkt fällt aus, so daß am Ausschuß-Dienstag nur Schweinemarkt stattfindet. — Der heutige Schweinern ar kt hatte einen Auftrieb von mehr als 200 Ferkeln. Biele Kauflustige waren erschienen, wodurch die Preise etwas anzogen. Für sechs bis acht Wochen alte Ferkel wurde ein Durchschnittspreis von 45 bis 50 Mk. erzielt. Gegen Mittag war der Markt ausverkauft. Kreis Alsfeld. H AlSseld, 23. April. Am Ostermontag fand die Winterspielzeit des G i e h e n e r StadttheaterS in Alsfeld mit der Aufführung deS Kriegsdramas »Die andere Seite" von Sheriff (Spielleitung: Intendant Dr. Prasch) ihren Abschluß. Die Darstellung war in schauspielerischer wie in technischer Beziehung auf voller Höhe. Der lebhafte Beifall am Schlüsse war Ehrlich und verdient. Es ist allgemeiner Wunsch, dah auch im kommenden Winter die Dorstellungen des Gichener Stadttheaters, das nun schon seit dem Jahre 1926 in Alsfeld regelmäßig Dorstellungen gibt, und dessen Leistungen allgemeine Anerkennung gefunden haben, wieder stattfinden möchten. — Aus Einladung der Bürgermeisterei fand eine Besichtigung der Räume deS Heimatmuseums des hiesigen GeschichtS- und Altertumsvereins durch den Stadtvorstand statt, und SiegefiedetteSchlMe. Vornan von Edgar Wallace. 32 Fortsetzung. Rachdruck verboten Sie wollte ihm erzählen, was sie mit Ella Creed erlebt hatte. Sie wuhte, dah sie damit gegen daS Interesse Mr. Beales verstieh: auch glaubte sie, dah es für seine Nachforschungen vielleicht von Bedeutung sein könnte. Wahrscheinlich hätte sie ihm auch von ihrer Begegnung mit dem kranken Harry Merstham erzählt, obwohl sie dieser Sache keine große Bedeutung beilegte. Als sie aber später in ihrem Zimmer war, überlegte sie, dah das unnötiges Gerede sei und eventuell auf den groß- zugtgen, vornehmen Charakter ihres Chefs ein ungünstiges Licht werfen könnte. Lind doch war das Auftreten von Harry, dem Barmann, die wichtigste Entwicklung in der ganzen Sache, und wenn Peter Dewin sich nur ein paar Minuten mit ihm hätte unterhalten können, wäre der Fall restlos für ihn geklärt gewesen. Als sie zum Abendessen herunterkam, fragte sie in dem Bureau, ob Briefe für sie angefom- men seien. Sie muhte einige Minuten warten, weil eine amerikanische Same den Geschäftsführer eben um eine Auskunft fragte. Im Hotel wohnten viele Touristenfamilien, und einige waren äußerst wohlhabend. Die Amerikanerin war eine schöne Frau von vierzig Jahren, ein angenehmer Typus, den allein Amerika hervorzubringen scheint. Sie sprach über ihre Juwelen ... »Ich will sie gern im Geldschrank des Hotels für Sie aufbewahren, es wird mir natürlich ein Vergnügen sein", sagte der Geschäftsführer. ,216er ich gebe^ meinen Gästen stets den Rat, sich einen Safe auf der Dank zu mieten, wenn sie länger in London bleiben. Dort sind ihre Juwelen und Kostbarkeiten am besten untergebracht." Die Dame interessierte sich dafür und stellte weitere Fragen. »Die Handhabung ist sehr einfach." Der Geschäftsführer erklärte ihr alle Einzelheiten. Während Daphne zuhörte, kam es plötzlich wie eine Erkenntnis über sie. Rasch wandte sie sich zu der Telephonzelle und machte den vierten vergeblichen Versuch, mit Peter in Verbindung zu kommen. 19. Peter Dewin erfuhr, daß die Freundschaft mit den höheren Beamten von Scotland Bard manch« Verpflichtung mit sich brachte, als er bescheiden in dem Bureau des Distriktsinspektors Elarke faß. Er hörte einer Information zu, bie ihm dieser zieihewußte Mann gab. Krastpostlinie Gießen—Kleebachtal meinden hiermit einverstanden seien. In der sich anschließenden Aussprache, an der sich die Vertreter aller Gemeinden beteiligten, wurde feftgcftellt, daß die Gemeinden mit dem Vorschläge der Postverwaltung einverstanden sind. Die Stadt Gießen hat ihr Einverständnis bereits dem Postamt in Gießen erklärt. Das Post- auto wird also nunmehr wie folgt verkehren: a) Frühfahrt nach Gießen. Hochelheim — Hörnsheim — Wegeabzweigung Groß-Rechtenbach — Lützellinden — Klein-Linden — Gießen: b) Dormittagsrückfahrt von Gießen auf demselben Wege: c) Nachmittagsfahrt nach Gießen: Hochelheim — Klein-Rechtenbach — Gr oh-Rechtend ach — Lützellinden — Klein-Linden — Gießen: d) Abend- rückfahrt von Gießen auf demselben Wege. Amts« obetfefretär Sänger stellte noch den Antrag, Hin- und Rückfahrkarten mit verbilligtem Preise einzuführen: auf diese Weise würde sehr wahrscheinlich eine Hebung des Der- kehrs und damit eine Erhöhung der Gesamteinnahme erreicht werden. Fermer beantragte er, die von den Gemeinden gewährleistete Garantiesumme von 0,88 Mk. je Betriebskilometer auf 0,75 Mk. zu ermäßigen, und zwar unter Berufung darauf, daß die Oberpostdirektion in Dornstadt diesen Betrag für die Llebemahme einer benachbarten Privatautolinie als Garantieleistung sordere. Ein entsprechender Antrag soll bei der Oberpostdirektion in Darmstadt gestellt werden. Im Anschluß an die Besprechung wurde noch die Kurve an der Wegeabzweigung nach Lützellinden-Hörnsheim besichtigt. Es sollen hier Verbesserungen getroffen werden, die dem Post- auto ein leichtere- Befahren dieser Kurve ermöglichen. zwar unter Führung des MuseumSwartes, Beigeordneten Weih. Die Desichtiaung galt namentlich den im Dachgeschoß durch dessen Ausbau geschaffenen neuen Räumen. Das in den großen, Hellen Räumen des Hochzeitshauses untergebrachte Museum hat