Nr. 274 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 22. November 1930 Erscheint tügl'ch,autzn Sonntags und Feiertag» Beilagen: Vie Illustrierte Viehener Familienblätt« Heimat im Bild Die Scholle Dlonats»Bejng$Drets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzeln er Nummern infolge höherer (Beroali. zernsprechanschlüste anterSammelnummer2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vriihl'sche Unwerfitätr-Vuch- und Steindruckerei 8. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraste 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter^ sämtlich in Diesten — Die Reichsfinanzen und die Noi der Landgemeinden. Der Reichskanzler fordert Sparsamkeit auch bei Ländern und Gemeinden. — Die Sünden der Vergangenheit. —Kein Grund zur Verzweiflung, wenn man den Mut zum Zugreifen hat. Berlin, 21. Rov. (DDZ.) 3m Reichstag fand unter Beteiligung der Reichsregierung die Delegiertentagung des Landgemeindetages statt. Mit dem Reichskanzler Dr. Brüning waren auch Reichsernährungsminister Schiele, Reichs- verlehrsminister von Guörard, Reichsminister Treviranus und der preußische Innenminister Severin g erschienen. In seiner Begrüßungsansprache verwies Bürgermeister Lange (Weihwasser) aus die Belastung der Gemeinden mit der Aufgabe, d i e Erwerbslosen über Wasser zu halten. Das Sanierungsprogramm der Reichsregierung denke leider nicht an die Gemeinden. Die Ueberindustrialisierung werde uns noch auf Jahre hinaus die Sorge um di« Arbeitslosen auferlegen. Deshalb müsse den Gemeinden, die das Fundament des Staates bilden, diese Last erleichtert werden. Reichskanzler Dr. Brüning erklärte dann: Die Regierung sei sich klar darüber, daß sie nicht auf einmal allen helfen könne. Aber sie wisse, wie schwer gerade die Lage der Landgemeinden sei. Der fürchterliche Stoß der Agrarkrise und der industriellen Krise zugleich treffe zuerst die Landgemeinden, die ohne steuerliche Reserven daständenI (Sehr richtig!« Keine Regierung könne jeooch im Handumdrehen die Probleme meistern, die die Entwicklung der letzten Jahre und die daraus entstandene Weltwirtschaftskrise ihr auferlegen. Auch der Reichstag habe leider jahrelang geglaubt, Lasten auch den Ländern und Gemeinden auferlcgen zu können. Wir sind uns heute darüber klar, daß dadu.ch namentlich die Realsteuerlast zu einem schweren Druck geworden ist; aber Deutsch.and sei nicht das einzige Land, das die Wirtschaftsent- wickl.ung überschätzt habe und jetzt zu drakonischen Sparmaßnahmen g eilen müj«. Trotz der Agrarkrise sei es der Regierung gelungen, die Agrarpreise vom Weltmarkt aozu, äugen. In kürzester v ist werde die Regierung weitere Maßnahmen treffen, denn von der Konsolidierung der Landwirtschaft her könne ein großer Teil der Arbcitslosig.eit behoben werden, (eoehr richtig!) Uebrige.is sehe das neue Realstcuergesetz einen Ausgleichfonds vor, aus dem den Gemeinden geholfen werden solle, die durch Wvhlsahrtsausgaben besonders belastet seien. Ferner seien mehr Summen für die Krisenfürsorge in den Etat eingesetzt und die Krisenfürsorge ausgedehnt. Das bedeute eine künftige Entlastung für die Gemeinden. Auch die Rettung der Arbeitslosenveriicherung sei eine solche Entlastung, denn mit dem Zusammenbruch der Versicherung wären auch die dann noch stärker belasteten Finanzen der Gemeinden zu ammengebro» chen. Die Regierung wolle die wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten nur soweit eindämmen, daß das Vaterland nicht völlig zusammenbreche. (Bravo!) Die Lage sei erheblich schwieriger als Ende 1 9 2 3. Man könne nicht an das Ende wieder eine Rentenmark sehen. Man könne nur eine Stabilisierung in der gesamten öffenu.chen Finanzwirtschaft her- beifühven. wer meine, daß nur die Reparationen die Schuld tragen an unseren Sorgen, der verschließe die Augen vor der Wirklichkeit. Das deutsche Volk und alle feine Vertretungen hätten die wirtfchaftlichen Möglichkeiten in den letzten Jahren ebenso überschätzt wie das Ausland und hätten durch unnütze Bauten dem Auslande gegenüber ein vollkommen falsches Bild geschaffen. (Lebhafte Zustimmung.) Sowohl in der Erklärung der Reichsregierung im Reichstag wie auch im Reichsrat habe sich die Reichsregierung übrigens schützend vor die Beamtenschaft gestellt. Andere Länder muteten ihren Beamten aber noch härtere Opfer zu als Deutschland, obwohl die Beamten dort nicht so gut bezahlt würden. Man darf nicht, so ruft der Reichskanzler aus, einen Stand von den Opfern ausnehmen. (Lebhafter Beifall.) Schon 1929 haben wir gewaltsame Abstriche am Reichsetat in Höhe von 180 Millionen vorgenommen. Im nächsten Jahr betragen die A b st r i ch e nahezu eine Milliarde. Als 1929 die bedrohliche Situation klar wurde, hat die Reichsregierung angefangen zu sparen. Aber dieser Sparsamkeitsruf ist nicht überall durchgedrungen; denn solange die Uederweisungen weiterflossen und garantiert waren, hat man in der Kommunalpolitik vielfach geglaubt, man könne auf ein bestimmtes Maß an Einnahmen auf alle Zeit rechnen und darauf seine Ausgaben ein- stellen. (Rufe: Das ist nicht richtig! Das waren nur die Städte!) Das war feit 1924 die Einstellung in der gesamten Kommunalpolitik, weil wir 1924 in der Lage waren, aus überhobenen Steuern so gewaltige Ueberroeifungen zu machen, die gar nicht der finanziellen Situation entsprachen, ist eine veberhähung und Expansion der kommunalen Ausgaben eingetreten. In diesem Jahre fliehen die Lieberweisungen nicht mehr und keine Regierung ist in der Lage, den Ländern und Gemeinden das voll zu ersetzen. was an Einkommen», Körperschafts- und Umsatz- steuern wegen der ungeheueren Wirtschaftskrisis nicht einkommt. Darauf muß man sich einstellen und man wird sich in aller Zukunft darauf einstellen müssen, daß man nicht mehr Jahr für Jahr mit höheren ilebertoeifungen rechnen kann, sondern daß man damit rechnen muh, daß schlechte Jahre auf gute Jahre folgen, und daß die Ausgaben im Etat auf eine mittlere Linie eingestellt werden müssen und nicht auf den Augenblick einer gesunden wirtschaftlichen Konjunktur. Die Reichsregierung ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Allerdings kann vielleicht auch noch an den Finanzämtern gespart werden. Das ganze Steuervereinheit- lichungsgeseh, das der Reichsrat hoffentlich in der nächsten Woche verabschiedet, hat den Zweck, die Steuern und die Deranlagungstätigkeit so zu vereinfachen, dah wieder Klarheit und Rechtssicherheit eintreten und gleichzeitig Ersparnisse an der Verwaltung. Das wiro in ganz erheblichem Mähe nach Durchführung des Gesetzes innerhalb zwei Jahren der Fall sein..(Unruhe und Widerspruch.) Wenn Sie nicht daran glauben, dann kann ich Ihnen allerdings den Glauben nicht beibringen. Ich darf Sie aber bitten, erst einmal die Gesetze anzusehen und sich erst dann Ihr Urteil zu bilden. (Sehr gut! und Beifall.) Ich bitte Sie, das Werk der Reichsregierung als ein einheitliches Ganzes anzusehen und daran zu glauben, dah von der schnellen Durchführung dieses Werkes nicht nur die Finanzsanierung des Reiches, sondern mittelbar auch die der Länder und Gemeinden abhängig ist, ebenso die Sicherung und Rettung der Wirtschaft in einem der fürchterlichsten Augenblicke, die die Wirtschaftsgeschichte der letzten Jahrzehnte gekannt hat. Es ist kein Grund vorhanden, zu verzweifeln und nur skeptisch zu sein. Wenn man den Mut gehabt hat, auch in der schwersten Stunde zuzugreifen und zu handeln, dann ist noch nie ein Volk verloren gewesen. (Stürmischer Beifall.) Der preußische Innenminister Severing erklärt unter anderem: Als Mitglied des Reichstags gebe ich gerne zu, dah durch die Reichsgesetzgebung auch den Landgemeinden Lasten auferlegt worden sind, unter denen sie jetzt sehr schwer zu tragen haben. Aber ich habe auch oft gehört, dah im Reichstage die Verschwendungssucht der Gemeinden kritisiert wurde. Wir schieben uns einander di« Verantwortung zu und machen uns einander Vorwürfe darüber, dah wir zu verschwenderisch gewirtschaftet hätten. Ich meine: W i r sind allzumal Sünder gewesen. (Heiterkeit.) In diesem Augenblick kommt es darauf an, in Einigkeit und von einemWillen beseelt die Röte des Winters zu meistem. Die LandwNschastkeriipunki derWrtschMesomi Reichsminister Schiele bat, gegen alle Resignation, gegen allen Radikalismus sich au stellen, nicht zwischen diesen beiden Extremen herumzupendeln. Das eine haben wir in der Hast der industrielle^ En.w-cktung heute noch nicht ganz begriffen, dah die Ernährungsquelle der Rationen auf dem Lande liegt. Im wesentlichen kommt es auf zwei Grundtatsachen an: Einmal auf die gewaltige Arbeitslosigkeit, die in diesem Winter eine nie geahnte Höhe angenommen hat, und sodann auf die Verschuldung der Landwirtschaft. Die letzte Ursache der Agrarkrise ist darin zu erblicken, dah unsere Volkswirtschaftspolitik keine Ausgeglichenheit in der Preisfrage herbeigeft'chrt hat. Aus der fortlaufenden Unrentabilität der Landwirtschaft, besonders im Osten, resultiert eben die mangelnde Kaufkraft. Daher die Abwanderung aus dem Osten. Da muh die Siedlung wieder einsehen. Eine mit größtem Rachdruck betriebene Agrarpolitik ist die sicherste Grundlage .der deutschen Volkswirtschaft überhaupt. Es gelte vor allem, den Ausgleich zwischen Erzeuger- und Verbraucherinteressen zu suchen, aber auch den Ausgleich zwischen dem Erzeugerpreis und dem vielfach noch überhöhten Verbraucherpreis. Der Präsident des Landgemeindetags Dr. Gereke erklärt: Zweifellos feien im Reich und den Ländern noch erhebliche Ersparnisse möglich. In den Land- acmeinden seien jedoch den Ersparnismöglichkeiten sehr enge Grenzen gezogen. Solange der Gesetzgeber den Landgemeinden hohe Schul - und Wohlfahrtslasten zwangsläufig auferlege, könne an eine Senkung der Realsteucr- zuschläge nur gedacht werden, wenn entweder von Reich und den Ländern den Gemeinden höhere Steuerüberweifungen geaeben oder ihnen neue genügend ergiebige Steuerquellen erschlossen, oder aber die zwangsläufigen Ausgaben, wenigstens teilweise, übernommen würden. Jeder noch so sorgfältig auf- gestellte Etat der Gemeinden werde zwangsläufig durch die unvorhergesehene Steigerung der Wohlfahrtslasten über den Hausen geworfen. Die bisher in Aussicht genommene Lösung des Erwerbslosenproblems sei unzulänglich. Auch die Steuer- quellen der Gemeindegetränkesteuer, der Biersteuer und der Bürgersteuer böten nicht annähernd einen Ausgleich für die gestiegenen sozialen Lasten der Gemeinden. Nachdrücklich wandte sich Dr. Gereke gegen das geplante Zuschlags» recht zur Einkommen st euer, da es ye- rade für die leistungsschwachen Arbeiterwohnsitz- und Agrargemeinden, die heute kaum noch Einkommensteuer aufwiesen, die verhängnisvollsten Folgen haben müßte. Schließlich forderte Dr. Gereke einen gerechten Lastenausgleich. Die entscheidende Sitzung des Reichsrals. Die Bevollmächtigten der Länder am Verhandlungstisch: Von links nach rechts: der hessische Staats- Präsident Dr. Adelung, der badische Gesandte H o n o l d, der sächsische Gesandte Gradnauer, der preußische Ministerpräsident Otto Braun, Reichsfinanzminister Dr. Dietrich, Reichskanzler Dr. Brüning, der bayerische Ministerpräsident Dr. Hel d. Oer neue Ton. Aus dem Zwang zur sachlichen Arbeit scheint sich mehr und mehr der Gebrauch herauszubilden, den Reichsrat zur Plattform für polnische Kundgebungen von grundsätzlicher Bedeutung zu machen. Die Form mutet zwar vorerst noch etwas provisorisch an, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß der Reichsrat, verfassungsmäßig die Vertretung der Länderregierungen bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs, ohne die viel- beredete Versassungs. und Parlamentsreform rein durch den Zwang der besonderen Umstände den Charakter einer Ersten Kammer, eines Oberhauses erhält, den er ja nach der Weimarer Verfassung keineswegs hat. Mit dem Anwachsen der radikalen Strömungen im Reichstag sind die schon vor- her nicht geringen Schwierigkeiten die bei der Par- teienzersplitterung im Reichstag einer eindeutigen politischen Willensbildung entgegenstanden, so riefen- groß geworden, daß seine Arbeitsfähigkeit ernsthaft gefährdet erscheint. Der Reichstag hat sich in richtiger Erkenntnis der Lage selbst beurlaubt und die •Regierung hat sich damit geholfen, daß sie den Reichsrat zum Forum ihrer richtunggebenden Wil» lensäußerungen machte. Reichskanzler, Reichsfinanz, und Reichsarbeitsminister und nun auch der Reicks- außenminister haben die kurze Tagung des Reichs- rats benutzt, um zur politifdjen Lage im allgemeinen und zu den großen Finanzoorlagen der Regierung im besonderen Grundsätzliches zu sagen. Der Reichsrat hat die Erwartungen, die man an ihn stellte, nicht enttäuscht. Fast auf den Tag genau hat er die Frist eingehalten, die ihm Anfang November der Reichskanzler für die Durchberatung der 30 Gesetzesvorlagen zugestanden hatte, die das umfassende Reformwerk der Reichsregierung im wesentlichen ausmachen. Der Reichsrat hat damit den Beweis erbracht, daß ein parlamentarisches Gremium, in dem an sich bei der verschiedenartigen politischen Zusammensetzung der Länderregierungen parteipolitische Einflüsse keineswegs ausgeschlossen sein brauchten, trotzdem schnelle und fruchtbare Arbeit zu leisten vermag, wenn es nur den ernsten Willen zur Sachlichkeit hat und die Verantwortung fühlt, die ihm der Wille des Volkes und die Verfassung als harte Pflicht auferlegt haben. Dürfen wir Hof- fen, daß sich nun auch der Reichstag die Schnelligkeit, Gründlichkeit und Sachlichkeit, mit der der Reichsrat die Grundgesetze zur Wiederherstellung der Ordnung in den öffentlichen Finanzen geprüft und verabschiedet hat, zum Beispiel nimmt, um nun auch seinerseits, wenn die Reihe an ihn kommt, ähnlich schnelle, gründliche und sachliche Arbeit zu leisten? Die Schlußsitzung des Reichsrats am Donnerstag hat mit dem Zwiegespräch zwischen dem bayerischen Ministerpräsidenten Held und dem Reichsfinanzminister, wie den kurzen Erklärunaen einiger anderer Bevollmächtigter, nur einen schwachen Widerschein von den Auseinandersetzungen gegeben, die sich in den Wochen vorher in den Ausschüssen hinter verschlossenen Türen abgespielt hatten. Der Länderföderalismus radikalster Prägung hat im blau- weißen Gewände des bayerischen Löwen noch einmal in öffentlicher Sitzung einen Ritt in die Schranken gewagt, aber Herr Held hat bei aller Schärfe des Tons doch durchblicken lassen, daß auch Bayern gewillt ist, dem Reich zu geben, was des Reiches ist. Der bayerische Ministerpräsident hat reichlich starke Worte gesunden, um seinem gepreßten Herzen Lust zu machen. Aber wenn er von Reichsdiktat, Reichsbevormundung und Reichszensur über Länder und Gemeinden sprach und meinte, jeden Versuch energisch zurückweisen zu müssen, die Reichsreform etwa auf den Hintertreppen dieser Reichssanierung auf Kosten der Länder und Gemeinden durchzuführen, so sind solche Wendungen nicht über Gebühr tragisch zu nehmen, wenn man sich der Vorliebe Herrn Helds für temperamentvolle und scharf zugespitzte Rhetorik erinnert. Löwen, die brüllen, beißen nicht, und Bayern mit seiner stark überorganisierten und kostspieligen Verwaltung hat gewiß alle Veranlassung, erst einmal von sich aus alles au tun, was einer Sanierung seines , Staatssäckels dienen kann, bevor es als Wortführer der Länder gegen das auf Sparsamkeit dringende Reich zu Felde zieht, zumal es doch auch von Bayern anerkannt werden muß, daß die Reichsregierung sich in wesentlichen Punkten zu bedeutenden finan- Aiellen Zugeständnissen an die Länder bereit gesunden hat, die das Kabinett unter andern Verhältnissen gewiß nicht geopfert hätte. Der Reichsfinanzminister hat jtin feiner kurzen Antwort an Held darüber keinen Zweifel gelassen und noch einmal mit allem Nachdruck den Zweck der die Hoheitsrechte der Länder beschneidenden Maßnahmen unter» strichen: der Wille zur Sparsamkeit, der für die Reichsregierung bei ihren Reformen oberste Richtschnur ist, soll sich eben auch in die Verwaltungen der Länder und Gemeinden bis in die untersten Stellen fortsetzen, um endlich bas zu erreichen, was der Wirtschaft in allen feinen Gliedern als dem finanziellen Träger des Staates allein Erholung und Gesundung bringen kann, das rigorose Abstoppen der Steuerschraube und die fühlbare Senkung der öffentlichen Lasten. Diese Ueberlegungen können nicht hindern anzuerkennen, daß die Reformgesetze des Kabinetts Brüning den Ländern, namentlich aber den Gemeinden Einschränkungen auferlegen, die bei dem gegenwärtig noch gültigen Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden und der damit nicht überall in Einklang stehenden Lastenverteilung für die Finanzen von Ländern und Gemeinden nicht leicht zu nehmende Gefahren heraufbeschwören. Der Ausgleichsfonds für die Ausfälle durch die geplante Senkung der Realsteuern und die Entlastung der Gemeinden durch die vorgesehene Ausdehnung der Krisenfürsorge, auf die der Reichskanzler in seiner gestrigen Rede vor dein Landgcmcindctag erneut hin- wies, bedeuten natürlich keine ausreichende Hilfe. Auch die Einengung des Wohnungsbaximaikts durch die vorzugsweise Inanfpruchnahmc der Hauvzinsftcucr> mittel für den allgemeinen Finanzbedarf werden grade die Gemeinden mit gemtfchten Gefühlen fest- stcllcn, wenn auch die von Stcgerwald vertretene Tendenz der Lösung des Baumarktcv aus den Fcsselix der Zwangobewlrtfchaftuna begrüßt werden kann. Gehaltsküxzungogcfctz und Perfonalaufwands- gcsctz werden Ländern und Gemeinden gewisse finanzielle Erleichterungen verschaffen. Ea ist nicht zu verkennen, daß beide Gesetze von ben Beamten des Reichs, der Länder, Gemeinden und öffentlichen Körperschaften erhebliche Opfer fordern, die sich den Opfern zur Seite stellen, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer der privaten Wirtschaft in schweren Krisen zelten zusammenbrechcnder Konjunktur und schwerer Arbeitvlostgkelt bei wachsenden öffentlichen Lasten bereit» auf sich genommen haben. Die Vorverlegung der Gehaltskürzung, die der Reichsrat beschlossen hat und der die Rcichvregierung zugestimmt hat, hätten wir aus hier schon dargetegtcn Gründen lieber vermieden gesehen. Man glaubte aber, darauf nicht verzichten zu können, um Ländern und Gemeinden einen teilweisen Ersaß für die Abstriche an den Uebermeisungcn zu geben. Das Reich hat noch ein übriges getan und ist auch nicht vor einem nicht unbedenklichen Eingriff in die Ber- mügcnssubstanz zurückgcfchreckt, Uly durch Hergabe von 50 Millionen Eiscnbahnvorzugsaktien dem Fi- nanzbcdarf der Länder und Gemeinden entgegen- zukommen. Das T a b a k ft c u c r g e f e tz bringt auch in der Kompromißform, wie cs der Rcichsrat verabschiedet hat, für das Tabakaewerbe Belastungen, die es nicht ohne schwere Erschütterungen wird aus sich nehmen können. Daran ändert auch die beschwichtigende Erklärung des Rcichsftnanzministc- riums nichts, daß keine weiteren Abgabcnerhöhungen beabsichtigt feien und auch ein Tabakmonopol nicht in Frage komme. 