Un9 -n kt j? StltH X^ht’IS Z^-,K KLL l Sie gewünschten An- lienenneg der Erde und i einzelnen können w i r Mein. Vielleicht können ige bei bei Reichsbahn- aber bei der hauplver- Berlin den gewünschten keine Stichwahl statt- anderer Sohungsoor- Ms eines Vvlksschul, wollen^ müssen Sie uch unter Beifügung uu baß Ministerium ^en in Damftabt Sie auch (Mittel 'rApiere. Siete r Pädagogischen 3n« aini und bauert min- • .Beherrschung von v'er tonn noch wöh. rlernt teerten. Für an das Preuhische zu richten, von wo erteilt wird. Denn n BerMinisse näher ■, Tie sich an ber. isischen Lande lehrer« ismann in Gießen, Lethen. Ws, ' niuß auck %? . ^°^angzinh^ ■ jur QBielc, so wich pulsen so gut a!i E ordnungsmGg L dem W * W ter Kosten richten. ^ogüenpreises. 2D. Funkspruch.) 3n irb die Aachricht der- nden Einbringung eseh.es. Die vir da- ite erfahren, liegt ein eutelen Dichtung vor- Mche ist jedoch, dah ataftrophale Lage am Problem der Doggen- ■it Erwägungen fWJ ch in allernächster M verdichten werden. Ds uh des Deichsra.es ur. sofort nach Zusammm« er die weitere De' ah lungszvanses »SM'Äi fsns: >gew 68,83 12,377 7,37 13,17 ,029 18,77 81 jM 4,1g 3-858 20,875 stell-___ , IB___ -—fiel 58,12 111,58 20.342 16,42 167,86 21,845 111,55 58,84 2,475 112,00 8°,69 54,55 | 12-325 •I 12,90 1,677 «> iy. 112'0 10,507 21-5 20,3-’ 4,18 16-« 80,81. 64,4’ 2,0 5 0,4615 68,9’ & 7,392. 73'7 3,03; !!: Ä unf 9,41 ,681 1,32 1,92 ,07 2,41 624 1,93 ,387 1885 ,45’ -.93 5,90 ä M- 1,51 387 389 1.2 035 1,8 ,4- ,984 ,445 142 .864 wf I 1,681 ■ ,n 58,355 111,95 112,0 112.44 10-527 21-93 20,39’ 4,191 16.4 80.97 64.15 2,059 0,4635 58,36 112-02 20.422 16.48 168-4 21.925 111,99. 58.8 2,495 112-44 81,2' M .n 12.385 73,20 —-2----- Donnerstag, 23. Januar 1930 180. Jahrgang Ur. 19 Erstes Blatt MtzemrAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Vrvck und Verlag: vrühl'sche Unwerfilätr-Vuch und Z'leindruckerel H. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulllraße ?. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig, für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Ehefredakteur Dr Friedr Wilh Lang«. Derantworllich für Politik Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Biehen Erschein, lüg Iich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« Keinen einzelnerNummern folge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Siehe«. postschecktonto: Zrantfurtam Main 11686. England und der Kontinent. Don Erich Metzenthin, Korvettenkapitän a. D. Mitglied des preußischen Landtages. Wenn wir auch nicht in allem mit dem Verfasser restlos übereinstimmen, so enthält sein Artikel doch so viele beachtenswerte und nachdenkliche Gesichtspunkte, dah wir diese interessante Variante der bekannten, allerdings in England selbst umstrittenen Isolierungstheorie sehr gern veröffentlichen. Es gibt in Deutschland zahlreiche ßcute, die ihre außenpolitischen Hoffnungen auf England setzen. Sie wissen dies sogar folgendermaßen zu begründen: „England erstrebt Kräftegleichgewicht in Europa, um selbst das Zünglein an der Waage zu sein. Das ist seit Jahrhunderten der wesentliche Inhalt seiner europäischen Politik. Deswegen bekämpfte es Spanien, Holland, das Frankreich der Könige und das Napoleons und schließlich Deutschland. Durch den Frieden von Versailles ist Frankreich erneut in Europa übermächtig geworden. Deswegen muß es das Ziel der englischen Politik sein, durch Kräftigung von Deutschland das Gleichgewicht wieder herzustellen. England ist daher unser natürlicher Freund." Auf Einwendungen fügen sie hinzu: „Dieser Gedanke kann zwar in England zeitweise zurücktreten, er muh sich aber bald von neuem durchsetzen, denn er entspricht derenglischenTradition und dem natürlichen Interesse des britischen Volkes." Eine schlüssige Theorie. Ist sie darum richtig? Sie w a r es einmal, heute gehört sie zu anderen Mumien ins Museum, weil sie außer acht läßt, daß heute der Schwerpunkt englischer Politik nicht mehr in Europa, sondern jenseits der Ozeane liegt. Schon in den Kämpfen gegen Spanier, Niederländer und Franzosen ging es, mag die historische Arsache im einzelnen gewesen sein, wie immer sie will, nicht eigentlich um das Gleichgewicht in Europa, vielmehr um die Auswirkungen, die der Kräfteüberschuß der auf dem europäischen Kontinent jeweils führenden Nation auf ihre überseeische Betätigung hatte oder zu haben drohte. Für England handelte es sich letzten Endes immer um Seemacht, Aeberseehandel und'Kolonien. Die Entscheidung über all dies lag noch vor wenigen Jahrzehnten völlig in Europa. In sämtlichen anderen Weltteilen gab cs keine irgendwie ins Gewicht fallenden politischen Machtfaktoren; sie waren vielmehr nur willenlose Objekte für die imperialistische europäische Politik. Das ist vorbei. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika, unangreifbar auf ihrer Weltteilinsel, sind zur stärksten Macht der Erde geworden. Im fernen Osten ist Japan ein Faktor, dessen disziplinierter Kraft gegenüber der stärkste europäische Staat in jenem Viertel der Welt nur noch die fadenscheinig werdenden Kulissen altgewohnten Prestiges aufzustellen vermag. C h i n a s 400 Millionen sind in Bewegung geraten, von Gedanken aufgestört, die Tausende chinesischer Studenten in den letzten Jahrzehnten aus amerikanischen und englischen Universitäten in ihr Vaterland herübergebracht haben. Nicht viel anders sieht es in Indien, auch heute noch die stärkste Säule englischer Wacht und englischen Reichtums, in A e g h p t e n, im mittleren Osten aus. In ganz Asien gärt die Empörung. Der schwarze Weltteil wird folgen. Europa scheint im ‘Begriff, seine Vorherrschaft in der Welt zu verlieren. Europa in diesem Sinne ist fast identisch mit England, dem überall jenseits der Meere die reichsten Kolonien, die besten Häsen, der stärkste Anteil am Außenhandel gehören. Alle überseeischen politischen Erschütterungen, und die nächsten Jahrzehnte werden aller Voraussicht nach zum mindesten in Asien eine ununterbrochene Periode politischer Erdbeben sein, wirken m erster Linie auf England zurück. Was würde die kleine britische Inselgruppe am Rande Europas noch bedeuten, wenn die Briten ihr Weltreich nicht halten können? In den bisherigen Formen ist dies nicht möglich. Sie sind klug genug, es zu sehen und entschlossen genug, danach zu handeln. Ihr Verhalten in den letzten Jahren in Aegypten, Indien, China, wo die „Kanonenbootpolitik" mit dem Fanal der kampflosen Räumung von Hankau ein rühmloses Ende gefunden hat, beweist dies. Gewaltig an Umfang, an Mannigfaltigkeit und Schwierigkeit sind die Ausgaben, die Großbritannien in den kommenden Jahrzehnten an allen fünf Meeren der Welt zu lösen hat. Es hat immer verstanden, das Wesentliche zu tun. Es _ wird auch jetzt seine politische Weisheit bewähren, sein Kräfte konzentrieren und sich von Europa abwenden, nicht mit auffallenden theatralischen Gesten, aber durch die Tat. Eine Entwicklung, die scheinbar, aber auch nur scheinbar in anderer Richtung geht, ist denkbar, die, daß England die europäischen Kolonialmächte unter seiner Führung zusammenzuschlie- ßcn sucht, damit sie ihre überseeische Machtstellung gemeinsam verteidigen. Auch eine solche Politik würde England nicht gegen Frankreich, sondern an die Seite von Frankreich führen, hat doch dieses nächst England über See am meisten zu verlieren. Denkbar, dah England die europäische Kolonialfront zu verbreitern sucht, möglich, daß es aus diesem Grunde eines Tages eine Politik unterstützt, die Italien verstärkte und auch Deutschland neue eigene Interessen am schwarzen Erdteil gibt, um dadurch die politischen und militärischen Kräfte beider Länder für Ziele mobil zu machen, die in der Hauptsache englische Ziele sind. Aber auch eine derartige Politik wird nicht im Gegen- Vorbesprechungen aus der FloiteNkonserenz. London, 23. Ian. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter veröffentlichen ausführliche Berichte über die gestrigen Vorbesprechungen der Delegationen. Es wurden Naturgemäß keine Ent- cheidungen getroffen, aber die verschiedenen privaten Anterredungen zeitigten sehr gute Ergebnisse. Eine ganze Anzahl von Mihver- tändnissen wurde beseitigt. So hatten die Amerikaner auf Grund einer kurzen Kabelmeldung über die AeuHerungen Macdonalds den Eindruck gewonnen, die britische Delegation wolle die Frage der Kreuzerparität der Frage des Schlachtschiffbaufeiertages unterordnen oder sie überhaupt als Frage zweiten Ranges zu behandeln. Es zeigte sich alsbald zur Erleichterung der Amerikaner, dah diese „Schwierigkeit" überhaupt nicht bestand, und daß die britische Regierung niemals eine solche Absicht hatte. Auch bei den Anterredungen mit den Franzosen wurden gewisse Punkte in den beiden im Dezember ausgetauschten Denkschriften geklärt. Hauptsächlich handelte es sich dabei um den französischen Wunsch, daß Verschiebungen zwischen der vereinbarten Tonnage der verschiedenen Kreuzer - und Zerstörertypen gestattet sein sollen. Mac- donald soll einige Besorgnis empfunden haben, weil bei diesem System beispielsweise die ursprünglich für Grohkampfsch-fie zugewiesene Tonnage in kleine Kreuzer und A - Boote aufgeteilt werden könnte. Es wird sorgsam überlegt, wie die Londoner Konferenz zur vorbereitenden Abrüstungskommission und zur Abrüstungskonferenz desVöl- kerbundes in Beziehung gebracht werden soll. Ein Vertrag, der beide Gremien miteinander in Zusammenhang bringen würde, wäre für die Amerikaner unannehmbar, und ein Vertrag, der es nicht täte, könnte leicht vom französischen Parlament auf Ablehnung stoßen. Wenn in der Frage der Sicherheit die Vereinigten Staaten eine Ergänzung zum Kelloggpakt ablehnen, werden die Franzosen vielleicht versuchen, die britische Zustimmung zu einer Auslegung des „Sanktionsartikels" 16 der Völkerbunds, ahung zu erlangen, besonders nach der finanziellen und wirtschaftlichen Seite hin. Driand und Grandi hatten gestern abend eine lange Anterredung. Die italienische These ist vielleicht die einfachste von allen. Italien wünscht in Kreuzern Parität mit Frankreich zu haben, mit der sich die Franzosen in Washington grundsätzlich einverstanden erklärt hatten, und die heutzutage annähernd vorhanden ist. Im übrigen aber wünscht Italien bei Aufrechterhaltung des Grundsatzes der Parität eine so geringe Kreuzer st ärke wie möglich, um Geld für seine innere Entwickelung freizubekommen, die Franzosen aber bestehen darauf, daß die Ausdehnung ihrer Küsten und ihr Kolonialreich eine gewisse M in de st - stärke erfordert, die mit der Stärke anderer Mächte nichts zu tun habe, und über die später nähere Angaben gemacht werden sollen. Spanien will große Schlachtschiffe bauen. Die Großmächte vor einer neuen Litualion. London, 23. 3an. (7DIB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" meldet, Spanien habe eine „Bombe mit Zeitzünder" in die Flottenkonferenz hin- eingeworfen, die Delegierten ständen infolgedessen bei ihrer (Erörterung über die Zukunft der Schlachtschiffe einer ganz neuen Lage gegenüber. Während Großbritannien vorschlägt, neuen Schlachtschiffen eine Tonnage von 23 000 bis 25 000 Tonnen mit 1 2zölligen Geschützen zu geben, und während die anderen sionserenzmächle diese Anregung wohlwollend erwägen beabsichtigt, die spanische Regierung den baldigen Bau von Schlachtschiffen mit mehr als 25000 Tonnen Verdrängung und Ibzölligen Geschützen. Spanien hat genaue Pläne für den Bau von zwei derartigen Schlachtschiffen vorbereitet, denen entsprechend der Finanzlage des Landes weitere Neubauten folgen sollen. Die spanische Flotte wird in einigen Jahren stärker sein, als seil Generationen. 6s heißt, dah binnen kurzem Kredite für den Beginn des Baues der neuen Schlachtschiffe angeforöert werden sollen, die etwa 2 6 0 0 0 Tonnen Wasserverdrängung und 6 ober 8 Geschütze von lözölligem Kaliber haben werden. Schisse dieser Art würden einen ganz neuen Faktor in die bisherige Schlachtschiffsituation ein- führen, besonders da die Bauart dieser Schiffe ebenso neue und umwälzende Eigentümlichkeiten aufweisen wird, wie das deutsche Panzerschiff Ersah „Preußen". Oie Ll-Bovte. Französische Forderungen zur Quotcnsraqe. London, 22. Jan. (TU.) Die französischen Quotenwünsche spielen bei der Londoner Flotten- konserenz eine erhebliche Rolle. Die französischen Forderungen bewegen sich in zweifacher Richtung: 1. Frankreich wünscht Anerkennung des Status qao der Flotten stärken, d. h. formelle Zubilligung einer Quote von etwa 2,4, die den tatsächlichen gegenwärtigen Verhältnissen entspricht, an Stelle der Washingtoner Quote von 1,75. Bei Anerkennung dieser Forderung ist Frankreich bereit, die Unterseeboote bis zu 600 Tonnen in die Quote von 2,4 einzubeziehen. 2. Für den Fall der Ablehnung der ersten Forderung wird Frankreich verlangen, dah Unterseeboote bis zu 600 Tonnen nicht in bie Quote einbezogen werden, sondern jedes Land das Recht behält, beliebig viele Unterseeboote dieser Gröhe zu bauen. Das Michskabmett billigt die Ergebnisse der Haager Konferenz. Berlin, 22. Jan. (WB.) Amtlich. Das Reichskabinett beschäftigte sich unter dem Vorsitz des Reichskanzlers in seiner heutigen Vormittags- und Rachmittagssihung mit dem Gesamtergebnis der Haager Konferenz. Es nahm zunächst die Berichte des Reichsministers des Auswärtigen, Dr. E u r t i u s , des Reichsministers für die besetzten Gebiete, Dr. Wirth, und des Reichsministers der Finanzen, Dr. Molden- hauer, entgegen. An bie Berichte schloß sich eine Aussprache, in deren Verlauf der Reichskanzler im Namen des Kabinetts der deutschen Delegation für ihre Tätigkeit feinen Dank ausfprach und auch den beteiligten Beamten für ihre Mitarbeit Worte der Anerkennung widmete. Abschließend konnte ber Reichskanzler bie völlige Uebereinftimmung ber Reichs- regierung mit ber Verhandlungsführung der Delegation und die einmütige Billigung der im Haag erzielten Ergebnisse feststellen. Die entsprechenden Gesetzesvorlagen werden auf Grund des heutigen Kabinettsbeschlusses so rechtzeitig dem Reichsrat zugeleitet werden, daß seine Beratungen anfangs näch - ff e r Woche beginnen können. Vor dem Endkampf um den honngptan. Berliner Prefsestimmen. Berlin, 23. Ian. (TA.) Der „Vorwärts" beschäftigt sich in einem Artikel mit der kommenden Parlamentsarbeit. Er ist der Meinung, daß die Finanzprobleme und die mit ihnen zusammenhängende Reichsbankangelegenheit Anlaß zu schweren Auseinandersetzungen geben werden, glaubt aber nicht, daß sich bei der Frage einer Herabsetzung der Desihsteuern der Konflikt entzünden könnte, da ja angesichts der schweren Finanzlage von irgendwie erheblichen Steuersenkungen gar nicht die Rede sein könne. Es werde sich im Gegenteil die Notwendigkeit Herausstellen. dem Reich neue Steuerquellen zu erschließen. Das sozialdemokratische Zentralorgan hält aber den Ausoruch einer Krise nach der Erledigung des Voung-Planes nicht für unwahrscheinlich Der Rückweg in eine resignierende oder abwartende Stellung könne aber das Ziel der sozialdemokratischen Partei nicht sein. Die Sozialdemokratie werde vielmehr in einen solchen Konflikt hineingehen, in der Absicht, nicht den anderen das Feld zu überlassen, sondern mit ihnen schärfer als bisher zu kämpfen. Wie die „B ö r s e n z e i t u n g" ergänzend zu der Sitzung der Reichstagsfraktion der D. D. P. erfährt, wurden bei der Aussprache über das Zündholzmonopolgesetz und die Kreugeranleihe sehr st arte Bedenken gegen bie Regierungsvorlagen geltend gemacht. Die „D. A. Z. bezeichnet es aus außenpolitischen Gründen als bedauerlich, dah die Reichsregierung bei der Beratung des Haager Ergebnisses, wie man nach der offiziösen Miteilung annehmen müsse, nicht den allergering st en Vorbehalt gemacht habe. Ob allerdings die Regierungsparteien, wenigstens di« bürgerlichen unter ihnen, sich dieser vorbehaltlosen Zustimmung über das Erreichte, vollkommen a n - schließen würden, sei noch zumindest zweifelhaft. Die wirklichen Schwierigkeiten würden sich erst zeigen, wenn das außenpolitische Thema der Haager Konferenz in das innerpolitische Thema der politischen und wirtschaft- Iichen Folgerungen ü b e r g e h e, die bei einer etwaigen Annahme des Haager Youngvlanes gezogen werden müßten. Beide Themen ließen sich nicht etwa säuberlich trennen, sondern seien im Gegenteil unlöslich miteinander verbunden. Das deutsche Volk müsse sich auf K ä m p s e s ch w e r- ster Art gefaßt machen. Oer Kaffenbedarf des Reichs. Keine Tleucrsenkungen im neuen Etat. Berlin, 22. Ian. (Priv.-Tel.) Nachdem nunmehr in den Reichshaushalt einigermaßen Ordnung hineinkommt, läßt sich auch im einzelnen überblicken, welche Gelder fehlen, um die Lücken zu füllen. Dabei hat sich herausgestellt, dah der Reichsfinanzminister zunächst 5 0 0 Millionen braucht, um die Kasse zu balancieren. Aus diesem Grunde ist nunmehr mit Bestimmtheit damit zu rechnen, daß auch die B i e rst e u e r im neuen Haushaltsplan erhöht wird. Darüber hinaus soll aber noch ein lieber» brückungskredit ausgenommen werden, der. wie wir bereits berichten konnten, ebenfalls aus den Steuereingängen gedeckt werden soll. Es steht zu erwarten, dah die Verhandlungen darüber schon in diesen Tagen ausgenommen werden. Die seinerzeit beschlossene Inlandanleihe erfährt dadurch aber nach keiner Richtung hin eine Beeinträchtigung, da es sich jetzt nur um kurzfristige Gelder handelt, die nach den neuen Etatsplänen sehr schnell wieder abgedeckt werden können. Auf jeden Fall können im neuen Etat keinerleiSteuer- s e n k u n g e n vorgesehen werden. „europäische Großmacht" im eigentlichen Sinne des Wortes ist, dah es vielmehr gewissermahen zwischen den Erdteilen liegt. Das zeigen auch seine wirtschaftlichen Beziehungen. Von der Gc- samtaussuhr englischer Erzeugnisse im Wert von rund 14 Milliarden Mark (1920, gingen nur 3.9 Milliarden nach Europa. 