1386c rrRühle Gießen liferallee 17 Schmid! # uat 1930 ) iMD ftit Im Hause Aufmerksam' hn Dank! ■1930 ..... ertrag Realgymnasium, stentum Klart a-M. j. Freier Eintritt (CIDCD retungtD ffsver- und n nadi eladen. Olg? :ten a i an n ih'er jepP' >£ gemäß Co-, Nr. 46 Erstes Blatt 180. Jahrgang Montag, 24. Februar 1950 Erlchrini täglich.ouher Sonntags und feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Wehener Familienblätter Heimat 'M Bild Die Scholle monot$:Bepig$ptets: 2.20 Reichsmark und 30 9icid)spfenniy für Trägerlohn, auch bei Widjter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Hernforechanschlüste anterSammelnummer2251. 2n|djrift für Drahtnach- achten rinzetger Sietzen. Po#fd)edfonto: .^ronffuham Main 11686. MtzenerAMger • General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Universitälr-Vuch- und 5leindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäfl5stelle: Zchulltraße 7. Unnahme oon Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Re» Klameanzeigen oon 70 u.ni Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für Den Anzeigenteil Mar Filter, fämtlich in Bietzen Der österreichische Bundeskanzler Gast der Reichsregierung. Empfang beim Reichspräsidenten Die erste politische Aussprache Berlin, 23. Febr. (WB.) Der Herr Reichspräsident empfing mittags den österreichischen Bu n d e s ka n z I e r Schober zu längerer persönlicher Unterhaltung. An den Empfang schloß sich ein Frühstück, an dem die den Herrn Bundeskanzler begleitenden Herren sowie u. a. der hiesige öfter- reichische Gesandte Dr. Frank, Reichskanzler Müller, Reichstagspräsident Lobe, die Reichs- ininifter Dr. (Eurtius, oon Gu 6 rard und G r 0 en e r und der deutsche Gesandte in Wien, Graf Lerchenfeld, teilnahmen. In der Reichskanzlei fand am Samstagnachmittag zwischen dem Bundeskanzler Dr Schober, Reichskanzler Müller und dem Reichsminister des Auswärtigen Dr. Eurtius unter Hinzuziehung der beiderseitigen ersten Mitarbeiter und der beiderseitigen Gesandten eine erste eingehende politische Aussprache statt. Diese Aussprache, die entsprechend den be- stehenden engen politischen Beziehungen im Geiste vollsten gegenseitigen Vertrauens geführt wurde, wird am Montag fortgesetzt werden. Am Sonntagvormittag wohnte Bundeskanzler Dr. Schober mit den Herren seiner Begleitung, den Mitgliedern der österreichischen Gesandtschaft und einigen Herren des Auswärtigen Amtes dem Gottesdienst in der St. Hedwigs-Basilika bei. Darauf begab sich der Bundeskanzler im Auto nach Potsdam, wo er unter Führung des Staatssekretär Dr. Lammers vom preußischen. Kul- tusminifterium das Neue Palais und Schloß Sanssouci besichtigte. Gegen 1 Uhr folgte der Bundeskanzler einer Einladung des Reichs- außenminifters und Frau Dr. Eurtius zu einem Frühstück Zu Ehren des österreichischen Besuchs fand abends in der Staatsoper Unter den Linden eine Fe st Vorstellung statt, wozu zahlreiche Ehrengäste geladen waren. Neben dem österreichischen Gesandten Dr. Frank und den Mitgliedern der österreichischen Gesandtschaft waren der Reichs- f a n 3 1 e r und die Mitglieder des Reichskabinetts, ber preußische Ministerpräsident und die preußischen Gtaatsminifter, ferner die Mitglieder des Reichs- lates, die Staatssekretäre des Reiches und Preu- hens sowie zahlreiche Vertreter der Reichs-, Staats- 11 nd städtischen Behörden neben einer großen Anzahl von Mitgliedern der Berliner Gesellschaft erschienen. Sur Aufführung gelangte Richard Wagners „R heing 0 l d". Die musikalische Leitung lag in den Händen oon Professor Leo Blech. Ein Staatsdiner beim Reichskanzler. herzliche Trinkiprüchc beider tteqierungSchcsS. Berlin, 22. Febr (WTB.) Der Reichs» f a n 3 I e r und Frau Müller gaben heute abend zu Ehren des Bundeskanzlers Dr Schober und seiner Begleitung ein Essen, an dem neben dem Reichsminister und den Mitgliedern der österreichischen Gesandtschaft Vertreter des Reichstages und des Reich rates. namhafte Persönlichkeiten der Reichs- und Staatsbehörden sowie der Kirchen, Angehörige der österreichischen Vereine und führende Vertreter aus Kunst und Wissenschaft bet Industrie, der Banken, des Handels und bst Presse teilnahmen. Während des Essens führte der Reichskanzler in einer längeren Ansprache u. a. folgendes aus. .Ihr Besuch, Herr Bundeskanzler, fällt in Tage ernster Entscheidungen des Reiches. In solchen Tagen wird der Besuch eines lieben Freundes besonders dankbar empfunden. Sie haben persönlich an den letzten internationalen Verhandlungen im Haag t eilgenommen und wissen, von welcher außerordentlichen Tragweite die dort getroffenen Vereinbarungen für das Reich sind. Wir sehen, bah unser Volk noch einen schweren Weg vor sich hat. Wir sind aber überzeugt, daß dieser Weg uns schließlich doch nach oben führen wird, und wir vertrauen darauf, in unseren österreichischen Brüdern stets treue Weggenossen zu finden. Wir freuen uns mit Ihnen, daß Sie irn H a a g für Oesterreich eine befriedigende Regelung wichtiger Fragen haben erholen können. Alle Fort» schr.tle Ihres Landes in seiner inneren und äußeren Entwicklung begle.teu wir mit ernster Sympathie Die Scyicksalsverbundenheit unserer Länder auf dem Wege in die Zukunft läßt uns Oesterreichs Glück und Gedeihen als einen Teil unseres eigenen Schicksals empfinden. Das verbürgt Ihnen, Herr Bundeskanzler, die Auf- srichtigkeit, mit der ich mein Glas erhebe auf das Wohl des Herrn Bundespräsidenten, auf das Wohl Eure Exzellenz und auf eine glück- J ehe Zukunft Oesterreichs." Bundeskanzler Or. Schober antwortete u. a. mit folgendem Trinkspruch: „Aufrichtig danke ich Ihnen, Herr Reichskanzler, für hie herzliche Begrüßung und den freundschaftlichen Empfang, den mir die deutsche Regierung und die deutsche Oeffentlichkeit ^ereitet haben. Ich erblicke hierin einen neuerlichen Beweis der innigen Beziehungen, die das Deutsche Reich und Oesterreich verbinden. Die Aufgabe, Volk und Staat nach dem furchtbaren Zusammenbruch wie- Vunüeslunzler Schober in Berlin: Bon links nach rechts. Polizeipräsident Zörgiebel, Bundeskanzler Schober, der österreichische Gesandte Dr. Frank, Außenminister Dr. Eurtius. 1 <' "V derauszurichten, lastet schwer auf Deutschland und Oesterreich. Wenn auch in diesem Existenzkampf jeder der beiden Staaten auf sich allein gestellt war, so hat doch dieses gemeinsame harte Schicksal das in unserer Stammesgleichheit wurzelnde Zusammengehörigkeitsgefühl nur noch inniger und fester gestaltet. Das Deutsche Reich kann daher auch bet den schwerwiegenden Entschlüssen, die es in diesen Tagen zu fassen haben wird, der brüderlichen Anteilnahme Oesterreichs sicher fein. Ich gedenke in Wehmut des hervorragenden deutschen Staatsmannes, der leider nicht mehr in unsererMitte weilt, und vor dessen Manen ich mich huldigend neige. Mit lebhaftem Danke habe ich von dem wahrhaft mitfühlenden Interesse Kenntnis genommen, das Sie, Herr Reichskanzler, für die Aufwärtsbewegung Oesterreichs zum Ausdruck gebracht haben, und mit gleicher Zuversicht spreche ich die lleber^ugung aus, daß es beiden Regierungen gelingen werde, das deutsche Volk einer besseren und glücklicheren Zukunft entgegenzuführen. Die hervorragende Gestalt des auch in Oesterreich hochverehrten Herrn Reichs» Die Beisetzung des Gesandten Dr. Köster Hamburg. 22. Febr. (WTB.) In der mit Blumen und Kränzen überreich geschmückten neuen Kapelle des Blankeneser-Düildörser Friedhofes hatte sich am Samstagnachmittag eine große Schar derer eingefunden, die gekommen waren, um den in Belgrad verstorbenen deutschen Gesandten Dr. Köster das letzte Geleit zu geben. Reben Reichsminister Severing sah man Staatssekretär Dr. von Schubert, der das Auswärtige Amt vertrat, sowie mehrere Abteilungsleiter dieser Behörde. Ferner der Rachfolger Dr. Kösters in Riga. Gesandter Dr. S t i e v e . und die hamburgischen Bürgermeister Roh und Dr. Petersen. Durch ein Spalier von berittener Schutzpolizei hatte der Trauerzug seinen Weg in die Kapelle genommen, begleitet von den -Klängen des Trauermarsches, den die Kapelle der Schutzpolizei intonierte. Rach Worten des Abschieds, die der Geistliche dem Dahingeschiedenen widmete, überbrachte Reichsinnenminister Severing im Ramen der Reichs- regierung dem verstorbenen Mitarbeiter die letz- ten Grüße. Der Minister erinnerte an die Tätigkeit Dr. Kösters als Abstimmungskom- missar inSchleswig-Holstein. Wenn es am 14. März 1920 gelang die Bewohner der nordischen Zone treu beim Reich und Preußen zu erhalten, so sei das nicht zuletzt das Werk Adolf Kösters gewesen. Auch was Adolf Köster als Reichs mini st er des Innern getan habe, um die republikanische Staatsform zu. vertiefen, werde ihn fort leben lassen als aufrichtigen tapferen Mann, der damals gegen ungeheuere Widerstände sich zu behaupten wußte. Sein dipldmatisches Wirken sei nicht minder erfolgreich gewesen. Der Sarg wurde dann von der Kapelle zur Begräbnisstätte gebracht. Bürgermeister Rotz, Hamburg, widmete hier dem Toten letzte Gedenk- Worte, die ausklangen in die Verpflichtung, als Vermächtnis seines Lebens den Willen zum unermüdlichen Dorwärtsschreiten zu übernehmen. Unter den Klängen des Deutschlandliedes sank der Sarg ins Grab. Weitere Rachrufe wurden dem Verstorbenen u. a. gewidmet von dem jugoslawischen Generalkonsul in Hamburg und einem Vertreter der lettischen Regierung. Staatssekretär Dr. von Schubert legte einen Ärana des Reichspräsidenten, die Reichskanzlei einen Kranz der Reichsregierung am Sarg nieder. Reichskanzler Müller mit der Witwe des verstorbenen Gesandten Dr. Köster auf dem Anhalter Bahnhof. V HB ..............— w 1 M ' M - Präsidenten von Hindenburg soll unS hierbei als Vorbild voranleuchten. Ich erhebe mein Glas auf das Wohl des Herrn Reichspräsidenten, auf das Wohl Eurer Exzellenz und auf das Blühen und Gedeihen des Deutschen Reiches." Schobers erste Eindrücke. Günstiger Verlauf vcr politischen Besprechungen. Berlin, 24. Febr. (ERB.) Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schober ist mit seinem Berliner Besuch autzerordentlich zufrieden. Das ist. auf eine kurze Formel gebracht, der Inhalt all der Aeutzerungcn, die der Staatsmann aus Wien gegenüber Pressevertretern getan hat. Bei den offiziellen Veranstaltungen, dem Frühstück beim Reichspräsidenten, dem Staatsdiner beim Reichskanzler und dem Frühstück beim Außenminister hatte er, wie er betont, Gelegenheit, in sehr freundschaftlicher Weise mit den re chs- deutschen Staatsmännern und ihren engsten Mitarbeitern. mit Vertretern der reichsdeutschen Wirtschaft und der reichsdeutschen Kunst und Wissenschaft Fühlung zu nchmen. Die a.lgemeinen politischen Verhandlungen, die am Samstagnachmittag geführt werden, und die am Montagmittag noch einmal kurz fortgesetzt werden sollen, sind nach Ansicht des österreichischen Bundeskanzlers in der Tat „entsprechend den bestehenden engen politischen Beziehungen im Geiste vollständigen gegenseitigen Vertrauens" geführt worden. „Daneben", so erklärte der österreichische Bundeskanzler weiter, „laufen die Besprechungen übet den deutsch-österreichischen Handelsvertrag. Es kann sich bei den jetzigen Verhandlungen natürlich nur um eine Festlegung der allgemeinen Richtlinien handeln. Es müssen später noch Einzelbesprechungen folgen. Ich hoffe bestimmt, daß in dieser Frage'meine Berliner Reise einen Erfolg hat." — Die Stadt Berlin hat auf den deutschen Gast von der Donau den besten Eindruck gemacht. Bei seiner Fahrt nach Potsdam konnte er die große Ausdehnung der westlichen Vororte Berlins bewundern, was ihn zu dem Ausspruch veranlaßte: „Wenn ich Berlin nicht schon von früher sehr gut kennen würde, ich wüßte gewiß heute nicht mehr, wo die Linden liegen, so sehr hat sich das Gesicht der deutschen Hauptstadt verändert." Schober über die Ziele seiner Außenpolitik. Die Gründe nirLcstcrreichsLrfola imHaag Dresden. 