fort toQr . rrUZ? E. * °n- *■ '^'-kk '2otI)Qlbri . «öS ?®aS la"khimitdbti ' ®QI* n iMm »onwJmCT N,i, um. iV*** Lab f?kt,kn eM- oer2b hwgen kostbar» 0t^n ?aume ein S-- /Wien Plätschert, den man nicht ,Überaus MtoWe '* Mng men gewissen Ruhe, fr Stille herrschtet ueetveibcm Haar trat und machte den Sin- en Aamen und gab sehen Sie. Dir sind uien. - Dein Mann W ttmtoaliungen in nser ganyi Tktmbyn IQ8 uns Mieden, ist mit meinet Hchwesler mt und bedars sehr der Geld. Der Park will • mal will feinen Lohn Herr Emrnerstorss, wir rnrchsühren. Sv müssen fern Wh." S folgt) ÜMÜ eil** 1 U^sillcr 1050. xrnft rrE^ M sgrderl- iö den wrefoÖMtfen 'N SW/ie nndrn am It nach Soblrnz statt. , Aiesten i Mm V\to a Soblm HD n Gienen 2130 erechtigi l'nd uur e , töte Augkbörgtn. iittnie ZirahenbabniaM' üflie EmirittSkarien tut sowie Slitiafltfientaritn n Ruhestand besindlichen beibemMne W Qhflebo t werden, Iumk äftspfi : die Verhandlungen bildet eine Erklärung Schieles, nach der er auch nach dem Wegfall des Gefrierfleischkontingentes der wirklich min » derbenlittelten Bevölkerung den bisherigen Fleischverbrauch auf anderem Wege ermöglichen will. Man plant die Ausgabe von Bons im Werte von etwa 20 Pf., die f ü r den Kauf von Fleisch und Wurst gültig sind. Für andere Waren kommen die Bons nicht in Frage. Große Schwierigkeiten bereitet die -Umgrenzung des Begriffes „minderbemittelter Bevölkern n g s t e i l" in der Praxis, wozu verschiedene Vorschläge aufgetaucht sind, die als Grundlage etwa die Wohlfahrtscrwerbslosen oder eine ähnlich festumgrenzte Kategorie vorsehen. Hierüber ist eine Einigung abei5 noch nicht erfolgt. Fest steht auf jeden Fall, daß man zu irgendeinem starren System kommen muß, um der Gefahr von Schiebungen und Durchstecherei einigermaßen begegnen zu können. Zur Durchführung der Aktion denkt man an die Gemeinden, denen dadurch allerdings eine verwaltungstechnische Mehrbelastung zugemutet wird. Auch die Arbeitsämter sind als Dermitt- lungsstation in Vorschlag gebracht worden. Die für die Fleischverbilligungsaktion notwendigen Mittel werden sich auf rund 20 Mill. M. belaufen. Fricks Schurgebete. Erläuterungcn im Landtag. — Wirth verlangt Zurückziehung des Erlasses. Weimar, 22. Mai. (WTB.) Im thüringischen Landtag erklärte Staatsminister Dr. F r i tf, Zweck und Ziel der Schulgebetsoerordnung seien von links in tendenziöser Weise entstellt worden. Er werde nochmals mit den Organisationen der Evangelischen Landeskirche und der Lehrerschaft in Verhandlungen über die Einführung des Schulgebetes eintreten. Vorläufig werde er auf eine Berichterstattung durch die Direktoren und Schulräte über die Auswirkung feiner Verordnung verzichten. Zum Text der Schul- gebete erklärte er, es handele sich n i d)t um Haßgebete, sondern um Freiheitsgebete und führte u. a. folgendes aus: Ich verstehe unter „Betrug und Verrat" den Verrat vom November 1918. Unter dem Volksbetrug, der damals begangen worden ist, leidet vor allem heute das deutsche Volk. Es muß bestritten werden, daß durch die Gebete ein Verstoß gegen die Reichsoer- fasfung erfolgt sei. Durch ihren Wortlaut würden Andersdenkende nicht verletzt. Es scheint, als ob Reichsinnenminister Dr. Wirth den amtlichen Text der Schulgebete im Reichstagsausschuß nicht zur Hand gehabt hat, denn sonst hätte er nicht seststellen können, daß die Gebete sich gegen die Juden richten. Reichsinnenminister Wirth hat, wie die „Germania" meldet, gestern das Antwortschreiben der thüringischen Regierung auf seine ausführlichen Darlegungen erhalten. Minister Wirth hat noch gestern das Schreiben beantwortet, soweit es sicb um die von Minister Frick empfohlenen „Schulgebete" handelt, die ja nur eine der zwischen dem Reich und Thüringen bestehenden Streitfragen darstellen. Er hat den Staatsminister Baum ersucht, die von Minister Frick gegebene Emp. fehlung der Schulge.bete und die an die Schulbehörden gerichtete Aufforderung zur Berichterstattung über die Ausführung dieser Empfehlung unverzüglich zurückzuziehen. Muffolini gegen d e Abrüstungsheuchelei. Lcharfe Sprache des Tuce. Mailand, 22. Mai. (Agenzia Sfefani.) Bei der feierlichen Uebetgabe eines von den italienischen kriegsoerletzten geffiftefen künstlerischen kommando- slabes an Mussolini hielt dieser eine Rede, in der er u. a. ausführte: Die Folgen meiner Reden in Livorno und Floren; war, daß alle Gänse schnatterten, um ihre Kapitale der verschiedenen Länder Europas zu retten. Niemals hat man ein glänzenderes Schauspiel der menschlichen Heuchelei gesehen. Die es scheint, gibt es Flugzeuge nur in Italien, denn anderswo hat man offenbar nur harmlose Drachen. Nur in Italien gibt es Kanonen, denn anderswo hat man nur Spazier st öcke. Nur in Italien stehen Kasernen, denn anderswo gibt es nur Bergnügungs- und 21 n-= dachtsorte. Nur Italien hat die Frechheit, eine Kriegsmarine zu besitzen, während die anderen Nationen nur Fischer- ober B e r - gnügungsboofe haben. Sie wissen aber, daß die Wirklichkeit ganz anders aussieht, und daß, wenn alle Länder gerüstet sind oder rüsten, man nicht begreifen könnte, weshalb Italien allein entwaffnet sein oder nicht rüsten sollte. Italienische Kritik am Brian-- Memorandnm. Dom, 22. Mai. (WTB.) Die Blatter beschäftigen sich erst heute mit dem Briandschen Entwurf zur Gründung Paneuropas. Aach Heber- Prüfung der einzelnen Punkte bemerkt Tri» duna, der einzige Staat, der nach dem Kriege die Initiative zu besonderen Machtgruppierungen, die mit Bündnisverträgen verbunden waren, ergriff, sei gerade Frankreich gewesen. ~ 2 avor o Fafcisto sagt, dieses Programm ser kein ideales und habe keine praktische Bedeutung für die Befriedung Europas. Das Blatt meint ferner, das Programm sei ganz und gar überflüssig und inhaltlos und diele darauf hm, Frankreich und nur Frankreich die angestrebte Sicherheit zu garantieren, die der Grundstein der gesamten Nach- kriegspolitik Frankreichs sei. Das sei d a s w a h » re Antlitz, das sich unter der Maske de« Briandschen Programms verstecke. Diese Maske sei gefährlich und tonne niemanden, weder m Europa noch in Amerika täuschen. Macdonalds Sieg über Mosley. Oie Arbeiterpartei lehnt Mosleys Mißtrauensvotum gegen die Arbeitslosen- poliiik -es Kabinetts mit großer Mehrheit ab. London, 22. Mai. (WTB.) In der heutigen Sitzung der Parlamentsfraktlon der Arbeiterpartei wurde der Lntschließungsantrag Mosleys mit 210 gegen 29 Stimmen abgelehnt. Die Sitzung, die um 8 Ahr begonnen Halle, dauerte bis 11 Ahr. während der ersten Stunde kam es zu lebhaften Auseinandersetzungen. Mosley sprach 50 Minuten lang. Er brachte folgenden Antrag ein: Die Arbeiterpartei ist unzufrieden mit der bisherigen Arbeitslofenpo- litik der Regierung und verlangt die Formulierung einer Allernativpolilik, die mehr i n Beberein ft immung mit dem Programm und den Berfpred)ungen der Partei bei den letzten Wahlen ist. Darauf erhob sich der Premierminister und hierauf Arbeitsminister Thomas, nach dessen leidenschaftlicher Rede, die mit größter Spannung angehört wurde, eine lebhafte Erörterung ausbrach. Der Antrag Mosleys wurde abgelehnt. * London, 22. Mai (TU.) Die Verhandlungen zwischen Lloyd George und Macdonald über die Forderung der Liberalen auf Herbeiführung einer Wahlrechts reform sind nach Erkundigungen von konservativer und liberaler Seite bereits gescheitert. Macdonald hat die von Lloyd George vorgebrachte Forderung als zu weitgehend abgelehnt. Die liberale lln» terhausfraktion wird infolgedessen am kommenden Mittwoch bei der Arbeitslosenaussprache im Unterhaus sich ebenso wie vor einigen Tagen der Abstimmung enthalten und beabsichtigt, wenn die Regierung ihren Standpunkt inzwischen nicht ändern sollte, nach und nach zu einer schärferen oppositionellen H a 1 tung zurückkehren. 3n liberalen Kreisen wird von einer starken Möglichkeit für baldige Aeuwahlen gesprochen, während die Konservativen Gerüchte über ein baldiges Ende der gegenwärtigen Regierung nicht emst nehmen. Tatsächlich liegen die Dinge etwa so, daß Konservative und Liberale, verstärkt durch eine kleine Gruppe der Unabhängigen Arbeiterpartei, eine Mehrheit gegen die Regierung im Parlament Ausammenbringen könnten, daß aber weder die Konservativen noch die Liberalen im gegenwärtigen Augenblick ernstlich Aeuwahlen wünschen. „Graf Zeppelin" in pernambuco glücklich gelandet. Begeisterter Empfang inBrasilien — GlatierVerlauf -er Fahrt über -en Aeauator Vor Erreichen -er Küste. Eckeners Linientaufe. Aeuhork, 22. Mai. (WTB.) (Associated Preß.) „Graf Zeppelin" hat die 3nsel Fernando do Aoronha um 1.25 Uhr passiert. Er umkreiste die etwa sieben Meilen lange und anderthalb Meilen breite 3nfel eine Viertelstunde lang und steuerte dann, der 125 Meilen entfernten brasilianischen Küste zu, die er Mitte des Nachmittags erreichen dürfte. Offenbar nimmt der „Graf Zeppelin" eine größere Geschwindigkeit als bisher. Als „Graf Zeppelin" heute vormittag den Aequator überflog, erhielt, wie ein Funkspruch besagt, Dr. Eckener, der die Linie zum ersten Male kreuzte, entsprechend dem alten Seemannsbrauch die Linientaufe von den anderen Fahrgästen, die bereits Mitglieder der sogenannten Reptun- Gesellschaft waren. Weitere Funksprüche besagen, der Zeppelin gedenke sich in Pernambuco mehrere Stunden aufzuhalten und nach kurzem Aufenthalt in Rio de Janeiro nach Pernambuco zurückzukehren, um am Sonntag oder Montag nach Havanna zu fliegen. Die Landung. Freitag abend Weiterfahrt nach Rio de Janeiro. Pernambuco, 22.Mal. (WTB.) Als „Graf Zeppelin" am Horizont austauchte, ström- ten Tausende aus den Häusern und füllten die Straßen, um das Luftschiff zu beobachten. Hunderte von Automobilen fausten nachdem Landungsplatz, wo sich eine stetig wachsende Menschenmenge ansammelle. Das Luftschiff flog in einer höhe von 300 Meter über Stabt und Hafen. Die Sirenen der Fabriken, Schiffe und Automobile boten einen schrillen Willkommensgruh. Die Lan- dungsmanöver begannen um 7.10 Ahr örtlicher Zeit. Nach dem erstmaligen Erscheinen über dem Flugfeld flog der „Graf Zeppelin" in südlicher Richtung weiter. Nach einer halben Stunde kehrte er zurück und kreuzte über dem von einer begei- sterten riesigen Menschenmenge umsäumten Flugfeld. Das Luftschiff ging dann langsam herunter und warf 8.08 Ahr abends die Landungstaue aus. Der Flugplatz war bei den Landungsmanovern im Umkreis von einem Kilometer abgefperrL Der Staatsgouverneur und die Spitzen der Behörden hatten sich zur Begrüßung eingefunden. Eckener und die Passagiere des Luftschiffes sind Gäste der Stadt. Die Zugangsstrahen zum Flugplatz sind mit Me.nschen und Fahrzeugen vollgepfropft. Kilometerlange Reihen von allen erdenklichen Fahrzeugen, von Automobilen, uralten Kutschen, Ochsenkarren stehen auf dem Wege zum Landungsplätze. Die Zeitungen bezeichnen den heutigen Tag als den größten in der Geschichte Pcrnambucos. Zahlreiche Bewohner der umliegenden Dörfer haben die Gelegenheit benutzt, um die Stabt aufzufuchen. Sämtliche im Hafen liegende Schiffe, alle Fabriken begrüßten dos Luftschiff mit Sirenengeheul. Die Bevölkerung ist außer Rand und Band. Bei den ungeheuren Menschenmassen, die zu Fuß, mit Automobilen und wagen aller Art zum Landungsplatz strömten, um das noch nie gesehene Schauspiel einer Luftschifflandung zu beobachten und die den Ankermast umdrängten, hatte die Polizei und das Militär die größte Mühe, die begeisterungsoolle Menge zurückzuhatten. Noch ehe die Riesenbegeisterung sich etwas gelegt hatte, begann bereits die Arbeit der Auffüllung von Wasser, Brennstoff und Gas, und die Ergänzung der Lebensmittel, da anfänglich noch die Absicht bestand, bei Tagesanbruch weiterzufahren. Dr. Eckener gab jedoch nach der Landung bekannt, daß die Weiterfahrt nach Rio de Janeiro am Freitagabend um 7 Uhr Ortszeit erfolgen werde. In der Halle des Zentralhotels von pernambuco wurde Dr. Eckener von begeisterten jungen Mädchen um Autogramme bestürmt, die er allen lächelnd gewährte. Unmittelbar nach der Landung des Luftschiffes richtete Dr. Eckener an die brasilianische Presse folgende Botschaft: Ich begrüße das große brasilianische B o l k und wünsche ihm Frieden und Wohlfahrt, die ich für alle Bölker beider amerikanischen Kontinente erhoffe. Ich hoffe, daß diese erfolgreiche Fahrt von Ihnen als feierliche Bezeugung der Berbrüderung zwischen Deutschland und den beiden amerikanischen Kontinenten aufgesaht werden wird. Die Eialsberaiun« des Hessischen Landtags. D a r m st a d t, 22. Mai. (WHP.) Vizepräsident Blank eröffnet die Sitzung um 10.15 Uhr zur Fortsetzung der Etatsberatung bei Kapitel 2: Siedlungswesen. Abg. Maurer (Soz.): Trotz der Rekordarbeitslosigkeit in den Städten hält der Zustrom vom Lande an. Die Auswanderung nach Ueberfee beträgt immer noch über 1000 gegenüber einer Zahl von etwa 100 im Jahre 1914. Deshalb ist Siedlung eine Tat am notleidenden Volk. 3m Osten und namentlich in Mecklenburb haben wir noch ausgezeichnetes Siedlungsland. Wir haben soeben erst wieder eine Gruppe von etwa 20 Siedlern nach dem bestgeeigneten Mecklenburg gebracht, wo die finanziellen und sonstigen Bedin » gungenam günstigsten sind, wie uns durchweg von den bereits ansässig gewordenen Siedlern aus He.sen-Nassau bestätigt wurde. 3n erster Linie kommen nachgeborene Bauernsöhne und landwirtschaftlich interessierte Arbeitslose, die besonders als Viehzüchter geeignet sein sollen, in Frage. Diese wichtige Aufgabe darf keine Parteisache werden. Wir wünschen Angliederung dieser Abteilung an das Wirtschaftsministerium und lehnen alle Abstriche ab. Abg. S) ein ft ab t (Zentr.): Es ist erfreulich, festzustellen, daß diese Frage endlich Allgemeingut aller Parteien wird. Heber den arbeitspolitischen Gründen müssen die bevölke- rungs- und nationalpolitischen betont werden. Nur Siedler mit festem Charakter, strenger Sittlichkeit und religiöser Einstellung werden in der Siedlung Erfolg und Zufriedenheit haben. Abg. Dr. Müller (Ldbd.) verzeichnet gegenüber den Debatten vor fünf bis acht Zähren einen erfolgreichen Fortschritt. 3n Hessen ist nicht mehr viel Siedlungsgelegenheit, im Osten ist Siedlung nationalpolitisches„Muß". Selbst wenn unter Umständen die Maschinenarbeit billiger ist, dann ist Menschenarbeit immer noch sittlich wertvoller. Abg. Schott (D.V.) betont: Die Siedlung in Hessen ist seit 1924 ziemlich abgeschlossen. Bei uns im Süden ist wohl nur noch in Bayern Siedlungsgelände vorhanden. Für eine rentable Wirtschaft sind 50 bis 60 Morgen notwendig. Ledigen ist die Siedlung nicht zu empfehlen. Eine tüchtige Frau ist für den Siedler und seine Familie die Hauptstütze. Begrüßenswert im Ostprogramm ist die Vorsehung des Baues von Straßen und Bahnlinien. Das Kapitel wird genehmigt. Die Vergütung an die Amtsvorstände für Mitversehung der Landamtmannsgeschäfte wird auf je 200 Mk. herabgesetzt. Das Plenum genehmigt den Ankauf des Fabrikanwesens der Firma Bender & Go., Gießen, Bismarck st raße 24, zum Preise von 62 000 Mark für Zwecke der Landesuniversität. Bei Kapitel 5: Braunkohlen werke Wölfersheim bemängelt Abg. Dr. Werner (Rats.), daß immer noch keine Aufstellung erteilt wurde über die Summen, die insgesamt in die Werke gesteckt wurden. Die Angriffe des kommunistischen Abg. Hammann gegen die Regierung wegen des Verkaufs an die Preußen Elektra wurden von den Abgg. Lux (Soz.) und Hein» stadt (Z.) zurückgewiesen. Abg. Dr. Leuchtgens (Ldbd.) ist froh, daß dieser „Sorgen- und Druchbetrieb" an die Preag zu annehmbaren Bedingungen übergegangen ist. Abg. Dr. Werner (Rats.) verliest die ablehnende Rede des Abg. Kindt aus dem Jahre 1927. Abg. Dr. Aiepoth (D. D.) legt dar, daß das Geschäft mit der Preag unter Den gegebenen Umständen das bestmögliche war. Abg. Kindt ist seinerzeit aegen den Hefrag-Dertrag nur aufgetreten, weil die Stadt Frankfurt beteiligt war. Rach weiteren Ausführungen der Abgeordneten Lux (Soz.), Dr. Werner (Rats.) und Dr. Leucht- FöäJö' "d*tn Riaflent Koruna' -jy namoci' rankt wie gen« (Ldbd.) erklärte Finanzminister Kirn- berger, daß die Regierung das Geschäft mit der Preag als ein reelles und gutes Ge- schäft für beide Teile ansehe. Wir haben für Beamte, Angestellte und Arbeiter uns in 9lecher Weise eingesetzt, muhten aber aus finanziellen Gründen für die Beamten eine vertrag» hebe ^Regelung fixieren. Wir sind selbstverständ- uch bereit, dem Antrag Werner zu entsprechen. _ Rbg. H am mann (Komm.) polemisiert gegen den Abg. Dr. Werner, der, ein alter Reaktiv» nar, nunmehr als Rationalsozialist über seinen Wolfspelz einen Schafpelz gezogen habe und für Arbeiterforderungen eintrete. — Abg. Dr. Werner erklärt unter allgemeiner Heiterkeit: 3ch habe mich schon für die Arbeiterschaft eingesetzt, als Herr Hammann noch in aggressiven De» Ziehungen zu seinen Windeln stand. Zu Kapitel 6: Salzwerk und-Bg^-Nauheim wünscht Abg. H einst ad t (Ztr.) Vereinheitlichung in der Derkehrswerbung für Dad-Rau- heim, das seine Weltgeltung zum größten Teil der Fürsorge des Landes verdanke. Abg. Lux (Soz.) erklärt, Bad-Rauheim habe sehr niedrige Realsteuersähe, und da Krankenhausbauten kommunale Aufgaben seien, könnten eventuell notwendige Beträge aufgebracht werden. 