Nr. 20 Erstes Blatt 180. Jahrgang Zreilag, 24. Januar MO Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Btefeener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle monat$:Be$ugspref$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei 91id)tcr» scheinen ejnzelnerRummern infolge höherer Gewalt, üernfprechanschlüsfe anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: gtanlfnrt am Main 11686. Gktzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Unioerfitütt-Vllch- vnd Zteinvnickerel rr. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm Höhe für Anzeigen oon 27 mra Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Thefredakteur Dr Friede TBill). Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Gange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gietzen. Kampf um das Zündholzmonopol. Erste Lesung im Reichstag. — Starke Bedenken gegen die Sonderstellung der Konsumvereine. Berlin, 23. Ian. (DDZ.) Präsident Lobe eröffnet die erste Sitzung ün neuen Jahre mit einem Nachruf auf den verstorbenen Abgeordneten Schlüter-Herford (Soz). Auf der Tagesordnung steht als einzige Vorlage der Entwurf eines Zündwarenmonopolgesehes. Nach der Vorlage soll in Verbindung mit der bekannten Kreugeranleihe eine Deutsche Zündwarenmonopolgesellschaft eingerichtet werden. Der Kleinverkaufhöchstpreis soll für zehn Schachteln Zündhölzer 30 Pf. betragen. Eine Ausnahme vom Monopol soll nur den Konsumgenossenschaften zugebil - l i g t werden, die den ihnen angeschlossenen Vereinen die von ihnen hergestellten Zündwaren bis zu einer bestimmten Menge liefern können. Lieber Die Mengende st im m ung bestehen Differenzen zwischen Reichsregierung und Reichsrat, so daß in diesem Punkt eine Doppelvorlage besteht. Reichsfinanzminister Or. Moldenhauer erklärt, daß er die Absicht gehabt habe, bei dieser Beratung einen eingehenden Bericht über die K a s s c n l a g e des Reiches zu erstatten, weit ihre Kenntnis zur Würdigung der Kreuger-Anleihe notwendig erscheine. Infolge der Verzögerung der Verhandlungen int Haag und seiner verspäteten Rückkehr nach Berlin könne er diese Tlbficht nicht durchführen. Er behalte sich vor, im Ausschuh und bei der zweiten Beratung im Plenum die Kafsenlage in voller Offenheit und Klarheit darzustellen. Heute wolle er sich aus wenige Worte beschränken. Für die Kreuger-Anleihe sei eine Voraussetzung, daß der vorliegende Entwurf am 31. Januar verabschiedet wird. Da sich eine Hinausschiebung dieses Termins nicht erreichen lieh, müsse er den Reichstag um möglichst beschleunigte Beratung der Vorlage bitten. Abg. Hertz (Soz.) erklärt, die Sozialdemokratie behalte sich eine eingehrnde Stellungnahme zu dem Entwurf bis zur zweiten Lesung vor, wenn der Finanzmtnister bis dahin sein Programm entwickelt hat. Die Haltung der Sozialdentokraten werde davon abhängen, ob die Regierungsvorlage bestehen bleibt oder ob nach dem Willen des Reichsrats das Kontingent der Konsumgenossenschaften vermindert wird. Abg. Dr. Rademacher (Dn.): Angesichts der Tatsache, daß die Vorlage bis zum 31. Januar verabschiedet sein muh, fragen wir uns, was der Reichstag überhaupt noch dazu zu beraten hat. Die Vorlage ist das Lln- geheuerlichste, was je in der Geschichte der deutschen Finanzpolitik vorgekommen ist. In einer Zeit, wo das deutsche Kapital durch Steuern erdrückt wird, gewährt die Regierung dem ausländischen Kapital Steuerfreiheit. Sie liefert einen wichtigen Wirtschaftszweig dem Ausland aus. Die Regierung hat sich hier dem ausländischen Gläubiger gegenüber gebunden, und dann legt sie dem Parlament einen Entwurf vor, an dem nichts mehr geändert werden kann. Das ist ein dem Deutschen Reiche unwürdiger Zustand. Die ungerechte Bevorzugung der Konsumvereine ist eine rein politische Liebesgabe, die auch der in der Verfassung festgelegten Gleichberechtigung der Bürger widerspricht. Abg. Deythien (D.D.): Der vorliegende Entwurf ist ein Dokument Höch st unerfreulicher Art. Ein deutscher Industriezweig wird damit dem Auslandkapital ausgeliesert. Der Entwurf ist eine starke Zumutung an die bürgerlichen Regierungsparteien. Wir können ihm nur zustimmen, weil wir wissen, dah er eine Voraussetzung ist für die große Jinanj- und Steuerreform. Dir arbeiten daran In der Erwartung, dah nun auch die Sozialdemokratie verantwortungsvoll Mitarbeiten wird an einer Senkung der direkten und der Realsteuern, die notwendig ist, um die Kapitalbildung zu er- möglichen. Nicht zu ertragen ist aber für uns die in der Vorlage vorgesehene Sonderbevor- zugung der Konsumvereine. Wir können der Vorlage nur zustimmen, wenn durch Aenderungen unseren Grundsätzen Rechnung getragen wird. Abg. Dorrmann (Wirtsch.) meinte, dah man auch ohne dieses Gesetz über die gegenwärtige Finanzkalamität Hinwegkommen kann. Den sozialdemokratischen Forderungen zugunsten der Konsumvereine können wir unmöglich zustimmen. In den Aufsichtsrat der Monopol-- aesellschaft mühten auch Vertreter des Einzelhandels entsandt werden. Dem vorliegenden Gesetz können wir nur zustimmen, wenn es unseren Wünschen entsprechend geändert wird. Abg. Fischbeck (Dem.) erklärt: Die Bedingungen der Kreuger-Anleihe erscheinen gar nicht s o g ü n st i g. wenn man die außerordentlichen Vorteile berücksichtigt, die der Schwedentrust aus dem Monopolgeseh ziehen kann. Wir wenden uns auch gegen die Bevorzugung der Konsumvereine. Der Kleinhandel darf jedenfalls nicht zugunsten der Kon- sumvercine benachteiligt werden. Bedenken haben wir auch gegen verschiedene Einzelheiten der Vorlage. Wir werden im Ausschuß Aenderungen beantragen. Wenn unseren Forderungen zugunsten des Mittelstandes nicht entsprochen wird, dann werden wir über die Vorlage nicht eine Entscheidung in positivem Sinne fällen können. Die Vorlage geht an den Haushaltsausschuh. Montag zweite Beratung des Zündholzmonopols. $ür Beschleunigung des Republikschuh- gesehes. Berlin, 23. Ian. ($11.) Die demokratische Reichstagsfraktion teilt mit: Die Erfahrungen der letzten Zeit machen es notwendig, dah schleunigst gegen eine Fortdauer der jetzt hervortreten- den unerträglichen Mißstände durchgreifende Maßnahmen ergriffen werden und insbesondere der Beunruhigung der Bevölkerung durch die Schießereien links- und rechtsradikaler Elemente Einhalt geboten wird. Die Fraktion beschloß deshalb, mit stärkstem Nachdruck die unverzüglicheVer- abschiedttng eines mit wirksamen Dorbeugungs - und Strafbe st immun» gen ausgestatteten Gesetzes zum Schuhe der Republik und der öffentlichen Ordnung zu fordern." Das Sparprogramm der hessischen Regierung. Llebeririebene Gerüchte über ein „Sofortprogramm". - Staatspräsident Or. Adelung gegen voreilige Beunruhigung der Bevölkerung. D a r m ff a b f, 24. Ian. (TU. Drahlmeldung.) Die durch die Finanzlage Hessens bedingten Sparmaßnahmen wirken sich in ihrer ganzen Tragweite in dem augenblicklich von der he,fischen Regierung behandelten Sofortprogramm aus, und sind besonders erkenntlich an den weitgehenden 2l b st r e 1 ch u n g e n , die die Regierung an Dingen vornimmt, die man bisher stets als lebensnotwendig bezeichnete. 3n stärkstem Maße betroffen werden die Gemeinden, hier sollen mehr als 10 Prozent aller 2lemter, wie kreis-, Forst-, vermessungsömter, Amtsgerichte usw. a u f g e l ö st werden, bei anderen sollen zahlreiche Lehrer st el- l c n überhaupt a b g e b a u t werden. Auch sonst haben die Gemeinden mit einer Mehrbelastung zu rechnen. Da dies alles noch nicht ausreicht, um das große Loch in den hessischen Finanzen zu stopfen, wird man wahrscheinlich zunocheiuschneiden- deren Maßnahmen greisen, um eine Balancierung des Etats zu erreichen. Es ist damit zu rechnen, daß die Beamtengehälter allgemein um einen bestimmten Prozentsatz gesenkt werden. Zur Entlastung der Gemeinden sollen die gleichen Maßnahmen auch gegenüber den Gemeindebeamten ergriffen werden. Bei der Behandlung dieses Sofortprogramms im Schoße der Regierung fehlt es nicht an Meinungen, Hessen wohl oder übel in Preußen aufgehen zu lassen, um kur; und bündig aller Sorgenlast um das Sparen enthoben zu sein. Die große Mehrzahl der verantwortlichen Persönlichkeiten weist dieses Ansinnen jedoch zurück. Man will unter allen 11 tn- ff ä n 6 e n vorerst d i e hessische Selb st an- digkeit bewahren und ist auch überzeugt, daß dies bei Annahme des Sofortprogramms durchaus möglich ist. Die politische Freiheit Hessens, das ist der Wille der Verantwortlichen, soll unter allen Umständen gesichert dastehen. * Die vorstehende Meldung, die von der Telegra- phen-Union an die gesamte Presse verbreitet wird, bringen wir in Erfüllung unserer journalistischen Pflicht zur Kenntnis unserer Leser. Wir haben uns jedoch verpflichtet gefühlt, dazu eine Aeußerung von auloritaliver Seite herbeizuführen. Wie wir durch telephonische Anfrage von dem Herrn Staatspräsidenten Dr. Adelung persönlich ersah- ren, ist in der vorstehenden Meldung einige Wahrheit enthalten, zum großen Teil handelt es sich aber um vollkommen schiefe und übertriebene Behauptungen. Selbstverständlich sehe cs die hessische Staatsregierung als ihre Pflicht an, weitgehende Sparsamkeit zu üben. Dabei sollen jedoch lebenswichtige Einrichtungen des Staates wie auch der Provinzen, Kreise und Gemeinden nicht gefährdet werden, und überall da, wo Abstriche erforderlich seien, sollen diese so pfleglich vorgenommen werden, dah die Substanz nicht gefährdet werde. 3m ganzen gesehen handele es sich, wie der Herr Staals- präsidenl betonte, bei der vorstehenden Meldung um eine Uebertreibung übelster Art. Die Behauptung von dem kurzen und bündigen Aufgchen Hessens in Preußen bezeichnete der Staatspräsident als eine Albernheit, im übrigen betonte er, daß ja auch Preußen und das Reich mit starken Finanzschwierigkeiten zu kämpfen hätten und s e l b st sehen mühten, wie sie ihren haushalt in Ordnung bringen könnten. 3n der gleichen Lage befinde sich auch Hessen. 3edensalls bestehe für die Bevölkerung kein Anlaß, sich durch übertriebene und zum großen Teil unrichtige Meldungen beunruhigen zu lassen. Die hessische Staatsregierung werde am Mittwoch nächster Woche die Presse zu einer Aussprache empfangen, und dann werde auch die Bevölkerung zuverlässige Mitteilungen über das Sparprogramm erhalten. Die Ingangsetzung des houngplans Oie parlamentarische Erledigung der (jounq-Sesehe in Deutschland und Frankreich bis zum 20. Februar. - Innehaltung der RäumunqSsrist. Berlin, 23.3an. (privat.) 3n der Regierung nahestehenden Kreisen wird damit gerechnet, dah die Ralisikation des Poungplanes und die Annahme der damit zusammenhängenden Gesetze durch den Reichstag etwa bis zum 2 0. Februar erfolgen wird. Das Kabinett will die notwendigen Vorlagen fo beschleunigen, dah sie schon in der kommenden Woche an den Reichsrat gelangen können. Der Reichstag wird bann voraussichtlich am 3. ober 4. Februar mit ihrer Beratung beginnen. Man glaubt, bah zur parlamentarischen Erledigung ungefähr 14 Tage ausreichen werben, zumal bie Dawesgesehe nur 12 Tage in An- spruch genommen haben, obgleich damals das Reichsbahn- und das Reichsbankgefeh besondere Schwierigkeiten bereitet hatten. Die f r a n; ö s i s ch e Regierung rechnet damit, dah ihr Parlament den Poungplan auch bis zum 2 0. Februar ratifizieren wird. Achnliche Mitteilung liegen offenbar aus den übrigen Ländern vor, deren Ratifikation zu der 3ngangsehung des Poungplanes erforderlich ist, also von England, 3falien und Belgien. Die Vorbereitungen für die Errichtung d e r internationalen Bank sind bereits soweit gediehen, dah sie voraussichtlich zwischen dem 20. und 25. Mär) ihre Tätigkeit aufnehmen kann. Var allem handelt es sich bei den van Deutschland zu erfüllenden Voraussetzungen für die internationale Bank um die Aushändigung des Schuld- zert ifikates, das in allen Einzelheiten im Haag vereinbart worden iff, fo dah nur noch bie Unterschrift vollzogen zu werben braucht. 3n Regierungskreisen wirb unterstrichen, bah Deutschland an einer Beschleunigung der Vorbereitungen für die 3ngangsehung des poung- plans schon im Hinblick auf bie Räumungsfrage interessiert ist. Wenn bie Dinge sich so abwickeln wie man glaubt, bleibt für bie Räumung b r e i Monate Zeit. Unter biefen 21m- ftänben ist bestimmt damit zu rechnen, daß sie bis zu dem vorgesehenen Endtermin, dem 30. 3uni, a b - geschlossen sein wird. 3n den letzten Haager Besprechungen ist übrigens ausdrücklich noch einmal festgestellt worden, dah die Räumungsvereinbarungen der ersten Konferenz durchgeführt werden. DasSanttionsrechtimNoungplan Ter „äußerste — Tic Auffassung der Reichsregicrung. Berlin, 23. Ian. (TU.) Die Regelung der Sanktionsfrage im Haag bedeutet, wie aus Regierungskreisen verlautet, nach Ansicht der deutschen Regierung nichts anderes, als daß d i e Sanktionen ein für allemal abgeschafft worden sind. Es wird betont, daß die Beilegung aller Streitigkeiten in Reparationsfragen sich in Zukunft nach den Bestimmungen des young- planes richten müßte. Auch für den Fall, daß deutscherseits über die im ^oungplan vorgesehenen Institutionen (Beirat der B. I. Z.) eine Revision erstrebt werden müsse, kämen sie nach dem Haager Protokoll entgegen der Ansicht, die z. B. der bayerische Ministerpräsident Held geäußert habe, nicht mehr in Frage. Der sog. „ä u ße r st e Fall", der in der neuen Sanktionsregelung allein ins Auge »gefaßt wurde, beziehe sich nur darauf, daß der Äoungplan in seiner Gesamtheit zerstört werde, und dah der „vorsätzliche Wille" der deutschen Reichsregierung in dieser.Hinsicht offenbar werde. Die französische Ansicht, daß bei einer Zerreißung des Poungplanes die früheren Verträge wiederauflebten, werde durch die Neuregelung in der Sanktionsfrage ausdrücklich abgelebt, da auch in diesem Falle erst der ständige Gerichtshof im Haag gefragt werden müsse. Stelle dieser fest, daß Deutschland den Poungplan vorsätzlich zerrissen habe, so träten nicht die alten Verträge wieder in Kraft, sondern beide Parteien erhielten nurihrehand- lungssreiheit wieder. Diese Handlungsfreiheit bliebe aber nach wie vor felbstoerständlich a n d a s gültige Völkerrecht gebunden und nur im Rahmen des Völkerrechtes würden auch dann militärische Maßnahmen, wie z. B. eine Wiederbesetzung oder eine Blockade möglich sein, hieraus geht nach Ansicht der Reichsregierung hervor, daß bas Sanktionssystem des Versailler Vertrages nicht mehr existiert. Die erste Vollsitzung der Flollenkonferenz. L o n d o n, 23. Ian. (WB.) Die erste Vollsitzung der Seeabrüstungskonferenz wurde um 10.10 Llhr im St. James-Palast eröffnet und ging gegen Mittag zu Ende. Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden Macdonald wurden von den Führern der einzelnen Delegationen formelle Erklärungen abgegeben, die durchweg einen abstrakten und akademischen Charakter trugen. : Tardieu begründete hierauf die Flottenbedürfnisse Frankreichs. Die Küsten und Häfen Frank- reichs seien auf drei Meere verteilt. Daraus ergebe sich, daß die Heimatflotte notwendigerweise geteilt sei und im Kriegsfälle erst nach mehreren Tagen konzentriert werden könne unter Benutzung von militärisch gefährdeten, v«n feindlichen Mächten beherrschten Verbindungswegen. Die -Ueberseebesitzungen, die unter Frankreichs Souveränität, Autorität oder Mandat gestellt seien, seien charakterisiert durch ihre Ausdehnung und durch ihre zerstreute Lage. Die Ausdehnung sei größer als diejenige ganz Europas, nämlich zwölf Millionen Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von 60 Millionen Einwohnern. Abgesehen von England besitze keine Macht ein derartiges Kolonialreich. Das französische Kolonialreich sei sechsmal größer als das nächst größte Kolonialreich, nämlich das der Niederlande, und hinsichtlich der Bevölkerung dem niederländischen um elf Millionen Bewohner überlegen. Die Länge der Küsten und der Verbindungswege, sowie die Verteilung der Flottenstützpunkte zwängen die französische Marine, in allen Meeren vertreten zu sein. Nur das Britische Reich, die Bereinigten Staaten und Japan könnten eine größere Kü st en st recke aufweisen. Die V e r b i n d u n g s- w e g e zwischen Frankreich und seinen überseeischen Besitzungen beliefen sich auf insgesamt 33 850 Seemeilen; verglichen mit den Verbindungswegen der anderen Seemächte ergebe sich lediglich eine lieber« legenheit Englands. — Jede der überseeischen Besitzungen spiele eine besondere Rolle im Wirtschaftsleben Frankreichs. Der Außenhandel der Ueberseebesitzungen beziffere sich auf 15 Milliarden Franken mit Frankreich und auf 15,4 Milliarden Franken mit anderen Ländern, insgesamt also 30,4 Milliarden. Der gesamte Uebersee- handel Frankreichs und seiner überseeischen Besitzungen beziffere sich auf 83 200 000 000 Franken, die 66 Prozent des gesamten Außenhandels darstellten. Lediglich Japan, England und die Bereinigten Staaten könnten einen höheren Prozentsatz auf- weisen. Der Schutz der Berdindungswege stelle für Frankreich ein vitales Element der Sicherheit dar. Macdonald wies darauf hin, dah die größte Schwierigkeit der Konferenz darin liege, einen Ausgleich zwischen den nationalen Bedürfnissen der einzelnen Länder zu finden. Er freue sich, daß diese schwierige Frage sofort angeschnitten worden sei. Er stimme dem zu, daß nationale Bedürfnisse sich nachdem Grad der Sicherheit richten müssen. Die gefährliche Lage, in der sich Großbritannien befinde, beruhe auf der Tatsache, dah es nur 20 Meilen von Europa entfernt liege und seine Bevölkerung nicht ernähren könne. Es müsse freien Zugang zum übrigen Teil der Welt haben. Grandi erklärte, Italien trete für eine höchstverminde- rung der Flotten em und behalte sich das Recht vor. seine Rüstungen nach dem Maß st ab der anderen zu regeln. Man dürfe nicht vergessen, dah Italien fast eine Insel und ein Land sei, das keine Rohmaterialien bMhe. Ein Viertel seiner Nahrungsmittelzufuhr werde auf dem Landwege befördert, die übrigen drei ReueKoMionsverhandlungeninpreußen von von Buenos Aires 1100 Die „Monte Cervantes" war das letzte Schiff der von