Nr. 95 Erstes Blatt 180. Jahrgang Dienstag. 22. April 1930 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. «snatr Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter- lcheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüste unterSommelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Giehen. postfche-' rt wooel d^ 2er ’«#’&*? fl-Xä AllS der provinzialhauptfiadi ©leben, den 22. April 1930. Generalversammlung der Gpazierstöcte Flugblätter teeren au-geteilt worden, Aufforstungen zum Zusammenschluß gingen in das gand hinaus. „Ölur vereint sind wir mächtig, -arum schließt die Reihen!" Und so kamen denn an einem schönen Frühlingstag die Abgesandten her Spazierstöcke zusammen, um gemeinsam zu tagen. Sie hatten Raum in einem kleinen Saal. t>enn im allgemeinen sind die Stöcke ja sehr hager und beanspruchen wenig Platz. Aber es war eine sehr interessante, fast hätte ich gesagt: eine gemischte Gesellschaft. Wie sie alle da standen (natürlich: standen!), daS machte doch mächtigen Eindruck auf die Zuschauer. Da sahen wir die älteren, ergrauten Stöcke aus feinstem Ebenholz, mit schön geschnitzten Elsen- beinköpfen, teils ganz rund in Form einer Äugel, teils zierliche Nachbildungen von Tieren, Hund, Katze, Löwe usw. Ihnen schlossen sich die eleganten Stöcke mit eingelegten Gold- und Silber- streisen, hier und da auch mit kleinen Perlen und Edelsteinen beseht, an. Es war die Aristokratie der Spctzierstöcke. Etwas müde schauten fie schon drein, als ob sie sagen wollten: „68 hat ja doch keinen Zweck!" Leichte Rohrstöckchen in allen Formen und Farben reihten sich an. Sie unterhielten sich wie muntere Kinder und hatten beständig etwas zu lachen. „Poussierstöckchen" nannte sie ein alter Griesgram. 3a, eS waren die Stöckchen für die feinen Herren, wenn sie auf den Bummel gehen. Richt zum Stützen geschaffen, sondern um mit Eleganz durch die Luft geschwungen zu werden. Stolz und vornehm standen einige dicke Stöcke neben ihnen Sie fühlten sich sehr erhaben: denn ihr Inneres 6arg einen zusammengelegten Regenschirm. Sie waren sich ihrer Nützlichkeit voll und ganz bewußt und zeigten dies auch durch ihr Benehmen. Es folgten die eigentlichen Wanderstäbe, gerade, aufrechte, etwas derbe Stöcke, aus Eichenholz mit natürlichem Griff und klingender Stahl- spitze. Sie standen schweigend. Rur hier und da ragte ein hoher Bergstock über die Bcrsammlmvg und erlaubte sich eine Bemerkung. Gleich neben den Bergstöcken standen die Stöcke mit den Rädchen. die -Skistöcke. Sie standen etwas abseits und schienen sich hier nicht ganz wvhl zu fühlen. Weiter sahen wir Stöcke mit Gummispitzen, für solche Leute, die durch ein Gebrechen am natürlichen Gehen verhindert sind und sich nur mit Hilfe dieser Stöcke fortbewegen können. Auch sie schienen sich in ihrem Werktagsanzug hier nicht ganz wohl zu fühlen und hielten sich in der Rähe der letzten Reihe, in der die eigentlichen praktischen Stöcke standen, die derben, handfesten Knüppel der über Land wandernden Arbeiter und fahrenden Gesellen. Manche davon waren wellig gebogen, aber fast alle stark mitgenommen, voll von Scharten, Kerben und Verletzungen, und viele ohne Spitze. Sie hätten vielleicht am meisten erzählen können, wie toll eS hier auf der Welt zuging. Der Alterspräsident, ein glänzend schwarzer Stock mit Elfenbeinkopf, führte den Vorsitz. Lieber Ausgaben und Ziele der Vereinigung war gesprochen worden, man war sich einig in den Hauptpunkten ... Der Vorsitzende: „Wir schreiten jetzt zur Wahl des ersten Vorsitzenden. Ich bitte um Vorschläge." Es tarnen zahlreiche Wortmeldungen, und vorgeschlagen wurden der Reihe nach fast alle. Einmal die Krankenstöcke, weil sie eigentlich am meisten zu tun hatten im Leben, dann wieder die feinen altmodischen Stöcke, weil sie so vornehm aussahen und am besten reden konnten, aber auch die leichten Stöckchen fanden ihre Vertreter. Die Ziegenhainer der fahrenden Gesellen waren zunächst still, auch die eigentlichen Wanderstöcke. Als letzter Redner aber ergriff ein solch gewellter, abgetragener Knüppel das Wort und empfahl dringend die Wahl des deutschen Wan der st ockes. Er führte kurz aus, daß dieser — in der Mitte stehend zwischen Luxus- und Arbeitsstöcken — am geeignetsten wäre, die Geschäfte und die Belange aller Gattungen zu vertreten. Der Wanderstab sei durch und durch deutsch, aufrecht, manchmal etwas rauh und unansehnlich, aber kernig und durchgreifend. Man könne sich jederzeit auf ihn verlassen, auch int Notfall gäbe er uns Schuh. Ein rechter Wandersmann brauche überhaupt keinen Schirm. (Das ging gegen die dicken, einen Regenschirm enthaltenden Stöcke!) Er schlage deshalb den Wanderstock zum ersten Vorsitzenden vor. Lind seine Rede sand Anklang. Mit großer Mehrheit wurde der Wanderstab gewählt. Man hatte zu ihm daS größte Vertrauen, erkannte auch, daß er voll und ganz befähigt wäre, die Geschäfte der jungen Vereinigung nach allen Selten hin zu führen. Eigentlich unzufrieden mit der Dahl waren nur Die dicken und einige ältere elfenbeinköpfige. Ein würdiger, bejahrter Stock meinte leise zu seinem Nachbar: „Die Welt wird geschmacklos, auch unsere Kollegen. Wie hätten sie sonst einen solch rauhen Gesellen zum ersten Vorsitzenden wählen können!" „Pst! Nicht so laut", flüsterte der andere. „Ich glaube, daß wir doch den richtigen gewählt haben." Rudi. Taten für Dienstag, 22. April. 1073: Papst Gregor VII. führt das Zölibat ein; — 1724: der Philosoph Immanuel Kant zu Königsberg i. Pr. geboren; — 1766: die Schriftstellerein (9. von Staei-Holstein in Paris geboren; — 1819: der Dichter Fr. v. Bodenstedt in Peine geboren. Taten für Mittwoch. 23. April e 990: Ekkehart, Mönch von St. Gallen, gestorben; — 1616. W. Shakespeare in Stratford on Avon ge- ftorb-'n; — 1616: der Dichter Miguel de Cervantes Saavedra in Madrid gestorben; — 1775: der englische Maler William Turner in London geboren; — 1885: der Schriftsteller Ernst Freih. v. Wolzoaen in Breslau geboren; — 1924: der Politiker Karl Heisse- rich in Bellinzona gestorben. Gictzcncr Wochenmarkt.: rrrse. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 170, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück- 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 biS 12, Spinat 15 bis 20, Llnter-Kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 10 bis 15, Feldsalat 80 biS 100, Tomaten 70 bis 80, Zwiebeln 8 bis 12, Meerrettich 50 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 41/« bis 5 (der Zentner 3,80 bis 4 Md), Aepfel 10 bis 15, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Nüsse 50 bis 70 Pf. das Pfund; Tauben (Stück) 70 biS 80, Eier 10 biS 11, Blumenkohl 50 bis 100, Salat 20 bis 25, Salatgurken 75 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 40 Pf. das Stück; Radieschen 15 bis 20 Pf. das Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Tonfilm-Operette „Liebeswalzer". — Stadttbeater Gießen. Man schreibt uns: In der heutigen Operettenvorstellung „In der Iohannisnacht" (Spielleitung Intendant Dr. Prasch) spielt Auguste Prasch-Grevenberg als Gast die Hauptrolle der Großmutter. Es wird dies die letzte Rolle sein, die Frau Prasch- Grevenberg in ihrem Gastspiel in dieser Spielzeit darstellt. — Die musikalische Leitung hat Kapellmeister Cuj6 (Wetzlar). Das Orchester ist teils aus Gießener, teils aus Wetzlarer Musikern zusammengestellt. — Choreographische Leitung: Ewald Bäulke. — Das Mittwochabonnement bekommt in dieser Woche, morgen, ein Opemgast- spiel. Das Darmstädter Landestheater wird mit einer einmaligen Aufführung von Eugen d'Al- berts „Tiefland" gastieren. Die musikalische Leitung hat Carl Bamberger, Spielleitung: Heinz Arnold. Diese Oper ist nach den Presseberichten eine der besten Aufführungen des Darmstädter Opernensembles. — Freitag ist die erste Wiederholung der Operette „In der Iohannisnacht". Außerdem Sonntag, den 27. April, 19 Llhr, als Fremdenvorstellung. Die gleiche Operette wird als geschlossene Vorstellung am Sonntag, den 27. April, 15 Llhr, und am Montag, dem 28. April, 20 Llhr, gegeben. In Vorbereitung ..Clavigo" von Goethe. Spielleitung: HanS Tannert. e ** Verregnete Ottern. Die Osterfeiertage standen in diesem Jahre iin Zeichen eines ausgesucht schlechten und unfreundlichen Wetters. Wie schon an den vorhergehenden Tagen, regnete cs mit geringen Unterbrechungen während des ganzen Osterfestes. Dadurch wurde vielen