22. Febr. (WTB.) Bundeskanzler Dr. Schober gewährte dem Berliner Vertreter der „Dresdener Neuesten Nachrichten" ein Interview, in dem er u. a. folgendes ausführte Obgleich ich bereits im Haag Gelegenheit hatte, mit Reichsaußenminister Dr. Eurtius persönlich in Fühlung zu treten, betrachte ich die Reise nach Berlin als etwas Selbstverständliches, nicht nur im Sinne des Festhaltens an einer Tradition, die meine Vorgänger bierhergeführt hat und reichsdeutsche Staatsmänner Wien aufsuchen ließ, sondern auch im Sinne einer neuerlichen Bekundung der herzlichen Freundschaft, die uns verbindet und die durch nichts beeinträchtigt werden kann, auch nicht durch Mißdeutungen, die die österreichische Politik hie und da erfährt. Als der Genfer Sanierungspakt abgeschlossen worden war, hatte sich die Befürchtung gereat, daß die E i n- engung unserer finanziellen Souveränität auf unsere freundschaftlichen Beziehungen zum Deutschen. Reich störend einwirken könnten. Diese Besorgnis erwies sich als gänzlich u n • begründet, und jetzt, wo wir unsere finanzielle Souveränität wiedererlangt und unsere innerpolitischen Verhältnisse gefestigt haben, um mit allem Nachdruck an den Wiederaufbau unserer Wirtschaft jju gehen, besorgt — ich möchte sagen — berufsmäßiger Pessimismus wieder ähnliches. wenn wir im Haag vollstes Verständnis für unsere Lage fanden, so lag das nicht zuletzt daran, daß man unsere erfolgreichen Bemühungen um Revision der Bundesverfassung richtig einschähte und dadurch das vertrauen zu uns als einen politischen Faktor im Prozeß des Wiederaufbaues (Europas gestärkt wurde. Die Haager Vereinbarungen über die Oft» reparationen haben die Atmosphäre in dem politisch so wichtigen Raum des Donaubeckens von Konfliktstoffen gereinigt. Werktätig daran mitzuarbeiten, daß wieder normale, den Lebensbedürfnissen der Völker entsprechende Verhältnisse geschaffen werden, das ist das Ziel unserer Politik. Deshalb haben wir auch die Verständigung mit Italien gesucht, und wir betrachten es als einen Gewinn, daß es gelungen ist, unsere Beziehungen zu Italien zu klären und das gewonnene Verhältnis durch Schiedsgerichts- und Freundschaftsvertrag zu stabilisieren. Weiter- gehende Schlußfolgerungen aus meinem italienischen Besuch zu ziehen, hat niemand ein Recht, und ich habe Wert darauf gelegt, dies gleich nach meiner Rückkehr aus Rom festzustellen. Wir führen eine vollkommen klare Außenpolitik, deren Grundlagen überall bekannt sind und gewünscht werden: ein besonders herzliches Verhältnis zum Deutschen Reich als dem Druderstaat, mit dem wir wie vor dem Kriege, so auch heute in idealer Kultureinheit leben, freundschaftliche Beziehungen mit allen unseren Bachbarn. Gerade durch diese neutrale Politik haben wir überall Vertrauen gewonnen und am sichersten im Sinne der Aufrechterhaltung des Friedens in Mitteleuropa gewirkt. Nervosität in Paris. Anfchlutzforgeri des „Tcmps". Paris, 23. Febr. (Tel.-Un.) Die Berliner Reise Schobers beunruhigt den „Temps", der in ihr einen neuen Schritt aus dem „verbotenen Weg" zum Anschluß erblickt. Es sei bedauerlich, daß die Anschlußfrage sowohl von deutscher als auch von österreichischer Seite nurauseinem mystischenGefühlher- aus betrieben würde, gegen bas die Vernunft nicht aufkäme. 2m Augenblick scheine man sich allerdings in Berlin und in Wien a b w a r - t e n d verhalten zu wollen, da Deutschland wichtigere Aufgaben zu erfüllen habe, als öffentlich für eine Berschieoung der Machtverhältnisse in Mitteleuropa einzutreten. Die Aussichten für den Anschluß hingen von der Festigkeit der Mächte ab, die den Versailler Friedensvertrag abgeschlossen hätten. Der Kanzler Schober sei Realist genug, um die wahre Sachlage zu erkennen. Er bemühe sich vorläufig, die parallele Entwicklung der beiden Rachbarstaaten zu fördern, indem er das Staatsleben beider Völker nach Möglichkeit einander angleiche. Das .Reue Wiener Journal" hätte durchblicken lassen, daß Schober als eine Art Vermittler zwischen Deutschland und Italien verhandelt habe.. Hoffentlich seien diese Vermutungen falsch, da für Oesterreich nur schwere Dachteile aus einem derartigen diplomatischen Schritt erwachsen könnten. Chautemps über sein Programm Paris, 24. Febr. (WTB. Funkspruch.) Ministerpräsident Chautemps erklärte einem Vertreter des „Quotibien" u. a.: „Die neue Regierungskoalition ist kein Kartell der Linken. Zwischen den Linksparteien find keine vorherigen Vereinbarungen getroffen worden. Ich habe auf der Grundlage eines klar formulierten Programms ein Ministerium bilden wollen, das alle republikanischen Stimmen auf sich vereinigt. Ich kann weder sagen, daß ich irgendeine Verpflichtung übernommen hätte, noch daß die Sozialisten eine solche übernommen hätten. Auf die Frage, ob die Unter st ützung der Sozialisten sicher sei, antwortete Chautemps: „Ich weiß nur, daß sie sich bereit erklärt haben, jede radikale Regierung zu unterstützen, die sich die Durchführung eines radikalen Programms zur Aufgabe macht." Zur Außenpolitik erklärte Chautemps, daß er den Poungplan unmittelbar nach Deutschland ratifizieren lassen wolle. Auf die Frage, ob dieser Ratifizierung die Rheinlandräumung folgen werde, antwor- tete der Ministerpräsident: sobald die vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt sein werden, wird gemäß den präzisen und unwiderruflichen Verpflichtungen geräumt werden. In den Wandelgängen der Kammer verlautet, die neue Regierung wolle hinsichtlich der Steuerermäßigungen sich von den Vorschlägen des Finanzausschusses der Kammer« leiten lassen. Ebenso werde die Regierung bereit sein, die Pensionsberechtigung der ehemaligen Kriegsteilnehmer bereits vom 50. Lebensjahre ab anzuerkennen, was der ehemalige Finanzminister CH6- ron bekanntlich abgelehnt hatte. Hinsichtlich der Londoner Konferenz werde das neue Kabinett unter Leitung Briands das von der französischen Delegation begonnene Werk fort- setzen. Außerdem beabsichtigte Chautemps die vom Kabinett Tardieu geplanten Amnestiemaßnah- men, die vor allem die elsässischen Auto- nomisten betrafen, zu erweitern. Ein Seehund wandert durch Paris... Von E. B. Oancy, Paris. „Ein Knie geht einsam durch die Welt." . . . Christian Morgenstern, dein Stern erbleicht vor dem Tageslicht der Ereignisse. Dein verloren durch die Welt irrendes Knie ist keine Sensation mehr für uns, die wir die denkwürdigen Stunden des Seehundes miterleben durften. „Ein Seehund wandert durch Paris..." Wie anders klingt das! Dröhnt hierin nicht das Pathos des Ereignisses? Schreit gier nicht jedes Wort die Tragik des ganzen Lebens in die Welt? Die Tragik der ewig Suchenden? Der Einmaligen, Einsamen? Der Unverstandenen? Und das Ende der Geschichte ist — Aber ich will es nicht wie mein aller Lehrer machen, der mir einmal einen Aufsatz mit den Worten zurückgab: „Dancy, dein Aufsatz sängt gleich damit an, daß du am Ende den Punkt vergißt!" Ich will trockene Fakta berichten, chronologisch geordnet. Die Sprache der Dinge ist beredter als die des Feuilletonisten. „Monsieur l'agent, ein Seehund geht in den Straßen von Paris spazieren!" Ein aufgeregter Bürger stieß diese Worte teils heraus, teils vertraute er sie flüsternd den Ohren eines Polizisten an, der gerade Dienst in der nüchternen und respck- tabeln Umgebung der Avenue Victor Hugo hatte. Der Polizist war ungläubig. Ungläubig und mißtrauisch wie die Polizisten aller Länder. Unglücklicherweise fand der Polizist zudem in der Gestaltung und Färbung der Rase des Sprechers ein gewisses Etwas, dos seine besondere Aufmerksamkeit erregte. Kurz entschlossen nahm er ihn beim Arm und brachte ihn trotz aller energischen und umfaßenden Proteste an einen ruhigen Ort, wo er die Gastfreundschaft des Staates genießen konnte und den Ausgang einer Anzeige wegen Trunkenheit abwarten muhte. Das ist keine Kleinigkeit in Frankreich. Man kann Gefängnis und als Gelegenheitsangebot eine Geldstrafe von nicht weniger als fünf Francs aufgebrummt bekommen. Aber als „Monsieur l’agent" auf feinen Posten nurückkchrte, was sah er zu seiner Konsternation und Ueberraschung? Einen Seehund, einen leibhaftigen, nackigten Seehund, der stolz und eitel vor einer bewundernden Menge paradierte. Das normale Leben eines Seehundes in Paris ist bestenfalls eine nicht sehr aufregende Angelegen- hell. Aber für den Reklameseehund des Fischladens an der Avenue Victor Hugo im besonderen war es eine langweilige und etwas peinliche Sache. In seinem Falle bestand es in endloser Monotonie aus nichts anderem als dem Balancieren oder Richt- balancieren eines Zelluloid-Balls. „Balancieren oder nicht Balancieren, das war hier die Frage." Ein Die finanzielle Seile des polenabkommens Beratungen des Houngausfchusses des Reichstags. Berlin, 22. Febr. (VDZ.) Nachdem die allgemeinen politischen Fragen des deutsch-polnischen Liquidationsabkommens in den vereinigten Young-Ausschüssen des Reichstages behandelt worden waren, wurde die Vertraulichkeit der Aussprache ausgehoben und die Beratung der finanziellen Seite des Problems begonnen. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer nahm zu den beiden Fragen Stellung, nach welchen Grundsätzen die Entschädigung der Personen erfolgen solle, welchen nach dem deutsch- polnischen Abkommen die Gellendmachung ihrer Ansprüche vor dem Gemischten Schiedsgericht versagt sei und.weiter zu der Frage, welche Ansprüche Preußen an das Reich wegen des abgetretenen Staatseigentums erhoben habe. Die Reichsregierung beabsichtige, die Auseinandersetzungen zwischen dem Reich und Preußen über die Preußen durch den Versailler Vertrag erwachsenden Verluste an nutzbarem Staatseigentum und die damit zusammenhängenden Fragen durch ein besonderes Reichsgesetz (Abrechnungsgesetz) zu regeln. Reichsregierung und preußische Staatsregierung sind sich darüber einig, daß das Gesetz auf dem Grundsatz der gleichmäßig m Behandlung aller Länder aufgebaut werden soll. - Allen Personen, auf deren Ansprüche wir in dem Abkommen, wenn auch notgedrungen, so doch aus freien Stücken verzichtet haben, soll eine ausreichende Entschädigung gewährt werden. Sie sollen nicht schlechter gestellt werden, als wenn das Abkommen nicht abgeschlossen worden wäre und sie ihren Anspruch vor dem deutsch-polnischen Schiedsgericht hätten durchfcchten müssen. Mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage des Reiches kann die Entschädigung n i cht bar, sondern in Schuldverschreibungen gewährt werden. Aus unserer Stellungnahme gegenüber den Polengeschädigten kann ein Rückschluß auf die Fälle der Liquidationsgeschädigten, die vollkommen anders gelagert sind, nicht gezogen werden. Von den Regierungsparteien wurde ein Antrag eingebracht, dem Artikel III eine Fassung zu geben, nach welcher Reichsangehorige, die durch den deutsch-polnischen Vertrag einen unmittelbaren Vermögensnachteil erleiden, eine angemessene Entschädigung erhalten sollen. Hierbei sollen die Geschädigten nicht schlechter gestellt werden, als wenn die Entschädigung nach den für die bisherige Rechtsinstanz maßgebenden Rechtsnormen festgestellt worden wäre. Als Entschädigung wird eine verzinsliche, in das Reichsschuldbuch einzutragende Forderung gewährt, deren Verzinsung und Amortisation der Reichsfinanzminister mit Zustimmung des Reichsrats und nach Anhörung eines Reichstagsausschusses bestimmt. Abg. LI l i tz k a (Z.) setzte sich für eine Entschädigung aller derjenigen Reichsangehörigen ein, die durch die verschiedenen politischen Ereignisse im Osten Schaden erlitten haben. Abg. v. Lindeiner- Wildau (Chr. Rat. Arb.Gem.) beantragte die Annahme einer Entschließung, nach welcher die Beträge, die an den für Die Durchführung des Kriegsschädenschlußgesetzes in Aussicht genommenen Entschädiaungskapital von 1388,1 Millionen Reichsmark gespart werden, z u ©unften der Liquidations- und Gewaltgeschädigten zu verwenden sind, wobei insbesondere die entwurzelten und wiederaufbauenden Geschäd'gten berücksichtigt werden sollen, deren Wiederaufbau durch die Umstände des Einzelfalls, insbesondere auch durch die Art der Ent- schäd gung bisher verhindert oder erheblich beeinträchtigt worden ist. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer stellte den Ausführungen des Abg. Ulitzka gegenüber fest, daß die Forderungen, die bereits abgefun- den seien, nicht wieder aufleben könnten, gleichviel, auf welcher Grundlage sie beruhten und in welchem Zusammenhang mit dem Krieg und den Kriegsfolgen sie ständen. Hier müsse es bei der getroffenen Regelung bleiben. Der Antrag Lindeiner decke sich inhaltlich mit der Auffassung der Reichs- regierung. Diesen Wünschen, die im Rahmen des Kriegsschadenschlußgesetzes liegen, könne Rechnung getragen werden. Hessen und der Anschluß. Zinanznoi und Eigenstaailchkeii. — Das Problem der Lastenverieilung in Hessen und Preußen. Darmstadt, 23. Febr. (Wolff.) Die Frage der hessischen feigen ft aatlid)Feit ist in der letzten Zeit von verschiedener Seite aus behandelt worden. Nicht nur in den Versammlungen der verschiedenen Parteien und in der Presse, sondern auch im Hessischen Landgemeindetag ist sie in einer Entschließung gestreift. Die Lastenverteilung zwischen Land i|n b Gemeinden beschäftigt die Oeffent- lichkeit im gleichen Maße. Die folgenden Ausführungen, die anscheinend auf Informationen von amtlicher Seite zurückzuführen sind, ziehen auf Grund exakten statistischen Materials die Verbindungslinie zwischen beiden Problemen. Die Ausgabe der hessischen Selbständigkeit ist keine erst in der letzten Zeit aufgetauchte Forderung. Sie war bereits Wahlparole beim letzten Landtagswahlkampf, aber damals nicht zugkräftig. Vor allem wohl deshalb nicht, weil das Endziel (Aufgehen im Reich, Anschluß an Preußen oder ein sonstiges Land) nicht geklärt erschien. Inzwischen ist, nicht zuletzt durch den Verlauf der Länderkonferenz, der Eindruck stärker geworden, daß die Frage der Reichsgliederung nicht mit Resolutionen zu lösen ist. datz sie nicht nur Wünsche, sondern auch die Kraft eines politischen Willens voraus- setzt. Wenn im Hinblick auf die kommenden Wahlen bereits heute schon die gleiche Parole auftritt, so doch in einer durch die inzwischen gemachten Erfahrungen abgewandelten Form. Es sind Stimmen laut geworden, die nicht mehr den Einheitsstaat, sondern den Anschluß an Preußen fordern. Das hessische Sparprogramm scheint die Stimmung in dieser Richtung zu verstärken, nicht ohne daß dem zugleich der ernstliche Einwand entgegengehalten wird, man könne Gegner einzelner Sparmaßnahmen sein, sollte aber doch die Objektivität aufbringen, die Gesundung der hessischen Finanzen nicht zu hindern. Den „Anschlußfreunden auf jeden Fall" wird die Frage vorgelegt, ob sie nicht einsähen, daß die hessische Frage nur Im Verhandlungswege gelöst werden kann, und daß es für solche Verhandlungen nicht förderlich ist, wenn man die Regierungen durch Volksbewegungen unnötig festlegt. Deswegen hat sich auch der Finanzausschuß des Hessischen Landtages, dessen Mitglieder sicherlich genau über die Finanz- und Lebensfragen Hessens unterrichtet sind, gegen jede Verquickung der F i - Drittes gab es nicht, konnte es nicht geben. „Das muß erst bewiesen werden", dachte unser Seehund, ein Philosoph, bei dem am Anfang des Denkens der Zweifel stand. Und in seiner Unternehmungslust durch das schöne Wetter bestärkt — es goß buchstäblich in Strömen — beschloß Alphonse sich ein wenig Zerstreuung zu verschaffen. Sanft und anmutig lehnte er sich gegen das Glasfenster, das ihn von der großen weiten Welt um ihn herum trennte, ihn trennte, bevor es den dringenden Bitten des Seehundes gehorchend... brach. Hinaus planschte er, hinaus auf das Pariser Pflaster und laut trompetete er seine Freiheit in alle Welt! 3n den Augen des Pariser Gesetzes — und gerade jetzt ist Mr. Chiappe, der Poli'eipräsident, sehr scharf in dieser Hinsicht — gibt es zwei Arten von Straßenunterhaltung: solche, die den Verkehr hindert, und solche, die den Verkehr nicht hindert, ilnb nun muß der Unterschied zwischen einem Seehund und einem Straßen- länger sorgfältige Berücksichtigung finden. Ein Straßenmusikant kann oft - wenn nicht immer — zu seinen Gunsten anführen, daß er mit dazu beiträgt, Derkehrsansammlungen zu zerstreuen. Aber nicht so ein Seehund. Alphonse begnügte sich nicht damit, mit bester Unterstützung durch seine musikalischen Fähigkeiten soviel Leute wie möglich um sich zu versammeln, sondern beantwortete alle Versuche der Polizei, ihn in seiner schützenden Glitschrigkeit zu ergreifen, mit einem unsympathischen Hohngelächter. Die Menge wächst und beginnt allmählich bedrohliche Proportionen anzunehmen. Meinungen prallen aufeinander, Diskussionen entstehen. Einige schlugen vor, daß die Angelegenheit vor den Minister des Auswärtigen gebracht wird, mit der Begründung, daß der Seehund ein lästiger Ausländer sei und in sein Ursprung land gehöre. Ernsthafte und Fleißige benutzten die Gelegenheit, um darüber zu entscheiden, ob er ein „ Fisch" oder ein »Tier" sei. Andere wollten die Kavallerie der republikanischen Garde alarmiert wissen, mit dem Auftrag, ihn quer durch Paris nach dem „Jardin des Piantes“ binzutreiben. Ein paar Engländer stellten das Thema: »Wann ist ein Seehund kein Seehund?" Amerikaner brachten eine Resolution ein „für größere und bessere Seehunde". Ein abgehärteter Skandinavier erzählte große Geschichten über Seehundjagden in antarktischen Regionen, wäbrend ein Deutscher einen Vertrag über das Thema »Der Seehund in Theorie und Praris" hielt. Ein Franzose amüsierte durch eine Dissertation: „Der Seehund und seine Amouren", ein Russe, der den größten Teil der Unterhaltung mit angehört hatte, reichte den Vorschlag ein, bte Angelegenheit nach Gens zu verweisen. Die Wenge vergrößerte sich Immer mehr. 3m- mer mehr trompetete Alphonse. Aber bann: was 1 Menschen nicht vermochten — Alphonse vermochte es. Er verfügte sich mit einem Schlußsolo in sein altes Heim, um dort seine bevorzugte unb einzige Beschäftigung toieber aufzunehmen. Heute ist ein Labenfenster in der Avenue Victor Hugo vorläufig mit Wachs repariert. 3rmen sitzt der unartige Alphonse. Unter seinen Zuschauern kann man manchmal einen kleinen rotnasigen Mann erblicken. Kuliffen-Gcherze. Die „Tücke des Objekts", die auch in der Welt des schönen Scheins so manchen Streich spielt, macht auch vor der Bühnenmusik nicht halt, wie einige Erlebnisse beweisen, die Ludwig D a r n a y aus seiner langjährigen Erfahrung erzählte. Einst gastierte er in Moskau als „Hamlet" unb vermißte auf der Probe die Bühnenmusik. Der Direktor aber versicherte, am Abend der Vorstellung würden seine Anordnungen genau ausgeführt werden, und so bestellte er sich denn für das erste Auftreten des Königs Claudius eine dreimalige Fanfare. Aber wer beschreibt sein Erstaunen, als den König, da er mit dem trauernden Hamlet die Bühne betritt, in schmetternden Trompeten die nicht gerade ins alte Dänemark passende Melodie begrüßte. „Hoch soll er leben! Hoch soll er leben! Dreimal h och." . 3n Magdeburg trat Barnah als Gast im „Wallenstein" auf. Auch hier waren die Musiker nicht »Ur Probe erschienen, unb in der Abendvorstellung ertönte beim Abschied Maxens die Bühnenmusik, die von einem Militärorchester hinter den Kulissen gespielt wurde, mit der cbenfalls der Situation nicht grade angepaßten Kindermelodie. „Wer will unter die Soldaten, der muß haben ein Gewehr!" Der verzweif- lungsvolle Ausruf von Max: „O wären's doch die schwedischen Hörner!" gewann dadurch eine unbeabsichtigt komische Bedeutung. * • * 3n der Musikstadt Leipzig wurde unter der Direktion des bedeutenden Regisseurs Dr. August Förster für das Gastspiel Darnays Guy- kows „Uriel Acosta" angesetzt. Diesmal war die Bühnenmusik auf der Probe vorhanden, aber bei dem Fest im Hause Bänderstraalens spielte die Musil zu Anfang des zweiten Aktes - das Ständchen aus dem „Don Juan“. Als Darnah in die Kulisse tarn, sagte er ironisch zu dem eifrig taktierenden Kapellmeister. „Der Sadduzäer von Amsterdam und Mozart? Allen Respekt!" Der in der Geschichte nicht sehr Beschlagene fragte ängstlich, ob das falsch sei. Worauf ihn Barnah dahin aufklärte, daß nanzfragen mit den Fragen des An- | d) [m f f e s gewandt. Gs lohnt sich aber, einmal zu prüfen, ob Hessen beim wirklich durch den von bestimmten Kreisen geforderten Anschluß an Preußen so viel gewinnt, als man sich in der Oeffentlich- keit davon verspricht. Gewiß würde mancher in seiner Stellungnahme vorsichtiger unb sicherer werden, wenn er wüßte, was in den finanziellen Verhältnissen des Landes dadurch geändert würde. Die Kosten fü r die allgemeine Verwaltung des Landes, d. y. für die obersten Staatsorgane, die Volksvertretung und die innere Verwaltung ohne Polizei betrugen auf den Kopf der Bevölkerung umgerechnet als reiner Finanzbedarf f in Hessen in Preußen 1926/27 3,78 RM. 3,32 RM. 1927/28 3,98 „ 3,76 „ als Zuschuhbedarf in Hessen in Preußen 1926/27 2,39 RM. L79 RM. 1927/28 2,39 „ 3,30 „ (!) Für ein späteres 3ahr liegen Vergleichszahlen noch nicht vor. Diese Zahlen müssen überra en und sind geeignet, die übertriebenen Vorstellungen von der teuren Verwaltung der mittleren Länder im Gegensatz zu dem Grohstaat Preußen auf"ihr richtiges Maß zurückzuführen. Der durch Steuern aufzubringende Zuschutzbedarf ist in Hessen sogar geringer