Ur. 196 (Elftes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 25. August 1950 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen richten: Anzeiger Gletze». Polfdftdfonto: Srenfturtäm Oni» en» Verlag: vrühl'lche UntversitSIi-viich, «nd Skintniderei B. lange In «letzen. Lchristlellnng und Stschästrtzclle: rchallttatze 7. Eriche,nl täghd),trafen Sonntags und Feiertag». Beile» ee: Tie Illustrierte (Btefeener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle Loeat» Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Beichspsennig für Träger- lohn, auch bei Richter- Seinen einzelnerBummern folge höherer Gewalt. Her»fprecha«fchISfie entcrSammeInummer225I. Anschrift für Drahtnach- Annahme von Anzeige» für die lagesnummet vis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvarfchrif» 20*, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Dolitik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr H.Ioyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Biefeen. Reichskabineti und Konzentration der Kräfte. Der Wahlkampf ist nun überall in Fluh gekommen und man kann erfreulicherweise feststellen, daß er sich wenigsten- vorläufig noch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in ruhigen und Kilt toten Formen absptelt. SS scheint also, dah S Waffen verbot und In der gleichen Linie liegende Anordnungen der Länderrcgicrungcn ihre Wirkung al- WamungSsignal für die radikalen Parteigänger und die beruf-mäßigen Radaubrüder, die sich überall finden, nicht ver- sehlt haben. Hoffen wir, daß auch in den noch verbleibenden drei Wochen Besoimenheit und Duldsamkeit de- disziplinierten Staal-bürger- sich gegenüber dein politischen Rowdytum erfolgreich durchsetzen werden und der Polizei die unerquickliche Aufgabe erspart bleiben wtrd, gegen leichtfertige oder verhetzte Störer der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit der ganzen Schärfe de» Gesetze- vorzugcbcn. D« Wahlkampf hätte zweifellos an Llebersichtl.^,^ und Geschlossenheit gewonnen, wenn den "enden Sammlungsbestrebungen innerhalb ^^bürgerlichen Mitte — sei cs den Bcmühr^Icn der Deutschen Staat-Partei um eine liberale Sammlung, sei cs bcn Versuchen des volkSpart« ilichen Führers Dr. Scholz um eine weitergreisenhe Zusammcnsaifung der liberalen, konservative^ "nd berufsstSndischen Gruppen — ein sichtbarer ^solg besch.cden worden wäre. Man sollte auch'Acute noch die psychologische Rückwirkung auf die breite Masse der sich keiner Partei verschriebenen, zwischen jedem Wahlakt hin und her fluktuierenden Wähler nicht unterschätzen, wenn die Preffe seit Wochen immer nur von gescheiterten Verhandlungen, von Widerständen und Hemmungen, persönlicher, dogmatischer oder taktischer Art berichten muh. Der an allen diesen seinen und ost recht gesuchten Unterschieden gänzlich uninteressierte Urwähler, dem ein großes Ziel gezeigt werden must, für daS sich eine Kraftanstrengung lohnt, bildet doch da- große Reservoir, auf daS alle Parteien zurück- greisen müssen, wollen sie ihre Fahnen in d:r Wahlschlacht zum Siege sichren. Unb da sollte eS die verantwortlichen höchsten Parteiinstanzen doch stutzig machen, daß trotz der gescheiterten Verhandlungen der .Spitzen" die Sammlungs- bewegung sich nun in einzelnen Wahlkreisen fort- setzt. Unb wenn auch bisher nur von Würtbem- berg unb Vaden eine Einigung von Staatspartei und Volk-Partei berichtet werden konnte, so sollten diese Versuche, die zum Teil auch Wirt- schastSpartei und Konservative einbegriffen, doch zu denken geben. Daß auch jetzt noch irgend etwas geschehen könnte, das Gefühl hat man offenbar ja auch in Verl in trotz aller bisherigen Mißerfolge. So wird es verständlich, daß sich in der letzten Woche Konservative. W rt'chaftspartei und Volks- Partei erneut an einen Tisch zusarnmensehten, um die gebliebenen Möglichkeiten für ein Zusammengehen zu besprechen. Dabei hat eS sich denn her- ausgestellt. daß cs wirklich Matthäi am letzten ist, wenn noch etwas herauskommen soll, womit man vor den Wählern Eindruck machen kann. Die Derhandlungssührer selbst haben sich nun über einen Vurgfriedenspakt hinaus auf einen gemeinsamen Wahla uf ruf ?reinigt, der inhaltlich nicht mehr sagt, als daß ie unterzeichneten Parteien die Durchführung de» im letzten Reistag begonnenen Reformwerks für da- dringendste Gebot der deutschen Innenpolitik halten unb bafür im künftigen Reichstag unbeschabet ihrer politischen unb organisatorischen Selbstänbigkeit die Grundlagen parlamentarischer Zusammenarbeit schaffen wollen. Das ist gewiß nicht viel, aber eS würbe genügen, um bie bürgerliche Einheitsfront zu dokumentieren, innerhalb dieser Front den Burgfrieden zu wahren und Fingerzeige für ein gemeinsame- Ziel und gemeinsame Zukunftsarbeit au geben. Leider aber sind anscheinend überall Die schweren Kampfmaschinen des Parteiappa- rateS schon in Gang gesetzt und es ist nun an manchen Stellen augenscheinlich schwer, sic au bremsen oder gar umzudirigieren. Anders läßt sich kaum das wenig erbauliche Durcheinander erklären, das die unprvgrammäßig vorzeitige Derössentlichung des von den Verhandlung», sührern formulierten Wahlaufrufs bei den über den Erfolg überraschten Parteibonzen verursacht hat. Die einen desavouieren skrupellos ihre Unterhänblcr, die anderen schlagen mit hörbarem Knall die Tür nach links zu. Es wäre wirklich ein Wunder, wenn sich zum Schluß doch noch alles friedlich löste. Das könnte aber bei etwas weniger Rervosität und etwas mehr gutem Willen auf allen Seiten wirklich nicht allzu schwer sein. ^.Wir begrüßen es, dah der volksparteiliche gübrer Dr. Scholz in einem Brief an die Deutsche Staatspartei auch diese zum TJel tritt aufgeforbert hat und wir haben u yu'a9c Slaatspartei für selbstverständlich gehalten. Sie hat sich ja auch dem Appell der Rachbam zur Rechten nicht entzogen, macht ledig- uch >nebr formale unb rein redaktionelle Bedenken gcltenb, die gewiß leicht aus dem Wege zu räumen wären, wenn nicht eben der Wahlaufruf gegen den Willen seiner Verfasser schon das Licht der Oeffentlichkeit erblickt hätte. Aber wir sind überzeugt, daß sich auch jetzt noch ein für alle Teile gangbarer Weg öffnet. Die Einigung auf eine gemeinsame Marschroute des Bürgertums ist schon einige Op'er wert. Wir fön neu auch nicht glauben, dah die Wirtschafts- Partei aus purer Verärgerung über die vorzeitige Veröffentlichung ober das Ucberfcfjcn einiger Parteiinstanzen nachträglich Schwierig- Die Aktion der Reichsregierung zur Senkung der Preise. Berlin, 22. Aug. (WTB.) Das ReichSkabi- nett hat unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning zu dem Gutachten des Vorläufigen ReichSwirtschastSrates über bie Frage der Verhütung unwirtschaftlicher Preisbindungen abschliehend Stellung genommen unb beschlossen, an den ReichswirtschastSrat ein Schreiben zu richten, in bem es u. a. heiht: Dem Wunsch deS Vorläufigen Reichswirtschaftsrates entsprechend, ihm einzelne Fälle mitzuteilen, in denen der Reichsregierung eine Prüfung der Preisbindungen angezeigt erscheint, bittet die Rcichsregicrung, zunächst einige wichtige Rohstoffe unb Halbfertigwaren zu untersuchen. Der Ausschuß für Sieblungs- unb Wohnungswesen bes Reichswirtschaftsrates hat bie Auffassung vertreten, dah einer ber Grünbe für bie Erhöhung Ib er Baukosten in ber Preis- unb Wirtschaftspolitik ber Kartelle unb Trusts ber Baustoffinbustrie zu suchen sei, unb dah mit auS diesem Grund bisher alle Versuche fehlgeschlagen seien, auf bem Gebiete ber Baukosten Besserungen zu erzielen. Die Reichsregierung bittet baper, bic Preisstellungen innerhalb ber Daustosswirtschast, insbesondere für Zement, Ziegelsteine, Linoleum. Tapeten unb Flachglas zu behandeln. Ferner bittet die Reichsregierung, die Preis- Verhältnisse in ber Düngemlttelwirt- schaft innerhalb der deutschen Kohlen- Wirtschaft im Gesamtbereich der Eisen- wirtschast zu prüfen unb babei auch die Preisbindung von Angehörigen der nächsten Wirtschaftsstufe auf ihre volkswirtschaftliche Zweckmäßigkeit hin zu untersuchen. Heber bie Preisbinbungen bei Geben«- unb Genuhmitteln finb zunächst bie beteiligten WirtschaftSkreise anzuhören unb bamit Untersuchungen über anbere Markenartikel deS täglichen BebarsS zu verbinden. Bei allen Untersuchungen von Ginzelfällen auf dem Gebiete ber Bindung weiterer WirtschaftS- flufcn scheint eS ber Reichsregierung geboten, die Frage nochmals zu erörtern, ob nicht doch allgemeine Vorschriften hinsichtlich solcher Preisbindungen zweckmäßig unb möglich finb. Die Rcichsregierung legt besonderen Wert darauf, daß der Reichswirtschaftsrat die Arbeiten mit größtmöglicher Beschleunigung durchführt. Auch die Reichsbahn schasst Arbeit (Siitlnftun i des Arbeitsmarkts um 100 000 Mann. Berlin, 22.2lug. (Tel.-Un.) 3m Rahmen des Arbeitsbeschaffungsproqramms der Reichsregierung hat sich die Reichsbahn bekanntlich bereiterklärt, möglichst noch im Jahre 1930 für 350 Millionen Reichsmark neue Aufträge heraus- zubringen. Ein Teil der zur Finanzierung erforderlichen Geldmittel ist durch Begebung von bprozen- tigen Reichsbahnschatzanweisungcn aufgebracht worden. Damit ist die Reichsbahn in der Lage, die jetzige scharfe Drosselung ihrer sächlichen Aufwendungen einzustellen. Reue Aufträge sind bereits verkleben und umfangeiche zusätzliche Arbeiten in Angriff genommen worden. Die Art des Arbeits- beschaffungsprogramrns wird eine fühlbare B c - lebunq des Arbeitsmarktes zur Folge hoben. Die bisher stark eingeschränkten Leistungen für den Umbau des Oberbaues werden für rund 650 Kilometer dadurch erhöht, daß 100 Millionen Reichsmark für den Oberbau zusätzlich auf- gewendet werden. Insgesamt 80 Millionen Reichsmark bienen der Bestellung von Fahrzeugen und maschinellen Anlagen, mit rund 50 Millionen Reichsmark werden Neubauten finanziert, 30 Millionen Reichsmark sind für Auffüllung der Werkstättenlager und Durchführung von Sonderprogrammen vorgesehen, 12 Millionen Reichsmark werden für D erst ä r k u n g von Brückenbauten und Verbesserung der Sicherungsanlagen ver- wendet. Damit glaubt die Rcichsregierung, für die kommenden Monate bie Beschäftigung von mehr als 100000 Menschen sichergestellt zu haben. Dem Verlangen der Reichsregie, rung, bei Vergebung der neuen Aufträge auch auf Preissenkung hinzuwirken, hat die Reichsbahn entsprochen. Die Verhandlungen hierüber sind noch im Gange. Preisabbau ber Linoleum-Industrie. Berlin, 22. Aug. (WTB.) Die Preisbildung für Linoleum war Gegenstand eingehender Erhebungen durch das Reichswirtschaftsministerium. Die Linoleum-Industrie läßt im Einvernehmen mit bem Reichswirtschaftsministerium ab 1. September 1930 einen Preisabbau cinlreten, unb zwar werden bic Fabrikpreise aus den Stand vom Herbst 1929 gesenkt. DaS ReichswirtschaftSministerium hat ferner bi« gebundenen WiederverkaufSvreis«, insbesondere die Bindung der sog. Reben» leistungSpreise (Verlegen des Linoleums usw.) beanstandet und erklärt, daß diese Bindungen unter den derzeitigen Verhältnissen keines» falls beibehalten werden könnten. Demgemäß werden die Linoleum-Wirtschaftsstelle G. m. b H^ Oldenburg i. O., als Trägerin des bisherigen PrciS» schutzcs der D. L. W, ebenso die Rheinische Cino* leumwerke Bedburg AG. für sich, ab 1 Septeinber b. 3. alle Rever Szeichner aus ihren Derpf lichtungen entlassen. Damit ist für ben Handel die völlige Freiheit in der Gestaltung der Wiederverkauf-Preise gegeben. Dietrich fordert mehr Selbstvertrauen. Der Reichsfinanzminister zur Lage der deutschen Wirtschaft. Berlin, 22. Aug. (WTB.) ReichSfinanzini- nister Dietrich sprach vor ber Presse über bie finanzielle unb wirtschaftliche Sage. Die Kaffenlage des Reiches ist durchaus befriedigend unb menschlichem Ermessen nach bars mit aller Bestimmtheit angenommen werden, daß wir ohne Schwierigkeiten über bic nächsten Monate bin» wcgkommen werden, dank der neu erschlösse» nen Einnahmen. ES ist Vorsorge getroffen, daß auch der schlimmste Termin des 1. Januar überwunden werden wird. Das Reich hat seine schwebenden Auslandkredite restlos zurückgezahlt. Von dem Ucberbrüdung»- kredit von 350 Millionen sind fünf Raten zu 50 Millionen Reichsmark bezahlt, so daß jetzt nur noch 50 Millionen im September und Oktober zu tilgen finb. Der Bankenkredit von 200 Millionen ist auf die Hälfte he runtergemindert. Die schwebende Schuld ist um über 500 Millionen reduziert. Oie großen Reichsbetriebe, Post unb Eisenbahn, befinden sich in einer sehr verschiedenartigen Lage. Die Reichspost war in der Lage, für 200 Millionen Mark Arbeiten außerhalb des üblichen Bedarfs zu vergeben, die sich auf viele Hunderte von Firmen in Deutschland verteilen. Die Reichsbahn wird zum ersten Male feit Stabilisierung ber Währung keinen günstigen Abschluß aufweifen, ein Schicksal, das sie mit vielen Bahnen der Erde teilt. Keinesfalls besteht aber irgendeine Gefahr, daß das Reich für die Reparationslast, welche die Reichsbahn zu tragen hat, einspringen muh. Daß die Lage der Eisenbahn den Verhältnissen entsprechend zufriedenstellend ist, beweist auch, dah es gelang, die Geldmittel aufzubringen, mit welchen sie zur Erleichterung ber Wirtschaftslage beitragen soll. Oer zusätzliche Wohnungsbau sieht zunächst nur ben Dau von kleinen Wohnungen vor, angesichts der Tatsache, dah mittlere Wohnungen stellenweise schon im Uebcrfluft vorhanden finb unb offenbar die Mieten für diese Wohnungen seitens ber Wohnungsuchenben nicht aufgebracht werden können. Die Wohnflächen sind deswegen auf 32 bis 45 Quadratmeter pro Wohnung beschränkt, nur für Familien mit mehreren Kindern finb größere zugelassen. Die Mieten werden sich entsprechend niedriger gestalten, und auch bie Bauplatz» unb Ausschlie- hungSkosten sollen gebrückt werben. Di« Sortierung beS Straßenbaues ist leider nicht in ein solches Tempo zu bringen, wie vorgesehen, was auherorbentlich zu bedauern ist. Die Arbeitslosigkeit ist nicht zurückgegangen. Immerhin muh man sich davor hüten, die Zahlen zu mißbrauchen. Wir haben zwar keinen Zweifel, daß der bisher von UNS vorgesehene Iahreshurchschnitt von 1,6 Millionen Hauptunterftühungsempfängern im Laufe de» Winters überschritten werden wird, aber ich mochte davor warnen, anzunehmen, dah im Dinier Arbeitslosenziffern, wie sie hier unb dort kolportiert worden finb, in Frage kommen. 