3n Bad-Rauheim seien große Kapitalien investiert. Abg. Frl. Birnbaum (D. V.) hält es für richtiger, wenn die großen Verbände nicht weiter eigene Heime ankaufen. 2lbcL Dr. Werner (Raff.) wünscht nicht, daß Bad-Rauheim durch die Ablieferungen konkurrenzunfähig gemacht werde. Aus aller Well. Das deutsche Operngastspiel in London. Die „Fledermaus"-Aufführung in der Covent- garden-Oper stand im Zeichen des Besuchs des Königspaares. Das Haus war mit einem besonders auserlesenen Publikum gefüllt. Die Rallonalhymne leitete wie üblich die denkwürdige Vorstellung, die einen Höhepunkt der deutschen Operngastspiele in England in der Nachkriegszeit darstellt, ein. Rach jedem Akt gab es rauschenden Beifall, an dem sich auch das Königs- Paar beteiligte. Die ganze Aufmerksamkeit richtete sich besonders auf den Empfang Bruno Walters und der Künstler durch das Königspaar. Der König sprach dem Dirigenten und den Künstlern seine höchste Anerkennung über die Darbietungen aus, die ihm einen genußreichen Abend verschafft hätten. Auch die Königin schloß sich dem Dank an. Reben dem Königspaar war das Herzogspaar von Bork erschienen, vom Diplomattfchen Korps der deutsche Botschafter und der österreichische Gesandte, der frühere König Manuel von Portugal und Königin Auguste Viktoria, sowie ein großer Teil des englischen Hochadels. Ferner Frau Galsworthy und zahlreiche andere Persönlichkeiten aus Kunst, Literatur und Wissenschaft. Oie Wetterlage. © dornenlos, ö heiter, o nue Mdecn «worxio. ootdecn * Schnee c Graupem ■ Neoei K Geeilter ©Windstille. seh» leichter Osl massiger Südsüdwest Q stürmischer «ordwesk Ole Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeioen Stationen stehenden Zah» len gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mit gleichcgl auf rteeresnirfeau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Durch die weitere Lage des hohen Druckes über dem Rordmeer und Skandinavien herrscht an seiner Südseite im allgemeinen nordöstliche bis östliche Luftzufuhr. Mit dem nordöstlichen Vordringen der Discayastörung nach dem Alpen» gebiet und Frankreich wird namentlich im südlichen Deutschland eine Beeinflussung hervorgerufen, welche sich durch erneute Gewitterstörungen bemerkbar machen dürfte. Eine wesentliche Umgestaltung der Wetterlage findet jedoch nicht statt, so daß vielfach ausheiterndes, warmes Wetter bestehen bleibt. Wettervoraussage für Samstag: Teils heiter, teils wollig, tagsüber zunehmende Erwärmung, aufkommende Gewitterstörung. Wettervoraussage für Sonntag: Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 18,2 Grad Celsius, abends 13,4 Grad: am 23. Mai: morgens 13,5 Grad. Maximum 18,8 Grad, Minimum 8,9 Grad. — Crdtemperctturen in 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 17,2 Grad: am 23. Mai: morgens 12,0 Grad. — Niederschläge 2,4 mm. — Sonnenscheindauer 10 Stunden. Reifewetterdienst. Garmis 0) ° Paltenkirchen. 9 Grad, gestern: Warmer Tag, Westwind, halb bis ganz bedeckt: Witterungsverlauf feit gestern: Teils heiter, teils wolkig. Baden-Baden. 12 Grad, der Jahreszeit angemessene Temperatur, Westwind, heiter bis halb bedeckt, Witterungsoerlauf feit gestern: teils heiter, teils wolkig. Westerland auf Sylt. 13 Grad, der Iah« reszeit angemeffene Temperatur, Südwind, halb bis ganz bedeckt, Witterungsoerlauf feit gestern: Teils heiter, teils wolkig. ßit Die Äfften °USii-rw- Kes i daran erinnert, lassen iw Ä-^derchnn £ Lire Wl nach y e ° *i ausM Zen vor Morgen 3eman&, der ferne MhKkEfe M hangt, der s- a» der mit aller Ijie Soden wechselt. dmhentoar. Immd, der halbe bann A die lar tee hinein stne 2llü Mochten sind. Jemand, bet sich m ter für bie eige jnlmffe hat, ter ihl hellspielen begleitet, fintierten Ditze zur M herzlich txm Ssiani), der sell ton er polternd, Wz an einem Tai 'ne Frau sich aud Lksloeh zu haben. kinand, der ihn ifobtmüH auf ihi eanhält und ai .: Mann vertan hn Mert und Ii< natürlich Das M wird zr gehören, bet sch der Denn bie Fran di einem „Oemarib“ um chstens einen Lil b Wchlen abnimnt, b dd selbstverständlich & gesteigerten Lck ’ «nif ter Ehestau fr ohne ihrerseits nstvähren. - Xa ge slater «: „Meine liebt Mf. - Die Christ W°se Grneuerunt u.«halten bei Ibsen ii fernen grauens Mod, Hörsaal 4 «aße: Ton- unb 2ump"; 23 Uhr: fMdjfjeif. - Ast, * -ilo-Mine. 'Sf-UfSea ytutc finkt i Wnnement, ,Qi M.M. 2, rum l J oö letzte Q K lung. Die letzt °:2°r.blairE ®irö 'eKTonsilm „I «aej ta,. meinen DHL e » “."/"fll. iw, kf J ■ I' ierlaqe. sofäfä MW ti bundgK't^ ? 2lr[£2?lt öobn, yjte** Stelltet Wn ,JW« ^m«n S " Äu^ für ^ner -hfaF^ unb^)taukim ÄS'^ «I* hL’F'«- ™e« aufÄftS "™ «,L »ÄH - M f’fPlel In Conbon. & in ber Sovent. °Ken des Leluch« Das Haus war mit nen. Publilm gefüllt tote üblich die Lml." Men HvhepWlt der England in der Aach- >ch jedem Akt gab es Ich auch das Königs- Aufmerksamkeit rich- «mhsang Druno Ostler durch das 'N fotat) dem Diri. n seine höchste Aner. etungen aus, die ihm verschafft hatten. Luch ? Dank an. Leben dem )erzogspaar von Plomatifchen Korps der r und der östcmichifche Sonig Manuel von luguste Mktoria, sowie 4en Hochadels, ferner » zahlreiche andere Per- Literatur und Dissen- <»' Z12 flSS-*-4 w«« iussage- '-L.L-S re-1« )tUNg im lu> rb namentiw Dec^^ÄÄterstörua' erneutes ^^liche jed^^ aUJft* :iffunl t,.rCn m Jj n)3. ®$>6‘ Srad. jj §tuM dauer 1V [gthienft g Gr°d. #5 9er Hmshalisvoranschlag des Kreises Friedberg Betriebsrechnun ,g ist dabei mit 992 629 Mark im Vorjahre, verzeich- Mark, gegen 927 416 Gießen ein Ereignis für alle Freunde des Films werden. «ließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 162 296 ark gegen 1 019 987 Mark im Vorjahre ab. Die — „Der blaue En Tohnhofstraße, wird von neue Ufa-Tonfilm „Der blaue Engel" mit Emil Lonnings und Marlene Dietrich in den Hauptrollen erscheinen; der Film wurde geschrieben nach dem Roman „Professor Unrat" von Heinrich Kann; Regie: Josef von Sternberg; Manuskript: Heinrich Mann, Karl Dollmoeller, Carl Zuckrnayer; Musik von Friedr. Hollacnder. Das Erscheinen dieses tzanninasfilms, der bisher überall einen außerordentlichen Erfolg zu verzeichnen hatte, dürfte auch in Der D or a n f ch l a era für das Dermögensrechnung. Diese schließt mit 169 667 Mk. (92 571 Mk. im Vorjahre, ab. Auf der Ginnahmeseite ist als Bestand aus früheren Jahren ein Barvorrat nach dem Abschluß der letzten 'Rechnung (1928) in Höhe von 169 667,38 Mk. aus- gewiesen, ferner sind Dimickhmerückstände derselben Rechnung in Höhe von 9 576,99 Mk. verzeichnet. Auf der Ausgabenseite ist — wie schon oben vermerkt — die Lieberweisung von 136 674 Mk. an die Betricbsrechnung vorgesehen, aut Verwendung in späteren Jahren sollen 32 993 Mark verbleiben. Oer Abschluß von 1928J Dach dem DerwaltungSbericht des KreiSauS- schusseS schließt daS Rechnungsjahr 1928 wie folgt ab: Die Einnahme beträgt nach der Rechnung 1 190191,13 Mk., die Ausgabe beziffert sich nach der Rechnung auf 1 010 946,76 Mark. Mithin verbleibt ein Rest von 179244,37 Mark, der aus dem oben erwähnten Barvorrat von 169 667,33 Mt., liquidierten Außenständen in Höhe von 9244,40 Mk. und Vorlagen in Höhe von 332,59 Mk. Besteht. Vermögens» und Schuldenübersicht. Dach dem Stande vom 1. April 1930 bezifferte sich das Vermögen des Kreise- Friedberg auf insgesamt 153 094'Mk. Die Verhandlungen wegen Aufwertung der Kreisschulden sind noch nicht vollständig abgeschlossen. In Betracht kommen Straßenneubau- und Kleinpflasterschulden, sowie die für Kriegswohlsahrtszwccke aufgenommenen Schulden. Bei der in Aussicht genommenen 12.5prozentigen Aufwertung wird sich eine Gesamtschuld von etwa 220 000 Mk. ergeben. Getilgt sind bereits 39 653 Mk. Der Kreistag wird am 31. Mai zusammentreten. Die Tagesordnung wird insbesondere der Beratung und Genehmigung des Voranschlag gelten. net, auf die Dermögensrechnung entfallen 169 667 Mark, gegen 92 571 Mark im Doriahre. In der g e r. Im Lichtspielhaus, Montag, 26. d. M., an der ab e e Kreises Fried- mechnungsjahr 1930 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkett der Schriftleitung.) ID. J. in G. Es ist uns keine Vorschrift bekannt, wonach ein Grundstück im Felde nicht cingezäunt werden darf. Selbstverständlich dürfen ältere Rachbarrechte, z. B. das Wendcrecht bei Ackerarbeitea, nicht verletzt werden. Ob das in Ihrem Falle zu- trifft, entzieht sich unserer Beurteilung. Da der Zaun schon so lange Jahre steht, wird sich Ihr Nachbar gewiß auf Erlaubniserteilung berufen oder Verjährung des Anspruchs auf Beseitigung behaupten. Die Cacy. und Rechtslage verlangt eine gütliche Regelung der Angelegenheit. Zugelaufener Hund. Eine freihändige Der- äußerung des Hundes ist ausgeschlossen. Sie können aber den Hund entweder selbst öffentlich (durch einen Gerichtsvollzieher oder durch die Bürger- meisteret, falls eine Landgemeinde in Frage kommt) versteigern lassen, ober ihn der Polizeibehörde zur Verfügung stellen. Das Nähere finden Sie in der hessischen Verordnung, die Behandlung von Fundsachen betreffend, vom 9. August 1899. Berliner Börse. Berlin, 23. Mal. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr war eine Tendenz wieder noch nicht zu erkennen. Man tarierte aber unveränderte Kurse und weiter freundliche Grund- stimmung. Anregungen besonderer Art fehlten. Am Devi^nmartt nannte man London gegen Paris 123,94, London gegen Mailand 92,7250, -London gegen Spanien 39,95, London gegen Kabel 4,8613, London gegen Berlin 20,3680 zu 20,3690, Kabel gegen Berlin 4,19, London gegen Buenos 42,90. •• Maienblasen. Bei dem morgen um 19 U&t* vom Turme der Johanneskirche stattfindenden Maienblasen bringt der Verein für christliche Musik folgende Stücke zu Gehör: 1. Choral: »Bringt her dem Herren Lob und Ehr", von Dikolaus Decius. 2. »Gottvertrauen", von S. Muller. 3. »Don des Rheines Strand" (Volkslied), von Karl von Diebusch, 1825. ** Die ä 11 e ft e Einwohnerin von Gie - ß e n. Am kommenden Sonntag vollendet Frau Pfarrer P r e u s ch e n Witwe, Marburger Straße Nr. 20 wohnhaft, bei bester Gesundheit ihr 94. Lebensjahr. Die alte Dame, die die älteste Einwohnerin unserer Stadt ist, beschäftigt sich noch selbst in ihrem Haushalt, den sie gemeinsam mit einer Tochter führt. ** Keine Betriebsein Stellung. Die Firma Bender 8- Co. in Gießen bittet uns mit- zuteilen, daß der Betrieb der Zigarrenfabrik Bender & Co. durch den Verkauf des Grundstückes Bis- marckstraße 24 an die hessische Regierung (ogl. Landtagsbericht) in keiner Weise in Mitleidenschaft gezogen wird. Der Betrieb wird vielmehr aufrecht- erhalten. *• Hessische Evangelische Vereinigung. Die Hessische Evangelische Vereinigung (Friedberger Konferenz) wird am 3. Juni in Frankfurt ihre diesjährige Hauptversammlung halten. Im Mittelpunkt der Tagung steht die wichtige, die kirchliche Oesfentlichkeit stark bewegende Frage des irgendwie gearteten Zusammenschlusses der evangelischen Landeskirchen von Hesten-Darmstadt, Hessen-Kassel, Hessen- Dassau, Frankfurt und Waldeck. 3n den komplizierten Fragenkomplex werden zwei Kenner einführen: Llniversitäts-Professor D. Cordier, Gießen, und Landeskirchenrat D. Waitz, Darmstadt. Die Tagung dürfte aus allen Teilen Hessens gut besucht werden. * Der nationalsozialistische deutsche Studentenbund, Ortsgruppe G i e ß'e n, veranstaltete am vorigen Freitagabend im Saale deS früheren Hotel Einhorn eine öffentliche Versammlung, in welcher Stadt- rat ©eigner aus Worms über das Thema: »Der Freiheitskampf des deutschen Volkes" sprach. Dach Einleitungsworten des Versammlungsleiters. Studienrat Dr. Blank, erläuterte der Referent, der selbst dem Arbeiterstande angehört, in längeren Ausführungen die Stellung der Arbeiterschaft zum Dationalsozialismus. Er besprach die Llrfachen der heutigen Dvt, die ihren Ursprung nicht in dem verlorenen Kriege, sondern in der günstigen wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands vor dem Kriege habe. Durch die Umwandlung Deutschlands vom Agrar- zum Industriestaat sei der Jnlandmarkt nicht genügend aufnahmefähig gewesen, so daß die deutschen Kaufleute gezwungen gewesen seien, im Ausland Absatz für ihre Ware zu suchen. Mit dem Erscheinen des deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt habe sofort ein starker Konkurrenzkampf gegen Deutschland eingesetzt, der aber die Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft und die Steigerung ihres Absatzes nicht habe hindern können. Dachdem alle Mittel, Deutschland vom Weltmarkt zu verdrängen, gescheitert seien, habe man mit der Bündnispolitik (Einkreisungspolitik) eingesetzt, die ihre Auswirkung dann im Weltkrieg gezeigt habe. Die Hoffnung der Feinde, uns während. des Krieges wirtschaftlich zu ruinieren, sei bank des ^Imstandes, daß der Krieg sich in der Hauptsache in Feindesland abspielte, zunichte geworden. Dach Be- endigükßg des Krieges sei durch das Versailler Diktat die militärische Macht Deutschlands zerschlagen worden, in der Absicht, uns auch wirtschaftlich zu vernichten. Die Auswirkung der späteren Diktate zeige diese Absicht In bester Weise. Der Redner tarn dann auf die Verhältnisse in der deutschen Wirtschaft zu sprechen, deren allmähliche völlige Lahmlegung beabsichtigt sei. Im zweiten Teil seines Vortrags sprach der Vortragende über die innerpolitischen Verhältnisse. Er schilderte die Revolution und ihre Auswirkung, zeigte die Folgen der Inflation, um sich dann mit der Spaltung der deutschen Arbeiterbewegung zu beschäftigen. Weiter -zeigte der Redner die Auswirkungen der Steuergesetzgebung auf die Verhältnisse in der Wirtschaft, schilderte die Zustände in Rußland, das, obwohl Agrarstaat, teilweise Ernährungsschwierigkeiten habe, und wies darauf hin, daß eine Üeber- tragung der russischen Verhältnisse auf Deutschland bre Zertrümmerung des letzten Restes der Wirtschaft bedeute. In weiteren Ausführungen behankrlte der Redner dann noch die Frage: „Wie wird es besser?" Er vertrat dabei die Auffassung, daß an Stelle des Parlamentarismus die Diktatur treten müsse, zeigte die Auswirkung dieses Regierungssystems in anderen Ländern, um nach einer kritischen Beleuchtung der Parteien auf Dachteile der Beeinflussung der Politik durch die Berufsstände hinzuweisen. Eine Aussprache fand nicht statt. •• GDA. -Bezirksjugendtag i n ® t e l- berg. Am vorigen Sonnlag trafen sich die Jugendgruppen des GDA. im Bezirk Ober- hessen-Lahngau-Dillkreis zum ersten Bezirks- jugenbtag auf der Burg Gleiberg, der als Auftakt galt zum Gaujugendtag Hessen in Marburg an Pfingsten. Bezirksjugendobmann Mathis begrüßte die Jungscharen, sowie Gaujugendsekre- tär Drost, Bezirksvorsihender Zecher und Geschäftsführer Mack, deren gemeinsamem Wirken Hand in Hand mit dem Führer kreis das Aufblühen neuer Gruppen zu verdanken sei. Die folgende Ansprache des Herrn Zecher zeichnete den Weg der GDA.-JugendarbeU von Eisenach über Goslar zum Rcichsjugendiag in Dürnberg, welche zum Leitsatz führte: »Da- Alte ehren, aber das Dcue wollen!", und der Jugend den Reichspräsidenten von Hindenburg als Verkörperung dieses gesunden Zeitgeistes vor Augen stellte. Gaujugendsekretär Drost wies auf den Gemeinschaftsgeist hin. der heute in Sport und Beruf sich durchzusetzen beginne und dessen Trager die Jugend sein müsse. Es sei die Führern Aufgabe der Angestelltenjugendbewegung, die Jugend zur Pflichterfüllung und VcrantwortungS- freudigkeit heranzuziehen. Geschäftsführer M a ck unterstrich diesen Gedanken, indem er hervorhob, daß der Führer in der Jugend diese nur dann voranbringen könne, wenn er viele Mitarbeiter finde, die er dankbar anerkenne. So sei die ihm zuteil gewordene Ehrung mit dem .Bundesring" in der Hingabe aller zur GDA.