Nr. 195 Erster Blatt 180. Jahrgang 5reitag, 22. August 1950 (Erlittet Iflgltd),trafen Sonntag« und Feiertag«. Beilagen: Die Illustrierte Giefeener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Äonaii-Bejagspreli: 2.2V Reichsmark und 30 Reichrpfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Beinen etnjelner Hummern folge Hähern Gewalt. zernfprechaUfchlüße ■nterSammelnummir2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11688. GieheimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drutf und Verlag: vrühl'sche UniversikLkrvuch. und Steinten tferei H. Lange in Glehen. Schriftleitung und Sefchästrftelle: Zchulfttatze 7. Annahme oon Anzeigen für die lagcinummn bi« jum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20'. mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Berantworllich für Politik Dr. Fr. Wilh. Canqe; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Sieben. Ltm einen Burgfrieden im Wahlkampf. Ein gemeinsamer Wahlaufruf der gemäßigten Rechten. - Die Staatspartei zum Beitritt aufgefordert. Roch keine Entscheidung. Oer Wahlaustuf. Berlin, 21. «ug. (1DIB.) Die Jlallonalliberale ftorrefponbenj ocrössentlicht einen oon der Deutschen Dolfspartcl, der wirtschaft«- Partei und der ftonferoalioen D o l f • - Partei erlaffencn gemeinsamen Wahlaufruf, der für die Deutsche Volkspartei oon Dr. Schot, und ftempfes, für die Wirt- schaftspartei oon Drewitz und Sachfenberg und für die Konseroalioe Volkspartei oon I real ro n u • und oon Llndelnerwildau unterzeichnet ist. Lr hat folgenden Wortlaut: Die unterzeichneten Parteien haben sich im letzten Reichstag für da« vom Reichspräsidenten o. Hindenburg begonnene R e - f o r m ro e r f auf finanziellem, sozialem, wirtschaftlichem und staatlichem Gebiet und seine Sicherung und Erweiterung eingesetzt. Sie halten seine Durchführung für da« dringendste Gebot der deutschen Innenpolitik zur Sicherung der deutschen Wirtschaft, inobefondere der deutschen Landwirtschaft, zur Rettung de» deutschen Osten», zur Erhaltung der Grundlagen der sozialen Gesetzgebung, zur Wiedereingliederung de« TUU- llonenbeere« der Arbeitslosen in den wirtschafi»- prozetz, zur Wiederherstellung der Autorität des Staate«. Angesicht» der Rot oon Volk und Vaterland holten sie an diesen Zielen fest und werden sich dafür im Wahlkampf einsehen. Darüber hinau« aber werden die Parteien bei voller Aufrechterhaltung Ihrer politischen und organisatorischen Ligenart und Selbständigkeit dafür Sorge tragen, doh ouchtm künfllgenRelchvtagdleGrund- lagen parlamentarischer Zusammenarbeit zur Durchsührung diese» hin- benbargprogramm» geschaffen werden. Ein erneuter Appell an die Staatspartei. Berlin, 21. Aug. (ERB. Eigene Meldung.) Die wir erfahren, hat der Führer der Deutschen Volk-Partei, Reich-Minister a. D. Dr. Scholz, der Deutschen Staat-Partei den Aufruf übermittelt, der von der Konservativen Volk-Partei, der Wirtschaftspartei und der Deutschen Volk-Partei ausgearbeitet worden ist, und in einem Begleitschreiben angefragt, o b die Staat-Partei bereit wäre, diesen Aufruf mit zu unterzeichnen. Mit der Frage ist die Bitte verknüpft, eine Antwort bi- Freitagvormittag geben zu wollen, weil der Aufruf morgen veröffentlicht werden soll. Dazu schreibt die Nationalliberale Korrespondenz: Man kann von dem Drrfuch der Konservativen DolkSportei, auch den Christ- lich-Sozia len Volksdienst für die Unterzeichnung zu gewinnen, nur mit Genugtuung Kenntnis nehmen, weil sich auch dann ein Fortschritt dcS SammlungsgcdankenS an- künlngt. Um so mehr möchten wir wünschen und hoffen, dah die Staat-Partei sich dem an sie ergangenen volksparteilichen Appell nicht v erschlicht. ES kann nur in ihrem eigenen Interesse liegen, dah sie beim Wablausmarsch nicht al- der rechte Flügel der Sozialdemokratie, sondern al- der linke de- Bürgertums erscheint. Der Sozialdemokraiie, die nur für Macht und Kraft Verständnis hat. wird eine isolierte bürgerliche Parteigruppe nicht imponieren. Nachdem der $>crr Vertreter der Staat-Partei sich au» den früheren Verhandlungen selbst auSgcschaltet hat, wird hier noch einmal der Staat-Partei die Hand der Deutschen Volk-Partei zur gemeinsamen Arbeit hingehalten. Möge sie erarisfen und scstgehalten werden, auch für die Feiten nach dem Wahl- kamps. Die Einigung de- Staatsbürger t u m S, der sich immer noch Hindernisse in den Weg stellen, wird und muh erfolgen. Wir sind auch überzeugt, dah die Mehrheit der Wirtschaftspartei hinter Drewitz und Sachsenbcrg steht und nicht hinter Herrn Lolosser. — Lolosser hat im Namen der Wirtschaftspartci gegen die vorzeitige Veröffentlichung dcS gemeinsamen Wahlaufrufs der drei Parteien Einspruch erhoben. Die vorzeitige Bekanntgabe. Berlin, 21. Aug. (TU.) Don der Deutschen Dolkspartei wird mitgeteilt: .Die .BZ. am Mittag- veröffentlicht wesentliche Teile des gemeinsamen Wahlaufrufes, auf den sich die Deutsche Dolkspartei. die Wirtschaitspartei und die Konservative Dolkspartei geeinigt haben. Dieser Aufruf war der Staatspartei mit einem Schreiben de r Deutschen Dolkspartei zugegangen, dah die Staatspartei zur Mitunterzeichnung aufforderte. In diesem Schreiben der Deutschen Vvlkspartei wurde gleichzeitig mitgeteilt, dah die 3er- öffentlichung des gemeinsamen Aufrufes erst am F re i t ag m>ct a g erfolgen sollte. Die vorzeitige und teilweise Deröf- fentllchung des der Staatspartei zur Unterzeichnung zugegangenen Aufrufe- durch die ,B. 3. am Mittag" hat nun die vorgenannten drei Parteien gezwungen, den gesamten Wahlaufruf schon jetzt der Oeffentlichkeit bekcmntzu- geben. Oie Staaispartei Hai sich noch nicht entschieden. ■Berlin, 22. Aug. Der Aktion-auS- schuh der Staat-Partei beriet am Donnerstag bi- in die späten Abendstunden über die Anfrage der Volk-Partei wegen der Beteiligung an dem gemeinsamen Wahlaufruf. Da man sich über verschiedene wahltechnische Angelegenheiten noch weiter zu unterhalten wünscht, ist mit der offiziellen Bekanntgabe des Deratungs- ergebnisseS erst im Laufe des Freitags zu rechnen. In gut unterrichteten Kreisen wird erklärt, dah die Antwort der Staat-Partei an die DDP. nicht alle Drücken für eine Zusammenarbeit ab brechen dürfte, dah man sich aber voraussichtlich gegen die Einbeziehung deS NamenS deS Reichspräsidenten von Hindenburg in irgendeiner Form in den Wahlkampf bzw. in Wahlaufrufe wenden werde. Der Demokratische ZeitungSdienst schreibt: Dem sachlichen Inhalt diele- Ausrufes werden auch die Vertreter der Deutschen Staatspartei durchaus z u st i m m e n können. Bleibt also die zu nicht- verpflichtende Form eine- Ausrufe-, und es bleibt eine formelle Entscheidung, ob die Deutsche Staatspartei sich unter diesen Aufruf setzen soll. Dagegen spricht einmal die Einbeziehung deS Reichspräsidenten von Hindenburg in den Wahlkampf, die doch wohl von allen Parteien grundsätzlich vermieden werden sollte, um der verehrungswürdigen Gestalt des Reichspräsidenten selbst. Dagegen spricht aber weiter, dah andere Parteien ja jetzt deutlich genug zum Ausdruck gebracht haben, dah sie auf die Unterschrift der StaatSparte» keinen Wert legen. Die Staat-Partei ihrerseits hat eS nicht nötig, sozusagen da- 5. Rad am Wagen zu fein. Auch die Wirischastspariei noch nicht entschloßen. Berlin, 2l.Aug. (TU.) Zu der Veröffentlichung des gemeinsamen Wahlaufrufes wird von der Zentralleitung der W i r t s ch a f t s p a r 1 e i, dem Abgeordneten C o l o f f c r, mitgeteilt, dah der Aufruf von den Herren Drewitz und Sachsenberg vorläufig rein persönlich unterschrieben worden sei. Die bekanntgegebene angebliche Erklärung der drei Parteien sei ein anfangs der Woche auSgearbeiteter Entwurf, der noch die Genehmigung der zu - stänbigen Parteiinstanzen habe finden sollen. Deshalb sei vereinbart worden, eine Veröffentlichung erst am Freitag oder Samstag vor- zunehmen. Die vorzeitige Veröffentlichung fei also erfolgt ohne Zustimmung der Leitung der Wirtschaftspartei, die am Donnerstag auf telephonischen Anruf in der Parteizentrale ausdrücklich abgelehnt worden fei. DerReichS- auSschuh der Partei, der in derartigen Dingen zu entscheiden habe, tage am 26. August. Nach weiteren Informationen kann eS als zweifelhaft bezeichnet werden, ob sich in der Partei- auSschuhsitzung eine Mehrheit für die Bestätigung der Unterschriften von Drewitz und Sachsenberg unter den gemeinsamen Wahlaufruf finden wird. Oer Ehes der Heeresleitung. Rücktrittsgenichie um Generaloberst Heye. lediglich als unverantwortliche Sen- fation-mache zu bezeichnen. Der lin, 21. Aug. (END.) Sine Meldung, dah Generaloberst Heye von seinem Posten alS Ches der Heeresleitung zurücktreten und durch den Ches deS Truppenamts im Reichswehrministerium Generalmajor Kurt Freiherr von Hammer st ein-Equard ersetzt werden soll, ist ausdrücklich dementiert worden. Die Berliner Abendblätter greifen jedoch die Meldung erneut auf und begründen sie ausführlich. Es ist danach mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen. dah General Heye am 1.Dezember von seinem Po st en scheiden wird. Heber die Gründe, die zum Rücktritt General Heye» führen sollen, gehen die Ansichten auseinander. Die .Voss. Ztg." sieht in dem Wechsel in der Führung der Heeresleitung eine bc- grühenSwerte Verjüngung der Leitung der Reichswehr und stellt dem Generalmajor von Hammerstein daS Zeugnis aus, dah er als einer der klügsten Offiziere im Reichswehrministerium gilt. Man gehe nicht fehl, wenn man ihn zu den Intimen seines politischen Ressortchefs, des Generals von Schleicher, rechne. Eie ist sich allerdings darüber klar, dah cS heftige Angriffe gegen die Personalveränderung in der Leitung der Reichswehr geben wird. General von Hammerstein gelte als absolut regierungstreuer Offizier und fei, weil er zur Regierung stand während deS Kapp-Putsches seinerzeit von seinem Schwiegervater, dem General L ü 11 w i h, sestgenommen worden. — Das 8-Uhr-Abendblatt schreibt: .Generaloberst Heye, der Ehes der Heeresleitung, soll Anfang Oktober zurücktreten. General Heye selbst denkt nicht daran, freitoillia zu gehen, eS sei denn, dah er dazu von höherer Stelle gezwungen wird. Er befindet sich aut Zeit auf Inspektion der Truppen im Munsterlager. Man muh annehmen, dah die Gerüchte über feine Verabschiedung diesmal ernster zu nehmen sind alS früher. Sin Berliner Abendblatt bringt das Gerücht von dem möglichen Rücktritt des Generals Heye in Verbindung mit Bestrebungen einer angeblich vom General von Schleicher geführten Partei im Reichswehrmini st erium, die auf engen Anschluß an Sowjetruhland binarbeite. Diese Nachricht ist, nach einer Mitteilung des WTB. aus dem Rcichswehrmini- sterium. gänzlich unwahr, und zudem längst widerlegt worden. General von Schleicher hat schon vor längerer Zeit öffentlich erklärt, dah er die ihm zugeschriebenen Pläne aufs schärfste mißbillige. Ebenso unwahr ist die Behauptung, es gäbe verschiedene politische Strömungen im Reichswehrministerium. Die Politik des Rcichswehrministeriums