Nr. 300 Erster Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 23. Dezember 1030 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Prt> SttinOnnftref H. Sange In Sieben. Schrift,eikung unt 6c|d)äfts«eae: Schufttrnle L Erich, in > laglid), außer Sonntag» and Qetertag» Bcfleati: Die 3lluitriertt vtehener Jamdienblftttn Heimat ,m Bild Die Scholle Atonair Bejugspret»; 2.20 Beichsmard und 30 5tetd)sptennig für Träger» lohn, auch bet Richter» Keinen einzelner Nummern folgt höhere, Gewalt. Hernlorechanlchlüste er Partei gewöhnen. Stalin bezeichnet Rykow als u n fähigen Staatsmann, der nicht in Der Lage sei, etwas für den Kommunismus zu lelsten, weil er wie Trotzki, von der bürgerlichen Kultur beeinfluß t sei. Stalin be- Oie Wetterlage. 35 ‘werdet in« ~La Koruna- (lermdi B e r M n, 23. Dez. (CEJiB. Funkspr. Eig. Meldg.) Mährend die „Voss. Zlg." heule früh das Programm der Genfer Völkerbundsvcrhandlungen noch unter der großen Aeberschrlfl: „Ratstagung unter Lurtius' Vorsitz" behandelt, berichtet ein anderes THorgen- blatt, daß der Reichsautzenmini st er dem Rat diesmal nicht präsidieren wird, wir glauben zu wissen, daß diese letzte Darstellung richtig ist. Turnusmähig steht der Vorsitz, und zwar im Januar zu; in der wilhetmskratze hat man sich aber die Jrage vorgelegt, ob es opportun sei, datz der Reichsautzenminister den Vorsitz wirklich ausübt, wahrend wir gleichzeitig in einer Reihe von wichtigen punkten der Tagesordnung, vor allem wegen der deutschen Unterdrückung in polen, in einer scharfen Kampfstellung stehen. Ist der Vorsitz schon rein arbeilsmähig eine starke Belastung, die die Vertretung der deut- scheu Interessen beeinträchtigt, so würde die fra- Rkassenvergistung durch Rlausäuredämpfe. Montag kam es in dem Altersversorgungs» und Armenhaus in Gitschin (Böhmen) zu einer Massenvergiftung durch Blausäure- dämpfe, der bisher 10 Personen erlagen. Das sehr alte Gebäude sollte nach behördlicher Anordnung gründlich von Insekten gereinigt werden. Die Reinigung wurde einer Prager Firma übertragen, die die Räume der Reihe nach mit Cyan-Wasferstoff durchgaste. Laut Vorschrift dürfen die Wohnräume dann erst nach dreißigstündiger Lüftung wieder betreten werden. Die Insassen aber suchten wegen der Kälte die Räume schon drei Stunden nach der D u r ch g a f u n g wieder auf, wobei sich sofort Vergistungserscheinungen zeigten. Einzelne oer Vergifteten verfielen in Krämpfe. Sechs starben sofort, 17 weitere Insassen muhten in das Krankenhaus geschafft werden, wo vier von ihnen starben. Mit einer Ausnahme sind alle Verstorbenen über 80 Iahre alt. Opfer eines schrankenlosen Bahnübergangs. Q3ei dichtem Rebel ereignete sich an einem schrankenlosen Bahnübergang der Strecke Duingen-Weenzen ein schweres Unglück. Ein Zug stieh dort mit einem großen, mit zwölf Personen besetzten Kraftwagen zusammen, wobei dieser vollständig zertrümmert und sieben Personen mehr oder minder schwer verletzt wurden. Rur dem Umstand, daß das Auto mit geringer Geschwindigkeit fuhr, ist es zu verdanken, daß eine Katastrophe vermieden wurde. Schwere Einbruchsdiebsiähle in Berlin. Ein schwerer Einbruch wurde am Goldenen Sonntag in einem Lombardhaus und Iuwelen- geschäft in der Kleiststraße verübt. Die Diebe sind anscheinend über den Hof gekommen und haben sich dann daran gemacht, das mit modernen Sicherheitsanlagen auöge- rüstete Gefchäftzu öffnen. An einer großen Alarmglocke, die nach dem Hofe zu angebracht ist, bogen sie den Klöppel hoch, so dah sie nicht anschlagen konnte. Auch eine weitere Sicherheitsglocke setzten die Einbrecher außer Betrieb. Ungestört gingen sie dann daran, einen kleineren Geldschrank aufzuschwiißen. Um die Hitzeentwick- hing zu mildern, die Feuersgefahr zu meiden und den Staub niederzuschlagen, drehten sie in einem kleinen Toilettenraum sämtliche Wasserhähne aus und ließen den vollen Strom in das Zimmer laufen. Sie standen zwar bis an die Knöchel im Wasser, doch störte sie das weiter nicht. Unter den Waren aus dem geöffneten Schrank hielten sie fachmännisch Auswahl. Sie stahlen für mehr als 100000 rk, -Boren für den sogenannten internationalen Markt, d. h. Brillanten von zehn Karat, wertvolle Perlenketten usw. Goldene Uhren und andere Sachen, die weniger gangbar sind warfen sie kurzerhand ins SSaJer und traten mit den Füßen darauf herum, so daß auch hier noch einmal großer Schaden entstanden ist. Mit welcher Eile die Einbrecher arbeiteten, ersieht man daraus, daß sie drei Ge- bläseflaschen, die sie zurückließen, fast ganz ae- leert haben. Mit der Deute, die sich ja unauf- ditionelle Aufgabe des Vorsitzenden, auszugleichen und Kompromisse vorzubereiten und zu empfehlen, den deutschen Autzenminister auch in seiner Ellenbogenfreiheit als Partei zweifellos erheblich hemmen. Auch Dr. Strefemann Hot diesen Rachteil des Vorsitzes äußerst unangenehm empfunden, als er seinerzeit die Frage des Bahnschuhes im Saargebiet durchzukämpfen hatte. Ls ist deshalb damit zu rechnen, daß wir für diesmal auf den Vorsitz verzichten. Für die nächste Tagung steht er England zu. Es ist wahrscheinlich, daß das Auswärtige Amt in London vorschlagen wird, mit uns zu tauschen. Das würde also bedeuten, daß Dr. Eurtius dem Rat dann in der ZRailagung präsidieren würde. Einen solchen Tausch hat es in der Praxis des Völkerbundes schon gegeben, man kann also damit rechnen, dah England sich dem deutschen Vorschlag nichtentziehen wird. Deutschsand verzichtet im Januar auf den Aatsvorsih. Regelung der Arbeitszeit bei der Reichsbahn. Berlin, 22. Dez. (WTB.) Am 13. Dezember fällte der Schlichter bezüglich der Arbeitszeit bei der Reichsbahn einen Schiedsspruch, der sich u. a. auf die Arbeitszeit in den Ausbesserungswerken und in der Bahnunterhaltung bezog. Danach sollte die regelmäßige Arbeitszeit acht Stunden täglich betragen: die Lieberzeitarbeit soll auf dringende Fälle beschränkt bleiben. Sie darf im Kalenderjahr, abgesehen von Rotfällen, nicht mehr als 130 Stunden betragen. Die Reichsbahn hatte diesen Schiedsspruch alsbald angenommen und Derbindlichkeitserklärung beantragt, während die Gewerkschaften ihn a b I e h n t e n. In der Rachverhandlung vor dem Reichsarbeitsminister haben die Gewerkschaften den Schiedsspruch heute ebenfalls angenommen, der damit Tarifvertrag geworden ist. Wegen der Regelung der Arbeitszeit in den übrigen Dienstzweigen, vornehmlich im Bahnbetrieb, wird em Schiedsspruch erst nach Betriebsbesichtigungen Mitte Ianuar 1931 gefällt werden. Der Magnet ist eine Enttäuschung. Gut. er zieht an. Aber das ist sehr einseitig und wirkt aus die Dauer etwas fade. Immerhin ist es ein Wunder, daß er anzieht, und dah er oben- tjerum so rot und untenherum so blitzblank ist aber ich furchte, er wird ausschließlich dem Ein- samme.n fahnenflüchtiger Grammophon - Radeln dienen. Man sagt mir, Edison habe ihn erfunden. Das will mir nicht in den Sinn. .Die Dampfmaschine hingegen übertrifft die ^husten Iugendträume. Sie sieht seriös aus streng wissenschaftlich und neusachlich. Der nieb- nepe Kessel wird mit Spiritus geheizt. Das Wasserstandsglas ist goldecht. Wenn das Wasser kocht und sich in Dampf verwandelt, kann man Ke Pfeifern lassen. Das Rad saust wie wild Eine Drosselllappe ist auch vorhanden. Ein Re- ™Xbjr das scheint nicht nötig zu sein. Auch die Transmission fehlt. Sie hat über- Haupt keine Mission. Sie ist ohne jegliche Ten- denz Sie erfüllt keine positiven Ausgaben und nutzt weder im Haushalt noch in der Schrist- fte5?EeL~.6ie bebt weder Ackerbau noch Dieb- zücht Sie tut, als arbeite sie tüchtig, doch es lommt nichts dabei heraus als etwas Pfeifen. Ich gestatte ihr viel Pfeifen. Damit sie was vom. Leben hat. Lind damit sie einen Zweck erfüllt. Lind dann halte ich den Magneten dran und bestaune sie durch das kaputte Verkleinerungsglas und lasse mich von ihr mit Bewährungsfrist ms Kinderland befördern. d. 22. tont dah die Einführung deS Sozialismus starke Energie und scharfe Maßnahmen verlange und daß der Sozialismus in Rußland undurchführbar ohne Opfer sei. Die Stockholmer Sowjetgesandtin, Frau Alexandra K o 11 a n t a y ist plötzlich nach Moskau a b g e r e i st. Wie die Zeitung „Allehanda" mitteilt, soll sie in Ll n g n a ö e gefallen und zurückberufen worden sein. Angeblich ist man in Moskau nicht zufrieden mit der allzu „bürgerlichen" Lebensweise der einzigen Ge- fanötin der Welt: auch soll die bolschewistische Propaganda von Frau Kollantay besonders auf ihrem vorigen Posten in Norwegen nicht den erwarteten Erfolg erzielt haben. Wie die „Allehanda" erfährt, besteht bereits seit längerer Zeit ein sehr gespanntes Verhält- nis zwischen Frau Kollantay und Litwinow, dem Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten. „Liebling der Götter" - ein Ulm. . Zeit zu Zeit gibt der große 3 a n n i n g 8, nutr Film her kennen, ein rur8e8 Gastspiel auf der Sprechbühne: erst neu- grohe Rolle in „Geschäft ift iDeschaft . Vor etwa fünf Iähren konnte man T VI-5?«er.Itn \n der Königgrätzer Straße „allabendlich tn einen gutgemachten Thraterreiher. bem „Tokaier" von Hans Müller, leibhaftig spielen, sehen, — demselben Müller übrigens, der letzt mit ßiebmann gemeinschaftlich das Dreh- buch zum Liebling der Götter" geschrieben hat. D'e Sabel hat auch, hier und dort, eine gewisse Aehnlichkil, und beide Male steht Im Mitt-l- unb Königslutter haben in den letzten Tagen Staatskommissare erhalten. In Bukarest ist an den Folgen einer linksseitigen Lähmung der Vorsitzende der Liberalen Partei, Vintila Bratianu gestorben. Bratianu übernahm nach dem Tode seines bekannteren Bruders Ionel Bratianu im November 1927 das Erbe der „Dynastie Bratianu". Bratianu stabilisierte die Wahrung und führte das Gleichgewicht im Staatshaushalt herbei. Ihm verdankt Rumänien auch die Reform des Finanz, und Steuerwesens. Seine Bemühungen, die Nationalzaraniften unter Maniu zu einer Koalition mit den Liberalen zu bringen, scheiterten. Maniu stürzte ihn im November 1928. punkt der Handlung ein berühmter Tenor, der mit einem Schlage seine bewunderte Gold- stlmine verliert ... und sie ebenso überraschend und in altem Glanz und alter Herrlichkeit wieder- getomnt. Diesen Tenor — dama's wie heute — spielt Iannings. „Liebling der Götter" ist seine lungste Schöpfung auf dem Felde des Tonfilms, und obfu)on es keineswegs das Bedeutendste ist, was man don_ ihm erlebt hat, und durchaus nicht an die überragenden Gestaltungen etwa un „Letzten Befehl", im „Weg alles Fleisches" oder iin „Patrioten" heranreicht,... so gibt doch allein das auch hier nicht zu übersehende Format dieses Scyauspielers dem Film (Erich-Pommer- Pn>duktron dec Ufa; Regie von HannS S ch w a r z) einige Bedeutung und das Ansehen, das ihn uoer ein Dutzend ähnlich angelegter Llnterhaitungsstücke hinaushebt. Es ist, wie damals im „Tokaier", die gleiche Spekulation auf das Publikum, die gleiche Zugkraft das alten und anscheinend unverwüstlichen Bajazzo-Motivs woraus die stellenweise große Wirkung und eine ws zu.etzt ausgehaltene Spannung zunächst rein stofflich abzuleiten und zu erklären ist. Der Film ist an sich etwas breit, etwas umständlich und etwas zu geflissentlich auf Lustspiel inszeniert, dem wiederum die tragischen Kontraststellen ein wenig Su hart und unvermittelt eingefugt sind. Cs ist ehr fraglich, ob dieser Film bei mittlerer De- Jeöung eine Wirkung aufzubringen vermöchte, wie sie Ianmngs hier eben doch allenthalben herausholt, obwohl er nicht zu der vollen End- Atung seines weitgespannten darstellerischen Könnens gelangt. Der Höhepunkt ist wohl fein Zusammenbruch auf der Bühne im Gegenspiel mit dem sehr begabten, durch Reinhardt bekannt gewordenen Wladimir S o k o l o f f. Auch sonst sieht man eine wohlabgetönte Besetzung; ein neuer Aame: Renate Müller, die sich als Iannings' Partnerin sympathisch und Überzeugend einführt, ferner: die Tschechowa, etwas blaß; Willy Prager, sehr pointiert; Hans M o f e r und der Derlmer Komiker Max Gülstorff — Dis Liebertragung, an sich gut artikuliert, dürfte stellenweise gedämpfter und weicher werden. — Der Film läuft seit gestern im neuen Programm des Lichtspielhauses. fällig verpacken lieh und zu der auch