Nr. 144 Erstes BI aff 180. Jahrgang Montag, 23. Jun! (930 Erscheint tägltd),außer Sonntags und Feiertag« Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Dill» Die Scholle. fllonatsBeiugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zervfprechanfchlüfse antcrSammelnummet2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger fließen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Sietzenn Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick und Verlag: Vrii!)l'fche Universi1äl5-Vuch- und Steinöruderci B. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer ins zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für Restlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantworllich sür Politist Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.Tdynot; für den übrigen leil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Aus Der Suche nach einem Reichsfinanzminister. Höpker-Afchosf beim Kanzler. Berlin, 21. 3uni. (ERB. Eigene Meldung.) Der preußische Finanzminisler Dr. höpker- Aschoff ist Samstagvormittag wieder in Berlin cingetroffen und hat sich um 11 Uhr ; u m Reichs- f a n $ 1 e r begeben. Wie verlautet, durfte die Aussprache zwischen dem Reichskanzler und Dr. hopker- Aschoss keine großen sachlichen Differenzen ergeben haben, zumal Dr. höpker-Afchoff natürlich sehr stark an dem preußischen kornprornißvorfchlag zum Rot- opser beteiligt ist, das sich in wesentlichen Punkten mit den Gedankengängen der Reichsregierung deckt. Trotzdem rechnet man in politischen Kreisen nicht mehr damit, daß Dr. hopker-Aschosf die Rachsolge Dr. Moldenhauers antreten wird. Seine Kandidatur wird vielmehr als erledigt angesehen. Der Reichskanzler hat seine Entscheidung, wen er als Rachsolger des zurückgetretenen Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer dem Herrn Reichspräsidenten Vorschlägen wird, noch nicht getroffen. 3n einigen Zeitungen ist der Gedanke ausgetaucht, Brüning selbst möge das Reichssinanzrnini- fterium übernehmen. Wie die „Germania" mitteilt, kommt eine Uebernahme des ReichsfinanzminiNe- riums durch den Reichskanzler nicht in Frage. Ls scheine jedoch, als ob die Bemühungen Dr. Brünings, soweit die parteipolitische Seite berührt wird, nicht völlig negativ zu verlausen versprechen. Vielleicht dürfe man die Hoffnung haben, daß es nach Auffindung einer geeigneten sachlichen Basis gelinge, die Frage der Besetzung des Finanzministeriums von demokratischer Seite h e r zu lösen. Mehrere Blätter nennen als Kandidaten für den Finanzministerposten wieder den demokratischen Reichswirlschaftsminister Dietrich. Nie höheren Beamten Preuhens zum Rotopfer. Köln, 21.3uni. ($d^iln.) Der Verbands- ausschuß der höheren Beamten Preußens nahm in Köln zu den dringenden Tagesfragen (Stellung. Die Ergebnisse wurden in zwei ^Entschließungen feftgelegt, deren eine sich mit dem geplanten Rvtopfer befaßt, und in der es u. a. heißt, daß die höheren Beamten Preußens von der Notwendigkeit einer (Sanierung der Reichs-, Staats- und Gemeindefinanzen überzeugt seien. Sie dürfe sich aber nicht auf die Behebung des augenblicklichen Defizits beschränken. Vor adern sei dazu die Uebeitoinbung der Wirtschaftskrisis und mit ihr die Minderung der Arbeitslosigkeit notwendig, sowie eine Senkung der öffentlichen Ausgaben durch eine allgemeine Reichs- und Verwaltungsreform. Die Sanierung der Wirtschaft werde außer durch eine Revision der Arbeitslosen- und Krankenversicherung auch auf dem Wege einer allgemeinen Preissenkung erfolgen müssen. Dazu bedürfe es der Verminderung der Produktionskosten, der Verminderung der Preisspanne zwischen Erzeugung und Verbrauch sowie der Beseitigung der Auswüchse im Kartellwesen. Zur Behebung der gegenwärtigen Rotlage fei auch die höhere Beamtenschaft Preußens zu Opfern bereit, Sie wende sich jedoch dagegen, daß ein solches Opfer ausschließlich den Fe st besoldeten auferlegt werden solle. Eine Sonderbelastung der teilweise weit unter den Friedensrealeinkommen besoldeten Beamten könne unmöglich hingenommen werden, wenn gleichzeitig viele Tausende von Vielverdienern zum Reichs- notvpfer mit keinem Pfennig herangezogen werden sollten. Das Dolksopfer müsse alle Sch ichten nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit treffen. Am gerechtesten werde feine Ausgestaltung nach den sozialen Grundsätzen der Einkommensteuergesetzgebung erfolgen. — Die zweite Entschließung wendet sich gegen den beabsichtigten Abbau der Sonderzulagen. Tagung des Reichsbundcs der Zivildienstberechtigten. Stuttgart, 22. Juni. (211) Der Reichsbund der 3h)ilbienftbercd)tigten hält in Stuttgart seinen 33. Bundestag ab. auf dem sodann Reich s- minifter a. D. Dr. Gehler einen Vortrag über „'Die Bedeutung der Zivilversorgung" hielt. Es fei heute unendlich viel schwieriger, sich eine Existenz zu schaffen, als vor etwa fünfzig Jahren. Der Dienst in der Wehrmacht und in der Polizei könne aus besonderen Gründen nicht ein Dienst für das ganze Leben fein. Der Staat habe deshalb die Pflicht, die Angehörigen der Wehr- und Polizeimacht nach zwölf Jahren Dienstzeit in das normale Beamtenverhältnis z u überführen. Es müsse gefordert werden, daß die Behörde, die dieses Recht der Zivil- dienstanwärter verletze, den Geschädigten schadlos zu halten habe. — Bundesdirektor Krüger wandte sich den allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Fragen zu, namentlich dem Rotopfer und dem Lastensenkungsgeseh. Eine Entschließung besagt u. a. folgendes: Die Hauptversammlung des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten stellt mit Besorgnis fest, daß die Zivil- dienstverforgung noch immer nicht ordnungsmäßig durchgeführt ist. Die Zivil- Rationalsozialistischer Wahlsieg in Sachsen. Das Ergebnis der sächsischen Landtagswahl: starkes Anwachsen der Rationalsozialisten aus Kosten der bürgerlichen Rechten und Mitte. Auch die Volksnationale Reichsvereinigung und der Christlich-soziale Volksdienst erobern je zwei Sitze. Ruhiger Verlauf des Wahlsonntags. 75 Prozent Wahlbeteiligung. Dresden, 22. Juni. (WTB.) Der heutige Wahl- sonntag ist in Dresden, abgesehen von einigen harmlosen Anrempeleien, ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung scheint trotz des schönen Wet« tcrs nicht so gering gewesen zu fein, wie man zuerst befürchtet hatte Der erste Zustrom zu den Wahllokalen setzte kurz nach 8 Uhr ein, um dann um 11 Uhr wieder abzuslauen. Sehr rege war die Wahlbeteiligung in den letzten Stunden. Insgesamt sind 75 Prozent der Wähler ihrer Pflicht nachgekommen. — Auch in Leipzig verlief der Wahlsonntag ruhig. Von Propagandatätigkeit auf den Straßen war nach den bewegten letzten Tagen kaum noch etwas zu merken. Lediglich in den Außenbezirken war man noch an der Arbeit. Trotz des sommerlich schonen Wetters setzte die Wahlbeieiligung bereits am frühen Morgen mit einem saft ununterbrochenen gleichmäßigen Strom ein, so daß mit einer verhältnismäßig guten Beteiligung gerechnet wird. Nas Ergebnis Dresden, 23.3uni. (Xel.-Un.) Rach der vorläufigen amtlichen Lrgebniszählung ergibt sich folgendes Gesamtergebnis für Sachfen: 12.5.29 Sitze bi»h. Sozialdemokraten 871 327 922 932 32 33 Deulsche volk»parlei 227 319 363 382 8 13 Kommunisten 355 552 345 530 13 12 Wlrtschaftspartei 276 702 304 884 10 11 Deutschnationale Volks- parlei 124 300 218 309 5 8 Landvolk 120 497 140 611 5 5 Nationalsozialisten 379 724 133 958 14 5 Demokraten 83 671 105 289 3 4 volksrechtparlei 44142 70131 2 3 Altfozialislen 19 197 39 568 0 2 volksnationale Reichs- vercinigung 39 153 — 2 0 Kommunistische Opposition 14 827 22129 0 0 Lhristlich-sozialer Volks dienst 57 408 — 2 0 Das Ergebnis der Wahl zum Sächsischen Landtag steht ganz im Zeichen des riesigen Anwachsens der nationalsozialistischen Stimmen. Man hat zwar nationalsozialistische Erfolge bei den Sachsenwahlen erwartet, daß sie aber ein derartiges Ausmaß annehmen würden, hat man selbst in den politischen Kreisen Dresdens, wo man am besten mit den besonders gelagerten sächsischen Verhältnissen vertraut war. nicht vorausgesehen. Die Rechnung des ungeheuren nationalsozialistischen Stimmenzuwachses hat wohl in erster Linie die Deutschnatio- nale Volkspartei zu begleichen, deren Stimmen trotz der regen Agitation ihres Parteiführers von 218 309 auf 124 300 zurückgegangen sind. Aber auch die Deutsche Dolkspartei wird, wenn auch nicht in dem gleichen Maße, ihr Teil zu dem nationalsozialistischen Siege beigetragen haben. Die Demokraten und die Wirtschastspartei haben wohl auch Der- lüfte aufzuweifen, jedoch find ihre Einbußen nicht so erheblich, daß man von einer Meßet- raschung sprechen könnte. Ein gut' Teil der Verluste der eben genannten vier Parteien geht aber auch auf Kosten derjenigen 25 Prozent der Wählerschaft, die nicht den Weg zur Wahlurne gefunden haben. Die Kommunisten haben nicht die Erfolge errungen, die im Hinblick auf ihre rege Wahlagitation von ihren politischen Gegnern befürchtet wurden. Die Abwanderung von der Sozialdemokratischen Partei zur KPD. ist in bescheidenen Grenzen geblieben. Das Gesamtbild des neuen Sächsischen Landtages ist nicht dazu angetan, die Frage der Regierungsbildung, die im alten Landtag schon ein Problem dar stellte, in rosigerem Licht erscheinen zu lassen. Wie eine arbeitsfähige Regierungsmehrheit zustandekommen soll, kann heule noch niemand sagen. Ob man wenigstens vorläufig seine Zuflucht zu einem Geschäfts- Ministerium nehmen wird? Der Ausgang der Wahlen in Sachsen kann nicht gerade als ermunternd für eine Reubildung des Reichsparlaments gelten. Der erste Eindruck in Dresden. Dresden, 23. Juni. (TU.) In den Straßen Dresdens herrsch! sei! Eingang der er st en Wahlergebnisse ein lebhaftes Treiben. 9 tu- mentlich die R a t i o n a l s o z i a l i st c n, die an einen derartigen Wahlerfolg wohl selbst nicht geglaubt haben, durchziehen singend die Straßen und bilden vor den Zeitungsgebäuden große Gruppen, immer und immer wieder begeisterte Heilrufe auf Hitler ausbringend. Demgegenüber verhalten sich die Anhänger der SPD. zurückhaltend. Die Deutsche Dolkspartei hat namentlich in Dresden Verluste erlitten, an die in diesem Umfange niemand gedacht hat. Die Demokraten und Deutschnationalen haben unter dem Aufschwung zu leiden, den die Nationalsozialisten erreicht haben. Der Stand der Reichsreform. Eine Entschließung im Hauptausschuß der Länderkonferenz - Scharfe ‘rifif des hessischen Gtaalspräsidenten Or. Adelung. Der Beschluß des Haupt- ausschuffes. Beseitigung des Dualismus. — Neue Länder. Berlin, 21. 