dadurch eine wesentliche Erweiterung erfahren, und es konnten nunmehr endlich alle vorhandenen Gegenstände zur Aufstellung kommen. Das drei Stockwerke ausfüllende Museum ist in seiner Reichhaltigkeit und Originalität der Sammlungen als Heimatmuseum eine Zierde für die Stadt und ein immer stärker werdender Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr. Erfreulich ist das Interesse der Bürgerschaft an dem Ausbau des Museums durch Die zahlreichen Stiftungen, die der Verwaltung zugegangen sind. Am Schlüsse der Besichtigung sprach Bürgermeister Dr. D ö l s i n g namens des Stadtvorstandes dem Führer. Beigeordneten Weih, den Dank aus für seine verdienstvolle Arbeit im Interesse der Allgemeinheit. Das Alsfelder Heimatmuseum sei ein Glanzpunkt für die Stadt und man könne mit Recht guf ein solches Werk stolz fein. -er. Homberg, 23. April. Der heutige Vieh- und Krämermarkt war vom schönsten Wetter begünstigt und erfreute sich deshalb eines starken Besuches. Der Schweinemarkt war mit 248 Stück Ferkeln befahren. Cs wurden für sechs bis zwölf Wochen alte Ferkel pro Kopf 40 bis 55 Mk. bezahlt. Trotz dieser hohen Preise fanden die Tiere raschen Absatz: der Markt war bald geräumt, und es verblieben keinerlei Lieberstände. Der- Krämermarkt war mit etlichen Ständen beschickt. r. Ober-Ohmen, 23.2kpril. Anläßlich je einer vor kurzem abgehaltenen Grundstücksverpachtung und -Versteigerung zeigten sich erstmalig im Gegensatz zu den Nachinflationsjahren wieder ausgeprägtere Ansätze des Interesses für Bodenkultur. Demgemäß wirkte sich die Er- Auf dem Bürgermeisteramt Groß-Rechtenbach fand gestern vormittag eine Besprechung der an der Krastpostlinie Gie - ßen—Kleebachtal beteiligten Gemeinden statt, in welcher über die weiter« Führung der Linie über die Orte Groh-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach verhandelt wurde. An der Besprechung nahmen teil: Postinspektor Jung vom Postamt in Dießen, Bürgermeister Jung (Klein-Linden). Gemeindevorsteher Dorsch (Lützellinden). Gemeindevorsteher Krill (Groh- Rechtenbach), Gemeindevorstch. Schmids (Klein- Rechtenbach), Gemeindevorsteher Jung (Hochelheim), Gemeindevorsteher Jung (Hörnsheim), sowie Amtsobersekretär Sänger (Groh- Rechtenbach», der die Verhandlungen an Stelle des erkrankten Bürgermeisters Dr. Reumann leitete. Amtsoberseketär Sänger teilte mit, dah die Postverwaltung die Autolinie Giehen—Kleebachtal nunmehr säst einen Monat versuchsweise über die Orte Groh- und Klein-Rechtenbach geführt habe und daß die beteiligten Gemeinden sich auf Grund der bis jetzt vorliegenden De- triebsergebnisse nunmehr entschließen müßten, ob die neue Linienführung auch für die Folge ganz oder nur teilweise bei bei) alten werden solle. Postinspektor Jung (Gießen) machte zahlenmäßige Angaben über die Benutzung der Autolinie aus den Orten Groß- und Klein- Rechtenbach während der bis jetzt durchgeführ- ten Versuchsfahrten. Hieraus ergab sich, dah auf der Nachmittagsfayrt nach Giehen und auf der Abendrückfahrt von Giehen die stärkste Benuhungsziffer zu verzeichnen war. Die Postverwaltung sei bereit, diese beiden Fahrten auch weiterhin über die Orte Groh- und Klein- Rechtenbach zu führen, wenn die beteiligten Ge- scheinung auch auf die Preisbildung auS. Es wurden an Pacht gemeindeeigenen Geländes erster Bonität, in nächster Nähe des Dorfes gelegen, 308 Mk. pro Hektar erzielt. Die abgestohenen Grundstücke eines privaten Besitzers, allesamt mehrere Kilometer von der Ortschaft entfernt, erbrachten in den Güteklassen 1 bis 3 Steigerpreise von 2180 bis 2300 Mk. je 10 000 Quadratmeter. — Der Viehzüchter Lenz hat große Geländekomplexe in der Umgebung seiner vor Jahren angelegten Weide durch Tausch und Kauf erworben, um seine mehrjährigen Dersuchsergeb- nisse in erweitertem Umfange, mit verstärkter Beschickung, praktisch auszuwerten. Kreis Lauterbach. pr. Lauterbach, 23. April. Am Karfreitag bot sich dem Auge des Naturfreundes ein eigenartiges Naturschauspiel in den ausgedehnten Wäldern zwischen Lauterbach—Grebenau —Schlitz. Tausende von Sperlingen zogen in stundenlangem Fluge dahin. Wie kamen diese ungeheueren Mengen zusammen und wohin ging die Reise? Dem Berichterstatter kam di« bange Frage aus dem Herzen: was würde im Sommer zur Zeit der Reife des Getreides aus unseren Fluren geworden lein, wenn derartige ungeheure Mengen von Sperlingen eingefallen wären? Lauterbach, 23. April. Gestern nachmittag gegen 5i Uhr ereignete sich an der Kreuzung Eisen- bachertor-Kanalstrahe wiederum ein Verkehrs- unfaH, der leicht schlimme Folgen hätte haben können. Vor einigen Tagen erst fließen an der gleichen Stelle zwei Autos zusammen. Ueberhaupt ist diese Straßenkreuzung infolge ihrer Unübersichtlichkeit wiederholt die Folge oon Derkehrsunfällen gewesen. Bei dem gestrigen Unfall fuhr ein Radfahrer, der die etwas abschüssige Straße Eifenbachertor herunterkam und die Kanalstraße kreuzen wollte, einem die Kanalstraße heraufkommenden Auto in die Seite. Der Zusammenprall war so heftig, daß bas Vordergestell des Fahrrades vollständig demo« „Niemand weiß besser als Sie, Peter, daß Sie mir jede neue Einzelheit, die Sie entdecken, mitteilen müssen. Ich habe Ihnen eine der besten Geschichten zugeschoben, die Sie jemals schreiben können —“ „Habe ich nicht an Sie telephonieren lassen, Lightfoot