noch 10 bis 15 000 Mk. bares Geld kommt, verschwanden sie unbemerkt. - Ein zweiter Einbruch wurde in ein Kredithaus in der Reinickendorfer Straße verübt. Vom Boden aus kamen die Einbrecher zunächst in das vierte Geschoß. Weil es nicht möglich war. durch die Ausgänge weiterzukommen, durchstießen sie sodann in stundenlanger Arbeit nacheinander die Decken, bis sie im ersten Stock angelangt waren, wo sie gründlich aufräumten. Der Wert der Waren, die sie wegschleppten, Damen- und Herrenkonfektion, Wäsche und Strümpfe, beträgt etwa 50 000 Mk. Trotz zedes Iahr auf den Wunschzettel: „Keine Torte!" und doch gab es immer wieder eine, weil Vater intim war mit dem Konditor Hennersdorf im Gewandgäßchen. Lind als Iohannes voriges Iahr — nachdem er nun also mit Gottes Hufe ein alter großer Lümmel geworden — an die Torlenmisöre seiner Kinderzeit dachte, kaufte er sich zum achtunddreihigsten Wiegenfest eine prachtvolle Torte mit dem Ramen „Iohannes", und ehe er sie anschnitt, griff er mit beiden Händen hinein, und alsdann popelte er das kandierte Geschnörkel aus der Mitte heraus und gab reinem der Anwesenden auch nur das winzigste Wßchen ab, sondern holte aus Leibeskräften nach, was ihm die Kinderzeit vorenthalten hatte Rie hat Iohannes bekommen, was er sich sehn- heb wünschte. Lind das hat er sich vor vierzehn Tagen alles auf einmal gekauft. In einem An- fall. Lind zwar hat er sich gekauft: ein Der- ILemerungSgiad — ein Mikroskop — einen Magneten — und eine Dampfmaschine. Das Verkleinerungsglas ist schon kaputt. Es hat seinen Zweck redlich erfüllt. Vielleicht hat es einen Webfehler. Denn was man betrachtete wurde nicht nur liliputanerhaft, sondern auch zur Karikatur. Die Augen haben uns geschmerzt so intensiv haben wir jeden Gegenstand und den Dackel und die Photographien und uns selber beguckt. Das Mikroskop werde ich benutzen bis an mein seliges Ende. Es kostet fünf Mark und ist unentbehrlich für Schule und Heim. Eigentlich dient es der Llntersuchung trichinösen Schweinefleisches aber man kann auch dem Blütenstaub, den Flügeln von Stubenfliegen mittlerer Größe und den Zaden der Baumwolle damit zu Leibe rücken. Rimrnt man ein paar Tröpfchen Wasser aus einer Blumenvase, so sagt man halblaut: „Ei du Donnerwetteri" oder etwas Aehnliches, sinte» malen es unter der Lupe von Lebewesen Wibbelt und kribbelt. Der Rüssel einer OKotte jagt einem panischen Schrecken ein. Gewöhnliche, ahnungs- W Haare, keck der Kopfhaut en-tpflückt, wachsen ! 4 -Urwaldriesen aus, und wer etwas herrlicheres erblickt zu haben behauptet als die vergrößerten Kristalle von Küchensalz, der lügt be- malt ein Schlüssel »um opli- 'wen Paradies! Aus oller Well. Reue Demonstrationen gegen einen Film. Während der Abendvorstellung des „Mten- konzerts" im Ufa-Palast am Berliner Zoo wurden wiederum durch Werken von Stink- und Reizgasbomben sowie durch Zwischenrufe zahlreiche Störungsversuche unternommen. Rach Schluß der Vorstellung kam eS zwischen Theaterbesuchern, die verschiedener Meinung über den Film waren, zu Zusammen » stößen, so daß die Polizei eingreifen und insgesamt fünf Personen festnehmen mußte, von denen drei dem Polizeipräsidium eingeliefert wurden. Dor dem Llfa-Palast hatten sich etwa 100 Personen angefammett, die nach Schluß der Vorstellung zu demonstrieren versuchten. Da sie nicht gutwillig auseinandergingen, griff die Polizei ein und nahm einen der Hauptschreier fest. Kurz darauf wurde ein Trupp von 30 Personen, der ebenfalls zu demonstrieren versuchte, aufgelöst. Auch hier wurden mehrere Personen festgenommen. Gegen einen Sfubenfenfilm der Ufa. Der Vorstand der Studentenschaft der Technischen Hochschule Dresden hat an Geheimrat Dr. Hugenberg einen Offenen Dries geratet. Es heißt darin u. a., der Llfa-Tonfllm ..Em Durschenlied aus Heidelberg" zeuge auch in seiner verkürzten Form von einer selten en Verständnislosigkeit und Unkenntnis des deutschen Studenten tums und gebe dessen Sitten und Gebräuche oberflächlich oder vollkommen falsch wieder. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Roch bedauerlicher ist es, daß man gerade solche Filme im Ausland laufen läßt und uns gegenüber besonders kritisch eingestellten Völkern eine Vorstellung von Deutschlands Gegenwart gibt, die schwer ich dem Ansehen unseres Volkes von Vorteil ist. Der Vorstand der Dresdener Studentenschaft bittet Sie deshalb, 2hren Einfluß dahin gellend zu machen, dah derartige Filme nicht mehr heraus- gebracht werden. Demgegenüber würde er es begrüben, wenn im Gegensatz zu solchen Stirnen der heutige Student in feinem schweren geistigen und materiellen Ringen dar- gestellt würde. OWoiKenlos. Oneiter. onaib oe-ieer Oberfechterei in Mainz gegeben tourte. Ferner stiftete das hiesige Schuyhaus Benner sieben Paar Schuhe in verschiedenen Größen für bedürftige Halbwaisen. Im übrigen wurden noch Gaben von verschiedenen Seiten gespendet. Es fei allen Gebern und auch den Mi.gliedern des ZweigvereinS an dieser Stelle herzlia-ster Dank ausgeiprochen. Die Halbwaisen und miterschienenen Angehörigen waren über die Gaben sichtlich erfreut •• Wi« der erwischt. Der von einer Anzahl früherer Einbrüche bei der Polizei gut bekannte Willi Gelzenleuchter aus Mudersbach war am 22. November aus dem Landgerichtsgefangnis in Marburg, wo er wegen mehrerer Einbrüche eine dreijährige Gefänanisftrafe zu verbüßen hatte, wegen eines Trauerfalls in seiner Familie aus einige Stunden beurlaubt worden. Gelzenleuchter verlängerte aber seinen Urlaub aus eigener Machtvollkommenheit dadurch, daß er überhaupt nicht wieder in das Gefängnis zurückkehrte. Seit Ende vorigen Monats war er nun unterwegs, bis er gestern nachmittag Im Schalterraum der hiesigen Stadtpost von einem Gießener Kriminalbeamten erkannt und festgenommen wurde. Auf dem Wege nach dem Poll- zeiamt riß sich der Gefängnisscheue los, stieß auf der Flucht einen ihm entgcaentretenden Zivilisten zur Seite, hatte aber das Malheur, beim Marktlaubengebäude einem Gendarmen in die Hände zu laufen. Nunmehr zum zweiten Male festgenommcn, mußte er unter starker Bewachung den Marsch zum Polizeiamt antreten, wo er zunächst In Haft verbleibt. Die Polizei ist zur Zeit damit be|d)äftigt festzustellen, wo sich Gelzenleuchter leit Ende November Überall herumgetrieben hat, da es nicht ausgeschlossen ist daß eine Anzahl Straftaten der iüngften Zelt auf fein Konto zu setzen sind. weitere Lokalnachrichten Im zweiten Blatt Oie Brüder Opel Ehrenbürger von Hüffelsheim. Frankfurt a. M., 20. Dez. (WSN.) Am 18. Dezember wurden Geheimrat Dr. Wilhelm o. Opel und Dr. FritzOpel zu Ehrenbürgern der Stadt Rüsselsheim ernannt Eine Deputation unter Führung des Bürgermeister» Müller überreichte die Ehrenurkunden 6 0/0 Nachtragsumlage im Landkreise Marburg. WER. Warburg, 20. Dez. Der Kreistag des Landkreises Marburg hielt gestern eine Sitzung ab. In stundenlanger Debatte üc* schäftigte man sich mit dem Landwegebauetat für 1931, der mit 178 000 Wk. eine Erhöhung von 6000 Mk. gegen das Vorjahr vorsah. Inzwischen sind davon 10 000 Mk. in Wegfall gekommen, weil die Gemeinden Wetter und Cappel, in denen Teerung der Ortsstrahen vorgesehen war, ihren Anteil an den Unkosten ab- aelehnt haben. Man stimmte dem Etat mit der Maßgabe zu, daß die Kreisverwaltung weitere 20 000 Mk. absehen muß, wenn sich die Wirtschaftslage noch weiter verschlechtert. Lange debattiert wurde über den Antrag, eine Rach - tragsumlage von 6 Prozent auf die Real steuern zu erheben. Infolge erhöhter WohlsahrtSIasten sind 20 000 Mk. deS Kreisetat« ungedeckt. Da sich keine andere Deckungsmöglichkeit fand, muhte man zustimmen. Sprechstunden der Mtvarhoii. 11.30 di» 12.30 Uhr. 16 Me 17 Uhr Samstag nachmittag gelchlosien V Noch heute feiern wir Weihnachten mit Christ-* bäum und Geschenken. Wie 1900. Aber doch anders. Denn vieles hat sich geändert Vor allem der Geschmack. Uns gefällt so manches nicht, was damals Begeisterung erregte. In i r i r r r i i Jener Zeit wurde die Cigarette mit Mundstück „modern". Dem äußeren Schein zuliebe opferte man reinen Genuß. Dazu sind wir heute zu kritisch — zu vernünftig. Und deshalb rauchen wir gute Cigaretten nur noch ohne Mundstück. S0* IK Z| H H CIGARETTEN ™ ■ < ... selbstverständlich ohne Mundstück Chambre am Heiligen Abend bis 6 Uhr offen I Fachhaus für hochwertige Zigarren • Geschenkkistchen in reicher Auswahl lllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll im 73. Lebensjahre. Verlobte 21. Dezember 1930 07890 Geschäftsdrucksachen r Ihre Verlobung geben bekannt Alice Abert Hans-Paul Wörner 1 (X X X.X X X), rez. 1924. Der CC. der Hassia Wesianlage 54 neben. 8607IJ Verein ehemal. 116er Gießen 8665D */i Dose 2.30, '/, Dose 1 22 ft Schinkenstücke, mager, im Gewicht von % Dose Saftschinken, gekocht, im Aufschnitt-.1^ Pfund 60 Pf. V, ili Pfund 45 Pf. PRIMA 1 Pf. inkl. Flasche Portwein inkl. Flasche 0.55 von Mk. 1.85 an per Meter. 8442 A Heinrich Hodistätter auii Pf. Pf. Pf. pf. pf. 1.00 1.10 1.20 1.40 Frau Hedwig lange, geb. ploch Dr. Friedrich Wilhelm lange Lona Schurig Dr. Hans Winn i/i Pfund 30 % Pfund 30 */« Pfund 53 Llt Pfund 45 1ii Pfund 53 1ii Pfund 40 • Liter inkl FL 0.90, 0.65, das Pfund 160 Pf. ...*/« Pfund 58 Pf. • •-1 /* Pfund 63 Pf. • • -V« Pi und 53 Pf. Pfund 89 Pf. .*'4 Pfund 48 Pf. •V« Plund 39 Pf. .’/< Pfund 30 Pf. \ Pfund 43 Pf. Pfund 48 Pf. Sanios......... Tarragona.... la Aepfelwein Stachelbeeren - Himbeeren- ... Johannisbeeren Weißweine: X X 8662 D Die Verlobung ihrer Kinder <£ond und Hans beehren sich hierdurch anzuzeigen Gießen, am 22. Dezember 1930 Aulweg 64, z. Z. Llniv.-Frauenllinil Oie Geburt eines gesunden Töchterchens geben voller Freude und Dankbarkeit bekannt Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl, Schulstraße Stangenspargel . Brechspargel Junge Schnittbohnen Stangen-Schnittbohnen Junge Brechbohnen Erbsen, mittelfein Junge Erbsen Gemüseerbsen Junge Erbsen mit Karotten ■ Karotten Leipziger Allerlei, mittelfein Leipziger Allerlei Spinat ... . Steinpilze mit Kopf Champignons............ Champignons ... Steinpilze.................... Steinpilze, im eigenen Saft*. Kousumgemüse.............. Tomatenmark Erdbeeren .................. Kirschen, rot, mit Stein-.. Kirschen, schwarz, m. Stein Tagesoreisen la Solberfleisch Lachs-Schinken, la Zervelatwurst....... Schinkenplockwurst ... Plockwurst ........... Salamiwurst Hessische Mettwurst ... Oldenburger Mettwurst Teewurst . Bierwurst ..............- Fleischwurst Schweine Würstchen Rinds Würstchen Leberwurst... Blutwurst Hackbraten........... Leberkäse . Unterfertigter CC. betrauert tief das Ableben seines lieben iaCB. Ingenieurschule Ilmenau n Thüringen. Maschinenbau und Elektrotechnik, Wissenschaftliche BetrlebsführunQ. Werkmeleterabteilg. 1.30 1.60 2.30 1 Pfund...................... la Schinken, roh................ la Schinken, roh im Aufschnitt Saftschinken, gekocht - Pfund von 40—120 Pf. Pfund 260 Pf. 0.95 1.07 0.57 0.24 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24 Dezember, mittags 12 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt, das Seelenamt Mittwoch vorm. 8 30 Uhr. _____________________________________________________________________________________________________________ 11/ 93 Goethestraße 57 07741 von diesem Jahre, au. sinnend, mit Nänn unb Stander abzu Konsumverein Gießen und Umgegend, e.G.m.b.H, 8655A Au^en aui? Reifevertreter? Wollen Sie begeisterte und überzeugte Kollegen kennen lernen, die weil über Durchschnitt verdienen? Neue, Ersparnis bringende Sache, Tagesverdienst über Mk. 30.- nachweisbar. So ort iBeAÜne. Erprobte werden schnell Gieneialöcrtreier. Ueberzeuacn: Bei Schmitt, Bahnhofs» Hoiel, werktäglich ab Montag, A. 12. 30 pünktlich 17*Ubr. 86671) Walter Marx Ingenieur Gießen, Weihnachten 1930 in der Turnballe.Steinsfr. Beginn 6 Ubr nachm. Saalöffnung 5'/, Uhr nachnnitags. 86591) tveibttachtsfeiev iiif er Mitwirkung erster Sräite Freitag, den 26. Dezember 1930 (2. Wcibnachtstagi abends 8 Uhr. Cafü Lcia. Wir laden tinkere Mitglieder nebst Angehörigen zur dieSjähr We«hnachtS- feier nut retchhaltigen Darbietungen und anschl Tanz bösl. ein und hoffen Dose 0.97 0.60 0.90 0.55 0 95 0.67 0.52 0 44 0.38 0.44 0 3t» 0.65 0.52 0.40 1.27 1.53 Familien-Drucksachen VerioDungsanzeigen bei Brühl, SchulstraBe Geburtsanzeigen 1928er Edenkobener Silberberg - 1928er St. Martiner Goldmorgen-• 1929er Frpilaubheimer Kirchberg. 