3uni. (DTR.) Der hauplous- schuß der Länderkonferenz für ver- faffungs- und Uerroaltungsreform trat heule 10 Uhr unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning in der Reichskanzlei zu einer Sitzung zusammen. Zur Beratung standen die Beschlüsse des Unterausschusses II für Zuständigkeit und Organisation über das von den Gutachtern Reichs- Minister a. D. koch - Weser , Ministerialdirektor Dr. Brecht, Slaatsminister Dr. RemmeIe und Landeshauptmann Dr. H or i o n erstattete Gemein- schastsreferat über die Abgrenzung der Zuständigkeit zwischen Reich und Ländern sowie über das Referat, betreffend die Organisation der Länder und den Einfluß der Länder auf das Reich (Verfasser: Ministerialdirektoren Dr. Brecht und Dr. Poehsch- heffter, Staatspräsident Dr. Bolz, Bürgermeister Dr. Petersen). Der Ausschuß stimmte zumeist mit großer Mehrheit den Vorschlägen feines Unterausschusses zu. Die Schlußabstimmung selbst erfolgte mit 15 gegen 3 Stimmen bei zwei Enthaltungen. Rach diesen Beschlüssen soll das R e b e n e i n a n b e r von Reich und preußischer Zenlralgewalt beseitigt und leistungsfähige Verwaltungskörper zwischen dem Reich und den unteren Behörden in der Gestalt von neu zu gliedernden Ländern geschaffen werden. Wenn es auch nicht gelingen konnte, diesen Ländern ein völlig einheitliches Gepräge zu geben, so ist doch eine Grundlage für eine gleichmäßigere und bessere Gestaltung des Reiches geschaffen, lleber die | gesetzgeberische 3nangrisfnahme de» Reformwerks felbst wird die Reichsregierung nunmehr Beschluß fassen. Hessen enthält sich der Stimme Die Auffassung des Staatspräsidenten Dr. Adelung: Es bleibt alles beim alten. Darmstadt, 22.3uni. Der DersassungsauS- schuß der Landerkonferenz hat, wie gemeldet, gestern die Beschlüsse des .Unterausschusses über Zuständigkeit und Organisation der Länder verabschiedet. Der hessische Staatspräsident hat fi<^> dabei der Stimme enthalten und seine Stellungnahme mit folgender Erklärung begründet: Ich kann die Beschlüsse des Verfassungsausschusses als eine geeignete Grundlage für eine Aeichsresorm, die auf dem Weg zur Einheit und Dezentralisation liegt, nicht ansehen. Die sogenannten „Länder alter Art" bleiben Staaten im bisherigen Sinne. Ihre Zuständigkeiten, die — von unwesentlichen Aen- derungen abgesehen — die alten bleiben, und ihre Organisation werden noch stärker als seither verfassungsmäßig gesichert. Mitglieder deS Ausschusses, die den vorliegenden: Beschlüssen zustimmen, haben darüber hinaus noch Anträge gestellt, die — wenn sie angenommen worden wären — praktisch jede Veränderung der Zuständigkeiten ihrer Länder und damit jede k ünf tigeDe re i n he i t l i chung im Reich unmöglich gemacht hätten. Daneben ist eS nicht uninteressant, festzustellen, daß ihre Annahme ein Zurückgehen hinter den verfassungsrechtlichen Zustand von 18 7 1 bedeutet hätte. Auch im preußischen Gebiet, das alle feitherigen Länder mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden irgendwie in sich aufnehmen soll, bleibt In allem Wesentlichen alles beim alten. Bei einer Differenzierung fo hohen Ausmaße» zwischen dem Rorden und dem Versorgung der Wehrmacht und der Schutzpollzei- angehörigen ist in Deutschland mit dem Bern ssbeamtentum unlösbar verbunden. Der Bundestag beauftragt die Leitung, sich für die Beseitigung der Härten, die in diesem Gesetz auftreten, einzusetzen. Gr protestiert gegen die Einführung eines besonderen Spargesetzes, das im Widerspruch zu den garantierten ‘Beamten* rechten stehe. Kordei ungen des Handwerks. Abgeordneter Francois auf dem mittel, deutschen Handwerkcrtag. Magdeburg, 22. Juni. (TU.) Auf dem zehnten mitteldeutschen Handwerkertag sprach Reichs togsabgeordneter Francois über das Thema: „Der Stampf des Handwerks um feiste Existenz". Dos Handwerk kämpfe einmal für die Freiheit zur Arbeit und zum W i r t f ch a f t s a u f b a u, und zum anderen um die Gerechtigkeit bei der Lastenverteilung. Die gesamten Lasten der deutschen Wirtschaft seien heute unter Berücksichtigung der Belastungen aus dem Poungplan auf über 53 Milliarden angeftiegen, so baß, wenn Hoffnung bestehen sollte, daß wir den Youngplan erfüllen könnten, die in der Nachkriegszeit so stark mißachtete Sparsamkeit im Staatshaus- haltmitaller Gewaltdurchgeführt werden müsse. Dieselbe Forderung sei zu stellen für den Haushalt der Länder und der Gemeinden. Wir erhebens |o führte der Redner weiter aus, die Forderung nach einer restlosen Vereinheitlichung unserer unübersichtlichen Steuergesetzgebung und der gesamten Verwaltung, fordern eine Besteuerung aller Betriebe der öffentlichen Hand und fordern insbesondere eine Kontrolle der Ausgaben- wirtschaft der Gemeinden evtl, durch den Rechnungshof des Deutschen Reiches. Die sozialpoli- tische Gesetzgebung hat sich derartig zugespitzt, daß die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung sich allmählich zu einer Fürsorgeeinrichtung für alle Nichtarbeitenden ausgewirkt hat. Die Sanierung dieser Anstalt ist eine Schicksalsfrage für das Reich. Der einzige Ausweg aus dem Dilemma der Er- werbslosenfraae ist die Schaffung eines A r - b e i t s d i e n st p f l i ch t a e s e tz e s. In diesem Zusammenhänge weist der Redner auf die Auswüchse der Lohnpolitik, der zwangsweisen Bestimmung der Löhne durch den Staat hin und verlangt zur Sanierung der Wirtschaft wieder die Einführung des Leistungsprinzips. Der Deutsche Metallarbeiterverband gegen den Oeynhausener Schiedsspruch. Essen. 22. 3uni. (TTl.) Der Deutsche Metall- arbeiterverband hielt am Sonntagvormittag im Rathaus eine von über 1000 Betriebsräten und Funktionären besuchte Versammlung des Tarifgebietes Rordwest ab. Lieber die Lohnabbau- bewegung sprach das Vorstandsmitglied des Verbandes Reichest, Stuttgart. 3n einer Entschließung wurde entschieden gegen die Ver- bindlichkeitserklärung des »sozial und wirtschaftlich gleich verderblichen" Schiedsspruches von Oeynhausen protestiert. Mit der Beseitigung der sog. Severing-Klausel sei der willkürlichen Festsetzung der Akkord- und Prämiensätze Tür und Tor geöffnet. Die Beseitigung der Akkordsicherungsklausel sei zugleich ein unzulässiger Eingriff in de innere Struktur der Tarifverträge der Metallindustrie überhaupt. Der Reichsarbeitsminister irre, wenn er annehme, daß fein Lohnabbau-Diktat dem sozialen Frieden diene. Das Gegenteil werde und müsse der Fall sein. Die Versammlung empfiehlt den vom Schiedsspruch betroffenen Arbeitern die entschiedenste Ablehnung der neu angesehten Akkord- und Prämiensätze. Es sei alles auszubieten, um einen Lohnabbau abzuwehren, der kein geeignetes Mittel zur Behebung der gegenwärttgen Wirtschaftskrise sei. Von der Eisenindustrie wird mit Rücksicht auf die Senkung der Gestehungskosten durch Rückgang der Roh- stoffpreife eine stärkere Herabsetzung der Eifenpreise zur Erleichterung des Wettbewerbes der Eisen verarbeitenden Industrie auf dem Weltmarkt gefördert. Der für die deutsche Eisenwirtschast immer wichtiger Werdende Rohstoffschrott müsse der Allgemeinbewirtschaftung mit dem Ziele stabiler und mäßiger Preise unterstellt werden. Zum Schluß wird die Schaffung eines Eisenwirtschaftsbundes gefordert, in dem Erzeuger und Verbraucher in angemessener Werse zur Entwicklung der Eisenwirtschaft auf gemeinwirtschaftlicher Grundlage zusammenwirken müßten. Abstimmung wird zurückgestellt. im tisten müsse den. Die worden sind. Bei der jetzt beantragten Amnestie handelt es sich nicht in erster Linie um die bekannten Fememorde, sondern vor allem um solche Leute, die im besetzten Gebiet im Kampf gegen S e p a r a t i st e n die deutsche Sache verteidigt und sich dabei gegen das Gesetz vergangen haben. Aus diesen Gründen kann die Regierung dem Ausschußantrag zustimmen. Abg. Dr. Sch etter (Zentr.) erkennt an, daß die Kem Austausch der Nofretete. Berlin, 21. Juni. (ERB.) Der preußische Kultusminister Grimme hat in der Angelegenheit der Nofretete-Büste an den Generaldirektor der Staatlichen Museen, Geh. Rat Waetzold, ein Schreiben gerichtet, in dem er dem Bericht des Generaldirektors vom 16. Juni zustimmt, der erklärt, daß vorläufig davon abgesehen werden möge, die staatsministerielle Genehmigung zu dem Der Reichstag dankt dem bereiten Rheinland Zum letzten Mal Ei..t des Reichsminifleriums für die besetzten Gebiete. Hepp aus: Der Reichslandbund begrüßt, daß entscheidenden Augenblick der Reichspräsident die Initiative ergriff und das Kabinett Brüning mit der Verabschiedung gesetzgeberischer Maßnahmen zum Schutz der Landwirtschaft, der Rettung des Ostens und der Sanierung der Finanzen beauftragte. Es war für den Reichslandbund eine selbstverständliche Pflicht, insbesondere, nachdem der Vertrauensmann der Landwirtschaft, Minister Schiele, in diesem Kabinett das Ernährungsministerium übernommen hatte, dem Kabinett die Möglichkeit der Einleitung der von ihm beabsichtigten Maßnahmen zu geben, insbesondere, da die Absichten des Reichskabinetts sich mit den grundsätzlichen Auffassungen des Reichslandbundes deckten. Es kam das Schutzgesetz für die Land- Reichslandbund, Agrar- und Osthilfe Oie Landbundorganisationen hinter Schiele. - Kür Aufgabenabbau und Lastensentung. B e r l i n, 20. Juni. (VDZ.) Auf der Tagesordnung der Freitagssitzung des Reichstags stand die zweite Beratung des Haushalts des R e i ch s m i n i st e - riums für die besetzten Gebiete. Abg. Ulrich (Soz.) führt aus, die Rechtsverhältnisse hinsichtlich der reichseigenen Gebäude im ehemals besetzten Gebiet seien recht unklar. Zur Verwaltung dieser Gebäude sei eine besondere Gesellschaft gebildet worden, die v i e l z u h o h e M i e- ten verlange. Hier sollte die Reichsvermögensverwaltung im Benehmen mit den Mieterparteien eine gerechtere Regelung finden. Abg. Dr. v. Dryander (Dntl.) weist darauf hin, daß die diesjährige Etatsberatung im H e i ch e n der Räumung stehe, die gewiß ein großer Fortschritt sei gemessen an der Geschlossenheit, mit der Frankreich 1918 die dauernde Lösung des linken Rheinufers vom Reich gefordert habe. Rach der Rheinlandräumung müsse man sich um so mehr der Saarbevölkerung annehmen. Die Saarfrage müsse Volkssache werden. Der Räumung müsse auch eine bewußte Grenzmarkenpolitik in den bedrohten Gebieten folgen. Abg. Dr. Bockius (Zentr.) erklärt: Eine Befreiungsfeier können wir nur mit der Einschränkung begehen, daß wir zwar von der Besatzung befreit werden, aber mit dem Abzug der Besatzungstruppen noch nicht die volle Freiheit im Westen wiedergewinnen. Die Befrei- ungsfeier muß sich darum der schweren Lage des Vaterlandes in würdiger Weise anpassen. Das ehemals besetzte Gebiet befindet sich in schwerer wirtschaftlicher Notlage. Dem rheinischen Volke sind wir es schuldig, daß hier der Plan für die Westhilfe jetzt schon wenigstens im Prinzip gesetzlich verankert wird. Wenn Briands Plan eines vertrauensvollen Verhältnisses zwischen Deutschland und Frankreich verwirklicht werden soll, dann müssen die Rechtsverletzungen wieder gutgemacht werden, die sich Frankreich gegen die deutsche Bevölkerung im besetzten Gebiet erlaubt hat. Unser Dank gebührt den Deutschen, die in der Zeit dieser französischen Kulturschande für das Vaterland gelitten haben. Die Schmach der im Versailler Vertrag enthaltenen Kriegsschuldlüge muß endlich beseitigt werden. Die Regierung sollte auch alle Kräfte anspannen, um die wirtschaftlichen Der- sklavungsbestimmungen des Versailler Vertrages revidieren zu lassen. 2lbg. Dr. Calle (D. V. P.): 3m Reichsinnen- Südeu bestehl kein Recht davon zu reden, daß man auf dem Wege zur deutschen Einheit sei. Ich bin daher als Freund des dezentralisierten Einheitsstaates im gesamtdeutschen Interesse nicht in der Lage, den gefaßten Beschlüssen zu- zustimmen. Ich möchte keiner Scheinlösung zu- stimmen, die zudem für wesentliche Telle des Reiches der als notwendig erkannten Entwicklung entgegenläufl. Ich lehne die bisherigen Ergebnisse der Beratungen aber auch vom Standpunkte meines Landes ab. Die Beschlüsse zur Organisation wie zur Zuständigkeit beziehen sich nur auf die vier sog. „Länder alter Prt" und die preußischen Provinzen. Im übrigen hat man alles offen gelassen und für Länder wie Hessen und Thüringen nur ganz allgemein gewisse Möglichkeiten theoretisch an° gedeutet. Die Beschlüsse sind also insoweit n ich t vollständia und ermöglichen es mir daher nicht, mich an der Schlußabstimmung zu beteiligen. Oie Amnestieanträge. Noch keine Entscheidung des Reichstags. Berlin, 23.3unt. (VDZ.) Auf der Tagesordnung der Samstagssitzung des Reichstages standen die Amnestieanträge der Deutschnationalen, der Christlich-Rationalen und der Kommunisten. Der Rechtsausschuß hat unter Ablehnung der übrigen Anträge einen Antrag vorgelegt, der das Amnestiegeseh für polittsche Straftaten vom 14. 