3ur Lage des Kapitalmarktes erklärt der Minister ilo.: Man darf mit De» ruhigung feststelien. daß eS in Deutschland immer noch Kreise gibt, die das Vertrauen zum Staate nicht verloren haben. Ich bin überzeugt, sie werden nicht schlecht fahren. Beachtenswert ist z. B, daß der Absatz an Pfandbriefen der öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute und Hypothekenbanken im ersten Halbjahr 1930 um f a st eine halbe Milliarde höher war als in ber gleichen Zeit beS Jahres 1929. Die große Sorge ist, eine Politik zu treiben, die uns aus dem Elend der Arbeitslosigkeit, die zu einer Dauererscheinung zu werden droht, he rau «führt. Ein dauernder Preisrückgang am Wei t» m a r k t kann nicht ohne Rückwirkung auf die deutschen Preise, Löhne und Gehälter sein. Jede vernünftige Reform muh die Aufgabe haben, die Produktion so zu entlasten, daß der Druck auf bic Löhne und Gehälter, der vom Weltmarkt herkommt, nicht au groß wirb. Rur solche Reformen werben auch dazu beitragen, bic weitere Drotlosmachunz zahlreicher abhängiger Stiftenden zu verhindern. DaS zweite aber ist, bah wir toteber einige» Vertrauen zu un» selbst unb zu unserem Staate haben. Es wirb jetzt so viel über Kapitalflucht geredet. WaS macht das Ausland mit unserem Gelb, das bei ihm angelegt wird? Das Ausland leiht dieses Geld wieder in Deutschland au-, natürlich mit einem entsprechenden Ruhen. Man sieht, dah das AuslandmehrDertrauen zu uns hat, wie wir selber. Ss dürfte der Mühe wert sein, sich einmal zu überlegen, ob es besser ist. fein Geld zu schlechten Zinsen im AuSlanbe anzulegen, ober fünfprozentige ausländische Papiere zu kaufen, anstatt deutsche Pfandbriefe unb ähnliche Anleihen, bie 8 Prozent tragen, al» Kapitalanlage zu benutzen. keilen machen wirb unb bamit zu guterleht noch das mühsam Erreichte zerschlägt. Denn das ist nun wirklich nicht mehr allzuviel, was vor lauter Taktik, Rechthaberei unb Streit um Worte von bem ursprünglichen Scholzschen Cammlungsge^ aalen übrig geblieben ist unb man sollte sich hüten, burch engstirnige Halsstarrigkeit unb übertriebene Prinzipienreiterei vielleicht noch in letzter Stunde alles in Scherben zu schlagen, waS mutige unb vorurteilslose Männer in allen Parteien als Fundament für einen Umbau unseres Parlamentshauses in ben letzten Wochen mit ernstem Wollen und heißem Bemühen zu errichten begonnen haben. Was heute sich aus tausenderlei Gründen noch nicht im ersten Anlauf erreichen ließ: eine Rationalisierung unseres parlamentarischen Systems durch eine vernünftige Reugliederung im deutschen Parteiwefen, das muh unb wird kommen über alle bureaukratischen Widerstände hinweg. Das Volk will cs unb wirb es zu erringen wissen. Gewiß wäre es für bie Erreichung biescs Zieles eine wesentliche Erleichterung gewesen, wenn bie Rc ichsregierung sich mehr ihrer Führerrolle in biefem Wahlkampf bewußt gewesen wäre. Don Woche zu Woche wartete man, daß sie endlich mit dem schon lange in Aussicht gestellten programmatischen A u srus an die Wähler vor die Oeffentlichkeit tritt Zwar haben der Reichskanzler selbst und einzelne Minister wie Dietrich, Schiele, Wirch und Treviranus schon zu ben Wählern ihrer Parteien und auch bei anderen Anlässen in ihrer Eigenschaft als Minister gesprochen. Aber eine Bare und eindeutige Darlegung des Rcsvrmprogramms der Rcichsregierung würde dem SammlungSgcdanken einen mächtigen Auftrieb gegeben und die Frontbildung im Wahlkampf zweifellos erleichtert haben. Statt dessen scheint das Reichskabinett die Taktik verfolgen zu wollen, die einzelnen Punkte ihres Programms erst bann im einzelnen be- kanntzugeben, wenn sie spruchreif find unb in 5orm von Gesetzesvorlagen zur Debatte gestellt werden können. Das ist gewiy ber solidere Weg unb aller Ehren wert, aber bet große Eindruck c.ner zusammenfassenden programmatischen, von bet gesamten Rcichsregierung unterzeichneten Erklärung wirb bei bicscm Vorgehen Schritt für Schritt naturgemäß beträchtlich abgeschwächt, die propagandistische Wirkung, auf die auch d.e Reichsregierung in diesem Wahlkampf nicht verzichten sollte, geht verloren. Sozialistische Kabinette sind im Kamps um ihre politische Existenz weniger ängstlich gewesen. Wenn Taten für bic Regierung Brüning- Schielc-Dietrich sprechen sollen, so wirb auch ber Gegner anerkennen müssen, daß schon nicht unbeträchtliche Arbeit geleistet wurde. Rachdcm die Rotverorbnungen bie dringendsten Aufgaben, den Ausgleich des Reichsetats und die Osthilse gesichert haben und umfassende Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft in Gang gesetzt wurden, ist bie Parlamcntsrcsorm mit einer Vorlage zur Aenbcrung bes Wahlgesetzes in Angriff genommen. Reichsinnenminister Wirth, ber feit langem schon als Vorkämpfer für eine Wahlreform in vorderster Linie ftebt, hat sich in feinet Vorlage mit kluger Mäßigung auf bie Aenbcrungen beschränkt, bie im künftigen RcichS» tagohneverfassungsänberndeZwci- d r i t te l meh rhe i t durchzusehen sind, weilet weiß, baß man bie Sozialdemokratie für keinerlei Reform haben kann, aber auch bie Partei» burcautratie der bürgerlichen Gruppen von allzu radikalen Acnderungen nicht übermäßig entzückt fein wird. Denn das Ziel ist ja Schwächung bet Allmacht de» Partciapparats unb Heranrücken von Abgeordneten und Wählern. Schwieriger ist e» schon, eine Erleichterung der Mehrheit»- bilbungcn im Parlament und eine Beseitigung der Splitterparteien zu erreichen. Wollte man soweit greifen, durste vor dem in ber Verfassung festgelegten VerhältniSwahlrccht nicht haltge- macht werben. 2tu6 ben schon genannten Gründen hat sich ber Vorschlag Dr. Wirths auf eine Verkleinerung der Wahlkreise, die Beseitigung bet einmal sehr ideal gedachten, aber in ber Praxis in bas Gegenteil ausgeschlagenen Reichslistc unb ben Fortfall des amt» Iito -vj o rans Z3 ln(jö y Wien O M ©wontcnloi® nenn q n«i» »täten. ® womg. ® ocdecti eRtge^ # lehnte c (.'iuptm ■ fit Ml K Qr wilter «O- X» leichter 0» y '"örrige* logjuowesi q stonnoetn -orgweil die Piene fliegt* mH dem winde Vie »oote Helionen Menenden HO len gehen du Temperatur «n Pie Limen ttromdte Orte ml gleiche® euf nterueirtiu umgerecentten Lultdrsc* Wettcroocaussagc. Die Reihe der Tiefdruckstörungen, welche fortgesetzt vom Atlantischen Ozean heranrucken, erstrecken dabet immer ihren Einfluß bis über Deutschland und lassen den pendelnden hohen Druck im Südwesten für Frankreich und der Biskaya nicht zur Geltung ober zu längerer Dauer kommen. Bereits heute morgen lag über den britischen Inseln ein Ausläufer ber neuen Islandstörung mit einem Regengebiet. Er wird nach Deutschland weitergreifen und sich vorerst durch Eintrübung und zeitweise Niederschläge be- merkbar machen. Rach dem Dorüberzug des Niederschlagsfeldes tritt wohl wieder eine Lichtung der Wolkendecke ein, aber der Witterungscharakter bleibt noch wechselhaft, und die Temperaturen erreichen nicht die Werte, welche der Jahreszeit entsprechend sind. Witterungsaussichten für Sonn* t a g. Unbeständig unb mäßig warm, zunächst be- beckt mit Hieberschlägen, bann wechselnb wolkig. WitterungsauSsichtenfürMontag. Wechselhaftes Wetter mit einzelnen Schauern, auch Dorübergefrmb Aufheiterung, für bie Jahreszeit kühl. Lufttemperaturen am 22. August: mittags 20,6 Grad Celsius, abends 15,4 Grad: am 23 August: morgens 10,2 Grad. Maximum 20,8 Grad, Minimum 8,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. August: abends 22,6 Grad: am 23. August: morgens 15,4 Grad. — Sonnenscheindauer 5% Stunden. Reifewellerdiensl. Garmisch-Partenkirchen. 16 Grad, Süd- westwind, halb bis ganz bedeckt. Swinemünde. 18 Grad, Nordostwind, heiter. Borkum. 16 Grad, Südwestwind, heiter bis halb bedeckt. Gegen Kopfschuppen und Haarausfall verwenden Sie nicht dieses oder jenes, sondern verlangen Sie ein Mittel, das wissenschaftlich erprobt ist und seit 50 Jahren unvergleichliche <007V Erfolge zu verzeichnen hat: Dr. DRALLE s Birken wasser OriginaJflasche RM 2.40 Doppel flache RM 4.20 im Alter von 45 Jahren. von Möserstrahe 2 aus statt. 5847D 5853D Nach Gottes 5856V zugeben. im Alter von 59 Jahren. 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M. erfolgten Ableben unseres lieben Allerskameraden SmitSemW in Kenntnis zu setzen. [58d2D Die Trauerfeier sinket Montag, den 25. d. M., nachm. 2 Uhr statt. Um zahlr. Beteiligung bittet die MlSMeWW 1858-1908. Soziale «Wchi der Aufgeber v. Stellenangeboten ist es, die ein» gegangen Bewerbungsunterlagen (Zeugnisse, Z^ugniSabschnfL Lllyt» bilberu.dgl.) schnellsten« xurüAuf.Dle Stellung, suchenven sind dankbar bafur, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit auf diese Weise unterstützt und sind aus diele selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gietzeuev A«,eigev Todesanzeige. Mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Tob. Wilhelm Mohr Gastwirt wurde heute nachmittag 6% Uhr im Johanniterkrankenhaus zu Nieder-Weisel im 50. Lebensjahr von seinem langen, schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden erlöst. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: Frau Margarete Mohr. Gambach, den 22. August 1930. 5860D Die Beerdigung findet Montag, 25. August, nachmittags 3 Uhr statt. Danksagung. Für die überaus große und liebevolle Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden bei dem rasch erfolgten, unerwarteten Heimgange meines lieben unvergeßlichen Mannes Adolf Geisse rung eines trauen- I losen Haushalts bis 6 Uhr z. 15. Sevt. ges Zu erfr. i. d. Geschst. d. Gieh. An». 05291 _.—. gegen Fräulein Els- «3110 beih Müller, Lich, xl.Cl.Lld" 1 Mengesgasse 21,neb- Herr Heinrich Schadeck VII Gast- und Landwirt Todes-Anzeige. (Statt besonderer Anzeige.) Am Mittwochabend erlöste Gott meinen innigstgeliebten Mann, unsern herzensguten, treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, unsern lieben Bruder, Schwager und Onkel Georg Spies im 72. Lebensjahr von seinem langen schweren, mit größter Geduld ertragenem Leiden. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Frau Amalie Spies und Kinder. Mitch-Ziege iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiin zu verkaufen. 05190! 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(88 ist eine fürchterliche schleich^rde Krisis, in der ivirflich grundsätzliche Gegensätze zwilchen den Parteien nicht erkennbar srnd. 3n Moskau macht man sich die Mannten Hoffnungen und schließlich: Wenn das jahrelang so axitergeht, bann ist es zuletzt gleichgültig. ob eS sich um wirkliche unb orchodore Kommunisten handelt oder nicht. Dann entsteht eben einmal etwa- wie ein« sozialistische Kleinbauernrepublik. Man sieht nicht und wagt kein Urteil, ob eS möglich ist. das Riesengebiet so wieder zusammenzusalsen. wie eS jahrhundertelang der Fall gewesen ist. allerdings als Werk einer stammesfremden Dynastie. Was man aber sieht, ist einmal, dah diese Marschallskämpfe zugleich eine Art Arbeitslosenproblem sind. WaS wird mit diesen Soldaten, die vielfach nur Räubergesindel sind, wenn tatsächlich Frieden und Ordnung wieder hergestellt werden, diese sogenannten Armeen entlassen werden könnten? Unb dann: jahrelang ist der Handel mit Thina und von Thina leidlich ungestört neben den ununterbrochenen Unruhen weitergegangen. Rach dein Kriege hat auch Deutschland versucht, seinen Ostasienyandel wieder auszubauen. Aber allmählich mutz ja der Wirrwarr, die Derwüstung vieler Werte und die Unsicherheit auch auf die Wirtschaftsbeziehungen wirken. Die chinesische Währung ist im Gleiten und in jedem Falle das ungeheure Gebiet immer weniger fähig, fremde Waren aufzunehmen. Für die Weltwirtschaftskrise von heute ist selbstverständlich die wichtigste Seite der chinesischen Wirren, daß ein Gebiet von Hunderten von Millionen für den Absatz der gewaltigen ProduktionSüberfchüsse immer weniger aufnahmefähig wird, ja allmählich ganz auszufallen droht. Aber dagegen ist die Wcltpolitik noch machtloser, als sie es gegenüber der Weltwirtschaftskrise überhaupt ist. Gegen eine Intervention, die hier noch aussichtsloser wäre als in Rußland, haben begreiflicherweise die Hauptinteressenten Rord- ainerika, England und Japan die größte Abneigung. An einer anderen entlegenen Stelle ist eine Reuordnung gelungen. Die Verhandlungen über die merikanischen Schulden find in Reuyork mit einem neuen Abkommen abgeschlossen worden. Zum Schmerz aller Gläubiger hat der Zinsen- und Amortisationsdienst der mexikanischen Anleihen zweieinhalb Jahre geruht. Zweimal, 1922 und 1925, sind Abkommen aetroffen worden, deney jetzt daS dritte folgte. Äm ganzen handelt es sich schon um beinahe zwanzig Jahre der Unsicherheit und der Stockung im Schuldendienste Mexikos. Das neue Abkommen sucht Grund zu gewinnen durch Herabsetzung der Schulden, der Zinsrückstände und der Eisenbahnschuld. Die Ordnung geht also a u f K o st e n d e r G l ä u b i g e r. Ob tiefe nun hoffen können, längere Zeit gesichert zu sein, wird abhängen von der Wirtschaftsentwicklung des Landes überhaupt, in der die Agrarfrage die wichtigste ist. Es sind Riesensummen, um die es sich handelt, beträgt doch die äußere und innere Schuld Mexikos im ganzen nicht weniger als zehn Milliarden Goldmark bei 16 Millionen Einwohnern deS Landes! In der Hauptfach« sind diele Schuldscheine in nordamerikanischer Hand. Und Rordamerika hindert durch seinen neuen Zolltarif gerade die Ausfuhr MexikoS. die wirtlchast- liche Gesundung, die vor allem abhängt von einer gründlichen Lösung der Agrarfrage, der Rationalisierung des Grundbesitzes, der Wiederherstellung deS Privateigentums am Acker. SS sind verwickelte Fragen, die unmittelbar Europa toenig interessieren. Aber schon dieser flüchtige Blick lehrt, auch dieses reiche und große Gebiet ist in einer Wirtschaftskrise, die zu ihrem Teil auch die Weltwirtschaftskrise verstärkt. DaS gilt nun ferner in recht interessanter Weise für ein sehr viel näher liegendes Land ebensalls. In Italien wird die Wirtschaft zunehmend von der Krise ergriffen. Die Arbeitslosigleit ist sehr groß. Besonder- die Textilindustrie, die Seidenweberei leibet; auch die Eisen- und Stahlproduktion ist erheblich zurückgegangen, und unverbürgte Meldungen haben sogar von Arbeit e r u n r u he n bei der größten Automobilfabrik d«S Lande-, bei den Fiat -Werken in Turin gesprochen. Das ist nicht zu kon- trvllieren, weil die italienische Regierung eine strenge Kontrolle der Rachrichten auSübt. Aber kein italienische- Blatt beftrciL't. dah auch d ie P l a n w i r t f ch a f t M o u s s o l i n i s von der Weltwirtschaftskrise betroffen ist. Die unbestreitbar großen Erfolge, die Landwirtschaft au entwickeln und die Industrie unabhängig vom AuSlande zu machen, haben den Zusammenhang mit der Weltwirtschaft nicht zerreißen können. Hier, wo man wie in Amerika unbedingt baran glaubte, bic Prosperität ginge ungehindert tociter, weil die faschistische Organisation der Wirtschaft daS garantiere, ist die Bestürzung und natürlich die Unzufriedenheit dopest groß. Eine Unzufriedenheit, die sich, genau wie in Rußland. bei dem engen Zusammenhang zwischen Staat und Wirtschaft und Partei und Diktator auch hier gegen den Staat. diePartei. d e n D i k t a t o r selbst richten muß. Und auch hier zeigt sich schli ßlich daß Arbeitsbeschaffungsprogramme. wie sie in Angriff genommen worden sind (Wohnungsbauten, Ter'.ehrsbmiten u. dgl. m.) nicht ausreichen. Die Krise ist zu groß, die größten Opfer deS einzelnen Staates mildem sie nur, beseitigen sie nicht. Der stärkste Arbeitsrhythmus, der im faschistischen Italien unzweifelhaft vor- Händen war. kann eine Krise nicht beenden, die zum großen Teil außerhalb deS eigenen Wirtschaftsgebiete- ihre Ursachen hat. Und den Zusammenhang mit ihr kann das kapitalistische Italien nicht bestreiten. Daraus ergab sich die merkwürdige Folge, dah nun auch ein Wirtschaftsvertrag zwischen Italien und Sowjet- r u h l a n d zustande kam. ES handelt sich um einen erheblichen italienischen Kredit (25 Millionen Dollar), der Rußland eingeräumt wird. Dementsprechend legt Rußland seine Bestellungen sehr stark nach Italien. Kein Zweifel, daß der Entschluß dazu in Moskau wie in Rom beschleunigt wurde durch den amerikanischen Z o> 111 a r i f, ber bic jetzige Weltwirtschaftskrise fo sehr verschärft, und in Moskau noch besonders durch den sonderbaren Vorstoß Amernas, der freilich fe£r schnell zurückgenonnnen wurde, den Versuch nämlich, die Einfuhr aller aus Rußland kommenden Waren einfach zu sperren. So stark ist die Krise in den Vereinigten Staaten schon, daß der Druck der Fabrikanten und der Gewerkschaftler zu einer solchen Maßnahme führen konnte, bic dann mit allgemeinen Angriffen gegen den Kommunismus maskiert wurde, aber zurückgenommen werden mußte, weil damit eigene Interessen unb Industrien verletzt wurden. Wo wir also Hinblicken: China unb Mexiko, Italien. Rußland, Amerika, das Drachliegen Skeeter Gmallfox bewirbt sich. Don Harry Schreck. Sechzehn Briefe, die auf die Zeitungsanzeige antworteten, lagen bereit- im Papierkorb; al- Lord Lyril Darlington jedoch den stebzehnten geöffnet hatte, stutzte er einen Augenblick. .Das ist aus- gezeichnef, sagte er, indem er feine wasterblauen Augen nachdcnllich auf den Tifch richtete. .WaS ist ausgezeichnet?' fragte Lady Darlington hochblickend. .Der Brief, erwiderte Lord Ehril, .ich möchte ihn vorlesen.' ....unb dah Sie einen zuverlässigen Fahrer für Ihren Wagen suchen. Zu meinem Bedauern muh ich Ihnen allerdings erklären, dah ich fo gut wie nichts vom Lenken verstehe. Ich mühte Sie also sozusagen und gewissermaßen warnen, mich am Lenkrad zu beschäftigen. Indessen, die Bedingungen, die Sie bieten, sind vorteilhaft genug, um mich gleichwohl zu einem Bewerbungsschreiben zu bewegen- Vielleicht greisen Sie doch auf mich zurück; und übrigen- fahre ich gern .. ." .Sin ausgezeichneter Brief!' wiederholte Lord Tyril heiter. .Was ist da ausgezeichnet?'' fragte Lady Darlington aufblidenb von neuem. .Aber fo begreife doch, meine Liebel Sin Mann, der so schreibt, ist ein anschlägiger Kops; er ist un- erschrockcn genug, seine Dienste mit einem Witz an- zubieten. Solche Menschen sind brauchbar. Sie wissen, dah niemand mehr auf alltägliche Briefe achtet. Er heißt Skeeter Smallfox; wir werden ihn nehmen.' • Rls Skeeter Smallfox nach sieben Tagen eintraf. ging er zunächst mit Lord Cyril um den neuen CSJagen herum, der spiegelnd in Dlaulack und GlaS in der Halle stand. .Ein vorzüglicher Wagen', bemerkte Lord Darlington, .ich sage nur das eine: l-ebernlage außerhalb des Rahmens und stumpfwinklige Kühlerhaube...!' .Außerhalb des Rahmen-—?' fragte Smallfox hochachtungsvoll. . Der Knopf am Lenkrad bedient Hupe und Lampe und Anlasser.' Skeeter Smallfox nickte beifällig und ging noch einmal um das blaufchimmemde Ungetüm herum. ®r vergaß dabei keineswegs, eine offenstehende Tür kundigen Griffs ins Schloß zu werfen. .Ein hübscher Wagen', äußerte er bedachtsam, .wirklich, ein hübscher Wagen. Es tut mir geradezu leib, daß...' Sr zögerte und sah Lord Darlington bekümmert und mit fünfter Traurigkeit an. -Was tut Ihnen leid?