1929er Rosheimer Berg............ Rotweine: 1928er Ober-Ingelheimer . 1928er Zeller Schwarzer Herrgott- Priorato...................... Süd- nnd Dessertweine: Tarragona, vom Faß ............ 1.25 0 38 0.52 Heinrich Winn und Frau Sophie, geb. Haas Gießen, Hofmannsiraße 14 Arthur Schurig und Frau Ida, geb. STlunfer Leipzig N 22, Kalser-Friedrich-Str.42 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Michael Meliert inkl. Fl. 1.60 I Malaga , „ 1.30 | Douro-I V3 Dose 0.65 0.60 0.87 0.47 0 75 0.95 ll.T.V. .Seiertag (25 12.30) y/elüaatiiisleier «Ims Besicht Pickel, Mitesser werden unter Garantie a„rrh VF NIS (Stärke A) beseitigt durch V ERU 3 Preis 2.75. Gegen Sommersprossen ( Stärke B). i938V Drogerie O. Winter!'off, Kreitzvlatz 9'10 Hindeitbura D> i'aerte. Seliercweg 68 < 0 62. 0.90, 0.62, 0.90, 0.73. O.( 2, 0.73, Warenabgabc nur an Mitglieder. Ausweiskarte ist jederzeit vorzuzeigen. Auf alle Waren 5 Proz. Rückvergütung Mitglied kann jedermann werden. Beitritt 50 Pf. Anmeldungen werden in jeder Verteilungsstelle angenommen. V« Pfund von 21-48 Pf. Pfund von 25—43 Pf. Fahrner-Schmuck Der farbenfreudige Schmuck der modernen Frau. Dassen Sie sich die neuesten Entwürfe vorlegen und die Broschüre über Fahrner-Schmuck geben, welche ein Preis-Rätsel enthält J. Hirz Kunsthandlung * Kunstgewerbe * Seltersweg 22 8694 D Leipzig N 22 Langenbruck-Gießen Kallcr-Jrledrlch- (Oberpfalz) Straße 42 auf rege Beteiligung. Gälte können eingesübrt werden. Der Vorstand. 86581) Billige Wachstudie ein Posten gute, fehlerfreie Ware, 85 cm breit, V 86930 Z.MlliiiMsleierkag. Samstag, 27. Dez^ abends 6 Uhr NmillMsMll ^Andres". WMl) Adreßbuchrr.::.r: Stadtplan und Einwohner, und Gelchäfisverzeichmsien von 2 Städten und Z4 Ortsgememden mit etwa 100000 Einwohnern neost wertvollem Wirt- schasts- und kulturgeschichtlichen Sonderabschniti / Preis 10 Reichemark Oberhessischer Adreßbuchverlag, Gießen, Schulstr Z Der Konsumverein bietet zum Weihnachtsfest preiswerte Waren I Aus seiner Fleischerei: la Ochsen-. Kalb- uud Schweinefleisch zu günstigsten Sonntagnacht entschlief nach längerem Leiden meine innigstgelicbte Frau, unsere treusorgende, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwägerin und Tante Frau Maria Helfert Aufschnitt in allen Preislagen-Pfund von 38—58 Pf. Diverse kalte Braten zu äußerst günstigen Preisen W'urstwaren sind auch in unseren Lebens* mittei verte I i ungsste 11 e n zu haben! Am Abend vor Weihnachten sind die Verteilungsstellen bis 6 Uhr geöffnet FürdasWeihnachtsfeft bietet der Konsumverein seinen Mitgliedern aus der GEG-Gemüse- und Obst-Konservenfabrik in Stendal an: Siwmissiostsyoizvettauf. Aus hessischen Staats-^und Gemeindewaldungen verschiedener Forstämter der Forstbezirksgruppen Gießen und Nidda tommen zum Submissionsoerkauf: Fichten-Stammholz 17 716 km Kiefern-Stammholz 2 679 „ Lärchen-Stammholz 6 „ Das Nähere geht aus dem Holzverzeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvordrucke au Anfordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf aus Staats- und Gemeindewald am 15. Januar 1931“ bis spätestens Donnerstag, 15. Januar 1931, vormittags 10 Ahr, an das Jorffamt Gießen zu Gießen, Wilhetm- strahe 56, einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzu- aeben, ob beim Nadelholz der gebotene Preis für geschältes oder nichtgeschälles Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nichtgeschälles Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen. 86640 Für jedes Forslaml bzw. jede Gemeinde, jede Holzart und jedes Los ist ein besonderer Angebotsvordruck zu benutzen. Oeffnen und Sortieren der Gebote: Donnerstag, den 15. Januar 1931, vormittags 10% Ahr, zu Gießen, Hotelrestaurant „Hindenburg (Sellersweg), daran anschließend verlesen der hauptsächlichsten Gebote. Darmstadt, den 17. Dezember 1930. Hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 17. Dezember 1930 bei der Firma vuderussche Eisenwerke Wehlar, Zweigniederlassung Lollar, folgendes ein- getragen: Den Abteilungsleitern Theodor Zeckler und Otto Schwalm, beide zu Wetzlar, ist Gesamtprokuro dergestalt erteilt, daß jeder von ihnen berechtigt ist, mit einem Vorstandsmitglied oder einem stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem Prokuristen die Gesellschaft zu vertreten. Die den Kaufleuten Gustav Moyland und Nikolaus Müller, beide zu Wetzlar, erteilte Gesamtprokura ist infolge Tod erloschen. Gießen, den 18. Dezember 1930. Hessisches Amtsgericht. (8656D Praktische Geschenk-Artikel für die Küche bei Edgar Borrmann Eisenhandlung 8292A Vermietungen) 3u ucrmteien lM„D 2-Zunmer- evtl. 4-Zimmer-Wobn. mit Müdie nebst Zubehör fof. An verm, Neubau Aientar Hrch. Schupp, Glaflen- baca, Bornebach 21. | Verkäufe | Wachsamer Dobermann zu verkaufen. Näh. Oelhaglager Maraarctcnbüttc Tel. 2177. [,w ^icbigkir. 105 1, r. MSdcheu- Fahvvad ncuroertm» fowie RoßLrv billig nbAuneben ot-m Neustadt 20. Fast neuer Sprechapparat billig a. verk. 86600 Näheres Schiffen- bcraer Wen 23. KAFFEE, in eigener Packung täglich frisch geröstet, nur beste Mischungen */« Pfund LOO. 0.90, 0.85, 0.75 und 0.65 Konsumverein GiehenundUmg.meb°H Am Abend vor Weihnachten 6 Uhr Ladenschiufo '655/' 1.20 1.35 1.50 Verschiedenes Weidgerechter frankfurter Jäger sucht für geschonte Pacht ingd tn un° nuuelbnxer Nabe Gruntergs (Feld Wald n.Wtefen einen ob. 2 tueibner.Teilhaber. Gest Sttfdir. u. F. N. J,7390bcf. Rudolf Mosse, Frankfurt/M. Pianist frei, nudj 107902 Violinist. Vuckwald. Kirchen- t'lnü 23 Tel. 376). 8 10000 M. für 1. Hrwofliek auf vrtma Cbicft aef. Schr. Angeb unter 07884 a. d. Gü. Sin». Weihnachtswunsch! Mühlenbestyer und Landwirt, cöannel. Witwer. Mute 40er, sucht Lcbensgesahrtln m. etwas Vermögen. Anschriueit mtt Bild uhier 86091 > an den Gießener Anzeiger. Verschwiegenheit Gbreniache! Gebe einen Dackel unentgeltlich tn gute Hande ab. [07895 K.8tMnwefl,Vöbetit.9 Verloren eine Damen-Arm bandnbr nur dem Wege Vubrot isolatz '.Neuen Baue — Io- hannesstr.- Goetiie- utaße. Abzugeben geg Belohnung nt6a Lölvengasse 10. Vereine | Mirabellen Reinekiauden Birnen Pflaumen, mit Stein Prei Bel beeren...... ........ Ananas W E1X E ..................inkl. Flasche Nr. 300 Zweites Matt - "Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 23. Dezember (036 Vom britischen Faschismus. Don unserem O.-Derichterstcltter. Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! London, Dezember 1930. Zum ersten Wale sahen wir in London das Schwarzhemd in der Qesfentlichleit während beS Kohlenftreiks 1 9 26. Danach verschwand cs wieder aus dem Etraßenbild; zwei Iahre später verlausten einige Schwarzhemden im Strand Propaganda-Literatur, aber auch ihres Dleibens war nicht lange. Ietzt sind sie wieder a u s g e t a u ch t und wollen sich, wie sie versichern, nicht wieder verdrängen lassen. Die Entstehung des englischen Faschismus ist ursprünglich der Sucht der englischen Frau zu verdanken, irgendeine Organisation zu schassen, die ihr Betätigung und einen gesellschaftlichen Rahmen gibt. Als die Papageienkrankheit modern wurde, da erlebte die Freude am Gründen allgemein nützlicher Gesellschaften eine Hausse. Dereine zum Schutz der armen Papageien, Gegenvereine zur Vernichtung der Träger der bösartigen Krankheit schossen wie Pilze aus der Erde. Das ist nun einmal so in England, und fast in jedem Falle geht die Initiative von der Frau aus, ohne deren Energie, wie man wohl richtig sagt, England niemals den Krieg gewonnen hätte. So war es auch mit den ersten faschistischen Organisationen. Um Mussolini schwebte ein Nimbus, seine Figur war romantisch, seine Augen verrieten die Glut südlichen Temperaments. Kein Wunder, daß er und sein Werk ein Frauenherz zur Tat begeistern konnte: und es ist eigentlich sonderbar, dah erst im Jahre 1923 englische Frauen auf den Gedanken kamen, eine Organisation der „Britischen F a s ch i st e n" ins Leben zu rufen. Tausende von jungen Leuten und jungen Mädchen und Frauen schwärmten herbei und bald war die Bereinigung ein blühender Konzern, der auch seine eigene Zeitschrift herausbrachte und ganz tapfer Propaganda machte. Den Kernpunkt des Wesens des Faschismus hatten sie aber nicht ersaht. Ihr Programm war weiter nichts als eine Zusammenstellung von ultra - konservativen Forderungen mit „hundert Prozent" britischen Nationalismus und Imperialismus. Es fehlte an der konstruktiven Politik. Bald entstanden denn auch Reibereien, die Organisation kränkelte, und aus ihr schälte sich eine Gruppe, die „N a t i o n a l - F a f ch i st i" heraus. Dies war im Iahre 1924; zeitweilig schien es, als ob sie festen Fust fassen wollten. Ihre Mitglieder trugen das Schwarzhenzd, das Programm war schon mehr wirklicher Faschismus, aber Abenteurer und Skandale ruinierten die Aussichten dieser Bewegung. Die Organisation schloh ihre Bureaus schon wenige Iahre nachdem sie ins Leben gerufen war. Zweimal waren also die englischen Faschisten zusammengebrochen. Ihren natürlichen Gegnern, .den Kommunisten, ging der gestrenge Innenminister Iohnson H i ck s (jetzt Lord Brentford) von sich aus energisch zu Leibe, er warf sie aus England hinaus. Es fehlte also das unmittelbare Ziel, das dem Faschismus Leben geben tonn'e. Demokratie und Parlamentarismus schienen gesiegt und ihre Feinde überwunden zu haben. Es wurde still im Lager der Faschisten; sie waren niedergeschlagen. Aber in den Anfangsjahren hatten sich diejenigen herauskristallisiert, die mit ganzem Herzen an die Zukunft der faschistischen Bewegung glaubten. Sie kamen wieder zusammen und gründeten die „Imperial Fascist League" unter der Leitung eines Wr. Leese, eines Tierarztes, der als Faschist einen Sih im Stadtrat von Stamford in Lincolnshire gewonnen hatte. Gr ging mit Eifer ans Werk und ist nun dabei, die faschistische Bewegung wieder aufzubauen. Die Fehler der Vergangenheit sollen nicht wiederholt, die Romantik des weiblichen Elements ausgeschaltet werden. Die Bewegung soll sich von den alten, in England tief eingewurzelten Parteiauffassungen frei machen und sich über sie erheben. Das Programm knüpft an alt-englische Auffassungen über das Wesen des Körperschaftsstaates an und verdammt natürlich die modernen parlamentarischen Methoden. Die Zeitläufte mögen der Bewegung Helsen. Noch vor einigen Iahren wäre cs eine Art Staatsverbrechen gewesen, an den überlieferten Funktionen des englischen Parlaments zu zweifeln. Seitdem haben sich aber die Dinge geändert. Es setzte in der Presse eine Bewegung ein, die zunächst rein theoretisch die Frage von der Vollkommenheit eines Parlaments erörterte. Bei zunehmender Unfähigkeit des Parlaments, dem Grundübel der Arbeitslosigkeit zu steuern und neue Methoden für Finanz und Industrie zu finden, nahm die Diskussion aber schon einen mehr praktischen Charakter an. und bedeutende Politiker, wie Lloyd George und andere scheuten sich nicht vor der Kritik an dem ältesten Parlament, dem englischen. In dieser Hinsicht ist der Boden für den englischen Faschismus schon gedüngt. Dennoch wird er viel schwerer um öffentliche Beachtung kämpfen müssen als etwa in Deutschland, wo der Reichstag stets, und besonders jetzt, im Mittelpunkt der Kritik stand. Das Programm wendet sich natürlich an alle national denkenden Elemente und ist dem Internationalismus spinnefeind, was jedoch nicht aus- schließt, in Freundschaft mit den Nationen zu leben, die auch den faschistischen Idealen huldigen. Cs ist imperialistisch und erblickt sein Wirkungsbereich im ganzen Weltreiche; vielleicht, daß das unter der sozialistischen Mißwirtschaft wirtschaftlich stark blutende A u st r a l i e n eines der besten Kampffelder für den britischen Faschismus wird. Er kämpft gegen die zionistische Idee und betont auf das stärkste die lebenswichtigen Interessen Englands in den mohammedanischen Ländern und die Verpflichtungen, die sich daraus für England in Palästina ergeben. Er gibt ein Rassenprogramm, das die