der Hamburg-Süd in den Verkehr nach Der Abgeordnete Schlange-Schöningen ist nun auch aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten. Er hat bereits einen Brief an den Parteivorsitzenden geschrieben, in dem er ihm seinen Austritt aus der Partei zur Kenntnis gibt. minus Sport- minus Spork Abends gegen 6 Uhr betraten fünf junge Leute den Kassenraum der S t a d t s p a r k a s s e Roßberg (Oberschlesien) und zwangen die beiden anwesenden Beamten mit vorgehaltenen Revolvern, sich aus den Boden zu legen. Die Burschen nahmen einem Kassentisch einen Betrag von etwa 2000 Ai a r k an sich. Einen größeren Geldbetrag, der auf einem Nebentisch lag, übersahen sie in der Eile. Sodann ergriffen die Räuber die Flucht. Stadtinspektor Fuchs nahm jedoch sofort die Verfolgung auf. In kürzester Zeit waren auch Schutzpolizei und Kriminalbeamte zur Stelle. Einer der Der von der kommunistischen Presse für Anfang Februar angekündigte „Hungermarsch" der Erwerbslosen nach Hamburg ist verboten worden. Die Polizeibehörde teilt mit, daß alle Demonstrationen unter freiem Himmel in Hamburg vom 31. Januar bis 2. Februar einschließlich verboten sind. Auf die deutsche Einwanderungsquote nach U.S.A. wurden in der ersten Hälfte des Ouo- tcnjahres 15 462 Sichtvermerke erteilt, das sind rund drei Fünftel der Gesamtquote. England und Nordirland erreichten ihre Quoten nicht. Der von der Mehrheit der Solinger Stadt verordnetenoersammlunj Neu York, 23.3an. (Associated Preß.) Die „Monte Cervantes" war am 15.Ianuar m i t Handelsministers und außerdem der Posten eines Ministers ohne Portefeuille angeboten sind. Der Ministerpräsident hat den Abg. Falk als Führer der demokratischen Landtags- sraktion, von der der handelsminisler bisher gestellt ist, bereits unterrichtet. Es ist anzunehmen, daß die demokratische Fraktion sich bereit erklären wird, weiterhin mit dem Finanzminister Dr. Höpker-Aschosf in der Regierungskoa- Ution zu bleiben. Bei den Demokraten soll Mißstimmung darüber herrschen, daß sie über diese Perhandlungen nicht schon vorher infor- mied worden seien, zumal ihnen die hauptsächlich st en politischen Opfer zugemutet würden, da verlautet, daß außer dem demokratischen Handelsminister Dr. Schreiber auch der den Demokraten nahestehende Kultusminister Dr. Becker bei einem Eintritt der Volkspartei in die Regierung von seinem Po st en scheiden würde. Für die Koalitionserweiterung soll die Sozialdemokratie wieder ihren alten Wunsch angemeldet haben, das Kultusministerium durch den Abgeordneten König zu besehen. Die Demokraten werden sich am Freitag mit der Koalitionsfrage beschäftigen. Mit der Volkspartei ist offiziell noch keine Fühlung genommen worden, doch verlautet, daß sie sich mit der vorgeschlagenen Regelung vorläufig zufrieden geben würde, zumal ihr noch die O b e r - Präsidentenposten in Pommern und Hessen-Rassau angeboten wurden. Für die Neubesetzung des Handelsministeriums wird der volksparteiliche Abgeordnete Professor Dr. Leidig genannt. Der volksparteiliche Landtagsabgeordnete, der als Oberpräsident für Pommern in Aussicht genommen ist. dürste in der Person des Abgeordneten von Lynern zu finden sein, weiter vermutet man in parlamentarischen Kreisen, daß als Oberpräsident für Hessen-Nassau eventuell dec preußische Minister Schreiber in Frage komme. Amtliche Dintersportnachrichten. Schwarzwald. Feldberg: Har, 1 Grad, 20 Zentimeter Schnee, gekörnt, Möglichkeit für Ski und Rodel gut. Alpen. Berchtesgaden: klar, 2 Grad. 6 Zentimeter Schnee, vereist, Möglichkeit nur stellenweise vorhanden. Räuber konnte von zwei Beamten gestellt werden. Als er erkannte, daß ein Entkommen unmöglich war, tötete er sich durch einen Kopfschuß. Zwei andere Täter wurden in einem Hauseingang gestellt und warfen ihre Waffen wxg, als sie sahen, daß die Beamten schußbereit waren. Die zwei Räuber, die wahrscheinlich das geraubte Geld bei sich haben, sind noch flüchtig, doch sind ihre Personalien bekannt. Oie Wetterlage. Aus aller Welt. Das Urteil im Koblenzer Lifenbahn-Veskechungsprozeh. Südamerika eingestellten Klasse von großen Mo« tor°Louristendampsern, zu denen noch die „Monte Sarmiento" und die „Monte Olivia" gehören. Diese Schiffe waren für die sogenannte Ein» h e i t s k l a s s e eingerichtet und haben außer den regelmäßigen südamerikanischen Fahrten zahlreiche Vergnügungsfahrten nach Skandinavien gemacht. Bei einerSpitzbergenfahrt im Sommer 1928 erhielt die damals noch ganz neue „Monte Cervantes" bekanntlich ein Leck, so daß ihr der von der Rettung der Robile- Expedition zurückkehrende russische Eisbrecher „Krassin" Hilfe bringen mußte. Ein Zufall hat es gewollt, daß der Dampfer, nachdem er schon im hohen Rorden an der Grenze menschlicher Siedlungen eine schwere Havarie erlitten hatte, nun im äußer st en Süden ver- loren gehen muß. Hshuaia ist nämlich die südlichste Stadt der Welt. Sie liegt. am Fuße der Cordilleren im argentinischen Teil von Feuerland, unweit der chilenischen Grenze. Die „Monte Cervantes" hatte außerhalb ihrer regelmäßigen Passagefahrten eine Vergnügungsfahrt für eine südamerika- nifche Reisegesellschaft nach dem Feuerland unternommen, wo sich übrigeres die Berge befinden, die ihr und ihren Schwesterschiffen den Ramen gegeben haben. Der Beagle- Kanal ist berüchtigt toegen seiner schweren Weststürme, die dort fast während des ganzen Jahres toben und nun möglicherweise diesen schweren Verlust für die deutsche Schiffahrt verursacht haben. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß die „Monte Cervantes" in eine der im ganzen Feuerland-Archipel üblichen, stundenlang anhaltenden Hagel- und Rebelböen geraten ist, so daß der Schiffsleitung die Orientierung unmöglich wurde. Das etwa 14 000 Tonnen große Schiff war bei Lloyds versichert. Es dürfte einen Wert von ungefähr 10 Millionen Mark gehabt haben, wenn man berücksichtigt, daß dieser Dampfer der Touristenklasse nicht mit der kostspieligen Einrichtung für Passagiere 1. und 2. Klasse ausgerüstet war. Die Havarie der „Kmie Lemmies". Bei Feuerland ausgelaufen. - paffa aiere und Mannschaften gerettet. - Das Schiff voraussichtlich verloren. Ein ungenügendes Angebot. Von unserer Berliner Redaktion. Die Weimarer Koalition in Preußen verspürt plötzlich das Bedürfnis einer Erweiterung Äur Großen Koalition. Nachdem man bisher so getan hatte, als sei man auf die Mitwirkung der Deutschen Vollspartei nicht angewiesen, ist letzt plötzlich maßgeblichen Volksparteilern die Frage vorgelegt worden, wie sie über einen Eintritt in die Regierung denken. Dabei hat sich aber herausgestellt, daß die stärkste Koalitionspartei, die Sozialdemokratie bei einer möglichen Regierungsumbildung ein großes Geschäft machen möchte. Sie will das Kultusministerium mit übernehmen, so daß für die Deutsche Volkspartei die bisher zwei Portefeuilles verlangt hatte auch jetzt nicht allzuviel übrig bleiben würde. Tatsächlich ist in den geführten Verhandlungen von feiten der Weimarer Koalition auf den im Sommer vorigen Jahres vom Ministerpräsidenten Braun der Volkspartei gemachten Vorschlag zurückgegriffen worden, wonach ihr lediglich das H a n d e l s m i n i st e r i u m eingeräumt werden soll. Außerdem soll sie jiur noch ein Scheinministerium erhalten, also einen Minister in das Kabinett entsenden, der kein Ministerium zu verwalten hat. Die Volkspartei hat damals abgelehnt, zumal das Angebot Brauns lediglich den Zweck verfolgte, für das Konkordat auch die Volkspartei zu gewinnen. Wir glauben nicht, daß die Bemühun- gen der Weimarer Koalition von . Erfolg gekrönt sein werden, wenn sie die berechtigten Forderungen der Volkspartei zu beschneiden versucht. Die erste Fühlungnahme. Berlin, 23. Jan. (V.D.Z.) Ministerpräsident Dr. Braun hat mit Vertretern der Deutschen v o l k s p a r t e i abermals die Verhandlungen um Erweiterung der preußischen Re- gierungskoalition zur Großen Koalition ausgenommen. Dem Vernehmen nach sollen die Verhandlungen schon soweit gediehen fein, daß der Deutschen Volkspartei das Portefeuille des nach der Südküste Argentiniens abgegangen. Das Schiff sollte Ende Januar zurückkehren. Die „Monte Cervantes" lief gestern nachmittag um 1 Hfjr in Sichtweite des 8 Meilen entfernten Ortes Hshuaia auf. Die Passagiere gingen in dieRettungs- boote. Ihre Ausbootung hatte bei Eintreffen des zu Hilfe eilenden argentinischen Transportschiffes „Vicente Lopes" bereits begonnen. Die Passagiere wurden In Hffjuaia gelandet. Es wurde nach Punta Arenas telegraphiert, damit ein Dampfer die Passagiere und die Mannschaft, deren Zahl sich zusammen auf nahezu 1500 Köpfe beläuft, nach Punta Arenas hole, wo ausreichende Hnterkunft in Hotels vorhanden ist. In Hshuaia mußten die Passagiere in Kirchen und Bureaus untergebracht werden. Die „Monte Sarmiento", ein Schwesterschiff der „Monte Cervantes", ist heute von Buenos Aires kommend, in Montevideo eingetroffen. Sie hat Anweisung erhalten, alle Passagiere zu landen und dann sofort nach Hshuaia weiterzufahren, um die Passagiere der gestrandeten „Monte Cervantes" an Bord zu nehmen. Man erwartet, daß die „Monte Sarmiento" am 27. d. M. in Hshuaia eintreffen und am 1.Februar in Buenos Aires zurück fein wird. Die isolierte Lage der „Monte Cervantes" macht eine Funloerbin- bung sehr schwierig. Hshuaia ist ein einsamer öder Ort in der Rähe der südlichsten Spitze Südamerikas, bekannt als Strafkolonie, wie die Teufelsinsel: es leben hier zahlreiche zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilte Sträflinge. Die letzten Funkberichte besazen, daß auch die ! M a n n s ch a f t am Mit^vochnachmittag die „Monte Cervantes" verlassen hat, die vermutlich stündlich in Gefahr sei, zu versinken. G woficenlos O heiter. Q NSW Bedecht ® wolfcig. ch Bedeckt. • Rtgev * Schnee cxGraupein. «Nebel 15 Oewit'er.(§) windstille. «Ch sehr leichte« Osi £ massige» Südsüdwest q stürmische» Nordwest t>ie Piene fliegen mit dem Winde. Pie Beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die unten verbinden Orte mH .gleiche^ tut Aecresmveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Dec südöstliche Hochdruckeinfluß hat im öftlid^cn Deutschland eine Zunahme des Frostes verursacht, so. daß die heutigen Morgentemperaturen um minus 5 Grad lagen. In unseren Bezirken haben sich Temperaturen und Witterungscharakter nicht geändert. Mit der neuen Atlantikstörung gewinnt der Warm- luitoorschub auf dem Festland etwas mehr Einfluß. Allmählicher Rückgang der seitherigen Hochdruckwetterlag« ist dabei zu erwarten, so daß die Tem- veraturen später über Null zu liegen kommen teer- den. Auch einzelne Niederschläge sind zu erwarten. Wettervoraussage für Samstag: Hebergang zu milderem, anfänglich nebligem, wolkigem Wetter mit Riederschlagserscheinung. Lufttemperaturen am 23. Januar: mittags 0,1 Grad Celsius, abends 0,5 Grad: am 24. Januar: morgens 0,2 Grad. Maximum 0,6 Grad, Minimum — 0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Januar: abends 0,8 Grad; am 24. Januar: morgens 0,6 Grad Celsius. Schneider zu einem Jahr Gefängnis, der Oberinspektor Dierks zu zehn Monaten Gefängnis, der Oberinspektor Fröhlich zu sechs Monaten Gefängnis, der Oberinspektor Glasmacher zu neun Monaten Gefängnis. Die übrigen Angeklagten wurden freigefprochen. Der Staatsanwalt hatte gegen sechs der Angeklagten Reichsbahnbeamten Z u ch t h a u s st r a f e n beantragt. Die Nichtigkeitsbeschwerde Halsmanns verworfen. Unter stärkstem Andrang des Publikums wurde die Entscheidung über die Nichtigkeitsbeschwerde Philipp Halsmanns wegen feiner Verurteilung durch das Innsbrucker Schwurgericht zu vier Jahren schweren Kerkers wegen Totschlags an feinem Vater bekanntgegeben. Die Nichtigkeitsbeschwerde wurde verworfen. Die Mutter und die Schwester Halsmanns erlitten darauf Weinkrämpfe. Es entstand große Aufregung im Saal, so daß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Die Urteilsbegründung konnte erst verlesen werden, nachdem die Angehörigen des Angeklagten entfernt morden waren. In der Begründung wird gesagt, daß der Oberste Gerichtshof in der Ablehnung der von dem Verteidiger gestellten Beweisanträge keinen Nichtigkeitsgrund erblicken könne. Das Beweisversahren sei erschöpfend durchgeführt worden. Die Geschworenen seien wohl in der Lage gewesen, einen Ueberblick über den ganzen Fall zu gewinnen. Auch in der Ablehnung der psychologischen Sachverständigen sowie in der Nichtwiederholung der Hauptver- handlun" seien keine Nichtigkeitsgründe zu erblicken. Die Untersuchung gegen die Beamtenbanflciter. Der Dernehmungsrichter im Polizeipräsidium hat die Vernehmung der früheren Leiter der Bank für Deutsche Beamte Alois Weber und seinen Bruder Josef sowie der an den Bilderschiebunaen Beteiligten, des Kaufmanns Emst Piehler, res Spanische Schmiergelder für den „Temps". Primo de Rivera kauft Frankreichs öffentliche Meinung. Paris, 23. Ian. (TH.) Der französischen Oeffentlichkeit bisher geflissentlich verschwiegene Erklärungen Primo de Riveras, daß zwischen der spanischen Regierung und dem „Temps" Abmachungen bestanden, auf Grund deren das bekannte französische Blatt zwei Jahre lang gegen Entgeld spanien- freundliche Artikel veröffentlichte, werden nunmehr von der ..Action Fran^aise" den französischen Lesern zur Kenntnis gebracht. Das Blatt schreibt, wenn der spanische Diktator sich darüber beklage, daß man ihm die Meinung der Franzosen zu teuer habe verkaufen wollen, so hätten die Franzosen, deren Meinung vom „TempS" wie die Wolle einer Schafherde veräußert worden sei, noch mehr Anlaß, sich zu beklagen. In Fragen, die die Ehre und das Interesse Frankreichs beträfen, habe Poin - car6 das Schweigen des Hehlers bewahrt. An der Art, wie Tardieu auf diese Rachrichten eingehe, werde man ermessen können, ob er vergessen habe, daß er früher einmal ein Mitarbeiter des „Temps" gewesen sei. Kleine politische Nachrichten. Der Herr Reichspräsident empfing zur Heberreichung einer gemeinsamen Denkschrift über die Rvt der preußischen Ostprovin- z e n und zu näheren Darlegungen über den Inhalt dieser Denkschrift den Landeshauptmann der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen Dr. Caspari, den Landesdirektor der Provinz Brandenburg von Winterfeldt-Menkin und den Landeshauptmann der Provinz Riederschlesien Dr. von Thaer. Der Oberbürgermeister von Berlin, Böß, hat sich bereit erklärt, sein A m t sofort nieder- zulegen, wenn er die ihm gesetzlich zustehende Pension erhält. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat mitgeteilt, daß er mit dieser Lö- funa einverstanden ist. Da aber die Wirtschaftspartei eine Kürzung der etwa 28 000 Mark betragenden Pension gefordert hat, find neue Verhandlungen nötig geworden. Kaufmanns Walter Tröchmann und Eaon v. Buchwalds fortgesetzt und die vorläufige Festnahme in Untersuchungshaft umgewandelt. Gegen Josef und Alois Weber hat sich in letzter Zeit der Verdacht der Untreue gegenüber der Dank erheblich verstärkt. Bekanntlich geht die Untersuchung gegen die Leiter der Beamtenbank chon seit Oktober v. I., ohne daß die Ermittlungen Wesentliches erbrachten. Der von den geschädigten Beamten eingesetzte Gläubigerausschuß hatte sich deshalb vor einiger Zeit an den Minister des Innern gewandt und darum gebeten, daß von ihm aus eine Beschleunigung der behördlichen Ermittlungen veranlaßt werde. Daraufhin ist das Unter- uchungspsrfonal vermehrt worden. Die Gläubiger dbft haben inzwischen versucht, sich die noch vorhandenen Werte zu sichern. Es wurden eine Reihe von Regreßansprüchen gegenüber den Brüdern Weber geltend gemacht und vor wenigen Tagen gelang es, ein Bankkonto Josef Webers zu entdecken, das jetzt durch einstweilige Verfügung der Gerichte ür die. geschädigten Beamten beschlagnahmt und sichergestellt worden ist. Auch gegen Alois Weber schweben weitere Verfahren, um zu verhindern, daß die früheren Leiter der Pank etwa, wie das bisher schon gesehen ist, Werte ins Ausland verschieben. Eine Stadt in Konkurs. In der letzten Stadtverordnetenversammlung von Gräfenhainichen wurde beschlossen, den Etat für 1929 abzulehnen und das Konkursverfahren über die Stadt zu beantragen. Ein Antrag, die Selbstverwaltung der städtischen Betriebe aufzulösen, wurde gleichfalls angenommen. Außerdem wurde beschlossen, die Besoldungsordnung aufzuheben und mit Rücksicht auf die Finanzlage der Stadt eine Neueinstufung vorzunehmen. 43 Mark für eine Flasche IDein. Ein erfreulicher Erfolg war die im Paulinen- Schlößchen in Wiesbaden abgehaltene letzte Domänen-Versteigerung der Iahrgänge 1920 und 1921, denn die erzielten Preise entsprachen mit wenig Ausnahmen der von den Sachverständigen aufgestellten Taxe. 43 Mk. war der höchste Preis, der für eine Flasche gezahlt: wurde, und zwar wurde er erzielt für Vogelsang Trockenbeer-Auslese und für Schloß Döckelheimer Kupfergrube Trockenbeer-Auslese. Zum Ausgebot kamen 30 740 Flaschen, diese brachten einen Erlös von rund 367 000 Mk. Raubüberfall auf eine Sparkasse. Mertel auf dem Seewege. Auch infolge seiner dichten Bevölkerung, der Länge seiner Küsten und seiner ganzen geographischen Gestalt fei Italien fast ganz auf das Meer angewiesen. Die italienische Regierung sei daher berechtigt, eine Heb er l eg e nh e i t s einer Flotte zu fordern. Aber sie begnüge sich damit, wenigstens soweit Europa in betracht komme, um den Einmächtestandard zu bitten. Hnter diesen Bedingungen sei Italien bereit, feine Rüstungen auf jeden von der Konferenz zu bestimmenden Stand herabzufehen. Oie Solidarität der Sozialversicherungen. B e r l i n , 23. Jan. (Priv.