10,1 Milliarden nach Aebersee, davon allein 6,3 Milliarden nach britischen Besitzungen. Auch von der Gesamtein- suhr kam nur etwas mehr als ein Drittel aus Europa. Dieses Zahlenverhältnis gewinnt erst dann seine richtige Bedeutung, wenn man weih, dah bei den anderen großen europäischen Industrieländern. z. D. Deutschland und Frankreich, der Wert des europäischen Handels den des überseeischen sehr erheblich übersteigt. Man kann die Dinge betrachten, von welcher Seite man will, es bleibt dabei, dah Englands Lebensinteressen nicht in erster Linie in Europa liegen. Wenn die Erde sich öffnete und das gesamte Festland von Europa verschlänge, so könnte sich England als Verwal- tungs-, Industrie- und Handelszentrum des britischen Weltreichs in der vordersten Reihe der Großmächte halten. Dagegen finkt es rettungslos in die zweite Linie zurück, wenn es sein Kolonialreich und die organische Verbindung mit den Dominions nicht aufrechtzuerhalten vermag. Deswegen liegt das europäische Schicksal und die Gestaltung der für Deutschland brennenden europäischen Fragen in der Hauptsache zw i sichen Deutschland und Frankreich. Gefühle, Wünsche, veraltete Theorien können daran nichts ändern. Hofft nicht auf England! England hat seine eigenen schweren Sorgen außerhalb von Europa. Eine solche Warnung scheint notig, weil die Zahl der politisch interessierten Menschen in Deutschland, die eine Vorstellung von der Gröhe der Erde und der Fülle gewalsigster Probleme haben, die gegenwärtig zur Lösung drängen, bedenklich klein ist. Das führt leicht zu der trügerischen Illusion, dah es gelingen könnte, außereuropäische und halbeuropüi- sche Weltmächte wie Amerika und England zu veranlassen, ihr ganzes Schwergewicht zur Lösung europäischer Nachkriegssragen einzusetzen, die zwar für uns Deutsche die wichtigsten der Welt, für sie aber nur Angelegenheiten zweiter oder dritter Ordnung sind. sahzuFrankreich geführt werden. Die Solidarität der in Aebersee in ähnlicher Weise bedrohten „glücklichen Besitzenden" steht dem entgegen. Sorge vor Frankreichs europäischer Macht, um dieses alte Motiv noch einmal auszunehmen, braucht England nicht zu haben. Die französische Flotte ist gegenüber der englischen Seemacht unbedeutend. Auch auf diesem Gebiet sind bie ernsten Rivalen Englands heutzutage nicht europäische Mächte, sondern die Vereinigten Staaten von Nordamerika, die eine mit England gleichstarke Kriegsflotte zu halten entschlossen sind und Japan. And auch sonst liegt in der bezüglich der Dolkszahl stagnierenden französischen Nation auch nicht mehr andeutungsweise die ge.ährliche Ex- pansivkrast, die das lebenstrohende Frankreich im 17., 18. und um die Wende des 19. Jahrhunderts für England bedeutete. Auch über See ist Frankreich gesättigt, kein revolutionäres Moment der Anruhe, sondern ein Verteidiger der bestehenden Zustände. r . Man ist sich in Deutschland oft nicht darüber klar, daß England zwar geographisch, nicht aber macht - und handelspolitisch eine AeuesozialpM'scheFordenmgen Die Gewerkschaften zur Neuregelung der Krifenfürforge Berlin,22. Ian. (Priv.-Tel.) Die freien Gewerkschaften und die Sozialdemokratüche Parter haben u. a. beschlossen, eine .Neuregelung der Krisenfürsorge" zu fordern. ODi« wir hören, handelt es sich dabei einmal um eine Erweiterung der Zahl der Berufe, tue von ihr ersaht werden, — man denkt vor allem an die baugewerblichen Berufe — und weiter um eine Heraufsetzung der A n - terstühungsdauer, die jetzt 26 und un Höchstsalle 39 Wochen beträgt, die aber aus 3 9 bzw. 52 Wochen erweitert werden soll. Konkrete Vorschläge sind noch nicht aus- qearbeitet. Den Gewerkschaften kommt es aber auch darauf an, dah die Ausgesteuerten stärker als bisher ersaht werden und dah auch solche, die die Anwartschaft für die Arbeitslosenversicherung nicht erfüllen konnten, man zählt deren im Baugewerbe allem 200 000, von der Wohlfahrtspflege mehr als bisher d e r Krisenunter st ühung zugefuhrt werden Der Reichsarbeitsminister kann auf dem Verordnungsfrage entscheiden, muh sich aber selbstverständlich vorher mit dem Fmanzmmister auseinandersetzen. Gegen die Beschränkung der Bautätigkeit. Eine Eingabe des Teutfchen Wirifchafts- bundcs für das Baugewerbe. Berlin. 22.Jan. In Verfolg der mannigfachen Diskussionen über die Einschränkung des Gesamtbauprogramms und insbesondere im Zusammenhang mit der Absicht des Deutschen Städtetayes, die Wohnungsbautätigkeit einschränken zu lassen, um die Gelder der Soarkassen für die Konsolidierung der kurzfristigen Anleihen zu. verwenden, hat soeben der Deutsche Wirtschaftsbund für das Baugewerbe, dem annähernd 16 000 Baufirmen des Hochbaugewerbes angehören, der Reichsregierung, den Länderrcgie- rungen und den Magistraten der Städte eine E i n- g a b c überreicht, die sich gegen die beabsichtigte Einschränkung wendet und in der eine Reihe positiver Vorschläge für die Hebung des Baugewerbes als Schlüsselindustrie einsetzt. Zunächst wird in der Denkschrift festgestcllt, dah sich seit 1927 die Lage des Baumarktes schärfer noch als die Gesamtwirtsä)aft dauernd verschlechtert hat. Die Eingabe wendet sich sehr energisch gegen die bekannte Absicht des Deutschen Städtetages, und fordert im Gegensatz zu dessen Auffassung eine Festsetzung der Mieten für Altwohn- l a u m auf 140 v. H. und eine dementsprechende Erhöhung der Hauszins st euer. Sie begründet ihre Forderung damit, daß die Mieterhöhung geeignet sei, beträchtliche Mittel für dc n Wohnungsbau flüssig zu machen, wobei die in Frage kommende lOprozentige Erhöhung der Mieten keineswegs zu Lohnforderungen der Ar- beitnehmerschaft zu führen brauche, da die Erhöhung eine Art Selbstversicherung gegen die Arbeitslosigkeit bedeuten würde, denn wenn dem Baumarkt mehr Geldmittel zuflössen, würde die gesamte Wirtschaft einen starken Antrieb erhalten, der sich in erster Linie zugunsten der Arbeitnehmer auswirkt. Zum Schluß setzt sich die Eingabe für eine größere Hereinnahme von Auslandkrediten für den Baumarkt ein. Der Deutsche Wirtschaftsbund für das Baugewerbe verlangt endlich die Durchführung der bereits begonnenen Bauten und eine fühlbare Erleichterung der Kapitalbeschaffung für den Wohnungsbau. Keine Sanierung der Rohrbach-Werke. Berlin, 22. Ian. (Privat.) In der Frage der etwaigen Stillegung der Rohrbach-Werke ist bisher von Aeuherungen unterrichteter Stellen abgesehen worden, da befürchtet werden mußte, daß die ausländischenVerhandlungen der Gesellschaft gestört werden könnten. Nachdem offenbar von feiten der Firma Rohrbach aus Informationen in die Presse gelangt Uno, die ein falsches Bild von der ganzen Angelegenhert geben, sieht sich das R e i ch s v e r k e h r s- Ministerium genötigt, zu erklären, daß es keine abermalige Sanierung der Rohrbach-Werke vornehmen wird, und dah auch die der Firma noch in Aussicht gestellt gewesenen 200 000 Mk. aus dem Kredit des Reiches in Höhe von 9 Millionen nicht gezahlt werden. Die Streichungskommission des Reichstags hatte ausdrücklich gewünscht, dah an Rohrbach der ausgesetzte Betrag von 300 0000 Mk. nicht gezahlt werden sollte. Es sind jedoch noch 100 000 Mk- kurz vor Weihnachten gezahlt worden, da die Verhandlungen mit Amerika aussichtsreich erschienen. Eine weitere Zahlung kommt nicht mehr in Betracht. Das hessische Hebammengeseh. Darmstadt, 22. Jan. (WHP.) Der Gesetz- acbungsausschuß nahm den Abschnitt über die Pflichten der Hebammen in der Fassung SasMlliardeiideWderMeilslosenversichemng Die anderenSozialversicherungen sollen durch Darlehen denZuschußbedarf decken Berlin, 22. Jan. (TU.) Schon zwischen dem Reichsarbeitsminister W i s s e l l und dem Reichsfinanzminister Hilferding haben, wie der „Demokratische Zeitungsdienst" mitteilt, eingehende Verhandlungen über die Sozialausgaben im Haushalt des Jahres 1930 statgefunden. Die Verhandlungen zwischen den beiden Ressorts haben z u einer Einigung nicht geführt. Der Reichsarbeitsmin>ster hat für den Etat des Rcichs- arbeitsministeriums sehr erhebliche Mittel an gefordert, die der Reichsfinanzminister nicht glaubte bewilligen zu können. Die Fragen, die bisher vertagt worden sind, drängen nunmehr zur Entscheidung, und es wird dabei auch die Lage derArbeitslofenversichcrung erneut geprüft werden müssen. Die Arbeitslosenversicherung tritt in das neue Haushaltsjahr am 1. April 1930 mit einer S ch u l d e n l a st von 64 5 Millionen Mark ein. Bei einer Annahme von einem Jahresdurchschnitt von 1,2 Millionen Hauptunterstützungsempfänger wird der Fehlbetrag sich für das kommende Jahr auf 33 0 Millionen Mark belaufen. Demgemäß wird am Ende des Etatsjahres die Schuldenlast der Reich-anstolt nahezu eine Milliarde 'Dl a r t betragen. Dazu kommen noch die Mittel für die K r i s e n f ü r s v r g e und für die produktive Erwerbslosenfürsorge. Angesichts dieser ernsten Lage haben in politischen Kreisen bereits Erwägungen stattgefunden, die daraus hinausgehen, die enge Verbindung zwischen R e i ch s f i n a n z e n und Sozialversicherung zu beseitigen. Es ist u. a. vorgeschlagen, die einzelnen Versicherungsträ- gerderSozialversicherung auch finanziell miteinander in eine enge Verbindung zu bringen. Die Sozialversicherung konnte im Jahre 1928 ihr Vermögen von 2,6 Milliarden auf 3,4 Milliarden erhöhen, während die Reichsanstalt im vergangenen Jahre 400 Millionen an Zuschuß erforderte. Es wird deshalb in Ec- wägung gezogen, daß die übrigen Versicherung^ träger den Zuschußbedarf der Reichsanstalt durch Darlehen decken. Die Reichsanstalt kann dann in günstigeren Jahren die Schuldentilgung vornehmen. Da der neue Reichsfinanzmini st er Fachmann auf dem Gebiet des Versicherungswesens ist, kann damit gerechnet werden, daß in der nächsten Zeit das ganze Problem Gegenstand eingehender Erörterungen zwischen Reichsfinanzministerium und Reichsarbeitsministerium fein wird. Die Stützung des Roggenpreises. Das Roggenbrotgeseh. - Der Vermahlungszwang für Znlandweizen. Berlin, 22. Ian. (WB.) In einem Teil der Presse wird die Nachricht verbreitet von der bevorstehenden Einbringung eines Roggen- brotaesehes. Wie wir dazu von unterrichteter Seite erfahren, liegt ein Gesetzentwurf in der angedeuteten Richtung vorläufig nicht vor. Tatsache ist jedoch, daß mit Rücksicht auf die katastrophale Lage am Roggenmarkt über das Problem der Roggenstühung seit längerer Zeit Erwägungen schweben, die sich voraussichtlich in allernächster Zeit zu konkreten Vorschlägen verdichten werden. Die Volkswirtschaftlichen Ausschüsse des Reichsrates und des Reichstages werden sofort nach Zusammentreten des Reichstages über die weitere Regelung des Dermahlungszwanges gutachtlich gehört werden. Der Reichsminister fiir Ernährung und Landwirtschaft beabsichtigt, den zur Zeit festgesetzten Vermahlungssatz für Inlandweizen von 50 v. H. auch s ü r den Monat Februar festzusetzen. Das Reichskabinett wird sich bereits in einer seiner nächsten Sitzungen mit dieser Frage beschäftigen. * Der Weizenverbrauch hat im deutschen Volke seit dem Kriegsende einen gewaltigen Umfang angenommen, und zwar so erheblich, daß die Roggen anbauende Landwirtschaft dadurch in die denkbar größten Schwierigkeiten geraten ist. Für den gesteigerten Konsum in Gebäck aus Weizenmehl darf wohl die Kriegszeit verant- worllich gemacht werden. Rach dem Aufhören der Brotkarte eroberte sich der Weizen allgemeine Sympathien, so daß schließlich das Roggenbrot gänzlich in den Hintergrund gedrängt wurde. Und das Ergebnis? Eine Verschärfung der Krise unserer Landwirtschaft, die zum größten Teil wegen der Bodenbeschaffenheit genötigt ist, Roggen anzubauen. Seit der Verabschiedung des neuen Zoll- gSfetzes ist nun der Roggenpreis um 28 Mark zurückgegangen, so daß es heute notwendiger denn je ist, Maßnahmen in die Wege zu leiten, um unsere Landwirtschaft vor weiteren Schäden zu bewahren. Da erscheint es wohl am besten, wenn nicht aufs neue mit landwirtschaftlichen Krediten oder Zinsverbilligungen im Rahmen eines Rotprogramms gearbeitet wird, sondern mit Maßnahmen, die für den Bauern einen Anreiz darstellen und chm auf einem anderen als den bisher üvlichen Wegen die Unterstützuna bringen, die ihm unbedingt zuteil werden muß. Der Gedanke, als Markenware ein einwandfreies Roggenbrot zu schaffen, erscheint uns reckt glücklich. Erwägungen darüber schweven bereits in den zuständigen Ressorts und dürften wahrscheinlich auch zur Vorlegung eines Roggenbrotgesetzes führen. Damit ist nun keineswegs gesagt, daß das Weizengebäck vollständig vom Markte verdrängt werden oder der Konsument gezwungen sein soll, nur noch Roggen- brot zu verzehren. Ader ein gutes Roggenbrot kann sich wieder seinen Platz erobern, besonders wenn für eine vernünftige Aufklärung in den Derbraucherkreisen gesorgt wird. Gelingt es, den Konsum an Roggenbrot zu heben, dann läßt sich aüch die Rot des Bauern, wenn auch nur teilweise, mildern. Man soll aber von jeder Möglichkeit Gebrauch machen, die geeignet ist, den Landwirt, der wieder ein bedeutender Steuerzahler werden muß, aus seinen finanziellen Schwierigkeiten zu befreien. Darum wäre es gut, auch dem Roggen wieder zu seinem Recht zu verhelfen. der Regierungsvorlage an. Auf demokratischen Antrag wurde die Bestimmung, daß wenn gegen eine Erwerbstätigkeit der Hebamme Bedenken bestehen, die Genehmigung zu dieser Erwerbstätigkeil versagt werden muß, in eine Kann-Vorschrift abgeändert. Artikel 23, der den Hebammen ein Mindesteinkom- men und Ruhegehaltsversorgung sichert, gab Anlaß zu einer eingehenden Aussprache. Abg. Dr. Rie- p o t h (D. Dp.) legte eine Tabelle vor, wonach die Versorgungsverhältnisse in der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte günstiger seien als die vor- gesehene Versicherung bei der Hess. Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamte. Die Regierung solle daher erwägen, ob nicht eine Aufnahme in die Ange sie lltenversicherungskasse möglich sei. — Abg. Frau H a t t e m e r (Zentr.) beantragte eine Erhöhung des Mindestein- kommens um 200 Mark in den vier Ortsklassen, d. h. also 800, 1000, 1200 und 1400 Mark, lieber diese Anträge fand eine Abstimmung noch nicht statt. Oer Konflikt bei den schwäbischen Demokraten. B e r l i n, 23. Ian. (Priv.-Tel.) Wie der Demokratische Zeitungsdienst erfährt, wird sich der Reichsvorstand der Deutschen Demokratischen Partei bei seiner nächsten Sitzung am 15. Februar mit dem Eintritt der Demokraten in das württembergische Ka- binettDolz-Dazille befa'sen, der bekanntlich das Ausscheiden Payers aus der württembergischen Parteiorganisation der Demokraten zur Folge hatte. Die Führer der Württemberger Demokraten werden zu der Sitzung eingeladen Payer hat inzwischen seinen Entschluß, nur mehr bei der Parteizentrale als Reichsmitglied organisiert sein zu wollen, der Parteileitung mitgeteilt. Groß-Solingen bekommt einen kommunistischen Oberbürgermeister. Solingen, 22. Jan. (WB.) In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde im dritten Wahlgang der kommunistische Stadtverordnete Hermann Weber mit 27 Stimmen der Kommunisten und der Sozialdemokraten zum Oberbürgermeister von Groß-Solingen gewählt. Die 25 Stimmen derbürgerlichenParteien und die Stimme des kommisiarischen Dberbüroermeiftere erhielt der frühere Bürgermeister von Wald, S e g n> sche. Die Sozialdemokraten erklärten, sie hätten im dritten Wahlaang deswegen für den kommunistischen Kandidaten gestimmt, weil es nicht sein dürfe, daß die bestehende Linksmehrheit durch die bürgerliche Minderheit majorisiert werde. Boykott deutscher Waren in Dänemark. Kopenhagen. 22. Ian. (TU.) Da die neueste deutsche Zollgesetzgebung^ zum Schuh der deutschen Landwirtschaft die dänische Ausfuhr landwirtschaftlicher Pnckukte nach Deutschland schwer trifft, macht sich in Dänemark eine starke Stimmung für den Boykott deutscher Waren als Repressalie gegen die deutsche Zollgesetzgebung geltend. Gleichzeitig wirbt ein Teil der dänischen Presse für eine Steigerung der dänischen Einfuhr aus England. Es hat sich kürzlich eine Reihe Kopenhagener Geschäftsleute mit englischen Interessenten zusammengefunden, um verschiedene Vorschläge für eine Propaganda für englische Waren in Dänemark zu erörtern- Einer der Plän« geht auf die Gründung einer dänisch-englischen Handelskammer in Kopenhagen hinaus, in der sich alle Grohkaufleute und Importeure zum Zweck der Propaganda für englische Waren zusammerschließen wollen. An dem Zustandekommen dieser Organisation soll bereits eifrig gearbeitet werden, und man rechnet damit, daß ihre Gründung in allernächster Zeit erfolgen kann. Ein weiterer Plan geht auf di« Schaffung einer ständigen Musterausstellung in Kopenhagen hinaus. Gießener Stadttheater. R. C. Sherriff: „Tie andere Seite". „Journey's End" lautet der englische Titel —: das Ende der Reise, der Seereise, der ileber- fahrt. Man hätte ihn auch für die deutsche -Fassung beibehalten können. Die Aebersehung (von Hans Reisiger) ist sehr frei, aber sie ist gut, weil sie doppeldeutig ist und mehr aussagt über den Sinn des Stückes als die Lieberschrift des Originals. Die andere Seite, die hier gezeigt wird, ist einmal, ganz allgemein, jene Kehrseite des Krieges (und gewissermaßen das Negativ seiner Soldaten), wovon sich die Daheimgebliebenen bei allen Nationen, welch« am Kriege beteiligt waren, keine Vorstellung machen konnten: weil sie es selber nicht erlebt haben. Und dann: die andere Seite, nämlich von uns auS gesehen, als der Krieg „drüben", im andern Graben, in der Stellung jenseits des Niemandslandes, beim Franzmann, bei den Russen. beim Tommy. Hier: im Kompanieführer-Unterstand einer englischen Grabenstellung bei St. Quentin. Dom Montag, 18. März 1918, abends, bis zum Donnerstag früh, wo die große deutsche Offensive losbricht. Der ungewöhnliche und manchmal erschütternde Doppeleindruck dieser Schilderung, die ein bis vor kurzem vollkommen unbekannter und jedenfalls ganz unliterarischer englischer Frontoffizier nach langen Jahren für seinen Klub niedergeschrieben hat —. ist einmal: genau wie bei unS, . .. und dann: wie unendlich anders als bei uns! Die Stellung, die Still« vor dem Sturm, die Geräusche bei Tag und bei Nacht, die Gespräche, das Ungeziefer, das Blut, der Anterstandskoller. die Verzweiflung und der Mut der Verzweiflung. die Kameradschaft und das Derant- wortungögefühl. die unbedingte Lebensgemeinschaft der Truppe in der Stellung —: dies alles (um einiges wahllos herauszugreifen) war dort drüben, wie es bei uns und allen andern war. Aber begreift man, was das heißt, wenn zum Beispiel die englische Kompanie da drüben — im März 18! — von einem Hauptmann geführt wird . .. und außerdem noch über vier andere Offiziere verfügt? Was das heißt wenn eS bet denen (um nur einiges anzuführen) gebratenen Schinken zum Frühstück gibt, selbstverständlich, Porridge wie daheim und zweierlei Iam? Wenn eine Aufregung entsteht, weil der Offizierstoch eine Büchse 2tz>rikosen „gefaßt" hat statt einer Büchse Ananas, ilnö daß sie für ganze sechs Tage in Stellung sind und bann abgelöst werden. (Allerdings fällt der große Angriff gerade in diese Zeit.) Aber: welche deutsche Kompanie wurde damals von einem Hauptmann geführt? Welche hatte fünf Offiziere? Welche hatte so gut und so reichlich zu essen? And wurde nach ein paar Tagen aus der Front zurückgezogen? Wer draußen war, weiß, was es mit der anderen Seite auf sich hat. ilnb die andern können zwischen den Zeilen und gewissermaßen im Hintergründe dieser Schllderung lesen, was, hieran gemessen. damals trotz allem auf unserer Seite und von uns geleistet worden ist. (Hierin liegt, nebenbei, eine der wichtigsten Aktualitäten des englischen Dramas für den deutschen Leser und Zuschauer.) Ganz allgemein wird hier ausgesprochen: es ist im Kriege keineswegs immer und überall so glänzend, strahlend, vorschriftsmäßig, siegesgewiß, tapfer, männlich und sauber zugegangen — zumal in den letzten Iahren nicht mehr —, wie viele sich den Krieg damals (von weitem) vor- gestellt haben oder beschreiben ließen. 