bestimmt l e - diglich der verantwortliche Minister und niemand anders. Die Reichswehr hat es bewiesen, dah sie trotz aller Versuche, sie einzelnen politischen Strömungen dienstbar zu machen, unbeirrt den Weisungen ihres obersten Führer» folgt Die Nachricht des Blattes ist Keine Politik in der Reichswehr. Ein Prozctz vor dem Reichsgericht. Berlin, 21. Aug. (END.) Das Reichsgericht wird sich im nächsten Monat mit einem Prozeß beschäftigen, der Aufklärungen über die nationalsozialistischen Zellenbildungsversuche in der Reichswehr bringen soll. Wie erinnerlich, wurden Im Frühjahr d. I. in Ulm drei junge Reichswehroffiziere von dem Feld- artillerieregiment Nr. 5 verhaftet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, dah sie 1. e- versucht haben, im Dezember 1929 in Ulm. Hannover, Berlin und Eisenach die Verfassung dcS Deutschen Reiches gewaltsam au ändern, 2. den Versuch gemacht zu haben, Militärpersonen aufzufordern und anzu- reizen, Ihren Vorgesetzten den Gehorsam zu verweigern, 3. durch mündliche Aeuhe- rungen Mißvergnügen in Beziehung auf den Dienst unter ihren Kameraden erregt zu haben, 4. vorsätzlich einen dienstlichen Befehl nicht befolgt und eine Gefahr für die Schlagfertigkeit der Truppe herbeigeführt zu haben. Die Snpittelungen der Anklagebehörde haben ergeben, dah die drei Offiziere im Kreise ihrer Kameraden und anderer Bekannter oder Freunde die Auffassung vertraten, dah der Geist der Wehrhaftigkeit im Heer und Volk nicht genügend gefördert werde unb dah auf eine „nationale Erneuerung" hingearbeitet werden müsse. Die Politik der Reichsregierung und des Reichswehrministeriums fei diesen Bestrebungen abträglich, nur die nationalen Verbände könnten die nationale Erneuerung erreichen. AlS besonders verhängnisvoll wurde von ihnen und ihren Freunden der Rücktritt deS Generals von S e e ck t und de- Reichswehrministers Gehler empfunden. Am Tage Allerheiligen 1929 fuhren die Offiziere gemeinsam nach München und suchten dort den Schriftleiter de- „Völkischen Beobachter-" auf, benr sie ihre Wünsche vortrugen. Bei einer mehrere Stunden toäbrenben Unterhaltung kam man überein, dah die jungen Offiziere zunächst innerhalb ihres Truppenteils für den von ihnen ausgesprochenen Gedanken wirken, dann aber auch bei befreundeten Regimentern Anhänger werden sollten. Nach Ulm zurückgekehrt, begannen die Angeklagten im Sinne dieser Besprechung zu wirken und auch an anderen Orten für ihre Absichten sich zu betätigen. Durch die dienstliche Meldung eine» in» Vertrauen gezogenen Offiziers erhielten die vorgesetzten Kommandvstellen Kenntnis von den Plänen, worauf die Verhaftung der nunmehr Angeklagten angeordnet wurde. Minister Wirth Über die Wahlreform. Beschränkung auf da« praktiich Mögliche. Berlin, 21. Aug. (END.) Reichsinnenminister Dr. Wirth erklärte einem Vertreter der „Germania" über die neue Wahlrechtsvorlage, dah da- Problem der Wahlreform feit mehr a l s zehn Iahren akut tft Da» heutige Reich-wahlgesey stammt au» dem Iahre 1920 und konnte durch die Art seiner Entstehung nur als Provisorium angesehen werden. In der Hauptsache komme eS darauf an, den Kontakt zwischen dem Wähler und dem Abgeordneten wiederherzustellen. Die Wahlreform ist keine Parteifrage. In allen Kreisen deS Volke» ist der Wunsch nach einer Reform lebendig. Der Vorschlag der Rcichsrcgte- rung bedingt keine VerfassungSände- rung. So möchte ich meinen, dah man doch mit einigem Optimismus an diese Frage Herangehen formte; denn ohne Optimismus würden wir heute wohl nicht den Schwung aufbringen, irgendwelche Mahnahmen zur Besserung von Mih- ständen in Angriff zu nehmen. Im Interesse de» parlamentarischen Gedankens zur Abwehr deS bedrohlichen Radikalismus und um den Staatsbürger wieder an den Staat heranzuhvlen, müssen wir handeln. Die Frage, ob die Reform meinem Ideale entspricht, steht nicht zur Debatte. Für mich handelt es sich darum, die Voraussetzungen für eine parlamentarische Erledigung zu schaffen. Deshalb muhte ich mich auf da» praktisch Mögliche beschränken, Hier- au gehört, dah die Reform sich in engen, durch die Verfassung gezogenen Grenzen halten muh. Oie Arbeitsbeschaffung der Reichspost. »ür 115 000 «rbcitSlolc Hrbtii bei all. gemeiner Senkung der Preise. .Derlin, 21. Aug. (WTB.) Im Rahmen des Arbeitsbeschaffung-Programm- der ReichS- regierung ist nunmehr die Vergebung der Lieferungen durch die Deutsche Reich-post zu einem gewissen Abschluß gelangt. DaS Ergebnis laßt sich dahin zusammenfassen, dah für 200 Millionen Mark neue Aufträge an die deutsche Wirtschaft aut Belebung des ArbeitSmarkteS gegeben worden find, was einer jährlichen Beschäftigung von rund 1 25 000 Arbeitslosen entspricht, dah ferner f a ft durchweg eine Preissenkung von 10 v. H., zum Teil darüber hinaus, erzielt worden ist. Neue Bauten werden nur mehr vergeben, wenn ein Preisnachlaß von mindesten- 10 vom Hundert gegeben wird. Diese Forderung ist bisher vom beteiligten Baugewerbe fast allgemein angenommen worden. Schwierigkeiten ergaben sich lediglich bei der Vergebung der Z e m e n t Lieferungen. Hier trat indes eine Neihe von Firmen auf, die von sich au» der Deutschen Reich-post Angebote machten, die erheblich unter den Preisen deS Zementkartell-' lagen, so dah die Inanspruchnahme deS Zementkartells bi» auf weiteres nicht erforderlich sein wird. Dagegen hält das L i - noleumkartell an seinen Preisen, die erheblich über den Preisen gleichwertiger Bodenbeläge sich bewegen, fest. Linoleum wird daher bei den neuen Bauten der Deutschen Reich-post bis auf weiteres im allgemeinen nicht mehr verwendet werden. Die Verhandlungen über die weitere Senkung der Preise werden von der Deutschen Reichspost mit sämtlichen für ihre Lieferungen in Betracht kommenden Fir- men weiter fortgesetzt. Oie alliierten Frontkämpfer in Oberschlesien. Eine überflüssige LolidaritätScrklärung. k Kattowitz, 21.Aug. (WTB.) Da» Präsidium des Alliierten F r o n t kä m p f e r o e r b a n • des, Fidac, das auf Einladung des Generals Goretzki eine Studienreise durch Polen unternahm, traf gestern abend in Kattowitz ein, wo ihm durch den Wojwoden Graezinski und die polnischen militärischen Organisationen ein feierlicher Empfang bereitet wurde. Nach ber englischen, französischen und polnischen Nationalhymne wurden am Grabe des unbekannten Sol- daten «ränze nieteroelegt. Der Führer der Dele- floiion, der englische Oberst Abb ort, hielt hierbei eine Rede, in der er auf das Ziel der alliierten, tyrontfämpferorganifation einging, die fern aller diplomatischen Politik der Erhaltung des allgemeinen Friedens diene. Was das Der- hältnls des Verbandes zu Polen beträfe, so werde er sich stets dafür einsetzen, daß Polen niemals wieder unter fremde Tyrannei gerate. Der Fidac werde sich niemals einverstanden erklären, daß jemals eine Revision der gegenroärtia mit Polen bestehende» Verträge erfolge, well diese Verträge durch Polen mit großem Patriotismus er- kämpft morden seien. Der Oberst schloß seine Rede mit einem Hoch auf Polen, den polnischen Staatspräsidenten und den Marschall Pilsudski. Deutschfeindliche Kundgebungen Demonstrationen vor dem deutschen Konsulat in Posen. Posen. 21. 2lug. (CRB.) 3n Posen fand eine große nationaldemokratische Kundgebung gegen die Rede des Reichsministers Treviranus statt. Die Säle waren überfüllt. Rach den verschiedenen Ansprachen, die mit stürmischer B^ geisterung begrüßt wurden, sang man am Schluß der Versammlung das deutschfeindliche Rota-Lied. Hierauf zog die Menschenmenge vor das deutsche Konsulat, wo gleichfalls das Rota-Lied gesungen wurde und Pfui- rufe ertönten. Zu Ausschreitungen ernsterer Ra- tur ist es nicht gekommen. Die Polizei zerstreute dann die Menge, wobei einige Personen, die besonders widerspenstig waren, leicht verletzt worden sind. . Die Legionäre, die Großmachtliga und einige andere verwandte Verbände veranstalteten auch in Krakau eine Kundgebung gegen die Rede von Treviranus, an der sich etwa 10 000 Personen beteiligt haben sollen. Es wurde eine von einem Abgeordneten verlesene Entschließung angenommen die feststellt, daß das ganze polnische Volk bereit sei, seine Grenzen zu verteidigen. Dann sang die Menge das Lied von der Ersten Brigade und das deutschfeindliche Rota-Lied. Anschließend wollte die Menge vor das deutsche Konsulat ziehen, wurde daran aber von der Polizei gehindert. Oie Deutschen auf dem Internationalen Studentenkongreß in Brüssel. Brüssel, 21. Aug. (WTB.) Der mit der Prü- ung der deutschen Frage beauftragte Unteraus- ch u ß des Internationalen Studentenkongresses »cgann heute seine Arbeiten. Da die Deutschen erklären, sie hätten in der Sitzung am Dienstag noch einmal sprechen wollen, da die Worte des tschechoslowakischen Redners, der die deutsche Studentenschaft als einen nationalistischen Verband bezeichnet habe, sie verletzt hätten, suchten englische und schweizerische Mitglieder des Unterausschusses zwischen den deutschen und tschechoslowakischen Vertretern zu vermitteln. Sie hoffen, daß die Deutschen an den Arbeiten wieder teilnehmen werden und daß der teschechoslowakische Delegierte erklären werde, er habe die Deutschen nicht kränken wollen. Rach Mitteilungen von Kongreßteilnehmern haben die polnischen und tschechoslowakischen Delegierten in der deutschen Frage große Zugeständnisse gemacht. Ein flämischer Sieg. Berlin, 22.Aug. (ERB.) Der belgische Soldat Leeuw, der vom Kriegsgericht in Lüttich in erster Instanz zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, weil er auf einen in französischer Sprache erteilten De- fehl den Gehorsam verweigert hat, ist jetzt vom Berufungsgericht freigesprochen worden. Das freisprechende Erkenntnis sagt, daß Leeuw sich nicht geweigert habe, den Befehl an sich auszusühren, sondern nurdie französische Sprache als B e f e h l s s p ra ch e anzuerkennen. Für die Flamen bedeutet die Freisprechung Leeuws eine große Genugtuung. Oie Kandidatenliste der Oeutschnationalen in Hessen. WSR. Darmstadt, 21. Aug. Der Landesverband Hessen-Darmstadt der Deutschnationalen Volkspartei hat für die Reichstagswahl folgende Kandidatenliste aufgestellt: Studienrat Dr. Adam Ruppel, Friedberg; Lothar Steuer, Kassel; Frau Emma Schindel, geb. Pfleger, in Worms, Pfarrer D. Johannes Fritsch, Ruppertsburg; Landwirt Georg Knecht in Mittel- Gründau; Rechtsanwalt Eduard Lucius, Mainz; Konditormeister Rudolf Grahmann. Darmstadt, und Frau Anna Müller, geb. Körner in Mainz. Oie Kandidaten des Ehristlich-sozialen Volksdienstes in Hessen. Die Dertrelerversammlung des Christlich-sozialen Dolksdienstes (Evangelische Bewegung) i m Wahlkreis 33, Hessen-Darmstadt, hat, wie man uns mitteilt, die Rominierung ihrer Kandidaten vorgenommen. An erster Stelle steht Arbeitersekretär Hartwig (Derlin-Span- dau), der Vorsitzende des Verbandes evangelischer Arbeitervereine Deutschlands. Dann folgt an zweiter Stelle Lehrer G r e b (Mainz-Weisenau), weiterhin Schriftleiter Süß (Darmstadt). Buchhändler Schmitz (Gießen), Landwirt Hauck (Gensingen), Professor Dr. Koch (Gießen) usw. Aus dem Wahlkampf. Die Landesorganisationen der Deutschen Volkspartei und der Konservativen Volkspartei in Ostpreußen wollen eine „gemeinsame Oft* preuhenlist e" für den Reichstag aufstellen. Reichsminister a. D. Dr. Scholz hat, da er auf der Reichsliste der Deutschen Volkspartei als Spitzenkandidat aufgestellt worden ist, gebeten, an seiner Stelle einen Ostpreußen an die Spitze der Liste zu stellen. An der Spitze der Landvolkliste für die Provinz Ostpreußen stehen: Reichsernäh- rungsmrnister Schiele, Reichslandbundpräsident, Bauerngutsbesitzer Lemke, Vertreter deS Landwirtschaftsverbandes Ostpreußen, Bauern- gutsbesiher M ö n k e, M. d. R., Vorsitzender des preußischen Landgemeindeverbandes. Gemeindevorsteher Tie mann. Vorsitzender der Land- Volkpartei Ostpreußen. * Die Wahlkreisorganisationen der Wirtschaftspartei haben für Berlin und die Brandenburger Wahlkreise folgende Spitzenkandidaten aufgestellt: Wahlkreis Berlin: 1. Fabrikant Mollath, 2. Architekt Colosser. — Wahlkreis Potsdam II: 1. Architekt Colosser, 2. Schornsteinfegermeister Scholz. — Wahlkreis Potsdam I: Tapezier-Obermeister Hvlzamer, 2. Landwirt Krüger, Hoppenrade. — Wahlkreis Frankfurt (Oder): 1. Siegfried, Vorstandsmitglied des Reichsverbandes der Lichtspieltheater * Besitzer, 2. Duchdruckermeister Leonhardt. Die Regierungskrisis in Bayern. 