-Tel.) Wie schon mitgeteilt findet dieser Tage im Reichsarbeitsministerium eine Besprechung mit den beteiligten fßerbanöen über die neuerdings aufgeworfene Frage statt, ob die anderen Sozialversicherungen auf Grund ihrer relativ günstigen Wirtschaftslage der augenblicklich sehr bedrängten Reichsanftalt für Ar- beitslosenversicherung und -Vermittlung m 1t D ar - leben helfend beispringen sollen. Der Vorschlag zu dieser Aktion geht nicht vom Reichsarbeitsministerium aus, sondern flammt allem An- chein nach aus Kreisen der Deutschen Volkspartei, die ihn in die Oeffentlichkeit vor wenigen Wochen gebracht haben. Im Lager der Sozialdemokraten hegt man die gro ßte n Bedenken und ebenso dürfte der Reichs-! arbeitsminifter wenig geneigt sein, die-4 sen Weg zur einstweiligen Sanierung der Reichs- anstalt zu beschreiten. Die betroffenen Sozialversicherungen haben selbstverständlich dagegen p r o - | testiert, so die Reichsoersicherung für Angestellte, ! aber es ist anzunehmen, daß auch die Leitung der Invalidenversicherung und der Krankenversicherung prinzipiell aus demselben Standpunkt stehen. Die Entscheidung, ob man mit Hilfe der anderen Versicherungen die Arbeitslosenversicherung unterstützen wird, fällt aber selbstverständlich auf dem politischen Territorium des R e i ch s k a b i n e 11 s, und hier ist der Ausgang noch vollkommen ungewiß, und vor allem eng mit dem ganzen Problem der Etats- a u f st e l l u n g verbunden. Das Reichskabinett hat sich mit der Frage einer praktischen Gefahrengemeinschaft der Sozialversicherungen noch nicht be- schäftigt, so daß der Besprechung beim Reichsarbeits- minifter Wissell zunächst mehr informatorische Bedeutung zukommt. $ür TJcufefl(Teilung her Gnhe tSwerte. Berlin, 23. Ian. (WB.) Der Deutsche Industrie- und Hqndelstag hat ge- meinscnn mit dem Zentralverband des Deutschen Bank- und Dankiergewerbes, der Hauptgemein- schast des Deutschen Einzelhandels, dem Reichs- verband der Deutschen Industrie und dem Reichsverband des Deutschen Groh- und Heberseehandels in einer Eingabe an das Reichsfinanzministerium beantragt, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine Reufest stel - lung des Vermögens nach demStande vom 1. Ianuar 1 929 entgegen der bischerigen Handhabung auch ohne Vorliegen besonderer Hmstände auf Antrag zuläht. Zur Begründung wird u. a. ausgeführt, daß für die Dermögenssteuerveranlagung 1929 eine Reuse st st e t l u n g der Einheitswerte nach dem Stande vom 1. Ianuar 1929 nicht statt» findet, sondern der auf den 1. Ianuar 1928 fest- geftethe Einheitswert auch für 1 929 m a ß - gebend ist, während in den Vermögensverhält- ■niffen der Äeuerpflichtigen seit dem 1. Ianuar 1928 eine teilweise recht erhebliche Aen - derung und Verschlechterung eingetreten sei, die zur Zeit bei der Veranlagung nicht berücksichtigt werden kann. germeifter gewählte Kommunist Weber wird von der preußischen Regierung nicht bestätigt werden. Erne entsprechende Entscheidung des preußi- schen Innenministers ist zu erwarten, sobald der Bericht des Düsseldorfer Regierungspräsidenten in Berlin eingelaufen ist. Der Oberste Gerichtshof verurteilte im Leningrader Monarchistenprozeß vier ehemalige Zarenoffiziere, darunter den Hauptangeklag- ten Schiller, wegen Spionage und Vertriebs gefälschter Tscherwonzen zum Tode. Der fünfte Angeklagte wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. In dem Prozeß Dunkel und Genossen wurde । nach fechstägiger Verhandlung das Hrteil gefönt Wegen Bestechung und Betrugs wurden l i n g e r S t a dt-l verurteilt der Kaufmann Anton Dunkel zu' 9 3um Dberbür« I sieden Monaten Gefängnis, der Betriesingenieur w Thorstia^rffi 1 ©-Seydls^ord' V/. -TO- injldyen. tDerdeen- Norddyi Lds! Oslo O- ztez --------Ul I ponnerstaa 23,Januar. 1930,7." Gor o e T Ciermfnt QenJ ^<61 Parts Z-*ZanKt Y„. Aus der provinzialhauptfiadt. Gießen, den 24. Januar 1930. Oer Adamsapfel. Der Adamsapfel des Mannes ist feine Achillesferse. Dieser etwas kühne Vergleich ist nicht so unberechtigt: Der Hals einer Frau kann unschön sein; aber der mit dem Kehlkopfvorbau gezierte Hals eines Mannes ist immer häßlich. Menn Eva im Paradies schon den Apfel der Erkenntnis als Erste nahm, so muß es Adam aber doch auch ziemlich eilig gehabt haben, denn sonst wäre ihm nicht, — uralte Sage kündet es, — der Apfelbuhen im Halse steckengeblieben und hätte dort jene organische Verzierung hervor- gerufen, die den Mann zu ewiger Marter verdammte: Denn dem mehr als bürgerlichen Adamsapfel setzte der Herrenmensch den steifen Leinen- kraaen entgegen! , „ Mit einem Folterwerkzeug bedeckte er eine ästhetische Unebenheit und zog den Vorhang absoluter Würde vor einen kleinen Schönheitsfehler der Natur. Wenn wir Frauen den Mann zum ersten Male ohne Kragen sehen, so haben wir den erschrecken- den Eindruck eines entthronten Halbgottes. Die Romantik schwindet. Wir denken voller Wehmut zurück an die Dack- fischzeit, in der ein Neun-Zentimeterkragen des Leutnants als hehres Symbol edler Männlichkeit unsere Herzen in schnellere Dewegung setzte. Hätte man sich einen solchen Leutnant ohne Kragen denken können? Vielleicht dergestalt, daß aus dem Uniformausschnitt plötzlich und unvermittelt ein langer, dünner Hals herausgewachsen wäre? Man sagt immer, daß die Liebe in unserm Feit- alter an Wert und Inhalt verloren habe. Sollten hier vielleicht nicht geheimnisvolle Beziehungen zu dem weichen, niederen Kragen der heutigen Herrenmode am Wirken sein? Ragt nicht der Hals eines Mannes aus diesem niederen Kragen heraus, wie ein einsamer Blumenstengel aus einer viel zu großen Vase? Und reizt nicht der sichtbare Adamsapfel, der beim Sprechen und Schlucken sich noch in anatomischen Figuren bewegt, zum Widerspruch? Man kann einen Mann lieben wegen seines kindlichen Gemütes, seiner Güte, die an Leichtsinn grenzt, seiner Selbstsucht, seiner Fehler, — ja, seiner Brutalität; aber man muß ihn lieben trotz seines nun einmal vorhandenen Adamsapfels. Wir sehen, rückblickend auf die Entwicklung der Mode, daß die Einführung halsfreier Kleidung für den Mann immer nur eine Episode war. Selbst die meisten Volkstrachten zeigen den Mann in der Würde eines umkleideten Halses. Sollten die Anbänger des weiten, weichen Kragens, die sich bemühen, wie Schiller auszusehen, jemals mit ihren Forderungen durchdringen, dann müßten wahrscheinlich Heirats- Zwcmgsgesehe eingeführt werden, um die notwendige Neigung des schwachen Geschlechts zu erzielen. Daher wird der steife, hohe Äragen unerschütterlich wie ein Fels im Meer der Meinungen ragen. M. A. Bornotizen. — Tagestalender für Freitag. Stadttheatcr: „Walzertraum", 19l/2 bis 22 Uhr. — Bund „Haus und Schule": Familienabend. 20 Uhr, in der Iohanneskirche. — Vortrag „Die Wunderkuren in Gollspach", 20 Uhr, in der „Stadt Lich". — Iungdeutscher Orden: Öffentlicher Vortrag „Parlament und Iungdeutscher Orden". 20 Uhr, im Cafä Leib. — V. f. D.: Iugendversammlung, 19 Uhr; V. f. D. (Leichtathletik-Abt.) : Kampfrichterbelehrungsabend, 20.30 Uhr, im Dereinsheim. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Aulruhr im Iunggcsellenheim". 23 Uhr: Nachtvorstellung „Bunter Abend"; 16 Uhr: „Schneewittchen". — Astoria-Lichtspiele: „Das Galeerenschiff". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Beginn der Opcrettenvor- stellung „Ein Walzertraum", heute 19.30 Uhr.— Sonntag 18.30 Uhr „Kyrih-Pyrih". — Dienstag, 28. Januar: „Die andere Seite" (Spielleitung Intendant Dr. Prasch). — Mittwoch, 29. Ian.: Lustspielpremiere „Du wirst mich heiraten!" von Verneuil. — Donnerstag, 30. Ian.: Einmaliges Gastspiel Paul Wegener „Der Gedanke". — Volkshochschule. Wie schon mitgeterlt. findet der dritte (musikalische) Dolkskunstabend, diesmal „Marsch und Tanz", am kommenden Sonntag, 26. Januar, 20 Uhr im Großen Hörsaal der Universität statt. Zu dieser Veranstaltung haben die Abonnementskarten (blau) Gültigkeit. (Siehe heutige Anzeige.) — Evangelische Volksgemeinschaft. Am morgigen Samstagabend Vortrag im Saale der Herberge zur Heimat über das Thema: „Was will der christlich-soziale Aolksdienst?" (Siehe heutige Anzeige.) ** Das Erdbeben i m Lahngebiet, über das in Meldungen aus Frankfurt a. M. berichtet wird, ist, wie man uns aus dem Leserkreise mitteilt, auch in Gießen bemerkt worden. Eine Dame, die in der angegebenen Zeit die Straße passierte, hörte ein donnerähnliches Geräusch, das an eine Sprengung oder Explosion erinnerte. **■ Fremd en Vorstellung im Gießener Stadttheater. Man schreibt uns: Am Sonntag, 26. Ianuar, 18.30 Uhr, geht als Fremdenvorstellung „Kh ri tz - P y r i h" in Szene. Das Publikum kommt bei dieser entzückenden Posse nicht aus dem Lachen. Viel Musik, Tänze, und ein sprudelnder Humor bringen ein temperamentvolles, launiges Stück auf die Bretter. Spielleitung: Heinrich Hub. ** E i n schwerer Verkehrs Unfall ereignete sich gestern gegen 18.30 Uhr an der Straßenkreuzung Nordanlage/Wcstanlage/Neu- stadt beim Neustädter Tor. Dort kam ein Auto- besiher von hier mit seinem Kraftwagen von der Lahnbrücke her in Richtung Neustadt gefahren. Im gleichen Augenblick nahte der Arbeiter Iohann Höhn, an den Kläranlagen wohnhaft, auf seinem Fahrrad von der Nordanlage her, um anscheinend geradeaus in Richtung Westanlage zu fahren. Mitten auf der Straßenkreuzung fuhr Höhn mit seinem Rade gegen den hinteren Teil des Autos, wobei der 2lnprall so heftig war, daß der Radler in das Wagenfenster hineinflog und dann wieder auf die Straße zurückfiel. Durch den Sturz in dre Fensterscheibe zog sich der bedauernswerte Mann einen Bruch des Nasenbeins und schwere Oberheffen und die Hekoga. Das Vertragswerk der Hekoga über die Gasfernversorgung Hessens und der benachbarten Gebiete wird am heutigen Freitagnachmittag den Gießener Stadtrat und am morgigen Samstag den Provinzialtag der Provinz Oberhessen beschäftigen. Beide Körperschaften stehen dabei vor Entscheidungen, die von weitreichender, für unser künftiges Wirtschaftsleben im engeren Heimatgebiet tief einschneidender Bedeutung sind. Daraus erwächst den Mitgliedern dieser Körperschaften, die als Wortführer der Bevölkerung zur Entscheidung berufen sind, eine große Verantwortung, die es vor allem erforderlich macht, etwaige Stimmungsmomente oder parteipolitische Gesichtspunkte völlig auszuschalten und alles nur auf rein sachliche und wirtschaftliche Lleberlegungen zu gründen. Soweit in dieser Angelegenheit die Stadt Gießen in Betracht kommt, haben wir den klaren und überzeugenden Darlegungen des Beigeordneten Dr. Hamm in seinem Aufsatz „Gießen und die Gasfernversorgung" („Gießener Anzeiger" Nr. 15 vom 18. Ianuar) nur wenig hinzuzufügen. Daß unsere Stadt durch den Anschluß an die Gasfernversorgung den bedeutsamen Vorteil hätte, ihre Gaswerkssorgen endlich loszuwerden, liegt auf der Hand. Die Partie steht jedoch nicht so, daß Gießen nun einfach jeden Vertrag annehmen mühte, der ihm vorgelegt wird. Es werden vielmehr an dem Vertragswert der Hekoga unter Gießener Gesichtspunkten noch gewisse Aenderungen vorzunehmen bzw. eine einwandfreie Klärung einiger offenstehender Fragen herbeizuführen sein, bevor der Stadtrat seine endgültige Zustimmung zu den Verträgen gibt. Der Betriebsausschuh des Stadtrates hat seine dahinzielende Stellungnahme im Laufe der letzten Tage präzisiert, und es ist Wohl kein Zweifel, daß der Stadtrat in seiner heutigen Plenarsitzung sich den Vorschlägen des Betriebsausschusses anschliehen wird. Einzelheiten nach dieser Richtung hin werden die heutigen Verhandlungen zur Kenntnis der Oeffentlichkeit bringen. Grundsätzlich wird man es aber in Gießen begrüßen, wenn der Abschluß mit der Ruhr und Saar zu einem möglichst nahen Zeitpunkt zustande gebracht wird und die Gaszufuhr aus dem Fernversorgungsgebiet dann auch nicht mehr allzulange auf sich warten läßt. Für die Gasversorgung unserer Haushaltungen, aber auch für manchen industriellen Betrieb wird diese Neuordnung der Gaszufuhr zweifellos von Dortell fein. Auch vom Interefsenstandpunkt der Provinz Oberheffen aus erscheint uns das Zustandekommen der Verträge der Hekoga mit der Ruhr und Saar wünschenswert. Natürlich werden die zur Entscheidung berufenen Stellen der Provinz darauf sehen müssen, daß in den Verträgen den berechtigten Erfordernissen Oberhessens ausreichend Rechnung getragen wird. Aber auch hier gilt die Grundforderung, daß die Provinz- Körperschaften sich von Stimmungsmomenten, vor allem von politischen Motiven freihalten sollten. Einzig und allein wirtschaftliche und streng sachliche Gesichtspunkte dürfen den Ausschlag geben. Ferner sollte man sich im oberhessischen Provinzialtag davor hüten, die Angelegenheit nur daraufhin anzusehen, ob diese oder jene Stadt mit eigenem Gaswerk ihre besonderen Wünsche erfüllt bekommt, oder ob etwaige Bezirksinteressen genügend Geltung finden. Man muh vielmehr den Blick auf das große Ganze richten und sich dabei vergegenwärtigen, daß das Parlament der Provinz neben der gebührenden Rücksichtnahme auf die Städte auch die Entwicklungsmöglichkeiten der kleinen Landorte und des flachen Landes nicht außer acht lassen darf. Wenn schon die Gasfernversorgung für Gießen beachtenswerte Vorteile bietet, so gilt das nicht minder auch für die an der jetzt, vorgesehenen Haupt-Leitungsstrecke gelegenen Städte Butzbach, Bad-Nauheim und Friedberg; auch wenn das Friedberger Gaswerk zur Zeit noch eine ausreichende Betriebskapazität besitzt, so ist doch ernstlich zu überlegen, mit welcher Wahrscheinlichkeits-Entwicklung in der Zukunft jju rechnen sein wird. Don großer Bedeutung dürfte im Laufe der Jahre der Anschluß an die Gasfernversorgung z. B. auch für die Städte Grünberg, Lich, Hungen, Laubach, Schotten, Nidda, Ortenberg un& Büdingen werden; das jetzige kleine Büdinger Gaswerk wird wohl kein Hindernis darstellen bei einer großzügigen, weitsichtigen wirtschaftlichen Neuorientierung der Brennstoff.'Dersorgungs- wirtschaft, die außerordentlich große Entfaltungsmöglichkeiten in sich birgt. Aber auch für die Bewohner der Dörfer, insbesondere zuerst für die Wetterau und die Orte des Flachlandes, versprechen wir uns von einer leistungssähigen und möglichst wohlseilen Zufuhr des Gases bedeutsame wirtschaftliche Vorteile. Schon feit einer Reihe von Jahren kann man in zahlreichen Dörfern die Beobachtung machen, daß der Verbrauch von Holz zu Hausbrandzwecken immer mehr zurückgeht und dort die Kohle immer stärker benutzt wird. Diese Umstellung in der Hauswirtschaft, die vor allem auch mit der größeren Billigkeit der Kohle gegenüber dem Holz begründet wird, könnte noch viel rationeller durchgeführt werden, toerm man an Stelle der Kohle das im Ruhrgebiet und an der Saar in den Kokereien als Nebenprodukt anfallende Gas, das natürlich billiger ist als die Kohle, verwenden würde. Der ganze Sinn der Gasfernversorgung ist doch nur der, ein in den genannten Industriegebieten wegen Lleberproduktlon nicht genügenb ausnuhbares Nebenprodukt, nämlich das Gas, vollkommen und in möglichst wirtschaftlicher Weise zu verbrauchen und Dabei auch den entfernter liegenden Gebieten einen Brennstoff an die Hand zu geben, der billiger und wirtschaftlicher ist, als der feste Brennstoff Kohle oder Koks. Diese Gedanken werden sich die Provinzialtagsmit- glieder auch im Hinblick auf die große wirtschaftliche Bedrängnis der Landbevölkerung ernstlich überlegen müssen. Natürlich sind für die Ausdehnung des Rohrnetzes von der Hauptleitung auL (die von Siegen an Gießen vorbei über Bad-Nauheim, Friedberg usw. führen soll) sog. Stichleitungen erforderlich, deren Schaffung eine gewisse Kapitalinvestierung notwendig machen wird. Dieser Teil der jetzt im G r u n d s a tz zur Entscheidung stehenden Frage ist ja noch nicht von aktueller Bedeutung; er wird vielleicht erst in etlichen Iahren zur Entscheidung auf der Tagesordnung stehen. Heute handelt es sich nur Darum, daß die Legung desGrund st eines zu dem Dau der großen und zukunftsreichen Gasfernversorgung durch alle maßgebenden Stellen unserer Provinz erfolgt und daß man nicht etwa eine verpaßte Gelegenheit schafft, Die man in Zukunft schwer bereuen müßte. Die Mitglieder des Provinzialtages dürfen sich bei ihrer Entscheidung nicht etwa kopfscheu machen lassen durch gewisse Beeinflussungsversuche, Die aus der Richtung Frankfurt kommen. Man hat in der Mainstadt bisher immer nur das Bestreben gehabt, Die Frage der Gasfernversorgung s o zu lösen, daß Frankfurt Dabei Die Führung erhalten sollte, während alle anderen Städte ooer Bezirke gewissermaßen nur als Anhängsel Frankfurts anzusehen wären. Don einer in dieser Frage gut unterrichteten Seite konnte man kürzlich sogar hören, daß Frankfurt in Der Frage Der Gasfernversorgung bisher nicht selten diktatorische Gelüste gezeigt habe und zeitweise sogar mit einer gewissen Brutalität vorgegangen sei. Wenn nun jetzt in den Tagen Der Entscheidung wiederum gewisse Vernebelungsversuche von interessierter Frankfurter Seite aus vorgenommen werden, so sollte man sich dadurch in Oberhessen Den klaren Blick für die realen Erfordernisse unserer Provinz und für die wirtschaftlichen Notwendigkeiten der oberhessischen Zukunft nicht trüben lassen. Man wird auch gut tun, sich vor Dem von einer anDeren Seite aus politischen GrünDen mit grellen Farben an Die WanD gemalten Schreckgespenst Des „machtgierigen Ruhrkapitals", Diesen Popanz für politische und wirtschaftliche Kinder, zu hüten Wenn in itgenDemer Angelegenheit Die Politik, und gar Die Parteipolitik, nicht am Platze ist, so trifft Das ganz besonders auf Die Gasfernversorgung zu. Man mag an Den- Verträgen noch gewisse QlenDerungen zur Verbesserung für notwendig halten, man sollte aber Die Parteipolitik, Die aus gar manchen Kundgebun» gen zu den Vertragsentwürfen Der Hekoga bisher nur allzu deutlich heraussah, wenigstens in Oberhessen völlig beiseite lassen und sich lediglich rein sachlich unD wirtschaftlich orientieren unter Dem Gesichtspunkt, unser Gebiet so wohlfeil wie möglich mit Dem zukunftsreichen Brennstoff Gas zu versorgen. Das Vorbild Der moDemen Elektrizitätsversorgung weiter Gebiete Westdeutschlands, z. B. durch Die Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke, lärm in der Ferngasfrage wegweisend sein Schnittwunden am Kopfe und am Halse zu. In besinnungslosen Zustande wurde er, nachdem Mannschaften Der Feuerwache ihm erste Hilfe geleistet hatten, von Der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit Dem städtischen Sanitätsauto nach der Chirurgischen