als in Preußen, obwohl die hessische Verwaltung bei der Aufteilung der Mifgaben zwischen Land und Gemeinden mehr belastet ist als die preußische. Der Unterschied zu ungunften Preußens erklärt sich daraus, daß in einem kleineren Lande die Zentralverwaltung zugleich die Aufgaben der Wittelinstanzen mitversieht. Auch in den hessischen Städten, Gemeinden und Gemeindeoerbänden müßten die Dergleichszahlen, 3. B. mit Preußen, manches au denken geben. Würde die Verteilung der feinkommen., der Körperschafts., Umsatz, und Kraftfahrzeugsteuer zwischen Land und Gemeinden nach dem preußischen Schlüssel erfolgen, so bekämen die hessischen Gemeinden etwas 6 Millionen mehr als bisher. Berücksichtigt man außerdem noch die Grund- und G e b ä u d e st e u e r, die all- gemeine Gewerbesteuer und die Sonder« gebäudesteuer — letztere soweit sie zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfes dient — so wür- den die Gemeinden im ganzen 6,8 Millionen mehr erhalten. Dagegen hätten sie jedoch für die Schulen allein 15,7 Millionen Mark mehr aufzubringen, unter Berücksichtigung der Gebühren immerhin noch 14,3 Millionen mehr. Beim Wohlfahrtswesen ohne Errverbslosen- fürsorge hatten sie unter Berücksichtigung der Gebühren nahezu 4,7 Millionen Mark mehr auszubringen, im Verkehrs wesen, b. i. allgemeine Bauoerwallung, Straßen, Wege, Wasser- strahen und Verkehrsförderung 0,4 Millionen Mark mehr; nur bei der Polizei nahezu Tie rksLndfly RSÄ bcsch ■L. oause der o1 |En Kittd zuzujuhre Heilame in Le emNWi Jerlin, Lk fkf-flliche 2luM tfk Lesung des ' r. in .V a lUt a ' -Tabei mrde mit taten, der Kon ,»cr Abgeordnete temottaten und itiag angenomm jolkohvlische Decke -kehrs,anstall [gjigdcn trurf i$u er XetlameD frein in offen*! ß-hrsanslallen v- S.Martei muri d ung dieser De' ( Oer Wahlsie I Tokio, 23. mir vvriiegen! Sbie Regien anbaten i ien bationg. in/eito fjat 11, Mmlitj ein tust von zwei lei Seihuio einen Derst inen. Die An ^gegangen. ' die der 11 r — die anderen pljngt I'.e c Mrste die Sia sichen Lage i 2t.n:stervrälidenl '-w Dirtjchastz «»Nhzuführen. KrÜckWMK tiaung btr Schweres Caroinenunglütf in Italien. Mark mehr en, b.i. flöge« eib' n olizei nahG i sind insg(|amt 118,8 Mi llionen )n 6,8 Millionen ion 18.8 Mil« sich die Gemein« en um 12 Mil bisher. ehr ermutigen!) den Gemeinden ie Statut wob Md die anderen Parteien insge'amt neun Sitze «langt. Die Große der Regierungsmehrheit Mrfte die Stabilisierung der politi- Ichrn Lage in Japan sichern und es dem Ministerpräsidenten Hamagut'chi ermöglichen, leine Wirtichafts-- und Sozialpolitik ohne Störung Lurchzusiihreir. i»t: verschütteten Häuser unter dem Schnee be« Sofien V&M. 6 lMrligen Zeitlage auf der Kirche ruhen. Die «Jwndlagen allen sittlichen Wesens seien vielfach • t-fcbfittert. 3n der Jugend wachse vielfach ein oiu, l uul ।ui vu/uutiii, sondern für allrholartitzen Getränke bedeutet. Aus aller Welt. Eröffnung der altpreutzischen Gencralsy «ode. Sie1 neugewählte neunte Generalsynode, die verfassungsmäßige Gesamtvertretung der ev an- gl lisch en Kirchen der a l t p r e u ß i sche n Union, tourt« feierlich eröffnet. Als Präses ■ »irtc v. Winckler, als Vizepräsidenten D. ’Zffio (ff (Aachen) und Graf von Sehdlih- 'Simdreczki, toiedergewä^lt. Dr. Winckler wies ■ n seiner Begrüßungsrede auf die schweren inne- ■rei und äußeren Sorgen hin, die in der gegen- ^Uriels tage, loas dem [tc der Gast, ei irt sein, aber« ein, unb ebeno ach oder Handel haben lvir ja, da spielte oas . Iahrhunderis ott erhalte Hilfe für die Grenzlande. Tie Hrage der Finanzierung. Berlin, 23. Febr. (Priv.-Tel.) Die im Kabi- wlt beschlossene Finanzierung der diesjährigen 2c1programme für die Grenzgebiete im Westen nD Osten ist, wie wir erfahren, vor allem in kn deutschen Ostprovinzen auf großen W i - -erstand gestoßen, man wendet sich da egen. I if3 pie Mittel für den Osten um drei Mil» i'.Dnen gekürzt worden sind, die aus pari» i.jschen Gründen der Finanzierung des West- , hogrammd zur Verfügung gestellt wurden, andgebungen in Schneidemühl faßten Reso- itionen, in denen an die Reichsregierung die Liderung gerichtet wurde, zunächst das Ost- i o g r a m m intensiver zu betreiben. Es dürfte :rr nach Lage der Dinge kaum damit zu rechnen iin, daß die beschlossene Regelung eine Abände- ii'j erfährt, da die bevorstehende Räumung er dritten Zone auch eine rasche Reu- ^anlficrung der west lichen Verkehrsragen notwendig macht, worauf vor allem ich der Reichsminister für die besetzten Gebiete, ! r. W i r t h, besteht. Man glaubt aber, daß es Laufe der Zeit doch noch möglich sein wird, n Rotprogrammen für die Grenzgebiete, sobald e» die Kassenlage des Reiches erlaubt, weitere Dittel zuzuführen. 5 w. "0 „ o 11 Kenn,;tn ^.Ntellun. ^mittleren iS* U Der durch vbedars ,m Preußen, be> dn Aus- > und Gemein. leußische. Der {erklärt sich -e Zen. Ausgaben echt Gemeinden und irtzleichrzahtrn ' Pden. Würde mmen«, ber ^nd Straft, und Gemeinden Jen, so bekamen 1 Millionen außerdem noch 'uer, die all« die Sonder« Wr&dutj 't - fo wüt« Millionen doch für die nen Mark Der Wahlsieg der Regierung in Japan ÄT okio , 23. Febr. (WTD.) Rach dem nun«. mhr vorliegenden Gesamtergebnis der Wahlen hol die Regierung eine Mehrheit von 80 Mandaten über alle anderen Par- Reklameverbot für Alkohol in Derkehrsanstalten. Ein Beschluß des volkswirtfchafllichcn Ncichslagsanöfchnffcs Berlin, 22. Febr. (DDZ.) Der Dolkswirt- stastliche Ausschuß deS Reichstag; beendete die erste Lesung deS Schankstäitengese )entwurfs, den et In „G a st st ä t te ng e s e tz" umgetauft hat. Labei wurde mit den Stimmen der Sozialdemo- haten, der Kommunisten, des Zentrum; und tcc 2lbgecrdneten Dr. Stratbmann (Dnt.) und Hrtwig (Ehr. Rat. Arb. Gem.) ein von Sozial- dnivkratcn und Kommunisten eingebrachter Antrag angenommen, der die Reklame für alkoholische Getränke in öffentliche n Verkehrsmitteln und Verkehr sanft alten verbietet. Der Regie- vmgsen Wurf zum Schankstättengcseh batte nur ein Retlameverbot für Trinkbrannt- Pein in ösfentli^en Verkehrsmitteln und Ver- kklirsanstalten vorgesehen. Don der Deutschen n Sm 06 ‘ J«f&£ ’Met in Und nTj1’ w fleanbett ndbi^en tuf den Jtojj stc hdem wurde der Streichungsantrag Im Aus- huß abgclehnt und sogar eine Verschärfung der . .icilimmung beschlossen, die ein Reklameverbot Wege, Wastei« Mt nur für Schnaps, sondern für alle i Millionen p" " ' * **•" ~ ' t>'i en davongetragen. Die Regierungspartei L.nseito hat insgesamt 273 Mandate erlangt, nämlich einen Gewinn von 101 und einen Äcrlust von zwei Mandaten. Die Oppositions- Malert Wau 4xrtine sind 15 Menschen zum Opfer gefallen, schlllölf/ SN; wurden aus den Schneemassen zutage ge- X0‘ fiö:)1 vorliegen. Die StaatZanwaltschast Frankfurt a. O. har gegen Gundermann das Verfahren auf Grund des § 239, Absatz 2 des Strafgesetzbuches eröffnet, der eine Zuchthausstrafe bis zu zehn Jahren vorsieht, „toonn die Freiheitsentziehung über eine Woche gedauert hat, oder wenn eine schwere Körperverletzung des der Freiheit Beraubten durch die Freiheitsentziehung oder die ihm während derselben widerfahrene Behandlung verursacht worden ist". Aus der Provinziashlluptstadt Gießen, den 24. Februar 1930. Prof. Dr. Se H-Oarmstadt 7O3ol)rc alt. Der hessische Gelehrte Professor Dr. Adalbert Seitz in Darmstadt bcgehl am 24. Februar seinen 7 0. Geburtstag. Professor Seitz hat sein Leben vor alkm der Schmetterlingsforschung gewidmet, und wir dürfen in dem jetzt Siebzigjährigen wohl einen der bedeutendsten Gelehrten der Entomologie sehen. Professor Seitz wurde am 24. Februar 186J in Mainz geboren und studierte an der Universität Gießen zunächst Medizin. Sein Hauptinteresse galt schon von früher Jugend an der Zoologie, besonders der Entomologie, und so befaßte er sich auch an der Universität bald mit diesen naturwissenschaftlichen Gebieten. Später unternahm er viele Reisen, die ihn in die entlegensten Teile der Erde führten. Mit dem reichen Schatz seiner Forschungen tonnte er schließlich ein Werk bcg.nnen und durchführen, das ein riesiges Kompendium der Schmetterlingstunde darstellt. Die Groß- schmetterlinge der Erde", dessen erste Lieferung bereits 1906 erschien und das heute nut 630 Lieferungen nahezu vollendet ist. Eine völlig neue Richtung hatte seiner Tätigkeit die Uebernahme der Leitung des Frankfurter Zoologischen Gartens gegeben, und es gelang ihm in den 16 Jahren seiner Direk- tion, bis zum Jahre 1908, dieses Institut nicht nur in seinem Tierbestand, sondern auch in seiner Wirtschaftlichkeit beträchtlich zu heben. Als sich Professor Seitz unter Verzicht auf Pension zugunsten der Arbeiter des Zoos von dessen Leitung nach Darmstadt zurückzog, hatte der Frankfurter Tiergarten Oie glänzendste Jahreseinnahme seit seiner Grün- düng zu verzeichnen. Professor Seitz wohnt auch heute noch in Darmstadt und hat in letzter Zeit am Senckenbergianum in Frankfurt gearbeitet. Der Ge° lehrte entzog sich aber kurz vor seinem 70. Geburtstag den wohlverdienten Ehrungen seiner Heimat und der deutschen Wissenschaft dadurch, daß er wieder nach Brasilien abreifte, das er schon vor drei Jahren jum ersten Male nach dem Kriege be- sucht hatte. Er erfreut sich auch dort, wie weit im Auslande, der größten Wertschätzung der gelehrten Well. Gesellschast Lebig-Museum Die Gesellschaft Liebig-Museum hielt am gestrigen Sonntagvormittag im Physiologischen Institut eine öffentliche Versammlung ab, in der Geh. Rat Prof. Dr. Sommer zunächst sehr interessante Mitteilungen über die Einrichtung eines Liebig-Zimmers in Bad Salzhausen und die Anbring-ang einer Tafel daselbst machte. Es ist beabsichtigt, alles, was mit der Tätigkeit Liebigs in Bad Salzhausen zusammenhängt, zu sammeln und in dem Liebig-Zimmer in Bad- Salzhausen unterzubringen. Weiter erklärte Geheimrat Sommer einen von Dr. QL van den Velden in Weimar gestifteten genealogischen Wandteppich, welcher eine Lieber sicht über die Llhnen I. von Liebigs darstellt. Sodann gedachte Geheimrat Sommer des verstorbenen Geh. Medizinalrat Dr. Adolf Weber, Darmstadt, der als Schüler Liebigs von diesem in seinen wissenschaftlichen Arbeiten wesentlich beeinflußt worden sei, und wies auf die wertvolles -Material enthaltende Festrede Geheimrats Dr. Weber hin, deren Druck beabsichtigt sei. Außerdem gab Geheimrat Sommer Kenntnis von wertvollen Stiftungen der beiden Frl. Körner aus dem Rachlaß ihres Vaters, des Baumeisters und Architekten Iohs. Körner, welcher s. Zt. für Liebig einen Plan für die Anlage der Liebigshöhe anfertigte. Dieser Plan zeigt, daß die jetzige Liebigshöhe nur einen Rest des früheren Geländes der Liebigshöhe darstellt. Das damals zur Liebigshöhe gehörige Terrain erstreckte sich il a. auch über das Gelände, wo heute die Volkshalle steht. Die Stiftung enthält weiter ein Zeugnis, das Liebig seinerzeit dem damaligen Baumeister und Architekten Körner ausgestellt hatte. Wei.er wurden dem Lie^ ig-Muieum von Rordamerika Dllder der nordamerikanijchen Chemiker zur Verfügung gestellt, außerdem wurde das Museum durch eine Sendung von Driesen Liebigs, die allerdings mehr familiengeschichtlichen Charakter tragen und von Verwandten aus Chile zur Verfügung gestellt wurden, bereichert. Zum Schluß wies Geh. Rat Sommer noch auf den im Verlag der Gesellschaft Liebig-Museum erschienenen, von Dr.