3m Kreise. Die Bayern richten sich, wenn nicht alle Zeichen trügen, auf eine Ministerkrisis von Dauerhaftigkeit ein. Zunächst einmal hat die Bayrische Volkspartei den Sozialdemokraten die Verantwortung für die weitere Entwicklung zugeschoben. Der Landtagspräsident, der dafür zuständig ist, hat das Kabinett Held mit der Weiterführung der Geschäfte beauftragt und gleichzeitig der Sozialdemokratie die Regierungsbildung angeboten, wobei er klug genug gewesen ist, ihr eine Frist von zehn Tagen zu setzen. Die Sozialdemokratie muh sich bei dem Experiment totlaufen. Cs gibt im bayerischen Landtag nur zwei Mehrheiten, entweder durch Zusammengehen der Sozialdemokraten und der Bayerischen Dolkspartei oder durch Zusammengehen der Bayerischen Volkspartei mit der Rechten. Die erste Kombination ist bei der Verärgerung zwischen den beiden Parteien völlig aussichtslos, die zweite wenigstens im Augenblick unwahrscheinlich. Bliebe also an sich die Auflösung des Landtags. Die aber ist wiederunmoglich, weil das geltende Wahlrecht vom Staatsgerichtshof als u n g ü l t i g erklärt ist und der Landtag noch keine Zeit gefunden hat, ein neues Wahlgesetz zu beschlichen. Man wird also vermutlich auf Warten reiten und die Entscheidung bis zum 14. September, also bis nach der Reichstagswahl hinziehen. Dann läht sich übersehen, ob und in welchem Umfange eine Verschiebung der Volksstimmung in Bayern eingetreten ist; dann wird auch vielleicht der Bauernbund eher wieder bereit sein, eine Verbindung mit der Bayerischen Volkspartei zu suchen. Sonst wird man schließlich doch zur Auflösung kommen, allerdings wohl nur in der Form, daß der Landtag zunächst ein neues Wahlgesetz zustandebringt und dann freiwilligen Selbstmord begeht. Vertagung der Krisis. München, 21. Aug. (TTl.) Wie die „Tele- graphen-älnion" erfährt, kann mit einer baldigen Lösung der bayerischen Krise nicht gerechnet werden. Der kommende Dienstag wird voraussichtlich noch keine entscheidende Stellungnahme der sozialdemokratischen Landtagsfraktivn bringen. Die sozialdemokratischen Abgeordneten haben zum großen Teil München bereits verlassen, um an der Wahlagitation für die Reichstagswahlen teilzunehmen, und es dürfte kaum damit zu rechnen sein, daß die sozialdemokratische Fraktionssitzung am Dienstag eine so vollzählige Besetzung aufweisen wird, daß eine entscheidende Stellungnahme erfolgen könnte. 3m übrigen wird in sozialdemokratischen Kreisen die Ansicht laut, daß die Wochen knapp vor der Reichstagswahl überhaupt nicht geeignet seien, Verhandlungen über eine Regierungsbildung zu führen, und daß diese Bemühungen wohl erst nach dem 14. September durchführbar seien. Die „Münchener Reuesten Rachrich- t e n" schreiben, daß die Bayerische Krise in ihrez Auswrikungen noch gar nicht zu übersehen sei. Eine Koalition aus Sozialdemokraten, Deutscher Volkspartei und Bauernbund sei theoretisch denkbar. würde aber noch über keine Mehrheit im Landtag verfügen. Der „Bayerische Kurier" betont, daß, da Finanzminister Schmeltzle seinen Rücktritt vor dem Rücktritt des Gesamtministeriums ausgesprochen habe, sich die in der Verfassung begründete Pflicht zur Weiterführung der Geschäfte nur auf die übrigen Minister beziehe. 3n einem Leitartikel schreibt die „M ü n- chener Zeitung": Die ganze 3nitiative sei nun an eine Mehrheit übergegangen, die nicht handlungsfähig sei. Schon der Versuch, Kommunisten, Sozialdemokraten und Rationalsozialisten an einen Verhandlungstisch zu bringen, würde sich wie eine Komödie ausnehmen. Was für Bayern mit dieser Regierung verloren ging, werde dem Lande in der ganzen schweren Bedeutung des Verlustes wohl erst zum Bewußtsein kommen, wenn es merkt, daß im Kampf um das eigene Leben Bayerns die Zusammenfassung der Kräfte versagt, weil die Führung fehlt. * Landtagspräsident Stang hat an Ministerpräsident Dr. Held ein Schreiben übermittelt mit dem Dank des Landtags für die Arbeit im Dienste des bayerischen Heimatstaates. Der Präsident spricht die Hoffnung aus, daß diese verdienstvolle Arbeit gute Früchte zeitigen und daß der große Gedanke eines starken, selbständigen Bayerns im Gefüge eines starken Deutschen Reiches seine siegende Kraft erweisen werde. Schwierigkeiten einer deutsch-französischen Verständigung Die pariser Angstpsychose. Daladier gegen die Rüstungshetze. Paris, 21. Aug. (TU. Funkspruch.) Der Vorsitzende der Radikalsozialistischen Partei und ehemalige Minister Daladier besaßt sich in seinem Organ „Republique" mit der Ausnahme, die das Buch General v. Seeckts über die Landesverteidigung in der französischen Presse gefunden hat. Er bezeichnet die Aufnahme als geradezu lächerlich. Frankreich wende jährlich 14 Milliarden Franken für seine Verteidigung auf, d. h. mehr als die Hälfte der allgemeinen Ausgaben. Dies fei ein Satz, wie er in keinem an« deren Lande der Welt erreicht werde. Weitere Milliarden feien für den Ausbau der Ost grenzen bestimmt und wieder andere f ü r d i e Auffüllung der Lager mit Munition und fonftigen Heeresausrüstungsgegenftän- den. Das französische Heer verfüge trotz der einjährigen Dienstzeit über eine halbe Million Soldaten, ebenfalls eine Zahl, die in keinem anderen Lande der Welt erreicht werde und dennoch gebe es Maner in Frankreich, die feit einigen Wochen nicht aufhörten, ihrer Beunruhigung über die Schwierigkeiten Ausdruck zu geben. Daladier betont, daß er ein entschiedener Anhänger der deutsch-französischen Verständigung sei, die er als einziges Mittel zur Aufrechterhaltung des Weltfriedens ansehe. Um so bedauerlicher sei die Polemik, die feit einiger Zeit entwickelt werde, um eine Annäherung zu verhindern. Das Buch des Generals von Seeckt fei ein kriegswissenschaftliches Werk und enthalte an keiner Stelle einen Angriff ober eine Drohung gegenüber Frankreich, wie man dies in der französischen Presse glauben machen wolle. Es handele sich um eine Hymne des Berufsheeres, wie man sie in Frankreich vor dem Kriege zur Genüge gehört habe. Es fei direkt Zeitvergeudung, darüber zu sprechen, daß ein Heer von 100 000 Mann, selbst wenn es durch Polizeitruppen ergänzt werde, in der Lage sei, gegen die französische Militärmacht wirkungsvoll vorzugehen. Nichtsdestoweniger gebe er gern zu, daß die Organisation des französischen Heeres sehr zu wünschen übrig lasse. Das andere Gesicht. Noch immer die bedrohte Sicherheit. Paris, 21.Aug. (WTB.) Der Vorsitzende des Heeres-Ausfchusies der Kammer, der der Maginot- Gruppe angehörende Abgeordnete Oberst Fabry, beschäftigt sich im „Sntranfigeant" mit den Erklä- rungen des Kriegsministers Maginot über den „Wert des französischen Heeres". Fabry schreibt nach einem Hinweis darauf, daß der Kriegsminifter dem französischen Heer die Eigenschaft zugesprochen habe, feinem Land Schutz und Sicherheit zu verschaffen, am meisten beruhige die Tatsache, daß das französische Land- und Luftheer über aktive Sabres und über Reserven verfüge, die in der ganzen Welt ohnegleichen dastünden. Wenn man der französischen Wissenschaft die Mittel gebe, diese Kadres entsprechend zu unterstützen, bann werde Frankreich auf lange Zeit militärisch das stärkste Volk der Welt bleiben. Die Macht Frankreichs sei allerdings die beste Garantie für den gegenwärtigen Stand der Dinge und für den Frieden in Europa. Die Forderung nach Beseitigung aller Rüstungen zur besseren Gewährleistung des Friedens fei ungerecht, denn gerade die gefährlichsten und entscheidenden Waffen ließen sich nicht abschaffen: die Gase und das Flugzeug. Außerdem würde nach Entwaffnung aller Völker immer noch das eine stärker fein a15 bas andere, und zwar wegen feiner industriellen- oder wirtschaftlichen Mittel. Dann würde aber nicht mehr Frankreich das stärkste Volk fein, und der Frieden würde dadurch nicht gewinnen. Die Landeslifte der Deutschen Staatspartei in Sachsen weist folgende Spitzenkan- bibaten auf: Abel (Volksnational), Dr. Külz (Dem.) unb Prof. Dr. Apelt (Dem.). * Reichslanbbunbpräsibent Bethge ist aus ber Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten. * In München kam es im Anschluß an eine von ber Deutschen Staatspartei veranstaltete Wahlversammlung zu einer wüsten Schlägerei zwischen Nationalsozialisten unb bem Saalschutz, ber vom Reichsbanner gestellt worden war. Als Waffen bienten hauptsächlich Stühle unb Krüge. Es ent- ftanb ein ungeheurer Tumult. Die Versammlungs- besucher verließen zum Teil fluchtartig den Saal. Der Tumult setzte sich auf ber Straße fort. Das Ueberfallkommanbo säuberte langsam bie Straßen unb nahm eine Anzahl von Personen fest. Die Reichsliste der Sozialdemokratischen Partei weist u. a. folgende Ramen auf; Hermann Müller, Wels. Crispien, Hilfer- ding, Marie 3uchacz, Landsberg, Ditimann, 3o- hanna Reihe, Stampfer, Tarnow, Viktor Schiss. Aus aller Wett. Erdeinbrüche bei Berchtesgaden. Oberhalb der neuen Straßenstrecke zum Obersalzberg bei Berchtesgaden kam es zu Erdeinbrüchen, die fast stündlich weiter um sich greifen. An einer Stelle ist die Deffnung trichterartig und hat einen Durchmesser von etwa 15 Metern. Es erfolgen ständig weitere Abbrüche und streckenweise sind auf ber Straße gefährliche breite Quer- und Längsriße festgestellt. Infolge der Gefahren mußte die Straße zum Obersalzberg bereits f ü r den Verkehr gesperrt werden. Irgendwelche Sicherungsmaßnahmen können nicht getroffen werden, da man erst abwarten muß, bis die Erdbewegungen zum Stillstand kommen. Die gefährdete Stelle wird Tag und Nacht durch Sachverständige kontrolliert. Die Ursache der Naturkatastrophe ist noch nicht ermittelt. Schweres Scgelbootunglück an der englischen Küste Die 22 Tonnen große Pacht „3 s l a n b e r" ist an der Küste von Cornwall mit sämtlichen 3nfassen, dem konservativen älnterhausabgeord- neten und früheren Bergbauminister King und sechs weiteren Personen gesunken. Zuverlässige Angaiben über die Personenzahl waren bisher nicht zu erlangen, da das konservative Hauptquartier noch nicht einwandfrei feststellen konnte, wieviel Gäste King für seine Kreuzfahrten im Kanal mit an Bord genommen hatte. Die „3slander" sandte gegen 21 Uhr das erste Rotsignal aus, woraus sofort ein Rettungsboot abgelassen wurde, das die Un- glücksstelle etwa 10 Minuten nach dem Rot- signckl erreichte. 