3nx Reichsrat haben die Bevollmächtigten der Länder mit ausgedehnter Tabak- Industrie mit Recht darauf hlngcwiesen, daß die immer noch exorbitant hohen Belastungen, die das Tabaksteucrgcfeß auch in der abgcänderten Form vorsicht, wohl geeignet seien, Tausenden von Unternehmern, Angestellten und 'Arbeitern ihre wirtschaft' Uche Existenz zu rauben. Die hn Gesetz vorgesehene finanzielle Unterstützung „zum Ausgleich von Härten während der Uebergangszeit", wie es in der Sprache des Gesetzes wenig menschenfreundlich heißt, wird nichts daran ändern, daß das Millio- ncnhcer der Arbeitslosen neuen Zuwachs erfährt und viele Gemeinden, besonders auch bei uns in Hessen, durch die zwangsläufige Stillegung von Betrieben des Tabakgewcrbcs trog der vom Reich angebotenen Entschädigungen in ihrer Wirtschastv- kraft auf das empfindlichste getroffen werden. Wir meinen, man hätte eo sich trog der schweren Finanz- not des Reiches zehnmal überlegen sollen, durch steuerliche Uebcrspannungen einen ganzen Industrie- zweig lahmzulcgen, der im Gegensatz zu manchen andern Industrien bislang einer großen Zahl von Menschen in vielen kleinen, über das flache Land verstreuten Betrieben Arbeit und Brot gegeben hat. Nachdem der Rcichsrat gesprochen hat, wird nun in ber übernächsten Woche der Reichstag daS Wort erhalten. Der Kanzler hat der Erwartung Ausdruck gegeben, daß der Reichstag dem ausgezeichneten Dorbilde nacheifern werde. daS der Reichsrat gegeben habe, um dem Sanierungswerk in kürzester Zeit Gesetzeskraft zu verleihen. DaS deutsche Dolk, soweit eS Ordnung der Staatsfinanzen als DorauSsetzung für eine Wiederbelebung der Wirtschaft und Gesundung des Staatsganzen, aber auch alS Voraussetzung für eine aktive Außenpolitik wünscht, die die Revision der Verträge zum Ziel har, schließt sich dieser Forderung deS Kabinetts en. Um dieses Endziel aller unserer Anstrengungen und Opfer noch einmal klar herauszustellen, Butte Reichsaußenministcr Dr. EurtiuS in der letzten Sitzung des ReichsratS sich zum Wort gemeldet. Sein Wunsch war, die früheren Ausführungen des Reichskanzlers zum gleichen Ge- Sen stand zu ergänzen, aber auch dem fraxxzö- schen Ministerpräsidenten auf dessen aggressive Rebe in der Pariser Kammer Antwort zu erteilen. Den neuen Ton der Offenheit und Entschiedenheit, den die Kundgebungen und Maßnahmen de« Kabinetts Vrüning auSzeichnen, hat sich auch der Außenminister in erfreulichem Maße zu eigen gemacht. Er wies mit wünschenswerter Deutlichkeit auf die hier schon oft erläuterte Verschiebung der Weltwirtschaftslage zu ungunsten deS Schuldners Deutschland seit der Annahme des DoungplanS im Haag hin, betonte die große Enttäuschung Deutschlands darüber, daß von der im Haag zugesagten internationalen Zusammenarbeit bet derAbwicklung deSReparationSproblemS bisher trotz der Basier Dank für internationale Zahlungen wenig oder gar nichts zu spüren sei und erklärte, daß die Reichsregierung nach der Durchführung ihres Reformprogramms die Frage prüfen werde, ob sie von den VertragS- rechten des Reuen Planes und den dort ihr zugebiiligten Schutzmitteln Gebrauch machen müsse, um Wirtschaft und Währung Deutschlands zu. sichern und zu verhindern, daß daS deutsche Volk durch unerträgliche Lasten seiner sozialen und sittlichen Grundlagen beraubt werde. Mit andern Worten, die Reichsregierung wird, ohne sich heute schon auf eine bestimmte Methode festzulegen, aber auch ohne den DertragSboden zu verlassen, zu dein ihr geeignet erscheinenden Zeitpunkt Revisionsverhandlungen ein- Leitcn. Der Außenminister wies baxxxx scharf und bestimmt die seltsamen und bef rem blieben Auslegungen zurück, die T a r d i e u bem| Abrüstungsparagraphen des Dersaillcr Dertmges gegeben hat. Das berüchtigte EntwaffnungSulttmatum ber Alliierten, das Schlußprotokoll von Cocamo und ber DölkerbundSpakt kennzeichnen eindeutig und binbctxb als Zweck ber deutscheir Entwaffnung die Herbeiführung der a 11 g e me i ne n Abrüstung. Eurtius hob mit Recht hervor, daß die widersprechende Auslegung TardieuS eiixe völlige Kursänderung der franzöfischeix Politik bedeute, die tn Genf stets die rechtliche Derpflichtung Frankreichs zur Abrüstung axxertannt habe. Die Forderung, daß Deutschlands einseitige Gntwasf- nung ein Dauerzustand bleiben solle, uxrbe ben Dölkerbunb illusorisch machen, ber ja auf ber Gleichberechtigung seiner Vertragspartner beruhe. Dem französischen Geschrei xxach mehr Sicherheiten vor Abrüstung, mit benx Frankreich seit Jahren in Genf alle AbrüstungSverhanblungen zu sabotieren sucht, setzte Dr. EurtiuS Deutschlanbs cr- höhten Anspruch auf Sicherheit als eines exxt- waffneten unb von waffenstarrenden Völkern um* gebeneix Staates entgegen. Gr bebauerte die gänzliche Verständnislosigkeit, die die öffentliche Meinung Frankreichs Deutsch!axxbS Lage eixt- gegenbringe, unb daS völlige Mißversteheix, dem Die letzte inner politische Entwicklung DexxtschlanbS drüben ausgesetzt netvefen sei. Richt unter irgexxb- welchen innerpolitischem Druck sei eine Revl- slonSkampagne entfesselt, die etwa einen Ilm- schwxmg unserer Außenpolitik bedeute, sonderxx seit ben Tagen von Versailles sei man in Deutfch- lanb. wie die Welt aus benx Munde der deutschen StaatSmänixer seit langem wisse, darüber nur einer Meinung, baß bas deutsche Volk sich mit dem gegenwärtigen Stand ber Dinge, wie er in Versailles blftiert sei, nicht abfinden könne. Für Unterstützxmg bieser These hätte Dr. EurtiuS auf ble Lüge von Deutschlands Allein- schuld am Ausbruch deS Weltkrieges Hinweisen tonnen, die heute noch die moralische ©runblagc für daS Versailler Diktat bildet. Der Außexx- minister hatte recht, wenn er zum Schluß ausführte, baß Deutschlands Revisionsverlangen von ben Lebensnotwendigkeiten unseres Volkes diktiert wird unb daß nicht starre Verträge, sondern bas Leben der Völker die Zukunft bestimmen. Deutschland erstrebe kein Dünd-niSshstexn der Vorkriegszeit, daS die Staaten in getrennte Lager scheide, aber es werde stets an ber Seite derjenigen zu finden sein, die sich für die Gleichberechtigung unb fortschrittliche Gestaltung ber Dinge einsetzten. Das war eine deutliche Anspielung auf andere Möglichkeiten beutfeber Außenpolitik, tvenn Frankreich sich den natürlichen Voraussetzungen einer Verständigung mit Deutschland widersetzen sollte. Sache ber fraixzösischen Politik wird es nun fein, Antwort zu geben auf die präzise Frage, ob Frankreich gewillt tft den deutschen Lebensnotwendig keiten Rechnung zxx tragen, die ohne eiixe Revision der Verträge namentlich mit Bezug auf den deutschen Osten, auf die Dauer nicht gesichert werden können, oder ob es durch starres Festhalten an den Verträgen den Grundsatz ber Gleichberechtigung ber Völker verleugnen, Deutschland auf andere Wege abdrängen unb Europas Frieden unb Wohlfahrt, die sich nur auf Solidarität gründen können, gefährden will. Was sagt Paris zm Cxirtius-Me? Paris, 22. Rov. (WTB. Fxmkspruch.) Zur Rede von Dr. EurtiuS erhebt das Blatt Daia- diers „La Revublique" die Forderung nach einer deutsch-französischen Aussprache. Tardieu habe allerdings von vo-me- hereln eine derartige Haltung untersagt, da er [a erklärt habe: Abrüstung? Reinl Revision? Olein 1 Deutschland, so schließt das Blatt, besitzt ein Programm. Italien besitzt ein Programm. Damit Frankreich auch ein Programm besitze, genügt eS nicht, sich niif den Ausruf zxx l>eschränken: Rein! Der sozialistische „Po- vulaire" meint, Dr. EurtiuS habe recht mit Dem, was er über die Revision der Verträge gesagt habe. Seine Zuflucht in einer unnachgiebigen Haltung zu suchexx, daS heiße die Lage verschärfe ix und den Völkern die Hoffnung nehmen, das begaxxgexxe Unrecht anders als durch Gewalt unb Krieg wieder gutzumachcn. „Petit 3 o u r xx a I" ist der Ansicht, daß der „Aktivxsmus" nicht geeignet sei, den guten Willen Frankreichs zu ermutigen oder die Ausgabe der Friedensfreunde zu erleichtern. — Der „H o xxx m e I i b r c“ findet, daß die Rede von Dr. EurtiuS wegen ihrer Klarheit unb Offenheit Lob verdiene. Wenn gewisse Kreise die Absichten der deutschen Regierung nicht gekannt hätten, fo seien sie jetzt informiert. — „3 outline i n b u ft r i e 11 e" erklärt, die von EurtiuS angekündigte diplomatische Offensive muß Frankreich bereit finden, unhaltbaren Forderungen mit präzisen Argumenten entgegenzutreten und die 3nterefsengemeinschaft aller derer in Kraft treten zu lassen, denen, ebenso wie Frankreich, die Aenderung des Weites von Versailles als ein gefährliches Beginnen erscheine. Der „3 n t r a n s l g e a n t" wirst dem ReichS- außenminister einen herausfordernden Ton vor. 3m Gegensatz zu Dr. EurtiuS habe Tardieu in höflichen Worten gesprochen. ES sei eilt 3rrtum, wenn der Retchsaußennitnlster zu sagen wage, daß Deutschland die Bedingungen erfüllt habe, die ihm auferlegt worden seien. — Die „Liberi ö" wirst dem Außenminister vor, durch seine Ausführungen nicht dazu beigetragen zu haben, einen Geisteszustand zu schaffen, der den Krieg endlich vergessen ließe. Der „T e m p 8,r erklärt, EurtiuS habe vergessen, daß eS einer ungewöhnlichen Weitherzigkeit bedurft habe, um anzuerkennen, daß Deutschland seinen Abrüstungsverpflichtungen nachgekommen sei. Er vergesse ferner die nachweisbar festgestellten geheimen R u st u n g e n unb die geheimen Verbände militärischen Charakters. Wenn eine Regierung einen fo hohen HeereS- haushalt, wie den deutschen, decke, und wenn man wisse, daß ble Reichswehr ein Staat im Staate sei, die ihre eigene Politik unb ihre eigenen Mittel habe, so hätten diejenigen, die im Hamen ber deutschen Regierung sprächen, nicht daS Recht, die Ehrlichkeit der Anstrengungen derjenigen Nationen zu bezweifelnde mehr als ihre Pflicht täten, um den Weltfrieden zu bewahren. Ungarischer Vesuch in Deutschland. Oer ungarische Ministerpräsident Graf Bethlen nach Berlin abgereist. Budapest, 21. Rov. (WTB.) Ministerpräsident Graf Bethlen ist heute um 13.15 Uhr mit feiner Gattin nach Be r- l i n a b g e r c t ft. 3n seiner Begleitung befand sich der ehemalige Gesandte und bevollmächtigte Minister Gras Alexander Khuen Hede r v a r h mit seiner Frau, ber Leiter ber Pressestelle des Auswärtigen Amtes, Legationsrat Graf Stefan Csaky, der Leiter Der Wirt- fchastsabteilung deS Außenministeriums, Sektionsrat Stefan Vinchkler, ferner Ministerialrat Ricolaus v. Kos in a. 3um Abschied waren auf dem Bahnhof der Minister des Auswärtigen W a l k o und von der deutschen Gefandtschast LegationSrat B e n z l e r erschienen. Graf Bethlen und Gemahlin trafen Samstag- vormittag xnit dem fahrplanmäßigen Zuge 8.54 Uhr in Berlin ein. Zu ihrem (Empfang hatten sich am Anhalter Bahnhof Reichskanzler Dr. Brüning, Relchsaußenmlnlster Dr. Eurtius, der deutsche Gesandte in Budapest Dr. von Schoen, der Chef dc» Protokolls Graf Tattenbach und eine Anzahl anderer Herren des Ausxvärtigen Amtes eingefunden. Der ungarische Gesandte v. K a n i) a war mit dem gesamten Personal der ®cfant>tfd)aft ebenfalls zur Begrüßung seines Regierungschefs erschienen. Am Mittag wird Graf Bethlen dein Reichspräsidenten seine Aufwartung machen, anschließend daran gibt der Reichspräsident seinen Gästen ein Frühstück. Abends veranstaltet Reichskanzler Dr. Brüning ein Hörrendiner. Die ungarischen Damen werden ein Theater besuchen. Für Sonntag ist die Besichtigung mehrerer Museen und ein Besuch im ungarischen Institut vorgesehen. Am Abend findet ein Empfang im Collegium Hungarl- cum statt. Am Montag wird Graf Bethlen den Flughafen T e in p e l h o f besuchen und am Mittwoch beim Relchsaußenmlnlster Dr. (Eurtius das Frühstück einnehmen. Die Abreise der ungarischen Gäste erfolgt am gleichen Abend. Der Zweck des Besuchs. Keine falschen Kombinationen. Berlin, 22. Rov. (TU.) Dor seiner Abreise nach Berlin erklärte Graf Bethlen, er ergreife mit Freude die Gelegenheit, die ihm durch die Einladung des Reichsministers des Aeußern Dr. Cur- tiuö geboten wurde. „Dr. EurtiuS', so fuhr Graf Bethlen fort, „hat am Donnerstag im RcichSrat eine große Politische Rede gehalten und hohen Gedanken Ausdruck gegeben. Ich stelle auf Grund dieser Rede mit Freude fest, baß ble auf Erreichung Paralleler Ziele strebenbe ungarische unb deutsche Außenpolitik weder durch ihre Zielsetzung, noch durch ihre Mittel der Aufrechterhaltung Des Friedens zuwiberläuf t. sondern im Gegenteil geeignet ist. den Frieden zu stabilisieren." Der Ministerpräsident sagt tociter, er sei darauf vorbereitet, daß Im Zusammenhang mit seinem Berliner Besuch in der Presse wieder vage Kombinationen über die Bildung clrtcS Revi - sionsblockes aus tauchen würden. Er betonte mit Rachdruck, daß dieser Besuch m 11 keiner- leineuen politischen Gruppier ungen in Zusammenhang stehe, sonbern hauptsächlich dem Zweck biene, dem von der ganzen Welt hochgeschätzten Präsidenten des Deutschen Reiches die Hochachtung der ungarischen Ration zum Ausdruck zu bringen und die warmen Freundschaftsgefühle zu bekunden, die die ungarische Ration der großen deutschen Ration gegenüber empfindet. Oie Goldklausel und der Houngplan. Berlin, 21. Rov. (TU.) 9n der „Rational- liberalen Corrcivondenz" weist der frühere Relchs- flnanzmlnistcr Professor M o l d e n !) a u c r darauf hin, daß die Veränderung der Kaufkraft des Goldes, eine Erhöhung u m über 10 v. H., in der Öffentlichkeit die Frage aufgerollt habe, ob cs richtig war, daß man l in Poungpla n a u f d l e Goldklausel verzichtet hat, die im Damcs- vlan enthalten mar. Zugleich habe bekanntlich nach dem Daweoplan der fogenannte Wohlstands- Inder eine Rolle gespielt, wonach die Reparationsleistungen vom Jahre 1929/30 an erhöht werden sollten, falls der Wohlstand in Deutschland entsprechend g e st i e g e n war. Professor Moldenhauer erklärt dazu, daß beim Fortbestehen des Wohistandsindexcs die Vorteile der Goldklausel mehr als nufgchobc n feien. Wich- tiger fei jedoch der Umstand, daß die Frage der Revision des Voungplanes sich nur aus diesen einen Punkt beschränkt hätte, wenn der Index beibehalten worden märe. Dadurch wäre das Ziel, das man anftreben müsse, eine Revision des Poungplanes, die alle Verhältnisse in Betracht zieht, erschwert worden. Mit einer Senkung um etwa 10 v. H. auf Grund der Goldklausel, also um 170 bis 200 Millionen RM. sei uns nicht gedient, sondern nur mit einer solchen Revision des Poung- planes, die die Tributlasten auf einen Betrag zurückführe, der auf die Dauer für Deutschland tragbar erscheine. Diesem Zicke diene das große Finanzprogramm der Regierung. Reichskanzler Brüning fei Recht zu geben, ehe wir nicht den Be- weis erbracht hätten, daß wir alle» tun, um im • ißenen Lande die Verhältnisse in Ordnung zu bringen, können wir an die Revision nicht Herangehen. Die Revisionsfrage sei in demselben Augenblick fvruchreif, in dem die Finanzreform durchgefüyrt sei. Oer Adlerschild für Oehio. „Dcm Lchicr und Geschichtsschreiber der deutschen Kunst". Berlin, 21. Rov. (TU.) Der Reichs- Prä s i beut hat bem berühmten Kunsthistoriker Professor Dr. Dehio Ax seinem 80. Geburtstag ben Ablerschilb des Reichs ber- liehen unb mit nachstehendem Schreiben zugehexx lassen: „Lehr verehrter Herr Professor! Zur Vollendung deS 80. Lebensjahres spreche ich 3bncix meine herzlichsten Glückwünsche auS. 3n etnenx an Arbeit reiche ix Leben, während dessen Sie übereixxVierteljahrhunbert d e xx L e h r lt u h l für K xx ix st g e f chi ch t e a ix der Straßburger Kaiser-Wilhelm- Universität innehatten, habexx Sie als Lehrer, Forscher und Herausgeber bedeutsamer Veröffentlichungen sich um die Forderung der deutschen Wissenschaft und Kunst besondere Verdienste erworben. 3ch gedenke dabei insbesondere Ihres großexx monumeixtaleix Werkes über die Geschichte ber beutschen Kun st, ixx benx Sie ixx ber Entwicklung der deutschen Kunst die Wesensmcrknxale des Deutschtums erkennbar werden ließexx. Dem Dank, dexx das deutsche Volk 3hnexx schuldet, verleihe ich Ausdruck, indem ich Ihnen die höchste Ehrung des Reiches zuerkenne, ben Adlerschild, ber auf der Q3orberfclte das Symbol des Reichs, auf ber Rückseite die Widmung „Dem Lehrer unb Geschichtsschreiber der deutschen Kunst" trägt. j Mit den besten Wünschen für Ihr weiteres Schassen und Ihr persönliches Wohlergehen und mit freundlichen Grüßen bin ich Ihr ergebenster gez. v. Hindenburg." Aus aller Welt. Än Eisenbahnzug in die Loire gestürzt. Der Schnellzug Paris—Rankes entgleiste zwischen Ouodon und Clermont infolge eines durch die Regengüsse der letzten Zeit und das eindringende Laire- waffer verursachten L r d r u t s ch e s. Die Lokomotive stürzte in die Loire. Die beiden ersten wagen legten sich auf die Seite und gtittenganjoberteit- weise in den Fluß. Die übrigen Wagen sind mehr oder weniger stark beschädigt worden. Die meisten Reisenden, die sich in den beiden ersten Wagen befanden, scheinen den Tod gefunden zu haben. Auch der Zugführer ist ertrunken, während ber Heizer sich durch Abspringen retten konnte. Lin Lazarettzug aus Ranies hat sich an die Unsall- ftelte begeben, um die Verletzten zu bergen. Lin Weichensteller aus Llermont, der den Erdrutsch bemerkte, lief dem Zug entgegen» um ihn durch Zeichen zum Stehen zu bringen unlTbie Katastrophe zu vermeiden. Lr wurde von der Lokomotive des Schnellzuges ersaßt und zermalmt, so daß die von ihm beabsichtigte Warnung mißlang. Der Präfekt des Departement» Loire 3nf größeren Städte zur Ikratung über die Qllögltch- fclteix der Preissenkung Minister Kor eil betonte in seiner Eröss- nunasansprache. daß ein Lohnabbau ohne durch- greisende Preissenkung nicht erträglich sei es gelte, ntindesietrs für die unteren iMib mittleren Lohn- und Gehalisstusen den gegenwärtigen Aeallohn festzuhalten Leider mache fich in ge- wiflen Kreisen gegenüber der ernsten Frage der Preissenkung eine Stimmung der Ironisierung und Bagatellisierung breit, die neben blutigster Unkenntnis der Dinge jeden Weitblick vermissen lasse. 6» sei nicht die Absicht der Regierung, die bereite im (Sang befindliche Aktion der üreife und Städte ju stören oder etwa eine gleichartige Aktion nebenher laufen ju lassen. Die Regierung wolle die im Dang besindischen Bemühungen in weitgehendent Maße untersttitzen durch Sammlung und Austausch der gemachten Erfahrungen. Durch Proklamationen und Deklamationen sei nichts zu erreichen. Weiter komme man nur durch die Ausübung eines stetigen Drucks auf die öffentliche Meinung mit Hilf« der Preße. Wie in den vorauSgegangeuen Jahren, ist auch jetzt wieder auf Beranlossung und mit finanzieller Unterstützuixg des Hessischen 'Ministerium» für Kultus und Blldungswefen eine „He s f i s che K il n st l e rh i l s e" elmzerichtet worden, die der mit der wirtschaftlichen Qlot schwer ringenden! hessifchen Künftlerschaft «inen befcbelbenen Ertrag für ihr künstlerlfche» Schaffen fiebern Will. Für die Provinz Oberhessen liegt die Ausführung dem Ober hessisch en Kunstver- c t ix In Gießen ob, welcher zu diesem Zwecke wieder eine Weihnacht» Au»slellung veranstaltet, an Der alS Aussteller nur hessische, insbesondere oberhess ts che Künstler zuae- lassen sind. Die Ausstellung findet vom 30. Qio- vcinber dis 21.'Dezember im Turmhaus am B r a n d p 1 a tz bet freiem Eintritt statt und * bringt Oelgeinälde, Aquarelle, Handzeich- nungen, grnphlfche Qlrbeiten und kunstgenx'rvliche Gegenstände zur Schau. 'Bon der Beranstaltnng einer Ausspielung ist In diesem Jahr« Abstand genommen. Möge dl« Qlussiellung daS wohlwollende Interesse des Publikum- finden und dazu beitragen, recht vielen eine Weihnachissreude zu bereiten, den schassenden Künstlern und den Erwerbern ihrer Tverie! Möge aber auch Der oberhcsstsch« Kuustverein dadurch nruc Förderung erfahren, die unbedingt nötig ist, wenn er seine In dieser schweren Feit besonder» dring- lldK Ausgabe, die Liebe zur Kunst zu pflegen und den Künstlern bei ihrem Fortkommen behilflich zu sein, weiterhin erfüllen soll. Der Bereln bietet sür den geringen Iahresbei- trag von 5 Mark seinen Mitgliedern nebst Fa- Blelchwlesen wurden überschwemmt, noch viel mehr aber die Schrebergärten am Zusammensluft der Wieseck und der Lahn. Die Gartenhäuschen, die dort stehen, ragen nur noch zur Hälfte aus dem Wasser, Büsche und Bäume muten grotesk an inmitten des feuchten Elements. Die Lahn trat aber auch über daS »'echte Ufer und Überschwemmte n uix aro ße Tel le der Heuchelheimer Wiesen. Die Wieseck hat im Stadtgebiet ebensalls da» Flußbett verlassen. Die Gärleix, die sich z. D. auf dem rechten Ufer zwischen der Bleich- und der Alieenstraße besinden, sind sämtlich unter Wasser. Zweiselios sind auch sehr viele Keller in Mitleideixschast gezogen, denn der Wasser- stand der Lahn beträgt sicher 1,50 Meter über dem normalen Stand, während die Wieseck bestimmt noch höheres Wasser sührt. Durch den anhaltenden Aegen ist auch die Aldder teilweise Über Ihre User getreten xxnd hat das gaixze Wielental bei Stock- Helm in einen See verwandelt. Wildenten, QHöiwix und Fischreiher kann man in großer Zahl beobachten (LfeubaumeS Ende. Der starke Sturm, der In der Nacht zum Freitag über unsere Stadt dahinbrausto, hat dem alten (£ f e u b a u m Im Vorgarten des Amtsgerichts das vorauszusehende Ende bereitet. Vor Jahren rettete man Ihn vor der Vzt, die ihn fällen wollte. Aber schon war er In seiner Wurzel getrosten, und wie um einen Schwerkranken sorgten sich um ihn seine Freunde. Mit der Linde, die einst in seiner Um. klammerung erstarb, fiel der Alte nun dem Wüten der Elemente znm Opfer. 'Noch lebt eine nachbarliche Linde. Bevor Art und Säge ihr Werk verrichteten, warf er sich ihr im Falle in die schutzbereiten Beste. Vornotizen. — Tageskalen derfürSam »lag. Minna Körner» Schule für höhere» Klavierspiel: Konzert jui Gunsten de» neuen Studentenhause» 17 Uhr, Im Saale de» neuen Studentenhause», Leihgestern^ Weg 1(1. — Christliche Versammlung. Vortrag „Warum so unglürflld)?", 20.15 Uhr, Im Lass Leib. — Bildnngsvervand der deutschen Buchdrucker: Bor- trag „Die Kleinschreibung al» Zeitproblem", 20 Uhr, Im neuen Gebäude deo Gewerbeverein». — Verein ehemaliger 116er: Generalversammlung, 20.15 Uhr, im „Postkeller". — Gießener Buder Gesellschaft: Ge- ncrali>er|amlung, 21 Uyr, Im Bootshaus. — Turnverein von 1R46: Monatvversammiung, 20.30 Uhr, Es setzt« banix eine leibhaft« Aussprach« «in. bei der 'Bericht über das bisher Erreicht« erstattet xmd Anregungen für ein i'erschärfres Emgreifen gegeben wurden. Der Blinister bat. von Drohungen abzus« h « n unb vor allen Dingen nicht die Meinung anskommeix zu lassen, daß man kelix Verständnis für die Lage des Handels und des Handwerks habe. Er erwarte. daß angesichts der geplantexx weitgehend e ix Reduzierung der B«amte nge hä lter die Geschäftswelt «in E n t g e g e ix k o in m « n in der Preissenkung zeigen werd«. Der Minister stellte In Au»sicht. daß er Im Julie absichtlicher Verhinderung van D(el»,er einer Anregung, auch «Inen Angriff auf dte Zinssv a n n e vorzunehmen, erwiderte der Minister, daß er das vor mehreren QHonatvn getan habe. wobei er bei den Sparkassen Ent- gegenkommen gefunden habe. Durch dte Erelg- nlsfe des 14. SvPtemder sei letder die hossnungs- volle Entwicklung des Kapit<>lmarktS zerstört worden. Zum Schluß tvtlte der Minister mit, daß Im Ministerium ein S a ch b e arbeite« beauftragt sei, die Preisentwicklung zu beobachten ; an ihn seien Fortschritte In der Preissenkung lausend mitzuteilen, um sie der Oessent- lichkeit weiterzuleiten. milien-Angehörigen freien Eintritt nicht nur zu seinen eigenen Ausstellungen, sondern aus Grund gegenseitigen liebevclnfonuneit# bei Ausweis durch die Mitgliedskarte b^s lausenden IahrxS auch zu denjenigen ber Kunstt>ereine Darmstadt. Kassel, Mannheim, Heideil>erg, Baden-Baden, Bruchsal, Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart, Spelxer. sowie sämtlicher rechtsrheinischer baherischer Kunstt^ex- elne. Die Mitglieder nehmen serner mit der Olum- mer ihrer Mitgliedskarte an der alljährlich fiattsindenden Beriosung teil, deren Gewinne in Anrechtscheinen und während de» Jahres in den Ausstellungen angekauften Kunstwerken beleben Da die Mitgliederzahl sich durch Q^g- ittge und Todesfälle ständig l>ermlnbert sie ft setzt aller Bemühungen ungeachtet unter dl« Zahl 400 gesunken , so ist die Effisteuz des Vereins gefährdet und die Erfüllung seiner Aufgabe nur gesichert, wenn jener durch IWltrltt neuer- Mitglieder sortlausende Ergänzung «rsährt. Die deutschen Kunstvereiue sind jetzt zu einem 'Perba nb zusammengeschlossen, N^elcher unter dem Präsidium seine» derzeitigen Borsitzenden, Oberbürgermeister Luppe, Olürnbcrg, anfangs Okiol>er diese» Jahre» eine Tagung In Sicher x>eranftal- tete; in dieser wurde die Kunst und Künstler betäubet» schwer tressende Bot der Zeit «inaebend erörtert, babel aber auch die hieran» folmmta Notwendigkeit de» Iortbestehen» der ftunfloerrln« allseitig betont. Helse de-halb jedermann nach Möglichkeit mit, unseren O be r h e s s l s ch e n Kunstverein in Gießen am Leben zu erhalten und die Kunst vor dem Untergang zu bewahren. „Zum Andre»". — Lichtspielhaus, Bahnhosstraße: „Donja Juana". — Vstoria-Lichtsplele: „Die weiße Spinne" unb „Frauen am Abgrund". — T a g e » f a I e n b e r für Sonntag. Stadt- theater: „Der Brüikengelft , 11.45 bi» 12.45 Uhr: „Kabale und Liebe" 18 bis 20.30 Uhr — Feierstunde am Totensonntag In der Stadtkirche 20 Uhr. — Vlcldiobunb der Kriegobeschädigten, Kriegsteilnehmer unb M'rlegerhlnlerbllebencn: Oiedenkfeier, 15 Uhr, auf bem llhrenfrledhos. — Ohristtiche Versammlung: Vortrag „Am herrlichen Ziel", 20.15 Uhr. — Licht- sviethanv, Bahnhofstraße: „Donia Juana". Asto- ria-Lichtspieie: „Die weiße Spinne" unb „Frauen am Äbgrunb". ’.'i ii» b«in 6 täbtt h en lf i b u > <■ a u wird im i gtsch,leben Am morgigen onntag um 18 Uhi wird Im Böhmen ber sonntäglichen Fremdenvorstet- lungen Schillers bürgerliches Trauerspiel „Kabale unb Liebe" gegeben. 