Nr. 169 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag, 22. Juli 1930 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag». Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monatsBe$ugsprets: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlvffe UNterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Lnzelger Gießen. postsche-Nonto: Lrantfurt am Main 11686. GieheimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche UniverftlLlr-vuch' und Stetnöruderti 8. Lange tn Stehen. Schnftlettung und Seschäftrfteüe: Zchulstrahe 7. Annahme von Xnjeleee für die Tagesnurnrner vir zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm HSHe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,' für R— klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler^ sämtlich in (Biehen. Aufmarsch des Bürgertums zum Wahlkampf. Roch ist es Zeit. Die Sozialdemokraten sind insofern in ihrem Zusammenhalt nicht zu erschüttern, als sie Partei einer Klasse sind und somit von vornherein auf eine fest umrissene Wählerschaft blicken können. Das Bürgertum hat dagegen nur dem Namen nach eine Einheitsbasis, denn Bürger ist für diese Kreise keine Klasse, sondern lediglich eine höchst ungenaue Bezeichnung für eine Schicht, die unter dem Gesichtspunkt einer alten Klassenanschauung nur begrifflich, aber nicht tatsächlich existiert. Und so kommt es auch, daß die Zersplitterung in diesen Kreisen immer stärker Überhand nimmt. Ja, wir erleben gerade in diesen Tagen eine Spaltungserfcheinung, die an Mannigfaltigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Alle Versuche, einen bürgerlichen Block zu bilden, sind immer wieder restlos gescheitert. Das Interesse n t e n t u m ist in den bürgerlichen Kreisen so froh, daß es bedauerlicherweise zu keiner Einheits- ront kommen kann. Jeder möchte am liebsten eine eigene Partei gründen, und feder sieht im anderen eine Partei, mit der er auf keinen Fall eine Verbindung eingehen will. Es ist bedauerlich, daß dieser Zustand nicht abzuändern ist. Der Reichs- Präsident hat am Sonntag im Rheinlande zur Einigkeit im deutschen Daterlande aufgerufen. Man möchte meinen, daß es nicht so schwer sein kann, diesem Aufruf Folge zu leisten, aber wenn man bte Situation auch nur einigermaßen über- blickt,.dann muß man leider gewahr werden, wie groß die Zerrissenheit im bürgerlichen Lager ist und wie geringfügig andererseits die Gegensätze find, die tatsächlich bestehen, die aber doch als unüberwindbare Hindernisse erscheinen, nur deshalb, weil man feinen Standpunkt nicht aufgeben möchte. So geht das Bürgertum in den Wahlkampf Es schlägt die unglücklichste Marschroute ein, die es sich wählen konnte Und es ist deshalb durchaus verständlich, daß in der Öffentlichkeit ein geradezu heilloses Durcheinander über die Ansichten der bürgerlichen Parteien vorherrscht. Keiner weiß, wen er wählen soll, well jeder von jedem das Beste und vom andern das Schlechteste hört. Der bürgerliche Wähler wird dadurch keinesfalls ermutigt, an die Wahlurne zu gehen, und es besteht die große Gefahr, daß das Bürgertum diesmal wegen den Verwirrungen :m Lager der bürgerlichen Parteien in größerem Umfange zu Hause bleibt als bei den vergangenen Wahlen. Diese Nuancen und feinen Unter- schiede, die zwischen den verschiedenen Parteigruppen gemacht werden, kann die Oeffentllchkeit nicht verstehen. Und die Oeffentllchkeit erwartet von der poli- tifchen Partei nur das eine, daß sie in der Lage ist, das Schicksal Deutschlands zum Besten zu wenden und damit der deutschen Bevölkerung eine gesicherte Existenzgrundlage zu gewährleisten. Noch i st es Zeit, daß die Parteibureaukratie im bürgerlichen Lager zur Einsicht kommt. Die Entscheidung darüber muß aber s o schnell wie möglich fallen, denn Gefahr ist im Verzüge. Nur gemeinsames Vorgehen ermutigt die Wähler. In zahlreicher die Parteien sind, um so geringer wird die Beteiligung (ein. Es geht jetzt um mehr als um das einzelne Parteifchickfal. Der Wahlkampf geht diesmal tatsächlich um das deutsche Bürgertum f c I b ft Oie Sammlung der gemäßigten Rechten. Eine konservative Staalsvarlci unter Westarp—Schiele—Treviranus Berlin, 2l. Juli. (ERD.) Die Verhandlungen über die Sammlung der Rechten haben ihren Fortgang genommen, und zwar, wie die »Deutsche Allg. Zeitung" betont, in durchaus positivem, erfreulichem Sinne. Es ist damit zu rechnen, daß sie Mitte der Woche zum Abschluß kommen. Graf Westarp würde bereit sein, die Führung einer Dammelbewe- gung zu übernehmen, wenn die Gewähr geboten wird, daß der Gedanke der Sammlung nicht durch Dondergruppen wieder gestört wird Es besteht alle Hoffnung, daß dieses Ziel erreicht wird. — Der Abmarsch der Persönlichkeiten, die sich hinter die neue Sache stellen wollen, aus der alten Deutschnationalen Partei nimmt seinen Fortgang. Eine Anzahl bisheriger Fraktionsmitglieder ist noch nicht ausgeschieden, weil sie die Auseinandersetzungen in ihren heimischen Landesverbänden abwarten und beeinflussen wollen. Andere, darunter General v. Le11ow - D o r b e d , haben sich dem Grafen Westarp bereits vorbehaltlos zur Verfügung gestellt. Der General hat in einem Schreiben an Geh. Rat Hugenberg seinen Austritt aus der Partei mitgetcilt. Es heißt darin u. a.: „Durch die letzte Abstimmung im Reichstag bin ich zu der ilcber- zeugung gekommen, daß ich Ihrer Führung nicht mehr zu folgen vermag. Die Gründe sind die gleichen, die ich Ihnen im engeren Kreise und nachher in der Fraktion auseinandergesetzt habe. Ich erkläre daher meinen Austritt aus der Deutschnationalen Partei." Es wird behauptet, daß Minister Schiele morgen ebenfalls seinen endgültigen Austritt aus der Deutschnationalen Dol^partei vollziehen wird. Die Besprechungen zwischen den einzelnen RechtSgruppen, die die Bestandteile der neuen Konservativen Partei bilden werden, schreiten, wie die »D. 01. Z." betont, durchaus erfreulich fort. Die natürliche Verschiedenheit mancher persönlicher Auffassungen wird, erklärt das Blatt, überbrückt werden, da keine der Gruppen ernsthaft daS Scheitern der Zusammenschlußbestre- bungen verantworten kann und nicht der geringste sachlich ausreichende Grund für unüberwindliche MeinungSverfchiedenheiten vorliegt. — Dem »B. T." zufolge beabsichtigt man, die neue Partei „Konservative Staatspartei" zu nennen und eine Stadtliste (mit Westarp und TreviranuS) und Landliste (Schiele) aufzustellen. Die Verhandlungen sollen bis Mittwochabend beendet sein. Oer Sprung in die Politik. Der Reichslandbund greift aktiv in die Politik ein. Berlin, 21.3uIL (Priv.-Tel.) Auf Grund zuverlässiger Quellen kann man erwarten, daß der Reichslandbund zum erstenmal seine parteipolitische bisher streng eingehaltene Olcu- tralität a u f g i b t und mit dem Beschluß deS Bundesvorstandes vom 22. Juli aktiv in die Politik eingreift. Bisher haben die Provinzialverbände je nach Lage der Dinge selbständig über die Unterstützung von Wahlkandidaten entschieden, aber jetzt hat man sich entschlossen, daß sich die Provinzialverbände der Dachorganisation, dem Reichslandbund, wenigstens hinsichtlich der Parole, unter der Wahlunterstützungen gewährt werden sollen, unterordnen. Parallel dazu wird auch die Berliner Reichslandbundzentrale ideell wie finanziell die Hauptverantwortung für den von ihr propagierten politischen Rurs übernehmen. Diese ilm- stellung ist bezeichnend für die innerdeutsche Situation. die die BerfufSverbände automatisch in wachsendem Umfange in die Politik einbezieht. Selbstverständlich wird die Aufstellung der Wahlkandidaten im einzelnen den Vereinbarungen der Provinzialverbände mit den betreffenden Parteien, in Frage kommen in e rster Linie die Christlichnationalen Bauern, also die Front Schiele—Hepp, überlassen bleiben. Die Stellungnahme des Reichslandbundvorstandes dürfte im wesentlichen eine eindeullge Abgrenzung gegen Hugenberg, eine FreundschaftSerklärung für Westarp—Treviranus und eine SolidaritätSerklärung zu den Christlichnationalen Bauern enthalten. Die neuen Notverordnungen. Die Reichsregicrung als Führer im Wahlkampf Berlin, 21. 3uli. Der Reichskanzler und der Reichsfinanzminister find bekanntlich nicht zu den Bcfreiungsfeiern ins Rheinland gefahren, weil dringende Dienstgeschäfte sie in Berlin zuruckgehal- ten haben. Ls handelt sich dabei um die Ausarbeitung der neuen Steuernotoer- orbnungen, die Ende der Dache nach Rückkehr des Reichspräsidenten mit dessen Rnterfchrift veröffentlicht werden fallen. Die sie im einzelnen ans- fehen werden, stehl natürlich nach nicht fest. Es ist aber wahrscheinlich, daß sie gewisse Deränbe- rungen gegenüber bem Programm enthalten Iwerben, bas den Inhalt der beiden vorigen Notverordnungen bildete. 3n den Kreisen der Reichsregierung ist man sich darüber klar, daß sogar eine Erhöhung der Einnahmen bzw. weitere Abstriche am Etat notwendig sind, da die neuen Steuergesetze infolge der vorschrittenen Zeit wahrscheinlich erst am 1. September in Kraft treten können, wodurch wiederum ein Ausfall von einigen 30 Millionen entstehen dürfte. 3m Reichskabinett werden außerdem noch Beratungen über das Vorgehen i m Dahl- kämpf gepflogen, es besteht die Absicht, eine gemeinsame Front der Regierungsparteien für die große wahtpolitifche Auseinander - fehung herzustellen. 3n welchen Formen sich dieses Ziel erreichen lassen wird, steht allerdings nach nicht fest, da noch bedeutende Schwierigkeiten zu überwinden sein werden. 3edenfalls kommt die Ausstellung gemeinsamer Listen der Regierungsparteien nach unseren 3nformationen nicht in Frage. „Voss. Zeitung" und „Berliner Bötfcn-Couricr“ weisen übereinstimmend darauf hin, bah ber Reichskanzler biefe neue Notverordnung al» eine Wahlparole zur Sammlung unb Verbreiterung ber Front zu benutzen beabsichtige, die bis zur Auflösung des Reichstages hinter ber Regierung Brüning gestanden hat. „Denn erst der Etat dekretiert ist", so schreibt die „Voss. Ztg.", will ber Reichskanzler, ber auf seinen Sommerurlaub verzichtete, bie Verbindung mit ben Parteien aufnehmen und den versuch einer Sammlung machen. Die sich ber Reichskanzler biefe Konzentration im neuen Reichstag vorstellt, mit welchen Parteien unb Gruppen er schon in ber Dahlbewegung auf sie zusteuern wolle, fei jetzt allerbings noch nicht deutlich zu sehen. Der „Börsen-Lourier" erklärt, alle Zeichen sprächen dafür, und der Kanzler und die übrigen Mitglieder der Regierung seien sich dessen bewußt, daß sie diesmal mit besonderer Aktivität in den Dahlkamps eintreten und auf die Kristallisation der in so viele Splitter zerfallenden bürgerlichen Gruppen zu festen Gebilden hinwirken müßte. Sollte sich biefe Absicht ber Regierung Brüning bewahrheiten. so würben bie Parteien, bte bisher hinter ihr stauben, ben Dahlkampf mit einer beutlich sichtbaren Front auch gegen bie SPD zu führen haben. Oie Zersplitterung im bürgerlichen Lager. Berlin, 21. Juli. (D. B.) In politischen Kreisen rechnet man bereits jetzt mit mindestens 2 Millionen bürgerlichen Stimmen, die durch Zersplitterung verloren gehen, weil in zahlreichen Wahlkreisen die für ein Mandat notwendige Stimmenzahl von 60 000 nicht a u f - kommen wird. Auf diese Weise wird der neue Reichstag wahrscheinlich um mindestens 30 Mandate kleiner werden, die aber alle als Ausfall der bürgerlichen Parteien zu buchen find. Auf die Jungdeutsche Dolksnationale ReichSvereinigung rechnet man dabei mindestens 400 000 Stimmen. Die Aussichten der Christlich nationalen Bauern werden als recht günstig angesehen; nach vorsichtigen Schätzungen werden sie mit mindestens 18 Mandaten, also mit Fraktionsstärke. auS dem Wahlkampfe hcrvorgehen. Auch der bisherige volkslonservative Abgeordnete Dr. v. K c u d e l l wird sich diesmal, da er zum Landbund gehört, von den Christlichnattonalen Dauern aufstellen lassen. Da die Christlich-Sozialen in eine Listenverbindung mit der Volks- rcchtpartei cingehen, werden sie wahrscheinlich ihre Mandate in Sachsen, Württemberg