Aus- flüglern, Wochenendlern und Spaziergängern, von denen sich mancher gewiß feit langem auf die beiden freien Tage gefreut hat, aber auch den Gastwirten der Ausflugsorte leider ein Strich durch die Rechnung gemacht. Die ungünstige Witterungslage wirkte sich naturgemäß auch auf den Verkehr bei der Reichsbahn aus, der an beiden Tagen verhältnismäßig gering und jedenfalls erheblich schwächer war. als man erwartet hatte. Einige Vorzüge am Samstag in der Richtung Frankfurt—Siegen—Hagen und Hagen—Frankfurt waren leidlich besetzt; sonst erreichte der Betrieb nur mäßigen Umfang und wurde fahrplanmäßig und ohne Störungen abgewickelt. Nur von und nach Bad-Nauheim entwickelte sich trotz der ungünstigen Wetterlage ein ziemlich lebhafter VerkehrSstrom. Außerdem brachte der Rückverkehr am zweiten Feiertag nachmittags und abends stark besetzte Züge, so daß hier teilweise Vorzüge eingelegt werden mußten. Der Kirchenbesuch war an beiden Feiertagen in den verschiedenen Gotteshäusern sehr gut Im übrigen sind die Ostertage in unserer Stadt erfreulicherweise ruhig, ohne Störungen und Unfälle verlaufen; weder die Polizei, noch die Feuerwache brauchten in Anspruch genommen zu werden. •• Gendarmeriepersonalie. Der Gen- barmeriemeifter Georg Reichhold in Echzell tritt mit Wirkung vom 1. Juni 1930 auf sein Nachsuchen in den Ruhestand. •* Evangelisch-kirchliche Pers 0 nalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Emst Weidner zu Ober-Lais die evangelische Pfarrstelle zu Osthofen, Dekanat Worms, und dem Pfarrer Ernst zur Nieden zu Hutzdorf die evangelische Pfarrstelle zu Beienheim, Dekanat Friedberg, übertragen. ** Ehrung. Die Landwirtschaftskammer für Hessen hat dem Altmeister der hessischen Bienenzucht Bürgermeister Hensel zu Hirzenhain für seine großen Verdienste um die hessische Bienenzucht die Ehrenurkunde verliehen. Die hessischen Imker werden sich der Auszeichnung schon um deswillen freuen, weil die Landwirtschaftskammer damit die Bedeutung der Bienenzucht für die Landwirtschaft anerkennt. ** Sängerehrung. Für 40jährige aktive Sangestätigkeit wurden folgende Sänger mit der silbernen Ehrennadel des Hessischen Sängerbundes ausgezeichnet: Konrad Rühl, Sängerkranz Merlau; August Weber, Rothscher Sängerchor, Lich; Herrn. Smimpf II., Germania Ostheim; Andreas Schäfer II., Harmonie Gambach. ** Bon der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft, Bezirk Oberhessen wird uns geschrieben: Die Prüfung für den Grunoschein der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft hat der Badewärter Heinrich B r 0 m m vom Städtischen Dolksbad in Gießen mit Erfolg abgelegt. ** Der Mittelrheinische Verband evangelischer Arbeitervereine wird am 13. und 14. September d. I. in Darmstadt seinen 40. Verbandstag abhalten. Mit dem Verbandstag wird zugleich die Feier des 40jährigen Bestehens des Evangelischen Arbeitervereins Darmstadt verbunden werden. *• Abschlußprüfungen der Eisen- bahnsachschule. In diesen Tagen fanden in Gießen die Abschlußprüfungen der hiesigen Eisenbahnfachschule bei Anwesenheit eines Vertreters der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. statt. Der Llnterricht umfaßte zwei Semester (während eines Jahres) und war in Deutsch, Rechnen und Erdkunde durch die Lehrer Mom- berger, Simon und Mattern von der Goetyeschule in Gießen erteilt worden. Das Prü- sungsergebnis — von 34 Schülern bestanden fünf mit der Note „Sehr gut", 14 mit „Gut" und der Rest mit „Genügend" —, kann als sehr günstig bezeichnet werden. Die Teilnehmer setzten sich aus jüngeren Beamten und Arbeitern der Reichsbahn von Gießen und Llmgegend zusammen. Daß diese begrüßenswerte Einrichtung auch in Gießen zustande gekommen ist (auf anderen größeren Bahnhöfen bestehen solche Schulen schon lange), ist das besondere Verdienst des Schulleiters, Oberbahnhofsvorstehers Heinzelmann vomDahn- hof Gießen. ** Autosportund Wild. Vom „Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Bez. Gießen, wird uns geschrieben: Mit der wachsenden Zahl der Autos und Motorräder wächst leider auch die Zahl der Klagen über Wildoerluste durch Motorfahrzeuge. Neben einer beträchtlichen Zahl von Hasen wurden in den letzten Monaten in der Umgebung von Gießen allein so viele Rehe überfahren oder angefahren, daß man von einem fühlbaren Schaden reden kann. Die Zahl der Autos besitzenden Jäger ist jo groß, daß die Jägerwelt wohl weiß, daß sich em Ucberfahren mitunter nicht vermeiden läßt, sollen nicht Insassen oder Wagen gefährdet werden.'Andererseits weiß sie aber auch, daß sich bei gutem Willen mancher Wildoerlust vermeiden ließe. Es soll ganz abgesehen werden von jenen Fahrern, bei denen das Ueberfahren von Wild eine moderne Art des Wilderns darstellt. In vielen Fällen würde es sich durch Herabminderung der Geschwindigkeit sehr wohl ermöglichen lassen, dem Wild die Möglichkeit zur Rettung zu geben. Mancher „Rennfahrer würde vielleicht in sich gehen, wenn er einmal die armen Opfer seiner Rücksichtslosigkeit sehen würde, die sich mit gebrochenen Läufen, mit Rückgratverletzungen usw. dahinschleppen, oft tagelang, bis der Tod sie erlöst. Erwägungen volkswirtschaftlicher Art wie auch das Mitgefühl mit dem Tier lassen daher die Bitte an alle Motorradfahrer berechtigt erscheinen, an ihrem Teil mitzuhelfen daran, daß die Verluste das unvermeidliche Maß nicht überschreiten. Unfälle an denOsterseieriagen. Tre» Tote, zahlreiche verletzte. Frankfurt a.M., 21.April. (WSR.) Lin schwerer Unfall ereignete sich Samstag vormittag am Garküchenplatz. Ein mit Kohlen beladenes Lastauto mit drei Anhängern bog von der Fahrgäste nach dem Garküchenplatz ein, wobei eine Frau von dem Motorwagen erfaßt und zu Boden geschleudert wurde, öic erlitt dabei so schwere Verletzungen am Kopf und Quetschungen der Brust, daß sie auf dem Transport ins Krankenhaus verstarb. — Am Samstagoormittag gegen 11 Uhr ereignete sich auf der i)anauer Landstraße beim Bahnübergang Bischofsheim ein schwerer 11 n • fall. Ein aus Bischofsheim kommender SRab- ahrer wollte die Hanauer Landstraße vor einem aus Hanau mit großer Geschwindigkeit heranfahrenden Personenkraftwagen überqueren, wurde jedoch von dem Auto erfaßt und getötet. Der eine Jnsaste des Autos wurde mit dem Kopf durch die Windschutzscheibe geschleudert und erhielt schwere Kopfverletzungen. — Ein weiterer Unfall ereignete sich am ersten Öfterster- tag an der Untermainbrücke in Frankfurt. Ein von der Brücke kommendes Personenauto wollte noch vor dem aus derselben Richtung kommenden Straßenbahnzug der Linie 16 die rechte Straßenseite gewinnen, wurde aber von dem Straßenbahn- z u g erfaßt und bis zur Ecke Alte Mainzer Gasse geschleift, wobei der Kraftwagen vollständig in Trümmer aing. Der Straßenbahnfahrer erlitt einen Nervenschock. Die drei Insassen des Autos wurden schwer verletzt nach dem Städtischen Krankenhaus verbracht. WSN. Hanau, 21. April. Am ersten Feiertag kurz vor Mitternacht fuhr in der Nähe des Hanauer Hauptbahnhofs beim Einbiegen in die nach Groß- Auheim führende Straße ein Auto in eine Gruppe von Fußgängern und stürmte dann die dort befindliche steile Böschung hinunter. Mehrere Fußgänger wurden mit hinab- gerissen. Ein achtjähriges Mädchen Tochter des Eisenbahnbeamten Sauer aus Hanau, wurde schwer verletzt und ft a r b kurze Zeit nach dem Unfall. Fünf weitere Personen, die ebenfalls von dem Auto die Böschung mit hinabgerissen wurden, erlitten teils schwere, teils leichtere Verlegungen und mußten dem Landkrankenhaus zugeführt werden. Zwei der Verletzten konnten heute früh wieder entlasten werden, die andern werden weiter behandelt. Der Autoführer sowie der Insasse des Wagens sind bei dem Absturz ohne Verletzungen daoongckommen. Briefkasten der Jtehqffion. (Rechtsgutachten sind ohne Derdindlichkeil der Schriftleitung.) Uboff. Der Schriftsteller Kurt Tucholsky in Berlin schreibt unter den Pseudonymen „Theobald Tiger", „Peter Panter", „Ignaz Wrobel" und .Kaspar Hauser". — Fritz von Unruh, Waldemar Bonsels, Max Iunanickel und Agnes Günther haben nichts r "t ihm und feinen Decknamen zu tun. Verantwortlich für Politik: i. V.: Ernst Blumschein. wwmRNin Unersetzbar fürllläsche ist Jn diesem 'Punkt sind ./Ille einig: NAUmANN'sSEIFE Nervenkranke n.Nervös-Erschöpftc.