21m Dienstag geht in völlig neuer Inszenierung unter ber Spielleitung Peter Fassotto da» Schauspiel „Bose Bernd" von Oferhart Hauptmann über die Bühne. 'Mittwoch 'Wieder« buluna von Schiller» Trauerspiel „Kabale unb tilebe* Im Mittwochabonnement. Der Goethe-Bund hat, wie man uns schreibt, zu feinem ersten Dichlerabend dieser Wintersaison den bekannten Dichter Joses Ponten zxr einer Dorlesung au» eigenen Werken am kommenden Montag eingelaven. Seine ansprechende Dlchterpersönlichkeit unb seine gute Bortragsgabe dürste seiner Iwrlesung eine starke unb nachhaltige Wirkung verleihen. (Siehe heutige Anzeige.) b e n H ii i' । । a DelterSweg, läuft am morgigen Sonntaavormittag wieder ein Kultursllm, der die Schweiz und bbe Schönheiten ihrer Berge vor Augen silhrt. Der Film würbe von ' br Aeichstagsal^xeordnete Dr 0^^ Schiele (Siehe heutige Anzeige!) e • • M o rg e n v e ra n st a l t u n g de» Stadttheater» Man schreibt uns Am morgl»ien Sonntag findet eine letztmalige Wiederholung der Blorgenseier statt Zur Ausfüdrxuxg gelangt ein Werk d«S mit dem Dichterpreis« ausgezeichixeten Dichters Julius Maria B e (f e r : .Der Brücken- geist" unter der Spl<»tleitx>ng voxx Ixttendant Dr. Präs ch Mitgliedern bet Goethebundes. die an» vergangenen Sonntag die Morgenfeier nicht l» sucht halben, steht die mit dem O^oethebx»nd ge- trossene Ermäßigung zu Um axicb den ausxx'ar» tlgen Besuchern die Blöglich^it der Teilnadn»» an dieser Blorgenseier zu bieten, Ix'glnnt die Veranstaltung erst um 11 45 Ilhr Dauer eine Stunde. • • D l e M u f e e n u n d der H e i b c n t n r in ind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöfsnet. • • T o t e n -> G e d e n k s e i e r SVr Xeichsbrnxd dev Kriegsbeschädigten. Krieg»tsilnedmer uxxb Kriegerbinterbliebenen. Ortsgruppe Gießeix. veranstaltet am Totensonntag auf dem Ehrensriedhos eine OX'benrfeler. Die OX-denkxvde hält Lehre« W e i tz (Billot). Zäheres ixx der Eitrigen Anzeig«. • • E i n A ch t z i g I ä h r I g e r Am 24 Uovbr. xwllendet Herr Heinrich P r i n z von hier, zur xklt in Köln, Oberländer-User 116. in geisttgeo und kör zierlicher Frische sein 80 Veben»|abr • • D i e B a u k u n st - A u S st e 11 u n g Im Einhorn". die die vielfältigen Arbeiten de>c bekannten Hamburger Architekten Fritz H6ger zeigt, hatte bisher einen erfreulich starken besuch auszuweifen Etwa 100 Personen besichtigten die Ausstellung täglich, ble bisherige Ik- sucherzahl betrug insgesamt über 800. Weich« Bedeutung man der Ausstellung beimißt, dürst« dexrauS ersichtlich sein. baÜ auch viele auswärtige Personen aus der näheren und weiteren Umgebung nicht tkrläumteix. die sehenswert« Srxmmlung in Augenschein zu rrehmen Die Aus- steilung sei weiterhin der allgemeinen Ansmerk!- samkeit empsohlen BähereS Im heutigen Anzeigenteil. •• B»Nutzung non Eil- unb Schnell- z ü gexx nx 11 Bk o n a t s ka r teix 2 Klasse s ür P e r s o ne n z Ü g«. Mit sosortigerGültigkeit wirb von ber Aeichsbahn zugelassen, mxß mit Monatskarten 2 Klasse sür Perfonenzüae Eilzüge ohn« Zuschlag, Schnellzüge gelten Zntzlnng des ladt- mäßigen Eilzugzuschia^zes in ber 3. Klasse benutzt ixH-rben dürfen. Bei Karten aus Onlfe-rmtngen von 1 bis 35 Kilometer ist hierbei in ber 3 Klaff» Schnellzug eine Eilzugzuschlagskarte 3 Kiats« Zone I zuzulösen Schülermonakskarten und > etl- monatflfartcn kommen blerl*el nicht in Betracht. llt. o M wi hilB D«d«M. * wnlliig • Knrill • »«o«z, (CKhlr* Oii einig«» tüdiudwm b ilunmiih« Nordwrii die Pirn« flirgm mn drm Wind« Pi« ondrn M.bonin iun«nn«n /«!► len grorn di« Itmprrtlui an Pi« cmirn verbinden Orle mH gl«kh«i* «ul nr.mnivt.u umo«»«,2 Grad Celfiu», — ।■ ■■■ 11»hl mm Kaffee mit viel [parramor im Verbrauch und trotzdem beffor! Erhältlich Ijootfickon uDroger/en VNtri*btUSj\ G/ogouiC0 Chicago | Hessische Künstlerhilfe. IiM« WM tet V -as Le wir ntQ -eniT Iröisch« sehen, sich abe drehen, und öck! hinget- Einem und er e inanen r Böhmen wider de! genommen ßrdennia! mit allen 6t lucht zu beleh zu bring Lah lcch desto m< ist nichd feinem teilt, g' unb m vemas nicht, eines sähest." Aber will fi( Leid d Worte mag, i Worte, ander« Körper Philost mmg. Mensel über höchste Tod. , dm S verpfl 'aber l leit r wisser das der „Tod hall." Der uns int dos A Fortseh hinüber nichtenl mmschl ein G । lichkeite der Ti Fortda Tätigte rastlos eine ar die jeh vermag , Als jemand dmen sprach Kleines , Net fehle, Tielleil mit linkm Kirche- vder c dern. eigenll reisend von de kommt «s pr sonderen Mr die hstm» P^ten [, an 6 ?°hm Kris, ?cht et Antlich ?'rlen (=t ? Erup °cenfein k too I°be q Jaume w Hm K fe Ä? Porzellanhaus Löwer <$ BeEhslein Fernruf 3484 Neustadt 2 — 4 7913 A Wir bitten um Besichtigung unserer Schaufenster sowie der Geschäftsräume, parterre und im ersten Stock. Sie finden größte Auswahl in Tafel-, Kaffee-, Tee- Servicen, Sammelgedecken u Geschenkartikeln aller Art in erstklassigen Fabrikaten, wie Rosenthal, Fürstenberg, Hutschenreuther, Sorau usw. / Günstige Gelegenheit für den Weihnachtseinkauf Große Sonderausftellung in Porzellan Zur Reichsporzellanwoche vom 23. bis 30. November! 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Weller EiseDbahn-Fahrbeamten-Vereio Gießen Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres lieben Ehrenmitgliedes und Kollegen Herrn Konrad Weller, Oberschaffner i.R. in Kenntnis zu setzen. Wir werden ihm ein ehrendes An- Stadttheater Sonntag, 23.Nov. vonlU/i bis 12" .Uhr Einmalige Wiederholung Auüer Abonnement Kleine Preiie Der BtOdengeifi Ein Spiel vomTode von Julius Maria Becker, 7475 L> Musikv.HansUld ll Sonntag, 23. Nov. von 18 bis 20'/, Uhr Auner Abonnement Jremdenvorsiellung Ermäfugie Preise gaöoie und Lleve Ein bürgerliches Trauerspiel von Schmer. Dienstag, 25.Nov. von 20 bis 22'/, Uhr 7.Dlenslog-M.'vorst. Gewöhnliche Preise Neu inszeniert Hole Bernd Schauspiel in fünf Akten von Gerhart Hauptmann Mittwoch, 26.N0V. von 20 bis 22'/, Uhr s.mmrooiHO.-BorfL Gewöhnliche Preise fiooaie und cieve El» bürgerliches Trauerspiel von Schiller. Freitag, 28. Nov., geschlossen. SamStag,29.Nov^ von 20 bis 22*-o Uhr 9. zrettag-Avon. vrsL Cpirettenpretfe Zum ersten Male MeineSchwesterundich Mufilalisches Lustspiel nach Berr und Bernieul von Rob. Blum. Nlusik und Gesangsiexie von Ralph Benatzky. Sonntag,30. Nov. von 15 bis 17'/« Uhr Geschloifene Bor« stellung Sedlon Hahnlieltea Ein Gegenwarts- spiel in 6 Blldei» von Curt Corrmth. Sonntag, 30.Nov. .xremdenvorftellung Auher Abonneiuent, Ermäßigte Preise von 18 bis 20'/. Uhr Zum letzten Male Selilon Hohofleilen Ein Gegenwarts- spiel in 6 Bildern von Curt Corrtnth W aus gemelltem ... oder gepresstem Stahlblech ftWerlreler sürdenKreiSGies;en znm Berkaus von selbsttätigen Dampf- waschmaschlnen ges. Schr.Ang. U.7922D a. den Gien. Anzeiger. tiie.-Woh IN guter Lage, be- schlagnahmesret, mit Bad, Zentralheizg., Balkon und reicht. Danksagung. Allen denen, die unserer lieben Entschlafenen durch Blumenspenden.Teilnahmean derTrauer- feier und Beileidsoezeugungen die letzte Ehre erwiesen, herzinnigen Dank. In tiefer Trauer: Heinrich Wagner II. und Kinder. Großen-Buseck, 22. November 1930. WmlioMle Reichsvereinigong Ortsgruppe Gießen. Mittwoch, 26. Nov- 20.30 Uhr: Staatsbiirgerabend »92«D Hotel Köhler« | Mietgesuche Llkademiker sucht eleg. 4 6-3lmmer- SoDnuno. Schriftl. Angebote mit Preisangabe u. 07263 a. d. Gien. Anz. Beuern, Climbach, Großen-Buseck, Bersrod, Rudingshain, den 21. November 1930. Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. November, nachmittags 3 Uhr statt. Junges Mädchen oder MeilofeMlM in Küche und Haus- arbeli erfahr., wird zur felbstand. Führung des Haushalts vou alleinsteh.Herrn gesucht. Schr.Angeb. mit Lebenslauf, Gehaltsansprüchen und Lichtbild unter 07237 an den Gteh. Anz. zum 1. Jan. zu verm. , Zu erir. t. d. Geschft. Schr. Angeb. unter Steinhauermeister im Alter von 72 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabetha Fuhr und Angehörige. Laiildeta für morgens gesucht. BorzuneU. Montag von 2 bis 4 Uhr. Zu erf.l.d.Geschfl.d.G.A. 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Wir wollen uns aus jede Weise im Irdischen befestigen und das dunkle Tor nicht sehen, das furchtbar hinter uns droht. Wenn sich aber die schweren Flügel in ihren Angeln drehen, verhüllen wir schaudernd unser Haupt und bergen uns vor dem Cishauch, der über uns hin geht. Einem Manne stirbt die Frau, die Geliebte, und er erhebt Klage. Die Dichtung „Der Acker- manrt'unö derTo d", die um 1400 in Saaz in Böhmen entstand, ist der Prozeh des Menschen wider den ewigen Räuber, der ihm sein Liebstes genommen. Schrill jammert das Leid des armen Erdenmannes, und der Tod sucht seine Position mit allen Gründen des Verstandes zu verteidigen. Er sucht die Llnvernunft des Schmerzkranken zu belehren und durch Lieberlegung zur Ruhe zu bringen: „Tor, wer beweint was sterblich ist. Lah fahren! Ie mehr Liebe dir zuteil wird, desto mehr Leid dir widerfährt. Leid und Liebe ist nichts anderes, als wenn ein Mensch etwas in seinem Herzen festhält und es nicht loslassen will, gleich wie mit Genügsamkeit niemand arm und mit Llngenügsamkeit niemand reich zu sein vermag. Einen so schönen Menschen sähest du nicht, dah dir nicht davor graute, wenn du eines Luchses Augen hättest und ihn inwendig sähest." Aber der ausschreiende Schmerz des Iohannes will sich nicht trösten lassen. Er ist ganz vom Leid des Verlustes aufgebrochen. Rur Worte, Worte sind es, die der Tod ihm zu sagen vermag, unmilde, schneidende, höhnische, herrische Worte. Eines ist die kühle Lieberlegung, und ein anderes das Gefühl des Schmerzes, das an Körper und Seele reiht. Daran scheitert alle Philosophie: das Leben ist keine logische Rechnung. Das letzte Wort in diesem Prozeh deS Menschen wider den Tod aber spricht Er, der über allem ist, der höchste Richter und die höchste Vernunft, der Herr über Leben und Tod. „Ieder Mensch ist dem Tode sein Leben, den Leib der Erde, die Seele Llns zu geben verpflichtet", spricht Gott. Das ist karger Trost, aber weiter kommen wir Menschen in alle Ewigkeit nicht. „Er wußte nur vom Tod, was alle wissen", heiht es in einem Requiem Rilkes, und das bleibt unsere Situation. Am Ende steht der Glaube, die demütige Llnterwerfung. „Tod ist ein Traum, den nie ein Mensch behält." Der Tod ist die grohe unbekannte Macht, die uns immer wieder den Glauben aufzwingt. Der dos Nichtsein nicht begreift, träumt sich die Fortsetzung seines Seins über die dunkle Grenze hinüber: anders kann er sich nicht vor der vernichtenden Gewalt erhalten, die schicksalhaft die menschliche und alle Existenz überschattet. Selbst ein Goethe klammerte sich an den Llnsterb- lichkeitsglauben und leitete ihn aus dem Begriff der Tätigkeit ab: „Die LIebcrzeugung unserer Fortdauer entspringt mir aus dem Begriff der Tätigkeit: denn wenn ich bis zu meinem Ende rastlos wirke, so ist die Natur verpflichtet, mir eine andere Form deS Daseins anzuweisen, wenn die jetzige meinen Geist nicht ferner auszuhailten vermag." Als ihn am Tage von Wielands Begräbnis jemand fragte, was die Seele des Hingeschiedenen wohl in dieser Stunde machen werde, sprach Goethe die feierlichen Worte: „Nichts Kleines, nichts Llnwürdiges, nichts mit der sittlichen Grohe, die er sein ganzes Leben hindurch behauptete, Llnverträgliches. Vom LIntergrund solcher hohen Seelenkräfte kann in der Natur niemals und unter keinen Llmständen die Rede sein; so verschwenderisch behandelt sie ihre Kapitalien nicht." Immer hielt Goethe an diesem Glauben fest. Am Ende aber von HvfmannsthalS Spiel vom Tor und dem Lod spricht der Tod, kopfschüttelnd im Abgehen: „Wie wundervoll sind diese Wesen, Die, was nicht deutbar, dennoch deuten. Was nie geschrieben wurde, lesen, Verworrenes beherrschend binden Lind Wege noch im Ewig-Dunkeln finden." Oie Graber im Jets. Eine Totensonntagsennnerung an Von unserem H. F Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Mauthen (Kärnten), Rvvbr. Vergeblich kämpft die Glocke des Kirchleins von Sankt Lorenzen gegen die zähe Weichheit der Wolken, die d a s G a i l t a l bis in den letzten Winkel füllen. Matt und immer mat er klingt das Morgengeläut durch den Nebel und die nächtliche Finsternis, die noch nicht gewichen ist. Der matte Lichtschein der Laterne tanzt über den aufge- wcichten Weg, der von dem Dorf steil herunter in Vas tiefe, schmale Bett führt, das sich die Gail gegraben hat. Man ahnt nichts davon, dah im Sommer dort auf halber Höhe hcihe Sonne auf weite grüne Matten herniederbrenn:, zwischen denen als romantische Llnterbrechung das tiefe Tachtal mit seinen dunkelgrünen Tannen nur eine angenehme Abwechslung bietet. Ieht hat das Brausen der Gail das Geläut verschlungen und es geht herauf auf das andere Steilufer und dann weiter, immer weiter hinein in die Karnischen Alpen, auf deren höchster Höhe sich die Grenze zwischen Oester'reich und Italien enllangzieht, und deren Dergeinsamleit vor anderthalb Iahrzehnten zerrissen wurde von dem dumpfen Krachrn gigantischer Sprengungen, von der Hellen Explosion der Schrapnells und dem mörderisch gleichgültigen Tacken der Maschinengewehre. Das letzte Dörflein bleibt hinter uns zurück, der irrende Schein der Laterne schlägt sekundenlang auf ein Kreuz, das am Wege steht und nun umfängt uns der Wald, den wir mehr ahnen als sehest. Es ist eine merkwürdig breite Straße, die wir gehen. Lind eigentlich doch auch wieder keine Strahe, denn ganze Derghalden sind stellenweise über sie herabgegangen. Nicht erst heute und gestern, sondern schon vor langem, denn auf diesen Halden stehen schon mannshohe Bäume. Seit Iahren schon wurde diese Einsamkeit durch keinen fleihigen Arbeitertrupp mehr unterbrochen, seit Iahren liehen die Menschen der Natur wieder freies Spiel, die sie damals, im großen Krieg, mit Wasfenlärm erfüllten. Die Strahe selbst wird langsam wieder zum Wald und wie lange wird eS dauern, bis keine Spur mehr von diesem Werk vorhanden ist, das im Kriege in wenigen Wochen geschaffen und ausgebaut wurde? Ein seltsames Zwielicht dringt durch die Nebelmassen. Ein Licht, das die Formen aller Dinge verzerrt. Rumpelt dort vorn eine schwere Haubitze über den Weg? Nein, es sind einige Felsblöcke, die der Berg auf die Strahe geworfen hat. Stehen dort nicht in Reihen G e we h r py r a m i de n? — Beim Näherkommen sehen wir, dah es eine Schonung ist, und das Donnern, das gerade jetzt von droben das Tal herunterrollt, um sich dann von allen Seiten im Echo zu wiederholen und zu vervielfachen — es ist kein Kanonenschuß, eine Steinlawine geht herab. Immer Heller wird es — wir sehen, dah der Wald zurückbleibt, der schlammige Weg wird hart, einzelne Schneefelder schliehen sich immer dichter zusammen zu dem großen weihen Tuch, das nur durch schwarze Steilabfälle und Geröllhalden rochtsüber und links unter dem Wege unterbrochen wird. Llnd als auch der Rebel zerreibt, da sehen wir vor uns auf einem urweltlichen Felsblock ein kleines Kirchlein. Eine Tafel nennt das Regiment, das sie erbaute, als es in den Baracken lag, deren morsche Trümmer noch hier und da aus der Schneedecke ragen. Treppenstufen, nein, eine Leiter führt herauf zu dem. Knegstage im Karniner Gebirge. .-Korrespondenten. schwankenden Bauwerk, das doch fünfzehn stürmische Winter überdauerte. Frische Kränze hängen dr'nnen — die Leute aus dem Gailtal drunten grüßen die Seelen derer, die hier droben für sie staroen. Droben? Wir sind noch lange nicht droben. Der Krieg begnügte sich nicht mit diesen Hochtälern, er stieg auf die Pässe, er stieg auf die Gipfel. Hier an der Kapelle war ja nur eine Ruhestellung, und erst eine Stunde höher taucht an Wänden, auf denen man keine Gemsen vermuten würde, der erste Stacheldraht auf. Unter Lebensgefahr wurden die Pflöcke, die ihn halten, in Risse und Spalten des Gesteins gesteckt. Wer sollte sie unter Lebensgefahr herun- terholen? Llnd erst als wir nach fünf, sechs Stunden durch immer tieferen Schnee an den Wolayer See gelangt sind, und am Wolayer Pah— einer Felsenscharte -, erst .da sind wir in dem eigentlichen Kampfgebiet. Der Führerzeigt eine wenige Meter tiefe Höhle, die dem Wind ausgesetzt ist und in der doch noch heute, nach 15 Iahren, der süßliche Mandelduft des tödlichen Gases liegt. Drüben, jenseits des Sees, ragen Felsentürme weit über die 3000-Meter-Grenze hinaus. Sie stehen als starre braune Wand, an der auch der Schnee nicht hastet. Bon dort aus wurden die Stellungen der Oesterreicher und der Deutschen immer wieder beschossen. Beobachtungsposten, die auf dieser Seite in Felsnestern lagen, in denen man sie nur durch primitive Seilaufzüge mit Lebensmitteln versorgen konnte, lagen dauernd unter Feuer. Wo standen die Maschinengewehre, wo lagen die italienischen Scharfschützen? Die Türme an der Südseite des Sees boten ihnen keinen Halt, kein Versteck. Das Geheimnis löste sich, als man einen schwarzen Punkt an dieser un- ersteiglichen Wand entdeckte: das Ende eines Stollens, den die Italiener durch die ganze Breite des Felsens hindurchgetrieben hatten. Dort oben auf dem Felsvorsprung, fast senkrecht über dem Pah, lag eine kleine Abteilung wochenlang abgeschlossen. Sie wurde erst befreit durch den großen Vorstoß über den Wolayer Paß hinunter nach Süden, der mit einem Schlage das ganze Tal, das in der schwachen Wintersonne vor uns leuchtet, in österreichischen Besitz brachte. Llnd erst nach Wochen konnten dietoten Kameraden heruntergetragen werden, denen man dort oben in der Stille der Nacht nur ein Grab aus Steinen hatte bereiten können. Man sieht noch die Balkenverschalung des Stützpunktes und rostig braun zieht sich über die flacheren Teile des Kammes, die mit Schnee bedeckt sind, das Gewirr von Stacheldrahtpfählen. Man muß schon recht behende klettern können, wenn man in friedlicher Mittagsstunde hier hinaus will — und wie mag es getoefefi sein, als feldgraue Soldaten m it Waffen und Lebensmitteln zur Nacht hier hinaufstiegen, in steter Furcht vor der verräterischen Leuchtrakete?! Hier oben liegen die ersten Gräber. Die Hüttenleute haben, bevor sie im Oktober ins Tal hinunter stiegen, einfache Kränze oben gelassen. Hier steigen weder zu Allerseelen noch am Totensonntag Menschen herauf, hierher dringen zu dieser Iahreszeit nur Gebete und die Gedanken. Der Strom der Sommergäste hat sich ja längst verlaufen, die Skisahrer sind noch nicht da, weil Schnee und Wetter noch trügen und selten nur kommt ein Fremder oder ein Einheimischer in diesem Monat hier herauf. Ia, drüben am Plöckenpah, auf den eine wohlgepflegte Straße führt, wo Bauernhöfe und Gasthäuser das ganze Iahr bewirtschaftet werden, dort drüben find die Friedhöfe auch an den Gedenktagen der Toten leicht zugänglich. Dort führt die vielbenutzte Straße von Mauthen in sanften Windungen empor. Sie berührt unmittelbar die alten Stellungen und MunitionS- depots und noch heute sucht der Wanderer, den das Wetter überrascht, in den LInterständen Zuflucht, deren Dalken ohne jede Pflege auch heute noch halten. Llnd wenn man vorn PlöckenhauS he runter steigt, den Blick ton der freien Höhe auf die grünen Tannen deS Tals gerichtet, dann wird