3n der Zwischenzeit wurde aber die Pacht auf eines der an dieser Stelle zahlreichen Felsenriffe geworfen. Der Seegang war so schwer, daß es für das Rettungsboot unmöglich war, an die Pacht heranzukommen. An Bord der Pacht war niemand zu sehen, dagegen wurden Hilferufe aus der Kabine vernommen. Eine von dem Rettungsboot abgefeuerte Rettungsleine wurde nach einem anderen Bericht aufgefangen, riß sich aber schnell wieder los. Durch Sturzwellen wurde die schon stark beschädigte Pacht erneut gegen ein Felsenriff geworfen. Die inzwischen entsandte Küstenschuhabteilung war glfichfcklA außerstande, in Verbindung mit der Pacht zu kommen. Verschiedene Personen wurden von den Rettungsmannschaften im Wasser auf kürzeste Entfernung treibend gesehen, konnten aber nid) t erreicht werden. Bei dem ersten Anstoß an das Felsenriff wurde die Pacht schwer beschädigt. Rach dem zweiten Anprall ist sie dann schnell gesunken. Die Frau des Steuermannes des Rettungsbootes sagte aus, daß sich zwei Personen verzweifelt an die Leine gehängt hätten, die dann aber nach gab und die beiden Personen mit ins Meer riß. Bisher sind zwei Leichen an Land gespült worben. Dreister Raubüberfall in Wilmersdorf. Auf bie Bezirkskasse in der Meierotto- Strahe in Berlin-Wilmersdorf würbe mit uner- härter Dreistigkeit ein Raubüberfall ausgeführt. Der 25 Jahre alte ftellungs- und wohnungslose Wil- Helm K r ü ge r hatte festgestellt, baß bie Haupt- gelber im ersten Stockwerk von bem,Kassierer aufbewahrt würben, unb baß bieser bie Gepflogenheit hatte, die Kassette dicht neben bas Fenster zu stellen. Er besorgte sich also, um sein Vorhaben auszuführen, eine Leiter, bie er schon nachts an bie Mauer des Gebäudes lehnte. Dann mischte er sich, als ber Betrieb in der-Kgße begann, morgens unter bie Leute, bie bie Kasse aufsuchten unb fchlang eine Kette um bie Türgriffe bes Kassen- raumes, um ein rasches Oeffnen derselben zu oer« hindern. Die Beamten waren gerade dabei, die von ber Reichsbank abgeholten Gelder zurechtzulegen, als Krüger, der rasch auf der Leiter hochgeklettert war, durch das Fenster einftieg und blitzschnell alles an sich raffte, dessen er habhaft werden konnte. Dann flüchtete er. Den verdutzten Beamten gelang es schließlich, bie Tür zu öffnen unb bie Verfolgung aufzunehmen, an der sich auch Zivilpersonen sofort beteiligten. Krüger, der auf der Flucht bie Gelbscheine wieber weggeworfen hatte, wurde nach kurzer Jagd eingeholt unb der Polizei übergeben. Da sich zue selben Zeit viele Menschen in ber Gegenb befanben, bie bos Herumliegende Gelb einsteckten, ist bis Höhe des fehlenden Betrages noch nicht festzuftellen. Die Ermittlungen haben ergeben, daß bie Tat kaum von bem verhafteten Krüger allein begangen fein kann, fonbern daß er noch Komplicen gehabt haben muß. Nach Aussagen hat an der Straßenecke ein Auto gestanden, in dem sich drei Männer befanden. Dieser Wagen setzte sich sofort, als die Hilferufe ertönten, in Bewegung, unb nach ihm fahndet vor allem noch bie Polizei. Von bem geraubten Gelb finb inzwischen von ehrlichen Fin- bern auf bem Polizeirevier 12 650 Mark abgeliefert worben. Wie hoch ber fehlenbe Rest sich beläuft, müssen erst bie Nachprüfungen ergeben. Oeslerreichische Gletscherexpedilion in Island. Wien, 21. Aug. (TTl.) Der österreichische Forscher Dr. 3oses Ke in dl hat den Höfsjo- kull eines der größten Eisfelder 3slands. erstmalig durchquert. Die Durchquerung des Eisfeldes dauerte 31/2 Tage, obwohl sie zettweise durch ungünst ge Witterung sehr erschwert war. Der Hofsjökull hat schätzungsweise eine Fläche von 1200 bis 1300 Quadratkilometer und ist somit so groß wie sämtliche Gletscher Oesterreichs zusammengenommen. Der Höfsjökull liegt im Zentrum 3slands und ist von jeder menschlichen Ansiedlung weit entfernt. Von allen Seiten umgeben ihn ungeheure Moränen selber, die der Gletscher während seiner früheren weitaus größeren Ausbreitung abgelagert hat. Zu den Ergebnissen der mit Unterstützung der österreichisch-deutschen Wissenschaftshilse unternommenen Expedition gehört u. a. auch dieEntdeckungneuerVul- t a ne im bisher unbekannten 3nnern 3slands. Die Wetterlage. fjorcr 48 0; >10 49 -Sfr n Pari ‘ranl WV 45 hflPW ,237> 4^ Wien 2/(3)» ßöstsfö 3—b !!■ © Wontenlos. 0 neue». 0 naro Mdeott 0 wontig. eoedten • Regen * Schnee Graupein a Neoei K Gewitter.© Windstille. O» seh» leichter Ost massige'Sudsfldwest q stürmische« «ordw'esl Ole Piene fliegen mit dem winde Oie oeiden Stationen dienenden Za* ten gehen die Temperatur an. Die Linien 'erfunden Ort« mit gleiche® euf neeresoiveau umgerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Witterungsausfichten fürSamstagr Wolkig mit Aufheiterung, meist trocken, mäßig warm. Witterungsaussichten fürSonntag: Roch kein beständiges und sommerliches Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 21. August: mittags 25 Grad Celsius, abends 19,4 Grad; am 22. August: morgens 16,6 Grad. Maximum 25,4 Grad, Minimum 14,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 21. August: abends 25 Grad; am 22. August: morgens 17,4 Grab. — Nieberschlag 0,2 nun. — Sonnen- scheindauer 8% Stunben. Reisewetterdienst. Berchtesgaden. 18 Grad, Windstille, heiter bis halb bedeckt. Baden-Baden. 16 Grad, Südwestwind, wolkig. Westerland (Sylt). 18 Grad, Südwestwlnd^ schwacher Regen. Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 22. Qluguft 1930. Oie Wirtschastspariei im Wahlkampf Am Mittwochabend trat die Reich-Partei des deutschen Mittelstandes lWirtsqrastspartei) mit einer sehr stark besuchten Dählerversammlung im Lass Leib in den Wahlkampf in Gießen ein. Die Versammlung wurde anfangs durch fortgesetzte Störungen von Link-radikalen beeinträchtigt, bis schlichltch auf Ersuchen des Dersamm- luirgsleiters die Polizei die Störenfried« entfernte. Danach konnte der bisherige ReichstagSabgc- vrdnete Büdcrmeifter Drewitz aus Berlin ungestört sprechen. Sr wies zunächst besonders auf Die stark angewachlenen Ausgaben des Reiches seit 1924 bin; einer Ausgabe von 5,9 Milliarden im Jahre 1924 stehe heute eine jährliche Ausgabe von rund 12 Milliarden gegenüber. Diese gewaltige Steigerung fei nicht allein mit den Trihutlasten zu erklären, sondern sie falle vor allem der innerdeutschen Gesetzgebung zur Last. Der Redner forderte Umkehr von den bibber verfolgten wirtschaftspolitischen Wegen. Es sei alles zu hin, um die durch übertriebene Rationalisierung gewaltig gesteigerte Arbeite zisfer zu senken und möglichst vielen Menschen wieder Arbeit und Lohn zu verschaffen. 3m Einklang mit der wirtschaftlichen Umkehr müsse auch Beschränkung aus dem Gebiete der Sozialpolitik eintreten, damit die Lasten wieder in Uebcttinftimmung gebracht würden mit dem Leistungsvermögen unserer Bolkswirtschaft. Rotwendig fei ferner wirksamer Schuh der deutschen Landwirtschaft, des Gewerbes und der Industrie, kräftige Förderung des deutschen Absatzes nach dem AuSlande und Wiedergewinnung ertragreiche« Auslandmärkte für unsere Erzeugnisse. Diese Umkehr sei aber nicht durch die Gemern- wirtschast des Sozialismus zu erreichen, sondern nur auf der Grundlage der unbedingten Anerkennung der Privatwirtschaft und deren Verteidigung gegen sozialistische Wirtschaftsexperimente und großkapitalistische Bedrückungen. In den Steuermahnahmen des Kabinetts Brüning erblickt der Redner eine Berücksichtigung der Forderungen des Mittelstände-, die auch künftig Platz greifen müsse. Der neue Reichstag habe die besondere Aufgabe, durch energische Reformen alles zu bcfeitlgen, waS durch StaatS- sozialiSmuS in den letzten elf Jahren zum Schaden der DolkSgefamtheit gestaltet worden sei. Mit diesem Ziel des Wahlkampfe- wolle die Wirtschaft-Partei ein neues Deutschland schaffen. Al- nächster Redner sprach der hessische Reichs- tag-kandidat der Wirtschaftsportei Prof. Dr. Horneffer (Dießen). Er sieht die Hauptaufgabe für eine bessere Gestaltung der Lage Deutsch« lands ebenfalls in der entschiedenen Abkehr von den Grundsätzen des Sozialismus Eine Partei, die grundsätzlich die Privatwirtschaft bekämpfe, könne von den Anhängern der Privatwirtschaft nicht al- gleichberechtigt anerkannt werden, hier könne es sich nur darum handeln: Kampf bi- aufs Messer! (Lebhafter Beifall, stürmischer Widerspruch und erregte Pfui-Rufe.) Sodann polemisierte der Redner gegen da- Zentrum, bem er vor allem die Mitverantwortung an der sozialdemokratischen Machtstellung im Staate zur Last legte. Auch die Deutsche Dolkspartei habe ihre Außenpolitik, allerdings nachdem sich die Deutschnationalen versagt hätten, nur mit Hilfe der Sozialdemokratie geführt und dieser dadurch große Macht über die deutsche Innenpolitik eingeräumt. Ne Deutschnationale Volk-Partei sei unter Hugenberg in den schlimmsten Zustand geraten: sie wisse überhaupt nicht mehr, was sie wolle. Die bisherigen Parteien seien allzumal Sünder, sie seien nur immer willfährig gegen die Massen gewesen. Die Rationalsozialisten trieben einem neuen Umsturz entgegen, sie seien eine revolutionäre Bewegung ohne jede- Wirtschafts- Programm. Dem deutschen Volk, do» vor allem Ruhe und Geduld zum Emporarbeiten brauche, sei zu empfehlen, sich von den weltanschaulichen politischen Parteien loSzulösen und zur berufS- ständischen Politik und Organifation überzugeben. Jetzt handele es sich um die Erhaltung des Staates und der Dirtschast in einer Form, die möglichst viele Deutsche «mähren Forme. Dom Mittelstand her müsse zur Wiedergesundung Deutschlands der Ruf ertönen: Deutsches Bürgertum erwache! In der anschließenden freien Au-fprache äußerten sechs Redner von anderen Parteien bzw. von Derussständen ihre Ansicht. Darauf sprachen die Referenten gegen 1 Uhr ihr Schlußwort. •^ornotuen. — Tageskalender für Freitag. 