11 nb dies hat Sheriffs Stück mit manchen andern, ernstzunehmenden Büchern vom Kriege gemein: nicht so sehr die Entthronung des Helden und eines verfälschten Heldenbegriffs, als vielmehr seine sachliche Richtigstellung und Rückbeziehung auf ein menschliches Maß. Die große Lehre: daß ein „Held" damals oft ganz anders ausschaute, als man ihn sich (Don ferne) vorstellte: baß einer zittern kann ober sich hin legen ober davonlaufen ober sich sinnlos betrinken möchte und trohbem den Helm aufseht und hinausgeht und „da ist", wenn es drauf ankommt. Ein Stück unter Männern. Gin Offiziersdrama. Die Hauptträger der Handlung sind Offiziere: der einfache Mann tritt nur als Nebenfigur und Staffage auf. Trotzdem ist das Stück von allgemeiner und übernationaler Gültigkeit, weil diese andere Seite in so vielem nur ein Spiegelbild unserer eigenen Situation ist. Zwar ist bas Ganze ein typisch englisches Stück, und zunächst ist alles nur von Drüben aus gesehen. Von einem Gentleman und SportSmann geschrieben, grundanständig in der Haltung, sauber. ritterlich, dabei mit viel Sinn für Humor, auch unbedingt sachlich und ehrlich und ohne Schminke und Tünche. Aber diese Offiziere sind nicht nur Engländer: sie sind außerdem auch Menschen. Sie sind ferner, obwohl als Typen gültig und anzu- erfennen — dies ist Sheriffs dichterische Leistung —, zugleich fünf ausgeprägte Einzelwesen, scharf gegeneinander abgesetzte Eharaktere. And obwohl sie alle eingespannt sind und hineingepreßt in ihr gemeinsames und unentrinn- bares Kriegsschicksal, das sie zu allen Stunden beschattet —. hat doch jeder von ihnen noch sein Privatleben und Einzelschicksal nebenbei, muh es dem größeren einfügen ober sich auf Tob und Leben Dagegen wehren. Stanhope, der Kompanieführer, prachtvoller Frontsoldat, männlich. energisch, ehrgeizig. $u» sammengerissen, mit letzter Willenskraft seine von der Front, von der Verantwortung und dem ewigen Whisky zermürbten Nerven beherrschend. Osborne, im grauen Haar, ein feiner stiller Mensch, vorbildlicher Offizier und Kamerad, den die andern „Onkel" nennen, und der ihr guter Geist und wie ein Vater zu ihnen ist. Raleigh. ganz jung, ahnungslos, begeistert, von der Schule weg in die Stellung, ein frischer, sympathischer und untadeliger Charakter. Trotter, der Durchschnittsmann, sehr gut gesehener Typ. ohne Phantasie, ziemlich phlegmatisch, dennoch nicht ohne Humor, gesund, dick und mit gesegnetem Appetit begabt, aber zuverlässig. wenn cs aufs Ganze geht. Hibbert, der schwächste der fünf Eharaktere, schmal, blaß, simuliert und will sich vor dem Angriff krank melden, nervenmäßig vollkommen fertig und ohne die Willensstärke Stanhopes, dagegen anzugehn. Hibbert muß mit dem Revolver zur Vernunft gebracht werden: eine beklemmende Szene voll unheimlicher Spannung. Es gibt noch mehrere so innerlich geladene Austritte, di« von einer ganz unmittelbaren Dramatik sind und mit den andern, welche nur durch die von ihnen ausgehende Stimmung wirken, den Eindruck des Stückes entscheiden. Dieser starke und nachhallende Eindruck, den man beim Leser hat, wiederholte sich im Theater nicht mit der gleichen Einheitlichkeit. Die Aufführung unter der Regie des Intendanten Dr. P r a s ch war im ganzen eine tüchtig«, anerkennenswerte Leistung, die ein« fleißige und energische Probenarbeit erkennen lieh, war aber trotz mancherlei Streichungen in fast allen sechs Bildern im Tempo verschleppt. Am klarsten, stärksten und einheitlichsten geriet der Mittelakt. Im übrigen könnte u. E. vielfach zusammengedrängter, fließender uni) ohne die zahlreichen lähmenden Pausen gespielt werden. Manchmal auch noch nüchterner und einfacher: theatralischer Ton und Gest« sollten aufs äußerste gedampft und ganz ms Menschliche aufgelöst werden. Was die Besetzung angeht, so würden wir uns für mehrer« Rollen anders entschieden haben: doch kann dies nur gefühlsmäßig begründet werden und käme auf einen Versuch an. Ganz echt wirkte das Bühnenbild L ö f f l e r 3; weniger überzeugend fang das Maschinengewehrfeuer. Die Aussprache der englischen Namen war nicht immer korrekt und sollte noch einmal kontrolliert werden. — ♦ Den Stanhove, den Arzdorf spielt« — an sich eine respektable Leistung —, stellt man sich nach dein Buch etwas anders vor: zusammengeraffter, mehr auf die Energie als auf die Nerven hin gespielt; die Erregung mehr nach innen getrieben, unter die Oberfläche. Am besten gelangen ihm (bis auf die im Ton vergriffenen letzten Worte) di« Szenen des zweiten Aktes. Den Osborn« gab Fasso11, nobel und sympathisch, wie er im Buch wirkt, aber ein wenig zu bedächtig und unbeweglich: im ganzen auch kaum der Mann, der hier gemeint ist und von dem es einmal heißt, er fei physisch „hart wie ein Nagel". ♦ Die beiden reifsten und einheillichsten Gestaltungen des Abends boten W e s e n e r, dem der junge Raleigh ganz ausgezeichnet liegen muhte, und Hub. der aus dem leis« komischem dicken Trotter wirklich alles herausholte. waS man nach dem Buch erwartet. Dom misch, als Hibbert, hatte die undankbarste Aufgabe; er übertrieb außerdem ziemlich und war stellenweise von einer Theatralik, die mit seiner Simulantengeschichte nichts zu tun hat. Gut waren sämtliche Chargen: Tanner t (Hardh), Hais (Oberst). Ritter (Mason), Zingel (Feldwebel) und Heitzig (deutscher Gefangener). ♦ Die Aufführung hinterlieh, trotz ihren Längen und dauernder Anruhe im Publikum, sichtlich einen tiefen Eindruck. Zuletzt großer, anhaltender Beifall, den der Intendant mit den Hauptdarstellern entgegeimehmen konnte. Dr.Th. Oer Bombenprozeß voraussichtlich in Altona. Berlin, 23. Jan. Die Voruntersuchung in der Dornbenwerserafsäre, diegegen43Ange- schuldigte geführt wurde, ist geschlossen worden. Wie das „T>. erfährt, wird die Strafkammer voraussichtlich Berlin für unzuständig erklären. Der Prozeß wird wahrscheinlich vor dem Schöffengericht Altona zur Verhandlung kommen. In dem einzigen Bombenanschlag in Berlin auf das Reichstagsgebäude sind die Täter nicht ermittelt worden, irgend welche Anhaltspunkte für einen Zusammenhang zwischen den Angeklagten in diesem Verfahren mit dem Attentat gegen den Reichstag bestehen nicht. Der größte Teil der Bombenattentäter ist g e st ä n - d i g. Der Prozeß wird daher keine besonders großen Ausmaße annehmen. Aus aller Welt. Zehn Lchnlkinder bei einem Autobusunglück gelötet. 3n der Nähe des Städtchens verea (Ohio U. S. 2L) wurde an einem Bahnübergang ein mH 23 Schulkindern besetzter Automobil, o mnibue von einem personenzug der Neuyorker Zenlralbahn erfaßt. Zehn kinder und der Führer des Autobusses wurden auf der Stelle g e - lötet. Acht Studenten der Hochschule Berea waren, kur; bevor das Unglück geschah, ausgesliegen. Bei den Opfern handelt es sich um Schüler der unteren Klassen einer anderen Schule. Der Bahnübergang, an dem sich das Unglück ereignete, führt über eine viergleisige Strecke der Heu- yorker Zentralbahn. Der Autobus befand sich gerade auf der 2TI i ff e des Bahndammes, als et von einem nach Lhikago fahrenden Zug erfahf und völlig zerlrümmerf wurde. Der Anprall war so gewattig, daß die Trümmer- stücke und versfümmelfen Leichen hundert Ifieter weif aus dem Bahndamm zerstreut wurden. Die Schmerzensrufe der verletzten und Sterbenden erhöhten den Schrecken des furchtbaren Unglücks. Da» Personal des Unglückszuges, der sofort zum halten gebracht wurde, beteiligte sich im Verein mit den Bewohnern der in der Nähe befindlichen Jarmen an dem Rettuugswerk. Dieses Aulobusunglück ist da» vierte, das sich im Laufe der letzten drei Wochen im Staate Ohio ereignet hat. Havarie des .Monte Cervantes". Wie ans Buenos Aires gemeldet wird, ist der „Monte Cervantes", eines der bekanntesten Passagierschiffe der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifsahrtsgesellschaft in der Magel- Ian-Straße auf einen Felsen aufgelaufen. Die Passagiere, darunter etwa 400 Vergnügungsreisende, konnten wohlbehalten an Land gebracht werden. Jrau Neumann von einem Schlaganfall betroffen. Die in der Breslauer Heilanstalt für Rerven- kranke zur Beobachtung ihres Geistes- z u st a n d e S untergebrachte Wirtschafterin Frau Reumann, die sich bekanntlich unter dem Verdacht des Mordes bzw. der Mittäterschaft an dem Mord des Professors Rosen in Untersuchungshaft befindet, hat einen S ch l a g a n f a l l erlitten. Ihr Zustand ist besorgniserregend. Die Untersuchung auf den Geisteszustand der Frau Reumann war abgeschlossen. Frau Reumann sollte gerade wieder in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt werden, als sie erkrankte. Der Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte. Die von der Polizei geführten Ermittelungen in der Angelegenheit der vor mehreren Monaten zusammengebrochenen Bank für Deutsche Beamte, wobei einige tausend kleine Einleger um ihr ganzes Hab und Gut gekommen sind, haben nunmehr dazu geführt, daß gegen leitende Beamte der Bank ein Verfahren in die Wege geleitet wurde. 3m Lause der Ermittelungen ergab sich so viel belastendes Material, daß einige der Vernommenen vorläufig fest genommen und dem Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium vorgeführt wurden. Tin Streif um das Patentrecht an den Reißverschlüssen. Mehrere Berliner und auswärtige Firmen, die im Besitz von Patentrechten an Reißverschlüssen sind, haben sich zu einer Patent-Treuhandgesellschaft für Reihvcrschluß- fabrikanten zusammengcschlossen. Die neue Gesellschaft warnt bereits öffentlich vor der Verletzung ihrer Schuhrechte und droht, Fabrikanten, Händler und gewerbliche Verbraucher, die gegen diese Schuhrechte verstoßen, zivil- und strafrechtlich verantwortlich zu machen. Der Zusammenschluß beruht darauf, daß gegen die etwa 25 Reißverschlußpatente, die für Deutschland in Betracht kommen, und gegen die dazu gehörigen Gebrauchsmusterschuh - Bestimmungen Patent- verletzungen vorliegen, gegen die die Interessenten sich durch den Zusammenschluß schühen zu müssen glauben. jünfzigfausend Kilo Tabak verbrannt. Vor einiger Zeit waren von einem Tabak- importeur in 5000 Kisten etwa 250 000 Kilogramm Virginia-Tabal über Mainz nach Köln eingeführt worden. Bei der Der- zolluna ergab sich ein Konflikt zwischen dem Importeur undder Zollbehörde. Rachdem der Importeur inzwischen flüchtig geworden war. lagen die Tabakmengen in zehn Waggons verstaut bei einer Kölner Speditions- sirma. Statt den herrenlos gewordenen Tabak zu versteigern, gab das Hauptzollamt den Auftrag, zunächst 1337 Kisten mit einem Inhalt von 56 850 Kilogramm Tabak zu vernichten. Die Zerstörung übernahm die Müllverwertung in Merheim. Da die Maschinen jedoch versagten, ging man dazu über, den Tabak auf offenem Felde in Kiesgruben zu verbrennen, nachdem man ihn vorher mit Benzin übergossen hatte. Das Zerstörungswerk hatte Tausende angelockt, unter denen sich zahlreiche Arbeitslose befanden, die unter Lebensgefahr die Kisten aus dem Feuer holten. Die Vernichtung des Tabaks hat bis jetzt an Unkosten über 3000 M k. erfordert. Pest im Oranje-Jreiffaaf. 3m Oranje-Freistaat sind in der Gegend von Heilbron 33 Personen unter Pestverdacht erkrankt. Man vermutet, daß es sich um D u - bonenpest handelt. Etwa die Hälfte der Fälle nahm einen tödlichen Verlaufs Die Opfer sind sämtlich Eingeborene. Die Bevölkerung ist sehr beunruhigt. Aus der Provinzialhauptsiadt. Gießen, den 23. Januar 1930. Leidenschaft und Vernunft. Es kommt wohl nicht selten vor, daß wir Worte des Tadels finden, wenn wir Menschen sehen oder von ihnen vernehmen, daß sie rückhaltlos ihrer Leidenschaft folgen. Es gibt ja so viel Unsinniges in der Welt, und fast alles hat seine Urfache in einer ungezügelten Lei bensch a f t. Sie macht blind für die Eingebungen der Vernunft, das Törichtste und Tollste macht sie möglich, das Derwerflichste führt sie durch. Wenn irgendeiner über Unglück klagt, man suche vorerst die Leidenschaft. Irgendwo ist sie verborgen. Vielleicht ist nicht der vorn Unglück Verfolgte der Schuldige, gleichviel, Leidenschaft wird doch ihre Hand mit im Spiele haben. Da ist eine Ehe unglücklich. Die Frau jammert, Kinder verwahrlosen, Ursachen Den Mann hat die Trinksucht, die Spielleidenschaft gepackt, oder er folgt dem Hang zum Nichtstun. Ich farmte eine Familie, die alle Voraussetzungen bot für ein glückliches Leben. Eine finanzielle Grundlage war da, ein Erbe. Die Frau hatte durch einge- brachtes Gut das Besitztum vermehrt. Die Möglichkeiten. zu verdienen, waren nicht ungünstig. Und doch dauerte es nicht lange, so war die Familie in Rot, und die Frau mußte mit viel Arbeit trachten, wenigstens das Schlimmste, den Hunger, von den Kindern, abzuwehren. Warum? Der Mann fand sausend Entschuldigungen dafür, daß er heute und morgen nichts arbeiten muhte. Bald war er gesundheitlich nicht auf der Höhe, dann wieder verschob er die Arbeit aus irgendeinem Grunde, er vertrödelte die Zeit, tändelte mit dem und jenem, nur einer zielbewuhten Arbeit wußte er sich hartnäckig zu entziehen. Was anderes als Leidenschaft ist es denn, wenn es auch nicht die himmelstürmende ist. von der die Jugend ,'uweüen schwärmt. Aber auch di: stürmende Leidenschaft ist nicht besser, denn sie ist meist ein Strohfeuer, das allerlei Unheil anrichtet, so daß die Menschen, wenn die Leidenschaft verflogen ist, sich fragen: Wie konntest du so töricht sein, so unsinnig handeln? Aber die Leidenschaft läßt sich wohl nicht ganz aus unferm Dasein verbannen. Und zuweilen vermag sie auch Gutes hervorzubringen. Manche große, schöne Tat wäre unterblieben, wenn die Leidenschaft nicht gewirkt hätte. Aber sie bedarf der Ueberwachnng: eS ist nötig, daß sie eine Aufsichtsbehörde über sich hat, und das kann nur die Vernunft sein, das Bemühen, ihr keine Herrschaft einzuräumen, wenn andere Belange ihr entgegenstehen, die wichtiger und größer sind als das. was die Leidenschaft zu erreichen strebt. Cs mag nicht immer leicht sein und es ist gewiß auch nicht bequem, seine Handlungen und sein Fühlen immer dem Richter dos Verstandes zu unterwerfen, aber es ist notwendig, wenn man nicht Gefahr laufen will, zu den Schiffbrüchigen zu zählen. Man kann einem Jähzorn steuern, wenn man will; einige schlimme Erfahrungen belehren darüber, daß es besser ist, ein to e n i g Zeit verstreichen zu lassen, bevor man dem Zorn die Tat folgen läßt. Man kann einer verzehrenden anderen Leidenschaft begegnen, wenn man sich fragt, ob das, was heute so wichtig genommen wird, in zehn Jahren nichts von seiner Wichtigkeit eingebüßt haben wird. Wir bewundern zuweilen Menschen, die rasch vorwärtskommen, und reden davon, daß sie Glück haben. Das Geheimnis ihres Erfolges hat mit Glück nur insofern zu tun, als sie das Gluck mit festem Willen gezwungen haben, ihnen günstig zu sein. Was sie getan haben, ist nur das: Sie haben Herrschaft über sich gewonnen, Herrschaft über ihre Leidenschaften, und damit werden sir Herren des Erfolges, des Glücks. S. Taten für Freitag 24 Fanuar. Sonnenaufgang 7,50 Uhr, Sonnenuntergang 16,35 Uhr. - Mondaufgang 3,52 Uhr, Mond- untergang 11,50 Uhr. 1679: der Philosoph Chr. Frhr. v. Wolff in Breslau geboren; — 1712: Friedrich der Große in Berlin geboren; — 1776: der Dichter E. Th. A. Hoffmann in Königsberg geboren. Gjetzcner Wochcnmarktpreisc Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: -Butter 130 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140. Wirsing 15 bis 20. Weiß- kraut 10 bis 15. Rotkraut 15 bis 20. gelbe Rüben 12 bis 15. rote Rüben 12 bis 15. Spinat 25 bis 35, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 30 bis 35. Feldsalat 100 bis 120. Endivien 80 bis 100. Tomaten 70 bis 90. Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 50 bis 80, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 4‘ 2 bis 5, Aepsel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15. Dörrobst 30 bis 35. Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130. Suppenhühner 100 bis 120. Gänse HO bis 130. Rüsse 50 bis 80 Pf. das Pfund; Tauben (Stück- 70 bis 90, Kisteneier 15 bis 16, frische Landeier 15 bis 16, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 30 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis 15. Lauch 5 biS 15. Rettich 10 biS 20. Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Kartoffeln der Zentner 3.80 bis 4 Mk., Wirsing 10 bis 12 Mk., Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Aepsel 10 bis 12, Dirnen 8 bis 10 Mk. Bornotizerr. — Tageskalender für Donnerstag. Industrie- und Handelskammer Gießener Hoch- schulgesellschaft: ..Volkswirtschaftlicher Kursus: Thema: Die für den Kaufmann und Gewerbetreibenden wichtigen Teile des Dürgerlichen Gesetzbuchs". 20.15 Uhr. Großer Hörsaal. — Ortsausschuß der Angestellten-Versicherung: Licht» bilder-Vortrag, 20.30 Uhr, im Caf6 Leib. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße. ..Aufruhr im Jung- gesellenheim". - Astoria-Lichtspiele: „Das Galeerenschiff". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen findet als große Vorstellung der Frankfurter Operetten-Gastspiele die Ausführung der Operette „Gin Walzertraum" statt. Spielleitung dieser entzückenden Strauh- operette hat Direktor Hans Baars. „Ein Walzertraum" hat bei seiner Premiere hier ganz ausgezeichnet gefallen. - Sonntag, 26. Januar, 18.30 Uhr, (Fremdenvorstellung) „Kyrih-Phrih". — Dienstag, 28. Januar, erste Wiederholung von „Die andere Seite" (Spielleitung Intendant Dr. Prasch). - Mittwoch, 29. Januar. Lustspielpremiere ..Du wirst mich heiraten" von Louis Verneuil. — Donnerstag, 30. Januar, einmaliges Gastspiel Paul Wegener „Der Gedanke". - Der Goethe-Bund vermittelt mit seinem nächsten, am Montag, 27. Januar, statt findenden Dichter abend die Bekanntschaft mit einer interessanten Dichterversönlichkeit: Alfred Reumann. Der Dichter hat auch in unserer Stadt eine große Lesergemeinde, so daß der Abend allseits wohl Beachtung finden wird. (Siehe heutige Anzeige.) — Der Bund „Haus und Schule veranstaltet am Freitag. 24. Januar, einen Familienabend in der Johanneskirche, bei dem Pfarrer Müller einen Vortrag halten wird über „Epipbaniasgedanken in Bezug auf die heutige Zeit Siehe gestrige Anzeige. — Oeffentlicher Vortrag des Jung- deutschen Ordens. Am morgigen Freitag, 20 Uhr, spricht in einem öffentlichen Vortrage, den der Jungdeutsche Orden Gießen im Casö Leib veranstaltet, Dr. jur. Reinhardt Höhn aus Jena, der Leiter der staatswifsenschaftlichen Abteilung des Ordensamtes, über die jungdeutsche Erneuerungsbewegung und den im Entstehen begriffenen christlich-nationalen und sozialen Block der Mitte. Der Redner wird sich dabei eingehend über den Weg, den die Volksnationale Reichsvereinigung gehen wird, aussprechen. Unsere Mitbürger seien hiermit auf diese Versammlung aufmerksam gemacht. (Siehe heutige Anzeige.) — „Entstehung und Heilung der Frauenkrankheiten." lieber dieses Thema veranstaltet der Naturheilverein Gießen am kommenden Montag im Katholischen Bereinshaus einen Frauenvortrag, bei dem Dr. Malech (Gießen) als Vortragender sprechen wird. Näheres in der heutigen Anzeige. * LU. Don der Landes-Universität Gießen. Einen Ruf an unsere Universität haben angenommen: der ordentliche Professor Dr. phil. Wilhelm Rudolph aus Tübingen auf die ordentliche Professur für alttestamentliche Wissenschaft, der ordentliche Professor an der Universität Prag, Dr. Theodor Mayer auf die ordentliche Professur für Geschichte; der ordentliche Professor an der Universität Utrecht in Holland. Dr. Heinrich Jakob auf die ordentliche Professur für innere Veterinärmedizin. — Professor Dr. Hirt, der Ordinarius für vergleichende indogermanische Sprachwissenschaft und Sanskrit, wurde zum Ehrenmitglied der Linguistic Society of America ernannt. L.U. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 26. Januar, vormittags 11.15 Uhr, Hn- bet in der Reuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Bertram. ” Die Vormerkungen für die Polizeilaufbahn gesperrt. Die Polizeiabteilung des Innenministeriums wird zur Zeit wieder in stärkstem Maße mit Gesuchen um Einstellung als Polizeianwärter in die Dereitschaftspolizei (früher Schutzpolizei) bedacht. Es wird deshalb von zuständiger Seite darauf hingewiesrn. daß seit dem 1. Januar die Vormerkliste bis auf weiteres gesperrt, ist. Für die Reueinstellung von .Polizeianwärtern, die alljährlich am 1. April und 1. Oktober erfolgt, sind bereits 120 Vormerkungen erfolgt. Der Gesamtbedarf beträgt für 1930 nach den jetzigen Plänen aber höchstens 50. •* Der Reubau der Handels- und Gewerbebank in der Goethestraße, der in den letzten Monaten des vorigen Jahres rasch emporgewachsen war, konnte dank der günstigen Witterung nach vorübergehender Einstellung der Arbeiten nun im Rohbau vollendet werden. Der Zimmermann hat das Dach, in diesem Falle ein flaches, auf das Haus gelegt und ein Däumchen kündet das bedeutsame Ereignis. Um nach althergebrachter Weise das Richtfest zu begehen, versammelten sich Bauherrschaft, Unternehmer und Arbeiterschaft gestern nachmittag im Aquarium, wo bei leiblicher Atzung und frohen Liedern durch verschiedene Ansprachen all derer gedacht wurde, die mitgeholfen hatten, ben Dau in feiner jetzigen Form zu erschaffen. Ganz befonbers brachte bas in poetischer Form ein gemeinschaftlich gesungenes Lieb, gebichtet von einem Mitglied« bes Aussichtsrates. zum Ausbruck. Es schildert die Entwicklung des Baues vom feuchten Grund heraus bis zum Dach, sowie im weiteren Verlauf bis zur Vollendung und ist ein hohes Lieb der Arbeit und des Handwerks. In dem Bau kann nun, da er unter Dach ist, weitergearbeitet werben, so daß eine größere Zahl Unternehmer und Arbeiter Beschäftigung finden, was gerade in der jetzigen Zeit, wo die behördliche Bautätigkeit fast vollständig ruht, zu begrüßen ist. Mit Ausnahme des flachen oberen Daches ist bas Bauwerk vollständig massiv hergestellt. Es bildet, sowohl von der Südanlage wie vom Seltersweg gesehen, ein markantes Stück Strahen- bild und wird dank seiner günstigen Lage in hervorragender Weise berufen sein, seinen Zweck zu erfüllen, ** Einen Reichsberufswettkampf d c r Angestelltenjugendzu dem alle Handels, chüler, Lehrlinge und yungangeftellte bis zu 20 Jahren (männlich und weiblich) zugelassen sind, veranstaltet am Sonntag, 26. Januar, in allen Orten Deutschlands zu gleicher Zeit, vormittags 11 Uhr, der Jugendbund bes Gewerkschaftsbundes der An- gestellten (GDA.). Die Teilnahme ist freiwillig und völlig kostenlos. Es werden einheitliche Ausgaben gestellt, unter denen sich jeder Teilnehmer wählen kann! Neben wertvollen Ehrenpreisen, u. a. eine Zeppelinfreifahrt von Dr. Hugo Eckener, sind zahl- reiche Ortsgruppen-- und Gauprcise für die besten Lösungen ausgesetzt. (Man beachte die heutige Anzeige.) Schühenbund Lahn-Dill-Hüttenberg. * Gleiberg, 21. Jan. Der Schützen- bund Lahn-Dill-Hüttenberg hielt dieser Tage bei Schühenbruder Riebergall in der Gleibergwirtschast seine diesjährige Bundesversammlung ab, die von dem ersten Bundesvorsihenden, Heiland (Steindors). geleitet wurde. Es wurde u. a. beschlossen, ab dieses Jahr ein Dundesschießen und ein Preisschiehen abzuhalten. Beim Bundesschiehen soll mit dem ersten Siege die Dundeskette und ein Geldpreis verbunden sein, die weiteren Preise sind Geldpreise, auherdem soll den drei ersten Siegern ein Diplom überreicht werden. Das Preisschiehen übernimmt für dieses Jahr der Schühenklub in Oberbiel, und zwar am 25. Mai. das Hauptbundes- schießen wurde dem Schühenklub „Roland" in Klein-Linden übertragen und soll am 3. August stattfinden. Die nächstjährige Bundesversammlung übernimmt ter Schützenverein von Steindorf. Die Vor- standswahl hatte nachfolgendes Ergebnis: l. Vorsitzender Heiland, Steindors, 2. Vorsitzender L e n h a r d t, Lönberg, 1. Schriftführer Schepp, Steindors, und Kassierer Stadler, Biskirchen a. d. Lahn. Oie Wetterlage. layen. 155! Km. ’o riä Tour Gworxenlos. O neuer. Qnaro Dedecnt, ® woiklo, • Gedeckt. •Reoe^ * Schnee odraupein. - Nebel T. Gewitter,©Windstille. -O-« ** leichter o$i -nissiger Südsüdwest q stürmischer NordWesl Ole Piene fliegen mit dem Winde. Die beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Limen verbinden Orte mit.gielchetg lutneeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das Hochdruckgebiet beherrscht weiter die Wetterlage. Während es die letzten Tage zu vielfacher Rebelbilduirg, welche auch tagsüber anhielt, führte, beginnt sich jetzt die Rebeldecke mefjr aufzulösen und Aus klaren herrscht vor. Auch in unserem Bezirk dürfte nur stellenweise die Rebelbildung noch anhalten und sonst mehr aufheiterndes Wetter zu erwarten sein. Dabei gehen die Temperaturen, welche sich seither wenig änderten, etwas mehr zurück und leichter Racht- froft tritt auf. Wettervoraussage für Freitag. Rur stellenweise nebelig, sonst wolkig mit Aufheiterung, leichter Rachtsrost. W i 11 e r u n gS a u S s ich t e n für Sa m s - t a g. Wenig Aenderung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 22. Januar: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 0,6 Grad; am 23. Januar: morgens — 0,5 Grad. Maximum 3,1 Grad, Minimum —1,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 22. Januar: abends 0,9 Grad; am 23. Januar: morgens 0,6 Grad Celsius. Amtliche Mntersporinachrichten. Harz. Braunlage: klar, minus 3 Grad, durchbrochene Schneedecke, Sportmöglichkeit nur stellenweise vorhanden. Schwarzwald. Feldberg: klar, 1 Grad, 25 Zentimeter Schnee, gekörnt, Ski- und Rodel- Möglichkeit gut. Alpen. Hirschberg: klar, 1 Grad, 60 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Rodel mäßig, für Ski gut. 9er Jnnentur-Jiiisverftaufim falomon WARTEN SIE mit ihren Einkäufen! — Der Ausverkauf bei S A L O M O N bringt Ihnen bedeutende Preis - Ermäßigungen und extra billige Angebote! 3WA beginnt kommenden famstag! Bummi- antenberg Dampf-Vulkanisieranstalt Reifenlager Gießen (Schulstraße 3), den 23. Januar 1930. 625D 0490 für sofort. Verkäufe Weinstube Seibel Ludwigsplatz U476 Achtung Hausfrauen! 609D Mitglied, dessen wir stets in Ehren gedenken. Weiterer Pension. 611D SsFKaffee 04/4 G. 5°/o Rückvergütung! 23L 603D HHtHHWHHHteeHHMMHHMMH« 1 den Gtesz. Anz. erb. 626D ein nicht. V- Neu - Gummierung Gummi-Reparatur Frankfurter Strabe 86 Fernsprecher Nr. 2138 Konsum-Mischung' 0 -IN Haushalt-Mischung ■ O474 Y Qfi bisher Pfund 3.00. .............. JÖlfcl LiVU Marke Gelbsiegel ipf7f Q 90 bisher Pfund 3.40................ 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Falls keines der Angebote für annehmbar befunden wird, bleibt die Ablehnung sämtlicher Angebote vorbehalten. Frankfurt (Main), 23. Januar 1930. Die Bauleitung. Preis-Abschlag für Nach langem, schwerem Leiden verschied sanft in dem Herrn unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater und Bruder Lorenz Keiser, Lehrer i. R. im Alter von 76 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Josef Keiser. Gießen (Ostanlage7 I), Offenbach, Bardenhagen, Neckar- Steinach, den 22. Januar 1930. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Januar, nachm. 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Das Seelenamt wird Freitag, 24, Jan. um 6V2 Uhr gehalten. -1471 11.088.1 Freitag, 24. Januar, pünktlich 7 UhrabdS. Jugendversammiung Jugendliche u. Schüler haben A" erschein. MiigL die sich für die Jugend tnierepter., willtonimen. 630 D DirJagendansschuB. B24. I. 8 Uhr B.-R. 8*/, Uhr bend. [I8D Filialen in allen Stadtteilen! DnrchUmzug hierher bin ich gezwungen SAttbnev rebhuhns. 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Der Dortragende, der in den letzten Iahren wiederholt Gelegenheit hatte, das Land zu bereisen, führte etwa folgendes aus: Lieber die Geschichte des Dergwe ens der Andenlande vor der Zertrümmerung des Inka- reiches durch die Spanier wissen wir so gut wie nichts. Aus den ungeheuren Schätzen an Gold, Silber und Smaragden, die man erbeutete, kann man indessen den Schluß ziehen, daß sowohl der Edelmetallbergbau, als auch die Gewinnung der Smaragden schon bei den Inkas in Dlüte stand. Die Spuren inkaischer Goldwäschereien hat man an vielen Orten gefunden. Aber auch Kupfer und Zinn find schon in den ältesten Zeiten gewonnen worden. Die Goldgewinnung hat in Do- livien nach Eroberung des Landes „ durch die Spanier keine große Dolle mehr gespielt. An- kangs beschränkte man sich auf das Verwaschen von Flußgeröllen, besonders auf der Ostseite der Cordillera Real. Als um die Jahrhundertwende die Amalgamation aus Mexiko eingeführt wurde, ging man auch an den Abbau von Goldquarzgängen. Heute ist der Goldbergbau in Bolivien fast völlig zum Erliegen gekommen. Ungleich wichtiger war in spanischen Zeiten das Silbe r. Das Hauptvorkommen bildete der berühmte Silberberg, der Cerro Rico' in der Rühe von P o t o s i, der den Spaniern 30 000 Tonnen Silber geliefert hat. Außer gediegenem Silber wurde hauptsächlich Silberglanz und Rotgiltigerz abgebaut. Heute ist an Stelle des Silbers in Potosi längst das Zinn getreten. Rur einige Tonnen Silber fallen monatlich als Rebenpro- dukte. Der Gipfel des Eerro Rico ist. durch 3000 Stollen unterfahren, auf die 500 Besitzer entfallen. Weniger wichtig ist die zweite Silberstadt Boliviens, Oruro. Zwanzig deutsche Firmen arbeiten hier im Handel. Auch hier ist das Zinn heute bereits wertvoller geworden als das Silber, wie überhaupt augenbl'.cklich in Bolivien der Zinnstein das am meisten geförderte Erz darstelit. Die Zinngrube ßnramacota. welche den Dorzug hat, die höchste Arbeitsstätte der Welt zu sein, liegt 5600 Meter hoch. Die reichste Zinncrzlagersiälte Boliviens, Llnika-Llallagua, unweit von Oruro, fördert allein jährlich 20 000 Tonnen Zinn gleich 13 Proz. der Weltproduktion. Don anderen Metallen, die Bolivien erzeugt, ist außer Blei, Zink, Antimon, Wismut und Wolfram in erster Linie Kupfer zu nennen. Don den vielen Kuvferlagerstätten der Westanden wird bisher nur Corocoro im Großbetrieb ausgebeutet. Haupterz ist hier nicht mehr gediegenes Kupfer, dem die Indianer während der Kolonialzeit nachgingen, sondern Kupferglanz. Mit einer Iahreserzeugung von 8000 Tonnen Kupfer spielt Corocoro eine wichtige Rolle im Haushalt Boliviens. Antimon- und Wolfram-Bergbau standen besonders im Weltkriege in großer Blüte. Die Grube T a s n a deckt den Weltbedarf an Wismut. Don Interesse ist noch, daß die bolivianischen Wismuterze früher in Gießen bei Trom raffiniert wurden. Die reichen Zinkerzlagerstätten sind erst in neuerer Zeit untersucht worden. Der Dortragende gab während seines Vortrages an Hand von gut gelungenen Lichtbildern ein eindringliches Bild von der Morphologie des Landes und machte ferner die Zuhörer mit den großen Abbau- und Transport- Das neue hessische Sieueworanszchluugsgeseh. Wie in den Dorjahren, so ist auch für 1930 ein Steuervorauszahlungsgeseh erforderlich, da sich schon jetzt übersehen läßt, daß bis zum Beginn des Steuerjahres 1930 (1. April 1930) die endgültigen Steuerbescheide für dieses Iahr noch nicht zugestellt sein können. Die Rücksicht auf die Staatsfinanzen und auf die Finanzen der Gemeinden und Gemeindeverbände, sowie aus die Steuerzahler verlangt aber, daß in der Einziehung der lausenden Steuern keine Unterbrechung eintritt. Dasselbe dürfte auch für die späteren Iahre gelten. Zwar darf man hoffen, daß die Reichsgesehgebung auf dem Gebiete der Realsteuern und der Gebäudeentschuldungssteuer im Laufe des Winters zum Abschluß kommen wird, und es ist daher nicht unwahrscheinlich, daß schon für 1931 das Steuervorauszahlungsgeseh wieder etwas angeyaßt werden muß. Anderseits läßt sich Bestimmtes darüber zur Zeit nicht sagen, und gerade deshalb erschien es der . hessischen Regierung zweckmäßig, nunmehr ein Steuervorauszahlungsgesetz zu erlassen, dessen Geltungsdauer nicht von vornherein auf ein Jahr beschränkt ist. Rach Artikel 1 Absatz 1 des neuen Stcuervor- auszah.ungsgesehes vom 10. Dezember 1929 (Reg.» Blatt Sir. 20 von 1929) sind bis zur Zustellung der Steuerbescheide über staatliche Grundsteuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbesteuer für ein Rechnungsjahr zweimonatliche Vorauszahlungen auf diese Steuern von je einem Sech st el der zuletzt festgesetzten Iahressteuerschuld zu entrichten. Ist die Iah- rcssumme der bei der demnächstigen Skranlagung festzusehenden Grundsteuer, Sonderqebäudesteuer und Gewerbesteuer eines Steuerpflichtigen voraussichtlich um mehr als 100 Älk. höher als die Iahressumme der Vorauszahlungen, die festzusehen wären, so können die Vorauszahlungen abweichend von der allgemeinen Vorschrift festgesetzt oder im Laufe des Rechnungsjahres neu festgesetzt werden. Eine derartige Vorschrift fehlte seither. Das Gegenstück hierzu ist die Skftimmung in Artikel 1 Absatz 3: Wenn ein Steuerpflichtiger glaubhaft macht, daß demnächst bei der Veranlagung seine Steuern voraussichtlich um zusammen mehr als Vs oder mehr als 100 Mk. hinter der Summe der Vorauszahlungen zurück- bleiben werden, so ist auf Antrag der Unter- schiedsbetrag bis zur Zustellung des Steuerbescheids zu stunden. Die Fälligkeitstermine sind die gleichen, wie bisher. Eine Schonfrist von 10 Tagen ist zugebilligt. Es ist beabsichtigt, den Vorauszahlungsbescheid für 1930 mit dem endgültigen Steuerbescheid für 1929 zu verbinden. Die Vorauszahlungen für ein Rechnungsjahr sind auf die endgültige Grundsteuer, Sondergebäudesteuer und Gewerbesteuer für dieses Jahr anzurechnen. Die Umstände, die den Erlaß eines Voraus- zahlungsgesehes für die Staatssteuern erforderlich machen, bedingen auch die entsprechenden Maßnahmen für die Steuern der Gemeinden und Gemeindeverbände. Rur ist die Sachlage hier insofern anders, als den Gemeinden und Gemeindeverbänden die rechtliche Möglichkeit gegeben werden muß, schon bei Anforderung der vorläufigen Steuerbeträge von den vorjährigen abweichende Steuersätze anzuwenden, da sich die Finanzlage einer Gemeinde von einem Iahr zum anderen erheblich ändern kann. Deshalb die Unterscheidung zwischen Staats steuervorauszahlungen und vorläufigen Kommunal steuern. Rach Artikel 6 Absatz 1 des Gesetzes ist der Minister des Innern ermächtigt, anzuordnen, daß die Gemeinden, Kreise und Provinzen berechtigt sind, bis zur Zustellung der endgültigen Steuerbescheide für ein Rechnungsjahr Grundsteuer, Son- dergebaudesteuer und Gewerbesteuer vorläu - f i g nach den Besteuerungsgrundlagen des Vorjahres zu erheben. Der zweite Absatz des neuen Steuervoraus- zahlungsgcsehes bringt verschiedene Aenderungen des Sondergebäude st euergesetzes. Die Steuersätze sind nicht geändert. Reu eingesetzt ist die Bestimmung, daß auch, wenn nicht die zulässigen Höchstsätze erhoben werden, für Gemeinden und Gemeindeverbände zusammen der höhere Steuersatz zum niederen Steuersatz im Verhältnis von 77:70 stehen muß. Bekanntlich beträgt die kommunale Sondergebäudesteuer für Gebäude über 7000 Mk. Wert 77 Pf. und für Gebäude bis zu 7000 Mk. Wert 7p Pf. je 100 Mk. Bei den Aenderungen des Sondergebäudesteuergesetzes handelt es sich um solche, die bei der im Gange befindlichen erstmaligen Veranlagung sich als unbedingt erforderlich erwiesen haben. schwierigkeiten bekannt, die dem Bergmann in Bolivien säst überall in den Hochgebirgen entgegentreten. Aeußerst interessant war auch die Schilderung der Lebensverhältnisse der Bergleute und besonders der Kämpfe, die sich unter den Besitzern der einzelnen Grubenselder oft in den schärfsten Formen im Innern der Berge mit Schwefel, Pfeffer