und Westfalen retten und darüber hinaus noch zwei bis drei Mandate auf der verbundenen Reichsliste gewinnen. Trotzdem werden es diese beiden Gruppen kaum über mehr als acht bis neun Mandate bringen. Die VolkSkonservati- ven, die in ein Wahlkartell mit den Deutsch- Hannoveranern eingcgangen sind, werden damit wahrscheinlich ihren bisherigen Stand einv- germaßcn aufrechtcrhalten. In den Kreisen der Deutschen Volkspartei Plant man eine Listenverbindung mit der WirtschaftSpar- t e i. Die Demokraten wollen sich mit den ihnen nahestehenden Deutschen Dauern zusammentun. Hindenbnrgtage im Rheinland. Oer Reichspräsident besucht Bingen und Kreuznach. — Abstecher in den Hunsrück. — Ruhestunden in Eltville. Dingen, 21. Juli. (WTB.) Unter dem stürmischen Jubel einer vieltausendköpfigen Wenge und dem Geläut der Kirchenglocken traf heute vormittag kurz nach 10 Uhr Reichspräsident v. Hindenburg auf feiner Reise von Eltville nach Dad-Kreuznach in Dingen ein. In seinem Gefolge befanden sich Oberstleutnant v. Hindenburg. Staatssekretär Dr. Meißner und der Reichskommissar für die besetzten Gebiete, Freiherr Langwerth von Simmern. An der Hindßnburgbrücke entbot Leiden hin. die die Stadt Dingen unb ihrs (Bürger während der Zeit der Besetzung zu erdulden hatten und fügte hinzu, der Dank für die Befreiung gebühre nicht ihm. sondern den Männern, die die Außenpolitik in den vergangenen Jahren geführt hätten. Rach einem Ehrentrunk erfolgte die Weiter- fahrt durch die Straßen Dingens nach der Dru- suSbrücke, wo an der preußischen Grenze der Landrat deS Kreises Kreuznach, Wüser, den Reichspräsidenten willkommen hieß und nach * Die Fahrt durch bas festlich geschmückte Mainz. Hinter dem Wall der jubelnden Plenge unb dem Schmuck der wogenden Fahnen grüßt der altehrwürdige Dom. der Kreisdirektor deS Kreises Bingen, Freiherr von Gemmingen-Hornberg, dem Reichspräsidenten den ersten WillkommenSgruh Dingens. Der Reichspräsident dankte herzlich für die Degrüßung. Anschließend ging die Fahrt nach Dingen weiter. In den Rheinanlagen bereitete die Spalier bildende Menge, die teilweise aus weiter Ferne gekommen war, dem Reichspräsidenten einen jubelnden Empfang. An der Festhalle entbot der Bürgermeister von Dingen, Dr. Stieglitz, dem Reichspräsidenten den Gruß der Stadt und dankte ihm dafür, daß es seinem Wirken gelungen fei, den deutschen Rhein wieder frei zu machen, und dafür, daß er auch der Stadt Dingen einen Besuch abstattet. Er erinnerte an das Treugelöbnis zum deutschen Vaterland und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den Reichspräsidenten auS. Der Reichspräsident dankte für die herzliche Begrüßung. Er wies dann auf die Mühsal und die Kreuznach begleitete, wo der Reichspräsident gegen 11 Uhr unter großem Jubel der Bevölkerung eintraf. Unter Böllerschüssen und Glockengeläut durchfuhr er in ganz langsamer Fahrt alle die Straßen, die er früher als Ches deS Großen Hauptquartiers so oft durchschritten hatte, und besuchte die alten Stätten der Erinnerung. Gegen 13.30 Uhr erfolgte die Abfahrt durch den Hunsrück nach der nahen Gräfenbacher Hütte, wo während der Zeit des Großen Hauptquartiers Frau von Hin- benburg gewohnt hatte. Von der Gräfenbacher Hütte setzte der Reichspräsident seine Rundfahrt über Stromberg und Wald-AlgeS- h e i m nach Dingen fort, von wo er über bie Hin- benburg-Drücke wieber nach Eltville zurückkehrte. Ueberall würbe der Reichspräsident von den auS der ganzen Umgegend herbeigeeilten DolkSmassen mit jubelnder Begeisterung begrüßt, die ihren Höhejnmkt erreichte, als Hindenburg auf der Gräfenbacher Hütte ein kleines Patenkind auf den Arm nahm. Im Laufe des Nachmittags begrüßte der Reichspräsident in Eltville die Altveteranen. Hm 17 Hhr fand Empfang der Kriegerund Militärvereine statt. Nach dem Abendeisen brachten die Gesangvereine dem Reichspräsidenten ein Ständchen, an das sich ein großes Feuerwerk anschloß. Wie man in Amerika über die inner- politische Lage in Deutschland dentt. Washington, 22. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die innerpolitische Entwicklung der letzten Tage in Berlin, insbesondere die im Zusammenhang Spionage für Polen verdächtigen Angehörigen des Freikorps Oberland zu erheben, und zwar soll die Anklage auf Mord lauten. Die Verhandlung dürfte das Schwurgericht Neiße kaum vor Oktober beschäftigen. Kommunisten gegen Polizei. Frankfurt a. d. O., 21. Juli. Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es hier anläßlich eines „Roten Treffens" der KPD., an dem sich etwa 1700 auswärtige Kommunisten beteiligten. Zahlreiche Kommunisten versuchten, eine Abteilung der Polizei zu umzingeln und zu entwaffnen. Die eingesetzten Reserven, die der bedrängten Abteilung zu Hilfe kamen, wurden m i t Fahnen st angen und Stöcken tätlich angegriffen. Als die Beamten daraufhin von ihren Der Reichspräsident bei der Weihe des neuen Rheinland-Befreiungsdenkmals in Mainz. ■ > ■ - x ■ ''' v z' ' Ä -1*- • M Uff Ä ^868 mit der Auflösung des Reichstages stehenden Ereignisse haben hier beträchtliche Aufmerksamkeit erregt und viele Kommentare in den Blättern beider Parteien hervorgerufen. Liberale Blätter, die New Bork Times und Baltimore Sun erklären, daß es sich bei der Anwendung des Artikels 48 und der Auflösung des Reichstages um verfassungsmäßige Maßnahmen handele, und daß kein Diktator in Deutschland regiere, sondern das Bolk, das selbst bei den kommenden Neuwahlen zu entscheiden habe, was künftig geschehen soll. — Public Ledger und Washington Star wiederholen den von Parker Gilbert in seiner Schlußkritik am deutschen Etat erhobenen Borwurf, daß Deutschland in seiner öffentlichen Finanzgebarung in den letzten Jahren nicht die notwendige Sparsamkeit aufgebracht habe. Die Regierung Brüning habe begonnen, sparsam zu wirtschaften und den Haushalt zu balancieren. Eie sei aber von den extremen Parteien daran gehindert worden und daher gezwungen gewesen, den Artikel 48 anzuwenden. Washington Star erinnert daran, daß Amerika Hunderte von Millionen Dollars in deutschen Unternehmungen investiert habe, und daß infolgedessen Amerika an Deutschlands finanzpolitischer Entwicklung sehr interessiert sei. Mordanklage gegen peier Martin Lampel und Genoffen. Berlin, 21.Juli. (CNB.) Nach dem Scheitern des Amnestiegesetzes hat nunmehr das preußische Justizministerium den Oberstaatsanwalt in Neiße beauftragt. gegen den Schrift st ekler Peter Martin Lampel und seine ehemaligen Freikorpskameraden Schwenninger und v. Boll- w i tz Anklage wegen der Erschießung eines der Gummiknüppeln Gebrauch machten, schleuderten die Kommunisten Steine, Flaschen, Bierseidel und andere Gegenstände auf sie. Erst als die Polizei ihre Schußwaffen fertig machte, ließen die Kommunisten von ihrem Angriff ab. Mehrere Polizeibeamte sind verletzt worden. Die Regierungslrisis in Sachsen Dr Weber versucht die Bildung eines Rcchtslabinetts. Dresden, 21. Juli. (Tel.-Hn.) Der Ver- treter der Wirtschaftspartei, der früher« Finanzminister Dr. Weber, hat an sämtliche bürgerliche Fraktionen ein Schreiben gerichtet, in dem er ihnen folgenden Vorschlag für die Zusammensetzung des künftigen sächsischen Kabinetts unterbreitet: 1. Ministerpräsident und Finanzministerium: Wirtschaftspartei: 2. Stellvertreter des Ministerpräsidenten Justizministerium und Volksbildungsministerium: Deutsche B o l k s p a r t. : 3. Innenministerium: Deutschnationale Dvlkspartei: 4. Wirtschaftsministerium, Arbeits- u. Wohlfahrtsministerium: Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. Soweit zwei Ministerien einer Partei zufallen, soll Personalunion in Kraft treten. Die Minister haben zu erklären, daß sie mit einer Senkung ihrer Bezüge einverstanden sind. Als grundsätzliche Linien der Gesamtpolitik haben zu gelten: 1. Stärkung der Einheit des Deutschen Reiches. 2. Gewährleistung der staatlichen Ordnung im Lande: 3. Balancierung des Staatshaushaltsplanes, ohne Steuererhöhung, und 4. Besetzung der Deamtenstellen nach Vorbildung und Tüchtigkeit. Dr. Weber bittet die Fraktionen dringend, alle berechtigt erscheinenden Wünsche zurückzustellen, da er augenblicklich einen anderen Weg zur Bildung einer nationalen Regierung auf parlamentari- schcr Grundlage für ausgeschlossen halte. Entscheidend für die Entschließung Dr. Webers, den Nationalsozialisten das Innenministerium nicht zu übertragen, war die Ablehnung des Staatsgerichtshofes, eine einstweilige Verfügung an das Reich zu erlassen, die Polizeivorschüsse an Thüringen zu zahlen. Wie die „Telegraphen- Hnion" erfährt, steht die Landtagsfraktion der Nationalsozialistischen Partei diesen Vorschlägen Dr. Webers nicht vollkommen ablehnend gegenüber. Wenn nicht besondere Ereignisse eintreten, kann öamit gerechnet weroen, daß die Nationalsozialisten in der Dienstagssitzung des Sächsischen Landtages, auf deren Tagesordnung auch die Wahl des Ministerpräsidenten steht, die Wahl Dr. Webers durch Abgabe weißer Stimmzettel ermöglichen werden. Uir die Demokraten ist der Stein des Anstoßes dadurch beseitigt worden, daß den Nationalsozialisten nicht das Innenministerium übertragen werden soll. Auch die Zustimmung der Dolksnatio- nalen Reichsvereinigung ist so gut wie sicher. Aegypten vor der Revolution. Der Konflikt zwischen König Zuad und den Rationalisten. - Barrikadenkämpfe in Kairo. - Wie verhält sich England? London, 21. Juli. (WTB.) Die Blätter melden aus Aegypten, daß in Kairo und Alexandrien U n - ruhen befürchtet werden. Die Regierung Sidky hat beschlossen, eine Kundgebung zur Unterstützung des Parlaments zu verhindern, die die Führer des Wafd, der ägyptischen nationalistischen Partei, in Kairo veranstalten wollen. Eine Proklamation ist veröffentlicht worden, in der die Absicht der Regierung, die Ordnung aufrechtzuerhalten, verkündet wird und sowohl die Abgeordneten als auch die Oeffentlichkeit vor der erwähnten Kundgebung gewarnt werden. Truppen werden bereits auf dem Platze neben dem Parlamentsgebäude versammelt. In Kairo und Alexandrien herrscht Nervosität. Kairo strotzt an allen wichtigen Plätzen von ägyptischen Truppen mit aüfgepslanz- ten Seitengewehren. Offiziere sind in der Königlichen Oper in der Nähe des Hauptplatzes untergebracht. Kairo gleicht einem bewaffneten Lager. Die Wafdisten erklären, sie würden das Parlament stürmen und trotz des Verbotes der Regierung eine Sitzung abhalten. Die Regierung ist entschlossen, dies mit Waffengewalt zu verhindern. Seit den furchtbaren Ereignissen des Jahres 1919 ist die Lage niemals so beunruhigend gewesen. Bei den Gas- und Wasserwerken, am Parlamentsgebäude, den Eisenbahnstationen und den Bureaus der wafdfeindlichen Blätter steht Militär in Bereitschaft. Man erwartet, daß die meisten Geschäfte schließen werden. Viele von ihnen haben ihre Räume verbarrikadiert. Agitatoren der Wafdpartei suchen die Polizei und die Truppen durch aufrührerische Propaganda zu beeinflussen. Die Regierung beabsichtigt, ihr Aeußerstes zu tun, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. W ach e n find an den Bahnlinien ausgestellt worden und haben Befehl erhalten, auf jedermann, der den Versuch unternimmt, die Bahnlinien zu zerstören, zu feuern. In einer Wafd-Versammlung in Kairo ist beschlossen worden, den König zu ersuchen, eine außerordentliche Si hung d es P a v-l g,jn ents einzuberufen. Dies wird als Schritt des Wafd angesehen, die Verantwortung für etwaige Unruhen König Fuad zuzuschieben. Der „Daily Telegraph" verbreitet sich über Wafd-Intrigen in London. Er erklärt, die zahlreichen Wafddelegierten auf der Interparlamentarischen Konferenz hielten Staatssekretär Henderson vor, daß die britische Arbeiterregierung nur durch eine Wafdregierung eine endgültige englisch^ägyptische Regelung zustande- bringen könnte: Henderson und seine Kollegen seien leider geneigt, diesen irreführenden Darstellungen Glauben zu schenken. Die Führer des Wafd haben nun doch beschlossen, die