168er: Dortrag mit Lichtbildern über die Schlacht bei Neu» Chateau, 20.30 Uhr, ifn Tafs Leib. — Lichtipielhaus, Bahnhofstraße: „Scapa Flow" und „Der König der Sensationen". — Aus dem St ad t th ea ter»Dur eau wird uns geschrieben: Bei der diesjährigen Erstausführung von Shakespeares Lustspiel „Liebe- Leid und Lust" auf der Waldbühne versucht der Regisseur, Intendant Dr. P r a s ch , diese- Iugendwcrk Shakespeares auf das spielerische Riveau der späteren Stücke au bringen. Intendant Dr. Prasch versucht allem unzeitgemäßen, schwerverständlichen Sprachstil au- dem Wege zu gehen. Im Mittelpunkt stehen — wie immer bei Shakespeare — die Schauspieler, und an ihnen die Freude zur Gestaltung zu wecken, war die Hauptaufgabe der Regie. Die Ausführung findet insgesamt nur zweimal statt. Sommerabonne- mentS haben Gültigkeit. Wird auf der Waldbühne und nicht infolge schlechten Wetters im Stadttheater gespielt, so wird am Theater eine Flagge gehißt werden. Don den neuverpflichteten Kräften treten auf die Damen: Schwend, Walther-Lederer und die Herren: Bäuerle, Hauer, Schelcher. (Vorverkauf siehe in der heutigen Anzeige.) e •• E l n weltbekannter Heerführer in Dießen. Die BahnhofSgaststätte Gießen hatte gestern hohen Besuch. Generalfeldmarschall von Mackensen, der bedeutende deutsche Heerführer im Weltkriege, kam mit dem Mittags- 0-Zug von Koblenz hier an und verweilte im Speisesaal des Dahnhofsrestaurant- bis zu seiner Weiterreise, die mit dem Berliner v-Zug um 13.36 Uhr erfolgte. Die Stimmlisten liegen zur Einsichtnahme offen! Dom Sonntag, 24. August, bis einschließlich Sonntag, 31. Auapst, liegt für die kommende Reichstags wähl im Stadthaufe Bergstraße 20 — Zimmer Nr. 13 — die Stimmkartei zur Einsichtnahme offen. Personen, die bis zum 14. September 1930 das Wahlalter erreichen, oder Wahlberechtigte, die in letzter Zeit ihre Wohnung geändert haben, oder erst zugezogen sind, oder durch Verheiratung einen anderen Namen führen ufm., mögen nicht versäumen, sich von der richtigen (Eintragung in die Stimmkartei zu überzeugen. Man beachte di« heutige Bekanntmachung. ** Aenderung der Lohnsteuer ab 1. September. Rach der Rotverordnung de- Reichspräsidenten vorn 26. Juli treten ab 1. September bei ledigen Arbeitnehmern Zuschläge zur Lohnsteuer in Kraft. Das Rähere hierüber ergibt sich aus einem amtlichen Merkblatt, das bei den Finanzämtern unentgeltlich abgeholt werden kann. ** Tödlicher Unfall im Gießener Bahnhof. In der vergangenen Nacht kurz nach 12 Uhr wurde auf dem hiesigen Güterbahnhof am Dagenadtausberg an einer Gleisbremse der 45 Jahre alle Rangierarbeiter Otto 5« u H n g aus Wieseck von einer ablaufenden Dagengruppe ersaht und überfahren. Der bedauernswerte Mann fand dabei den Tod. Er hinterläßt Frau und zwei Äinber. Oderheffen. Lnndkrcio Gieren. Wieseck, 22. Lutz. Eine Verschönerung erfuhr unsere Grabenstraße, die ohnehin eine der schönsten Straßen Wiesccks ist, durch den Cabcnymbau der Firma A u g u st L o tz. Die Fassade wurde in moderner Weise vollständig umgebaut. Das Haus gibt jetzt mit seinen drei schmucken Schaufenstern ein sehr harmonisches Bild. Auch im Innern wurden zweckentsprechende Umänderunaen vorgenommen. In», besondere haben die Schaufenster durch geschickte An- ordnung der modernen Beleuchtungskörper eine indirekte Lichtquelle erhalten, die für die Auslagen lehr vorteilhaft ist. Es ist erfreulich, daß auch auf dem Lande der Kaufmann beginnt, seine Waren dem Kunden in schönen und sachlich ausgestatteten Schaufenstern zu zeigen. Der neue Laden der Firma August Log bedeutet eine Zierde für Wieseck. Der Umbau wurde nach den Plänen des Daurats Schuhmacher in Gießen durchweg nur von Wiesecker Handwerkern ausgeführt. Der Laden soll heute eröffnet werden. Man beachte die heutige Anzeige. Kreis Büdingen. 0 Büdingen, 21. Aug. In der Rächt »um Donnerstag wurde in einer Villa am Gebück in Büdingen ein Einbruch verübt. Die Einbrecher — e- müssen zwei gewesen sein — find durch den Garten bi- zum Dachfenster gestiegen und von da in die Wohnung gelangt. Gestohlen wurden drei Anzüge, ein Herren-Mantel und ein Damenkleid. Die Bewohner der Villa sind zur Zeit verreist. Don den Einbrechern fehlt biS jetzt jede Spur. Kreis Schotten. # AuS dem Vogelsberg, 21. Aug Die Feldhühner sind in diesem Jahre ausgezeichnet gediehen. ES ist nahezu die doppelte Kettenzahl wie in den seitherigen Jahren auf unseren Feldern vorhanden. Ketten von 25 Stück find keine Seltenheit. Auch die Entwicklung der Iunghühner läßt nichts zu wünschen übrig. Kreis Alsfeld. — Ober-Ohmen, 21. Aug. Rachdem vor zwei Jahren das einst in unserem Dorfe hochentwickelte Messerschmiedehandwerk von der Großindustrie aufgesogen wurde, hat dieser Tage der letzte Vertreter des hier ebenfalls sehr ausgeprägten WeberhandwerkeS seinen Webstuhl abgebrochen. Damit sind die letzten Wahrzeichen alten Gewerbes lei ßcs in unserem Dorfe verschwunden. Preußen. Kreis Wetzlar. d Launsbach, 20. Aug. Am Samstag fand in unserer Gemeinde unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft die Einweihung der neuen Wasserleitung statt. In einem Festzug mit Musikbegleitung marschierte man nach dem Hochbehälter des Wasserwerke-, der mit der Reich-- und der Landesflagge und mit frischem Grün geschmückt war. Gemeindevorsteher Pfaff wie- nach der Begrüßung der Gäste und der Einwohner auf die mancherlei Schwierigkeiten bis zur Durchführung des Wasserleitungsbaues hin, und dankte allen, die an der Losung den großen Aufgabe mitgewirkt haben. Hierauf wurde dem Gemeindevorsteher von einem Vertreter des Kreistiefbauamtes der Hochbehälter und damit das neue Wasserwerk übergeben. Anschließend folgten verschiedene Glückwunsch» aniprachen und «ine Besichtigung deS Hochbehälter- und der Pumpstation Die Anlage befindet sich auf einer etwa 200 Meter vom Orte entfernten Anhöhe, von der man einen schönen Blick in- Lahntal hat Die günstige Lage der Quelle und des Hochbehälter- in unmittelbarer Rahe de- Ortes machten nur eine kurze Rohrleitung erforderlich, wodurch die Anlage wesentlich verbilligt wurde. An dem Bau wirkten die Firmen H. Weimer. Gießen: Bau- gefchäfl H. Müller, LaunSbach, und Elcktrv- meiftcr Karl Weil, Krofdorf, mit. Rach der Inaugenscheinnahme der neuen Anlage begab man sich in geschlossenem Zuge in den Ort zurück, wo eine allgemeine Volksbelustigung unter mancherlei geselligen Darbietungen den Abschluß deS Tage- bildete. Z Atzbach 19. Slug. In brr jüngsten Sitzung der hiesigen Gemeindevertretung stand u. a. die Bauplayfrage für die Klein- kinders chule zur Beratung. Es lag ein Schreiben deS Presbyterium- der Kirchengemeinde vor, wonach durch Geländeaustausch und unter gewissen Bedingungen auS dem Pfarrvermöaen ein Grundstück zur Verfügung gehellt werden kann. Die Gemeindevertretung steht dem Antrag nicht ablehnend gegenüber, doch fall in einer gemeinsamen Sitzung der Vertretungen der Zivil- und der Kirchengemeinde über die Grundlagen einer Einigung beschlossen werden. — Unsere Gemeinde tst für einen der vom KreiS veranstal e en HauShaltungSkurse vvrge- feben. Der Gemeinderat erklärt sich damit etn- verstanden und übernimmt die anteilmäßigen Kostew — Zu der Einführung einer Gemeinde-Bier st euer wie- Bürgermeister Brockmeier auf die schwierige Finanzlage der Gemeinde hin und stellte anheim, ob sie von dem durch daS Gemeinbe-Geiränkesteueraesetz verliehenen Recht, eine Biersteuer cituuführen, Gebrauch machen wolle oder nicht. Die 'Beschlußfassung wurde vertagt. berliner Börse. Berlin, 22. Aug. (WTD. Funkspruch.) Im Gegensatz zu den letzten Tagen, ist im heutigen Frühverkehr eine zuverlässige Tendenz wieder noch nicht zu erkennen. Der schwache Schluß der gestrigen Äeuyorker Börse mahnte zur Zurückhaltung, und die Spekulation verhielt sich abwartend und nannte noch keine Kurse. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Pari- 123,83, London gegen Mailand 92,98, London gegen Spanien 45,75, London gegen Kabel 4,8710, London gegen Berlin 20,3913, Kabel gegen Berlin 4,1860. Kirchliche Nachrichten. Israelitische (BemJnben. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 23. August. Vorabend 7.15 Uhr; morgens 8.30 Uhr: abends 7.35 und 8.15 Uhr. Israelitische Rellgionsgefellschast. Sabbatfeler den 23. August. Freitag abend 7 Uhr: Samstag vormittag 8; Predigt: nachmittags 4; Sabbatausgang 8.15; Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 6.30 Uhr. ßelDBdbeltswalfer I een Weiset, Oiefeen, Sonnenstrehe 6, Telephon Nr. Ul Im ersten Jahrzehnt nur W29/30 Sie Ist nach Ärztlicher Vor* schrift besonders für die empfindliche Haut des Kindes hergestelk. Ihr seidenweiche» Schaum dringt schonend in die Hautporen ein und macht sie frei für eine gesunde Haut- atmung. Preis 70 Pfa NIVEA KINDERSEIFE Freilicht, Freiluft und Sonne! Und dazu ^NIVEA-CREME Das gibt gesunde Haut und schön gebräuntes Aussehen, —auch bei bedecktem Himmel; denn auch Wind und Luft bräunen den Körper. Aber trocken muss Ihr Körper sein bei direkter Sonnen- \ bestrahlung. 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Bahnhotstraüe 17 05l7ß Wir laden unsere Mitglieder zur Eimihöng unseres eigenen Sauses zu Sametag, den 23. Augruat 1930, abends S1 , Uhr. Lonyetr. 18. ein. Liederbücher ruitbringen. Der Vorstand. Da» Heim steht für jedermann Sonntag, den 24. August 1930 von 9 bis 1 Uhr zur Besichtigung offen. eJUUULJUIUCKJULJLJ KM Rat AusküniteinNecht». Straf-. Famtl.-Ange- leaenvetten. Gesuche. Verträge. Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen vreiSw^ streng dtskr. u- an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Bnrian-e.Aueknottei LnkJLQerx,Bad-Mei- heim, Enrstr. 17. «■ la Eiderfettkäse 20 Prozent 9Psd.Mk.630 franko Daepttlielabrlk, Benis barg. [™D Beschlagnahmesreie 2. Zimmer- Wrhnung hi gesunder Lage zu verm. Schr. Ana. u. 05181 g. d. Gieß. An». Bureau- u. LajrerrUume (tum Unterstell, von Möbeln sehr geetg.» tn günstig. Geschäftslage au vermieten. Schrift l. Angeb. um. 05180 a. d. Gieß. An». Garage zu vermieten 05167 Cudanlage 7. Stellenangebote Kausm. 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S — — 130 128,5 Schlesische Elektrizität. . . . 10 — — Idd 131,5 Schuckert & Co. . ..... 11 — — 153,75 152,5 16 193,5 191,75 193,25 192 TranScadto ....... . 8 —- Lahmeyer & do....... 10 155 — 155,5 155,75 Buderus......... . i> 57,5 58,5 57,65 58,25 Deutsche Erdöl ...... • 6 — — 72,25 Essener Steinkohle ..... . 8 — — — Gelsenkirchener ...... . 8 109 — 109,25 108,5 Harpener......... . 0 101 — 101,7o Hoesch Eisen........ — — 87 85,75 hlse Bergbau ...... 10 — — 222 Klöcknerwerke ....... • * 80 ■-- 80,75 79.5 Köln-Neuessen....... — — <4,5 83,5 ManneSmann-Rähren . . • • < 4,5 84,75 E4,5 84,5 Mansselder Bergbau .... . 7 — —* 55,25 Oberschles. Eisenbedars . . • . 6 — — 53,75 53,25 Oberschles. Kaliwerke.... . < — 86,4 85,4 PHSnir Bergbau...... 6Y, 78,5 — 78,5 78,5 Rheinische Braunkohlen • . 10 206,5 — 206,5 205 Rheinstahl........ . 6 87,75 87 Riebeck Montan ...... 7,1! — — Frankfurt a. Dl. Berlin Schluß« kurt t-Uhr- Kurs Schluß«! kurt 1 Anfang- Kurs Datum 21. b. 22 o. 21. b. 22. b. 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Färben-Industrie 12 151,9 151,4 152,25 152 Dynamit Nobel . . . . 6 — — 72,5 — Scheideanstalt.... . 9 139 — — — Goldschmidt .... . b 56 56,75 56,75 — Rütgerswerke .... • « . 6 33 — 53,4 51,75 Metallgesellschaft. . . • • . k 106 105,5 115,5 — Philipp Holzmann . . . 7 83 — 83,5 83,75 Zementwerk Heidelberg • 10 104,5 — — — Cementwerk Karlstadt. e 4 10 — — — Wavß & Frey tag . . . 