Klinik verbracht. Sein Befinden ist heute früh Den Um» stänDen entsprechend gut. •• Von seinemPferd schwer geschlagen wurde gestern der etwa 30 Iahre alte Landwirt Otto Bernhard aus Illnhausen (Kreis Büdingen), als er sich unterwegs auf der Landstraße in Der Nähe von Ober-Seemen befand. Während der Fahrt war das Geschirr des einen Pferdes in Unordnung geraten, so daß der Mann vom Wagen stieg, um es wieder zu ordnen. Als er damit beschäftigt war, schlug das Pferd plötzlich aus und traf den Bedauernswerten so schwer an den Kopf, daß er bewußtlos zusammenbrach. Ein Mitfahrer schaffte den Verunglückten zunächst nach Hause, von wo er Dann auf telephonische Anforderung Durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen der hiesigen Chirurgischen Klinik zugeführt wurde. An einem Schädelbruch liegt er zur Zeit ernstlich darnieder. ** Wer kennt Die Rohlinge? Der Poli- bericht teilt mit: In der Nacht zum 13. Januar wurde ein Teil der Einfriedigung der Deterinär- kliniken in der Frankfurter Straße gewaltsam abgerissen. Personen, die Wahrnehmungen gemacht haben, die zur Ermittlung der Täier von Bedeutung sind, werden gebeten, der Kriminalpolizei, Zimmer 64, Mitteilung zu machen. ** W o i ft bie erschwindelte Nähmaschine? Der Polizeibericht meldet: Am 17. Dezember 1929 hat ein mehrfach vorbestrafter Mann in einem hiesigen Geschäft eine Singer-Nähmaschine, Kl. 15. D. 26 K. Kl. 7 b. 3, erschwindelt und diese sofort wieder abgesetzt. Diejenige Person, die die fragliche Nähmaschine käuflich erworben oder über deren Verbleib Kenntnis hat, wird im eigenen Interesse ersucht, umgehend die hiesige Kriminalpolizei, Zimmer 27, zu verständigen, •• Wem gehört die Geldbörse? Der Polizeibericht meldet: Im Verkaufsraum der Pilgermission, Plockstrahe 4, wurde eine Geldbörse mit etwa 30 Mark Inhalt gefunden und dem Fundbureau des Polizeiamts abgeliefert. Der Eigentümer wird um Abholung ersucht. ** Der Hubertus, Verein weidgerechter Iäger, Sih Gießen hielt am Mittwoch im „Hessischen Hos" seine Iahreshaupt- versammlung ab. Dem von Dem ersten Vorsitzenden, August Pascoe, erstatteten Jahresbericht des Vorstandes war zu entnehmen, daß der Verein ein erfolgreiches Iahr hinter sich hat. Die Mitgliederzahl stieg auf 155, in regelmäßigen Monatsversammlungen wurden jagdliche Fragen behandelt, verschiedene Vorträge aus Dem Gebiet der Iagdzoologie, Der Iagdausübung, Der Weidmannssprache und des Naturschutzes dienten Der WeiterbilDung Der Mitglieder. Der Zustand Der Reviere hat sich sichtlich gehoben, die Iahresstrecke war sehr erfreulich, wie auch Die Ausstellung am Hubertustag, Dem Höhepunkt im Dereinsleben, Dartat Don besonderer Bedeutung war, daß Der langgehegte Wunsch nach Anlage brauchbarer, eigener Schießstände in Erfüllung ging, während auch das wichtige Gebiet der Hundezucht und -führung gebührend beachtet wurde. In materieller Hinsicht konnten ferner Die Mitglieder durch Neuabschluß und Erweiterung preiswerter Haftpflichtversicherungen, sowie durch vorteilhafte Derwertung des Rauch- Werks unterstützt werden. Im Verkehr mit Behörden und anderen jagdlichen Organisationen war Arbeit zum Wohle des Weidwerks möglich. Im Interesse des Iagdschutzes konnten Belohnungen an Personen vergeben werden, bie sich um Die Bekämpfung tierischer Iagdfeinde, oder durch Die Namhaftmachung von Wilderern verdient gemacht hatten Mit Befriedigung konnte Der Vorstand am Ende des Iah res auf das Ergebnis seiner Arbeit zurückblicken, das zu neuen Taten im kommenden Iahre ermutigt Für diese wurde ein eingehendes Arbeitsprogramm aufgestellt und in Der Hauptversammlung Durchberaten und genehmigt Don größeren Deran- ft al hingen sind eine Prüfung für Iagdhunde und eine Gebrauchsprüfung vorgesehen Den Abschluß regelmäßiger Schießtage wird ein Hauptjagd- schiehen im August bilden Eine Aussprache über Iagdschuhfragen beendete Die anregende Versammlung. Preußen. Kreis Biedenkopf. T Rodheim a. d. Bieber, 20. Ian Der Kriegerverein Rodheim a. d. Bieber feierte am Samstagabend im Saale des Gastwirts Wilhelm Dender sein 5 5. Stiftungsfest. Wie alljährlich, war auch diesmal der Saal wieder bis auf den letzten Platz gefüllt Deine Ansprache knüpfte Der 1. Vorsitzende, Kaufmann Emil Höhn, an das Datum des Tages, das gleichzeitig das des Tages der R-ichsgründung war. Zur Unterhaltung war ein umfangreiches Programm auSgcarbcitct mit zwei Theaterstücken Nach Ueberwindung der verschiedensten Schwierigkeiten ist es, dank der Mitspielenden, welche sich in ihre Rollen vollkommen eingelebt hatten, gelungen, Den Anwesenden etwas zu bieten, was die Enge und das Behelfsmäßige der ländlichen Bühne vollkommen vergessen ließ. Mit großem Deisall wurde ein lebendes Bild „Vollsopser 1813" nach Dem GernälDe von Artur Kampf aufgenommen. In Der Darstellung lag insofern etwas neuartiges, als vor Stellung Der Gruppe jede einzelne Person redend und handelnd auftrat, so daß jeder, Der auch das oben erwähnte Bild noch nicht gesehen hatte, ohne weiteres Die BeDcutung der Gruppe in ihren Einzelheiten verstand. Bei den Klängen Der guten Musik Der Kapelle Des 1. 23atL Inf.-Rgts. 15 Gießen verlebten Die Besucher noch einige schöne Stunden echt kameradschaftlichen Beisammenseins, bei Denen auch das Tanzbedürfnis Der Iugend erfüllt wurde. Dillkreis. WSN. Dillenburg, 23. Ian. Ein auf Dem hiesigen Postamt beschäftigter Postschaffner ist Der Brief Unterschlagung überführt worDen Der Beamte, Der geständig ist, wurde einstweilen seines Dienstes enthoben Schon seit einiger Zeit sind Briefberaubungen vorgekommen, Die Dem Beamten zur Last zu legen sinD. Die Ermittlungen sinD noch nicht abgeschlossen. Das hessische Hebammengesetz Darmstadt, 23. Ian. Der Gesehgebungs- ausschuh kam heute mit der ersten Lesung des Gesetzentwurfs über das Hebammenwesen zu Ende. In «Der Abstimmung wurde Artikel 23a, der das Mindesteinkommen der Hebammen regelt, unter Ablehnung der Erhöhungscmträge in der Fassung der Vorlage angenommen. Cs bleibt also bei den Sähen von 600, 800, 1000 und 1200 Mk. in Den vier Ortsklassen. Artikel 23b, der das Dersorgungswesen behandelt, wurde zurückgestellt, bis die von der Regierung gewünschten Unterlagen vorhanden sind, ob nicht zweckmäßiger die Hebammen in die Reichs- angestelltenversicherung eingegliedert werden als in Die Versicherung für hessische gemeindliche Beamte. Bei Artikel 24 wurde auf volksparteilichen Antrag Der Sah „im übrigen ist es unzulässig^ Die Uebernahme oder Zurückerstattung der A u s - bildungskosten (Der gemeinDIidjen Hebammenschülerinnen nämlich) vertraglich zu vereinbaren" gestrichen Artikel 27, der Den Zusammenschluß der Hebammen in eine Derufs- vertretung gesetzlich vorschreiben wollte, wird gestrichen. Artikel 29, der den Lastenaus- g le ich unter Den Gemeinden durch Schaffung eines Ausgleichsstocks vornehmen wollte, wird auf Antrag der Volkspartei und des Bauernbundes gestrichen Artikel 32 erhält folgende Fassung: „Hebammen, Die keiner Versicherung angehören und a) wegen eines körperlichen Gebrechens oder wegen Schwäche ihrer körperlichen oder geistigen Kräfte zur Ausübung ihres Berufs bereits dauernd unfähig sind und sich in Not befinden, b) bei Inkrafttreten dieses Gesetzes innerhalb dreier Monate nach Vollendung ihres 6 5. Lebensjahres ihren Berus aufgeben und sich in Not befinden, ist von der Gemeinde, in Der sie zuletzt ihre Hebammentätigkeit ausgeübt haben, eine Ren te zu gewähren ..." — Der Ausschuß will die zweite Lesung und Die Beratung Der zurückgestellten Artikel in etwa vierzehn Tagen vornehmen. Das Vertrauen Jahren in den Namen und die Schutzmarke „Quäker“ und die Empfehlung zahlreicher Ärzte machen diese köstliche Haferspeise unentbehrlich für den Familientisch. Abwechslungsreich — in 3 — 5 Minuten angerichtetl Quäker R&iiclflo&cti Betr.: Bildung einer öffenllichen Wasier- genossenschaft zur Unterhaltung der Dränagen in den Fluren 7 bis 10, 12, 15, 21 bis 25, 27 und 40 der Gemarkung Gießen und Flur I, Gemarkungsteil Wißmar. Bekanntmachung. Der Herr Hessische Minister für Arbeit und Wirtschaft hat durch Verfügung vom 6. Januar 1930 zu Nr. M. A. W. L. 177 dem Statut der obengenannten Wosserge- nossenschaft die Genehmigung erteilt. Gemäß Artikel 39 des Gesetzes, die Bäche und die nicht ständig fließenden Gewässer betreffend, in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899, wird nachstehender Auszug aus dem Statut mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß dieses mit seiner Veröffentlichung in Kraft tritt. 642L 1. Name der Genossenschaft: Wassergenossenschaft Gießen links der Lahn. 2. Sitz derselben: Gießen. 3. Gegenstand des Unternehmens: Un- terhaltung der Dränagen in den Fluren 7 bis 10, 12, 15, 21 bis 25, 27 und 40 der Gemarkung Gießen und Flur I, Gemarkungsteil Wißmar. 4. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden unter der Bezeichnung „Wassergenossenschaft Gießen links der Lahn" in dem Amtsverkündigungsblatt des Kreises Gießen bekanntgegeben uni vom Vorsteher unterzeichnet. Gleichzeitig wird Tagfahrt zur Wahl des Genossenschaftsoorstandes auf Dienstag, den 28. Januar 1930, nachmittags 3} Uhr, in den Sitzungssaal des Kreisamtes Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, anberaumt und zu derselben die Generalversammlung der Genossenschaftsmitglieder cinberufen. Gießen, den 13. Januar 1930. Kreisamt Gießen. I. V.: Schmid t. Auf vorstehende Bekanntmachung des Kreisamts Gießen wird hiermit besonders [ Vermietungen | Einfamilienhaus gebaut 1921,1. schöner Lane in d.Wetierau. 3 evil. 4 Zimmer, gro e Wohnküche, Hausgancn u. Stal- lunnf.SHetntienucöt, ab I. 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Januar 1930, vor mittags 8 Uhr. kommt in der hörlefchen wirtschaft zu TRerlau aus den Forftorten Burgwald 1, 9, Haag 2, Eichheege 3, Eselskopf 1, 2, Rundwäldchen, Sinnes 9, 11, Lehnheimer Linnes 1, Kammerwald 8, 9, 11, Buchenkopf, Kratzberg der Försterei Merlau sowie Erlen 2, 3, und Flensunger- kopf nachstehendes Holz zur Versteigerung: Scheiter rm: 508 Buche (hiervon 220 rm im Karnrnerwald), 3 Hainbuche, 81 Eiche (teils rund), 2 Ulmen, 2 Kirschbaum, 10 Birke, 4 Erlen, 2 Lärche. Knüppel rm: 78 Buche, 10 Hainbuche, 8 Esche, 152 Eiche, 3 Birke, 11 Kirschbaum, 12 Erle, Aspe, Linde, 5 Lärche. Reiser 1. kl., rm: 27 Buche, 87 Eiche, 152 Kiefer, 18 Fichte. Reiser 3. Kl., rm: 815 Buche, 66 Esche, 218 Eiche, 12 Birke, 14 Ulmen, 15 Kirschbaum, 20 Erle, Linde. Stöcke rm: 95 Buche, 59 Eiche, 10 Ulmen, 6 Birke, Erlen, 66 Kiefer, 26 Lärche, 59 Fichte. 649E Das Holz mit blau unterstrichenen Nummern kommt nicht zum Ausgebot. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Edelmann zu Merlau und die unterzeichnete Stelle. Grünberg, den 22. Januar 1930. Hess. Forstamt Nieder-Ohmen. Bekanntmachung. Nach dem 1. Februar b. 3. werden Müll- gefäße, dis der Vorschrift des § 18 der Polizei-Verordnung vom 15. April 1929 nicht entsprechen, durch die städtische Müllabfuhr nicht mehr entleert. Es liegt daher im eigenen Interesse der Benutzer der öffentlichen Müllabfuhr, sich sofort die vorschriftsmäßigen Müllgefäße zu beschaffen. Die Gefäße sind in den mehrfach bekanntgegebenen Geschäften bis zum 1. Februar d.J. zu den bisherigen Preisen zu haben. Auch können vorschriftsmäßige Müll- oefäße zu den gleichen Preisen vom städtischen Tiefbauamt, Asterweg Nr. 25, bezogen werden, das diesbezügliche Bestel- hinnen entgegennimmt. 642C Gießen, den 4. Januar 1930. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Holzversteigerung. Die Fürst Solms-Lichsche Oberförsterei Hohensolms versteigert am Mittwoch, dem 29. Januar, an Ort und Stelle aus dem Distrikt Jhelscheib: Fichten-Stammholz la>, 1b- und 2a-Kl. 52 St. mit 9,29 km, Derb- ftangen 1. Kl. 71 St., 2. Kl. 61 St., 3. Kl. 687 St.: Reisstangen 4. Kl. 965 St., 5. Kl. 50 St., 7. Kl. 2200 St.: Prügelholz, Kie- fern 5rm, Fichten 4 rm; Reisholz, Buchen, 900 W., Eichen 680 W., Nadelholz rm 475. Anfang 11 Uhr bei Brennholz Nr. 1 (an der Landstraße oben). 654O [Stellenangebote Soziale «flicht berSlufgeber v. Stellenangeboten Ist es, die ein« gegangen^Sewerbungs« unterlagen «Zeugnisse, Zeugntsablchnft., Lichtbilder u.bgl.) schnellsten« lurückzus. Oie Stellung- suchenden sind banftar Dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigtest auf diese Weise unterstützt und stnd auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gietzerrev Anzeiger Periekte Mjpislio auf b. Bureau einer hiesigen Großhand- lung zum fosorttgen Eintritt, evtl, zum 1. Februar, gesucht. Schr. Angcb. u. 6581) a. b. Gieß. Anz. erb. Gut empfohlene Pflegerin f. anfangs Februar für älteren Herrn gesucht.Nachfrage im Katb. Schwestern- baud, Zimmer 26, nicht zw. 3 u. 6 Ubr nachmittags. [0514 Stiche nichtiges, im Kochen bemcmbertes Mädchen für 1. ober 15. Fcbr. Scnkler, [anD Frankfurter Str. 30. Sanbetes f0505 MädchenLdc IN eine Pension nach Bab Soben t. Ts. für sofort gesucht. Borst. i.Genuifehbta. Amend, Löweng. 12. [Stellengesuche| Jage Frau sucht Stelle als Verkäuferin ob. auch Filialleiterin «Kurz-, Weiß- und Wollmarenbranche ob. auch Sünwaien- branchel für l. Febr. Schriftliche Angebote unter 639D an ben Gie». Anz. erb. Strumpfe, Triko tagen Wäsdie Diese Ä) Artikel kaufen Sie am besten im Spezialgeschäft M.G.Grode Frankfurter Str* 19 Auf alle Winterwaren 20 4 Rabatt 61A HAPAG MITTELMEER FAHRTEN mH dem VergnOgungereleen-Dampfef „OCEANA“ (ORIENTFAHRT) vom 19. Feb bis 15. März Fahrpiels von RM 750.— aufwärts (GROSSE ORIENTFAHRT) vom 16. März bis 14. 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Verschiedenes] Maskenkostüme für Damen zu verleiben 0493 Bismarckftr. 10 I. Wen- und NW-liuWtz- oeksleiMW. Donnerstag, den 30. Januar 1930, wird im Butzbacher Stadtwald in den Forst- orten Zipfen, Pfingstweide, Struth und Jungwald nachoerzeichnetes Nutzholz versteigert: 625D Eichen 2. Kl. 54 Stck., 21,36 fm „ 3. „ 1$8 „ 100,38 „ „ 4. „ 53 „ 56,07 „ „ 5. „ 12 „ 14,54 „ „ 6. „ 2 „ 2,32 „ Buchen 3. „ 35 „ 22,45 „ „ 4. „ 23 „ 21,12 „ „ 5. „ 8 „ 11,59 ,, „ 6. „ 1 „ 1,18 „ Das Holz kan vorher eingesehen werden. Nähere Auskunft erteilt Förster Lärnrners- dorf, Butzbacher Forfthaus, Telephon 266. Auf Wunsch werden von demselben auch Auszüge aus dem Protokoll gefertigt. Die Versteigerung beginnt um 13 Uhr auf dem Butzbacher Forfthaus. Butzbach, den 22. Januar 1930. Der Bürgermeister. Welch. Lebensrnittel- oesehäft übernimmt fomtntfiionSro. Verkauf v. erstkl. Rbein- flauer Naturweinen vom Winzerveretn? Genaue C fierte unter Nr. 33 Beklame- 8rett.Mallis.lNlV Suche für eine gute > etannte, Ende Der 30er, mit Kjährtgem Kinde, da fönst leine Gelegenh.'it, die Be- kanntfchait eines soliden, charaktervollen Herrn in sicherer Lebensstellg. jroefls beitot. Aussteuer u. etwas Beöenteoöes llnteraefimen derMolkenallikelinanLe fuckt für sofort ober fväter in guter Lage lmögltchst nahe Paketvostantt unb Bahnhost etwa 300 qm Helle, luftige inio Itoteoe Büro- unb toomöome. Bevorzugt werben Parterreräume mit ungehinberter Lastwagenan- tabrt unb anschltenenber ober nahegelegener Auto-Garage. Etage kommt nur in nrage, wenn betriebsfähiger VaftaufAuo Aur auSscblteß- l'tben Benutzung vorhanben ist. Angedoie mit Preisangabe. Lage- ulan unb Be^ugstermtn erbeten unter F. 816 an Aia-Haanen- stein & Vogler, Dresden-A. 1. [632V Bei mögen tft vorh. Zuschriften,möglichit mit Bild, n. 6381) an ben Gieß. Anz. eib. Samstag, 25. Jan. abends 8 Ubr. im Vereinslokal Seneral- Versammiung Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Rechnungsablage 3. Berfchiebenes. 483D] Der Vorstand. naöeWoli-Betfielßnniii der Sladl Gießen. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am Montag, dem 10. Februar 1930, 10^ Uhr beginnend, in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden: 6420 119 St. Fichtenlangholz, la-Klasse = 21,75 fm 298 St. Fichtenlangholz, lb°Klasse - 119,29 fm 77 St. Fichtenlangholz, 2a-Klasse = 57,89 fm 10 St. Fichtenlangholz, 2b- unb 3a-Klasse = 13,16 fm 30 St. Fichtenabschnitte la-, 1b-, 2a- und 2b-Klasse = 4,76 fm 55 St. Kiefernlangholz, Ib-Klasse = 24,02 fm 345 St. Kiefernlangholz, 2a-Klasse = 215,80 fm 120 St. Kiefernlangholz, 2b-Klasse = 103,19 fm 8 St. Kiefernlangholz, 3a-Klasse - 9,11 fm 30 St. Kiefernabschnitte, 2a-Klasse = 9,79 fm 39 St. Kiefernabschnitte, 2b-Klasse = 17,10 fm 9 St. Kiefernabschnitte, 3a-Klasse = 5,55 fm 271 Fichtenderbstangen 1. Klasse 477 Fichtenderb tätigen 2. Klasse 1332 Fichtenderb tangen 3. Klasse 1983 Fichtenreisstangen 4., 5. und 7. Kl. 16 Eichederbstangen (Deichseln) 2. unb 3. Klasse Es werden gegebenenfalls auch schriftliche Angebote (getrennt für jede Klasse oder für jedes Los), die bis 10. Jebruar 1930, 8 Uhr, bei mir eingegangen sind, berücksichtigt. — Stundung des Kaufgeldes kann bis 11. November 1930 gewährt werden. Loseeinteilungen nebst Verkaufsbedin- gungen werden unentgeltlich abgegeben. Gießen, den 23. Januar 1930. Der Oberbürgermeister. 1.23.: Dr. Rosenberg. Druckschriften ■" ~ °°°" In gebundenen Ausgeber« klar In der Schritt, Uberelohtllch angeordnet, eorg- fültlg gedruckt, dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Induetrte und Gewerbe, Behörden und Landwlrtecheft. Jede Lieferung schnell, gut und preiswert durch die Brühl’sche Druckerei, Gießen, Schulstr, 7, Anruf 2251 W Der heuitgen Ausgabe beS Gienener Anzeigers liegt etn Werbeblatt der Firma Dr.med. B. Schatze G.m. b. B„ Berlin W 30 bei. 