ßpewlalkeraeetelt Bolhsla In Taonai bei Frankf. a.M. — Prospekte d MM San,-Bat Dr. M. Schulze-Kableyss, Nervenarzt 72 Tabaken hergestellt Kolibri« rauchen bedeutet besser rauchen ... denn »Kolibri« - nach neuesten Methoden und aus besten mazedonischen ist von zartem, mildsüßem Geschmack I ■o HAMBURG-AMERIKA LINIE ~ir "TT H B V • i •• JL Bittere Tabletten Mk. 1.20 und 2 20, Nuß-Stäbchen Mk. 1.10 und 2.10, Vierkant Mk. 1.—, Er—B A AM | g Krokantplaketten Mk. 1.25, Napolitains Mark 130 und 2.50, Braune Blätter Mk. 1.50, JL 1-C3. Pralinen: Bittere Mk 2.-, Ingwer Mk 2 — ; Tafeln: Edelhalbsüß Mk 0.60, Rats Mk. 0.70. Zu haben in den einschlägigen Geschäften. Wilhelm Wetter, Giefeen, Südanlage 23. (1) Der % zur Aus'Mru (2) Er V a) meb fall b) mel Der l c) w'e fein M'n, der Schlach Jtt Megge S‘*n (5 9li.5’|i» der ( Kne und nen dieser Bei Die Darieh« bar fein und m gestellt werden Die Zuschüs in den ersten Äicheigen un G mehr als Me muß der uon zchmmen anfjubringcn l ’ ^r des Reichsrnts Die Znschlls (anbmirtiN1" artiger Bindun ts S6* f« 'ä, %uh?C^'nb Q “ Ä>Q1 Menen J» a< MenerJfMej w An. S ff Io sch » ( Ä V81'1 unt> *> guten SW“> ( floate Bi LA" & «WÄ«. -O N Ätift I. Stott«? fein? " Oder Bon L der Landwirts bung nen M Mch^ Qjn5= und tannbie^ . deren W kann anordne • schüsse gewahr' 3*1»’* Arünberg- 2849 D Geflügel farm Dittmar, Gießen, Tel. 41B5. »!»* »" 1 lebt und w&a dern. h»ngi W Beaenxe öa. 1 Das und ntmmfc»yS^T©®f Mer I sWl,re< Berg. 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Frey sowie für die aufopfernde Pflege der KrankenschwesterTrlna und die trostreichen Worte des Herrn Dekan Gußmann sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Nimm Webrafixol v zum Reinemachen anerkannt das beste flüssige Reinigungsmittel ohne Seife, ohne Späne, ohne Staub Nur zu haben in der, Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nacht Damaskus (Syrien), 11. April 1930 3228D Am Karsametagmorgen 8 Uhr entschlief nach langem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager u. Onkel SMmdieniieister Heinrich Möller E2HAPAG SÜDAMERIKADIENST DAMPFER: 3ADEN'BAYERN* .WÜRTTEMBERG' und die neuen MittelklasserrSchiffe: .GENERAL OSORIO* .GENERAL SAN MARTIN' t JGENERAL ARTIGAS' Am ersten Ostertage, abends 10 Uhr, ist unser stets sorgender, lieber Vater, Schwiegervater und Großvater Friedrich Heibertshausen Veteran von 1870/71 nach kurzem Krankenlager im 84. Lebensjahre sanft entschlafen. 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Kein Erdbeben, keine Eruption, kein wie zimmer gearteter, vulkanischer Vorgang, der sonst wie von ungefähr ein Eiland plötzlich in die Welt zu setzen pflegt, hat zu der Entstehung der Insel Breezand mitten in der Zuidersee gesührk. Breezand ist das Werk von Menschenhand und Maschinen, ist eine künstlich aufgeschüttete Insel, die man planmäßig und aus Betriebsrücksichten zwischen Wieringen und der westfriesischen Küste errichtet hat. Es stehen Häuser darauf, Holzhäuser natürlich, die ein schmuckes Aussehen haben und eine lange Zeile von Westen nach Osten bilden. Da wohnen die Arbeiter und Angestellten, da sind • Dgl. den Aufsatz .Ein Meer liegt im Sterben" in Dr. 90 des „®. 21." vom 16. April. die Bureaus der Ingenieure untergebracht, und auch zwei Gewerbetreibende haben sich hier niedergelassen, vermutlich die ersten seßhaften Bürger der künftigen Ortschaft Breezand, ein Bäckermeister und ein Friseur, denn nach Brot und Liebe schreit nun einmal die Welt. Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, dah auch Frauen hier wohnen, die Ehegesponsinnen der Dorarbeiter, die für je eine Kolonne die Hauswirtschaft führen und die Küche besorgen und eine Reihe von weiblichen Hilfskräften, die sich am Samstag gern schön machen lassen. Darum gibt es für den Friseur genügend zu tun. Ich sitze in der Wohnküche eines Wasserbautechnikers und schreibe in Eile diese Zeilen, denn in einer Stunde soll die Fahrt weitergehen nach Kornwerderzand, wo man wie an der Ostküste Wieringcns, in Den Oeuvre, die großen Entwässerungs- und Schiffahrtsschleusen errichtet. Als ich genau von zwei Iahren hier weilte, war alles noch Flut, dort und da schwammen Baggermaschinen und riesige Förderer, die aus dem Meeresboden den für den Dau des großen Abschlußdammes so notwendigen Geschiebemergel heraufholten. Heute steht auf Breezand ein großer Wasserturm, der durch eigene, regelmäßig verkehrende Süßwassertransportschiffe nachgefüllt wird: ein Radiosender vermittelt den telephoni- Ein Weltmuseum der Buchdruckerkunst. Das Haus „Zum Römischen Kaiser" in Mainz, das künftige Heim des Weltmuseums der Buchdruckerkunst. Bis zu der 500-Jahrfeier der Buchdruckerkunst im Jahre 1940 soll das Mainzer Gutenberg-Museum zu einem Weltmuseum der Buchdruckerkunst ausgebaut werden. Die Mainzer Stadtverwaltung hat sich für das Museum das alte Patrizierhaus „Zum Römischen Kaiser" gesichert, außerdem wird das Haus „Zum König von England" hinzugenommen. Eine Druckerwerkstatt aus der Zeit Gutenbergs sowie betriebsfähige Druckereien aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert sollen u. a. aufgestellt werden. schon Dachrichtendienst zwischen Breezand und den übrigen Betriebsstationen der Zuiderwerke in Friesland, Wieringen und Medemblik, und in den zwei vorbildlich angelegten Werkhäsen im Norden und Süden der künstlichen Insel herrscht ein reges Leben, zahllose Schlepper winden sich durch ein Heer von Lastkähnen, Sandsauger-, Förder- und andere Maschinell, Leichter mit Ladungen von Eenksteinen, die das Qkrlenten der großen Faschinenstücke bewerkstelligen, und hoch mit Geschiebernergel angefüllte Prahme werden dauernd hin- und herbewegt, drüben am Westrand der Insel werfen Arbeiter nach dem Kommando des Kolonnenführers Senksteine ins Wasser, während auf der anderen Seite ein paar Arbeiterfrauen die frischgewafchene Wäsche in den Wind hängen, der hier eine mächtige Stärke hat. Darum errichtete man mit Reisigbündeln vor den Häuserwänden eine Art Schutzzaun, da immerhin die Gefahr besteht, daß bei heftigem Sturm das eine oder andere Gebäude fortgeblasen wird. Gern möchte ich auf Breezand übernachten, um am nächsten Morgen noch ein paar Meter Film zu drehen, aber das ist unmöglich. Iedes Plätzchen ist besetzt. Man hat gerade den Schlaf- raum für die hier Beschädigten. Fremde können nicht unterkommen, und um ein Hotel für die vielen Dcrgnügungsreisenden zu bauen, die im kommenden Sommer aus Deugier und fachlichem Interesse an die Zuidersee kommen werden, hat man noch keine Zeit gehabt. Man wird sich auch keine nehmen. Denn ab Mai verkehren von Amsterdam und Medemblik aus besondere Dampfer, die in einem einzigen Tage alle sehens- werten Betriebsstätten .absolvieren", älnd im übrigen haben es die Holländer noch nicht heraus, aus der immerhin gigantischen Angelegenheit der Trockenlegung Kapital für den Fremdenverkehr zu schlagen.... Gestern stand ich noch vor den Betonkolossen der im Dau befindlichen Entwässerungsschleusen von Den Oeuvre auf Wieringen und war von der architektonischen Schönheit dieser Bauten hingerissen. Einen Augenblick lang fühlte ich mich in das graue Altertum zurückversetzt, denn die mächtigen Schleusen türme erinnern an die imposanten Bauwerke der Aegypter, die heute teilweise unter Sand verschüttet liegen. Auch hier watet man in Sand, und die hoch zum Himmel ragenden Betonblöcke haben eine frappante Ähnlichkeit mit den Ruinen eines antiken Tempels, um dessen Ausgrabung man sich bemüht. Man erkennt sofort, dah hier nicht nur In- Senieure der Wasserbautechnik, sondern auch bil- ende Künstler am Werke sind. * Für Leser, die den Stand der Dinge noch nicht kennen sollten, sei wiederholt, dah die Arbeiten an der Zuidersee in zwei Hauptteile zerfallen: Errichtung eines 30 Kilometer langen 21 b - schluhdammes, der das Eindringen der Dordsee in den gesperrten Teil der Zuidersee verhindert — und die Trockenlegung der durch Ringdeiche abgeschlossenen Gebiete, wobei ein kleiner Teil der bisherigen Zuidersee als V s s e l - m e e r bestehen bleiben soll. Zu diesem Zwecke baut man von der Küste der Provinz Dordholland über die frühere Insel Wieringen nach der Küste der Provinz Friesland einen Damm, dessen Breite nicht nur die Anlage einer normalen Fahrstraße, sondern auch einet doppelgleisigen Eisenbahn gestattet. Der l.Teil dieses Deiches zwischen Dordholland und Wieringen, ungefähr 2,5 Kilometer lang, wurde vor mehr als zwei Iahten vollendet. Ebenso die Deichstrecke zwischen der friesischen Küste und der Schleusengrube auf dem