3uli 1928 aus- dehnen will auf solche politischen Tötungsdelikte, die vor dem 1. September 1924 begangen sind, wenn sie sich nicht gegen ein Mitgtted oder früheres Mitglied der Reichsregierung gerichtet haben. Es falten darunter auch die sogenannten Fememorde. 3n der Einleitung wird ausgesprochen, daß der Antrag verfassungsändernden Charakter hat. Abg. Dr. Leutheußer (DV.) gibt für die hinter der Regierung stehenden Parteien eine Erklärung ab, in der die großen grundsätzlichen Bedenken gegen Amnestten hervorgehoben werden. Dem vorliegenden Ausschuß- antrag hätten die Parteien nur zugestimmt, um die allgemeine Rech ts g leichhei t her- zustellen. Aus Verlangen der Besatzungsmächte hätten die Verbrecher, deren Taten sich gegen Deutschland richteten, amnesttert werden müssen. Da würde es ungerecht sein, von der Amnestie diejenigen Deutschen auszunehmen, die Verräter getötet haben. Abg. Dr. E v e r I i n g (Dnt.) führt aus, die so- genanten Fememörder hätten den Abwehrkampf gegen Verräter geführt und dem Vaterland große Dienste geleistet. Die Republik habe die Taten die- fer Männer mit Undank belohnt. Die Amnestierung sei eine Forderung der Gerechtigkeit. Der Ausschußantrag bedeute auch keine Verfassungsänderung. Der Redner empfiehlt eine Entschließung, in der die Ausdehnung der Amnestie verlangt wird auf alle im besetzten Gebiet begangenen Steuer- und ähnlichen Delikte. Abg. Landsberg (Soz.) erklärt, es handele sich hier nicht um eine allgemeine Amnestie, sondern ausschließlich um die Amnestierung der Fememörder. Die Sozialdemokraten haben nichts gegen eine Milderung der Strafen für die genannten ^Delikte; aber das muß im Gnadenwege geschehen. Gerade jetzt, wo im politischen Kampf das -geistige Argument immer mehr durch gefährliche ,Waffen ersetzt wird, können wir nicht durch An- 'nahme eines solchen Antrags diese bedenkliche Entwicklung begünstigen. Heute früh ist auf dem Gefängnishof in Stuttgart eine Hinrichtun g an einem Mörder vollzogen worden gegen den ausgesprochenen Willen des Reichstagsausschusses. Mitglieder derselben Parteien, die die Hinrichtung für unbedingt notwendig hielten, wollen hier die Fememörder von jeder Schuld los und ledig sprechen. Reichsjustizminister Dr. Bredt: Der in Stuttgart Hingerichtete Mörder ist nicht zu vergleichen mit den sog. Fememördern. Er hat aus Geldgier hinterrücks seinen Vater erschossen, während es sich bei den sog. Fememorden um Taten handelt, die unter ganz außergewöhnlichen Umständen begangen Ministerium muß eine Stelle geschaffen werden, die nach der Aufhebung des Ministeriums für die besetzten Gebiete dafür sorgt, daß der durch die Besetzung entstandene wirtschaftliche Schaden wieder ausgeglichen wird. Wir stimmen der in einer Ausschußentschließung aufgestellten Forderung zu, daß alle Grundstücke, Gebäude und alles Mobiliar im bisher besetzten Gebiet, die dem Reich aus Anlaß der Besetzung überlassen werden mutzten, den früheren Besitzern nach Freiwerden zu dem Preise überlassen werden, den das Reich bei dem Erwerb bezahlt hat. Wir gedenken in der Befreiungsstunde dankbar des deutschen Staatsministers, der durch die Politik des großen Europäers die Befreiung des deutschen Rheins mit allen Kräften beschleunigt hat. Das Auftreten der französischen Besatzung im deutschen Rheinland bleibt das schändlichste Blatt in der Entwicklungsgeschichte zu einem besseren Europa. (Lebhafte Zustimmung.) ~ -- Reichsminister Treviranns gedachte zunächst anläßlich der in zehn Tagen stattfindenden Beendigung der 111/3 jährigen Besetzung mit Worten dankbarer Anerkennung der mustergültigen Haltung der rheinischen Bevölkerung in allen Schichten, die zum Enderfolg entscheidend beigetragen habe. Der Reichsminister wandte sich dann der West - Hilfe zu. Ein eingehendes Westprogramm mit einem erstmaligen Aufwand von 20 Millionen Reichsmark sei weitgehend vorbereitet. Es handele sich um ein organisches Hilfswerk, das auf Jahre berechnet sei. Deshalb sei in dem Ergänzungshaushalt zum Ausdruck gebracht, daß die 20 Millionen Mark lediglich eine erste Rate seien. Das Westprogramm bezwecke die Belebung der Wirtschaft durch allgemeine produktionsfördernde Maßnahmen. Unterstützung einzelner notleidender Betriebe und überhaupt Unterstützungen auch im Sinne der Vertreter der rheinischen Wirtschaft seien ausgeschlossen. Zum Schluß wies der Reichsminister auf die Saarverhandlungen hin, betonte die organische Zusammengehörigkeit des Saaargebietes mit der rheinischen Wirtschaft und unterstrich, daß die Abschnürung der Saarwirtschaft auch die Westhilfe beeinträchtig^. Abg. Sparrer (Dem.): Wir erwarten, daß auch hinsichtlich des Saargebietes mit größter Beschleunigung das Rotwendige veranlaßt wird. .Unser erster Dank gebührt den Volksgenossen am Rhein. Wir gedenken in dieser Stunde aber auch der Männer, die sich an die Spitze der Be- freiungspvlitik gestellt haben. Wir Demokraten schließen uns vorbehaltslos dem Dank an Stresemann an. Aber wir denken auch dankbar an seinen Vorgänger Rathenau, der seine Arbeit für Frieden und Freiheit mit dem Leben bezahlt hat. Abg. Pallmann (Wirtschaftspartei): Die schwergeprüfte rheinische Bevölkerung würde es als eine wirksame Hilfe begrüßen, wenn die Bewohner der übrigen Reichsgebiete ihre Ferien möglichst am deutschen Rhein verbringen würden. Abg. Dorsch-Hessen (Chr.-Aatl. Bp.) führt aus, die aUgemeine Rotlage im besetzten Gebiet wie im ganzen Reich rechtfertige ein b e s 0 n - dereS Rvtopfer der Beamten. Auf anderen Wege könnten nicht die Mittel beschafft werden, die zur Hilfe für die ehemals besetzten Gebiete erforderlich sind. Die Landwirtschaft sittde besonders unter der Abtrennung des Saargebietes. Abg. Dr. Best (VRP.) begründet eine von den meisten Parteien unterstützte Entschliehung, wonach bei dem Verkauf der reichseigenen Wohngebäude dem Erwerber die Bedingung auferlegt werden soll, eine bestimmte Höchstmiete nicht zu überschreiten. Königsberg, 21. 3uni. (ERB. Eigene Meldung.) Die Vertreter des Reichslandbundes traten heute hier zu einer Tagung zusammen, auf der Präsident Be thge u. a. erklärte: Mit Dank empfanden wir es, daß der Herr Reichspräsident in der letzten Stunde den Hebel herumzureihen versuchte, daß er durch die gefordert« Osthilfe und das Agrarprogramm die deutsche Politik wieder in Bahnen lenken wollte, die durch Jahrhunderte verfolgt uns groß gemacht haben, und dah er sich unseren Führer, Minister Schiele, zum treuen Mithelfer bei diesem großen Werk erkoren hatte. Wir erwarten, daß der Staatswagen wieder in das rechte Gleis lenkt, denn auf die Dauer läßt sich eine Urproduktion wie die Landwirtschaft nicht vergewaltigen. Der Vorsitzende des Landwirtschaftsverbandes Ostpreußen, ©trübt), führte aus: Wir wollen nicht vergessen, daß gewaltige Summen nach Ostpreußen geworfen wurden, die aufzubringen dem deutschen Volke sicher nicht leicht geworden ist. aber es liegt eine ungeheuerliche Tragik für Deutschland und Ostpreußen darin, daß ein großer Aufwand nutzlos vertan ist. Einen Bauern- und Siedlerwall gegen den Osten braucht Ostpreußen, braucht ebenso die deutsche Politik. Ihn zu schaffen, bevor nicht seine Lebensbedingungen vorhanden sind, heißt die Geschichte vom Sieb verewigen. Wir glauben nach unseren Erfahrungen grundsätzlich nicht individueller, sondern der generellen Hilfe, und zwar durch Lastensenkung das Wort reden zu müssen. Wenn überhaupt eine Forderung gerecht- ferttgt ist, dann die, daß Steuern nicht mehr von jemandem verlangt werden, der kein Einkommen hat. Ueber die Hilfe für die Kranken soll man die Gesunden nicht erst krank werden lassen. Als dritter Redner führte Reichslandbundpräsident wirtschaft zustande, das in seinem Inhalt weit über das hinausging, was im Interesse der Landwirtschaft von früheren Mehrheiten des Reichstags beschlossen worden war. Bei aller Bedeutung innerpolitischer Maßnahmen gehört zum Kernpunkt jeglicher Agrarpolitik in Deutschland der Zoll und eine entsprechende Handelspolitik. Darauf werden wir niemals verzichten, und die Erledigung dieser Frage zum entscheidungsoollen Maßstab der Beurteilung für jede andere Organisation der Wirtschaft, für jede Partei, für jede Regierung machen. Der bisher in der deutschen Handelspolitik geltende Grundsatz der Meistbegünstigung mit Tarifabreden hat sich als abträglich erwiesen. Wir fordern darum, daß die allgemeine Meistbegünstigung nicht mehr gewährt wird, solange ausländische Handelsverträae mit Tarifabreden laufen. Die Voraussetzung für den Erfolg der jetzt geplanten O st h i l f e ist grundsätzlich die Herstellung der Rentabilität in der Landwirtschaft. Unsere Forderung lautet: Nicht Steueraufbau sondern Aufgabenabbau unb damit Lastensenkung. Amnestie auch manche Fememörder treffen werde, die mit besonderer Roheit Dorgegangen sind. Diese wenigen Falle müsse man mit in Kauf nehmen mit Rücksicht auf die viel größere Zahl der Fälle, .in denen es sich um den Abwehrkampf gegen Separa- und Vaterlandsveräter gehandelt hat. Jetzt endlich reiner Tisch gemacht wer- Abendgang im Juni. Don Peter Bauer. Tief in das Tlau des Himmels lodern die Feuer der untergehenden Sonne. Dis zum Zenith hinauf züngeln sie in verästeltem Flammengeäder. Ein war- mer Glanz greift über Dächer und Gärten und steigert noch einmal alle Farben zu jauchzenden Ekstasen. Glühend prangen die duftschweren Rosen aus kühlen Laubverstecken. Ein sehnsüchtiges Cello schluchzt hinter verhangenen Fenstern die dunkle Wirrnis eines jungen Herzens. 3n lautloser Versunkenheit zieht eine Akazienallee am Rande der Stadt zum Wold. Der süße Ruch ihrer weißen Blütentrauben, die wie sanfte, blaffe Frauenhände im niederperlenden Licht schimmern, weht die wartende Schwermut einsam verklingender Sommerabende. Solveig, die Holde, Innige, hat viele Schwestern. Eine leise fallende Fontäne hinter efeuumsponnenen Gartengittern ist die einzige Stimme dieser abgeschiedenen Traumsttaße. Wie ein taumelndes ‘Blütenblatt segelt vor mir ein müder Weißling. Kein Vogel möchte die Stille stören; er trägt lieber seinen Jubel in die nahe Wildnis des freien, hohen Waldes. Mit hereinbrechendem, grünlichem Däinmerschein tut er sich vor mir auf. Mächtige Ulmen schwingen breit ihr rauschend Geäst über den Weg. Heckenrosen und Holunder umblühen in rot und weih die Schritte. Inniger locken die Vogelrufe, je weiter ich wandre. D:reinzelte Stimmen finden sich zu inbrünsttg einander antwortenden Zwiegesängen. Doch kein Herz kündet schwärmerischer seine verzauberte Stunde als das der kleinen Nachtigall, die mich plötzlich aus einem Rotdorndickicht mit dem entzückenden Wohllaut ihres Schlages überschüttet. Die hohen Wipfel wiegen sich flüsternd. Laub, Blüten, Moos, regengelockerte Krumen, sickernde Harze und Seime mengen ihren Atem in das sanfte Wehen abendseliger Lüste. Sie erquicken wie balsamische Essenzen Gesicht und Hände. Erfrischt an Leib und Seele steure ich auf schmalem Wiesenpfad heimwärts. Der kniehohe Wuchs, der nach Honigklee und Salbei duftet, ist bereits stellenweise niedergemäht. In langen Zeilen liegen die Schwaden, damit die Sonne sie röste und bräune. Bald werden sie dürr und verschrumpft die heimholenden Fuhren mit hoher Fracht füllen, und die fürsorglich spendende Erde wird die saugenden Stoppeln zu neuen Halmen emporschiehen lassen. Tanz- tolle Insektenschwärme führen um Schläfen un d Ohren schwirrend wirbelnde Schwebereigen aus. Als ob sie eine magische Kraft in einen Punkt reihe, wimmeln sie zueinander und stürzen und steigen in Klumpen wie geworfene Bälle. Am tollsten loben sie in der Rähe des Flußes, wo wühlende Grundwasser Tümpel und Teiche bilden. Hier hat Weiden- und Binsengebüsch mit den struppigen Strünken von Beinwell und Resseln und den schlingenden Ranken von wilden Beeren und Klebkraut wahre Dschungeln emporgewuchert, damit kein Fuß in die schwarzfarbene Wasserhöhle eindringe. Seltsame Wälder aus schwimmenden Stengeln, Fäden und Laub grünen in ihnen, und eine Unzahl von Larven, Gewürm, Käfern und Molchen bevölkern sie. Es ist die Heimat der Frösche und Unken, die mit eintönigem Rumoren und Quarren ihre abendliche Zusammenkünfte verschönen. Als mich schon die Lichter der Stadt großen, sur- ten die ersten Junikäfer in meinen Weg. Es sind die kleineren und zierlicheren Brüder der Maikäfer, die zur Zeit der Sonnenwende schwärmen. Einer von ihnen landet auf meiner ausgestreckten Hand und leistet mir Gesellschaft, bis ihn die Strahlen der nächsten Laterne in ihr lockendes Licht reißen. Der gebräunte Mensch. Don Harry Schreck. 