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Er wird jetzt nach Beendigung der Haager Verhandlungen aber sehr rasch in feinen Einzelheiten ausgearbeitct werden müssen, und er wird vor allem mit den Forderungen und Bedürfnissen der Länder in Einklang zu bringen sein. Hier aber liegt Wohl das schwierigste Problem vor. Denn außer Preußen, das seinen neuen Haushalt bereits auf der Basis des äleberwcisungsso'.ls des laufenden Rechnungsjahres aufgestellt hat, ist noch kein anderes Land in der Lage gewesen, seine Etatarbeiten so weit zu fördern. Das liegt vor allem daran, daß alle deutschen Ander in den letzten Jahren eine immer mehr steigende Schuldenlast haben übernehmen müssen, weil ihr eigenes Steueraufkommen zusammen mit den äleberwei- sungsbeträgcn des Reiches nicht langte, um die ständig wachsenden Ausgaben abzudecken. Um welche Beträge es sich dabei handelt, mag man daraus ersehen, daß ein kleines Land wie Thüringen seinen Voranschlag für 1930 mit einem Defizit von 16,5 Millionen Mark ab- schließen muß, zu denen dann noch der ungedeckte Fehlbetrag des laufenden Rechnungsjahres zusammen mit den Vorjahren in Höhe von rund 24 Millionen Mark kommt. Dabei ist das Land bereits mit einer schwebenden Schuld von 55 Millionen belastet. Aehnlich sieht es — und das ist vielleicht besonders symptomatisch — auch in den großen deutschen Hansestädten aus. Bisher erfreuten sich gerade Hamburg und Bremen wegen ihrer eigentümlichen Stellung als Stadtstaaten und infolge der besonderen Steuerkraft ihrer Bevölkerung immer der besten Finairzen. Auch sie haben aber diesmal Defizitetats aufstellen müssen, und es ist zu befürchten, daß die Ent- Wicklung nach dieser Dichtung hin noch weitergehen wird. Die starke Verschuldung der kleineren Länder, so vor allem von Braunschweig und Mecklenburg, darf als hinreichend bekannt vorausgesetzt werden. Sie ist ja überall einer der stärksten Impulse für den immer wieder diskutierten Anschluß an Preußen. Mit dieser Situation also wird sich Moldenhaucr alsbald nach seiner Rückkehr zu beschäftigen haben, und man darf wohl annehmen, daß er so bald als möglich die Finanzminister der Länder nach Berlin berufen wird, um gemeinsam mit ihnen einen Ausweg aus diesen Schwierigkeiten zu finden. Dabei mußvon vornherein mit scharfen Attacken von der Länderscite her gegen das vom Reichstag gebilligte Finanzreformprogramm der Reichsregierung gerechnet werden. Tatsächlich greifen alle die Maßnahmen, die das Parlament acht Tage vor dem Sturz Hilfcrdings billigte, ja tief in die finanziellen Interessen der deutschen Gliedstaaten. Es sei nur beispielsweise an den vorgesehenen schematischen Abbau der Gewerbe st euern und an die Erhöhung des steuerfreien Existenzminimums bei der Einkommen st euer erinnert, die die Länder schon jetzt in Harnisch gebracht haben. Es hat aber vielleicht wenig Zweck, sich jetzt noch den Kopf über diese Dinge zu zerbrechen, da ja allein durch das Gesetz über die Schaffung eines Schuldentilgungsfonds für das Reich neue Maßnahmen notwendig geworden sind. Denn der Schuldenlilgungsfonds muß immerhin im Laufe eines einzigen Rechnungsjahres mit etwa 450 Millionen Mark dotiert werden. Wir lassen keinen Zweifel darüber, daß damit unseres Erachtens nicht zugleich ein Der- Das vergessene Briefmarkenalbum. Von Friedrich Schnack. Tief, im untersten Fach eines Schrankes, unter vergilbten Zeitschriften, Schulheften und entwerteten Büchern lag es, das alte Briefmarkenalbum, und schlief. Aber die Toten stehen auf und kommen ans Licht: so auch das vergessene Briefmarkenalbum. Beim Stöbern und dem Jüngsten Gericht, das ich über die aufgehäufte Makulatur abhielt, kam es aus feiner Verborgenheit hervor, und da liegt es nun auf dem Tisch und hat einen muffigen Geruch an sich. Der braune Kalikobeckel ist abgegriffen und halb eingerissen, verkratzt und verschossen, die Ecken sind abgestoßen und der Beschnitt angegilbt. Ich erinnere mich plötzlich ganz genau: als es zugeklappt und weggeräumt wurde, war die Knabenzeit zu Ende. Draußen auf den Straßen fielen die Blätter von den Baumen: da fielen auch die Blätter des Albums zu, und die bunten Briefmarkenjahre waren vorbei. Es beißt oft, das Briefmarkensammeln verderbe den Charakter: weil es zur Besitzgier verleite, zu Selbstsucht und zu kleinen Knabendiebereien: es sei auch spießbürgerlich. Mag sein. Wenn es so ist, ist es nicht das rechte, echte Briefmarkensammeln: das farbige Abenteuer der Länderjagd, des Bilderglücks und der Exotik. Meine Lieblinge waren, wiewohl ich auch die Postwertzeichen der europäischen Länder in meine Felder unterbrachte, die schönen, seltsamen — und oft auch so wenig seltenen — Briefmarken ber überseeischen Staaten und der Kolonien. Um die Marktwerte habe ich mich nie gekümmert, der Sens-Katalog, der den Geldwert der Marken verzeichnet, war mir gleichgültig. Aber eine Giraffe auf den Serien von Nyassa, und ein wilder Schwan auf den Marken von Westaustralien: die waren wichtig und unvergleichlich schön. Was waren dagegen die Briefmarken mit den Männerköpfen, mochten sie noch so hoch im Kurs stehen! Und wenn ich das alte Briefmarkenalbum, nach vielen Jahren der Gleichgültigkeit und der Marken- Mißachtung, heute wieder öffne, strömt mir von jenem versunkenen Knabenrausch ein Nachhauch zu, phantastisch und wunderlich. In diesem großen Bilderbuch der Länder haben sich Farbenfreude und geographischer Sinn vielfältig abgemalt — in den geschnittenen und gezahnten Bildnissen, mit denen die Staaten und Hostoerwaltungen prunkten. Es ist mir entfallen, von wem ich die alten „Bayern" habe, die mit dem Seidenfaden und den dicken Zahlen, die schwarze Eins, und die grünen, gelben und blauen Markenschwestern ... und wem ich die alten „Baden" verdanke und die Heinen GünstigeStaiiffkdeshesfischenStaaisbades 2$ Bad-Rauhei m, 24. Jan. Nachdem schon vor drei Jahren in bezug auf den Besuch des Bades die höchste Vorkriegsz^ lfrequenz wieder erreicht worden war, ist mit jcve.n Jahre die Zahl der Kurgäste weiter gestiegen. Das Jahr 1929 weist mit insgesamt 41 855 Gästen gegen 41112 in 1928 die Höchstbesuchsziffer seit Bestehen des Bades auf. Erfreulich für die wirtschaftliche Entwicklung ist es, daß innerhalb der Gesamtfrequenz auch die Zahl der ausländischen Besucher in den letzten Jahren wieder langsam ansteigt: sie erfuhr im Jahre 1929 eine Zunahme von 384 gegenüber dem Vorjahre und betrug insgesamt 69 15. In dieser Zahl sind Besucher aus allen Rationen und Weltteilen enthalten. Die Spitze nimmt Nordamerika mit 1639 (1508) Besuchern ein. Bon den europäischen Ländern steht wieder Holland mit der Zahl 880 (694) obenan. Cs folgen Großbritannien und Irland mit 548 (497), die Schweiz mit 434 (390), Polen mit 368 (465), Schweden mit 355 (334) Kurgästen usw. Am geringsten ist der Besuch aus der Türkei (11) und aus Australien (11) gewesen. 2m Vergleich mit dem Vorkriegsjahr 1913, das bei einer Ge- samtfrequenz von 34 951 Personen einen Besuch von 9804 Ausländern aufzuweisen hatte, ist die Zahl der Ausländer, die jetzt nach hier kommen, noch verhältnismäßig gering, sie ist aber von Jahr zu Jahr im Steigen begriffen. Bäder wurden im Jahre 1929 insgesamt 450 015 abgegeben, gegen 441 744 im Vorjahre: sie verteilen sich auf neun verschiedene Bäder- formen, von denen die Thermaljprudelväder mit der Zahl 129 8c0 an der Spitze stehen. Die höchste Tagesbäderzahl betrug am 17. Juni 3310; die höchste Zahl der gleichzeitig anwesenden Kurgäste verzeichnete mit 6302 der 20. Juni. Interessant ist es, daß auch in 1928 der gleiche Tag den Höchstand der an einem Tag gleichzeitig anwesenden Gäste (und zwar 5917!) brachte. Ein sehr günstiges Bild zeigen auch die Uebernachtungszisfern, die von der neueren Derlehrsstatistik für die Bewertung eines Kurortes in erster Linie beachtet werden. Wenn auch noch nicht die durchschnittliche Ucfccrna* tungszahl von 31,39 des Jahres 1913 wieder erreicht werden konnte, so dürfte Bad-Nauheim in dieser Hinsicht doch an der Spitze der deutschen Tadeorte stehen. Denn bei rund einer Million Liebernachtungen insgesamt kommt auf jeden Kurgast im Durchschnitt eine Anwesenheitszeit von 28 bis 29 Tagen. Auch hier haben sich die Verhältnisse gegenüber dem Vorjahre gebessert. Also Aufstieg auf der ganzen Linie! zicht auf die geplante Steuersenkungsaktion verbunden sein darf. Vernünftigerweise aber wird man gerade von Professor Dr. Moldenhauer nicht verlangen können, daß er nun etwa schon mit dem Beginn des neuen Rechnungsjahres eine Steuersenkungsaktion in Gang bringen lönnte, die in der Form, wie sie vom Reichstag gebilligt worden ist, ja — wir sagten das bereits — in erster Linie z u Lasten der Länder gehen müßte und also deren politischen Widerstand herausfordert. Eins freilich scheint uns selbst- verständ.ich: Wenn der Doung-Plan Gesetz werden sollte, dann müssen sowohl die Repara- tionshypothek der Industrie wie die Rentenbankbelastung der deutschen Landwirtschaft sofort verschwinden, was immerhin einen Jahresbetrag von nicht ganz 400 Mi.lionen Mark ausmacht. Die entstehenden Steuerausfälle für das Reparationsaufkommen wird man dann aus allgemeinen Steuern abzudecken haben. Wenn Moldenhauer also feine Finanzministertätigkeit auch nicht mit der Durchführung eines organischen Finanzreformprogramms beginnen kann, so muß er doch mindestens d i e Ansätze dazu schaffen in der selbst- verständlichen Einsicht, daß Reich, Länder und Gemeinden schicksalsverbunden sind und die Not unserer Zeit nur gemeinf am lösen können. Sexual-ethischeTagunginGießen Nach Schristlesung und Gebet von Pfarrer Dr. Wagner, Hamburg, begrüßte Dekan Guß- mann, Kirchberg die vor einigen Tagen im Johannessaal zu Gießen versammelten evangelischen Geistlichen aus den Dekanaten Gießen, Grünberg und Hungen. Pfarrer Dr. Wagner, Leiter der deutschen Auswanderer- und Mitternachtsmission, sprach alsdann über: „Geburtenregelung als theologisches Pro- b l e m“. Sozialethische und individualistische Gründe machen das Problem aktuell. Zu den ersteren gehört die Bevölkerungszunahme auf kleiner gewordenem Gebiet, die Arbeitslosigkeit, die Fortschritte der Mediziner, die das Tor des Todes immer stärker verriegelt haben. Ganz anders als früher ist die Frau in den Arbeitsprozeß eingegliedert, ihre Stellung im Gesellschaftsleben entwickelt. Für die Wohnungsnot ist bezeichnend, daß 1925 in Deutschland eine Million Wohnungen und neun Millionen Betten blauen „Bergedorf" des Hamburg-Lübeckschen Verwaltungsbezirks vom Jahre 1861 ... Wer mag mir wohl die alten „Preußen" und die „Sachsen" von 1851 zugetragen haben? Die braunschweigiDen Marken mit dem Roß im Stempelfeld? Und vor allem die schöne Reihe Freimarken von „Thurn und Taxis", mit ihrem Entwertungsstempel, der aus- sieht wie die schwarzen Ringe eines Küchenherdes? Vergessene Sammler, vergessene Knabenchronik! Aber bei diesen verjährten Marken der Bundesstaaten geht es mir heute wie damals: sie bezeigen eine altväterliche Romantik, gemahnen an Posthornklang und Postgespanne, die auf gemütlichen Landstraßen bahinrollen, sie haben nichts eingebüßt von ihrem stillen Zauber, den kein Senf-Katalog auszudrücken vermag. Mein vergilbtes und verkratztes Buch war damals das beste, fortentwickeltste seiner Art. Elftausend Felder wies es auf, und die wollten alle besiedelt werden, besetzt und eingenommen von einem Markenheereszug der Elftausend. Da ich aber wenig Freude an europäischen Briefmarken hatte und lieber nach fremden Ländern ausspähte, habe ich es nur auf etwa tausend Postwertzeichen gebracht. Und das ist nun freilich eine reich«, fremdländische Markenwelt, die bei Aegypten anfängt und mit indischen Kleinstaaten endet. Und wie endet! Mit einer fabelhaften, kaum entzifferbaren Marke, die mit Rosensaft gedruckt scheint und fast völlig geschwärzt wurde von dem groben, schwarzen Stempel eines indischen Postbeamten in Rawangar oder Kishangar ... Ich werde es nie erfahren. Die berühmtesten Markensammler meiner Schulzeit konnten ihre Herkunft nicht feststellen, und sogar im alleswissenden Senf war, wenn ich den Vertrauensleuten glauben darf, nicht von ihr zu lesen. Vielleicht, wer mag es wissen, hat sie ein kleiner Maharadscha gemalt. Möglicherweise ist sie so wertvoll, wie nur irgendein 'Kunstwerk, und ich habe einen Schatz, von dessen Kostbarkeit ich nichts ahne ... Wie einst führe ich meinen Blick spazieren in dem großen Markengarten durch Aegypten, wo die Sphinx bei der Pyramide kauert, und beide, wasser- blau, sandbraun, gelb, orangefarben und karminrot aus ihren Feldern starren. Wciterblätternd, begrüße ich den Kaiser von Äthiopien wie einen alten Bekannten, er hat noch immer seinen edelstein- besetzten Goldhut auf dem Kopf, und sein Gesicht ist negerhaft gedunsen. Und über viele Länder hinwegreisend, wie mit dem fliegenden Mantel des Doktor Faust, lande ich im Reiche der Mitte, wo der greuliche Drache auf den Marken sich windet, und gelbe Dschunken durchs gelbe Meer treiben. Nach kurzer Rast, denn mit Chinesenmarken bin ich nicht sonderlich gut versorgt, finde ich mich schon zu wenig vorhanden waren. Ernster geworden ist auch die Verantwortung auf dem Gebiet der Kindererziehung. Tragische Konslilte und Spannungen werden auch auf diesem Gebiete unvermeidlich fein. Besprochen wurde dann noch die Schwangerschaftsunterbrechung, die bei medizinischer Indikation Gemeingut aller Bevölkerungskreise geworden ist. An den tiefgehenden Vortrag schloß sich eine lebhafte Aussprache an, an der sich beteiligten außer dem Vortragenden und dem Leiter die Pfarrer Ausfeld und Lenz, Gießen: Kalb- Henn, Großen-Buseck: Steiner, Hausen: Sattler, Wieseck: Lenz, Wohnboch: Lic. Jäger, Leihgestern: Lic. Waas, Gießen, und Geschäftsführer Schmitz von der Pilgermission. Am Nachmittag eröffnete im Auftrag des durch Fräulein Schlosser, Darmstadt, vertretenen Landesjugendpfarramts Dekan G u ß m a n n die für einen größeren Kreis bestimmte sehr gut besuchte Versammlung. Psarrer Dr. Wagner sprach über „G e st a l t w a n d e l der Che". Luther hat wieder den Wert der Che entdeckt, Schleiermacher zu ihrer Verinnerlichung viel beigetragen. Die alte Ehe war patriarchalisch, Pro- duktions-, Konsumtions- und Crziehungsgemein- schaft. Nach dem siegreichen Kampf der Frauenemanzipation ist die Ausrechterhaltung der patriarchalischen. Ehe unmöglich: ebenso besteht das Zusammenwirken in Haus und Hof, bei dem die Schule noch nicht die Rolle von heute spielte, nicht mehr: die kapitalistische Entwicklung hat das Haus von einst vielfach zerschlagen. Die Kirche hat die Veränderungen leider nicht stark genug verfolgt. Die fortschreitende Industrialisierung macht die Menschen immer mehr aus- häusig: gemeinsame Mahlzeiten sind vielfach nur noch Sonntags möglich: die Kinder find größtenteils sich selbst überlassen. Der Angriff gegen die Che kommt von der geistigen und von der wirtschaftlichen Seite her: in letzterer Hinsicht geht Rußland eben bei seiner Kommunalisierung vor. Das Kind wird bei jedem dieser Angriffe als Hemmnis empfunden. Die allgemeine Sexualisierung des Lebens ist mit daran schuld, daß Lindsehs Gedanken von der Kameradschaftsehe gerade von der Jugend mißbraucht werden. Die derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland reichen aus, um auch in der Che den wirtschaftlich veränderten Verhältnissen Rechnung zu tragen. Durch energische Bekämpfung des Wohnungselends müssen alle Notwege wieder wieder jenseits des Meeres in Ecuador, wo fabelhafte Schnellzugslokomotiven auf braunen Centavo-Marken dampfen. Mit einer von ihnen reife ich nach Guatemala zu den Papageien auf merkwürdigen Marmorsockeln, und weiter nach Haiti zu den Palmenstädten in Karmin und Drange für sieben, acht und zehn Centimes. In Hawai gibt es für zwei Cents kleine Segelboote im Wasser vor Bergen, und Dampfer, die nach Europa fahren, indes die Brise die Wellen schuppt. In Honduras ragen einsame Palmen an der Bucht, grün und ultramarin, und auf einer rotbraunen ist ein Herr abgebildet, der hat einen Schnurrbart... Aber in Liberia wurde eine großartige Briefmarkenmenagerie angelegt: ein Elefant stampft durch die Steppe, ein Nilpferd wälzt sich aus der Flut und steigt ans Land, das blau und schwarz gemalt ist, ein Affe vergnügt sich mit einem Baumzweig, und ein violettes Krokodil schlängelt in grünem Wasser. Und da fällt mir ein,' bei der 50-Ccnts-Marke in Grün und Schwarz: damals wünschte ich leidenschaftlich, auf einem dieser kleinen Postdampfer, denen ein fünfzackiger Stern voranleuchtet, nach dem Tierland Liberia zu reisen. Der Reisewunsch ist längst begraben, sonderbar mutet mich sein Schatten an ... Welche Hand kam über Samoa? Alle Marken fort, nur die Klebzettel sind noch da. Kolonialraub? Und wer hauste in Uruguay, wo mir ein flatternder Friedensengel, ein kleines Posthorn in der Hand, wehenden Gewandes in Karmin und Schwarz zu fünf Cents entgegentritt? Ein Markenräuber scheint hier gewütet zu haben: verschwunden sind die Körbe mit ben Ananasfrüchten und die blauen Stiere, dahinter die Cowboys herjagen. Schade! Doch über den Verlust trösten mich die Marken aus Deutsch-Süd- westafrika und Kamerun, von den Karolinen und Samoa: kleine Erinnerungen! ... Und dann rollen sich einige Serien der britischen Besitzungen auf mit Wasserfällen, Brotfruchtbäumen und Auslegebooten der Qüngebor ^2n. Prächtig gefallen mir auch heute noch die in wilden Farben prangenden Negerhäuptlinge von Aequatorial-Afrika: lippenwulstige Burschen, tätowiert und lanzenstarrend. Die heiße Natur des Kongolandes lebt in diesen Ebenholzgestalten. In Martinique lächelt mich eine muschelgeschmückte Schöne, braun und braunviolett mit einem reifen, lockenden Gesicht an. Diese Jnselvenus! Sie hat sich die Jahre hindurch wunderbar erhalten und nichts eingebüßt von ihrem einstigen Reiz. Noch immer — o glänzende Pracht, herrliche Welt! — noch immer äsen die hochbeinigen, langgehalsten Giraffen an den Palmenbäumen von Portugiesisch- Nyassa in allen Farben. Es waren meine ersten Giraffen, die ich sah. Und die Dromedare von fünfundsiebzig bis dreihundert Reis warten noch heute beseitigt werden. Das christliche Sexualideal, vom Staat als das seine übernommen, soll nicht dem Volk auferlegt werden und so die Ehescheidung im Sinne von Professor Kahl nicht unnötig erschwert werden. Das Gut der monogamischen Dauerehe stellt heute größere Anforderungen an den einzelnen als früher: da> Gelingen bleibt heute mehr als je Gnade. Di: Sexualethik hat sich heute mehr mit dem Protein der Unverheirateten zu beschäftigen, als mit dem der Verheirateten: ohne den Opfergedanlen ist die Aufrechterhaltung der Einehe nicht möglich. Auf eine größere Aussprache wurde verzichtet, um dem Vortragenden Gelegenheit zu geben, über seine Arbeit in der Deutschen Auswanderer- und Mitternachtsrnifsion zu berichten. Mehr als der männlichen gilt diese Arbeit jetzt der gefährdeten weiblichen Jugend: ein freies Zufluchtsheim enthält 36 Betten und gibt Gelegenheit zu Mittagstisch; es bestehen enge Beziehungen zu den dermatologischen Abteilungen der Hamburger Krankenhäuser. Die Menschen sollen in diesem Hause spüren, daß Gott auch sie noch lieb hat. Sexualethische Schulungswochen aus ganz Deutschland auch von Kirchen beschickt, erwiesen sich als gute Mittel zu der auf sexuellem Gebiet nötigen Seelenführung. Auch diese Ausführungen wurden mit herzlichem Dank aufgenommen. Mustric- und San' eirksmmer Friedberg. WSN. Friedberg, 23. Jan. In der heutigen Vollversammlung der Industrie» und Handelskammer Friedberg wurde als Nachfolger des verstorbenen Notars Stahl Dr. Hans Göbel zum Syndikus der Industrie-- und Handelskammer Friedberg einstimmig ernannt. Oie Wormser Oberbürgermeisterkrise. WSN. Worms, 23. Jan. Oberbürgermeister Rahn teilt der Presse mit: „Wenn ich meine Versetzung in den Ruhestand einfach mit der Begründung beantrage, ich fei krank und nicht mehr arbeitsfähig, so hätte dies unter Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses zu geschehen, und über die Frage, ob ich ein Ruhegehalt zu beanspruchen hätte, könnte es dann eine Meinungsverschiedenheit nicht geben. In Wirklichkeit begründe ich den Antrag damit, daß mir durch fortgesetzte AngriffemeineAr- beit erschwert wird und daß ich allerdings nicht über die Nerven verfüge, die mich in den Stand sehen, dergleichen einfach an mir abgleiten zu lassen." Eine Stiftung für Mainz. WSN. Mainz, 23. Jan. In der gestrigen Städtratssihung machte Oberbürgermeister Dr. K ü l b die Mitteilung, daß der verstorbene Konsul Walter Schumann auf Grund eines Testaments die Stadt Mainz als Erbin feines gesamten Vermögens eingesetzt habe. Dieses Testament tritt jedoch erst nach dem Tode der Frau des verstorbenen Konsuls in Wirksamkeit, lieber die Höhe der Stiftung können nähere Angaben noch nicht gegeben werden. Die Mittel sollen laut Verfügung des Verstorbenen im Interesse der Wohlfahrt Verwendung finden. Taten für Samstag, 25 Januar. Sonnenaufgang 7.49 Uhr, Sonnenuntergang 16.37 Uhr. — Mondaufgang 5.04 Uhr, Monduntergang 12.20 Uhr. 1759: der Dichter Robert Durne in Alleway geboren (gestorben 1796); — 1776: der Schriftsteller Joseph von Görres in Koblenz geboren (gestorben 1848); — 1855: der Historiker Eduard Meyer in Hamburg geboren: 1866: der Dichter Herbert Eulenberg in Mühlheim a. Rh. geboren. im Sand auf mich für eine lange Wüstenreise. Sie werden noch lange warten müssen, und. während ich Abschied nehme von dem abenteuerlichen Markengarten, sehen sie mir mit hochmütigem Blick nach, als ob sie mich vergeblich zu begreifen suchten ... Nun gut! Ich klappe das Buch wieder zu. Die fremde Welt versinkt, die Knabensehnsüchte und die Phantasien verflüchtigen sich rasch. In ben alten Schrank damit! Darin ist jetzt viel Platz. Tür zu! Rings um mich, in dichter Nähe sind mehr als zwölftausend Felder ausgeoiertet, die zu besetzen, zu besiedeln sind, ist bunte, ungestüme Welt genug: sie verlangt danach, gedeutet, geschaut, gebildet und gewonnen zu werden ... Das llrieil in Versen. Der oberste Chicagoer Gerichtshof hat ein Urteil für nichtig erklärt, weil der Richter es sich einfallen ließ, dieses in Reimen abzusassen. Als Grund wurde angegeben, daß nicht der nötige Ernst gewahrt worden fei. Anders urteilte einmal der frühere Reichsgericht ^Präsident v. S i m - f o n , als er noch Oberlandesgerichtspräsident in Naumburg war. Da hatte auch ein Richter ein Urteil in Dersform abgefaßt, wogegen die unterlegene Partei Einspruch erhob. Aber Herr v. Simson antwortete: „In Anbetracht dessen, daß in der Prozeßordnung nirgends eine Verfügung enthalten ist, ob ein Urteil in Prosa ober in Versen abgefaht fein muß, in Anbetracht dessen, daß alle prozeßualen Gründe in dem betreffenden Urteil angeführt find, in Anbetracht dessen, daß es erfreulich ist, wenn ein alter Richter nach zwanzigjähriger Tätigkeit noch nicht den Humor verloren hat, wird der Protest abgewiescn." Hochschulnackrichten. Der Universitätslektor Friedrich Karl Roede* meher in Frankfurt a. M. hat unter Beibehaltung der Frankfurter Lehrtätigkeit (Uni* versitat und Pädagogische Akademie) die ßeitung der Abteilung für Sprecherziehung, im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Kultus und Dil- dungswefen und der Stadt Darmstadt an der Akademie für Tonkunst D a r m st a d t übernommen. (Das neue Institut kommt also nicht nach Mainz, wie früher gemeldet wurde, sondern nach Darmstadt.) Prof. Dr. Julius W ä t j e n an der Universität Berlin hat den an ihn ergangenen Ruf auf das Ordinariat der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anatomie an der Universität Halle als Nachfolger von Drof. W. Gerlach angenommen. Stelle, da diese Arbeiten durch einen jüngeren Schreibgehilfen, der in Stenographie und Ma- schinenschrift bewandert sei, miterledigt werden könnten und dadurch der städtische Haushalt um 2700 bis 3000 Mark entlastet würde. Demgegenüber wurde von einer Seite das Eingehen dieser Stelle bezweifelt und weiterhin darauf hingewiesen. daß die Frage der benötigten Arbeitskräfte auf der (Bürgermeisterei erst nach Regelung der Dürgermeisterfrage durch den amtierenden Bürgermeister, dessen Meinung da auch gehört werden müsse, erledigt werden könne. Die Abstimmung ergab mit allen gegen 3 Stimmen die Genehmigung der Kündigung des Stadtdieners Kceudcr zum 31. März 1930, die Frage der Einsparung dieser Stelle wurde zurückgestellt. — Rach einem Bericht des Deterinäramts an das Kreisamt ist es nicht statthaft, daß die Gemeinde keinen eigenen Eber besitzt. Die Angelegenheit wurde an die Kommission für Faselvieh zur weiteren Behandlung überwiesen. Hierbei wurde der Wunsch geäußert, derartige Sachen stets zu- erst durch die zuständige Kommission vorzubereiten und möglichst spruchreif dem Gemeinderat vorzulcgen. — Die Feuerwehrkapelle bat in einer Eingabe um Herrichtung eines Llebungslokales in dem neu zu errichtenden Spritzenhaus, das Gesuch wurde gleichzeitig vom Borstand der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt. Man steht dem Gesuch sympathisch gegen- über, will aber vor der Genehmigung genauen Kostenvoranschlag vorgelegt wissen. — Bier Gemeinderäte (Schellhaas, Kröhle, Repp, Heinrich | Schmidt IV.) hatten den Antrag eingeLrachl. eine erneute Abstimmung in der Sache deS Verkaufs des FärbgrabengeländeS an die Firma H. Schmidt I. herbeizuführen. Sie Aussprache darüber war zum Teil sehr erregt, von einer Seite wurde der Verkauf als übereilt geschehen hingestellt und als Ungerechtigkeit gegenüber dem andern Bewerber, Schlosscrmeister Schäfer, bezeichnet: außerdem wurde betont, es hätte eine öffentliche Versteigerung stattfinden müssen, da ein Rachgebot von beinahe 500 Mark vorgelegen habe. Demgegenüber berief sich Beigeordneter Keller auf den einstimmigen Beschluß des alten Gemeinderats, der den Verkauf in dieser Weise gebilligt habe und auf die hierzu erteilte kreisamtliche Genehmigung des Verkaufs. Außerdem sei vor fünf wahren der Verkauf des Eckplatzes im Färbgraben an Schäfer in der gleichen Weise erfolgt, und dann habe dieser in den fünf Jahren kein Interesse für das Restgelände gezeigt, sondern sei erst nach dem Verkauf als Liebhaber dafür aufgetreten. Die Bürgermeisterei werde die ganze Angelegenheit jetzt dem Kreisamt vorlegen. — Sn der vorigen Sitzung war von Gcmeinderat Schellhaas die Anwesenheit der Pressevertreter bei geheimen Sitzungen bemängelt worden, weil diese dadurch ein Vorrecht gegenüber andern Bürgern genössen. Mit Mehrheit beschloß der Gemeinderat die Zulassung der Pressevertreter bei den geheimen Sitzungen, die nur in besonderen Fällen davon ausgeschlossen bleiben sollen. Darmstadt lehnt bfc MrgaSverträge ab. Darmstadl, 24. Jan. (WTB. Drahtbericht des „Gieß. An;.") Die Stadtratsversammlung beschäftigte sich gestern abend in einer Dauersitzung, die bis 11 Ahr dauerte, in der Hauptsache mit der Frage des Abschlusses der von der hekoga vor- vorgeleglen Vertragsentwürfe mit der Ruhr- und Saargas -A.-G. über die Ferngasversorgung. Oberbürgermeister Müller machte gegen die derzeitigen Vertragsentwürfe schwere Bedenken k o m m u n a l p o l i t i s ch e r Art gellend. Die Preisfrage sei ungenügend geklarl. und auch für die Verbraucherfchast sei kaum mit einer Preisverbilligung zu rechnen, da er den Optimismus über die Ausdehnung des Gasvertrages für die Raumheizung nicht zu teilen vermöge. Auch die Stadt Darmstadt erleide erhebliche Rachleile, da das hiesige Gaswerk leistungsfähig fei und der Stadtkasfe einen ganz erheblichen Betrag abwerfe. Bürgermeister Rihert, der Vorsitzende des Vorstandes der hekoga, versuchte diese Bedenken zu widerlegen. Mit ihm setzte sich der Oberlandes- gerichlsrat Allendorf (D. vp.) für den Vertragsabschluß ein, während die Redner des Zentrums, der Sozialdemokratie, des Handels und Gewerbes, der Kommunisten und der Deutfdjnationalen sich dagegen aussprachen. Jn der Abstimmung gelangte der Antrag der Verwaltung auf Ablehnung der hekogaverträge zur Annahme, während die Anträge der Volksparlei der Ablehnung verfielen. Die Zusammenarbeit mit der S ü d d e u t - schenGasgesellschastzur Erreichung besserer Bedingungen wurde als durchaus möglich und wünschenswert bezeichnet, und man brauche, wie Oberbürgermeister Müller sagte, davor keine Angst zu haben. Lokales Einsturzbeben im Lahngbiei? WER. Frankfurt a. M., 23. Ian. Das Meteorologisch-Physikalische Institut in Frankfurt a. M. teilt uns mit: Das in der Gegend von C a u b gespürte Erdbeben ist im Taunus- Observatorium um 9 ilßr 44 Min. 44 Sek. schwach registriert worden. Es handelt sich offenbar um ein ganz lokales Einsturzbeben. Oberheffen. Landkreis Gießen. C Lollar, 23. Ian. Am Samstagabend hielt der Turnverein Lollar im Saale „Zur Linde" sein diesjähriges Wintervergnügen ab, das mit Brgrühungsworten des 2. Vorsitzenden eröffnet wurde. Alle Abteilungen des Turnvereins (aktive Turner, Zöglinge und Schülerriege) erfreuten mit ihren turnerischen Vorführungen und legten Zeugnis davon ab, daß in dem Verein mit viel Liebe und Sorgfalt gearbeitet wird. Die vorzüglichen Darbietungen wurden in hohem Maße bereichert durch die Mitwirkung der Frauenmusterturnschule S i n n w e l l (Dad- Rauheim), deren Leistungen als Höhepunkte turnerischen Könnens anzusprechen sind. Der musikalische Teil der Veranstaltung wurde in gewohnt guter Weise bestritten. Bei gutem Besuch fand am Sonntag die Iahreshauptversamm- lung des Turnvereins unter der Leitung Des 1. Vorsitzenden statt. Aus dem von dem l.Turnwart Heinrich Do des erstatteten Turnbericht war zu entnehmen, daß die turnerische Betätigung im abgelaufenen Iahre, das als ein arbeite- aber auch erfolgreiches zu bezeichnen ist, auf allen Gebieten gut war. 75 Preise konnten gebucht werden, darunter viele erste Preise. Der Besuch der Turnstunden war unter Berücksichtigung der bestehenden Verhältnisse gleichfalls befriedigend. Besondere Erwähnung verdient die gute Entwickelung der Schülerriegen. Turner Wilhelm Hofmann konnte bei den Derbands- meisterschaften in Rüsselsheim im Neunkampf den 2 Preis, beim Turnen am Pferd die Meisterschaft des Südwestdeutschen Turnverbandes im Allgemeinen Deutschen Turnerbund erringen. Die Sportabteilung (Fußball) umfaßt eine 1. und 2. Mannschaft und eine Iuzendmannschaft. D.e von dem 1.Rechner Heinrich Rohrbach vorgetragene Rechnung schließt mit einem Darvermogen von 2582 Mark ab. Die Vorstandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Bu^ermeister Schmidt, 2.Vorsitzender Ludwig Wagner, 1 Schriftführer Hermann Schwalm, 2. Schriftführer Otto Schmidt, 1. Rechner Heinrich Rohrbach, 2. Rechner Philipp Brusius, 1.Turnwart Heinrich Bodes 2 TurnwartHeinrich Z e ch e r, Schülerturnwart Karl L o h r, Zeug- Wart Heinrich Bier au, Obmann der Sportabteilung Dr.Limberger, Schriftfuhr^ der Sportabteilung Karl Zimmermann, Obmann für Leichtathletik Otto Dietz, Iugendleiter der Sportabteilung Balthasar Reich. Unter „Verschiedenes" befaßte sich die Versammlung ma. in längerer Aussprache mit der weiteren Betätigung der einzelnen Abteilungen um das bisher erreichte noch mehr zu vervollkommnen und auszubauen. Der 2. Vorsitzende Ludwig Wagner sprach in ermunternden Worten für die Aufnahme des Frauenturnens im Verein. : Cßeuern, 21. Ian. Dieser Tage fand die erste Sitzung unseres neugewählt enGe- meinderats statt. Zunächst wurde die Verpflichtung der neugewählten Gemelnderatsmit- alieder Ludwig Muhl, Wilhelm Fuhr und Otto S ommerlad durch Bürgermeister Linde n st r u t h vorgenommen. Hierauf wurden die Kommissionen gebildet. Als Kontrolleur bleibt Ioh. K. Dell off im Amt. — Begünstigt durch das überaus milde Wetter haben die Holzhauerarbeiten in unseren Gemeinre- waldungen so rasche Fortschritte gemacht, daß sie jetzt schon abgeschlossen werden konnten. Das frühe Ende des Holzhauens, bei dem 46 Mann | Beschäftigung fanden, bringt eine erhebliche Zunahme der Zahl der Arbeitslosen in unserm Dorf. — Der hiesige Turnverein „Gut Heil" hielt im Saale der „Germania" sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Der langjährige 1. Vorsitzende, Schreinermeister L. Wilh. Arnold, eröffnete die Feier mit einer Degru- ßungsansprache, in der er die idealen Ziele des Vereins zur körperlichen und geistigen Ertüchtigung unserer Iugend kennzeichnete. Die turnerischen Darbietungen der Schülerriege (Turnwart Hch. Lindenstcuth), sowie die außerordentlichen Leistungen der aktiven Turner zeigten den zahlreich erschienenen Gästen ein Stück hervorragenden turnerischen Könnens. Zwei gut gespielte Theaterstücke ernteten reichen Deifall und trugen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Besonders zu erwähnen sind die beiden Violinsolis des Mitgliedes Wremer, die den Zuhörern in vollendeter Weise zu Gehör gebracht wurden und wohlverdienten Deifall fanden. Die Musik stellte die bewährte Kapelle Sommerlad dahier unter Leitung des bekannten Chor- und Kapellmeisters Sommerlad. -J- Grünberg, 21. Ian. Auch zu seiner zweiten Sitzung unter dem Vorsitz des Beigeordneten Keller war der G e m e i n d e r a t vollzählig erschienen, ebenso war der Zuhörerraum gut beseht. Der Beigeordnete teilte mit, dah dem Stadtdiener (Ratsschreiber) Kreu- der, der mit 67 Iahren die Altersgrenze bereits überschritten habe, zum 31. März 1930 gekündigt worden sei. Mit der Genehmigung dieser Kündigung seitens der Stadtverwaltung durch den Gemeinderat erbat er auch die Zustimmung zu dem von ihm vorgesehenen Eingehen dieser Stirnen, Sport und Spiel. schusses voraus. V. f. B. herumkommen. Die beiden Schülermannschaften haben den Vorteil des eigenen Platzes. Die erste empfängt die gleiche von Niedergirmes, während die Voraussetzung hierfür ist natürlich auch, dah die Vorlagen der Läuferreihe präziser und besser zu verwerten sind. Wenn die Mannschaft sich zusammennimmt, kann sie gewinnen. Unterschätzen darf sie den Gegner auf keinen Fall. Im Vorspiel auf dortigem Platz mußte sie in einem 2:2- Resultat einen Punkt an ihn abtreten. Während die zweite Mannschaft vergeblich bemüht war, einen Gegner zu einem Gesellschaftsspiel nach hier zu verpflichten, tragen die dritte und vierte Verbandsspiele aus. Ein sehr schwerer Kampf steht der dritten bevor. Sie mutz nach Steinberg und wird auf dortigem Platz alle Mühe haben, zu gewinnen. Das Vorspiel konnte sie nur knapp mit 3:2 für sich entscheiden. — Die vierte steht in Steinbach der dortigen zweiten gegenüber. V. f. B. gewann wohl das Vorspiel hoch mit 9:0, sollte diesmal aber im besten Falle nur einen knappen Sieg erringen können, es sei denn, daß sich ihre Spielstärke in letzter Zeit wesentlich wieder gehoben hat. Am nächsten Sonntag greift die Iugend- und Schülerabteilung mit sämtlichen Mannschaften wieder in die Pflichtspiele ein. Die erste Iugendelf steht der gleichen Lollars auf dortigem Platz gegenüber. Im Vorspiel trennten sich die Gegner mit 2:2. Lieber den Ausgang des kommenden Spiels kann nichts vorausgesagt werden, da die Spielstärke der beiden Mannschaften auch jetzt noch ziemlich ausgeglichen sein dürfte. Auf eigenem Platz hat die zweite Leihgesterns erste zum Gegner und sollte, wenn sie sich anstrengt, das Spiel knapp für sich entscheiden können. Wenig Aussicht auf Erfolg hat die dritte. Sie ist in G r o h e n - B u s e ck Gegner der dortigen ersten und wird um eine Niederlage kaum Gauiurniag in Gießen. = Der Gauvorstand des Turngaues Hessen (D.T.) hat beschlossen, daß der d'.esjahnge Gauturntag, der 98. seit Bestehen des Gaues, am 16. März in Gießen in der Turnhalle des Turnvereins 1846 stattfindet. Zu der Tagung werden aus 160 Vereinen über 200 Abgeordnete erwartet. Am Samstag gehen Sitzungen des Gauoor- standes. des Gauausschusses und des Gauturnaus- Am kommenden Sonntag trägt die Liga- Mannschaft ihr letztes Verbandsspiel auf eigenem Platz aus. Ihr Gegner ist die Liga des SportvereinsWetzlar. Durch die Niederlage der V. f. B.-Elf und den Punktgewinn der Gießener Spielvereinigung, sowie der Marburger „Germania" haben diese drei Vereine die gleiche Punktzahl. Allerdings hat Marburg ein Spiel mehr als die beiden erstgenannten. Der T a - bellen st and der Spitzenvereine ist folgender: 1. Ockershausen (13 Spiele, 8 gewonnen, 2 unentschieden, 3 verloren, 26:15 Tore, 18:8 Punkte). 2. Spielvereinigung 1900 (12 Sp., 8 gew., 1 unentsch., 3 verl., 44:26 T., 17: 7 P.). 3. V. fD (12 Sp., 8 gew., 1 unentsch., 3 verl., 26:18 T., 17:7 P.). 