* erkundigte 2ctb Darlington sich nebenbei. .... daß ich vom Lenken so gar nichts verstehe', sagte Emallsox. .Sie sind ein Spaßvogel, Smallfoxl' lächelte Lord Darlington wohlwollend zurück, .aber Eie müffen nicht vergeffen. daß ein Scherz kaum bester wird, wenn man ihn zweimal anzubringen sucht. Im übrigen. halten Sie sich morgen nachmittag bereit Wir werden nach Brighton fahren.' — .Jawohl...!' fprach Smallfox. Zum Befremden Lord Cyrils futr Skeeter Smallfox keineswegs um die be'ohlene Zeil an der Freitreppe vor. Der Diener John, den man zu ihm ent- fanöte, kam verzagt unb kopfschüttelnb mit der Mel- düng zurück, dah der neue Fahrer unschlüssig neben feinem Wagen stehe und versichere, dah er mit Steuer wie Motor abfolut nichts anzufangen wrste. .Ich glaube...', bemerkte Lady Darlington, »ich glaube beinah.. .* .Ganz recht, meine Liebe, auch Scherze kennen ihre Grenzen.' Richt ohne eine gewiße erzürnte Empfindung fchritt man zur Halle, um ein ernstes Wort zu fprechen. Skeeter Smallfox. im Braun unb Golb der prachtvollen neugeliefertcn Livree stattlich anzufehen, hörte sich diefes Wort mit beflissener Aufmerksamkeit an. Gleichwohl dachte er nicht daran, daraufhin etwas Entsprechendes zu unternehmen. Er seufzte bloß und wiegte trostlos den Hals. Lord Darlingtons Geduld zog allmählich einem End« entgegen. -Zum Teufel, wenn Sie jetzt nicht... ich entlaste Sie sofort — T Cfecter Emallsox ging achselzuckend dazu über, das Hallentor langsam auszumachen. .Es ist wahrhaftig ein Jammer um den hübschen Wagen', wandte er sich noch einmal an Lord Cyril. Leider vernahm der Angesprochene das nicht mehr; er war mittlerweile wieder zur Freitreppe gegangen, um das Vor- fahren zu sehen. Weder Lord noch Lady Darlington sahen allerdings ein Vorfahren. Was sie im nächsten Augenblick gewahrten, war ein krachendes Dröhnen, ein wüstes Knallen — und schon taumelte etwas blaues Mächtiges splitternd unb torkelnd unb heulend an ihnen vorüber... ein platter unförmiger Klumpen schlug mit hartem Ruck über das gepflegte Gras des Rasens und setzte mit einem gewaltigen Prell- stoß mitten in das nächste Treibhaus hinein. Dann wurde es still, merkwürdig still. Langsam zurückgestülpt gab das Etwas (das einmal ein Luxuswagen in spiegelndem Dlaulack gewesen war und nun zwischen Resten von Glas unb Gemäuer auf sein Abschleppen wartete) den Fahrer Ekeeter Smallsox frei. Als er aus Schutt unb Trümmern hervorlroch, murmelte et; .Schade! Sin fo einer vollen Million Tonnage in der Schiffahrt, der Preissturz der Rohstoffe — eine wirtschaft- liche Krise von einer Ausdehnung, wie he die Welt wohl noch nicht gesehen hat und wie sie sicher wohl auch noch niemals vor sich gegangen ist in Völkern, die schon vorher wirtschastl.ch schwer zu kämpfen hatten und in denen schon vorher fo starke soziale Spannungen vorhanden waren, wie wenigsten- im RachkriegSeuropa. Dabei sieht man nirgend-, daß die De- mühunyen der Staatsmänner im eigenen Lande ber Wirtschaftskrise Herr zu werden, sich International zusammenfänden. Sw gut unb richtig eS selbstverständlich ist, daß etwa die Rotlage auf dem Gummimarkt bekämpft wird durch eine regelnde Ordnung, eine zwang-mäßige Produktion-Wirtschaft von feiten der betreffenden großen Konzerne, etwa England- und Hollands. ebenso gut liegt nahe, daß auch die Staaten sich zur Erörterung über die Wirtschaftskrise Aurammenfinben. DaS ist doch die Hauptsache bei den Paneuropa-Srörterungen, die rein politisch ja auf dem toten Gleise laufen. Aber offenbar ist bic R o t noch nicht groß genug, um die Staaten zu veranlassen, sich dazu zusammenzufinden, unb bic Wirtschaft, bie Wirtschaftsgruppen zu unterstützen, baß |ic, ba wo eS nötig unb möglich ist, in gemeinsamer überstaatlicher Arbeit bic Krise überwinden. Wie soll z.D. bic große Krise in ber ganzen We lisch i s f a h r t, die ja verschiedenartige Gründe hat, und bie äleberproduktion in ihr überwunden werden, ohne daß man sich darüber zwischen den Schiffahrtsgesellschaften der verschiedenen Staaten verständigt. Es ist vollständig richtig: Die einzelne Ration unb Volkswirtschaft kann gar nicht allein bie Arbeit leisten, bie burch den Krieg auSeinanbergerissenc unb aus bem Gleichgewicht gebrachte Weltwirtschaft wieder zu ordnen, zu organisieren und zu rational!* fieren. Unb die Zeit zu solcher Zusammenarbeit drängt wegen der bedrohlichen sozialen Spannungen. die heute stärker al- je in einer derartigen Wirtschaftskrise vorhanden sind. Mit Recht hat Reichskanzler Dr. Brüning in seiner Kölner Rede in bezug auf den Paneuropaplan die wirtschaftliche Ordnung in Europa in den Vordergrund gestellt. Aber ebenso richtig hat er gesagt, daß zu einer dauernden wirtschaftlichen Stabilisierung die politische Stabilisierung unbedingt notwendig sei. WaS er meint, ist klar. 3n Frankreich erregte da- 2lusmerksamk.it. Mißtrauen, Verstinnnung. Aber Driand hat selbst, unabftchtlich. durch sein Paneuropa-Memvrandum der Erörterung über bic Revision der Pariser Verträge e.ncn starken Stoß vorwärts gegeben. Run ist sie im nicht- auszuhaltenden Fluß. ES gibt sicher eine Reihe von Staaten, die unter keinen Umständen von einer RevisionS- möglichkeit für bic Pariser Verträge etwa- wissen wollen. ES gibt auch manche sog. neutrale Staaten, bic diese Frage lieber ruhen lassen wollen. Aber auch ber größte Feind ber Re- visionSerörtcrung kann nicht bestreiten, bah d i • Diskussion im Gange ist. Die Aufgaben also, bic trotz ber Inanspruchnahme Ser Reichstag oahz in der Außenpolitik bearbeitet werden muffen, find nicht gering. Unb ber Druck ber Weltwirtschaftskrise, der untere deutsche besondere Krise so fürchterlich verschärft, muh daS Kabinett veranlassen, über die Frage ber inneren Wirtschaftspolitik hinauSzublicken in bie weltwirtschaftlichen Zusammenhänge unb Krisenzeichen, unb von diesem Standpunkte auS auch den Kamps mit einer Wirtschaftskrise auf» nehmen, der Deutschland allein zu erliegen droht! Sind Politiker oder Wirtschaftler die rechten Führer? Ein Gespräch mit dem ehemaligen ReichSbanlpräsidenten Or. Hjalmar Schacht. Dr. Schacht empfing mich in einem großen, rechtwinkeligen, mit Büchern ungefüllten Raum. Er hatte sich in seinem Acußeren kaum verändert. Der hohe Kragen, daS Pinccnez unb bas bekannte Lächeln — alles war wie früher. Seine Sätze waren tura unb präzise, seine Art sich auszubrücken eindeutig und bestimmt. Im Wesen Dr. Schachts liegt eine Ungezwungenheit und Aufrichtigkeit, bie einen nachhaltigeren Eindruck hinterläßt als auserlesene Höflichkeit. »Die Welt kann nur gefunden, wenn an Stelle von Diplomaten, Wirtschaftler die Geschicke leiten... wenn Wirts cha s 11 i ch e Gedankengänge an die Stelle der politischen treten“, begann Dr. Schacht. .Heutzutage ist die allgemeine Reorganisation Europas durch Politiker und eine allzu politische geistige Einstellung bedroht. Man kann zu einer neuen und ersprießlichen Derständigungsbasis nur durch Dei- seitewerfen aller Vorurteile, durch eine völlig objektive, rein analytische und wirtschaftliche Betrachtung der gegenwärtigen Situation und einen daraus resultierenden, absolut leidenschaftslosen, wirtschaftstechnischen Versuch zur Lösung gelangen. Das Problem der Zukunft Europas — das toir alle zu lösen versuchen — kann niemals richtig angefaßt werden, bis man eine Ausstellung der blanken wirtschaftlichen Daten vor sich hat. Rur an Hand dieses Tatsachenmaterials kann man Dauerndes schaffen. Rur wirtschaftliche Daten können eine Waffe gegen politische Anti- pathien, Aassengegensätze und unberechtigten nationalen Stolz liefern. Ruch Deutschland ist nicht unfehlbar. Europas Angelegenheiten sind in den letzten 20 Jahren schlecht geführt worden. Unb sicher sind auch in Deutschland in dieser Zeit auf dem Gebiete der Politik wie überall Fehler begangen worden. Darum — um die Fehler seiner gekbäf- tigen Kollegen, der Politiker, wiedergutzumachen — ist der Wirtschaftler notiger al« je. Nirgends in der ganzen Welt gibt e- einen Staat, der nicht feine schweren Finanzproblemc hat. Die Vereinigten Staaten unb Frankreich — vielleicht — ausgenommen, hat ber Krieg jede- Land, baS in ihn verwickelt war. in feiner Entwicklung zurückgebracht. RirgendS in Europa gibt es wirkliche .Prosperität“, nirgends wirkliche Erfolge. Die Welt ist schließlich in einen derartigen Zustand der Unordnung geraten, daß eS keinen Ausweg mehr zu geben scheint — sicherlich nicht mit den Mitteln der alten, in Mißkredit gekommenen Diplomatie und ber Waffen. Rach dem Kriege, nach BcrfaiUe», nach den Rhein- und Ruhrbesehungen war es notwendig, sich von den Diplomaten an die Wirtschaftler zu wenden. Da» Resullat waren der Dawe»- plan und der Zoungplan. 3n ihrer ursprünglichen Jorm bedeuteten sie immerhin Ber- befferungen. Berfagcr wurden sie, al» die Politiker da» Spiel in die Hand bekamen. Der erste Entwurf de» tzoungplane» war vielleicht durchführbar. Aber schon bald nach Pari» wußte ich, der ich doch selbst an der Jalung de» plane» mitgearbeitet hatte, dah da» Werk nicht reizender WagenI Es ist doch eigentlich geradeswegs eine Sünde gegen so ein Prachtstück, einen Rlann ans Steuer zu sehen, der nichts vom Lenken versteht. Aber hört denn hier jemand?!' .DaS ist doch...!' brüllte Lord Cyril. .Eie können wirklich...?!' .Ich habe es Ihnen zehnmal gesagt!' schrie Smallsox beleidigt. • RlS man spät abends am Kamin sah. konnte sich Lord Darlington nicht enthalten, der Meinung Ausdruck zu geben: .Man sollte nie und nirgends eine Ironie finden wollen, meine Liebe. Die Leute sind schauerlich stur und ernsthaft.' .Ich fürchte, du hast recht', bemerkte Lady Darlington zart. Wer hat das Kraulen erfunden? Das Kraulen, die neue Art des Schwimmens im Wechselzug mit Deinschlag, hat seinen Siegeszug durch Europa schnell vollendet. Als schnellste aller Schwimmarten ist ber Deinschlag bas Ideal aller künftigen Rennschwimmer unb Rennschwimmerinnen. In Wirklichkeit handelt cs sich um eine uralte Fertigkeit, worauf Prof. Dr. Erwin Mehl ün Septemberhest von Vclh age n & Klasings Monatsheften, im Rahmen eines farbig illustrierten Aussatzes hinweist. Auf dem ältesten Schwimmbilde der Welt, einem Ton- fiegelzylinberabdrucke aus der in die jüngere Steinzeit fallenden Ragabzeit in Aegypten, sind Beinschlagschwimmer dargestellt. Die Aegypter des Alten Reiches drückten schon um 3000 vor Christus den Begriff „Schwimmen“ durch das Abbild eine- DeinlchlagschwimmerS aus. .Schwimmen" war also damals Beinschlagschwimmen schlechthin. Dasselbe Bild ergab die Durchforschung der bildlichen unb schriftlichen Ueber- lieferung des klastischen Altertums. Rach einer Beschreibung eines Wettschwimmens im .Beo- Wulf“, bei dem bie Helden das Wasser mit ben Händen .schlagen“, unb nach einer Wikingerzeichnung bes 10. Jahrhunderts schwammen auch die alten Germanen Deinschlag. Erst in dem ersten Schwimmbuche ber Reuzeit, bem 1538 in lateinischer Sprache erschienenen .Colhmbetes" (.Schwimmer") von Prof. Wynmann taucht bas Brustschwimmen als Hauptschwimmart auf, demgegenüber das »Hunde chwimmen“ (more canum natarel als minderwertig abgelehnt wird. Diefe Schätzung blieb vielfach bis auf unsere Tage. Wieso und wann diese Umwertung eingetreten ist. toi ff en wir nicht. Jedenfalls haben wir jetzt die rückläufige Dewegung zu beobachten, und es ift anzunehmen, daß der Deinschlag als bie natürlichste Schwimmart einen gewissen Abschluß in der fachlichen Entwicklung des Schwimmen- barstellt. Ein vorsichtiger Ehemann. Ein vorsichtiger Mann ist ein reicher Holzhänblcr zu Rorsolk in Virginia, Carl Moore Jordan, der jetzt al- 50jähriger mit einer 29jährigen Lehrerin, Mary Louise Baker, in den Stand der Ehe getreten ist. Er suchte sich vorher gegen alle Gefahren diese- mutigen Schrittes durch einen Heiratsvertrag zu sichern, der mehr als 2000 Worte enthält. Die junge Frau erkennt darin Jordan als .das unbedingte Oberhaupt des Hauses' an, dessen Wünschen und Anordnungen sie gehorsam sein will. Eie verpflichtet sich, mit ihrer Schwiegermutter zusammen zu leben und ihr „eine Tochter zu fein.' Jede Rechnung, die Frau Jordan sich ausstellen läßt, hat nur Gültigkeit, wenn sie die schriftliche Einwilligung deS Gatten trägt. Alles Eigentum, daS sie vor der Ehe befaß, verbleibt ihr auch weiter. „Die endeSunter- -eichnele Mary Louise Baker', heißt es weiter in dem Vertrag, .ist sich bewußt und erklärt sich damit einverstanden, dah sie ihre Jugend einem Manne von 50 Jahren übergibt und wird alle Folgerungen daraus ziehen; sie lut dies freiwillig und bereitwillig und in vollem Verständnis für die Verpflichtungen und Anforderungen, die sie dabei auf sich nimmt. Der endesunterzeichnete Carl Moore Jordan ist sich deS bestehenden Altersunterschiede- voll bewußt und erklärt sich seinerseits nur dazu bereit, die Verpflichtungen und Anforderungen eines Mannes von 50 Jahren auf sich zu nehmen. Keine Mihverständ- niste können aus die'en Tatsachen von Mary Louise Baker jemals hergeleitet werden.' Während vieler Vertrag von dem Geistlichen bei der Trauung als ein .ergreifender Beweis wahrer Liebe' bezeichnet wurde, ist die amerikanische Damenwelt anderer Ansicht, die Sache wird in der Presse eifrig besprochen, und die Frauen erklären, Frl. Daker müste entweder sehr dumm fein oder sonst keinen Mann betommen haben. Qockschulnachrichten. ~ In ber Frankfurter philosophifchen Fakultät ist ber Lehrbeauftragte für jüdische ReligionS lehre unb jüdische Ethik, der bekannte Schriftsteller Dr. Martin 2 über zum Hono- rarprofefsor ernannt worden. — Ernannt wurde ber außerordentliche Professor Dr. mcd. Hans Th Schrcus an der Medizinischen Akademie in Düsseldorf zum ordentlichen Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten daselost als Rachfolger von Professor K. Stern. Schrcus' Arbeiten betreffen das Gesamtgebiet bee Dermatologie sowie Röntgenologie. — wetterzuführen war. Von Wirtschaftlern ge- schaffen, wurde der plan durch Politiker entfallt. Das Dokument, dem ich in Paris meine Unterschrift gab. war geändert worden. Entstellt lm Haag, kompliziert durch die belgische Markaffäre und den polnischen Vertrag, war es nun ein fragwürdiges und unsicheres Instrument. Ich konnte es nicht mehr girieren, wie konnte ich dem deutschen Volke gegenüber die Verantwortung für einen Vertrag übernehmen, der uns derartige unerfüllbare Verpflichtungen auferlegt?" Dann fragte ich ihn, ob er nicht glaube, daß er durch die Stabilisierung der Mark, außer dem praktischen Ergebnis der Reorganisierung der Währung, dem deutschen JBoIFe auch eine Lehre für die Zukunft gegeben hätte. „Lieberschätzen Sie nicht die Bedeutung eines einzelnen Mannes", antwortete er. „Gewiß, manchmal muh man einem Bolk den Weg, den es zu gehen hat, zeigen. Manchmal lernt es daraus für die Zukunft, manchmal nicht. Die Tatsachen der Markstabilisierung liegen offen vor aller Augen. Ich möchte aber wirklich nicht behaupten, daß mein Werk, die deutsche Art zu denken, irgendwie geändert hat. Vielleicht wuchs meine Arbeit eher auf dem Boden dieser Mentalität. 