das Auge festgehalten von den großen Flächen, die Winters im Schnee, Sommers im weihen Gestein leuchten. Von den Flächen, die beim Näherkommen gezeichnet sind von Hunderten, nein von Tausenden von braunen Holz- kreuzen, auf denen ein Name nur und einige Daten davon zeugen, daß hier einer Mutter Sohn für fein Vaterland starb. Man ist hier in den Bergen sparsam mit der Erde, die man den Toten gibt. Winzig klein nur sind die Friedhöfe, die sich um die Kirche jedes Bergdorfs drängen. Man hat ja nicht viel Boden zur Verfügung in den engen Tälern, deren Hänge Iahr für Iahr von neuen Schutthalden, die von den Höhen herunterstürzen, durchschnitten werden. So wie man die Kirche an den Berghang klebt, so ebnet man ein kleines, aber unbedingt sicheres Stückchen Erde für den Friedhof ein. Diese Friedhöfe reichten bei weitem nicht für die Opfer des Krieges. Für sie mußte man in dieser Höhe weiteren Raum schaffen. Es find nicht Gärten, es sind Felder, weite Aecker des Todes, die man dem Fels abrang. Llnd von diesen Felsgräbem aus sieht man die gewaltigen Berge, um die eben diese Toten einst kämpften, die Gipfel, die aus der ganzen Not unberührt hervorgingen und die eS geruhsam abwarten, bis die Iahrzehnte die Spuren deS großen Krieges verwischen, der um sie tobte. Man sieht auch weit hinein in die Täler, in denen die Menschen noch heute kämpfen mit den Naturgewalten, die auf diesem harten Boden nicht- freiwillig hergeben. Lind wie die alte Kriegsstraße herauf zum Wolayer See schon in einem Iahrzehnt _ vom Berg verwischt und von der Natur zurückge- nommen wurde, so nimmt die Natur auch diese Friedhöfe in ihre Obhut. Alpenrosen wachsen zwischen den Gräbern und versprechen für daS nächste Frühjahr wieder ihre rote Pracht. Edelweiß, von Menschenhand gepflanzt, toud>crt zur Sommerszeit in großen Sternen, und wer die Geduld hat, zu warten, der sieht, daß die Gemsen, die die Nähe der Strahe meiden, die niedrige Steinmauer des Friedhofs nicht scheuen... Protest gegen Bier- und (Setränkeverzehrsteuer. WSN. D a r m ft a ö t, 20. Nov. In einer außerordentlich gut besuchten Versammlung der Gast - Wirteinnung Hessen, Sih Darmstadt, nahm man zu der geplanten Einführung der erhöhten Bier- und der Getränkeverzehr st e u e r in Darmstadt Stellung. Nach einem Referat von Syndikus Dr. Mattern und nach sehr lebhafter Debatte, an der fich auch verschiedene Stadträte der bürgerlichen Opposition beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in der unter Hinweis auf den stetig zurückgehenden Verbrauch in den Gast- und Schankftätten und Konditoreien ein gerechter Steuerausschlag auf alle Devölkerungskreise und die Ablehnung der das Gewerbe erdrosselnden Bier- und Getränkeverzehr st euer verlangt werden. Auch das Konditorgewerbe hat seine schweren Bedenken gegen diese neuen Steuer- Pläne zum Ausdruck gebracht in einem Augenblick, wo man gerade Preisermäßigungen von Handel und Gewerbe verlange. Hauch von Paris. Von Albert H. tausch. VH. pariser Sonntag. Cofern ich nicht am Sonntag auf das Land fahre, ist es mir Gesetz, zu Hause zu bleiben. Vielleicht — im Frühling oder Sommer — kann es mich locken, in den einsamen Straßen des linken Llfers, vor allem in den Straßen um die Kirchen St. Germain des Pros und St. Sulpice oder auch aus der Isle St. Louis herumzuschlendern. Aber das ist sehr selten, und es kommt eigentlich nur dann vor, wenn ich einem durchreisenden Freunde Paris von einer Seite zeige, von der es der Fremde fast nie zu sehen bekommt: als eine Vereinigung mehrerer durchaus provinzialer Städte, deren jede ihren besonderen Stempel trägt. Natürlich entscheidet auch hier die „Nuance", jenes nur Witterbare, das sich kaum mit Worten umschreiben ober gar aus- beuten läßt. 3m Herbst und im Winter verlasse ich an Eonntagnachmittagen fast niemals meine Wohnung. Denn diese Sonntagnachmittage in Paris sind von einer unendlichen Melancholie. Nicht etwa, weil man keine Menschen in den Hauptstraßen, auf den großen Plätzen oder in den öffentlichen Gärten sieht: sondern weil über den vielen Spaziergängern — den einzelnen und denen in Gruppen —, welchen man begegnet, ein Verlorensein gebreitet ist, wie es nur da aufkommen kann, wo ein von Natur aus Enges, auf kleine Maße Eingestelltes, sich in einem zu weiten Raume zerdehnt. Der Pariser Kleinbürger, der sein „quartier“ verläßt: das ist der Spaziergänger der Sonntage... der kleine Angestellte, das Dienstmädchen, das die Freundin besucht ober den „Bräutigam" trifft, bet Soldat in seiner Llniform „bleu horizon“, der ins Kino ober ins Variete geht, der Frembe, bet sich umschaut und schließlich auf der Terrasse eines großen Boulevard-Cafes landet, wo er nun stundenlang sitzen bleibt und den Strom der Llnbekannten betrachtet, der da an ihm porüberflutet. Im Garten des Luxembourg ober in den Tuilerien sieht man viele Kinder: aber ganz andere als an Werktagen. Nicht solche, die, von ihrer Bonne überwacht, Herumspielen, sondern solche, die von ihren Eltern ausgeführt werden an Orte, wo sie in der Woche niemals hinkommen. Man zeigt ihnen ein Denkmal, ein berühmtes Gebäude, eine schöne Kirche, man kauft ihnen einen Luftballon, man mietet ihnen ein kleines Segelschiff, das sie auf dem Wasser der Fontänenbecken schwimmen lassen, man läßt sie auf einem Pony reiten ober Karussell fahren. Andere führt man auf den Vogelmarkt vor der Polizeipräfektur. Da gibt es auch Kaninchen und Tauben zu kaufen, Katzen und kleine Hunde. Man geht mit ihnen in eine der unzähligen „Confiseries“ (Konditoreien), wo die herrlichsten süßen Kuchen auf Drahtgestellen ruhen: meringues, eclairs, religieuses, babas, choux ä la creme und wie sie alle heißen... Ia oft genug nimmt man sie am Abend noch in das Vadiete mit — besonders im Viertel der rue de la Gait£ — wo ihre dünnen Stimmen das tiefere Lachen der Erwachsenen mit Vogelgezwitscher unterbrechen... bis sie schließlich im Arm der Väter einschlafen und nach Haus getragen werden... Niemals trifft man Pariser Freunde unterwegs, wenn man am Sonntag einmal ausgeht. Sie sind „en famille“. Man weiß, was das heißt: Sie langweilen sich zu Tod, ruhen sich in dieser Langweile aus, sofern sie nicht zu einem endlosen Bridge gezwungen werden — und gähnen die Stunde herbei, wo sie sich endlich davonmachen können... Manchmal finden an Sonntagnachmittagen um fünf bedeutende Konzerte statt. In ihnen sieht man wenig von jener Gesellschaft, die sich „Tout Paris“ nennt. Man sieht Menschen, die wirklich um der Musik willen kommen, nicht um der gesellschaftlichen Parade willen. Lind diese ist den Leuten von „Tout Paris“ auch heute noch sehr wichtig. Aber sie verlangt natürlich den Abend, die große Toilette — und möglichst nicht den Sonntag... Es ist sehr schön, am Sonntagnachmittag allein zu Hause zu sein. Wie ruhig es auf den Treppen ist! Wie gut man arbeiten, endlich Briefschulden tilgen kann... Von draußen bringt manchmal — wehmütig fast — ber Ruf einer Hupe... das Licht geht von den Giebeln der gegenüberliegenden §>aiifer langsam fort, wird grau und lila... man schließt die Läden, zieht die Vorhänge zu, steckt eine amerikanische, honiggetränkte Zigarette an... träumt... Da klingelt es... Georges ruft an. Er ist in der Stadt. Ob man sich sehen kann... Wohin? Wird sich finden. Also um sieben bei mir. Auf Wiedersehn. Auf gleich... Gerade Zeit, sich umzuziehen... (wird fortgesetzt.) Toienwachi. Don Peter Bauer. Die Zypresse. Sie hat die Form einer riesigen Kerzenflamme. Doch sie verzehrt sich nicht mit strahlendem Jubel wie ihre Heinere Schwester vor dem weihen Zelt Gottes, die glücklich ist, eines Tages ihre lichte Seele lächelnd auszuhauchen. Das düstere Grün ihrer Trauer lischt nicht, ihr stilles Weh ist ewig. Je mehr die Menschen vergessen, um so größer wächst ihr Leid, um so höher trägt sie den stummen Schrei ihrer Klage. Frühling, Sommer, duftende und singende Lüfte umbranden sie vergebens. Der schillernde Falter erschrickt vor ihrem Ernst, und der zwitschernde Vogel, der in spielerischem Husch einen Augenblick auf ihrem Wipfel zu rasten gedachte, und keinen Halt greift, flüchtet entsetzt. Herbst und Winter schicken umsonst ihre grimmsten Gesellen. Sie peitschen und biegen die Flamme. Aus bläst sie keiner. Daphne wurde auf der Flucht vor ihrem Bedränger, als sie den Himmel um Hilfe flehte, der Sage nach in einen Lorbeerstrauch verwandelt. Vielleicht hat einst ein junges, in namenlosem Schmerz sich zerschluchzendes Weib am Grab ihres Geliebten eine ähnliche Bitte getan. Lind Gott hörte ihr Gebet und ließ sie als Zypresse auf dem Hügel wurzeln. Eingehüllt in ihr Weh. abgefchieden von der Welt, trauert sie einsam und ohne Trost... Die Aster. Aus der braunen Hügelerde, zwischen vergilbten Gräsern und letzten Stümpfen abgestorbenerSommer- blumen leuchtet die weihe, reine Blüte. Sie lächelt eine sanfte Freude, die Schlaf und Schweigen nicht stört. Sie muh vom Himmel niedergeweht fein wie die zarte Flocke ersten Schnees, Sterben und Wesen zu überblühen mit ihrem stillen, leisen Licht. Vielleicht auch sind kleine Engel über die stillen Gräber gehuscht und haben den Glanz ihrer perlmutternen Flügel ausgeschüttelL Sie, die alle Tränen, die geweinten und ungeweinten sammeln, wollten eine selige Spur hinterlassen, auf dah wir des Wegs nicht vergäben. Weiher Himmelsstern,Allerseelenblume. Die brennende Liebe ist erloschen. Der heiße Atem letzter Düste hat fich ausgeströmt. Kühle, heilig-reine Ruhe strahlt. Frommer Friede tröstet: Llnd eure Sünden werden weißer werden, als der Schnee... Die Trauerweide. Sie war noch jung, als sie der Schmerz aufs Grab pflanzte. Dennoch hielt sie schon die wenigen Zweige gelenkt, wie die Witwe ihre leeren Arme. Ihr Laub hing an ihr nieder wie der schleiernde Flor über Haupt und Antlitz der Vereinsamten. Llnd jeder neue Zweig wuchs in die gleiche Geste. Keiner spricht von Sehnsucht, Hoffnung oder Freude. Trostloler Trauer hingegeben läßt sie teilnahmslos Frühling und Sommer, Herbst und Winter an sich geschehen. Wohl wimpelt sie mit ihren Kätzchen, die die ersten Sonnenstrahlen aus Bast und Rinde locken, aber nicht wie ihre Schwestern am Bach erwartungsfroh kommendem Lenzglück entgegen, sondern hoffnungslos wie einem Scheidenden nach,dessen Rimmer- Wiederkehr man ahnt. Die schmetternden Amselrufs haben für sie keine Verheißung. Ohne auch nur flüchtig die gesenkten Arme danach zu heben, empfängt sie aus des Himmels verschwenderischer Güte ihr grünes Kleid und trägt es keinen Augenblick anders, denn in Trauer. Bis es der Herbst in rauhem Spiel zersetzt. Aber mag sie auch schauem in Rebeln oder frieren in Frösten, ihre Trauer ist stärker als Winter und Tod, unwandelbar wie die Treue, die über alles menschliche Vergessen hier erhebendes Ereignis wurde. Immergrün. Im Kranz umgrünt es den Hügel mit immerwährendem Laub. Ceben umarmt den Tod. CwigeS fieben, das nichts vom Sterben weiß, kreist ihn ein. Widerton, Widertod nennen in vielen Gegenden die Menschen das tapfere Pflänzchen und trauen ihm schützende Kraft zu: Ein Büschel Immergrün über Tür oder Fenster befestigt, feil das Haus vor mancherlei Gefahr, vor Seuchen und Feuer, Blitz und WassernoL Immergrün! Schon der Rame ist ein Klang der Hoffnung, ein Motiv der Freude. Widerton tönt wie schmetternde Fanfaren, wie ein Kreuzfahrerruf. Der Kranz um den Hügel kündet: Leben überwindet den Tod. Leuchten im Sommer die kleinen blauen Blüten nicht wie von der Himmelswiefe gepflückt und als Sterne der Zuversicht von heimlichen Engelhänden zwifchen das wuchernde Grün gesteckt? Mag das Laub zu unfern Füßen rascheln und wesen, im Kranz des Immergrüns lebt unvergänglich unsere Hoffnung: das Ende des Todes. Jas Panoptikum ist tot - es lebe der Ulm! Oie Darstellung -es „eigenen menschlichen Organismus" früher und heute. Don Heinz Me-efind. Das Wort von der sterbenden City Berlins ist zum Schlagwort geworden. Der Kursürstendamin macht der Friedrichstraße heftige Konkurrenz. Deshalb sucht man im Zentrum mit allen Mitteln neues Leben in die alten Straßen zu bringen. So hat man versucht, die große Passage, die von der Friedrichstraße bis zu den Linden führt, neu zu beleben Man hat es versucht durch lange Reihen von Glühbirnen, durch große Lampen, die oben unter dem Glasdach hängen. Man hat geglaubt, durch die Lichtfülle das Publikum wieder in Massen dorthin zu ziehen. Man hot es versucht. Es ist nicht gelungen. Bor zwanzig Jahren gab es in dieser Passage noch ein Panoptikum, das Zuschauer lockte. Später kam es in andere Hände, wurde verpachtet, fristete das Dasein durch die Kriegsjahre hindurch und verschwand 1921 als Opfer der Inflation endgültig. Als Opfer der Inflation? Oder hatte es keine Zugkraft mehr auf dieBachkriegsgeneration? Manches hat sich gewandelt in der Zeit nach 1921 hier in der Passage. In die Räume des Panoptikums zog eine Bank und verschwand wieder. Es folgte ein Lombardhaus, das erst vor kurzem endete. Jetzt stehen die Räume zum großen Teil leer. Aber einiges ist doch geblieben in dieser eigenartigen Geschäftsstraße, durch die kein Auto und keine Bahn fährt, die auch heute noch nur von Fußgängern betreten wird. And dieses, was sich erhalten hat, ist durch nichts geändert. Da ist der „Königliche Porträt-Hofmaler", dessen Bilder und Werbeplakate noch genau so sind wie vor zwanzig Iahren. Da ist der Laden mit „Schmuck aus echt böhmischen Granaten", und da ist das Weltpanorama.- „Eine Reise für zwanzig Pfennig — jede Woche andere Länder". Aber noch eines ist geblieben — ein Rest vom Passage-Panoptikum: das AnatomischeMu- s c u m. „Der moralische Zweck dieser Ausstellung ist die Erkenntnis des eigenen menschlichen Organismus. Wenn an sich schon die Erforschung des Raturreiches von hohem Interesse ist, so wird es um so mehr die des eigenen Körpers sein. Ieder Gebildete..." — so steht am Eingang zu lesen. Große Bilder sind im Hausflur aufgestellt. „Die Folgen des Korsettragens .. Im Museum selbst atmet man echte Museumsluft. Anter Glaskästen liegen Wachspräparate. Arme, Hände, Deine, Gesichter — alle von kranken Menschen. Die Krankheiten, die hier gezeigt werden, sind nicht die harmlosesten. Es sieht sauber aus in diesen Räumen, alles ein wenig ältlich, aber solide und — tot. Schwarzes altes Holz und Wachs. Was aber machen diese geschwollenen Wachsnasen schon für einen Eindruck auf den Besucher, der aus dem lauten Betrieb der Friedrichstraße hier eingetreten ist. Rimmt er sie ernst? Er braucht nur zehn Pfennige in eines der drehbaren Panoramen zu werfen, die an der Wand aufgestellt sind, und dann hineinzublicken — er wird das Gruseln vergessen, er wird lächeln. „Berliner Rachtleben": Damen mit langen weiten Röcken, Herren im knappen Jäckchen — verliebt mit den Augen spielend —, dos ist Berlins Rachtleben durch das Auge dieses Museums. Bilder von 1905. Ia, es ist ein Museum! ' Eine Erinnerung liegt noch da: „Hand-, Faust- und Fußabguß der elfjährigen Riesin, welche hier ' im gewesenen Passage-Panoptikum auftrat. Da- -neben die Hand einer normalen Frau." Eine Erinnerung — wie dos ganze Museum eine Erinnerung ist. Richt viele Besucher kommen. Die Kassiererin klagt, daß die City vereinsame. „Wer läuft schon durch die Passage? Wir hörens ja auch von dem Panorama gegenüber. Kaum einer geht hinein. Bon Woche zu Woche, von Tag zu Tag wird es schlechter, das Geschäft. Mein Chef möchte ja gerne das große Panoptikum wieder aufmachcn. Aber das Risiko ist zu groß. And woher auch die Wachsfiguren nehmen, die dafür nötig sind? Die alten sind ins Ausland oder auf den Schutthaufen gekommen Werden sie noch fabrikmäßig hergestellt? Alles, was hier im Museum liegt, ist von Künstlern geformt. Anbezahlbar ist so etwas heute." Anbezahlbar und -r doch nicht besucht. Obwohl „Künstler" ihre Zeit einmal darauf verwendet haben, den Menschen die Leiden der Menschheit anschaulich zu machen. Die Krankheiten und ihre Behandlung, die Leiden und ihre Operation — wie man sie zeigte vor fünfzig und vor zwanzig Iahren. Wie zeigt man sie heute? Einen Kilometer von der Passage entfernt: Luisenstraße 51. Hier kann man sehen, wie aus einem Magen ein Löffelstiel operiert wird. Es ist bekannt: Strafgefangene suchen den Weg in die Freiheit auf die verschiedenste Art. Manche brechen aus, andere laufen von offenen Arbeitsstellen fort. And wieder andere glauben die Freiheit über das Krankenhaus zu finden. Sie machen sich haftunfähig — sie schlucken Gabel, Löffel, Schrauben. Bor einigen Wochen lieferte man wieder einen in die Charite ein, der während der Strafhaft ein Messer heruntergewürgt hatte. Das Messer wurde aus seinem Magen entfernt. Man operierte ihm Die Folgen einer solchen Operation können dem Patienten das Leben kosten. Bedenkt man das, wenn man sieht, mit welcher Sicherheit die Aerzte arbeiten? Wenn man sieht, mit welcher Schnelligkeit die Schnitte geführt, der Leib geöffnet, tue Wunden vernäht werden? Worauf achtet man, wenn man einer solchen Operation beiwohnt? Richt auf den Patienten, nicht auf die Chloroformmaske, nicht auf die Schwester und nicht auf den Arzt. Man läßt den Blick nicht durch das Zimmer schweifen — er ist Sebannt auf die Hände der Aerzte und auf die lrbeit, die sie leisten. Ein langer senkrechter Schnitt öffnet den Leib. Ein Wattebausch fährt sanft, fest, sicher durch die Wunde, saugt das Blut auf. Das Messer erscheint wieder. Bon beiden Seiten schiebt sich weißer Stoff über den Leib, bis zu der Oeffnung: Klammern greifen zu, klemmen ihn feft, vom Körper ist nichts mehr zu sehen. Denkt man jetzt noch an den Patienten? Die Operation geht weiter. Mit unheimlicher Schnelligkeit. Die Oeffnung wird tiefer — der Magen wird sichtbar. Hände greifen zu. Gummihandschuhe färben sich. Finger und Daumen fassen nach dem Fremdkörper. Eine Klammer schiebt sich ins Blickfeld, klemmt einen Teil des Magens ab. Ein Messer schneidet die Haut auf — und eine Hand zieht einen Löffelstiel hervor. Im selben Augenblick ist schon der Faden da, mit dem der Schnitt im Magen vernäht wird. Die Hände — nur auf die Hände sieht man — lagern den Magen zurück. Die Oeffnung des Leibes schließt sich. Der Stoff schiebt sich bÄseite. Der Körper wird wieder sichtbar: Radel und Faden treten in Aktion. Der Schnitt ist vernäht. Ein Wattebausch entfernt die letzten Blutspuren. Die Operation ist beendet. Der Patient erwacht aus seinem künstlichen Schlaf. Ein Löffel ist aus seinem Magen entfernt worden. Das alles sieht man klar, plastisch. Man ist gefesselt durch die rasche Abwicklung der Dinge. Ein Bild jagt das andere. Man kommt nicht zum Rachdenken, wie dem wohl zumute sein mag, dem man den Löffelstiel aus dem Magen entfernt hat. Man denkt nicht nach, wie einem selbst zumute ist beim Anschauen dieser Operation. Man sitzt da und schaut auf die Leinwand — bis das Licht im Saal eingeschaltet wird. So könnte man sitzen und Film nach Film vorüberrollen lassen. Filme über schwierige und einfache Operationen, über Krankheiten und ihre Behandlung, über Massage und die Tätigkeit des lebenden Herzens, über die Arbeit deS Magens und die Bewegung der Blutkörperchen. Man könnte Filme sehen von einem Hund ohne Großhirn und ohne Hirnstamm, von einem Frosch, dem man das Labyrinth aus dem Ohr operiert hat. Man könnte eine Nasenplastik sehen, die Prof. Ioseph aus der Stirnhaut herstellte. Filme über — man kann es nicht aufzählen. Aeber alle Disziplinen der modernen Medizin und die Gegenstände und Fragen, die damit Zusammenhängen. And weiter über die Forschungsarbeit, die auf medizinischem Gebiet geleistet wird, mit Hilfe der — Kamera. 140 000 Meter Regativ-Film umfaßt bis heute das Archiv des Berlages wissenschaftlicher Filme, der die Arbeiten des Medizinisch.Kine- matographischen Aniversitäts-In- stituts für Anterricht und Forschungen der Charite vertreibt. 