zu verhören?" fragte Peter höflich. „Habe ich Ihnen damit nicht eine ganz neue Seite der Sache gezeigt?" „Das war auch gerade recht viel," brummte Clarke. Aber dann sprach er liebenswürdiger und vertraulicher weiter. „Nun, Peter, was wissen Sie noch — was haben Sie mir noch nicht erzählt?" „Es gibt so viele Dinge, die Sie noch nicht wissen," sagte Peter herausfordernd, „daß ich schwerlich weiß, wo ich anfangen soll. Da ist zum Beispiel die Geschichte mit dem Eisenbeton- haus in Epping Forest, bann die Geschichte mit dem goldenen Ring mit den Weizengarben, weiter dieser mysteriöse Harry, der Barmann, der bei Joe Farmer angestellt war und plötzlich unter eigenartigen Llmständen zwei Tage vor William Lanes Verhaftung aus England verschwand. Dann vor allem William Lane selbst, der in Thatcham bei einem Unfall getötet worden sein soll, und in Grosvenor Square wieder auf der Bildfläche erschien — ein vollkommener Verbrecher, der alle Entwicklungsmöglichkeiten Voraussicht und stets auf alles vorbereitet ist —" „Sie erwähnten soeben William Lane," unterbrach ihn Clarke. „Ich habe alle Angaben über ihn zusammenstellen lassen. Er wurde einige Tage nach seiner Entlassung aus Dartmoor von einem Auto überfahren und getötet." Peter schüttelte den Kopf. „Er wurde nicht getötet. Harry, der Vagabund, den wir nicht mit Harry, dem Barmann, verwechseln dürfen, WiUiam Lane und der kleine Hugg waren drei Leute, die enger zusammenhielten als Brüder. Harry, der Vagabund, dachte, daß aus Lane Geld zu machen sei, und hatte damit vielleicht nicht so unrecht. Meinem Empfinden nach konnte Lane seine beiden Gefährten nicht abschütteln, obwohl er dauernd versuchte, von ihnen loszukonunen. Er war froh, daß ihm 'ein schlechtgesteuertes Auto die Flucht ermöglichte. William Lane lebt in London und hat bin Mann, der als Hauptzeuge gegen ihn auftrat, schon zur Strecke gebracht." Clarke nickte beifällig. „Ich will mit Ihnen gehen, Dewin, ich nehme Ihre Theorie sofort an. 216er wie ist es mit Harry, dem Barmann?" Peter erzählte einige Details, die nicht sehr viel Licht auf die Sache warfen. Mr. Clarke sagte ihm das, und Peter gab ihm recht. „Das gibt alles noch keine große Aufklärung." gestand er. „2Iber ich fühle, daß alle Liefe Fäden nach einem Zentrum zusammenlaufen." Als er zu seinem Bureau kam, erfuhr er, daß Daphne nach ihm telephoniert hatte. Sofort eilte et zum Apparat. Aber in dem Augenblick, als er ihre Nummer verlangen wollte, wurde er selbst angerufen. Es war nicht Daphne, er erkannte sofort eine andere Stimme. »Ist dort Mr. Dewin?... Hier Gregory Deale. Könnten Sie vielleicht um neun Llhr heute abend zu mir kommen? Ich bin sehr beunruhigt — es scheint fast absurd zu sein, aber ich habe auch eine von diesen dummen Karten erhalten." Einen Augenblick lang war Peter vollständig aus der Fassung gebracht. »Doch nicht etwa eine Karte von der gefieberten Schlange?" „In — unb obendrein mit einer merkwürdigen Inschrift. Ich habe auch noch den Distriktsinspektor Clarke gebeten, um dieselbe Zeit zu mir zu kommen. Soviel ich weiß, bearbeitet er den Fall Farmer." Nachdenklich hing Peter den Hörer an und vergaß ganz. Daphne Olroyd anzurufen. Hochelheim, 23. 2IpriL Mit behördlicher Genehmigung hat hier eine Hau-- sammlung für die Errichtung einer Kleinkinderschule stattgefunden. Durch die Sammlung wurden 224 Mk. aufgebracht. O Hörnsheim, 23. April. In der jüna- sten Sitzung deS Gemeinderats wurde bte Gebühr des OrtsdienerS für die ortsübliche Vcröffentlichungvon Bekanntmachungen für auswärtswohnende Interessenten auf 1 Mk. je Bekanntmachung festgesetzt. KreiS Marburg. V. Nordeck. 23. April. Am zweiten Öfter- feiertag hielt der Gesangverein »Teutonia" ein Nachmittagskonzert im Stetzenbach- feßen Saale ab. Das Programm bestand aus einer Anzahl Kunst- und Volkslieder. Als Solisten wirkten mit H. Dietrich, Rodheim a. d. H., (Tenor), I. W i c m c r, Beuern, (Violine) und Herr Günther, Gießen, (Klavier). Der Verein erbrachte den Beweis, daß er unter der bewährten Leitung des Musikers Schorn- b c r, Beuern, sehr gute Fortschritte gemacht hat. Der Verein und die Solisten mußten sich bei deiMstarken Beifall zu Zugaben verstehen. Maingau. WER. Frankfurt a.M., 23.2lpril. Der am 4. April bei dem Flugzeugunglück bei Idstein i.T. schwer verletzte Flugzeugführer D e g n e r ist Mitte voriger Woche vom Paulinen- stift Wiesbaden nach einer Heilanstalt in Frankfurt a. M. transportiert worden, da er durch die Kopfverletzung geisteskrank geworden ist. In Aerztekrersen hat man aber Hoffnung auf Besserung. Daten für Freitag, 25. April Sonnenaufgang: 4.46 Llhr, Sonnenuntergang: 19.11 Llhr. — Mondaufgang: 3.53 Llhr, Monduntergang: 15.21 Llhr. 1595: Der italienische Dichter Torquato Tasso in Rom gestorben (geboren 1544). — 1599: der Staatsmann Olivier Cromwell tn Hungtington geboren (gestorben 1658). — 1862: der englische Staatsmann Lord Edward Grey geboren. — 1874: der Physiker Guilelmo Marconi in Griffone bei Bologna geboren. j Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K. W., Gießen: In Ihrem Fall kommen entweder die Ausführungsbestimmungen zum Reichs- versorgungsgesetz vom 12. Mai 1920 in Frage (wenn es sich um Zusahrente handelt), oder der § 1304 der Reichsversicherungsordnung (wenn es sich um Invalidenrente handelt). Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das ArntsverkündigungSblatt 21 r. 3 0 vorn 22. April enthält: Gesetz über Zuschüsse aus Reichsmitteln für die Ansiedlung von Landarbeitern: Schlachthausanlage des Robert Jung in Grünberg: Feldbereinigung in der Ge-' martung Lauter: Beurlaubung der Lehrer und Lehrerinnen an Volks- und Fortbildungsschulen: Dienstnachrichten. Maschinenschrift auf der Rückseite der Karte steht." Der Distriktsinspektor nahm die Karte und setzte seinen Klemmer auf. Peter las über seine Schulter hinweg mit, ohne erst um Erlaubnis zu fragen. .Leicester Crewe, der mit richtigem Namen Lewston heißt, wird um halb zehn zu Ihnen kommen, um Ihnen seine Trambahnaktien von Buenos Aires zu verkaufen. Sie laufen eine doppelte Gefahr, wenn Sie ihn empfangen. Ihnen selbst droht Unheil — und ihm der Tod.' »Ich fand sie in der Eingangshalle, sie war unter der Haustür durchgesteckt. Es muß zwischen sieben und acht Llhr abends geschehen sein. Zuerst wollte ich sie überhaupt nicht beachten und ins Feuer Wersen, aber dann überlegte ich, dah außer mir und Mr. Crewe niemand etwas von seinem Besuch bei mir und feinen beabsichtigten Geschäften wissen konnte. Allerdings hatte ich meiner Sekretärin, die Ihnen ja nicht unbekannt ist" — er lächelte Peter an — »gesagt, daß ich ihn erwarte. Aber sonst niemand." »Vielleicht ist es einer seiner eigenen Angestellten", bemerkt« Clark«. Mr. 23eale nickte. »Das wäre allerdings möglich. Ich bin durch diese Geschichte nervös geworden und habe Sie deshalb gebeten, hierherzukommen. Besonders ersucht« ich meinen Rechtsanwalt, Mr. Holden, darum. 2Benn ich irgendwie Aktien übernehmen soll, möchte ich, daß er den Kaufvertrag vorher durchsieht." Der Anwalt lachte. »Aus Ihre alten Lage werden Sie noch vor- sichtia, 2Hr. 2teale“, sagte er und zwinkerte mit den Äugen, als sein Klient über diese Bemerkung lächelte. »Früher war ich sehr sorglos, aber daS ist einer der Nachteile, wenn man viel Geld hat." Dann fügte er in ernstem Ton hinzu: »Ich möchte Sie bitten, meine Herren, hierzubleiben, während ich mit Mr. Crewe spreche. Ich werde die Tür zu meinem Arbeitszimmer auf- lassen, und sobald ich nur das geringste Verdächtige bemerke, rufe ich nach Ihnen. Es ist wirklich saft kindisch von mir, aber diese verfluchte Schlange fällt mir auf die Nerven." Er entschuldigte sich und ging zu seinem Arbeitszimmer, um die Dokumente zu holen, die er fernem Rechts anwalt zeigen wollte. »Ich habe 23eale noch niemals von dieser Seite kennengelernt", sagte Mr. Holden und schüttelte den Kopf. »Früher hat er sich durch nichts aus der Fassung bringen lassen. Die vorsichtigen Geschäftsmethoden, di« er jetzt angenommen hat! Als er noch jünger war, hatte er die Lieblings- idee, mustergültige Heimstätten für arme Leute zu bauen —“ (Fortsetzung folgt.) Wirischast. Börse und Wirischast. In der letzten Zeit ist das Problem der ursächlichen Zusammenhänge zwischen Börse und Wirtschaftskonjunktur stark in den Vordergrund des Interesses gcrüdt. Im allgemeinen hat sich die Auffassung durchgeseht, daß die Börse in technischer Hinsicht durchaus gesund sei, daß aber auf der anderen Seite immer noch Kräfte am Werke sind, die einer durch Hebung des Kursniveaus herbeigeführten Anpassung der Aktienrenditen an die ermäßigten Zinsbedingungen im Wege stehen. Man fängt an, sich wieder darüber klar zu werden, daß die Börse kein Eigenleben führt, sondern daß sie in den Ablauf der wirtschaftlichen Zyklen eingespannt ist, für deren Vorhandensein die gegenwärtige Depressionsperiode das erste „normale" Beispiel seit nahezu zwanzig Jahren zu bieten scheint. Will man zu einer brauchbaren Beurteilung der Börsenlage gelangen, so darf man nicht, wie in einem Bericht der Berliner Handelsgesellschaft u. a. ausgeführt wird, an den Konjunk- turerscheinungen vorübergehen, die außerhalb des Geld- und Kapitalmarktes liegen. In den ersten Abschnitten des wirtschaftlichen Umschwungs find jedoch einige Sonderheiten aufgetreten, die mit dem früher üblichen Bild nur schwer in Ueberein- stimmung gebracht werden können. Hierzu gehört in erster Linie die Ungleichheit der Preisentwicklungen. Läßt sich nun gegenwärtig feststellen, dah auf verschiedenen Rohstoffmärkten die Abwärtsbewegung der Preise zu einem gewissen Stillstand zu kommen schien, so gestattet diese Feststellung noch nicht ohne weiteres die Folgerung, dah im Einklang mit der Zi^mt- wicklung nunmehr der Wendepunkt in der Konjunktur gekommen sei. Immer noch klafft nämlich zwischen dem Großhandels- und dem Kleinhandels- bzw. Lcbenshaltungsindex eine Spanne, vor deren Beseitigung ein Wiederaufleben der wirtschaftlichen Tätigkeit kaum denkbar erscheint. Die erforderliche Angleichung wird dadurch aufs äußerste erschwert, daß wir starre Löhne, soziale Lasten und Zölle besitzen. Wir haben leider sogar mit der Tendenz zu rechnen, all diese Belastungen noch zu erhöhen, anstatt sie gemäh dem Konjunkturrückgang abzubaucn. Diese Probleme haben bekanntlich einen internationalen Einschlag und sind deshalb nur auf internationaler Grundlage zu klären, was gewiß nicht ausschlieht, dah die einzelnen Länder von sich aus die Lösung dieser Fragen fördern können. Wie weit die preismähige Anpassung der Ferti^fabrikate an die Rohstoffe gehen muß, um konjunkturell wirksam