Charaktereigenschaften des Briten, seine staatsbildende Kunst und die Einheit der Rasse im ganzen Weltreiche unterstreicht. Der in Deutschland seit Jahrzehnten hier und da betonte Gedanke von der Rassenverwandtschaft der nordischen Völker findet bei den englischen Faschisten heiße Gegenliebe; der Verstand aber sagt ihnen doch, daß sich in dieser einfachen Form die Forderung nicht so leicht nach England übertragen läßt, da hier ja seit Jahrhunderten auch Angehörige der Mittelmeervölker leben, die gute Engländer genannt sein wollen. Am schwierigsten wird der jungen faschistischen Bewegung auch in England, die kaum tausend Mitglieder im Augenblicke zählen dürfte, die Aufstellung eines für England geeigneten faschistischen sozialen Programms. Aus dem konservativen Gedankenkreise sind Forderungen nach allgemeinem Schutzzoll, Erhaltung der Landwirtschaft und andere Punkte entlehnL Den Gedankengängen Mussolinis hat man die Zwangsschiedsgerichtsbar leit und die Einstellung jeglicher Streiks und Aussperrungen entnommen. Dies ist aber alles nichts Neues und auch noch nichts, was wirklich bei den Massen zünden könnte. So ist denn letzthin dem Programm ein neuer Punkt einverleibt worden, der spezifisch auf englische Verhältnisse zugeschnitten ist. Er rückt der Finanz zuleibe. Die Stellung der Londoner Finanz unterscheidet sich grundsätzlich von der kontinentalen. Sie ist Finanz im reinen Sinne des Wortes. Eine englische Großbank hätte noch bis vor kurzem gar nicht daran gedacht, andere Geschäfte «ls rein finanzmähig einzugehen, und hätte die Verquickung mit der Industrie aus rein finanztechnischen Gründen glatt abgelehnt. Das Ergebnis dieser traditionellen Haltung war das „E in- frieren der Kredit e“, von dem der Schahkanzler Snowden häufiger gesprochen haL Er hat eine „Banking-Kommission" eingesetzt und sonst auch in Zusammenarbeit mit dem derzeitigen Minister zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, Mr. Thomas. Verhandlungen mit den Danken zur Auffrischung industriellen Kapitals eingeleitet. In diesem Sinne bewegt sich auch das faschistische Programm, nur daß cs eben viel weitergeht und auch an den Grundlagen des Goldstandards rütteln will. Daß es hierbei auf die i n t e r n a t i o - naleSchuldenfrage stoßen muh, ist klar. Es wird jedoch noch viel Arbeit kosten, um diesen Teil des Programms deutlicher herauszuarbeiten und es den Massen verständlich und schmackhaft zu machen. Es greift auf jeden Fall einen Zustand an, der nicht mehr so bleiben kann, wie er in der Vergangenheit war und sich den neuen Verhältnissen wird anpasfen müssen. Hoffnungslos ist es also nicht, da viele glauben, daß die Zeiten einer reinen Finanzpolitik, die die City großmachte, vorüber sind. Das Volk aus seiner Gleichgültigkeit gegenüber einem nach Ansicht der Faschisten völlig veralteten und überlebten liberal-demokratischen Schlendrian aufzurütteln, die Massen zu überzeugen, daß die mor chcn Ideen des Liberalismus alle Parteien durchsetzt und zermürbt haben, die Bechränkthcit der Ansichten in den führenden Kreisen zu bekämpfen, und endlich die „fremdländische" Kontrolle über die öffentliche Meinung zu zerschmettern, das sind die Ziele, für die die Faschistenliga des Weltreiches zunächst kämpfen will. Es gehört Mut dazu ... 11 nb dann gehört in England noch eines zum Erfolg: das ist der Name. Die Faschisten wissen es und sind eifrigst bemühL Erfolge zu zeigen, um dann einen Mann mit Willen und Titel an die Spitze der Bewegung zu stellen. Wan spricht von Lord Lloyd, dem früheren Oberkommissar in Aegypten, der dem königlichen Hause durch Heirat nahesteht und der als ein energischer Mann gilt. Zur Zeit ist die faschistische "Bewegung in England noch klein. Wird sie wachsen und sich durchsetzen? Das „Beispiel der Fabianischen Gesellschaft" hat gezeigt, daß der Kreis von Wän- nern mit Charakter gar nicht so groß zu sein braucht, um eine Bewegung im englischen Bolls entscheidend zu beeinflussen; in diesem Falle war es die Arbeiterpartei. Wie wird der Fa- schisnnrs sich auswirken? Zunächst kann man nut abwarten und beobachten. Das neue Gießener Defizit. Am kommenden Samstag wird der Gießener Stadtrat noch kurz vor Iahresschlutz zu einer öffentlichen Sitzung zusammen treten, um über weitere Deckungsinittel für das Rechnungsjahr 1930 durch Erhöhung der Realsteuer-Ausschläge, des Wassergeldes und des Hundertsatzes der gesetzlichen Miete zu beschließen. Cs handelt sich dabei um die Entscheidung über die in unserer Nr. 295 vom 17. Dezember veröffentlichten Anträge der Stadwerwaltung. mit denen sich der Finanzausschuß des Stadt-» rates in den letzten Tagen schon mehrfach beschäftigt haL Die Stadwerwaltung hat ihren Anträgen eine sehr ausführliche Begründung beigegeben, die A-00082580' g ■ MA KMMNWMYNM • ■ $ c' r Oben: Die Vorderseite des neuen Zwanzigmarkscheines mit dem Bild Werner von Siemens. Unten: Die Rückseite der Banknote. Taps. Eine Weihnachtsgeschichte. Don Sigismund von Radecki Ich faß auf der verschneitesten. verschwiegensten Insel des Saima-See in Finnland und wollte zu Weihnachten zu meinen Eltern nach Dorpat fahren. Als Geschenk lud ich ein Nußhol; Grammophon auf den Schlitten, mit sechzehn Mozart- Platteri, einem Temptation-Rag, den ich den „Schnellzug über die Gefühle" nannte, sowie einer Kostbarkeit namens „Gaby-Glide", die wirklich mit lieblichen Fußspitzen über das Geröll des Lebens tanzte. Der Schnee lag so hoch, daß die Schlittenkufen über die Spitzen der Stakcdenzähne hinwegknirschten. In Wilmansstrand kam ich mit halberfrorener Nase an und traf auf dem Marktplatz den Apotheker, der in der einen Tasche einen Hausen Papiergeld, in der anderen aber einen Damenrevolver hatte, und mit den beiden Sachen betrunken herumfuchtelte. (Aus demselben Markt platz sollte ich bald hernach die Regimenter der Roten sehen — kriegsmäßig befrackt, phantastischernsthaft. wobei jeder groteskerweise am Tornister einen Nachtwpf hängen hatte, weil die Kochkessel ausgegangen waren. Später sah ich, wie die meisten von ihnen in roten Särgen auf demselben Marktplatz beerdigt wurden. Und noch später sah ich. wie die roten Särge von den Weißen wieder ausgegraben und wcggeführt wurden.) In Wiborg schleppte ich mich mit meinem Grammophon in den ersten besten Zug. der nach Petersburg durchpassic'-te; es war aber ein Zug voll Matrvsen-Urlaulcr. Die Luft war zum Ersticken erfüllt von Tabat.auch, schreiendem Geplauder und rohesten Flüchen, die aber gar nicht böse Semeint waren. Die Burschen waren der ehrlichen leberzeugung daß ein anständiger Kcrl ohne Fluchen einfach nicht reden könne. Einer führte das große Wort und erzählte, wie er in der Offiziersmesse Wein und Zigaretten geklaut hatte; die meisten kamen überein, daß ein Linienschiff schlimmer als ein Gefängnis, ein Torpedoboot dagegen das reine Paradies fei, und einer mit breiten Backenknochen endlich schien überhaupt kein Ich, sondern nur eine Gemeinschaftsseele zu haben, und sagte mit grenzenloser Gutmütigkeit: „Brüder — wolln wir doch ein Liedchen singen...“ Als der revidierende Schaffner kam. merkte ich zu meinem Schreck, daß ich die Fahrkarte verloren hatte. Ich suchte eine halbe Stunde lang und endlich ging er wütend weg. Da. schauten mich alle blinzelnd an, klopften mir auf die Schulter und sagten: „Das hast du gut gemacht — an deiner Stelle würden wir auch fein Dillet kaufen!" So daß ich anstandshalber so machen mußte, als ob ich wirklich keins gekauft hätte. In Petersburg schlugen alle Straßen Wellen, weil man den Schnee nicht mehr abführte. Auf dem Baltischen Bahnhof kam ich zwei Stunden vor Abgang des Zuges an, und mietete mir in der Dunkelheit zwei Soldaten, die mein Grammophon im Waggon unterbringen sollten. Wir wanderten über eine endlose Schienen-Wüstenei und stießen endlich auf etwas Dunkles, das unser Zug war. Dieses Hinauslaufen auf die Strecke war, nebenbei gesagt, streng verboten. Zu meinem Erstaunen war der stockfinstere Waggon voll von Menschen, die schweigend dasaßen. Nach einer Stunde war er bereits so voll, daß einzelne Glasfenster zersplitterten. Und als der Zug sich endlich in Bewegung fetzte und ans Dahnhossperron vorfuhr, empfing uns ein einziger Schrei der WuL denn auch draußen standen die Menschen wie eine Mauer und .hatten stundenlang gewartet. Endlich fuhren wir — es war die Nacht zum 24. — in der Richtung nach Narva ab. Ein estnischer Offizier erzählte mir leise, daß ihn die Revolution auf einer Bahnfahrt, vom Kaukasus her, angetroffen habe. Von Station zu Station fei die Lage drohender geworden: man habe alle Leute mit Offiziersabzcichen aus den Waggons gezogen und mißhandelt. „Was sollte ich machen?" sagte er flüsternd: „Ich bin in die nächste Dahnhofstoilette gegangen und habe mir die Achselklappen heruntergerissen." Dabei lachte er verlegen und blickte mir in die Augen, um zu sehen, ob er eine Mißbilligung darin fände. Aber hinter Narva ging es nicht mehr weiter: die Lokomotive ruckte noch ein paarmal an, pfiff wütend — und da saßen wir fest. Cin- geschneit! Der Wind pfiff eisig durch die zerbrochenen Fenster, und die Feuerung unseres Waggonöfchens begann auszugehen. Der Bremser unseres Waggons kletterte mit Eiszapfen im Bart zu uns herein. „Möge sie verflucht sein, die Bremse!" sagte er mit seltsamem Pathos. Unö nun, da wir froren, zeigte es sich, welche Menschen Energie und Unternehmungsgeist hatten. Da war vor allem ein lettischer Scharfschütze namens Ieannot (was ungefähr dem deutschen „Ede" oder „Lude" entspricht), der Leben in die Bude brachte. Mit seinem Seitengewehr zersplitterte er eine Holzbank nach der andern in Stücke und verfeuerte sie kunstvolL Auch feuerte er die andern dazu an. Wenn muntere Reden sie begleiten, so geht die Arbeit rüstig fort: bald sah der halbe Waggon auf seinen Koffern, aber dafür war s pottchenwarm. Um die Nachmittagsstunden hatte unser Zug endlich Hilfe bekommen und setzte sich mit einem triumphierenden Pfiff in Bewegung. Gott sei Dank! — man würde also doch noch am Weihnachtsabend in Dorpat ankommen. Um 6 Uhr langten wir in Taps an; und hier muß ich erklären, was Taps eigentlich bedeutet. Taps ist ein Knotenpunkt, eine Art Bitterfeld en miniature, eine Passions-Station, um die keiner auf fernem irdischen Leidenswege herumkam, ein Ding, das mehr im Kursbuch als auf Erden lebt, und also kurz das gottverlassenste Nest zwischen Archangelsk und Lissabon. „Fahren Sie direkt nach Venedig?" wurde ein Estländer gefragt. - „Nein, in Taps muh ich umsteigen!" gab er zur Antwort. Das ist Taps. Und jetzt wurde uns höflich aber fest eröffnet, dah wir die Nacht über in Taps bleiben mühten. Der nächste Zug nach Dorpat ginge erst morgen früh. Weihnachten — in Taps! — das war also der Lohn für alle Mühe; eine schöne Bescherung! Und nicht nur für uns: doch auch für alle Angehörigen, die auf uns warteten und sich Sorgen machten! Taps hatte uns in seinen Krallen. Selten habe ich eine so trübselige Gesellschaft um die schmutzigen Tische des Warteraums versammelt gesehen: keiner sprach ein Wort, über alle Weihnachtserinnerungen in den vielen Köpfen legte sich das eine plumpe Wort Taps, und machte einen großen Fleck. Cs war nicht mehr zum Ansehen; ich legte die Arme auf den Tisch, stützte meine Stirn auf die Faust und wollte einschlafen... Ich lief auf Schneeschuhen durch eine schneeige Mondnacht. In der Stille, die nach Schnee und Harz duftete, hörte ich bloß das leichte Saufen der Stöcke. 