140 000 Meter Film werden dem ärztlichen Rachwuchs, dem Hilfspersonal und zum Teil auch dem Publikum gezeigt. Sie können erziehen, aufklären und belehren — wie es die Technik unserer Zeit ermöglicht und fordert. Rur einige Jahrzehnte trennen die Zeit des anatomischen Museums von der des medizinischen Filmes. Welche Entwicklung ober in dieser kurzen Zeit! Was im Museum liegt, ist von Künstlern geformt — was durch das Institut gezeigt wird, ist durch die Mittel der modernen Kinematographie zum Allgemeingut gewordene wissenschaftlich-praktische Arbeit. Dort tote Präparate (die nie gelebt haben) in Glaskästen — hier die bewegten Photographien von Kranken und Aerzten. Dort Panoptikum — hier Leben. Ein Verkehrsnottus aus dem Vogelsberg. Groß-Eichen, 19. Rov. Die Gemeinden Dodenhausen ll, Höckersdorf und Groß-Eichen hatten eine Eingabe an den hessischen Minister für Arbeit und Wirtschaft gerichtet mit der Ditte, fich für den Weiterbestand der bestehenden P r i» vatpostlinie Babenhausen II —Mücke einzusehen. Wie man hört, besteht wenig Aussicht, daß das Gesuch Erfolg haben wird. Bekanntlich soll diese Linie, auf der neben der P o st auch Kleingüter und Personen befördert wer- ^n, der allgemeinen Berkraftung der Landpost zum Opfer fallen. Das wäre ein 9r0der Schaden für die betreffenden Gemeinden. Man sollte dem Vogelsberg, der sowieso schon arm an Verkehrsmöglichkeiten ist, nicht auch noch dieses Verkehrsmittel nehmen. Bei der geplanten Verkraftung ist eine Personenbeförderung nahezu ausgeschlossen. Eme große Ersparnis dürfte die Post bei der vorgesehenen Neuerung auch nicht machen Die Postzustellung und Abholung wird in den genannten Gemeinden nicht verbessert, sondern bedeutend verschlechtert. Zur Zeit wird der Briefkasten hier um 6 Ahr und um 18 Ahr geleert, und bte Postsachen gehen mit dem Frühzug bzw. Abendzug in Mücke weiter. Bei der neuen Verkraftung wird dagegen ein Brief der am Abend eingeworfen wird, erst am nächsten Nachmittag oder Abend mit dem Postzug weitergehen. Die Postdirektion behauptet, die neue Linienführung könne von Altenhain—Wohnfeld nicht anders als über Dobenhausen ll—Groß- Eichen gehen. Dagegen Wäre es sehr wohl möglich die Straße Altenhain — Wohnfeld — Sellnrod- Lardenbach — Weickartshain — Grünberg zu benutzen und unserem Tal seine Privatlinie zu belassen. Wir hoffen, daß in dieser Sache noch nrcht das letzte Wort gesprochen ist, und daß keine Mittel unversucht bleiben, die genannten Gemeinden vor Verschlechterung ihrer Post- und Personenbeförderung zu bewahren. Preußen. Kreis Wetzlar. > Wißmar, 21. Nov. Der Volksbildungs-Ausschuh begann seine Winterarbeit mit einer Vortragsreihe über das Thema „Demokratie, Faschismus, Diktatur", das an fünf Abenden behandelt wird. Dr. G u m b e l (Gießen) wurde als Vortragender gewonnen. Die Arbeitsgemeinschaft umfaßt 50 Teilnehmer. Am 30. November findet ein Anterhaltungsabend statt, der dem fünfjährigen Bestehen des VDA. gewidmet ist. Der Volksbücherei-Betrieb weist immer stärkere Benutzung auf. 600 Bände stehen zur Befriedigung des Lesebedürfnisses zur Verfügung. ch Wißmar, 20. Nov. In die Jagdhütte des Pachters der hiesigen Jagd im Wißmarbach- tal wurde in der Nacht auf Donnerstag ein Einbruch verübt. Die Täter, scheinbar zwei, erbrachen die gut verschlossene Tür. Sie setzten den Ofen in Brand und veranstalteten ein Zechgel a a e, das scheinbar die ganze Nacht hindurch dauerte. Auch die Betten wurden benutzt. Anter Mitnahme zahlreicher Gebrauchsgegen- ftände (Bettkolter, Schuhe, Gamaschen, Mantel, Konserven, Wein u. dgl.) und nach versuchter Verwischung ihrer Fußspuren verließen die Einbrecher den Tatort. il Groß-Rechtenbach, 20. Nov. 'In den Gemeinden des hiesigen Amtes wurden für den Volksbund Deutsche Kriegsgräber- f ü r s o r g e folgende Geldspenden gesammelt: Dornholzhausen 22,87 Mk., Ebersgöns 43,30 Mark, Groh-Rechtenbach 57 Mk.. Hochelheim 91,05 Mk., Hörnsheim 37,55 Mk., Klein-Rechtenbach 30 Mk., Lützellinden 104,60 Mk., Münchholzhausen 32,50 Mk., Niederkleen 25,47 Mk., Oberkleen 40,30 Mk., Reiskirchen 38 Mk., Vollnkirchen 16,42 Mk., Volpertshausen 20,30 Mk., Weidenhausen 19,50 Mk. Kreis Marburg. Q Fronhausen, 21. Nov. Die neuerbaute Schule, die kürzlich ihrer Bestimmung übergeben wurde, birgt im Erdgeschoß eine B a d e - anlage mit neun Brausen und drei Wannen. Die Dadeanlage wird nicht nur von den Schulkindern benützt, sondern kann auch von Privatpersonen gegen ein geringes Entgelt und zu bestimmten Zeiten in Anspruch genommen werden Auf Beschluß des Gemeinderats wurden für 42 Mann der hiesigen Feuerwehr Uniformen beschafft. Die Gemeinde hatte zur Beschaffung nur i/3 der Kosten beizutragen. Kreis Biedenkopf. * Gladenbach, 20. Nov. Die Herdbuchgesellschaft für das Vogelsberger Rind, Biedenkopf, hielt ihre diesjährige Herb st Versammlung hier ab. Bürgermeister Reitz, Klein-Gladenbach, leitete die Versammlung. Der Haushaltsplan in Höhe von 21 440 Mk. wurde genehmigt. Sodann wurden die Ergebnisse der Jungviehweiden bekannt- gegeben und Vorschläge zur Pachtung neuer Weideflächen gemacht. Für den weiteren Ausbau der Milchkontrolle wurde vorgeschlagen, den Leistungsprüsungen erhöhte Bedeutung beizumessen und die Kontrolle in möglichst allen züchterisch sich betätigenden Gemeinden einzuführen. Tierschauen sind für das Jahr 1931 in Biedenkopf und eventuell in Rodheim geplant. Ferner wurden die Ergebnisse der Zuchtviehversteigerungen von 1930 zur Kenntnis gegeben. Im Mittelpunkt der Tagesordnung stand der von Aniversitätsprofessor Dr. Kraemer, Gießen, gehaltene Vortrag über die „Bedeutung der Bodenständigkeit in der Rindviehzucht". Die Ausführungen des Redners waren so recht für die mitteldeutschen Verhältnisse zugeschnitten und haben vielen Züchtern zu denken gegeben. Der Grundgedanke des Vortrages war, in der Rind- Viehzucht den rechten Weg unbeirrbar zu gehen und einen an die Boden- und Klimaverhättnisse angepaßten Viehschlag zu züchten. Briefkasten -er Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Berbintzlichkeit der Schriftleitung.) , Eigentumsborbehalt. Bestand ein Eigentumsvorbehalt, der seitens des als Eigentümer auf- tretenden Dritten zu beweisen ist, oder von dem Vorbesiher der Gegenstände vielleicht zugegeben wird, so besaß letzterer keine Derkaufsberechtt- gung und sie müssen die Gegenstände heraus- gcben. Wird der Eigentumsvorbehalt vom Vorbesitzer bestritten, so muß der Dritte sein angeblich besseres Recht im Wege der Klage geltend machen. Geschichten aus aller Welt. DasLchickjal eines merkwürdigen Mädchens (c) Nanking. Aus Lhasa, der berühmten Hauptstadt von Tibet, ist die Meldung eingetroffen, daß Liu Man-ching trotz aller Beschwerlichkeiten gut angekommen sei. Weshalb erregt diese Meldung von der glückhaften Reise einer Frau soviel Aufsehen in ganz China? Weil sie — die glückhafte Reisende, die zierliche Liu Man-ching — nach der Meinung der modernen Chinesen — eine große Kulturaufgabe zu erfüllen hat. Als Mittlerin zwischen der modernisierten Frau in China und den fast unbekannten und auch beinahe völlig unwissenden Schwestern in Tibet betrachtet man sie. Liu Man-ching ist die einzige Frau, die aus diesem entlegenen Teil der Welt, aus Tibet, nach Nanking kam, um dort eine gute Erziehung zu genießen und sich selbst für ihre große Aufgabe vorzubereiten. Miß Liu, wie man sie in den Europäerkreisen nennt, kam vor neun Jahren nach einer beschwerlichen Reise mit ihrem Vater nach Nanking, der in Lhasa, wo sie das Licht der Welt erblickte, keine Gelegenheit sah, seine Tochter nach seinen Absichten erziehen und bilden zu lassen. Wie ein Löschpapier saugte ihr Hirn Sprachen und Wissenschaften in sich auf. In wenigen Jahren war sie in allen chinesischen Anstalten und englischen Privatschulen eine Musterschülerin. Als im vorigen Jahr der Dalai Lama einen Botschafter nach Nanking schickte, um mit Tschiang- kaischek zu verhandeln, zog man die kleine Liu Man-ching als Dolmetscherin heran. In wenigen Stunden hatte sie sich derart geschickt erwiesen, daß Tschiangkaischek sie sofort als Beamtin in höchster Position engagierte und im Staatsrat beschäftigte. Auf diese Weise wurde sie auch mit den europäischen Politikern bekannt und hatte bald viele Freunde unter ihnen gefunden. Aber trotz alles Schönen und Angenehmen in ihrer neuen Position vergaß Liu-Man-ching nicht, daß sie noch eine Kulturaufgabe zu erfüllen habe — und in ihrer Heimat, in Tibet. Vor einigen Monaten reichte sie daher bei Tschiangkaischek ihr Abschiedsgesuch ein. Man hat es ihr bewilligt, aber die kleine Tibetanerin ist gleichzeitig offizell zur Sendbotin der Regierung zu Nanking und der modernen chinesischen Kultur in Tibet ernannt worden. Im Triumphzug brachte man sie auf den Anfang ihres langen Weges: dann zog sie allein mit einer kleinen Bedeckungsmannschaft durch das Szechuan-Gebiet. Von Zeit zu Zeit hörte man von ihr durch zufällige Boten. Sogar die Räuberbanden, die in diesen Gebieten furchtbar hausen, waren friedlich und halfen ihr sogar weiter. And wie die letzte Meldung aus Lhasa besagt, ist sie nach fast neunjähriger Abwesenheit gut wieder in ihrer Heimat angelangt. Mit sich bringt sie die Kultur und die Tradition Chinas — aber auch die neuen Ideen und die Impulse der modernen Welt des fernen Ostens. Die wird noch eines Tages eine große Frau werden in Tibet — die kleine Liu Man-ching. Der Haupttreffer im Large. (g) Madrid. Es soll schon vorgekommen sein, daß man den Verstorbenen wichtige, ja für dessen Nachkommenschaft entscheidende Dokumente hat mit ins Grab nehmen und später unter ungeheuren | Schwierigkeiten die Leiche wieder ans Tageslicht befördern lassen, um seine Taschen einer gründlichen Revision zu unterziehen. In einer kleinen spanischen Stadt hat sich jetzt aber ein weit kurioserer Fall ereignet. Stirbt unerwartet ein Mann auS dem Volk, ein armer Schlucker, und die Witwe weih nicht einmal, wie sie die Begräbniskosten auftreiben soll. Gr war zwar sein ganzes Leben ein liederliches Subjekt und hat sich weder um Frau noch um Kind gekümmert. Aber dennoch soll er ehrlich bestattet werden, und der Frau gelingt es auch, sich das Geld zu borgen, das sie später abarbeiten will. — Kaum ist der Mann aber in der Erde, da kommen ihr seltsame Gerüchte zu Ohren. Noch am letzten Tag seines Lebens soll er in der Kneipe geprahlt haben, er werde bald reich werden, denn er habe sich ein Lotterielos erstanden, ein Los in einer der unzähligen spanischen Lotterien, die es überall gibt. Sie sucht alfo fieberhaft die Hinterlassenschaft des Mannes durch, kann aber von dem Los keine Spur entdecken. Schon will sie das Ganze nur für einen bösen Scherz ansehen, da wird in der benachbarten Stadt bekanntgegeben, baß der Haupttreffer auf eine Losnummer gefallen sei, deren Inhaber nicht aufzutreiben sei. Jetzt bekommt sie einen Schreck und läuft nach einem nochmaligen erfolglosen Suchen zum Totengräber. Er könne das allein nicht machen, sagt dieser: aber sie solle sich ruhig die Genehmigung zur Exhumierung holen. Die Frau geht zur Kirche, geht zu den Behörden — und schließlich hat man Mitleid mit ihr. Unter behördlicher Aufsicht wird die Leiche ausgegraben. Eine große Menschenmenge umsteht die Grabstätte, als der Sargdeckel gehoben und in einer Tasche des sonntäglichen Braten- ■ rockes, in dem der Mann die Wanderung in die Ewigkeit angetreten hat, das Los entdeckt wird. Es war der vermißte Haupttreffer. Verhängnisvolle Raumersparnis. (a) Neuyork. Auch im großen und reichen Amerika mangelt es an Wohnungsraum, und deshalb beobachtet man bei der Inneneinrichtung moderner' Wohnungen als obersten Grundsatz den der Raumersparnis. Möbelstücke wie Schränke und Betten baut man zurückklappbar in die Wände ein, aus denen sie auf einen Federdruck hin heraustreten. Diese Raumersparnis ist einer jungen Dame in Milwaukee zum tödlichen Verhängnis geworden. Fräulein S. wollte umziehen. Da sie nicht genügend Einkünfte besah, um sich für die Am- zugsarbeiten Personal engagieren zu können, mußte sie sich selbst der mühseligen und zeitraubenden Packerei unterziehen. Aber endlich war unten vor der Haustüre alles glücklich im Möbelwagen verladen, und der Hausbesitzer suchte Fräulein S. in ihren Räumen auf, um sich die Wohnungsschlüssel aushändigen zu lassen. In den leeren Zimmern jedoch war die junge Dame nicht aufzufinden, und der Hausbesitzer entfernte sich wieder in der Annahme, die Dame sei schon fort und habe die Schlüssel aus Vergeßlichkeit mitgenommen. Als aber am nächsten Tage von der neuen Wohnung des Fräuleins aus angefragt wurde, wo denn die Dame bleibe, begab sich der Hausbesitzer nochmals in Begleitung eines Polizisten in die verlassenen Räume und untersuchte jeden Winkel. So wurde auch das Bett der Dame aus der Wand herausgeklappt, und zum Entsetzen der beiden Männer rollte dabei die Leiche der jungen Dame aus der Wand.-- Die sofort angestellte Antersuchung ergab, daß die Anglückliche sich, vom Packen ermüdet, für einige Minuten auf ihr Bett gestreckt hatte. Durch einen unseligen Zufall löste sich die Feder aus, das Bett glitt in die Wand zurück und das Fräulein erstickte. Man schenkt sich Rosen . . (r) Wien. Der Herr Regierungsrat war bei der Kammersängerin zum Souper geladen, fühlte sich sehr wohl und beauftragte am nächsten Tage den Diener, der Hausfrau einen Blumenkorb zu überreichen. Wundervolle rote Rosen. Madame ließ schön danken. Monate vergingen. Der Regie- rungsrat halt» den Abend bei der Kammersängerin vergessen. Da traf man sich ganz zufällig wieder in einer Gesellschaft. Die Diva reichte Herrn Rat beide Hände: „Wie soll ich Ihnen danken, lieber Freund, für Ihre entzückende Aufmerksamkeit?! And man sagt noch, heutzutage gäbe es keine Kavaliere mehr! Ihre tägliche Blumensendung ist ja mehr als rührend. Diese wundervollen Rosen ..." — Der Rat der Regierung war ratlos, stammelte unverständliche Worte und stand vor einem Rätsel. Er hatte nur einmal Blumen geschickt. — Der Diener gestand: er bekam jedesmal 10 Schilling Trinkgeld von der Primadonna. Die roten Rosen kosteten bloß 6 Schilling. Machte in sechs Monaten 732 Schilling aus. Ganz schön als Nebenverdienst. Es geht halt nichts über Die „Weaner" Gemütlichkeit ... Der stumme Loldat. (r) Brüssel. Daß in einem aktiven Friedensheere ein Mann Dienst tut, der infolge seines schweren körperlichen Mangels sogar im zivilen Leben mit den erdenklichsten Schwierigkeiten zu kämpfen haben würde, dürfte ein Kuriosum sein, teert, dem Gedächtnis erhalten zu bleiben. Dieser Soldat üst der 34jährige belgische Unteroffizier Joseph Delatre, der als Pistonbläser einer aktiven Re- gimentskapelle in Namur angehört. Delatre ist stumm. Im Herbst 1917 hat er als Pa- trourllenführer in Flandern bei einem schweren Mmeneinschlag vor Schreck die Sprache verloren. Alle ärztliche Kunst versagte. Im Lazarett entdeckte er seine musikalische Begabung und wandte sich nach der Rückkehr in die Heimat im Jahre 1919 mit einem Immediatgesuch an seinen König mit der Bitte, ihn, der nie aufhören werde, sich als einen diensttauglichen Soldaten Seiner Majestät zu fühlen, als Pistonbläser in die Kapelle seines ehemaligen Regiments einstellen zu wollen. Da er die glänzendsten Zeugnisse seiner Front- vorgesetzten beibrachte, fand das Gesuch Genehmigung, und die belgische Armee dürfte die einzige der Welt sein, die einen völlig stummen Soldaten aufzuweifen hat. SJL-tfport Weltrekord hielt Hertha Wunder, Leipzig, 8:49,8, die sicher schon bei der nächsten Gel« legen (Für sch-i Wer hat recht? JKanche freie Hunde verschafft Ihnen ©! Dahnen nicht groß Schnelläufer, die ja weniger eine Rolle Form zu bringen. zur Dersügung stehenden genug sind, um unsere auch international immer spielen, in aussichtsreiche 3.50. 1930 läge auf 8:35,2 Min. verbessert. Den bisherigen rm-r. ■ *■ «- -** 4“*‘- rm mit heit versuchen wird, die Zeit der Engländerin zu unterbieten. vertreten waren. Diese drei Mannschaften nen also wohl anderer Meinung zu sein. Dom deutschen Eissport. Mängel und Zukunflsoussichken. Wenn Sie © zum Geschirrspülen, zum Aufwaschen und Reinigen nehmen, haben Sie es viel leichter und sind viel schneller fertig. © ruckt allem Schmutz und Fett energisch zu Leibe Messer, Gabeln und Löffel, Teller und Schüsseln, Töpfe und Pfannen, kurz alles Geschirr säubert © im Augenblick. Auch beimPuizenvonSteinfliesen,Wandsockeln,Badewannen und Spülbecken bewährt sich © vortrefflich. © spart Ihnen soviel Mühe und Arbeit, daß es rück- . ständig wäre, es nicht zu benutzen. Es kostet doch ji nur 25 Pfennige und ist außerordentlich ergiebig. Eingesandt. Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik Wescr-Main-Derlag (3. Kämpfer), Kassel (444). 9 ESSLÖFFEL AUF 10 LITE ft • 1 EIMER HEISSES WASSER Henkels Aufwasch-Spül-und Reinigungsmittel für Haus- und Küchengerät aller Art Hergestellt in den Persilwerken Schwerer sind die Dorbedingungen wieder für das Schnellaufen, weil^hier selbst bei anhaltendem Frost die John N. Willys der Präsident der Willys Overland Ine., der jährlich 1 500000Dollar für Insertion ausgibt, erklärt: „Ich kann mir schlecht vorstellen, daß ein Unternehmen ohne Insertion zum höchsten Erfolg gelangen kann. Es ist meine ehrlichste Ueberzeugung, daß die Insertion die Hälfte der eigentlichen Verkaufstätigkeit vollbringt!“ Don einem hiesigen Schiedsrichter geht uns solgender Aussah zu, den wir, ohne selbst dazu Stellung zu nehmen, oder uns mit der Meinung des Schreibers zu identifizieren, veröffentlichen, da er uns wohl geeignet scheint, eine brennende Frage im Fußball in kritischer Deleuchtung erkennen zu lassen. — D. Red. Bezugnehmend auf die Rotiz des G.-A.-Sport vom 12. Rovember 1930 „W arnung an Schiedsrichter — und Spieler" möchte ich die Frage aufwerfen: „Ist es heutzutage den Schiedsrichtern möglich, so scharf und rücksichtslos bei rohem Spiel und Tätlichkeit durchzugreifen, wie es Herr H. Wesp, Obmann des D e r b a n d s - S ch i e d s r i ch t e r - A u s- schusses im Süddeutschen Fußball- und L e i ch t a t h l e t i k - D e r b a n d e for- d e r t?“ Dach dem Schlußpfiff des gewiß nicht besonders aufregend verlaufenen Punktkampfes zwischen Altona 93 und dem Hamburger Sportverein kam es auf dem Sportplatz zu wüsten Schlägereien. — Auf einem anderen Sportplatz Hamburgs fand mitten auf dem Spielfeld eine große Schlacht zwischen den Zuschauern und den Spielern statt, bei der Fäuste, Stöcke und Schirme eine große Rolle spielten. — Dem bekannten Hamburger Schiedsrichter Peters passierte es bei dem erwähnten Spiel Altona 93 gegen HSD.. daß ihm die übelsten Zurufe gemacht wurden, ein Spieler ihm gegenüber von Tausenden von Zuschauern mit dem Finger an die Stirn zeigte und versuchte, ihn dadurch lächerlich zu machen. . 3n den Gauen Gießen- Wetzlar, Dill, Marburg usw. sind folgende ähnliche Dorfälle passiert, bzw. wurde versucht und zum Teil ausgeführt, den Schiedsrichter anzugreifen: In Frohnhausen (Dill), Wetter Weilburg. Aßlar. Garbenteich. Ofen- dül, Hersfeld. Rieder-Weisel usw. usw. In Frohnhausen wurde der Schiedsrichter durch einen Stelnwurf schwer verletzt. Wenn wir diese Tatsachen zu unS sprechen lassen, ist cs dann ein Wunder, wenn die internationalen Konzert vielfach nur eine geringe Rolle spielen. Im Eishockey tritt dieS in besonders starkem Maße in den Vordergrund. Rur die 'berliner Dereine durch ihren Sportpalast und die Südbayern und Ostpreußen durch ihre klimatischen Verhältnisse sind in der Lage, ihre Stärke zu halten und zu verbessern, weil sie über genügend Spielgeleaenheit verfügen. All« Dereine des übrigen Deutschlands aber sehen ihre ganze Hoffnung auf starken Frost, der sie manchmal ganz im Stich läßt und im übrigen auch meistens nicht von langer Dauer ist. Hier hätte der Deutsche Eislauf-Dcrband ein dankbares Betätigungsfeld, wenn er Mittel und Wege ersinnen würde, auch gut veranlagten Spielern solcher Dereine, denen es an geeigneter Spielmöglichkeit fehlt, Gelegenheit zu geben, ihr Können in dauernd tätigen Mannschaften zu vervollkommnen und auf diese Weise auch zur Ergänzung und Auffüllung der Rationalmannschaft beitrüge. 3m Kunstlaufen sind die Derhältnisse weniger schwer, da man hier kleinere UebungS- slächen benötigt und da außerdem die Käuferinnen und Läuter im Rollschuhsport ein Training besitzen, das sie während des ganzen Iah- reS nicht zu vernachlässigen brauchen. GS fehlt aber hier an auten Lehrkräften, da die Berufs- lehrer natürlich dort wirken, wo die klimatischen Derhältnisse ihnen dauernd« (Betätigung ermöglichen oder wo Kunsteisbahnen vorhanden sind. sächlich langfristige Wettervorhersage möglich ist, die in volkswirtschaftlicher Hinsicht von größter Dedeutung sein wird. — Dr.-Ing. e. h. Heinrich Dolgt: Welt- eislchre und Wissenschaft. Sinführung und Abwehr. 72 Seiten 8°. R. DoigtländerS Dcrlag. Leipzig C 1. Geh. 2 Mk. (419.) — Gin Meinungsstreit ist um die Welteislehre HörbigerS entbrannt: die vorliegende Droschüre bietet einen Rückblick und Ausblick im gegenwärtigen Stand der WelteiSlehre. Die Schrift will nicht zur Dertiefung des Streites beitragen, sondern ist als ernst zu nehmender Versuch zu gegenseitigem Dcrstehen zu werten. — Ern st Kahl: Geprüfte Generation. 241 Seiten 8°. Geh. 4, geb. 5.50 Mk. D. DchrS Verlag, Fr. Feddersen, ‘Berlin und Leipzig. (416.) — Valentin Traudt: Der lust'ge Dabbenheimer. Roman. 