-Ina. Fritz Hildebrandt (Hannover) verfaßten Aussatz „Miniaturen aus dem Liebig-Museum" hin und gab davon Kenntnis, daß die Arbeit der Gesellschaft feit 1924 vorwärts geht und das Werk einen außerordentlichen Aufschwung genommen habe. Anschließend hielt Oberarzt Dr. S ch o p p e r vom Pathologischen Institut in Gießen einen sehr interessanten Vortrag über: „Das Zellwachstum unter verschiedenen physikalischen und chemischen Einwirkungen in Glai-kulluren." Die Ausführungen des Vortragenden wurden durch FllmbilLer entsprechend erläutert. An den Vortrag schloß sich eine Mitgliederversammlung, in welcher über die Verleihung der Liebig-Museum-Medaille an die Liebig-Gesellschaft m. b. H. in Köln a. R h. Beschluß gefaßt wurde. Handarbeits-Ausstellung der Alice-Schule. Das technische Lehrerinnen-Seminar der Alice-Schule stellt auch in diesem Jahre Nadelarbeiten feiner Schülerinnen zur Schau. Die Dinge, nach Farben in Gruppen geschlossen, zeigen, wie man in einfachstem Material durch leichte Hantstiche oder Maschinennähen Kleidunys- stücke, Wäsche und Gegenstände der Wohnungseinrichtung vielseitig, eigenartig und zwcckentsprcch.nd gestalten kann. Da ist einfachstem Druckstoff allerlei Schürzenform gegeben und ihm durch Fallenlegen und Abnähen eine reiche Musterwirkung ohne Hilfe jedes Besaßstosfes abgewonnen, jedes Schürzchen hat irgendeinen besonderen Reiz. Ein einfacher Nesielstoff ist durch eine Streifenfante in Indem- threnstoff in eine Kaffeedecke verwandelt, der ein paar Stichreihen ihr besonderes Gepräge geben. Ein Wäschestück mit Tüllkäntchen, durch eine farbige Stichreihe an den Stoff genäht, hat trotz des ein- 1 fuchsten Heistellung^materials em reiches Aussehen beiommen. UeberaU sieht man, wie einfachster Werkstoff richtig verarbeitet, mit Liebe und Phantasie gestaltet, Wertdinge ergibt. Die Armut des Geldbeutels muß durch Reichtum der Idee ausgeglichen werden. Gerade in armen Zeiten, wie der heutigen, ist es ja Aufgabe der Frau, mit den bescheidensten Mitteln doch dem Kulturmenschen gemäße Lebensform zu erm.glichen und Armut nicht zur Armseligkeit werden zu lassen. Daß das Seminar versucht, seine Zöglinge für diese Aufgabe der Frau heranzubilden, daß es sich bemüht, aus ihnen Lehrerinnen zu machen, die es versuchen werden, in der ihnen anvertrautcn jungen Generation den gleichen Geist liebevollen Schaffens im Dienste der Behaglichkeit und Verschönerung des Lebens bei allem klaren Erfassen von Zweckmäß.gkell und Gebrauchswert zu wecken, das zeigt ein Gang durch die Ausstellung. Eine Menge Farbübungen, in Buntpapier g.klebt und in Stichen gefügt, geben ein Bild von dem ernsten Bemühen der Schülerinnen, die Augen zu öffnen für die reiche Natur und sie zu lehren, in ihr gute Farbzusammenstellungen zu finden. Bastelarbeiten in Holz und Pappe stellen Lehrmittel und Kinder- spielzcug, bcwcgsiche Holztiere. Druckversuche in Stcmpeldruck zur Verzierung von Buchdeckeln werden gezeigt. Kostümpuppen geben über die Tracht in den verschiedensten Zeiten Aufschluß. Die Textilgegenstände für eine Z mmereinridjtung zeigen, wie einem „möblierten Zimmer", auf das die junge berufstätige Frau in der R.gel angewiesen ist, mit Hilfe einiger Waschstoffe ein wobnliches, persönliches Gepräge gegeben werden kann. Aus dem Blatt wird durch Auflegen der grauen Leinendecke und des Viereckpolsters tagsüber ein Divan, das Kopfsiffen verschwindet in einem farbigen Ueberzug, der mit Eßt mehr Roggenbrot! vier Knöpfen schnell geschlossen den weißen Kissen- bezug deckt und schützt. Der Tisch bekommt eine passende Waschdecke, und das Fenster eine luftige, dreifarbige Gardine, hinter das Bett, den Tages- divan, kommt ein Rupfenbehang, und so fügt sich eins ins andere, daß aus der Schablone des „möblierten Zimmers" das „Eigenheim" sich formt, dem die junge Bewohnerin den Ausdruck ihrer Persönlichkeit geben kann. Diese Zimmereinrichtung ist als Gemeinschaftsarbeit des Seminars entstanden. Die Erwägung, daß nur die Grundfarben blau, rot, gelb, sich jeder Zimmereinrichtung einfügen lassen, hat schnell die Farbenwahl entschieden. Eine Einteilung in Gruppen verteilte die Herstellung der einzelnen Gegenstände, zu denen jede entwerfen, bedenken, gestalten hat helfen müssen. Nur ein Einfügen des einzelnen in die Gesamtheit ermöglichte Einheit der Arbeit. So zeigt diese Arbeit, daß das Seminar neben der Pflege persönlicher Eigenart auch die Erziehung zur Gemeinschaft sich angelegen sein läßt und das Gefühl in den jungen, ihr anvertrauten Menschen zu wecken sucht, daß die Schwere unserer Zeit nur von treuer Gemeinschaft getragen werden kann und der einzelne sich der Gesamtheit einzufügen hat. Mochten recht viele durch den Besuch der Ausstellung dem ernsten Streben der Schule Gutes zu leisten, Anerkennung zollen! Schweres Llnqlück auf der Krofdorfer Chauffee. In der Rächt zum Sonntag ereignete sich auf ter Äroföor(er Cyaussee in tter Raße des Umspannwerkes ein schwerer älnglücksfall. Der Anfang der 2ver Jahre stehende Albert Dolk- m a n n aus Heuchelheim befand sich mit seinem Motorrad, auf dem er noch einen Bekannten bei sich hatte, auf der Rückfahrt von Launs- bach. Als die beiden Motorradler in die Rähe des ^Imspannwerkes kamen, sahen sie plötzlich eine Gruppe von Männern vor sich, die auf dem Marsche von Krofdorf nach Gießen begriffen waren. Dem Lenker des Motorrades, Albert Vollmann, gelang es leider nicht mehr, seine Maschine noch vor den Fußgängern zum Stehen zu bringen, und so fuhr er in d i e Gruppe hinein. Hierbei kam Volkmann mit seiner Maschine zu Fall und schlug mit dem Kopfe so hart auf die Landstraße auf, daß er bewußtlos an ter Stelle des Zusammenpralls liegen blieb. Auch der Mitfahrer stürzte, kam aber zum Glück mit leichteren Verletzungen davon. Don den Fußgängern, in Gießen wohnhaften Herren, erlitt einer Kopfverletzungen. Der am schwersten mitgenommene Motorradführer D o l k m a n n wurde von der Freiwilligen Sanitätsko'onne vom Roten Kreuz mit dem Sanitätsauto der Chirurgischen Klinik zugeführt. H'.er liegt der bedauernswerte junge Mann heute vormittag noch bewustlos in ernstem Zustande darnieder. Allem Anschein nach hat er einen schweren Schädelbruch davongetragen. Lieber die Llrsache des bedauerlichen Lln- glücksfalles liegen bis jetzt sichere Angaben noch nicht vor. Taten für Dienstag, 25. Februar. 1841: der Maler Auguste Renoir in Paris geboren (gestorben 1919); — 1911: der Maler Fritz von ^Ihde in München gestorben (geboren 1848). Bornotizen. — Tageskalender f ü r Montag. Gießener Konzcrtverein: „Mozart-Requiem", 20 Uhr, in der Stadtkirche. — Oberhessischer Kunstvercin: Ordentl. Mitgliederversaimnluag, 18 Llhr, Stadthaus (Bergstraße). — Handelsund Gewerbebank e. G. m. b. H.: Generalversammlung, 20 Ufjt, im Restaurant „Hindenburg". — Lichtspielhaus Dahnhositraße: „Die eiserne Maske" und „Weekend-Freuden". — Astoria-Lichtspiele: „Die gehe'.mn.svo.le Macht" und „Roch find die Tage der Rosen". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag. 25 Februar, wird zum letztenmal Wedekinds „Musik" gegeben. — Mittwoch, 26. Februar, zum letztenmal im Abonnement „Wie es Euch gefällt" von Shakespeare. — „Drei alte Schachteln", Operette von Walter Kollo, wird am Freitag, 28. Februar, zum letztenmal aufgeführt. — Am Fastnachtssonntag, 2. März, wird eine Karnevalspremiere herausgebracht, und zwar der ulkige Schwank „Weekend im Paradies" von Arnold und Bach. Spielleitung hat Heinrich Hub, der selbst die Thielscherrolle im Stück spielt. ** Reichsbahnpersonalie. Der seitherige Dienststellenleiter des Bahnhofs Siegburg, Reichsbahnoberinspektor Brettschneider, wurde zum Bahnhof Gießen als Vertreter des Bahnhofsvorstandes, Amtsmann Dorr, versetzt. Er hat seinen Dienst am hiesigen Bahnhof bereits angetreten. Oie Weiierlaae. Ä ’ÄffH O 2155 Z Ulen Sonntaa, 23. Februar. 1930,8hmcis.5Ei ~...____ \ Tour: Owomenios ©neun <>naiD Ordern » -vomig. ® ororm v Schnee o Graupeln e «eoei K flewaifr (g)w,nosbiit <>. seit» ciente« Ost nissige« Südsüdwest stürmische« «icrdwest oit »lene (Hegen mit dem winde Sie oei den Stationen stenenden Zart- ■en geoen die Temperatur an Oie Linien vtrpmdeo Orte mit gleichet^ «*i nttresmveau umoe-#neien Uiltdrucx ^Zctterooraussage. Die Wetterlage steht nach wie vor im Zeichen hohen Luftdruckes. Der allgemein weitere Barometeranstieg bei gleichzeitiger Ausdehnung des Hochs dauert fort. Ueacr Südskandinavien, das mitten im Bereich des Kerngebietes liegt, erreicht das Barometer einen Stand von nahezu 790 mm. Im nordöstlichen Teile des hohen Druckes ist Bewölkung und stellenweise auch etwas Riederschlag ausgetreten. Für unser Gebiet wird sich jedoch keine Aenderung bemerkbar machen, wenn auch zeitweise leichte Bewölkung vorherrscht. Ebenso erfahren die Temperaturen keine wesentliche Aenderung. Wettervoraussage für Dienstag: Heiter, auch zeitweise schwach bewölkt, trocken, leichter Rachtsrost. Amtliche Wintersportnachrlchten. Vogelsberg. HoherodsLvPf: Klar, minus 5 Grad, 22 Zentimeter Schnee, 1—2 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut. — Herchenhainer Höhe: Klar, minus 1 Grad, 15 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut. Sauerland. Winterberg: Nebel, — 5 Grad, 15 cm Schnee, 1—2 cm Neuschnee, lückenhaft; Ski» und Rodelmöglichkeit sehr gut. Schwarzwald. Feldberg: Klar, — 11 Grad, 115 cm Schnee, 1—2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut. Alpen. Garmisch-Partenkirchen: minus 8 Grad, 5 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut — Berchtesgaden : Klar, minus 7 Grad, 21 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski- und Rodelmöglichkeit sehr gut •• 7 5. Geburtstag einer alten Gieh- n e r i n. Am 25. Februar begeht Frau Luise W i l k e r, Gießen, Goethestrahe 67, in vollster körperlicher und geistiger Frische ihren 75. Geburtstag. Frau W i l k e r ist die Witwe des im Jahre 1919 verstorbenen Rechnungsrats Alexander Wilker. Sie entstammt der alten Gießener Familie Iughardt. Die Jubilarin feiert ihren Ehrentag im Kreise ihrer Kinder und Enkelkinder in Amsterdam, wo ihre Tochter mit Dr. med. Schoenewald verheiratet ist, während ihr Sohn als Major a. D. in Frankfurt a. M. lebt. ** Ein ausgezeichneter Wintersporttag war den Freunden des Ski- und Rodelsports gestern auf dem Hoherodskopf und im Oberwalde geboten. Schon mit dem Mittagszug am Samstag, in der Hauptsache aber mit dem Frühzuge am gestrigen Sonntag begaben sich von Gießen aus viele Wintersportler hinauf ins Gebirge, so daß man auf dem Hoherodskopf wintersportlichen Hochbetrieb hatte. ** Autobusfahrt zum F u ß b a l l - L a n - derfpiel in Frankfurt a.M. am kommenden Sonntag richtet die Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" von Gießen aus ein. Fahrtinteressenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. ** Eine Steuerprotestkundgebung in Gießen. Wie im Anzeigenteil unserer Samstagausgabe bekanntgegeben, wird das Handwerk im Kreise Gießen am kommenden Samstagnachmittag im Saale des „Aquariums" mit einer Steuerprotestkundgebung vor die Oeffentlichkeit treten. Redner ist der Syndikus Dr. Lindemann von der Handwerkskammer Darmstadt. Bürgerme.ster Buxdaum-Oarmstadt nicht wiedergewählt. WSN. D a r rn st a d t, 22. Febr. Nachdem in der letzten Stadtratssitzung bei der Wiederwahl des Bürgermeisters Buxbaurn Stimmengleichheit (25 Stimmen mit ja, 25 mit nein, 1 Stimme ungültig) erzielt worden, sollte beute zur Klärung der Rechtslage die Wiederwayl wiederholt werden. Der Stadtrat schloß sich dabei in seiner Mehrheit einem Ausschußvericht an, der auf Grund eines juristischen Gutachtens zu dem Ergebnis kam, daß die Wiederwahl Buxbaums ab- gelehnt sei. Bürrermeister B u x b a u m , der sein Amt seit mehr als zwanzib Jahren bekleidete und sich große Verdienste um die Stadt Darmstadt und ihre bauliche Gestaltung erworben hat, ist somit nicht wiedergewählt. Winterkur Nervenkranke u.Nervös-Erschöpfte SpezlilknranstaltHolbele Im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch WW San.