1913 erschien ein kleines Buch von mir über meine frühere Tätigkeit im Bankwesen. Bei der Besprechung desselben machte eine englische Autorität den Kommentar, „dieses kleine Buch sei ein schlagender Beweis dafür, wie die Deutschen die Dinge anfassen". Der deutsche Münchener Wahlversammlungen ohne Bier!!! Wahrheit ist es, was ich hier erzähle: Münchens Polizei hat es gewagt, hat für alle Wahlversammlungssäle Diergenuß und Ausschank untersagt. Alldieweil den Maßkrug, den man hatte, keiner nur zum Zweck des Trinkens nahm, und der Krug, zur Hebung der Debatte, meistens durch den Saal geflogen kam. Gibt es noch Gerechtigkeit auf Erden, wenn es im Verbot dann weiter heißt: Speisen dürfen nicht verabreicht werden, weil man gern mit harten Tellern schmeißt: weil man ferner Messer oder Gabel, deren Zweck sich jeder anders denkt, in den Schädel oder in den Babel seines stark erhitzten Gegners senkt. Auch die sehr beliebten Aschenbecher werden nicht mehr auf den Tisch gestellt, weil ein solcher Decher manchem Sprecher unvermittelt auf das Auge fällt, ülntersagt ist kurzum einfach alles, was nicht irgend niet- und nagelfest, und was etwa sich gegebnen Falles noch als Wurfgeschoß verwenden läßt. Ach, das Haupt verhüllen alle Musen; durch die Lande zuckt ein stiller Schmerz, und in jedem echten Dahernbusen krampft elegisch sich das Löwenherz. Sieht man so die alten Sitten ftcraen, dann verliert das Leben Lust und Glanz; denn ein Wahlkampf ohne Maßkrugscherben ist ein Radi ohne Salz und Schwanz. Eines aber konnte uns nicht rauben diese rücksichtslose Obrigkeit: Unfern unerschütterlichen Glauben an den Ausgleich der Gerechtigkeit. Denn wir wissen in dem Wahlgewühle, — sei es vor, sei 's nach dem Referat, daß ein jeder der Versammlungsstühle und auch jeder Tisch vier Deine hat! Puck. Wirble ins Leben! Vornan von Anna Fink. Llrheber-Rechtsschuy durch Verlag Oskar Meister Werdau. 6.-01. 28 Fortletzung 'Hochdruck verboten Barbara wurde ganz mutlos. „Können Sie mir denn überhaupt nicht behilflich sein?" „Das einzige ist. ich schicke Sie nach Deutschland auf Konsulatskosten zurück, und Sie gehen in Ihre Heimatstadt, wo man Sie kennt", sagte er etwas freundlicher, denn Darbara tat ihm nun doch leid. „Auf keinen Fall will ich wieder nach Deutschland zurück", sagte Darbara so leidenschaftlich, daß der Konsul sie befremdet ansah. „Das ist natürlich Ihre Sache, und dann ist die Angelegenheit wohl hiermit erledigt." Er stand auf. Sein Ton war eisig geworden und seine Miene ganz abweisend. Er verbeugte sich knapp und ließ Darbara allein hinausgehen. „Wer weiß, was die auf dem Kerbholz hat", murmelte er hinter ihr her. — „Schauderhaft, was für ein Gesindel einem hier ins Haus kommt." Barbara Much trat tief bedrückt auf die Straße. Sie fühlte sich sehr jämmerlich. Jeden Polizisten sah sie mit ängstlichen Augen an, ob er sie auch nicht nach ihren Papieren frage. „Ich bin ganz nervös geworden", dachte sie bei sich. „Der Konsul, der gräßliche Mensch, hat mich ganz verdreht gemacht." Sie überlegte, was sie tun wolle. Die Stadt machte einen so traurigen Eindruck auf sie, daß sie beschloß, noch ein wenig mit der Bahn weiterzufahren. „Vielleicht ist es auch besser, ich fahre in eine kleine Stadt. Da wird man's nicht so genau nehmen, und da sehe ich dann weiter, was ich anfangen kann." So fuhr sie noch am gleichen Abend etwa zwei Stunden mit dem Zug und stieg in einem kleinen Städtchen aus. Die Sonne schaute gerade noch einmal durch die Wolken, als wollte sie Barbara noch einen Strahl Hoffnung zusenden. Barbara ging in das Städtchen hinein. Ein unendlicher Friede lag über dem kleinen Rest. Ein paar Frauen standen schwatzend auf dem Markt am Brunnen, während das Wasser in die hohen Amphoren einlief. Dann nahmen sie die Gefäße auf den Kopf oder auf die Schulter und wandelten mit ihnen leicht und anmutig nach Hause. Kopf ist gut dafür geeignet, in finanziellen, ökonomischen und geschäftlichen Termen zu denken. In dieser Beziehung möchte ich die Deutschen mit dem Volk, das ich außer meinem eigenen am besten kenne, den Amerikanern, vergleichen. Mein Vater war, was wohl nicht allgemein bekannt ist, amerikanischer Bürger. Er kam 1870 nach Amerika, lebte mehrere Iahre im Osten und kehrte 1876 infolge der schwankenden Gesundheit meiner Mutter zurück. Meine Mutter lebt noch, mein Vater ist tot. Aber da er drüben wertvolle Beziehungen hinterließ, bin ich seit 1905 viele Male in Amerika gewesen. Ich fand, daß die amerikanische Mentalität der deutschen ungemein ähnelt. Umgekehrt fühlen sich auch Amerikaner nirgends so zu Hause wie in Deutschland. Weil ihre Gedankengänge den unseren gleichen, ähnelt auch ihr Geschäftsgebaren dem unseren. Ihr Wunsch, alle mit einem Problem zusammenhängenden Fakten durch und durch zu kennen, ihr schnelles Arbeiten, ihre kurze Entschlußfähigkeit zum Ja oder Rein sind deutsch. Geschäftlich sprechen Deutsche und Angelsachsen dieselbe Sprache. Ich möchte die Tatsache unterstreichen, daß Geschäftsleute verschiedener Rationen sich eigentlich immer gegenseitig verstehen. Selbst wenn man bei internationalen Streitigkeiten mit Geschäftsleuten spricht, die politisch auf der gegnerischen Seite stehen, werden sie den Standpunkt des anderen würdigen, wenn er auf konkreten Tatsachen basiert. Internationale Kongresse sind die beste Methode, um Mißverständnisse und Haß- gefühle zu beseitigen. Hier sitzen Geschäftsleute am gemeinsamen Tisch. Persönliche Fühlungnahme Auge in Auge ist das Wichtigste im Leben. Wenn man jemandem ins Gesicht sieht und fragt ihn „denken Sie, daß das richtig ist oder nicht , so muh er so antworten, wie er denkt. Er kann keinen Artikel, der zur Veröffentlichung bestimmt ist, mit ruhiger Lieberlegung schreiben, sondern er muß sich auf eine sofortige, direkte Antwort einrichten. In diesem Moment sind Sie seine Zuhörerschaft. Sie, als Geschäftskollege und wirtschaftliche Autorität. Da bringt er die leeren Phrasen des streitbaren Politikers, die er für das große Publikum in Bereitschaft hat, nicht über seine Lippen. Er kann keine Ausflüchte über das machen, was er für richtig oder falsch hält, wenn man selbst mit ihm spricht und ihm ins Auge sieht." Die Deckung des Gießener HauchM für 1930. Nachdem die Beschlüsse des Gießener Stadtrats vom 20. Mai über die Deckung des städtischen Haushalts für 1930 trotz wochen- langer Verzögerung keine Gnade vor den Augen des hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft gesunden hatten — angeblich nach Einwirkung einer politisch sehr rührigen Gießener Persönlichkeit — beschloß der Stadtrat am vorigen Donnerstag andere steuerliche Maßnahmen zum Ausgleich des Fehlbetrages im diesjährigen Haushalt. Man darf wohl hoffen, daß die neuen Beschlüsse nunmehr umgehend die Zustimmung der hessischen Regierung finden werden. Größte Beschleunigung der Entscheidung der Regierung ist sowohl für die Stadt, wie auch für die Steuerzahler notwendig, damit nun endlich die Steuerzettel herausgegeben und Zahlungen geleistet werden können, wobei es sicherlich manchem Steuerpflichtigen sehr schwerfallen wird, jetzt zwei Ziele auf einmal zu erlegen. Die neue Kommunalsteuerregelung war stark umstritten. Der Finanzausschuß des Stadtrats mußte wiederholt zu langwierigen Sitzungen zusammen- treten, bis er zu einem Ergebnis kam. Und als die Anträge des Finanzausschusses bereits dem Plenum des Stadtrats zur Entscheidung unterbreitet waren, trat durch die bekannte Erklärung des Ortsgewerbevereins eine neue Wendung ein, die nodvm letzter Stunde eine teilweise Aenderung des «feuerpro- gramms zur Folge hatte. Der Kampf um die Deckung des Haushaltes hatte zwei Brenn- punkte: auf der einen Seite herrschte das Bestreben vor, die R e a I ft e u e r n zur Uebernahme der steuerlichen Mehrlast noch schärfer als bisher heranzuziehen und dabei als gewissen Ausgleich die durch die Notverordnung des Reichspräsidenten gebotene Möglichkeit der neuen Bier st euer mit hinzuzunehmen; auf der anderen Seite wurden die Realsteuerpläne in dem vorgeschlagenen Ausmaß abgelehnt und die Möglichkeiten zur Heranziehung breiterer Bürgerschichten für die Deckung des steuer- lichen Bedarfs als brauchbare Grundlage angenommen. Die Stadtverwaltung hatte neben Erhöhungen der Real steuern die Erhebung der neuen Bier st euer dem Finanzausschuß des Stadtrates in Vorschlag gebracht. Die Mehreinnahme aus dieser Steuer wurde auf rund 24 400 Mark veranschlagt. Für die Biersteuer ergab sich indessen im Finanz, ausschuß keine Mehrheit, da sowohl die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung, wie auch die sozialdemokratische Fraktion diese Steuer glatt ablehnten. Die Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte, die zur Bewilligung der Biersteuer bereit war, sah sich in die Minderheit versetzt, und die Stadtverwaltung mußte bei dieser Sachlage auf ihr Bier- steuerprojekt verzichten. Da man das ganze Ausmaß des steuerlichen Bedarfs aber nicht auf die Realsteuern allein und auf die verstärkte Entnahme aus den städtischen Betrieben verteilen konnte, wurde die Bürger steuer zur Deckung des Fehlbetrages mit herangezogen und schließlich auf Vorschlag des Finanzausschusses mit Mehrheit im Plenum des Stadtrats genehmigt. Mittlerweile entstanden allerdings Zweifel darüber, ob die Bürgersteuer, für die bis jetzt die erforderlichen Ausführungs- beftimmungen noch fehlen, heute schon in Kraft ge« setzl werden könnte. Hoffentlich macht die Regierung in diesem Punkte nicht wiederum Schwierigkeiten, da sonst die Lage für unsere städtische Finanzwirtschaft und für die Leistungspflicht der Steuerzahler noch ernster werden wird, als bisher. * Wenn man die Arbeit des Finanzausschusses und des Stadtratplenums kritisch betrachtet, drängen sich verschiedene Fragen auf. Wäre es möglich gewesen, ohne besondere Härten die R e a l ft e u e r n in stärkerem Ausmaß als jetzt beschlossen zu erhöhen? Würde es nicht zweckmäßiger gewesen sein, die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Bier st euer- erhöhung durchzuführen? Ist die Bürger- steuer am Platze und gerechtfertigt? • Hinsichtlich der Real steuern herrscht in weiten Bürgerkreisen die Meinung, daß eine weitere Erhöhung zur Zeit nicht tragbar sei. Insbesondere wird diese Ansicht vom Handwerk und Gewerbe, wie auch vom Haus- und Grundbesitz vertreten. Dabei wird auf die gegenwärtige Wirtschaftslage hingewiesen. Demgegenüber wird von anderer Seite betont, ldaß die Realsteuersätze in einer Reihe von hesssichen Städten erheblich höher seien, als in Gießen und im Hinblick darauf hier sehr Wohl eine weitere Erhöhung dieser Steuersätze angebracht und auch tragbar wäre. Die Stadtverwaltung ist, wie Oberbürgermeister Dr. Keller erneut in seiner Rede vom vorigen Donnerstag betonte, der Auffassung, daß die „in den letzten Iahren beliebte Riedrighaltung der Realsteuer- Barbara Much freute sich über das malerische Bild und ging ins Albergo am Markt. Ein netter italienischer Wirt fragte sie nach ihrem Begehr und wies ihr ein einfaches, sehr sauberes Zimmer an. Es schienen selten Fremde hierher zu kommen, denn der Wirt fragte neugierig nach ihrem (Hamen, woher sie käme, wohin sie ginge, und als sie nachher unten in der Wirtschaft ein paar Makkaroni verzehrte, füllte sich das kleine Gastzimmer geradezu beängstigend, denn jeder wollte die Tedesca sehen. Barbara ging nach dem Abendessen noch ein wenig vor die Stadt. > Es war klar und schön geworden. Die Sterne blitzten, und der Mond stand zunehmend und hoffnungsfroh am Himmel. Morgen war ihr Geld fast zu Ende. Aber eine Ruhe war in Barbara, als müsse nun alles zu einem guten Ende gehen. Sie brachte es nicht fertig, sich Sorgen um das, was nun werden solle, zu machen. Sie schlief in der Rächt so herrlich wie feit langem nicht. Ein kurzes Klopfen weckte sie am frühen Morgen aus dem Schlaf. , „Was ist?" fragte sie, noch gar nicht ganz wach Es war der Wirt. „Signora, bitte kommen Sie sofort. Unten ist ein Carabinieri, der möchte Ihre Papiere sehen." Mit zitternden Händen zog Barbara sich in Hast an. Run konnte es gut werden! Unten sah ein Carabinieri, der sie sehr höflich um ihre Papiere bat. Barbara gab an, daß sie keine hätte, sie seien verloren gegangen. Er bedauerte aufrichtig, aber dann müsse sie mit ihm zum Brigadiere, dem Hauptmann, mitgehen. Barbara machte sich schweigsam zurecht und folgte dem Mann. Er brachte sie zur Wachtstube. Rach einer kurzen Zeit erschien ein erhitzt ^ussehender junger Brigadiere, der Barbara in kurzen, knappen Worten ausfragte. Sie nannte ihren vollen (Hamen und erklärte ihm noch einmal dasselbe, was sie dem Carabinieri schon gesagt hatte. Die beiden unterhielten sich in einem ländlichen Dialekt, sd daß Barbara kein Wort verstehen konnte. Ab und zu musterte der Brigadiere Barbara mit unverhohlenem Mißtrauen. Sie glaubte in dem Gespräch der beiden das Wort „Spionin" zu verstehen. Also dafür hielt man sie! Hilflos, schutzlos saß sie nun in einem fremden Lande. Sie begann zu weinen. Dem Carabinieri tat sie offenbar leid. Er versuchte sie mit primitiven Worten zu trösten. Dann verschwand er. Barbara Much mußte eine Zeit warten, bis jemand wiederkam. Ihr erschien es wie eine Ewigkeit. Endlich trat ein junger Mann in Zivil ein. Er sprach ein leidliches Deutsch und erklärte, sie müsse mit den Polizisten mitkommen. Diese würden sie in die nächste größere Stadt mit einem Wagen bringen. Dort mühte sie so lange in Haft behalten werden, bis man sich in Deutschland über sie informiert habe. Dann könne sie nach Hause zurückkehren. „Ich will nicht ins Gefängnis!" schrie Barbara entsetzt, und sie schluchzte herzbrechend auf. Der junge Mann hatte aufrichtiges Mitleid mit ihr. „Man wird Ihnen kein Härchen krümmen", versicherte er immer wieder. „Es wird nicht lange dauern, bis man Nachricht hat", versuchte er ihr zuzureden, „Und man wird gut gegen Sie sein, Signora." Er verlieh bann Barbara nach einigen teilnehmenden und tröstenden Worten. (Barbara Much sah wie gelähmt. Ein Schauder nach dem anderen ging ihr über den Rücken. „Ins Gefängnis." Was wußte sie, (Barbara Much, davon, wie es in einem Gefängnis zuging! Sie hatte nur eine panische Angst davor. Rach verhältnismäßig kurzer Zeit tarnen die beiden Polizisten wieder und forderten (Barbara auf, mit auf die Strahe hinunterzukommen. Gehorsam ging sie mit Linien stand ein kleiner offener Wagen mit einem Pferdchen davor. Man nahm darin Platz und es ging im Zockel- trab los. Während der ganzen Fahrt hörte und sah (Barbara überhaupt nichts, was um sie vorging. Rach längerer Zeit waren sie in einer mittelgroßen Stadt angelangt. Sie fuhren durch einige Straßen, zuletzt hielten sie vor einem großen, schwer vergitterten Tor. Rechts und links davon lief eine hohe dicke Mauer entlang. Auf das Klingeln der Polizisten wurde aufgeschlossen und (Barbara in ein leeres, kahles Zimmer geführt, wo man sie warten lieh. Hinter ihr wurde die Tür wieder sorgfältig verschlossen. Ergeben wartete (Barbara. Dann kam eine Wärterin, eine freundliche, etwas wortkarge Person, die Barbaras Habseligkeiten durchstöberte. Spiegel, Geldtäschchen und sämtliche Toilettengegenstände behielt sie zurück. Cs würde alles wohl verwahrt und (Barbara bekäme alles zurück, wenn sie wieder heraus- käme, so versicherte sie. sätze ungerechtfertigt" sei angesichts der höheren Realsteuersätze in einer Reihe anderer hessischer Städte. Dem wird man nicht beipflichlen können. Wenn man sich das schwere (Ringen der breitesten selbständigen Mittelstanbsschichen unserer Stadt vergegenwärtigt und dabei auch den immer noch anhaltenden wirtschaftlichen Niedergang sich vor Augen hält, erscheint es in dir Lat zur Zeit doch wohl zweckmäßiger, vorerst von einer weiteren Heraufsetzung der Realsteuersätze abzusehen. Seit Iahren ist immer wieder von allen Seiten eine Entlastung der Wirtschaft, also auch der handwerklichen und gewerblichen Mittel« und Kleinbetriebe, als unbedingt notwendig bezeichnet worden, wobei man vornehmlich auch daran dachte, auf diese Weise einer weiteren Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkte Einhalt zu gebieten. Zu diesen Forderungen und Ankündigungen steht die bisherige, ständig steigende steuerliche und durch soziale Zwecke begründete Reubelastung aller Gewerbezweige und auch die fortgesetzt anwachsende Belastung des Grundbesitzes in striktem Widerspruch. Daß bei dieser Sachlage die Tragfähigkeit der Wirtschaft aller Schattierungen für öffentliche Lasten und auch für den Arbeitsmarkt nicht besser wurde, liegt aus der Hand. Auch die Tatsache, dafr-tn anderen hessischen Städten höhere Realsteuersähe als in Gießen erhoben werden, kann u. E. nicht dazu führen, die bisherige Lastenvermehrung auf diesem Gebiete außer acht zu lassen und die daraus erwachsenen Folgerungen zu übersehen, Liebri- gens ist hierbei die ganz verschiedenartig gestaltete