zu werden, ist eine offene Frage. Der zweite Punkt, der uns davon abhalten muß, den entscheidenden älmschwung der Weltkonjunktur bereits in die Rähe gerückt zu sehen, ist das Mißverhältnis zwischen Kapitalbedarf und Kapitalangebot. Der Prozeß der älmwandlung von Geldkapital in langfristige Kapitalformcn vollzieht sich weit langsamer als in früheren Konjunkturabschnitten. Für Deutschland selbst ist das Bild zweifellos ein etwas freundlicheres. Die deutsche Wirtschaft ist infolge ihrer reparationspolitischen Sonderstellung früher und nachhaltiger in die weltwirtschaftliche Depression hineingezwungen worden als andere Länder, und daher hat auch der Reinigungsprozcß härtere Formen angenommen. Dies gilt für die Industrie wie auch für die Börse. Dementsprechend erscheinen nunmehr die Voraussetzungen für die Erholung günstiger als anderwärts, wenn auch mit einer neuen Aera der Investitionen, wie wir sie im Jahre 1927 erlebt haben, nicht zu rechnen ist. * Westbank AG., Frankfurt a. M. Das Institut schlägt vor, von dem 1929 erzielten Reingewinn von 372 502 (350 107) Mk. 350 000 Mark äuc Stärkung der inneren Reserven zu verwenden und die restlichen 22 502 Mk. vorzutragen. Auf das Aktienkapital von 5 Mill. Mk. kommt eine Dividende also nicht zur Verteilung (i. V. 6 Prozent). Die Gesamtumsätze der Dank gingen auf 469,7 (i. V. 518,3) Mill. Mk. zurück. Aus der Liquidation der Orientgeschäfte der früheren Deutschen Palästina-Bank ist nur noch ein unwesentlicher Rest vorhanden. Zinsen und Provisionen erbrachten 651 625 (575 798) Mk., Effekten, Devisen usw. 29 238 (39 645) Mk. Anderseits erforderten Verwaltungskosten und Steuern 342 508 (292 248) Mk. Eine Feststellung der Liquiditätsverhältnisse ergibt, daß die fremden Gelder durch greifbare Aktiven 1. Ordnung mit 63 Proz., durch solche 1. und 2. Ordnung mit 76 Prozent gedeckt sind. (GV. 17. Mai.) * AEG. — Reuer Prospekt. Auf Grund eines Prospektes sind 33,85 Mill. Mk. aus der älmwandlung von Vorzugsaktien he rrührende Stammaktien, sowie 2,4 Mill. Mk. neue Stammaktien der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin zum Handel an der Berliner Börse zugelassen. Die bei dec älmwandlung von Vorzugs- in Stammaktien geleistete Zuzahlung von rund 28 Mill. Mk. wird abzüglich der Kosten der gesetzlichen Reserve zugeführt. Ebenso wird der bei der Verwertung der 2,4 Mill. Mk. neuen Stammaktien über den Rennwert hinaus erhielte Erlös nach Abzug der Kosten ebenfalls der gesetzlichen Reserve zugeführt. Dem Prospekt liegt die letzte Bilanz per 30. September 1929 zugrunde. Am 1. März 1930 wurden bei der Gesellschaft 18 559 Beamte und 36 119 Arbeiter beschäftigt. Die Entwicklung des Geschäfts wird im wesentlichen von der Gestaltung der außenpolitischen und innerwirtschaftlichen Situation Deutschlands bestimmt werden. Die Gesellschaft hofft auch für das laufende Geschäftsjahr auf ein befriedigendes Ergebnis. (1928 29 9 Prozent Dividende^) Frankfurter Börse. Frankfurt o. M., 24. April. Tendenz: schwächer. — Nachdem im vorbörslichen Verkehr die Stimmung eher etwas freundlicher war, machte sich zu Beginn der offiziellen Börse wieder verstärkte Lustlosigkeit und Zurückhaltung bemerkbar. Der starke Ordermangel und die allgemeine Geschäftsstille drückten auf die Stimmung, so daß die ersten Kurse gegen die bereits etwas abgeschwächten Abendbörsenkurse überwiegend erneut etwas niedriger lagen. Die zum Schluß ruhige Reuyorkcr Börse konnte der Tendenz keine Stühe bieten. Die anhaltende Geldflüssigkeit blieb heute ohne Einfluß. So traten vielfach Abschwächungen ein. Farben eröffneten 1,5 Prozent gedrückt, während AEG., Licht & Kraft, Elektrische Lieferungen, Gesfürel, Siemens und Schuckert bis zu 3 Prozent nachgaben. Lahmeyer blieben behauptet. Am Kunstseidemarkt gaben Aku gegen den schwächeren Abendbörsenkurs weiter etwas nach. Am Montanmarkt war die älmsahtätigkeit minimal. Mannesmann lagen 2 Prozent niedriger. Bis zirka 1 Prozent schwächer eröffneten noch Dresdner Bank und Rorddeutscher Lloyd. Für Karstadt machte sich dagegen einiges Interesse geltend. Im übrigen traten nur geringfügige Kursverändcrungen ein. Auch im Verlaufe konnte sich dos Geschäft nicht beleben. Deutsche Anleihen neigten eher zur Schwäche. Ausländer waren gut behauptet. Im Verlaufe waren anscheinend einige kleine Kursrückgänge zu verzeichnen. Das Geschäft kam fast völlig zum Stillstand. I. G. Farben verloren erneut zirka 1 Prozent, Scheideanstalt und Deutsche Linoleum logen ebenfalls je 1 Prozent niedriger. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 3,5 Prozent. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1875, gegen Pfund 20,3675, London gegen Kabel 4,8636, gegen Paris 123,96, gegen Holland 12,0830, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 39,05, gegen Schweiz 25,0875. Berliner Börse. Berlin, 24. April. Während man vormittags günstige Momente, wie die Wahl des Reichsbonk- direktors Dr. H u e l s e zum stellvertretenden Generaldirektor der B. I. Z., die Abschlußhoffnungen bei I.-G.