Kom- werderzand, die eine Länge von 3,6 Kilometer aufweist. An dem 24 Kilometer langen Damm Wieringen-Komwerderzand wird jetzt fieberhaft gebaut, da man, um Kosten zu sparen, das Tempo sehr beschleunigt hat. Der Kosten- Voranschlag, der vor dem Kriege ausgearbeitet Oer päpstliche Vertreter auf -em Eucharistischen Kongreß. Kardinal Le p i c i e r wurde zum päpstlichen Legaten bei dem bevorstehenden Eucharistischen Kongreß in Karthago ernannt 1 wurde, belief sich auf 700 Millionen Gulden. Man wird aber noch 3—400 Millionen Gulden zusehen müssen... Innerhalb des 2lbschluhdeiches wird man vier Gebiete eindeichen und trockenlegen — den nordwestlichen Teil bereits im August dieses Iahres — wobei, wie erwähnt, noch eine größere Wasserfläche. das sogenannte Vsfelmeer, offen bleiben soll. Dieses soll die Gewässer der Issel, der Decht und anderer kleiner Flüsse, sowie die Dorflut der umliegenden Länder und das den trodengelegten Poldern entzogene Wasser aufnehmen. Cs wird einen mittleren Wasserstand von 0,40 Meter unter dem Amsterdamer 2lor- malpegel und einen Abfluß in den offenen Teil der Zuidersee haben, wo der gewöhnliche Diedrig- wasserstand tiefer als das Ollittcltoaffcr des Mel- rneeres sein wird, so daß dieses unter normalen Umständen zweimal in 24 Stunden zur Ebbezeit durch die im Abschlußdamm befindlichen Ent- wäsferungsschleusen in die Dordsee abfließen kann. Da es jedoch oft Perioden von drei oder vier Tagen gibt, in denen infolge von Stürmen oder starken Winden der Wasserspiegel der Nordsee so hoch bleibt, daß ein Abfluß durch die Schleusen unmöglich wird, muß das Bsf^lmeer eine Fläche von mindestens 100 000 Hektar haben, um das Wasser der Bssel und der anderen Zuflüsse aufnehmen zu können, ohne dah dadurch der Wasserstand des Melmeeres eine unzulässige Höhe erreicht. Man sieht daraus, wieviele Probleme hier zu berücksichtigen sind. Nicht weniger als 25 Schleusen werden nach Fertigstellung des großen Abschlußdammes die Entwässerung durchführen. In Den Oeuvre haben die Schleusen eine Gesamtbreite von 180 Meter, auf Kornwerderzand 120 Meter, genug, um täglich ungeheure Wassermengen an die Nordsee abzugeben. 2Iber die Stunde ist um. Das flinke Ingenieurboot, das mir von der Direktion der Zuidersee- werke freundlichst zur Verfügung gestellt wurde, läßt feinen Ruf erschallen. Ich muß eilen, wenn ich vor Dunkelheit Kornwerderzand erreichen Gießener Gta-ttheater. Tcckner und Waldau: „Panne um Mitternacht". Die Existenzberechtigung der Operette wird niemand bestreiten wollen. Sie ist die leichtgeschürzte Schwester der Oper. Witz, Satire, Parodie, kurz, jede 2lrt guten Humors ist ihr literarisches, die Tanzmusik der Gegenwart ihr musikalisches Gebiet. So sollte sie sein, so war sie auch und, zugegeben, so ist auch heute noch hin und wieder eine. Die letzteren sind weiße Roben. Was im allgemeinen, sagen wir ruhig, größtenteils, in diesem Artikel in den letzten 15 Iahren geleistet wurde, verdient nicht den Namen „Operette", wenn anders es nicht ein Werturteil nach der negativen Seite ausdrücken soll. Heute ist der „Schlager" Trumpf, aber man verwechselt bei feinet Textgestaltung leicht mit seicht und Humor mit Plattheit. Was daraus wird, kennt man zur Genüge. Cs scheint doch so zu fein, daß Humor und Witz ohne eine sehr große Dosis Schlüpfrigkeit nicht mehr zu denken sind. Das bedeutet aber einen Tiefstand, den man nicht scharf genug verurteilen kann. Man mache doch einen Versuch und nehme sich eine Anzahl Texte solcher modernen Operetten vor und man wird allein schon an der Ueverschrift der einzelnen Gesangsnummern mit Staunen feststellen, wie viel eindeutigen Schund es da gibt Wo bleibt do der Reichs- kunstwart? Oder soll die Operette keine Kunst sein? Hans Deckners Operette „Panne um Mitternacht" (Musik von Harry Waldau) arbeitet mit bekannten und bestens bewahrten, man möchte sagen „genormten" Requisiten. Eine einsame Villa. Zwei Menschen, die sich dort zufällig treffen, versteht sich, verschiedenen Geschlechts. Ein Bett, ein Divan, der aber nur sehr vorübergehend aktiv in die Handlung eingreift, ein guter, luftiger Freund, allerlei Verkleidungen und Verwicklungen usw. Leider losen sich diese Verwicklungen am Ende des zweiten Aktes, viel zu früh bis auf die, nach dem bisher Geschehenen wirklich lächerliche, Sache mit der Millionenerbschaft. Die macht nun keinen Eindruck mehr und so schließt der dritte Akt ohne besondere Pointe. Einige Szenen des ersten und zweiten Aktes find ganz amüsant, sonst aber gibts viel Steine und wenig Brot. Die Musik ist zum Teil recht schmissig, im übrigen aber ohne besondere Originalität. Den Darstellern gebührt volles Lob. Sie waren eifrig und mit viel Erfolg bemüht, Schwung in die Sache zu bringen. Allen voran das Freundespaar Ronald (Hermann Hanschmann) und Fredy O'Brien (Gustl Rothe-Carey). Auch Franz G i b l h a u s e r, der für die lebendige Regie zeichnete, war ein sehr luftiger Ottokar. Nuschi Wiesner (Norma) zeigte im letzten Bild überraschende Gelenkigkeit. Gretl Kasper (Lilian) spielte sehr gut und fang auch vortrefflich. Ly Ottmar (Mary) gab ebenfalls eine recht tüchtige schauspielerische Leistung, war aber stimmlich der Rolle nicht gewachsen Die Tänze (H. H. K l ü f e r) zeigten viel Abwechslung, und die musikalische Leitung war bei Emst Topih in sicheren Händen. Man sollte aber in solchen Fällen ein gestimmtes Klavier zur Verfügung stellen. — Daß die Pausenlampen durch den ganzen dritten Akt brannten und der Vorhang am Schluß in das da capo hinein fiel, soll der Ordnung halber nicht unerwähnt bleiben. Der Besuch lieh zu wünschen übrig, doch der Beifall war herzlich und erzwang manche Wiederholung. F. B. Oie Reinmachefrau von pau. Von Hans Siemsen. Pau, in Südfrankreich, am Nordabhang der Pyrenäen, ist ein kleiner, aber eleganter, internationaler Kurort. Zwei Saisons, die eine im Spätsommer und Herbst, die andere im Winter. Die Haupt-Attraktion von Pau, abgesehen von seinem dem der Riviera ähnlichen Winterklima, die Hauptattraktion von Pau ist der „Boulevard der Pyrenäen", die breite, ebene, der Sonne bargebotene Promenade mit ihrer weltberühmten Aussicht in das liebliche Tal, das mit Recht „Vallee heureuse“, „das glückliche Tal", heißt, und auf die stolzen, schneebedeckten Pyrenäen. Von dieser Aussicht soll schon Lamartine gesagt haben: „Wenn ich nicht Lamartine wäre, möchte ich diese Aussicht —" — irgend so einen bedeutenden Ausspruch hat er jedenfalls getan. Auf dieser Promenade promeniert die feine Welt, die in Pau hauptsächlich aus „Old England*4 besteht. Wan promeniert, wie auf allen Promenaden der fernen Welt, auch wegen der schönen Aussicht und wegen der Sonne, — hauptsächlich aber, um sich zu zeigen, und um zu sehen, ob Miß Waterbottle wieder einen neuen Hut hat, und ob Frau Donnerschlag aus Chicago (sprich: „Tscheikägau") heute mit Don „Ramiro Ra- muntcho", ober mit Monsieur „Degustation des Huitres“ geht. Früh morgens, wenn ich meinen Morgenspa- ziergang mache, ist niemanb auf dem Boulevard der Pyrenäen. Ich habe Boulevard und weltberühmte Aussicht für mich allein. Aber was ist das? Ich traue meinen Augen nicht! Da kriecht eine Frau unter eine Bank? 3a, wahrhaftig, da kriecht eine Frau unter eine Bank! Ich bin ganz konsterniert, ich habe noch nie in meinem Leben eine Frau unter eine Dank kriechen sehen. Soll ich zu Hilfe kommen? Sie strampelt mit den Deinen, schiebt sich mit Strampelbeinen immer weiter unter die Dank. Dann bleibt sie einen Moment liegen, um sich auszuruhen. ilnb dann beginnt sie, die fünf, sechs Grashalme auszurupfen, die unter der Bank ein bescheidenes Schattendasein führten. Es ist die Reinemachefrau von Pau, die Straßenkehrerin des Boulevard der Pyrenäen. Ich habe sie inzwischen sehr oft gesehen und beobachtet. Sie ist eine alte, zerknitterte Same. Sie hat sich ein wunderbares Kostüm ausgedacht, vor dessen Phantasie P o i r e t und Worth armselige Schneidergesellen sind. Sie trägt nicht einen, sondern drei Röcke: einen roten, einen schwarzen und einen grünen. Darüber hat sie einen Sack gebunden, und über den Sack einen roten Schal. Auf dem Kopf hat sie einen üppigen, schwarzen Strohhut, mit Blumen und Federn garniert. Wenn es regnet, tut sie über diesen Hut, einen zweiten Sack. Absetzen tut sie den Hut nicht. Er macht ihr das Leben schwer. Denn es ist schwer, mit solch einem Hut unter eine Dank zu kriechen. 