angekündigte Kundgebung, die die Regierung mit allen Mitteln verhindern wollte, nicht zu veranstalten. Die Lage ist trotzdem nach wie vor sehr gespannt. Die Hauptstraßen werden von der Polizei überwacht und in der Nahe des Parlaments sind starke Militärposten im Stahlhelm zu sehen. Kleine Ansammlungen auf dem Hniversitätsplatz konnten von der Polizei schnell zerstreut werden, nachdem Rohlinge allerdings verschiedene Kandelaber zerstört und einige Bäume entwurzelt hatten. Bei einer anderen Kundgebung in der Nähe des Wohnsitzes des britischen Oberkommissars kam es gleichfalls zu einem Konflikt mit der Polizei, die mit Steinen beworfen wurde. Auch hier gelang es der Polizei, mit einigen Schreckschüssen die Mengs * - X -—L_—______ ■ ■ Wiesbadens Jugend begrüßt den Reichspräsidenten vor dem Beginn des großen Freilicht-Festspkls „Deutschlands Strom", das der Reichskunstwart Dr. Redslob entwarf. Raum ist in der kleinsten Hütte. Don Charlie Roellinghoff. . Der letzte rote Schimmer ist verblichen, und starr und dunkel liegt das steinerne Meer. Die Zacken der Funtenseetauern leuchten noch einmal auf, grüßen den alten Vater Wahmann drüben und verhüllen dann die Häupter. Herr und Frau Schmidt, zusammen zweihundert Kilo Lebendgewicht, stehen totrnüde vor dem Hüttenwart. »Bitte um ein Zimmer", sagt Herr Schmidt. „Zwei Betten", fügt Frau Schmidt hinzu. „Nix mehr frei , sagt der Hüttenwart, jeder Zoll ein absolutistischer Herrscher. „Sie kriegen je eine Matratze. Eine Treppe, Herren links, Damen rechts." Frau Schmidt begehrt auf: „Auf keinen Fall. Ich muh mit meinem Mann zusammen .. »Nix mehr freil" sagt der Herrscher. Herrn Schmidt wird die Sache peinlich. Er zuckt die Achsel und redet zu: „Sieh, Herminchen — wenn nun mal nichts frei ist... Frau Schmidt versucht ihn mit einem vernichtenden Blick zu töten. Sie gehen hinauf. Herr Schmidt schiebt die Gattin nach rechts ab und betritt den Herrenschlafraum. Er gewahrt vierundzwanzig Matratzen mit dreiundzwanzig Rucksäcken und sonstigem Dergzubehör. Ein Lager, ganz am Wandende, ist noch frei, und auf ihm beginnt Herr Schmidt seine schwere Ladung zu löschen. Die anderen dreiundzwanzig Gäste lärmen noch unten vor der Hütte. Dreiundzwanzigstimmig suchen sie den Erbauer des Waldes (hoch da droben) zu ermitteln. „So'n Skandal!" konstatiert Herr Schmidt, trüber Vorahnungen voll, und streift ächzend die blaue Originalgebirgsjacke ab. Er will nur schlafen, schlafen, schlafen .. „Eduard!?" Frau Schmidt hat die Tür halb geöffnet. Eduard seufzt unmerklich auf und gibt mit äußerster Selbstbeherrschung zurück: »Du wünschest, mein liebes Kind?" „Ich fürchte mich so da drüben, allein ... Hnd dann — knöpf' mir bitte mein Dirndl auf!“ Nach zehn mühseligen Minuten ist Frau Schmidt fort, und Eduard versenkt fünf Dirndlknöpfe in die Sammelbüchse des Alpenvereins. Darm macht er sich an seinen Hosenträgern zu schaffen. Nur der dünne Hemdenstoff trennt ihn noch von Adam, als die Gattin neuerdings in der Tür steht. „Eduard, das Zahnpulver!" Eduard verschluckt etwas sehr Hnchristliches und reicht seiner Frau das Zahnpulver. Dann streckt er sich nieder. Von unten tönt Lachen und Gesang. Herr Schmidt denkt nur an Schlafen ... Die Matratze besteht aus drei zusammengerückten Teilen. Schmidt streckt sich wohlig, wobei der unterste Teil seines Lagers mit den Füßen von dannen fährt und einen gefüllten Waschkrug mit sich reiht. Herr Schmidt bekommt nasse Füße, die er mit einem herrenlosen Strickbinder zu trock- ncn versucht. Wieder dehnt er sich. Diesmal nach oben zu. Wobei sein Kopf vehement gegen die Rohbalken fährt. Dann dost er sanft hinüber. Nicht für lange. Genagelte Bergstiefel donnern hinaus. Die Dreiundzwanzig gehen zu Bett. Verzweifelt hort Herr Schmidt Gesprächsbrocken: „... und das letzte Stück über den Grat zum Gipfel — grauenhaft, sage ich ..." „... Na — man kann ja von hier nicht an die Bank telegraphieren ..." . Na — ich habe verkauft! Jawohl!" „Was ist denn das hier für ein Schwein!?" Letzteres gilt Herrn Schmidt. Der' Inhalt des von ihm aus dem Gleichgewicht gebrachten Waschkruges hat sich über einen fremden Rucksack ergossen. Der Besitzer des Rucksackes führt erne Wanderlampe mit sich. Hn& ein Päckchen bes dazu gehörigen Karbids. Nun vertragen sich Wasser und Carbid schlecht ... Endlich ist das letzte Licht verloscht. Derein- ge Schnarcher erbrausen. Eben will Herr ^hmidt entschlummern, als es klopft. Er beschließt, nichts mehr hören zu wollen, und vergrabt sich unter der Decke. Heberdies pflanzt er beide Zeigefinger in di« Ohren. Es klopft stärker. Dann eine sehr weibliche Stimme: „Ist denn mein Mann nicht drin? Herr Schmidt? Eduard!!!" Wutgebrüll erhebt sich. Dreiundzwanzig Stimmen schreien: „Der Kerl soll sich doch melden! Schmidt! Schmidt!" Frau Schmidt tritt todesmutig herein.- Im nächsten Augenblick liegt sie. Der Betreffende stößt wilde Schmähungen aus. Frau Schmidt tappt mit dem Rufe: „Eduard!" weiter ... Herr Schmidt nimmt im ersten Schlafe die Firmer aus den Ohren. Im selben Moment ist er wach. Hm ihn herum tobt die Brandung des gestörten Schlafes von dreiundzwanzig Mitmenschen. Dazu sein irrendes Weib ... Entsetzt richtet er sich auf und fährt mit dem Musikantenknochen gegen einen Eispickel. Ein doppelt gestrichenes „A" ertönt ... „Hermine! Hierher!" ruft Herr Schmidt allem Schmerze zum Trotze. Sie haben sich gefunden. Dreiundzwanzig Stoßseufzer ertönen. Schon schnarcht es wieder hier und dort ... „Was gibt es, mein Schah?" fragt Herr Schmidt tonlos. „Mein Waschlappen, Eduard. Er ist in deinem Rucksack!" Eduard ist einigermaßen unangenehm enttäuscht. Er hatte mindestens mit einem bewaffneten Raubübersall gerechnet „Ich habe deinen Waschlappen nicht, liebes Kind!" „Doch, ich weih es genau. In deinem Rucksack liegt er. Obenauf!“ „Aber liebes Kind — wenn ich dir doch sage ..." „Entschuldige schon, die Rucksäcke habe ich gepackt!" „Darum liegt wohl auch dein Waschlappen in meinem Rucksack, wie?" „Hnterlasse doch wenigstens nachts deine An- pöbeleien!!!“ „Wenn du nachts deinen Waschlappen suchst!!!?“ Schauerliche Schreie nach Ruhe erschallen. Ein gutgenagelter Bergstiefel trifft Eduards armes Genick, Er stöhnt auf: „Hermine!" „Gib mir meinen Waschlappen!" „Ich hab ihn nicht!" „Du hast ihn! Natürlich — deinetwegen könnte ich ungewaschen bleiben!" Herr Schmidt entzündet ein Licht. „Licht aus!!! Schlafen lassen!!! Ruhe!!!" Frau Schmidt schluchzt laut. Herr Schmidt kramt fluchend im Rucksack. Dabei öffnet sich die Thermosflasche mit dem Kakao. Der Nachbar kommt auf diese Weise unverhofft zu einem heißen Fußbad. Im Schlafe murmelt er: „Bitte gut nachfrottieren!...“ „Hast du ihn?" fragt Frqu Schmidt. • „Pfui Teufel!" keucht Eduard, die Rechte im Marmeladentopf. Der Waschlappen ist unauffindbar. Eduard sagt es seinem Weibe. Sehr energisch und mit dem flehenden Zusatze, sie möge ihm und den dreiundzwanzig Genossen seines gestörten Schlafes endlich Ruh« schenken! Entsetzt über soviel Roheit will sich Frau Schmidt entfernen. Sie tappt ins Dunkle. Herrn Schmidt packt die Reue. Zudem hat et durch einen Zufallsgriff einen, wenn auch fremden, Waschlappen gefunden: er eilt der Gattin nach, die längst wieder über eine Matratze gefallen ist. Herr Schmidt bückt sich, ergreift einen Arm und ruft: „Ä'ongn Schah, steh auf!“ Der Arm gehört einem volljährigen, ausgewachsenen, robusten Alpinisten und saust mit urwüchsiger Kraft gegen Eduards armen Kopf. Dazu ein Schrei. „Was fällt Ihnen denn ein, Sie Affe!" „Rrrrrruhe!!! Schmeißt den Kerl hinaus!!!" „Warum hilfst du mir nicht, Eduard!" weint Hermine irgendwo. Endlich sind beide in dem Vorraum, der die beiden Schlafräume trennt. Herr Schmidt bebt vor Kälte. Don allen Seiten zieht es. Sein Hemd flattert. Die Gattin ruht ohnmächtig in seinen Armen. Er läßt sie in die Samenabteilung gleiten und schleicht wankend zu feiner Matratze. Bleischwer sinkt er nieder, einen fremden, feuchten Waschlappen in der Rechten. Zieht die Decke über den Kopf, während eine eherne Stimme ins Zimmer dröhnt: »Auf stehen zum Sonnenaufgang!!!" lörüOr tO 18 [avn~ Soll) <8 17 0$to w 15 Parb^- Ücht'FMV ettotgen könnt« nun doch be. gebung, die n dechinLnn n. Die La« gespannt. Ae M überdacht sind stark, sehen, uversitätsplatz ltreut werden, ebene Aande- le entwurzelt bung in bei scheu Ober« inem Äon» t Steinen :tmg «8 d« i die Ktnge Herr eN£ bei öffnet £ s Set W Sofft zu emem ielt er: '■■■■ - *<% w 4 i? m » Xe srs sich W fes sreind^. . Aattin nach. ieg-s°llen^ / einen Arm ,?’« De. Ä^adurch SS^Rm fi werden « di. NLstI armen.wt" ie *> «1 Eduard! ® «rtj«* &3^ Aalten, a^ dj, »LL Zauber. c T’Jß ent« M Waid }toa>ge An. .Daily ^fb-On" l£e, Sahl. Narlomen» fjMen- ^üerregie. n9 end. ? Mandr. 'ne Meyn senden Dar. aus der raftmagcn empfehlen. Näheres im heutigen Anzeigenteil. " EineMotorrad-Filmvorführ s ü h r u n g en geborgen Die Wetterlage. Mirabellen 45 bis 50; Reineklauden 50 bis Honig 40 biS 50; junge Hähne 120 bis 130 BüdöBeize KKv WBi Wi FaröttohnerwacM 2 Ratschläge für die Schönheitepflegeauf der Reise Suppenhühner Himbeeren 40 Celsius, abends 17,2 Grad; 14,7 Grad. Maximum 24,0 Grad. — Erdtemperoturen 21. Juli: abends 20,4 Grad; 15,8 Grad. — Niederschläge scheindauer 2} Stunden. 100 biS 120; Nüsse 60 bis 70 biS 45; Aprikosen 50 bis 55 am 22. Juli: morgens Grad, Minimum 9,3 in 10 cm Tiefe am am 22. Juli: morgens 3,9 mm. — Sonnen» bis 40; 20; 35; 60; 6 bis 7; Frühäpfel 30 bis 35; Dirnen 20 30; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 20 bis Heidelbeeren 40 bis 45; Stachelbeeren 15 bis Johannisbeeren 15 bis 25; Pflaumen 30 bis schlesien) find wieder a ch t L'e i ch worden. 17 Opfer der Katastrophe liegen noch im ner Heinrich Henning aus Marburg o Fahrt war, einem entgegenkommenden Straf: Verantwortlich für das Feuilleton i. D-: Dr. Fr. W. Lang e. Schacht. Deutsche Pfadfinder und Studenten in Rumänien. 3n Jassy trafen 250 deutsche Pfadfinder und Studenten in Begleitung mehrerer Professoren ein. Sie wurden von Vertretern der Ortsbehörden, der Studentenoereinigungen, der rumänischen Pfadfin» der und der deutschen Kolonie begrüßt und in geschlossenem Zuge mit Militärmusik in die Stadt geleitet. Die Universität veranstaltete einen feierlichen Empfang der deutschen Gäste, bei dem Professor Ob re ja die Begrüßungsansprache hielt und Professor De molk (München, früher in Gießen) für den Empfang dankte. Die deutschen Gäste haben dann ihre Reise nach den deutschen Siedlungen in Bessarabien fortgesetzt. Schweres Autounglück. Gestern gegen 20 Uhr ereignete sich auf der Land- straße Marburg—Gießen in der Nahe von Kirch- berg>Lollar ein schweres Autounglück. Dort wollte ein kleines Personenauto, dos dem Kauf, mann Johann Schmidt (Sterzhausen, Kreis Mar. bürg) gehört und in dem Schmidt mit dem Kell- Reifeweilerdienst. Garmisch - Partenkirchen. 14 Grad, Südwind, teils heiter, teils wolkig. Westerland auf Sylt. 16 Grad, Süd* wind, regnerisch. Swinemünde. 16 Grad, Westwind, teils heiter, teils wolkig. Pfirsiche 60 bis 90; das Stück: Eier 11 bis 12; Blumenkohl 30 bis 70; Salat 10 bis 20; Salatgurken 20 bis 40; Einmachgurken 2 bis 5; Ober- Kohlrabi 9 bis 10; Rettich 10 bis 15; das Dund: Radieschen 10 bis 15; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 5,50 bis 6 Mark. Tauben das Stück 70 bis 80 Pfennig. Vornotizen. Tageskalender für Dienstag: Stabt* tHeater Gießen: „Einen Jux will er sich machen", Beginn 19.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die letzte Kompagnie". — Stadttheater Gießen. Man schreibt uns: Heute, 19.30 Ahr, findet die Aufführung der Posse mit Gesang „Einen Jux will er sich machen" statt. Das Stück ist unter der Spielleitung von Heinrich Hub mit großem Erfolg im Kurhaus Dad-Rauheim erstaufgeführt worden. Auf die Ausstattung des Stückes ist diesmal besonderer Wert gelegt worden. Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Fritz C u j £. Ludwig Linkmann spielt die Rolle des Melchior. Ferner wirken mit die Damen: Döring, Fuhrmann, Jahn, Jüngling, MeweS und die Herren: Dom- wisch, Hub, Häser, Linkmann, Rieren, Ritten, Dolck, Wesener, Zingel. zu zerstreuen. Dei Zusammenrottungen in der Tläfc des Ministerium- deS Innern wurde von der Polizei ein junger Mann durch einen Schuh verwundet. Versuch«. in der Nähe des Haupt- quartiers des Wasd Steinbarrikaden zu errichten, wurden von der Polizei im Keime erstickt. Bei den Zusammenstößen wurden eine Person getötet und 87 verletzt. Die Verluste der Polizei find unbekannt. In der Nähe des Abdin- PalastcS wurde eine Gasleitung in Drand gesetzt und mit Straßenlaternen und anderem Material eine Barrikade errichtet. Die Menge wurde jedoch schließlich von der Polizei zerstreut, die jetzt die Lage beherrscht. Oie Auffassung in England. L o n d o n , 22. Juli. (WTD. Funkspruch.) Die Ereignisse in Aegypten nehmen in der Presse einen breiten Raum ein. .Daily Herald" meldet, in einflußreichen Kreisen der ägyptischen Hauptstadt, die nicht Der Wasdpartei angehören, werde bestimmt angenommen, daß König Fuad ab danken werde. Man rechne auch mit einem Rücktritt deS Premierministers 8 i d k y Pascha. ES sei als Ersah für ihn eine Persönlichkeit in Aussicht genommen, die die Wasdpartei zufriedenstellen würde. — .Daily Herald" erklärt. Die Zeit ist sehr nahe, wo König Fuad und seine Ratgeber entweder dem Willen de« Parlaments nachgebcn oder offen daS Gesetz verletzen müssen. Gemäß der Verfassung muß der König eine sofortige außerordentliche Tagung des Parlaments einoerufen. Sie wird ein M i ß - trauensvotum gegen Sidky Pascha anneh- men, waS verfassungsgemäh seinen Rücktritt zur Folge haben müßte. — Die schwierige Lage Aegyptens ist diesmal nicht ein Streit mit Großbritannien, sondern ein Streit zwischen König Fuad und dem ägyptischen Volke. Der König würde die Verfassung mißachten, wenn er den Wunsch der Wasdführer, eine außerordentliche Parlamentstagung cinzuberusen, vertoersen sollte. FuadS einzige Hoffnung sei, infolge der gefährlichen Ausschreitungen der Wasdanhänger m i - litärische Anter st ühung seitens Englands zu erzwingen. daß sie allen Teilnehmern zu einer bleibenden (Erinnerung wird. Einer der größten und modernsten Dampfer der Köln-Dusseldorier Rheindampfschiff* fahrls-Gesellschafl ist gemietet, ein Blasorchester sowie eine Jazzkapelle werden die alten rheinischen Lieder spielen sowie zum Tanz aufwarten. Cs ist reichlich Zeit zum Besuche des Niederwalddenkmals sowie von Rüdesheim und Aßmannshausen mit ihren Bauernfchenken und Winzcrstuden vorgesehen. Auch in Koblenz stehen über zwei Stunden den Teilnehmern zur Verfügung, um die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt in Augenschein nehmen zu können. Der Schluß der Fahrt gilt dem Besuche des Weindorfes in Koblenz, wo ein Winzerfest zur Aufführung kommen wird. Umgehende Anmeldung zu der Fahrt an das Hapag Reisebüro Gießen ist daher sehr zu ©wontentos 0 neiter. ® niro oedten e wolkig. ® otdtcn eittgen # Sehnet »Graupeln ■ NeDel KGewit'er.^)Windstille •O-' •eichte' osi ■Mssige» Südsüdwest q stürmische- lordwesl Oie Piene fliegen mit dem winde. Die oe>den Stationen jtenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen eeromden Orte mit gleichet* «ul Mtcrcsmvttu umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Der Wirbel über England und dem Kanal zieht unter Abflachung nach Dänemark weiter. Sein rascher Kaltlufteinbruch an der Rückseite hat den hohen Druck unter weiterem Anstieg ostwärts über die britischen Inseln und Frankreich ausgebreitet. Die Rordwrstlust führt anfänglich unter weiterer Abkühlung — für England und Schottland lagen heute morgen die Temperaturen unter 10 Grad — noch zu etwas unbeständigem und wechselhaftem Wetter, wobei vereinzelte Schauer auftreten. Da die Kaltluft den hohen Druck weiter nach dem Kontinent saugt, dürfte später in seinem Bereich die Besserung weiter fortschreiten und vielfach heiteres und trockene« Wetter ouskommen. Auch die Temperaturen, welche dann mehr der Ein- und Ausstrahlung unterliegen, nehmen tagsüber zu. Aussichten für Mittwoch: Zunächst noch wechselhaft und kühl mit ganz vereinzelten Regenschauern, später Besserung der Wetterlage. Lufttemperaturen am 21. Juli: mittags 23,2 Grab ausweichen. Dabei kam das Auto, das von Schmidt gelenkt wurde, von der gepflasterten Fahrbahn ab und geriet auf den weichen Bankettweg wodurch es ins Schleudern kam, einen Baum streifte und dann mit voller Wucht gegen einen zweiten Baum anrannte. Hierbei zerschellte der kleine Kraftwagen in zwei Teile und wurde völlig zertrümmert Henning erlst bei dem furchtbaren Anprall verschiedene schwere Rippenbrüche, einen Bruch des Schlüsselbeins, schwere Verletzungen des rechten Armes and des Kopfes; Schmidt trug einen leichten Schäbelbruch und Gefichtsoerletzungen davon. Alsbald herbeige rufen« ärztliche Hilfe aus Lollar brachte den bedauernswerten Verunglückten die erste Versorgung und Der- aniahte die Ueberführung der Verletzten durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der Chirurgischen Klinik. Dor allem wurde der schwerverletzte und bewußtlose Henning der Klinik schnell zugeführt, wo er auch heute noch bewußtlos und in ernstem Zustande darnieder* liegt. Dann verbrachte man Schmidt nach der Klinik, dessen Befinden sich bis heute morgen etwas gebessert hat. Für Henning soll ernste Lebensgefahr bestehen. Die behördliche Untersuchung über den Unglücksfall ist im Gange. Daten für Mitt roch, 23 Juli. 1532: Religionsfriede zu Nürnberg; — 1562: Ritter Götz von Berlichingen in Homberg gestorben; — 1824: der Philosophie-Historiker Kuno Fischer in Sandewalde geboren; — 1914: Ultimatum Oesterreich-Ungarns an Serbien. Gictzcner Wochcnrnarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 160 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 10 bis 15; Weißkraut 10 bis 15; Rotkraut 15 biS 20; Spinat 25 bis 30; Römischkohl 8 biS 10; grüne Dohnen 20 bis 25; gelbe Bohnen 25 bis 30; Erbsen 15 bis 20; Tomaten 30 biS 60; Zwiebeln 10 bis 15; Pilze 30 bis 35; neue Kartoffeln Aus der provinzialbaupistavt. Gießen, den 22. Juli 1930. Oie letzte Kompagnie. llfa-Tonfilm im Lichtspielhaus. lieber 100 Jahre rückwärts schweift das geistige Auge bei diesem Film: das Schlachtfeld von Jena und Auerstedt wird vor uns lebendig. Seitdem hat Preußen-Deutschland zwar weitere Kriege um seinen Bestand führen müssen, gewaltigere Schlachten geschlagen, das furchtbarste und größte Kriegssterben der bisherigen Weltgeschichte erdulden müssen. Und dennoch: erschüttert bis ins Innerste nimmt man bas hohe Lied menschlich- schlichter Größe, soldatischen Heldentums, des aufopferndsten und todbewußten Pflichtgefühls in sich auf, das in diesem Filmwerk in gewaltigen Akkorden zu dem Besucher herüberklingt. Frontsoldaten- (Erinnerungen aus 1914,18 finden hierin gleiches Erleben, verwandtes (Erdulden und gemeinsames sittlich-starkes Erheben zur höchsten menschlichen Selbstüberwindung und Selbstaufopferung. „W o wir stehen, ist Preußen!", erklärt stolz und todbereit der Hauptmann dieser .13 Mann der letzten Kompanie gegenüber dem Parlamentär der gewaltigen französischen Uebermacht — „Deutsch- land muß leben und wenn mir ft erben müsse n", klingt es nicht minder opfer- und todbereit aus den Tagen des großen Weltkrieges in unser erinnerndes Ohr hinein. Gemeinsamkeit des soldatischen Heldentums, Verbundenheit in höchster vaterländischer Gesinnung und in der menschlich ergreifendsten Sittlichkeit! Und darum bas starke Mitschwingen ber Herzen bei diesem gewaltigen Filmwerk, trotz des zeitlichen Abstandes und des neuzeitlichen noch größeren Kriegserlebens! Die Handlung ist stark und von ungeheurer dramatischer Spannuna erfüllt. Eine unvergleichlich große schauspielerische Leistung bietet Conrad Deibt als Hauptmann des kleinen Häufleins der letzten Kompanie. Er zwingt durch feine wunder- bare geistige Durcharbeitung und vollendete Gestaltung ber Rolle die Besucher zur vorbehaltlosen Bewunderung seiner Kunst. Die zweite starke Stütze dieses Filmwerks ist Karin Evans als Dora aus dem Müllerhause. Auch hier stärkstes frau- liches Erfassen der hohen menschlichen Werte dieser Rolle und prächtig gestaltende Verkörperung in der künstlerischen DarfteUerarbeit. Neben diesen beiden Großen der Schauspielkunst nicht etwa zu völliger Bedeutungslosigkeit herabgedrückt, sondern ausgezeichnet bargestellt bie letzten 12 Mann ber Kompanie als eine hochachtungheischenbe Leistung. Das Schlachtfeld ist nach den vielfachen traurigen Erfahrungen des Weltkrieges wahr und ergreifend aufgebaut. Die Silber finb sämtlich gut photographiert unb klar in ber Wiebergabe. Einwandfreie Tonauf- nähme unb -wiebergabe der Svrechterte, Solbaten- lieber unb des Kampflarms. Am Schluffe ist u. E. nur bas Glockengeläute unb bas Orgelspiel überflüssig, ja es wirkt nach unserer Ansicht in bem sonst durchweg hochwertigen Film kUschig. Mit bem schweigenden Salutieren des französischen Befehls- Habers vor den auf ber Wahlstatt gebliebenen dreizehn Mann ber letzten preußischen Kompanie dürfte das Werk wohl den besten unb natürlich auch historisch getreuesten Abschluß finben. Gesamtwertung: eine tonfilmische unb schauspielerische Spitzenleistung, bie ber stärksten Beachtung wert ist. •* Auslegung ber Stimmlisten. Der Reichsminister des Innern hat bestimmt, baß bie Stimmlisten unb Stimmkarteien für bie Reichstagswahl vom 24. bis 31. August auszulegen finb. ** Der britte Gießener Ferienkurs, ber vom 21. Juli bis 2. August an unserer Unioer- fität ftattfinbet, würbe gestern in ber Kleinen Aula bes Unioerfitätsgebäubes eröffnet. Se. Magnifizenz der Rektor Professor Dr. Brüggemann und Bürgermeister Dr. Seib hielten Begrüßungsansprachen, darauf sprach ber Kursleiter Professor Dr. Fischer, fobann folgten Vorträge, lieber den Verlauf bes gestrigen Tages werben wir noch berichten. — Der für heute abenb angesetzte Rezita- tionsoortrag von Dr. Freytag mußte wegen Erkrankung bes Vortragenden auf nächste Woche verschoben werben. *• Probevorlesung an der Universität- Don der Pressestelle der Landes- Universität wird mitgeteilt: Dr. phil. nst. Wulf Emmo A n k e l, der sich für daS Fach der Zoologie und vergleichenden Anatomie zu habilitieren wünscht, wird Dienstag 22. Juli, 19'/, Uhr s. t. in der Kleinen Aula, Ludwigstrahe 23, über das Thema: .Was sagt die moderne Genetik zu der Frage nach der Vererbung erworbener Eigenschaften" eine Probevorlesung halten. ** (Eine Achtzigjährige. Frau Marie Schupp, Hammstraße 11 wohnhaft, feiert morgen in voller geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Bereits am 2. Februar 1923 konnte sie mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann bas Fest ber gol- benen Hochzeit begehen ** Volkstümliche Rheinfahrt. Man schreibt uns: Das besetzte Gebiet ist frei, bie Freiheitsglocken haben überall geläutet. Die erste volks- tümliche Rheinfahrt nach ber Befreiung bes Rhein- lanbes finbet nun am 27. Juli statt, voraussichtlich ist es auch bie letzte Fahrt biefer Art in diesem Jahre. Das Hapag-Reisebüro Gießen hat es sich besonders angelegen fein lassen, diese Tour so auszugestalten, Die Presicstelle der Berliner Botschaft ber Sowjet- union b e ft r e i t e L daß ber Sohn Schainhold» auf ein Schiff gelockt worden ist. Schmidt, ber wahr- schcmlich russischer Staatsangehörigkeit ist, ist nicht, wie zunächst behauptet wurde, ein in russischen Diensten stehender Kanzleisekretär, sondern Buchhalter bei der Derutra, einer rein privaten Gesellschaft. Ankunft ber ersten Europaflieger in Bristol. Von Calais kommend, trafen die ersten Eu- ropafliegcr auf dem Flugplatz von Bristol ein. Als erster landete der Vnaländer Butler, dem sofort seine Landsleute Thorn, Earberry und Miß Spooner folgten. Danach landete der Franzose Plessis. Die Flieger hatten zum Teil noch über dem Aermelkanal sehr schlechtes Wet- t e r. Als erster startete Butler, der bald danach auf dem Londoner Flugplatz He st o n landete. Eine Hochzeitsgesellschaft unter Vergiftung-- erscheinungen schwer erkrankt. In Duxtehu de sind am Sonntag fünfzehn Teilnehmer einer Hochzeitsseier nach bem Genuß von Speisen unter bedenklichen Erscheinungen erkrankt. Die Krankheit äußert sich in Uebelkeit, hohem Fieber und Besinnungslosigkeit. Reun Personen, darunter das Brautpaar, liegen in bedenklichem Zustande darnieder. Der Zustand eines 80jährigen Hamburgers gilt als hoffnungslos. Der behandelnde Arzt veranlaßte die Sicherstellung der Speisereste, die der Bakteriologischen Abteilung des Stader Krankenhauses zugeführt wurden. Die Ursache der Vergiftungen ist. wie der Arzt mitteilte, nicht in Trichinose zu erblicken, da ketnerlei Schweinefleisch bei der Speisenbereitung zur Verwendung gekommen ist. Die Bergungsarbeiten in Hausdorf. Aus dem Unglücksschacht in Hausborf (Nieber- Aus aller Welt. Rekorbhihe in Reuyork. Die ungewöhnliche Hitze, unter der da- ganze Land feit einigen Tagen zu leiden hat, bauert immer noch an. Um 2 Uhr nachmittags wurden am Montag in Reuyork im Schatten 37 Grad Eelsius und im Zentralpark in der Sonne 57 Gr. EelsiuS gemessen. Die Hitzwelle hat bisher in Reuyork 28 Todesopfer gefordert. Rach hier vorliegenden Meldungen sind im ganzen Lande bisher über 100 Todesfälle infolge H i tz s chl a g - zu verzeichnen. 