-Farben, die internationalen Stickstoffverhandlungen in Paris, die Kohlenverhandlungen in England und endlich die italienische Diskontsenkung stärker beachtete und im Grunde recht zuversichtlich gestimmt war, kündigte sich vorbörslich eine Aenderung der G r u n d st i m m u n g an. Man begann weniger günstige Momente stärker zu diskutieren, hauptsächlich einen Zeitungsartikel, der einen eventuellen Dividendenausfall bei Aku in Erwähnung zog. Auch der zu erwartende Svenska-Abschluß wurde nicht so optimistisch beurteilt, und die angekündigte neue Arbeiterentlassung beim Stahlverein und bei Mannesmann wirkten retardierend. Die Verluste hielten sich etwa im Rahmen von 1 bis 2 Prozent. Darüber hinaus verloren Allgemeine Lokal und Kraft, Gesfürel, Schuckert, Berger und Bemberg bis zu 3 Prozent, Aku und Salzdetfurth büßten sogar 4 Prozent ein, Siemens 4.25 Prozent. Rheinische Braunkohlen 3,5 Prozent, Svenska 5,50 Mk., Chadeaktien 3.40 Mark. Für Reichsbahnvorzüge, A.-G. für Verkehrswesen und Ostwerke erhielt sich etwas Interesse, auch Rordwolle, Rordlloyd usw. waren gut behauptet. Deutsche Anleihen waren still. Ausländer weiter meist etwas fester. Türken und Anatolier leicht nachgebend. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt war unverändert. Rach den ersten Kursen er- fnhr das Geschäft keine Belebung. Es traten weitere Abbröckelungen ein, die jedoch nur bei Werten wie Ostwerke, Westeregeln, Salzdet- fnrth und Zellstoff Waldhof mehr als 1 Prozent betrugen, aber auch hier nicht über 2 Prozent hinausgingen. Größere Baisseengagements schienen im allgemeinen nicht zu bestehen, nur bei einigen Spezialwerten wie Aku, Salzdetfurth und Mansfeld wurden Stücke unter Satz gesucht. Frankfurter Schlachtviehma.kt. Frankfurt a. M., 24. April. Auftrieb: Rinder 31 Stück, Kälber 845, Schafe 46, Schweine 608 Stück. Kälber. Beste Most- und Saugkälber 80 bis 85, mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 79, geringe Kälber 62 bis 73. Schafe und Schweine nicht notiert. —- Marktverlauf: Kälber anfangs lebhaft, zum Schluß stark ab- flauend, geräumt. Schweine ruhig, nahezu ausverkauft. Berliner Prodnktenmarkt. Berlin, 23. April. Mangels besonderer Anregungen vom Auslande und infolge des schleppenden Mehlgeschäftes verkehrte die Produktenbörse in ruhiger Haltung. Angesichts der Zurückhaltung der Mühlen tritt das Inland- angebot, namentlich von Roggen, etwas stärker in Erscheinung. Weizen wird in neuer (Smte vermehrt offeriert. Forderungen und Gebote sind jedoch im allgemeinen schwer in Einklang zu bringen. Für Weizen zur prompten Verladung sind die Mühlen zu unveränderten Preisen Käufer. Am Lieferungsmarkt war Septemberweizen um 2 Mark gedrückt. Hie Roggenlieferungspreise wiesen gegen den gestrigen Schluhstand nur unbedeutende Veränderungen auf, für prompte Ware waren gestrige Gebote schwer erhältlich. Weizen- und Roggenmehle haben zu gestrigen Börsenschluhpreisen kleinstes Bedarfsgeschäft. Hafer ist in Erwartung einer Erhöhung des Einfuhrscheinwertes nur mäßig offeriert und in den Forderungen hoch gehalten, Konsum und Exporthandel kaufen jedoch nur vorsichtig. Gerste ruhig. Cs notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer 273 bis 276, Mai 288,50, Juli 298,50, September 295 (Geld), (in allen Sichten ruhig): Roggen, märkischer 166 bis 169, Mai 180,50 bis 181, Juli 194,50, September 199 (in allen Sichten ruhig): Braugerste 190 bis 202 (ruhig), Futter- und Industriegerste 175 bis 187: Hafer märkischer 162 bis 170, Mai 179, Juli 192. (100 Kilo): Weizenmehl 30 bis 37,75 (ruhig): Roggenmehl 24 bis 27 (ruhig); Weizenkleie 9,90 bis 10,75; Roggenkleie 10,50 bis 11,25. t Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Unerfreuliches von der Buhbach-Licher Eisenbahn. Wie verlautet, will die Butzbach—Sicher Eisenbahn auf der Strecke Grünberg — L t ch den Personenverkehr völlig lahmlegen. Don jeher war diese Strecke das Stiefkind der Gesellschaft. Run soll nur noch der 9.35 Ufjr ab Lich mit Rückfahrt ab 13.15 älhr gehende Zug bestehen bleiben, ein Zug, der nur dem Güterverkehr dient und dem äln» ternehmen Geld einbringt. Die Gemeinden haben es sich seinerzeit blutsauer werden lassen, damit die Dahn gebaut wurde, und es sind selbst arme Gemeinden mit 50 000 Mk. und mehr Obligationen beteiligt. Die Ortsvorstände und Gemeindevertretungen wollten für ihre Orte einen bequemen Verkehrsweg schaffen und scheuten kein Opfer. Man will die Gemeinden zu neuen Opfern haben, indem ein Autoverkehr an drei Tagen der Woche geschaffen werden soll, wozu jede Gemeinde einen Zuschuß leisten müßte. Mas soll diese Einrichtung eigentlich bezwecken? Weder für die zahlreichen Schüler, noch für die Arbeiter ist damit etwas getan; denn sechs Tage wird Schule gehalten und gearbeitet, aber keine drei Tage. Die Dahn- verwaltuna gibt an, der Personenverkehr sei zu gering und im Sommer schwenke alles von der Dahn ab und laufe oder fahre mit dem Rad. Zu verwundern ist das freilich nicht. Die Strecke Lich—Grünberg ist 19 Kilometer lang und es würde eine Fahrkarte auf der Reichsbahn 80 Pf. kosten, während sie auf dieser Rebenbahn mit 1,30 Mk. zu bezahlen ist, somit 50 Pf. bei Lei» einfachen Fahrt mehr und bei der Rückfahrt 1 Mk. sogar. Dei der heutigen Geldknappheit fällt so etwas sehr ins Gewicht. Würde der Fahrkartenpreis auf denselben Stand wie bei der Reichsbahn gesetzt werden, so würden die Einnahmen bestimmt nicht schlechter. Zu dem hohen Fahrkartenpreis kommt aber auch noch die betrübende Erscheinung, daß sehr oft der Anschluß in Lich nach Gelnhausen nicht erreicht wird. Es