2lber sie ist durch ein langes Leben trainiert, sie kann mit dem Hut unter eine Bank kriechen. Ich glaube nicht, dah das irgendeine andere Frau in Pau konnte, nicht Miß Waterbottle und nicht Frau Donnerschlag. Der Boulevard der Pyrenäen gehört ihr! Eie rupft die Grashalme aus und sucht das Papier zusammen und macht kleine Häufchen daraus. Unb nun kommt ihr großer Moment! Denn ihr männlicher Strahenfegerkollege (vielleicht ist es ihr Mann?) ist nicht rechtzeitig zur Stelle mit seiner Schaufel und seiner Karre, um ihre Häufchen abzuholen. Da ruft und schreit und winkt sie, bis er endlich kommt und ihre Häufchen in seinen Karren fegt Sie steht dabei und paßt genau auf, daß er auch keinen Grashalm übrig läßt! Unb bann geht sie weiter an ihre Arbeit, auf ihre Iagd nach Grashalmen und Papier. Sie arbeitet von morgens früh bis abends, bis es dunkel wird. Ich habe nie einen Menschen gesehen (mit Ausnahme von Kindern, die spielen, Fußball- und Kartenspielern), nie hab ich einen Menschen gesehen, der seine Beschäftigung so ernst nahm, wie diese alte Frau. Sie hat für nichts anderes Sinn, als für ihre Grashalme und ihr Papier und für „ihren" Boulevard der Pyrenäen. Sie lebt so nahe der Erde, dah sie alles, was höher als einen Meter über der Erde vor sich geht, überhaupt nicht sieht. Wenn sie sich ausruhen will (wie selten ruht sie sich aus!), setzt sie sich nicht auf eine Dank, sondern neben der Bank auf die Erde, auf „ihre" Erde, in die Nähe „ihrer" Grashalme. Ich habe gedacht: Man muh sich eigentlich schämen! Diese alte Frau kriecht da auf der Erde herum, um die elegante Promenade für uns Fremde sauberzuhalten, während wir jungen Leute (obwohl wir so ganz jung ja auch nicht mehr sind) hier promenieren und uns dem Müßiggang ergeben? - Aber ich fürchte, man könnte der alten Frau solche Gedankengänge gar nicht klarmachen. Sie würde unglücklich werden, wenn man ihr „ihren" Boulevard und „ihre" Grashalme wegnähme und sie zur Ruhe setzte. Es ist „ihr" Boulevard! Ihretwegen ist er dal Damit sie auf ihn auf passen und ihm seine Grashalme ausrupfen kann! Ein bißchen störend sind die vielen Fremden. Wenn allzuviel Fremde da sind, kann sie nicht richtig arbeiten. Manche von den Fremden sitzen sogar auf der Bank, unter die sie gerade kriechen mochte. Das ist sehr störend. Wenn man ihr sagen wollte, dah der Boulevard der Pyrenäen eben dieser Fremden wegen da ist, dah sie dieser Fremden wegen angestellt ist, den Boulevard sauberzuhalten und Grashalme auszurupfen, so würde sie das gar nicht verstehen. Ihr Boulevard ist „ihr" Boulevard! Er ist nicht der Fremden wegen, sondern ihretwegen, und sie ist seinetwegen da! Was sollte aus ihm werden, wenn sie nicht da wäre? älnd wenn man ihr eines Tages erzählen würde, es wäre Krieg und sie müsse einrücken als Feldwebel oder Rittmeister ober als was weih ich, — so würde sie ganz sicher antworten: „Krieg? Was heißt Krieg'r Lind wer soll währenddessen die Grashalme auf dem Boulevard der Pyrenäen ausrupfen?! Daran habt Ihr wohl nicht gedacht? — Macht Ihr nur Euren Krieg alleine! Ich habe Wichtigeres zu tun!“ ilnb wer möchte leugnen, daß sie recht hat? Die gute, fleißige, alte Reinmachefrau von Pau, die sich nicht auf eine Bank seht, wenn sie sich ausruhen will, sondern auf die Erde, auf „ihre" Erde, zwischen „ihre" Grashalme! koM. Mieu Vreezanb. du 3nfct rastloser Arbeit, Produkt menschlichen Fleißes! Wenn ich in zwei Oahren Wiederkehre, werden die Schleusen schon in voller Tätigkeit sein, wird der 30 Kilometer lange Abfchluhdamm fix und fertig dastehen und der dräuenden Nordsee ein gebieterisches Halt zurufen. Dis hierher und nicht weiter! Menschen- aeist siegt über die Macht der Elemente. Neuland wird geboren! Lind wo heute noch die Nut rauscht, wird ein Jahrzehnt später fruchtbarer Ackerboden und saftige- Weideland sich ausbreiten. Man mag unserer von politischen und wirtschaftlichen Wirren zerrissenen Gegenwart nachsagen, was man will. Wenn sie so Großartiges noch zu schaffen und zu vollenden vermag, kann man an keinen Abstieg und an keinen Untergang glauben. Ein Werk wie dieses gibt Mut. gibt Hoffnung und neue Zuversicht in unsere Kraft... Wirischast. Oie Arbeiiömarltlage in Hessen und Hessen-Nassau. Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesorbeitsamt Frankfurt a. M.: Die Besserung der Arbeitsmarktlage hat sich in der ersten Apnlhälfte fortgesetzt, das Tempo der Auf- wartsbewegung ist jedoch langsamer geworden. Die Zahl der Arbeitsuchenden ging von 206 207 auf 191210, dcts ist um 14 997 oder 7.3 v. H. zurück: in der zweiten Märzhälfte verringerte sie sich um 20 293 oder 9 v. H. Die Hauptunter- stützungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung gingen von 127 410 auf 112 595, also um 14 814 oder 11,6 v. H.» zurück (in der Zeit vom 15. bis 31. März um 15 007 oder 10.5 v. H.). Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der K r i sen fürs o r g e stieg während der Derichtszeit um 453 von 17 886 auf 18 339. Die Arbeitsuchendenzahl überstieg in diesem Frühjahr die des Vorjahres am 31. März um rund 36 500, am 15. April aber um rund 44 100. Die zu Llngunsten der diesjährigen Zahlen bestehende Spanne hat sich also erheblich vergrößert. Das gleiche ungünstige Bild zeigen die Zahlen der Hauptunterstützungsempfänger in Arbeitslosen- und Krisenunterstühung. Bei ihnen betrug die Lieberhöhung am 31. März rund 17 800, am 15. April 30 600. Auch in dieser Berichtszeit ging die Belebung des Arbeitsmarktes wie seither schon vorwiegend von den Aeußen- berufen aus. Daß sie nicht so stark war, als im Vorjahr, hat seine Llrsache in der geringeren Aufnahmefähigkeit der Landwirtschaft und in dem Kapitalmangel, der besonders die Bautätigkeit hemmt. Andererseits erfuhr die Lage eine gewisse Abschwächung durch rückläufige Tendenz im Spinnstoffgewerbe, in der Portefeullle- und Tabakindustrie und in den Angestelltenberufen: letztere weisen eine Zunahme an Arbeitsuchenden um rund 900 auf. Ferner drücken auf den Arbeitsmarkt die vielfach erfolgten Entlassungen von Neuausgelernten aus allen Derufsgrup- pen. besonders aus dem Metallgewerb«. 3m Bekleidungsgewerbe ist ein erfreulicher Saisonaufschwung festzustellen, der aber nur die Schneiderberufe enllastet und im allgemeinen auch schwächer ist als im Vorjahr. 3n der Schuhindustrie blieb die Lage unverändert ungünstig. He fische Girozentrale. Die Hessische Girozentrale, die sich bekanntlich am 1. Januar 1930 mit der Kommunalen Landesbank zu einer Gemeinschaftsbank rrnter der Firma Landeskommunalbank- Girozentrale für Hessen vereinigt hat. ' berichtet letztmals über das 3ahr 1929, und zwar - wie in den Vorjahren wieder gemeinsam mit dem Hessischen Sparkassen- und Giroverband. Dach dem Derbandsbericht stiegen die Spareinlagen bei den hessischen öffentlichen Sparkassen zwar weiter um 38,2 Millionen Mark, blieben damit aber hinter dem Zuwachs im Jahre 1928 (51,1 Millionen Mark) nicht unbeträchtlich zurück. Der Rückschlag setzte ein, als die Reparationsverhandlungen im Frühjahr 1929 sich allzu lange hinzogen und mehrfach dem Scheitern nahe waren. Die Rückzahlungen wuchsen auf 88,1 Millionen Mark (in 1928 nur 64 Millionen Mark) an, und wenn auch die Einzahlungen mit 126,4 Millionen Mark gegenüber 1928 (115,2 Millionen) ebenfalls ein Ansteigen zeigten, so konnte damit das Mehr an Abhebungen nicht ausgeglichen werden. Die für Ende 1929 ausgewiesene Gesamtsumme der Spareinlagen bei den hessischen öffentlichen Sparkassen von 204 Millionen Reichsmark entspricht (abgesehen von dem Llnterschied im inneren Geldwert) rund der Hälfte des Vorkriegsbestandes, gewiß eine respektable Sparleistung innerhalb sechs Jahren. Auf jeden fünften Hessen entfällt wieder ein Sparbuch bei einer öffentlichen Sparkasse. Mit der Gesamtzahl der Ende 1929 bestehenden Konten (272 000) sind wieder nicht weniger als 83 Prozent der Vorkriegsziffer erreicht. 3m Aktivgeschäft stehen bei den Sparkassen an erster Stelle. die Hypothekendarlehen mit 52,64 Prozent, die Gemeindedarlehen mit 26,42 Prozent der Spareinlagen. Für den Wohnungsbau haben die Sparkassen bis Ende 1929 nicht weniger als 44 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. Die Hessische Girozentrale war in ihrer Betätigung durch die bekannten ungünstigen Verhältnisse auf dem Kapital- und Geldmarkt stark gehemmt. 