lokale Sachlage ins Auge zu fassen, und ferner ist zu beachten, daß es wohl nicht angängig ist, hier die Lasten einfach um deswillen zu erhöhen, well sie in anderen Städten eben höher find. Man kann wohl mit gutem Grund die Auffassung teilen, die ein linksstehender Gießener Staatsbeamter in leitender Stellung kürzlich an maßgebender Stelle in Darmstadt zum Ausdruck brachte, daß es doch nicht unbedingt angebracht sei, in Gießen mit allem Rachdruck die Realsteuersähe heraufzubringen und dadurch die wirt- ichaftliche Lage hier noch weiter zu erschweren, daß man sich vielmehr darüber freuen solle, wenn es in Gießen möglich sei, die Steuersätze auch weiterhin möglichst niedrig zu halten und dadurch die allgemeinwirtschaftliche Lage günstiger zu gestalten. Bei dieser Betrachtung der Dinge erscheint es zur Zeit angebracht und zweckmäßig, der Meinung derjenigen Bürger zuzustimmen, die nach den, jahrelangen ununterbrochenen Reubelastungen der Wirtschaft und deS Grundbesitzes nun einmal eine Atempause m dieser Entwicklung als notwendig ansehen. • In der B i er st e uer f r a ge find die beiden bürgerlichen Stadtratsfraktionen bis zuletzt getrennte Wege gegangen. Rach der bekannten Erklärung des Ortsgewerbevereins unternahm die Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte im Plenum des Stadtrats noch einmal einen Vorstoß, um die im Finanzausschuß von der Wirt-' schaftspartei und den Sozialdemokraten abgelehnte Biersteuervorlage der Stadtverwaltung doch noch zur Beschlußfassung zu bringen. Vergebens. Es sind nicht wenige (Bürger der Meinung, daß man mit den von der Stadtverwaltung aus der Biersteuer erwarteten 24 400 MF. mancherlei hätte anfangen können. Wer die Dinge von höherer Warte aus betrachtet, muß zugeben, daß wirklich stichhaltige Gründe gegen diese Steuer nicht vorgebracht werden können. Mit Recht sprach der Oberbürgermeister am Donnerstag davon, die (Dir;- steuer stelle gewissermaßen eine freiwillige Belastung dar, die jeder umgehen könne. Damit wollte er natürlich nicht zu einer Sch.idi- gung des Gasthausgewerbes aufrufen, sondern nur dartun, daß bei dieser Steuer auf breitere Schultern kein Zwang zur Leistung bestehe. Man kann denen wirklich nicht unrecht geben, die diese Steuer als gerecht und be- Barbara konnte sich schwer vorstellen, daß das überhaupt je wieder einmal der Fall sein könnte. Dann brachte die Schließerin Barbara, nachdem sie noch einmal im (Bureau der Anstalt (Hamen und Herkunft genau hatte angeben müffen, eine große breite Treppe hinauf und führte sie einen düsteren Gang entlang. Ein paar junge Mädchen in gestreiften Kleidern und derben Schürzen darüber waren damit beschäftigt, den Flur zu scheuem. Sie schauten von der Arbeit auf und sahen Barbara aus großen Augen erstaunt an. „ Leidensgenossinnen", durchfuhr es Barbara. Endlich machten sie vor einer grünen Türe halt. Rasselnd zog die Wärterin den großen Schlüsselbund unter der Schürze hervor, schloß auf und hieß Barbara eintreten. * Reginald Contius lag im Sand und sah träumerisch dem Spiel der Wellen des Adriatischen Meeres zu. Die Sonnenstrahlen warfen tausend Lichtreflexe auf die kleinen, hüpfenden Wellen. Weit und breit war keine Menschenseele zu erblicken. Die Mittagsstille wurde nur durch das leise Plätschern der Wellen unterbrochen. Am fernen Horizont, wo Wasser und Himmel in eins Zusammenstössen, zog ein Dampfer dahin. Alles war so friedlich und sonnendurchwärmt, als gäbe es nur Schönes auf dieser Welt. (Reginald hatte ein paar Stunden unbeweglich gelegen. So weit war er gekommen. Er war einige Tage zu Fuß durch das köstliche Land gewandert. Sein Gepäck hatte er von Venedig nach Neapel gehen lassen. In Venedig hatte er em paar Wochen gelebt. Er hatte auf dem Konsulat nach Barbara geforscht, hatte auch an einige andere Konsulate geschrieben mit der Ditte um Auskunft. Man schrieb höflich bedauernd zurück. „Wie komme ich nur auf den Gedanken, daß Barbara sich gerade in Italien auf hält?" fragte er sich immer wieder. Es war wie eine fixe Idee, und er gab ihr nach. Der Geldsorgen war er seit drei Wochen enthoben. Eine seiner Erfindungen, die er nach Berlin zur Prüfung eingesandt hatte, war angekauft worden, und das hatte erstaunlich viel Geld gegeben. Aber das Geld freute ihn nicht. Er hätte es bis auf den letzten Pfennig ausgegeben, wenn er Barbara gefunden hätte. (Fortsetzung folgt.) sonders tn dieser Notzeit angebracht bezeichnen. Sin hervorragender Herr des Saft* wirisgewerbes, der in 1 ruberen Jahren immer fegen die Biersteuer auftrat, weil er sie damals ür entbehrlich hielt, erklärte uns — obwohl er sein Geschäft heute noch betreibt — vor etwa zwei Wochen, daß er angesichts der gegenwärtigen Notlage der städtischen Finanzen die Sin- führung der Biersteuer al» richtig ansehe, allerdings unter Einschluß de» Flaschenbicrhan- del», bannt nicht der Bierausschank in den Gast- Häusern durch steuerliche Freilassung bzw. Bevorzugung de» Flaschenbicrhandel» benachteiligt werde Die Erhebung der Steuer könne am einfachsten und wirksamsten bei den Brauereien erfolgen. Wir müssen gestehen, daß die großzügige und einsicht»vol!e Deur- tcüung der Sachlage durch diesen Fachmann starken Eindruck auf unS machte. Wer könnte auch überzeugend bestreiten, daß er Necht hat ? Die Stadtverwaltung hatte im Finanzaus- schuh solgende Steuersätze vorgeschlagcn: bei Stnsachbier 2,50 Blk., Schonkb er 3.75 Mk. Bolt- hier 5 Mk. und Starkbter 7,50 Mk. je Hektoliter, d h. also 2,5 Pf., bzw. 3,75 Pf., bzw. 5 Pf., bzw. 7,5 Pf. je Liter Auf ein l a » umgerechnet würde also die Biersteuer je G l a S betragen habens bei Sinkachbier noch nicht l.Ps., Schankbier Pf., Dollbier 1,7 Pf. und Stark* hier 23 Ps Würde ein Gast an einem Abend fünf Gla- Schankbier trinken, so hätte er dafür insgesamt 6*,'s Pf. Steuer zu zahlen. Wer konnte ernstlich behaupten, dah ihm damit eine unerträgliche Last zugemutet würde? Allerdings wird der Sinwand erhoben werden, dah ja bei einer solchen Steuer von dem letzten Lieferer nicht nur nach den Steuerpfennigen umgelegt, sondern auf 5 Pf. aufgerundet werde und dadurch die start fühlbare Belastung für den Konsum ent- stünde. Hierzu wäre zu bemerfen, dah eS nun wohl an der Zett wäre, endlich auch in unserer Gegend im Daslwirlsgewerbe wieder zur Pf en- ntgrechnuna zurückzukehren, wie da» in den anderen Branchen schon längst üblich ist und im Gastwirtsgewerbe zahlreicher anderer Gegenden Deutschlands ebenfalls angewandt wird. Bei der Psenniarechnung hätte die geringe Diersteuer sicherlich leicht auf den Konsum umgelegt werden formen, ohne dadurch den Prei» allzu stark zu erhöhen. Wenn man die Diersteuersrage derart betrachtet, wird man zugeben müssen, daß sie der ernstlichen Beachtung des StadtratS wert ist. Unb man wird e» der Fraktion der Arbeitsgemeinschaft der Mitte als ein Verdienst an rechnen müssen, daß sie mit aller Entschiedenheit bi» zuletzt, wenn auch erfolglos infolge der ablehnenden Haltung der Wirtschaft-Partei, für diese Steuer eingetreten ist. um durch sie breitere Schichten zum Tragen der Lasten heranzuzieben, als eS durch eine Gewerbesteuererhöhung der Fall gewesen wäre. • An Stelle der Biersteuer hat der Gtadtrat die Bürgersteuer beschlossen, die die Verwaltung für den Fall der Not im Zähre 1931 zu- rückstellen wollte. Dah dieser Stcuerbeschluh Äur Zeit noch ein gewisse- Experiment ist, haben wir oben angebeutet. Die Stadtverwaltung steht dieser Steuer mit wenig Sympathie gegenüber, wie au» den Worten des Oberbürqct- meister» vom Donnerstag deutlich hervorging. Don einem ansehnlichen Teil der Bürgerschaft wird diele Antipathie geteilt. Dagegen dürfte aber wohl nicht mit älnrccht einzuwenden sein, dcch für unsere praktische Finanzpolitik der . wana zum „alleräuhersten Notbehelf", von dem der Oberbürgermeister bei derDürgersteuer ja auch sprach, jetzt wohl als gegeben anzusehen ist. Die Stadtverwaltung hat einstweilen mit den Mindestsätzen dieser Steuer gerechnet. Diese betragen bei Einkommen bi» zu 8000 Mk. 6 Mk.. von 8000 bi» 25 000 Mk. 12 Mk. 25 OCX) bis 50 000 Mk. 50 Mk., 50 000 bi» 100 000 Mk. 100 Mark. 100 000 bi» 200 000 Mk. 200 Mk . 200 000 bis 500000 Mk. 500 Mk . mehr als 500 000 Mk 1000 Mk. Abgesehen von dem finanziellen Ergebnis, dos die Verwaltung auf 78 000 Mk. schätzt, dürfte diese Steuer von weiten Kreisen der Bürgerschaft Wohl auch um deswillen gut- geheißen werden, weil sie der jahrelang erhobenen Forderung nach Heranziehung aller Bürger zu den Lasten der Wohn'ivgemeinde gerecht wird. Don einer Seite wird aller ding» in» Feld geführt, diese Steuer sei ein schlimmes Hebel, denn sie nehme sogar den ErwerbSlo'en als Steuerpflichtigen in Anspruch ES wird nicht zu leugnen sein, dah die arbeitslosen Mitbürger von dieser Steuer empfindlich berührt werden. Die andere Seite dürfte aber wohl sagen, dah sie ja ungleich schärfer von allerlei Steuern angepackt wird und die Dürgerfteuer für den tog. kleinen Mann monatlich sa nur 50 Pf. je steuerpflichtige Person ausmacht. Wenn man es recht betrachtet, find die Klagen beider Seiten nicht unbegründet. Tatsache ist ober doch auch, daß neben dem versöhnenden Moment der steuerlichen Lei- stungsoerpslichtung aller Bürger mit dieser Steuer vor allem eine neue Einnahmequelle für die Stadt- koste erschloßen wird, die wir namentlich im kommenden Winter mit seinen erhöhten Anforderungen gut werden gebrauchen können Einigkeit dürste wohl nur in dem Wunsche bestehen, daß wir diese Steuer möglichst bald wieder los werden möchten. Dazu möge uns eine baldige Besserung der Wirtschaftslage verhelfen. Ein kurzes Wort noch zu der erneuten stärkeren Heranziehung der städtischen Betriebe für die Deckung des Haushalts. Die Werktarife sollen nicht erhöht, die neu bewilligten Mehr- betrage von 28 000 Mark beim Elektrizitätswerk, 500. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Collar. 8 45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Messe, Hochamt mit Predigt. Montag, den 25. August. C au bad). 7.30 Uhr: Messe. Sonntagsdienst b.Stcrxfc u.Avotdeken am 24 H 30 Dr. Geyer. J)r. S. Klein. Pestkannpotheke. Zahnarzt: Dr. Haubach *D Bet übermäßiger Schweißabsonderung an ftflnben, güfctn uno tn d.n Achselhöhlen, lorote Geruch: dckältlaung, be anders dkwähn l.e<'(orin-< reme. Tube 1 Mart. 3b allen ein ich tägigen DelchäNen erhältlich. tu sämtlich. Krankenkassen zugelassen Cbem.Laboraiorium für Blut, Harn, Auswurf, Stuhl, Magensaft usw •sm AugustWeimer Oleben, Wetzlar. 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Die ältesten Bewohner waren vtelleicht Kelten, die im Lause der Zeit von verschiedenen germanischen Stämmen abgelöst wurden, bi» sür einige Jahrhunderte die Slawen die Herren in Obersranken waren, um späterhin von den Franken und Bayern zurückgedrängt zu werden. Die politische Geschichte diese» Gebiete» gewinnt erst mit dem ilebergang an Bayern im Jahre 1810 eine einheitliche Gestalt. Bi» dahin waren so viel Wechsel in Territorialität und Landeshoheit vorgekommen, daß unmöglich im einzelnen daraus ringegangen werden kann. Wir betreten daS Fichtelgebirge im Süd-Osten, wo im Tal das Äöffeine das Städtchen Markt» Redwitz liegt. Der Ort erscheint in der Geschichte zuerst alS Reich-lehen und kommt 1339 an daS Kloster Waldsassen, aber schon bald bi» 1815 an die Stadt Öger. An die geschichtliche Dergangenheit erinnern noch da» Bathau», in da» 1384 da» Schloß umgewandelt wurde, und die Hauptkirche. Heute ist Markt-Redwih ein bedeutender 3n- dustrieort, an dem sich die großen Bahnlinien von Hos nach Regensburg und von Nürnberg nach Öger kreuzen. Während im Nordvsten Syenit- und Granitbrüche die Ausmerksamkeit erregen, sind eS weiter nördlich die berühmten Specksteinlager bei GöpferSgrün und Thiersheim. Don dort erreicht man durch schönen Hochwald da» 3ndustriestädtchen Selb, daS zwar noch eine stattliche Kirche au» gotischer Zeit aufweist, aber beute durch seine Porzellansabriken und sein Groß- und Kleingewerbe ganz von Handel und Berkehr beherrscht wird. Selb toary? bemal» der Hauptort der gleichnamigen Herrschaft, die den Markgrafen au» dem Geschlecht der Burg- grafen von Nürnberg gehörte Während de» 30- Iährigen Kriege» batte das Städtchen durch die Feinde, durch Pest und Hunger außerordentlich zu leiden, so daß der ganzen übriggebliebenen Einwohnerschaft da» Kirchturmgewölbe al» Linie rschlupf genügte. Die Festung Hohenberg gehört zu den wenigen deutschen Burgen, die der Zerstörung entgangen sind. Westlich, durch mäßige Höhenslächen getrennt, liegt Marktleuthen an der ®ger und unweit Weißenstadt, auf einer Höhe über der Öger. Dieses Städtchen ist seit langem in aller Welt bekannt durch die Erzeugnisse eine» berühmten Granitschleifwerks, die ihren Weg selbst über den Ozean finden. Bon hier ist der nördliche Hochwall de» Fichtelgebirges, der W a l d st e i n, leicht zu erreichen, wo sich viele Brüche besten Granit» finden. Dom Gipfel, auf dem noch Reste einer Burg stehen, öffnet sich der schönste Blick de» Gebirges nach Böhmen und in das Vogtland, bt» zur Feste Coburg und der Plastenburg bei Kulmbach. Gleich einer Reliefkarte breitet sich der größte Teil de» Berglande» vor den Blicken des Wanderer» aus. Fruchtbare Täler mit Dörfern und Siedlungen wechseln mit dem dunklen Grün der ausgedehnten Wälder und bieten ein feierlich schöne» Bild deutscher Heimat, dessen Hauptcharakterzug fast unberührte Naturschönheiten auSmachen. Aus dem am Ostrand dieses Höhenzugs liegenden Cpprechtstein sind die Ruinen einer 1552 zerstörten Burg erhalten. Lind ebenso erinnern die Reste des angeblich von Psaizgras Rudolf erbauten Schlöffe» Rudolfstein im Süden von Weißenstadt an einen ehemaligen Herrensitz, dessen Besitzer bi» in» 16. 3ahrhundert die Herr- schast auch über diese Stadt innehatten. Aus der Wanderung nach Lüden durch herrliche Waldungen erreicht man den Schneeberg, mit 1053 Meter, die höchste Erhebung de» Gebirge». Aus der Hochfläche im 3nnem des BerglandeS liegt an der Röslau die Hauptstadt de» Fichtelgebirge»: Wunsiedel, ein freundlicher, heller Ort mit guten Straßen. Bescheidene bürgerliche Wohnhäuser befrimmen heute da» Stadtbild. 3n die Geschichte tritt Wunsiedel schon im 12. 3ahr- hundert und zu Beginn de» 14. gehört e» den Burggrafen von Nürnberg, die der Stadt einen FreiheilSories über gleiche Rechte wie die Stadt Cgcr auSstellten. Gewerbe und Handel, besonder» mit Eisen- und Zinnblechwaren, blühten auf und die Einwohner, die fich im Huflitenkrieg au»- zeichneten, kamen zu Wohlstand. Auch da» geistige Leben war regsam, denn schon 1518 wurde eine Stadtbibliothek gegründet. Don alten Gebäuden ist nur noch wenig übriggeblieben, denn gewaltige Brände (1434, 1541, 1607. 1731. 1834) zerstörten die Stadt fast vollkommen: selbst von der festen Burg und den starken Befestigungsanlagen sind nur noch geringe Reste vorhanden. Die Psarr- kirche stammt au» spätgotischer Zeit und ist 1730 z. T umgebaut worden. Daneben steht eine von Schwanthaler herrührende Erzbüste 3 e a n Pauls. Wenn Wunsiedel, dem man heute nicht mehr seine ehemalige Rolle al» Hauptstadt des bran den bürg schon Cgerlandes anfieht, in weiteren Kreisen bekannt ist, dann wohl in erster Linie al» Geburtsort diese» Dichters, der am 21. März 1763 hier zur Welt kam. 3ean Paul lebt heute nicht wie viele seiner Zeitgenossen nur noch,in Literaturgeschichte. Dieser große Humorist, von dem selbst ein Heider sagte: _e» wohnten in demselben bie heiligen drei Könige zusamt und der Stern ging immer über seinem Haupte", ist auch in unteren Tagen noch lebendig. Sein »Freiheit»- büchlein" und .Dämmerungen für Deutschland", die er unter dem Druck der Napoleonischen Herr- schast schrieb, sind heute noch lesenswert wie auch .Quintu» Fi,lein'. .Siebenlä»". . Flegel,ahre" und .Katzenberger» Badereise". .Willst du dich aus den Flügeln der Phantasie zu den roten Abendwolken deiner hlnabgesunkenen 3ugenb erheben. 