-Ral Dr, M. Schulze-Kahl eyss, Nervenarzt Das ist der rentable Kleinwagen für Sie! Wanderer telegraphiert: Wiederaufnahme fabrlkation eechedreißiger heute begonnen Pi; Kostenlose Vorführung und fachmännische Beratung durch: W. Letsch, Gießen, Krofdorfer Straße 16, Fernsprecher 3235 4 0D 1610D in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: Steinberg-Watzenborn, Lang-Göns, den 24. Februar 1930. "1281 "t- ■ ■Ä Kath Elisabethe Happel geb. Harnisch Familie Ludwig Schäfer IV. Familie Ludwig Happel in. Familie Wilhelm Henrich. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen guten Mann, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater. Großvater, Urgroßvater, Bruder, Schwager und Onkel •? J Statt jeder besonderen Anzeige. Am 22. Februar früh 5 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser herzensguter, lieber Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Carl Stückrath im 64. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabeth Stückrath geb. Stimbert. Gießen (Asterweg 47), Gonsenheim-Mainz, Kreuzlingen, den 24 Februar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Februar, vormittags 11 Uhr, von der Neuen Friedho'skapelle aus statt. Beileidsbesuche dankend verbeten. Henn Balfkaser Happel HI. nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahre. Sonntagmorgen 10%, Uhr, Statt besonderer Anzeige. Am Samstagvormitlag entschlief nach längerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Karl Henkel im 62. Lebensjahr. Im Namen aller Hinterbliebenen: Margarethe Henkel geb. Steiß. Salzböden, Odenhausen, den 24. Februar 1930. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. Februar, nachmittags 1 % Uhr statt. 1 Bergwerksdirektor I6I3D Andenken bewahren. [16211* Heldisöunö 0. ZiviiblellslvereWglen Rudolf Köln a. Rb. 11616V k- im Alter von 69*/, Jahren. Theodore Schiffmann Carl Schiffmann Ottilie Schiffmann geb. Sack Hungen, den 22. Februar 1930. Dipl.-Ing. K. Schiffmann Hildegart Schiffmann geb. Urban Dr. phil. F. Schiffmann a ch r u s. Plötzlich u. unerwartet bat un:- der unerbittliche T ob den heben unb treuen Kameraden Gustav Lüddecke, Gruhendlreklor unseren Reiben entflihrt. Wir haben einenechien.beuifcheu Mann verloren, dessen Charakter in jeder Skateuun i vorbildlich war. Allzu- lriih ist e> von und geiditebcn und tuix werden tbni stets ein treues Die Einäscherung fand auf Wunsch des Verstorbenen in aller Stille in Gießen statt Am 19. d. M. entschlief sanft unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Wilhelm Schiffmann 0,1 'Lü Veoiveiev für Ortenierg Oberbcssen nnd Umgebung. Cr muh ein ganzer Kerl 'ein. Muh ßxeuoe daran haben, eine schwierige Ausgabe zu meinem. An leine Arbeit muh er mit wörtlicher Begeisterung neben und dari nicht bei einem Miberioig die Flinte toiort tnS Korn werfen. Wtr und eine deutsche i n- abhängige Maxgarineiabxik. Die Quält äi unserer Ware tu so, bah es eine >rende ist, sie au verkaufen. #Vür den richtigen Matin tit in unserem Außendienst jeder Aufstieg möglich. Aber der AiMtieg muh zäh ex» tttbetiet werden. Die Berhalintsse des Le- werb' rS müssen fo fein, bah er eine Sicherheit stellen kann. Wer bat Vmt und Vicbe dazu? Nachrichten belörbert um. K. J. 8343 Die Beerdigung fipdet Dienstag, den 25. Februar, vormittags 11 Uhr. von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 16091* Um zahlreiche Beteiligung bittet der Vorstand. 1866 Fünfziger Vereinigung 1916 Unseren Mit gliedern machen wir hiermit die traurige Mitteilung von dem Tode unseres lieben Altersgenossen Carl Stückrath. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, Hit- Ableben glleder Heben alten Kenntnis Gießen, den 24. Februar 1930. „Union“ Gießen. Für Hausfrauen und Hausangestellte finden am Dienstag, den 25. Februar 1930, 16 lthr und Mittwoch, den 26. Hebruar 1930,20Uhr im Saale des Caf6 Leib, Gießen, DaNtorstr. Dorträge der Frau W. Hednch, Äerlin, über Giampiütte« statt. Dorgesührt und erklärt wli d das Stärken, plätten, Neuplätten und Glanzieren mittels elektrischen Äügeleisens. Fede Hausfrau ist in der Lage, die Stärkewäsche ihres Haushaltes . selbst zu plätten. Gratisverlosung elektrischer Gegenstände. Eintritt frei! iöiod Eintritt frei! Elettro-Gemeinschast und Hausfrauen-Vereine, Gießen Lichtspielhaus Bahnhofstrafee 34 Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Die eiserne Maske 10 Akte nach dem bekannten Roman von Alexander Dumas: „Der Mann mit der eisernen Maske". In der Hauptrolle: Douglas Fairbanks der Held unserer Zeit, herrlich, jung, stark, gewandt, schlank und kraftvoll. „Douglas Fairbanks" reitend, kletternd, springend, boxend, ein Prachtkerl mit kochendem Blut und stählernen Muskeln. Ferner. Weckend - Freuden Lustspiel in 2 Akten. Sowie: Die neneslen TaOesherlchle ans allerWelt Asioria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Das grobe Donnel-Sdilaeer-Profirainm: 1. Schlagen Die geheimnisvolle Macht Ein Sensations- und Abenteurerfllm in 8 spannenden Akten, in der Hauptrolle: Harry Piel 2. Schlagen Noch sind die Tage der Rosen Ein Film von Studenten, Jagend und Liebe in 6 Akten. 1386t W« WIM-SeMe [»««i«»*. i Dienstag, den 25. Februar, nachmittags 2 Uhr, versteigere Dienstag auf dem Wochenmarkt Lchcllfiich o.K. 38 A Kabeljau o. St. 38-) Filet (Kabeljau) 61) 4 Schollen 65 c). M'Mgeiis.W lmMe-I. «aninc 4-ZIMMkl'DOlfNW Neubnu.ev. weniger, mit etwas Garten, schöne freie Vage, Nähe Wichen, Auto« Verbindung, fo ort preiswert zu uetm. Angebote un er H K 100 postlageni Butzbach. 01224 ich im Löwen, Neuenweg dahier, zwangsweise geg. 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Braue?, solides Mädchen d. schon in Siellunp war, gek.ichl. 1611U Frau Dr. Eidmau» Wetzlarer Beg37. Be[ge6anflöon$nl)leBnaen. Die für den Städtischen Schlachthof Gießen im Rechnungsjahr 1930 (1. April 1930 bis 31. März 1931) erforderlichen Fuhr- leistungen an etwa 720 Tonnen Kohlen, bestehend in: Aufloden, Anfahren und Abladen sollen öffentlich vergeben werden. Die Angebote sind verschlossen und post- frei mit der Aufschrift „Fuhrleistungen" versehen, bis zum 1. März 1930, vormittags 10 Uhr, an uns einzureichen. Die Oeffnung der Angebote erfolgt in Gegen- wart der erschienenen Anbieter. Die Bedingungen können bei der Verwaltung in der Dienstzeit eingesehen werden. Zuschlags, und Bindefrist: 3 Wochen. Gießen, den 20. Februar 1930. 15050 Die Städtische Schlachthofverwaltung. Holzsubmission Die Gemeinde Ettingshausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: 16010 fUefernffümme. Los 1. la-Kl. 12 Stck. - 1,94 fm „ 2. lb- „ 130 „ - 42,05 „ „ 3. lb- „ 125 „ - 37,90 „ „ 4. 2a- „ 176 „ - 96,21 „ „ 5. 2a. „ 150 „ - 77,03 ,. „ 6. 2b. „ 93 „ - 81,78 „ „ 7. 2b- „ 34 „ = 24,83 „ „ 8. 3a- „ 13 „ = 14,59 „ Fichtenstämme. Los 9. la-Kl. 147 Stck. = 25,27 fm „ 10. lb. „ 96 „ - 30,04 „ „ 11 2a. „ 87 „ - 61,62 „ „ 12. 2b- „ 67 „ - 77,23 „ „ 13. 3a. „ 12 „ = 17,48 „ „ 14. 3b- „ 5 „ = 9,76 „ Aichtenderbstangen. Los 15. 1. Kl. 450 Stück „ 16. 2. „ 680 „ „ 17. 3. „ 1807 „ Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, getrennt nach Losen, verschlossen mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Mittwoch, den 26. Februar 1930, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureicyen, wo- selbst auch die Bedingungen, welchen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Angebote unterwerfen, eingesehen werden können. Die Eröffnung findet zu vorer- wähnter Zett auf dem Rathaus statt. Günstige Zahlungsbedingungen. Man bittet. dos Holz vorher ansehen zu wollen, es wird auf Verlangen von Herrn Förster Keil vorgezeigt. Spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Ettingshausen, den 22. Februar 1930. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen D p p er. | Verkäufe ( Bu vcxtiiuicii: Sieben Kubikmeter üO mm stacke ^*1) Eichen- Bohlen zuTievvenitufen bei W lbelm Franz Bimmermciitcr in ynubiid) iHesicnl Brunn geiunüe MIM! nib: ab 0^,1 C. Vogt L, Lich. [Empfehlungen Bet Katarib.Huslcn, Asthma trinkt man auch in veralteten Fällen s. auitallend fctleimlö» senden Ke mni-Asthma- Tee. Zu Haven Inder Pelikan'Avotbeke, Kxeuzvtatz. 1234V |>rim ■« grüne Heiiiw 3 Psd. nur 65 Pf.' ^WvousCmooeii Marliur. 14. I"1'" HielieDerrienltiMrtl- lolterie. WW« Gewinne t.W. ö.iul 7500 juc Höchstgew. t. W. vol 2000 1000 JLH ufiu. Lose ä 1 1l Stück lu JUt sind in all. Vofencidtäfien zu haben tt b. i Vulv' acker stieuenBäi eil | Verschiedenes Juristische Repetitorien werden erteil!. Schrifil. Anfrage« unter 14601) an öfn Gien. An einer Wohnungsvergebung. Unsere zum 1. Mai d. I. bezugsfertig werdenden 36 Wohnungen, bestehend aus: 3 Zimmern, Küche, Bade- und Dachzimmer nebst 2 Kellern, sollen an Mitglieder unserer Genossenschaft vergeben werden. Die Wohnungen befinden sich am Aulweg (Wohnhof) und sollen die Mieten hierfür nach den vorläufigen Berechnungen durchschnittlich 65 Mark betragen. Schriftliche Anträge auf Zuweisung einer solchen Wohnung erbitten wir bis spätestens 28. d. IN. Anträge, die bis dohin nicht gestellt wurden, können nicht berücksichtigt werden. 16080 Gießen, den 11. Februar 1930. Baugenossenschaft 1894 zu Gießen e. G. rn. b. h. Der Vorstand. Heute abend N|r 1 MMM. Stadttheater DieuStaaSS.Fcbr. von 20 bis 22 Uöt rLDlellbta«AV.-M Mfll Sittcngemäloe In vier Bildern öOB tzrank Wedetmd. Süri UlrU -rs -®ie amK O Ml iS. öle Zigeun' Lamslag in der 6t taten, fo die Türe , der Spek Selellscha solchen * ausder Polizei w schassen, stech gcgc Ortsbürg« die Poli^ schnellsteni ifre Doge tpo es noc Vemuter b * Kle der hiesig kinders rcäabf1 Kranke Jung e gebnis: i im Ausgi das 3ahr pcrbfcibf. finanzielle aus. Hier von 1463,0 1600,47 Ä einem Des muh, das Rechnung' durchschni Mark fiel geld nur fo daß i find. An schule im Klein-Lin waltung Linden, t besonders Sammlun von 181,1 nicht geni zu decken, Äremme stehenden S zu rusrn.' mit der 1 Die Qlnfd die Kran! den abgel rigfeiten i schosfung kinderschul für die 9 Die J 14 Fortles, Die Sp ging er Augen un wandle sic ^ien'chcng . Hun vr ipm unaus dah der < 'n die fio Weit h Suche i 3n sein ,eur eine konnte. Ei ■•©Uten -Habe b Hvnnecke ^>°nd aus; sollen ,-Dr.Dab ani9 an. -Alt .