3n den schlichteren Zonen der Literatur hat der gebräunte Mensch von jeher ein vielseittges Dasein geführt. Er hatte eine begreifliche Vorliebe dafür, mit Schätzen beladen aus fremden Erdteilen heimzukehren. Gerne betrat er dann bei solcher Ankunft eine Kirche, um dort — ungeachtet seiner gebräunten Gesichtsfarbe schmerzlich erblassend — der Trauung seiner Iugendgeliebten mit einem anderen beizuwohnen. Oder er schritt unerkannt durch Tore und Straßen seiner Heimatstadt, bis das Mutterauge diesem Inkognito ein Ziel setzte. Abenteuerlichkeiten witterten um ihn; und alle vorteilhaften Eigenschaften ließen sich ihm auf das zwangloseste zuweisen. Der gebräunte Mensch war lange Zeit nützlich und brauchbar. Wie gesagt: in den schlichteren Zonen der Literatur. • Leider ist der gebräunte Mensch nicht dort geblieben, wo er hingehört. ®r ist aus seinem Gebiet ausgebrochen, um uns zum Vorbild zu werden und uns zu bevormunden. Man kommt nicht mehr an gegen den Zwang, den er uns auflegt. Gin Urlaub, aus dem man nicht gebräunt sich zurückfindet, ist kein Urlaub gewesen. Iedermann ist berechtigt, auf Antwort und Rechtfertigung zu dringen, wie sich solche Widersetzlichkeit gegen das Herkommen erkläre. Denn der erholte Mensch hat braun zu sein; er muß mit unverwüstlicher Ausdauer die Haut dem sengendsten Strahl der Sonne dar- geboten haben. Vielleicht hätte er weit lieber etwas anderes getan; aber er muß seinen Ruf konservieren. Und sein guter Ruf verpflichtet ihn, dieser ernsten Forderung unserer Sommermonate zu gehorchen, um die Achtung zu finden, deren er bedarf —: braun sei der Mensch, der etwas auf sich hält und nicht auf die Proskriptionsliste gesetzt zu werden wünscht. Schwer lastet ein hundertpfündiger Imperativ auf uns. Zu all den anderen Imperativen, die an unserem bißchen Leben herumschikanieren, kommt er nun auch noch dazu: der gebräunte Mensch sei da- Maß aller Dinge. • Als wir noch Knaben waren, stürzten wir uns auf Bücher, in denen der „weiße Mann“ eine beachtliche Rolle spielte. Einst war das Bleichgesicht dort der Überlegene. Und die handfesten Leute, die bekanntlich in ein sanftes braunes Mexiko einbrachen, hießen sogar weiße Götter. Aber das ist eben schon lange her. Und mit der weißen Göttlichkeit hat es aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel auf sich gehabt. Auch die Mexikaner kamen dahinter. Bei uns ist man noch ganz anders dahinter gekommen. Der Sah von den Wilden, die doch bessere Menschen sind, hat sich mehr und mehr in den Gehirnen und Herzen eingenistet: wir wollen braun sein, wie die Väter waren. Es ist unser letzter Versuch, die Zivilisation ein bißchen abzuwerfen und uns ein wenig prächtige Ursprünglichkeit vorzureden. Auf daß auch wir reif werden für die schlichteren Zonen der Literatur. Oer Gargantna von Tours. In der schönen Hauptstadt der „Touraine", wo nach Balzacs „Tolldreisten Geschichten" schon stets die größten Prasser und Schlemmer gelebt haben, ist soeben der frühere Stadtsergant, d. h. also Polizeibeamte Georges Meumier gestorben, weit über das Weichbild der Stadt hinaus bekannt als der leistungsfähigste Rekord-Esser (um nicht zu sagen: Fresser), den man dort feit Menschengedenken kennengelernt hat. Derartige Leute gibt es ja nun wohl überall; aber Georges Meumier, der trotz der Strapazen, die er seinem Magen zugemutet hat, das schöne Alter von 74 Jahren erreicht hat, besaß eine persönliche Rote, Die in vielen Fällen mit der Aestthetik allerdings nichts gemein hatte. So hat er vor zehn Jahren einmal auf Grund einer Mette drei Dutzend roher Eier (mit bet Schale I) und zu jedem Ci fünf Zigaretten der bekannten Marke .,Caporal" auf einen Sitz verspeist. Wer jemals französische Zigaretten geraucht hat, wird sich ein Bild davon machen können, wie sie erst dem Gaumen munden mögenI Einen in kleine Stücke zerschnittenen Autoreifen so „zwischendurch" gegen einen Einsatz von 25 Franks ratzekahl sich einverleibt zu haben, ist eine weitere „Heldentat", deren sich der „dicke Georges' rühmen durfte. Daß er einmal bei einer Festlichkeit auf Kosten des Dereinsvorstandes in einer Gastwirtschaft die elf verschiedene Gerichte zählende Speisekarte von oben nach unten und wieder hinauf abgegessen hat, ist ihm seinerzeit von dem Dereinsvorstand schriftlich beglaubigt worden. Und erst an seinem siebenzigsten Geburtstag gab er den ihn beglückwünschenden Freunden und Be«- kannten eine erfreuliche „Extra-Benefiz-Dorstellung", indem er einen riesigen Geraniumtops mit Blättern, Blüten, Stiel und — Erde vor ihren Augen in wenigen Minuten verschlang, so daß nur noch der leere Tops übrigblieb. Georges Meumier, der nie Weib und Kind sein eigen nannte, wird wie ein Volksheld beerdigt werden. Alle Vereine, vor denen er Zeit seines Lebens Proben seiner unersättlichen Begabung abgelegt hat, werden Deputationen an sein Grab entsenden. Wie eine Ironie des Schicksals mutet es übrigens an, daß dieser Gargantua, der einen wahren Straußenmagen besessen haben muß, ausgerechnet an einer Fischvergiftung gestorben ist! Hochschulnachrichien. Der nichtbeamtete a. 0. Professor an . der Frankfurter Universität Dr. B. Gutenberg hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Geophysik am Institut of Technology in Pa sa - dena (Kalifornien) angenommen. — Die Ernennung des Ministerialdirektors im Auswärtigen Amt, Honorarprofessor an der Universität Berlin, Dr. Oswald Schneider zum ordentlichen Professor der Staatswissenschaften an der Universität Königsberg i. Pr. als Rachfolger von Professor H. Teschemacher ist erfolgt. Der Konservator am Badischen Landesmuseum in Karlsruhe Professor Dr. Otto Homburger ist zum Honorarprofessor für Kunstgeschichte an der Universität Marburg ernannt worden. — Der Vorstand der Innsbrucker Universitäts-Frauenklinik Professor Heinrich Eymer hat eine Berufung auf den Lehrstuhl für Geburtshilfe und Gynäkologie an der Universität Heidelberg erhalten. Austausch zu ennitten. Der Minister betont, bofi bi# angebot en- tum im Ausland (Ortsgruppe Gießen) statt. Es wird Angermevers „Flieg, roter Adler von Tirol- gegeben. Das Raus ist bereits auvoerkauft. • • Straßensperrung. Das Refsifche Polizei- amt teilt mit. Der schmale Teil des üirchen Platzes zwischen Marktplatz und Kaplanrigasie wird uh Montag, 23. Juni, mittags 12 Uhr, bis jimi Mittwoch gegen Abend wegen Gleisarbeiten der elek- trifchen Straßenbahn für jeglichen Fuhrwerksvcr- kchr gesperrt. Die aufgeslellten Sperr- und Um- leitungsschildcr sind zu beachten. • • Verkehrsunfall. Gestern, Sonntag vormittag gegen 11 Uhr, stieß an der Ecke Südanlage und Gartenstrahe ein Motorradfahrer, der fein Fahrzeug nicht fchnell genug zum Stehen bringen konnte, mit einem Wagen der Elektrischen zusam- men. Durch den Anprall wurde dos Moto, rod beschädigt, während sein Besitzer und der Beifahrer mit bem Schrecken davon kamen • • Die Uraufführung im Gießener Etadttheater, die übermorgen in Bad-Nauheim ftattfinbet, beginnt um 20 Uhr im Mlcincr. Bühnensaal des Kurhauses. Die Spielleitung des Lustspiels „Ich habe keine Zeit ...!" hat Oberspiel- (eiter Rans Tannert. Sling, der unlängst verstorbene, bekannte Berichterstatter der „Voss. Ztg ", hat den Entwurf zu diesem Stück kurz vor seinem Tod Earl Rößler zur endgültigen Bearbeitung übergeben. • • Liselotte Fuhrmann, bie zwei Jahr« dem Ensemble des Stadttheaters angchörle, wurde an das Stadttheater Magdeburg als jugenblidje erste Relbin unb EHaratierspielerin verpflichtet. Oie Wetterlage. Mre T'»u 7-_ S8 .Pan» JO L o ©wortrnfoionene-. eototen • Kto«* # Sehnet Adraoptm e Ntoei K OeWitttf.©Wind»tillt.O-' XtV leichter Ost ciisjiQt» »udsOöwcs» Q iltirmuthc- "ordweit 61c Pfeile fliegen mit dem »finde Oie ociotn Stationen jtuienden Za len geben die Temperatur en. D-e Limen verbindet) Oru mt glcKbcm •uf nni*eei» umgerecnneie» Letwruti Wettervoraussage. Durch bie starke Erwärmung bes Festlandes im Lause des gestrigen Tage- ist der hohe Druck Über Deutschland weiter zum Abbau gelangt. Somit ist der ozeanischen Störung die Möglichkeit gegeben, sich mehr und mehr südlich auszubreiten. Dies hat sich auch bereit- durch Auszug von Bewölkung gezeigt. Die Temperaturen lagen bei uns heute morgen noch über 20 Grad, während sie an der Westküste Irlands schon unter 10 Grad zurückgegangen sind. Da an ber Sudseite der Störung auch in Deutschland eine Westwindströmung aufkommt, so toerben kühlere ozeanische Luftmassen nach dem Kontinent fließen. Bei ihrem Zusammenstoß mit der kontinentalen Warmluft wirb der Himmel vielfach bewölkt bleiben und Gewitterstörungen werden sich aus- lösen, die zeitweise mit Gewitterregen verbunden sind. Die Temperaturen gehen dabei etwas zurück. Vorhersage für Dienstag: Bewölkt, auch aufheitemo, ®etoittcrft6umgen ober Gewitterregen mit etwas Abkühlung. Lufttemperaturen am 22. Juni: mittags 28,1 Grob Celsius, abends 19,2 Grad: am 23. Juni: morgens 23 Grad. Maximum 30 Grad, Minimum 13,6 Grad. Relfewctlerdlenst. Garmisch-Partenkirchen. 18 Grad, gestern heißer Tag, Südroestwmd, heute morgen heiter bis halb bedeckt, gestern meist heiter. Swinemünde. 22 Grad, gestern warmer Tag, Südostroind, heiter bis halb bedeckt, meist heiter. Westerland auf Sylt. 19 Grad, gestern heißer Tag, Südwind, heiter bis halb bedeckt, ge- stern meist heiter.___________________________________ Verantwortlich für Lokales: I. D.i Dr. Thyriot. 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Gießen, den 23. Juni 1930. Städtisches Hochbauamt: G r a v c r t. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rein- hardshain für 1930 Rj. liegt vom Mittwoch, dem 25. Juni, bis einfchl. Dienstag, dem 1. Juli, auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Zu i -n vom Gemeinderat be- schlossenen Umlagen werden auch die Ausmärker herangezogen. 4598V Reinhardshain, den 23. Juni 1930. Hessische Bürgermeisterei. Gieß. Vorteilhafte Wintereindeckung. 