3ean Paul wird dich führen; weinst du einsam in deiner Kammer, 3ean Paul schleicht zu dir und sagt: .ich komme, mit dir zu weinen', hat dich die Welt verwundet und verbittert und die Glut der Begeisterung in dir erstickt, so sucht und findet 3ean Paul in der Asche eine» ausgebrannten Herzen» den letzten halbtoten Funken und sacht ihn wieder zur Hellen LiebeSslamme an." Westlich von Wunsiedel erhebt sich auf dem Rand des Gebirges der Ochsen köpf (1024 Meter), wohl der bekannteste Berg de» Fichtelgebirge». An der Weiß-Main-Ouelle vorüber führt der Weg an gewaltigen Dranitfelsen entlang durch den Hochwald auf die Bergkuppe, wo ein Turm emporragt. Don dort bietet sich eine gute Aussicht über das Gebirge, die Fränkische Schweiz bis zum Thüringer Wald. Nach dem Abstieg am Westabhang erreicht man da» im engen, von der perlenbewohnten OelSnitz durch- rauschten Tal liegende Bad Berneck, viel besucht als Sommerfrische. Da» Städtchen, ehemal» Die üebertoinbung der Seekrankheit... ... und das gut gelüstete Abteil. Don Or. Franz Rittler. Technik und Medizin bemühen sich in gemeinschaftlichem Bestreben, die böse Seekrankheit zu bekämpfen, fie wenn möglich aus der Welt zu fchaffen. Aber trotz dieser Bestrebungen herrscht dieses Liebel noch immer, es macht manchem die Fahrt auf dem Meer zur Llnerträg- lichkeit. Obwohl man den Sih dieser Krankheit jetzt in gewissen Veränderungen erkannt haben will, die in dem im inneren Ohr befindlichen Gleichgewichtsorgan' deS menschlichen Körpers vor slch gehen, ist es der Medizin noch nicht gelungen, ein Allheilmittel zu finden. Ob es gesunden wird, mag dahingestellt bleiben. 3edenfalls rechnet die Technik nicht damit, denn die Bestrebungen, Schisse au bauen, aus denen eS keine Seekrankheit mehr gibt, gehen eifrig weiter. Dor allem handelt es sich darum, die Schlingerbewegungen des SchisssrumpseS auszuheben. Mancherlei Dorrichtungen sind Au diesem Zweck bereits ersonnen wordcn, wie die Schlingerkiele, eine Art von Leisten, die außen am Schisssrumps angebracht sind und die Schlingertanks. Bei diesen bewegt sich in einem quer durch das Schiss hindurchgehenden Tank eine Wassersäule hin und her. Sie bewegt sich im gleichen Rhythmus wie das Schiss und dämpft die Schisssbe- toegungen ab. Manche Schiffstechniker aber suchen das Heil in der Schaffung neuer Schifssformen. Die glatte Schiffswandung begünstigt das Schlingern, das Pendeln um die Längsachse des Schiffe». 3e mehr Widerstände man schafft, desto geringer muß dieses werden. AuS diesem Gedanken sind auch die eben angeführten Schlingerkiele hervorgegangen. Der SchisfSbautechniker 3 o Hanne f f c n hat nun eine neue Form des Schisss- rumpsS durchgebildet, die ausschließlich zu dem Zwecke erdacht wurde, das Schlingern noch weiter einzuschränken. Der Rumps bleibt dabei in seinem oberen Teile genau so, wie er bisher war. Aber im unteren erhält er eine wesentlich andere Form. Ziemlich tief fitzen zwei Furchen, auf jeder Schisssseite eine, bi? von vorne bis hinten durchgehen. Der Rumpf sieht so au», al» ob hier jemand eine tiefe Rille eingedrückt hätte. Die Rille hat eine eigenartige Form, und zwar so, daß ihr unterer Rand ziemlich scharf ausgebildet ist. Er bildet eine etwas nach oben gerichtete Schneide. Dadurch wird er einerseits wie eine Art von Schlingerkiel. Zu dieser Wirkung addiert sich noch die der nach unten vertieften Rille hinzu, deren Form der Bewegung im Wasser einen bedeutend größeren Widerstand entgegensetzt als die glatte Schifsswandung. Tie bei derartig gestalteten Schissen vorkommenden Bewegungen werden gewissermaßen ab» gebremst. Der Winkel, mit dem sich das Schiss um die Senkrechte bewegt, beträgt nur ungefähr ein Drittel des Winkel» bei einem gleichartigen Schiss mit glattem Rumps. Das bedeutet sehr viel und erscheint geeignet, manchen vor der Seekrankheit zu bewahren, der sie sonst vielleicht bekommen würde. Auch aus her Eisenbahn gibt es mancherlei Leiden, die die schönste Reise unangenehm machen können. Dazu gehört die Hitze. Sie ist bei uns auch in den heißesten Tagen nicht» gegen das, was man manchmal in subtropischen und tropischen Gegenden auszustehen hat. Nachdem die Form des Eisenbahnwagens eine überall ziemlich gleichartige und feststehende geworden ist, kann sich die Technik nunmehr In höherem Maße als früher der Bearbeitung von Einzelheiten zuwenden. Dazu gehört auch die Frage, wie man den Einfluß der Hitze in möglichst weitgehendem Umfange ausschalten kann. Doppeldächer, zwischen denen sich eine Lustschicht befindet, die wärmeisolierend wirkt, stehen bereit» verschiedentlich in Gebrauch. Auch der weihe Anstrich des Daches ist ein bekanntes Hilfsmittel. Neuerdings hat man jedoch begonnen, außer der Luftschicht auch noch andere wärme- isolierende Schichten wie Kork, Asbest und ähnliches zwischen doppelten Dächern zu verwenden. Ganz besonders günstige Erfahrungen sind aber mit einem Aluminiumanstrich und gleichzeitiger Derwendung bestimmter Glasarten für die Fenster gemacht worden. Cs hat sich gezeigt, daß das Aluminium die Wärmestrahlen in sehr weitgehendem Maße zurückwirft. Für die Fenster aber hat sich ein Glas als günstig erwiesen, das undurchlässig für Wärmestrahlen ist, ein „aktinisches" Glas, also ein Glas, das nur die Lichtstrahlen hindurchläht. Dieses Glas, das eine besondere Zusammensetzung hat, besitzt eine grünliche Farbe. Die Messungen in Eisenbahnwagen, die mit Aluminiumfarbe bestrichen und mit aktinischen Fenstern ausgestattet waren, haben ergeben, daß durch den Anstrich 25 v. H. der von der Sonne kommenden Wärmestrahlen und durch das Glas 80 v. H. vom 3nnem des Wagens abgehalten werden. Dagegen läßt das Glas 65 v. H der Lichtstrahlen hindurch. Läßt man Züge mit derartigen Wagen auch stundenlang in der Sonne stehen, so bleibt ihr 3nnerc», falls die Fenster geschlossen wurden, angenehm kühl. Während der Fahrt kann man ruhig neben dem von der Sonne beschienenen Fenster sitzen, ohne daß man die Hitze unangenehm empfindet der Hauptvrt eine» burggräslichen Amte», stand im AuSgang de» Mittelalter» m schöner Blüte. Allein auch Berneck kam durch die schon mehrfach erwähnten Kriege und durch schwere Brände dem Untergang nahe. Auf dem steilen 'Berg über dem Ort find die Trümmer der von Lllnch Waltpot errichteten Burg Berneck — ein Bergfried und Teile der Ringmauern — erhalten Hier oben War das stattliche Hoflager der Grasen von Orlamünde; später kam die Feste In den Besitz der Nürnberger Burggrafen. 1431 wurde sie von den Hussiten zerstört. Eine zweite Burg, Hohenberneck, ist um 1503 erbaut Da» Ratbau» de» freundlichen, einst durch feine Psesserbäcke- reten bekannten Städtchen» stammt au» der Mitte de» 17. 3abrhundert». — Hier in Berneck endet unsere Wanderung durch das Fichtelgebirge. Wanderfahrten. Schotten — Feldkrücker höhe — Ulrichstein — TNücke. Eine aussichtsreiche Bogelsbergwanderung mit wenig Wald ist bie folgende: Von unserem Ausgangspunkt Scholten folgen wir grünen Strichen, die uns bis Ulrichstein das Geleite geben. An der Mird>e vorüber gelangen wir auswärts iur Staatsstraße mit hübschen Blicken auf das Niddertal und ogel berget Höhen Da« Zeichen stchrt an Götzen vorüber, die Straße mehrmals abschneidend. Nach geraumer Zeit verlassen mir an einem 'hkg* weiser die Staatsstraße und wenden uns links. Wir überschreiten die ttelbfrütfer Höhe und kommen nach dem im Grund gelegenen Feldkruckcn (Wirtschaft von Steil), um von hier wieder auswärts zu steigen. Etwa 5 Minuten abseits von unserer Markierung liegen die Schleuningsteine, eine mächtige Basaltgruppe. von Fichten umgeben, mit Hub schein Fernblick, die einen stimmungsvollen Platz abgeben. An den Steinen, die vom Altbürgermeister Echleuning dem BHE. gestiftet wurden, befindet sich seit einiger Zeit eine bronzene Plakette Den Strichen nach weiter gehend kommen wir alsbald nach dem hochgelegenen Ulrichstein, das wir schon von weitem gesichtet haben. Sehr lohnend ist die Besteigung der Schloßbergruine mit großartigem Rundblick. Wenn wir nicht oorziehen, den Autobus nach Mücke zu benutzen, wandern wir auf der Landstraße über Babenhausen, Höckersdorf, Groß-Eichen noch unserem Endziel Mücke. Wanderzeit von Schotten nach Ulrichstein 2% Stunden, nach Mücke 3 Stunden weiter. Spielplan vcr frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 24. August, von 19 bi» gegen 22.30 Llhr „Aida." Montag, 25., von 19.30 bi» gegen 22.30 Llhr: „Marga- rctbc." Dienstag, 21 ■> 30 bi» 22 30 Llhr: ..Der Zigeunerbaron." Mitwoch, 27., von 19.30 bi» gegen 22.30 Llhr: „Cosi fan tuttc.“ Donnerstag, 28., von 19.30 bi» 22.15 Llhr: „Fidelio." Freitag, 29., von 19.30 bi» gegen 22.30 Llhr: ..Don 3uan." Samstag, 30., von 19.30 bi» nach 22 Llhr: „Da» Land de» Lächeln»." Sonntag, 31., von 19.30 bi» 22.30 Llhr: „Der Bet leist u- dent." Montag, 1. September, von 20 bi» gegen 22.30 LIhT: „ToSca." Schauspielhaus : Don Sonntag, 24. Aug^ biS Donnerstag, 28. August, geschlossen. Freitag. 29. Aug., von 20 bl» gegen 22 Llhr: 1. Dvrstel- lung nach den Ferien: „Wiederaufnahme beantragt." Samstag, 30., von 20 bi» gegen 22 Llhr: „Wiederaufnahme beantragt." Sonntag, 31., von 20 bi» gegen 22 Llhr: „Wiederaufnahme beantragt." Montag, 1. September, von 20 bi» gegen 22 Llhr: „Wiederaufnahme beantragt.“ Talen für Sonntag, 24. August. Sonnenaufgang: 4.58 Llhr, Sonnenuntergang: 19.05 Llhr: Mondaufgang: 4.55 Llhr, Mono- untergang: 19.39 Llhr. 79 n. Ehr.: AuSbruch des Desuv», Pompeji, Herkulanum und Stabiä verschüttet. — 1759: der Dichter Ewald n. Kleist ijt Frankfurt (Oder) gestorben. — 1919: der Politiker Friedrich Naumann in Travemünde gestorben. Taten für Montag, 25. August. Sonnenaufgang: 5.00 Llhr, Sonnenuntergang: 19.03 Llhr: Mondaufgang. 6.28 Llhr, Monduntergang: 19.53 Llhr. 1744: der Dichter 3oh. Gottfried v. Herder In Mohrungen geboren. — 1900: der Philosoph Friedrich Nietzsche in Weimar gestorben. 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Der Beginn der verflossenen Woche enttäuschte; denn wider (Srtoarten wurde die Tendenz merklich schwächer, obwohl ungünstig beeinflussende Nachrichten nicht mehr hinzugekommen waren. Die Abschwächung erklärte sich aber bald, und sie war nur auf G e w i n n m i t n a h m e n, in deren -Zusammenhang Material an den Markt kam, zurückzuführen. Das Geschäft war ziemlich gering, da die weiter ungünstige Lage in der Eisen- und Stahlwarenindustrie und die wieder schwächere Neuyorter Börse zur Zurückhaltung Veranlassung boten. Am -Zellstoffmarkt kam in größerem Umfange Material heraus, und bei wieder stärkerem Kursverlust wurde die Börse von dieser neuen Abwärtsbewegung ungünstig beeinflußt. Die Lage klärte sich aber rasch wieder, und die Stimmung nahm ihre alte !Freundlichkeit an, was in erster Linie auf die aktive Außenhandelsbilanz zurückzu- sührcn war. Aber auch der günstige Reichsbankausweis beeinflußte die Börse vorteilhaft, so daß die Kulisse erneut zu Rückdeckungen schritt, zumal das Publikum kleinere Aufträge an den Markt gegeben hatte. Das Geschäft war aber nur in Spezialaktien reger. Die schlechten Arbeitsmarktverhältnisse, die weiter rückläufige Konjunktur und weitere Stillegungen im Ruhrgebiet, sowie verschiedenartige Lohnkon- slikte drückten aus der anderen Seite und wirkten vorläufig geschäftshemmend. Die Stimmung besserte sich jedoch zusehends, und die trüben Momente traten fast ganz in den Hintergrund. Die Reuhorker Börse bot mit ihrer besseren Verfassung eine gewisse Anregung. Vor allem war aber das Deckungsbedürfnis des 3n» und Auslandes in Anbetracht des bevorstehenden Ultimos für die Börsen- und Geschäftsgestaltung ausschlaggebend. Das Geschäft wurde auf der ganzen Linie lebhafter. Die Schweiz soll sich hauptsächlich für Elektrowerte interessiert haben. Es ergaben sich teilweise ganz beträchtliche Kurssteigungen.. Kleine Rückschläge, die in Reaktion der Aufwärtsbewegung eintraten. waren natürlich nicht zu vermeiden. Die Tendenz war an den letzten Börsentagen ausgesprochen fest. Die Festigkeit trat besonders in Erscheinung, da die internationalen Börsen meist schwächer, oder fast ohne Geschäft lagen. Dies dokumentierte sich besonders bei den internationalen Werten. Svenska verloren aus diesem Grunde etwa 10 Mark. Auch Chadeaktien waren anfangs erheblich schwächer, was aber in erster Linie auf die schwache Veranlagung des Pesetakurses zurückzuführen war. Die übrigen Werte hatten Gewinne bis zu 10 Prozent und teilweise noch darüber aufzuweisen. An Oer Spitze standen Kaliwerte, von denen Aschersleben 14 Prozent, Salzdetfurth 19 Prozent und Westeregeln 14,5 Prozent anzogen. Siemens-Schuckert, Licht & Kraft und Gesfürel. die von Schweizer Seite gesucht waren, zogen bis zu 10 Prozent an. Auch Zellstoffwerte erfreuten sich regerer Nachfrage und gewannen bis zu 11 Prozent. Der Montanmarkt war stärker beachtet und bis zu 6 Prozent fester. Schiffahrtspapiere und Kunstseidewerte — bei letzteren nahm Holland Material aus dem Markte — gewannen bis zu 4 Prozent. Reichsbankanteile konnten auf die Gewißheit hin, daß wieder 12 Prozent Dividende verteilt werden, um 13 Prozent anziehen. 3.-G.-Farben waren 7 Prozent fester. Auch Renten lagen freundlicher und fester. Don Ausländem waren Mexikaner und Türken mehr beachtet. Teilweise konnte auch der Pfand- ' briefmarkt von der regeren Geschäftsentwicklung .profitieren. Tagesgeld war infolge des Medios angespannter, aber im Verlaufe der Woche mit 3 Prozent wieder ziemlich flüssig. Am Devisenmarkt lag Spanien sehr schwach, konnte sich aber wieder bessern. Die sonstigen Devisen zeigten mir unwesentliche Veränderung. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. . Die für die Ernte im Laufe der Woche eingetretene ziemlich günstige Wetterlage und die zumeist sehr flauen ileberfeemelbungen liehen auch den Frankurter Produktenmarkt in der neuen Woche wieder in sehr ruhiger Haltung verkehren. Wenn auch die sehr schwachen Kurse der Auslandsbörsen nur wenig Einfluß auf den Frankfurter Markt ausüben konnten, f°_ war doch eine gewisse Zurückhaltung der Händlerschaft unverkennbar. Die Llmsatztätigkeit , bewegte sich daher wieder in engen Grenzen. Die Stimmung war indessen nicht unfreundlich, und auf einzelnen Märkten war ein leichtes Ansteigen der Preise zu verzeichnen. So lag vor allem Hafer alter Ernte sehr fest, da das Angebot darin sehr klein war. Auch Neuhafer in besseren Qualitäten wurde etwas mehr beachtet. Das reichliche Angebot von geringeren Sorten blieb völlig vernachlässigt. Zum Wochenschluß war die Tendenz für Hafer alter Ernte weiter fest, während Neuhafer seinen Preisstand gegen den Wochenbeginn nicht behaupten konnte. Weizen war zu den Preisen der letzten Woche angeboten, noch nahmen namentlich rheinische Mühlen etwas mehr Ware aus dem Markt, so daß anfangs ein leichter Preisgewinn zu verzeichnen war, der sich aber zum Wochen- schluh nicht ganz behaupten konnte. 3m Verlaufe der Woche kauften die Mühlen nur noch den notwendigsten Bedarf, und zwar unter der Bedingung, daß gleichzeitig der Absatz für Mehle gesichert war. Weizen in abfallender Qualität entsprechend niedriger. 3m Termin- Handel waren namentlich die späteren Sichten, wohl im Einklang mit der schwachen Veranlagung des Auslandes, ziemlich matt. Roggen war ebenfalls angeboten, doch nicht so stark; das Interesse war aber nur sehr klein, so daß der Preis weiter etwas nachgeben mußte. Das Mehlgeschäft hing, wie schon erwähnt, von der Lage am Brotgetreidemarkt ab. Trotzdem die Forderungen für Weizenmehle abermals um 0,25 Mk. per Doppelzentner ermäßigt waren, war das Geschäft nur schleppend. Roggenmehl bei unveränderten Preisen gleichfalls sehr ruhig. Futterartikel bei ebenfalls sehr ruhigem Geschäft im Preise unverändert. Hülsenfrüchte, Rauhfuttermittel und Kartoffeln ruhig; Preise unverändert. 3m Vergleich mit den Preisen der letzten Derichtswoche lagen Weizen und Roggen je 2,50 Mark per Tonne niedriger, während Hafer alter Ernte um weitere 5 Mark per Tonne anziehen konnte; Neuhafer dagegen nur behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 270 00, Roggen 167,00, Hafer alte Ernte 200,00, Hafer neu 172,50 bis 175,00, Weizenmehl, südd., 43,00—43,75, Weizenmehl, niederrheinisches, 42,75—43,50, Roggenmehl 26,50 bis 27,50, Weizenkleie 7,75—7,90, Roggenkleie 7,75 bis 7,90. Kartoffeln: gelbfleischige Frühkartoffeln, per Zentner 3,25 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt machte die Besserung der Geschäftslage allgemein weiter kleine Fortschritte. Namentlich für Kälber zeigte sich wieder vermehrtes 3nteresse. Da der Auftrieb in allen Vieh- gattungen zum Teil erheblich geringer war, wurden die Märkte bei meist etwas anziehenden Preisen ziemlich glatt geräumt. Kälber hatten zunächst ruhiges, im Verlaufe sehr lebhaftes und zum Schluß wieder abflauendes Geschäft. Beste Kälber erzielten Preise über Notiz, sonst konnten die Preise an diesem Markte bis zu 4 Mk. anziehen. Der Markt wurde ausverkauft. Ebenfalls sehr lebhaftes Geschäft verzeichneten Schafe, die bei 2 Mk. höheren Preisen geräumt wurden. Auf dem Rindermarkt geringer als in der Vorwoche. Bei ruhigem Handel verblieb Heberftanb. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Die Preise blieben bei Ochsen und Färsen gleich, gaben bei Kühen leicht nach und zogen bei Bullen 2 Mk. an. Die Exportbeteiligung bewegte sich etwa auf dem Niveau der Vorwoche. Aus dem Sch w eine - markt war die Beschickung erheblich geringer, als in der Vorwoche. Nach anfangs regem, zum Schluß abflauendem Handel wurde der Markt bei ziemlich gut behaupteten Preisen geräumt. Lediglich leichte Ware gab bis zu 2 Mk. nach. Fettschweine waren gesucht. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1586 Rindern, darunter befanden sich 382 Ochsen, 130 Bullen, 533 Kühe und 417 Färsen, ferner aus 1242 Kälbern, 220 Schafen und 5194 Schweinen. 3m Vergleich mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 172 Rinder, 56 Kälber, 91 Schafe und 395 Schweine weniger am Markt. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 58 bis 61, a2) 54 bis 57, bl) 50 bis 53; Bullen a) 55 bis 58, b) 50 bis 54; Kühe a) 48 bis 50, b) 44 bis 47, c) 40 bis 43, d) 35 bis 39; Färsen a) 60 bis 62, b) 56 bis 59, d) 50 bis 55. — Kälber b) 80 bis 84, c) 75 bis 79, d) 65 bis 74. — Schafe al) 50 bis54, b) 43 bis 49. — Schweine a) 68 bis 71, b) 69 bis 71, c) 70 bis 72, d) 69 bis 71, e) 65 bis 68. * * Lokomotivlieferungen auf Re- parationskonto? Die Lokomotivfabrik Arnold 3ung G. m. b. H. in Kirchen an der Sieg, die etwa 1200 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, steht in aussichtsreichen Verhandlungen über den Abschluß eines über Reparationskonto laufenden Auftrags auf Lieferung von 30 Lokomotiven für die serbischen Staatsbahnen. * Der Privatdiskontsah für lange Sicht ist um Vs Prozent auf 3Vs Prozent ermäßigt worden; der Sah für kurze Sicht erfuhr gestern eine Ermäßigung auf 3Vs Prozent. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 22. Aug. Tendenz: eher schwächer. An der Abendbörse war die Haltung nach etwa behaupteter Eröffnung meist etwas abgeschwächt, da sich die Liquidationen im Zusammenhang mit dem herannahenden Ultimo fortsetzten. Angeboten waren vor allem Westeregeln, die 2,75 Prozent einbühten. Am Elektromarkt lagen Schuckert 1,25 Prozent niedriger. Auch 3.-G.-Farben gaben im Verlaufe etwas nach. Danken waren überwiegend behauptet. Renten wenig verändert. Altbesih 60,25, Adca 108, Barmer Bank 116,25, Danatbanr 181,50, Dresdner Dank 124,25, Gelsenkirchen 108, Har- pener 100,50, Aschersleben 189, Westeregeln 196, Rhein. Draunkohlen 205, Rh einst ah l 86,75, Stahlverein 78,50, Aku 83, AEG. 139, Daimler 28, Deutsche Linoleum 183, Licht & Kraft 136, 3.-G.- Farben 150,39, Gesfürel 140, Holzmann 82,50, Schuckert 150,50—151, Waldhof 130, Südd. Zucker 146, AG. für Verkehr 73, Hapag 92. Berliner Börse. "Berlin, 22. Aug. Die letzte Börse dieser Woche wurde zu Beginn des Verkehrs von verschiedenen ungünstigen Nachrichten aus der Wirtschaft etwas nach unten beeinflußt, zumal Das Geschäft wieder recht klein geworden ist. Gegenüber den retartierenöen Momenten, wie dem 178 Millionen Mark betragenden Reichsbahn-Fehlbetrag int ersten Halbjahr 1930, dem schwächeren Schluß der gestrigen Neu- Yorker Börse, den großen 3nsolvenzverlusten in den ersten sieben Monaten dieses 3ahres, dem starken Derkehrsrückgang in Berlin usw., vermochten die von der Reichspost int Rahmen Des Arbeitsbeschaffungs - Programms erteilten Aufträge in Höhe von 200 Millionen Mark wenig Anregung zu bieten. Allerdings wurde noch einige Ware für Ultimofchiebung unter Satz hereingesucht, so daß die Tendenz hiervon etwas gestützt wurde. 3mmerhin betrugen die Verluste, den Erwartungen des Vormittags entsprechend, fast allgemein 1 bis 2 Prozent. Darüber hinaus waren Kaliwerte bis 5,5 Prozent gedrückt. Spritwerte verloren bis Die Hessische Amtliche Pressestelle teilt mit: Um den Absatz von anerkanntem Origi- nalsaatgutfürWintergetreide (Winterweizen, Winterroggen. Wintergerste) für die bevorstehende Herbstbestellung zu heben, hat der Reichsminifier für Ernährung und Landwirtschaft Mittel zur Verfügung gestellt, die dazu bestimmt sind, den Zinssatz für Kredite zu senken, die für den Bezug von anerkanntem Original- Wintersaatgetreide gewährt werden. Die Zinsverbilligung soll ausschließlich den deutschen Landwirten zugute kommen, die anerkanntes deutsches Original-Nöintersaat- g u t kaufen; sie besteht in einer Senkung des Zinssatzes für Diskontkredite für die Dauer von zweimal drei gleich sechs Monaten. Die Zinsverbilligung erfolgt: soweit genossenschaftlicher Absatz in Frage kommt, durch die Preußische Zentral-Ge- nossenschaftskasse für Diskontkredite, die die Preußische Zentral-Genossenschaftskasse im üblichen Geschäftsverkehr mit den ihr angeschlossenen Genossenschaften gewährt; soweit Absatz durch die Originalsaatzüchter im freien Handel in Frage kommt, durch die Reichskredit-Gesellschaft für Diskontkredite, die hierfür von Bankseite gewährt werden, wobei den diskontierenden Banken eine Diskontmöglichkeit für die mit ihrem Giro versehenen Wechsel bei der Reichskreditgesellschaft AG. gegeben ist. 3 Prozent. Ferner lagen Gesfürel minus 2,75 Prozent, Phönix minus 3,5 Prozent, Schlesische Zemet minus 2,5 Prozent und BMW. minuS 2,75 Prozent. Anderseits fielen Thüringer Gas mit plus 3 Prozent durch Festigkeit auf; man wollte hier Käufe für amerikanische Rechnung beobachtet haben. Recht fest lagen auch Aschaffenburger Zellstoff mit plus 2,5 Prozent. AG. für Verkehrswesen, die auf Gerüchte, wonach der Mitinhaber einer ersten Bank in den Aufsichtsrat eintreten werde, 1,5 Prozent gewannen, hielten den Verlust, obgleich dieses Gerücht keine Bestätigung erfuhr. Deutsche Anleihen waren uneinheitlich. Altbesitz gut behauptet. Neubesitz nachgebend. Ausländer lagen geschäftslos. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt war bei unveränderten Sätzen leicht. 3m Verlaufe erfuhr das Geschäft keine Belebung; Aufträge waren nicht eingetroffen, und auch die Spekulation verhielt sich abwartend. Es ergaben sich weiter kleine Abbröckelungen, die jedoch nicht mehr als 1 Prozent betrugen. Aschaffenburger Zellstoff mußten 2 Prozent ihres Anfangsgewinnes wieder hergeben, während Thüringer Gas ihre Steigerung um weitere 3 Prozent fortfetzen konnten. Ganz vereinzelt waren auch Heine Besserungen zu beobachten. Kirche und Schule. -O Hörnsheim, 22. Aug. Am vergangenen Sonntag feierte unsere Gemeinde bei starkem Besuch ihr diesjähriges M i s s i o n s f e st. Wie immer, wirkten die Posaunenchöre von Hochelheim, Lützellinden und Hörnsheim mit. 3m Festgottesdienst hielt Missionsinspektor Hoffmann von der Rheinischen Mission die FesL- predigt. Nach der Kafseepause fand eine Nachfeier statt. Der Missionsinspektor berichtete hierbei aus der Arbeit der Rheinischen Mission, Missionar Bähr (Groh-Rechtenbach) erzählte aus seiner langjährigen Missionstätigkeit m China; die dritte Ansprache hielt Pfarrer Schneider (Hochelheim). 3n der Schlußan- sprache dankte der Ortsgeistliche, Pfarrer Koch, allen Mitwirkenden und besonders für die Gaben in den Opferbüchsen, die "einen hohen Ertrag brachten. Das Fest war umrahmt von Gesangsvorträgen des Männerchors und des Gemischten Chors von Hörnsheim unter der Leitung von Albert Kuhl. Turnen, Sport und Spiel. Handball im T. D. Heuchelheim. Am Sonntag hat Heuchelheims 3ugend die gleiche Mannschaft vom Tv. Klein-Linden zu Gast. Der Spielausgang ist offen. Die 1. Mannschaft trägt in Treis (Lumda) ein noch fälliges Rückspiel aus und mühte, nach den bisherigen Leistungen zu urteilen, auch auf dem fremden Platz Sieger bleiben. Die Preußische Zentralgenossenschaftskasse und die Reichskredit-Gesellschaft AG. rechnen die von ihnen hereingenommenen Wechsel zu einem Zinssatz ab, der um bis zu 5 Prozent pro Anno verbilligt wird, insoweit der Zinssatz hierdurch nicht unter 1 Prozent pro Anno sinkt. Die Prüfung der Bonität und der sonstigen für die Hereinnahme der Wechsel maßgebenden Momente erfolgt nach den bei der Diskontierung von Wechseln im allgemeinen geltenden bankmäßigen Gesichtspunkten. Die zu verbilligenden Kredite müssen nachweislich für den Bezug von anerkanntem Original-Wintersaatgut gewährt sein. Zu dem Zweck ist a) bei dem Absatz durch die Genossenschaften die Faktura, oder dex Originalfrachtbrief über den Bezug des Original-Wintersaatguts bereitzuhalten, b) bei Absatz im freien Handel muh der Wechsel die Unterschrift eines Originalsaatgutzüchters tragen; ohne solche Unterschrift kommt eine verbilligte Diskontierung nicht in Frage. Die Zinsverbilligung wird nur für den Bezug von anerkanntem Originalwintersaatgut gewährt und nicht für Av- faaten oder sonstiges Saatgut. Die genossenschaftlichen Zentralkassen und Warenanstalten erhalten nähere Mitteilung durch die Preußische Zentralgenoffenschaftskasse; die Bankinstitute, die mit Originalsaatzüchtern in Verbindung stehen, können Näheres durch die Reichskreditgesellschaft AG., Berlin W 8, erfahren. ZinsveMigungsmdeiiWeSWiiiiersaaMeide. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. S)., Lombardzinsfuß 5 v. H. Berlin Schluß- hirtf Schluß!. Abend- Mrfe Schluß» furd Schluß!. Mittag» börse Datum 21. 8. 22. 8- 21. 8. 22.8. 6% Deunche ltteichoameche Bon J927 ....... 07/7j 88,1 7% Deutsche Reichsanlelhe Von 1929 .......... 102,1 Heutige Anl.-Ablös.-Schuld mli 60,4 8,075 De-gl. ohne Auilos.-Rechte . . . R?'95 fifl'?8 CO,2 8% He«. BoUsstaat von 1929 irüchzahld. 102%)...... 93,5 93/5 Oberhellen Provinz - Anleihe mit 59 Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 58,9 8% Franks. Hhp.-Bank Goldpse XIII unkündbar bl« 193-1 . . . 101 101 _ 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar ml 1939 ..... 96 4,5 _ 24 fi 2,1 4% Ungarische StaatSrente v. 1910 19,5 19,5 19'6 19,R 4y,% bcifll von 1913..... — 20,5 90 R 4% Ungarische Aronenrente . . . 2,15 2,15 2,13 9,13 4% Türkische Zollanleihe von 1911 5,13 5,1 5 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Terie I .......... 5,13 5,95 5,15 5,15 4% deSgl. Serie II . ... - - - 5,13 5,15 5W5 6% Rumänische veretnh. Rente 9,6 9,5 iy,% Rumänische veretnh. Rente von 1918 .......... 15,9 —• 15,8 15,8 IX StamtaW veretnh. Rente - 7.3 7,4 7,4 7,45 Frankfurt a.Dl. Berlin Schluß» kurs Schluß!. Abend» börse Schluß» furd Schluß!. Mittagbörse Datum 21-8. 22. 8. 21. 8. 22. 8. Hamburg-Ämertka Patel . . . < Hamburg-Südam. Dampsschiss. 8 — 92 92,65 91,65 — Hansa Dampsschiss.....10 —— — _ Norddeutscher Lloyd.....8 — 91,65 92,5 91,65 Allgemeine DeutscheTreditanst. 10 108 108 108,75 108,25 Barmer Bankverein .... 10 116,25 116,25 116,25 116,25 Berliner Handelsgesellschaft . 12 143,5 142,5 143,75 142,75 Commerz, und Privat-Bank. 11 129,5 129,75 129,5 129,9 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und 182,5 181,5 182,5 181 DtSconto-Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank ...... 10 124 125 248,5 124 124,25 124 124,5 249,25 124 124,25 248 Retchsbank ........ 12 A.E.G............. 140,75 139 140,5 169 139,4 167,5 Bergmann.........9 Elektr. LieserungSgesellschaft. 10 129 — 128,5 127,75 Licht und Graft......10 i39 136 138 136,5 Felten & Guilleaume ... 7yt Gesellschaft für Elektrische 105 105 105,5 105 Unternehmungen .... io 142,5 140 143 140,75 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 129,9 130 Rheinische Elektrizität .... 0 — — 130 128,5 Schlesische Elektrizität. ... 10 — — Idd 134,75 Schuckert L Co. ...... 11 _ 151 153,75 151,75 Siemens & Halöke . • • • • 16 193,5 193,25 190,5 TranSradto .......8 Lahmeycr & Co....... io 155 155 155,5 156 Buderus..... • • • . b 57,5 60 57,65 59,25 Deutsche Erdöl ....... 6 72,25 70,75 Essener Steinkohle......8 — Gelsenkirchener ...... .8 109 108 109,25 108 Harpener.......... 0 101 100,5 101,75 100 Hoesch Eisen........6% —— — 87 86 Ilse Bergbau ....... 10 — —— 222 Klöcknerwerke ........ 7 80 80j 80,75 80 83,5 85,25 KvIn.Neuessen. ....... 7 84,5 84,5 ManneSmann-Röhrea .... 7 4,5 _ 55,25 55 Oderschles. Etsen'bedarf .... 6 — 53,75 53,25 Oberschles. ftoliroerle . .... 7 — _ 86,4 18,5 206,5 86 Pbönti Bcradau...... 6V, 78,5 206,5 78 205 78 205 Rheinische Braunkohlen . „ 1Ö Rhein stahl . ........ 6 Riebeck Montan ...... 7,2 87,75 86,75 88 86,75 Frankfurt a.M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend» börse Schlußkurs Schluß». Mittag» börse Dalum 21. 8. 22 8. 21- 8. 22. 8. Bereinigte Stahlwerke . . Olavi Minen...... / 8,75 78,5 78,75 78,5 16'/, — 37,5 37,25 Kaliwerke Aschersleben . . 10 195 189 195,5 189,9 Kaliwerke Westeregeln . . 10 203 196 204 198,75 Kaliwerke Salzdetfurth . . 15 316 316,5 313,75 F. G. Farben-Industrie . . 12 151,9 150,4 152,25 151 Dynamit Nobel..... . 6 — 72,5 Scheideanstalt...... . 9 139 138 — Goldschmidt ...... . k> 56 56,4 56,75 56,25 RütgerSwcrke...... . 6 53 51,5 53,4 51,5 Metallgesellschaft. . . . . . v 106 105 165,5 105 Philipp Holzmann . . . „ Zementwerk Heidelberg . . 7 83 82,5 83,5 82,5 10 104,5 103,25 Cemcntwerk Karlstadt. . . 10 — _ Wavß & Freytag .... . 8 65 64 65 64,5 Schultheis Patzcnhofer . . 15 _ 256,5 253 Ostwerke...... . 12 — — 206,5 202 Aku.......... 18 86 83 85,75 83,13 Bemberg........ 14 89 — t.8,75 86,5 Zellstoff Waldhof .... 13V. 132 130 133 130,5 Zellstoff Aschaffenburg . . 12 99,75 101 99,5 Charlottenburger Wasser . . 8 — 93,5 93,25 Dessauer GaS ...... . 9 — — 133,75 134,75 Daimler Motoren . . . . . 0 28,5 28 28,75 28,4 Deutsche Linoleum . . . 186 183 186 183 — 40/'5 40 Rat. Automobll ..... . 0 — — 9,75 10 Orenstein & Koppel ... . 6 — — 59,5 59,5 Leonhard Tietz ..... 10 132 131 134 132 Svenska........ 284 285 285 285 Frankfurter Maschinen . • . 4 — 22 22 22 Grihner........ 30 30 30 29 Heyligenstaedt..... Iunghans........ Lechwelke........ . 6 95,5 29 95,5 28 29,75 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 79 79 — —. Mag.......... 10 86,5 86,5 86,75 87 Gebr. Roeder ...... 10 98,5 98,5 Botgt« Haesfner . . » i Süddeutsche ZuLr , ; \ . 9 10 151,25 147 150 146 151,5 146 151,75 146 Banknoten. Berlin, 22- August Geld Bries " Amerikanische Noten ...... Belgische Noten......... Dänische Noten ........ Englische Noten . ....... Französische Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, 1 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ........ Tschechoslowakische Noten..... Ungarische Noten...... . Devisenmarkt Berlin - 4,167 58,31 111,98 20,335 16,415 168,16 21,92 111,88 59,05 2,468 112,25 81,22 44,41 12,38 73,16 - Frankfurt 4,187 58,55 112,42 20,415 16,475 168,84 22,00 112,32 59,29 2,488 • 112,69 81,54 44,59 12,44 73,46 a.M. 21. August 22. August Amtliche Geld Notierung Briet Amtliche Geld Notierung Briet Alltst.» Rott. Buen.-Aires Brss-.Antw- Christiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. .. Reuyork . . Paris.... Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Rio de Jan- Wien inD-- Lest. abgeft. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . . 168,48 1,512 58,43 112,13 112,16 112,40 10,526 21,91 20,37 1,1825 16,445 81,33 44,46 2,066 0,401 59,115 12,411 7,429 73,35 3,032 18,82 81,43 1,784 5,435 4,184 3,427 20,88 168,82 1,516 58,55 112,35 112,38 112,62 10,546 21,95 20,41 4,1905 16,485 81,49 44,54 2,070 0,403 50,235 12,431 7,443 73,49 3,038 18,86 81,59 1,789 5,445 4,192 3,433 20,92 168,42 1,515 58,415 112,08 112,14 112,39 10,525 21,90 20,367 4,181 16,445 81,295 44,66 2,066 0,404 59,11 12,411 7,423 73,34 3,032 18,83 81,43 1,784 5,435 4,184 3,427 20,88 168,76 1,517 58,535 112,30 112,36 112,61 10,545 21,94 20,407 4,18t 16,485 81,455 44,74 2,070 0,406 59,23 12,431 7,437 73,48 3,038 18,87 81,59 1,789 5,445 4,192 3,433 20,92 Oberheffen. Jiibboer Herbstmarkf. • Nidda. 22. Aug. Der althergebrachte Rib - darr Herbstmarkt findet in diesem Jahre am Wonlag. 