3m leichten auf und ab merkte man gar nicht, daß man lief; sowenig man das Atmen merkt. Die Sterne blitzten im mondlich erleuch- I teten Himmel; zwischen ein paar Tannen tonnte man die Asteroiden sehen. Immer dichter umstanden mich die weih vermummten Tannen und liehen mich bald über Schneegeglitzer, bald über schwarze Schattenabgründe gleiten. Kein Ton, kein Hauch: bloh Silber, dem Silber antwortend. Wie ich jetzt eine Schneise entlangglitt, fiel mir ein Heller Lichtschein auf dem Schnee in der Ferne auf. Vorsichtig stahl ich mich heran, und sah eine mächtige Tanne, deren untere Riesenzweige schwer von Schnee herabhingen, so daß sie einen Unterschlupf bildeten. Und durch die Oeffnung dieses Unterschlupfs kam daS goldene Licht, das mich in dem Mondweiß so erstaunen machte. Ich blieb von weitem steh n, so dah ich gut hineinsehen konnte. Da sah ich da drin einen Mann mit einem Bart fitzen, und neben ihm sah eine junge Frau, die ein kleines Kind in den Armen hatte. Beide blickten still auf das Kind und waren nicht geblendet, obwohl das Sonnenlicht von ihm ausging. Aber da sah ich, dah nicht ich allein hinschaute: neben mit suchten zwei Rehe im Schnee, doch blickten sie immer wie unabsichtlich auf das Kind, dessen Goldschein sich in ihren schwarzen Augen spiegelte; und dort machten zwei Hasen Wännchen, die hoben direkt die Vorderpfoten auf; eine Waldkahc schlich mit bereiftem Schnurrbart heran und blieb geblendet stehen; ein Fuchs spitzte die Ohren und wedelte langsam mit dem roten Schweife hin und her; und kein Tier schien das andere zu bemerken. Wie ich nun meine Mütze abnahm, flog gerade über mir ein Auerhahn vom Zweige auf, so dah mir ein grohes, ein entsetzlich kaltes Stück Schnee in den Nacken fiel--und ich erwachte. In Taps. Wo die schwitzende Zimmerdecke mir auf den Nacken tropfte! . Im Zuge lächellen alle verlegen und sagten: „Ia, ja .... der erste Feiertag ...!“ Und zu Hause stellte ich das Grammophon unter den Weihnachtsbaum und ließ Gaby Glide laufen, die mit lieblichen Fußspitzen über das Geröll des Lebens hinwegtanzte. Hochschulnachnchten. Der Ordinarius der Philosophie an de» Kieler Unioerfität, Dr. Julius Stenzel, hat einen Ruf an die Universität Basel alS Nachfolger von Professor K. Ivel erhalten. n riatictt 2 Fortsetzung. Nachdruck verboten. letzten Jahre auch wieder Steuerabbau herbeizuführen. sobald günstigere Verhältnisse ihn für unser Gemeinwesen ermöglichen. hältnisse — gesetzliche Stabilisierung der Realsteuern nach dem Stand vom 31. Dezember 1930 durch die Verordnung des Reichs- Präsidenten vom 1. Dezember 1930 und die starke Dedrohung kommunaler Selbstverwaltungsrechte durch die Einrichtung der Staatskommissare für hessische Gemeinwesen — ist nun auch der Stadtrat und die gesamte Gießener Kommunalpolitik vor eine völlig veränderte Sachlage gestellt worden. Es ist jetzt die sehr eines Slaatslommissars zuvorkommen wird, oder ob durch eigene Entschlußkraft der gewählten Dürgervertretung unsere Finanzgebarung auch weiterhin auf der Grundlage der kommuna.en Selbstverwaltung zu gestalten ist. Wer diese Fragestellung und alle dabei in Betracht kommenden Gegenwarts- und Folgeerscheinungen so gründlich und mit vollstem Verantwortungsbewuhtsein ' prüft, wie es in den letzten Tagen in Stadtratskreisen und auch bei uns geschehen ist. der wird Wohl ebenfalls zu dem Ergebnis kommen, dah es für unser Gemeinwesen und besonder« auch für den Mittelstand am besten ist, wenn der Stadtrat einem Stoatskommissar keine Betä- tigungsmöglichkeit in Gießen verschafft. Wir wollen selber Herr in unserem Hause bleiben, auch wenn dabei noch einige Opfer mehr erforderlich sind: jedenfalls ist das immer noch besser als dar Diktat eines Staatskommissars; deutlicher brauchen wir wohl nicht zu werden. Ein solcher Entschluß des Stadtrats, oder einer Mehrheit dieser Körperschaft, wird freilich die Preisgabe des bisherigen Standes der Steuersätze bedingen. Ob dabei der Standpunkt der VeNval- tung nach ihren Anträgen wirklich unantastbar sein wird, dürfte wohl noch sehr, sehr ernstlich von der Dtaotverwaltung und dem Stadtrat nachzuprüfen sein. Uns erscheint eS z. B. als eine außerordentliche Härte. to:nn dir Realsteuer-Erhöhung vom 1. April 1930 ab nach- erhoben werden soll. Eine solche rück- Aus der Provinzialhauptstadi. G i e ß e n, den 23. Dezember 1930. O, Tannebaum! häusliche Vorweihnachts-Tragödie. Eine Axt, ein Bphrer, eine Säge, ein Hammer, ein Plagen, Verstecken, ein Jagen und hasten, und dann noch dazu ter übliche Jammer über den scheußlichen Nagelkasten. Sechs Bretter und Brettchen, zwei hölzerne Keile, zwölf Nägel, acht Schrauben, ein blutender Daumen. Zwei Finger, zerkratzt von den Zähnen der Feile und Tannennadeln an Zunge und Gaumen. Im neuen Parkett viel heftige Schrammen, und von der Frau viel ernste Belehrung. Diel Zornesworte und lodernde Flammen, viel Reden von einer schönen Bescherung. Diel heimliches Kichern der wartenden Kinder, viel Lust, den Baum aus dem Fenster zu werfen. Viel Worte und Aerger und dann nicht minder viel Aufwand an Arbeit, an Kraft und an Nerven. Jetzt steht die Tanne! — Nach kurzer Pause da fällt sie zur Erde, die Zweige krachen. Vater rast wutentbrannt aus dem Hause. Mutter verzweifelt. — Die Kinderchen lachen. Puck. Bezirkssparkaffe Gießen. Oie ordentliche Mitgliederversammlung. - Oer Bericht für 1929. Don der Bezirkssparkasfe Gießen wird uns geschrieben: Am 17. d. M. fand unter dem Vorsitz des Direktors Zach eis die diesjährige Mitgliederversammlung der Ve^irkssparkasse Gießen statt. Rach Vegrüßungsworten deS Vorsitzenden an die Herren Vertreter der De- zirksgemeinden, an den Vertreter der Aufsichtsbehörde. Herrn Oberregierungsrat Ritzel, und den Vorsitzenden des Hessischen Sparkassen- und Giroverbandes. Herrn Iustizrat Dr. Reh. wurde der Geschäftsbericht für 1929 vorgetragen und in allen seinen Teilen von der Versammlung genehmigt. Aus den, Geschäftsbericht ist zu erwähnen, daß im Jahre 1929 die Entwickelung der Sparkasse als durchaus günstig zu bezeichnen ist. Die Spareinlagen weisen gegen das Voriahr wiederum eine Zunahme von 2 457 000 Mk. auf. sie sind von rund 9 385 000 Mt. auf 11 842 000 Mark gestiegen. 3m Kontokorrentverkehr erfuhren die Debitoren eine Zunahme von 89263 Mk. Der Umsatz im Sparver- kehr betrug rund 11 000 000 Mk.. der Umsatz im Giro -(Kto. - Kor r. -) Verkehr betrug im Berichtsjahr in 158 333 Posten 55 752 498 Mk. Gegen da« Vorjahr war also eine Steigerung von über 10 Millionen Mark zu verzeichnen. Der Gesamtumsatz betrug 147 385 939 Mk.. erhöhte sich also gegen das Vorjahr um 29 182 821 Mk. Die Bilanzsumme stieg von 12 097 996 Mk. auf 14 280 316 Mk.. sie hat sich somit gegen das Vorjahr um 2 182 350 Mark erhöht. Die Rechnung schließt mit einem Rechnungsrest von 343 633 Mk. Die Ausleihungen im Hypotheke n- Geschäft erfuhren eine Zunahme von über 400 000 Mk.. sie betrugen Ende 1929 4 146 000 Mark, während die Darlehen an Gemeinden und öffentliche Körperschaften um 1 Million Mark gestiegen sind. Der Reingewinn betrug nach allen Abschreibungen 1 00 51 6 Mark. Die Versammlung beschloß, entsprechend einem Vorschlag des Vorstandes und Aufsichtsrates, aus dem Reingewinn einen Fonds für eine anläßlich des hundertjährigen Bestehens der Sparkasse zu Hoffs Stück kein Kassenstück? Es war ein bißchen sehr romantisch geraten — gewiß. Aber — gerade die Relson konnte doch da am Platze sein, Wörde- boffs Frau! Kassenstück? Rorma Relson mochte das wohl sehr gleichgültig fein, obwohl sie schon eine feine Rase für Effekte hatte. Der war doch nur an einer guten Rolle gelegen! Allerdings — eine gute Rolle durfte nicht zu sentimental sein! Mußte voll Leben — auch ein bißchen voll Aeußerlichkeiten stecken! Hm — eine verrückte Sache! „Krüger!" Er halte die Tür zum Vorzimmer geöffnet. „Herr Direktor?" „Rufen Sie mal zur Bühne an. Ich lasse Herrn Wördehoff und Dr. Römer zu mir bitten." „Sofort." Rorma Relson betrachtete die Spitzen ihrer eleganten Schuhe und lächelte fein. Etwas katzen- artig-Verhaltenes war jetzt in der Haltung ihrer Gestalt, die sich in den Sessel schmiegte. Hollmann pendelte weiter auf und ab. Brummte ab und zu vor sich hin, was sich wie das Knurren einer Dogge anhörte. Dann ein kurzes Klopfen an der Tür. Wörde- hofs und Dr. Römer traten ein. Hollmann begrüßte sie mit schmeichlerischer Höflichkeit. Er kannte seine Pappenheimer. Hier hieß es, von Anfang an freundlich zu sein, keine tragische Miene aufsehen, ganz den guten, alles verstehenden, alles verzeihenden Direktor spielen. „Ich wollte gerade zur Probe runtertommen. meine Herren, mal selber nach dem Rechten sehen, da überraschte mich Frau Nelson. Ra — erzählte mir so allerlei seltsame Dinge — ich war wirklich bafs. Wirklich baff! Bitte — Platz zu nehmen, meine Herren. Herr Wördehoff — hier Ihre Lieblingdz.garre — Herr Doktor, die neueste Zigarette von Ihrer Leib» und Magenfirma. Ganz was Exquisites — hab' in der Rächt Dutzende davon geraucht. Ganz famose Mischung —" Schon standen Kiste und Schachtel auf dem Rauch.isch, von Hollmann mit fabelhafter Fixigkeit aus dem Schrank herausgeholt. Wie der liebe Mond strahlte sein Gesicht. „Bitte, Frau Relson —" Auch sie nahm eine Zigarette, und Hollmann ging mit dem elektrischen Anzünder herum. So, Gott sei Dank — man rauchte wenigsten« schon! Er rückte fick den Sessel zurecht. Behaglich blickte er von dem einem zum andern. „Ra — nu schießen Sie mal los, Wördehoff. 3hre liebe Gattin ist ja fuchsteufelswild auf Sie. Will nicht spielen, wenn Sie nicht die Dolle ändern. Ra?" Wördehoff stäubte die Asche der Zigarre alx ^Fortsetzung folgt) ernste Frage zu prüfen, ob durch Ablehnung der Anträge der Stadtverwaltung, d. h. Beibehaltung der bisherigen Steuersätze, eine starke Erschütterung der künftigen städtischen FinanzMirtschast mit ihren unabsehbaren Auswirkung^ werden soll, der aber sicherlich die Einsetzung °°" 192? Sä-** SÄ «V* 1 Ä? »•s SiSftL’" (Üif#1 fei Q( K- 8 Ä-° L 80 bis 10; SÄ. ODitN ’’’* M"! gönnend 15.5*; Untergang- § 1524: der eama aus c raten sü 800: Krönu scheu Kaiser. In W * Dulle. - J?' Hiller in De 1742: CHanoi In Mimar Peter Tschad " Die C gcnbflctL Hauptfch' gericht ur August Da! Heinrich Di 218 am Tis< Johannes D Lehrer Aot 6chweißg> schössen l Anna Alk Adolph,A 6 check er, C leiterin, Wil in Gießen. - Zuaendge Landwirt in rin in Gieße Gießen, Frau Aeichman 2olz, Buch Lbcrwerkmcis Lehrer in C Kleine 3ug- Lehrer in Gu Verwalter T " P r ä m schuhvere veranstaltet im Kausmäi ierung all de und Itden &: bn QIn öicfei von Polizeibei Handlung der die in schlich! sind auch Fi Vereins einge " Chru Man bericht, Alicesrauenv bigshöhe die Die Ttiftunc Mitbürgers -um dritten Die Feier bei kahmt den mu Genuß von $ frfonidten $ >en 8, die 55 «sner Familie SS ' vuckten auf e mk zurück un t™« (mit Di unö die fünfjäi 2; wurden §Kaffee,ö|s Ul,toanö schwer Die kleine Alcolette Vornan von Paul Hain fort gehen Sie rein und melden mich. Basta!" Ausstampfen der Füs;e. Krüger fiel förmlich in sich zusammen angesichts der kleinen, geballten Fäuste, die vor feiner Rase drohten. .Gehen Sie! Herrgott — was sind Sie für eine Schlafmütze —" Da hatte sich Hollmann schon aus dem Sessel erhoben und öffnete selbst die Tür zum Allerheiligsten. „Ah — Frau Relson — bitte! Ich horte Die sprechen." Er lächelte gutmütig über sein dickes Gesicht. „Ditte — was haben Sie denn auf dem Herzen? S.e waren schon zweimal oben —" Rorma Relson rauschte ins Zimmer. Ihr schönes, hochmütiges Gesicht war vor Erregung getötet, was ihm einen besonderen Reiz gab. Die Augen funkelten Ihre elegante Gestalt in dein flotten, mondänen Schneiderkostüm war gestrafft. Die schritt nervös in die Tiefe de« Zimmers, fast bis zum Fenster, und wieder zurück, während Hollmann die Tür schloß und ergeben die dicken Hände über den Bauch faltete. „Ja — waS gibt eS denn, Frau Relson? Die sind ja so aufgeregt —" Die lieh sich in einen der Sessel fallen, schlug temperamentvoll ein Dein über das andere und brach nun los: -Krach gibt«, Direktor! Krach! Sagen Sie mal, wissen Sie überhaupt, was „Das vergessene Königreich" für ein Stück ist?" Kurze Pause. „Ru natürlich —" konnte Hollmann gerade noch herausbringen, dann fuhr Rorma schon wütend fort: „Ein Zugstück ist das nicht! Keine Spur von Kassenstück! Aeberhaupt keine gescheite Rolle! Mein Mann ist ein Esel, dah er - das nicht einliebt! Haben Sie überhaupt eine Ahnung davon, was wir unten auf der Bühne schon für Szenen aufgeführt haben? Vorgestern — da war der Teufel los! Hubert droht, das Stück zurückzuztehen! Gestern dasselbe Theater! Du lieber Gott! Direktor — ich mach' nicht mehr mit! Ich bin fertig! Römer schmeißt die Sache auch!" Hollmann war plötzlich nicht mehr schläfrig Seine rundliche Gestalt reckte sich, soweit das möglich war „Ja - was denn? Was ist denn loS? Warum