liegt mir absolut fern, der Verwaltung der Butzbach-Licher Bahn alle Schuld zuzumessen. Wenn die Züge wirklich ausfallen, dann ist das Pabli- fum aus den Bahnorten auch vielfach daran schuld. Die Großzügigkeit, die bei der Erbauung der Bohn von den Gemeindeoertretern gezeigt wurde, fehlt heute. Man will eben nicht auch einmal ein Opfer bringen und läuft. Kein Wunder, daß dann bet den Zählungen der Bahnbeamten es an den Reisenden fehlt. Doch, wie erwähnt, die Hayeks F»hrpreiskosten sprechen da viel mit. Die Züge, die unbedingt bleiben müßten, wären der Morgen- und der Abendzug, damit Schüler und Arbeiter an ihre Schulorte uno Arbeitsstellen kommen können, ebenso dem übrigen Publikum der Weg zur und von der Kreishauptstadt offen stände. Die Gemeinden haben der Gesellschaft gegenüber Opfer genug gebracht, ihre Kapitalien eingebüßt und fast nie Zinsen und Dividenden erhalten. Gemeindevorsteher und Gemeinderäte wären wirklich zu bedauern, wenn sie den Autoverkehr, der nur für drei Tage ein Fortkommen gewährt, nochmals finan- zieren würden. Bei den meisten Verschlechterungen unseres Verkehrs hat man die beteiligten Gemeinden eben zur Seite geschoben, obwohl man doch auch zu einem Opfer verpflichtet gewesen wäre. Der Artikelschrei- ber gibt sich der Hoffnung hin, daß die Orte von Lich bis Grünberg voraehen, ehe es wieder zu spät ist und der Sommerfahrplan eine enorme Verschlechterung der Verkehrsoerhältnisse bringt. Die Reichspost, die doch auch den Postver- kchr umstellen will, sollte sich hier ins Mittel legen und den Verkehr an sich bringen, dann könnten alle Züge auf der Nebenbahn ausfallen. Für die Reichspost würde sich die -Einrichtung rentabel gestalten, und der Verkehr könnte täglich stattfinden. Das wäre wohl die beste Lösung in dieser Angelegenheit und unsere Nebenbahn könnte ihren Güterzug einrichten. n. Kunst und Wissenschaft. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Auf der am Mittwoch in Berlin eröffneten Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie teilte der Vorsitzende, Geh. Rat A n - schütz (Kiel), mit, daß Geh. Rat Körte sein Amt als erster Schriftführer der Gesellschaft nach 30jäh- riger Tätigkeit aus Gesundheitsrücksichten niedergelegt hat. Geh. Rat Körte wurde unter Würdigung seiner hohen Verdienste um die deutsche Chirurgie und besonders um die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt, eine Ehrung, die bisher nur Bern- Hard v. Langendeck zuteil geworden war. An Stelle Körtes wurde als erster Schriftführer Geh. Rat Prof. August B o r ch a r d (Charlottendurg) gewählt. In einem zweiten festlichen Akt wurde des 100. Geburtstages des berühmten Hallenser Chirurgen Richard v. V o l k m a n n. gedacht, der sich namentlich um die Einführung der antiseptischen Wundbehandlung verdient gemacht Hot. Hierauf begannen die sachlichen Verhandlungen. Letzte Nachrichten. Dr. Otto Liebmann Ehrendoktor der Llniversität Gießen. Der Herausgeber der ..Deutschen Iuristenzta", Dr. jur. h. c. Otto Liebmann in Vertin, ein geborener Mainzer, wurde zu seinem 65. Geburtstage von der philosophischen Fakultät der hessischen Landesuniversität Gießen zum Dr, rer. pol. h. c. ernannt. Oer japanische Manneminister in Berlin Berlin. 24. April. (MTV. Funkspruch.) heule vormittag traf, von Paris kommend, der japanische Mari ne Minister Admiral Taka rabe auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Ahr. 16 bis 17 Ahr. Samstag nachmittag geschlossen Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. TR. Berlin Echluß- kurs 1-llhr« Kurs Schlußkurs Anfang« fiurd Datum 23. 4. 24- 4. 23. 4. 24. 4- 6% Deutsche ReichSanteihe von 1927 ....... 7% Deutsche ReichSaulethe von 1929 ....... Deutsche Anl..Ablös.-Schu Auslos.-Rechten . . Desgl. ohne Auslos.-Rechte 6% Hess. Volksstaat von 19 (rückzahlb. 102%) . . Oberhessen Provinz-Aule AuSlos.-Rechlen . . . . Deutsche Komm. Eammela Anleche Serie 1 ... . 8% Franks. Hyp.-Bank E XIII unkündbar bis 1934 7% Franks. Hyp.-Bank E unkündbar bis 1932 . 4/i% Rheinische Hyp^Bav Liqu. Goldpse...... 8% Br. LandeSpsandbrie Pfandbriefe R. 17 . . 8% Pr. LandeSpsandbrie Komm^Lbl. R. 16 . . 7% Pr. LandeSpsandbrie Pfandbriefe R. 10 . . A.E.G. abg. BorkriegS-Ok neu. rückzahlbar 1982 . 4% Oesterretchische Goldre 4,20% Oesterretchische Silk 4% Oesierreichilche Ein. Rente....... 4% Ungarische Goldrente 4% Ungarische Siaatsrente 4'/,% deSgl. von 1913 4% Ungarische Kronenrent 4% Türkische Zollanleche v 4% Türkische Bagdadba Serie I....... 4% desgl. Serie U . . . 6% Rumänische veretnh von 1903 ..... l/i% Rumänische vereinh von 1918 ...... t% Rumänische vereinh. R ch mit 2g' he mit bl. oldpse. oldpse. Li" ' an flalt, anflalt, anflalt, ltgatto- nte . . errente heilliche v.'isiö on 1911 zn»Anl. Rente Renke eul« . 87.13 101 56 11 53 53,5 98 91,5 85,65 98,5 95,5 90,5 94 27 24,55 20,8 2,4 6,9 6,9 6,9 10 16,85 8,15 1 1 I 01 1 | | | | | | | | | II | “1 1 | | 1 || | || 2 S 87,3 101 56 11 53,4 98,5 95,5 90,5 27,5 4,15 2,4 24,65 20,5 22,4 2,4 6,9 6,9 10,1 16,7 8,05 I 1 1 1 I 1 1 1 | 1 I 1 S 1 5JII 1 1 II Frankfurt o. M. Berlin Schlußkurs t-Uhr- Kurs Schluß« lurS Anfang- Kurs Datum 23 4. 24. 4. 23 4. 24- 4. Hamburg-Amerika Paket . . 7 112.25 - 111,9 111,13 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 - Hansa Dampfschiff..... 