3mmerhin konnte sie den Gemeinden, Städten und Gemeindeverbänden an kurz-, mittel- und langfristigen Darlehen annähernd 7 Millionen Mark neu beschaffen, womit die Gesamtsumme dieser Darlehen auf rund 57 Millionen Mark stieg. * • Arbeiterentlassungen bei der Mansfeld AG. Der in unerwartetem und außerordentlichem Ausmaße eingetretene Preissturz am Kupfermarkt veranlaßt die Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben. den Abbau der ärmeren Feldesteine, sowie den Versuchsbetrieb auf dem Röhrig-Schacht stillzu- legen und eine erhebliche Herabsetzung der Löhne zu betreiben, da andernfalls bei dem ausschlaggebenden Anteil der Löhne an den Selbstkosten eine wirtschaftliche Weiterführung der Betriebe unmöglich ist. Von den sofortigen Entlassungen aus den Schächten werden zirka 800 Mann der Grubenbelegschaft betroffen. Auf den Hütten werden erst in einiger Zeit nach Maßgabe der Förderungseinschränkungen Entlassungen im mäßigen Llmfange erfolgen. * AbschlüsseimLahmeyer-Konzern. Die Frankfurter Localbahn AG.. Frankfurt a. M., beantragt die Verteilung einer Dwidende von wieder 8 Prozent: die Elektrizitätswerk Homburg v. d. Höhe AG. schlägt wieder 5 Prozent vor. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 22. April. Tendenz schwächer. An der ersten Börse nach den Osterfelertagen waren die Kurse allgemeinfchwächer. Die sich häufenden Arbeiterentlassungen in der 3n° dustrie. jetzt auch bei der 3.-G.-Farben und bei Mansfeld, und das Scheitern der internationalen Kunstseide-Verhandlungen verstimmten in erster Linie und bewirkten Abgaben in den betreffenden Werten. Das Geschäft kam nur sehr zögernd in Gang, da die Aufnahmelust infolge des anhaltenden Ordersmangels gering war. Man bemerkte verschiedentlich kleine Verkäufe, um beträchtliche Kursrückgänge herbeizuführen. Die Llmsatztätigkeit blieb minimal. Rach den ersten Kursen hielt die Abgabeneigung an. und es ergaben sich meist neue Einbußen. Man verwies dabei auf den schwächeren Schluß der gestrigen Reuyorker Börse und die außenpolitischen Schwierigkeiten infolge des Einspruchs Polens gegen die Agrarzölle. Außerordentlich schwachen Verlauf hatte der Kunstseidemarkt. Aku und Bembera eröffneten je 5v. H. abgeschwächt, wobei der Verlustabschluß der amerikanischen Tochtergesellschaften zur Schwäche beitrug. 3.-G.- Farben gaben aus dem erwähnten Grunde 2 v. H. nach und verloren später «erneut 0,5 v. H. Metallgesellschaft konnten jedoch ihren Kurs behaupten. Am Clektromarkt waren AEG., Schuckert und Siemens angeboten und bis 3.5 v. H. schwächer. während Chadeaktien ihren Kurs behaupten konnten. Montanaktien lagen still, Rheinstahl verloren im Einklang mit der Farben- Schwäche 1,5 v. H. Mansfeld lagen weiter sehr schwach, so daß ein Kurs zunächst nicht zustande kam. Am Dankenmarkt waren Commerzbank 1,75 v. H. gedrückt, Dresdner Dank behauptet. Deutsche Anleihen waren gut behauptet, ausländische Renten still. 3m weiteren Verlaufe konnte sich die Tendenz leicht erholen, offenbar wurde von Dankseite interveniert. Die Geschäftstätigkeit ging jedoch noch weiter zurück. Am Geldmärkte hielt die starke Flüssigkeit an. De? Satz für TageSgeld wurde um 1 v. H. auf 4 v. H. herabgesetzt. Am Devisenmarkt lag Paris international fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1913; gegen London 20,3758; London gegen Kabel 4,860z; gegen Paris 123,96; gegen Mailand 92,74; gegen Madrid 38,95; gegen Schweiz 25,0775; gegen Holland 12,08. Berliner Börse. Berlin. 22. April. Schon vormittags und an der Vorbörse war man infolge der aus der 3ndustrie vielfach vorliegenden ungünstigen Nachrichten eher schwächer gestimmt. Orders lagen nicht vor. so daß das Geschäft fast ausschließlich von der Spekulation bestritten werden muhte. Neben den Arbeiterentlassungen der Großindustrie, so z. B. im Leunawerk der 3. G. Farben, bei Mansfeld infolge der Depression am Kupfermarkt, bei Stahlverein usw. waren es vor allem die Nachrichten vom vorläufigen Scheitern des internationalen Kunstseidepaktes und von den Verlustabschlüssen der amerikanischen Kunstseidegesellschaften, die diesem Markt eine Schwäche verliehen, und auch die übrige Dörse stärker nach unten beeinflußten. Auch die schwächere gestrige Neuhorker Dörse und die außergewöhnlich großen Haldenbestände an Ruhr- kohlen blieben nicht ohne Einfluß auf die Tendenz. Es ergaben sich zu Deginn des offiziellen Verkehrs für die Hauptwerte häufig Abschläge bis zu 3 Prozent. Darüber hinaus verloren Aku 5,90 Prozent, Demberg 6,5 Proz.. Ostwerke 4,5 Prozent, Polyphon 7,25 Proz.. Rheinische Braunkohlen 4,25 Proz., Siemens 3,75 Proz., und auch 3. G. Farben büßten 2,90 Prozent ein. Relativ widerstandsfähig lagen A. E. G. Bei Thörl Oel bewirkten günstige /Nachrichten eine zwei- prozentige Sonderbewegung nach oben. Schneider- und Schade-Aktien lagen gleichfalls geringfügig gebessert. Deutsche Anleihen behauptet Von Ausländern Bosnier und Mexikaner fester, Türken und Anatolier schwächer. Der Pfandbriefmarkt war noch unentwickelt. Der Geldmarkt liegt ziemlich unverändert. Tagesgeld 3,5 bis 5 Prozent, Monatsgelb 5,5 bis 7 Prozent. Warenwechsel zirka 4J5 Prozent. Auch im Verlaufe blieb die Haltung an den Effektenmärkten zur Schwäche neigend. Nachdem sich Aku und Demberg, sowie Polyphon vorübergehend leicht erholt hatten, wurde es allgemein bis zu 1 Prozent schwächer. Aku verloren weitere 2 Prozent. Nur für Mansfeld, die man mit Minus-Minus-Zeichen an der Maklertafel notiert sah, konnte vorerst noch kein Kurs festgesetzt werden; man schätzt ihn auf zirka 86 Prozent nach 94,5 Prozent an der letzten Börse. Bemerkenswert schwach tendierten im Verlaufe Hapag und Nordd. Lloyd, die bei einem Kurs von 112 Prozent nachgaben. Otavi notierten 53,5 Mark nach 55,90 an ber letzten Börse. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 22. April. Auftrieb: Rinder 1027 Stück; darunter Ochsen 280, Dullen 55. Kühe 419, Färsen 220. Kälber 239, Schafe 44, Schweine 3248. Es wurden notiert: Rinder. Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 57—60, 2. ältere 53 bis 56; sonstige vollfleischige: jüngere 48—52. Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 55—58, sonstige vollfleischige oder aus- gemäftete 49—54. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48—51, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 44- 47, fleischige 38 bis 43, gering genährte 30—37. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinder): vollfleischige, auÄgemästete, höchsten Schlachtwerts 58—61, vollfleischige 54 bis 57, fleischige 50 -53. Kälber. Deste Mast- und Saugkälber 80—86. mittlere Mast- und Saugkälber 74—79, geringe Kälber 60—73. Schweine. Dollfleischige Schweine von zirka 240—300 Pfd. Lebendgewicht 70—72, desgl. von zirka 200—240 Pfd. Lebendgew. 73—75, desgl. von zirka 160—200 Pfd. Lebendgew. 73—75, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 70—73. Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft. Schweine ruhig, zum Schluß abflauend geringer Lieberstand. Fettschweine fast unverkäuflich. Kälber rege, geräumt Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) stein Platz zum Fußballspielen. 3n dem Eingesandt des „Gieß. Anz." vom 4. April wird der Zustand der unteren Klinik- straße bemängelt, und zwar mit Recht. Auch der Einsender vom 11. April weist auf die unhalt- | baren Zustände Yin. Es ist zu hoffen und zu wünschen, daß die Stadtverwaltung ball? dafür sorgt, daß die geschilderten Mißstände beseitigt werden. Der Einsender vom 11. April regt nun an, daß der freie Platz Ecke Credner- und Klinik- strahe wieder für die Fußballspieler freigegeben würde. Diesem Ansinnen kann man nicht bei- stimmen, denn an eine offene Straße und auf so beschränkten Raum gehört kein Fußballspielplatz. Der Platz wurde früher als Fußballspielplatz benutzt. Rach vielen Deschwerden der Anwohner und Passanten wurde das Fußballspielen bann verboten, weil die Passanten durch die frei- fliegenden Dälle belästigt wurden. Das Fußballspielen darf keineswegs auf dem fraglichen Platz wieder erlaubt werden. Ein paar große Sandhaufen für die kleineren Kinder wären eher angebracht. W. Letzte Nachrichten. Urteil im Wormser Kommunistenprozeß. Darmsladk, 22. April. (TU. Drahtmeldung.) Das (Ecroeiferfc Schöffengericht verkündete heute vormittag das Urteil gegen 20 Angeklagte, die sich wegen der bekannten Unryhen in Worms am 10. bis 14. Januar d. 3. zu verantworten hatten. Der hauptongeklagte und Führer, der kommunistische Landtagsabgeordnete Oskar Müller, wurde wegen Aufreizung und wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu einem 3ahr 3 Monaten Gefängnis verurteilt. 