8 65 64,5 65 — Schultheis Patzenhoser 15 — 256,5 253,5 Ostwerke...... 12 — — 206,5 202,5 ölku........ 18 H6 85 15,75 84,75 Bemberg...... 14 89 —— 8,75 87,5 Zellstoff Waldbof . . 137. 132 131 f33 131,5 Zellstoff Aschaffenburg « e 12 99,75 — 101 99,75 Charlottenburger Wasser . . 8 —— — 93,5 93,25 Dessauer GaS .... e • . 9 — — 133,75 131 Daimler Motoren . . «, • . 0 78,5 28 <8,75 28,5 Deutsche Linoleum . e • e . 186 — 16b 185 Maschinenbau A.»G. . • e . 0 — — 40/'5 40,25 Rat. Automobll . . . . 0 — — 9',75 9.75 Orenstein & Koppel • • • . 6 — — 59,5 59,5 Leonhard Tietz . . . 10 132 Id4 132 Svenrka...... 284 — 765 285 Frankfurter Maschinen - ■ . 4 _ — 22 — Gritzner...... 30 — 30 — Heyligenstaedt . . . Iunghan»...... • • . 0 . 6 _ 28 — Lechweicke...... e . . 8 95,5 — — — Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 79 — — — Mag........ e • IC 86,5 — '6,75 86,5 Gebr. Roeder . . . e « 10 58,5 — — - Boigt & Haeffner . . A A . 9 151.25 — 151,5 Süddeutsche Zucker . e * 10 147 146 146 Banknoten. Berlin, 21- August Gew I 3def . Amerikanische Noten...... Belgische Noten. ....... Dänische Noten ........ Französische Noten ...... Italienische Noten........ Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten . ....... Svantsche Noten ...... Tichechoslowakische Noten..... Ungarische Noten........ Devisenmarkt Berlin 4,166 58,37 112,00 20,338 16,422 168,16 21,93 111,88 59,13 2,47 112,25 81,30 44,11 12,385 73,21 franffurl 4,186 58,61 112,44 20,418 16,482 168,84 22,01 112,32 59,37 2,49 112,69 81,62 44,29 12,445 73,51 o. zn. 21. August 22- August iümilid)e Neuerung Geld | Driei Amtliche Notierung Geld | Briet ülmft.-'Jiott. Buen.-AireS Brss.-Ankw- Christiania. Kopenhagen Stockholm ■ HeistngforS. Italien. - - London. » • Neupork . . Poris.... Schweiz .. Spanien . . Japan . - - >Kto de Jan Wien in D-. Oest. abaeft Prag . . . - Belgrad . . Budapest. . Bulgarien . Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . llrmuat). . Cairo . . . 168,4b 1,512 58,43 112,13 112,16 112,40 10,526 21,91 20,37 1,1825 16,445 81,33 44,46 2,066 . 0,401 59,115 12,411 7,429 73,35 3,032 18,82 81,43 1,784 5,435 4,184 3,427 20,88 168,82 1,516 58,55 112,35 112,38 112,62 10.546 21,95 20,41 4,1905 16,485 81,49 44,54 2,070 0,403 50,235 12,431 7,443 73,49 3,038 18,86 81,59 1,789 5,445 4,192 3,433 20,92 168,42 1,515 58,415 112,08 112,14 112,39 10,525 21,90 20,367 4,181 16,445 81,295 44,66 2,066 0,404 59,11 12,411 7,423 73,34 3,032 18,83 81,43 1,784 5,435 4,184 3,427 20,88 168,76 1,517 58,535 112,30 112,36 112.61 10,545 21,94 20,407 4,18' 16,485 81,455 44,74 2.070 0,406 59,23 12,431 7,437 73,48 3,038 18,87 81,59 1,789 5,445 4,192 3,433 20,92 Turnen, Sport und Spiel. Akademische Ehrung Lewalds. Die Universität Heidelberg hat den ersten Vorsitzenden de- Deutschen ReichSauSschusses für Leibesübungen, Staal-lekretär a. D. Dr. L e - Wald xum Dr. m c d. h. c. ernannt. 3m Namen der Fakultät hat Prof. Dr. Daeyer die Ernennungsurkunde Sr,eilen, Lewald an seinem Geburtstage in Sils Maria (öngiDin) übeere cht Herbstregatta desLahn-Negatta-Verbandes. Bei der 10. Herb st-Regatta des L a h n- Negatta-Derbandes am 31. August auf der Lahn bei Gießen unter der Leitung deS Verein» Rudersport Diesten 19 13 werden 16 Nennen durchgesührt. 3m einzelnen handelt es sich um folgende Nennen: 3ungmann- Vierer, Lahn-Achter: Iungmann-Einer: An- fänger-Nierer' Staotspräsidenten-Dicrer: 3ur.g- mann-Dierer: Herbst-Achter: Schüler-Vierer, 1. Lahn-Vierer: 3unamann-2chter: 3untor- Dierer: Herbst-Vierer: Lahn-Einer, Lahn-Iung- mann-Vicrer: Ermunterungs-Vierer: Droster Achter. 3uxbcn Nennen haben folgende Vereine gemeldet: Nudervcrein Bad SmS, Limburger Ruderklub 1907, Offenbacher Nuderverein 1874, CQkil- burger Nusterverein von 1925. Ruderklub Saar, Saarbrücken. Wetzlarer Ruderklub 1880, Ruder- Verein Rüsselsheim, Frankfurter Rudergesellschaft Sachsenhausen, Mainz-Kasteler Rudergesellschaft, Rudergescllschaf» Wiesboden-Vieberich, Marburger Ruderverein 1911, Limburger Ruderverein 1895, Kreuznacher Ruderverein 1876, Vinger Rudergesellschaft, Diestener Rudergesellschast 1877 und Verein Rudersport Diesten 1913. Gchwimm-Meisterschasten der O. T. Am 23. und 24. August hält die Deutsche Turnerschaft in Darmstadt ihre diesjährigen Sch w i m m - Me i st e r s ch a f t e n ab, die wohl die letzten ihrer Art sein werden, da man vom kommenden 3ahre ab auch hier, wie in der Leichtathletik, nur noch gemeinsame Meisterschaften kennen wird. Das Meldeergebnis für die Meisterschaften ist ganz ausgezeichnet ausgefallen. 219 Herren, 80 Damen und 52 AlterSturner auS 99 Vereinen haben gemeldet Dazu kommen noch 53 Meldungen zu den Staffeln, alle- in allem also eine Meisterschaft auf der breitesten Drund- laae. Vei den EinzelkSm pfe n sind einige Titelverteidiger diesmal nicht mit von der Partie. Nach den in den einzelnen Kreisen erzielten Leistungen wird man aber damit rechnen können, dast der Nachwuchs die entstandenen Lücken würdig auSfüllen wird. Eine Vorhersage der Sieger ist bei der arosten Desetzung der einzelnen Konkurrenzen sehr schwer. Die Mehrkämpfe und Staffeln sind ebenfalls sehr gut beseht. Don den Staffeln wird die Kreisst affet über 10 <100 Meter Freistil und die 4xl00-Meter-Ft^istilstaffel das größte 3nter- esse finden. 3m Wasserball wird die deutsche Meisterschaft der DT. entschieden. An den Endkämpfen nehmen Hannover, Halle. Darmstadt und Speyer teil. Wichtiger und bedeutungsvoller wird aber daS erste Repräsentativspiel zwischen Auswahlmannschaften der DT. und deS Deutschen SchwimmverbandeS werden. Kunstturnen der O. T. — 3n Diesten ist der K u n st t u r n Wettkampf der Gaue Hessen, Rhein-Mosel und Frankfurt a. M., der tm vergangenen Herbst in der Volk-Halle stattfand, noch in bester Erinnerung. Derselbe Kampf wird im Oktober d. 3. in Koblenz au-getragen. Vorher haben die besten Dcräteturner unseres Gaue- Hessen noch Gelegenheit, ihr Können zu erproben in dem h e s s i- schen Provinzkampf, der auf Einladung der hessischen StaatSregierung am 28. September erstmals in Darmstadt stattfindet, und zu dem die Turngaue Hessen (Oberhelsen), Rhein- Main (Ss^rkenburg) und Rheinhessen antreten. Jeder ®qu stellt eine Riege von acht OKann, die an Reck, -I^irren und Pferd turnen und eine ÄürfrtiüL^nj auSführen. Die siegende Mannschaft cr^5[t die Staatsplakette deS hessischen Volksstaa^ Für die Zusammenstellung der heimischen Da,>mannschast ist ein Ausschei- bung«lur)icn notwendig, das am Samstag- nachmittag j.i der Turnhalle des Turnvereins 1846 Dicsten unter Leitung von Gauoberturnwart W. Will, Diesten, stattfindet. Die Fechtmeisterschaffen der DT. Die Fechtmeisterschasten der Deutschen Turnerschaft werden in der Zeit vorn 29. bis 31. August in Nürnberg durchgesührt. 38 Fechterinnen haben sich für daS Darnenflorettfechten eintragen lassen, darunter Frau Oetkers (Offenbach), Frl. Hast (Offenbach), Frl. Hoffmann (Berlin) und Frl. Osiander (Duisburg). Zum Herren-Florettfechten sind 73 Meldun- gen abgegeben. Don bekannten Fechtern sind zu nennen: Heim, Thomson (Offenbach), Dr. Hoops (Berlin), Dr. Schöndube, Loefkler (Frankfurt a-M.). Kolbingcr (München», H. Schöndube (Nürnberg), Berthold (Ehemnih) und Schubert (Leipzigs. — Die gleichen Fechter haben auch zum Säbelfechten gemeldet, für das sich insgesamt 61 Fechter einschreiben liehen. Zum Segenfechten treten 60 Teilnehmer an. 3nsgesamt treten also 124 Fechter und Fechterinnen auf den Plan, die zusammen 232 Meldungen ab- gegeben haben. Südwefldeutscher Tum-Verband. Lahn-Tünsberg-Gau. Die am vorigen Sonntag in Diesten abgehaltene Sprelersltzung hatte einen überaus starken Besuch aufzuweisen. und sie wurde mit einlerten- den Worten des Vcrbandsspielwarts bzw. Dau- sprelwarts Heil. Mendorf, bzw. Drolsbach Darbenteich eröffnet. Wegen der Einteilung desDauesinBezirke einigte man sich da- Wn. den Dan in drei Bezirke einzuteilen. Es fielen Im 1. Bezirk Londorf I. Allendorf I Staufenberg I, Daubringen 1, Ruttershausen 1’ Londorf II, Lollar 1. Allendorf II: 2. Bezirk: Wie- seck, Hausen, Darbenteich. Beuern, Albach. Steinbach. Burkhardsfelden; 3. Bezirk Wißmar, Launs- bach. Ahbach, Dorlar. Darbenheim, WaldgirmeS. Rodheim, Srda. ES spielen also sämtliche Mannschaften in der 1. Klasse, während am Schluß der Spiele die drei Bezirksmeister in Dor- und Rückspiel um den Daumeifter spielen. Die 3u genb wurde in zwei Druppen eingeteilt. ES gehören zur l.Druppe: Londorf. Allendorf. Kesselbach. Daubringen, Staufenberg. Lollar: 2 Gruppe Wieseck. Hausen, Kinzenbach. Darbenteich, Dorlar Der Beginn der Spiele wurde auf den 31. Äug. festgelegt. Einige weitere Maßnahmen deS Dauspielwarts fanden die Zustimmung der Versammlung. Tic BunDcdmeisterschaften. Die diesjährigen BundeSmeisterjchaf- ten deS Allgemeinen Deutschen Tur- nerbundeS finden in Rem sche i d statt. Eine stattliche Zahl der Besten deS ADT wird vom 31. August biS 2. September dort antreten. Die Landesverbände Hessen und Schwaben werden besonders zahlreich vertreten sein. Die Hessen- und Schwabenkommerse, die immer anläßlich der Meisterschaften deS ADT. stattfinden, sind überaus beliebte Veranstaltungen. Besichtigungen bedeutender Stahlwerke sind ebenfalls vorgesehen. Auf die Leistungen der MeisterschaslSkämpfer darf man gespannt sein. vergfest in Mainzlar. Kommenden Sonntag findet die letzte turnerische Deranstallung des Lahn-Dünsberg-Daues. das Bergfest in Mainzlar, statt. Der dortige Turnverein verbindet mit dem Fest sein 25.3ubiläum. Neben den Turnern innerhalb deS Dau es werden eine große Anzahl aus dem Main-Rod-Dau und Wetterau-Dau teilnehmen. 3n 6 Klassen werden sich Turnerinnen und Turner tm Wettkampfe messen: Klasse -X Männer, Klasse 8 3ugend-Oberftuse (3. 1912 13). Kl. C Tugend-Unterstufe (3.1914 und später). Kl. D Altersstufe (3. 1900 und früher). Kl. E Turnerinnen-Oberstufe, Kl. F ÜumcTinnen-lln- terstufe. Sämtliche Klassen turnen einen Dier- kamps bestehend auS Kugelstoßen, Weitsprung. Hochsprung und 100-Meter-Lauf. Die Kämpfe werden nach den Bestimmungen der D. S. B. ausgetragen. Nach Beendigung des TurnenS wird am Nachmittag die Dauriege sich in einem Schauturnen am Barren zeigen. Handball. TV. Wieseck l — Td. Ruttershausen I 10: 2 (5:1). Die Mannschaften trafen sich am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel aut dem Wiesecker Sportplatz. Es war ein flottes Spiel, in dem sich eine leichte lieber! eg enheit der Wiesecker bemerkbar machte, die in regelmäßigen Abständen dem Ruttcrshäuser Tormann das Nachsehen gaben. I. Monate 3ugenb=®eülämpfe des V.s. J. Am kommenden Sonntag veranstaltet der D s B. auf dem Waldfportplah feine ersten leichtathletischen nationalen 3 u - aendwettkämpfe. die alljährlich ihre Wiederholung finden sollen. Die Leichtathletikabteilung deS VfB. hat sich die Pflege und Förderung der 3ugendleichtatbletik zur besonderen Aufgabe gemacht und will mit dieser Veranstaltung. die in diesem 3ahre die einzige ihrer Art tm Bezirk Hessen-Hannover ist. werbend und leistungsfördernd wirken Sein Vorhaben verdient volle Anerkennung. Die Veranstaltung erhält ein besondere- De- präge und verdient erhöhtes 3nteresse durch den Umstand, daß sich erstmals die Leichtathletik- 3ugend der beiden hiesigen Turnvereine und Sportvereine in friedlichem Wettkampf gegen* übersteht. Die Meldungen sind außerordentlich zahlreich wnb bürgen für erstklassigen Sport. Neben den Gießener Vereinen. Tv. 1846, Mtv. und Spielvereinigung 1900 haben gemeldet: Die Frankfurter Großvereine „Eintracht". 