4. „Germania" Marburg (13 Sp., 8 gew., 1 unentsch., 4 verl., 41:22 T., 17:9 P.). Welchen von diesen vier Vereinen es gelingen wird, sich einen der beiden ersten Plätze und damit den Aufstieg zu erringen, ist nicht vorauszusagen. Die Spiele des nächsten Sonntags sollten jedoch aller Voraussicht nach die Klärung bringen. Für V. f.B. ist der Ausgang seines Treffens gegen Wetzlar von größter Bedeutung. Gewinnt die Plahelf, so hat sie Chance, die Serie glücklich zu beenden. Verliert sie dagegen die Punkte, so ist ihr Verbleib in der jetzigen Klasse ziemlich feststehend. Die Erfahrung vom vergangenen Sonntag sich zu Nutze machend, muh sie alles o—» - . daran sehen, sich den Sieg zu sichern. Dor allem zweite ihre Kräfte mit der gleichen der Spiel- sollte der Sturm darauf bedacht sein, seinen Vereinigung messen wird. Der Ausgang Aktionen mehr Durchschlagskraft zu verleihen: I beider Treffen ist offen. Der Traum vom Glück. Vornan von E. Lovett und M. v. Weißenlhurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 19 Fortsetzung. Raddruck verboten. Mit Dlihesschnelle erwog Doris jetzt, ob es nicht doch ihre Pflicht sei, die Tante vor der Abenteurerin zu warnen: doch wiederum kam ihr der Gedanke, daß ihres Detters Glück auf dem Spiele stand und daß ein einziger unkluger Schritt ihn für immer elend machen konnte. Wie machtlos fühlte sie sich in diesem Augenblick, die verwirrten Fäden seines Geschicks lösen und glätten zu helfen. „Sit siehst also", begann Frau von Wilhdofen von neuem, ..daß ich darauf vorbereitet sein muß, die liebe Sabine als Kurts Gattin bald immer in meiner Nähe zu haben, und deshalb — deshalb ..." „Deshalb wünschest du mich dann nicht mehr um dich zu sehen." Doris brach in ein bitteres Lochen aus. „Deshalb hoffen wir, dah du Konrad Hagenau ermutigen und nicht so kurzsichtig sein wirst, die vorteilhafte Aussicht von der Hand zu weisen, die dir von der Vorsehung geboten wird." „Ich kann nicht den geringsten Zusammenhang zwischen diesen beiden gänzlich verschiedenen Umständen finden, Tante Hanna." „Sei nicht so halsstarrig, Doris! Man möchte wirklich alle Geduld verlieren! Wie kannst du dich so unzugänglich zeigen, jetzt, wo ich dir alles auseinandergeseht habe, was übrigens nur im tiefsten Vertrauen geschah. Auf den dringenden Wunsch von Sabines Mutter soll nämlich in den nächsten zwei Togen nichts beschlossen oder abgemacht werden, da sie ihre Tochter in keiner Weise zu einem letzten Entschluß zu drängen wünscht — wirklich eine sehr weise Mutter! Ich rechne also auf deine Verschwiegenheit: im übrigen — Kind, sei vernünftig und bedenke, wie wichtig es ist, deine eigene Zukunft zu sichern. Hier bietet sich eine Partie für dich, so glänzend, dah sie unsere kühnsten Erwartungen übertrifft. Ein Mann mit vorzüglicher Karriere, großartigem Einkommen, hoch angesehen und mit hervorragenden Eigenschaften." „Oh, Tante, du hast nicht nötig, alle seine Vorzüge aufzuzählen I" unterbrach sie Doris hastig, ich sehne mich so unbeschreiblich nach ihm!" könnte sich aber ein Mädchen in den Kopf setzen, einen Mann heiraten zu wollen, der sie kaum kennt!" „Wenn du den Rechtsanwalt nur ein klein wenig ermutigen wolltest, bin ich überzeugt, dah er dir feinen Antrag macht, bevor er uns verläßt!" sagte Frau von Wildhofen lächelnd, ohne den Einwurf zu beachten. ,gel an Rücksicht ge- .0 Zeit zu ruhiger nenden Wangen mußte sie sich sagen, daß ihre Verwandten sich alle Mühe gaben, sie ihrer zukünftigen Schwiegertochter aus dem Wege zu räumen. „Sie sollen mich loswerden!" sagte Doris jetzt mit bitterem Lachen. „Aber nicht in- der Art, wie sie denken." Damit ergriff sie die mit Inseraten gefüllten Beilagen der Zeitung, die sie oft noch in ihrem Zimmer zu Ende los, und durchsuchte eifrig die Spalten. Sie sand darin mehrere Anzeigen, in denen Gesellschafterinnen für ältere Damen gesucht wurden. Sofort ergriff sie Papier und Bleistift und entwarf Antworten auf jene Gesuche. Doch plötzlich in einen Tränenstrom ausbrechend, warf sie Papier und Bleistift hin und schluchzte: „Oh, hätten sie ihn in Ruhe gelassen! Vielleicht würde er mich mit der Zeit lieben gelernt haben! Setzt aber kann ich ihm nur verächtlich sein und „Nun, ein wenig Ermutigung ist gerade das, was ich einem Manne gegenüber nie in Anwendung bringen würde, Tante Hanna! Dank Onkel Georgs Vorgehen kann mich der Rechtsanwalt jetzt nur noch verachten und — und — es ist überhaupt alles, was du mir da gesagt hast, ganz entsetzlich, abscheulich", fuhr es ihr in höchster Aufregung heraus, während ihr die Tränen heiß in die Augen stiegen und sie nicht mehr imstande war, ihre mühsam behauptete Fassung zu bewahren. Frau von Wildhofen erhob sich mit so viel Würde, als es ihr von neuem erwachter Aerger zuließ. „Gut, so will ich nur das eine sagen, daß ich mich in dir sehr getäuscht habe, meine Liebel Dein Onkel und ich haben dir gegenüber jetzt unsere Pflicht getan; wenn du es aber ablehnst, unserer besseren Einsicht zu folgen, so trifft uns keine Verantwortung mehr. Gute Nacht!" „Gute Nacht, Tante Hanna!" Frau von Wildhofen verließ Doris, ohne sie, wie sonst allabendlich, zu küssen: doch kaum hatte sie die Schwelle überschritten, als sie den Kopf auch schon wieder zur Tür hereinsteckte und ganz freundlich fragte: „Willst du morgen früh dann wenigstens dein neues Kleid anziehen?" „Nein, Tante, das will ich nicht!" antwortete Doris bestimmt, worauf die Tür ziemlich unsanft ins Schloß fiel. Doris konnte trotz ihrer verzweifelten Stimmung nicht umhin, zu lächeln, denn dieser plötzliche Umschlag in der Laune der gnädigen Tante war wirklich komisch. Obwohl ihre Worte eine zornige Erregung in Doris hervorgerufen hatten, waren sie doch nicht ohne Nachhall geblieben. Was hätte sie darum gegeben, zu wissen, was Hagenau auf ihres Onkels taktlose Bemerkungen erwidert hatte! Mit klopfendem Herzen und bren- schön entfalten!" Konrad Hagenau war in der Hauptsache, mehr als durch den äußeren Liebreiz des jungen Mädchens, durch ihren Scharfsinn und Edelmut angezogen worden. Trotzdem war er nach allen Andeutungen des Schloßherrn nicht gesonnen, sich mit seinen Entschlüssen zu beeilen oder Doris zu einer Entscheidung zu drängen. Shr nach einer zweitägigen Bekanntschaft eine Liebeserklärung zu machen, hätte sich nicht mit seinem Charakter vereinbaren lassen. Er hätte das dem jungen Mädchen gegenüber für einen großen Mangel an Rücksicht gehalten . Sie sollte genügend Zeit zu ruhiger Heberlegung haben und auch er selbst wollte sich nicht drängen lassen. Doris wurde von den beiden neu hinzuge- kommenen Herren — Bankier Bertram und Am frühen Morgen des andern Tages faß Doris ernst und gelassen hinter der Kaffeemaschine am Frühstückstisch. Sie hatte ihr bestes Kleid nicht angezogen: der, für den sie es tun sollte, bcktte es wohl auch kaum bemerkt. Lind wahrschMlich hätte sie darin kaum reizender ausgcsehen als in dem einfachen, dunkelgrauen Hauskleid mit der scharlachroten Halsgarnitur, das sie vorzüglich kleidete. Konrad Hagenau sah sie mehrmals lange, wie prüfend, an: seit dem kurzen Morgengruß hatte er aber das Wort nicht mehr an sie gerichtet. Da sie ihm nur flüchtig gedankt hatte, ohne den Blick zu erheben, fragte er sich tm stillen, welche Gedanken sie wohl so in Anspruch nehmen mochten. Er glaubte es zu erraten, doch — wie konnte er ahnen, daß ihr weibliches Zartgefühl durch die Handlungsweise ihrer Verwandten aufs tiefste verletzt worden war. Er selbst war zwar auch nicht angenehm berührt gewesen von den zum mindesten sehr voreiligen Andeutungen seines Gastgebers: doch vermochten sie ihn, den Mann von gerechtem Sinn und gefestigtem Charakter, nicht gegen das junge Mädchen einzunehmen. Arme kleine Gesellschafterin!" hatte er am verflossenen Abend vor dem Einschlafen gedacht. Trotzdem sie ein behagliches „Zuhause und reiche Deschützer hat, ist ihr wohl kaum wahre Liebe zuteil geworden. Sie nützen sie aus, so viel sie können, sehen in ihr immer nur die Abhängige und sind eifrig bemüht, sie an Den ersten besten, der sich ihr nähert, loszuwerden. Wie würden sich Geist und Gemüt dieses verständigen und warmherzigen Mädchens in einer für sie passenden Umgebung, in einem Heim, in dem Liebe und Sorgfalt sie umgeben, frei und — sicherlich habe ich ihn für ewig verloren! Aber — ach — es hätte so schön sein können — ich sehne mich so unbeschreiblich na chihm!" Sohn — stark in Anspruch genommen. Diese neuen Iagdgäste hatten bald erfahren, daß die am Frühstückstisch waltende junge Dame nur die Gesellschafterin der Hausfrau sei, und hielten es demnach für unnötig, ihr mehr als die unbedingt erforderliche Höflichkeit zu erweisen. „Ditte, schneiden Sie mir noch ein Stück Wurst ab, Fräulein", sagte (Bertram Vater in einem Ton, der wohl nach seiner Ansicht für eine Untergebene paßte. „Nur nicht zu sparsam", setzte er hinzu, „schneiden Sie nur etwas dicker!" Doris blickte ihn höchst verwundert an, enthielt sich aber jeder (Bemerkung und erfüllte schweigend seine Wünsche. Ieht erlaubte sich Herr Albert Bertram Sohn, der Doris am nächsten faß und sofort bemerkt hatte, daß die Gesellschafterin ein hübsches, junges Mädchen war, dieser einen mehr als freundlichen Seitenblick zuzuwerfen. Doris errötete nur und gab sich den Anschein, als hätte sie nichts gesehen: doch als der junge Mann Miene machte, seinen Sessel etwas näher an den ihrigen zu schieben, rückte sie beiseite und warf ihm einen verächtlichen Blick zu. „Nun, nun“, murmelte Herr Albert, sich zu ihr binübemeigenb, „sehen Sie mich nur nicht gar so strafend an. Hübsche junge Damen sind dazu auf der Welt, um sich bewundern zu lassen." „Es entzieht sich meiner (Beurteilung, an welche Klasse von Damen Sie gewöhnt sind", erwiderte Doris ruhig, aber mit zornsprühenden Augen. „Doch mache ich Sie daraus aufmerksam, daß ich genötigt bin, Herrn von Wildhofen um seinen Schutz zu bitten, falls ich hier zudringliche Bemerkungen ausgesetzt sein sollte." „Na, na, wer wird denn gleich so empfindlich sein?!" Doris hielt es für ratsamer, kein Wort mehr zu erwidern. Sie dachte: Besser ist es, ich ertrage die Gegenwart dieser ungebildeten Menschen noch ein Weilchen, als daß ich eine Szene heraufbeschwöre und allgemeines Aufsehen errege. Konrad Hagenau, der am entgegengesetzten Ende des Tisches saß. fühlte sich unbehaglich. Er konnte sehen, daß Doris mißmutig und aufgeregt aussah und hielt das ganz richtig für eine Folge des kurzen Gesprächs mit ihrem Nachbar. Es ärgerte ihn, daß er sich nicht ins Mittel legen konnte. Liebrigens beruhigte ihn auch der Gedanke, daß das kluge, energische Mädchen ganz danach veranlagt war, sich selbst zu helfen und einen Unbescheidenen in die gehörigen Grenzen zurückzuweisen. (Fortsetzung folgt.) rw* QU^. datz die Wunbb^etxu Eschaft sich le^ „UnleWhen l öall. 3m 3otN he in einem 2:2» treten, inft vergeblich be» iem Gesellschasts» agen die dritte t. Sin sehr schwe- bevor. Sie muß !f dortigem Platz ■ Das Vorspiel : sich entscheiden, nbach der dvr» B. gewann Wohl Ite diesmal aber >en Tieg erringen i)te Lpielstärie in gehoben hat. t die Jugend» j mit sämtlichen Pslichtspiele ein. gleichen Lollars >er. 3m Vorspiel t 2:2. Hebet den rls kann nichts vor» ielstärle der beiden iemlich ausgeglichen zweite Leih» - unb lottte, wenn lapp für sich ent» Hal dle drille. Gegner der dvrti» z Niederlage 1mm sten haben den Vor- > erste empfängt die i es. während die seichen der Spiel' ird. D-r 2lusgang LLZ $4S * « in £ X nns io6- Är& legenubet andern '«* belchlch £ der Presse» "en davon aus» h genommen. Diese d erfahren, dah die junge Dame nur krau sei. und Helten ! mehr als ft un- eit zu erweisen, schein Stück tkwi Verkram Sohm R,|Sot| bemerkt I und WfyffjA istenn e,n $ als ser einen «w >uv^. Angab l'£ x bet eleh^ gjye[ etwas feinen ww -r- «•*’# Sie mld> mcn sind iU eurteilung. "Arte Ätzen E -?Ä.i «>*&>*■ . gleich 1° ki„»rrf HM-? ils Z l^en Beine» •iistS KM ififfiugS. L S weise"' Spielverelmgung 1900 Gießen. Der Llgamannschaft 1900s sollte es nicht allzuschwer fallen, am kommenden Sonntag auch über Ockershausen siegreich zu bleiben, das selbst gegen den DfD Gießen unterlag So denkt wohl mancher: trotzdem sehen sich dre Blau- Weihen hier vor eine ganz andere Aufgabe gestellt, die es mehr als zweifelhaft macht, dah 1900' als Sieger aus diesem Spiel hcrvorgeht. Vor allen Dingen sind hierbei die schlechten Plahverhältnisse in Marburg-OckerShausen in Rechnung zu stellen, die den Gießenern bei allen seitherigen Begegnungen schon immer große Schwierigkeiten bereiteten und deren Lieberwindung nicht immer gelang. Ein weiterer Faktor, der sehr mitspricht, ist das Ockershauser Publikum, das leider nur allzuoft versucht, den Spielgang zu beeinflussen und das dem Schiedsrichter das Amt schwermacht. Erst vor vierzehn Tagen im Spiel gegen den hiesigen BfD. passierten dort Dinge (Eindringen des Publikums in das Spielfeld u. dgl.), dah Ockershausen höchstwahr- scheinlich noch Ordnungsstrafe oder gar Platz- sperre zu erwarten hat. 3n diesem letzteren Falle müßte dann das Spiel auf einem der anderen Plätze in Marburg stottfinden. Die Chance, das Treffen zu gewinnen, hat jeder der beiden Kon- trohenten. Es kommt dabei sehr auf die Verfassung der Mannschaft an. Die technisch bessere Partie wird Gießen sein, Ockershausen wird dafür den größeren Eifer entwickeln, angefeuert durch das heimische Publikum, denn man weiß in dem Marburger Vorort, was bei dieser Begegnung auf dem Spiele steht. Der Sieger wird voraussichtlich Meister der 1. Dezirksklasse Gruppe Lahn, während der Unterlegene voraussichtlich sogar die Anwartschaft auf den zweiten Tabellenplatz verliert, der nicht weniger wichtig, als der erste ist, da die beiden Ersten zur Oberliga aufsteigen. 1900s Ligareserve empfängt vormittags zu Hause die Reserven des Wetzlarer Sportvereins und wird es dabei sehr schwer haben, erfolgreich gegen den mehrjährigen Meister abzuschneiden. 3m Vorspiel in Wetzlar unterlag die Gießener Vertretung nach ausgeglichenem Spiel 3:1. Auch diesmal werden die Blau- weißen wohl um eine Riederlage nicht herumkommen, da die Spielstärke zur Zeit nicht die beste ist. Während die dritte Mannschaft spielfrei ist, tritt die vierte Elf hier der ersten Biebers entgegen. Der Ausgang ist vollständig offen, obwohl man eher geneigt ist, den Hiesigen ein kleines Plus zuzusprechen. 3m Vorspiel unterlag 1900 mit neun Spielern 2:1. Die erste 3ugend fährt zu einem Gesellschaftsspiel nach Marburg. Die erste 3ungmann- schaft des VfB. Kurhessen-Marburg wird der Gegner sein. Der Sieger ist nicht vorauszusagen. Die beiden letzten Begegnungen endeten unentschieden. Die zweite 3ugend hat zu Hause die gleiche 3ugend des Wetzlarer Sportvereins zum Partner. Man erwartet die Einheimischen in Front. 1900s erste Schülerelf empfängt ebenfalls die erste Schülermannschaft vom Wetzlarer Sportverein, während die 8 to e i t e ©(hü* lerelf zum Lokaltreffen auf dem Wald- sportplah antritt. Der Ausgang dieser Treffen ist vollständig offen. Fußball in Heuchelheim. Der Sportverein 1920 hat noch zwei Verbandsspiele auf eigenem Platze auszutragen. Nächsten Sonntag empfängt er V. f. B. Aßlar, der mit Heuchelheim ungefähr punktgleich steht. Cs ist mit einem Spiel zweier gleichstarker Gegner zu rechnen. Das Vorspiel konnte Heuchelheim nur sehr knapp mit 4:3 für sich entscheiden. Die Heuchelheimer zeigten ja in letzter Zeit wieder eine Formvecbesserung, ob es aber am Sonntag zum Siege langen wird, ist sehr die Frage. Vorher trägt die Heuchelheimer 3ugend ein Pflichtspiel gegen die erste 3ugent> des Sportvereins Wetzlar aus. Die technisch sehr guten Heuchelheimer sind aber körperlich den Wetzlarern nicht gewachsen. Fußball in Lollar. Am kommenden Sonntag treffen sich in Lollar zwei alte Rivalen, Lollar I und Saubringen I, zum fälligen Verbandsipiel. Das Vorspiel konnte Daubringen 3:1 .für sich entscheiden. Diesmal hat Lollar den Vorteil des eigenen Platzes für sich, und es wird diesen Vorteil, wenn nicht alles trügt, ausnuhen. Lollar muh für seinen Torwart Ersatz einstellen, während Daubringen in stärkster Aufstellung erwartet wird. Eine Voraussage über den Sieger ist nicht möglich. Hanvball im Männerturnverein (O.T). Nachdem am vorigen Sonntag die erste Mannschaft des Gießener Männerturnvereins im Spiel gegen Turnverein Dillenburg, den Gaumeister des Lahn-Dill-Gaues, bewiesen hat. daß sie noch im Besitze ihrer alten Spielstärke ist, unternimmt sie am kommenden Sonntag eine Fahrt in das Maingebiet. Als Gegner ist der Sportklub Frankfurt a. M.-Eschersheim ausersehen, der in der diesjährigen Derbandsrunde, die zwar noch nicht beendet ist, ein ernstes Wort um die Meisterschaft im dortigen Gau mitreden wird. Da die Spielweise der Frankfurter Mannschaften eine ganz andere ist, wie die der Mannschaften in unserem Bezirk, wird man dem Ausgang des Spieles, der vollkommen offensteht, mit Spannung entgegensehen können. Handball im Lahn-Oünsbepg-Gau. Der zweite Sonntag der Nachrunde bringt nachstehende Gegner auf den Plätzen der jeweils erstgenannten Vereine zusammen: Dorlar I gegen Garbenteich I; Londorf I gegen Kinzenbach 1; Staufenberg 1 gegen Wieseck I; Beuern 1 gegen Rodheim I. Als sichere Sieger sind Garbente'.ch und Wieseck anzusehen, während in den anderen der Ausgang schlecht im voraus zu bestimmen ist. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Mesecker Fußball. Am kommenden Sonntag hat W i e s e ck s 1. Mannschaft sich zum Freundschaftsspiel die 1. Mannschaft Naunheims, den diesjährigen Bezirksmeister, verpflichtet. 