3n den Reuyorker Gerichten gestatteten die Richter allen Anwesenden, die Röcke abzulegen. Die Parks und die Badeorte in der Umgebung von Reuyork sind überfüllt. Kältewelle in Argentinien. Argentinien wird zur Zeit von einer ungewöhnlichen Kältewelle heimgesucht. In BuenosAires herrscht wieder 6 Grad Kälte, in Comobore Riva- baoia, bem bekannten Petroleumhafen in Süb- argentinien fiel bas Ouecksilber sogar auf minus 21 Grad. Durch ft arte Schneefälle wurden vielfach die Eisenbahnverbindungen unterbrochen. Die ersten wintersportlichen Veranstaltungen in Los Andes in den Kordilleren erfreuten sich lebhaften Zuspruchs. Flugzeugabsturz in England. Dei Meopham (Grafschaft Kent) ist ein Flugzeug mit sechs Personen an Bord ab- gestürzt. Sämtliche Insassen, darunter zwei Frauen, waren sofort tot. Das Flugzeug, das zwischen Croydon und Berck an der französischen Kanalküste verkehrt, wurde vom Piloten Colonel Henderson gesteuert. Unter den Getöteten befinden sich Lord D u s f e r i n , Dis- countneß G d n a m , Frau Lössler und Sir Edward Ward. Die Persönlichkeit des sechsten Toten konnte noch nicht festgestellt werden. Mit Artillerie gegen eine Räuberbande. Zwischen Truppen der chinesischen Rationalregierung und einer großen Bande gut bewaffneter Räuber ist es zu heftigen Kämpfen gekommen. Die Räuber hatten sich etwa 40 Meilen südlich von Kanton gut verschanzt, so daß sich die Truppen genötigt sahen, mit Artillerie gegen sie vorzugehen. Rach einer heißen Schlacht, die den ganzen Tag andauerte, wurden die Räuber in die Flucht geschlagen. Sie hatten eine Anzahl Gefangene gemacht, die ihnen aber wieder abgejagt und befreit wurden. Mehr als hundert Räuber wurden getötet oder verwundet. Entführung durch bie Tscheka. Der bei der Deutsch-Russischen Lager- und Transportgesellschaft in Hamburg, als höherer Angestellter seit viereinhalb Jahren beschäftigte Russe Schainhold erhielt vor kurzem von sowjetistischer Seite in Rußland die Aufforderung. sofort nach Rußland abzureisen, um sich dort zu verantworten. Schainhold weigerte sich und wurde darauf von einem Gericht in Rußland in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Am 3.Juli wurde nun der 18jährige Sohn Schainhold- durch den in russischen Diensten stehenden Kanzleisekretär Schmidt nach Kiel gelockt und dort a u f ein Schiff gebracht, das mit ihm sofort nach Rußland abdampfte. Was dort mit ihm geschieht, darüber fehlt dem Vater bisher jede Rachricht. Es liegt jedoch der Verdacht nahe, daß der minderjährige, nach russischem Recht aber demnächst großjährig werdende Schainhold der Tscheka als Geißel dienen soll. Don unterrichteter Seite erfahren wir, baß S ch m i b t, ber bes Vergehens ber Entführung eines Minderjährigen verdächtig ist, auf Grund des § 235 des Strafgesetzbuches verhaftet worden ist. Es wirb nun untersucht werden, ob bie Sowjet* regierung hinter bem Vorgehen Schmidts steht. fand am ©onntagnormitag auf Veranlassung der hiesigen Motorradfirma Willy Ap pel, Kaiier- allee 45, im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, statt. Der erste Film berichtete über die von den Zünd- appwerken veranstaltete Zündapp-Stemsahrt von AnSbach nach Nürnberg, wobei man in wechselnder Folge schöne Landschaftsaufnahmen mit guten sportlichen Bildern bemerken konnte. Hieraus rollte ber von der lila im Auftrage der Zündappwerke hergestellte Kulturfilm „DaS Motorrad und wir" über die Leinwand. Der erste Teil dieses Films zeigte die Entstehung der Zündappmotvrräder vom Rohmaterial biS zur gebrauchsfertigen Maschine, und er gab deutlich au erkennen, mit welcher Sorgfalt in der deutschen Motorradindustrie auf Qualitätsarbeit gesehen wird. Der zweite Teil des Films unterrichtete an Bildern über die Dehandlungsersor- dernisse und Wirkungsweise der Motoren, sowie übet die vielen Verwendungsmöglichkeiten eine- Motorrades im täglichen Leben. Zum Schluß folgten Filme über die Scchstagesahrt der Mo- toräber im Jahre 1929 von München über die Alpen nach Gens unb über daS Motorradrennen „Rund um Schotten" im Jahrs 1929. Die interessanten Vorführungen wurden von den Besuchern mit lebhaftem Beifall auf genommen. 1. Zur natürlichen Bräunung der Haut fette man vor und nach der Besonnung die Haut, insbesondere Gesicht und Hände, mit Creme Leodor gründlich ein; man erzielt dann ohne schmerzhafte Rötung eine gesunde, sonnengebräunte Hautfärbung. — Creme Leodor, Tube 60 Pf. und 1 Mk., Leodor-Edel-Seife 50 Pt In allen Chlorodont • Verkaufsstellen zu haben. 2. Zur Erlangung schöner weißer Zähne putze man früh und abends'die Zähne mit der herrlich erfrischenden Zahnpaste Chlorodont, die auch an den Seitenflächen mit Hilfe der Chlorodont Zahnbürste einen elfenbeinartigen Glanz erzeugt. — Chlorodont-Zahnpaste, Tube 60 Pt und 1 Mk, Chlorodont- Zahnbürste 1 Mk, Chlorodont-Mund wasser 1 Mark Denken Sie an Stoffe/ denken Sie an L Bernard Bilanz am Dezember *1929 mieten 51800 521 ID 6. Schuldscheindarlehen an Pri- 115638,05 Zugang 7. Todes-Anzeige. Statt Karten 10. 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Die tieftrauemden Hinterbliebenen. Abends 8 Uhr: Gefellfchafts-Tanz Lristve Ktsche Mittwoch früh erste Sendung eintrefsend: Prima Schellfische- Pfund 65 Kabeljau u. Seelachs, Psd. 40 <\ Goldbarsch, Seehecht Fischfilets und Koteletts neue Bon. u.norroeg BoiWerlDoe Heue engliffle malles-geringe neue morlnaöen: Rollmops, Bismarckheringe,Bratheringe, Heringe in Gelee, Sardinen in 1-, 2« und 4-Ltter-Dosen Aeue Galzgttvken Neues, selbsteingemachies GauevSoaut Richard Grünewald Babtibofstr.87 Fernsvr.3631 ____ 5208 A Barsoi-Hölle IVgiäbrio» aus edelst. Zücht, preiswert zu verknusen. 152120 Paul Boecker, Wetzlar. Grünberg, den 18. Juli 1930. Bezirkssparkaffe Grünberg Vermögen Kassenbestand....... Guthaben bei der Girozentrale, Reichsbank und auf Postscheckkonto ..... . « Wechsel.......... Eigene Wertpapiere . . . . Kontokorrentforderungen . . oMorgen £Mittwoetja6ena ; 2. Borgmeyer, Hannover 78, 10,6 Sek.: 3. Müller, Weilburger FV., 11 Sek. Nach zwei Fehlstarts kommt das Feld gut ab. Bei 50 Meter macht sich Ionath von (einem Klubkameraden frei und zerreißt in der prächtigen Zeit von 10,5 Sek. das Zielband. Der hessisch-honnoversche Bezirksmeister Müller belegt in seiner bis jetzt besten Zeit von 11 Sekunden einen ehrenvollen dritten Platz. 200-Meter. 1. Borgmeyer, Hannover 78, 21,7 Sek. (!); 2. Voih, Köln-Marienburg, 22,9 Sek.: 3. Zankl, Eintracht Frankfurt, 23,1 Sek. Borgmeyer, eine äußerst kräftige Sprtntergestalt, läuft seinen an sich nicht schlechten Gegnern auf und davon und holt eine sabelhaste Zeit heraus. 800-Meter: 1. Hobus, Hannover 78, 1:59,7 Dlin.; 2. Peters I., 1900 Gießen, 2,03 Dlin.; 3. Bö- seit, Eintracht Frankfurt, 2,08 Min. Der Hannoveraner übernimmt sogleich die Führung und legt ein äußerst scharfes Tempo vor. Leunig, Eintracht Frankfurt, versucht, ihm zu folgen, gibt jedoch nach 500 Meter auf. Dagegen läßt sich Peters nicht entmutigen. Er kommt noch gut aus und holt auch eine ansprechende Zeit heraus. 5 0 0 0 - M e t c r: 1. Gerhardt, 1900 Gießen, 16,39 Min.: 2. Seifert, Eintracht Frankfurt, 17,07 Min.; 3. Raessing, Turnerbund Wiesbaden. Das 5 Mann starke Feld begibt sich unter Führung von Paul, 1900, auf die Reise. Gerhardt, der bekannte Marathon, löst ihn jedoch bald ab und forciert das Tempo. Gerhardts Vorsprung wird immer größer, hingegen Paul aufgeben muß. Die Zeit des Siegers läßt darauf schließen, daß er auch bei den in Kürze statt- findenden deutschen Marathonmeisterschaften die 1900er Farben würdig vertritt. Stabhochsprung: 1. Rodenkirchen, Köln- Marienburg, 3,20 Meter (Dbergren. i. d. 1 Komp, d. R. 15); 2. Steines, Mtv. Gießen, 3,15 Meter; 3. Jung, 1900 Gießen, 3 Meter. Im Stabhochsprung hat der junge talentierte Kölner knapp vor Steines das bessere Ende für sich. Bezirksmeister H. Jung muß bet 3 Meter Sprunghöhe infolge einer Fuß Verletzung ausscheiden. Kugelstoßen: 1. Mohl, DsB. Gießen, 12,89 Dieter; 2. Gary, Athl.-Cl Marburg, 12,26 Dieter; 3. Enders, Eintracht Frankfurt, 11,96 Dieter. Mohl, der bereits im Vorkampf mit 12,66 Dieter führte, wartet.in her Entscheidung mit einem 12,89-Dleter- Stoß auf, der ihn außerhalb jeder Gefahr bringt. Diskuswerfen: 1. Gary, Athl.-Cl. 88 Mar- bürg,. 37,01 Dieter; 2. Mahl, VfB. Gießen, 34,66 Dieter; 3. Enders, Eintracht Frankfurt, 34,22 Dieter. Diesmal dreht der Marburger Athletikclubmann, der jetzt erst in seine Diskusform zu kommen scheint, den Spieß um. 4 X 100-Die ter-Staffel : 1. SpDg. 1900 Gießen (Hopfenmüller, Schwab, Geist, Guyot), 46,4 Sek.; 2. Weilburger FV., 46,7 Sek.; MSC. Köln distanziert. Der Laus der Marienburger konnte infolge Frühstarts nicht gewertet werden. Dadurch ist 1900s Mannschaft, bei der übrigens ein Wechsel vollkommen fehlging, in den Besitz des Wanderpreises gelangt. klaffe II. 100 Meter: Zankl, Eintracht Frankfurt, 11,3 Sek.; 2. Kritz, Fuhb-Sporto. Frankfurt, 11,4 Sek.; 3. Guyot, 1900 Gießen, 11,5 Sekunden. Ein äußerst hartnäckiger Kampf, den der talentierte Eintrachtmann im Finifh für sich entscheiden kann. 400 Meter: 1. Leunig, Eintracht Frankfurt, 53,9 Sek.; 2. Franke, Köln-Marienburg, 57,2 Sek. Leunig rehabilitiert sich hier. Wenn der Marienburger mehr Widerstand geleistet hätte, wäre eine bessere Zeit herausgekommen. 1 500 Meter: 1. Kaufmann, Fußballsporto. Frankfurt, 4:26,9 Dlin.; 2. Hollstein, Köln-Marien- bürg, 4 28 Dlin.; 3. Roessing, Turnerbd. Wiesbaden, 4:28,1 Minuten. Der Frankfurter, Kölner und Wies- bahener bleiben fast während des ganzen Rennens zusammen, schließlich gibt doch das größere Stehvermögen Kaufmanns den Ausschlag. Hochsprung: 1. Capello, VfL. Wetzlar, 1,68 Dieter; 2. Brunninger, Pol. Butzbach, 1,64 Dieter; 3. Malkomesius, Dito. Gießen, 1,52 Dieter. Der VfL -Mann hat schon bessere Leistungen gezeigt. Allerdings darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Anlaufbahn durch die Regengüsse der Vor- tage etwas schwer geworden war. Speerwerfen: 1. Spaar, Offenbach 99, 47,02 Dieter; 2. Hopsenmüller, 1900 Gießen, 46,55 Dieter; 3. Vogt, 1900 Gießen, 46,49 Dieter. Hopfenmüller hätte den Speer flacher herausbringen müssen, um zu gewinnen. Vogt ist auf bestem Wege. 4X800-Meter-Staffel: 1. SpVg. 1900 Gießen (Glagow, Dr. Tönges, Günther, Peters), 8:48,2 Dlin.; 2. Fußb.