3D. Sportverein und Spcl. 1880, VfL. „Hessen-Preußen" Kassel, VfL. Wetzlar. „Preußen" Krefeld. „Borussia" M -Gladbach. VfB. „Kurhessen" Marburg. Fuhballverein Weilburg und Spv. Corbach. Lobend zu erwähnen ist auch die Tetlnahme deS SportvereinS Darbenteich, der damit al- Landverein ein gute- Beispiel gibt. Der Veranstalter wird natürlich ebenfall- sehr stark vertreten sein. 3m ganzen sind eS annähernd 200 Teilnehmer. Es wird in drei Klassen, A, B und C gestartet. Für Klasse A (3ahrgang 1912'13) sind folgende Konkurrenzen ausgeschrieben: 100, 400 und 800 Meter. Kugelstoßen, Diskuswerfen. Speerwerfen, Weitsprung und Schweden-Staffel (400, 300, 200, 100); für Klasse B (3abrg. 14/15): 50. ICO, 200 und 800 Meter. Kugelstoßen, Hochsprung und 4xl00-Meter-Stasfel: für Klasse C (Iahrg. 16 und jünger): 50 und 100 Meter. Weitsprung, Kugelstoßen und 4x50-Meter-Staffel. Besonders in der A-Klasse sind spannende Kämpfe zu erwarten, und zwar über 100 Meter zwischen 3. G. Sportverein. V. f. L. Wetzlar und Spielvereinigung 1900 Gießen, beim Speerwerfen zwischen Tv. 1846 und Männer turn verein, beim Kugelstoßen zwischen .Hessen-Preußen" Kassel. .Eintracht", D. f. L Wetzlar und D. f. B. Auch in der B* und L-Klasse wird es manch harten Strauß geben. Bei gutem Wetter sollte man bei der scharfen Konkurrenz auch mit vorzüglichen Leistungen rechnen können. Leichtathletik der Sp.'Dg. 1900. ö. Die 1900er Leichtathleten nehmen am kommenden Sonntag an drei Veranstaltungen teil. Die bedeutendste ist daS internationale Ehampionat der Streckenläufer über 25 Kilometer, veranstaltet vom Berliner S. T. „Komet". 19008 Vertreter ist der bekannte Langstreckler Gerhardt. Die deutschen Spitzenleute treffen auf eine starke ausländische Vertretung, in der besonders die Finnen und Franzosen eine Rolle spielen Dürften. ES ist schwer vorauszusagen, wie sich der 1900er in dieser Auslese zurechtfinden wird. Die 25 Kilometer liegen ihm aber besser als die Marathonstrecke. Zu den anläßlich deS 10. Stiftungsfestes der I. Frankfurter „Hota' stattfindenden Leichtathletik-Wettkämpfen entsendet der Verein fünf Leute. Die Wettkämpfe sind nur für Leistungsklasse III offen. Die 1900er — in der Hauptsache Sprinter — müssen in allerbester Form sein, um sich für die Entscheidungen qualifizieren zu können. Die 3ugend bestreitet mit allen zur Verfügung stehenden Kräften die nationalen Iugendwett- kämpfe deS V. f. D. Gießen. Manner« Turnverein bei den deutschen Meisterschaften. Am vorigen Samstag und Sonntag kamen — wie schon berichtet — in Leipzig die Leichtathletik- Mei st er schäften der Deutschen Turner- schäft zum Austrag. Auch einige Turnerinnen des Männerturnvereins Gießen nahmen daran teil. 3m Vierkamps der Turnerinnen wurden Else Bickelhaupt und Erna Alt haus Siegerin. Ganz hervorragend war Else Bickel Haupt, die trotz starken Regens und der schlechten Boden- Verhältnisse mit ausgezeichneten Leistungen aufwartete: im 100-Meter-Lauf erzielte sie 13 Sek., sprang 1,47 Meter hoch, erzielte 4,65 Meter im Weitsprung, stieß über 9 Meter Kugel und wurde so mit 376 Punkten 7. Siegerin. Richt minder gute Leistungen erzielte Erna Althaus: 100 Meter lief sie in 13,4 Sek., beim Hochsprung übersprang sie 1,38 Meier und beim Weitsprung erzielte sie 4,74 Meter. Rur durch ihre weniger gute Leistuna im Kugelstoßen wurde sie zurückgeworsen und infolge- dessen 22. Siegerin. 3m Hochsprung konnte Else Bickelhaupt infolge einer Muskelzerrung ihre Dier- kampfleistung nicht erreichen und schied schon im Dorkampf aus. Unter schlechtesten Wilterungsoerhältnissen traten die 4X100-Meter-Staffeln der Turnerinnen zu den Dorläufen an. Die Gießener Tito, erinnert, die in dem 3. Dorlauf mit dem Allgemeinen Turnverein Leipzig und der Kasseler Turngemeinde zu- fammenkamen, liefen in der Aufstellung T. Espach, CH. Amend, E. Althaus und E. Bickelhaupt ein schönes Rennen und gingen trotz des aufgeweichten Bodens mit einer neuen Kreishöchftleistung von 52 Sekunden als erster durchs Ziel. Mit dieser guten Zeit hatten sie hinter Berlin die zweitbeste Zeit von sämtlichen Dorläufen erzielt. Den Leistungen der Vorläufe entsprechend kamen in die Entscheidung: Berlin, Gießen, Hamburg, Leipzig und Duisburg. Der Turnklub Hannover, der langjährige deut- sche Meister, schied schon in den Barkäufen aus. Leider hatten die Mto.erinnen das Pech, im Endlauf bie Außenbahn zu bekommen, und sie wurden so, da auch noch eine Läuferin gegen ihre sonstigen Leistungen stark abfiel, hinter Berlin, Hamburg und Leipzig nur 4. Sieger. Turngau Wetterau. Bei Den leichtathletischen Meisterschaften deS Turngaues Wetterau, die am vorigen Sonntag in Nieder-Roßbach stattfanden, wurden u. a. folgende Ergebnisse erzielt: Turner: 10 0- M'e ter - Lauf: 1. Aug. Luh, Leihgestern, 12,0. 2. Karl 3ost, Mellxich. 12,1 Sek. 200-Meter-Lauf: 1. HanS Säger, Leihgestern, 26,1 Sekunden. 4 00-Meter-Lauf: 1. HanS Jäger, Leihgestern, 57,0 Sekunden. 8 00-Meter-Lauf: 2. Rudolf Schweitzer, Gettenau, 2,18 Minuten. 1500-Meter- Lauf: 2. Otto DöngeS, Bleichenbach, 4,58 Minuten. 3000-Meter-Lauf: 1. Adolf Ladner, Gettenau, 11,00 Minuten. 3X1 000-Meter-Staffel: Meisterschaft Turnverein Dettenau 9:22,2 Minuten. Schwedenftaffel: 1. Leihgestern 2,30 M. Wanderpreis, 10X100-Met. -Staffel : 2. Tv. Leihgestern 2,08 Minuten. Speerwurf: 2. Georg Pieh, Melbach, 35,50 Meter. Hochsprung: Meisterschaft Karl 3oft, Melbach, 1,55 Meter. Freiweithoch: 2. Rudolf Rohrbach, Leihgestern, 1,50 X 3,00 Meter. Dreisprung : 2. Karl Weh rum, Watzenborn. 11,90 Meter. Handball im T. D. Großen-Linden. Am nächsten Sonntag kommt in Grohen-Linden das Freundschaftsspiel zwischen der Tgde. .Eintracht" Frankfurt a. M. und dem TV. Großen-Linden, daS bereits für den zweiten Pfingstfeiertaa angeseht, aber in letzter Stunde von den Gästen abgesagt wurde, zum AuStrag. Die .Eintracht" wird mit ihrer I. Elf erscheinen. Die Gäste verfügen über ein beachtliche- Können. Wenn auch die Droßen-Lindener im Lause deS 3ahres öfters bewiesen, daß sie gegen spielstarke Mannschaften zu kämpfen verstehen. so sind sie hier doch vor eine Aufgabe gestellt, Die sie wohl kaum lösen werden. Vorher spielen die 3ugenb und Die Schüler- rnannfchaft gegen die gleichen Mannschaften deS Tv. 2ü&eIIinDen. D. f. B Di« Ligamannschaft fährt am kommenden Sonntag nach Großen-Buseck. um Der . ersten Mannschaft DeS Dortigen Fußball- Elubs noch vor Beginn Der DerbandSspiel- saison ein Gesellschaftsspiel zu liefern. Sie löst Damit eine Rückspielverpflichtung ein. Die VfB.»Elf tritt, bedingt Durch Verhinderung einiger Spieler, mit mehrfachem Ersatz, meist jungem Nachwuchs, an. Sie muß sich lehr an- strengen. wenn sie ein günstiges Resultat her- auSholen will. Die Ligareserveelf ist ebenfalls in Großen-Buseck Gegner Der Dortigen Zweiten. Auch sie muß Ersatz einstellen und Darf Den Sieg unter keinen UmftänDen schon vorher in Der Tasche wähnen. Die Dritte Mannschaft hat sich der Zweiten von NieDer-GirmeS zu einem Gesellschaftsspiel auf Dortigem Platze verpflichtet. Der AuS- gang dieses Treffens ist offen. Während Die erste 3ugendmannschaft Der gleichen Steinbergs gegenüber steht, ist die Zweite Gast Der ersten 3ugenDeLf Garbenteichs. Sie sollten beide ihre Spiele getonnten können. J. (£. Teutonia (Steinberg. Am kommenden Sonntag empfängt Die Erste Mannschaft DeS Fußballklubs Teutonia Steinberg Die gleiche Der Spielvereinigung 1926 Leihgestern zum Gesellschafts-Rückspiel. Steinberg toirD mit Ersah antreten müssen, hat aber Den Vorteil DeS eigenen Platzes Das Vorspiel endete 3:3 in Leihgestern. Der Spielverlauf ist offen. Die 1 Iugendmannschaft hat sich Die 1. 3uaend vom VfB. Gießen zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, sie wird wohl kaum gegen die Gäste aufkvmmen können. < D. f. K Lich. Mit einer 0: 3-Riederlage kehrte am Sonntag Die 1 3ugcnD von Lollar zurück. Zu berücksichtigen ist Dabei, daß Die Rafenfpieler gezwungen waren, mit nur zehn Mann unk» mit Ersatz zu spielen. Arn nächsten Sonntag empfängt Die Jugend Die gleiche vom FE. Großen-Buseck. Der Ausgang DeS Spieles muh offen gelassen Verden. Schwimmwettkämpfe des Gießener E>chwimmvereinS. Am kommenden Sonntag wird Der G. S. D. mit seiner Diesjährigen schwimmfpvrtlichen Veranstaltung hervortreten. Hierzu sind Die Schwimmvereine aus Wetzlar. Marburg unD AlSfeld mit ihrem gesamten Schwimmermaterial angekünDigt. Die Wettkämpfe haben in allen Schwimmarten eine sehr starke Besetzung erfahren. Vervollständigt wird da- Programm durch ein Kunstspringen, Figurenlegen Der Damen des D S. V., einem Wasserballsptel und einigen humoristischen Einlagen. (Näheres in Der heutigen Anzeige.) ArbeiterTurn« und Gportbund. Für den letzten Sonntag vor Der Herbstseria hat sich W i e s e ck s erste Mannschaft ihren stärksten Gegner in Der Gruppe Oft. Die erste Mannschaft Lollar-, zum FreunDschaftsspiel verpflichtet. 3m letzten Spiel konnte Lollar auf eigenem Platze Wieseck eine 5: 2-NieDerlage bereiten. Wieseck wird sich sehr anstrengen müffen. wenn eS auf eigenem Platze nicht abermals eine Niederlage erleibcn will. Vorher stehen fich Die 3u genbmann* fchaften beider Vereine gegenüber. Auch tn diesem Spiel werden sich zwei gleichmäßige Mannschaften messen. Handball. 3n einem rückständigen Serienspiel werden sich Heuchelheim und Wieseck tn Wieseck gegenüberstehen. Sine Voraussage ist nicht möglich da beide Mannschaften über gute Kräfte verfügen und völlig gleichwertig sind. Sewlnnauszug 5. Klasse 35. Preudisch-Eübdeulfche (261. Preuß.) Klassen-Lotterle Ohne Gewähr Nachdruck verboten 31u| Jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer In den beiden Abteilungen I und II 10. Ziehungstog 20. August 1930 3n der heutigen Vormittagsziebung wurden Gewinn« über 150 M. gezogen 4 »eertnn« ,u 10OOO HL 37 44468 103740 156186 169233 172196 195486 226756 239318 387166 392132 6000 M. 3000 an. 295204 2000 an. 305955 iooo an. 198010 302153 387140 154491 225907 116536 133688 168142 187382 205511 221793 230965 253220 277556 294688 311246 337268 369647 374758 121117 135881 159077 188825 203329 229273 234410 253260 278378 298862 313474 340218 3C2r'89 378143 232797 244804 262422 307172 311409 318669 123443 140461 170441 198270 212539 226576 244067 258116 288260 301227 320647 342775 366200 127762 162362 177093 202704 218800 227662 21'-r>4 8 270440 287154 309926 327955 354306 367949 177048 365991 279029 65552 214956 189214 299516 81453 130446 307018 353940 13137 209236 127301 168102 178818 204468 219231 230539 ,249816 272139 289701 311133 337202 354478 374719 74138 79318 82565 85128 86041 87027 94762 99464 101293 101417 103254 104522 106328 108528 113460 ------ '— ------ ------ ------ ------ _..