-Sache begründet, die in vorbildlicher Weise Herr Mathis in der Vezirksjugendarbeit geleistet habe. In der anschließenden Singestunde wurden neue Scharlieder eingeübt. Am Dachmittag kamen Spiel und Sport zu ihrem Recht. Herr MathiS wurde wiederum zum 'Bezirksjugendobmann gewählt, als BezirkSsportwart der Jugendbündler E. Rohrbach. Kunst und Wissenschaft. Frankfurts neuer Vühnendirektor. Die Verwaltung der Frankfurter Städtischen Bühnen, an deren Spitze bisher zwei Direktoren standen, soll in Zukunft in einer Hand zufainmengefaßt werden. Als künftiger Verwaltungsdirektor ist Stadtamtmann Georg Staubesand in Aussicht genommen. Der bisherige Direktor Dr. Seckel scheidet am 1. Juli aus den städtischen Diensten aus, während sein Kollege Bö hl ick in ein anderes städtisches Amt versetzt worben ist. Klus ber Provinzialbaupistadi Gießen, den 23. Mai 1930. Oie Srsahfrou. Die »Erfatzfrau" wird in kommenden Tagen ein neuer Beruf werden. Denn in der heutigen Zeit Frau zu sein, bedeutet mehr, als in den geruhsamen Tagen unserer Großmütter. Frau zu sein, ist eine Aufgabe geworden, die Gewandtheit. Wissen, Hin- aabe, Entsagung und natürliche Fähigkeiten verlangt. Dach der neuesten Stattstik der Frauenvereine sind mm schon 43 Prozent ber verheirateten Frauen berufstätig. And gerade diese Frauen, deren Tag durch Arbeit auSgefüllt ist, wären glücklich, jemanb aik finden, der alle- daS tun Würde, wozu sie selbst keine Zeit mehr haben. Hier wird die Tätigkeit der Erfatzfrau beginnen. Du kannst jetzt schon eine Hilfskraft inS HauS nehmen, die für deinen Mann kocht und ihm die Kleider richtet. Aber eS müßte noch jemand da fein, der seine Diät überwacht, ihm bei Kopfweh Umschläge beteilet und den Wecker stellt. Jemand, der ihn mahnt, endlich an die Mutter iu schreiben, der seine Hemdknöpfe einknöpft und ihn daran erinnert, daß er sich die Haare schneiden lassen muß. Jemand, der ihn mit immer fröhlichem Gesicht unter der Türe empfängt, wenn er vom Geschäft nach Hause kommt, und der einen Freudenschrei auSstößt, wenn er von seinen Vereinsabenden vor Morgengrauen heimkehrt. Jemand, der seine Pantoffel und seine Haus- joppe holt, der die Handtücher immer über den Halter hängt, der seinen Rasierapparat reinigt und der mit aller Energie dafür sorgt, daß er die Socken wechselt, wenn er bei Regenwetter draußen war. Jemand, der halbe Dächte auf ihn wartet und bann geduldig die langen Erzählungen anhört, in die hinein seine Alibis wie goldene Weisheiten geflochten sind. Jemand, der sich mit ihm an einen Stammtisch letzt, der für die eigene Frau nicht das geringste Interesse hat, der ihn zu Boxkämpfen und Fußballspielen begleitet, und der seine gewiß gut pointierten Witze zum 250. Male mit anhört und dennoch herzlich darüber lacht. Jemand, der selbst dann guter Laune ist, wenn er polternd, verstimmt und brummig anfällig an einem Taa nach Hause kommt, an dem seine Frau sich auch einmal die Freiheit nimmt, Xopsweh zu haben. Jemand, der ihn umsorgt, verhätschelt, sich um ihn bemüht, aus ihn wartet, ihn oft zur Mäßigung anhält und alles das tut, was ein natürlicher Mann verlangt, — außer, — daß er ihn begeistert und liebt. DaS muß natürlich die Aufgabe der Frau sein! DaS alle- wird zu dem Berus der Ersahfrau 1 gehören, der sich vermutlich demnächst erschließt. Denn die Frau von heute wird sich nach so einem »Jemand" umsehen müssen, der ihr we- nigstens einen Teil der geschilderten Lasten unt> Pflichten abnimmt, die die Männer von heute als selbstverständlich ansehen, und die sie durch ihre gesteigerten Lebensansprüche einfach in den beruf der Ehefrau mit hineingeschmuggelt ha- hxn, ohne ihrerseits dafür eine Gegenleistung zu gewähren. M. A. Bornotizcn. — Tageskalender für Freitag. Stadt- lhcater: „UReine liebe dumme Mama", 20 bis 22.15 Uljr. — Die Christengemeinschast, Bewegung für religiöse (Erneuerung: Vortrag über „Die Frauen- xesialien bei Ibsen und Strindberg. Ein Beitrag zur modernen Frauenfrage", 20.15 Uhr, Universität, 12 Stock, Hörsaal 41. — Lichtspielhaus, Bahnhof- (trabe: Ton. und Sprechfilm „Der unsterbliche Dump"; 2 3 Uhr: Nachtvorstellung „Geißel der Menschheit". — Astoria-Lichtspiele: „Zwischen vierzehn und siebzehn" und „Der Kampf um die Ray- field-Mine". — Stadttheater Gießen. Man schreibt ms: Heute findet die letzte Vorstellung im Frei- tagabonnement, »Meine liebe, dumme Mama", Lustspiel, statt. Am Dienstag, 27. Mai, wird diese- Stück zum letzten Male aufgeführt, und ;war als letzte Mittwochabonnement- vorstellung. Die letzte Vorstellung in der Winter- lpielzeit ist am Eamtag, 31. Mai, nachmittags 4 Uhr, Schülervorstellung, »Clavigo". Kleine Preise. Beiriebsrechnung findet man die einzelnen Kapitel wie folgt verzeichnet: Allgemeine Verwaltung: Einnahme 12 340 Mark (10 000 Mark im Vorjahre), Ausgabe 39 815 Mark (37 515 Mark im Vorjahre). P o l i z e i w e f e n: Einnahme 25 500 Mark (21100 Mark), Ausgabe 32 100 Mark (27 364 Mk ). Schulwesen: Keine Einnahmen, 4700 Mark Ausgaben, wie im Vorjahre. Kunst und Wissenschaft: Keine Einnahmen, 2040 Mark (1340 Mark) Ausgaben. Bauwesen: Einnahme 3951 Mark, wie im Vorjahre, Ausgabe 14 365 Mark (14 265 Mark). Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Keine Einnahmen, 8696 Mark (6996 Mk.) Ausgaben. Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen einschl. Erwerbslosen- und Wohnungsfür- [orge: Einnahme 285 700 Mark (289 760 Mark), Ausgabe 664 000 Mark (641 660 Mark). Anstalten und Einrichtungen: Einnahme 3620 Mark, wie im Vorjahre, Ausgabe 11710 Mark (7610 Mark). Finanz- und Steuerwesen: Einnahme 661518 Mark (598 985 Mark), Ausgabe 175 203 Mark (145 966 Mark). An Kreis steuern sollen 443 821 Mark gegen 454 656 Mark im Vorjahre eingehen. Aus dem Reste- und Aus g Le ichs,- stock sollen 136 674 Mark, gegen 62 758 Mark im Vorjahre, entnommen werden. Kapitalvermögen und Kapital- schulden: Keine Einnahmen, 40 000 Mk. Ausgaben, wie im Vorjahre. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 24. Mai. Vorabend 7.45 Uhr; morgens 8.30 Uhr; abends 8.35 und 9.15 Uhr. Israelitische Religionsgesellschasl. Sabbatfeier den 24. Mai. Freitag abend 7.40 Uhr ; Samstag vormittag 8 Uhr; nachmittags 4 Uhr; Sabbatausgang 9.15 Uhr. — Wachengottesdienst morgens 6.30 Uhr; abends 7.15 Uhr. Läßt sich Kaffeeduft konservieren? Das Beste am Kaffee das Aroma — geht gewöhnlich schon bei der Zubereitung verloren; es verfliegt. Daran ist unser hartes Wasser schuld; es verträgt sich schlecht mit dem Kaffee. Wir müssen dem Wasser deshalb die Stoffe zuführen, die es braucht, jm den Kaffeeduft festzuhalten und zu konservieren. Das tut ,,Weber’s Carlsbader“ i Es macht das Wasser für den Kaffee tauglich, wertet die Bohnen Sus u. bringt das ganze Aroma bis In die Tasse auf den Tisch. fite Men Kosten Vergeudung, durch unsachgemäße Verarbeitungdie vorzüglichen echten Orient-Tabake nicht rein und voll entwickelt zur Geltung zu bringen. vCjy verpflichten uns, sehr sorgfältig - unter Ausnutzung aller technischen Neuerungen - zu fabrizieren. 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Mai, nachmittags 3Uhr. 3940 D Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste dankt herz ich st im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kechnungsrat Emil Schlicht Nach kurzem schweren Leiden staib heute nacht mein Heber Mann, unser treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Landwirt Carl Heller II Gestern nacht verschied plötzlich und unerwartet unser herzensguter Vater und treusorgender Großvater Karl Hohmeier, Privatier im 78. Lebensjahre. Hochstadt (Kreis Hanau), den 23. Mai 1930. 93427 im 59. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Heller, geb. Seipp. Lieh, den 23. Mai 1930. Der billige Bodenbelag Mk. 2.10 per qm. Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14. ________________________________ 2688A O! Wie f Sie L» Ser vcihbä' m hie Pvlm um mr * . mern, frutd) ®ld u" Älsonso^ Hahversolgt Hängung M> de Diveras zwangen, ein suchen. Don, mit dm N> rüchtigten M drei apokalyp' schrisien gcgei Diltaiur, ine die aber bafu' und Ansehen i ien repubiitan einbrachten. / sonders °grün riet unter sm Nachdem ih- seine Heim Prvsesior tina sen bei seinen brücke, in Dlb war, statiele 1 einen Much Zentrum der einen politisch schärfsten Anx nigs richtete, i dem regierend ein Fluch las derung schloß fen. Prvsess für die 'Ser' Diktatur erto in einer $ lebe unb da Monarchie ei Die ötuden Professors al der Tat mit । Tuchtzen der „Xeöolutii Polizei an, jo Hörsäle btt ! schließlich auf schleuderten 1 Gleichzeitig er ein ©dumme! ihre reöclutio begannen. Lei batu verleiten dir tneuietnbe Dassen Hek mehrere Tkn Die Mb Staat kein g bäuerlicher ' lung in Spc gestellt. Cs daß tv e d e die breit ^entenrevoltk 24 HKillioner A eine M Ae große 2 Geboten nimmt alle ' Stimmungen d m Qufjule Altstelll Frere @cnc S.5? •«X" ^kbbar?; Ä auch Ä »•Ä btA i» 58»i Ä Sb» ®tf)ör h8. zu 2144A m S|e rlegen. 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Oie Vorgänge in Gpanien. 5>er weißbärtige Barde der spanischen Wunsch- republlk, Professor Unamuno, hat in den letzten Wochen viel von sich reden gemacht und manche- Unfall angestiftet. Professor Unamuno ist bekanntlich der intellektuelle Führer gewisser republikanischer Kreise Spanien-, die sich wenig um die politisch gegebenen Möglichkeiten kümmern, aber die bereit sind, ihr Steckenpferd durch Dick und Dünn -u reiten. Gr hat es im besonderen aus die Person des Königs Don AlfonsoXlll. abgescfan, den er mit seinem Hah verfolgt. Er macht ihn allein für die Der- bänguhg und für die Fehler der Diktatur Primo de Riveras verantwortlich, die ihn seinerzeit zwangen, ein unfreiwilliges Asyl in Paris zu suchen. Don dort aus versandte er gemeinsam mit dem Dichter Dlasco Ibanez, dem berüchtigten Autor der antideutschen Hetzschrift »Die drei apokalyptischen Reiter", beleidigende Flugschriften gegen die Monarchie und gegen die Diktatur, die zwar dem Throne nicht schadeten, die aber dafür dem streitbaren Professor Ruhm und Ansehen in den weniger zahlreichen als lauten republikanischen Gruppen seines Vaterlandes einbrachten. Ramentlich die in Spanien ganz besonders „grüne" akademische Jugend geriet unter seinen Ginsluh. Nachdem ihm die Amnestie die Rückkehr in seine Heimat ermöglicht hatte, und nachdem Professor Unamuno von seinen Gesinnungsgenossen bei seinem Grenzübertritt an der Bidasoa- brücke, in Vilbao und Salamanca gefeiert worden war, stattete er auch der Hauptstadt Madrid einen Besuch ab und hielt im Athenäum, dem Zentrum der radikalen spanischen Intelligenz, einen politischen Vortrag, in dem er wieder die schärfsten Angriffe gegen die Person des König- richtete, die Behauptung aufstellte, daß auf dem regierenden Hause der Bourbon-Habsburg ein Fluch laste, und seine Rede mit der Forderung schloß. der König möge abdanken. Professor Unamuno dankte den Studenten für die Verdienste, die sie um den Sturz der Diktatur erworben hätten, erklärte, daß Spanien ineinerPeriode offenerRevolution lebe und daß sogar die Steine sich gegen die Monarchie erheben würden. Die Etudenlcn faßten die Rede des fanatischen Professors allzu wörtlich auf, sie versuchten in der Tat mit Steinwürfen den Thron zu stürzen. Gruppen der akademischen Jugend beschlossen „Revolution" zu machen. Sie griffen die Polizei an, zogen mit einer roten Fahne in die Hörsäle der Univerfität, verbarrikadierten sich schließlich auf dem Dach der Hochschule unb schleuderten Dachpfannen auf die Gendarmen. Gleichzeitig entstand in den Straßen der Stadt ein Getümmel, da die königstreuen Hochschüler ihre revolutionären Kommilitonen zu verprügeln begannen. Leider ließ sich die bedrohte Polizei dazu verleiten, anstatt mit Feuerspritzen gegen die meuternden Jungen vorzugefan, von ihren Waffen Gebrauch zu machen, ein Toter und mehrere Verwundete sind zu bellagen. Die „Studentenrevolution" ist an sich für den Staat kein gefährlicher, sondern nur ein sehr bedauerlicher Vorfall, denn die normale Entwicklung in Spanien ist dadurch vorläufig in Frage gestellt. Cs darf aber nicht übersehen werden, daß weder die Arbeiterschaft, noch die breiten Volksmassen an der Studentenrevolte teilnahmen. Von den ungefähr 24 Millionen Spaniern dürften nicht viel mehr als eine Million politische Interessen haben. Die große Menge lebt ruhig dahin, fügt sich den Geboten der Kirche und der Tradition und nimmt alle Regierungsveränderungen wie Bestimmungen des Schicksals entgegen, ohne sich dagegen aufzulehnen. Gs sind ja immer noch etwa 70 Prozent aller Spanier Analphabeten 1 Das Bestreben der spanischen Intellektuellen, mit Professor Unamuno an der Spitze, auch in ihr Land den Geist von 1789 zu tragen und eS mit dem demokratischen Materialismus zu beglücken, hat deshalb einen vorgestrigen Beigeschmack. In Spanien sind noch die Kräfte des Mittelalters und der Gegenrevolution eine lebendige Macht. Man stößt dort nicht auf den Klassenhaß mit seiner Zerstörungswut, mit seiner Mißgunst und Glaubenslosigkeit. Die Bestrebungen der Professoren Unamuno, Ortegan y Gasset, Gaston Lerroux, Prieto, Marcelino Domingo usw. bringen nicht in die Tiefen des spa- niscfan Volksempfindens. Ihr Eifern gegen die Monarchie und gegen die Kirche (die spanischen Republikaner bekämpfen noch schärfer als den Einfluß der Krone die katholische Kirche), bleibt deshalb mehr oder weniger eine Obersflächenerscheinung, wenigstens solange die Armee sich nicht auf ihre Seite schlägt. Pronunciamentos haben nur zu oft_ die Geschicke Spaniens geformt. Das Militär stürzte den Thron Isabellas II., General Martinez Campos proklamierte ihren Sohn Alfonso Xll. wieder zum König, Primo de Rivera trieb 1923 durch fernen Staatsstreich die verrotteten Cortes auseinander, bis er vom Oberkomman- dicrenden des königlichen Hauptquartiers, General, Berenguer, abgelöst wurde. Es ist deshalb verständlich, wenn es wieder Generäle sind, die nach der grotesken Studenten- revolution sich als Daterlandsretter melden wollen Es nimmt in der Tat wunder, daß die Regierung des Generals Berenguer, die über alle Machtmittel verfügt, den Studentenunruhen nicht vorgebeugt hat und Professor Unamuno mit seinen aufhetzerischen Reden gewähren ließ. Kurz, die sehr bekannten Generäle MartinezAni- d o und B a r t e r a , die ihre Lrrbeeren weniger auf dem Schlachtfelde als in der politischen Verwaltung geerntet haben, hatten anscheinend den Plan gefaßt, General Berenguer in den Arm zu fallen und eine strenge Militärdiktatur zu errichten. Martinez Anido war Innenminister unter Primo de Rivera gewesen und hatte stets sehr wenig Verständnis siir die bürgerlichen Freiheiten gezeigt, er schätzte die polittfierenden Professoren und die CorteSpolitikcr sehr niedrig ein und galt im Gegensatz zu dem wohlwollenden Diktatur Primo de Rivera alS der rücksichtslos« Mann. General Darrera war General kapitän von Barcelona, gegen den noch vor dem Staatsstreich zahlreiche Attentate verübt worden waren. Es ist verständlich, daß diesen an strenge Zucht gewöhnten Generälen die schwankende, nachsichtige Haltung des Ministerpräsidenten nicht zusagte und daß sie mit den Studentenunrufan und dem republikanischen Spuk aufräumen wollten. Run, die Generäle konnten oder wollten den von ihnen geplanten Staatsstreich nicht ins Werk setzen, er war unnötig geworden. Der Studentenputsch verebbte, Madrid blieb vollkommen ruhig und die allgemeine Stimmung richtete sich gegen die gewissenlosen republikanischen Professoren, die die Jugend sinnlos auf die Straße gehetzt haben und die den Beweis lieferten, daß ihnen jede Qualität zur politi- schen Führerschaft fehlt. General Berenguer hat der Zeitung „Gl De- bate" eine Erklärung gegeben, daß dre Studen- tenrevolten und republikanischen Umtriebe politisch bedeutungslos seien, daß die Regierung ihren vorgezeichneten Weg gehe und daß die Wahlen eine erdrückende Mehrheit für die Monarchie ergeben würden In der Tat ist der Stern der Republikaner, der nach dem Sturze Primo de Riveras aufleuchtete, stark int Verblassen. Es ist keine politische Ruhmestat, sondern politischer Leichtsinn und Eitelkeit, halbwüchsige Knaben zur Revolution gegen die Staatsgewalt anzustacheln und gefährliche Dummejungenstreiche als Heldentaten zu bezeichnen. Professor Unamuno hat, ohne es zu wollen, der ihm verhaßten Monarchie einen großen Dienst erwiesen Miguel de Unamuno (X), der bekannte spanische Dichter und frühere Rektor der Univerfität Salamanca, im Kreise seiner Anhänger, zumeist Studenten, vor denen er nach seiner Rückkehr aus der Verbannung nun leidenschaftliche Anklagereden gegen den König hielt, die in dem Rus nach der Republik gipfeltet Rudolf von Laban, der bekannte Tanzpädagoge, wurde alS Ballettmeister an die Berliner StaatSoper berufen Gandhi und die Kaste. Don Hermann Orauvt, Stistspfarrer in Lich. Mit gespannter Ausmerkfamkeit verfolgt man in Europa das große Geschehen in Indien und beobachtet den Kampf, der gegen England von Gandhi und seinen Anhängern — nicht vom indischen Volkl — geführt wird. In dieser letzten Einschränkung liegt eine Kritik an mancher falschen Beurteilung der indischen Vorgänge. Bei jeder Beurteilung der Verhältnisse in Indien muß man sich das eine immer wieder klar machen, daß wir vor einem indischen Volke im demokratischen Sinne des Wortes nicht sprechen dürfen, denn es gibt keine indische Volksgemeinschaf tl /w.