will Römer schmeißen? Warum sind Sie fertig? Was ist denn überhaupt?" Rorma Relson lachte beinahe belustigt auf. „Meine Rolle „Aha — also das! Wieder mal die Rolle —“ ..'21 d) — lassen Sie mich doch ausreden! Ra- türlich - meine Rolle taugt nichts - Ist Humbug — ein Richts —" -Das alte Leiden! Ick denke. Sie sind mit Ihrem Manne schon längst einig —" gegen vielleicht noch härtere Steuerauflagen durch einen Staatskommissar aus- sprechen, keine unberechtigten Vorwürfe erhoben werden, da keiner zur Entscheidung in dieser Sache berufenen Person ein positiver Entschluß, wohl je so außerordentlich schwer werden wird, als der am nächsten Samstag nach Lage der Dinge erforderliche. Wobei sich se-lbftverständ- lich jeder verantwortungsbewußte Mitarbeiter: an unseren kommunalen Geschäften mit Recht Vorbehalten wird, nach dem Steueraufbau der 2. Direktor Hollmann sah förmlich versunken in der weichen Lederpolsterung des Schreibtisch- fessels. Er war heute etwa« später als sonst ins Thealerbureau gekommen, und sein Sekretär, der spindeldürre Sebastian Krüger, platzte gleich mit der Reuigkeit heraus. „Die Relfon hat schon zweimal nach Ihnen gefragt, Herr Direktor. Sie war wieder mal sehr aufgelöst!" Hollmann machte sein „Direktorgesicht". „Hat wohl wieder ihre „Rerven", die Rorma. Es >st doch Probe, nicht wahr?" „Ja — gewiß. Schon seit zwei Stunden." „Ra also." Hottmann winkte gnädig ab und plumpste dann mit seiner Leibesfülle in den Sessel. So — Gott fei Dank! Er saß! Und das tat gut. Ein bißchen schläfrig war ihm ja noch immer zumute nach der sehr vergnügten Rächt, die er — ein lebenslustiger, wenn auch älterer und allzu wohlgenährter Junggeselle — im Buhnen- und Filmklub. und nachher in unterschiedlichen Dars verbracht hatte. Etwas mißgestimmt griff er nach den Aktenstücken, die Krüger chm allmorgendlich auf den Schreibtisch zur Unterschrift vorlegte. Verträge, Abiagebriee von Engagement suchenden Künstlern, Steuerabrechnunaen und nochmal Steuerabrechnungen. Dazwischen ein paar Fachaufsätze, Kritiken, Presseoriefe und ähnliches. Hollmann war nicht recht in der Stimmung, sich mit all dem zu beschäftigen. Er schmauchte an seiner Zigarre und überlegte, ob er nicht den so wundervoll bequemen Sessel verlassen und zur Dühne heruntergehen sollte, um einmal der Probe beizuwohnen. Er hatte sich nun schon eine ganze Woche lang und noch länger nicht darum gekümmert. Hm — was batte denn die Rorma wieder mal von ihm gewollt? Etwa schon wieder ein paar Tage Ferien? So zum frühen Frühlingsanfang? Er horchte auf. Hallo — war sie das nicht schon wieder? Da — die Stimme KrügerS im Rebenzimmer — getreu der allgemeinen Anweisung: „-Sv r Direktor ist beschäftigt, Frau Relson — vielleicht in einer halben Stunde —" Aber die Relson dachte nickt daran, nach einer halben Stunde noch einmal die Treppe zum DirektiönSbureau hochzuklettern. „Reden Sie keinen Unsinn, Krüger. Wa« denken Die eigentlich — bin ich ’ne Statistin? So- zwischen Mainz und Gießen gewisse Unterschiede bestehen, durch die den Gießener Sätzen ein höherer Stand Angewiesen wird, als aus der Ausstellung ersichtlich ist. Rach diesen Informationen find i n dem Mainzer Satz Leistungen mit enthalten, die in Gießen neben dem Sah gesondert zu zahlen find: rechne man diese Sonderleistungen dem Gießener Satz hinzu, so erhöhe er sich auch, ja vielleicht sogar noch etwas über den Stand des Mainzer Satzes. Im ganzen erscheint die Sachlage auch hier so, dah eben jedes Ding feine zwei Seiten hat. Im Vordergründe des kommunalen Interesses steht nun die schwerwiegende Frage, was aus den ©teueranträgen de r Stadtverwaltunawerdensoll. Die Stadtverwaltung beantragt die Erhöhung derReal steuern mit Wirkung vom 1. April 1930 ab, also um e t w a neun Monate rückwirkend. Von führenden StadtratSmilgliedern und auch In diesen Spalten ist in den letzten Monaten unter Hinweis auf die ständige Verschlechterung der Wirtschaftslage mehrfach ole große Gefahr, ja die teilweise Unmöglichkeit weiterer ©teuerer öhungen beton! worden, zumal die weitere Umdrehung der Steuerschraube In striktem Gegensatz zu den Preisabbau- > Bestrebungen stehen wird. Durch den unausweichlichen Zwang der jüngsten Gestaltung der Ver- | errichtende Stiftung 30 000 Mk. zu wohltätigen Zwecken zu überweisen und den Rest der Rucklage zuzuführen. Genehmigt wurden ferner der Voranschlag über die Verwaltungskosten für 1931, sowie die vorliegenden Aufwertungsrechnungen für 1924/28 und 1929. Durch Verfügung des Herrn Ministers des Innern ist der endgültige Aufwertungsfah für die bei der hiesigen Sparkasse eingelegten alten Spareinlagen aus 21,6 Prozent des Gold- markwertes festgesetzt worden. — Bei der durch die Versammtung vorgenommenen Wahl des Vorstandes und Aufsichlsrats , wurden die seitherigen Mitglieder des Vorstandes Herr Kaufmann August Noll, Gießen, Herr Bürgermeister Jung, Klein-Linden, wiedcrge- wählt. Ebenfalls wurden die seitherigen Mitglieder des Aufsichtsrates wiedergewählt. Der Aufsichtsrat besteht somit wieder aus den Herren Bürgermeister Dr Selb, Gießen, Kirchenrat Strack, Gießen, Prof. Dr. Ebe f, Gießen, Landgerichtspräsident Neuenhagen, Gießen, Kaufmann Röhr sen., Gießen, Kaufmann Will). Horn, Gießen, Rektor Kling, Gießen, Rektor Schmidt, Gießen, Bürgermeister Horn, Annerod, Bürgermeister i. R- Leun, Großen-LInden, Bürgermeister Kreiling, Heuchelheim, Bürgermeister Schmidt, Lollar. Ferner beschloß die Versammlung, die Kürzung der Gehälter der Beamten, Angestellten und Nuhegehaltsempfänger der Sparkasse, den Bestimmungen des Staates Hessen bzw. der Stadt Gießen entsprechend, oorzunehmen. Der Vorsitzende des Hess. Sparkassen- und Giro- Verbundes, Herr Justizrat Dr. Reh, nahm das Wort zu einem kurzen Vortrag über die Entwicklung des Spareinlagengeschäfts bei den deutschen und hessischen Sparkassen in dem verflossenen Jahr, während Herr Oberregierungs- rat Ritzel den Organen und Beamten der Spar« lasse Anerkennuna und Dank der Aufsichtsbehörde für die Geschäftsführung der Sparkasse aussprach. Nach kurzen Schlußworten des Vorsitzenden wurde die Versammlung geschlossen. wir ebenfalls In unserer Rr. 295 vom 17. Dezember zur Kenntnis der Bürgerschaft brachten. In vieler Begründung beschäftigt sich die Verwaltung rückschauend zunächst mit der Steuerpolitik der DiadtratSinehrheit In den letzten Jahren, an der sie eingehend Kritik übt. Besonders» wird dabei der StadtratSinehch-elt zum Vorwurf gemacht, sie habe sich „in den letzten Jahren immer weiter von den von der Stadtverwaltung für richtig gehaltenen Finanzgrundsätzen entfernt- und namentlich die Realsteuern erheblich unter dem Durchschnitt der übrigen hessischen Städte festgesetzt". Als Beweis für diesen Vor- wur) wird In der Begründung eine ziffernmäßige Gegenüberstellung der Realsteuer,ätze in 13 heiiischen ©tädten veröffentlicht. Gegen diesen Vorwurf dürfte sich die Stadtratsmehrheit in der kommenden öffentlichen Sitzung vermutlich zur Wehr setzen. Es wird niemand ernstlich bestreiten können, daß die Stadtverwaltung, auch bei den jetzt vorliegenden Anträgen, nur von dem verantwortungsbewußten Willen zur Intakthaltung unserer städtischen Finanzen geleitet wird, wobei sie in der Begründung ihre verständnisvolle Einsicht in die Ungunst der Zeitverhältnisse kundgibt und dabei ihr Bedauern darüber äußert, „daß sie eine Erhöhung der Realsteuern in einer Zeit beantragen muß, In der das Wirtschaftsleben einen wenig günstigen Stand aufweist". Man wird aber auch Der Stadtrots Mehrheit gerechlcrweise ohne Vorbehalt zugestehen müssen, daß sie sich ebenso ernstlich und verantwortungsbewußt um die Gesunderhaltung der kommunalen Finanzen bemüht hat und fernerhin bemühen will, wobei sie natürlich nicht immer mit der Verwaltung den gleichen Weg gehen kann, weil sie eben in stärkerem Maße als die Stadtverwaltung zur Rücksichtnahme auf die berechtigten Wünsche der Wählerschaft gezwungen ist. Wer als neutraler Beobachter die Arbeit unserer städtischen Körperschaften in den Jahren feit der Stabilisierung der Mark wertet, muß die bisherige gute Finanzwirtschaft, für die doch auch die Dtadtratsmehrheit mitbestimmend ist, anerkennen. Man kann dabei feststellen, daß unsere städtischen Haushalte trotz niedrigerer Realsteuersätze als in anderen hessischen Städten bisher immer ausgeglichen waren und ordnungsgemäß eingehalten wurden, ja sogar in den Rechnungsjahren 1925, 1926 und 1927 laut den Rechnungsabschlüssen, sowie auch 1928 nach onde- ren Verlautbarungen sehr ansehnliche Ueberschüsse ergaben, die zum Teil auf wesentlich höhere Bewilligungen in wichtigen Abteilungen des Voranschlags und erheblich geringere Ausgaben zurückzuführen waren. Diese gute Finanzwirtschaft, bei der allerdings der Steuerzahler manchmal fd>arf ongepackt wurde, soll hier natürlich niemandem zum Vorwurf gemacht werden: man muß aber sagen, dah die Stadtratsmehrheit als mitverantwortliche Beschlußkörpersck>aft sich mit Der Stadtverwaltung in dieses Verdienst um unferc Finanzen teilen kann. Es darf hier weiter gesagt werden, daß die Stadtratsmehrheit, häufig auch der Stadtrat in seiner Gesamtheit, unter möglichster Anspannung aller Kräfte stets die erforderlichen Geldmittel bewilligt hat: wenn manchmal eine noch stärkere Leistung gewünscht wurde — auch wir haben dies wiederholt gc- tan —, so ist hierbei natürlich die Urteilsbildmrg über diese oder jene Aufgabe maßgebend, aber auch unter den an der kommunalen Arbeit beteiligten Personen verschieden: im übrigen sprechen die oben angegebenen Abschlüsse der letzten Rechnungsjahre und die in diesen Jahren gegifteten produktiven Arbeiten der Stadt für die bisherige Tätigkeit des Stadtrats. Wie bei dieser rückschauenden Betrachtung im allgemeinen, so dürften auch gegenüber der ziffernmäßigen -Aufstellung der Verwaltung über die verschiedenen Steuersätze vielleicht einige spezifizierte Klarstellungen im ©tabtrat zu erwarten fein. 11 a werden wir daraus aufmerksam gemacht, ?>aß z. D bei der Grundsteuer für Gebäude wirkende Zahlung hat doch niemand in seine Waren- und Arbeils- kalkulation einstellen können, ferner dürfte wohl auch kein Abnehmer, ebenso-keine Verwaltung bereit fein, einem Lieferanten für abgeschlossene Leistungen eine Rachzahl un^ au? den Rechnungsbetrag wegen der Rückdatierung von Steuern zu leisten. Hier sollte auf beiden Seiten der Wille zur Verständigung auf einer anderen ©tichtaggrund- lage bemerkbar werden! Welter wäre zu wünschen, daß man überall da, wo die Unmöglichkeit: zur Hebernahme weiterer Abgaoelasten wirtlich einwandfrei zutage tritt, mit weitgehendstem Entgegenkommen verfährt, gegebenenfalls auch vor Steuererlässen nicht zurückschreckt. And schließlich wäre noch der Wunsch am Platze, dah von der Bürgerschaft gegen diejenigen, die sich nur sehr schweren Herzens für die neuen Lasten, Damit aber auch „Hat sich was von einig! Ein Starrkopf ist er. Bin ich eine Raive? Oder eine Sentimentale? Ich brauche Blut in der Rolle! ilmge- schrieben muß sie werden! Das verlange ich! And Römer ist der gleichen Meinung! Auch Gerson und die Iesitza — na, was soll ich viel sagen. Die lrtegen den Mund natürlich nicht auf, obwohl sie auch nicht recht zufrieden sind." Sie stampfte mit den hübschen Füßchen auf. „D rektor — reden Sie mit meinem Mann! Machen Ste ihm die Sachlage Lar. Mit der Rolle kann ich das Stück nicht rausreihen! Es wird ein Versager!" Hollmann war sehr ernst geworden. „Das — sagen Sie jetzt erst?" „Pah — ich hab's von Anfang an gesagt. Aber wer hat denn gehört? Die Proben haben mir recht gegeben. Fragen Die Römer!" Der Direktor drehte die goldne Ahrkette um den Finger. Es sah aus, als wollte er sie zerreißen. Diese Rorma! Mit ihren Launen! Sie konnte einen verrückt machen! Was sollte man zu all dem sagen? Vorsichtig begann er: „Sie haben sich wohl mit Wördehofs gezankt?" ..Ansinn! Denken Sie, ich schmeiße einer Privat- käbbelei wegen eine gute Rolle? Direktor — Ich spiele nicht, wenn Hubert nicht ändert! In Ihrem, in meinem Interesse!" Hollmann sprang aus dem Sessel auf mit einer plötzlichen Elastizität, die man Ihm kaum zugetraut hätte. i „Donnerwetter — ist denn