342ov W-WSÄMlM sowie sämtliche landwirtschaftliche Gerate Edgar Vorrmann, Gießen WE? DQC DRUCKSACHEN tw Es ex D EaBrQhl’sche Druckerei >«e. M Ms 4361 A 3440 . . . . ist im Sommer das wichtigste Gebot für die Küche. Verdorbenes nicht mehr denkbar. Auch für den kleinst. Haushalt gibt es passende u. wohlfeile Kühlschrinke bei mir. Lassen Sie sich die neust. Modelle einmal unverbindlich zeigen. 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Der Ertrag ist überall, was Güte und Menge des HeuS anlangt, alS sehr gut zu bezeichnen, ja in manchen Gemeinden kann man geradezu von einer Rekordheuernte sprechen. Was selten zu beobachten ist, konnte man in diesem Jahre sehen, Saft in der Mittagszeit durch die Dors- straften Heuwagenreihen sich bewegten und säst jeder Dauer mit zwei beladenen Wagen heimfuhr. Ebenso sind auch grofte Mengen Klxeheu geerntet worden, die den Wintervorrat erheblich ergänzen, so daft unsere Bauersleute schon jetzt die Heuböden gefüllt haben. — Die letzten Versteigerungen des Heugrases zeigten Preise, btc well unter denen des Vorjahres lagen. Für den Morgen Grasnutzung wurden z.T. kaum 15 Mark geboten und bezahlt. Der ®nmb für die äufterst niedrigen Dersteigerungs- ergebnisle ist darin zu suchen, daft, bedingt durch die günstige Witterung, in reichem Maße Klee zum Verfüttern zur Verfügung steht. Trocken gelegene Wiefen erbrachten die höchsten Erträge. Vis jetzt besteht nur geringe Nachfrage nach frischem Wiesenheu. Die Preise sind gering. Gegenwärtig werden für den Zentner 2 Mark beMhlt, an die Station geliefert. Kreis Friedberg. 4 Ost he im, 21. Juni. Dieser Tage fand eine Besichtigung des hiesigen Molkerei- genofsenschastsgebäudes durch die Hörer des landwirtschaftlichen Instituts der Can- oesuniversität Gießen in Begleitung einiger Professoren dieser Fakultät statt. Sie wurden von dem derzeitigen Direktor der Molkerei empfangen. Anschließend wurden den Herren die gefaulten Anlagen — Käserei, Butterbereitung, Kühlanlagen, Schweinemästerei usw. — eingehend gezeigt und von den Gästen gründlich besichtigt. Besonders sielen die außerordentliche Sauberkeit und die für einen solch großen Betrieb notwendigen, modernen hygienischen und maschinellen Einrichtungen auf. Direktor Bill gab im Verlauf der Besichtigung wertvolle und interessante Aufschlüsse über den inneren Betrieb des Genossenschaftsunternehmens. Er hob besonders hervor, daß gegenwärtig eine sehr starke Milchbelieferung durch die Genossen vorhanden sei, was in der guten Futterernte begründet liegt. Der Milchpreis könne den Friedensmilchpreis nicht übersteigen. Die Molkereigenossenschaft, eine der größten in ganz Hessen, ist gezwungen, fast alljährlich Dcr- grofterungcn und Umbauten der vorhandenen umfangreichen Gebäude vorzunehmen. — Anschließend besuchten die Hörer die Räume der Vereinsbank in Butzbach, da bei dieser mit Beginn des kommenden Monats die modernsten Buchungsmaschinen mit elektrischem Betriebe verwendet werden. Krcis BüSiugen. 4 Ortenberg. 21. Juni. Am letzten Sonntag fand hier zur Feier des 90jährigen S ti f t u n g s j u b i lä um s des Gesangvereins „Frohsinn" unter Beteiligung zcchlreicher Gesangvereine der Umgegend ein Sängerfest statt. Dem Feste ging ein Fest- fommer« voraus, an dem Sanges- und musikalische Darbietungen mit turnerischen Aufführungen und Ansprachen wechselten. Am Sonntag predigte im reichlich ausgestatteten Fest- gottesdienst — es wirkten die Feuerwehrkapelle, der Gesangverein ..Frohsinn" und ein Tenor» länger, Herr Appel. Büdingen, mit — der Turnen, Sport und Spiel. Zubiläumsregaita in Sad Ems. Bei schönem Wetter wurde am Sonntag die 50. Bad Emser Ruder -Regatta auf der Lahn ausgetragen. Den Entscheidungsrennen am Sonntagnachmittag gingen am SamStag- und Sonntagfrüh zahlreiche Dorrennen voraus. Aus Anlaft des Jubiläums sand am Samstagabend ein Begrüftungsabend und am Sonntagvormittag die Jubiläumsfeier statt. Den sportlichen Haupterfolg der 1Z Rennen zählenden Veranstaltung buchte die Frankfurter R u d c r ge se l l sch a f t Germania durch ihren Sieg im Kaiservierer, wobei sie den von Kaiser Wilhelm I. gestifteten wertvollen Preis zum 2l.Male mit nach Hause nahm. Germania Köln konnte in diesem Rennen die Frankfurter nicht gefährden, war aber im Ersten Achter in glänzender Form und siegte m ausgezeichneter Zeit vor dem Frankfurter RV. 1865, der den Juniorvierer über Dortmunder RG. gewann. In guter Form zeigten sich noch die Jung- inannen des RV. Bayer Leverkusen, die den Jungmann-Vierer und dritten Vierer gewannen. Die Ergebnisse: (Regatta-Strecke 2000 Meter), B-CBierer: 1. WSV. Deues 7:19.4; 2 RV. Bad Ems 7:23,6; 3. Cochemer RG. 7:25.6. Zweiter Vierer: 1. Kölner Club f. Wassersport 6:57,4: 2. RC.Germania Köln 7:03; 3- Rhenania Koblenz bei 600 Meter aut gegeben. Junior- ®iner: 1. Donner R V (Hahn) 7:36,6; 2. RV. Bayer Leverkusen lLausi 7:41,4; 3. WSV. Godesberg (G. Arenzi 7: 44,2. Junior-Achter: 1. Rhenania Koblenz 6:31,6; 2. Dortmunder RG. 6: 49,4. Jungmann-Dierer: 1. Abteilung: 1. R.VBayer Leverkusen 7:07,8; 2. RG. Germania Köln 7:09. Mainzer RG. bei 600 Meter ausgegeben. Zweiter Achter: 1. Kasseler RG. 7:26; 2. Bonner RG 7:29,3; 3. G i e- ß e n* r R G. (als erstes Doot wegen Behinde- rung ausgeschlossen) Hochschul-Vierer: 1. Institut für Leibesübungen der Universität Bonn 7:24; 2. Akad.Ruberclub Rhenus Bonn 7:32,4. Erster Vierer (Käferpreis): 1. Frankfurter RG. Germania 6:54. 2. RC Germania Köln 6:57; Kölner C. f. W- bei 1000 Meter auf gegeben. Jungmann-Dierer: 1. RD. Bad Ems 7:23; 2. G ießener RG. 7:29; Wetzlarer RV. bei 1200 Meter auf gegeben. Zwei- ter Achter. 1. Kölner C s. W. 6:25,4; 2. RC, Germania Köln 6:26,2; 3. RG Trier 6:43. Leichtgewichts-Vierer 1. RV. Mainz- Kost heim-Gustavsburg 7:26,2; 2 Wetzlarer RC 7:29. Junior-Vierer: 1 Frankfurter RV- 1865 7:07; 2. Dortmunder RG 7:14,2, Bonner RG. aufgegeben. Jungmann-Achter: 1. ARC. Rhenus Bonn 6:35,8, 2. Mainz-Kasteler RG. 6:39. Dritter Vierer. 1- RV. Bayer 2er>erfufen 7:11; 2 RC Germania Köln 7:14 Erm u n terungs-Dierer: 1. Kölner RV 1877 7:27; 2. RG. Linz 7:35; 3- ARD. Bo- russia Köln 7:45. Dritter Achter: 1. RG- TriLr 6:40; 2. Kölner RD. 1877 6:43; 3. Lim- burger RC 6:44 Erster Achter: 1. RC. Germania Köln 6:20,4; 2. Frankfurter RD. 1865 6:25. Hertha-DSE. ist deutscher Fußballmeister. Holstein Siel in Düsseldorf 5.4 (3:3) geschlagen. Der deutsche Fußballmeister ist ermittelt. Nach viermaligen Versuchen ist es endlich dem Berliner Meister Hertha BSC. geglückt, auch den End- k a m p f um die deutsche F u ft b a l l m e i st erschuf t endlich einmal erfolgreich zu überstehen und Hol st ein Kiel im Düsseldorfer Rhein- stadion mit 5:4 Toren abzusertigen. Es war ein überaus harter Stampf, den sich die beiden Finalisten lieferten. Bei der Pause stand die Partei mit .3:3 noch unentschieden und die Entscheidung fiel erst in den letzten Minuten, zu einem Augenblick, als Holstein Kiel durch eine allzu harte Entscheidung de? Unparteiischen Kuyenz (Essen) seinen Mittel- ftürmer Ludwig wegen Schiedsrichterbeleidigung hinausgestellt hatte. Die Folge war, daft die 40 000 Zuschauer fast geschlossen die Norddeutschen an- feuerten. Der Kampf begann sensationell. Schon nach zwölf Minuten lautete das Ergebnis 2:0 für Holstein Kiel. Ein Strasstoft, hart an der Strafraumgrenze, wurde von Midmaier mit unheimlichem Schuft verwandelt und in der zwölften Minute konnte Nit- t e r den Ball durch zahlreiche Beine hindurch zum zweiten Male ins Berliner Tor befördern. Erst in der 21. Minute im Anschluß an die erste Ecke kam Berlin zu seinem ersten Gegentreffer, und zwar durch einen Nachschuft von Hanne v o b e ck. Vier Minuten später fiel, wiederum im Anschluß an einen Eckball durch einen Kopfball von Sobeck der Ausgleich. Aber Holstein Kiel ließ sich nicht entmutigen. Bereits in der 29. Minute konnten die Kieler durch einen erfolgreichen Schuß von Lu d - w i g erneut die Führung an sich reißen. Doch bis zur Pause glückte den Berlinern nochmals der Ausgleich. Torschiitze war diesmal Lehmann. Nach Wiederbeginn gab es in den ersten zwanzig Minuten fast durchweg nur Angriffe der Berliner. Lehmann schoß in der 23. Minute den Führungstreffer. Bei Holstein machten sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar, trotzdem konnten die Kieler allmählich den Kampf wieder offen gestalten. Es kam dann zu dem Zwischenfall mit Ludwig, der hinausgestellt wurde. Zwei Minuten später, gleichsam als ausgleichende Gerechtigkeit, fiel unter dem Jubel der 40 000 der Ausgleich für Kiel durch einen Alleingang von Ritter Berlin sammelte seine Kräfte und erzwang auch in der 40. Minute die Entscheidung. Buch schoß nach einem Durchbruch unter dem sich werfenden Kramer zum 5. Treffer ein. Der Meisterschaftskampf war zu Ende. OrtSgeistliche Pfarrer 2e ft in g über die Bedeutung des Liedes, zugrundelegend den En- gelShymnus „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth und alle Lande sind seiner Ehre voll". An der Gedächtnistafel wurde ein Kranz für die drei gefallenen Sangesbrüder niedergelegt. Bei dem Festakt auf dem Festplatz wurden ältere Mitglieder des Vereins in üblicher Weise geehrt. Am Rachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug, in dem besonders die farbenfrohen Gruppen der Radfahrer und Turner auffielen, durch die Straßen des mit Fahnen und Girlanden geschmückten Städtchens nach dem Festplatz. Dort hielten Ansprachen Herr Pfeiffer namens des festgebenden Vereins, Herr Becker namens des deutschen Sängerbundes, Bürgermeister Pfeiffer namens der Gemeinde Ortenberg. Rach einem Massenchor trugen die einzelnen Vereine Lieder vor. Am Montag fand im Rahmen des Festes das alljährliche I u gend - f e st statt mit Reigen und Singspielen der Schuljugend. i. Bobenhausen I, 21. Juni, linier Kirchspiel Schwickartshausen mit Dodenhausen, Bell- muth und Eckartsborn ist seit dem 1. Juni verwaist. Der 20 Jahre lang hier tätige Pfarrer 'Haumann ist in den wohlverdienten Ruhestand getreten und wohnt nun in Darmstadt, Die Gottesdienste sind nun vom Dekanat Ridda Io geregelt worden, daß sie teils von Rachbarpfarreien, teils durch Lefegottesdienste gehalten werden Hoffentlich wird die Pfarrstelle bald neu besetzt, damit das kirchliche Leben wieder in ruhige Dahnen kommt. Kreis Schotten. ■= Groft-Cichen. 21. Juni. Die hiesige Molkereigenossenschast .Vogelsberg" konnte aus der diesjährigen Wanderausstellung der D. L. G. in Köln mit ihrer „Vogelsberger Gebirgskräuter-Süftrahm-Taselbutter" den 2. Preis und mit ihrem .Masfenkonsumkase" den 3. Preis erringen. Wenn man die scharse Konkurrenz der auf der Ausstellung au« allen deutschen Gauen vertretenen 1228 Proben bedenkt, so sind diese Auszeichnungen für unsere hiesige Kleinmolkcrei gewift ein beachtenswerter Erfolg auf dem Gebiete der Edelproduktion des deut- fchen MilchmarkteS. Krcis Alsfeld. mr. Grebenau, 21. Juni. Dieser Tage wurde der beim Vaden in der Lahn um« Geben gekommene Ludwig Hölscher hier zu Grabe getragen. Eine Trauergemeinde, wie man sie nur selten sicht, gab dem Dahingeschiedcnen daS letzte Geleite. Die vielen Dlumen- und Kranzspenden gaben Zeugnis davon, daft ein tüchtiger, flcifttger und strebsamer junger Mensch von un« gegangen «st. Er war hier und in Gießen durch seine Höflichkeit un feinen guten Charakter allgemein beliebt. Man bringt den Eltern, die schon einen Jungen durch Blutvergistung «Insektenstich) verloren haben, allgemeine Teilnahme entgegen. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 21. Juni. Gestern morgen wurde auf dem Bahnkörper zwischen Lauterbach und Angersbach die Leiche einer alten Frau aus Landenhausen ausgcstmden. Der Kops war vollständig vom Rumpfe getrennt. Die an Ort und Stelle vorgenommene gcrid)tli(i)e Untersuchung hat ergeben, daß die Lebensmüde, wahrscheinlich im Zustande geistiger Umnachtung auf diese Weise den Tod gesucht hat. • Lauterbach, 21. Juni. Hier wurde eine neue Drücke über die Lauter errichtet. Es sind somit in Lauterbach einschließlich der Provinzialstraftenbrücke in der Straße nach Fulda «Ortsausgang nach Angersbach) insgesamt sechs befahrbare Drücken über die Lauter vorhanden. Die neue Brücke, die zwischen der Bleichstraße und dem Kreisamtsweg errichtet wurde, entspricht einem lange gehegten Wunsche der Bewohner des östlichen Stadtteils und stellt eine gute Verbindung zwischen der Dahnhosstrafte und Lindenstrafte her. Der neuzeitlichen Entwicklung des Verkehrs ist somit in vorbildlicher Art und Weise Rechnung getragen worden. D>e Herstellung der neuen Drücke erfolgte ganz in Eisenbeton. Die lichte Spannweite beträgt 11 Meter. Zur Herstellung der Pfeiler, Fundamente und Widerlager wurden etwa 90 Kubikmeter Stampfbeton her arbeitet. Außerdem wurden insgesamt rund 5400 Kilogramm Rundeisen und 70 Kubikmeter Eisenbeton eingebracht. Die Brücke, an der zur Zeit noch die sichtbaren Flächen schar- riert werden, konnte bereits am diesjährigen Prämienmarkt (4. Ium) dem Verkehr übergeben werden. Am 25. März wurden die Arbeiten ausgenommen. Die Arbeitsausführung erfolgte fachmännisch einwandfrei und in zufrieden stellen der Weise durch die Firma Hermann Hardt (ßau- terbach). Die Bauleitung wurde von Oberbausekretär Braun ausgeführt. Die Sünde her Renate Mercandin. vornan von Fred Ttelms. 1 Fortsetzung Nachdruck verboten Wie cm Falke spähte Griebenow. Endlich kam Bewegung m die Menfchenmauer. Dom hatte jemand feinen Sitz verlassen. Hastig drängte Griebenow nach dort. Runmehr stand er in der zweiten Reihe an der Sesselrückwand vor dem Tisch. Griebenow nahm einen Hundertfronkschein aus der Tasche und setzte. Die kleinen Rechen der Croupiers sausten über die Tableaus. Geld und Scheine wurden von den Rummem und den Chancen auf der anderen Seite eingezogen. Grie- benows Einsatz hatte sich verdoppelt. Er ließ beide Scheine liegen. Jemand stieß ihn seitwärts. Im Gedränge kämpfte Griebenow um seinen Platz. Endlich stand er wieder Blitzschnell suchte er nach seinem Einsatz. Seliger Schreck durchfuhr ihn. Ohne Zweifel halle „passe" bereits zum viertenmal geschlagen. Statt der beiden lagen sechzehn Hundertsranncheine auf der Chance „passe“. Minutenlang versuchte Griebenow die Zahlen aufzurechnen. Hundert 'Franken mal sechzehn .. hundert Franken mal sechzehn ... Es gelang ihm sonderbarerweise nicht. Der Herr im Sessel vor ihm halle jetzt en pleiu gesetzt. Er placierte tausend Franken auf der roten Drei. Griebenow schob ohne viel zu überlegen seine sechzehn Scheine diesem Einsatz nach. Die Roulette wirbelte. Die weifte Kugel tanzte ... sprang ... veränderte ihr Ziel. Lllle Dinge auf dem grünen Tisch begannen sich vor Griebenow zu drehen. Irgend eine wesenlose, eintönige Stimme rief die Chance, die gewonnen hatte. Jemand rechts von Griebenow in dem Gedränge sagte: „ Fünfunddreiftig- sach der Einsatz." Sonderbare Rebel sperrten Griebenow den klaren Blick. Wie durch Schleier sah er einen großen Stapel lilazarter Scheine auf die sechzehn Hundertfrankscheine flattern. Plötzlich — ohne klare Regung des Bewußtseins — beugte er sich vor und stopfte die zerdrückten Scheine in die Taschen. Runmehr drängte er sich durch die Menschenwand nach rückwärts. Er setzte sich auf eine abgelegene Bank. Er mühte sich, die Summe zu errechnen, die er in der Tasche hatte. Es gelang ihm, zu ermitteln, daft er auf der Chance „passe“ etwa zweihundertfünfundsechzig deutsche Mark ge* Wonnen haben mußte. Danach kam die rote Drei. Fünfunddreiftigfach den Einsatz. Fünsunddreiftig mal zweihundertfünsundsechzig .. .1 Griebenow begann der Kops zu schmerzen Plötzlich hatte er das Empfinden, daß ihn jemand ansah. Er hob seinen Kopf. Es war der Herr, der gestern abend mit der blonden Dame in dem Restaurant Paris am Rebentisch gesessen hatte. Die Blicke beider kreuzten sich. Ein Blitz durchzuckte Griebenow Welch Zusammentreffen! ES war der gleiche, hinter dessen Sessel Griebenow soeben am Roulettetisch gestanden hatte. Griebenow schob seine Frankenbündel in die Tasche und erhob sich. Der große elegante Fremde drehte sich im gleichen Atemzuge nach der Tür und schlenderte in einen andern ©aal. Griebenow entschloß sich, ihm zu folgen. Die Spieltische waren dort um die Mittagszeit verhältnismäßig leer. Ein paar Sessel an dem Tischrand standen frei. Der Herr, dem Griebenow gefolgt war, hatte sich gesetzt. Griebenow nahm kurz entschlossen auf einem eben frei gewordenen Sessel Platz. Zwar diskret, doch immer wieder wie magnetisch von dem Blick der harten, grünen Augen angezogen — starrte Griebenow sein Gegenüber an Er hatte unklar daS Empfinden, daß fein Schicksal sich mit diesem Mann verknüpfte. Der Fremde sah dem Spiele eine Weile zu. Danach zog er tausend Franken aus einem Bündel Kassenscheine und setzte Rot. Im nächsten Augenblick schlug Schwarz. Der Rechen des Beamten zog die tausend Franken ein. Wieder setzte jener tausend Franken auf Rot Wieder schlug Schwarz. Unentwegt, mit dem unbeirrten Gleichmut dessen, der Verluste und Gewinn nicht achtet, bepflasterte der Fremde immer wieder Rot mit tausend Franken. Ohne Hntcrlaft schlug Schwarz Scheinbar gab es keine andere Farbe wie dies unheilvolle Schwarz. Unaufhörlich klang es aus dem Munde des Tailleurs: _Rot verliert und Schwarz gewinnt." Etwa zwölf- bis dreizehnmal hatte Schwarz geschlagen. Die Serie riß nicht ab. Tolle Sache ... dachte Griebenow. Er hatte das Gefühl. al- sei er mit dem andern, der fein Geld verlor, durch ein geheimnisvolles Band verbunden. Er fing am ganzen Leib zu fiebern an. Wieder spürte er das sonderbare Zucken in den Fingerspitzen. Es war Zeit. Irgend etwas muhte jetzt geschehen. Es war unmöglich, länger zuzusehen ohne mitzusetzen. Griebenow warf einen Tausendsrankschein auf Schwarz. Im nächsten Augenblick schlug Rot. Ter Rechen des Beamten zog den Tausendfrank- schein Griebenows an sich heran. Der andere auf der Gegenseite hatte tausend Franken gewonnen. Griebenow verdoppelte den Einsatz für Schwarz. Roch einmal schlug Rot. Viermal taufend Franken setzte Griebenow zum drlltenmal auf Schwarz. Lind 3um drittenmal schlug Rot. Mit einem Schlage hatte Griebenow die Rer- ven wieder in Gewalt. 'Alles — schien ihm — hing jetzt an der Ruhe und Besonnenheit. Sonderbarerweise setzte sich der Glaube in ihm sest, daß, wie eben duhend Male Schwarz geschlagen hatte, nunmehr eine Lange Serie Rot beginnen würde. Ohne Zweifel lag er auf der falschen Farbe. Schluß mit Schwarz. Es war die allerhöchste Zeit. Griebenow griff in die Taschen. Alle Scheine, die er mit den Fäusten packen konnte, warf er kurz entschlossen auf Rot. Da, mit einem Male, war die kurze Serie Rot beendet. Wieder schlug Schwarz. Einen Herzschlag später stand der Fremde auf der Gegenseite auf. Wieder kreuzte sich sekundenlang fein Blick mit dem von Griebenow. Der Fremde lächelte ein wenig und verbeugte sich. Cs war wie Hohn. — Grenzenlose Scham und Wut erfaßten Griebenow. Roch immer stand der andere drüben an dem Tisch und sah ihn an. Griebenow nahm alles, was er noch an Scheinen in den Taschen finden konnte, ilnbebenflid) setzte er den Rest des Geldes auf Rot. Er wußte kaum mehr, was er tat. Eine letzte Regung des Bewußtseins sagte, daft jetzt Rot noch einmal kommen würde .. . kommen müsse ... müsse Er würde sich nach dieser Coup erheben und den Saal verlassen. Griebenow sah wundelich entrückt ins Leere. An dieser Färbe hing fein Leben, Glück und Ehre oder — Tod Wirre, irre Brider zuckten durch sein Hirn. Griebenow griff nach der Tasche, um das Spitzentuch der blonden Frau zu suchen. In diesem Augenblick wurde verkündet, daß Schwarz gewann. Das war der Tod. Griebenow erhob sich. Sein Gesicht war grau. Er ging langsam, schwer und müde, so als ob er Ketten an den Füßen trage, durch den Mittelsaal zur Vorhalle. Er blieb stehen. Dreiftig mächtige Säulen standen dort wie eine Ehrenwache. Damen vornehmster Gesellschaftskreise promenierten neben Kokotten und Koketten, von der feuerblutdurchpulsten Portugiesin bis zur kühlen Lady. Griebenow vergrub die Hände in die Taschen feines Anzugs. Eisiges Frieseln lief den Rücken abwärts. Er ging weiter. Boulevards und Promenaden waren dicht belebt. Palmenwedcl überdachten Blumenbeete und Parterres. Kaskaden streuten goldene Wasser- perlen durch die Lust, Geigen sangen. Wieviel Schönes bot die Wells Griebenow ging langsam weiter und bog rechts. Immer stiller, menschenleerer wurde es um ihn herum. Die Sonne hing als riesenhafter, feuerroter Ball am Himmel und schloß Flammen- Pfeile. Ilmranft von Rosen und den lila Blüten der Bougainvillen, zwischen blüfteniten Orangen- und Olivenhainen, zwischen Dolden und Mimosen lag der Park. Durch die blaue Luft zog Blütenrausch von Hyazinthen, von JaSmin und Tuberosen, von Rarzissen und Levkojen. Griebenow hielt an. Reben feinem Weg stand eine Bank. Er setzte sich Er saft in sich zurückgezogen Gin Zustand dumpfer und verzweiflungsvotter Müdigkeit befiel ihn. Rur das Herz schlug rasend. Er schloß die Augen. Lange saft er so. Minuten ... Stunden ... Jedes Zeitmaß fehlte. Die Sonne hatte den Zenit erreicht und sank. Einmal raffte er sich auf. Er suchte eine seiner schweren Zigaretten, steckte sie in Brand. Die Bäume rauschten. Rote Rosen hauchten schwüle Düste. Letzte Sonnenkringel tanzten in dem Laub, um dann kraftlos zu verblassen. Immer tiefer fiel der Abend. Gestalten zogen schemenhaft an Griebenow vorbei. Längst verblaftte Bilder standen auf verwelkte HosfnungSblüten und verdorrte Wünsche. Wie an Perlenschnüren reihte sich Geschehen nach Geschehen seines Lebens vor ihm auf. Von der Kindheit an bis heute, wo der Faden abgc- laufen war 360 10 124-25 158 158.75 155.9 Devijenmarkl Berlin — Frankfurt L.M. 149,25 218,5 70 232,25 5 89,25 Schluß» kure 57,75 61,75 90 216 112 105,5 102 124 142,25 70,5 90,25 130,13 122 92.75 234 100 90 95 70 101,5 88,5 213 110,25 55,5 61 114 56,75 61,13 114.5 3 3 229,4 100 96 69 102,25 114 124 160 142,25 209,25 134,5 134 257,5 150 140 147 110,13 142,75 132,4 149 163 217,5 12 , 6 , 0 , 6 , 6 . 8 0 k 10 « 3 . 6 7,2 12 . 8 . V 10 10 IVi 10 io ii 16 . 6 io . b . 6 . 8 . k . 0 6V, 10 . 7 12 161,5 11 147,5 12 210,25 259 I 151,25 141 150,5 110 145^5 147 167 222 j 160 I 72 91 130 a $ 15 12 . 18 11 18’/. , 12 . . 8 . . 