— 247801 263294 254294 278138 288083 303030 314393 316795 321217 322313 361745 357798 370807 121663 138356 163629 195676 211226 226529 242443 255931 280125 301021 314183 341428 364370 84 eetotnnr ,o 500 M. 6216 7633 10922 21962 32068 34431 40871 65323 55838 80176 81881 88262 89589 90139 93944 97606 109639 110627 128199 135981 212491 217485 230 G«v nn, ,u 300 an. 3334 5219 5523 1 3224 21646 24018 24385 32302 36382 38947 39002 40211 41761 41928 48081 54074 66954 69607 4 ••toinnt |u 18 •eelnn« iu 218337 227679 12 Ottolnn, |ti 284894 303263 38 •ttoinnt ,u 165954 164264 277877 301203 338982 386256 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 117256 125245 134179 157636 188064 215952 267735 284815 310296 346585 366052 383243 140504 159407 191704 220647 271212 285509 313002 348672 366889 386191 148780 162386 196215 224486 276339 292600 316019 361906 371961 390286 1240 45101 63672 88947 166322 174468 198844 229476 277604 298529 336986 364083 376141 397078 154488 165589 198624 229094 277344 297064 326101 353149 372971 396205 20677 45783 66603 02567 24791 I 6'694 । 71240 94512 128396 157435 187413 204574 242257 280096 306734 344761 365572 382510 399575 184 »tto-.nn, p- 300 M 345 30058 31969 36706 38842 60038 60438 63173 63639 74378 74438 79261 80143 94708 105906 106469 116294 2 »rtHnne 10000 Ott. 193263 12 »Winne ,u 3000 HL 91789 116920 269388 350908 362278 369981 8 besinnt m 2000 W. 41411 69633 264169 373156 22 »ttoinn, fB 1000 OH. 21452 32955 68317 112562 160809 181210 200950 210558 268671 276332 333126 72 m 600 W. 11984 24545 28799 43658 65479 67634 64793 76487 100276 104984 138014 155952 168559 165981 178481 186496 187289 201558 217342 219275 223556 230563 244035 250210 277740 277968 317320 319846 338682 339199 342506 360233 363108 363922 370564 393193 Zm Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 2 Gewinne zu Je 500000 2 zu Je 100000, 2 -u je 75000, 2 zu Je 50000, 8 zu je 25000, 56 8° je 10000, HO zu Je 5000, 282 zu Je 8000, 588 »u je 2000, 1864 zu Je 1000, 2986 äu je 600, 7824 zu Je 300. JntmerglänzendesJ&Qr!, Schwarzkopf Schaumpon Wirble ins Leben! Roman von Anna Fink. Llrheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau, 6.-QL 27. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Barbara dachte einen Augenblick: „Ist das auch keine Falle, in die man mich hineinlockt? Aber sie verwarf den Gedanken sofort wieder. Hier war ein Mißtrauen nicht am Platze. Sie muhten etwa eine Viertelstunde bis zu der Pension gehen. • Fernando bemühte sich nach Kräften, die Signora gut zu unterhalten. Er erzählte, daß er Faschist sei, begeisterter Anhänger des „Duce , den er anbete. . .. Er berichtete von den Hebungen, der straffen Zucht, der sie alle unterstellt wären. Varbara hörte mit halbem Ohr den Erzählungen zu. , ., „Napoli ist wunderschön, Signora , sagte ihr junger Begleiter. „Der Golf und dann Capri, der Vesuv. Sie werden mir recht geben, Daß Italien das herrlichste Land ist, Signora." Barbara hatte das nicht bezweifelt. Sie muhte lächeln über das Feuer des jungen Menschen, der kaum der Kindheit entwachsen zu sein schien. Aber sein Geplauder empfand sie wie eine angenehme Musik. t . „Hier sind wir, Signora," sagte er und blieb vor einem kleinen Hause in einer* stillen Straße stehen. Er zog die Aachtglocke, denn das ganze Haus lag schon im Dunkeln. Aach einigen Minuten wurde Licht gemacht und die Haustür geöffnet. Ein Mann trat heraus. Fernando wechselte einige Worte mit ihm, dann verabschiedete er sich ritterlich wie ein junger Edelmann von Barbara. „Sie können ein Zimmer bekommen und werden hier gut untergebracht sein. Ich gehe wieder zurück." Er hob die Hand nach Faschistenart, und Barbara befand sich in der Diele des Hauses. Ein junges Mädchen, das ein unverfälschtes Schweizer.Deutsch sprach und etwas verschlafen aussah, führte Barbara in ein kleines, freundliches Zimmer, das stark nach gescheuertem Boden und frischer Wäsche duftete. Barbara zog den Geruch tief ein und fühlte sich geborgen. Das Mädchen zc« sich mit kurzem Gruß zurück, nnd Barbara lag nach zehn Minuten m den Kissen. * * Der andere Morgen fand Barbara ausgeschla- fen und erquickt am Frühstückstisch des Speisezimmers. Vorläufig wollte sie noch nicht über die Zukunft nachdenken, das kam früh genug. Sie ließ sich danach ihr deutsches Geld in italienisches umwechseln und bezahlte mit zehn Lire ihre Rechnung. Danach blieben ihr noch etwa fünfzig Lire. Es reichte also noch für ein paar Tage, wenn sie sich einteilte. > Sie muhte lächeln. Sie, Frau Barbara Much, sah jetzt hier in Italien und war glücklich über fünfzig Lire, die ihr ganzes Vermögen darstellten. Sie fühlte sich beinahe in ihre Kindheit oder Iungmädchenzeit verseht. Da kam man sich mit zwanzig Mark wie ein Krösus vor. „Was soll ich beginnen?" fragte sie sich und dachte ernsthaft nach. Sie stellte fest, dah sie schreckliche, geradezu unbezwingliche Lust hatte, nach Aeapel zu fahren. Eigentlich war es sträflicher Leichtsinn. Sie hätte sich um eine Stelle bemühen, sich ein möbliertes Zimmer nehmen müssen, dann hätte es, vorausgesetzt, dah sie Glück gehabt hätte, vielleicht gerade gereicht. So blieben ihr vielleicht noch zwanzig Lire, wenn sie in Aeapel ankam. Barbara fühlte ein unerklärliches Bedürfnis, leichtsinnig zu sein. So begab sie sich hinunter, zog sich zum Reisen an und stieg auf die nächste Tram, die nach dem Bahnhof ging. Sie hatte Glück. Es ging gerade ein Zug nach Aeapel ab. Sie nahm eine Fahrkarte fter dritten Klasse, die in Italien die niedrigste ist. Selten hatte ihr eine Fahrt so viel Abwechslung und Spaß gemacht. Alte Bauern fuhren mit, die Senatovengesichter aus der Zeit des alten Rom hatten. Kleine niedliche Kinder krabbelten zwischen den Reisenden herum. Römerinnen und Frauen aus der Llmgegend Roms, der Campagna, mit geraden Aasen, fein geschwungenen Augenbrauen und einem brennend roten Mund saßen mit stolzer Haltung auf den bescheidenen Holzbänken. Manch wohlwollender Blick, manch freundliches Wort flog zu Barbara hin. Lind es dauerte auch nicht lange, dann war sie mitten im Gespräch. „Che bella!" hörte sie wieder von den Lippen der Frauen und auch der Männer, aber es klang nicht aufdringlich, sondern wie eine schmeichelnde und zarte Liebkosung. Barbara ging das Herz auf. Der Zug fuhr durch die wunderbare Landschaft Mittelitaliens. Eine junge Bäuerin, die ihr gegenübersaß, bot Barbara zutraulich Weihes Brot und den einfachen geräucherten Käse an. Barbara nahm es, wie es ihr angeboten wurde. Der Mann der Bäuerin zog eine strohumflochtene Flasche hervor, schenkte in ein Wasserglas dunkelrot glühenden Wein ein und forderte Barbara zum Trinken auf. Er schmeckte leicht, fast prickelnd, und war sehr erfrischend. „Es ist nur ein einfacher Landwein," sagte er wie zur Entschuldigung. Das Glas ging reihum. Zum Schluß bekam das kleine, einundeinhalb- jährige Bübchen auf der Mutter Schoß ein Glas voll Wein und trank es, ohne abzusetzen, leer. Barbara konnte einen Ausruf des Erstaunens nicht unterdrücken. „Der Wein gibt Kraft," erklärte der junge Vater stolz, „unsere Kinder wachsen und gedeihen gut 5abei? Llnd die Bäuerin lachte froh, während sie eine Reihe gerader, wie Perlen schimmernder Zähne zeigte. „Aapoli — Aapolil" riefen die Schaffner und rissen die Türen auf. Barbara sprang auf. Aoch nie im ßeben war ihr die Zeit derartig schnell verflogen. Als sie aus der Halle des Bahnhofes auf den kleinen Platz davor trat, zog sie den Mantel dichter um sich. Ein seiner, dichter Regen ging nieder und hüllte die Stadt in trostloses Grau, doppelt trostlos, weil man in Italien war. Dom Hafen her klang das Tuten der großen Lieberseedampfer, die aus- oder einliefen. Es klang nach Reisen über's große Wasser in ferne Erdteile. Barbara ging zum nahen Hafen hinunter. Dort lagen Riesendampfer und wiegten ihre stählernen Leiber unmerklich auf dem bewegten Hafenwasser. Es war die reinste Sinfonie in Grau. Man hielt es fast nicht für möglich, in Italien zu sein. Auch die Hafenarbeiter machten verdrossene Gesichter. Der Italiener ist in seiner Stimmung sehr von dem Wetter abhängig. War das das vielgepriesene Aeapel, von dem es heißt, daß man sterben könne, wenn man e8 gesehen hat? Barbara schüttelte sich Sie war sehr niedergeschlagen. / Was sollte sie hier beginnen? Da kam ihr ein Gedanke. Wozu sind die deutschen Konsulate da? Dort würde man ihr vielleicht eine Stelle! oder irgend etwas vermitteln können, womit sie Geld verdienen konnte. Denn das war doch eine unumstößliche Gewißheit, daß sie jetzt Geld verdienen mußte. Es graute ihr zwar recht davor, aber sie nahm! sich zusammen und fuhr hin. Es dauerte eine Weile, bis sie sich zurechtge^ fünften hatte, und endlich war sie da. । Erstaunt sah sie an dem palastähnlichen Gebäude in die Höhe. Dann trat sie durch das hohe Portal ein. Dienstbeflissen riß ein kleiner Boy die Türen! vor ihr auf. „Ich wünsche den Konsul zu sprechen", sagte sie. „Gewiß, gewiß", dienerte ein Sekretär und führte sie in das Empfangszimmer. Liebenswürdig kam ihr der Konsul entgegen. Er erinnerte sie etwas an Much. ~ — j „Womit kann ich Ihnen dienen, gnädige Frau?" fragte er zuvorkommend. Barbara erzählte. Als sie erwähnte, daß sie in Aot sei und Arbeit suche, wurde er um beträchtliche Prozente kühler. „Haben Sie Ihre Papiere?" fragte eti gönnerhaft. „Ich will sehen, was ich für Sie tun kann." , Barbara durchzuckte es wie ein Blitzschlag. Gott im HimmelI Mit keinem Gedanken hatte sie ja wieder a^ ihren Führerschein gedacht, den einzigen Ausweis, den sie überhaupt besessen hatte bei ihrer! Flucht. Lind über ihrer Krankheit hatte sie gänzlich! vergessen, ihn sich von Malfieri wiedergeberj zu lassen. Der Konsul betrachtete sie scharf. „Meine Papiere habe ich verloren", sagte sie. I „Ja, dann kann ich vorläufig nichts für Sie! tun. Sie müssen mich verstehen, gnädige Frau. Es kommen so viele Fälle vor... Man Weitz, nie, wen man vor sich hat. Ich kann IhneH nur den einen Rat geben: Aach Hause zu schreib ben und sich schleunigst Ausweispapiere schicken! zu lassen. Sie können sehr leicht Scherereien mit den italienischen Behörden bekommen. Man! ist nicht mehr so tolerant wie früher." i (Fortsetzung folgt.) Unser Pelz-Propaganda-Verkauf ist ein großer Erfolg! Aufsehen erregende Angebote Nerz-Kid-Mäntel Ueberzeugen auch Sie sich von unserer großen Leistungsfähigkeit Größtes Pelzhaus mit der größten Maß-Kürschnerei eine beliebte F e 11 a r t in schönen Formen, auf haltbarem Futter, gut verarbeitet 125.- 145.- 185.- 225.- X Natur- Bisam - Mäntel Rücken oder Wammen. 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