3m letzten Spiel der Serie schlug Wieseck Naunheim tn Naunheim mit 3:0 Toren. Naunheim wirb nrm alles daransehen, um diese Schlappe auszugleichen. Ob es den Einheimischen gelingt, auch diesmal wieder Sieger zu bleiben, hängt vom Antreten und dem Geist, den die Mannschaft zu diesem Spiele mitbringt, ab. Der Ausgang des Treffens ist offen. Vorher hat die zweite Mannschaft sich zum Gegner die erste Mannschaft Kinzenbachs verpflichtet. Hier stehen sich die Spitzenführer der zweiten Bezirksklaffe im Freundschaftsspiel gegenüber. Der Ausgang dieses Spieles ist offenzulassen. Die 3ugend Wiesecks fährt zu einem fälligen Rückspiel gegen die 3ugend Naunheims nach Naunheim. Bezirksgeräle-wellkampf 3. und 4. Bezirk. Am vergangenen Samstagabend fand in Kahl ein Geräte-Wettkampf zwischen einer Dezirks- mannschaft des dritten und vierten Bezirkes statt. Durch mißliche Umstände konnte der dritte Bezirk nicht mit feiner stärksten Vertretung den Wettkampf bestreiten, sondern mußte einige jüngere Turner in die Mannschaft einfügen. Trotzdem gebührt der Vertretung des dritten Bezirkes ein Lob, unterlag sie doch nur mit knapp sieben Punkten ihrem Gegner. Nachfolgend lassen wir das Ergebnis folgen: 3. Bezirk 4. Bezirk Barren: 189 Punkte 189 Punkte Pferd: 187 „ 189 „ Reck: 188 „ 193 „ Summe: 564 Punkte 571 Punkte NdUrfiches Gefundheit Im ersten Jahrzehnt nur W29/30 NIVEA KINDERSEIFE Sie ist nach ärztlicher Vorschrift besonders für die empfindliche Haut des Kindes hergestellt. 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Gerstenkorn oder Drell, 4 ftft weiß oder weiß/bunt, 48/100 cm.....Mk. 1.25 LUU Wischtücher, weiß/rot oder weiß/blau kariert ft OE Mk. 0.40 U.4Ü Wischtücher, kariert, Leinen oder Halbleinen, ft Oft 60/60 cm..........................Mk. 0.75 U.UU Trikotagen für Damen Unterjäckchen, fein gestrickt, ohne Arm, weiß und farbig.........................Mk. 0 95 Untertaillen, kräftig und fein gestrickt, mit halben Arm......................Mk. 2.GQ Hemdhosen, fein gestrickt weiß und farbig...................Mk. 1.50 Hemdhosen, echt Mako, fein gestrickt, weiß und bunt........Mk. 2.50 Schlupfhosen, b’woll., innen gerauht, verseh. Größen, viele Farben ...............Mk. 1.50 0.75 1.25 1.00 2.00 1.00 Schlupfhosen, Kunstseide, innen gerauht, be- f) ftft sonders schöne Qualität............Mk. 3.00 4.UU Trikotagen für Herren Einsatzhemden, Imitat oder Louisiana, weiß o nn und gelb, mit schönen Einsätzen.... 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Die Kontokorrentkredite haben bei den Banken beträchtlich zugenommen, während sich der Wechselumlauf um etwa 12 bis 13 Prozent, verglichen mit der gleichen Zeit des Vorjahres, gesenkt hat. Das bedeutet also, das; der Wechselkredit, der während der konjunkturellen Hochspannung vielfach als Finanzierungsbehelf herangezogen wurde, jetzt offenbar allmählich durch normalen Bankkredit abgelöst wird. Dadurch wird die Liquidität der Wirtschaft gestärkt, allerdings ist der Wechselumlauf noch um rund 3 Milliarden Mk. höher als Mitte 1926. Es ist anzunehmen, daß sich der Wechselumlauf im Laufe der konjunkturellen Entspannung noch weiter vermindern wird. Während der Wechselumlauf in den letzten Monaten ständig gesunken ist, haben sich die Wechselproteste nach dem saisonmätzigen Rückgang im Sommer seit Oktober wieder erhöht. Sie haben im Dezember 1929 den höchsten Stand seit der Krisis im Winter 1925/26 erreicht. Der Anteil der zu Protest gegangenen Wechsel an den Wechselfälligkeiten hat somit in den letzten Monaten zugenommen. 2m Durchschnitt der letzten 2ahre sind monatlich etwa 4120 Mill. Mk. Wechsel protestiert worden. Die gesamten Wechselproteste dürften zwischen monatlich rund 80 Mill. Mk. im Sommer 1927 und rund 170 Mill. Mk. Ende 1929 schwanken. Allerdings sind diese Zifsern nur geschäht. * ' Ermäßigung des Privatdiskonte s. Der Privatdiskont ist für beide Sichten um je Vs Proz. auf 6 Proz. ermäßigt worden. * Rheinische Stahlwerke 21.-0., Essen. 2n der gestrigen Aussichtsratssihung wurde der Bericht über den bisher abgelaufenen Teil des Geschäftsjahres 1929. 30 erstattet, der ein etwas besseres Ergebnis als der entsprechende Zeitraum des Vorjahres gebracht hat. Es kann daher unter allem Vorbehalt auf eine Erhöhung des vorjährigen Dividendensahes, der dem der Vereinigten Stahlwerke 21.-0. gleich war (6 Prozent), gerechnet werden. Von irgendeiner Festlegung für das erst am 1. April ablaufende Oeschäftsjahr wurde selbstverständlich Abstand genommen. * D ie Amerika-Anleihe der Siemens & Halske AO. Dem WTB-Handels- Dienst wird auf Anfrage mitgeteilt, daß die Verwaltung weitere Mitteilungen als die seinerzeit auf der 0.-23. abgegebenen nicht machen könne. 2n der 0.-23. vom 17. Januar teilte Herr v. Siemens u. a. mit, dah der Oesellschaft durch Aende- rung des Paragraphen 13 der Statuten eine größere Freiheit in der Aufnahme von Anleihen gegeben werden solle. Was die Frage der Geld- beschaffung anbelange, so bestehe kein augenblickliches 'Bedürfnis. Ob und wann diese Frage spruchreif sei, könne heute nicht gesagt Werdern Auf jeden Fall aber müsse, besonders wenn ausländisches Kapital herangezogen werde, der Charakter der Oesellschaft gewahrt bleiben. * Vereinigte Stahlwerke AO., Düsseldorf. Bei der 23ereinigte Stahlwerke 2IO., Düsseldorf, ergibt sich für das Oeschäftsjahr 1928 29 ein etwas ermäßigter Rohüberschuß von 284,76 Mill. Mk., gegen 289,17 Mill. Mk. im Vorjahre. Der Oewinnvortrag beläuft sich auf 4,17 (4,61) Mill. Mk. Demgegenüber sind die Anleihezinsen fast unverändert mit 34,03 (34,59) Mill Mk., die sozialen Lasten mit 57,10 (56,99), die Steuern mit 61,57 (62,89) und die Abschrei - bungen auf Werksanlagen mit 83,52 (86,82) Mill. Mark angegeben. Es ergibt sich somit ein gegenüber dem Vorjahr fast unveränderter Reingewinn von 52,70 (52,50) Mill. Mk. Die vor kurzem bekannt gewordenen Aufkäufe, an denen die Vereinigte Stahlwerke AO. bekanntlich führend beteiligt sind, gelangen erst im Geschäftsjahr 1929 30 zur Verrechnung. 2n der gestrigen Aufsichtsrats- sihung wurde beschlossen, für das abgelaufene Oeschäftsjahr wieder eine Dividende von 6 v. H. zu verteilen. Frankfurter Börse. Frankfurt o. M., 24. Ian. Tendenz: zurückhaltend. — Da das Angebot am Farbenmarkt nachgelassen hatte, konnte man im Frühverkehr eine freundlichere Stimmung bemerken. Die Börse war befreit von dem Druck der letzten Tage. Das Oeschäft bewegte sich aber in sehr engem Rahmen, die abwartende Haltung der Bankkundschaft hatte zu Beginn des offiziellen Marktes eine gewisse Zurückhaltung zur Folge. Von den günstigen Oeldmarktverhältnissen, sowie von der gestrigen festeren Reuhorker Börse ging keine Anregung aus. Die Oerüchte von einer 25-Millionen-Dollar°Anleihe für Siemens, in deren Zusammenhang die meisten Werte anziehen konnten, fanden keine Bestätigung und hinterliehen einen nachteiligen Eindruck. Die ersten heutigen Kurse konnten nicht behauptet werden. Das Ausland zeigte, mit Ausnahme des Kalimarktes, kein Interesse. Oegenüber der gestrigen 2lbendborse war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Die Veränderungen hielten sich nach beiden Seiten die Waage. Salzdetfurth konnten bei lebhafter älmsatztätigkeit höher eröffnen (plus 4 Prozent). Aschersleben gewannen 1 Prozent, Westeregeln lagen dagegen eher vernachlässigt und leicht gedrückt. Am Elektromarkt waren AEG. 1 Prozent gebessert. Schuckert und Siemens verloren dagegen je 1,5 Prozent. Deutsche Linoleum waren gtt behauptet. Von Chemiewerten waren 2.-O.- Farben knapp gehalten. Der Montanmarkt zeigte nachgebende Haltung. Sonst kamen weitere Votierungen kaum zustande. Am Bankenmarkt eröffneten Danatbank mit minus 2,5 Prozent stärker gedrückt. Renten nachgebend. 2m Verlaufe hielt die Lustlosigkeit an: unter Schwankungen waren die Kurse gegen Anfang nur wenig verändert, lagen aber überwiegend leicht gedrückt. Am Geldimarkt war Tagesgeld mit 6 Prozent unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1850, gegen Pfund 20,363, gegen Paris 123,90, London gegen Kabel 4,8660, gegen Mailand 93,00, gegen Madrid 37,50, gegen Schweiz 25,1875, gegen Holland 12,11. Berliner Börse. Berlin, 24. Ian. Das Wichtigste für die heutige Börse waren die Meldungen von der Absicht der Siemensverwaltung, eine l a n g f r i ft i g e große Anleihe in Amerika aufzunehmen. Da man aber Einzelheiten zu dieser über das Ausland gekommenen Meldung nicht hatte, war es sehr schwer, sich ein richtiges Bild über die Auswirkungen dieser Transaktion für die Börse zu machen. Die Idee der Kapitalbeschaffung auf die angeblich beabsichtigte Art in Form von Obligationen unter den bekanntgewordenen Modalitäten (Ausgabekurs 273, Dividende 14 v. H. garantiert, nach 100 Jahren zu pari rückzahlbar) stimmen für die Gesellschaft recht günstig, für den Aktionär aber hoben sie gar keinen Anreiz. Im Gegenteil, er ginge bei einer Kapitalbeschaffung in dieser Form jedes Bezugsrechtes ver- lustig. Diese Uederlegungen waren der Hauptgrund für die heute gegen die Siemens-Aktie einfetzenden Angriffe; nach dem diese gestern dis 290 v. H. heraufgesprochen waren, lagen sie heute 4,25 v. H. unter gestern Schluß. Hierdurch wurden die meisten übrigen Werte beeinflußt. Der gestern abend noch im Vordergründe stehende Farbenmarkt lag vernachlässigt, und man will wissen, daß die großen Verkäufe in diesem Papiere vorläufig ihr Ende gefunden haben. Trotz des guten bevorstehenden Stahl- vereinabschlusses gaben Montanwerke von 1 bis 2 v.H. nach. Das Geschäft war minimal, das herauskommende Material hielt sich in erträglichen Grenzen. Im Verlaufe neigte der Schiffahrts- markt zur Schwäche, wobei die Meldung, daß die „Monte Cervantes" gänzlich verloren sei, verstimmte. Hamburg-Süd verloren im Verlaufe 3 v. H. Auf schwächere Londoner Meldungen lagen Polyphon und Svenska gedrückt. Auch Chadeaktien waren mit einem Verlust von 4,50 Mark auffallend schwach. RWE. hatten nach Berücksichtigung des Bezugs- rechtsabschlages von 9 v. H. 2 v. H. verloren. Fest eröffneten noch Schubert & Salzer mit plus 4,5 v. H. Ausländische Anleihen schwach, Bosnier gedruckt. Deutsche Anleihen schwächer. Der Pfandbriefmarkt war geschäftslos. Der Geldmarkt war in sich etwas fester. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 9 v. H., Warenwechsel etwa 6,5 v. H. Rach den ersten Kursen war die Tendenz uneinheitlich. Auf die schwache Haltung der Siemensaktie zeigte sich besonders am Elektromarkt Abgabeneigung. Später wurde es auf Interventionen von Bankseite wieder freundlicher. T lincr Produktenbörse. Berlin, 23. 2an. DaS 2nteresse des Produktenmarktes ist weiterhin aus Roggen konzentriert, so daß die Meldungen von älebersee überhaupt kaum irgendwelche Beachtung finden. Die Vachrichten über das nunmehr doch zustande gebrachte deutsch-polnische Roggenabkommen bieten dem Markt naturgemäß eine gewisse Anregung, für das nur ziemlich geringe inländische Angebot werden vorläufig aber nur von deir mit der Preisstützung beauftragten Gesellschaften zwei Mark höhere Preise für Roggen bewilligt, während die Mühlen gegenüber höheren Preisforderungen Zurückhaltung bekunden, da sich der Roggenmchlmarkt noch keineswegs der veränderten Situation angepaßt hat. Roggenmehle sind ausgiebig offeriert, Versuche der Mühlen, etwa 25 Pfennig höhere Preise durchzuholen, blieben erfolglos. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 248. Don E. E. Westbury. Weiß. a b e h Schwarz, d e f ■ Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: i Steine Kg8; Dh5; Tb5, f7; La8, H2; Sb4, f5. Schwarz 13 Steine Ke6; Db6; Te2, g2; Le8, h6; Sb3;h3; Bc7, c6, d4, g7, h7. Partie Nr 174. Gespielt am 1. Brett im hessischen Städteturnier zwischen Offenbach a. M. und Gießen am 15. Dezember 1929. Anregelmäßige Eröffnung. Weih: Dr. Niemann, Offenbach a. M. Schwarz: Dr. Bechstedt, Gießen. LSgl-f3 LSg8-f6 2. d2-d4 2. d7-dö 3. h2 —h3 Hier konnte besser sofort e3 geschehen, da Lg4 wegen 4. Le2 nicht zu fürchten war. 3.. . . 3. Lc8-t5 4 Lei — f4 4. SbS-d7 5. e2-e3 5. c7—c6 6. Sbl-d2 6. Dd8-c7 Vachdern Schwarz nun den Vorstoß des e-Bauern nach e5 im nächsten Zuge erzwungen hat, behält es das etwas bessere Spiel. 7. Lfl — c4 Besser dürfte wohl Ld3 sein. 7. e7-e5 8 d6xe5 9 Lf8-d6 10.0-0 7.. . . 8. d4xe5 9 Lf4-h2 10.0-0 11. Sf3 —h4 12. Sh4xg6 13. Ddl-f3 14. Tal-dl 15. Sd2 —b3? 11. Lf5-g6 12. h7xg6 13. Sd7 —c5 14. Ta8 —d8 2nfolge dieses schwachen Zuges hätte Schwarz sehr leicht Kapital aus der Besetzung der d-Reihe schlagen können. 15.... 15. Sb5-a4! Zwingt den Turm auf einen verlorenen Posten. 16.Tdl-bl 16. e5-e4 17 Lh2xd6 17 Dc?Xd6 Besser ist hier 17.....Txd6 und auf 18. Df4, Dd7 nebst 19..... Td8 und das weiße Spiel muß infolge der starken Besetzung der d-Linie auf die Dame zu Grunde gehen. 18. Df3-f4 18 Ddh>sf4 Besser anstatt dieses Tausches ist der von Herrn Prof. Weißgerber angegebene Zug 18.....Db4; nach 19. Le2 bekäme Schwarz durch 19. ..., Td7 nebst Tfd8 ein überlegenes Spiel. 19. e3-f4 19. Sf6-d5 20. Tfl-cl 21. Sb3-d4 22 Lc4-b3 23.g2-g3 24. Sd4xb3 25. Tel -e2 26 c2-c3 2n Frage kam 26. 27. Te2-el 28. Tblxel 20. f7 — f5 21. Tf8 — f6 22. Sa4-c5 23. Sc5xb3 24. Sd5-b4 25. Tf6 —d6 26. Td6-dl-f- ..., Sd3. 27. Tdlxel+ 28. Sb4-a6 30. c5 —c4 31. Sa6-c5 29. Kgl-fl 30 Kfl-e2 31. Sb8 —d4 Der Stellungsvorteil, den Schwarz eine Zeit lang hatte, hat sich nun verflüchtigt und das Spiel löst sich nun zum Remis auf. 29. c6-c5 32. Tel-dl 33 Tdl-d2 34. Td2 —c2 35. Ke2-e3 36. Tc2-d2 37. Ke3-e2 38. Td2-c2 32. Sc5-a4 33. Td8-d6 34. Kg8- f7 35. Sa4-b6 36 a7-a6 37. Sb6-a4 Remis gegeben. Lösung des Problems Vr. 244. Don G. Erwin. 1. Lh4xf6!, Txh54- 2. Lh4 matt 1.. . ., Tg6 2. Ld7 matt. 1.. . nTh7 (H8) 2. Lg7(xh8) matt Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSttsch. Konsultation. Der Schotte Smith mußte zum Arzt. Er wußte, daß der Arzt für die erste Konsultation ein Pfund, für die zweite zehn Schilling verlangte. „Herr Doktor," sagte er, „ich war schon einmal da. Die Schmerzen im Rücken haben noch nicht nachgelassen." „So?" sagte der Arzt. „Dann benutzen Sie die Medizin weiter, die ich Ihnen verschrieben habe." Der Arzt war ebenfalls Schotte. Menschen wie du und ich. Der Hilfsregisseur ist bekanntlich der Herrgott der Statisten. Wenn er den Raum betritt, in dem die Engagementssuchenden warten, dann zittern sie alle. Der Hilfsregisseur seht sich auf den Hut eines Wartenden. „Zum Teufel," schreit er, während er einen vollkommen ruinierten Hut in eine Ecke wirft, „müssen. Sie unbedingt steife Hüte tragen?" „Verzeihung, Herr Regisseur," stöhnt der Getroffene, „haben Sie sich wehgetan?" Das Auge des Kindes. Der kleine Peter geht mit seinem Vater in den Zoo, wo er zum erstenmal in seinem Leben ein Zebra sieht. „Vati, sieh mal!" ruft er, „dort in dem Käfig steht ein Efel im Badeanzug." (Lust. Dl.) Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 v. H.. Lornbardzinsfuß 7,5 v. H. Frankfurt a M Berlin Tranlfun a W Berit- "trän,hirt a M Berllr Banfnc ten. -zdiiuB-l nUhi Schlug I ftnr. I Aniang- flut edl-uß.' fr UH Schluß i R-ur- ; Aniang. Kur echiuv» ftur? i U! Wur -chiuv ftiiri 1 ein lang. Sur Amerikanische Noten . . . 4,166 4,186 58,35 112.04 Datum 23 1 24 1 Damm 23 1 24 I 23 1 24. 1 23 1 24- 1 23- 1 24 l Dänische Noten ....... 111,60 23 1 24 1 Englische Noten ........ 20,35 16,42 67,81 20,43 16,48 168,49 6°„ Leu sche tHeidjMnienje 87,5 87,5 Hamburg-Ämerita Pale. Hamd.-Südam. Dampslch. Hansa Damr ss Hiss..... Norddeutscher Lloyd .... «llg. Deutsche Ereditankk. . - Barmer Bankverein .... Berliner Hondelsgeiellsch. . . Commerz- und Prioat-Bank . Darmst. u^Narionalbank . . e _ 102.25 102,75 101,4 170 Bereinigte Slahtw Olav PI'nen . . 16’/. 102 101.9 -6,13 101.25 55,7' .lranzomaie '.'toten . . • Vollänbische Noten . . . • • • 10 152.4 103 121,3 122.25 184 157,5 238 150 150 152,4 101,9 122 183 156.25 237,5 149 149 pal werke Ä'cherSleben fta werke PelteregeM . . pai e SaUDi-nurtb 1 210 215 353 211 214.5 357 210 210,5 iraltenlldie Wnien . . . 21,85 21,33 7% Leu Ische Retchsanleth« D'. «nl^tiblSs.-Schuld mit Au-> los.-Rechten........ $e?ni ebne AuSIos. Rechte 96,4 103 121,25 122 184 156,75 237,5 150 150 102,5 122 166.75 235,75 215.25 215 Norwegische Noten....... 111.45 111,89 96,4 1' . 15 355,5 356 Deulick-Oesrerrelch, 1 100 CchtUlng fflumäniifhF *T?nh>n ..... 58,68 2,475 58,92 2,495 •>1,13 8,2 51,1 7,9 51,13 8,1 51 7,9 1. ;1. G Farben-Iaoultne. . . Jü . . 6 169,5 169,25 169,25 80,75 169 80,5 Schwedische Noten . . Schweizer Noten . . . . . 11,98 80,84 12,42 81,16 8% Hell. Bolttllaat von 1929 87,75 87,5 1 _ _ Spanische Noien . . . 54,2. 54.44 (tüdjnftlb. 102%) ... • . Cbcrbcifcn Provinz-Anleihe mii — — . . . t t f , , 5 67,75 74 _ 69 68,5 Tschechoslowakische Noten. 2,325 12,385 49 Teuiiche Bank...... Tieconlo-Gesellschast, Änt - 11 — Rüigerewerie ...... . . 6 74,5 74,5 74,5 Ungarische Noten ..... 72,93 73,25 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hnp.-Bank Goldvsc XIII unkündbar bis 1931. 7% Franks. Hvp.-Bank Goldpse 49 49,25 Dresdner Baak...... Steichsbaal........ 1' 1 150,75 286 150 286,73 150,75 287 150 287,75 MeiallgeseUschait .... . . 8 114 113 113,75 96 113 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TL 96,5 _ ül.S.G.......... Bergmann . . . 168.75 169,5 169, 204 168.5 201,71 PhUlvv t-n imann Semen werk delvekberg . . 7*Io 95 118 95,51 117 23 Zanuai 24 tkanuai Cemeaiwerk ‘Tatiftaoi . . : ?°8 143 84 86 Ämtllch- Nonerunl ÄmUich' No« erung unkündbar bis 1932 ..... 84 — — — Elektr. 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Januar 1930 vormittags 11.15 Uhr Frühvorstellung: „Der Orient“ Die Wiege Europa« Fahrt mit der „Oceana“ in das Mittelmeer und zu den alten Kulturländern. Venedig, Griechenland, Konstantinopel, Palästina, Aegypten und Nordafrika. „Nordischer Sommer“ Nordlandfahrt mit Dampfer „Resolute“ der Hamburg Amer ka-Linie, nach den norwegischen Fjorden. Nordkap und an die Grenzen der Arktis. Eintrittspreise : 0.60. 1.00, 1L0, 2.00. Kinder auf allen Platzen die Hälfte. Vorverkauf: Reisebüro Loeb. Selterswcg 93. Volkshochschule Sonntag. 26. Januar. 20 Ubr. (Sroirer Höriaal der Universität Z. (mnfiWet) WlslüllWesv Marsch und Tan» u. a. Werke v. Joh. Strauh. Rich. Straust' Schubert und BradmS. 646D AuSIWrende: Bros. K. Schmidt-Fricd- berg iErläitierungen und Kiavterl und Frau Eisried.' Fiicher 'Klamerl Karten bet Cdallier: Res. Platz Borver- kauf 80 PL Abendkasse Mk. 1.—; onener Platz Vorverkauf 50 PL Abendkasse 70 Pf. Abonnemcutskarteu baden Eiiltigkeit. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. Pf. 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