„. 3n dem riesigen Reiche mit seinen 320 Millionen Einwohnern ist zunächst einmal eine ungeheure Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit der kulturellen, wirtschaftlichen, völkischen und religiösen Verhältnisse^festzustellen. Wir haben auf der einen Seite große Stämme. Bergvölker, die in jahrtausendelanger Abgeschlossenheit vom gewaltigen Geistesleben Indiens kaum je berührt wurden. Hier gab es noch vor Jahrzehnten niemand, der schreiben und lesen konnte. Dicht daneben, in krassem Gegensatz dazu, die Städte. Kulturzentren, Heimat hohen indischen Geistes,' hier ragen die mächtigen Tempel mit ihren wuchtigen Pagoden, hier leben die indischen Dichter und Sänger, die Gelehrten und Priester, hier herrscht indische Pracht und indischer Reichtum. Selbst bei diesem flüchtigen Rebeneinanderstellen wird es klar, daß tiefgehende Unterschiede herrschen und daß man von einer inneren Verbundenheit wahrer Volksgemeinschaft nicht redc.t kann. Freifaitskamps eines Volkes aber seht solch tiefstes Gefühl innerster Volksverbundenheit voraus. Das aber ist zur Zeit in Indien nicht Vorhände nl Denn die eben erwähnten Mannigfaltigkeiten find klein zu nennen im Verhältnis zu den Unterschieden und Unterscheidungen, au den Zerklüftungen und Abgrenzungen, die in dem einen indischen Begriffe enthalten find' die Kastel Das Kastenwesen ist arischen Ursprunges, das arische Kastensystem kennt vier Kasten. Drahma- nen, Kschatrijas, Waisias und Sudras. Letztere waren die nichtarischen unterworfenen Ureinwohner des Landes Allerdings sind diese Kasten nicht in ganz Indien verbreitet. Rach dem Süden des Landes scheinen nur die Brah manen gekommen zu sein, die von ihnen auch hier unterworfenen Sudras rückten in die leergelaffen« Lücke der Kfchatriias und Waisias ein, fo daß wir also im Süden (Tamulenland) nur diese beiden Kasten Brahmanen und Sudras faben. Doch gliedern sich diese Hauptkasten in viele Unterkasten, von deren strenger Abgeschlossenheit Wie hört der musikalische Mensch? Don Artur Holde. Keine künstlerische Anlage beruht so stark auf Vererbung wie die musikalische. Während sich schriftstellertzfche Begabung nur sehr selten durch mehrere Generationen fortfeht, während auch das Talent für die bildenden Künste nur vereinzelt auf eine zweite Generation übergeht, und zwar dann meistens auf ein einziges Familienglied, finden sich in der Tonkunst Geschlechter, die über weite Zweige ein solches Maß an Musiksinn aus- schütten, daß der Berufswahl von Anbeginn an die Wege gewiesen sind. Ihren höchsten Triumvh hat die Vererbung musikalischen Gehörs in der Familie Bach gefeiert, die 21/» Jahrhundert einschließlich aller Rebenlinien eine tatsächlich unübersehbare Reihe von Musikern hervorbrachte. Es gibt überhaupt kaum einen Fall, in dem geniale musikalische Anlage nicht Erbgut gewesen ist. Und zwar überwiegt bei dieser Mitgabe ganz auffällig die väterliche Seite, wie die Bachs, wie Beethoven, Mozart, Weber, Brahms, Richard Strauß und andere Großmeister beweisen. Zu der ererbten Fähigkeit kam der Umstand hinzu, daß das Gehör durch den Berus des Vaters von frühester Jugend an systematisch hochgezüchtet wurde. Und jene Sicherheit der Tonbestimmung, die gewöhnlich — wenn vuch nicht ganz exakt mit dem Begriff „absolutes Gehör'' belegt wird, trifft man besonders ßäu- ftg bei Menschenkindern an, bei denen kein Sinnesorgan so zeitig und nachdrücklich geweckt worden ist, wie gerade der Gehörkomplex. Don einem „absoluten" Gehör zu sprechen, muß dem wissenschaftlich Denkenden widerstreben, da in Wirklichkeit nur ein zuverläsfigesTon- bewußtsein vorhanden ist. Die Gabe, einen Ton auf der Grundlage unseres temperierten, das heißt: ausgeglichenen Tonsystems sofort nach dem Erklingen zu benennen, bedeutet immer nur eine meistens in früher Jugend gewonnene sichere Anpassung an vorhandene, aber stets der Beeinflussung zugängliche, also auch wieder für das Gehör variable Tonhöhen. Dieses also „absolut" genannte Gehör ist also eine teils auf Anlage, teils auf Pflege des akustischen Aufnghmeappara- tes beruhende Treffsicherheit, deren künstlerischen Wert man nicht so überschätzen soll. wie es gerade in den Kreisen der Musikfreunde und Laien geschieht. Auch Eltern und musikalische Erzieher glauben oft, hierdurch einen Wertmesser für die Begabung des Kindes gefunden zu haben. Daß das „absolute Gehör" sehr „relativ" ist, sieht man daran, daß es bei den meisten einer ernsthaften Prüfung Unterzogenen ins Schwanken gerät, wenn schnelle jmb komplizierte Harmoniewechsel eintreten. Ferner zeigt sich die Bedingtheit stark in der Rahe der Höhen- und Tiefengrenze der für die Musik in Anspruch genommenen Skala. Bei dem tiefen Brummen von Maschinen, bei schrillen Signalpfeifen versagt so manches als „absolut" gepriesene Ohr. Der Besitz eines über den Durchschnitt präzise arbeitenden Gehörmechanismus bietet noch keineswegs Gewähr für ein großes musikalisches Talent. Cs gibt mäßig faanlagtc Mufiker und Dilettanten, die sich des „absoluten Gehörs" rühmen können, und es gibt Meister erster Ordnung wie Richard Wagner und Meyerbeer, die diese Zuverlässigkeit des Gehörs nicht besessen haben. Wen kann man nun überhaupt als musikalisch, als einen mit „gutem Gehör" begabten Wenfchen bezeichnen? Doch wohl denjenigen, der, natürlich gleichgültig mit welchen Stimmitteln, imstande ist. angegebene Intervalle rein zu treffen und eine kurze Melodie einfachen Schnitts nachzusingen. Auch die Fähigkeit — nach 2lufUärung über die Besonderheiten — Dur und Moll zu unterscheiden. ist ein wichtiger Anhaltspunkt zur Beantwortung der Frage. Zu dieser TrefssichlEheit muß sich noch eine über das kurzfristige Behalten Heiner Motive hinausgehende Gedächtnisleistung gesellen. Wir sind geneigt, gerade die als „hoch- musikalisch" anzusprechen, denen das Gedächtnis wichtigste Stütze des musikalischen Ohrs ist. Allerdings ist das Gedächtnis in der Musikausübung den gleichen Schwankungen wie bei einer anderen Geistestätigkeit unterworfen. Auch die Funktionen des musikalischen Gedächtnisses lassen nach, sobald der körperliche Höhepuntt des Lebens überschritten ist. Bei gründlicheren Untersuchungen des Gehörs ist vor allem festzustellen, ob der den Klang Aufnehmende geringere Tonhöhenunterschiede erkennen kann, als sie die in unserer temperierten (z. B dem Klavier eigenen) Stimmung als kleinste Einheiten geltenden halben Töne besitzen. Das die Töne ins Gehirn leitende vielsträhnige Rervenbündel, das für jede unterscheidbare Tonhöhe ein einzelnes Fädchen bereithält, ist bei einem musikalisch stark reagierenden Menschen weit sensibler als bei' einem musikalisch indifferenten. Wer sich nie mit Dingen des musikalischen Ohres beschäftigt hat. besitzt oftmals eine so geringe Feinheit und Reizempfindlichkeit der Gehörorgane, daß der Abstand von einem halben Ton überhaupt nicht erfaßt wird, und bei dem Versuch, ihn wiederzugeben, kommt ein Intervall zustande, das sich einem ganzen Ton nähert. Daß das Ohr ohne Schwierigkeit kleinere Abstände als halbe Töne aufnimmt und verarbeitet, sehen wir an den indischen und arabisch-persischen Tonsystemen, die auf Viertel- und Dritteltönen aufgebaut sind. Vierteltöne zu treffen, kann jedem geschulten Sänger gelingen, da er durchaus zwischen den eben nur aus unteren Tasteninstrumenten gleichlautenden Tönen Cis und Des zu unterscheiden vermag. Aber selbst für ein empfindliches Ohr ist diese bei sorgsamer Ausführung und Aufnahme wohl wahrnehmbare. aber beim Zusammenklingen temperierter und nicht temperierter Töne sofort verwischte Differenz nicht fo gewichtig, daß sich ein neues „Tonshstem". das das bisherige unserer Kunst- musik ablöst, rechtfertigen ließe, wie es von dem Prager Komponisten Alois Haba propagiert wird. Es ist eine jedem Musiker vertraute Tatsache, daß das Singen und das Spiel der Streich, und Blasinstrumente durch den Zwang, den gewünschten Ton erst hervorzubringen, das Gehör weit mehr schärft, als die Beschästtgung mit einem auf fixierten Tonhöhen beruhenden Tasteninstrument Der durch das Uebergewicht des Klaviers eingeriffenen Vernachlässigung des Gehörs begegnen jetzt mit Erfolg die modernen musikalischen Erziehungsmethoden, unter denen sich die von D a 1 c r o z e geistvoll und zweckmäßig aufgebaute und die Tonika D o - L e h r e als anregendsten und förderlichsten gezeigt haben. Den Wert des systematisch erzogenen Gehörs haben in neuerer Zeit auch die Schulen erkannt. Durch pllegliche Behandlung des Ohres wird gerade von ihnen der Beweis erbracht, daß unrettbare musikalische Analphabeten zu den größten Seltenheiten gehören. Das musikalische Gehör zählt gewiß nicht zu den lebensnotwendigen Singen unserer sinnlich-seelischen Existenz. Doch, wer möchte wohl auf die Steigerung des Lebensgefühls verzichten, die ihm durch ein musikalisches Ohr beschieden fein kann. Maschnek fliegt nach London. Don Hans Ttiebou Maschnek ist unter die Erfinder gegangen. Gr hat ein Flugzeug konstruiert, das hat keinen Motor, dafür aber eiserne Streben, einen stählernen Rumpf, Tragflächen aus fingerdickem Blech und Räder, die aussefan, als wären sie aus maffinem Blei. „Mit diesem Flugzeug wollen Sie fliegen?" fragt der Mann, der die Sache finanzieren soll. „Wie stellen Sie sich das eigentlich vor? Wie wollen Sie einen solchen Metallkoloß überhaupt vom Boden bekommen? Und ohne Motor? Soll das etwa ein Segelflugzeug sein?" „Natürlich", sagt Maschnek, „das ist ein Segelflugzeug" „Haha!" lacht der Mann mit dem Geld, „ein guter Witz! Ich zahle 10 000 Mark, wenn Sie das Ding nur hundert Meter weiter bekommen " „Was heißt hundert Meter?" zuckt Maschnek verächtlich die Achseln, „ich fliege mit dem Flugzeug bis London." Der Finanzier krümmt sich vor Lachen. „Also los", schnauft er. „50 000 Mark, wenn Sie mit dieser Kiste da nach London fliegen.“ „In Ordnung", nickt Maschnek. Sie rufen ein paar Zeugen, und die Wette wird zum Vertrag erhoben. Am nächsten Abend ruft Maschnek den Finanzier von London aus an. „Glücklich gelandet!" ruft et. „Schwindel!" ruft der Finanzier zurück und reift nach London 3m Hotel treffen sie sich. „Sie behaupten also", fragt der Mann mit dem Geld, „Sie behaupten also allen Ernstes, mit Ihrem Bleikloh nach London geflogen zu sein?" .Aber sicher", sagt Maschnek. „Ehrenwort." „Und wie haben Sie das gemacht?" „Furchtbar einfach", erklärt Maschnek. „Ich habe das Segelflugzeug abmontiert, in zwei große Kisten verpackt, bin damit nach Bremen gefahren und von da aus — immer mit den beiden Kisten natürlich — mit dem fahrplanmäßigen Flugzeug der Luft-Hansa nach London geflogen." „Und da", schlägt der Finanzier mit der Faust auf den Tisch, „da behaupten Sie —" „Richts weiter", hebt Maschnek kühl die Hand, „nichts weiter, als weine Wette gewonnen zu haben." man sich hier kaum eine rechte Vorstellung zu machen vermag. Jeder Beruf bildet seine eigene Kaste und Heirat von einer solchen Kaste in eine andere ist so gut wie unmöglich. Wird es Gandhi gelingen, die starren Grenzen dieses Kastenwesens wirklich so zu überwinden, daß eine neue kraftvolle Volksgemeinschaft wird? Das ist die Frage, von der viel, vielleicht alles abhängt. Noch schwerwiegender wird diese Frage im Blick auf die Kostenlosen, die Parias, deren Los cs ist. von allen verachtet und mißbraucht, ein Leben bitterster Bot zu fristen. Mm die Wichtigkeit des Paria-Problemes sich klar zu machen, muß man zwei Dinge beachten: einmal die große Zahl der Parias, denn es bedeutet doch schon eine recht beachtliche Zahl, daß unter den 320 Millionen Einwohnern Indiens 50 Millionen Parias sind! Zum andern gewinnt die Zahl dadurch an verhängnisvoller Bedeutung, daß diese 50 Millionen Menschen seit Jahrhunderten in unausdenkbarer menschenunwürdiger Knechtschaft leben. Wieviel Haß häuft sich hier auf. wieviel ExplosionSstoff hat sich hier gesammelt! Die Parias leben in einem unbeschreiblichen Elend. Man kann von Europa aus Glend und Bot in einem solchen „Chery" im Tamulenland kaum ermessen. Hier wohnt man in halbzerfallenen Lehmhütten, dort besteht eine Wohnung nur aus einigen Palmblättern, die über Bambusstangen gedeckt sind. Dicht drängt sich Hütte neben Hütte. Mitten zwischen den Reisfeldern hat man dem ganzen Pariadorf einen winzig kleinen Raum gewährt, die armseligen Wohnlöcher müssen zwei bis drei Familien aufnehmen. Der Verdienst der Parias ist unglaublich niedrig, der Paria muß für zirka 40 Pf. pro Tag seine schwere Arbeit verrichten. Auch ist dem Paria keine Möglichkeit gegeben, sich emporzuarbeiten. Denn das altindische Gesetz des Manu verbot es aufs strengste, unter ihnen Schulen zu errichten oder auch nur einem von ihnen die Kunst des Lesens und Schreibens beizubringen. Erst die christlichen Missionen haben hier begonnen. Wandel zu schaffen, und sie wurden durch die Engländer hierbei unterstützt. Man beachte also: Die Besserung der Verhältnisse kam den Parias nicht vom eigenen Volk, sondern von den Europäern. Wie sollten sie sich zum Kampf gegen diese Europäer begeistern können? Hnd noch steckt die Besserung stark in den Anfängen. Es ist klar, daß die Grundherren den größten Wert darauf legen, daß die Parias in ihrer Unbildung verharren, damit sie weiter in ihrent Sklavenverhältnis bleiben. Denn, wenn auch nicht dem Ramen nach, so ist doch in Wirklichkeit in Indien noch Sklaverei. In Zeiten der Arbeitslosigkeit sind die Parias gezwungen. Anleihen bei ihren Herren zu machen. Besitz können sie keinen verpfänden, so geben sie ihre Arbeitskraft zum Pfand, sie führen darum ein Leben steter willenloser Abhängigkeit. Die größte Rot der Parias jedoch ist ihre Hnberührbarkeit, denn die bedeutet nichts anderes, als daß man sie gar nicht als Menschen wertet. Ein Paria ist unrein und von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen. Die Parias dürfen nicht die Tempel. Wohnungen oder gar Straßen der Hindus betreten, ja in manchen Gegenden wird — heute noch! — ein Brah- snane durch den bloßen Anblick eines Paria unrein!! Dieses Indien mit seinem strengen und unmenschlichen Kastenwesen, dieses Indien, daS T keine Volksgemeinschaft int demokratischen, wohl aber im Sinne eines Organismus bildet, befindet sich eben in einer völligen Auf l ö - sung seiner alten Ordnungen und Ideale. Langsam, aber stetig vollzieht sich dieser Auflösungsprozeß, verhängnisvoll unterstützt durch die europäische Zivilisation! Der gärende Haufe der indischen Völker braucht «ine neue Kraft. Wird Gandhi sie bringen? Wird er daS indische Volk zur Volksgemeinschaft zusammen- schließen und zur Freiheit führen können? Das Kastenwesen, das trotz aller Auflösungserschei- tmngen noch recht fest verwurzelt ist, ist hier ein großes Hindernis auf dem Weg zur Volksgemeinschaft, denn es hat ein fast unausrottbares Mißtrauen der einen Gruppe gegen die andere gebracht. Die Sudras werden es nie vergessen, daß sie einst unter der völligen Herrschaft der Brahmancn standen. Die Brah» manen aber sind zur Zeit die Führer der Swaraj- partei, der Partei, die die Unabhängigkeit Indiens erkämpfen will. Die SudraS haben den starken — vielleicht auch sehr berechtigten — Verdacht, daß es den Brahmanen weniger um die Befreiung von englischer Herrschaft, als um Wiederherstellung der früheren Zustände zu tun ist! Wiederherstellung der alten Zustände ober heißt: Herrschaft der Brahmanen über die Sudras, Herrschaft aller über die Parias! Gerade die letzteren wissen aber sehr gut, daß ihre langsam beginnende Befreiung aus den menschenunwürdigen Verhältnissen ein Verdienst der Engländer ist. Darum werden die Parias einem Kampf gegen England stets sehr skeptisch und zurückhaltend gegenüberstehen. Gandhi selbst zwar setzt sich sehr für die Parias ein, er nennt die Tatsache der Hnberühr- barkeit dieser Menschen die große Schande seines Vaterlandes. Gandhis Einfluß ist groß und so ist es ihm auch gelungen, viele Rativna- lifielt dafür zu begeistern, die Lage der Parias zu bessern.' Ein Wohlfahrtsamt für Parias ist in Madras gegründet worden, viele Pariaschulen werden und sind ins Leben gerufen u. ä. m. Hm Gandhis willen geschieht sogar von Brahmanen manches für die Parias, was früher undenkbar gewesen. Allerdings geschieht es wohl oft mehr, um Gandhi einen Gefallen zu tun, als aus wirklich sozialer Gesinnung heraus. So wurde in einer indischen Stadt Gandhi einst zu einem Vortrag erwartet: Gandhi kam, die Brahmanen führten ihn in den Dortragssaäl und zeigten ihm voll Stolz eine Anzahl Parias, die sie auf die erste Reihe der Stühle gesetzt hatten. Aber ihre Freude war bald dahin, als sie von Gandhi toten mußten, daß sie sich ja wieder von den PariaS abgesondert hätten, die richtige Ein- stellung sei doch die, wenn Brahmanen und Parias als Brüder nebeneinander säßen! Die Pariafraae ist eine ungeheure Aufgabe für Gandhi und seine Bewegung, denn auch ein anderer „Freund der Parias" ist bereits auf dem Weg: der Bolschewismus. Er umschleicht die Hütten der Parias, denn hier findet er den besten Boden für seine Ideen und es kann der Tag kommen, da einige fähige Köpfe aus den Reihen der Parias die Lehre Moskaus verstehen und sich zu eigen machen. Welche gewaltigen Flammen jahrhundertelang aufgespeicherten Hasses werden dann auflodern: Flammen, die stark genug sein können, ganz Indien in Brand zu sehen. Wer möchte aber behaupten, daß diese bolschewistische Gefahr der Zukunft eine Gefahr nur für Indien sei? So müssen die Vorgänge in Indien auch nach dieser Seite unser ganzes Interesse besitzen. Es geht um mehr, denn nur um die Hnabhängigkeit von England. Es geht darum, ob Indien ein freier nationaler Volksstaat oder ein Vasall Moskaus wird. Ileue Jugendherbergen in Oberhessen. Zugendherbergsweihe in Büdingen. * Büdingen, 20. Mai. Run hat auch im schönen Büdingen eine neue Iugendher- berge ihre Türen der gesamten Iugend geöffnet in dem früheren „Haus Hauenstein", das als Ferienheim nicht jedem zugänglich war. Das einfache, aber freundliche Heim konnte der Aeichsverband für deutsche Iugendherbergen erwerben, dank der tatkräftigen Hnterstühung des Mannes, der wie kein zweiter Hessens Iugend kennt und fördert, Schulrats H a s s i n g e r im Ministerium für .Kultus und Dildungswesen. Einleitend begrüßte Dr. Ftürke (Gießen) die erschienenen Behörden und Vertreter der Schulen: Schulrat Hassinger, die Regierungsräte Weber und Dr. Loh, Bürgermeister H i l d - n e r. Oberustudiendirektor Dr. Keller, Schulrat G ö k e l und Rektor P e p l e r. Ihnen allen, sowie den. Herbergsfreunden in Büdingen wurde für das allseits gezeigte Entgegenkommen, die Ausgestaltung und Betreuung des neuen Heimes gedankt. Oberstudiendirektor Dr. Keller, M. d. L., richtete seine Ansprache in erster Linie an die Iugend mit der Mahnung zur Einigkeit und erinnerte daran, daß das Haus aller wandernden Iugend ohne Hnterschied des Standes und der Partei gewidmet sei #um' Aasten nach froher Wanderung. Wie sehr es die Iugend hinauszieht. wir spüren es in den Liedern der deutschen Dichter. Die Ratur allein vermöge zu verhindern, daß Großstadtstaub die Seele belasse. Derer zu gedenken, die der Iugend die Wege zur Ratur ebneten, sei ernste Pflicht. Einer der ersten In Hessen, der die Rotwendigkeit des 3u- gendwandcms erkannte und Bleiben für die Iugend forderte, war Prof. Hdo Kraft. Seinen Geist der Opferbereitschaft für Volk und Vaterland in sich auszunehmen, ermahnte der Redner die Iugend. Die Grüße des Staatspräsidenten, der regen Anteil an der Entwicklung des Iugendwandevns nimmt, überbrachte Schulrat Hassinger. Er hielt dann die Weiherede. Aus seinen Worten klang der unerschütterliche Glaube an die Iugend. Es verlohnt sich, der Gesundheit der Heranwachsenden Iugend das Beste zu geben. Laßt sie die reine Freude kosten, deren sie nach der Last des Alltags bedarf, die Freude, die ihr 'die Heimat geben-kann! Hinauswandern und die Heimat erleben, in der Bleibe rasten und die Gemeinschaft mit dem Volksgenossen erleben, das ist auch ein Band, das unser innerlich zerrissenes Volk wieder zur Einheit zusammenschwei- ßen kann. Mit dem Wunsch, daß die Iugend- herberge in Büdingen zur Verwirklichung dieses hohen Zieles mit bei tragen möge, wurde die Herberge geweiht und der Stadt und ihren Bürgern übergeben. Mit dem Deutschlandlied schloß die Feier. Die zahlreichen Iugendgruppen Büdingens zeigten in vorbildlicher Weise, wie deutsche Iugend singt, turnt, spielt und Reigen tanzt. Der Vorsitzende der neugegründeten Düdinger Ortsgruppe für deutsche Iugendherbergen, Medizinalrat Dr. Balser, lud alsdann zur Besichtigung der Iugendherberge ein. Neue Jugendherberge in Gedern. V Gedern. 18. Mai. Unter lebhafter Anteilnahme der Einwohnerschaft wurde heute die neu erbaut« Jugendherberge in Gedern feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Nach einem Eröffnungsmarsch des Musikoereins sang die Gießener Jugendgruppe ein frisch°fröhlichcs Wanderlied, worauf Studienrat Dr. Flörkc (Gießen) als Bertrcter des Gaues Hessen des Tkrbandes Deutscher Jugendherbergen die Begrüßungsansprache hielt. Er konnte in Schulrat Hassinger (Darmstadt) den Vertreter des Staatspräsidenten undKul- tusministers willkommen heißen und danken für die Bereitstellung eines großen Teils der zum Bau nötigen Mittel. Weiter konnten die Vertreter der Stadt und der Schule begrüßt werden. Redner dankte bei dieser Gelegenheit nochmals dem Bürgermeister und dem Gemeinderat für ihre Bereitwilligkeit und Opferfreudigkeit bch der Durchführung des Baues. Besonderer Dank wurde Architekt Schröder (Gedern) gezollt, der in uneigennütziger Weife die Bau- leitung übernommen hatte. Im Mittelpunkt der Feier stand die von Schulrat Hassinger (Darmstadt) gehaltene Weiherede. Er überbrachte die Grüße und die besten Wünsche des Staatspräsidenten und entflammte mit seiner Rede die Herzen seiner Zuhörer und begeisterte sie für das Jugendherbergswerk. Heimatbewußtsein muh erwachen, muß erlebt werden. Die Möglichkeit zu diesem Erleben will das Jugendherbergswerk durch den Bau seiner Herbergen geben. Durch frohes Wan- ,bem soll die engere und weitere Heimat, das Da- 'terland mit allen Sinpen erobert werden. Wir alle glauben an unsere Jugend, an ihre Kraft, unferm Volke Helfer zu sein auf schwerem Weg. Wer fest teht, der steht auf dem Boden seines Volkes, wer ich von ihm lösen will, der wird schwanken und sich elbst verlieren. In dem festen-Glauben an unsere deutsche Jugend wurde das Haus geweiht. Mögen Neid, Haß und Mißtrauen seinen Räumen fernbleiben, mögen Leid und Traurigkeit aus den Herzen derer entschwinden, die unter seinem Dach ein- ziehen, und möge in ihren Mauern den müden Wanderern erquickende Ruhe werden. Möge es aber auch allezeit eine kraftvolle Jugend heranwachsen sehen, eine Jugend, die im Herzen eine starke Liebe zu Volk und Heimat, zu Vaterland und den Men- schen trägt! Nun sang der VHE.-Chor Gedern un- ter Leitung von Lehrer Riedel das Wanderlied „Das Wandern ist des Müllers Lust". Als Vertreter der Stadt sprach Gemeinderatsmitglied Rausch die Freude darüber aus, daß nun auch Gedern eine Jugendherberge besitze. Mit kernigen Worten übernahm er den Bau in den Schutz der Stadt. In dem Schlußwort erinnerte- Studienrat Dr. 8 lörke an die seit 1921 in einem Nebenbau des Schlosses untergebrachte Jugendherberge und stellte den durch die Weihe des neuen Heimes gemachten großen Fortschritt fest. Das gemeinsam gesungene Deutschlandlied bildete den Abschluß der würdig verlaufenen Feier. Derireteriag ber Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamien. WSR. Darmstadt. 17. Mai. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der hessischen Gemeindebeamten fand hier am Samstag die Arbeitstagung des JO. Vertreter tages der Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten statt. Der geschäftsführende Vorsitzende. Direktor Zschech, Offenbach, begrüßte insbesondere die Ehrengäste und die Vertreter der Presse. In einem mit großem Beifall aufgenommenen Referat über „Zehn Iahre Gewerkschaft Hess. Gemeindebeamten" gab der Geschäftsführer der Gewerkschaft, Ican Reck. Offenbach, einen Heberblick über das Werden und Wirken der Organisation. Er betonte die enge Verbundenheit zwischen den Interessen der städtischen Beamten und den Beamten der Landgemeinden, die zur Gründung der Gewerkschaft führte. Mit der Dearntenhetze. die gegenwärtig zu beobachten sei, müsse auch im Interesse des Staates endlich Schluß gemacht werden. Dem Minister des Innern wurde Dank ausgesprochen für seine Hnterstühung bei der Verabschiedung des hessischen Gemeindebeamken- gesehes. Der Geschäftsbericht der Gewerkschaft wurde gebilligt, ebenso Kassenbericht und Bericht des Finanzausschusses. In einer Rede sprach de« Vorsitzende der Ortsgruppe Darmstadt, Amtmann Gosenheimer, im Ramen sämtlicher Vertreter des Vertretertages den Dank an die Geschäftsleitung für die geleistete Arbeit aus. Den Voranschlag der Gewerkschaft, der mit einem Betrag von 146 940 Mk. in Einnahme und Ausgabe abschließt, wurde antragsgemäß verabschiedet. Zum geschäftsführenden Vorsitzenden wurde Direktor Zschech, Offenbach, wiedergewählt. Am Sonntag fand im Städtischen Saalbau eine große öffentliche Kundgebung statt, in der der Personaldezernent der Stadt Mainz. Beigeordneter Dr. Kraus, über „Der Organisationsgedanke im neuen Staat" und Geschäftsführer Meurer. Berlin, über „Die Beamtenschaft und ihre Organisationen" sprachen. Südweftdeutscher Handelskammer-Ausschuß für Hotelgewerbe und Fremdenverkehr. — Bad-Rauhei rn. 20. Mai. Der Süd - Westdeutsche Handelskammer-Ausschuß für Hotelgewerbe und Fremdenverkehr. dem die Handelskammern vom Bodensee bis zum Dhein-Maingebiet angeschlossen sind, hielt heute im Sprudel-Hotel eine bemerkenswerte Tagung ab, die aus den in Frage kommenden Handelskammerbezirken gut besucht war. Die Verhandlungen standen unter der Leitung des Karlsruher Handelskammerpräsidenten R ico lai. Als Gäste waren u. a. anwesend Bürgermeister Dr. Ahl (Bad-Nauheim) und ein Vertreter des Reichsverbandes der deutschen Hotels. Die Verhandlungen begannen mit einem gründlichen Referat, das der Syndikus der Handelskammer Friedberg. Dr. Goebel, über „Bad-Rauheim in Wirtschaft und Verkehr" hielt. Auf Grund neueren Zahlenmaterials legte der Vortragende die wirtschaftliche Bedeutung Bad-Rauheims dar und zeigte, unter Hinweis auf den im Verhältnis zu anderen Bade- und Kurorten sehr hohen Stand der Hebernachtungsziffer (nahezu 1 Mill.), dis überragende Stellung der Fremdenindustrie im Bad-Rauheimer Wirtschaftsleben. Die sehr interessanten Ausführungen fanden starken Anklang. In der Aussprache wurde angeregt, daß ähnliche volkswirtschaftliche Hntersuchungen auch für. andere Kur- und Badeorte zu empfehlen seien. Die Gage des Ho telgewerbes behandelte Hotelbesitzer Gabler (Heidelberg), der in längeren Ausführungen darlegte, unter welch schwierigen Verhältnissen das Hotelgewerbe den gegenwärtigen Existenzkampf zu führen hat. Nachdem der Redner auf die Identität zwischen Hotelgewerbe und Fremdenverkehr hingewresen hatte, kam er zur Forderung einer einheitlichen Durchführung der Verkehrs- Werbung, und verwies hierbei auf die Verhältnisse in Frankreich, wo eine besondere Mini- fterialabteihmg für Fremdenverkehr bestehe. Auch die Eisenbahn müsse noch mehr als seither der Förderung des Fremdenverkehrs dienen. Der Ausbau der heutigen Sonntagskarten zu Wochenenokarten sei nach dem Beispiel anderer Länder zu erstreben. Auch in der Frage der Autostraßen gelte es, noch manche Hnzulänglichkeiten zu beseitigen. Rach Behandlung dieser verkehrspolitischen Dinge erörterte der Redner noch steuerliche Fragen. Zum Schluß sprach der Syndikus der Handelskammer Darmstadt, Dr. Roes euer (Darmstadt), über „Fahrplanfragen" und legte seine Pläne zur weiteren Entwicklung des Fahrplans der Versammlung vor. Die Leitsätze Dr. Roeseners wurden genehmigt. Als Ort der nächstjährigen Sagung wurde Wiesbaden gewählt. Preußen. Kreis Wetzlar. CO Wetzlar, 14.Mai. Die Atzbacher Be> zirksarmenkasse, eine alte Einrichtung, aus der bisher an die bedürftigsten Konfirmanden des Atzbacher Bezirks alljährlich kleinere Unterstützungen verteilt wurden, ist durch Beschluß des Kreisaus- schusses a u f g e l ö st worden. Die geringen Kapitalien, die aus der Inflationszeit herübergercttet werden konnten, sind dem Bezirksfürsorgeoerband zur Verfügung gestellt worden. Man hat sich bei der Auflösung von dem Gedanken leiten lassen, daß die Einrichtung nicht mehr zeitgemäß ugb durch die neuen fürsorgegesetzlichen Bestimmungen überholt sei. Außerdem waren die auf den einzelnen Konfirmanden entfallenden Beträge derart gering, daß von einer Unterstützung eigentlich nicht mehr die Rede sein konnte. Die letzten Unterstützungen wurden diesjährigen Konfirmanden gewährt. MAGGTist nicht eine allgemeine Bezeichnung für Suppenwürzen, sondernde gesetzlich geschützte Fabrikmarke für alle MAGGI-Produkte Verlangen Sie stets ausdrücklich MAGGI* Würze und achten Sie genau darauf, daß Jhr Fläschchen aus MAGGI* großer Originalflasche gefüllt wird. Jn dieser darf nach dem Gesetz nichts anderes feilgehalten werden als MAGGPWürze Hausfrauen! 3&r Ideal ist ein [03433 Dampfschnellkochlopf Hie bis »«./. Benetuna8mme. rtal und Zeit innrcn können Der Kochtovfverschluß „Inwel", Patentamt- l.ch geschützt, koste, nur Mk. 4.80 und v?r- ivandelt jeden in Ihrem Hauvbalt befind- Itchen Kochtopf in einigen Sekunden in einen Dampsschnellkochtovs. Unverbindliche Vorführung durch die wenetnlöertretunfl Gertrud Hirsch Kalxernllee 89 I. % Verkäufer Äno* Billig auch auf Teilzahlung! Samstag, bett 24. 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Vornan von Karl Heinz Voigt. Urheber-Rechtsschutz Verlag Oskar Meister, Werdau. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Sie hatte Tränen in den Augen, und ihre Worte waren gairz leise geworden. „Ihr Besitztum würde in gute Hände kommen, gnädige Frau, wenn ich es kaufen sollte. — Ich habe von außen mit dem Objekt gelicbäugelt. Ich zweifle keinen Moment daran, daß das Innere genau so meinen Beifall findet." „Wissen Sie, was der Besitz kosten soll?" fragte die alte Same vorsichtig. »Was verlangen Sie, gnädige Frau?" „Zweihundertsiebzigtausend Mark." Er machte ein Gesicht wie eine Göhensigur, deren Ausdruck unbestimmbar ist. Er besichtigte die Zimmer und war entzückt von den Räumlichkeiten dieses kleinen Schlosses. Bieles freilich würde nach seinem und ■ Julias Geschmack geändert werden müssen! — O ja, diese Billa war geeignet, eine Julia zu beherbergen. Hier würde sie residieren wie eine kleine Fürstin. Hier konnten Feste gefeiert werden. Gr träumte davon, daß er hier bei Julia Entspannung und Erholung von seinen Geschäften finden könnte. — O, vielleicht war cs doch noch möglich, ein einigermaßen begehrenswertes Leben zu führen! Plötzlich mußte er an Konstanze denken. Wenn er ihr dieses Heim zuin Geschenk machen dürfte! Er erkannte, dah diese Möglichkeit ein Ziel, einen Zweck für sein Leben bedeuten würde und ganz klar und unzweideutig wußte er, daß Kon- stanze die beste Frau der Welt war, die Frau, die in sein Dasein gehörte. — Wie würde ihre strenge, hohe Figur in diesen Räumen einer Königin gleich umhergehen! Wie würde dieses ein wenig herbe Gesicht zu der ehrwürdigen Pracht dieser Umgebung passen! — Run, das war vorbei für immer, siehst du! Emmerstorff muhte sich sagen, dah der Erlös aus diesen Einrichtungen dieser Frau Rittmeister Sartorius allem Millionen einbringen konnte. — Hiervon konnte sie sich also offenbar nicht trennen! Lieber verkaufte sie das Haus. In einem dunkclgehaltenen Gemach saß eine alte Dame in einem Fahrstuhl und schaute tatenlos zum Fenster hinaus. Als Frau Rittmeister Sartorius und Ernrner- storff eintraten, wandte sie den Kopf. Crnrner- ftorff erschrak. Eine eingetrocknete Mumie mit lederartiger gelber Haut blickte ihn feindselig an. Die riesengrohe Rase, die aus dem knochigen Gesicht sprang, gab dem ganzen Antlitz einen boshaften Ausdruck. — Wie ein Koüdor, der nach Raub ausspäht, sah sie aus. Die Augen f tagen tief und FTeht ln den Hohlen und mute- I tert grün und trübe an. Das Haar dieser Mumie war dünn und besaß eine Farbe die man nicht bestimmen konnte. Es mochte vielleicht früher einmal blond gewesen sein, jetzt schimmerte es in rosa und grünen Tönen. Die Ohren dieser Greisin waren unmäßig lang und groß. Dieser Eindruck mochte noch durch ein paar haselnußgrohe Brillantohrringe verstärkt werden. Diese Ohrringe waren der einzige Schmuck, den sie trug. Frau Rittmeister Sartarius ging auf die Mumie zu, die sogleich ein altmodisches Höhrrohr an das Ohr legte. „Dieser Herr hat Interesse für das Haus", schrie sie mit heller Stimme in das Höhrrohr. „Herr Emmerstorff aus Berlin", erklärte sie weiter und zu Lothar gewandt: „Meine Schwester Fräulein von Rampnitz." Emmerstorff verbeugte sich gemessen. Die Augen der alten Dame weiteten sich und bekamen einen fragenden Ausdruck. — Emmerstorff empfand Abscheu vor diesem Gespenst. „Weiß der Herr, was wir verlangen?" fragte mit einer ungewöhnlich schallenden Stimme das Gespenst. Fräulein von Rampnitz sprach jetzt nur noch mit ihrer Schwester. Don Lothar selbst nahm sic keine Rotiz mehr. — Ihre Stimme klang schnarrend wie eine Quäke und da auch ihre Schwester in das Höhrrohr trompetete, so wurde die Konversation zu einem Geschrei. „Richt mit dir handeln lassen!" schnarrte sie ermahnend und hob drohend den Finger. Emmerstorff überging die Taktlosigkeit, die in dieser Aeußerung lag, mit eisigem Schweigen. Er gewahrte, daß ihre Hände klauenartig verkrümmt waren. Die Fingernägel waren lang und schmal. Das Auffallendste und Groteskeste an dieser ganzen Erscheinung aber war, daß die langen Nägel äußerst gepflegt und sogar poliert waren. Sie kann ihre Häßlichkeit Darin spiegeln", dachte Lothar belustigt. Als sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, atmete er auf. Ein Geruch von welken Blumen und trostlosem Altern sah ihm noch hinter der Rase. Sie besichtigten das letzte Zimmer, dessen große Flügeltüren nctch der Terrasse des Parkes zu gingen. Sie wollten gerade hinaustreten, als Emmerftorffs Blicke an einem Bild haften blieben. Es war das lebensgroße Pastellgemälde eines überaus schönen und edlen Mädchens. Das Anziehendste an diesem Gesicht waren die großen, strahlenden Augen und die hauchzarten weihen Hände. Die Gestalt war schlank und sehr formedel. Frau Rittmeister Sartorius gewahrte den Blick ihres Gastes und bot die Erklärung: „Dieses Bild stellt meine Schwester dar", sagte sic und hatte dabei ein trübes Lächeln auf den Lippen. Emmerstorff fühlte ein Grauen vor der Zerstörungswut der Zeit. Ser Park übertraf alle Erwartungen Lothars. Hier liehen sich mit ein wenig Phantasie und Verständnis die herrlichsten, märchenhaftesten Anlagen schaffen. — In ganz Berlin sollte diese Besitzung berühmt werden. Sie erste Gesellschaft würde sich hier treffen. Bon allen umgeben aber, als strahlender Mittelpunkt, würde Julia Triumphe ihrer Schönheit feiern, Julia, die ihn zu diesen unerhörten Plänen trieb. „Ich kaufe das Besitztum." Frau Rittmeister Sartorius kam dieser Entschluß reichlich überraschend. „Im allgemeinen wären wir uns wohl über das Hauptsächlichste Har.“ Sie nickte wieder und Emmerstorff sah, dah sie Tränen in den Augen hatte. „Mit welchem Rechtsvertreter darf ich mich in Verbindung sehen?" „Iustizrat Manzmann.“ „Bis wann gedachten Sie wohnen zu bleiben, gnädige Frau?" fragte er zartfühlend. „Ich gedenke verschiedene Umbauten vorzunehmen." Erst jetzt schien die alte Same zu begreifen, daß sie bald nicht mehr die Besitzerin dieses Hauses sein würde. Sie weinte unbeherrscht und laut. Emmerstorff war aufs höchste peinlich berührt. Richts war ihm unangenehmer, als Frauen weinen zu sehen. Er respektierte ihre Tränen und lieh sie allein. — Seine Kaufwut schien immer maßloser zu werden. Kaum war der Vertrag mit Frau Rittmeister Sartorius unterschrieben, so wandte er sich dem Ankauf der Glasfabrik von Fischer 8- Co. zu. Seine Bankberater schüttelten die Köpfe und ließen vorsichtig Warnrufe ertönen. Er kümmerte sich nicht darum. Was er in letzter Zeit begonnen, brachte ihm Glück. Durch den Verkauf des kürzlich erworbenen Waldbestandes, den er erst schlagen lassen wollte, hatte er eine Riesensumme verdient. Dieser Warburg war wirklich ein geschickter Bursche! Er hatte seine Rase scheinbar überall, horchte herum und war zweifelsohne geschäftstüchtig. Durch ihn hatte er den Kunden bekommen, der ihm den Wald abkaufte. Selbstverständlich machte Warburg fein gutes Geschäft dabei. Mochte er! — Auch die Glasfabrik, auf die ihn dieser Warburg aufmerksam gemacht, war sicherlich ein gutes Objekt. Als Lothar Emmerstorff aber mit Iustizrat Pranders über seine neue Pläne sprach, schüttelte der mißbilligend den Kopf. „Sie sollten sich mit öiejem Warburg nicht einlassen, Herr Emmerstorff. Er ist nicht einwandfrei. Man spricht verschiedene seltsame Dinge über ihn. Wissen Sie, daß er die Absicht hat, ein Wettbüro aufzumdchen?" „Das Gerücht von dem Wettbüro ist mir neu. Das andere glaube ich nicht und interessiert mich nicht. Ich kaufe die Glasfabrik." Ser Iustizrat zuckte Ile Achseln. „Emmerstorff weiß kaum mehr, was er tut. Er hat den Halt unter den Füßen verloren. Sehr bald wird et am Boden liegen“, hatte Siegfried Marschner einmal zu Pranders gesagt. Der Iustizrat wußte nun, Marschner hatte recht gehabt. — Lothar lag sehr viel daran, den Kauf der Glasfabrik recht bald abzufchließen. Die Verkäufer hatten einen riefenlangen Vertrag aufge- fetzt. Emmerstorff las ihn durch. Er war zerstreut und dachte an die Herrichtungsarbeiten in dem neuen Palais auf der Babelsberger Straße. Ludwig Warburg stand dabei und betrachtete ihn erwartungsvoll. „Ich kaufe die Fabrik", sagte Lothar gedankenlos und griff zur Feder. Ludwig Warburg grinste in sich hinein. Emmerftorffs Gedanken schweiften zu Julia. Er unterzeichnete. 6. ** Eines Sonntags mittags klopfte es an Äon» stanzes Zimmer. Konstanze hob den über das Buch geneigten Scheitel und schaute zur Tür. Schon reichte ihr Frau Bürger eine Karte. Felix, ihr Bruder! — Im ersten Moment war Konstanze verwirrt und überrascht. Sie konstatierte schnell vor dem Spiegel, daß sie ihren Bruder empfangen könne. Dann kam Felix. Etwas schüchtern und mit den rosig überhauchten Wangen, die dem jungen Gesicht etwas Knabenhaftes verliehen, stand et vor seiner Schwester. „Ich bin gekommen, Konstanze", sagte er nach kurzem Händedruck, „dich um Verzeihung zu bittert.“ Sie sah ihm klar ins Auge. „Ich wüßte nicht, Felix, was ich dir zu verzeihen hätte." Es klang etwas beklommen, als sie das sagte. „Es ist nämlich", er hüstelte verlegen, „daß wir uns nun öffentlich verlobt haben hast du vielleicht gelesen. — Ja, Josephine und ich, wir haben uns nun also verlobt." — „Ich lebe in der Verbannung, Felix." Er senkte den Kypf und suchte nach Worten. „In vierzehn Tagen ist die Hochzeit und da wollte ich ..." Konstanze begriff augenblicklich. Sie sah ihres Bruders Befangenheit. „Da wolltest du dich entschuldigen, daß du mich nicht einladen kannst, nicht wahr?" Er nickte und sah sie nicht an. „Das war nicht nötig, Felix. Ich weiß auch, daß du der einzige meiner Brüder bist, der es ehrlich mit mir meint. Ich bin dir dankbar dafür", sagte sie einfach. „Ein Hochzeitsgescherck freilich werde ich dir nicht machen können. Ich bin eine ganz arme Frau." Sie lächelte trübe und blickte zu Boden. (Fortsetzung folgt) und bis zum 10. Jahre W2-V30 dürfen Sie als besorgte Mutter für die zarte, empfindliche Haut Ihres Kindes nur die milde, reine NIVEA KINDERSEIFE verwenden. Nivea-Kinderseife wird nach ärztlicher Vorschrift hergestellt; mit ihrem seidenweichen Schaum dringt sie schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde und kräftige Hautatmung. 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Die große Entwicklung. die die Gießener Regatta in den letzten Jahrzehnten erreicht, haben ihre Begründer nicht mehr erlebt. Zean Kirch. Ernst Balser, L. Petri. F. Scharmann und H. Adami deckt längst der grüne Rasen, nur C. Reib e r, der erste siegreiche Schlagmann jener Tage, weilt noch in ungebrochener Kraft unter uns. Die Ausschreibung sieht, wie in den letzten Zähren, eine zweitägige Regatta vor. Die Renn- folgc mit ihren 28 Nummern füllt mit den unerläßlichen Dorrennen zwei volle Tage. Es ist bekanntlich aus der Lahn nur der Start von drei Booten möglich. Erfahrungsgemäß werden besonders jene Rennen, die den Dereinen von der Lahn Vorbehalten sind, stark gemeldet, wodurch zahlreiche Dorrennen geboten sind. Die ausgeschriebenen 28 Rennen teilen sich in 7 Achter. 16 (Bieter, darunter ein (Bieter „ohne", 1 Doppelzweier und 4 Cinerrennen. Die verhältnismäßig große Anzahl von Rennen wird bedingt durch besondere Rennen für Lahnvereine, für B.-Ver- einc westdeutscher Observanz und nicht zuletzt von den Rennen, die für schwächere Mannschaften Vorbehalten werden müssen. Die großen Rennen der Gießener Regatta, der Große Achter, zu dem der frühere Landesherr den Wanderpreis spendete, der erste Dieter, zu dem die Stadtverwaltung Gießen den Wanderpreis gab. und der Große Einer, der mit dem Wanderpreis des Deutschen Ruderverbandes bedacht ist, sind Rennen von rudergeschichtlicher Bedeutung. Zn diesen Rennen blieben im Laufe der Zähre stets Mannschaften und Skuller von Ruf siegreich. Durch mancherlei Stiftungen sind eine Anzahl von Rennen mit Herausforderungspreisen versehen, deren Lebensdauer allerdings durch neuere Bestimmungen beschränkt ist. Unter diesen neun Herausforderungspreisen befindet sich der Z e a n- Kirch-Gedächtnispreis, der von der Familie dieses um den Rudersport hochverdienten ManneS wiederholt erneuert wurde. Auch der Hcraussorderungspreis zum Gedächtnis der im Weltkriege Gefallenen, wäre der Erhaltung würdig. Meldeschluß ist am 17. Z u n i. Die Besucher der früheren Zahre werden sich jedenfalls wieder vollzählig einstellen, vielleicht versucht sich auch mancher Derein der seither noch nicht in Gießen seine Mannschaften an den Start geschickt hat, auf der Gießener Strecke. Faustbatt im Turngau Hessen (O. T). Die Vorspiele um die Meisterschaft. der Pkte. gern. verl. Ak. Tv. „Kurhessen" Marburg 5 5 5 0 1 2 4 4 4 5 4 3 1 1 1 10 8 6 2 2 2 in Tabellenstand. Spiele 5 5 5 Tgde. Friedberg To. 1846 Gießen Tv. Frankenau To Wetzlar To. Halgehausen Die Schlußspiele finden nächsten Sonntag Friedberg statt. = Am Sonntag wurde in Marburg unter Leitung des Gauspielwarts Seibert (Wetzlar) und des Obmanns für die Sommerspiele, Loh (Gießen), die Vorrunde um die Gaumei- st etschaft im Faust ball ausgetragen. Es waren dazu die sechs Mannschaften der Gausonderklasse angetreten, und zwar T v. 1 8 4 6 Gießen (R. Riexinger, Hans Geismar, Wilh. Loh, Walter Loh, Wilh. Mohr), Tgm. Friedberg, Tv. Wetzlar, Akad. Tv. „Kurhessen" Marburg, Tv. Frankenau, Tv. Halgehausen. Die 15 Spiele des Tages nahmen zum Teil einen recht spannenden Verlauf und zeigten durchweg gute Spieltechnik. Besonders der Kampf der beiden „Faustballrioa- len" To. 1846 Gießen und Tgm. Friedberg, der fast gleichwertige Gegner zeigte (bei Halbheit stand das Spiel 14:14), war reich an schönen Momenten. Gießen konnte zu Beginn des Spiels sehr gut gefallen, es schien dem langjährigen Gaumeister Friedberg, sogar zeitweise überlegen zu sein. Nach Halbzeit spielte Gießen aber etwas über die leichte Schulter, und Friedberg gewann mit einem {noppen Vorsprung. Don den anderen Mannschaften behauptete To. Frankenau, der bewährte Faustballpionier des 6. Bezirks, den seit Jahren innegehabten Platz. Gut gehalten hat sich To. Wetzlar, der zum ersten- mal in der Sonderklasse spielte. Der Ausgang der Vorrunde gibt noch keinen Anhaltspunkt, mit Bestimmtheit vorauszusagen, welcher der Bewerber Gaumeister wird. Nur das läßt sich mit Gewißheit sagen, daß die Entscheidung in der Endrunde in hartem Kampf zwischen Friedberg und Gießen fallen wird Auch die Frage, welche Mannsd-ast zum Abstieg in die Spiclreihe ihres Bezirks verurteilt wird, steht noch vollkommen offen. Die einzelnen Spiele hatten folgende Ergebnisse: Tv. 1846 Gießen — Tv. Frankenau 29:20; Tgde. Friedberg — Akad. Tv. .Kurhessen" Mar- berg 27:18; Tv. Halgehausen — Tv. Wetzlar 44:31; Tv. Frankenau — Tgde. Friedberg 19:28; 2lk. Tv. »Kurhessen" Marburg — Tv. Halgehausen 33:30; Tv. Wetzlar — Tv. 1846 Gießen — 23:52; Turnverein 1846 Gießen — Akadem. „Kurhessen" Marburg 45:23; Tv. Frankenau — Tv. Halgehausen 2725; Tgde. Friedberg gegen Tv. Weylar 4620; Tv. Frankenau - Tv. Wetzlar 28:20; Tgde. Friedberg - Tv. 1846 Gießen 3127; Ak. Tv. .Kurhessen" Marburg gegen 2P. Wetzlar 2528; Tv. Halgehausen — Tgde. Friedberg 23:34; Tv. 1846 Gießen — Tv. Halgehausen 51:28; Tv. Frankenau — Ak. Tv. „Kurhessen" Marburg 2521. Jugendarbeit im Gau Hessen O. T. -o- Unter Leitung des Gaufachwartes Wagner (Kirchhain) bekräftigte sich am Sonntag zu Gießen eine gut besuchte Versammlung von Dereinsjugendleitern in Hebung und Aussprache mit den verschiedenen Arbeitsgebieten in Schülerabteilungen und Zugendgruppen. Einleitend gab der Gauwart für das Frauenturnen, Turnlehrer Paul (Gießen), ein ©tun- depbild mit Kindern; an aus gewählten Abschnitten aus der Körperschule mit ihrem lebhaften Formenreichtum, durch'etzt mit Epielformen. reihten sich Beispiele vom Lecitungsturnen in der Verbindung von Medizinball und Reck, ferner ein Ausschnitt aus dem Bodenturnen mit dem Ziel der Hechtrolle und schließlich Laufspiele unter Verwendung von Keulen. Gaufachwart Wagner gab unter starker Mitbeteiligung des Kampsgedankens in gedrängter Form praktische Anleitung zu einfachen, volkstümlichen Hebungen, ließ verschiedene Spiele darstellen und brachte den Ball in anregende Verbindung mit der Einführung ins Geräteturnen. Fräulein Luise Schwarz (Tgde. Friedberg), zeigte einige Hebungsgebiete in entsprechender Abwandlung mit Schülerinnen und öffnete den Weg zum Volkstanz durch ansteigende Stufen des Singspiels. Zn der anschließenden, ausgiebigen Besprechung, an der sich auch Oberturnwart Will (Gießen) beteiligte, wurden die Darbietungen kritisch gewertet, insbesondere volkstümliche Einfachheit gefordert, die Freude an der mannigfachen Eingliederung des Balles und die belebende Kraft des Kampfgedankens als wertvolle Grundlagen anerkannt. Ferner wurde das Wandern in seiner körperlichen und kulturellen Bedeutung gewürdigt und eingehende Anleitung für seine Technik und die damit verbundene Derwaltungsarbeit gegeben. Zn den Unterausschuß für Zug end- a r d e i t im Gau wurden Lehrer Qlug. Rumpf, Tv. Weifenbach bei Biedenkopf, und Fräulein L. Schwarz, Abteilungsleiterin in der Turngemeinde Friedberg, gewählt. V.f.D. Leichtathletik. Die Zubiläumswettkämpfe des Hagener Sportklubs 05 am vorigen Sonntag fielen zum größten Teil dem anhaltenden Hnwetter zum Opfer. Die Mehrzahl der Teilnehmer, darunter auch die D. f. 