10 - 1 ,5 160,5 Norddeutscher Lloyd .... 8 111,75 111 111,9 111,13 Allgemeine DeutscheErediianst. 10 116,25 — 115,5 115,5 Barmer Bankverein .... 10 127 — 127 126,75 Berliner Handelsgesellschaft . 12 —- — 175.25 175,25 Commerz, und Privat-Bank. 11 160,5 160.4 160.5 160.13 Darmstädter und Nationachank 12 229,5 — 229 228,5 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschast, . . . 10 149,5 —— 149.25 149,25 Dresdner Bank...... 10 145,25 144.5 145 145 Reichsbank........ 12 294,5 — 294,75 291,75 A.E.G............s Bergmann.........V Elektr. LteferungSgeseUfchast. 10 Licht und Straft......10 Felten L Guilleaume ... 7^ Gesellschaft für Gleltrildje Ünternehmungen .... io Hamburger ElektrizltätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert & Go.......11 Siemens & Halske . . • • • 16 TranSradio . ........ 8 LahmeverLCo.......10 Buderus . . . ....... d Deutsche Erdbl ....... 6 Essener Steinkohle .•••«. 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpener.......... 0 Hoesch Eisen. ....... S'/r Ilse Bergbau.......10 Klocknerwerke ........ 7 Köln-Neuessen........ 7 ManneSmann-Röhren .... 7 Mansselder Bergbau ..... 7 Obcrschles. Eisenbedarf .... 5 Oberschlcs. Kurswerte..... 7 Phünh Bergbau. . . . . 6% Rheinische Braunkohle» . . 10 Rhein stahl . ........ 6 Rtebeck Monte» ...... 7,2 174,5 173,25 174 173 - — 187 — 159.5 162 160,5 171 169,25 171.5 169 128,5 — 129 M 178 181 178,75 137.9 137,25 — ■ —— — — 174,13 173,5 — 189 190,65 188.5 249,5 247 251 —- — —— — 171 171 171,25 — 71,5 — 72 71,6 - — — 100,75 100,13 —— — 142,25 142,25 139,5 — 140 139 125 — 125 124,75 — — 110,25 109,25 229 — 231 — - _ 102,5 101,75 — — 108 107 107,25 105,6 107 105.4 85 —— 85,25 84,75 — —— —. — — 110,25 109,75 104,25 103,5 104,65 104 232 —— 232 228,5 — 113,5 112,13 — — ■— — Frankfurt a. M. Berlin Schluß- 1-Uhr- Schluß- Anfang« kurS Kurs kurS NurS Datum 23- 4. 24 4. 23 4. 24- 6. Bereinigte Stahlwerke . . . 97,25 97 97,65 97.25 Otavi Minen......16’/. — 53 52,6 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 227 — 226,5 225,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 10 230,5 —- 230,5 229 Kaliwerke SaUdetfurth . . . 15 395 — 395 391 F. G. Farben-Jndustrie . . . 12 177,75 776,25 178 176,5 Dynamil Nobel ...... . 6 84 84,13 Scheideanstalt....... . 9 — 152,5 Goldschmidt ....... . 6 70,9 71,5 —— Mülgeröwerke ....... . 6 71,5 70 71,5 70.5 MetallgescUschafl...... . 8 108 107,75 108 107,75 Philipp Holzmann..... . ? 108,5 — 109 [- Zementwerk Heidelberg . . 10 133 132,5 Cementwerk Karlstadt. . . . 10 143.5 —- - Wavb & Freyiag..... . 8 91,75 — 91 - Schultheis Patzenhofer . . . 15 - 296 295,75 Ostwerke......... 12 — 252 252,5 Aku........... 18 111 110,5 114,5 110,5 Bemberg . . . ...... 11 144 — 145,25 142,25 Zellstoff Waldhos .... 37, 188,5 188 Zellstoff Aschaffenburg . . . 12 — — 152,75 Charlottenburger Wasser . . . 8 —- — 104,9 104,25 Dessauer Gas....... . 9 — — 170,25 169,5 Daimler Motoren ..... . 0 41,5 41,5 41,75 Deutsche Linoleum .... • . 252,5 253,5 253 Maschinenbau A.-Ä. .... . 0 — 50,5 Nat. Automobil . ..... . 0 — 19,13 —- Orenftein & Koppel • . . . . 6 78 — 10 153 153 Svenska ........ • - 357 351,5 Frankfurter Maschinen . . . . 4 36 — 35,75 — Gritzner...... • • . 6 39 — 39,4 —— Henligenstaedt ...... . O —- — — FunghanS......... . 6 40,25 — 39,25 — Lechwerke......... . 8 106 — — — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 92 —— — — Mlag...... ... . 10 131.25 — 132 131,5 Gebe. Roeder....... 10 103,5 T — —— Boigt & Haefsncr , . . . . . 9 218 220 — Süddeutsche Zuck« .... 10 159 - 158 - Banknoten. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt cu 2H. Berlin, 23. April Geld Dries - Amerikanische 'Noten..... 4.167 4,187 Belgische Noten........ 58,28 58,52 Dänische Noten ........ 111.73 112,17 20,315 20 395 Französische Noten ...... 16,395 16.455 tooHänbi(rt)c Noten ...... 168.01 168 69 Italienische Noten...... 21,98 22,06 Norwegische Noten...... 111,73 112,17 Deutsch Oesterr , ä 100 Kronen 58 81 59.05 Rumänische Noten...... 2,46 2,48 Schwedische Noten ...... 112,18 112.6? Schweizer Noten....... 81,04 81,36 Spanische Noten..... . 52,39 52.61 Tschechoslowakische Noten . . 12,37 12,43 Ungarische Noten....... 72.96 73,25 23. April 24. April Amtliche Notierung Amtliche Jloileruna Geld Dries Geld Dries Amft.°Rott. 168,41 168,75 168,34 168,68 Buen.-Aires 1,617 1,621 1,620 1.624 Brss.-Antw. 58,405 58,525 58,38 58,50 112,23 Christiania. Kopenhageu 112,03 112,25 112,01 112,05 112,27 112,01 112,23 Stockholm . 112,46 112.68 112,42 112,64 HclsingsorL. 10,536 10,556 10,53 10.55 Italien. . . 21,935 21,975 21,925 21,965 London. . . 20,349 20,389 20.34 20,38 Ncuyork .. 4,1855 4,1935 4.1825 4,1905 Paris - . . . 16,415 16.455 16,395 16.43) Schweiz .. 81,12 81,28 81,07 81,23 Spanien . . 52,32 52,42 52,10 52,20 Japan .. . 2,068 2,072 2,067 2,071 Nio de Ian. 0,492 0,494 0,493 0,495 Wien in D-° Ceft. abgest. 58,975 59,095 58,97 59,09 P-ng . . .. 12,40 12,42 12,39 12,41 Belgrad . . 7,408 7,422 7.408 7,422 Budapest. . 73,12 73.26 73,10 73,24 Dulaarieu. 3,034 3,040 3,03 3,04 Lissabon . . 18.78 18,82 18,78 18,82 Danzig. . . Konstantin. 81,36 81,52 81,33 81,49 1,785 1,789 1.784 1,788 Athen. . . 5.44 5,45 5,425 5.435 Canada . . 4.184 4,192 4.181 4,189 Uruguay. . 3,846 3,854 20,91 3.846 3,854 Cairo ... 20,87 20,86 20,30