13 weitere Ange- klagte erhielten Gefängnisstrafen von 3 Wochen b i s zu einem 3ahr. 6 Angeklag^ muhten mangels Berodfes f r e i gefp r o che« werden. Oas Londoner Flottenabkommen unterzeichnet. London, 22. April. (WTB. Eigener Draht- bericht.) Um 12.40 Uhr wurde der Londoner Flotlenvertrag von den Delegierten unter, zeichnet. „Graf Zeppelin^ in Bonn gelandet. Bonn a. Rh^ 22. April. (WTB. Eigener Draht- berlcht.) Das Luftschiff „Graf Zeppelinland e t e um 13.25 Uhr unter dem Jubel von Zehn« lausenden von Zuschauern und dem Gesang des Deutschlandliedes aus dem Flugplatz Hangelar. 400 Todesopfer des Zuchlhausbrandes m Amerika. Kolumbus, (Ohlo), 22.April. (WTB. Funkspruch.) Nach späteren Schätzungen der Opfer bei dem Zuchthausbrand (ogl. die Meldung auf der ersten Sdte) beträgt die Zahl der Toten 400, die der Verletzten mindestens 30 0. Das Gefängnis, das nur für 2000 Sträflinge vorgesehen ist, hatte nahezu 5000 Insassen. Das Feuer brach um 6 Uhr abends zur Zeit der Einschließung der Sträflinge in ihre Zellen an Zwei verschiedenen Stellen gleichzeitig aus und breitete sich bd starkem Westwind rasch aus, so daß die Sträflinge der oberen Zellen st ockwerke wie in Fallen gefangen waren, während ein Teil der Sträflinge he- roisches zur Rettung der Eingeschlossenen vollbrachte, zerschnitten andere die Schläuche und hinderten die Löscharbeilen. Um Mitternacht befanden sich etwa 2000 Mann Militär und Polizei an der Brandstelle. Etwa 1500 Sträflinge wurden wieder in ihre Zellen zurückgebracht. Ueber 1000 trieben sich jedoch im Gefängnis herum und versuchten, neue Brände zu entfachen. Auch für die ersten Brände in den Zellengebäuden wird Brandstiftung nunmehr als erwiesen angesehen. da an mehreren Stellen ölgetränkte Lumpen gesunden wurden. Die Ordnung war im Gefängnis am Morgen wiederhergestellt. Der Brand stellt die folgenschwerste Feuersbrunst dar, die die Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten erlebt haben. Er ist, was die Zahl der Opfer anlangt, nur,zu vergldchen mit dem Brand im 3ro- quois-Theater in Chicago 1903 und der Erdbeben- und Brandkalasirophe von San Franzisko 1906, wo 400 bis 500 Menschen umkamen. 3m Gegensatz zu diesen Katastrophen war bei dem gestrigen Brande der Sachschaden ganz gering. Er betrug noch nicht 20 000 Dollar. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Reichsbankdiskont 5 v. h., Lombardzinsfuß 6 v. h. Banknoten. 27,75 4,3 24,9 6,95 {Rente 9,7 9,8 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. 16,5 7,95 2,45 6,95 <% befiel. Serie II . . . 6% Rumänische vereinh 4% Oesterrerchtsche (Solbrente . . 4,20% Seslerreichtsche Silberrente 4% Oetterreichische Einheitliche Rente . . 4% UngatW Goldrente .... 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 454% desgl. von 1918 . . . 4% Ungarische Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie l ... 7,1 7,05 von 1903 ...... Rumänische vereinh. Rente von 1913 .......... t% Rumänische vereinh. Rente . Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZIL 16,4 7,9 22,4 2,45 6.9 2,5 25 21,25 22,13 2,4 7,05 Frankfurt a. M. Berlin Schluß«! l»Uhr» Schluß« Anfang« kurs | Kurs lurs Kurs Datum 17. 4- 22. 4- 17. 4- 22- 4- 6% Deutsche Retchsaweihe von 192? ..... 87,1 87 7% Deutsche Reichsanleihe Von 1929 ..... 100,6 Deutsche Äul.-Ablbi^ Schuld mit Kluslos.-Rechten ..... 55,85 56,2 55,65 56 Desgl. ohne LluSlos^Rechte . . . 8% Hess. Bolksstaat von 1929 (rückzahlb. 102%)...... 11,05 11,15 11,1 11,2 94,5 95 Oberhejsen Provinz • Anleihe mit Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. 52 — — — Anleihe. Serie 1 ... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse. 53,5 E- 53,3 — XJH unkündbar bis 1934 98 — 72,5 — 7% Franks. Hyp^Bank Goldpse unkündbar blfi 1932 90,75 4’1% Rheinische Hyp.»Bank Liqu. Goldpse. . . . . 6% Pr. Landespsandbrtesanstatt. 85,4 — - — Pfandbriefe R. 17 8% Pr. Landespsandbrtesanfialt, 98,5 — 98,5 — Komm^Lbl. R. 16 . 95 _ 95 7% Pr. LandespfandbrtesanstaU, Pfandbriefe R. 10 .... A.E.<8. abg. Vortriegfi-Obligatio- 90,25 — 90,25 — nen. rückzahlbar 1932 ..... 95 — — — Frankfu rt a.211. Berlin Frankfurt a. M. | Berlin Schluß, fürs t«Uhr» Kurs Schluß« kurs Anfang- Kurs Schluß» kurs 1»llhr. Kurs Schluß» kurs Anfang» Nurs Datum 17- 4. 22. 4. 17. 4. 22. 4. Datum 17 4. 22 4- 17 4- 22. 4. Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampfschiff.....10 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine Deutsche Tredttanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz, und Privat-Bank . 11 Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bank ...... 10 Reichsbank ........ 12 A.T.G............8 Bergmann.........9 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume . ■ - Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrtzitätS-Werke 10 Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schuckert L Co. ...... li Siemens & Halske . . . • . 16 Transradto ...... .8 Lahmever L Co.......io Buverus . . . ....... 6 Deutsche Erdöl ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Hvesch Eilen.....•<,.«% ktöln-Neuessen........ 7 Mannesmann-Röhren .... 7 Manvfelder Bergbau . .... 7 Oberschlei. Eisenbevarf . . . . b Oberschles. Kokswerke..... 7 Phönir Bergbau......6% Rheinische Braunkohlen • . 10 Rheinstahl..... 6 Riebeck Montan ...... 7,2 113,75 117 136 176,5 231 150,5 146,25 292 175,75 164 129 180 190 256 171 72 140,75 125 108,75 104,9 235 112 160,75 149,5 145/5 174,5 172 128,5 181,5 190,13 251,5 113,5 113,75 172 161,13 113,75 116,75 136 177 161,75 230,25 150,25 146 291,5 175,9 197 164 173 130 180,25 138,75 176,5 191 255,5 171,25 72,25 102 143,9 141,25 125 113 231,5 104 111,4 109 101,5 73,5 109.5 105.25 235 115,75 113 161,5 113 116.25 128 176.5 160,75 230,25 149,5 145,5 292 174,75 187 171,9 128 181,5 138,5 148,5 176 190,5 252,25 71,75 101,6 143,5 141 125,5 102,5 109,5 107,75 108,5 104,9 230 113,25 Bereinigte Stahlwerke..... Otavt Minen......16'/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben-Jndustrle. . . 12 Dynamit Nobel ....... 6 Goldschmidt ........ 5 Metallgeiellschaft. ...... 8 Philipp Holzmann......7 Zementwerk Heidelberg . . 10 Eementwerk Karlstadt. ... 10 Wavb & Frey tag......8 Schultheis Patzeuhofer ... 15 Ostwerke.........12 Aku...........18 Bemberg........ 14 Zellstoss Waldhos .... 18»/. Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas . . ...... 9 Deutsche Linoleum ...... Maschinenbau A.-G. .....<) Not. Automobil ...... v Orenstein & Koppel . .... 6 Svenska .......... Frankfurter Malchin« .... 4 Heyligenstaedt ....... 0 Funghans. ....... 6 Lechwerke..........8 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 8 Mtag 10 Äebr. Roeder . ...... 10 Botgt & Hoeffner ...... 9 Süddeutsche Zucker .... 10 98,25 226,5 229,5 390 175,5 154 71,5 72,5 108 109,_5 143 92,5 117 147 42,5 35 40,5 39,5 97,9 132 103.5 218 160,75 I ! I I I I 8 > I I I 1 1 IIJI 11118211 5 1 I | I £ |S | | | 98,5 55,75 227 230,5 390,75 175,5 83,65 71,9 73 108,75 109,75 91,5 296,75 248,75 116,75 147,75 188,5 106 173 42,75 253,5 20,5 79,75 154 358 36 40 39 131,75 218 161 58" 54 227 234 394 174,75 71 71,5 108,5 110 91,5 293 245,5 113 142,5 187,5 105 172 42.5 253,75 19.5 76,75 152 361 131,5 Äeriln, 17-April Selb Brief Amerikanische Noten ..... 4,169 4,189 58.28 Dänische Noten........ 111,80 112,24 Englische Noten ....... 20,33 20,41 Französische Noten ...... Holländische Noten...... 16,405 167.96 16,465 5itn lienische Noten ...... ?? ii Norwegische Noten...... 111,80 112,24 Deutsch-Orsterr.,Li00 Kronen 58.86 59.10 Rumänische Noten ...... 2,465 2,483 schwedische Noten ...... 112.23 Schweizer Noten ....... 81,21 Spanische Noten ....... 53 01 Tschechoslowakische Noten . . 12,375 12435 Ungarische Noten ... 72,97 73,27 17-April 22. April Amtliche Geld Notierung Bries Amtliche Notierung Geld »rief Amst.» Rott. 168,27 168,61 168,50 168,84 Buen.-AireS 1,630 1,634 1,626 1,630 Brfl.-Antw. 58,425 58,545 58,41 58,53 Christtanta. 112,06 112,28 112,06 112,28 Kopenhagen 112,07 112,29 112,08 112,30 Stockholm . 112,58 1'2,73 112,49 112,71 Helfingfors. 10,535 10.559 10,539 10,559 Italien. . . London. .. 21,95 21,99 21,955 21,995 20,358 20,398 20,353 20,393 Ncuhork .. 