184 Sei en 8'. Geb. Schiedsrichter bei solchem Rowdytum lieber «in* mal ein Auge zudrücken, als energisch durchzugreifen? Gewiß nicht. Rur mit allergrößter Energie lassen sich diese Mißstände bekämpfen. Anstatt solche Spieler exemplarisch zu bestrafen, fallen sich die einzelnen Verband-Instanzen gegenseitig in den Arm. Wenn der Gau-Fußball-Sachbearbeiter in Übereinstimmung mit dem Bezirks- Fußball-Sachbearbeiter gemäß des Schiedsrichterberichtes wegen tätlichem Angriff eine Strafe ausspricht, der Gauvorstand hebt diese Destrafung auf und verurteilt wegen absichtlich unfairen Spielens, so ist cs verständlich, daß hier niemals Abhilfe geschaffen werden kann. Lind wenn ein Derein es fertig bringt, aus herausgestellten und anderen rwch nicht spielberechtigten Spielern eine Mannschaft aufzu- stcllen und diese gegen andere Dereine spielen zu lassen, so nennt man das sportlichen Anstand. Ein im In- und Ausland« bekannter Schiedsrichter schrieb vor kurzer Zeit folgendes: Unsere Schiedsrichter haben ein Recht darauf, gegen Auswüchse mit allen Mitteln geschuht ,u werden! Lind nun frage ich: Was macht der Derband? Er droht den Schiedsrichtern, ohne ihnen ge- nügenden Schuh zu stellen, mit Streichung von der Ligaliste, wenn sie nicht rücksichtslos durch- greifen! Meiner Ansicht nach kann dieser Zustand nur geändert werden, wenn: 1.6er Derband alles daran seht, den Schutz der Schiedsrichter zu gewährleisten und gegebenenfalls um die Unterstützung der Polizei bittet; 2. die Dereine sich ernstlich bemühen, ihre Mitglieder über die Spielregeln und ihre Auslegungen aufzuklären, innerhalb des Der- eins rücksichtslos jeden ausschliehen, der gegen sportlichen Anstand verstößt; 3. die Presse sich weitgehendst an dieser Aufklärungsarbeit beteiligt. So kann das nicht weitergehen. Im attge- meinen sagt man ja immer, der Schiedsrichter 4 200 Kilometer auf dem Rade. Deutschland-Rundfahrt. Lieber die Deutschland-Rundfahrt 1931 liegen jetzt nähere Einzelheiten vor. Die von einer Der größten deutschen Radsirrnen ausgerichtete Fahrt führt in 16 Etappen über insgesamt 4200 Kilometer und beginnt am 3. Mai in Rüsselsheim, wo sich auch da- Endziel befindet. Arn 23. Mai sollen die Fahrer dort wieder eintreffen. Die in Frankreich so gut bewährte Einführung von Ländermannschaften, will man auch hier erstmalig ausprobieren. Dorgesehen sind fünf Länder- Teams, Deutschland, Italien, Frankreich, Delgien und die Schweiz, weiterhin eine gemischte Mann- schast, die Fahrer aus kleineren Staaten, wie z. D. Oesterreich, Luxemburg und Holland, in sich birgt Neues vom westdeutschen Fußball. „Gegen Eisenach." In einer in Düsseldorf abgehaltenen Tagung haben die westdeutschen Grohvereine zü den gegenwärtigen Derhältnissen im Fußball und natürlich auch zur Eisenacher Tagung der Groß- Vereine Stellung genommen. Dabei wurden die in Eisenach geforderten Spesen abaelehnf und zum soundsovielsten Male das Festhalten am reinen AmateurlsmuS, bzw. die Rückkehr zu ihm beteuert und beschworen. Man ist nur für eine »bescheidene" Auslage Vergütung zu haben und will auch die Sperrfristen verlängern. Don Bedeutung ist allerdings, daß bei der Tagung Schalke 04. Köln-Sülz und Fortuna Düsseldors nicht ist schuld. Während man bei den Spielern viel, sehr viel entschuldigt und ihre wachsend« Disziplinlosigkeit mit dem Mantel christlicher Rächsten- liebe verdeckt, wird jedes kleine Versehen des Schiedsrichters in einer unverantwortlichen Weise aufgebauscht, in einer Weise, di« dl« Rüpelhaftigkeit der Spieler zu rechtfertigen scheint. Mit aller Deutlichkeit muh hier einmal betont werden, daß es größere Annehmlichkeiten und Dergnügen gibt, als sich Sonntag für Sonntag von wlldgewordencm Dereinsfanatismus und Regelunwissenheit, Beweis« von mangelnder Selbstbeherrschung und allzu flüchtig durcheilter Kinderstube geben zu lassen. Gerhard Rabe. Hertha Wunder übertroffen. Die jugendliche englisch« Schwimmerin Wollt« n h o l m e hat, wie erst jetzt bekannt wird, in Oldham den 500-Meter-Weltrekord in der Brust - Gut entwickelt hat sich lediglich das Eisschießen. das heute von fast 1500 Mannschaften Im DED. betrieben wird. Hier handelt «S sich um einen Sport, der sich au- einem bescheidenen und früher nicht ernst genommenen Spiel entwickelt hat und bei den kleinsten Raumverhältnissen betrieben werden kann. Früher in jedem Orte Bayerns betrieben, hat sich dieses Spiel auch Schlesien, Südwestdeutschland und zum Teil sogar Berlin erobert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern ist die Gissportscuson in Deutschland ein« unsichere Sache, da mit Ausnahme des Berliner Sportpalastes keine Kunsteisbahn vorhanden ist, so daß die Eissportler ihre Hoffnungen auf die für sie geeignete, leider aber nicht immer ausgiebig eintretende Witterung angewiesen sind. So mancher milde Winter hat den ganzen Cissportbetricb über den Hausen geworfen und an diesen Derhältnissen liegt cs auch, daß die deutschen Eissportler im Dücheriisch. — G. ®. Kolben Heyer: „(Stimm c.“ Eine Sammlung von Aufsätzen. Kartoniert 5.20, Halbleinen 6.80 Mk. Georg Müller, Derlag. München. (522.) G. ®. Kolbenheyer, der als einer der eigenwilligsten und stärksten Dichter der Zeit neben seinen Romanschöpfungen gerade jetzt mit seinem dramatischen Schassen, den Schauspielen „Die Drücke" und «Jagt ihn — ein Mensch!" seine Bedeutung im geistigen Kampf der Gegenwart Immer nachdrücklicher zur Geltung bringt, gibt soeben eine Aufsatzsammlung heraus, die zu fast allen wesentlichen politischen und künstlerischen Fragen der Gegenwart, wie zum DersaillcS-Dik- tat, Dem Paneuropa-Problem, dem österreichischen Anschluhgedankcn, dann zum modernen Drama, zur Universitätskrise und vielem anderen viel Reues zu sagen weiß. Kolbenheyer geht von der Beobachtung biologischer Schicksalsgcsetze eines Dolkcs aus, jedoch nicht, wie Spengler, auf eine kommende Untergangscpoche, sondern Im Gegenteil auf eine Jugendlichkeit des deutschen Volkes, ilnb so ergeben sich aus dem Glauben an «in Stärkerweroen unserer latenten, artmähig-biolo- gischen Kräfte ein« Fülle tiefer und interessanter Erkenntnisse über daS Wesen der deutschen Gegenwart. Gerade in der Krisis, in der sich das deutsche Schicksal befindet, wird dieses Buch jedem willkommen fein, der sich mit den Problemen bei Gegenwart auseinandersehen will. Dr. -t. — Reuadel aus Blut und Boden. Don Diplomlandwirt R. Walther Darre. I. F. Lehmanns Derlag, München. In Leinwand 7 Mk. (376) — Darrs behandelt die brennendste Frage des deutschen Schicksals: die körperliche und seelisch« Erneuerung des deutschen Dolkes durch Reuschaffung einer leiblich und sittlich hochstehenden bodenständigen Führerschicht. Darrs entwickelt einen ausführlichen Plan in Anlehnung an die Horthyschen Adelsgüter in Ungarn. Horthy belehnt« bewährt« Frontsoldaten des Weltkrieges als Angehörige einer „Heldengenossenschaft" mit einem kleinen Landgut, wobei die Gegenleistungen nicht so sehr in wirtschaftlichen Werten als in sittlichen bestanden, also z. B. tadelloser Lebensführung als Dorbild für die Ration. Verehelichung mit einem einwandfreien Mädchen, gesunder und wertvoller Rachkommenschaft. Aehn- lich« Weg« geht Darrs. — Dom deutschen Anteil an der physikalischen Forschung. Von Studicn- rat Dr. O. Dörner und Studienrat Dr. I. Hamacher. 1. Heft: Begründer und Führer der klassischen Physik. Mit 20 Figuren und acht Bildern. VI u. 71 S. 8°. Kart. 2,40 Mk. Verlag 2. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1930. (380) — Das Heft will in einer Reihe von Abhandlungen, in denen Persönlichkeit und Probleme gleich« Berücksichtigung finden, die Bedeutung unserer großen Forscher für die Entwicklung der Physik und deren Auswirkung auf unsere gesamte Kultur beleuchten. Di« Auswahl ist so getroffen, daß die Entwicklung auf Gebieten, di« von besonderem Interesse sind, von den ersten Anfängen der klassischen bis zur modernen Physik versolgt werden kann, daß ferner gezeigt wird, wie Probleme entstehen und von den Forschern aufgegriffen und gelöst werden. — Dr. Karl Waltz: Die kosmischen Ursachen des Wetters. VIII, 95 Seiten8" mit 28 Abbildungen. R. Doigtländers Verlag Leipzig C 1. Ungebunden 3 Mk. (420.) — ®r. ‘IDaiö zeigt an Händ zahlreicher praktischer Beispiele, leichtverständlicher Berechnungen, Beobachtungen usw., daß wir ohne kosmischen Wasserzusluh nicht auskommett können. Er weist die Quellen des ständigen Wasserzuflusses nach, der sich nach ganz bestimmten und erkennbaren Gesetzen regelt, so daß. die Schaffung ent- fprechender Beobachtungsstellen vorausgesetzt, tatstehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung.) Mangelhaste Stratzenverhättnisse. „Die Wilhelm st raße nahezu au$ gebaut*, stand im „Gießener Anzeiger" vom 17. Rovember. Diese Angabe ist richtig. Doch wie sieht di« Straße selbst heute noch aus? Don der Ebelstraße bis zum Aulweg sind die Fußsteige bis heute noch in einem sehr dürftigen Zustande. Bei Regen und bei Tauwetter ist man gezwungen, den aufgeweichten Schlamm zu durchwaten. Hierdurch werden die Reubauten vorzeitig verschmutzt. Abhilfe, durch Anlage fester Fußsteige mit Platten oder Kleinpflaster, wäre dringend nötig. Auch die Ueberteerung der Fahrstraße ist ein dringendes Bedürfnis, denn In dem heutigen Zustande bildet sie im Sommer durch die Staubplagc und im Winter durch die großen Pfützen eine dauernde Belästigung der Anwohner und Passanten beim Durchrasen der Autos und Motorradfahrer. Lobend sei anerkannt, daß die Stadtverwaltung in der letzten Zeit viel für die Instandsetzung des Straßennetzes getan hat. Ich glaube deshalb, daß es auch nur eines Hinweises bedarf, um die Stadtverwaltung zur Instandsetzung der bis jetzt arg vernachlässigten Wilhelmstraße zu bestimmen. Ein Anwohner der Wilhelmstraße. Auch der Aulweg ... Der Zustand der Fußsteige d«S Aulweges läßt sehr zu wünschen übrig. Bei feuchtem Wetter, bei anhaltendem Regen, der während der letzten Tage niederying, Ist es saft unmöglich, die beiden provisorischen Bürgersteige zu passieren. Die Fahrbahn zu benützen ist Dabei völlig ausgeschlossen, da sie sich In noch viel weniger guter Verfassung befindet, als der Fußsteig. GS würde zweifellos von allen Anwohnern außerordentlich begrüßt werden, wenn die Stadtverwaltung baldige Abhilse schaffen wollte. Ein Anwohner des AuLweges. Lt. criuil HANS i I In heutiger angestrengter Zeit gebrauchen Sie Ruhe. Ein Viertelstündchen ausgestreckt liegen nach dem Essen, und womöglich schlafen, erfrischt für Stunden. Einen geeigneten eleganten Sessel von Hk. 48.- an, erhalten Sie in der Spezialwerkstätte für Polstermöbel und Matratzen A. Wehrheim Löberstraße 17 7897 A WegenAufgabe unsererBaumschulen geben wir laufend, solange Vorrat reicht, sehr schöne junge -GbftbSnme (nur noch Apfelsorten) zum Preise vonRM. 2.— perStück ab. Bei größeren Bestellungen entsprechend billiger. Winnerod ,s,7D Bahnstation Reiskirchen (Kr. Gießen). Tel. 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In und um die Berner Alpen: I Rund um den Thunersee mit den I wundervollen Schlössern. I — Am Brienzersee. — Geradezu I herrlich die Gießbach fülle. — I Das Rätsel des Trümmel- I bachfalle*. —Und der Staub- barhfall. — Mit der Mürren- und Wengeralpbahn hinauf zu den Bergriesen: Eiger,Mönch. Jungfrau. Weißhorn. Mit der Jungfraubahn hinauf zum ewigen Schnee. Die einzigen Aufnahmen der Weit. Milden) Filmsonderzug auf der Lötschbergbahn von Spiez durch die Alpen nach dem Simpion im Wallis. Ebenfalls die ersten Bilder: Beim größlen Kraftwerkbau Europas. hoch oben in den Alpen: 300000 PS.—Das G; imselwerk. Die «tannener regende Wucht dieser einzig dastehenden Aufnahmen. Sonne über dem \ ierwaldstätter- see.—Von Luzern über Bi unnen | an die klassischen Stätten. Das Hochalpental Engel berg. — Mit der ersten schweizerischen Seilschwebebahn hinauf zum herrlichen Trübsee. Die Geheimnisse eines Glockengusses in Engelberg. Luzern - Lugano viaSt.Gotthard. Mit 2 Autos 6 Tage lang über die höchst. 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Wyandottes, Karl (Stott (Lang-Göns) für rote Rhc-deländer, Hrch. Deppler (Kirch-Göns) für Barnefelder, Otto Mab (Lang-Göns) für bunte Sussex und schwarze Mtnorka, Will». Ester (Butzbach) für rebh. Italiener, Wilh. Bechtold (Butzbach) für gelbe Italiener, Hrch. Wagner (Gr.- Linden) für schwarze Italiener, C. Iung (Holzheim) für schw. Rheinländer, Eduard Schäfer (Muschenheim) für schw. Hamburger usw. Ebenso konnten in der Abteilung Tauben und Enten eine ganze Anzahl Ehrenpreise verteilt werden. Als Preisrichter waren tätig die Herren Andreas (Frankfurt a. M), Osthein aus Echzell und Rern aus Pohl-Göns. Kreis Büdingen. y. Fauerbach, 20. Rov. Dem Daumwart Heinrich Wenzel IV. von hier wurden aus Anlah feines 7 0. Geburtstages zahlreiche Ehrungen zuteil. Der Obst- und Gartenbauverein des Kreises Büdingen ehrte ihn als 38- jähriges Mitglied und Mitbegründer des Vereins durch Glückwünsche des Kreisobstbauinspek- tors Metternich und will für ihn auf den Schirmberg einen Wenzelsbaum pflanzen; die Gemeinde läßt in Anbetracht seiner Verdienste um den Obstbau ein Baumstück anlegen, das den Ramen des Iubilars tragen soll. Der Gesangverein verschönte die Ehrung mit einigen Liedern. Der 70jährige hat sich nicht nur um die Sache des Obst- und Gartenbauvereins, sondern auch um den Turn- und den Gesangverein verdient gemacht, die ihn gleichfalls ehrten. Kreis Schotten. T Stumpertenrod, 21. Rov. Im Laufe des Winters werden auf vielfache Anregung hin unter Leitung von Pfarrer Gei hier eine Anzahl Männerabende veranstaltet, in denen durch Vorträge Fragen aus allen die Männerwelt besonders interessierenden Gebieten behanEdgar Bman, Meo ___________________________ 8670A Ihquiiru Zahlungrwrlst. Reparaturen Beschäfts-Drucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße? Goschäüskarlen ausgenommen. Die Zusammenkünfte finden in jeder Woche an drei Abenden statt. Die Sammeltätigkeit der Frauenveretne kommt dem lyrischen Waisenhaus in Ierusalem und Palästina zugut. Die Arbeit der Vereine wurde mit einem gemeinsamen, sehr gut besuchten Vortragsabend im Stiftischen Gemeindesaal ausgenommen. Rach einer biblischen Einleitung durch Stiftsdechant Kahn sprach Frl. Stichler von der Basler Mission über das Frauenleben in Indien. Gemeinsam gesungene Lieder umrahmten den Abend, dessen Ertrag für die Basler Mission bestimmt war. df. Langsdorf, 21. Rov. Am Mittwoch konnte hier wieder ein Ehepaar das goldene Ehejubiläum begehen. Cs sind dies der am 17. September 1855 in Langsdorf geborene Landwirt und frühere Wagner Philipp Georg Klein- ku r t und seine am 26. Dezember 1857 geborene Gemahlin Elisabetha, geb. Roth aus Oberbessingen. Beide erfreuen sich noch einer leidlichen Gesundheit und führen, da kinderlos, ihren landwirtschaftlichen Betrieb. Dem goldenen Hochzeitspaar wurden die üblichen Glückwunschschreiben der Gemeinde, der Staatsregierung, der Kirche, sowie des Herrn Reid)sprästdenten überreicht. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 20. Rov. Der Butzbacher Katharinenmarkt litt ebenso wie andere Märkte unter der Ungunst der Zeitverhältnisse. Wenn auch die Besucherzahl ziemlich stark war, so war doch das Kaufgeschäft, wie allgemein beobachtet werden konnte, kein großes. Gelegentlich des Marktes sand die 1. Bezirks-Ge- slügel-Ausstellung des 6. Bezirks der Geslügelzüchter statt, die sehr gut beschickt und bet welcher fast durchweg glänzendes Ausstel- lungSmateriol zu sehen war. Dementsprechend konnten auch eine ganze Anzahl Ehrenpreise für sehr gute Leistungen den Züchtern zuge- sprochen werden. So erhielten Ehrenpreise: truler (Kirch-Göns) für Zuchtstamm Bergische Kräher, Ehr. Melchior (Butzbach) für filb. delt werden sollen. Als Auftakt zu der Vortragsreihe sprach der Stadt- und Iugendpfarrer Lic. zur Rieden aus Offenbach über das Thema: „Arbeitslosigkeit und Großstadtelend." Der Redner, der in der sozialen städtischen Wohlfahrtspflege tätig ist und das Elend der vom Schicksal der Arbeitslosigkeit betroffenen Familien in feiner ganzen Schwere kennt, gab ein erschütterndes Bild von augenblicklichen Röten. Linier dem Eindruck des Vortrags entschloß man sich, auf Anregung einiger Landwirte, zur Sammlung ei nes Waggons Kartoffeln für Offenbacher Familien, obwohl vor etwa 14 Tagen schon aus beiden Gemeinden über 160 Zentner Lebensmittel für das Diakonifsenhaus in Darmstadt gespendet wurden. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 23. Rovember, von 14.30 bis nach 17 Uhr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslose: Der Freischütz; von 19 bis gegen 22.30 Ahr: Aida. Montag, 24., von 19.30 bis nach 22 Ahr: Das Land des Lächelns. Dienstag, 25., von 19.30 bis nach 22 Ahr: Der Barbier von Sevilla. Mittwoch, 26., vpn 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Simone Boccanegra. Donnerstag, 27., von 19.30 bis nach 22.30 iltyr^-Sar und Zimmermann. Samstag, 29., von 19 bis nach 22.45 Ahr: Der Rosenkavalier. Sonntag, 30., von 15 bis 18 Ahr: Die Fledermaus; von 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Simone Boccanegra. Schauspielhaus. Sonntag, 23. Rovember, von 16 bis gegen 18 Ahr. Wiederaufnahme beantragt; von 20 bis nach 22 Ahr: Der Mann, den sein Gewissen trieb. Montag, 24., von 20 bis gegen 22 Ahr: Sturm im Wasserglas. Dienstag, 25., von 20 bis nach 22.30 Ahr: Wie werde ich reich und glücklich? Mittwoch, 26., von 20 bis gegen 22 Ahr. Sturm im Wasserglas. Donnerstag, 27., von 19.30 bis gegen 23 Ahr: Geschichte Gottfriedens von Derlichingen mit der eisernen Hand. Freitag, 28., von 20 bis nach 22.30 Ahr: Wie werde ich reich und glücklich? Samstag, 29.. von 20 bis nach 22 Ahr: Der Mann, den sein Gewissen trieb. Sonntag, 30., von 15.30 bis gegen 18 Ahr: Charleys Tante; von 20 bis nach Provisions-Verlreler zum Vertrieb ihrer eingesührt. Packung, mit Wertreklame an, zum Berkaus an Wtederverkäuser. In tfrane kommen rührige Herren, die auch auf dem Vanb« gebiet ciuncfübrt sind. Off. um. W 043 an Anuouceusrcnz, Mainz. 17914V Sonntag, 23. Rovember. 8.15 Ahr: Morgenfeier veranstaltet von der Cv. Landeskirche Frankfurt a. M. 9.15: Den Gefallenen zum Gedächtnis. Leichenrede des PerikleS aus Thukydides' Geschichte deS peloponnesischen Krieges, gesprochen von Studiendirektor Dr. Ernst Majcr-Leonhard. 9.45: Totenfeier des Kulturkarte llS der modernen Arbeiterbewegung Frankfurt am Main. 10.45: Feierstunde von der Trauerhalle des Sachsenhäuser Friedhofs. 11.45: Konradin Kreutzer: Die Alpenhütte. 12.45: Orgelkonzert. 13.10 (von Breslau): Sinfonischer Prolog zu einer Tragödie von Max Reger. 14: Stunde der Iu- gend. 15: Stunde des Landes. 16 (von Karlsruhe): Geistliche Musik. 17 (von Freiburg): Professor Dr. Witkop liest aus »Kriegsbriefen gefallener Studenten". 17.15 (Aus einem Stuttgarter Privathaus): Toten-Gedenkfeier. 18: „Prosadichtung in Luxemburg". Vorlesung von Prof. Karl Roede- meyer in Frankfurt a. OK. 18.30: „Alle und neue Graphologie", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 19.30: Augustinusfeier. Anläßlich des 1500- jährigen Todestages (28. August 430). 20.45: Kammermusik. 21.40: Biblische Gestalten in der Dichtung. Rezitationen von Ludwig Hardt, Berlin. 22 (von Karlsruhe): Komposition für Rundfunk. Montag, 24. Rovember. 7.30 Ahr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.20: Schallplattenkonzert: Operettenkonzert. 14 20: Zen- tral-Rotrufanlage beim Aeberfallkommando. 15: „Marie Stritt, eine Vorkämpferin des Frauenstimmrechtes und der Frauenbewegung", Vortrag von Alice Bruck; 16: Rachmittagskonzert. 18.05: „Mein Gefängnis" von Frazio. 18.35: Aus der Argefchichte des Menschen: „Die Kunst des Ar- meirschen", Vortrag von Professor Dr. Fritz Dre- vermann. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: (Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.): 4. Montagskonzerl des Frankfurter Orchestervereins. 21.30: Schallplatten-Amschau von Dr. Franz Wallner. 22.35: Tanzunterricht. 23.05 bis 24: Anterhaltungs- und Tanzmusik. Dienstag, 25. Rovember. 7.30 Ahr: Frühkonzert des Rundfunkquintetts. 12.20: Schal lplatlen konzert: Löns-Lieder. Mando- ltnenmusik. 15: Haussrauen-Rachmitlag. 16: Konzert des Slädt. Kurorchesters Wiesbaden. 18.05: „Kunst und Technik", Vortrag von Hannes Küpper. 18.35: „Dorpater deutsche Studenten auf einer DorkriegSthealerreise durch Rußland", Vortrag von Georg Geist. 19.05: „Die badisch-pfälzische Kulturlandschaft". Vortrag von Professor Dr. H. H. Eberle. 19.30 (Rationaltheater Mannheim): Eine Theaterregiesitzung unter Leitung von Intendant Herbert Maisch. 20: Gitarrevorträge. 20.45: Aus volkstümlichen Odern und Operetten. 22: Die Wintersaison beginnt! Ladenlokal mit Nebenräumen für TaqeS-CasS, nur in Hauptstraße, sofort ob. pater Mittwoch, 26. Rovember. 7.30 Ahr: Frühkonzert auf Schattplatten. 10.20: Schulfunk: Vogel- und Wildschütz im Winter. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: Stunde der Iu- gend. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.35: Efperantounterrichl. 19.05 (aus Mannheim): „Geistige Gefahren der Gegenwart", Vortrag von Dr. Kurt Bartuch. 19.30 (aus Mannheim): Vier Mundartdichler am Mikrophon. 20 (Festhalle Karlsruhe): Die Iahreszeiten. Oratorium von Iofeph Haydn. 21.45: Opernkonzert des Rundfunkorchesters. Donnerstag, 27. Rovember. 7.30 Ahr: Frühkonzert auf Schalltzlatten. 12.20: Schallplattenkonzert: Leichte Anteryaltungsmufik. 15: Stunde der Iugend. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.05: Zeitfragen. 18.30. Eine Viertelstunde Deutsch. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Anterhaltungskonzert. 20 (von Trier): Der Trierer Dom. 21: Schwäbische Komponisten. 23: Anterhaltungskonzert. Freitag, 28. Rovember. 7.30 Ahr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.20: Schallplattenkonzert. 15: Pädagogischer Rund- sunt: „Auswertung der Darbietungen des Schulsunks". 15.25: „Bietet das Handwerk noch Fortkommensmöglichkeit?", Gespräch zwischen Berufsberater Kreuz der Berussberatungsstelle im Arbeitsamt und zwei stellenlosen Handwerkern. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.35: Aerztevortrag. 19.05: „Schulzeugnisse", Pädagogischer Vortrag von Studienrat Dr. Frey, Gmünd. 19.30: Aus dem Großen Haus der Würt- tembergischen Landestheater Stuttgart: Die Zau- berslöte, Oper von Schikaneder, Musik von W. A. Mozart. 23: Anterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. Samstag, 29. Rovember. 7.30: Von Gießen: Militärkonzert des Musikkorps des 1. Hess. Grenadier-Batls. 15. Inf.- Regis. Gießen. 10.20: Schulfunk, Französisch. 12.20: Schallplattenkonzert, Heiteres Wochenende. 14.30: Stunde der Iugend. 