plötzlich der Teufel los? Sie spielen nicht, wenn — ja, wer hat denn hier z-u bestimmen? Sie spielen!" Rorma Relson sah ihn groß an. „Direktor — ich spaße nicht! Ich habe seit zwei Jahren keinen Vertrag mehr gebrochen — es könnte sein, daß ich wieder mal Lust verspürte, mich zu verändern —" Sie sagte das höchst gelassen. Verschränkte die Hände um das Knie. Hollmann klappte den Mund zu. Teufel — das hörte sich ja sonderbar ernst an. Standen die Dinge schon so? Verrückte Künstlereitelkeit! Der Leidtragende war natürlich immer der Direktor. „Dr. Römer ist unten?" fragte er kurz. „Ratürlich. Wir haben die Probe unterbrochen." „Hm — und Herr Wördehoff?" „Ist auch unten und hat vor einer Stunde zum hundertsten Male erklärt, er zieht das Stück zurück, wenn nicht gaiu nach feinen Intentionen gespielt wird. Das bezieht sich insbesondere auf mich." „Hm Hollmann pendelte auf feinen fugen Beinen eine Welle im Zimmer auf und ab. Run hieß es also wieder mal diplomatisch sein! Die erhitzten Gemüter beruhigen! Der Himmel mochte wissen, wie das so schlimm hatte werden können. Wörde- Wietzener Wochenmarktpreise. Ds Lofteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Kochbutter Mund von 1.33 Mark an; Butter ILO bis 1,60: Matte 30 bi» 35; W.r ing 8 bis 10; Derhttaut 5 bis 6; Rotkraut 8 biS 10; gelbe Lüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15 bis 20; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Grünkohl 10 biS 15; Ro'enkohl 25 bis 30; Feldsalat 80 bi- 1,00; Tomaten 70 bis 80; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 30 bis 50; Äarloffe.n 3*/i biS 4; Aep^el 25 bi- 40; Dirnen 20 bis 30; Dörrobst 30 bi- 35; Honig 40 bis 50; junge Hahne 80 biS 1,00; Suppenhühner 80 biS 1.00; (Bänie 80 bis 1,10; Rüfte 50 bis 60; Tauben Stück 50 bis 70; Eier 17 bis 18; Käse (10 St.) 60 bi« 1,40; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 20 bis 30; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 biS 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 biS 15; Sellerie 10 bis 50; Kar- tosfeln Zentner 2.20 bis 2 50; Weihkraut 3,00; Wir ing 4,00; Rotkraut 5.00. taten für Mittwoch, 24 Tezemver Sonnenaufgang: 8.04 Uhr, Sonnenuntergang: 15.55 Uhr. — Mondaufgang. 11.12 Uhr, Monduntergang: 20.22 Uhr. 1524: der portugiesische Seefahrer Basco da Varna auf der Fahrt nach Kotschin gestorben. Taten für Donnerstag, 25. Dezember. 800: Krönung Karls des Drohen zum Römischen Kaiser. — 1353: Kaiser Karl IV. erläht in Metz das Reichsgrundgeseh der Goldenen Bulle. — 1728: der Komponist Johann 2ldam Hiller in Wendisch-Ossig bet Görlitz geboren. — 1742: Charlotte von Stein. Goethes Bertraute. in Weimar geboren. — 1840: der Komponist Peter Tschaikowsky in Wotinsk geboren. • ** Die Schöffen deS Gießener 2u- gendgerichts im Jahre 19 31. Als Hauptschöffen für das Gröhe Jugendgericht im Jahre 1931 wurden ausgewählt: August D a h. Wagnermeister in Ober-Roßbach, Heinrich O ß w a l d. Lehrer in Dad-Rauheim. Adam Tischler, Schreiner in Rieder-Weisel, Johannes Weller, Zimmermeister in Leihgestern. Lehrer Roth in Zell (Kreis Alsfeld), Christoph vchwethgut, Kaufmann in Grünberg.Hilfsschöffen des Großen Jugendgerichts sind: Anna Albrecht, Lehrerin, Frau Erna Adolph, Adolf Motz, Studienrat. Frau Frieda Echecker, Elise S ch w a l b a ch, Kinöergarten- leiterin, Wilhelm Dolkmann, Beamter, alle in Gießen. — Hauptschöffen des Kleinen Jugendgerichts sind: Wilhelm JungV., Landwirt in Leihgestern. Berta Korell, Lehrerin in Gießen. Gottfried Kahn. Kaufmann in Gießen, Frau Tilly Wackerin Wiescck, Heinrich R e i ch m a n n, Landwirt in Reiskirchen, Willi Bolz, Buchdrucker in Gießen, Heinrich Ley, Obcrwerkmcister in Gießen. Friedrich Mach. Lehrer in Gießen. H i l f s s ch ö f f e n für das Kleine Jugendgericht find: Heinrich Frank, Lehrer in Gießen. Helene Hammerschlag und Derwalter Wilhelm R i e b e l in Gießen. •• Prämiierung im Gießener Tierschuhverein. Der G'eßener T'erschu-^vercin veranstaltet am ersten Weihnachtsfeiertag 11.30 im Kaufmännischen Bereinshaus eine Prämiierung all derer, die sich durch sorgfältige Pflege und steten Schuh der Tiere verdient gemacht haben. An dieser Prämiierung sind auch eine Reihe von Pol'zeiheamten beteiligt, die sich für gute Behandlung der Tiere einge'etzt haben. Zu ter Feier, die In schlichter Form abgehalten werden wird, sind auch Freunde und Gönner des Tierschutz- Vereins eingeladen. ** Ehrung von Hausangestellten. Man berichtet uns: Wiederum fanö durch den Alicefrauenverein vom Ro en Kreuz auf der Le- bigshöhe die Ehrung der Hausangestellten statt. Die Stiftung eines edlen, sozial empfindenden Mitbürgers ermöglichte es dem Verein, bereits zum dritlen Male diese Feierstunde zu begehen. Die Feier verl es in harmonischer Stimmung, umrahmt von mu i.aiise'e i Dorträgen. Ansprache und Genuß von Kaffee und Kuchen an weihnachtlich geschmückten Tischen. Don den 33 Feftgästen Knuten 8, die 55, 51. 33, 30, 27, 23. 20 und 15 Jahre einer Familie ihre Dienste gewidmet hatten, mit einem Sessel und Diplom beschenkt werden; fünf blickten auf eine zehnjährige Zu a nmen«-ehörig- keit zurück und erhielten ein silbernes Schmuckstück (mit Widmung) an einer silbernen Kette, und die fünfjährige L-renstzeit — 20 Teilnehmerinnen — wurden durch ein Diplom und einen silbernen Kaifeelöffel mit Monogramm ausgezeichnet. Die'e unwandelbare Treue ist ein Lichtblick in unserer schweren Zeit. - Weihnachtsfeier tn d« r Rerven- Heilstätte In der Rervenhellstätte (Licher Straße) fand unter Mitwirkung der hiesigen Militärkapelle eine Weihnachtsfeier statt. Me-izinal- tat Dr. Hoffmann begrüßte in Dertretung des Leiters der Heilstätte die Teilnehmer. Ein gemeinsames Lied, eine Ouvertüre und ein Diolmsolo von Feldwebel D o g e l dargeboten, fanden dankbare Zuhörer. Oberpfarrer Müller hielt die Weihnachtsansprache, der die Bescherung folgte, die auch in diesem Jahre wieder sehr reichlich aussiel. Rach der Pause wurden die Kranken mit humoristischen Darbietungen unterhalten Herr B u t h e (Wetzlar) sang Lieder Aur Laute. Herr Engels verstand es, die Patienten mit einem Lichtbildervorlrag gut zu unterhalten Starker Beifall wurde all denen zuteil, die sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellten ” Frauengruppe der Deutschen Dolkspartei. Man berichtet uns: Die Frauengruppe der DDP. chatte sich im .Hindenburg' zu einer einfachen Weihnachtsfeier versammelt. Fräulein Hanna Kellner schuf durch den sympathischen Dortrag verschiedener Dichtungen und zweier schöner Weihnachtslieder von Cornelius, deren Begleitung Fräulein E g l y übernommen hatte, die weihnachtliche Stimmung, die durch den „(Nikolaus" von Frl. Anneliese Kalbfleisch eine heitere Rote erhielt. In humoristischen Dersen kritisierte sie das Parteien- Unwesen, sprach von der Arbeit der Frauen und schuf fo den Uebergang zu den politischen Ausführungen von Frau Lano tagsabgeordnete Marie Birnbaum. Ausgehend von der Rot der Zeit, die noch verschlimmert werde dadurch, daß nicht alle Menschen „guten Willens" seien, betonte sie u. a., daß die zielbewußte Regierung Brüning gestützt werden müsse, um die finanzielle Gesundung des Reiches zu ermöglichen. Einheitlich müsse das deutsche Dolk den polnischen Terror, die Sabotage der Abrüstung und der 'Verträge zurückweisen. Sie streifte tann noch kurz die hessischen Derhältnisse und' verurteilte besonders das Dorgehen der Regierung gegen die Staatsdienstanwärter, das die Abneigung gegen den Staat großziehe. Die Rednerin schloß mit der Ditte, der notleidenden Kaufmannschaft und Arbeiterschaft zu helfen, indem man nach Kräften deutsche Waren kaufe. Mit einigen Lieddarbie- tunqen der Damen Schudt und E n g i s ch ('Begleitung Frl. Belke fand die Feier ihren Abschluß. Oie Gfünberger Bürgenneister- wahl gültig. Dom KreiSamt Gießen wird uns mitgeteilt: „Die auf Grund des gegen die 'Bürger« meisterwahl in ©rünberg vom 12.Dez. 1930 erhobenen Einspruchs stattgefundenen Ermittlungen haben ergeben, daß ein Grund zur Beanstandung der Wahlnicht gegeben ist. Die Wahl ist vollkommen einwandfrei verlausen, insbesondere sind Vorschriften über das Wahlverfahren nicht verletzt worden." Aus Grünberg wird uns ergänzend berichtet, daß nach dieser Entscheidung des Kreisamtes die Einführung des neuen Bürgermeisters am 2. Januar 1931 erfolgen soll. * 4- ©rünberg, 22. Dez. Zu der für Montagabend anbcraumten Gcmeinderats- sitzung. die u. a. Punkten Arbeitsbeschaffung für Erwerbslo e, Ein'ührung der Bürgerst euer zur Deckung des durch die Wohls ahr.sunterstützungen entstandenen Fehlbetrags enthielt, waren nur 6 ©emeinde- räte erschienen. Als nach viertelstündigem vergeblichen Warten die fehlenden ©emeinderäte nicht er chienen, mußte Beigeordneter Keller die Sitzung wegen Deschluhunfähigkeit au* be.cn. Gr kündigte gleichzeitig eine neue Sitzung mit der gleichen Tagesordnung für den folgcnöen Abend an. Festzustellen war jedenfalls, daß die fehlenden Gemeindcräte bei Sitzungsbeginn vor dem Rathause Warrn und dort berieten. Sie haben es dann vorgezogen, der S tzung femzubleiben und diese dadurch beschlußunfähig zu machen. Oer- zweite Staatskommissar in Hessen. WSR. Osthofen (Rheinh.f, 22. Dez. Regie- rungsrat Jourdan vom KrriSant W.rms ist durch die hessische Reg'eruna auh Staatskom- missar für Osthofen bestellt worden. Wirtschaft. Rindennartt in Ziehen. Auf dem heutigen Rindvieh- (Rutz- Vieh-) Markt in Gießen waren 950 Stück Großvieh und 177 Stück Kälber aufgetrieben. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 550 biS 620 Mk.. 2. Qualität 300 bis 450, 3. Qualität 200 bis 300. Schlachtkühe 100 bis 350, Rinder, x/t- bis '/«jährig 125 bis 200, ®/4- bis zweijährig 175 bis 300, tragend 350 bis 550, Kälber das Pfund Lebendgewicht 45 biS 60 Pf. Ausgesuchte Tiere erbrachten Preise über Rotiz. Marktverlauf: Anfang- fchleppend, fpäter lebhafter. • Dom Maismonopol. Der Derwaltungs- rat der ReichS-Maisstelle hat in seiner gestrigen Sitzung neue Preise festgesetzt, die am 1. Januar 1931 in Kraft treten und vorerst bis 4. Februar 1931 Gültigkeit haben. Der Monopolpreis beträgt infolgedessen ab 1. Januar 1931 für Donau-© al- fox-Mais 240 Mk. je Tonne (bisher 215 Mk.), für La Plata-Mais 250 Mk. (230 Mk.), für Klein- mais 260 Wk. und für Einquantin-Mais 270 Mk. (245 Mk.) waggonfrei inländischen Einfallhafen oder waggonfrei trockene Grenze. • Adlerwerke norm. Heinrich Kleyer A ©., Frankfurt a. M. Die Ge ellschaft hatte vor kurzem größere Arbeitercntlassungen vorgenommen. Zur Zeit werden etwa 1500 Mann beschäftigt. Wie wir erfahren stehen Wiedereinstellungen von Arbeitern zu Anfang Januar 1931 bevor. • Büssing-RAG., (Bereinigte Rutz- kraftwagen A ©., Braunschweig. Wie WTB.-HandelSdienst erfährt, ist die offizielle Gründung der Büssing-RAG-Dereinigung nunmehr erfolgt. Die Firma der neuen Aktiengesellschaft lautet: Düssing-RAG (Bereinigte Rutz- kraftwagen AG. mit dem Sitz in Braunschweig und Zweigwerk in Leipzig. Das Kapital beträgt 4 Millionen Mark. Die Gesellschaft nimmt ihre Tätigkeit am 1. Januar 1931 auf. • Miele - Werke . Gütersloh. Abgesehen von verhältnismäßig wenigen Feierschichten tonnten die Mielcwerke AG. in Gütersloh in diesem Zähre ihren betrieb voll aufrechterhalten. Die Firma beschäftigt heute noch insgesamt mehr als 2000 Per« sonen. Man hofft, auch im nächsten Jahre den bisherigen Beschäftigungsgrad beibchalten zu können. Frankfurter Börse. Frankfurt a.QU., 23.Dez. Tendenz: schwächer. — Infolge neuer Bankinsolvenzen und der überwiegend schwächeren Auslandbörsen eröffnete auch die heutige Börse wieder in schwächerer Haltung. Im Dormittagsverkehr war man noch eher etwas freundlicher gestimmt, da die technischen Momente zur Ultimcvorbereitung, die übrigens schon weit vorgeschritten zu sein scheint, der Tendenz einen gewissen Halt bieten konnten. Zu (Beginn der amtlichen Börse lag jedoch weiteres Derkaufsmaterial vor, wobei man auch wieder A u s l a n d a b g a b e n beobachten konnte. Da auch von außen her neue Glattstellungen vorgenommen wurden, schritt die Kulisse ebenfalls zu kleinen Olbgaben, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse überwiegend neue Kursverluste zu verzeichnen waren. Die Umsätze hielten sich in Anbetracht der bevorstehenden Feiertage in ziemlich engem Rahmen. Die Kursverluste betrugen i.n allgemeinen 1 bis 2 P.vzent Mehr Angebot bestand wieder am Elektromarkt, an dem Gesfürel 2 Prozent, Licht und Kraft und ReichLbankanteile je 1,75 Prozent, Schuckert und Siemens je 1 Prozent niedriger eröffneten. AGG. lagen relativ behauptet. Am Markt der Kunstseideaktien büßten AKU. 1,5 Prozent und Obernberg 1,25 Prozent ein. Der verminderte (Absatz in Kunstseide in einigen holländischen Fabriken dürfte b;er zur (Bestimmung be-geirenen haben. Am Chemiemarkt gaben I.