'S.er, mußten die Rückreise wieder antreten, ohne am Start gewesen zu sein. Die nach Berinbach zur Teilnahme an den Wettkämpsen entsandten D. f. D.er konnten wieder einige sehr schöne Erfolge, und zwar zwei erste, einen zweiten und fünf dritte Siege erringen Nachstehend die Konkurrenzen, in denen Gießen erfolgreich war: 4X100 Meter: 1. D.f.D. (Zakob, Stang, Siebels, R. Fischer); 2. Sp. V. Wetzlar; 3. Turn- gemeinde Leun. 100 Meter: 1. Werner, Sp. D. Wetzlar; 2. Zerndt, Sp. V. Wetzlar; 3. R. Fischer, D. f. D. 1 500 Meter: 1. Heberling, Sp. V. Wetzlar; 2. Klein, K. D. Weilburg; 3. Doh, D.f.B. 5000 Meter: 1. Heberling, Sp. D. Wetzlar; 2. Klein, F. D. Weilburg; 3. Mewes, D. f. D. Hochsprung: 1. Zakob, D.f.B., 1,67 Meter; 2. Werner, Sp. D. Wetzlar, 1,45 Meter; 3. Voß, D. f. B. Weitsprung : 1. Werner, Sp. D. Wetzlar, 6,27 Meter; 2. Zakob, V. f. D., 6,22 Meter; 3. R. Fischer, V.f. B. An den am kommenden Sonntag auf der Spil- burg vom Wetzlarer Sportverein, anläßlich seines 25jährigen Bestehens, veranstalteten Zubiläums- Kampfspielen nimmt der V. f. B. mit einer ganzen Anzahl seiner Leichtathleten teil. Die Konkurrenz wird außerordentlich stark sein, da u. a. Sportclub 1880 und „Eintracht" Frankfurt, Griesheim „Elektron", Sp. V. 98 Darmstadt und andere bedeutende Vereine ihre Beteiligung zugesagt haben. Für die Vertreter des V. f. B. wird es daher sehr schwer sein, sich erfolgreich durchsetzen zu können. Wenn Wohl in Form ist, sollte er unter Hmständen Chancen haben, im Kugelstoßen und Diskuswerfen der 1. Klasse einen Platz zu erringen. Heise, der am Mittwochabend enttäuschte, läuft die 3000 Meter (1. Klaffe) und hat dabei Gelegenheit, sich zu rehabilitieren. Zakob bestreitet den Hochsprung in der 1. Klasse und sollte unter günstigen Voraussetzungen 1,70 Meter fpringen können. — Zn der 2. Klasse beteiligen sich neben einer Anzahl jüngerer Leichtathleten Büttner am 1500-Meter-Laus und Müller am 800-Meter-Lauf. — Auch in der 3. Klasse ist D. f. 2. verschiedentlich vertreten. Hier haben Koch und Zakob im Kugelstoßen, Dörr im 3000-(Dieter-ßauf vielleicht Aussichten. — Die Jugendlichen haben 100 Meter, Hochsprung, Kugelstoßen und die 4x200 Meter belegt. — Auch die Damen beteiligen sich zahlreich. Man darf gespannt sein, ob es den D. f. B.erinnen Ehelmüller, Müller und Baum über d'.e 800 Meter gelingen wird. Frl. Pfaff vom V. f. L. Wetzlar diesmal zu schlagen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Die Zubiläumswettkämpfe des Hagener Sportklubs 1905 am vorigen Sonntag, zu denen die 1903er Depperling, Peters I , Knigge und Paul entsandt waren, wurden das Opfer eines starken, lang anhaltenden Gewitterregens. Von den Hauptentscheidungen konnte nur die 4xl500-Meter-Staffel zur Durchführung gebracht Werdern In dem bei strömendem Regen und heftigem Wind stattfindenden Lauf kamen öie Spielvereinigungsleute an vierter Stelle ein. Die beiden ersten Plätze mußten von vornherein dem Sportverein 1878 Hannover und der Polizei Hamburg eingeräumt werden. Der erste größere Dahnwettkampf steigt fürbie 1900er am kommenden Sonntag in Wetzlar. Dort finden auf der Spilburg-Kampfbahn als letzte Veranstaltung der Zubiläumswoche des Wetz- tarcr Sportvereins nationale leichtathletische Wettkämpfe statt. Etwa 35 Mitglieder der Leicht- athletik- und Frauenabteilung der Sp.-Dg. 1900 werden in Wetzlar an den Start gehen. Teils find es bewährte, kampferprobte Kräfte, teils junge Anfänger, welche die blau-weißen Farben zu vertreten haben. Alle werden ihr Bestes hergeben müffen, um sich auch nur einigermaßen gut durchsetzen zu können, denn dem Zubilar ist es gelungen, für feine Veranstaltung eine ausgezeichnete Besetzung zu erhalten. Es sei noch bemerkt, daß die Zugendwettkämpfe nur für eine Klasse, und zwar die der älteren Zahrgänge. und die Frauenwettbewerbe ebenfalls in beschränktem Hmfange ausgeschrieben sind. Handball der Gp.-Dg. 1900. Das Turnierspiel, das am Mittwochabend im Rahmen der Zubiläumswoche des Wetzlarer Sportvereins die 1900er mit dem Polizeisportverein Butzbach zusammenbrachte, nahm einen eigenartigen Verlauf. Nach vollkommen verteiltem, mitunter sogar überlegenem Feldspiel der Spielvereinigungsleitte behielten die routinierten Polizisten mit 10:0 Toren die Oberhand. Bei Seitenwechsel stand die Partie 2:0 für Butzbach. Man hielt es jedoch durchaus für möglich, daß die Gießener den Vorsprung aufholen könnten; statt dessen fiel die Mannschaft vollkommen auseinander. Die hohe Niederlage wurde durch drei Faktoren bestimmt: die System- und Verständnislosigkeit innerhalb der Stürmerreihe, die falsche taktische Einstellung der Mannschast, insbesondere des Mittelläufers, und die zeitweise Hnsicherheit des Torwächters. Am kommenden Sonntag empfängt die Elf hier die erste Mannschaft des T v. A l S s e l d. Die Gäste aus Alsfeld verfügen über eine gut eingespielte Mannschaft, die den 1900cm ein gleichwertiger, wenn nicht gar überlegener Gegner sein wird. Handball im Turnverein 1846 (Sieben. To. wehlar I — To. 1846 I 2:1 (1:1). Die 1. Mannschaft folgte am Montag einer Einladung des Wetzlarer Sportvereins zu dessen Pokal- spielen. Gegner war der in die Kreismeisterklasse aufgestiegene T v. W e tz l a r. Die Gießener lieferten trotz verschiedener (Ein- und Umstellungen ein ganz vorzügliches Spiel; sic waren den Wetzlarern vollkommen ebenbürtig, ja in der ersten Halbzeit sogar überlegen. Das Treffen wurde in äußerst schnellem Tempo durchgeführl. Wetzlar kam vor der Pause kaum zu einer einheitlichen Aktion, der Sturm war durch die Gießener Hintermannschaft völlig kalt- gestellt. Der erste Treffer wurde durch Fernfchuß mit viel Glück erzielt, 1846 glich durch Kern bald aus. Auch die zweite Halbzeit sah Wetzlar außer den letzten Minuten nicht überlegen. Das Siegestor fiel durch einen unberechtigten Strafwurf. Der von Geismar einwandfrei erzielte Ausgleich wurde von dem auch sonst fehlerhaft arbeitenden Schiri nicht gegeben. Hervorragend war der Gießener Torhüter, der beide Mannschaften eine ganze Klaffe überragte. Kommenden Sonntag fährt eine verstärkte zweite Mannschaft nach Großen-Linden zum dortigen Turnverein; es ist mit einem glatten Sieg der Gießener zu rechnen. Handball im Männerturnverein (O.T). ^Arn nächsten Sonntag kommt auf dem Mto.-Platze ein Handball-Freundschaftsspiel zum Austrag; es treffen sich die ersten Mannschaften des Sportklubs Frankfurt-Eschersheim und des Man- nerturnpereins Gießen. Die Frankfurter Mannschaft ist eine der spielstarksten in der Frank- furtcr Gegend, der beste Beweis hierfür ist, daß bei den beiden letzten Spielen der Frankfurter Stadt- mannschast drei bzw. vier Eschersheimer Spieler mit- wirkten. Da das Vorspiel mit einem glatten Siege der Frankfurter endete, werden die Einheimischen alle Seiten ihres Könnens aufziehen und vor allem in stärkster Aufstellung antreten müssen, wenn sie I ein einigermaßen günstiges Resultat erzielen wollen. Alle für die Redaktion bestimmten Mit- Schwarz: Dleutgen, Mainz. 12 13 richten an Anzeigers". 34. 35. 36. 37. 38. 39. 40. 41. 42. h7-h5 h5-h4 b6xc5 22. 23. 24 25 26 27 Df3-e2 H2xg3 Lg2xa8 De2-h5 Tdlxd8+ Dh5xg5 Tc4-a4 Ta4-a5 Ta5-a6 Kf3-e3 Ke3-f3 Ta6-a5 Ta5-a6 Ta6-a5 f4xg5 Ta5-a4 43. Ta4-—a5 44. Ta5-a4 45. Ta4-a5 (Remis) 1. Sg8-f6 2. e7-eb 3. b7-b6 4. Lc8-b7 5. Ll8-e7 6. 0-0 7. d7-d5 8. c7-c5 9. Sb8-d7 10. e6xd5 11. Dd8xd7 12. Ta8 —c8 13. De7-f5 14. Tf8-d8 14. Tal -cl 15. Ddl-e2 16. Tfl-dl 17. d4xc5 18. De2 —13 19. Sc3 —e2 20. Se2-f4 21. Lb2xf6 28. KglXf2 29. Kf2-e3 30. Tel -c4 31. Ke3-f3 32. g3xf4 Schwarz: 1. d2-d4 2. Sgl-ß 3. c2-c4 4. Lcl-d2 5. Sblxd2 6. e2-e3 7. Ddl-c2 8. Lfl-d3 9. 0-0 10. Tfl-el 11. e3-e4 12. Sd2xc4 13. Se4xf6-P 14. Telxe8+ 15. Sf3xd4 16. Ld3-f5 17. Lf5Xg4 18. Sd4-f3 19. Tal -el 20. h2-h3 21. Tel -e2 (Remis gegeben.) Lösung des Problems Nr. 261. Don 3. Somme. l.SeS—g6!l usw. 18. Dl5-g6 19. Lb7-a8 20 Dg6-g5 21. Le7xf6 22. h4xg3 23. d5-d4 24. Tc8xa8 25. d4Xe3 26. Ta8xd8 27 e3xf2+ 28. Lf6xg5 29 Td8-d5 30. f7-f5 31. Lg5xf4 32. Kg8-f7 33. Td5-d7 34. Td7-c7 35. Kf7-g8 36. Kg8-h7 37. g7 —g6 38 Kh7-h6 39. Kh6-h5 40. g6-g5 41. Kh5xg5 42. Tc7-h7 43. Th7-c7 44. Tc7-d7 Sgl—f3 d2-d4 c2-c4 g2-g3 Lfl-g2 0-0 Sbl-c3 Sf3-e5 e2-e3 c4xd5 Se5xd7 (Bester f4) b2-b3 Lei — b2 Zn der siebten Runde dcS hessischen Haupt- tumiers am 21. April 1930 gespielt. Indisch. Weih: Dr. Schweihguth, Alsfeld. Schachbriefkasten. E.R., Gießen. Die gebrachte Lösung des Problems Nr. 257: 1. Sd5—e3l ist völlig richtig. — F. B., Gießen. Wir werden gelegentlich eine Partte mit der von Ihnen gewünschten Variante bringen. Die Lösung des von Zhnen eingesandten Problems ist solgende: l.Te7—f7l, Kxd5 2. Dc4 4-ll, Kxc4 3. Tf3 matt 2.....Kc6 3. De4 matt. 1.....Lc5 in der Diagonale a7—gl beliebig 2. Tf3l usw 1..... Le2 2. Dbl +!, Kxd5 3. Tf6 matt. 2.....Ld3 3. Dhl matt. Das andere werden Sie Wohl selbst finden. Nichttge Lösungen zum Problem Nr. 258: F. (Baumann, H. Stern und Frl. Marie Krehsch- mar, Gießen. Weih. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 7 Steine. Kg3; Df2; Lb6, f5; Bb2, d6, h4. Schwarz: 4 Steine. Ke5; Bb3, f7, h5. Partie Nr 190 Zn der zweiten Runde des hessischen Meister- schaftstumiers am 18. April 1930 zu Offenbach am Main gespielt. Damenindisch. Weih: Anthes, Offenbach a. M. Dr. Grimm, Höchst. 1. Sg8-f6 2. e7-e6 3. Lf8-b4+ 4. Lb4xd2-|- 5. d7-d5 6. 0-0 7. Sb8-d7 8. Tf8-e8 9 c7-c6 10. e6-e5! 11. d5xe4 12. e5Xd4 13. Sd7xf6 14. Dd8xe8 15. Lc8-g4 16. Ta8-d8 17. Sf6Xg4 18. h7-hö 19. De8-e7 20. Sg4-f6 21. c6-c5 15 16 17. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Der Gipset Drei Automobilisten sprechen von Üjtgn ' diosen Leistungen. / „Zch fuhr einmal so schnÄl," renc/kmnierte der erste, „daß mir die (Bäume der Landstraße wie eine mrunterbrochene Bretterwand zu sein schienen. „Hnd mir schienen einst die Kilometersteine," erzählt der zweite, „eine Mauer zu sein!" „Zch fuhr einmal so rasch," übertrumpfte sie der brüte, „daß ich die Nummer, die mein (Sagen hinten hat, fe^en konntet" (Lust. DL) Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Alpentragödie. Dicht unterm Kamm des Berges, 2900 Meter Höhe. 28 Grad Kälte. Ein weites, glitzerndes Schneefeld breitet sich vor den fünf Herren aus. Sie haben die Orientierung verloren — der Pfad ist, wie alles ringsum, meterhoch verschneit. Stumme Unruhe liegt auf den Gesichtem ... Da — ein Freudenschrei des Gefährten Plinz! Er weist auf einen dunklen Strich «in zehn Meter seift cher Entfernung: eine total eingeschneite Weg- tafeli ... Hurra! Man beginnt sich zur Tafel durchzugraben. Schweißtümpel bllden sich, manch einer gibt's erschöpst auf. Endlich, nach anderthalb harten Stunden, liegt die Tafel frei, und man liest lallend: „Bei Sommerhitze kühlt vom Scheitel bis zur Wade Den Wanderer Krabihkes Gurkenlimonade!“ (Lust. Dl.) Sonntagsjagd. „Sie haben gut getroffen. Ich habe die Federn fliegen sehen!" „Sonderbar! Zch habe doch auf einen Hasen gezielt!" teilungen, Lösungen usw. sind zu die Schachredaktton des „Gießener Problem Nr. 264. Don A. RoS. 2. Preis „Sparten". Schwarz. 8 7 6 5 4 3 2 1 a 8 7 3 6 4 2 5 1 R h a b c d e f g h b c d e f ■ ■ Zaustballrun-e an her Universität Gießen. Zu der diesjährigen Runde haben 14 Mannschaften gemeldet. Zwei Gruppen zu je sieben Mannschaften werden nach dem Punktsystem die beiden besten Mannschaften ermitteln. Diese vier Mannschaften werden in einer Endrunde den älniversitätsmeister ausspielen. Heber die Spielstarke der Mannschaft läßt sich infolge des ständigen Wechsels innerhalb der Korporationen wenig Voraussagen. Die meisten Aussichten auf den ersten Platz dürften der vorjährige Meister Landsmannschaft Chattia, die Erste der A-T.V. Rheinfranken und die Mannschaft des K. V. Rassodia haben. V. f. B. Die Ligamannschaft hat sich wieder recht viel vorgenommen. Am Samstagabend steht sie der auf der Durchreise nach Marburg befindlichen Liga des V. f. R. I 9 0 0 Offenbach gegenüber. V. f. R. Offenbach war vor Jahren schon zweimal hier zu Gast. 3m ersten Treffen gewann er. damals Meister des Südmainkreises und zur Dezirksliga auffteigenb, knapp mit 3:2, im zweiten muhte er sich mit 2:5 geschlagen bekennen. Auf dortigem Platz verlor V. f. B. dann wieder mit 1:4. Die Gäste gehören zur Kreisliga, verfügen aber wieder über eine respektable Spielstärke. Gegen die bekannten Offenbacher „Kickers" vermochten sie auf deren Platz ein 2:2 und ein 2:3 herauszuholen, gegen Blau-Weih Bürgel gewannen sie 3:0 und gegen F. V. Sprendlingen 3:2. 3n der V. f. D.-Elf muh der verletzte Mittelläufer ersetzt werden, im übrigen stehh sie in stärkster Aufstellung. Der Ausgang des Treffens ist offen Am Sonntag fährt die Ligamannschaft nach Frankfurt a. M. und ist dort Gegner des D. f. R. 0 7 „Olyrnpi a“. Auch „Olympia" Ffm. war schon auf dem Waldsportplatz und muhte sich damals von der besseren V. f. B. - Elf eine 1:3°Riederlage gefallen lassen. Diesmal ist das Stärkederhältnis beider Mannschaften ein we- senllich anderes, zum wenigsten das umgekehrte, so daß Giehen um eine Riederlage nicht herumkommen wird. Der Gastgeber hat in der Der- bandsspielsaison durch seine Erfolge von sich reden gemacht und kam nach erbittertem Kampfe mit dem Meister, Fechenheim, an die zweite Stelle des Rordmainkreises. Am Montag war in einer kurzen Dorschau gesagt worden, dah die V. f. B.-Liga des Wetzlarer Sportvereins ein im Rahmen der 3ubi- läumssportwoche stattfindendes Gesellschaftsspiel liefern würde. Dieses Treffen sollte nun nicht Dienstag, sondern Donnerstag zum Austrag kommen, was die Spielleitung veranlahte, wegen der schon längere Zeit abgeschlossenen Spiele gegen Offenbach und Frankfurt abzusagen. Die Ligareserve empfängt zum fälligen Rückspiel die erste Mannschaft des Sportvereins Cappel bei Marburg. 3m Vorspiel auf dortigem Platz muhte sie eine knappe 1:2- Riederlage einstecken. Sie sollte in der Lage sein, diesmal das Resultat umgekehrt zu gestalten, da sie den Dorteil des eigenen Platzes hat. • Ruch die dritte Mannschaft hat Gäste aus Cappel, und zwar dessen zweite Mann- r. schäft, gegen dre V. f. B. im Dorspiel eben» w falls knapp mit 2:3 verlor. Auch hier kann 7 man mit einem Sieg der Platzmannschaft rechnen. Ebenfalls auf eigenem Platz hat die A l t e - Herren-Mannschaft die zweite aktive Mannschaft Grünbergs zu Gast. Sie hat ihre letzten Spiele verloren und wird sich anstrengen, diesmal einen Sieg herauszuspielen. Don der 3 u g e n d a b t e i l u n g pausieren alle Mannschaften bis auf die zweite, die Gegner der Ersten des D. f. R. Lich ist. Spielvereinigung 1900 Gießen. Pokalspiele in Wetzlar. Die Spielvereinigung 1 900 Gießen sicherte^ sich am Dienstagabend durch einen 3:1- Sieg über den Sportverein Ehringshausen (Kreis Wetzlar) die Teilnahme an dem Echluhspiel um den Pokal. Dieses Treffen findet am Samstagnachmittag in Wetzlar statt. Der Gegner ist im Dvnnerstagabendspiel ermittelt worden. Es kommen der gastgebende Verein, Wetzlarer Sportverein, der Fuhballverein Marburg-Ockershausen oder der Sportverein Herborn in Betracht. Für die Blauweihen aus Gießen wird es nicht leicht sein, auch das Echluhspiel siegreich zu beenden, da erstens die Platzbe- schafserlheit in Wetzlar viel zu wünschen übrig läßt, wodurch sich die Gießener nie richtig entfalten können, zum andern steht die Mitwirkung der verletzten Spieler Katz und H e i l m a n n immer noch in Frage, so daß in diesem Falle die Gießener Elf Mängel aufweisen wird, wie sie in den beiden letzten Spielen deutlich zutage getreten sind. Außerdem wird 1900s nächster Gegner auch anders sein, als die Ehringshäuser es waren. Trotzdem darf man diesen nicht absprechen, dah sie ein aufopferndes Spiel vorführten und sich erst mit dem Schlußpfiff geschlagen bekannten. Ehringshausen machte beim Stande von 2:1 für 1900 verzweifelte Anstrengungen, zum Ausgleich und Sieg zu kommen. Technisch und taktisch war 1900 feinem Gegner weit überlegen. Beim Seitenwechsel führte 1900 durch Tore von Seiler und Balser 2:0. Dann verhalf der Gießener Glitsch durch ein Eigentor den Gästen zum Ehrentreffer. Cs war bereits Rächt, als Zei - l e r mit dem dritten Erfolg den Sieg der Spielvereinigung sicherstellte. Für den kommenden Samstag erwartet man, daß die Gießener wohl- vorbereitet nach Wetzlar gehen. Der Ausgang ist nicht vorauszusagen. Die Spiele am kommenden Sonntag. Rachmittags kommt hier die Rückspielbegegnung 1 900 Ligareserve gegen Sportverein Riedershausen (Lahn) zum Austrag. Die Spielstärke des Gegners ist zu wenig bekannt, um daraus Schlüsse auf den Spielausgang zu ziehen. Die Gießener werden in starker Aufstellung antreten. Den Hauptkampf des Tages bildet das Treffen Fuhballsportverein Frankfurt 1. 3 ugend — 1900 Gießen I. 3ugent>. Man wird in den Frankfurtern eine 3ugenb- mannschaft kennenlernen, die mit ihrer Technik, ihrem finessenreichen stachen Spiel das Können guter Ligamannschaften in den Schatten stellt. Die Gießener werden um eine Riederlage gegen diese famose Mannschaft nicht herumkommen. An ihrem Widerstand liegt es aber, diese einigermaßen erträglich zu gestalten, wozu sie auf Grund ihres Könnens in der Lage fein sollten. 