-Spo. Frankfurt, 8,59 Dlin.; 3. Turnerbund Wiesbaden, 9,11 Minuten. Ein wechselvoller Rennverlauf. Glagow ist schwach und büßt etwa 50 Dieter ein. Dr. Tönges gestaltet nun sein letztes Rennen für die 1900er zu einer ganz hervorragenden Leistung. Er läuft taktisch klug und kommt bis auf beinahe 10 Dieter an den Gegner heran. Günther, lebhaft angefeuert, übertrifft sich nun auch selbst und wechselt auf gleicher Höhe wie die führenden Frankfurter. Als dann Peters den Stab hat, steht 1900s Sieg fest. klaffe III. 10 0-Dleter: 1. Schlau, VfB. Diez, 11,5 Sek.; 2. Zankl, Eintracht Frankfurt, 11,7 Sek.; 3. Schwab, 1900 Gießen, 11,9 Sek. Die Niederlage Zankls kam unerwartet. Er hatte sich wohl zu sehr auf seinen Spurt verlassen. Dem Diezer gebührt ob seines tapferen Laufs ein Lob. Schwab könnte bei besserem Laufstil viel mehr leisten. 8 00-Meter l.Ploch, Mtv. Gießen, 2,09 Dlin.; 2. Stauß, Eintracht Frankfurt, 2:10,1 Dlin.; 3. Neurath, Fußballspv. Frankfurt, 2:10,2 Dlin. Es sieht zunächst nach einem Sieg des Eintrachtmannes aus, ledoch verfügt der Mtver über einen ausgezeichneten Endspurt und gewinnt klar. 3000-Dleter: 1. Wöll, Spo. 03 Frankfurt- Fechenheim, 9,36 Dlin.; 2. Hornung, Turnerbund Wiesbaden, 9,45 Dlin.; 3. Niedenthal, Borussia Fulda, 9,50 Dlin. Das 15 Mann starke Feld löst sich schon bald in Gruppen auf. Die Spitze nimmt der Favorit Wöll. Er wird von Hornung, Wiesbaden, oft stark bedrängt, macht sich jedoch in den beiden letzten Runden frei und gewinnt in recht guter Zeit. Weitsprung: 1. Krischel, Fußballspv. Frank- furt, 6,18 Dieter; 2. Brunninger, Polizei Butzbach, 5,95 Dieter; 3. Watermann, Borussia Fulda, 5,94 Dieter. Bei der großen Bewerberzahl wird um jeden Zentimeter gekämpft. Schließlich reißt der gut veranlagte Krischel den Sieg an sich. Speerwerfen: 1. Bogt, 1900 Gießen, 45,86 Dieter; 2. Spaar, Offenbach 99, 45,10 Dieter; 3. Bachmann, 1900 Gießen, 44,02 Dieter. Bogt wirft konstanter als Spaar, der Sieger der Klasse II. Bachmanns Leistung verdient volle Anerkennung, da er infolge Beinzerrung nicht voll aktionsfähig war. 4X100-Dieter-Staffel: 1. Mtv. Gießen (Rothermel, Ploch, Malkomesius, Becker), 46,7 Sek.; 2. Fußballsportv. Frankfurt 47 Sek. Borussia Fulda (47,5 Sek.) distanziert. Die Männerturner hatten sich Wirble msLeben! Vornan von Anna Fink. Hrheber-RechtSschuh durch Verlag OSkar Meister, Werdau, S.-A. 1. Fortsetzung Nachdruckverboten. Reginald fuhr aus feinem Träumen auf. .Was willst du tun, Barbara?" fragte er. .Laß mich nur machen", lautete ihre Antwort, und sie zog ihn mit sich in die Tür. Dem herbeieilenden Wirt sagte sie, er solle etwas Warmes zubereiten, sie wollten sich beide etwas ausruhen. „Wünschen die Herrschaften hier *u übernachten?" fragte dieser sehr devot. — 3n sein einsames Haus verirrte sich nur selten ein Gast, und er freute sich der guten Aussicht. „Das wissen wir noch nicht", erklärte Barbara. .Erst das Essen, Herr Wirtl" „So, mein Lieber, nun muht du aber berichten. Schließlich möchte ich ja auch wissen, wie du zu der originellen 3de« gekommen bist, mich zu Überfällen." „Hör' mal, Barbara; ist das für dich nicht etwa- gewagt, mit einem fremden Mann in später Abendstunde in einem Gasthof zu essen? Kann das für dich nicht üble Folgen haben? Da du einen Trauring trägst, wirst du wohl auch einen Mann haben, und was der dazu sagt.. „DaS laß nur meine Sorge sein", erwidert- Barbara. „Wenn du keine Sorge trägst, dich hier blicken zu lassen wegen deines Berufs...“ „Olein, nein", sagte er gleichgültig. „Du machst dir immer noch ein verkehrtes Bild von mir. Du kannst versichert fein, dies war mein Debüt. Tlnd gerade dich mußte ich dabei erwischen." „Erzähle, wie du dazu kamst. Es müssen doch besondere Gründe gewesen sein, die dich dazu gebracht haben. Du siehst so prachtvoll aus." „Ditte, keine Schmeicheleien!" fuhr er sie so hart an, daß sie betroffen schwieg. „Oh, die Grunde sind tatsächlich so banal, daß du bestimmt sehr enttäuscht bist. Aber — trenn du's durchaus wissen willst...“ Er brach ab. Draußen war anscheinend noch ein Wagen vorgefahren, dessen Lenker ein wahres Hupenkonzert vor dem Hause veranstaltete. »Donnerwetter, das ist unangenehm! Muß in dieses abgelegene Rest gerade heute noch einer hereinschneien!" Draußen ertönten zwei lebhafte Stimmen, die eine- §erm und die einer Dame. Die Tür öffnete sich, und die beiden traten ein. „Gott steh mir bei! Das ist ja Herr und Frau von dem Berg!" Barbara hatte gerade noch Zeit. Reginald dies zuzuflüstern. Die Frau hatte Barbara schon entdeckt. „Meine liebste Frau Much, hier stecken Sie also! Olein, wie froh bin ich. Die so wohlbehalten wiederzusehen. Wir waren vorhin bei Ihrem Gatten. Er war in größter Sorge um Sie. Ihre Ellern hatten ihm telegraphisch Ihre Abfahrtszeit mitgeteilt. Der Berechnung nach mühten Sie schon längst zu Hause sein. Sie sollten wirklich nicht so leichtsinnig sein und so spät allem fahren. Aber diesmal scheinen Sie ja nicht ohne "Begleitung gewesen zu sein." Ein erstaunter Blick ging zu Reginald hinüber, der aufgestanden war und sich leicht verbeugte. „3a, denken Sie: 3ch hatte eine ganz schwere Autopanne, mitten im dunklen Wald bei dem abscheulichen Wetter. Dieser Herr kam gerade deS Weges. Er ist 3ngenieur Und hals mir in der liebenswürdigsten ODeife. Darf ich bekanntmachen: Herr Dr. Siegert, Frau von dem Berg, Herr von dem 03erg.“ Die Herren verbeugten sich sehr steif. Man setzte sich um den gleichen Tisch. Reginald fluchte heimlich. Das klang wie ein unterdrückter Hustenanfall. »Es ist wirklich unverantwortlich, gnädige Frau, den Herrn Gemahl so in Angst zu lassen", schnaufte Herr von dem Berg — ein etwas zu starker Fünfziger mit ein paar männlichen Schmissen auf dem rötlichen Gesicht. Wenn man ihn ansah, hatte man immer Sorge, ein Plötzlicher Schlaganfall könne seinem Leben ein vorzeitiges Ende bereiten. Deine Frau war über» schlank, etwa fünfzehn 3ahre jünger als er, mit ganz blassem Gesicht und etwas zu rot gemalten Lippen. Barbara zuckte die Achseln. „3ch glaube, daS geht wohl nur mich allein an, verehrter Hern von dem Berg", sagte sie scharf und sah dabei so abweisend aus, daß er nicht wagte, noch etwas zu erwidern. „Und wir sorgen jetzt dafür, daß die kleine Frau 03arbara heil heimkommt", tagte Stau von schon im Borkampf gut onaelassen. Im Endlauf geht es bis zum letzten Wechsel hart auf hart. Fuß- ballfportoerein führt. Doch der Mtv.-Schlußmann Becker läuft mit 3 Meter Vorsprung unter Beifall der Anhänger durchs Ziel. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Bei dem 8. KreiSfest in Darmstadt, über das gestern schon zusammenfassend berichtet wurde, waren auch die Tümer, Sportler und Sportlerinnen deS 3. Bezirks beteiligt E« wurden dabei von einzelnen Teilnehmern folgende O3efilciftungen erzielt: Turner: Oberstufe (Siebenkampf): Karl Bettln, Wiefeck, 3. Preis, 240 Punkte. Mittelstufe (Siebenkampf): 1. Preis Heinrich Koch. Wißmar, 247 Punkte: 2. Preis Karl Wagner. LaunSbach, 241 Punkte; 6. Preis Karl Leib, Launsbach, 235 Punkte: 7. Preis Adolf Kreiling, Wiefeck, 233 Punkte: 11. Preis Alfred Ohwald, Wiefeck. 229 Punkte. Siebenkampf (16 b i S 1 8 Jahre): 7. Pr. Otto Koch, Wißmar, 224 Punkte. Leichtathleten: Sportler (Jugend. Vierkampf): 4. Pr. Karl Dönges, Wißmar, 252 Punkte. Sportler (14 b i s 15 Jahre, Drei- kamps): 5. Preis Otto Weiß, Watzenborn, 181 Punkte. Sportler (Klasse C. Fünfkampf): 3. Preis Heinrich Becker, Krofdorf, 198 Punkte; 5. Preis Heinrich Bill, Raunheim. 192 Punkte; 9. Preis Georg Kraft, AlSfeld, 189 Punkte. Sportler (Klaffe C. Fünfkampf): 2. Preis Willi Rühl, Raunheim, 306 Punkte; 3. Pr. Rudolf Engelhardt, Annerod, 299 Punkte. Sportler (Klasse B, Dreikampf): 3. Preis Ewald Beppler. Heuchelheim, 195'/. Punkte; 4. Preis Robert Schaum, Krofdorf. 195 Punkte. Sportler (AlterSkasfe, über 45 3 a 6 r e, Drcikamps): 3. Preis Wilhelm Wolf, Gießen, 146 Punkte. Einzelkämpfe. 1 0 0-011 etcr-Üauf (14 bis 15 3ahre): 2. Stelle Otto Weiß. Watzenborn, 12,9 Sek. 100-0Rctcr-Öauf (Klaffe B): 2. Stelle Ewald Beppler, Heuchelheim, 12,5 Sek. 4x1 00- OHe te r-0 t a f e t te (Sportler): 3. Stelle Krofdorf/ 50 Sek. 3X1 OOO-OHctcr-0taf ette (Klaffe ä): 3. Stelle Gießen, 9:27,9. Kugelstoßen (Klaffe A): 1.Stelle Wilh. Schwarz, Annerod. Diskuswerfen (Klaffe C): 3. Stelle Rud. Engelhardt, Annerod, 25,62 Meter. Feuepwehriagung in Oieburg. WDR. Dieburg, 21. 3uli. Am Samstag, Sonntag und Montag hielt hier der Landesverband der hessischen Freiwilligen Feuerwehren seinen 2 6. LandeS- seuerwehrtag ab. Rach internen Sitzungen deS Landesausschusses am SamStag fand am Sonntag die Festsitzung statt. Für den verhinderten 3nnenminister überbrachte Oberregt etungÄ- rat Dornschauer die Grüße und Wünsche der hessischen Staatsregierung. Die Vertreter der umliegenden Kreisämter Darmstadt, Dieburg, Erbach, DenSheim, sowie der Kreisämter Alsfeld und Schotten, ferner Vertreter benachbarter Feuerwehrverbände überbrachten der Okrfamm- lung die Wünsche ihrer Dehörden bzw. Organisationen. Wie der Vorsitzende mitteilte, wurde zum erstenmal das Fcuerwehr-Ehren- kreuz für besondere Verdienste verliehen. und zwar an Regierungsrat Walter, Dieburg, Dürgermeister M e n g c I, Schotten, Branddirektor Heberte, Heidelberg. Bürgermeister Möller, Wöllstein. Branddirektor Braubach, Gießen, Branddirektor Hofmann. Worms, an den Landesverbandsvorsihenden K n a u p, Rimbach, ferner an Feuerwehrkommandant Schweikert, Rieder-3ngelheim, Kommandant P i r o t h, Klein-Steinheim, Brandinspektor Wenzel, Gießen und Feuerwehrkommandant Hosen, Darmstadt, außerdem wurden mit dem .40-3abreS-Ehrenkreuz" ausgezeichnet die OHitglicber De chtdoid, Schotten, und DickorH, Gießen. Wie der Vorsitzende mit* teilte, zählt der Verband jetzt insgesamt 435 Wehren. Rach längeren Beratungen wurden daS Grundgesetz, sowie die Satzungen der Provin* zial- und Kreisverbände genehmigt. Der nächste LandeS-Feuerwehrlag 1933 findet in Schotten statt. Oberheffen. Bezirkssparkasse Grünberg. .+. Grünberg, 21. Juli. Dieser Tage fand hier im Lparkassengebaude die diesjährige ordentliche DlitglicbcrDcrfammlung der hiesigen B c • zirksi parkaffe statt. Das Kreisamt Gießen als Aufsichtsbehörde war vertreten durch Regierungs- rat Schmidt, der Hessische Sparkassen- und Giro« verband durch den Vorsitzenden Iustizrat Dr. Reh. Außer dem Vorstand und dem Aufsichtsrat waren 39 Gemeindevcrtreter anwefend Aus dem Geschäftsbericht, welcher von dem Direktor Dekan Schmidt vorgetragcn und erläutert wurde, geht hervor, daß trotz der sehr ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse die Entwicklung der Kasse im Jahre 1929 überaus günstig war. Bei den Spareinlagen war ein Zuwachs von 345 640,— Mark zu verzeichnen. Der Bestand an Spar- und Scheckeinlagen betrug am Jahresende 1 683 000 Mark, ohne die aufgewerteten Spareinlagen, welche sich auf rund 500 000 Mark berechnen. Die Zahl der neuen Sparbücher ist auf 74 v. H. und der Bestand an neuen Spareinlagen auf 53 o. H. des Standes von Ende 1913 angewachsen. Die Raffe verfügte im Laufe des Jahres immer über genügende Mittel, um die nach- aesuchten Darlehen, soweit die satzungsmäßige Sicherheit geleistet wurde, zu gewähren. Ein großer Teil der Darlehen kam dem W o h n u n fl s b a u zugute« Außerdem wurden die Mittel für die im Gang befindlichen Feldbereinigungen in 7 Gemar« hingen zur Verfügung gestellt und auch den Bezirks- gemeinden die nötigen Darlehen gewährt. Am Jahresende waren die Bestände der Kasse wie folgt angelegt: Kasse, Girozentrale, Reichsbank, Postscheckkonto 56 026,33 Mk., Wechsel 5741,95 Ms., Wertpapiere 98 400 Mark, Kontokorrentforderungen 255 144,14 Mark, Schuldscheindarlehen an Private gegen Bürgschaft 115,638,65 Mark, Schuldschein- dariehen an Gemeinden, Kirchen und Gemeindeoerbände 660 123,08 Mk., Darlehen gegen Hypotheken 653 606,30 Mark, Güterkausgelder 22 190,02 Mark, zusammen 1 866 869,87 Mark. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats Kaufmann Ehr. Schweißguth berichtete über die durch den Auf- sichtsrat vorgenommene Prüfung der Äahresrech- nung und Revision, welche, ebenso wie die in der Zeit vom 18. bis 28. Juni Itattgefunbenen Revision durch den Derbandsrevisor Einerlei Beanstandungen ergab. Dem Vorstand und dem Rechner wurde Entlastung erteilt, vorbehältlich der Prüfung der Rechnung durch die Oberrechnungskammer. Der 15 344,— Mark betragende Iahresüberschuß wurde im Hinblick auf die Aufwertungsverpflichtungen der Kaffe in voller Höhe der Rücklage zugeschrieben. Wie im vorigen Jahr, wurde als Beitrag zur Schulbibliothek für diejenigen Schulen, welche bei der Kasse Schulsparkassen unterhalten, 200 Mark zur Verfügung gestellt. Ferner wurde beschlossen, an solche Dienstboten des Sparkassebezirks, welche Weihnachten 1930 fünf Jahre ununterbrochen bei einer Herrschaft gedient und durch Einlagen bei der Kasse ihre Sparsamkeit bekundet haben, Prämien in Höhe von 20 Mark zu gewähren. Bei der Aussichtcrais- wähl wurden die ausscheidenden DHtflfieber: Kaufmann Schweißguth, Fabrikant Allmendinger (Grünberg), Bürgermeister Aff (Lauter) und Bürgermeister Jochim (Stockhausen) wiederund Direktor Traut mann (Grünberg) neu in den Aufsichtsrat gewählt. Landkreis ließen. 00 Klein-Linden, 21. Juli. Aus der jüngsten öffentlichen G e m e i n d e r a t s s i tz u n g ist u. a. zu berichten: Mit Rücksicht auf die ausgesteuerten bedürftigen Erwerbslosen sott Arbeits- und Ber- dienstmöglichkeit geschossen werden. Es sollen vorerst folgende Arbeiten zur Ausführung gelangen: Verbesserung des Heegweges am Wald, Beschnei- dem Derg und schlang zärtlich den Arm um Darbaras Schultern. Die stand mit unterdrückter Heftigkeit auf. „3ch werde meinen Mann anrufen und ihn orientieren", sagte sie kurz und verschwand durch die Gastzimmertür. „Herr Dr. Siegert, würden Sie wohl so liebenswürdig fein und mal nach meinem Wagen sehen?" rief sie zurück. Reginald erhob sich sofort und ging hinaus. „Ra, hör mal, das ist allerhand!" sagte Frau von dem Derg zu ihrem Mann. „So etwas hätte ich nie von Darbara Much gedacht." „Was denn?" meinte ihr Mann. „Gin Autounfall ist doch wirklich kein Wunder bei dem Tempo, das sie immer fährt." „Daran glaubst du? Hast du nicht bemerkt, wie unangenehm ihr unser Erscheinen war? Hnb dieser Dr. Siegert...“ Der Wirt kam herein und schnitt di« liebenswürdigen 'Betrachtungen der Dame durch eine Frage ab. Regina machte sich am Wagen zu schaffen. „Daß du nicht kneifst", konnte ihm Frau Barbara, die aus der Tür zu ihm hingehuscht war, gerade noch zuflüstern, als auch fefron Herr von dem Bergs massige Gestalt in der Tür erschien. „Meine liebe gnädige Frau, jetzt müssen Sie sich erst ausruhen. Da- Weitere können Sie dann anordnen", sagte der Besorgte, der sie dann mit fünfter Gewalt ins Haus zurückführte. Wollte sie nicht Aufsehen erregen, so mußte sie nachgeben. Etwas erschöpft ließ sie sich auf das Sofa fallen. Roch nie hatte sie ihre Un- sreiheit mehr gespürt al- in diesem Augenblick. Und daß die Eltern so offensichtlich mit dem Mann unter einer Decke steckten, sie dauernd von allen Seiten zu kontrollieren suchten — das schüttelte sie geradezu und machte sie vollkommen entschluhunsähig. Reginald Contius hatte ein feines Gefühl für die Seelenverfassung anderer Menschen. „Arme kleine Bärbel", dachte er. „So ein Prachtfrauenzimmer, in kritischen Situationen, den Kleinlichkeiten und Gemeinheiten anderer Menschen restlos ausgeliefert." Vor Wut hatte er seinen Revolver gezogen, und nun schoß er dreimal in die Gegend. Die drinnen hatten den scharfen Knall gehört. Herr von dem Berg lief ganz blau an und hätte wirklich beinage einen Schlaganfall bekommen. Frau von dem Berg hielt sich entsetzt bic*O6reu zu und bekam einen hysterischen Weinkrampf. Rur Frau Barbara gewann ihre Ruhe und Sicherheit sofort zurück. Der Wirt stürzte aufgeregt anS Telephon und rief den Gendarmerieposten deS nächsten OrteS an. Reginald Eontius erschien mit vollkommen gleichgültiger Miene im Gastzimmer. „Hm GotteS willen, waS war daS?" schnaufte Herr von dem Berg und wischte sich ein paar dicke Schweißtropfen von der Glatze. Reginald sagte sehr ruhig: „DaS waren Pistolenschüsse." । „GibtS hier Räuber?" wimmerte Frau von dem Berg und tupfte sich mit ihrem Taschentuch die Tränen ab. Das Schwarz der gemalten Augenbrauen vermischte sich dabei sehr malerisch mit dem Rot der Lippen, so daß sie einer gescheckten Kuh etwas ähnlich sah. „O ja", entgegnete Reginald sehr ruhig, „erst neulich hat man von einem fürchterlichen lieber* fall auf ein paar wehrlose Automobilisten gehört. Wir liegen hier so abseits und man kann nie wissen." „Rur fort!“ kreischte Frau von dem Dera. „Schnell, schnell, Euno! Mach schnell! Du mit deiner Pomadigkeit bringst uns noch inS Verderben." Hnd draußen war sie. Der Vorwurf war ungerecht, denn auch Herr von dem Derg eilte, so sehr es seine Fülle $u* lieh, auf den Wagen zu. Deide verstauten sich, so rasch es ging. Der Motor heulte nur so auf, so heftig gab Herr von dem Derg GaS, und weg waren sie. Reginald lachte über das ganze Gesicht, wie ein richtiger Laufejunge, dem ein Streich wohl- gelungen ist. „Die wären wir aber schlank losgeworden", sagte er vergnügt und streckte sich vor Dehagen. „Aber Reginald!" Darbara machte ein vorwurfsvolles Gesicht. „3ch weiß nicht, ob daS recht war. Sie hatten es doch ganz gut gemeint.* „Liebe Därbel, als ich sah, daß sie mit ihrem Gutmeinen dich ganz umbrachten, lief mir die Galle über." (Fortsetzung folgt) bcn der Friedhofsumzaunung und Herstellung bzw. Einebnung des Bürgersteiges an der Frankfurter Straße. Die Notstandsarbeiten sollen mit einem Stundenlohn von 70 Pf. vergütet werden. Ledige Ausgesteuerte sollen dabei vorerst nicht in Frage kommen, falls sie nicht Haupternährer einer Familie sind, oder nicht für sich selbst aufzukommen haben. Die Notstandsarbeiter sollen an drei Tagen in der Woche beschäftiat werden. — Der Gemeinderat beschloß die Aufstellung des S t e l l e n p l a n e s, nach dem folgende Beomtenftellen in der Gemeinde fcftgelegt werden: Gemeinderechner, Schutzmann und Flurschütz. Gemeinderechner und Schutzmann gelten als vollbeschäftigt, während der Flurschütz nur als teilweise beschäftigt angesehen werden soll. Der Antrag des Vorsitzenden, Bürgermeister Jung, eine Verwaltungsgehilfenstelle in den Stellenplan aufzunehmen, wurde abgelehnt. — Die Beratung des Ortsbauplans wurde vertagt. O Keffelbach, 18. Juli. Unter starker Beteiligung der Einwohnerschaft unseres Dorfes beging der Krieger, und Scyützenoerein Kessel b a ch die Feier seines 5 0. Jubiläums, mit der das Bezirksfest des Bezirks Grünberg der Krie- gcrkameradschaft „Hassia" verbunden war. Nach einem Festkommers am Vorabend begaben sich die Vereine am Vormittag des Hauptfesttages in ge. schlosfenem Zuge mit Musik zum Kriegerdenkmal, wo ein eindrucksvoller Festgottesdienst stattfand. Der Gesangverein „Liederkranz", Kesselbach, eröffnete die Feier mit einem wirkungsvollen Chorgesang. Hierauf hielt Pfarrer Bühler, Londorf, die Festpredigt, anschließend gedachte der Vorsitzende des Krieger- und Schützenoereins mit herzlichen Worten der gefallenen und der anderen verstorbenen Kameraden und ehrte sie durch Kranzniederlegung am Denkmal. Mit Gesang und dem Spiel des Liedes „Ich hott' einen Kameraden" fand die Feierstunde ihren Abschluß. Am frühen Nachmittag kamen mit einem Sonderzug von Grünberg her viele Käme- roden und Festgäste an, und bald darauf marschierte ein stattlicher uno eindrucksvoll gestalteter Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Jestplatze; an dem Festzug nahmen insgesamt 40 Vereine teil. Auf dem Festplatze brachte der Gesangverein „Liederkranz", Kesselbach, einen Begrüßungschor ausgezeichnet zu Gehör. Hierauf folgten Begrüßungsansprachen durch den Bürgermeister und den Dereinsoorsitzenden, wobei von dem Vorsitzenden die noch lebenden Alt- octeranen und Gründer des Vereins besonders geehrt wurden. Bezirksvorsteher Roth, Grünberg, wies in seiner anschließenden Ansprache auf das Wirken der Kriegervereine im vaterländischen Sinne hin, Se. Erlaucht GrafSolms-Laubach übermittelte dann als Vertreter des Präsidiums der „Hassia" herzliche Grüße und überreichte dem Jubi- läumsoerein im Auftrage des Präsidiums der „Hassia" einen Fahnennagel. Die Jungfrauen von Kesselbach stifteten dem Verein eine Fahnenschleife, der Gesangverein „Liederkranz", Kesselbach, und der Der- ein der Musik- und Wanderfreunde, Kesselbach, überreichten Fahnennägel. Hierauf nahm Bezirksvor- sicher Roth, Grünberg, die Ehrung von drei Alt- Veteranen vor, denen er das Hasfiakreuz als Aus- zeicknung überreichte. Hnschließend an diesen offiziellen Festteil fand auf dem Festplatz bei bester Stimmung fröhliches Volksfest mit Konzert, Ge- sangsoorträaen, turnerischen und radsportlichen Darbietungen, Feuerwerk und Tanz statt. Am folgen- den Tage wurde eine Nachfeier veranstaltet, bei der insbesondere die Kinder Berücksichtigung fanden und auch hier der Gesangverein „Liederkranz" durch ge- sangliche Darbietungen erfreute. Der Jubiläumsver- ein ließ durch seinen Vorsitzenden elf Kameraden für 25jährige treue Mitgliedschaft eine Ehrenurkunde überreichen und zugleich der Bürgerschaft von Kes- selbach und allen Mitwirkenden für die Schmückung des Ortes und die Unterstützung bei der Abwicklung des Festes Dank sagen. Kreis Büdingen. •. # Echzell. 21.3uli. In der letzten Ge- meinderatssihung wurde der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1930/31 genehmigt. Einer Gesamtausgabe in Höhe von 82 494,50 Mark steht eine Einnahme von 50 494,50 Mk. gegenüber, so daß rund 32 000 Mk. durch Umlagen aufzubringen sind. Weiter wurde der Beschluß gefaßt, das Wassergeld für den Betrieb dev hiesigen Molkereigenossenschaft auf 30 Pf. rückwirkend ab 1. Juni sestzusetzen. h- Aus dem Niddatal. 21. Juli. Die seitherigen Regentage mit ihren großen Niederschlagsmengen verursachten bereits erhebliche Schäden an den verschiedenen Getreidearten. Der geschnittene und auf dem Felde ausgebreitete Roggen ist durchweg an der Bodenseite gewachsen und zeigt Keime von 2 bis 3 Zentimeter Länge. Auch aufgesetzte Roggenhaufen haben im Innern gewachsene Aehrenbündel. die je nach der Höhenlage des Fruchtfeldes mehr oder weniger stark in Erscheinung treten. Der Weizen hat sich unter der Einwirkung der schweren Regengüsse gelagert. Seine Aehren sind gleichfalls an der Unterseite gewachsen. Gut aufgesetzte G e r st e hat bis jetzt die Regenperiode noch am besten überstanden. Großfeuer in Rüsselsheim. WSN. Rüsselsheim. 21. Iuli. Heute vormittag gegen 6 Uhr brach in dem dicht am Bahnkörper gelegenen S ägewerk von Barsch & 3 u n g ein Großfeuer aus, das das gesamte Werk mit großen Holzvorräten in Asche legte. Während des Brandes konnten die Züge die Strecke nicht passieren. Durch die starke Hitze wurden die Telegraphenleitungen der Reichsbahn zerstört. Der Schaden soll sich auf etwa 400 000 Mark belaufen. Erst nach zweistündiger Arbeit gelang es den Feuerwehren, den Riesenbrand zu löschen. Ueber die Ursache ist bis jetzt noch nichts bekanntgeworden. Wirtschaft. * Sinkend er Schiffbaubestände der Welt. Die Auftragsbestände im Neubaugeschäft der Werften haben, laut Lloyd-Statistik, für die Welt im zweiten Quartal 1930 einen Rückgang von 3,27 auf 3,06 Mill. Drutto-Register-Tonnen erfahren. Diese Ziffer wäre wahrscheinlich angesichts der außergewöhnlich ungünstigen Lage auf den Weltfrachtmärkten, des Rückganges des Welthandelsumsatzes und des bestehenden Ueber- flusses an vorhandener Tonnage noch mehr gesunken, wenn nicht die Lage im Weltschiffbau durch die staatliche Schiffbaupolitik in einzelnen Ländern in starkem Maße beeinflußt würde. Die deutsche Werftindustrie ist von den gleichen Momenten beeinflußt wie der Weltschiffbau. Nur durch die reichlichen Tankschiffaufträge, die augenblicklich nicht weniger als 35 Prozent der gesamten Weltauftragsbestände ausmachrn, tritt der Rückgang der deutschen Auftragsbestände nicht in Erscheinung. “ Gesteigerter Auftragseingang b e i Lanz. Wie von der Leitung der Heinrich Lanz AG. mitgeteilt wird, ist der derzeitige Auftragseingang im Traktorenbau merklich gestiegen. Der Bestellungseingang hat sich sowohl vom 3nland, tote auch vom Ausland gebessert. Da bekanntlich der Traktorenbau nur zwei Tage in der Woche beschäftigt toar, ist von der Verwaltung in Aussicht genommen, diese Abteilung wieder voll arbeiten zu lassen. * Frankfurter Maschinenbau-AG., norm. Pokorny & Wittekind, Frank- furt a. M. Der in der gestrigen Bilanzsitzung der Gesellschaft vorgelegte Abschluß weist nach den üb- lichen Abschreibungen «inen Jahresgewinn von etwa 100 000 Reichsmark aus. Unter Würdigung der allgemeinen Verhältnisse und insbesondere der Ungewißheit der künftigen Gestaltung der Wirtschaftslage soll eine Sonderabschreibung in Höhe von über 500 000 Mark aus die Inventur vorgenommen werden, wodurch der erzielte Jahresgewinn aufgezehrt wird und ein Verlust entsteht. Dieser Verlust soll aus dem gesetzlichen Reservefonds gedeckt werden, welcher dadurch eine Ermäßigung auf die Hälfte erfährt. Die derzeitige Geschäftslage der Gesellschaft entspricht der allgemeinen Lage: der finanzielle Status ist nach wie vor flüssig. Generalversammlung am 26. August. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 22. 3uIL Tendenz: schwächer. — Die bestehende Zurückhaltung wurde in Erwartung der bevorstehenden Veröffentlichung der Notverordnungen weiter verschärft. Hierzu kam noch die schlechte gestrige Neuyorker Börse, so daß die Kulisse wiederum zu Blankoabgaben schritt, zumal auch außenstehende Kreise mit Material an den Markt kamen. Die Tendenz erfuhr aus diesem Grunde eine erneuteAbschwächung, und es kamen auch bei geringster Aufnahmelust K u r s a b - schwächungen bis zu 1,5 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse heraus. Zur Verstimmung trug ein erneuter Kurseinbruch am Kunstseidemarkt bei. Aku waren in stärkerem Umfange angeboten und eröffneten 5 Prozent schwächer. Auch am Montanmarkt hatte Mannesmann mit minus 3 Prozent einen größeren Kursverlust hinzunehmen. Die übrigen Werte dieses Marktes gaben nur leicht nach, Harpener blieben sogar behauptet. Am Schiffahrtsmarkt verloren Hapag 1, Norddeutscher Lloyd 1,25 Prozent. Auch am Chemiemarkt kam in I.-G.-Farben Material an den Markt, und sie gaben 1,5 Prozent nach. Rütgerswerke verloren 1,75 Prozent. Am Elektromarkt waren Schuckert 2 Prozent abgeschwächt, während Ges- fürel, Licht % Demiaie owiajouiueUK von 1927 . ...... 7% Deutsche Reichianleihe 88 - Son 1929 ......... 101,55 102 Deutsche Anl.-Ablöi.-Schulb mit Aurlos.-Rechten....... 60 60 60 60 De»gl. ohne AuSlos.-Rechte . . 8% fielt BolkSstaat von 1929 (rüdiaätb. 102%)...... 8 8 8 8 97,5 - 97.75 _ Oberteilen Provinz • Anleihe ml Auslot-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 5S — — — Anleihe Serie 1...... 8% stranks. Hyp.-Bank Goldpfe 59,5 — 59.8 — XIII unkündbar bis 1931 . . . 101,75 — _ _ 7% firqnff. Hyv.-Bank Soldpse unkündbar bi« 1932 ..... 96,5 ♦ Vt% Rheinische Hyp.-Bank Stau. Goldpse........ 8% Pr. LanderpsondbriesansiaU, 89 — - — Psandbrtese R. 17 . 101,75 101,75 8% Br Lanbetplandbriesanstalt, Romm.-Cbt 87. 80...... 7% Br. Canbespfanbbrtefanftalt, 98 Pfandbriefe R. 10...... CL6.0. abg. Borlrtegt-Obligatio 97 — 97 — nen, rückzahlbar 1932 ... 93 — — — 4% Oesterretchliche Boldrente . . 26,5 3,1 4,20% Oesterieichilche Siiberrente 4% Lesterreichische Einheitliche 2,9 — 3,25 Rente........... «% Ungarische Goldrente .... 1.9 23,25 — 1,95 23,4 2,2 23,4 4% Ungarische Staatsrenle v. 1910 4%% delgl. von 1913..... — _ 70.8 4% Ungarische Kronenrenle . . 1,95 _ 1.93 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl %05 — 4,9 — Serie 1.......... — — 5,1 4% desgt Serie II....... 6% Rumänische vereint). Rente — — 5 — con 1903 ......... 4*4% Rumänische veretnh. Rente — — 9,7 — von 1913 ......... 16.2 7.7 4% Rumänische vereinh. Rente . 7,7 — 7,55 strankfurl o. Dl. Berlin ivchluß» lurü 1-Uhr- Kur« Schluß- lur^ Anso g» flurt Datum 21. 7. 22. 1. 21- 7. 22- /. oamvurg.i/lmerNa Pate, .... Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Sanio Dampfschiff.....10 Norddeutscher Liohb.....8 Allgemeine DeutscheErebitanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Hanbelsgesellschaft . 12 Commerz, und Privat-Bank. 11 Darmstädter unb Nalionalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-GeseUichaft, ... 10 Dresdner Bank......10 Reichsbank...... . 12 95 110,25 120 153 137,5 196 130,25 130,25 256 49 94 136,5 94,75 95,25 110.75 119,75 153,5 137.5 195,75 129,75 129,75 256,4 93.5 94 110,5 119,9 152,25 136,5 194 128.5 128 254,25 A.S.G..........8 Bergmann.........9 Elektr. LieferungSgesellschast. 10 Licht und Kraft......10 stellen & Guilleaume . . .7 yt Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger Elektrtzitätt^Werke IC Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert S Co...... . n Siemens & Halske.....16 TranSrabio ........ 8 Lahmeyer L Co...... . 10 145 141,5 104,5 142 130 207,5 158,5 71 124,75 115,5 83 218 100 144,5 140,25 163 145,5 178 136,25 141 105 142,5 131 129,5 138,75 165 207,5 160 70,4 80 125 115,5 92,5 93 90,25 90,13 67.5 55 90.75 83.5 219 99 144,5 176 135 140,25 103,25 140,25 130,25 129 135 162,25 205 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle ...... fr Gelsenkirchener.......fr Harpener.......... 0 Hoelch Eisen........6V, Iise Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke ........ 7 Köln-Neuesten ....... 7 Mannesman ".Röhren .... 7 ManSselder Bergbau ..... 7 Oberschlei. Eisenoebarf . . . . 6 Oberschiet Kokswerke.....7 Phönir Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen . . 10 Rheinstahl ... I ..... 6 Riedeck Montan ...... 7,2 87,13 68,5 78,4 125 116 91,25 91,5 89 88 67,25 89,75 82 217,25 98,25 strankfurt a. Dl. Berlin Gchiuß- rurd । 1-Uhr- Kurs Gchluß- hird Anfang- Kurs Datum 21. 7. 22. 7. 21. 7. 22. 7. lOeteuugte Siahlwerle . 83 82,5 83.5 82.5 Olavi Minen..... 16’/. 40.13 39,4 Kaliwerke Aschersleben . 10 202 — 202 200 Kaliwerke Westeregeln . 10 207 —— 208,25 205,75 Kaliwerke Salzdetsurth . • 15 357 — 356 353 I. ®. storben.Inbustrte. 12 155.9 154,25 156 154,5 Dnnamil Nobel .... . 6 —— — 74 Scheldeonstalt..... . V 142.5 — — Goldschmidt ..... . 6 57.5 — 75,75 57,5 RütgerSwerke..... . 6 55,75 54 55.65 54 MetallgeieUichafl. . . . ; 8 111.5 111,5 112 111,5 Philipp Holzmann . . . . 7 85 _ 85 84 Zementwerk Heidelberg Cementwerk Karlstadt. . 10 10 104 — Wavtz & streytag . . . • . 8 — — 73 — Schulibets Patzenhofer . - 15 —- _ 278 275,5 Ostwerke....... 12 — —- 228,13 225 Aku......... 18 104 99 104 99,5 Bemberg....... 14 107,25 — 105,5 100 Zellstoff Walbhof . . . e »'/. — — 142,5 140,25 Zellslosi Aichassenburg . • 12 — 110,25 Charlottenburger Wastel • . 8 — — 99 98 Destauer Ga«..... . « — — 141 139 Daimler Motoren . . . . 0 31 — 31 30.75 Deutsche Linoleum . . e . 198 — 197 194 Maschinenbau A.-B. . . • . 0 —— — 44,5 43,4 Nat. Automobil ...» . 0 — — —— — Orenstein & Koppel . . . 6 — — 64,5 62,5 Leonhard Tietz .... 10 137 —— 137,5 135.75 Svenska..... . — — 311 306,5 strankfurter Maschinen . . 4 22 — 22,5 — Gritzner....... Heyltgeustaedt . . . . Iunghan,....... Lechwerke....... ■ . 6 32 —- 32 —— • . 0 — — —- . 6 36,5 —- 35,25 — . 8 '4,5 94,5 —- Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 8 81.5 •— —• — Miag........ 10 85 87 85,5 ®ebr. Roeder..... 10 103 — — Boigi & Haesfner ... . V 153 —- 156 — Süddeutsche Zucker . , e 10 158,5 — 157 — Banknoten Berlin, 21. Juli Gelb »rief Amerikaniiche Noten . . 4,17 4,19 Belgische Noten . . . 58,42 58.66 Dänische Noten . . . 111,80 112.24 Englische Noten .... e e e 20,325 20,405 stranzösische Noten ... ■ e » 16,432 16,492 Holländische Noten ... e e a 168,04 168,72 Italienische Noten.... 21,9? 22,05 Norwegische Noten . . . ... 111,73 112,17 Deutsch-Oesterreich, 4 1OO Schilling 59,04 59,28 Rumänische Noten . . . 2,467 2,487 Schwedische Noten . . . 112,33 112,77 Schweizer Noten .... 81.29 81,61 Spanische Noten .... 47.80 48,00 Tichechostowokische Noten. • • A 12,384 12,444 Ungarische Noten . . 73,15 73,45 Veoifcnmarkt Berlin - Sranffurl (L M. 2b 3uli 22. Juli Amtliche Nolierung Amtliche Kotierung Gelb 8rlci Gelb Arie, yimft.-iHott. 168,37 168,71 168,28 168,62 Bw'n. Aires 1,522 1,526 1,522 1,526 Brss.-Ankw- 58,455 58,575 58,455 58,575 Christiania. 112,05 112,27 11203 112,25 Kopenhagen 112,08 112,30 112,05 142,27 Stockholm • 112,47 112,69 112,45 112,67 HeMngforS- 10,527 10,547 10.525 10,545 Atollen. . . 21,915 21,955 21,91 21,95 London. . . 20,351 20,391 20,35 20,39 Neuyork .. 4,1825 4,1905 4,1815 4,1895 Ports.... 16,455 16,495 16,45 16,49 Schweiz . . 81,30 81,46 81,28 81,44 Spanien. 48.15 48,25 47,75 47,85 Japan . . . -Kio de Jan. 2,068 2,072 2,066 2,070 0,454 0,456 0,454 0,456 Wien in D-- 59,21 Ceft. abfleft 59,10 59,22 58,90 Prag .... 12,404 12,424 12,402 12,422 Belirad . . 7,425 7,439 7.420 7,434 Budapest. . 73.33 73.47 73.31 73,45 Bulgarien . 3,035 3,041 3.033 3,039 Lissabon . . 18,83 81,33 1,784 18,87 18,80 18,84 Danzig. . . Konst mein. 81,49 1,789 81,35 1,784 81,51 1,789 Athen. . . 5,435 5,445 5,43 5.44 Canada 4.186 4,194 4,185 4,193 Urn .ual). . 3,586 3,594 3.586 3,594 Cairo . . . 20,87 20,91 20,865 20,905 DZ ** 6«l JtlQ3« unltS Bm0?B ’nig tz?" Sa ».Mita .Liquida. '^Ntädti. /fe* °n t-Otadt M 15n bal und nicht ge. mit der Der. 'A folgte. ,mr über die lacht Hofes freitet W den' >7 ? ä •r toeniotl "n deckt,«, pnchr« fei di'- -Der Arger. Erörterung ab. lll0n gesprochen '9 erfolgen soll. M aus eine hotten vor °g Mllt. bi« ennig aufSPs 'ltung eine Un. : Herabsetzung eoooo M mmt, bah eine m leit Inbe. es die Weh. a'elbst Durst- gleichfalls zu lachiunM gr. ) aufs hdchfie >ai die Stabt Defizit. Es ist bah solche die crien vorhanden eine Um'unune t Ltadtverval. Dürgermeistrr e dieser Mehr- schr der Metzger tes zurückzufüh. sein, toas für ir ergriffen wer- : Argmnrister N ri w c H o - E •o s KZ 2 E" Es D- 2>'9: O L- ; «z — cs- ■c" ä • A — S c-o^ E z to —* ’S z © a i. F= = E E § e = EfS r? 2 = _ . c = 2 CT. C 3 _CT) C 3 = CO C- c 3 •e 22 :O A "~S — tf> o cd 5#- = o A — A C7 u. ooiE. i O-ui ZU p .5 — s E 2 Ls ■-® p = 3 .Ec? o q6 A - A O 3 3 3 3--P 3^ 2 CIA -E bei bcr Sera» >ie Wohl- m dirbiadi Dabei wurde dieser Zahl in dingt, eine De« herbeizusühren. nd Mark vor« der Erwartung, li n g eine gene- mMragc er- hlechten Zinanz- iaht, steht noch m eine Erhö- eile bei dem luverein um ie Durchführung mg von 2L neuen Öan hofft, auf Mosen von der mb eine keine führen. _ datlion. f Uhr. 5omdag ifhjiii 225*, «,21 '4 HÄ ’8^ 4,193 3,59* 20-S05 5 2 )t 91 13 ,04 161 ,33 ,29 ,80 15 1,28 ,)22 ,455 2.03 2,05 2.45 li’l !iZ 81 41- 2,066 OF Ä Ä J85 586 1,526 58,578 112-25 112^, 112- ,0;5m iS —TiT 58.66 112.24 20.405 16,4« 168,« 22,05 112-17 59.« 2,487. 112,77 91.61 a.oo 12^ I 73.45 l 04 I £ N c. A 3 :3 A O L- 3 c, tx 3 3 %> CT. C H f3 3 A A ID 3 :3 e" m 3 3 C CT. =2 C : = m czr> E -b (9 3 A i— o ■J> o A- A S) C7 3 o 3 o M -s) 3 O -c" 2 o c Z;) K-.E i_ 3 O * A — © 'S c "3 L = ^Za- S-21: .2 9 9 e ZK s© = ~ s t-C7 S A ,j> — Ä | ED 3 _ C —, tfl 3 <23 Ö ® .2 L (D *°9 2 »SV 2= :3 35 CT. C ID 3 3 O o L 3 . o CO 3 X o = 9 A S> P' E A-e' >-5 0:— ^5 A 1_ A®^.# 3 St»»' ©Ä -D Äö o f «2 ÄZ L >C Z A CZ7D :C o CJ“° -b ASS an -n <$> S c, o A lCD 1 s E ’S1 A 3 *6 CT. 9 •2 CT) O A 3 A 3 — — 3 C ö, A 53 C m = A 9 A 9 T5 -ZoA -3 y Z X E Ü LZ A E - = cEa =• i- 57 Z 5 " = cx E ® •E:= c^N •6*»- UZ O 3 CT)— O = E C 3 55 M 5 cv EEN Z^.L A -3-SZ ®eT?a E .g. Z, .^ ■— c 2 C 7- A'- A TZ *2 55 D 1F E o E L" * - E eo ° -'S« s © ^ A A ä ■£• .h®’ a ^-L> L D- 3 :O = -ü £ Ä— L N v^/5 ag © a E AWmA — o 3 3 G» CT) „ 3 . — 3 r s • . toC? 55 -eg 3Q .2 = ZL E = ~ E a?? CT^ ~ rx "32 ’S "’CQ S 40 . ~ CT «X A -- E — T £ -=-c S- = ° 5 :CT E 3-5.2 A -8-L.s v xa$ -=> 2E A tgj CT):C l- X. -n Q 3 3 an ro 2 GZ ro in K) 3. «I 2. 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