8. September, statt. Die Vorbereitungen für den mit der Kirchweih« ver- bunbtnen Warft sind in vollem Dange. Die Prämiierung von Simnnntaler und Vogelsberger Rotvi«h, sowie von Saanenziegen, die unter Mitwirkung der Landwirtschastskammer und deS KreisziegenzuchtvereinS Vüdingen durchgesührt Wird, dürste auch die-mal ihre Anziehungskraft auf (Züchter, sowie Freunde und Förderer der Viehzucht nicht verfehlen. Der Zweck derartiger Tierschauen besteht ja in der Hauptsache darin, immer weitere Kreise der Landwirtschaft auf die Zweckmäßigkeit der Züchtung und der Einführung von reinrassiaem Vieh hinzuweisen und sie für das bodenständige oberhessische Fleckvieh und Rotvieh zu interessieren. Die bei dem LandwirtschaftSamt Nidda bis zum 3. September anzumeldenden Tiere für die Prämiierung brauchen nicht unbedingt in daS Herdbuch der Land- wirtschaUSkammer eingetragen au fein. cS darf jedoch kein Zweisel über die Rassereinheit üe- stchen. Die Prämiierung findet in sechs Klaffen statt, und zwar Vullen über zwei Jahre (®e- meindebullen). Dullen bi- zu zwei Jahren, Kühe mit drei und mehr Kälbern, tragend oder in Milch^ Kalbinnen erkennbar tragend und Rinder über etn Jahr SS stehen auS Mitteln der Stadt und der Landwirtschastskammer 1000 Mark, sowie eine Anzahl Ehrenpreise zur Verfügung. Für die Versteigerung von Dullen. Ebern und Ziegenböcken, die ebenfalls von der Landwirtschaft^- kammer und dem KreiSziegenzuchtvercin Dübin- gen durchaesührt wird, liegen bereits eine Anzahl Meldungen vor, so daß auch der Markt feine Dedeutung alS Fafelmarkt behalten wird. Auch ein« Ausstellung von land- wirtschaftlichenWaschinen undHauS- haltungSartikeln ist vorgesehen. Anmeldungen für die Ausstellung sind an die Bürgermeisterei Nidda zu richten. Um 14 Alfcr findet die übliche Verlosung von zehn Stück Rindvieh. daS auf dem Markt am Vormittag angekauft wird, und von 230 Degen ständen im Einzelwerte von 5 bis 100 Mark auf dem Marktplatz statt Wan beachte die gestrige Anzeige. Landkreis Gießen. v. Londorf, 22. Aug. Gemeinde rechner Berlin feiert am morgigen SamStag fein 25. D i c n st j u b i lä u m. Er hat sich während seiner Tätigkeit grobe Verdienste um unser Gemeinwesen erworben. )( Drohen-Linden, 23. Aug. Die noch sehr rüfliae Witwe Peppler, Wirtin de« Gasthauses .Zur Lind«", feiert am nächsten Montag ihren 8 0. Geburtstag. ES leben von ihr noch drei Schwestern im Alter von 72. 69 und 66 Jahren. Lang-GönS, 22. Aug Eine wichtige Neuerung auf dem Gebiete der Armaturen wurde von dem Schlossermeister Hch Doller IV., Lang-GönS, ausgearbeitet, der einen Wasserzapfhahnen erfand, bei dem das Lahmwerden der Gcwindespindel nicht mehr vorkommen kann. Die 'Steuerung wurde patentamtlich geschützt und von einer süddeutschen Fabrik mit sofortiger ilmfteUung zur Massenfabrikation übernommen. — • jungen, 22 Aug. Der Viehhändler Salomon Kahn feiert am 26 d. M. in voller Rüstigkeit seinen 9 0. Geburtstag. Er ging seinem Beruf noch bis vor 2 Jahren nach, toeine älteste Schwester, wohnhaft In Steinbach bei Gießen, erreichte ein Alter von 99 Jahren Mrcte Friedberg. pb. Butzbach, 22. Aug. Am Mittwoch wurde die hiesig« Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz probeweise nach Lang-Göns alarmiert. Es war angenommen, daß in Lang-Göns die Turnhalle eingeslurzt sei, wobei eine Anzahl Turner verletzt worden wären. Die Kolonne ruckle um 19.45 Uhr ab und traf nach zirka 35 Minuten mittelst Lastkraftwagen am Platze ein. Rach- die „verletzten" Turner soweit geborgen waren, traf eine weitere Meldung ein, daß ein Auto auf der Landstraße in der Rahe des Ortes verunglückt und mehrere Personen verletzt worden seien. Sofort begab sich ein Teil der Kolonne an die Unfallstelle unb brachten den „Verletzten" die erste Hilfe. Der Probealarm halte gleichzeitig einen Werbezweck, man beabsichtigte die Bewohner von Lang- Göns für die Gründung einer <5 a n i f ä t s • folonne zu interessieren Don dem Vorsitzenden des Lang-Gönser Turnvereins, Herrn Lang, war die Turnhalle für den Zweck in entgegenkommender Weise ,}ur Verfügung gestellt worden. Sollte da- selbst eine Sanitätskolonne gebildet werden, dann würde auch eine Meldestelle für den Stra - ßenbilfsdienst eingerichtet werden. WSN Dad-Rauheim. 22. Aug. Im benachbarten Wisselsheim wurde ein Mit- Rundfunkprogramm. Sonntag, 24. August. 7 biS 8.15: Don Hamburg: Hasenkonzert. 8.15. Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Landeskirche Frankfurt a. M 10.30: Rezitation-- stunde. Hilde Maria Krau- 11 Stunde deS EhorgesangS 12. Wittagskonzcrt. 13: Dom Nürburgring Motorrad-MeisterfchaftSf ähren. 13.30: Dandomon-Konzert 14 Stunde der Jugend. 14.50: Stunde deS Lande« I. 15.15: Dom Nürburgring: Motorrad-WelslerschaftSfahrcn. 15.30: Stunde deS Lande« li. 16 Von Dad Orb: Konzert deS Kurorchesters. 18: .Frankfurt a. TL von 1820 im Urteil cineS Engländers". Vortrag von Karl Walter. Stuttgart. 18.20: Stunde des Rhein-Mainifchen Verbandes für Volksbildung: .Zu Nietzsches 30. Todestag". SrinnerungS- worte. gesprochen von Pros. Dr Rich. Oehler, Frankfurt a. M 19.20: Sportnachrichten. 19.30: Von Stuttgart Troubadoure und Minnesänger. 20.15: Von Stuttgart: DoltttürnlicheS Orchesler- konzert. 22.15 bis 0.30: Don Stuttgart: Tanzmusik * Montag, 25. August. 8 biS 9; Von Dad Orb: Konzert des Kur- orchesterS. 12.20: Schallplattenkonzert: Lehär- Kcnzert. 16: Von Dad Soden: Konzert deS Kur- orchesterS. 18.05: .Schicksal und Abenteuer des Generals Johann August Suter", Vortrag von Joses Eberle. Stuttgart. 18.35: .Reife nach Korsika" von Frithjof Kühn. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Llnterhaltungstonzcrl. 20.30: Zeitbericht. ZwangSarbeits-Devatie in Genf. 21.10: 'Burg RothenfelS. eine katholisch« Jugendburg. Reportage. 22: Gedenkfeier anläßlich deS 30. Todestages Friedrich Nietzsches. Dienstag, 26. August. 8 biS 9: Don Dad Orb: Konzert deS Kur- vrchesterS. 12.20: Don Stuttgart: Promenadenkon- zeri 13: Schallplattenkonzert: Solistenkonzert. 15: HauSfrauen-Rachmittag. 16: Don Stuttgart: RachmittagSkonzert deS Rundfunkorchesters. 18.05: .Der Sport der Dlinden", Dortrag von Oskar Daum. 18.35. Don Stuttgart: .Wanderfahrt durch historisches Weinland im Elsaß", Dortrag von 5>r. Karl Klingenfuß. 19.05: Don Mannheim: .Musikdilettanten und ihre Dedeutung zur Hebung der Musikpflege". Dortrag von Friedrich Daser, Heidelberg. 19.30: Lieder von Hugo Wolf. 20. Don 'Berlin: Die Prinzessin von Trapezunt. Operette in drei Akten von Eh. Ituitter und L. Treseu. Musik von JacqueS Offenbach. Mittwoch, 27. August. 7.30 biS 8.30: Don Dad Homburg: Konzert der Kurkapelle. 10.20 bis 10.50: Schulfunk, Französisch. Unterstufe. 12.20: Don Schlangenbad: Konzert deS Kurorchesters. 13: Schallplattenkonzert: Alpenländisch-volkstümlich. 15: Stund« der Jugend. 16: Nachmittagskonzert. 18.05: Herrmann Kesser erzählt fein Leben (anläßlich keines 50. Geburtstages». 18 35: Don Stuttgart Elpe- rantokurS. 19.05 Don Stuttgart. .Der Lizenzvertrag. ein wichtiges Kapitel auS der Verwertung von Erfindungen" III., Dortrag von Patentanwalt Schwaebfch. 19.30. Don Stuttgart: . Streifjug durch den Aether". 20.15 Dom Kur- faal Eanftatt Orchesterkonzert. 21: .611 Hbr vierundzwanzig", Selbstmördernovelle von Alfred Prügel. 21,30: Siegfried Wagner zum Gedächtnis. Donnerstag. 26. August. • 7.30 bis 8.30 Don Dad Homburg: Konzert. 12.20 Schallplattenkonzert: Sinfoniekonzert 15 biS 15.50: Don Stuttgart: Stunde der Jugend 16: Don Stuttgart RachmittagSkonzert deS Rundfunkorchesters 18.05: Der Frankfurter Doetheprcis Ansprache von Dr. Alsons Paguet. Dortrag des Preisträgers. 18.35: .Zum 1500- jährigen Todestag AugustinS", Vortrag von Pros Dr. Th. Steinbüchel. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Konzert deS Rundfunkorchesters. Opernmusik. 20.30: Zu Goethes Geburtstag Iphigenie auf TauriS. 22.20: Unter- haltungSkonzert. Freitag, 29. August. 7 biS 8: Don Dad Salzschlirf: Konzert des KurvrchesterS. 12.20: Schallplattenkonzert: ‘Bunte» Programm. 15: Erziehung und Bildung: .DaS FormbedürfniS der Jugend", Dortrag von Pfarrer LinS, Schlüchtern. 15.25: Erziehung und Dildung: Elternftunde. 16: Konzert deS Rundfunkorchester-. 16.10: Don Daden-Daden: Großer Preis von Daden. 16.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18 05 Buch und Film. 18.35: Don Stuttgart: Kunst und Staat", Dortrag von Dr. E. Kurt Fischer. Leipzig. 19 Don Stuttgart: Deutfchtumführer in Europa. 19.55; Don Stuttgart: ‘Bunter Abend. 22: Don Stuttgart: Trilogie der Leidenschaft von Goethe. 22.30; Don Stuttgart: Oesterreichische Komponisten. Samstag, 30. August. 7 biS 8: Don Dad Salzschlirf: Konzert deS KurvrchesterS. 10.20 bis 10.50: Schulfunk Deutsch: Schwäbische Mundart. 12.20: Schallplattenkonzert. Walzerstunde mit Johann Strauß. 14: Don Lüttich: Am Ziel der Strahenweltmeisterschast der Radfahrer. 14.30: Stunde der Jugend. 16: Don Stuttgart: RachmittagSkonzert des Rundfunkorchesters. 17.45: Don Nürnberg: Europa-Wasser- ball-Turnier Deutschland — England. 18.35: Stunde der Arbeit: „Die Macht der Frau als Konsumentin". 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Don Stuttgart: Aeltere Tänze. 20: AuS Salzburg: Orchesterkonzert. 21: Don Stuttgart; Der Mikado. Durleske Operette in 2 Akten von W. 6. Gilbert. Musik von Arthur Sullivan. 23.15 bis 0.30: Don Stuttgart: Tanzmusik. glich der zur Zeit durch Deutschland reisenden Stcuben - Gesellschaft, namens Otto, zum Ehrenbürger dieser Gemeinde ernannt. Otto, der in St. Diego (Kalifornien) wohnt, hat ferner Datergemeinde Wisselsheim bereits mehrfach größere Schenkungen gemacht. WSR. Ober-Mörlen, 22. Aug. DaS ileber- handnehmen der Hamsterplage in unserer Gemarkung veranlaßte die Gemeinde zu scharfen Abwehrmaßnahmen. Für jeden abgelieferten Hamster wird eine Dergütung gewährt. Disher wurden insgesamt etwa 3000 Hamster zur Strecke gebracht. Ein Hamsterjäger brachte es allein auf über 300 Stück. Kreis Büdingen. y. Hirzenhain, 21. Aug. Die idyllisch im Hillersbachtal gelegene Talsperre der Provinz Oberhessen, in deren Nähe vor zwei Jahren bei Matthias-Gedenktempel errichtet wurde, wird zur Zeit viel zum Daden benutzt. Eine deS Schwimmens kundige Dame wurde in der Mitte des tiefen Stau« Weihers von heftigem Krampfe befallen und rief um Hilfe. Der an Land befindliche Unterprimaner Heinz Hensel aus Höxter, zur Zeit hier in Ferien bei Derwandten, sprang sofort in daS Wasser, schwamm schnell zur Unglücksstelle, und es gelang ihm, mit sachkundigem Griffe die in Gefahr befindliche Dame zu fassen und an Land zu bringen. Er hatte vor einigen Wochen fein Gramen für Lebens- rettung im Schwimmen bestanden und konnte nun die Probe feines Könnens praktisch oblegen. Aus dem Niddatal, 22. Aug. Mitte der Woche hat hier die Grummeternte eingesetzt. Sie liefert einen reichen Ertrag. Infolgedessen ist der Heupreis stark gesunken. Man zahlt jetzt nur noch 2 Mk. pro Zentner. In Fachkreisen rechnet man mit einem weiteren Sinken deS Preises. Trotzdem finden Derkäuse statt. Der Platzmangel zwingt zur Abgabe. Es ist den Landwirten auch unmöglich, den Diehstand zu vergrößern, um die Futtermittel zu verwerten. Rinder und Kühe stehen infolge gesteigerter Nachfrage hoch im Preise und daS zum Ankauf nötige DetrieoSkapital ist kaum vorhanden. Kreis Alsfeld. # Ruppertenrod, 22. Aug. Gestern nachmittag wurde hier ein Junger Mann, der sich in der Rahe von zwei Dreschmaschinen mit dadurch bedingtem starken Personenverkehr aufhielt, von einem ziemlich rasch fahrenden Motorradler angefahren. Beide stürzten beftig zu Boden, kamen aber zum Glück mit leichteren Verletzungen davon. — Von der seit alter Zeit hier ansässigen Hausweberei ist heute nur noch der HauSwebereibetrieb von Heinrich Fuchs vorhanden. Der schon im vorgerückten Aller stehende Mann fertigt als letzter Vertreter der Hauswebertradition täglich noch seine Ware an, und zwar nicht nur Leinen, sondern auch gemusterte Kleiderstoffe, die er an seine Grünberger Firma abliefert. Die Webspulen werden ebenfalls in unserem Orte von einem anderen Einwohner hergestellt. Wem, Hein- rich Fuchs seinen Hauswebereibetrieb aufgibt, wird unser Ort wieder um ein ehrwürdiges Stück alter handwerklicher Tradition ärmer sein. # Nieder-Ohmen, 22. Aug. Dieser Tage fand hier eine Sitzung des Vorstandes und Musik-AuSschustes des Ohm-Lumdata l- Sängerbundes statt. Die Derhandlungen galten hauptsächlich der durch den regelmäßigen Geschäftsgang bedingten Dorfälle und der Dor- bereitung des diesjährigen Sängertagei. Dieser findet am 21. September bei Gastwirt Hörle in Merlau statt. Der Gesangverein ,.Liederkranz"-Flensungen wurde in den Gau ausgenommen. Dem Sänger Ludwig Reichel zu Reeder-Ohmen wurde für 4Hährig« aktiv« Sängertängleit durch den Sauvorsitzenden Decker die Silberne Radel deS Hessischen Sängerbünde - überreicht. Lprcchstundcn der Redaktion. 1130 bb 1230 Uhr. 16 bb 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Unielgenaoflrdge sind lediglich an die Geschäftsstelle ju richten. Jät unverlangt eingesandte Manuskript« ohne beigesügte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Gewiiaooszag S «lasse 35. Preußisch.«Sddeukfch, (261. Preuß.) Rlasseo-Lotteri» Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede oezogene Summer sind zwei gleich Hobe Gewinn« aesalleu, unb »war je einer auf die Lose fllndrr Nummer In den beiden Abteilungen I unb II 11. Ziehungstag 21. August 1938 Ön der heutigen Ponnlitaasziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 4 »rein., in 6000 «L 164189 306909 10 »«sinnt 11 3000 et 143992 164774 270251 291851 340198 14 »ttrinn. in 2000 ® 4230 68408 125299 169790 267638 288*<57 330419 36 »tB-in-t n> 1000 ÖL 2126 69822 72967 73668 84406 112014 112037 117367 122774 137984 200797 217161 238968 267091 334641 334774 381136 389421 104 »rolnnf ,u 800 an. 464 7760 8139 12368 25762 35969 38471 82714 70371 76946 78908 85282 87188 87286 88732 92631 94004 102277 107375 109928 110496 122694 123143 143118 149922 179840 186758 189729 209066 214118 219457 224112 245463 248844 262206 263121 264394 269124 282068 293738 308282 333187 346417 346453 360462 372240 379696 381078 393626 395737 397806 397931 210 »«tonn« I« 300 OT. 926 2407 14322 16628 16913 17300 18839 24798 34830 37168 38169 38259 41959 43254 43911 49890 80584 64024 64641 65158 65876 69053 63166 63854 64718 79461 84613 92882 93137 97466 97903 98768 99905 101839 105081 107692 107836 109998 111326 117243 118940 121161 126474 128902 131778 133308 138944 147016 156280 162428 165139 176128 177394 180047 188670 190744 197877 198406 198974 204871 206183 207388 212726 220880 229123 233022 237004 237498 239451 248980 252028 252758 284213 285017 255484 255570 267251 269628 280062 281208 281463 282487 284779 293048 298101 299137 300278 300902 308020 307587 309378 309477 331269 331919 336090 347774 382841 380478 361633 364222 371340 373341 377868 384774 398777 8n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 8 »twiMit m 3000 ®L 66876 201003 227342 283979 16 »ttDinne innt .u 1000 «L 21213 21338 34134 82033 92814 101105 254008 294665 302810 310918 324820 336858 358796 380836 72 »«vinn. iu 800 breiter, Spalterlatten, E.chen- u. Z o LZ Buchen« Schnittwaren liefern in allen Stärken [137D j= ii Giigen Diirr & Go., Gießen Telephon 3949. Letten In allen Starken prompt lieferbar Frankfurt a. M. Vilbeler Straße 29 5438V Süddeutsche Möbel-Jnauftrie Gebr-Trefzger umb-M ____Ra statt____ Bekanntmachung. Mittwoch, den 27. Arigust 1930, von 15 bis 16 Uhr, findet in der Turnhalle der SchiUerschule, Schillerstrahe 8, ein öffent- Ucher Impftermin statt, in welchem alle in 1929 und früher geborenen Kinder, für die bis jetzt der Nachweis der erfolgreichen Schutzpockenimpfung noch nicht erbracht wurde, dem Jmpfarzt vorgestellt werden können. 58076 Die Impfnachschau findet Mittwoch, den 3. September 1930, von 15 bis 15% Uhr statt. Die Kinder müssen mit reingewaschenem Körper und reinen Kleidern zur Impfung gebracht werden. Kinder aus Häusern, in denen übertragbare Krankheiten herrschen, sind nicht zum öffentlichen Impftermin zu bringen. Gießen, den 22. August 1930. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Hamm, In unser Handelsregister, Abteilung A, ist bei der Firma Gebr. Goldschmidt in Lich heute folgendes eingetragen worden: Die Prokura des Kaufmanns Hermann Goldschnlidt in Lich ist erloschen. 5858D| Lich, den 19. August 1930. Hessisches Amtsgericht. Radio Photo Telefunkendienst Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 3170 5494D