16: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 16.30: Von Freiburg: Operettenprobe der Operette Viktoria und ihr Husar, von Abraham. 17: Privathaus in Stuttgart: Alte Hausmusik. 18.05: „Kleinste wirksame Substanzmengen im Körperhaushalt", Vortrag von Prof. Dr. Max Flesch. 18.35: „Von der englischen Gewerkschaftsbewegung", Vortrag von Walther Mafchke, Berlin. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Von Berlin: Zeitbericht, „Die Eröffnung des französischen Parlaments". 20: Vokal-Ensemble Ludwig Heß. 21: Aus den Deutschlandsender: Probe! I! 22.20 bis 24: Von Budapest: Zigeunermusik. » führt ab, es wirkt sehr 1 -IWtg um versuch es, und Du bist im Bilde auch für alle anderen Fabrikate HVFN°uenweg 46 ■ iXlClII Telephon3297 Oberheffen. Handelskammer-Ergänzungswahle n im Bezirk Friedberg-Schotten. WSR. Friedberg, 21. Rov. Gestern fanden an einigen Orten des hiesigen Handelskamm e r b e z i r k s E rg ä n zu ng s w a h l e n zur Handelskammer statt. In Bad-Rauheim wurde Hotelier Wilhelm Krauß, in Vilbel wurden die bisherigen Mitglieder Karl Fr. L. Hinkel und Earl Drod wiedergewählt. Die Ergänzungswahl in Schotten ergab Wiederwahl von Direktor Schanz (Ober-Schmitten) und Reuwahl von Zeitungsverleger Dr. D a mb- rn a n n (Schotten). Landkreis Gießen. : —: Beuern, 21.Rov. Die Holzhauerarbeiten im Gemeindewald haben begonnen. Von 88 Mann, die sich hierzu gemeldet haben, wurden 54 Mann (meist Arbeitslose) eingestellt, die in der Woche vier Tage arbeiten sollen. Es ist vorgesehen, 2700 Festmeter Holz schlagen zu lassen. — Der hiesige Frauenverein, der trotz seines erst einjährigen Bestehens bereits 180 Mitglieder zählt, hat seine Winterarbeit ausgenommen. — Rachdem erst vor kurzem für die Studenten in Gießen eine Sammlung land- wirtschastlicher ErzeuAtisse durchgeführt wurde, fammelie man nun auch für daS Evangelische Schwesternhaus in Gießen. 8 Zentner Kartosseln und etwa die gleiche Menge Kraut konnten zur Ablieferung gelangen. Grünberg, 21. Rov. Der hiesige Gesangverein „Sängerkranz", der unter der Leitung von Chormeister Konrad Ricolai (Großen-Buseck) steht, veranstaltete in der Turnhalle ein Konzert. Bei Der Auswahl der Chöre hatte man diesmal an Stelle des sonst gepflegten Volksliedes auf ältere Chormufik zu- rückgearifsen, indem man zunächst eine Anzahl Madrigale aus srüheren Iahrhunderten brachte, denen sich im zweiten Teil der Vortragsfolge neuere Kunstchöre onschlossen. Die Darbietung der Chöre zeugte von gewissenhafter, sauberer Einstudierung, denn durchweg kamen sie klang- rein und in vollendeter Form zu Gehör. Selbst schwierige Stellen beherrschten die Sänger sicher, pnd eS zeigte sich, daß der Dirigent seine Sängerschar fest in der Hand hatte. Das Programm wurde wesentlich bereichert durch den Vortrag einiger guter, klassischer Musikstücke, die von ehemaligen Militärmusikern in sauberer Ausführung dargeboten wurden. Der Besuch des Konzertes hätte besser sein dürfen, sowohl im Hinblick auf die yom Verein stets gebotenen guten Leistungen, als auch mit Rücksicht auf die Bereitwilligkeit, mit der der Verein immer sein Können bei össenilichen Feiern in den Dienst der Allgemeinheit stellt. O Holzheim 20. Rov. Die vorige Woche stand für unseren Ort im Zeichen der Rächst e n l i e b e. Das nahe Kloster Arnsburg erhielt. wie alljährlich, einige Fuhren Raiuralien. Für die Vodelschwinghschen Anstalten In Bethel suhren hiesige Dserdebesttzer vier Wagen voll Kartosseln nach der Station Gambach. Von den Schulkindern wurde mit sehr gutem Grsolg für die Geisteskranken In Hessen gesammelt. Schließlich hielt eine Mtslionarin In der Kirche einen gut besuchten Vortrag über die Missionstätigkeit tn China. Die dabei veranstaltete Kollekte war für dis Baseler Mission bestimmt. )( L i ch, 20. Rov. Mit beginnendem Winter wurde die Tätigkeit in den kirchlichen Frauen- und Mädchenkränzen wieder glieder zurückzubehalten, wie früher der privat- wirtschaftliche Einzelbauer: teils um für ihre eigene Ernährung sicher zu sein, teils wegen der niedrigen Preise, die der Staat für das Getreide bezahlt, und wegen der schlechten, knappen und teuren Ware, die er den Kollektiven liefert. Der Finanzkommifsar Grinko hat erklärt, ein Teil des inflatorisch auSgegebenen Papiergeldes müsse aus dem Verkehr gezogen werden, um die Preissteigerung einzudämmen. Gr hat (waS schon häufig genug und immer ohne Erfolg geschehen ist) allen staatlichen Wirtschaftsunternehmungen angekündigt, sie hätten auf keine Zuschüsse zu rechnen, wenn sie Ausgabe und Einnahme nicht selbst balancierten. Ferner hat er die Eisen- bahnsahrpreife seit August zweimal um 25 Prozent erhöht und hat rücksichtslose Steuererhebung, Rückforderung der massenhaft ausgestreuten staatlichen Kredite und eine neue Zwangspropaganda unter den Arbeitern und Angestellten zum Kauf von Staatspapieren angeordnet. Alle diese Dinge sind nicht neu, ausgenommen die Fahrpreiserhöhung, die sehr unpopulär ist, weil kein Mensch auf der Welt die Ortsveränderung so liebt, wie der Russe. Man fragt sich jedesmal, wie lange das alles noch dauern soll, und kann immer nur mit jenem zynischen Wort Trotzkis antworten: Geschäfts-Verlegung? Meine Geschäftsräume nebst Wohnung befinden sich ab heute 19 Löberstrahe 19 Ich danke meiner werten Kundschaft von Gießen und Umgegend für das mir entgegengebrachte Vertrauen und bitte mir dasselbe auch weiter- Sonntag, den 23. November. Totensonntag. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfr. Mahr; 17: Pfr. Becker. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 17: Pfr. Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Iohannesfaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Ellfa- beih-meinkinderfchule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic Waas; 18: Pfr. Lic. Waas. — ülein-Linden. 10: Hauptgottesdienst; 11: Kindergottesdienst; 14: Totengedenk. feier auf dem Friedhof. — Wieseck. 9.30; (Frauenchor); Kollekte für Kriegsgräberfürsorge; 10.45: Kinderkirche. — Alten.Buseck. 15: Beichte und hl. Abendmahl für die weiblichen Unverheirateten; 19.30: (Frauenchor); Kollekte für das Hessische Krüppelheim. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Gefallenenehrung am Denkmal; 11.15: hl. Abendmahl für die Jugend von Daubringen; Superintendent D. Wagner und Pfarrer Ausfeld (Gießen); 13.30: Mainzlar. — hausen-Garbenteich. 10.30: Hausen (Frauenchor); 13: Garbenteich (Gesangverein „Liederblüte"). — Watzenborn-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst (Kirchenchor); Kollekte; 14.15: Feier am Denkmal. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn ; Kollekte; Mitwirkung von „Cacilia" und „Rothscher Männerchor"; 10.45: Feier am Denkmal; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Pfarrvikar Draudt; 15.30: Feier am Friedhof; Pfarrvikar Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 22. November. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 23. November. 24. und letzter Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- dlgt; 11: Messe mit Predigt; 17.30: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 24. November. Laubach. 7.30 Uhr: hl. Messe. Mittwoch, den 26. November. Hungen. 7 Uhr: hl. Messe.________________________ Sonntagsdienst d.Acrzte u.Avotbckenam23 N.30 Fran Dr. Marr. Dr. S. Klein. Hirschapotbeke. .iabnarzt: Dr. Kockerbeck.*D Ausstellung von Weihnachtsgeschenken Plodcstraße. Caf6 Astoria, oberes Stockwerk. Oeöflne* Montag, den 24. November. 15 — 20 Uhr; Dienstag, den 25. und Mittwoch, den 26. November, 11 — 20 Uhr Gezeigt werden Weihnachtsgeschenke, zur Anregung und Nachahmung von Vatern und Müttern dargeboten — Puppen, Puppenstuben, Krippen, Tiere, Christbaumschmuck. Gehäkeltes, Gestricktes, sowie manche andere nützliche und unterhaltsame Dinge flMD Täglich von 15 Uhr an spielt das Kasperle Eintritt 20 Pf. Kommt und seht / D1EHAUSFRAUENBER ATU N O Der Radio-Apparat, der die Welt erobert hat! TELEFUNKEN j 401 Derturopoempf Anger mit Stotloniwöhler ■■ Empfängt ohne Hochantenne MD TELEFUNKEN 40, dazu der weltberühmte Telefunken - Lautsprecher ARCOPHON Die Anlage lit lieferbar! für Wechselstrom, Gleichstrom sowie für Batterie-Betrieb • Vorführung jederzeit gern unverbindlich Bel den autorisierten Telelunkcn-Verknufaatcllenf Ing. Heinrich Brinkmann Bahnhofatrabe 56 A. Rllhl jr,# Plockstraße 12 TI 24 V Preis-Abbau! loh verkaufe zu bedeutend reduzierten Preisen: 500 echt eiche m. Marmor, nußbaum abgos. Mk. 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M. / Hanau geben in einer gemeinsamen Erklärung folgendes bekannt : Auf Grund gleichgehcnder Beschlüsse haben die Industrie- und Handelskammern Frankfurt a. M.- Hanau und Wetzlar die Zusammenlegung ihrer Bezirke beim preußischen Minister für Handel und Gewerbe beantragt. Der Minister hat daraufhin die Bereinigung der beiden Kammerbezirke mit Wirkung vom 1. Januar 1931 genehmigt. In Ausführung dieses Beschlusses treten vom 1. Januar 1931 an acht Mitglieder aus dem Kreise Wetzlar in die Frankfurter Kammer ein. Die bisherige Industrie- und Handelskammer Wetzlar wird unter dem Damen »Bezirks st eile Wetzlar" der Frank- f u r Lc r Kammer mit dem gleichen Betreuungsgebiet wie bisher weiter bestehen. Darüber hinaus wird sie für den gesamten vergrößerten Bereich der Frankfurter Kammer federführende Stelle für alle Belange des Bergbaues, der Eisen- und Stahlindustrie, sowie der »ptisch-feinmcchanischen Industrie. Ferner wird sie in dem Präsidium der Frankfurter Kammer durch ihren jeweiligen Vorsitzenden vertreten sein. Die beiden Kammern waren bei dem Beschluß geleitet von dem Bestreben, durch Zusammenfassung ihrer Kräfte und durch entsprechende Umbildung ihrer Organisationen eine Verbilli- gungbcigleichzeitigenlhöherenWir- k u n g s g r a d für die Beteiligten zu erreichen, und sie hoffen, daß die Vereinigung sich für die Wirtschaft ihres nunmehr gemeinsamen Bezirks als nutzbringend erweisen möge. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Auch die verflossene Woche zrtchnete sich durch große G e s ch ä f t s st i l l e aus. Die Veuyorker Börse war wohl anfangs fester, blieb aber ganz ohne Einfluß auf die Lendenzgestaltung. Die Tendenz war jedoch ziemlich widerstandsfähig. Aufträge waren so gut wie keine eingetroffen. Eine Ausnahme machten eigentlich nur Kupferwerte, die auf das Anziehen der Kupferwelt. Preise gesucht waren. Mansfeld und Otavi- Minen gewannen etwa 4 Proz. bzw. Mark. Spä- ter neigte die Tendenz jedvch überwiegend nach unten. Die nachteilig wirkenden Momente waren in der Ueberzahl und nahmen zu, so daß bei der starken Reserviertheit der Kulisse. dem Mangel an Aufträgen und dem in geringem Umfange herauskommenden Material meist Rückschläge um bis zu I Prozent eintraten. Hauptsächlich soll von amerikanischer Seite Material an den Markt gegeben worden sein. Die günstigen Außenhandelszisfern, die Entlastung der Rcichs- bank nach dem letzten Ausweis und die meist gebesserten Auslandbörsen konnten nicht den geringsten Eindruck machen. Die Kulisse und das Publikum schritten weiter zu Entlastungsverkäufen, und das Kursniveau bröckelte weiter ab. Verstimmend wirkten noch die immer schlechter werdende Lage am Arbeitsmarkt und die schwierigen Tarifverhandlungen in der Industrie. Trotzdem aus Reuyork wieder festere Kurse Vorlagen und trotz der Unterbrechung des Geschäftes durch den Duß- und Dettaa war keine Geschäftsbelebung gegen Ende der Woche eingetreten. Auf der anderen Seite drückten vor allem die Verkürzung der Arbeitszeit.in Leunawerk, weitere Insolvenzen im Auslande, die Entlassungen bei den Adlerwerken und dec weitere Rückgang der Aufträge. Die Kursentwicklung zeigte bei schon kleinstem Angebot — der Druck ging zumeist von der Baisscpartei aus — weiter absteigende Kurve. Die Veränderungen hielten sich aber nach wie vor in kleinem Rahmen. Rur K a l i w e r t e machten eine Ausnahme und nahmen durch das Scheitern der Verhandlungen des Kalisyndikats mit Rußland eine Sonderstellung ein. An diesem Markte ergaben sich, verglichen mit den Kursen der vergangenen Woche, Abschläge um bis zu 8 Prozent. Aber auch der Markt der Kupfer- werte war wieder stark vernachlässigt. Die Lage am Kupfermarkte befriedigte nicht. Wenn auch eine Preissteigerung eingetreten war, so war dies doch in erster Linie die Folge der Produktionsdrosselung. also mit anderen Worten, es wurde nach Meinung der Börse eine künstliche Aufwärtsbewegung der Preise erzielt. Durch die großen Läger wird für die Zukunft eine Besserung der Situation in der Metallindustrie hierdurch noch nicht erwartet. Im allgemeinen blieben die Veränderungen nach unten gering. Reichsbank, die besonders von Ueberseeseite an- geboten gewesen sein sollen, lagen etwa 8 Prozent schwächer. Zellstoff Aschaffenburg gaben 5 Proz. nach. Siemens verloren 6 Prozent und Schuckert 3,5 Prozent. Auch Otavi hatten ihren ganzen Gewinn wieder verloren und büßten sogar noch 3,75 Mark gegenüber der vergangenen Woche ein. Kunstseidcaktien und Deutsch Linoleum waren gehalten. I.-G.-Farben schlossen etwa 3,5 Prozent niedriger. Am Rentenmarkt war die ^Imsatziä'igkeit ebenfalls eng begrenzt. Deutsche Anleihen lagen etwas niedriger. Reubesiy standen etwas mehr unter Druck. Von Ausländern konnten sich Anatolier anfangs erholen, gaben aber später im Zusammenhang mit der ungünstigen Börsenlage wieder etwas nach. Mexikaner lagen ebenfalls aus den bekannten Gründen im Angebot und schwächer. Am Pfandbriefmarkt war ebenfalls kaum Geschäft. Rcichsschuldbuchforderungen gaben nach einer vorübergehend leichten Besserung wieder etwas nach. Die Allgemeinbewegung war gegen Ende der Woche nach unten gerichtet. Am Geldmarkt war Tagesgeld im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ultimo gesucht und mit 5,5 Prozent ziemlich stark angespannt. Am Devisenmarkt war dir Mark gut gehalten. Rach der sich bessernden Lage in Spanien und den weiteren Stabilisierungsbestrebungen war wieder eine Befestigung der Devise eingetreten. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmarkt machte sich trotz wieder ziemlich normaler Auftriebe keine Belebupg des Geschäftes bemerkbar. Auch war die Preisgestaltung weiter eher nach unten gerichtet, wobei namentlich Kälber in den geringeren Qualitäten betroffen worden sind. Aber auch bei Schweinen machte sich ein langsames Ab- gleiten bemerkbar. Die lebhaftere Rachfrage in der letzten Zeit ist zum großen Teil darauf zurückzuführen, daß sich die Wurstfabriken, welche scheinbar in diesem Jahre erst später stärker ein- gekguft haben, nunmehr in verhältnismäßig größerem Umfange eindecktcn. Diese regere Rachfrage der Fabriken war aber nur von kurzer Dauer. Es ist daher kaum damit zu rechnen, daß die freundlichere Tendenz auf den Schweinemärk- t e n länger anhalten oder sich sogar noch verstärken wird. Der Handel war in dieser Woche meist sehr schleppend, so daß größere Ueberstände verblieben. Geringe Qualitäten wurden auch hiev von Preiseinbußen stärker in Mitleidenschaft gezogen. Auch auf den anderen Märkten gewinnt es den Anschein, als ob die festere Tendenz sich schon wieder ihrem Ende näherte. So waren am S ch a f m a r t t, wohl auch infolge des höheren Auftriebs, wieder starke Preisnachlässe zu beobachten, nachdem sich in der Vorwoche ganz ansehnliche Gewinne ergeben konnten. Die Konkurrenz von Wild und Geflügel ist sowohl für Kälber, als auch für Schafe immer noch stark im Markt. Der Geschäftsgang für Kälber und Schafe bewegte sich in sehr engen Grenzen, doch konnten die Märkte geräumt werden. Auf dem Rindermarkt war der Auftrieb etwa der gleiche wie in der Vorwoche. Das angetriebene Vieh war von mittlerer Qualität. Rach ruhigem Handel verblieb etwas Ueberstand. Die Export- beteiligung betrug etwa 51 Prozent. Bullen, die in der Vorwoche stärker gedrückt waren, konnten sich wieder um 2 Mark erholen, während Kühe etwa eine Mark verloren. Hier war der Auftrieb auch am stärksten. Ochsen und Färsen hatten unveränderte Preise. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1405 (1493) Rindern, darunter befanden sich 271 Ochsen, 94 Bullen, 510 Kühe und 396 Färsen, ferner aus 1045 (1340) Kälbern, 547 (487) Schafen und 5393 (6579) Schweinen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 56—58, a2) 50-55, bl) 44 bis 49. Dullen a) 53-56, b) 48—52. Kühe a) 44 bis 47, b) 39-43, c) 35—38, d) 30—34. Färsen a) 56 bis 58, b) 50—55, c) 44-49. Kälber b) 74-77, c) 68- 73, d) 55—67. Schafe al) 45-48, b) 40-44, c) 33—39. Schweine a) 62—65, b) 62—65, c) 64 bis 66, d) 63-65, e) 58-63. * • Der Berliner Privatdiskont für kurze Sicht ist gestern um 1'» Prozent auf 43/* Prozent heraufgesetzt, so daß er jetzt für beide Sichten 43/4 Prozent beträgt. ’ Drohende Massenentlassungen be i den Vereinigten Stahlwerken. Wie verlautet, sehen sich die Vereinigten Stahlwerke auf Grund der verschlechterten wirtschaftlichen Verhältnisse gezwungen, größere Entlassungen in Erwägung zu ziehen, die besonders auf der Friedrich-Wilhelm-Hutte und auf den Stahl» und Walzwerken in Mülheim (Ruhr) zur Auswirkung kommen werden. Ein diesbezüglicher Stillegungsantrag ist bereits gestellt. Falls dieser Antrag die Genehmigung der Regierung finden sollte, würden mehrere tausend Arbeitnehmer der genannten Werke in Mülheim (Ruhr) von dec Stilllegung betroffen werden. Der Antrag b.zieht sich auf die Zeit von Mitte Dezember bis in den ersten Mo?.at des kommenden Jahres hinein. Eine Entscheidung über den Antrag ist noch nicht gefallen. * Kohlenpreissenkung. In der gestrigen Mitgliederversammlung des Rheinisch-Westfälischen Kohlenfyndikats wurde der Preis für 'Fettförderkohle um 1,50 Mk. pro Tonne mit Wirkung ab 1. Dezember 1930 ermäßigt, das sind rund 9 Prozent. Die Preissenkung für die übrigen Sorten erfolgt in Anpassung an die Marktgängigkeit der einzelnen Sorten differenziert. * Wayh & Freytag, Frankfurt a. M. Bei der Wayß L.Frehtag AG., Frankfurt a. M., ist im ersten Semester 1930 31 im Inlandgeschäft eine Umsatzreduktion zu verzeichnen. Die günstige Entwicklung des Auslandgeschäftes dürfte nicht ausreichen, die sich ergebende Gewinnminderung auszugleichen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. Noo. Tendenz: geschäftslos. Auch an der heutigen Wochenschlußbörse konnte keine Geschäftsbelebung eintreten. Die Stimmung war nicht gerade unfreundlich, und im Grundton der Börse war eine gewisse Widerstandskraft nicht zu verzeichnen. Da aber wieder keine Anregungen und Aufträge Vorlagen, verhielt sich die Kulisse sehr reserviert und schritt zu weiteren A b g a b e n. Die im Verlaufe gebesserte gestrige Neuyorker Börse bot keine Anregung, zumal deutsche Aktien nach wie vor dort schwach lagen. Gegenüber der gestrigen Abendbörse war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich, doch überwogen m e i ft kleine Abschwächungen. Größeres Angebot bestand wieder am Kalimarkt, da die Erzeugungseinschränkung in der Wintershaller Gruppe weiter verstimmte. Auch sollen französische Abgaben in diesen Werten Vorgelegen haben. Westeregeln eröffneten 4 v. S). und Aschersleben etwa 3,5 v. H. niedriger. Salzdetfurth waren hiervon kaum berührt und konnten leicht anziehen. Mit Minus-Minus-Zeichen erschienen Jlse-Bergbau,^)ie zirka 13 o. H., und Tellus- Bergbau, die zirka 8 v. H niedriger taxiert wurden. Im übrigen waren die Umsätze nicht groß. Am Chemiemarkt konnten Z.-G.-Farben leicht anziehen, wahrend Deutsche Erdöl bis 1 v. H. schwacher lagen. Etwas mehr angeboten waren von Elektrowerten Licht & Kraft und Gesfürel, die 2 bis 2,5 o. H. nach- gabcn, nachdem sie von der Abwärtsbewegung der vergangenen Woche relativ wenig betroffen wurden. AEG. und Siemens lagen etwa 1 v. H. erhöht. Bis zu 1 o. S). niedriger lagen noch Karstadt, Wayß & Freytag. An den übrigen Märkten waren die Kursoeränderungen nur klein und betrugen nach beiden Seiten kaum mehr als 0,5 v. j). Fester eröffneten noch Conti-Gummi mit plus 2 v. H. Am Anleihemarkt waren Altbesitz weiter leicht nach unten gegangen. Nach den ersten Kursen neigten die Notierungen im Zusammenhang mit Glattstellungen zum Wochenschluß und weiteren Vorstößen der Varssepartei zur Schwäche Farben, Siemens und AEG. büßten bis zu 1,5 v. H. ein. Im übrigen gingen die Rückgänge bis zu 1 v. Sy Am Geldmarkt war der Satz für Tagesgeld auf 5,5 v. H. ermäßigt, nachdem noch im Vormittagsverkehr größere Nachfrage bestanden hatte. Am Devisenmarkt lag die Mark wieder etwas fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1955, gegen Pfund 20,3750, gegen Paris । 123,61, London gegen Kabel 4,8560, gegen Madrid 42,90, gegen Mailand 92,76. gegen Schweiz 25,0550, gegen Holland 12,07. Berliner Börse. Berlin, 22. Nov. Nachdem gestern abend bei relativ kleinen Umsätzen die Kurse in Frankfurt a. M. weitere 1. bis 2-v. H. Abschwächungen erfahren hatten.^konnten sich die ersten Notierungen der heutigen Samstagbörse nach einem ziemlich geschäftslosen Vormittagsverkehr überwiegend leicht erholen. Die Tendenz erfuhr eine gewisse Be- ruhigung. zumal das starke Angebot, besonders das des Auslandes, nachgelassen zu haben schien. Waren auch die aus der Wirtschaft vorliegenden Momente, wie die fast 10 Millionen Tonnen betragenden Haldenbestände, die Massenentlassungen beim Stahlverein, die Einziehung der ersten Schicht im Win- tershallerkonzern nicht gerade als baussegünstig anzusprechen, so fanden doch die Kohlenpreisermäßigung um 9 v. H., die geplante Steueramnestie und das festere Neuyork einige Beachtung. In der Haupt- fache soll es sich heule um Deckungen und kleine Rückkäufe der Börse handeln, während das Publikum durch Verkäufe bekundete, aus feinen Engagements vor dem Ultimo herausgehen zu wollen. Gegenüber gestern nachmittag waren überwiegend 1- bis 3°v. H.