und Dynamit abspielen. Lieber die Wirtschaftslage des Landes ist folgendes zu sagen: Bolivien ist ein reines Bergbauland. Produktion und Export decken sich. S3er- brauch und Verarbeitung im Lande selbst findet nicht statt. Die Exportzölle stellen die Haupteinnahmequelle des Staates dar. Infolge der niedrigen Preise für Zink, Blei, Zinn und Antimon fehlen dem Staat die notwendigen Einnahmequellen. Daher die katastrophale Lage der bolivianischen Wirtschaft. Trotz des schlechten Zinnpreises ist die Erzeugung übrigens nicht im Abnehmen begriffen. Die kleinen Erzeuger haben ihre Betriebe zwar schließen müssen, dafür arbeiten aber vier oder fünf kapitalkräftige Gesellschaften um so intensiver. Im letzten Iahre erreichte Bolivien mit 40 000 Tonnen Zinnerzeu- gung die zweite Stelle in der Liste der zinnerzeugenden Länder der Welt. Trotzdem ist die Regierung durch chronischen Geldmangel in ihren Entschlüssen behindert und ganz und gar von der Güte der Rordamerikaner abhängig. Dr. F. K. ** Zuschlag zur Vermögenssteuer. In den von Bücherrevisor Hermann Will in Gießen hcrausgegibenen „Aktuellen Steuerfragen" lesen wir: Auf die Vermögenssteuer 1929 wird nach § 9 des Gesetzes über die Feststellung des Reichshaushaltsplanes für das Iahr 1929 ein außerordentlicher Zuschlag von 8 Proz. erhoben. Dieser ist nach der Verordnung vom 23. Dezember 1929 am 5. Februar 1930 zu entrichten. Erfolgt die Zustellung des Vermögenssteuerbescheides erst nach dem 15. Februar 1930, so ist er gleichzeitig mit der der Zustellung folgenden Vierteljahressteuer zu zahlen. Orient und Rordland im Film. Man schreibt uns: Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße werden die beiden Reise- und Kulturfilme der Hamburg-Amerika-Linie zu einer Morgenvorführung am kommenden Sonntag, 26. Ian., 11.15 Llhr, vereinigt, Eindrücke von eindrucksvoller Schönheit bringen. „Der Orient, die Wiege Europas" benennt sich der Großfilm. der in fünf Sitten zu den alten Kulturländern am Mittelmeer in einer Fahrt des Ver- gnügungsreisedampfers „Oceana" der Hapag führt. Die Wunder Venedigs, der Adria, Griechenlands, Konstantinopels und Palästinas, das alte und neue Aegypten und Rordafrika, zuletzt Reapel und Rom rollen sich vor den Beschauern in künstlerischen Aufnahmen ab. An die Bilder des sonnbcglänzten Mittelmeers schließt sich das Land der Mitternachtssonne In dem einaki gen Film ..Rordischer Sommer", eine Rord- landfahrt des Dampfers „Slcfolutc“ nach den alpinen Landschaften der norwegischen Fjords, dem Rordkap und den Grenzen der Arktis an. Auf Veranlassung der Gießener Vertretung der Hapag, des Reiscbureaus Loeb, Seltersweg, wird die Vorführung von einem Vortrag des Redakteurs Adrian Mayer, Frankfurt a. M. begleitet fein. Räheres ist aus der morgigen Anzeige ersichtlich. Oberhessen. Kein Berussbirroermeister in Aidöa. H Ridda, 23. Ian. (Eigener Drahtbericht des „Dich. Anz.") Der RiddaerGemeinde- r a t lehnte in feiner Sitzung von gestern abend, die von sämtlichen Gemeinderatsmitgliedern besucht war, den sozialdemokratischen Antrag auf Anstellung eines Derufsbürgermei- sters für die Stadt Ridda mit 9 gegen 4 Stimmen a b. Damit ist nun auch im Gemeinderat, in Liebereinstimmung mit der Stellungnahme der Bürgerschaft in z'.vei öffentlichen Wählerversammlungen, Die Entscheidung zugunsten eines ehrenamtlich tätigen Bürgermeisters gefallen. Landkreis Gießen. X Wieseck, 22. Ian. In der Reihe dev Veranstaltungen unserer Kirchengemeinde für ihre Schuljugend brachte der letzte Sonntag in einer Lichtbild st un de eine Wanderung durch die Schönheiten der „Sächsischen Schweiz" und einen Gang durch die „Deutsche Missionsgeschichte". In einer Misfions- stunde am Abend zeigte der Ortsgeistliche m einer neuerschienenen Filmostoreihe des Deutschen Evangelischen Filmdienstes Bilder von der Missionierung Deutschlands und Bilder, d:e in geschichtlich wertvollem Material die Mission von Deutschland aus behandelten. y Ruttershausen, 22. Ian. Während in manchen Gemeinden die Bürgermeister- w a h l große Leidenschaft, Llneinigkeit und oft üble Folgen hervorruft, ist hiervon in unserer Gemeinde lobenswerterweise nichts zu spüren. Zur Wahl des Bürgermeisters, die nach Anordnung der Behörde am vorigen Sonntag ftatt- zufinden hatte, war nämlich nur e i n Wahlvorschlag, lautend auf den Rainen des seitherigen Bürgermeisters Heinrich Schwarz eingegangen. Somit konnte eine eigentliche Wahl mit ihren zweifelhaften Folgen unterbleiben, und das genannte Dorfoberhaupt war einstimmig toie- dergewahlt. Das Resultat ist für den Gewählten, wie für die Gemeinde gleich ehrenvoll. Bürgermeister Schwarz tritt damit in die zweite Wahlperiode ein. Der Gesangverein Ruttershausen unter der Leitung seines Dirigenten Sl i c o I a i, Großen-Duseck, brachte dcm wiedergewählten Ortsoberhaupt am Abend nach einem Fackelzug ein Ständchen dar, in dessen Verlaus der Vereinsvorsihende Schubbecker dem wiedergewählten Bürgermeister in einer Ansprache Dank für sein bisheriges Wirken zum Wohle der Gemeinde sagte und ihm zur Wiederwahl herzliche Glückwünsche aussprach. Bürgermeister Schwarz dankte darauf für alle ihm bereiteten Ehrungen mit herzlichen Worten. Z Beltershain, 21. Ian. Der im 65. Lebensjahr stehende Landwirt Ludwig Hornmann verunglückte heute abend in der Scheuer seines Neffen, des Bürgermeisters a. D. und jetzigen Gemein- derechners Hornmann, bei dem er lebte. Beim Futterholen stürzte er so unglücklich von der Leiter, daß der Tod in wenigen Augenblicken eintrat. Der Hofbesitzer fand seinen Onkel in der Scheuertenne liegend vor. Der sofort herbeigeholte Arzt Dr. Fuldat (Grünberg) konnte nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen, der infolge Genickbruches erfolgt mar. Der auf so tragische Weise Verunglückte war unverheiratet, sein Tod wird in der Familie seines Bruders und Nef- „Schöner Gigolo..." Die Romantik des Eintänzers. Lieber die Romantik des Eintänzers, des Gigolo, zu schreiben, ist eine Forderung des Tages, und wie soll man sie überhören, wenn einem aus allen Grammophonen, Lautsprechern, von allen Cafekapellen unö allen Gassenjungen entgegengesungen wird: „Schöner Gigolo, armer Gigolo...", der so zart apostrophiert wird, um gefragt zu werden, ob er noch denke „der alten Zeiten", auf die sich dann zwanglos „durch die Straßen reiten" reimen kann. Zum Schluß kommt die erstaunliche Feststellung: „Man zahlt und du mußt tanzen". Man merkt, es soll hier der Eintänzer so romantisch umflort werden: „Lache Bajazzo..ist auch hier die Parole. Es ist eine sehr seltsame Zeit: sie nennt sich nüchtern, sachlich, baut die kahlsten Fassaden, die jemals da waren, erfindet Stühle, die nur einen Stuhlbegriff darstellen, verdammt jeden Stich von der Wand, die radikal kahl sein muß, aber sie stöbert in allen Winkeln umher, und wo sie noch einen Fetzen Romantik entdecken kann, bläst sie ihn auf. Oder empfindet diese Zeit eine leise Reue darüber, daß zu Vieles zu schnell und übergangslos verging, sucht sie es zu halten, wenigstens in Erinnerungen? In Paris wird einem erzählt, jeder dritte ober vierte Chauffeur sei ein Russe und von den Russen mindesteirs jeder zweite ein Großfürst: in den Spiel, älen von Zoppot oder Monte Carlo, murmelt man, sei jeder Krupier bekanntlich ein höherer russischer Offizier: sogar in Ragufa, das, von diesen mehr weltlichen Dingen noch unberührt, den stillen Traum seiner großen Landschaft trägt, gibt es einen Chauffeur, von dem geflüstert wird, er sei ein russischer Oberst. Don diesem übrigens in seinem Beruf sehr trefflichen Fahrer wenigstens kann man feststellen, daß er ein schlichter und einfacher Mensch aus dem Kaukasus ist, die Legende von dem russischen Obersten kennt und duldet er mit wehmütigem Lächeln: schon manch einer, meint er, sei um ihretwegen mit ihm gefahren. Es ist anzunehmen, daß es mit den übrigen russischen Edelleuten, Kavalieren und Offizieren auch nicht anders bestellt ist, denn so viele Großfürsten kann es niemals zugleich gegeben haben. Aber gleichgültig: die Zeit braucht sie, sie braucht die von ihren Schlössern vertriebenen Adligen, die entthronten Größen, den verarmten Reichtum. Sie braucht ihn, also wird er erfunden, offenbar zu dem Zweck, irgendwo in der Welt noch Reste toerftreuter Romantik und heruntergekommene Aschenbrödel zu wissen, sie zu bemitleiden und sich selbst mit jenen zu vergleichen. Es ist noch nicht lange her, da waren die Aschenbrödel immer weiblichen Geschlechts, und die Prinzessinnen schlummerten hinter Dornenhecken und warteten darauf, daß sie von edelmütigen Rittern erlöst würden, und dem Befreier wurde, so ist es im Märchen und im Leben, Herz und Hand, Krone und Land geschenkt. Reuerdings haben die Aschenbrödel und eingekerkerten Prinzessinnen das Geschlecht gewechselt und sind männlich geworden: Krupiers, Chauffeure, Eintänzer. „Vergangene Zeiten ... durch die Straßen reiten...“ Run ist gar der Gigolo angedichtet und angesungen worden, es gibt eine Gigolo-Romantik und es kann eine Gigolo- Tragödie geben, es kommt nur darauf an, daß sie geschrieben werde, denn am Berliner Kurfürstendamm, der Stätte der Gigolos, ist fein Ding unmöglich. Aber dieser Tänzer ist fein Tanzlehrer, sondern hat einen anderen Charakter, er ersetzt eigentlich einen Abwefenden, den Ehemann, den Freund, den Bekannten, der nicht immer Zeit hat, den Füns-Llhr-Tanztee zu besuchen. Der Tänzer ist dazu da, die einsame Frau für diese Tanzstunden über irgendeinen Mangel ihres Daseins hinwegzutäuschen und ihr den Aufenthalt in diesem Lanzraum so angenehm zu machen, daß sie bald wiederkommt. Hierfür wird er mit einem kleinen Geschenk abgefunDen, das man bei anderen Berufen ein Trinkgeld nennt. Aber es ist unter keinen LImständen einzusehen, wo hier die Romantik liegen soll. Aber es sollte einen Gesühlslomplex geben, der alle romantische Llmkleidung dieses Berufs geradezu ausschließt. Eine Aufforderung zum Lanze war einst etwas Freiwilliges, ja, sie bedeutete sozusagen den Gipfel aller Freiwilligkeit, sie war zugleich eine Art Wahl und eine ganz bestimmte Andeutung. Ieht hat man dieses System umgekehrt: das Dornröschen ist es müde geworden, ihren Mauerblümchenschlaf weiter zu schlafen, denn der Gigolo ist in die Erscheinung getreten und holt sie zum Blues, aber daß er dafür bezahlt wird, nimmt seiner Handlung leider alle Freiwilligkeit und alles Verdienst. O nein, der Gigolo ist nicht, wie sein kulturgeschichtlicher Detter, der Cicisdeo, einer, der aus Leidenschaft entsagungsvoll dient, der Tänzer lebt vom Tanzen und will dafür seinen Lohn. Das ist ein ganz glattes Geschäft, und peinlich ist nur der Llmstand, daß sich ein Mann von einer Frau für etwas bezahlen läßt, was früher unter den Begriff des Chevaleresken und Selbstverständlichen gefallen ist. Man braucht über die Erscheinung der Tänzer nicht erfreut zu sein: aber man kann sie hinnehmen, wenn sie sich nur nicht von einem Schlagerkomponisten romantisch drapieren lassen wollte. Das „in vergangenen Zeiten durch Die Straßen reiten" ist eine übelsentimentale Kulisse, aber die entscheidende Tatsache, daß ein Mann für einen Kavalierdienst von einer Frau bezahlt wird, wird mit den Worten: „man zahlt" bemäntelt. Wenn es einen Gigolo-Verband E. V. geben sollte, mag er dafür sorgen, daß dieser Schlager von der Romantik des Eintänzers möglichst bald verschwindet. Er hätte ihn überhaupt nicht aufkommen lassen dürfen, er müßte ihm selbst allzu blamabel in den Ohren klingen.. A. Bubikopf mit sechzehn Scheiteln. Der Wunsch, sich zu verschönern, ist dem Menschen eingeboren, und nicht etwa nur dem weiblichen Geschlecht. Wie im Tierreich das Männchen so häufig durch die Pracht seiner Erscheinung das Weibchen aussticht, so erscheint auch bei den primitiven Kulturen der Herr der Schöpfung in reichem Schmuck, zumal er meist mehr Zeit hat als die mit der Hausarbeit beschäftigte Ehehälfte. Die Eingeborenen des früheren Deutsch- Ostafrika, des jetzigen Tanganjika-Gebietes, sind besonders versessen auf alle möglichen Zierden, und so bietet eine Auswahl ihrer Schmuckformen, die Dr. Martin Rikli in der bei Hugo Ber- mühler in Verlin erscheinenden Monatsschrift „Der Erdball" mitteilt, ein buntes Bild der tollsten Einfälle. Die Siegerinnen, bei denen der spärliche Haarwuchs ein Rassenmerkmal ist, sind daher zum Bubikopf schon viel eher gezwungen worden, als er in Europa modern wurde. Sie widmen aber dafür dem in kurzem Herrenschnitt gehaltenen Haar größte Aufmerksamkeit. Das 4 bis 5 Zentimeter lange Haar wird mit einem hohen Kamm ausgekämmt, dann tüchtig eingefettet. und dann werden in Abstand von 2 bis 3 Zentimeter bis zu 16 parallel verlaufende Scheitel gezogen. Dabei wird das dazwischenliegende Haar unf ein Holzstäiochen gedreht und dann sorgfältig aus dcm zusammengeklebten Wulst herausgezogen. Eine solche Prozedur dauert sechs bis acht Stunden, wird wöchentlich von neuem vorgenommen und verschlingt einen ganzen Tagelohn eines Ehemannes. Die ostafrikanische Schöne trägt dicht zusammengerollte bunte Papierstreifen im durchlochten Ohrläppchen, und in der Rase häufig eine zierliche Rosette, die aus Indien eingeführt wird. Während die Frauen ihre prachtvollen Zähne bisher noch nicht künstlich „verschönert" haben, schleifen sie die Männer in einer höchst schmerzhaften Operation spitz zu. Die Frauen rasieren sich alle Iahre einmal mit einem Glasscherben die Kopfhaut glatt, in der Hoffnung, daß das tiefschwarze Haar dann länger wachsen werde. Die Männer aber tragen bis auf ein kleines Haarkränzchen die Kopfhaut stets vollständig kahl. Brandmäler sollen dem männlichen Gesicht ein kriegerisches Ansehen verleihen- Am groteskesten ist der Ohrschmuck, der bei den bisher noch wenig erforschten Wambugu im Llsambara-Gebirge in gewaltigen Gehängen besteht. Das durch das Ohrläppchen gestochene Loch reicht dazu bei weitem nicht aus, denn die Frauen tragen oft viele Ohrringe, die aus Eisen verfertigt, mit Glasperlen beseht sind und mehrere Kilo wiegen. Die Ohrläppchen werden daher immer mehr, ausgeweitet, und damit sie nicht ausreihen, sind die Ringe vom Kopf aus mit Lederriemen befestigt. Diese furchtbare Schmucklast wird während der Arbeit, ja sogar bei Rächt getragen. Es gelang Rikli nicht, ein solches Ohrgehänge zu erwerben, Denn die Frau erhält diesen Schmuck erst bei der Hochzeit von ihrem Vater, und zu einer Hochzeit mit einer Wam- bugu-Dame konnte sich der Forschungsreisende doch nicht entschließen. Die Massai-Wänner weiten zuerst mit einer Radel, dann mit einem Holzstäbchen die Ohrläppchen aus; manchmal tragen sie Konservenbüchsen im Ohr, bis Der nötige Platz geschaffen ist, um den Schmuck aus Messing oder Kupfer eiirzuhängen. Als besonders wertvoller Ohrschmuck gelten Sicherheitsnadeln. Die Massai haben auch einen regelrechten Zopf, Der aus vielen, mit rotem Lehm beschmierten Zöpfchen zusammengeknotet und in einem ledernen Futteral getragen wird. Damit der Zopf grade nach unten hängt, wird er beschwert, und stolz hängt der Häuptling eine Patronenhülse an fein Ende. In manchen Gegenden wird auch Der Zopf mit einem DinDfaden über Die Stirn gebunden, so daß er aus Der Ferne fast wie ein Helm aus- sieht. Es ist kaum glaublich, was eine Massai- Frau alles an ihrem Hals trägt. Oft ist es ein halbes Warenhaus, Denn neben Messingspiralen, Kupferringen, Goldstücken und Lederkugeln fiirden sich gestohlene Telegraphendrähte, Klaviersaiten, Verschlüsse von Bierflaschen oder Gummiringe von Marmeladenbüchsen. An der Küste, wo der europäische Einfluß stärker ist, bemalen sich die Rikscha-Leute die Füße mit weißer Farbe... um Strümpfe vorzutäuschen. fcn dennoch eine rechte Lücke reißen, da er sich in der Landwirtschaft bis zur letzten Stunde recht nützlich gemacht yat. z Göbelnrod, 21. Ian. Eine gemeinsame Sitzung des G e m e i n d e r a t e s und des Schulvorstandes sand heute hier statt: als Vertreter der Baubehörde nahm Oberbaumspek- tor KimP el daran teil. Die Pläne zum Ne ubau des Schulsaales sind vom Kreis- schulamt und Kreisgesundheitsamt genehmigt, so daß der Bau zu dem vorgeschrie>enen Zeitpunkt — 15 März — begonnen werden kann. Das Kreisgesundhcitsamt hatte den Einbau einer Babeeinrichtung in das Kellerge choß des Neubaues vorgeschlagen. Die e Frage stand rn der Sitzung zur Entscheidung. Allgemein wurde dre Nützlichkeit und Notwendigkeit einer solchen Anlage anerkannt. Da aber die Gemeinde finanziell schon durch den Neubau stark belastet wird, scheute man vor einer neuen Belastung zuruck. Die Anlage wurde jedoch nicht abgelehnt, fontern nur zurückgestellt, bis eine Finanzierung möglich erscheint. Weiter wurde beschlossen, daß bet dem Ausbau des Kellergeschosses bereits alle baulichen Vorkehrungen getroffen werden, um die Anlage später leicht einrichten zu können. Für die Einrichtung der Badeeinrichtung, die nicht nur der Schuljugend, sondern auch den übrigen Gemeindegliedern zugänglich sein soll, lag cm Kostenvoranschlag der Firma Appel, Gießen vor. Die Anlage ist als Brausebad geplant und hätte sich nach der Berechnung des Bau- sachverständigen auf 2000 Mark gestellt. Im Interesse unserer Gemeinde wäre es zu begrüßen, wenn das Projekt bald ausgeführt werden konnte. * Queckborn, 21 Ian. Bei Drainagearbeiten in der Flur Hegrich wurden hier von Herrn Heinrich Hehlervorgeschichtliche Scher- b e n f u n d e gemacht. Sie lagen in einer horizontalen Schicht üreiviertel Meter tief. Darunter befand sich eine 15 Zentimeter starke schwarze Erdschicht ohne weitere Einschlüsse. Die Scherben find von sehr großen Gesäßen, fast fingerdick, schwarz mit einer äußeren rötlichen Ninde und ohne Zeichnung, innen glatt. Sie gleichen den vor einigen Iahren etwas weiter oberhalb auf Grünberger Gemarkung „in der Höll" ausgegrabenen Stücken. Wie diese sind sie offenbar die Deckung eines Brandgrabes. Das Grab scheint nur ein einzelnes zu sein, denn die zahlreichen langen Drainagegräben in der Flur haben keine weitere Fundstelle angeschnitten. Die Fundstelle, dicht am Wie engrund gelegen, zeichnet sich durch nichts als höchstens den Namen Hegrich aus. Es ist dies die fünfte Stelle, wo in der Nähe von Queckborn vorgeschichtliche Funde nachgewiesen sind. Es kann nur gebeten werden, bei Erdarbeiten auf schwarze Stellan im Hellen Lehm besonders zu achten und Scherben- oder dergleichen Funde zu bergen bzw. zu melden. — Lich, 20.Ian. Einem seit Iahren geübten Brauche zufolge gestaltete der hiesige Krieger- verein fein diesjähriges Winterfest wieder zu einem großen Militär-Konzert, das am gestrigen Sonntagnachmittag in Steins Saalbau stattsand und einen starken Besuch auswies. Ausgeführt wurde das Konzert vom Musikkorps des Grenadier-Bataillons 15 aus Gießen unter persönlicher Leitung von Obermusikmeister L ö - her. Eine außerordentlich reichhaltige Vortragsfolge füllte den genußreichen Nachmittag. Im ersten und zweiten Teil herrschte die Streichmusik, im dritten Teile kamen die Blasinstrumente zur Geltung. Neben Werken großer Meister fehlte auch volkstümliche Musik nicht. Das Publikum nahm die künstlerischen Darbietungen der sehr beliebten Gießener Kapelle mit lebhaftem Beifall auf. Der Vorsitzende des Kriegervereins, Stadtrechner Louis Häuser, nahm Gelegenheit, dem Musikkorps in herzlicher Ansprache für die künstlerisch-vollendeten Leistungen $u danken. Das gemeinsam gesungene Deutschlandlied beschloß das eindrucksvoll verlaufene Konzert, dessen Neinertrag wohltätigen Zwecken dienen soll. ' Kreis Friedberg. Friedberg. 