-3$ ha ?“ mich' ‘QQtn, ^Terln ■>i!t . .\n dies i». Zvrt । -Der D "Oo." 4-7 Wad 8.°-. ,15°. Io . Ä IrZ^r des hinei>^ ichi f Sie Nr. 46 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Montag, 24. Zebruar 1930 er 323- Dlllkl'TU,» lobe Riehen.» iert,«ClB I 11Mb°te U! ’^orraboan "b raaerraun, f »4 la gJt|ftiiraher Stellenangebr SelPrövTv Vertrete i'lm Betuche । Lrogerien ufro. ^R- Bemie, «Nkied. erbet, n J-F. SSuberiii °r« titauee, ioäti TOM Won in Siellm ar, üel.icht. 1611 tauDr.($ibmau Merkaule ÖU Vtltiiuih Lieben Subito: 50 mm sptte - Eichen- Bohlen iiitieppenmikr: W Ibelm Km dimmermcii- in mbiesem Fahre die Deutschen Hochschul-Ckimeisterschaf- ten ausgetragen werden. Fast jedes Haus hatte geflaggt, und auch der sportliche Rahmen war der denkbar günstigste. Herrlichstes Winterwctter und sehr gute Schnee- veryältnyse begünstigten die 100 gestarteten Teilnehmer am 18°Kilometer°Langlauf. Es war denn auch kein Wunder, daß die erzielte Zeit von 120,40 des Siegers L e u p o l d (Breslau) ganz hervorragend wurde. Auf dem zweiten Platz endete der Favorit Hetmuth Lantschner (Innsbruck) vor P u g l (Graz) und dem Münchener von Kaufmann. 3m Mannschaftswettbewerb konnte die erste Grazer Mannschaft ihren Titel erfolgreich verteidigen. Zweiter wurde die Universität München. Wirtschaft. Deutsche Veamtenzentralban! - DD-Janl. Der Deutsche Deamtenbund, der Deutsche De- amtenwirtschastsbund und die den beiden Organisationen gehörende Deutsche Beamtenzentralbant, Berlin, haben mit der Deutschen Bank und Disconto-Gesell- schäft einen Vertrag geschlossen, dec der De» amtengeldwirtschast eine starke Stütze geben soll. An die Stelle der Deutschen Deamtenzentralbank, die aus formalen Gründen liquidiert wird, tritt unter Umgestaltung eines im Besitz der Deutschen Deamtenzentralbank befindlichen Danken- mantcls ein neues Llnternehmen auf gemeinnütziger Grundlage mit einem Kapital von 500 C00 Mk. Für sämtliche Einlagen bei dieser Dank, sowohl Spareinlagen, wie Guthaben aus Gehaltsüberweisungen, wird die Deutsche Dank und Disconto-Gesellschaft die volle und unwiderrufliche Garantie übernehmen. Dem Au,sichtsrat werden im wesentlichen dieselben mit den Be- amtenorganisationen und der Beamtengeldwirtschaft aufs engste verbundenen Herren angehören, die Mitglieder des Aussicht rates der Rutschen Beamten Zentralbank sind. Eine Ergänzung des Aufsichtsrats erfolgt durch zwei Vertreter der DD-Dank. Die V rstandsmitglieder der Deutschen Beamten'enlralbank, Lockenvitz und Witt, treten in den Vorstand der neu zu gründenden Dank ein. Fusion in der belgischen Elektroindustrie. Brüssel, 22. Febr. (WTD.) Die Sociöts Gönerale de Delgique, die Banque de Bruxelles, sowie die Banque de Paris et des Pahs-Bas haben ein technisches Abkommen abgeschlossen mit dem Ziele, die Erzeugung und den T r ansport von Elektrizität in Belgien aufzuteilen und jeden Wettbewerb auszuschliehen. Das Zustandekommen dieses Abkommens steht im Einklang mit der Haltung der belgischen Regierung, die anläßlich der Verhandlungen der Kommission der großen Arbeiten dem Wunsche Ausdruck gegeben hat, daß die belgische Elektroindustrie einen Block bilden und dem gegenseitigen Wettbewerb ein Ende machen solle. * G. - D. d e r A. E. G. Die G. - V. der A. E. G. erledigte die Regularien und fetzte die Dividende auf 9 (i. V. 8) Prozent fest. Nach Mitteilung der Verwaltung hat der im laufenden 3ahre um 30 Millionen Mk. zurückgegangene Auftragseingang eine weitere Verminderung nicht erfahren. Aus der Transaktion mit der General Electric Co. fließen dec A. E.G. am 31. März d. 3. 30 Millionen Mk. zu. Der Reservefonds, laut Bilanz per 30. September 1929 46 Mill. Mk., werde voraussichtlich auf 60 bis 70 Mill. Mk. steigen. Die Verwaltung wurde ermächtigt, zur Kündigung von rd. 2,5 Mill. Mk. Vorzugsaktien (effektiv vorhanden noch 2,4 Millionen nach der bekannten Llmtauschaktion). Ferner wurde der Antrag auf Erhöhung des Kapitals um 2,4 Mill. Mk. zwecks Abrundung auf insgesamt 200 Millionen Mark genehmigt. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers*. Frankfurt a. M., 24. Febr. Tendenz: geschäfts- los. Zu Beginn der neuen Woche trat infolge des anhaltenden Ordermangels keine Geschäftsbelebung ein. Anregungen fehlten ebenfalls. Die Neuyorker Börse vom Samstag war wegen Feiertags geschloffen, die übrigen Auslandbörsen logen zumeist schwächer. Die geplante Betriebseinschränkung bei der Mannesmann-Rähren- Werke A.-G.. von der mindestens 1000 Arbeiter betroffen werden, machte einen nachteiligen Eindruck. Zu den ersten Kursen kamen auch heute wieder nur wenig Abschlüsse zustande. Die Spekulation verhielt sich sehr reserviert und legte große Lustlosig- k e i t an den Tag. Vereinzelt wurden Abgaben oor- genommen, so daß verschiedentlich Abschläge eintraten. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag war die Kursgcstaltung nicht einheitlich. Auf der anderen Seite besteht in Anbetracht des morgigen Liquidationstages einiges Interesse für Spezialwerte. Hiervon ausgehend erhielt die Grundtendenz eine nicht zu verkennende Widerstandskraft. Eine Belebung trat aber trotzdem nicht ein. Am Elektromarkt eröffneten Siemens, Schuckert, Licht & Kraft und Rheag ufw. 1 v. H. schwächer. Lechwerke lagen gut behauptcl, während AEG. leicht anziehen konnten. Am Chemiemarkt waren Farben leicht gebessert. Rütgerswerke mußten 1 v. H. nachgeben. Am Montanmarkt gingen bei kleinstem Geschäft die Rückgänge nicht über 0,5 v. H. hinaus. Kaliaktien eröffneten leicht gedrückt. Schiffahrtswerte verkehrten uneinheitlich. Hapag gaben 1,75 v. H. nach. Norddeutscher Lloyd lagen dagegen 0,5 v. H. fester. Am Bankenmartt lagen Dresdner Bank mit plus 1 v. H. etwas gefragt. Die übrigen Werte dieses Marktes waren geringfügig schwächer. Am Bauuntcrneh- mungsmarkt konnten Hoch- und Tiefbau etwas mehr hervortreten und 1,5 v. H. gewinnen. Renten waren vernachlässigt. Im Verlaufe war die Stimmung eher etwas zuversichtlicher. Auf Räckdeckungen traten meist kleine Besserungen ein. Siemens lagen weiter eher etwas niedriger. Das Geschäft war im großen und ganzen sehr klein. Am Geldmarkt war Tagesgeld auf 5,5 o. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,189250, gegen Pfund 20,3660, London gegen Kabel 4,8617, gegen Paris 124,24, gegen Mailand 92,83, gegen Madrid 39,15, gegen Schweiz 25,1975, gegen Holland 12,1240. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 24. Febr. Die anhaltende Or - derlosigkeit war auch für die heutige Börse ausschlaggebend. Während wirtschaftliche Momente besonderer Art nicht vorhanden waren, hemmte die Entwickelung der politischen Debatte im Reichstage die Unternehmungslust der Spekulation weiter. 3mmer noch besteht aber die Hoffnung, daß bis Ende des Monats das notwendige Kompromiß zur Annahme des TZoung- planes. erzielt werden wird, um den Räumungsbeginn der 3. Zone nicht au gefährden. Daher verhielt sich die Börsenspekulation abwartend, und nur kleine Verkäufe seitens des Publikums waren festzustellen. Die vorbörslichen Hoffnungen, daß die Kurse etwas freundlicher werden würden, (Farben waren bis 164,75 v. H. heraufgesprochen worden), erfüllten sich nicht, denn es überwogen zu den ersten Kursen noch leichte Kursrückgänge. Das Geschäft war aber so klein, daß die Kurse schon auf ein 6000-Mark- Angeöot ausgesprochen reagierten. So verloren Rheinische Braunkohlen 3 v. H., Bergmann 3 v. H.» Schubert & Salzer 4,5 v. H. Anderseits waren BMW. 1.5 v. H. höher. Auch Dessauer Gas konnten sich um 1 v. H. befestigen. Der Montanmarkt lag trotz besserer Eisenberichte vernachlässigt, kursmähig jedoch behauptet, während Schiffahrtsaklien angeblich durch den geglückten Start der „Europa" etwas profitierten. Deutsche Anleihen waren behauptet.. Ausländer waren ruhig, Türken schwächer. Die 4,5proz. Tehuantepek verloren 1 v. H. Der Pfandbriefmarkt war still. Der Geldmarkt war unverändert leicht. Tagesgeld 4 bis 6,5 v. H.; Monatsgeld 6,75 bis 8,50 t>. Sy; Warenwechsel 5,90 v. H. Reportgeld bleibt zum Sah stark angeboten. Diese Tatsache und die Hoffnung auf eine innerpolitische Einigung hatten im Verlaufe kleine Deckungen zur Folge. Stärker behauptet lagen Deutsche Linoleum und Schubert & Salzer, BMW. setzten ihre Befestigung um 0,75 v. H. fort. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.» 14. Febr. Auftrieb: 1450 Stück Rinder; darunter 331 Ochsen, 68 Dullen, 620 Kühe, 386 Färsen. 535 Kälber, 94 Schafe, 4628 Schweine. El notierten: Rinder. Ochsen: vollfleifchige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 54 bis 57 Mk., ältere 50 bis 53, sonstige vollfleischige, jüngere 46 bis 49; Bullen: jüngere, vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 56, sonstige vollsleischige oder ausgemästete 49 bis 53; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41 bis 45, fleischige 34 bis 40, gering genährte 28 bis 33; Färsen (Kalbinnen, O'ungrinder): vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 56 bis 58, vollfleischige 52 bis 55, fleischige 48 bis 50. — Kälber: beste Mast» und Saugkälber 73 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 72, geringe Kälber 60 bis 67. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 78, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 76 bis 79, von etwa 200 bis 210 Psd. 77 bis 80, von etwa 160 bis 200 Pfd. 76 bis 80, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. 74 bis 78 Mk. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer äleberstand. Kälber und Schase mittelmäßig geräumt. Schweine ruhig, Tleberstand. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Trotz der etwas kälteren Witterung konnte sich das Geschäft infolge der weiter verschlechterten Wirtschaftslage und der teilweise recht starken Neuproduktion nicht beleben. Die Tendenz ist flau. (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, 3nlandeier ab Station.) Preis« in Pfennig per Stück: Bulgarische 7 bis 7,25, jugoslawische 6,75 bis 7, rumänische 6,75 bis 7, polnische 6 bis 6,50, holländische 8 bis 10,50. dänische 8 bis 10,50, belg.-flandrische 9,50 bis 9,75, französische 9 bis 10,50, schlesische 9,50 bis 10, bayerische 8 bis 9, norddeutsche 9 bis 10,25, Kühlhauseier 6 bils 7 Pf. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 24. Febr. Der Produktenmarkt war zu Beginn der neuen Woche lustlos. Die schwächeren Auslandnotierungen übten auf die Händler einen starken Druck aus. Die meisten zur Notierung gelangten Getreidearten lagen bis 0,25 Mark schwächer. Weizenmehl konnte sich ebenfalls nicht behaupten und muhte 0,50 Mark nachgeben. Roggenmehl blieb dagegen behauptet. Es wurden notiert: Weizen 25,75 bis-26; Roggen 17,25; Sommergerste für Brauzwecke 17,50 bis 18; Hafer (inländischer) 15,75 bis 16; Mais (gelb) für andere Zwecke 15 25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38 25 bis 39; Roggen- mehl 24,75 bis 26; Weizenkleie 8 bis 8.10; Rog» genlleie 8 25; Erbsen, je nach Qualität für Spei e- zwecke, 22 bis 23; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 35 bis 38; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 9 bis 9,50; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht. 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt, 5; Treber, getrocknet, 12 bis 12,25. Tendenz: lustlos. Gewinnauszug 5. Klass, 34. Preud'scd-Silddenlscbe (260. Prcuß.) Klassen-Lollerie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 13. Ziedungstog 22. Februar 1930 3n der heutigen Bormittaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 »etolnnt iu 5000 M 270509 6 ©ttoinne tu 3000 M. 70893 179172 377528 14 »etrtnne in 2000 OT. 44944 171724 198667 212166 288913 295457 299271 54 ffetPinn» eu 1000 OT. 11181 18134 24913 48879 58594 97434 99226 132293 133538 142527 190054 190368 193964 197681 205741 233934 242257 252813 254682 283267 285977 297674 311965 370357 384304 391316 396163 86 »fttnnnt .u 600 M. 2839 28608 36370 62563 71904 76609 106096 106229 107459 112796 129834 129981 135144 142217 155014 158088 182330 186706 195334 196263 200339 202680 205445 211130 212862 218699 225566 244950 247369 247949 231192 253551 264010 272514 275918 281551 303911 306092 306470 324889 343854 371543 388038 220 (Sttninne .u 300 TL 2054 3826 12976 13987 28388 36122 41816 43186 43651 64167 58028 63972 67674 82565 84617 86762 88081 90607 92358 92959 93642 95838 98997 99550 99883 100264 103919 111073 130110 130830 132677 133251 134270 140415 141488 143674 147105 147417 168794 159178 160632 161267 163125 166204 167370 173632 174913 175806 181115 181532 190859 191239 192346 192435 193572 194817 195558 205164 205684 210653 214029 216311 224027 250430 252337 260519 264872 268051 271236 277746 280711 281712 283969 284656 284656 286884 290846 294346 295386 297598 298870 299185 305169 315123 317736 321554 324266 324596 326659 327979 328709 330145 330773 336254 336560 339972 348854 350460 350537 351984 354500 360204 369441 372381 373004 379195 379334 382648 383073 393576 dn der heutigen Nachmittagsziehvng wurden Gewinne über 150 M gezogen 2 ®.etnni »v 5000 W 26670 2 Beotnne |t> 300C W 213223 12 »«to'nn« w 2000 -m. 93834 113026 120463 284158 293331 374788 30 »ewinn. «v 1000 M. 26917 113977 Idyntjl 164478 192932 196466 209051 223747 255'58 259342 266691 273457 284658 333750 360' ■ 6 66 ®»rc nn» ,u 600 M. 19'24 52044 63657 64' )0 78285 83020 88582 89638 90374 111186 123765 157276 158980 166833 176038 190518 >92741 204936 212503 221769 227208 228028 260539 274490 265282 293006 306817 307132 356954 361635 376356 385609 395543 154 »ettnnne w 300 M 212 2609 29'9 11166 26927 27556 32047 34531 46681 57401 67616 57952 33696 63973 646'0 66713 70802 74798 80503 39700 91275 96164 ,031'2 103877 II2627 I19938 122017 124675 136807 149011 160611 162248 171546 176119 178311 I78463 183316 183321 186091 195642 196021 198410 199804 201586 203646 207077 214968 225611 225534 234028 247674 250546 261411 25588k 26318k 270268 28994= 295257 300771 30" 9k 316847 318071 32'602 322536 345616 34566t 346120 353366 364664 35876k 369700 370937 382610 383978 384700 386604 389583 Im Hewmnrad« verblieben: 2 Prämien zu le SnOOfti. 2 Gewinn, zu je 4 zu i, 7500Q, 2 zu |t 5O')UU. 6 *u |e 25-XX). 46 zu je 100 X), öd zv s- VMK), 266 zu ft »XX) 452 zu ,e 26,2 2,75 6.75 6,5 6,7 10,75 17 8,7 ii i £ i £££ im s i । i i i । । । i । i i - i vumburfl.'.'lmentQ 'Batet ...» Hamburg-Südam. Dumpsschifs. 8 Hanta Tampsschiss.....10 Norddeutscher Llond.....8 Allgemeine DeutscheCreditanN. 10 Barmer Banlvercin .... 10 Berliner Handelsgelellschast . 12 Commerz- und Privat-Bant . 11 Darmstädter und Nationalbant 12 Deutsche Bant und Tisconto-Gelelljchast, ... 10 Dresdner Bant......10 Reichebant...... . 12 A.E.G........ 8 Bergmann.........9 Elettr. LieserungSgesellfchaft. 10 Licht und grast......10 »leiten & Guilleaume . . . 7% Gesellschaft für Elettrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ClettrtzitütS-Werte 10 Rhelnifche Elettrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Sckmckert L Co.......11 Siemen« & Halste.....16 Transradio..... 8 Lohmener L Co.......1( Buderus...... 6 Deutsche Erdöl.......6 El,euer Steintohle......8 Gelientirchener.......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen........61 * * * * 6 * * * * * 12, Iise Bergbau ...... 10 Koln-Neuessen........7 Mannesmann-Räbren .... 7 Aianefelder Bergbau.....7 Lberschles. Eisenbcoars .... 6 cberschles. Kotewerte.....7 Pbantr Bergbau......6'< Rheinische Brauntohlen . . 10 Riebeck Montan ...... 7,2 101 103,65 121 129,5 186 155.5 237 .49,25 '49.25 291 172 204 .63,5 166.75 125 142 86,5 258 165,5 74,5 100,75 137 136 >60 05,5 4,5 '04,5 102,5 243 116 96 6 104,13 129,25 155 159 172,J 165.5 125 168 >41 257 74 102,75 116,5 99.13 168 103,4 121 129.25 184.75 155,5 237 5 149 49.5 291.25 171,7b '2u3.5 165.75 166,75 132.25 186 256.5 165 73,75 l 1.4 136,5 37,5 135.5 261,5 04.5 107.25 03,65 04.5 79.25 100 102.25 241,75 115,9 96,6 104,5 121,5 129,25 185,5 155,5 236 148 75 149,75 291 171 200.5 125,13 166.25 132 185.5 257 74 101,5 136.75 137-5 135.5 260.13 104.5 106,5 103.75 104.5 100 101,5 240 116 ■^ronftun a. Berlin Schluß«! iurd | '«Uhr« Kurs Gchmß» turd Anlang« Kurs Datum 22. '2. 24. i. 22. ?. 24. 2. Bereuugte Stahlwerte . 100 75 — 100.5 100.5 Otavi Minen..... . 16'/, — —• 57 57 Kaliwerke Aschersleben . 1' 207 206.5 207.4 Kaliwerte We eregeln . e e 10 211 — 212 — Kaliwerte Sa.ldetsurth . • • 15 355 — 353,5 352 0. Harben-Jndustrte. M e 12 164 164,13 163.5 163,5 Dvnamit Nobel .... . 6 — — 77.65 Scheideanstalt..... . 9 — — — Goldschmidt..... e e . 5 68 — 68.5 69.5 . 6 /6,65 75.6 76 75.25 Melallgesellschaft. . . . • • . 8 08.5 107.5 108 25 — Philivv Holimann . . . . 7 86,5 95.25 —• Zementwert Heidelberg 10 125 125 — Gementrocrl irlstadt. . • e 10 Wavb & Frehtag . . . . 8 — 85 — Schultheis Payenhoser . 15 * — 270 270 Lstwerte....... 1L — — 238,25 208 Atu......... 18 113 — 111 111.25 Bemberg....... 11 163 — 16o.13 160.6 Zellstoss Waldhos . . . . 18'/» 205 — 204,5 2u3.25 Zellstoss Aschaskenburg . e e 12 152 — 152 152,75 Charlottenburger Walser • • . 8 — — 104 103,75 Dessauer Gas..... • • . 9 — — 169 170 Daimler Motoren . . . ■ e . v 18.25 — 38 38 Deutsche Linoleum . . 243 — 242 242 sNaschinenbau 91.-0. . . . 0 - 44 43,9 Rat. Automobil . . . . e « . 0 — - 8,75 — Crcnftein & StoöCel . . e « . f — — — —— Leonhard Tietz .... • , 10 16 .75 159,5 • 63,5 159,9 Sven-ta....... • • • - 337 — 330.75 337 Zrantsurter Maichnten . . 4 <9.5 38 41,5 — Grinner....... . 6 50 50 Henligenitaedt . . . . . 0 — —- — — Iungbons....... . 6 45 — 44.75 — Leckiwcrte....... M.. . 8 i05.5 105.5 -d Maintraftwerte Höchst a. . 8 107 — • Miag......... 10 131 • 129,5 129,5 Gebr. Roeder..... 10 118,5 —- — Bolgt & Haeffner . . . 218 —- 218 Süddeutsche Zucker . . • • 10 158,75 — 158,5 Banknoten. Äcrlin, 22- Februar Geld Äries zinierttantime Roten..... Belgische Noten........ Tauilche Noten........ Englische Noten........ Fran;önsche Noten ...... Holländische Noten...... Ntolienische Noten...... Norwegische Noten...... Teuiich'Ocsterr, A100 Kronen Numänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Evanische Noten....... Tschcchoilowatische Noten . . Ungarische Noten ... 4.163 53.20 111,80 20.32 16.383 167.46 21,95 111,73 58,83 2,455 112.08 80.66 51.84 12,34 72.92 4.183 58.44 H2.24 20,40 16,443 168,14 22,03 H2.17 59 07 2,475 •12.52 80.98 £'2,06 12.40 73 22 Devi enmarkl Berlin — Frankfurt a. 2TI. 22. Februar Z4. Februar Amtlich. Geld | Notierung Sri | Amtliche Notierung Geld Aries Amn.-Nott. 167,78 168.12 167,78 168.12 Bu n- SlireS 1,582 1,586 1,584 1.588 Brss-Antw- 58.29 58,41 58,29 58.41 Ehristiania. 11,88 112,1ü 111.88 112.10 .1 open Hag.'n •12,07 112,29 112.07 112,29 Stockholm . Helsingtors. 112,28 112,5. 112,28 112.50 10-529 10,549 10,527 10.547 Italien. . . London. . . 21,915 21,955 21,95 21.95 20,345 20,385 20.347 20,387 •Jicunort .. 4,186 4,194 4,185 4.193 Parts.... Schwei; . . 16,365 16.405 16,37 16,41 80,74 80.90 80,735 80,895 Sva i:n . 51,55 51.65 51,95 52,08 ffavan . . . «io d.- (Ynn Wie i in D.« > .057 2,06. 2,058 2.062 1.468 .477 0.469 0.471 Ccft. abgest ,8.925 59.045 58.92 59.04 Prag . . . . •2,394 12.414 12,396 12.416 Bel irad . . 7.372 7 38t 7.367 7.381 Dudav >'t. . 73.13 73.27 73.14 73.28 Bul arten 3.032 3,036 3.032 3.038 vifiabon . . • 8.87 18.91 18.83 18.87 Tan;ig. . . Konst ntln- 81,33 91,49 81,34 81,50 1.833 1.837 1.813 1,817 Athen. . . 5.415 5,425 5,415 5,425 Canada . . 4,156 4,164 4,164 4,172 Uru uat). . 3,666 3,674 3,666 3-674 Cairo . . . 20,865 20,905 20,865 20,905 o te w o s r-> •O S o <■ c o cr- *— ä* « X*N «ä* = E 3 s o «) o u o cn s Ä t-* t» c c*> e-^sZ c Sa 3 E - 8 2 ee 3 <** c8 tf> in 8 eS y §"=§ 3 s^e?®T§? »2 Lb 3e S =- ,= £ E E 3 — 5$ jtaBcA>s 8^ 3>e Ko^-~ ^C5EC3 3 Q— tu Z „ -' ~H <ÄO E^~ --LZZ -. "5 EZ.L E ‘Ei»c 8a L-:^ -s, *ft5^5*E±!^‘At-1jeeA Jgf$E838|SS3 s rs§«g-efÄe = 9 1 «J&Z’IFäss8 e e •C£^ = L CBS o -e-E a.n 5$ u:, ;s§^: -* S.ZÜ “ o c X cjg —. E Eza 3 3 61 ii:= E => :2 seg & 2 Eec“-5' ifiM CJ e vTcr.«® 2 = D E « a>« E X 3 Z L b ■iP — •«■ E'S t-z>£ AZM an«0 3 3 (9 S * Q £ <4>E •2' Q >5 y ■—.51 o .zy zr c - «O ®§5e$I •6" E 31 E ca ’®e^5 «§ ‘ f P®* g Ejg„_ ^'c JC ^hh=§p J=- 2i ?.— c o - •- . 2Ö e e£ ®B 6 2 -E ■— = —:O c E ’ C 3° E^a-5 ' a» X *='/>" Q a> Q *J* |= ^E^f §D-^A^ E VL § §H L2 -LZ ^2 e cn H 2 o ISS K JD ^-e 31 «S-(9 eis E®§ «E ° w •^1- 3 - £-2 E M EX E 8a L E^ c -- a. 9« g — — Sö'C ja u ö * E? (9 E o a §€s £> XSs 5 ® 5 *8aSS c S z5 cr-"3 Ck »< — «ca w gÄ E e J2 Ae^z 2 ü€^2s 2et c=- o5==e -§'($£ «e-o eeüx *---A o C a । (a ^> — O •£ = e^^e10 u-e § w — O -j- r- r** ° Le E o N u 'S- e 2* df 3 E A - , 7 L 19S 3 2 to E 8 8 A ?ÜE p.(9 .2?SK 8 ZS cn A e toe.ee. 55 eSa.-i 55 ’S -8(9 3 wt E >_ E t e c v <*(9 liE !— gr.s 55 N itD A aSZSZEZ o o za jq s <9 a ÖÄj za "5 to-e' K 2 8a c 2 e 19 1 c (9 E äH Sx 2 in 3 2 e .<% e c (9 55:3 e ; d ÄE Z in i'i E haÖ E 2 CD V €25 D Ez^ S S>y5l c s 5:3 SErffK • SFg®£ o » za -V W 3 Heils •2 = 1 § I „ c z> m 1 — ÄC Q/Z „oe — ® = O - •T CU G> G> — X 7.55 ; s tuöE J3- o — «z» = 5 E§ 3 E -~ ■C °*S<9 S “§=■§ o. 3 05 j8 jz-_5? c ZL e€ e^z e=- tssg S ^u£€. y L LA^Ze 8 22a (ü V— Q >* _ eG' CJ ZT ° L^9".E^. y roS- . y o — ca. ■ -Eh!«»! 2- »Xa’u 3 c ® 2 o 4> <- <“ «e^ÄEg - o 8 - cj=-a 3 e.3 - e e. - je o ©’S© Za 3 S S E za c z? x>* Z ©e.,-85 E ie§ © E c E ^to'eH z5-‘c A io to p ®c9 X §:cc toZ LZ :=2§ee ^etzaSK "S^8 = =" §s 8 o—^iSS c Ai- ® — ca c E — •3 ° 3 :z: IÜ2 LstL e e ip e” e m — -8$ •° 5 5=1- = Sb- | g E c ■Ä - i 3 § 8 8-g^ c £ a e 58e^£b 55^S=c.ö - t2 — 3 - E ZZ^°-"L E S" 2 E :3 — re. za e c «O ffy^E«-g C§S5^(9S Scu=S^9 v o — **~ «e. 3 ü-§ sZNs; toZ Z LS Zc5 L a ®£ Cai C ß L Ä E äs;- ^e o. 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