- A b s ch l ä g c zu verzeichnen. Besonders gedrückt lagen die Kalinebenwerte, die bis zu 6 vH. verloren und Ilie Bergbau, die wieder nach anfänglicher Minus-Minus-Notiz weitere 12 v. H. einbüßten. In diesem Papier, das vermutlich wieder 10 v. H. Dividende zahlen wird, haben die Paketkämpfe aufgehört, so daß das Interesse an einem hohen Kurs nicht mehr zu bestehen scheint. Das Privatpublikum hält aber anscheinend den jetzigen Kurs für zu hoch und realisiert. Auch heute betrug das Angebot (wahrscheinlich vor allem des Auslandes) zirka 30 Millionen. Höher eröffneten Adea, Braubank, Julius Berger und Leonhard Tietz, die Gewinne gingen aber bei keinem dieser Papiere über 2,5 v. H. hinaus. Deutsche Anleihen waren wenig verändert. Von Ausländern neigten Mexikaner zur Schwäche. Auch Pfandbriefe waren überwiegend angeboten, Reichsschuldbuchforderungen waren wieder 0,5 v. H. gedrückt. Die Geldsätze blieben unverändert. Der Geldmarkt zeigte B e r st e i - fungserscheinungen und, wenn das Angebot in Privatdiskont so groß ist wie gestern (es waren zirka 24 Millionen), ist mit einer Erhöhung des Satzes zu rechnen. Auch der heute von den Banken zur Festsetzung kommende Reportgeldsatz zeigt nach oben. Nach den ersten Kursen setzten sich die Erhöhungen auf einigen Märkten fort, später wurde es aber wieder allgemein schwächer, da die Schwäche des AEG.-Marktes, die auf Dividendebefürchtungen zurückgeführt wurde, verstimmte. Gicszcncr Wochcnmarktprcifc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 bis 160 Pf. (Kochbutter von 130 Pf. an), Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 8 bis 10 (pro Zentner 4 Mk), Weißkraut 5 bis 6 (pro Zentner 3 Mk.), Rotkraut 8 bis 10 (pro Zentner 5 Mk), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Anterkohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 70, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 50, Kartoffeln 3,5 bis 4 (pro Ztr 2,20 bis 2,50 Mk.). Kürbis 8 bis 10, Aepfel 25 bis 40, Birnen 20 bis 30, Dörrobst 30 bis 35, Rüjse 40 bis 60, Honig 40 bis 50, junge Hähne 100 bis J10, Suppenhühner 100 bis 110, Gänse 90 bis 100 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bis 70, Eier 16 bis 18, Blumenkohl 30 bis 70. Salat 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 6 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 50 pro Stück: Radieschen 15 bis 20 Pfennig pro Bund. Daten für Sonntag, 23. November. Sonnenaufgang 7.29, Sonnenuntergang 16.03. — Mondaufgang 11.16, Monduntergang 17.52. 912: Kaiser Otto I., der Große, geb. 1845: der Bildhauer Begas in Berlin geb. Taten für Montag, 24. November. Sonnenaufgang 7.31, Sonnenuntergang 16.02. Mondaufgang 11.59, Monduntcrgang 18.59. 1632: der Philosoph Baruch Spinozä in Amsterdam geb. 1801: der Dichter Ludwig Bechstein in Weimar geb. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 5 o. H.. Lombardzinsfuß 6 o. H. Frankfurt a. Dl. Berlin Frankfurt a. Dl. Berlin Gchluß- für# t-Uhr» Rur« (Schluß, kurr Ansang- Rurei Schluß, lurd t-Uhr. rturd Schluß« kurz Anfang« nur- Datum 21 11 22 11 21 11 22 11 Datum 21 11 22. 11 21. 11 22 11 6% Deutsche Reichtanleihe von 1927 .......... 7% Deutsche Reich-anleihe von 1929 .......... Deutsche Anl.-Ablöl.-Schuld mit AuSlos.-Rechten....... DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . 6% Hell. Volksstaat von 1929 trückzohlb. 102%)...... Lberhesscn Provinz . Anleihe mit Au^tos.-Rechten....... Deutsche Ramm. GammelabL Anleihe Gerte 1 .... 8% Franks. Hyp.-Bank Goidpse XIII unkündbar bir 1991 . . . 7% tzranks. Hyp.-Bank Soldpfe unkündbar bU 1932 ..... Rheinische Hyp.-Bank Ltau. Goidpse......... 86,5 98,25 53,13 6 88,5 50,5 50,5 98,5 93,5 85 100 97 97 95 18 19,13 1.65 3,4 3,3 3,3 8,4 13,25 6,65 1 1 81 1 1 1 1 1 1 1 | | I II 1 1 1 1 1 1 II 1 II 87,13 98,5 53,25 6,05 88,5 50,6 100 97 97 26,5 2,6 1,55 23,2 18 19,5 1,6 3,25 3,3 8,4 13,4 6,65 o <*> <5 si i ns fi hi j i i । r i i i i i । । । । Hamburg-rtmertta Patel ... 7 Hamburg-Güdam. Dampfschiff. 8 Hansa Tampsschiss.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Ereditankt. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner HandelegesellschMt . 12 Commerz- und Privat-Bank. 11 Darmstädter und Rationalbank 12 Deutsche Bank und TiscontoGeseUschasr, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichrbank........12 Bergmann.........9 Elektr. LieserungSgesellschast. 10 Licht und krast......10 Felten S Guilleaume . . . ?y. Gesellschast für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizttütS-Werle 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Gchuctert L Co.......u Gtcmens & Halske.....ie TranLradto ......... t> Labmeyer L Co.. ..... i, Buderus . . . ....... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Gtelnkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpcner ........ 0 Hocsch Etien. ....... 6% I>!e Bergbau ...... 10 Ltöcknerwerke . . ...... 7 ManneSmunn-Röhren .... 7 Manssetdcr Bergbau . .... 7 Oberid)le|. Eisende darf . ... 6 Oberschlet Nokswerke..... 7 Dbönir Bergbau . ... 6Vt Rheinische Braunkohlen . . 10 Rbeinslahl..... 6 Stcbed Starte......7,2 69,75 100 126 110 147,5 108 108 212,5 104 90 121,5 166 49,75 60,75 83,75 — 69,5 69 100 109,5 108 104,5 116 111,25 121.13 167 60 63,6 71 69,65 153 121,25 69,5 97.25 100 126 110 147.5 108 108,5 213,5 105,65 128,5 111,5 118.13 90 113,9 104 — 106 122,9 168,4 130 50 60,25 83,9 79 70 287 67,25 76,75 67,13 - 66,5 60,65 154,5 70,5 78,5 68.75 151,5 121,5 69,75 98.5 100 125,5 109,5 147,5 108 108 214,25 105,13 110 117.25 88,75 111275 120 104,75 121.75 167,5 128 59,25 82,75 78 165 67.25 75.5 66.25 39,25 66 60.5 154,6 70,25 77,5 8% Pr. LandeSpsandbriesanIkall, Psandbrtese R. iS..... 8% Pr LandeSplansbriefanslalt, Romm.-Cbl. R. 20...... 7% Pr. Lande: v'andbriesanktalt, Psandbriese Li 81...... V.E.G abg. vortnegS-Obligatio- *% Oesterretchtsche Goldrenke . . <,20% Ocslerreichische Gilberrente <% Oesterretchtsche Einheitliche Rente .......... <% Ungarische Goldrente .... <% Ungarische GtaatSrente v. 1910 <%% deSgl. von 1913 .... 4% Ungarische Rronenrente . . - 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl Gerte l........ 4% deSgl. Gerte II....... 5% Rumänische vereinh. Rente von 1903 ......... Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... 4% Rumänische vereinh. Rente . Frankfurt a. M Berlin Echmß» fürs t-Uhr» Kurs Schluß» kurs Ansang- KurS Datum 21 11 22 11 21 11 22 11 Bereinigte Stahlwerke..... 66 — 65,5 65,6 Otavi Minen......16'/, - 33,25 33.5 Kaliwerke Aschersleben ... 10 168 — 171 165 Kaliwerke Westeregeln ... 10 170 166 172,5 166 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 243,5 244 245,5 244,5 3. G. Farben.Invustrte ... 12 132,5 132,75 133,25 132,75 Dynamit Nobel ....... 6 — — Gcheideanstalt...... . 9 129 — — Goldschmidt ........ 6 43,75 44 43,5 43,5 Rütgerswerke ........ 6 45 - 45,75 45.5 Metallgelellschakt. ...... b 85 85 85 DbiltPV Hol,mann......7 73,5 - 74 73 Zementwerk Heidelberg . . 10 - 82 Cemenlwerk Karlstadt. ... 10 — — — Wayß & Freytag ......8 48 47 49 — GchuirbetS Patzenhoser ... 15 — 168,75 169,25 csiwerle.........12 — 133,5 134 SIku...........18 65,5 65.5 66.4 Bemberg.........U — — 66 66.13 Zellkloss Woldbos .... 13'/. 105 — 104,25 104,25 ZellNoss Aschasienburg ... 12 76 76 77 Charlottenburger Wasser ... 8 — — 80.25 80 Dessauer Gas . ...... 9 — — 105,5 105.25 Daimler Motoren . ..... 0 24 — 25 24,75 Deutsche Linoleum ...... 108,5 — 108,5 109 Maschinenbau A.-G. ..... 0 — - 31 31 Rat. Automobil ...... 0 — 10.5 Crenfletn & fioppel ..... 6 — _ 45,13 — Leonbard Tietz ...... 10 - - 113,25 115 GvenSko........... - - 272 273 Frankfurter Maschinen .... 4 _ — 14 - Grinner....... 6 23 — 28,25 Heyligensiaedl ....... 0 — — Iungbanr..... 6 Lechwerke..........8 28 80,5 — 27,25 27,25 Mainkrastwerke Höchst S.M.. . 8 69 — — Miag .........10 68 Gebr. Roeder.......10 85 —— Voigt & Haefkner ...... 9 — 149 _ Guddeuttche Zucker .... 10 134,5 — 134,25 — Banknoten. Deoifenmarkk Berlin — Frankfurt a. ZU. Berlin, 21- November Geld »rief Amerikanische Noten..... 4,185 4,205 Belgische Noten ....... 58,23 58,47 Dänische Noten ........ 111,85 112,29 Englische Noten ........ 20,336 20,416 Französische Noten ....... 16,444 16,504 Holländische Noten ....... 168,36 169.04 Italienische Noten........ Norwegische Noten....... 21,88 21,96 111,80 112,24 Deuisch-Leslerreich, * 1OO Schilling 58,83 59,07 Rumänische Noten,....... 2,475 2,495 Schwedische Noten....... 112,20 112,64 Schweizer Noten ........ 81,06 81,38 Spanische Noten........ 47,50 47,70 Tschechoslowakische Noten..... 12,39 12,45 Ungarische Noten ...... 73,14 73,44 21 November 22 November Ämilichi Geld Notierung flrit' Amman Weiterung Geld Lrie- «mtt-.Nott. 168,63 168,97 168,63 168,97 Buen-AireS 1,428 1,432 1,436 1,440 Brss.-Anlw 58,435 58,555 58.42 58.54 (Sbriftiania 112,09 112,31 112,08 112,30 Kopenhagen 112,08 112,30 112,07 112,29 Stockholm . 112.48 112,70 112,47 112,69 Heli'ingfors. 10,549 10,569 10,549 10,569 Italien. . . 21,945 21,985 21,94 21,98 London. . . 20,356 20,396 20,354 20,394 Neunork . . 4,1915 4,1995 4,1915 4,1995 Poris. . . . 16,462 16,502 16.464 16,504 Schwei; . . 81,245 81,405 81,20 81,36 Spanien . 47,75 47,85 47,25 47,35 Japan . . . 2,080 2,084 2,080 2,084 «io de Iwn Dien in T.» 0,405 0,407 0,401 0,403 Lest, abgeft 59,00 59,12 58,98 59,10 Prag . . . 12,43 12,45 12,43 12,45 Bclirad . . 7,418 7,432 7,418 7,432 Budapest. . 73,29 73,43 73,29 73,43 Bulgarien 3,040 3,046 3,033 3,044 Lissabon 18,80 18,84 18,80 18,84 Taung. . -. 81.31 81,57 81,41 81,57 Konstantin. 1,784 1,789 1,784 1,789 Alben. . 5,432 5,442 8,432 5,442 Tanada . . 4,196 4,204 4,196 4,204 Uru nab . 3,307 3,313 3.307 3,313 Kairo . . 20,83 20,92 2u,ü3 20,92 troffen: 51. rm.4.95 von rm.5.75 von RM. 1.95 von [70280 Mein Hel en deta I en gros Pfarrer Schneider. Direktor. Wollgarne Stricksachen Strumpfe GleOen, Löwengasse 20 Umtausch von Schafwolle u. Stricklumpen §8. Wir Helsen nut. Die MMtillt SIMM! Radi0 Photo liefert Strogen für 10-5>, Oberhemden für Telefunkendienst Herren- Schirme Damen- Schirme Kinder- Schirme in großer Auswahl und In jeder Preislage I ; Bellersheim, den 20. November 1030. Für den Vorstand der Kleinktnderbewahr. Der Markmeister. onstalt: Hahn. । BechtolSheimer^ Pfarrer. Aparte Spelsezimmer-Kron^mil gegossenen Broncearmen, echttiT Alabaster schalen und Seiden - schirm 65cm.Drchm. nur M.58.* Beleucbtungsliaus Afimann Ecke Udwlßslratie-Bismardislrafie. 0/255 mietet werden. Für diefe Wohnungen gelten auch weiterhin die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. §6. ober di-l'a«- 27, K-u WÄth«, Neuen Biue 29, W-/-- ,u,uw-i!-n, bleibt ausdrücklich v°-> stnb b?s zum M°n°°g, d-m ß^uleinWel, «mi Nah-ungSb°.° 4 , behalten. 11. Dezember 1930, vormitiaav 11 Uhr Pfarrer Ausfeld, Sudanlage 8, sowie die 5I bei dem Unterzeichneten einzurcichcn. der.^^nkinderbewahranstalt Diese Anordnung tritt am t-Januarl9311 Eröffnung der Angebote um 11 Uhr auf Unterzeichnete. 7906V in Kraft. 7912CI bem Rathause. 7900D Gießen, den 21. November 1930. Gießen, den 20. November 1930. Der Oberbürgermeister. I. 83.: vr. Hamm. AilgemeineOriskranken-- kaffe Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen- und Invalidenversicherung für den Monat Oktober 1930 können noch bis zum 1. Dez. ds. JahreS ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann tägl, von 8-1 Albt außer SamStags bet unserer Kass« oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Ar. 10933 erfolgen. Gießen, den 21. Aovember 1930. Winkler, Rechner. 7gorv Freiwillige Versteigerung Sterbfallshalber kommt durch den unterzeichneten Notar Mittwoch, den 3. Dezember 1930 vormittags 10/, Uhr zu Bad-Nauheim, im Sitzungssaal des Amtsgerichts in Bad-Aauhetm zur freiwilligen Versteigerung das 832 qm fassende Anwesen VUIa KarlSbrunn zu »ad.Tlauheim in httootragenöetl WI.MWMg Schlaf zimmer. I Eiche aerttzt, saubere Ausführung, keine beschädigte ob. ndn- derwerllne Ramschware, bestehend auS: 3tür. 5klelderfa>rank mit GlaS u. Spiegel, Waschkommode mit ©piegclaufL Nacht« schränkchen in. GlaS« vlauen, 2 Bettstellen zu d. Spottpreis von 7eoeL) Mark 285. Desgleichen, schwer., voll abge sperr reö Dchlafztinm, Mk.sss. I Echt Eiche, Schlel- zlmmer, wunderbar.' 'Hiobell, Hk. 376, mit' Spiegel u. Marmor. Lüvbe,Schrank,TUch nnd 2 Stühle, gute Qualität, mk. 135. Herrenzimmer, Echt Elche,schön.oornebm, Zimmer, Mk. 425. Spelseximmer.vrfnta Qualität, u. Mk. 476 an, sowie alle an- derenAuSführungen biS z. feinst. Niodcll. M.M mo&elfabtn Steinstrasre <>3. bis 2b. Der Käufer bleibt acht Tage, vom Tage des Eröffnungstermins an gerechnet, an sein Gebot gebunden und muß sich verpflichten, mit einem Mehr, oder Minder« anfall einverstanden zu sein. Der Zuschlag bleibt der Gemeindevertretung vorbehalten. Ruhl, Plockstraße 12 Telephon 817i o49*D 50-5,. ÄrbetiSbemden für 854» Taschen- u. Handtücher für ß-Ä, Beit« und Tischtücher für 20^. Plumeauö für 254» Berufskittel für 50L,, Pfundwäsche für 25^. Anundme« stellen: Frönt. Schwan. Hammstrastc 4. Frau Vogel Kaiicrallee 69II. (07245 aiHiiiiuiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiü fügungsberechtigten und den unbefugten Bezieher der Räume werden außerdem die Strafbestimmungen des WohnungS- mangclgesetzeS angewandt. Wer für die mietweise oder auf Grund eines sonstigen 1 Rechtsverhältnisses erfolgte Ueberlassung von Räumen oder im Zusammenhang damit für sich oder einen anderen einen MietzinS oder eine sonstige Vergütung fordert, annimmt oder fich versprechen läßt, die unter Berücksichtigung der gesamten Verhältnisse alS unangemessen anzusehen sind, wird wegen Wucher- mit Räumen strafrechtlich verfolgt. Karlsbrunn 7lr. 3 an der Karlsstraße, 14 Zimmer, große Diehle, Bad, Heizung, reichliche Zubehörworden find, c) Inhabern selbständiger Wohnungen, bie die Wohnung auf Grund eine» rechtskräftigen vollstreckbaren RäumungS- urteils oder eine» gerichtlichen Vergleichs räumen müffen oder gegen Ersatzraumzuweisung gemäß § 36 de» Gesetzes über Mieterschutz und Miet- einigungSämter zur Räumung verur- Für den Bezirk der Stadt Gießen werden bi» auf jederzeitigen Widerruf die Mict- berechtigungSscheine eingeführt. 8 2. Mietberechtigungsscheine werden aus« gestellt: ») Inhabern selbständiger Wohnungen, wenn sie untergebracht find in gesundheitsgefährlichen Räumen, überfüllten Räumen und solchen, die den sittlichen Anforderungen nicht genügen (Unmöglichkeit der Geschlechter- trennung), Räumen, m denen eine Trennung von Familienangehörigen mit ansteckender Krankheit (offener Tuberkulose) unmöglich ist, „ , Räumen, die auf Grund baupvltzct- kicher Anordnung oder au» sonstigem öffentlichen Interesse geräumt werden Essen; , .. b) Inhabern selbständiger Wohnungen, die durch RäumungSurtell obdachlos ßc- größten Teile erwerbslos ftnb, sind von uns zu beschenken. Zur Entgegennahme von Gaben sind berechtigt die Vorstands- Auf Grund bei Artikel 31 der Hessischen Au»führung»bestimmungen vom 1. Oktober 1924 zum Wohnungsmangelgesetz vom 22. Oktober 1923 wird mit der auf jederzeitigen Widerruf erteilten Genehmigung de» Hessischen Herrn Minister» für Arbeit und Wirtschaft vom 22. Oktober 1930 zu Nr. M.A.W. 34230 für den Bezirk der Stadt Gießen folgende Anordnung ge- I ItLJlV, rVUV, Abbruch der Dammstraße. L7 Die Scheuer Dammstraße Nr. 7 (chem. gehörigen Ziergartens Beste Lage für Lagergcbaude von Semmler) soll abge- kurärztliche Praxis, auch geeignet für vor- brochen werden. nehmeS Privatsanatormm. Angebotsuirterlagen sind bei der unter«! Nähere Auskunft. Bedingungen usw. zeichneten Dienststelle erhältlich. durch den unterzeichneten Aotar sowie Abgabetermin: durch Oberinlpektor Fischer, Bad-Aau- DonnerStag, den 27. November 1930, heim. Parlstrahe 4S. Wegen Besichtigung vormittags 11 Uhr. — täglich werktags zwischen 10 unD 12, Biesen, den 22. .930. - w-nd. man» g'*8*11"1' wiic pr.Gpohr,Hess. Notar I ^e&en Reffen), Keuen »E rs. Holzsubmission. Weihnachtsbescherung der AuS dem Markwald Bellersheim sollen, t ~ a u. fd)'loflennroÄre ®ebote ein°eI,c"' °° Kleinnnderbelvahranstalt. Los l cs. 40 km Fichte, Kl. Ilb, Illa,Illb, IVa. Wie früher, so bitten wir auch in diesem ns.,, frÄ11[ör r,,.,. ..nM_ Satire die Freunde und Wohltäter unserer Anstalt um Gaben zur Weihnacktsbe- ?'* £ST*'.., bet uni Stlnber. JfWen,U Mickd-,.! W. ""'der, beten Sät« „jum. Mitoui anfall einverstanden zu sein. Der Zusck)lag bleibt dem Markvorstand Vorbehalten. Der LsL7l'nttglieder.. tzrau Giese," Ludwigstraße 5, । ein Drittel am 1. April %31, I S Bis 11 Mtnttpmher »ineloÄ ocftunhpt netien! Schwieder, Moltkestraße 1, Frau Schlllze, sorjnungsamts, tn be. j aenüaenbe (Sidicrbeit au xahlen 8 9 SelterSweg 1, Frau Störiko, Nordan- ch eigenem Ermefien 0ober die 'age 27, Frau Walther, Reuen Bäue 29, b7-ibt au-brücklich °°r. «L^1°g^,'nb L zum M°n°ag, b-m L°uIe„. W°l,!, Am R°h-ungsb«° 47, 1. Dezember 1930, vormittags 11 Nhr, D°rrer Ausfeld, Sudanlage 8, sowie b-> d-m Unteuelfineten Anzm-ichen. Sch>°ch°m d« »k!nNnd°-s Giessen Manktstn 4-Ö IMÜ-l.SllN»ir8II8 \7I t/öuCI I 1 IkJI IAIoII . Z tm Damenschneidern. Weißzeugniibe« 7711A W nnd Znichneiden llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllirn beginnt s. Qanuar 1981. « i | Anmeldungen jederzeit bet ^Zeranntmacyung. o, m«i»in»»>«i. 200 Zentner Hofer Weihnachtsbitte ist zu vergeben. 7840V bec -rieder-Ramskodter Anstalten Bedingungen können bet der unterzetch- ..„x Grem z. Dezember 1930, nachmittags 3 Uhr, Mietvertrag vom Wohnungsamt genehmigt Dienstzimmer des Gemeindevorstehers worden ist. ftattfinbenben Eröfsnungstermin bei Dem 8 7- unterzeichneten einzureichen. Werden Wohnräume ohne Mietberech- Ainzenbach, den 18. November 1930. D-r G-m-Ind°°°r,.°h-r. das Wohnungsamt bezogen, so wird un-1 Vooler nachsichtllch die Zwangsräumung durch da» I v ■ Wohnungsamt betrieben. Gegen den Ver- sahrlsaml bezogenen lvahlfahrtsbrief-l' : marken und .karten fließen 80 o. h. des A. 1 M • n a « teilHinb- > Reinertrag» (wohlfahrtsausschlag) ber £ dl Äonen die berechtigt sind, eine Gießener Ro,Hilfe zu. ielbftändiae Wobnuna zu beanfp uchen, Es ergeht daher die besondere Bitte Auf vielfachen Wunsch habe ich mich ent- m-nn lle^aus d^m Ausland oder den I un alle (Siebener Einwohner, ihren Bedarf schloffen, tn Griinbcrg und Gicirc» einen r?fuJ i0MaebietTn vertrieben sind an Wohlfahrtsbriefmarken in erster Linie Kursus abu.bal.en. Zur Entaeaennabme Unn' d°- be>d.m tzd-ilch-n Wo^hr^m. zu ent ggÄÄ l'rü» Vertriebene nach ferner Verdrängung neymen.^ Dadurch. trag jeder Würger auch t.Ho.el Wilder Mann n.v.l-7Nbr t.t«,icf,en eine selbständige Wohnung mnerhalb Zur Linderung der örtlichen Not bei. I t. Holet Kobel. Liebtgstr. 9, autve.end sein, de» Rcichsgebict» inne hatte; leben ben 21. Ottober 1930 Als Inngjätirtgcr Letter der Intern ai io- et GchmerkrieaSbeschädigten (50 Prozent Für die Gießener Nothilfe: ,taten Svrechamtalt babe tch eine Metliode e) soweit sie keine eigene Der Oberbürgermeister (Wohlfahrtsamt), erfunden, die den hartnäcktaften Stotterer und mehr», sowetk ,te tetne eigene ------------------------------ von seinem Uebel befreit. Einfache, natüt- Wohnung haben, I I Uche Melbode. daher auch wirklich Dauer- k) allen übrigen dringend Wohnung« I «OClMIlilllllUUfUlig* erfolg. Die Lvrechangst must beseiiigt werd suchenden, dte sich vor dem L Jan. iv/y Der „tzch^e Viehmarkt In Gießen findet Die Fäbtakeit, zu sprechen, fehlt d. Stotterer bei dem Wohnungsamt gemeldet haben. 1 9 D 777-c u'ün.Den Breis für den Kursus werde ich In Einzelfällen kann das Wohnungsamt Dj ( 25 v00embn 1930 Rinbo eh- 1° niedrig hallen, dast jeder Stotterer in auch Wohnungsuchenden, die sich erst nach zm?.?®-,?8< jSartt 1 3 * der Lage sein wird, an dem Kursus teilAit^ hpm l Januar 1929 gemeldet haben einen sto'eh.) markt; nehmen. Bertanme es daher kein Stotterer HnÄinutistcllen wenn Alllkwoch, 2s.November 1930, Schweine- oderElternstoiternderKinder.vertrauenS. MietberechtigungSschetn .ausstellen, wenn marfL voll zu nur zu kommen. Dte Auskunft ist ihre besonders gearteten Verhättniste es Auftriebszeit an beiden Markttagen von kostenlos. H.Stetnntcter, Leiter der Fnter' K Schfiat. iObflIb 8 -Uh- °°rm.tt°g», I .suiinpl dj f »W ,-mtttch«, V(-h n.0en '®* 07fe' LL7 5 fÄnbbi=&^ntraUoui MckU.. und «-°u.n,.uch. I. Januar 1920 festgesetzte Mcldezeit neu Gießen, den 22. November 1930. festzufetzen. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Klingspor. «Jetmiei« ober beten «--uttt-gl-haben ZtvaNgSVeksteigelUNg 43/29 Wie btSher innerhalb dret Tagen dem .... Wohnungsamt auf dem vorgeschriebenen Donnerstag, dem 4. Dezember 1930, Formular Anzeige zu erstatten, sobald vormittag, 9 Uhr, wird im Amtsgerichts, eine Wohnung gekündigt, unbenutzt oder gebäude zu Gießen Zimmer 112, das tm tnn(i fr,t mirb Grundbuche von Gießen, Band 79, Blatt pnji itct 4 4588, der Aatharine Zick. geb. wehrum, rv,s,r