1900s zweite 3ugend hat Weilburgs erste 3ugend zum Gegner und wird dabei versuchen, die im Vorspiel erlittene 4:2-Rieder- lage zu korrigieren, wobei der eigene Platz be» hifflich sein sollte. Während die erste Schülerelf ihren Dvr- fpielsieg gegen Weilburgs Schüler zu Hause ziemlich sicher wiederholen wird, ist es sehr fraglich, ob das gleiche auch die zweite Schülermannschaft in dem Treffen gegen die Schüler Garbenteichs fertigbringt, da der Gegner recht spielstark ist. Rach dem Spiel der ersten 3ugendmannschaft plant die „Alte- H e r r e n m a n n s ch a f t" ein Gesellschaftsspiel gegen die „Alten" der Sportvereinigung Dillenburg. Die Gießener Elf wird wohl diesmal wieder in stärkerer Aufstellung antreten. Turngau Lahn-Oünsberg. Kommenden Sonntag findet in Wieseck eine Bezirksvorturner st unde statt, in welcher in der Hauptsache die Hebungen des bevorstehenden Berbandstumfestes zu Steinbach durchgetumt werden sollen. Ferner wird eine Sonderausführung für das Verbandsfest zum erstenmal eingeübt. Arbeiter Turn- und Gportbunh. Auch der kommende Seriensonntag bringt wenige Spiele. 3n der ersten Klaffe kommt nur das Spiel Oppenrod I. gegen Burkhardsfelden I. zum Austrag. Zwei völlig gleichwertige Mannschaften werden sich hier gegenüberstehen. Der Ausgang ist völlig offen. 3n der zweiten Bezirksklasse hat Hungen die erste Beuerns zu Gast und wird wohl auf eigenem Platze Sieger bleiben. Grünberg weilt in Saasen und dürfte Sieg und Punkte in diesem Spiel mit nach Hause nehmen. Annerod geht nach Londorf. Ob es ihm gelingen wird, im Spiel gegen die flinken Einheimischen Sieger zu bleiben, wollen wir offen (offen. 3n der 3ugendklafse stehen sich auf dem Trieb Gießen 3 u g en b und Wieseck I. Sagend gegenüber. 3n diesem Spiel dürsten die Platzbesitzer ein kleines Plus haben. 3n Beuern stehen sich Beuem 3ugenb und Treis 3ugend gegenüber, hier dürsten die Gäste die besseren sein. Handball. Die Handballer des Bezirkes beginnen am kommenden Sonntag mit ihren ersten Serienspielen. Beteiligt sind daran die Vereine: Heuchelheim, Herborn, Krofdorf, Wieseck, Großen- Linden und Lollar. Am kommenden Sonntag ist zum ersten Spiel Wieseck in Herborn zu Gast. Ob es den Gästen gelingen wird, die Einheimischen, deren Spielstärke noch unbekannt ist, zu schlagen, wollen wir dem Spiel überlassen. 3m zweiten Spiel Heuchelheim gegen Grohen-Linden dürfte man Heuchelheim ein kleines Plus zusprechen. Schwerathletik. Gaumeisterschaften des Gaues Hessen. 3n Alsfeld fanden am vorigen Sonntag bei starker Konkurrenz aus Kassel, Göttingen, Marburg, Bieben-Reimenrod, Alsfeld, Gießen und Friedberg die Gaumeisterfchaftskämpse im Stemmen und Ringen statt. Der 1. Kraft und Sportklub 1893 Gießen erzielte hierbei nachstehende schöne Erfolge: Willi Bellof (Weltergewicht), Ringen 1. Preis, Stemmen 1. Preis: Albert Forbach (Schwermittelgewicht), Ringen 1. Preis, Stemmen zweiter Preis; Alois Funk (Leichtgewicht), Ringen 2. Preis: Adolf Schepers (Schwergewicht), Stemmen 2. Preis: Hch. Staubach (Altersklasse), Stemmen 2. Preis. Besonders hervorzuheben sind die Leistungen von Gaumeister Bellof. Er riß z. B. einarmig 120 Pfund. Seine sämtlichen Schultersiege im Ringen erzielte er in 2 bis 4 Minuten. Auch Gaumeister Forbach ist ein ausgesprochener Schwerathlet. Seine Leistungen waren einarmig Reihen 110 Pfund, beidarmig Stoßen 210 Pfd. Dem zu den erfolgreichsten Vereinen des Gaues Hessen zählenden 1. Kraft- und Sportklub 1893 Gießen wurde die Austragung der diesjährigen Kreismeisterschaften übertragen, die am 13. 3uli auf dem Sportplatz 1900JSieften stattfinden. ■** Wirtschaft. Oie Arbeits-Marktlage in Hessen und Hessen-Naffau. Heber die Arbeitsmarktlage i n Hessen und Hessen-Rassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. 1: Eine merkliche Besserung der Arbeitsmarktlage ist auch in der ersten Maihälfte nicht eingetreten. Am 15.Mai betrug die Zahl der Arbeitsuchenden im Landesarbeitsamtsbezirk 184 495, das sind nur 3632 oder 1,9 Proz. weniger als zu Beginn der Berichtszeit. 3n der gleichen Zeit des Vorjahres ging die Arbeitsuchenden- zahl erheblich stärker zurück, und zwar um rund 12100 oder 10,5 Proz. von 115 400 auf 103 300. Von den 18 Arbeitsämtern haben nur 13 eine Abnahme an Arbeitsuchenden zu verzeichnen, fünf (Frankfurt, Kassel, Offenbach, Wiesbaden und Worms) berichten noch über eine Zunahme. Die Entlastung des Arbeitsmarktes erstreckte sich wiederum überwiegend auf die Saisonberufe; so nahmen die arbeitsuchenden Baufacharbeiter um 2400, die Bauhilfsarbeiter um 700, die Steinarbeiter um 900 ab. 3n der Landwirtschaft verringerte sich der Bestand nur um 200 Köpfe. Eine erhebliche absolute Zunahme wiesen die Angestelltenberufe, die Lederindustrie und die Gruppe „Häusliche Dienste" auf. Relativ hoch war ferner die zahlenmäßige Verschlechterung im Spinnstoffgewerbe und bei den Musikern. 3n der Metallindustrie hielt die rückläufige Bewegung in etwas geringerem Umfange an. Rach den Berichten der Arbeitsämter ist in dieser Berufsgruppe mit einer Besserung vorläufig nicht zu verrechnen. Die Zahl der Haupt- unterstützungsempfänger betrug Mitte Mai 119 960 (im Vorjahre 65 561), davon bezogen 20 136 (im Vorjahre 14 049) Krisenunterstützung. • • Wayh & Frey tag 21.-®., Frankfurt a. M. Rach dem Bericht für 1929 wirkte sich neben der Erschwernis durch die anhaltende Kälteperiode im ersten Halbjahr die daran anschließende äußerste Zurückhaltung der öffentlichen Hand in der Vergebung von Aufträgen ungünstig aus. Zu dem trotzdem befrieöigenoen 3ahresergebnis hätten vor allem die gutbefchäf- tigten Auslandbetriebe beigetragen. Von dem Betriebsgewinn von 6,58 (6,2) Millionen Mark beanspruchten Verwaltungskosten 1,76 (1,66), Steuern und Soziallasten 2,47 (2,29) und Abschreibungen 1,32 (1,25) Millionen Mark. Aus dem einschließlich 177 509 Mk. Vortrag sich ergebenden Reingewinn von 1 213 224 (1 187 509) Mark werden wieder 8 Prozent Dividende auf 12 Millionen Mark Aktienkapital vorgeschlagen. Rach Zuweisung von 75 000 (50 000) Mk. an die Hnterstühungskafsen verbleiben 178 224 Mk. zum Vortrag. Heber das laufende Geschäftsjahr wird mitgeteUt, dah die bis jetzt erteilten Aufträge, namentlich im A 'land, sowie der Anteil an dem Reparations...,chäft Dünkirchen der Gesellschaft vorläufig genügende Beschäftigung bieten und in ihrer zahlenmäßigen Höhe ungefähr der des Vorjahres entsprechen. * Portland-Zementwerke Heidelberg — Mannheim — Stuttgart 21®. Die ®eueralversammlung genehmigte einstimmig die vom Vorstand vorgeschlagene Verteilung einer Dividende von 10 Prozent. Heber die Aussichten im laufenden Geschäftsjahr wurde gesagt, die Gesellschaft hoffe, den Rückgang des Absatzes durch Verringerung der Selbstkosten ausgleichen zu können. * Die Deutschen Linoleumwerke legen in Durchführung ihres Rationalisierungs- Programms das in Delmenhorst gelegene Werk Hansa still und übernehmen den gesamten Delmenhorster Betrieb auf diö beiden anderen Werke. * Die Rordstem und Vaterländische Allgemeine Versicherungs- Ak t. - G e s. und die Rordstern Lebensversicherungsbank A.-G. beantragen wieder 14 v. H. Aktionärdividende. Ferner wurden aus dem Gewinn 100 000 Mark dem Konto der Forderungen an Aktionäre überwiesen. Die Versicherten erhalten eine Dividende von wieder 25 bzw. 20 v. H. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. Mai. Tendenz: freundlich. — Die Börse lag freute ohne Anregungen, so daß zu Beginn des offiziellen Marktes das Geschäft nur zögernd in Gang kam. Die Äeuhorker Börse war wieder etwas fester, eine Anregung konnte aber auch hiervon nicht ausgehen, da der anhaltende Auftragsmangel jede Hnternehmungslust unterband. Für Spezialwerte erhielt sich jedoch weiter etwas Sntereffe und die Tendenz war im Grundton, hiervon angeregt, nicht unfreundlich. Die Kulisse schritt später vereinzelt zu Deckungen, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse sich überwiegend kleinere Kurserholungen durchsetzen konnten. Am Chemiemarkt waren Holzverkohlung weiter gefragt und erneut 3 Prozent fester, Scheideanstalt eröffneten dagegen unverändert. Bei leicht gebesserten Kursen machte sich einiges 3nteresse, angeblich auf Schweizer Käufe, für Farben bemerkbar. Am Elektromarkt lagen Schuckert nach Berücksichtigung des Dividendenabschlages etwas gefragt und leicht erhöht. Siemens waren dagegen angeboten und 2,75 Prozent abgeschwächt. Auch AEG. und Elektrische Lieferungen waren leicht gedrückt. Mehr in den Vordergrund treten konnten jedoch Conti-Gummi, bei einem Gewinn von 5 Prozent. Kunstseidewerte vernachlässigt. Bank- toerte wurden bei wenig veränderten Kursen etwas reger umgeseht. Montanwerte hatten nur geringes Geschäft. Die wenig zustande gekommenen Erstnotierungen lagen etwas niedriger. Stärker unter Kursdruck standen Zellstoff Waldhof mit minus 3 Proz. Kaliaktien waren behauptet. Zellstoffwerte waren nicht einheitlich, doch blieben die Qkränbcrungen gering. Renten still. 3m Verlaufe setzte sich, ausgehend von Spezialmärkten, eine allgemeine Belebung durch. Vor allem waren Farben gefragt uno gegen Anfang 1,5 Proz. fester. Auch das 3nter- esse für Holzverkohlung hielt weiter an, bei einem nochmaligen Gewinn von 3 Proz., so daß diese heute eine Gesamtsteigerung von 6 Prozent zu verzeichnen hatten. Siemens blieben weiter vernachlässigt, konnten sich aber ebenfalls im Kurse etwas bessern. Kaliwerte konnten im Verlaufe bis 4 Proz. anziehen, obwohl die Hm- sähe weiter gering blieben. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 3,5 Proz. unverändert notiert Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1904; gegen Pfund 20,3680; London gegen Kabel 4,8605; gegen Paris 123,93; gegen Mailand 92,73; gegen Madrid 39,9750; gegen Schweiz 25,1225; gegen Holland 12,0875. Daten für Samstag, 24 Mai. 1543: der Astronom Nikolaus Kopernikus in Frauenburg gestorben; 1699: der preußische Reiter- general Hans Joachim von Zielen auf Wustrau geboren; — 1848: die Dichterin Annette von Droste- Hülshoff auf Schloß Meersburg am Bodensee gestorben; — 1872: der Geschichtsmaler Julius Ritter Schnorr von Carolsfeld in Dresden gestorben. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4,5 v. H., Lombardzinsfuß 5,5 v. H. ffronffu n o. M. | Berlin Frankfurt o. M. Berlin Frankfurt a. 3JT. Berlin Banfnofen. Schluß« fur4 l«ilhr. Kurs Schluß«! (urd Anfang- Kurd Schluß-l t-Uhr- Schluß« Anfang« Schluß» l t-Uhr« Schluß« Anfang- Berlin, 22. Mal Geld 4.1A7 »rief 4 1R7 Datum aUILL ILUlll • 53,25 58,49 22 5 23 5 22 5 23. 6 Datum 22 5 23 5 22 5 23 5 22 5 23 5 22 5 23 5 söxr :::::: 111,73 20,315 112,17 20,395 Englische Noten. . . . Französische Noten . » AnfTiinhiffh? Wnh>rt . • 6% Deutsche Retchsanleihe von 1927 87,75 _ 88,5 — Hamburg-Amerika Pake! ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff 8 Hansa Dampfschiff . 10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheCreditansl. 10 - 114,75 114.9 114 Bereinigte «Stahlwerke . Otaoi Minen ... Kallwerke Aschersleben . Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke «Salzdetfurth . 98 — 97,9 53 231,5 234,5 419 97,9 52,9 231,5 234 5 421,25 • » . 16,405 167,98 21,98 111,74 58,93 2,46 111,98 80,91 sn.7n 16,465 168,66 7% Deutsche Reichsanleihe _ _ Atiilii-nische Noten ...... 22,06 112,18 59,17 2,48 112,42 81,23 50,90 12,455 73.30 l2R. von 1929 105 — 104.5 — 115,251 115,5 126 5 115 126 5 115.25 11625 126 5 177 153,5 233,5 142 143 5 302.5 114 9 116 25 126 177 153,5 233,75 141.75 143 301,9 10 235 420 «linrmeoische Noten ...... Deutsche Anl>Wlöl^Gchuld mti AuLlo).-Siechten - . 59.25 _ 59,3 59 4 15 420 Deutsch-Ocsterr.Lioo Kronen Nnrnänische Noten ...... Desgl. ohne Auslof.-Rechte 11,25 —— 11,4 11,25 Berliner Handelsgesellschaft 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Rationalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-WeseUIchaft, ... 10 Dresdner Bank ...... 10 Reichsbanl . ......12 I. G. Farben-Invuftrte . Dynamit Nobel .... 188 75 188 9 188 89,75 189 89,75 ßrhtnphffffip Noten...... 6% He«. Bolksstoal von 1929 (rückzahlb. 102%) 95 _ 95,4 153.5 234 142 143,5 301,5 153 5 19 . 6 Schweizer Noten . . . • • • Oberteilen Provinz - Anleihe mil Auslof.-Rechten ..... Deutlche ftomm. GammelafiL Anleihe Serie 1 . 6% öTcntf. Hyp.-Bank Goldpfe. XIII unkündbar bi- 1934 7% Franks Hyp.-Bank Soldpse unkündbar btS 1932 *¥*% Rheinilche Hyp^Bank 59,25 — 59 — 141,5 143 301,5 Scheideanstall..... Goldschmidt..... RütgerSwcrke ..... MetaUgesellschaft. ... . k> . 6 . 6 . 8 165 70 68 123 165 124.25 70,25 68,4 122 67.25 123,9 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Vevistnmarki Berlin 12,395 73.00 - Arankfur 100 — — — A.E.G............8 Bergmann.........9 Elektr. LieserungSgesellschast 10 Lichl und Kraft 10 172,25 171,5 159.75 172.25 186,75 159 75 169 5 172 9 187 169,75 125,6 170,25 139,75 189,5 256 129 5 Philipp Holzmann . . . Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . Wovß & Freytag . . . ? 10 10 . 6 101,5 135,5 143 96,9 135 96,9 101,5 101 22 Dlai ■23. Dlül 94,5 — — — 160 169,75 96,5 Amtliche Notierung Geld | Brie« Amtliche Geld Notierung Srlei Ltqu. Boldpse. 8% Br. Landespsandbrtefanstalt, Pfandbriefe R. 17 8% Pr Landespsandbrtefanstalt, ftomm^Obl. R. 16 7% Pr. Landespsandbrtefanstalt, Pfandbriefe R. 10 a.6.®, abg. Borkrtegs-Obltgatto- nen. rückzahlbar 1932 89,13 101 96.5 95 97 1 i 1 1 1 101 96,5 l — Felten & Guilleaume 7% Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrizitäts-Werke 10 Rheinilche Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert & (So. ..... , 11 Siemens & Halske . • • • . 16 Transradio . . ....... 8 126 170,25 200 170 189,5 255 126,75 170 139 75 168 200 257,75 170,5 70,65 99,75 140,25 Schultheis Payenhofer . Ostwerke ...... Aku ........ 0cm berg....... Zellstoff Waldhof . . . Zellstoff Aschaffenburg . Charlottenburger Wasser 15 12 18 14 3'/. 12 . 8 . 9 107,5 130 185,5 146 105 182,75 323,5 268,75 107,75 127 25 185 146,75 105,65 167 223,5 268 5 106 126,25 183.25 146 105,25 166,75 Amst.-Nott. Buen-AircS Brff.-Antw. Ehrtstiania. Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz . . Spanien . . Japan . . . 'Mio de Jan. Wien in D.» S?efL abgest. Belgrad . . BndavrE. . Bulaarie» . Lissabon . Danzig... Konstantin. Tema da . . 168,32 1.598 58-, 42 112,01 112,02 112,26 10,538 21.95 20,345 4,106 168,66 1,602 58,54 112,23 112,24 112,48 10,558 21,99 20,385 4,194 168.30 1 598 58 41 112 01 112 02 112 26 10,537 21,935 20 346 4,1865 168.64 1 602 58.53 112 23 112 24 112.48 10,557 21 975 20 386 4.1945 4% OesterrelchtsMe tSoldrenle 4,20% Oesterreichische Silberrente 4% Oetterretchtsche Einheitliche 3,8 — 26,5 3,75 2,3 — Buderus . ...... 6 Essener Steinkohle . .... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Hoeich Eisen. . ...... 6% Klücknerwerke . ....... 7 Mannesmann-Röhren • • • • 7 Oberschies Eisenbedars .... 6 Oberschles. Kokswerke .... 7 Phönir Bergbau . . . Rheinische Braunkohlen . . 10 Rtebeck Montan ...... 7.2 139,75 139,5 70 75 98.6 142 Daimler Motoren . . Deutsche Linoleum . . Nat. Automobll . . . Orenstein & Koppel . • . 0 * ö . 0 . 6 1 1 1 ££ 246,5 38.5 249,5 53,75 84,9 38,25 248,5 53 85 16,41 80,995 50,90 2,068 0.495 59,05 12,415 7,392 73,135 3,035 18,80 81,37 1,784 5,43 4,181 3,816 20,855 16,45 81,155 51,00 2-072 0,497 59,17 12,435 7,406 73,275 3,041 18,84 81,53 1,788 9,44 4,189 3,824 20,895 16,41 80.99 50.97 2 068 0 496 16,45 81.15 51 07 2,072 0.498 r - ' • 4% ll'ngartsas.-' Holdrenie 4% Ungarische Staatsreute v. 1910 4¥i% vesgl. von 0018 4% UngarW Krotaenrenle 1% Türktfche Zollan Leihe von 1911 4% Türkische Bag^dadbahn-Vlnl. Serie 1 . < 4% beifll Serie D > • • 6% Rumänische ‘öeretab. Rente von 1903 ■ Rumänisch^ cetetab Rente von 1913 . (....... IX 8hnnänfl(6e vaetab. Statt» 24 21 2,25 b,4 6,4 6,4 10,45 17,3 8,4 i । । *21 । । । 11 24 21 22 2,25 6,5 6.55 6,5 10,25 17,4 8,3 ii i ii ££ii£ 126 102 HO 78 100 119.5 99.6 126 109 101,75 110 77,75 111 100 237,5 118 65 126,5 108 218,5 100,6 106 109.25 77.9 111,4 100 240,5 119 Leonhard Tietz . ..... Svensko ..... frankfurter Mai «tjUw» . . . Grthner ...... Heyligenstaedt...... IunghanS. ...... Lechwerke......... Mainkrastwerke Hvchst a. ÖL . Stiag ..... Oebt. Roeder . • • • • Botgl 8 Haeffner..... Süddeutsche Badet • • • • 10 . 4 . 6 . 0 . 6 . 8 . 8 10 10 . 9 10 156 30 36,25 42,5 99,Ji 121 104,25 165 161,5 30,13 99,5 90,75 160,5 156,75 338,75 30,5 36,25 43 121 165 161 157,5 326 121 59.04 12.415 7 392 73.14 3.035 18.81 81,37 1,785 5 43 4,181 3.836 20.865 59 16 12 435 7.406 73.28 3 041 18 85 üi» 5 44 4,189 3,844 20,905 8-L s^-c- 5 «i ' «O u ? Ü c: ^H.2. t3 ee'v- B £ «> _ E§ E i 5*0-0 > E E BSM5, <3 * o 2 «o. st, * CO 4> E— 3 E-C-u " ® D !- 0 5 '•*■'3 <3> t S of SUtÖ- „ s t E 5 E 2 t, HW UO 3 U 's m 0 E 3 C U c SflnültenbXixtteY