20. Ian. Der Obst- und Gartenbauverein für den Kreis Friedberg hielt hier seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab. Der stellvertretende Vorsitzende, Direktor Dr. S chad , konnte eine größere Zahl von Gästen begrüßen, u. a. Oekonomierat Breidenbach vom Landwirt- scha'tskammeraiulfchuß, Land.sin p?cker Pfeif- f e r (Darmstadt), Kre>sobstbau.n peltor M a z a - r i n (Worms). Der Geschäftsbericht von Gartenbauinspektor Neutsch hob besonders die ge- markungsweise vorgenommene älrnp^ropfung hervor. Nach Dem geschäftlichen Teil sprach Kreisobstbauinspektor M a z a r i n (Worms) über das Thema: „Sind Ob st Märkte in Ober- Hessen geeignet, einen besseren Ab - s a h h e r b e i z u f ü h r e n ?" Er kam zur Bejahung der Frage. Für Oberhessen fei das Wirt- fchaftsobst die gangbarste Ware auf dem Markte. Allgemein müsse die Forderung erhoben werden, daß die deutschen Obstzüchter auch im Winter gutes Obst liefern tonnten. Dr. Schad stellte in der Aussprache eine eingehende Prüfung des Friedberger Obstmarktes in Aussicht, ferner die Einrichtung eines Obstmarktes in Buh- ^Steinfurth, 20. Ian. Unser zum Gau Hessen gehörender Turnverein kann in diesem Iahre auf fein 2 5 jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diefem Anlaß soll im Mai eine lokale Iubiläumsfeier stattfinden. Die gestrige Generalversammlung sprach sich über die Gestaltung derselben bereits eingehend aus. Kreis Alsfeld. T Ober-Ohmen, 21. Jan. Unsere Schule hatte dieser Tage zu einem Lichtbildervortrag eingeladen, dessen Reingewinn zur Anschaffung eines Lichtbilderapparates dienen sollte. Jugendpfleger Engels zeigte in schönen Originäl- aufnahmen Bilder van der Entstehung und dem Bau des Luftschiffes „Z R IIP und seiner Abliefe- rungsfahrt nach Amerika. Im zweiten Teil des Abends führte der Redner die Zuhörer an den alten Vater Rhein. Mit launigen Worten begleitet, ließ er alle die herrlichen Flecken und Orte von Mainz bis Koblenz im Bild an unseren Augen vorübergleiten. Oer Diebstahl im hessischen Ministerauto. WSN. Rüsselsheim, 22. Ian. Gelegentlich einer Haussuchung im benachbarten Flörsheim bei einem angeblich bekannten Autodieb wurden auch die aus dem Auto des hessischen Innenministers Le u sch ne r am Samstag gestohlenen Mäntel vorgefunden. Der in Frage kommende Mann, ein 34jähriger Kriegs- ftwalide, leugnet, die Tat selbst ausgeführt zu haben, sondern will die Mäntel von zwei ihm unbekannten Rüsselsheimer jungen Burschen gekauft haben. Der Mann ist vorläufig noch in Haft, da noch Untersuchungen wegen mehrerer anderer Autodiebstähle laufen. Durch die Aufklärung des Falles steht nun wohl unzweifelhaft fest, daß kein politischer Nacheakt gegenüber dem hessischen Innenminister vorliegt. Marburger Festspiele 1930. ]l Marburg, 22. Ian. Die heutige Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich mit der Frage, ob im Iahre 1930 die Marburger Fe st - spiele im Freilichttheater auf dem Schloßberg a^ehalten werden sollen oder nicht. Die „Tell"-Festspiele 1929 waren von 32 000 Personen besucht und bedeuteten einen großen Erfolg. Zur Deckung der Unkosten für die diesjährigen Festspiele sind 40 000 Mark vorgesehen. Nach eingehender Aussprach?, in der einerseits auf die Wichtigkeit der Festspiele im Interesse der Marburger Vcrkehrswerbung, anderseits aber auch auf die allgemeine schwierige Wirtschaftslage hingewiefen wurde, erklärten sich die Stadtverordneten mit großer Mehrheit für die Fortführung der Festspiele. In Aussicht genommen sind Aufführungen von „Götz von Berlichingen", „Ieberrnann" und „Der Kaufmann von Venedig". Um hie Erhaltung des Mainzer Siadttheaiers. WSN. Mainz. 22. Ian. Das Personal des Mainzer Stadttheaters hat durch seinen Betriebsrat Vorschläge zum Etat ausackbeiten lassen, wie in Zukunft Erspar- nisse im Betrieb erzielt werden können. Die Kommission ist bei ihren Vorschlägen von dem Standpunkt ausgegangen, daß der selbständige Betrieb des Mainzer Stadttheaters unter allen älmftänben aufrechterhalten werden müsse. Die Kommission hat sich trotz schwerster Bedenken in sozialer Hinsicht entschließen müssen, nicht nur den Abbau von künstlerischen und technischen Kräften in Vorschlag zu bringen, sondern auch einzelne Spihen- gehälter entsprechend herabzusetzen. Die hier gemachten Ersparnisse ergeben eine Summe von 130 641 Mk. Vorgeschlagen wird ferner unter Verzicht auf einen Teil der Ferien von feiten des Personals die Einführung einer Svmmer- spielzeit. Ein Sondervorschlag für diesen Sommer stellt den Plan einer Festspielwoche anläßlich der Nheinlandbefreiung dar. Es wird ferner der Vorschlag gemacht, die Arbeiterschaft durch Veranstaltungen von Gewerkschafts- und Belegschafts-Vorstellungen bei billigen Eintrittspreisen für das Theater zu interessieren. Die Befolgung der Vorschläge könne nach Meinung der Kommission mit Sicherheit zu einer Gesundung des Theaters führen. Eine Fusion, wie immer sie sich auch gestalten möge, sei ein Wirtschafts-Experiment gefährlichster Art. Neue Krastposttiuieu im Westerwald. Herborn, 22. Ian. Zwei neue Kraft- postlinien sind gestern eröffnet worden. Die eine fährt von Marienberg über Bach, Hof, Stein, Neukirch. Bretthausen, Willingen, Nister, Heisterbcrg, Gusternhain, Breitscheid, Medenbach, älckerSdorf, Burg nach Herborn und stellt damit eine Querverbindung zwischen dem oberen Westerwald und der Bahnlinie Frankfurt—Gießen—Köln her. In Neukirch erhält sie Anschluß an die Verbindung mit dem Siegerland. Die zweite Kraftpostlinie führt von Burg über Herborn, Merkenbach, Hörbach, Hirschberg nach Guntersdors. Alm das Zustandekommen dieser Linien haben sich besonders der Herborner Verkehrsverein, sowie die Stadtverwaltung verdient gemacht. Mit diesen Kraftpostlinien ist für den Westerwald eine Verkehrseinrichtung geschaffen, die zum Wohle der gesamten Gemeinden ist. Während früher z. B. die Gemeinden an der Kraftpoststrecke Herborn — Marienberg nur sehr schwer zu erreichen waren, ist jetzt die Möglichkeit gegeben, in fast V/t Stunde von Herborn nach Marienberg zu kommen, verkehren doch täglich zweimal die Kraftwagen von Herborn nach Marienberg und umgekehrt. Auch find die Anschlüsse nach Rennerod und Bürbach berücksichtigt. 4/6 Millionen Fehlbetrag im Frankfurter Etat. WSN. Frankfurt a. M., 22. Ian. Die Fi- nanzkommission des Magistrats hat auf Grund der Wirtschaftsberichte der einzelnen Aemter fest- gestellt, daß der Fehlbetrag für das zu Ende gehende Ctatsjahr 4,6 Millionen Mk. betragen wird. Frühere Schätzungen rechneten bekanntlich mit einem voraussichtlichen Fehlbetrag von 6,9 Millionen Mk. Zur Deckung des Defi9er Traum Dom Mk. Vornan von E. Lovett und M. v. Weißenthurn. Copyright by Marie Brügmann, München. 18 Fortsetzung. Raddruck verboten. Doris verhielt sich erst schweigend, dann aber rief sie in munterem Ton: „Ach, Tante Hanna, du bist jahrelang nicht mehr hier oben gewesen — feit meiner Ankunft nicht mehr, das weiß ich genau. Ich war gar nicht auf die Freude deines Besuches vorbereitet." Frau von Wildhofen gelangte nach und nach wieder zu Atem. Sie trug noch immer ihre Gesell- schafistoilette von rostbraunem Atlas, nur hatte sie darüber einen warmen dunklen Schal geschlungen, zu dem die funkelnden Diamanten an Hals und Ohren nicht recht passen wollten. „Ich komme nur, um dir zu sagen, daß du morgen früh recht pünktlich am Frühstückstisch erscheinen mutzt, liebe Doris. Dein Onkel hat das Frühstück schon um halb acht älhr angeordnet — für mich viel zu zeitig. Wirst du auch pünktlich da fein? Es kommen morgen noch zwei andere Herren aus der Kreisstadt, die aied) schon beim Frühstück sein werden: Bankier Bertram und sein Sohn Albert- dein Onkel hat sie eingeladen, weil sie ihm schon manche Gefälligkeit erwiesen haben." „Ich werde pünktlich fein, Tante, gewiß! Matthias hat mir bereits gesagt, daß morgen zeitiger gefrühstückt werden soll. Sei ohne Sorge, ich werde die Zeit nicht verschlafen." Bei sich aber dachte sie: Das ist doch gewiß nicht der Grund, weshalb die gute Tante so spät noch mühselig die steile Treppe hinaufklimmt. Cs muß noch etwas anderes im Werke fein. „And noch eins, Doris!" fuhr die Dame dann auch fort. „Möchtest du morgen nicht dein neues Kleid anziehen?" Doris riß verwundert die Augen auf. „Mein neues Kleid? Warum denn das in aller Welt? Meinst du wegen der beiden Herren Bertram?" Letztere waren gutfituierts Leute, die gelegentlich zu den Iagden der Großgrundbesitzer ein» geladen wurden — recht achtbare Menschen, die man in diesen Gesellschaftskreisen aber doch nur als Spießbürger betrachtete. . Sei nicht so vorlaut mit deinen Vermutungen, liebe Doris!" ermahnte Tante Hanna mit einiger Schärfe. „Du weißt ja längst, wie wenig die beiden Herren in Betracht kommen." „Verzeih, liebe Tante! Aber warum denn dann mein bestes Kleid?" „Nun, möchtest du dich vielleicht erinnern, daß morgen der letzte Tag ist, wo der Rechtsanwalt Hagenau bei uns wellt?" „Was hat denn das mit meinem Anzug zu tun?" wiederholte Doris, und rümpfte ganz hochmütig ihre kleine Nase, trotzdem ihr flüchtiges Erröten erkennen lieh, daß sie den Zu- ammenhang vollkommen begriff. „Doris, stelle dich nicht so leichtfertig! Wir laben alle bemerkt, daß Hagenau dir vom ersten Augenblick eurer Bekanntschaft an große Aufmerksamkeit bewiesen hat." „Nun, ich selbst habe nichts Derartiges bemerkt!" erwiderte Doris in abweisendem Ton; denn fein junges Mädchen liebt es, wenn die kaum entstandenen, zarten Hoffnungen feines Herzens, von denen es sich selbst noch kaum Rechenschaft zu geben toagt, an das Licht gezogen werden, sei es auch in der besten Absicht. „Als Tatsache weih ich nur anzuführen, daß der Rechtsanwalt und ich uns fortwährend bei Tisch gestritten haben." „Tlnd ist das vielleicht der Grund, weshalb du gleich nach Tisch davongelaufen und nicht wieder zum Vorschein gekommen bist? Du törichtes Mädchen!" rief Tante Hanna in heller Aufregung. „Hättest Du nur gesehen, wie der arme Mann ruhelos hin und her gewandert ist und immer wieder im Salon nach dir Ilm» schau gehalten hat. Du kleines, dummes Ding! Da würden dir wohl die Augen aufgegangen fein.“ „Der arme Mann, wie du ihn zu nennen beliebst, hat wahrscheinlich nicht im entferntesten an mich gedacht, Tante Hanna. Er hat doch höchstens Mitleid mit mir.“ Durch den Widerspruch suchte sie ihr Herz zu stählen; sie wollte sich nicht selbst betrügen. „Ich komme als Gesellschafterin doch nicht für einen solchen Herrn in Betracht", setzte sie noch hinzu. „Du bist ein kleines Gänschen", erklärte Frau von Wildhofen. „So erfahre Denn, daß dein Onkel et* vor einer Stunde eine Unterredung mit dem Rechtsanwalt gehabt hat, und zwar — über dich, du kleine Einfalt!" Doris schlug von neuem die Augen auf, während ihr das Blut in die Wangen schoß. „Heber mich?" stammelte sie erschrocken. „Meinst du, daß der Onkel...“ „Ich meine, daß dein Onkel, der übrigens der Inbegriff von Takt und Zartgefühl ist, bei dem Rechtsanwalt in betreff seiner Absichten ein wenig sondiert hat. Wie es scheint, wurde dein Name erwähnt und dein Onkel ergriff die Gelegenheit...“ Doris sprang, wie von einer Schlange gebissen, in die Höhe. „Wie darf mein Onkel sich erlauben, mit diesem Herrn über mich zu reden?" fuhr ihr's zom- sprühend heraus. „Mit einem Manne, der mich erst feit zwei Tagen kennt! welche Herabwürdigung, welche Kränkung für mich.. Mein liebes Kind, sei nicht so albern!“ unterbrach sie Frau von Wildhofen gereizt. „Es ist wirklich fein Grund vorhanden, so außer sich zu geraten — vor allem laß mich meinen Satz erst einmal beenden. Des Rechtsanwalts Aeuherun- gen waren sehr befriedigend und ließen wirklich auf ehrbare Absichten schließen; mit einem Wort — es ist sehr leicht möglich, daß er dir binnen kurzem einen Heiratsantrag macht. Natürlich hat ihm dein Onkel mltgeleilt, daß du ganz pcrmögenslos bist und erst nach unserem Tode auf eine bescheidene kleine Erbschaft rechnen kannst." „Ich habe niemals etwas erwartet! Ich kann arbeiten und verlange nichts!" rief Doris mit fast erschreckter Stimme. „Nie war ich so herzlos, so undankbar, an euren Tod zu denken." „Es ist nicht herzlos, wenn man feine Zukunft im Auge hat. Sei vernünftig, Doris, und bedenke, daß es sich hier um einen Mann handelt, der ein Mädchen glücklich machen kann. Wenn er Dir seinen Antrag stellt, ist es doch deine Pflicht, ihn anzunehmen, nicht allein deinet-, sondern auch unsertwegen." Die letzten Worte gaben Doris einen Stich durchs Herz. „Ihr wollt mich also loswerden", sagte sie gepreßt. „Ich verstehe! Darum hat der Onkel mit Dem Rechtsanwalt gesprochen! Doch was willst Du so allein beginnen, Tante Hanna? Wer wirb all Die kleinen Dinge besorgen, Die du nach und nach meiner Obhut anvertraut hast?" „Liebes Kind, ich will ganz offen gegen dich sein. Natürlich ist keine Rede davon, daß wir dich los sein wollen — wie kommst Du auf diesen Gedanken'« Aber es ist nicht weise gehandelt, wenn man Die Zukunft ganz außer acht läßt. Nach eurer Heimkehr aus Dem WalDe hatte ich eine längere Üntcrr.Dung mit Der lieben Frau von Rechten, unD wenn ich auch gestehen muß, daß ich sehr überrascht war von dem, was sie mir mitgeteilt hat, kann ich mich doch der Möglichkeit nicht ganz verschließen, Daß Sabine vielleicht schon binnen kurzem unseres lieben Sohnes Gattin wird." Doris war sprachlos vor Ueberraschung. „Aber sie hat ihn Doch auZgeschlagen, so viel ich weiß!" brachte sie enDlich heraus. „Wo^rr hast Du das bereits erfahren, du kleine Weisheit? Nun ja, das liebe Mädchen hat in Der Sorge, für falt und berechnend gehalten zu werden, unseres Sohnes Antrag quasi abgelehnt, wie ich höre; doch waö will das sagen in einem Falle, wo das Herz im Spiel ist wie hier. Nicht das geringste, mein Kind. Als Beweis Dafür sagte mir auch Frau von Rechten, daß sich Sabine nach ihrer Unterredung mit Kurt am Nachmittag die Augen fast ausgeweint I hätte, und dies ist auch Der Grund, warum I sie sich später von der Gesellschaft femgehalten zits foll u. a. eine Erhöhung der G e - werbest euer von 400 auf 460 Mk. und eine Erhöhung des W a f s e r g e 1 d e s um 5 Pf. vorgenommen werden, und zwar soll die Steuererhöhung rückwirkend beschlossen werden. Die Beschlußfassung des Magistrats über diese Vorschläge wird in Den nächsten Tagen erfolgen. Schwurgericht Gießen. * Gießen, 22. Jan. Unter Dem Vorsitz Des LandgerichtsDlrektors S ch m a h l wurde heute gegen den Kaufmann Hans Mayer von Gießen wegen Meineids verhandelt. Die Vernehmung des Angeklagten und die Beweisaufnahme ergaben folgenden Sachverhalt: Mayer, Dessen Frau und Kinder auswärts wohnen, lernte hier vor Jahren eine geschiedene Frau R. kennen und zog zu Deren Eltern. Da er meist ohne VerDienst war, verrichtete er als Entgelt für Kost und Logis Arbeiten in Haus, Garten und Feld der Eheleute B.. der Eltern der R., später zahlte er wöchentlich 10 Mark, als er Arbeit hatte. Gegen Frau R. wurde Ende 1928 ein Strafverfahren wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs anhängig; sie sollte drei Bestellscheine für Staubsauger gefälscht und an Die Firma, für Die sie arbeitete, gesandt haben. Sie bestritt vor der Polizei jede Schuld und behauptete insbesondere, ihr fetter B., auf dessen Namen ein Bestellschein lautete, habe sie ermächtigt, zu unterschreiben. B. bestritt dies und nun gab Die R. Den Mayer als Zeugen an. Mayer wurde polizeilich vernommen und gab an, er hätte von einer Bestellung des B. nichts gehört, auch nichts Davon, daß dieser Die R. beauftragt habe. Den Bestellschein für ihn zu unterschreiben; er habe während der Unterredung des B. mit Der R. auch Diese nicht vom Nebenzimmer aus belauscht. Frau R. versuchte aber, ihn zu einer falschen Aussage zu bestimmen. Einige Zeit später erschien er nochmals bet dem betr. Polizeibeamten, sprach mit Diesem über Die Sache und äußerte, er lasse sich nicht beeinflussen; was er gesagt habe, sei wahr. Es rourbe nun Anklage gegen Frau R. erhoben. In Dem Termin vom 12. Juni 1929 erschien Mayer nicht als Zeuge, so Daß er in Strafe genommen wurde; ein von dem Anwalt der Frau R. vorgelegtes ärztliches Attest bez. Mayer konnte seine Abwesenheit nicht entschuldigen, da er hiernach ousgehen konnte. In Der Sitzung vom 28. August 1929 sagte nun Mayer unter Eid aus, er habe von seinem Zimmer aus gehört, wie B. bei Der R. im sog. grünen Zimmer einen Staubsauger bestellt habe. Er verwickelte sich in weitere Widersprüche; seine Aussage wurde protokolliert. Das Gericht verurteilte Frau R. aber auch in dem Falle B., da dieser unter Eid jegliche Bestellung bestritt. Diese eidliche Angabe des Mayer soll nach Der Anklage salsch sein. Auch heute behauptete er, diese seine eidliche Angabe sei richtig; vor der Polizei habe er Die Unwahrheit gesagt, um sich an Frau R. zu rächen — auch sei er Damals betrunken gewesen. Letzteres war nach Den Angaben Des Polizei- btumten nicht Der Fall. Die Eheleute B., Die den Staubsauger bestellt haben sollten, bestritten dies heute in der glaubhaftesten Weise. Frau R. und ihre Mutter setzten sich in Widerspruch mit Dein Angeklagten und Den Zeugen B., sie