9 J5; er. 134,5 134,75 158,25 , 145,5 ; 57 62 114 I Härt et u. a. fiamtt, er habe häusluöer Ät>v« gänge wegen nicht schlafen können und deshoD einen Morgcmfpaziergang dem Aufenthalt im Bette vorgezogen. Auch schon bei früheren Verhandlungen hat er derartige verdächtige Mot- genspaziergängc auf dieselbe Weise erklärt. Dem Gericht fiel es nicht schwer, aßt diese Behauptungen als leere Ausreden zu entkräften. Es gewann, auch ohne daß der Eigentümer der Felle crmitelt werden konnte, die Lieberzeugung, daß sie von dem Angeklagten gestohlen worden find', wahrscheinlich kurz vor dem Erscheinen der Wachtmeister auf der Lahnbrücke. Denn in der Nähe der Bleiche befindet fich eine Fellhandlung. in der der Angeklagte beschäftigt wird. Doch konnte ihr Eigentümer sachdienliche Angaben» nicht machen. Der Angeklagte eryislt 10 Sage Gefängnis, die aber sofort in eine Gelost r a f e von 50 M k. umgewankMe—wurden. I. G. Barben Industrie Dynamit Nabel . . . Echeidcanslalt.... Goldschmioi .... ROlger-werfe .... Melallgesellschast. . . ■- cc Bereinigte Stahiwerte Otavt Minen . . . . Kaliwerke Ascher»leben Bestrebungen zur Senkung -es allgemeinen Zinsniveaus. Zwischen den Spihenverbänden der Banken, Sparkassen und Genossenschaften fand am ver- iiangenen Samstag eine erneute Besprechung tatt, in deren Mittelpunkt die gemeinsamen De- trebungen des Kreditgewerbes standen, im Interesse der Förderung der Produktion in Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft eine Senkung des allgemeinen Z insniveaus zu erreichen. Es bestand Einigkeit darüber, daß zu diesem Zwecke alles getan werden soll, um die Kapitalbildung zu fördern, und es wurde in diesem Zusammenhänge lebhaft bedauert, daß durch die Nichtberücksichtigung des wiederholten Verlangens der Verbände auf Wiederherstellung des Bankgeheimnisses der Kapitalflucht weiter Vorschub geleistet worden ist. . Man war sich des ferneren darüber einig, dah eine Senkung des Sollzinses eine Senkung des Habenzinses im kurzfristigen wie im langfristigen Emlagegeschäft zur wesentlichen Vor- auseshung hat. Die Verbände streben nun eine Ergänzung des zwischen ihnen bestehenden Wett- bewerbsabkommens an, wodurch wirksamer als bisher einer gegenseitigen Heber- bictung in der Zinsreklame entgegengewirkt werden kann, über deren zinsver- teuembc Wirkung alle Anwesenden einig waren. Durch Zusammenarbeit der örtlichen Verbände der beteiligten Gruppen soll in einer den örtlichen Verhältnissen angepatzten Weise auf die Verwirklichung dieses Zieles hingewirkt werden. 3 >©.-5arbenfnhufIrk und kunstseidenpatt Die I.-G.-Farbenindustrie AG. veröffentlicht eine längere Erklärung, in der sie die Gründe darlegt. aus denen die Gesellschaft den Kunstseidenpakt nicht unterzeichnet hat. Nach einem kurzen Heberblick über das Zustandekommen des Paktes wird der Standpunkt der I. - G. in bezug auf den Begriff des Weltmarktpreises bargelegt dahin- gehend, dah der Schiedsrichter bis zu der internationalen Stabilisierung der PreisverhAt- nisse die Möglichkeit haben müsse, bei der Festsetzung der Preise, die den Weltmarktpreisen entsprechen, heute schon den bestehenden Zoll ganz oder teilweise zu berücksichtigen. Die I.-G. wäre bereit gewesen, den Kunstseidenpakt zu unterzeichnen, wenn diese Auffassung von den Derarbeiterverbänden anerkannt worden wäre. Den auherordentlich weitgehenden Zugeständnissen steht als Gegenleistung einmal die Zusage der Verarbeiterverbände gegenüber, dah sie gegen die Zollerhöhung keinen Einspruch erheben werden und dah sie bereit sind, die Erzeuger bei allen Mahnahmen zu unterstützen, die den Zweck haben zu erreichen, dah die Derbandsmitglieder als Gesamtheit grundsätzlich 90 Prozent ihres Bedarfs aus deutscher Produktion decken. Da die Verarbeiterverbände sich nicht entschliehen konnten, -den Vorbehalt der I.-G. anzuerkennen, erscheint es der I.°^. untragbar, den Vertrag zu unter- I zeichnen. Die I.-G. steht auf dem Standpunkt, dah die 7 erzeugende Industrie unter dem Druck bet Verhältnisse mit den bisherigen Zusagen schon so weit gegangen ist, bah sie unmöglich auch auf diesen Vorbehalt noch verzichten kann. Die Hnterzeich- nung des Paktes nach der ausdrücklichen Ablehnung des Vorbehalts würde bedeutet haben, dah gerade in einer Zeit, wo der internationale Konkurrenzkampf an Schärfe zunimmt, die Industrie vollkommen auf die Möglichkeit der preislichen Auswertung des Zollfchutzes verzichtet. c e (R o e _ ! Hamburger ElektrizItüU 5 Berlin Echluß-l Anfang» kur- | Kure Lchlestfche Elektrizität. . . Schuckeri S (So..... Siemen» & Hal-ke .... Lransradio....... Lahmeyer & (So..... . Buderu» Deutsche Erdöl .... Eisener Steinkohle .... Gelsenkirchener .... Harpenei...... • Hoeich Eisen....... J>se Bergbau . KIScknerwerle...... Köln-Neucssen ManneSmann-Röhren . . ManSselder Bergbau . . . Oberfchles. Eisenbedars . . Obersckles. KokSwerke. . . Phönir Bergbau..... Rheinische Braunkohlen . Rhein stahl....... Riebeck Montan Nal. Automobil ..... Orenitctn Ä Koppel . . . Leonhard Tietz ..... EvenSka........ Frankfurter Maschinen . . Grttzner..........6 Heyligenstaedt ...... 0 Iungyan-..........6 Lechwerte 8 Mainkraftwerke Hbchsi a.M.. .8 - Großhandelsindex. Die aus den Stichtag des 18. Juni berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 124,2 gegenüber der Vorwoche (124,8) um 0,5 Prozent zurück- gegangen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,4 Prozent auf 109,1 und die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halb- ronren um 0,8 Prozent auf 121,9 gesunken. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren hat mit 151,1 gegenüber der Vorwoche (151,2) leicht nachgegeben. '* Viskose -Konvention und Verbraucher von Kunstseidegarnen. Die Konvention der deutschen Viskose - Kunstseidensabriken hat aus prinzipiellen Erwägungen beschlossen, die Einkaufsvereinigungen von Verbrauchern von Kunstseidegarnen nicht mehr zu beliefern. Reben 5 !“«■ -4 10 135 io 135,25 Schul thei» Patzenhofer . . vstwerk«........ Atu.......... Bemberg Zellttoss Waldbos . . . . Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser . Dessauer Gar...... Daimler Motoren . . . . Deutsche Linoleum . . . Maschinenbau A.-G. . . . Schluß» : kurs 21 6 90" 45,5 204.25 207 ! 369 I 1-Uhr« Kuro 23 b anderen Erwägungen waren für diese Stellung, nähme der Konvention Fragen der Mangelrüge und der Solidarhaftung maßgebend. Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M.. 23. Iuni. Tendenz schwächer. — Da durch die Ablehnung Hoepker- Aschoffs noch feine Entscheidung über bic Besetzung des Finanz Ministeriums getroffen wurde und somit die innerpolitische Krise, wenigstens in dieser Beziehung, noch keine Klärung erfahren hat, machte sich zu Beginn ber neuen Woche bei ber Spekulation toieber eine starke Zurückhaltung bemerkbar. Aber auch die erneut schwächere Neu Yorker Börse und bic ungünstige Wirtschastslage in Amerika veranlaßte stärkeren Pessimismus. Das Geschäft bewegte sich im kleinsten Nahmen. Die Kulisse schritt zu Abgaben. Da bic Nachfrage infolge der anhaltenden Orberlofigteit gering war, ergaben sich gegenüber den Schlußkursen vom Samstag teilweise wieder beträchtliche Kursein- buhcm. Stärker unter Druck standen am Kakirn a r k t S a l z d e tf u r t b, die bei größerem Angebot, ohne daß ein Sonderanlah hie^u bekannt wurde. 9 Prozent einbuhten. Am Montan- markt gaben Buderus 2Prozent nach. Farben blieben knapp gehalten. Ilse Bergbau mußten von ihrem Anfaßgsgewinn 1 Prozent her- geben. S chi s f a h r t s w er te waren vis 1,25 Prozent abgeschwächt. Von Chemiewerten verloren I.-G.-Farben 2.25Prozent, Goldschmidt 1,5 Prozent und Nütgerswerke 1,5Prozent. Deutsche Erdöl blieben knapp gehalten. Am Elektromarkt gaben AEG. 2 Prozent und Siemens 3,5 Prozent nach Dankwerte hatten ebenfalls Kursverluste hin- zunehmen, die aber nicht über 1 Prozent hinausgingen. Renten Togen still. Deut sch e Au^ leihen etwas niedriger: Schutzgebiete blieben behauptet. Im Verlaufe trat keine Belebung des Geschäftes ein, doch war die Stimmung leicht gebessert, auf vereinzelte Deckungen ber Kulisse. Die Kurse besserten sich zumeist um Bruchteile eines Prozentes. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,25 Prozent leicht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1925, gegen Pfund 20,375, London gegen Kabel 4,8585, gegen Paris 123,77, gegen Mailand 92,78, gegen Madrid 41,79, gegen Schweiz 25,0940, gegen Holland 12,0825. Berliner Börse. Berlin, 30. Iuni. Auch die neue Woche brachte nicht bic geringsten Anzeichen einer Geschäftsbelebung. Im Gegenteil: bie G es ch ä f t s ft i 11 e ist kaum noch zu überbieten. Im heutigen Vormittagsverkehr fanden überhaupt feine Hmfähe statt, und man rechnete mit einer schwächeren Börseneröffnung, die auch dann tatsächlich eine allgemeine ©enfung des Kursni - v eaus von 1 bis 3 Proz., vereinzelt auch 4 bis 6 Proz. brachte. Die anhaltende Schwäche der Neuyorker Börse vom Samstag, bie matten Auslanbbörsen von heute, und die immer noch ungeregelte F i n anz mi n i st e r f r a g e mahnten zur Zurückhaltung. Die Spekulation schritt erneut zu Abgaben, die zwar nur geringen Hmfang hatten, aber trotzdem nicht leicht Aufnahme fanden. Man überlegte ferner, dah der Halb jahresultimo kurz vor der Tür steht, der zwar Schwierigkeiten kaum bringen wird, daß aber die Differenzen zum Teil recht erheblich sein dürften. Heber 3 Prozent hinaus waren Rhein. Braunkohlen. Salzdetfurth, Siemens. Ost wer ke abgeschwächt: die Rückgänge betrugen hier bis zu 4,5 Prozent. Berger lagen 5,5 und Polyphon, bei denen heute 8,25 Proz. Bezugsrecht abgezogen wurden, verloren noch 6,25 Prozent. Deutsche Anleihen waren nicht einheitlich. Neu besitz lagen schwächer. A usländer waren fast ge- schästslos. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 175 bis 4 Proz. sehr leicht: Monatsgeld stellte sich auf 4,5 bis 5.75 und Warenwechsel auf 4 Prozent. Man glaubt, daß der morgen zur Festsetzung kommende Reportgeldsatz 0,5 Proz. unter den letzten Sah lauten wird. Nach den ersten Kursen verstärkte sich die Geschäftsstille immer mehr. Orders waren nicht auszuführen, ja die Börfe selbst schritt eher noch zu weiteren Positionslösungen, die ein erneutes Abgleiten des Kursniveaus zur Folge hatten. Allgemein gingen die Kurse 1 bis 2 Proz. unter Anfang zurück. Salz detfurth und Siemens mit minus 3 bzw. 2,5 Prozent etwas stärker gedrückt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 23. Iuni. Auftrieb: 1474 Stück Rinder: darunter 375 Ochsen, 140 Bullen, 526 Kühe, 380 Färsen: ferner 587 Kälber, 17 Schafe, 4980 Schweine. Rinder: Ochsen, voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere, 56 bis 59, altere 52 bis 55. sonstige vollsleischige, jüngere 47 bis 51; Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 56, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 51; Kühe, jüngere vollsleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50, sonstige vollsleischige oder ausgemästete 42 bis 45, fleischige 36 bis 41, gering genährte 80 bis 35; Färsen < Kalbinnen, Iungrinder), vollsleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 61. vollsleischige 54 bis 57, fleischige 50 bis 53. Kälber: Doppellender bester Mast 78 bis 81. beste Mast° und Saugkälber 72 bis 77, Mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71. Schweine: vollsleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 59 bis 62, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 63 bis 65, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 63 bis 64, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 62 bis 64 Mk. Marktverlauf: Rinder ruhig, Heberstand. Schweine schleppend. Heberstand. Fettschweine schwer verkäuflich. Kälber langsam, ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 23. Iuni. Zu Beginn der neuen Woche blieb das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt sehr ruhig. Die Auslandnotierungen fanden keine Beachtung. Die Notierungen lauteten für Weizen und Roggen bis zu 5 Mark niedriger. Hafer und Gerste gut behauptet. Das Angebot von Inlandware war infolge der Trockenheit und des sehr heißen Wetters ziemlich gering, aber trotzdem konnte keine Belebung des Geschäfts eintreten. Das Mehlgeschäft war weiterhin schleppend. Die Preise verstehen sich für Getreide je Tonne, für die übrigen Waren je 100 Kilo. Es wurden notiert: Weizen, Hektolitergewicht von 78 Kilo 312.50; Roggen, Hektolitergewicht 72 Kilo 165 bis 167,50; Hafer, inländischer 163,50 bis 165; Weizenmehl, süddeutsches. Spezial 0 44 bis 44,75; Roggenmehl 24,50 bis 25,50; Weizenkleie 6,75; Roggenkleie 6,75; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 26 bis 35; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 38 bis 80; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 6,50; Weizen^ und Roggenstroh, drahtgepreht 4.50 bis 4,75; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5; Treber, getrocknet 9,25 bis 10.25 Mark. Tendenz: ruhig. Frankfurter Eicrmarkt. Marktlage: Das Geschäft nahm auch in dieser Woche einen normalen Verlauf. Eine Belebung war nicht eingetreten. Die Preise waren im allgemeinen weniger verändert. Vereinzelt machten sich Symptome einer Abwärtsbewegung bemerkbar. Es notierten per Stück: Italiener 8,50 bis 8,75 Pfennig; Bulgaren 6,75 bis 7; Iugo» flatren 6,75 bis 7; Rumänen 6,25 bis 6,75; Russen 6,25 bis 6,75; Holländer 7,50 bis 9,50; Dänen 7,50 bis 9,50; Belg.