-©.-Farben etwa 1 Pro-, nach. Don Kaliaktien setzten Salzdetfurth 2 Pro-, niedriger ein. Der QHontanmarft lag fast leblos, Umsätze waren zu den ersten Qloti'rungen nicht zu beobachten. Am Dankaktienmarkt lagen Reichsbankanteile 1,25 Proz. und Dresdner Dank 1 Prvz. schwächer. Im übrigen ergaben sich nur geringe Veränderungen. Angeboten waren außerdem Karstadt (minus 2 P oz.) und Schi'fahrts- aktien, die b'.s 1,5 Proz. verloren. Don internationalen Werten gaben C adeaktien 7,25 Prvz. nach. Etwas gebessert eröffneen am Bauunlerneh- mungsmarkt Wahß & Freitag. Arn Anleihemarkt blieben Deutsche Anleihen vernachlässigt. Don fremden 'Werten lagen 'Mexikaner etwas niedriger. Im Qkrlaufe stagnierte baS Geschäft fast vollkommen. Die 5tur,e b.iebcn auf dem niedrigeren Qlineau etwa behauptet. Eftktrvw.r > lagen erneut eine Kleinigkeit niedriger. Karstadt gaben weiter 1 Proz. nach. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld auf 5,5 Prvz. erhöht und gesucht. Am Devisenmarkt neigte dieMarkwet - ter zur Schwäche, Schweiz lag weiter fest Man nannte Mark gegen Dollar 4.1930, gegen Pfund 20,3775, London gegen Kabel 4,8561, gegrr Pari- 123,60, gegen Mailand 92,75, gegen QUabri 45,45, gegen Schweiz 25,00. gegen Holland 12,0573. Berliner Börse. Derl in, 23. Dez. Unter dem Eindruck de neuen Dankinsolvenz (die DankcrS Trust Eo. os Philadelphia mußte ihre Schalter schließen) hatte die Reuyorker Dörse von SamStag schwach geschlossen und auf den heutigen DormittagSver- kchr retardierend eingewirkt Auch daß die übrigen Dürfen, besonders Zürich und Mailand, recht schwach lagen, fand Beachtung. Demgegenüber stand die Hoffnung, daß die Ultinwoorbereitun* gen und daS sicherlich noch bestehende Dekuvert: in manchen Werten einen gewissen Halt geben müßte. Die ersten Kurse deS heutigen 'Verkehr- neigten dann aber überwiegend zur Schwäche, da die Schweiz wieder als Abgeber auftrat. DaS herauskommende Material hielt sich aber in erträglichem Maße. Die Umsahtätigkeit war ziemlich gering, und das Weihnachtsfest warf — auch was den GcschäftSumfang anbetrifft — schon seine Schatten voraus. Während die Papiere, in denen starker Mangel bestand, relativ gut gehalten, teilweise auch fester waren, überwogen sonst ein- biS zweiprozcntige Rückgänge. Zellstoff Waldhof verloren 3 Prozent, Ehadeaktien büßten 6,75 Mk. ein. Als hoher sind Hamburg-Süd, Zelten, TranS- radio, Thüringer Gas und Deutsche Kabel zu nennen. Anleihen lagen behauptet. Don ausländischen Anleihen lagen Sprozenlige Mexikaner 0,25 Prozent höher. Rur Reichsbank lagen geschäftS- los und kaum verändert. Der Pfandbriefmarkt war still. ReichSschuldbachforderungen in mittleren Fälligkeiten bis 0,5 Prozent schwächer, frühere und späte gut gehalten. Am Geldmarkt zo^en die Sätze weiter an. Tagesgeld stellte sich auf 4,75 bis 6,75 Prozent, WonatSgeld auf 7 biS 8,25 Prozent, und (Warenwechsel auf 5,50 Prozent zirka. Rach den ersten Kursen zunächst eher freundlicher, ohne daß das Gefchäft als solcheS eine (Belebung erfuhr, bröckelten die Kurse später wieder leicht ab. Am Elektromarkt kam erneut Material auS der Schweiz heraus. GeSfürel gingen über 2 Prozent unter Anfang zurück, während man sonst (Abschläge bis 1 Prozent beobachten konnte. Aus aller Well. Warenhauseinbruch. In der letzten Nacht drangen zwei Einbrecher in das Würzburger Warenhaus von <5. Rufchkewitz, Das größte in Würzburg, ein, schweißten Den Bürokafsenschrank auf und stahlen etwa 35 000 Mark, Darunter 4000 Mark in Silber. Sauerstoffschncidbrenner und sonstige Einbruchswerkzeuge liehen die Täter zurück. Die Bürofenster hatten sie mit großen Stoffballen abgeblendet. Wenn die Finna nicht am Sonntag ihre Angestellten entlohnt hätte, wäre die Deute der Einbrecher bedeutend größer gewesen. Schwere Bluttat im Allgäu. Eine schwere (Bluttat ereignete sich in Böhen bei Memmingen. Der Reffe des DefttzerS Ludwig Kutter, namens Hermann Kutter, überfiel seinen Onkel, verletzte die'en und dessen Haushälterin durch Revolverfchü se schwer unb erschoß den 13jährigen Sohn der Haushälterin. Das Mollv dem Derbrechen ist darin za erblicken, daß Hermann Kutter sichbeiderErbeseinietzung z g in'ten des Sohnes der Haushälterin übergangen gefühlt hat. Der Täter ist flüchtig. D.e beiten Schwerverletzten find ins Krankenhaus übergeführt worden. Ein Auto in den Rhein gestürzt. Ein Auto, das von Iffezheim nach Baden- Baden unterwegs war, raste in dem dichten Rebel indenRhein. Der Wagen versanksofort auf den sechs Meter tiefen Grund tes Stromes. Dem Chauffeur gelang es mit übermenschlichen Kräften unter dem Wasser die Scheiben einzuschlagen und die beiden Insassen des Autos, z'vei Damen, aus dem (Sageninnem ’u befreien und lebend an die Oberfläch zu , bringen. Kurszettel der Berliner und frankfurter Börse. Dir tjmtn den Papieren angcfiihrlen Ziffern geben die nahe der zuletzt beldjloflenen Dividende an - Neich bankdiskvni 5 o f). Lomvardzinsfuß 6 o S) Ironriurt a JDI Verl" Vranfhiri a ,T* Seriln 0- UB- f l*Ubr» 0 re Hur» e'Aiut» ure l»Ubr, Kur« Schluß- ynfani» irr# fiurt Datum 22 12 23 12 22 1‘2 23 12 Datum 22 12 23 12 22 12 23 17 6% Tfurttbr «eltfctanleibe ramDura-rimenla Paket . 62,5 — 62,25 60.25 von 1927 86.5 — 86.3 domburg-COdam DamvilLHI 8 _ 161 163 7% teutidie tReidnanlelbe eania Tamufiditfl 10 — — 121,5 Den lOZ« 98.75 — 99.25 _ fiorBbeutiAer Llovv 8 64,5 — 64,5 62.25 tcutldte flnl.-üblö! snv.vani »olbvie XIII unlünDbat btt 1934 98 — — — i.tt.e ...... 92,5 92,25 12.75 92 <% Aranfl k>t>V -Bani (Boibpft «ergmasn....... 9 - 114,75 114.5 nnfünobat bi« 193< 92 — — — viel« yteteningegeiellidKih 10 94,25 92,5 92 <%% Xbcinudw Cmp.-foant eicht unö Krall 10 108.75 107 109.5 108 Clou. üioibrle. 87,2! — — •leiten & »utlieaume 2^ 76.5 '6,25 77,4 8% Pr. VanDHPtnnrbttflanHalt. •i 'ieinttiatt für Elekkriiche tianDbrtrlr 'M • 100 — 100 — Unternehmungen 10 90 88 90.13 88.13 <% i«r tfanöeer an brvfmftali Camburger SiekirUitüw-Werte 10 — 99,9 Romm.-EbL Sl. 80 97 — 97 _ ♦ibvintlAe e.ettnjitäi S — — 7% Pr Vanbf.i a'Obrtetanftalt. -chiciitche Siefmutdl. ... 10 — _ 98,5 — Ulan ebnete Si 81 97 — 97 _ sdiudert S lio. .... 11 109 108.25 109,4 108,5 s H.Ö abg «ot.neQD-Cbllgatto- stemcne s! Halste.....15 143 142.25 1-3.13 142,25 nen rurfiablbar i938 92 - * -__ i raneraoto . ....... t 121 'htn-oer SLo.. . . . i- 114 — 115 4% CeiterrettDncDe »olörente 22,1 _ 26,25 26,2 tBuöerut b 47 _ _ _ 4.20% Oefteneiditldx GUbemntt 2,25 — 2,2 Denriche ifröbl . ...... 6 - 59 58,75 58,5 4% CefteneidjlidK StnbettlidK Ölienet Lteintodle .••••■ 8 - Stente 1,25 — 1,25 Selten kirchener ..... 8 2.25 82 82 4% Unnarildie »olbrttttt 22.1 — 22,1 — Harvener ...... ■ 0 74 ■ - 74 4% llngartidx Staaterratr o 1910 17,25 — — Hveich Giien . ... . 6S — 67 67 <^% Deegi von 1913 — — 18,7 — — — 160 4% UnqariKti« Rronenrrntt 1,35 — 1,3 1,3 fildtfnerwerfe • • • « < 54 — 53,5 53,5 1% lürfiicbe Rollanleibe von 1911 2,9 — 3 3,1 löln üruefien . .... 7 — 73 72.75 4% iürtifdx Baavadbabn-Llll Clannr»munn-ÄdhTte .... 7 >1,5 — 61 60,13 Serie 1 1,9 — 3 — Äanelelöei «rrflbaa .... 7 — — 32,25 31,5 4% Deegl Serie N 2,9 *- 3 3,15 Lberichlei Öiienbcöarl .... 6 — — 31 31 5% fiuminiiete oetefnb flentt Cberidilel flubroede . ... 1 — — 65,9 65 Don 1903 — 9,25 ,55 9 Pbenli «rtgbau . . OH 55 55 55.25 55 4H% HumtaHdie oetrinb «rate •ibetnHtbe Brauntoblen . . 10 147.5 147,25 147,25 Don 1913 12,6 «— 12,65 12,75 66.5 — 66,25 165,75 Rumäntidx oeretnb ftnat b,9 — 6,7 6,9 KebedttiM......74 71 — - trän Furt a. Ul Berlin --cy.up« ur* l-ubr» flur tchchiuv- tur Unia g» Nurs raum 22 12 23 12 22 12 23 12 «etemtgte Stahlwerke l«'/. 57 — 57 56,5 Ctani Minen — 31,65 31,5 Kaliwerke tiidiereleben 10 132.5 — 132,5 132 Kaliwerke tLekleregelrt 10 138 — 138 137.5 Kaliwerke (salibethirtb 15 209 207 209 207 -1. ®. Warben-.Inouitne ... U 124,25 123,51 1241 123 Tnnamit 9?cbd . . . . . 6 42 _ Scheibeanktalr . . . .9 I231 — Goldichmtdl . . . . . . . 6 34,5 — 34,75 — Rütgerswerke . . . . . . 8 41,5 — 11.5 ' 41,25 I öeiallöelelUdiaft. . . . . . . 8 79 — 79,5 1 78,75 Bbtltvr- foiimann . ... 1 68,5 — 69 — Zetnenrwerk Cetbefberf . . 10 — 60 — — Zementwerk Rarlftabt. . . . 10 — — — — Wann & Kreotao . . . 8 39 39,5 39 — Gdmitbet« Payenhoi« . . . 15 — 162,25 162 Cftroede .... ... 12 — — 129 — Siku - . - . . 18 49,25 47,75 49 47,5 Sternberg...... . . . 14 19,5 48,25 49 47,5 ßellftcff Salbbüt IS'/, 90,5 — 91 88 KellNvII atd-af'enbutg 12 — — '2,75 72,5 öbationenburger Saiiet ... 8 — — 78 78 Teliauer Gas . . . . 9 — — 100 98.75 Taimler Motoren . . . . v 21,5 — 21,65 21,5 Teririche rmoleum . • ata. 100,25 — 190,25 99,5 Ma'chinendau L.-G . . . . . o — — 29,75 — Rat Automobil ... . v — — * — Srenklein & fircnel . • ... 8 — — 42,75 42,25 Leonbaro lief - . ... 10 — — 104,75 104 Sveurko ..... — — 269 268 fttantrunn Mmchm« .... 4 — 13,6 13.25 - fflnnnei . . . . k 29 — .9,75 _ HeoiiaenNaebl . . . • . • . 0 — —- — — Üungban« . . . .... 8 29 — 28,13 28 £edirocde .... .... 8 16,5 76 iRoinftaftniede HöchS a. 3R.. . 8 63 — «tag ... 10 60 — 60 — Sehr tRoeb« . . ... 10 81,5 — — — Voigt & Haeskrrer . . . . . . e 148 — 148 — tzübbellDche ßudei • ... w 134 136 133 — Banknoten. Berlin, 22 D ierntet '»elb Ärle. «mertkani-che Noten .... 4,177 4,197 flelfllfdte Skalen ...... 58,34 58,58 Lant'che Noten ....... 111,80 112,24 (tufl'iidie Noten ....... 20,325 20,405 Rraniu.hmr Noten ....... 16,447 16,507 Hollänbilch- «>ten . ...... 168,46 169.14 Hinlirnii*-- Noten........ 21,88 21.96 Worrocfli’dtr Noten....... 111,78 112.22 Deunch-Oesterreich * 100 Schilling 58,91 59,15 Skumoni'ch Noten ...... 2,48 2.50 Schwebitch Noten ....... 112,13 112,57 81.29 81.61 (epaundte Noten ...... 44,61 44,79 I'dKdiOLoroatiidie Noten..... 12,398 12,458 Ung «i'che Noten 73,22 73.52 veoifenmarkl Berlin - Jranffurl a M 22 D-xembci 23 fewrnbei amtixb »ei' o utn.i ty <®ei '•»mit.. -nitrit.» ort. 168.79 169,13 168,89 169.23 Bu n-»Aire« 1.373 1,377 1,365 1,369 rirJ. rinrro 18.535 58,655 53,56 58,68 l£brifttanla 112.05 112,27 112,08 112,30 «ov-'ndaa-n 112.09 112,31 112,09 112,31 Siocldolm - 112,43 112,65 112,4b 112,68 6tlfmfifor5. 10.545 10,565 10,547 10,567 Italien . 21,94 21,98 21,95 21,99 London. • . 20.355 20,395 20.357 20,397 •j/eunorf • . 4.1915 4,1995 4.1925 4.2005 P. riS. . . 16.465 16,505 16.467 16.507 Schweiz .. sl.42 81.58 81,42 81,58 Soa ün 44.83 44.96 44.41 44,49 "> Pf. Heilbutt, Steinbutt im Schnitt ff. Secflwche und Filet* Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 23 8101A Telephon 2417 GeheiSie IhreSchreihtnaschine dem Fachmann 8049D Karl Overbeck Rodbeimcr Str. 58, zur Reparatur. Telephon 3715 An- und Verkauf aedr. Maschinen. • Bei Blutarmut,Nervenschwäche und deren Folgeerscheinungen: Ferromaron Flaschen zu Mk. 2.35 u. 3.00. C Fabrik) Enßelapothcke » In allen Apotheken zu haben. ilechniKsalaQe IhbemIeur-Schule ftcnnltfioca-iLnafna, Toninaustna <«»•••-■ wertmeieter-Abtelleeee«. Rosinen 8107 MMSrmMO Bahnhositr. 27 Jetnivr. 3631 4 4 «a 4 Lebende Spiegelkarpfen und Schleien SWtbc Nütkinge feinste Vollbiicktnne, Pfd. 50 A, In hott. Vollhevinge pure Milcher St. 15,18 u.20 Svifche Apfelsine« und Mandarinen .vriirbe Trauben, frische Ak viel Krachmandeln und Trauben- (öolbbarid) 30 Seehecht 40 Bratschellftschc..........25 Ä> Rotzungen 90 a Svifche Fischfilets 'plund 45 und 60 Irische Iische Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: Frische grobe Schellfische o St. 2'/.—üpsündig Pfund 30 im Ausschnitt .... Pfund 35 ff Kabeljau und pa. Nordsee-Seelachs o. K. 'Andre von 4—8 Psd.. Psd. 30 im Ausschnitt Pfund 35