wurden, als Der Anstiftung Des Mayer zum MeinetD verDächtig, nicht beeiDigt Staatsanwalt Fischer beantragte ein Jahr Zuchthaus abzüglich Der Hast und Den Nebenstrafen aus § 161 StGB.; Rechtsanwalt Sn- gif cf) II. plädierte auf Freisprechung. Das Gericht erkannte wegen Meineids auf ein Jahr Zuchthaus abzüglich vier Monaten Drei Wochen Untersuchungshaft, zwei Jahre Ehrverlust unD die Dauernde Unfähigkeit, als Zeuge oder Sachverständiger eidlich vernommen zu werden. Es hielt auf Grund Der Beweisaufnahme, insbesonDere Der durchaus glaubhaften Aussage Der Eheleute für zweifelsfrei erwiesen, daß Mayer auf Veranlassung Der R. unD ihrer Mutter unter EiD wissentlich Die Unwahrheit gesagt habe. hat. Ihre Mutter wollte nun am liebsten sofort zur Abreise rüsten; wir haben sie aber gebeten, Das nicht zu tun, sonDern noch ruhig hierzubleiben unD unserem armen Iungen Die Gelegenheit zu einer erneuten . Anfrage nicht zu entziehen. Ich bin froh, Daß sie unseren vereinten Bitten nachgegeben unD sich auch in Diesem Fälle als edeldenkende Frau erwiesen hat." „Sie ist eine äußerst kluge Fxau", verbessert» Doris mechanisch. IeDer weitere Schritt in Dem gefährlichen Spiel, Das sie trieb, schien neue Verwirrungen unD Gefahren für sie heraufzubeschwören. „Aber Tante Hanna", fuhr sie Dann fort, „Du hast mir vorgestern gesagt, Daß Du vor Dem Gedanken an eine solche Heirat Deines Sohnes förmlich zurückschreckst und Daß Du ihn in Gesellschaft einer so vorzüglichen Mutter wie Frau von Rechten vor jeDem Heiratsgedanken sicher glaubtest." „Nun ja, mein Kind, ich gebe zu, daß ich in selbstsüchtiger mütterlicher Liebe nicht an eine Heirat meines Sohnes Denken mochte; Doch ich habe meinen Sinn geänDert unD glaube jetzt, Daß Kurts Heirat mein Glück vermehren, statt verminDern würbe. Er bliebe Dann immer bei uns und würbe sich ausschließlich der Verwaltung unserer Güter widmen. Es ist ja Raum genug vorhanden für uns und für ihn, auch wenn er sich eine eigene Familie gründet. Dein Onkel und ich haben vorhin, als wir allein waren, mit Frau von Rechten noch alles erwogen und ihr mitgeteilt,- daß, falls Sabine doch noch ihr Iawort geben würde, wir auch Das unsrige nicht vorenthalten wollen, obwohl wir wissen, daß sie kein Vermögen besitzt. Sabine aber stammt aus guter Familie und hat Beziehungen zu Den vornehmsten Häusern, dazu ist sie schön und von sehr distinguierter Erscheinung; vor allem aber hegt sie eine tiefe Neigung für unseren Sohn, so baß er wohl eine viel glänzendere, aber kaum eine glücklichere Heirat schließen könnte." Doris hörte die langen Auseinandersetzungen ihrer Tante stillschweigend an und blickte mit ernst zusammcngezogenen Brauen Dufter vor sich hin. Die kühnen Erdichtungen über Den verstorbenen Herrn von Rechten unD sein vornehmes Herkommen vermochten ihr nicht einmal ein Lächeln abzulocken, wenn sie an jenen armseligen Vagabunden. Den entlassen en Zuchthäusler, Dachte, Den sie mit eigenen Augen gesehen hatte. Diese Frau von Rechten mußte ebenso tollkühn wie geschickt sein, um am Rande eines Derartigen Abgrundes das Spiel um einen allerdings hohen Einsatz noch weiterzutreiben. (Fortsetzung filgt) Wirtschaft. Oie Deutsche Reichsbahn im Dezember 1929. Dem amtlichen Bericht der Deutschen Reichsbahngesellschaft über Verkehr und Betrieb zufolge war der Güterverkehr im Dezember 1 9 29 erheblich schwächer, als im November. Die Wagenstellung blieb im Tagesdurchschnitt um 16 v. H. hinter der des Vormonats zurück. Der Expreßgutverkehr war sehr lebhaft, erreichte aber vielfach nicht den erwarteten Umfang. Der Personenverkehr war im allgemeinen schwach. Der Berufsverkehr ging unter dem Einfluß der wachsenden Arbeitslosigkeit weiter zurück, der Ausflugsverkehr litt unter den ungünstigen Witterungsverhältnissen. Der Weihnachtsverkehr war nicht so stark, wie im Vorjahre. Die Finanzlage im Monat November stellt sich folgendermaßen dar: Einnahmen aus Personen- und Gepäckverkehr, Güterverkehr usw. zusammen 430122 000 Mark, Ausgaben zusammen 414 781 000 Mark, davon für Betrieb und Unterhaltung 326 011 000 Mark, für Erneuerung der Anlagen 53 068 000 Mark, für Dienst der Reparationsschuldverschreibungen 54 859 000 Mark, für Dienst der neuen Schuldverschreibungen und Anleihen 300 000 Mark und für feste Lasten 10 543 000 Mark. Die Gesamteinnahmen blieben hinter dem Ergebnis des Vormonats um rund 52 Millionen zurück. Seit Beginn des Geschäftsjahres beträgt dis Min- dereinnahin« im Personenverkehr gegenüber den Erwartungen rund 50 Millionen Mark. Der Personalbestand betrug im Oktober 736 161 Köpfe, im November 706 343 Köpfe. Reue Stickstoff-plane. Kürzlich ist zwischen den Stickstoff erzeugenden Ruhrzochen und dem deutschen Stickstoff- Syndikat bzw. der I. - G. - F a r b e n i n d u - st r i e eine Verständigung erfolgt, die auf eine Festlegung der Stickstoff-Produktion hinausläuft. Durch die bekanntgcwordene 2lbsicht der Gelsenkirchener Dergwerks-A-G., int Anschluß an ihre Großkokerei auf einer ihrer Schachtanlagen eine Anlage zur Bindung von Luftstickstoff zu errichten, ist unter den Stickstoff-Produzenten eine Beunruhigung eingetreten, weil der deutsche Stick st ofsmarkt der Gefahr einer 11 e b e r* Produktion gegenübersteht, die zu vermeiden das 3iei der in der Stickstoffindustrie angestrebten allgemeinen Verständigung ist. Rechnet man die bereits bestehenden großen Außenseiter mit ihren Produktionsziffern zu der auf 20 000 bis 30 0000 Tonnen Remstickstosf geschätzten Kapazität- der Gelsenkirchener Bcrgwerks-A.-G. hinzu, so würde sich eine jährliche Leistungsfähigkeit von mehr als 100 000 Tonnen Reinstickstoss ergeben, die nicht gebunden ist. Das ist immerhin eine Menge, die die Preispolitik der gebundenen Stickstoff- Produzenten, vor allem aber der I.-G.-Farben- industrte, der größten Produzentin, in Deutschland und in der Welt erheblich beeinträchtigen könnte. Die Verständigungsbestrebungen der Stickstoff-Industrie haben bisher Erfolge aufzuweisen: es lei an die Stickstoff-Verständigung mit England und Chile, an das Abkommen mit dem Ruhrbergbau, an dem allerdings die Gelsenkirchener Bergwerks-A.-G. nicht beteiligt ist, und an die erst vor wenigen Tagen herbeigeführte Verständigung mit der belgischen Stickstoff-Industrie erinnert. Richt nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern ist der Kohlenbergbau in stärkerem Maße zur Errichtung von Stick- stoff-Anlagen übergegangen, weil diese eine Verwendung der bisher ungenutzt gebliebenen Pro- bukte ermöglichen und dadurch den Gesamtertrag rentabler gestalten, freilich unter der Voraussetzung, daß der auf diese Weise produzierte Stickstoff auch tatsächlich wie bisher ohne weiteres Absatz findet. Schon die mehrfache Sen» kung der Stickstoffpreise, die vorgenommen werden mußte, beweist, daß die Aufnahmefähigkeit des Dtickstoffmarktes eine feste Grenze hat, deren Heberschreitung seitens der Stickstoff-Industrie unbedingt zu einer Ileberproduktion fuhren würde. Der deutsche Bergbau hat aber, gerade weil seine ausländische Konkurrenz neue Stickstoff-Anlagen errichtet und noch plant, besondere Veranlassung, dieser Entwicklung nachzugehen und mitzumachen, um nicht ins Hintertreffen zu gelangen. Ange- sichts dieser Umstände ist wohl damit zu rechnen, daß auf der Grundlage der Abmachungen, die bereits zwischen dem Ruhrbergbau und dem Stickstoff-Syndikat getroffen worden sind, auch eine Verständigung mit dem neuen Stickstoff-Konkurrenten erfolgt. Dies um so mehr, als eine solche Einigung die Führerstellung der deutschen Stia- stoff-Industrie, die vom Ausland anerkannt wird, festigen würde. Gelsenkirchen. — Neuerwerbungen. Tie Ltictstoffpläne. Essen, 22. Ian. In der Aufsichtsratssitzung der Gelsenkirchener Dergwerks-AG. erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zum Erwerb der Aktienmehrheit der Essener Steinkohlenbergwerke AG-, Essen. Aus dem Besitz der HenschelL Sohn AG., Kassel werden von Gelsenkirchen 28 Mill. Mk. Aktien des insgesamt 52,5 Mill. Mk. betragenden Aktienkapitals der Essener Steinkohlenbergwerke erworben. Die Aktienübertragung erfolgt am 31. März 1930. Zur Durchführung des Erwerbs stehen noch Mittel aus der im Iahre 1928 von Gelsenkirchen ausgenommenen 15-Mill.-Dollar° Anleihe sowie ausreichende Kredite zur Verfügung, so daß man nicht beabsichtigt, an den öffentlichen Kapitalmarkt für die Finanzierung des Geschäftes heranzutreten. Im Zusamenhang mit einem Bericht über die Betriebsverhältnisse der Gesellschaft, insbesondere über die Zeche „Monopol", deren Entwicklung als befriedigend bezeichnet wurde, ermächtigte der Aufsichtsrat den Vorstand, die seit längerer Zeit angestellten Untersuchungen über den Bau einer Anlage zur Herstellung von synthetischem Stickstoff weiter zu verfolgen. * * Umarünbung der Leih-Werke in ei.nc G. m. b. H. Die Optischen Werke Ernst Leih Kommanditgesellschaft in Wetzlar haben sich mit den Schwesterunternehmungen, der Hcn- sertorwerk für Optik und Mechanik AG., Wetzlar und der Ernst Leih Kinowerk G. m. b. H., Rastatt unter der neuen Firma Ernst Leih G. m. b. H. zusammengeschlossen. Zweck des Zusammenschlusses ist die wirtschaftlichere Ausnutzung der Betriebsmittel der bisherigen drei Gesellschaften. Auch die neue Firma befindet sich bei gleicher finanzieller Grundlage im ausschließlichen Besitz der Familie Leih und wird im bisherigen Geiste weitergeführt. Geschäftsführer sind Dr. Ernst Leih, Henri Dumur und Ernst Leih jun. * D i e .Subventionen für den Sieg-, Till- und Lahnbergbau. Der Hauptans- schuß des Preußischen Landtags hat dein Landtag einen Entschließungsantrag zur Annahme vorgeschlagen, in dem das Staatsministerium ersucht wird, dafür einzutreten, daß die dem Erzbergbau im Sieg-, Dill- und Lahngebiet gewährten Subventionen für eine längere Periode erhalten bleiben, um den dortigen Bergbau einer größeren Leistungsfähigkeit im wirtschaftlichen und sozialen Interesse entgegenzuführen. • Leicht rückgängiges Geschäft in der elektrotechnischen I n d u st r i e. In der elektrotechnischen Industrie zeigt die Geschäftslage gegenwärtig eine rückläufige Tendenz, die vor allem für den inländischen Absatz zu- trifft. Rur in vereinzelten Fällen ist ein Ausgleich durch Hereinholung von Auslandaufträgen erreicht worden, um wenigstens die Belegschaften aufrechtzuerhalten. Sowohl der Siemens-Konzern, als auch die AEG. weisen einen gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres verringerten Gesamtauftragsbestand auf. Der Siemens-Konzern hat sogar bereits eine, wenn auch geringe Verminderung seiner Delegschaftsziffern in bestimmten Abteilungen vornehmen müssen und bezeichnet diese Entwicklung als noch nicht abgeschlossen. Es ist klar, daß die allgemeine Wirtschaftskonjunktur und der große Kapitalmangel die Hauptursache für den Rückgang des Geschäftes der elektrotechnischen Industrie find. Die Glektrizitäts-Ver- sorgungsbetriebe halten mit dem erforderlichen Ausbau und der Ergänzung ihrer Anlagen zurück, desgleichen sieht sich die Industrie durch die Kapitalschwierigkeiten gezwungen, Elektrifizierungspläne zurückzustellen. Vor allem aber hält die Reichsbahn mit der Vergebung von Aufträgen zurück. * Zusammenarbeit zwischen Daum- woll- und Kunstseideindustrie. Der Arbeitsausschuß der deut ch n Baumwol spinner- verbände, der Gesamtverband der deutschen Kunstseideindustrie und der Gesamtverband deutscher Baumwollwcbereien erklären: Die von der deutschen Baumwollindustrie geplante Baumwollpropaganda richtet sich in keiner Weise gegen die Interessen der deutschen Kunstseideindustrie. Die deutsche Daumwollindustrie betrachtet vielmehr die Kunstseide als einen Bundesgenossen bei ihren Bestrebungen, den Absatz ihrer Erzeugnisse auszuweiten. Die deutsche Kunstseideindustrie kann daher in der Daumwollpropaganda keine für sic nachteilige Bestrebung erblicken und ist im Gegenteil der Ucberzeugung, daß auch in Zukunft ihre Interessen in enger Zusammenarbeit mit der Daumwollindustrie wie mit den übrigen Textilgruppen gewahrt bleiben. * Gründung einer I. - G. der deutschen Kaliindustrie. Rach längeren Verhandlungen haben die Konzerne der deutschen Kaliindustrie die Interessengemeinschaft verdeutschen Kaliindustrie gegründet. Die mit einem Kapital von 300 000 Mark in Form einer Gm.b.H. für fünf Iahre gegründete Gesellschaft bezweckt die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen der Gesellschafter an der Kali», Steinsalz-, Chlor- magnesium-, Dittersalz- und Tromindustrie. Für die spezielle Durchführung und den Verkauf der letztgenannten vier Rebenprodukte sind vier Untergeselllchaften gleichfalls in G.m.b.H.-Form für fünf Iahre gegründet tooAen, für die die Interessengemeinschaft als Holdinggesellschaft fungiert. * Keine Kapitaltransaktionen der 3. - G. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, entbehren die an der Börse verbreiteten Gerüchte über angeblich bevorstehende Kapitaltransaktionen der I.^J.-Farbenindustrie-A.-G. jeder Grundlage. Irgendeine Kapitaltransaktion kommt nicht in Frage. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 23. Ian. Tendenz etwas freundlicher. — An der heutigen Börse konnte man nach der gestrigen Ansicherheit, veranlaßt durch vage Gerüchte, eine allgemeineBes- f er ung feststellen, und in der Stimmung kam wieder eine freundlichere Haltung zum Ausdruck. Das Geschäft konnte aber trotzdem keine Belebung erfahren, da die Spekulation infolge des Auftrag.mangels nur vorsichtig zu Werke ging. Die Geldverhältnisse lagen unverändert günstig, aber eine Anregung konnte hiervon nicht ausgeyen. Die unsichere gestrige Reuyorker Börse machte wenig Eindruck, wurde jedoch eher als geschäftshemmender Faktor empfunden. Verschiedentlich konnte man bemerken, daß die bevorstehende Debatte im Reichstage ettcaS bellemmend wirkte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse traten überwiegend Erholungen bis 2 v. H. ein. Das in letzter Zeit stärker auftretende Interesse für Kaliwerte hielt unvermindert an. Auslandkäufe sollen hier weiter an den Markt gekommen sein. Salzdetfurth hatten plus 6 v. H., Aschersleben und Westeregeln gewannen bis 2,5 v. H. Am Chemiemarkt eröffneten Farben um 1,5 v. H. erholt. Don Elektroaktien gewannen Ehadeaktien 3 v. H., AEG. lagen 1 v H., Schuckert 1,5 v. H. und Siemens 2 v. H. höher. Die Montanwerte waren fast ohne Geschäft, doch konnten Phönix 1,75 v. H. und Gelsenkirchen 1 v. H. anziehen. Stahlverein und Buderus waren behauptet. Banken kaum verändert. Karstadtaktien bis 2,5 v. H. erholt. Renten still, doch gut behauptet. Im Verlaufe kamen Umsätze kaum mehr zustande. Die Orderlosigkeit drückte auf die Stimmung. Bei der herrschenden Aufnahmeunlust traten Heinere Rückschläge ein. Eine Enttäuschung ging von der Meldung aus, daß die. Dank von England ihren Diskont unverändert belassen hat, da man für heute mit Bestimmtheit auf eine Ermäßigung gerechnet hatte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1860, gegen Pfund 20,377, London gegen Kabel 4,8665, gegen Paris 123,90, gegen Mailand 93,00, gegen Madrid 37,60, gegen Schweiz 25,18, gegen Holland 12,1060. Berliner Börse. Berlin, 23. Ian. Wieder einmal waren vormittags bei ganz minimalem Geschäft die Kurse heraufgesprochen worden. Die freundliche Stimmung war vor allem auf den unverändert leichten Geldmarkt zurückzuführen. Eine Diskontermähigung der Dank von England wird mit ziemlicher Bestimmtheit für heute erwartet, und man glaubt vielfach, daß auch in Reuyork der Diskontsatz herabgesetzt werden wird. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs schien dann am Farbenmarkt doch noch Exekutionsware herauszukommen, und an den üblichen Märkten hatte wohl das noch immer ängstliche Publikum einige Verkaufslimite rückgelegt, so daß die Eröffnung gegenüber der Vorbörse auch heute als enttäuschend bezeichnet werden muh. Allerdings war das Geschäft sehr gering. Besondere Momente Tagen kaum vor, doch wurde der feste Verkauf der Reuyorker Börse, sowie die Billigung der Haager Ergebnisse durch das Reichskabinett mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Im allgemeinen bewegte sich das Kursniveau auf gestrigem Schlußniveau. Rheinische Braunkohlen, Salzdetfurth, Siemens und Geffürel eröffneten etwa 2 bis 2,5 v. H. höher, wahrend Ho'z'.nann, Reichsbank, Ilse Bergbau und Rheinstahl durch Verluste von 1 bis 2 v. H. auffielen. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Von Ausländern ungarische Renten fest. Pfandbriefmarkt ruhig, aber zumeist freundlich, obwohl die Vermutung, daß die Hypothekenbanken eine gemeinsame lln.schul-ungsakiion vornehmen werden, wahrscheinlich noch keine Betätigung gefunden hat. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 v. H, Monatsgeld 7,25 bis 8,50 v. H., Warenwechsel etwa 6.40 v. H. Für den am Samstag festzusehenden Reportgeldsah wird eine Ermäßigung um mindestens 1 v. H. erwartet. Soweit sich bis jetzt überleben läßt, haben sich die DörsenengagementS nicht vergrößert. Rach den ersten Kursen wurde es, ausgehend vom ftalimarft und Elektromarkt, lebhafter und fester. Die Spekulation nahm in größerem Umfange Deckungen' vor, so daß in kurzer Zeit Steigerungen um 1 bis 2 v. H. eintraten. Durch 5- bis 6prozentige Gewinne fielen insbesondere Salzdetfurth und Berger auf. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 23. Ian. Auftrieb: 143 Rinder, 986 Kälber, 388 Schafe, 245 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 75; mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 69; geringe Kälber 52 bis 63. Sch a f e: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 48 bis 51; mittlere Mastlännner, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47. Marktverlauf: Kälber schleppend. Schafe rege, geräumt. Schweine wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Kirche und Schule. 00 ft ( e i n ; ß i n b e n, 21. Jan. In unserer Kirche sand am Sonntagabend eine Volksmissi- onswoche ihren Abschluß. Missionar Iür- g e n s (Arheiligen), der die Evangelisationsarbeit übernommen hatte, führte in den Bibelstunden an den Rachmittagen in die Offenbarung Johannes ein. Die an den Abenden gehaltenen Vorträge erfreuten sich, wie auch die Bibelstunden, eines ganz außerordentlichen Besuches. Den Höhepunkt bildete die Schluhfeier am Sonntagabend. Posaunenchor, Kirchengesangverein und Iugendvereinigung wirkten in derselben mit, um die Feier würdig auszugestalten. Frau Missionar I ü r g e n s fang mit klarer und weicher Stimme einige geistliche Lieder. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der' Synagoge (Südanlage). Samstag, 25. Januar. Vorabend 5 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 5.20 und 6 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 25. Januar. Freitag abend 4.45 Uhr; Samstag vormittag 8.30; Predigt; nachmittags 3.30; Sabbat- ausgang 6. — Wochengottesdienst: morgens 7; abends 4.30 Uhr. Letzte Nachrichten. Ein Erdbeben im Lahngebiet. Frankfurt a. 21L, 23. Jan. (WTB. Draht- bericht.) Gestern abend gegen 10 Uhr ist In der Rcihe der Lahn ein Erdbeben verspürt worden, das von einem donnerähnlichen Rollen begleitet war. Aus verschiedenen Lahnorlen wird gemeldet, daß in den Wohnungen der Fußboden und die Wände zu beben anfingen. Die Bewohner wurden aus dem ersten Schlaf geweckt und liefen vielfach aus den Käufern. Anscheinend hat das Erdbeben nordöstliche Richtung gehabt. Die Ursache des Erdbebens dürfte in Rutschungen im Gebirge zu suchen sein. 3m Taunusobservatorium hat der Seismograph das Beben so minimal verzeichnet, daß der Ausschlag auf dem Streifen kaum sichtbar ist. wie uns erklärt wird, hat das feine Ursache vielleicht darin, daß die Feldbergwarte in einer toten Zone gelegen hat. Dagegen verzeichnet der Seismograph auf dem Sönigstuhl in Heidelberg einen Ausschlag von 1 mm. Rach den Aufzeichnungen des Königstuhls fand das Erdbeben gestern abend 9.15 Uhr statt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlosjenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 o. h., Lombardzinsfuß 7,5 v. h. Aranlfuri a M Äerll' ■zdbufri Ul! Schi uv litnsang. ft litt ! ftur Rurv Ihir Datum 22 1 23 1 22 1 23 1 6no leu |d)c ^icirMameuje 87,3 87,6 ron i:..... . . — 7% tcuifdjr Retchkanleihe von 1929 ......... D'. LnI^Äblöl.-Schul» mit Siu.' 96,4 11,4 96,4 *1'1 51.4 51,3 ........ Te rl cänz Auilol. Rechi.' 6% ML ^Dltenaat von 1929 8,3 87 — 8,25 87,5 8,2 c-vchahlb. 102%) - . . • ©bftlicifcn Provinz 'Anleihe mH 48,5 Äu.lol.'Rech'en . . . - Deutsche komm. Sammelabl — 49,25 49,25 Anleihe Serie 1..... • 6% 3raii!f. (mv 'Bank Goidpsc — XIII mifüiiöbüi biJ 1934 . 96,5 — — — 7% Franks. Lnv-Bank «olbpse nnlnndbar vk 1932 ..... 4V.% Rheinische Hnp.-Ban« 84 - - - lliaii. QfolhVIc....... 8% Pr. t'i:i6efp|anbbrlefmiflalt Pfandbriefe 9L i?..... 8% Pr. Sniibc-'plauDbtlefanfialt 82,5 — — 97 — 97 — Äonun.'LVI. 91. 16..... 7% Pr. Londe,vlaabbriesankall, 94,5 — 94 — Psondbriete.R. 10 e.c Ü. obg. Cotrriej^Dblloation 68 90 — 88,5 — rückzahlbar 1932 .... — — — 4% OeNerreichilche «olbtte. 26,76 — 28,5 — 4.20% Ceftcn. Silbern 4% Veste rre schlicke Einheitliche 3,2 2,1 — 3,2 — — — — 4% Ungarische Goldrle.. ■ 23,6 — 23,65 24 4% Ungarische SiaalSr. v. 1910 — — 21,75 — 41'»% te,ol. von 1913 .... 4% Ungarische kronenrie.. . • — •— 22,9 2,15 2,15 2,13 2,15 4% lütt Sollanleihe ». 1911 4% lüttiidji Bagdadbahn-Anl 7,8 — — — Serie l..... / ,76 — 7,9 — 4% bMfll. Serie II . 6% Rumänische vereint,. Rente 7,75 — 7,85 7,9 von 1903 . . . . 10,1 10,1 — 4H% Rniniiniichr veeetnh. Rente von 1913 ....... 15,4 — 15,5 — <% Rumänisch« veretnh. Dieme . 8,1 — 8,05 — 'ranIhm a ■1'1 Berli' •rdl ufr ft ii re UI' ftllt Lchmb 1 ‘.ainang- fiut; Daium 22 1 23- 1 22 1 23-1 Hamburg-Amerika Pale, Hamb-Silbam. Dampssch. • < 104,23 104 104,25 104,25 . b — — —- — Hama Danns!hiss..... 10 — — 154 154 Norvbeulicher i.'loyb .... Allg Deutsche Srebilanst. . ■ . 8 103 103 103.25 102,75 1( 122,25 — 122,25 122 Barmer Bankverein .... Berliner Hanbel-geiellsch. . . V 123,5 —— 123.75 122,5 11 186,5 186,5 185,5 Commerz- und Privat-Dank . D 157,5 157,5 157,5 157,6 Tarmst. u. RakionalbaiU . 1. 240,5 — 239.75 238 Tcul'che Bank...... 1' 150 — 150 150.25 Diskonto-Geiellschast. Anl. . U 150 — 150 150,25 Drcrvncr BaiU...... 1' 151 151 151 150 Reichobani....... 1 291 292 290 SI.S.G . 171,5 172.5 171,9 172,5 Bergmann . . 208,5 — Elcklr. Lieserungsgeiellschasi 1 165,5 166,13 richl UIID JlTOfi 1' 164 164 165 165 Wellen 4 Guilleaume.... 7H 121 121,5 122,5 Gei. (. Sieklr. Untern.. . . . IC 168 168,2? 170,5 Hamb. Elekir -Decke .... l — 132 133.4 Rhein, äiekir ...... — - 143.5 142,5 Schlei. »>,' ...... 11 — — 164 164.7-5 Schurken & 6o. ..... 11 188 190,5 187.25 189 Siemens 4 Halske..... 16 292 294 291 293.25 Transravio..... • • . 8 — — — — Lahmeoer 4®o. ..... . 10 171 - 171,7b — Buoerue . . . 6 . 6 71 105,2 - 71 105,5 70,5 105,5 Giltntr Steinkohl«..... Gelsenkirchener...... Haroener......... . 8 . 0 139 140 140 136 139,25 140,5 139.25 140.3 Hoelch Glien........ 6V, — 118 tziie Bergbau....... ic — — 247,5 246 »Üocknenverkc ...... 106,7b 106,5 106 Küln-Acueiien . . . . 7 — — 115,-5 115,23 Mannesman- -Röhren . . . . 7 108 108,25 107,7a 4Moii»klbei Bergbau . . . 110 109,5 109,5 Cbcridi'e). Snciueoarj . . . — —— 74 — Oberichlel Koksiverke.... . 7 — — 102,13 102 Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohl» . . . 103 104,75 103,5 104,4 10 — — 260-5 262,25 . 6 116,6 117 117 116 »itebed iXontan ...... »A 102 102,5 Frankfurt a M Berkin 148 —— — — Golvichmivl..... . . b 68 —— 68 68,75 8iüiger»roerfe ........ 6 Melaligeletlichall......8 75,5 75,4 75 75,23 115 115 115 114,5 PHUlvv Aonmann .... 7 97 97,5 95,25 lernen werk doivelberg ... 10 118 — Cemeniwcrk 'TaiKtaot ... 10 143 — toaijB « ,m. 6 an .... 8 85,5 85,5 86 — SchMtdels Paycnhcher ... 15 - - 280 286 Oktwerke ........12 - - 211,2= 210,5 Bei. Glanzktosi......18 — - — Bemberg.........14 Relifioi Salbboi .... 18% — 160 157,5 157 - 199,65 199,5 Zelliloi' «ichaii nburg ... 149 150 5 — Tharlolienburger Sajser ... 8 — _ 103.75 103 9 Denauer Gas .....S — — 168.75 168.75 Da'mler Molaren . . . « . v 40 — 39.5 40.4 Trutldie Linoleum..... 48,5 — 248,7-- 250 iRaidjlnenbau Ü.-G. ..... 0 — 45,75 45,7. ä tiv r < o...... —• — — —— uaw voero .... 1t — — — — Nal «uiomobl . ..... 0 — — 21 — Lrenkkein * ftavpet.....6 — — 75,75 76 1- pnhiro Lieh .....10 — —- — SwnMo •••••.. — — 347 348 .irank, Maichnre,......4 Gnyner .......6 47 46,7=1 47,25 — 54 — 54 — IpepllflenftatDi ......r .lungdans • 6 7 — — — 46,5 — 47 — Lechwerke 8 Mainrranwer. Hüchü a M 8 108 108 —- — — tillan • io Gebr Roeber......10 130 113,5 _ 129,26 129.5 Boigi » Haeiiaa......0 Z — 220 Suos Buda.......10 — 156 — Banknoten. Berlin, 22- Januar Geld w Amerikanische Koten 4,168 4,138 Belgische Noten . . . 58,15 58,39 Dänische Noten .... 11,63 112,07 Englische Noten .... * . - 20,345 20,425 .Iranzoiliche Noten . . . 6,425 16,485 Holländische Noten . . . 67,86 168,54 Italienische Noten.... 21,87 21,95 Norwegische Roten . . . 11,53 111,97 Deutsch.Oeüerreich, 6 1OO Schilling 58,68 58,92 Numanilche Noten . . . 2,465 2,485 Schwedische Noten . . . 11,98 112,42 Schweizer Noten . . . 80,84 81,16 Svanilche Noten .... 54,14 54,36 rlchemoilowakiiche Noten. 2,325 12,385 Ungarische Roten • • ■ • 73,02 73,32 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 22 Ianuat 23 Januar Amtlich- Notierung Amtlich' Not erung Gelt Brtes Welt Art 1 Atnll.. Non 168.13 168,47 168,03 168,37 Buen^Airetz 1,677 1.681 1,673 1,679 Brft-2lntw 58,235 58,355 58,245 58,365 ttbrifHanta 111,73 111,95 111,75 111,97 «ouenhafl.’n 111,89 112,10 111,88 112,10 Stockholm 112,22 112,44 112,22 112,44 HelkingrorS. 10,507 10,527 10,512 10,532 Ikalien. . 21,89 21,93 21,89 21,93 London. . . 20,3 5 20,39-, 30,3-2 20,392 Neunork . . 4,183 4,191 4,182 4,190 Paris... 16,43 16,47 16.42 16,46 Srdwei, . . 80,81 80,97 80,785 80-945 Svo 'kn • 54,4 > '4,55 54,45 54,5 Jovan 2,0 5 2,059 2.0’4 2,058 ■Vito de Ion 0,4615 0,4633 0,4635 0,4655 Wien in D-- Ceft. abaeft 58,83 58,93 58,83 58,95 Prag . 12,377 12.395 12,374 12,394 Bell rod 7,371 7,392 7,380 7.394 Budav-'st ■ 73,12 73,26 73,14 73,28 Buk arten 3,029 3,03‘ 3,024 3,030 vifiabon 18.77 18,81 18,77 18,81 Tan;ig 81,34 81, 50 81,34 81,50 ftonft utut- 1,973 1,977 1,9 1,9 Alben 5,44 5.45 5,4 5,4 Eanoda 4,134 4,142 4,134 4,142 lltu aaq 3.856 3,864 3,856 3,864 tatro . . 20,875 20,915 20,875 20,915 5°'n Rückvergütung Liebigshöhe Am Sonntag, dem 26. Januar 6ro6esMililörSlreidiliOiieri ausgeführt vom Musikkorps I./15 Leitung: Obermusikmeister Löber Anfang 4*/4 Uhr! 048i Anfang 4*/< Uhr! Die für Sonntag, den 20. Jnnn r, und Montag, den 27. Januar 1930 geplante GOfiD «IWIiM zum Besten des Vereins „OherhcNRiche* Danienheim“ muli krankheitshalber verschoben werden. Näheres wird noch bekanntgegeben. la Seefische und File s Beste Räucherfische Fischaaus Cuxhaven MarktMr. 11 Tel. 2417. mrT,ro«xxxxxxxxxDg Kreibani. Freitag, den 24. Jan 1930 00H8-I1 Uhr (617D Fleisch verlauf. Bananen .... Pfd. 60 Pf. Orangen . . 3 Pfd. 95 Pf. Orangen . 20 Steh. 95 Pf. Zitronen . . 3 Stck. 20 Pf. Kopfsalat. . . Stck. 30 Pf. Blumenkohl.....60 Pf. Willy Ruhl, Gießen Bahnhofstraße 15 Telephon 2818 ___________h'Z3A Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Luise Watz Karl Schäfer Großen-Linden ' Lang-Göns 23. 3anuar 1930 U4M Die iM'M-iWD Hk (Schüler, Lehrlinge, Jung-Angestellte bis 20 Jahre) beteiligt sich am . ReitMerMW am Sonntag, dem 26. Jan. 1930, vorm. 11 Uhr im Pbysiksaa! der Goetbeschule, Westanlage, freiwillig und kostenlos. Als Preis winkt u. a. „Eine Zeppelinfreifahrt“ von Dr. Hugo Eckener. Anmeldungen auf der Geschäftsstelle des GDA, Haus Schwarz, 8—5 Uhr. Telephon 4124. Der Ebrenausscbuh. Der Wettkampfausschub. 6 »M Achtung! [0487] Achtung! laRotkohl zu ganz ermäßigt. Preisen bat abzugeben Rumpf, Zorelsgaffe 9. Nutz- und Drennholzversteigerung Montag, den 3. Februar 1930, vormittags 10 Uhr ab, werden in dem Saale des Gastwirts hock zu Weickartshain versteigert: 616D 1. Nutzholz, Stämme, Gütekt. A. Buche: 3. Kl. 7 St., 5,57 fm; 4. Kl. 10 St.. 9,84 fm. ©ütefl.N. Eiche: 2. Kl. 6 St.. 3,30 fm; 3. Kl. 9 St., 6,01 fm. Fichter la-Kl. 7 St. 1,37 fm; lb-Kl. 32 St., 12,87 fm; 2a-Kl. 14 St., 10,48 fm; 2b-KL 9 St. 11,11 fm; 3a-Kl. 3 St., 4,25 fm. Güte«. F. Fichte la-Kl. 9 St., 1,75 fm; lb-Kl. 13 ©L, 4,86 fm; 2a-Kl. 11 St., 5,83 fm; 2b-Kl. 2 St^ 3,34 fm; 3a-Kl. 1 St. 0,99 fm; 3b-Kl. 1 St., 2,75 fm. Derbstangen. Fichte: l.Kl. 22 St., 2. Kl. 30 St., 3. Kl. 157 St. Reisslängen. Fichte: 4. Kl. 290 St., 5. Kl. 575 St., 6. Kl. 715 St., 7. Kl. 325 St. Nuhscheil- Holz. Eiche: 1. KL (gespalten) 2,6 rm, 2. Kl. (rund) 7,7 rm; Buche: 1. Kl. (gespalten) 7 rm; Birke: 2. Kl. (rund) 0,6 rm. 2. Brennholz. nn: Scheiter: Buche 103,4 1. Kl., 5,5 2. Kl.; Eiche: 8 1. Kl., 1 2. Kl.; Erle: 2 2. KL; Fichte: 3,2 1. KL, 4 2. Kl. Knüppelholz. Buche: 26,7 1. Kl., 0,6 2. KL; Eiche 14,7 1. Kl., 29,6 2. KL; Erle 3 2. KL; Aspe 1,9 l.Kl.; Kiefer 1 1. Kl., 1 2.KL; Fichte 11 l.Kl., 7 2.Kl. Reiser- Holz. Buche: 50 2. Kl., 171 3. KL ; Eiche: 30 2. KL, 47 3. KL; Erle: 5 3. KL; Weide: 4 3. KL; Lärche: 6 2. KL; Fichte: 15 2. Kl. Stockholm Buche: 71; Fichte: 4. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Nutz- und Brennholzes sind blau unterstrichen. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandunaen nicht berücksichtigt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Schlag zu Weickartshain. Laubach, 23. Januar 1930. ______hessisches Forstamt Laubach. Holzversteigerungen des Graf zu Solms-Laubach'schen Forstamts Laubach. Montag, den 27. d. M^ 10 J4 Uhr, im „Solmscr Hof" zu Laubach aus verschiede- ncn Abteilungen der Distrikte Lenzesberg, Hubberg, Hirschrot, Silbach und Volperts- köpf der Försterei Ruppertsburg, rm: Scheiter: 650 Buche, 15 Eiche, 4 Birke, 4 Kirschbaum, 10 Nadel- und Weichholz; Knüppel: 520 Buche, 12 Hainbuche, 97 Eiche, 7 Birke und Kirschbaum, 57 Elsbeere, Fichte und Kiefer; Stöcke: 95 Buche, 6 Eiche, 3 Fichte; Reiserknüppel: 11 Buche, 3 Eiche; Stammreiser: 509 Buche II (dürr); Zopfreiser: 1358 Buche. Die mit F bezeicy- neten Nummern werden nicht ausgeboten. Auskunft erteilt Färber Becker, Friedrichs- Hütte, Fernruf: Laubach 11. Dienstag, den 28. d. M., 10J4 Uhr, in der Turnhalle zu Freienseen, aus den verschiedenen Abteilungen der Distrikte Ziegenberg, Kreuzseenerberg, Eichelgarten, Weidenau, Wetterauerberg, Wetterauerstrauch, heinzeberg und Struth, rm: Scheiter: 680 Buche I, 88 II, 30 Eiche, Birke, Obstbaum, 2 Esche, 50 Nadel- und Weichholz; Knüppel: 253 Buche I, 295 II (abständig), 2 Esche, 58 Eiche, Birke, Obstbaum, 59 Nadel- und Weichholz; Stöcke: 188 Buche; Reiserknüppel: 198 Buche; Ast- reiser: 169 Buche. Die Buchenschciter und Knüppel I. Klasse aus den Distrikten Zie- genberg 1b und Wetterauerstrauch werden nur zum Teil, diejenigen aus den Distrikten Struth und Ziegenberg werden nicht ausgeboten, ebenso die abständigen Buchenknuppel aus Struth 2 und heinzeberg 4. 610t) Nutzholz aus den Distrikten Kreuzseener- berg 5d 1 Eschenstamm = 0,64 fm III n, heinzeberg 1 desgl. = 0,39 fm III n, Struth und Wetterauerberg 3 Kirschbaumstämme = 1,39 fm III n, Wetterauerstrauch la 1 Birkenstamm = 0,18 fm II n; Ziegenberg 1b 4 rm Luchenwertscheik, 1,25 m lg.; Wetterauerberg 2a 1 rm Hainbuchennutzrollen. Kohlreiser und Lesholz flächenweise. Auskunft rteilt Förster Krautwurst, Glashütte bei Freienseen, Fernruf: Laubach 69. Parlament and hmgdeutsdier Orden am Freitag, 24. Januar, abends 8 Uhr, im Cafö Leib. Up I) IJnhn Leiter der staatswissenschaftl. ULK. MU Abteilung des Ordensamtes, spricht über die jungdeutsche Erneuerungsbewegung und den in Bildung begriffenen christlich' nationalen und sozialen Block der Mitte d,8d Eintritt so pf. Jungdeutscher Orden, Giefeen WWW frische Norweger Scttbiicklingc, Pfd. 3s 4 ff. Ostender BiicklingePsd.50^ irische Sprotten Pfd. 1- RicM bewald Bahnboistr.27. MA Lauschpferde mit allen Garantien, leichten, mittleren u. schweren Lebtages geben sehr preiswert ab 0489 Gehr. taitag Giefeen Telephon 2312. Gut und billig Feine -yr Sprotten Pfd.-Kistch. 13$. Frische Trinkeier Deutsche.....10 Stück 1.70 Magneteier .. .10 Stück 1.58 Feine Marinaden Bismarck-Heringe und Rollmops..... .........80^ Brat- undGelee-Heringe 90s, SHÜMMW Süße, saftige fJQ Orangen 3 Pfund 23t Geräucherte Blut-und Leberwurst aUs, Holzverkaus. Aus dem Gemeindewald Krofdorf kommen am Freilag, dem 31. Januar d. 3., vormittags von 10 Uhr ab, bei Wirt Moos in Krofdorf öffentlich meistbietend zum Verkauf: 6150 Distrikte 8a Krokel, 9a, 10 a Eichenwald, 13b Steinbusch links und 14a Leschenwald: Eiche: 101 rm Schichtnutzholz (2,00 und 2,50 m lang) 297 rm Scheit- und Knüppelholz (meistens 1,25 m lang) 957 rm Reisig Buche: 245 rm Scheit- und Knüppelholz 438 rm Reisig Erle: 2 rm Rollscheit Radelh.: 1430 Fichtenstangen 1. bis 3. Kl., 210 St. 4. Kl. 9 rm Fichtenreisig, lang eingesetzt. Mill, Gemeindevorsteher. 6240 Inserieren bringt Gewinn Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13 — Telephon 4101 lung voraussichtlich bestimmt: eine Kuh, ein Rind. Oern, Nachhilfestunden in Latein, Klavier- stunden f. Anfänger ertetli 0477 Pövet. FriedcnS- ttranc I9v. 1. Freitag, den 24. Januar 1930 nachmittags 4 Uhr versteigere ich am Schlachthaus in Gießen zwangsweise gegen Barzah- Vergebung. Der Gesangverein „Zugendtreu", Oueck- born, hat für sein 55jähriges Bestehungsfest, verbunden mit dem 25jährigen Bestehungsjubiläum des Volkssänaerbundes „Chattia", die Plätze für Karussell, Schieß- Halle, Zuckerstände usw. zu vergeben. Angebote bis 20. Februar an den 1. Vor- sitzenden erwünscht.__________________6220 Feinste Fett- Bückinge .... Pfund Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34 'X)5D Irittsgeld erhoben. 564C 0485 Naturheil -Verein. GOETHE-BUND Montau. 6on 27. laouar 1930. abends 8 Uhr, Nene Aula 3. Dichterabend Auf vielfachen Wunsch wiederholt! OeffentlidierVortrag überdasaktuellsteThemadergesafi ten Kulturwelt: Die WuDderkuren in fialspach AlfredNeumann liest aus eigenen Werken. Eintrittskarten (numerieril zu Mk. 2.— im Vorverkauf bei Cballier und an oer Abendkasse. Studentenkarten gegen Ausweis zu Mk. 1.— hei Herrn Sekretär Ritter. Unt- versitätsgebäude. Die Eundesmllglleder erhalten im Vorverkauf bei Cballier gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 4 (grünes Gutsche.inheft) bis zu 2Plftizen unentgeltlich numerierte Eintrittskarten ab Mittwoch, 22. Januar.5571) Freitag, 24., und Samstag, 25. Januar nachmittags 4 Uhr, Extra-Familien- und Kinder-Vorstellung Schneewittchen Märchen-Schauspiel in 5 Akten. Mit eigener Musik, mit wirkl. Zwergen u. v. a. m. Sämtliche Mitglieder sind Künstler. Preise trotz enormer Unkosten bedeutend herabgesetzt (steuerfrei): Nachmittags von 30 Pf. bis Mk. 1.50, Erwachsene 50 Pf. Zuschlag. Nachtvorstellung von 80 Pf. bis Mk. 2.50. Nur Samstag, den 25. Januar: Einmaliges Gastspiel des Operetten-, Märchen-, Schauspiel- und Lustspiel-Ensembles der Original Liliputaner 20 Personen 20 Personen Abends 11-1 Uhr: Nachtvorstellung mit Orchester 1. und 2. Teil: Operetten- und bunter Spiel-Abend Wochenend-Liliputaner-Revue mit Musik und Tanz. Prinzessin Muhina, zum erstenmal in Deutschland. Die kleinste und zierlichste Liliputanerin in ihrem entzückenden Tanz; Die Teepuppe. — 3. Teil: „Eine tolle Sache“, urkomische Posse in 1 Akt. - Stimmung, Humor. Kälholisßies Vereioshaus (Ziehen, Liebigstrafee Montag, den 27. Januar 1930, abends 8 Uhr Frauen-Vor trag Thema: Cie Entstehung und Heilung der FrauenliranMieiten (Frauenleiden vor der Ehe — Frauenleiden und Eheleben — Frauenleiden und Berufsleben - Frauenleiden und Nervenleben — Frauenleiden und Wechseljahre.) Redner Herr Dr. med. Maloch, (Ziehen. Zur Deckung der Unkosten wird ein bescheidenes Ein- Männer und Frauen, versäumen Sie diesen hoch wichtigen Vortrag nicht, der Kranken den sichersten Weg zur Gesundheit und Lebensfreude, Gesunden das Mittel zur Erhaltung ihrer Arbeitskraft zeigt. HochinteressanteDemonstrationen Das Wunder derNeon-Stab-Diagnose Der Vortr ie findet statt Freltao, 24. Jan. 1933, abend* 3 ühr, Im Restaurant „Staut Lieh'1, Lider Straße. Referent: Apotheker W. Ballast Dieser Vortrag wird Aufklärung bringen über die Grundlage der aufsehenerregenden Heil crfolee, selbst in verzweifeltsten Fä «en von: Glebl, Rheuma, Ischias, Asthma, Nerven- und nervösen Leiden, Lähmunnen, Barniranhhelten, Frauenkrankheiten, Krampfadern, Hantsraaihellen usw. Eintritt ireü/üater 21 fahren keinen Zolrilt! große schwere S & F-Eier 1 1Q 10 Stück 1. 10 Limburger . r a Käse 2O°/o Fett, Pfund J