-Flond. 8,50 bis 8,75; Schlesier 7 bis 7,75; Bayern 7 bis 7,50; Norddeutsche 6,75 bis 7,75 Pfennig. bül?r- 23 6. 1Ö2 Schluß» kurS 21 6 5Ö" 45,5 204,5 206.5 369 I Ansong» .fluni 23- 6 89" 45,4 205 365 . 3Ke Ihl 5^ ei ^>8«" □ 8 3 c X! FU !h! Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) f). k. In Beleidigungs- und einfachen Körperoer- leßungssachen findet vor der Erhebung einer Privat- flage ein Sühnetermin statt, wenn die Geaner im selben Gemeindebezirk wohnen. Erscheint der Beleidiger (geladen) nicht oder kommt ein Vergleich nicht zustande, so gilt der Sühneversuch als erfolglos, und es kann nunmehr Privatklage erhoben werden. Die Kosten des Sühnetermins trägt vorerst der Privatkläger. Sie werden entweder im Vergleich geregelt öder später gerichtlich bei Erledigung des Strafverfahrens. Im Sühnetrmin find Zeugen nicht notwendig. Unbeteiligte Personen sind im Sühnetermin nicht zugelassen, wohl aber bei der gericht- lichen Hauptoerhandlung. Daten für Montag, 23. Juni. 1804: der Industrielle Johann Friedrich August Borsig in Breslau geboren; — 1805: der Bildhauer Friedrich Drake in Pyrmont geboren; — 1919: Deutschland nimmt die Friedensbedingungen an. Daten für Dienstag 24 Juni. 1777: der Entdecker des magnetischen Nordpol- John Roß in Wigtownshire geboren; — 1916: Beginn der Somme-Offensive. Vermischtes. Die Deutsche Strafrechtliche Gesellschaft zur Neuregelung des juristischen Studiums. Die Deutsche Strafrechtliche Gesellschaft hat auf ihrer Bamberger Tagung nachstehende Entschließun-- gen zu der oöm preußischen Unterrichtsministerium geplanten Neuregelung des juristischen Studiums gefaßt. 1. Die Deutsche Strafrechtliche Gesellschaft erblickt in der preußischen Studienreform eine große Gefahr für die deutschen U n i o e r f i t ä - ten als Stätten der Pflege wissenschaftlichen Geistes und als Anstalten des Unterrichts. Sie erblickt ins- besondere in dem Versuch, die Methode der Vorlesungen zwangsweise zu bestimmen, eine Verletzung de r verfassungsmäßig gewährleisteten Lehrfreiheit, gegen die sie schärfsten Einspruch erhebt. Die Gesellschaft hält es für dringend geboten, daß die nichtpreußi - schen Rechtsfakultäten möglichst umgehend zu den preußischen Vorschlägen und den Bestrebungen, sie für alle Rechtsfakultäten Deutschlands bindend zu machen, Stellung nehmen. 2. Die Deutsche Strafrechtliche Gesellschaft erhebt lebhaften Einspruch gegen den Versuch des preußischen Volksbildungsministeriums, die systematischen Strafprozeßvorlesungen auf zwei Stunden heravzudrücken. Die Gesellschaft weist mit Nachdruck darauf hin, daß die für den Freiheitsschutz des Einzelnen so grundlegende Lehre des ^trafprozeßrechls im Universitätsstudium diejenige Stelle einnehmen muß, die dieser Bedeutung entspricht. Die Gesellschaft ist sich bewußt, daß die sogenannte Vertrauenskrise der deutschen Justiz nicht besser bekämpft werden kann, als dadurch, daß die künftigen Richter, Staatsanwälte und Anwälte in der Materie des Prozeßrechts auf das eingehendste unterrichtet werden, was bei einer Ausbildung in zweistündiger Vorlesung ein Ding der Unmöglichkeit ist. Kunst und Wissenschaft. 200 Jahre Darmstädter Kunst. In Darmstadt wurde am.Sonntagvormittag vor geladenen Gästen und in Anwesenheit der staatlichen und städtischen Spitzen die Ausstellung „2 0 0 I a h r e Darmstädter Kun st" im Ausstellungsgebäude der Kunftlerkolonie eröffnet. Miag...........10 Gckr. Reeder ...... 10 Boigi & Haessner ...... S Süddeutsche fiudet .... 10 'bt MV. W. 3 2^0 oi u 5 u « ? L Lä <=• . t = u C : 2 4*; । w Hamvurg-ÄmeNla 'Lake! . . . < 1Ö3 25 Hamburg-Südom. Dampsschiss. 8 — Hama Dampsschiss.....10 — Norddeutscher Lloyd.....8 103 Allgemeine DeutjchsSredilansk. 10 113,75 Barmer Bankverein .... ,A ,n* '>K Berliner Hanve!?gesellschast . (Sommer*» und Privat-Banl . DarmstSdter und Naltonalbant Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Pnplcren angeführten Ziffern geben die tzühe der zuleht befchleffenen Dividende an. - Reichebankdiskont 4 n. f>., Lomdardzinefub S » S. Phllipp Holzmann 1 Zcmcniwerk Heidelberg . . 10 (Semeniwerk narlstadt. ... 10 Wavtz L Freyiog......8 Vanknoten. Berlin, 21- Zuni . . . Geld 3rk| Amerikoniiche Noten...... 4.171 4,191 Belgische Noten........ 58,41 58.65 Dänische Noten ........ 111,86 112,30 Englische Noten ....... 20,322 20,402 flranzbsische Noten ....... 16,39 16.45 167,98 163,56 Atalienische Noten........ 21,96 22,04 Norwegische Noten....... 111,94 112,38 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 59,05 59.29 gdlniänischc Noten....... 2,46 2,48 Schwedische Noten ....... 112,28 112,72 Schweizer Noten........ 81,04 81,36 Spanische Noten........ 48,60 48.80 Tschechoslowakische Noten..... 12,42 12,48 Ungarische Noten ........ 73,07 73.37 Frankfurt o. Ul. Berlin Schluß»! kur« l«llhr» Alt« Schluß»: kur4 | Anfang» .Aur4 Daium 21 6- 23 6 21 6. । 23 6 6% Deuych« Neicheanteche 88,25 —— 7% Deutsche Reichsanleihe nnn 1M9.......... 104,9 104 Deutsche «nl..Ablös.-Schuld mit 58,6 58,5 58,7 58.6 DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 9,05 9,25 9 6% Hess. BolkLstoat von 1929 (rüdtch"j 10’%)...... 95,5 — 96 — O berhessen Provinz»Anleihe mit — ■■■ Deutsche Komm. Sarnrnelabl. Anleihe Serie 1....... 58,4 — 58,25 6% Franks. Hqp.-Bank Goldpse XI I> unkündbar bis 1934 . . - 100,75 — — 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpse unkündbar 6t3 1932 ..... 95 — — — 4y2% Rheinische Hyp.-Banl Liqu. Goldpse......... 89,5 —_ 1 - 8% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, — —— 4% Türkische Bagdadbohn»Anl I ......... 5,75 _ 5,9 — 4% bHfli. Serie II....... 5,75 5,75 — 5% Rumänische veretnh. Rente 9,6 —— 9,6 9,05 4Vi% Rumänische vereinh. Rente - 4% Rumänische veretnh. Rente 7,75 7,9 7,8 I 7,85 93 1 — 91 21. Juni 23. Juni 114 1 — — Notierung Amtliche Notierung 136 78,5 1 77,5 Geld 1 Vriei Geld Sriel l'lmft-Nott. 168,29 168,63 168.28 168,62 290 287 Buen.-Aires Brss'Antw 1,550 58,41 1,554 58,53 1,545 58.42 1,553 58,54 112 32 — — 237,5 233 112,08 112,30 112,10 88.5 — 89 86,5 K open k>ag-ii Stockholm . Helsingfors. 112,08 112,30 112,10 112,32 97 — 99 98 112,36 112,48 112,47 112,69 158 — 157,75 153 10,54 10,56 10,544 10,564 120 118,5 118,25 — 21,945 20,389 21,94 21,98 — —— 99,5 98,25 20,349 21,985 20,35 20,39 — .— 147,75 146,13 Weunor! .. Pari-. . » . Schwei; • . 4,1885 16,435 4,1965 4.189 4.197 -— — 34,75 33,75 16,475 16.44 16,48 204 — 204,5 202 81,10 81,26 81,13 81,29 - — 47,25 — Spanien .■. 48.75 48,85 48-95 49.05 —— — 15,65 15 yäpan . . - 2,069 2,073 2.069 2,073 — — 69 — Rio de Jan- 0,472 0,474 0.472 0,474 148 "°H 146,25 Dien in D-» 69.23 302 302 Oest- abgest- 59.10 59,22 59,11 Prag Belgrad , - 12,425 12,445 12,433 12,453 25 35 — 25,5 — 7.401 7,415 7,402 7.416 __- 34,4 _ Budapest - - Bulgarien . 73,255 3,035 73,395 3,045 73,25 3.035 73,39 3,041 18,81 _ 36 — Lissabon . 18.77 81,81 18,77 97,5 — Danzig. . Aorist intm. 81,38 1,784 81,54 1,789 81.36 1,785 81,54 1,789 _ 113 112,25 Athen. . 5,425 5,435 5,425 5,435 ins _ Canada . 4,180 4,196 4,189 4,197 __ 150 Uruguay - 3.656 3.664 3,666 156'5 — 157,29 Lairo . . I 20,86 20.90 20,86 20,90 tiwfamor SrmrnlifrnhlÄtter E s 53 3 O' •■r öl C o en w J&- <3 r*> c K c ** o r-» o ö> L ^3L E 8 ,e 8 ■Ms Z "Ko 51=8-. <9 tt X S L £5 '-9 5? » mX sss. E Z E « 3 ft. B ?L§L§ £(9 sr G) L 5 flp L E E L4 ^•e LZ, g« •=& r- aI Zr Le ' Z* SoEE ils- 85'1 II? > $S <® •? — E v -=£ = ^s X • -sr^ a 5 8K r~8 Ps y *1^183 IOH jsro^ L "5 .KJ. CT JF». .1*#* xw E 2 ° S?.kZ° .« £.*3 LSd-bs 5M8 i« JM ®§E §8» o E - i A - =3*. 52 8 •*-1.9 .E 5 ~ A -5 5>ct •»— r £*j&U 2S = ia.®H- c ** J5 p - E s «I»; =J=» Z-?L h:~ ICTxjpf | E § 2^ 5 w E "5 8 8 c« a 3 £ ; e' H'1^" S- ii .x-E E = -8'4 r-M 5^f- Ifle t«z’i BSSfl igas* X*<3»4 ^s*$ ■5*5^5 f! *** t _ s * e ■£ Ss=Sc^5 8^45» •“■ k.- -e ;6l® VZA'Ox .2X1'9 g a -, 5 --a I § = 4 = C X —c es ei1 Fe ;;k ä ? , Et. 2 «l.E 3 4 JO ® s 3 ~ -, P .t“s .i“’i'5=y = it= 2$ §2 5=^=f ^=gi ct - ‘- •°Ce3 X-S » gBf*£ 5.E §: §*8 g = 5 s 25 E kL^A 03 28SsISt*E = e* -=5 M £-.L W CT ?44 6 "Efit £ *- *, <8 -8-e» = 2$ Sl| s.1 (5 31 i ■".?» g e ■€(0 - <0.84 t 8 c *& X2L E RH^ i ? »r ER .5 * EÄ X, UC «SD 8= =^£*E Ii*!» ?>H*| e*’ *1 E 'S E = 45'0 ■ L-sK A A u- CT Q - jr C rf8 "IAr 6 -21 E . o e ~ X. E - s 6 = tx— X e ■» cs 2? .5® ii ct X o -o Ho 'S*-8 ■ßk { M ? J -2 t ; LE»'" _^="5 E i|i! Z5L4 s*° •-> <- *- Siu rlZz 8i*J: <6-8 E = 8 19 s E E r^ z»S — **- Z M AL SL Ci «9 ES) d .5*^ «'0" L3 2 £ k- '' Ad? •H *•„»-- 2 Ä>A!^^ =-2 E§ ZK 's 3 -E 8 - -3 — 'M i? o» — E _ 2, m - 3 HS 3=®^ O V 3 S "E »< jd- --^2 Z3- 5 E — ~ 2$ -• r u e •8slig ei*45! =®E2a .j 5 Z»Z sa-8 = 5^2 ' - 5>S)^ V V TD we 3 x- « §§ E V 2 — X X o.E E --L 5 § §t0 tot ^8ZE 2 zL E _, »e 2» s» =>.0.5^ = E B E .ü »ISSA 3 $.1'6 k,*- cs -8 g.X . •8L§SS rx. . e 2 ■Sa 8 L? g§§E® gtlt« = 3 X- Z ■—* CT. z5 E*l E E C US! 8 ~ c z Sle-|6 £:=;^ *K '— ** x* !iSi TGJsHasiii 2^115*1231*,iae#1, *2l2^iin&sl*ti :3="=p3§acVÄ Sjtex^c .HS-^5 giI^= _ e» jD c“ E u JS ~ ct-r « «< "3 -D "*' ,?« 3 X CT G *— "E 'S.3 WEG — c s e.c^^ SssS^32 giSis.g$SsEC8*I _ B------ 1» 8^ LE H -§L L .® HQ HZ X so;$ X* HT L ’S.3. £• -Js - s=£-E c 8 --87L SL-ZSR MrZZ i?4 1=8 H ZZL ! = &■ Z L L 8 E L E 4C -Co 25 L T .1 —. CT. >- _ I ?s8 uS2e -5? §2. = ^ si.-s •°‘2> •£" E 2 xr xSs k-P- « PA e - x.- 5 = 2=LZ -r-^- 3 CT .E A g '£ <5 E agsÄ o 3^E 2 ■§‘2 2=Ze E £ Zt? ” ZE g®4<5 Eju 5 = 5 § =H l'fi 2«a5 A ! E , LZ * u X E.LZ e ;1H 3 •5. e: •. B >- ,5 ,§=» «r»^.= A ZUetzL *5 t. . E ’s c-5 EL ZSLZ = 2 D--O ^=l0- HS« Z *: » k ° -8 5 A L ä A<9 E 3 CT c*p p ZKL C - M ii- 2^4 a V 10 m 3 X 3 L ^SSs jn ZS Lck §l Ji.4^- 3 3 E -- ojg £12 £ §CV®(*D L E E 5 25 2$^ Sei* SJtjE 5-^.E 3 5 V C - E . Z eZ-g-eSEell-ä .<0 155 ■A -S _ CT. L- - .X- —. 20 X. E LG CT 2 2® •5 3 Zz 4 * fc 5 = L 3 s K tHc-6^ 3 = ;® = 5 2 a — M .5 35 t»- g - 3182x5 L^LZ'OK L-.LZSL-.RSL3L«.L 3 m = B e «14 EKrX- CT A-e B *c e K -3 * - P *- e‘£ c cA —x^' e L " KZL^sx .si-tcc-Se Sitietl: —• n - «m E •*- "^Sjg^e ■p u ° C - p § xh^lE E Z.L! — — Oö--=!T^r± ■ID E Z ■& C e. •; 11^*1^* f5gfik ®£ 2 e E® «fe .= , . 4- C X. & P . E 3L-c> E »• A 2'43- — ? 3 ,. ff; C O 5*3 . . xA i C aa ei— „C/ S 5 e g ^CT D- v = e' -C Sä.' 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