4,1855 4,1935 4.187 4,195 Parts. . . . 16,41 81,145 16,45 16,415 16,455 Schweiz •. 81,305 81,145 81,205 Spanten. . 52,47 52,57 52.22 52,32 ftaDan - . . 2,068 2,072 2,070 2,074 Rio de Jan. Wien in 0,490 0,492 0,490 0,492 DtfL abgest. 58,977 59,097 58,985 59,105 Prag .... Belgrad . . 12,397 12,417 12,404 12,424 7,422 7.426 7,410 7,424 Budapest. . 73,13 73,27 73,135 73,275 Bulgarien. 3,034 3,040 3,034 3,040 Lissabon . . 18,78 18,82 18,78 18,82 Darutg. . . Konstantin. 81,37 1,785 81,53 1.789 81,36 1,784 81,52 1,788 Athen. . . Canada . . 5,445 5,455 5,435 5,445 4,183 4.198 4,184 4,192 Uru iuay.. 3.896 3.904 3,876 3,884 Cairo .. . 20,875 20,915 20,875 20,915 Bonn gelaM ®IB. Slgenn Vkch- „<5ta| jtpptlln“ ix dem lubel oou unb dm (5t\dnj bn Mgplah fjangdat. rsopser des in Amttiks. r. April. (Bin. >f. ähllugen der Opfer bei (ogL die Meldung aus ie Zahl der lohn n Modellen» 300. it 2000 5KMngr vor- u 5000 3nfa|ftn. hr abend; jut Zeil der je in ihre Zellen an Stellen gleich,ei- bei flattern fflefltvlnb Hage bet oberen in5allengefai>. dl der StüfW jdchloUenen Mbrntzie, Vie Schläuche onb tbeiten. Ilm Miter- 000 Mann Militär und , fitroa 1500 Strasllngc len zurückgebracht. Heber ! Gefängnis herum und e zu entfachen. Auch für n Zelleng-bänden wird w als erwiesen °"- Stellen ölgetränkte , ök Ordnung war im wiederhergestelll. Ver erste Zeuersbrunsl l«. n in den lchten W war die Zahl der Opfer M dem Brand'm Ira- tqo3 und der Erdbeben- ftimen. 3m 5“ "g. 6t W4 ”* ,w ,M>?n Vj > 1 bemT en- $in ,t,n «L"A richten. ? 'E«dch Ä 31*« "Eitere Unat. Sü'sffrafen 00B ' "hr. 6 AngeklnAe ^eigesproch„ 'ttenabfommett )net. Eigener Draht. ri* der Londoner Elegierten unter. Ns ann man ÄEgeben ftjgü 22. Sprit SZ 1,626 58,41 112,66. i 2,08 (2,43 8J5 1-? 52.« 2,070 0> «,985 Z Ä i»-2 $ £ 2O,875 «,1l)5 Vt iff, n,.'’ 3.0g 18, 11-S 10 5 5 |5 >7 n )2 91 i & 8? 53 89 55 98 64 15 58.28 111,80 20.33 16.405 167.96 22,H 111.80 58.86 2,465 112,23 81,2 53.01 12,375 72.91 112.24 20,41 16.465 168.64 22,19 112.24 59.10 2,4« 112,87 81.» 53,23 12.435 73,27 ,JL ®iU-sjr 1,630 58.» 112.« 112,30 111;' 11-2 21'B ts 16,g 81-200 52-32 tg 0,492 ttl_____, —Ta® Vereine, die Völker verbinden. «odeutsch-ausländische Organisationen. - Berlins 134000 ausländische Sin- zehner. - Zwischenstaatliche Organisationen in Leipzig, Nürnberg, Zranksurt und München. Don Richard Rieburg. Schon vor dem Weltkrieg hat es in Deutschland eine Anzahl von Vereinen gegeben, die in ihrem Ditgliederkreis die Beziehungen zu einem bestimmten Land und Volk pflegten. Deutschlands Interessen in Ostasien und in Südamerika, vor allem aus dem Gebiet des Handelsverkehrs, hatten es mit sich gebracht, dah zu Len ersten zwischenstaatlichen Vereinen von Namen und «lang der „Verband für den Fernen Osten", der „Deutsch-Argentinische Zentralverband" und der „Deutsch- Vrafilianische HandelSverband" ge- hören. Die Franzosen, Meister der Kultur- und Wirtschaft-Propaganda, waren noch weiter gegangen. Zu jedem Staat von einiger Bedeutung hatten sie auf ähnliche Art Fäden geknüpft. Wohin man auf der Welt auch kommt — in jeder Hauptstadt, in jedem Kultur- oder Wirt- schastSzentruin gibt es eine Organisation, die die Freundschastsbeziehungen zu Frankreich fördert. Das gilt für Kopenhagen und Reval ebenso wie für Bangkok und Montevideo. Da solche Orflani- fationen meist Angehörige der führenden Schichten eines Landes vereinigen, waren sie für Frankreich« Propaganda im Weltkrieg sehr wichtig. Demgegenüber war Deutschland sehr im Rückstand. Die DereinSregister der deutschen Amtsgerichte hatten wohl alljährlich viele hundert neue Vereine und Vereinchen zu verzeichnen; von so zweck- und sinnvollen Zusammenschlüssen aber, wie sie die zwischenstaatlichen Vereine darstellen, war in den Gerichtsakten sehr selten die Rede. Der Weltkrieg, der plötzlich Deutschland vereinsamt sah, zeigte sich als strenger Lehrmeister. Wie Pilfie schossen in der Nachkriegszeit deutsch- ausländische Vereine auS dem Boden. Dor allem haben die durch die Schicksalsjahre ins Reich vertriebenen Auslands- und Kolonialdeutschen solche Vereine gegründet. Ihre eigenen reichen ÄuSlanderfahrungen späten dabei eine große Rolle; dazu kam der Wunsch, durch den Verkehr mit fremden Staatsangehörigen wieder Beziehungen in« Ausland zu finden. Der „Ball der Nationen", den feit dem Winter 1926 der Bund der Ausländsdeutschen alljährlich in Berlin veranstaltet, war von seinen Einberusern vor allem als ein Fest gedacht, auf dem sich ganz zwanglos Reichsdeutsche, Aus- lmidSdeutsche und Ausländer bewegen und miteinander Fühlung nehmen sollen. Diel besser lernen sich In- und Ausländer jedoch in kleinen Kreisen kennen. Vs gibt 50 zwischenstaatliche Vereine mit geschlossenen Freundeskreisen. Natürlich steht Berlin an erster Stelle; ist doch die Reich-Hauptstadt mit über 1OO Gesandtschaften, Konsulaten und Sonderdelegationen sowie mit ihren 134 000 fremd stämmigen Einwohnern die internationalste Stadt des Reiches. Erst dahinter kommen Hamburg, Leipzig, München, Nürnberg und Frankfurt a.M. In Kiel, Lübeck, Stettin und Greifswald machen sich mehr deutsch-nordische Dereinsbestrebungen bemerkbar. In diesen Tagen war viel von der französischen Politikerin Frau Euzanne Schrei- ber-Crömieux die Rede, die in Berlin einen Vortrag über „Die Pariserin" hielt. Wer hat sie nach Deutschland geholt? Die seit drei Iahren bestehende äußerst rührige Deutsch - Französische Gesellschaft. Eine ganze Reihe französischer Führerpersönlichkeiten hat auf Veranlassung dieser Gesellschaft in Deutschland geweilt. Mit einem gleichgerichteten französischdeutschen Kreis in Paris wird Hand in Hand gearbeitet. Studenten, Schüler und kaufmännische Angestellte werden ausgetauscht. In Berlin sorgt eine „Deutsch-Französische Rundschau", in Paris eine „Revue franco-allemande" für ein besseres Sichkennenlernen. Stark von den Bestrebungen der Wirtschaft und des Exporthandels beeinflußt, haben sich der Deutsch-Argentinische Zentralverband, der Deutsch-Brasilianische Handelsverband und die Deutsch-Mexikanische Handelskammer vor nicht langer Zeit mit ihren Geschäftsräumen in einem Hause in der Potsdamer Straße zu Berlin vereinigt. Äonrat) von Borsig und Gesandter a. D. von dem Bussche-Haddenhausen sind hier die Führer. Eine eigene Verbands» Zeitschrift, „Iberoamerica", die in drei auf Argentinien, Brasilien und die übrigen lateinamerikanischen Staaten zugeschnittenen Sonderausgaben erscheint, erfreut sich vor allem in den Kreisen des deutschen Lieberseehandels großer Beliebtheit. In der Potsdamer Straße befindet sich noch ein Sitz eines führenden Auslandver- bandeS. Neben dem „Verband für den Fernen Osten" in Berlin besteht in Hamburg ein sehr rühriger Oft asiatischer Verein, zu dessen alljährlich im Frühjahr stattfindendem sog. „Ost- asiatischen Liebesmahl" die prominentesten Vertreter aller am Fernen Osten interessierten deutschen Kreise zusammenkommen, um sich über Deutschlands wirtschaftliche Ausbreitungsbemü- hungcn in Asien und die Fortschritte seiner kulturellen Einrichtungen in China und Iapan auszu.lprechen. Es wirken ja viele deutsche Gelehrte an chinesischen Hochschulen; eS gibt auch eigene deutsche Hochschulbetriebe, so z^ B. eine medizinische und eine technische Fakultät an der Tung-Chi-Llniversität und eine dazu gehörige Sprachenschule in Schanghai. Eine deutsch-chinesische Ingenieurschule in Hankau ist in Vorbereitung. Auf den Vortragsabenden deS Verbandes für den Fernen Osten, auf denen stets zahlreiche Deutsche, Iapaner und Chinesen zusammenkommen, sprechen berufene Persönlichkeiten, zuletzt die Asienforscher F i l ch n e r, Trinkler und Stötzner. Einen unersetzlichen Verlust hat der Verband erst kürzlich durch den Tod von Professor Richard Wilhelm erlitten, mit dem Deutschland seinen besten Chinakenner das China-Institut an der Llniversität Frankfurt a. M. seinen Begründer und Leiter verloren hat. Auf dem Gebiet der zwischenstaatlichen Der- einsarbeit hat sich auch Dr. Stresemann jahrelang betätigt. Im Iahre 1912 hatte er, damals noch Syndikus des Verbandes Sächsischer Industrieller, in den Vereinigten Staaten geweilt. Diese Informationsreise hatte zur Folge, daß Dr. Stresemann den „Deutsch-Amerikanischen Wirtschaftsverband" mit aus der Taufe hob und später sein Präsident wurde. ®inc verdienstvolle Tätigkeit entfaltet auch die „Deutsche Gesellschaft zum Studium Osteuropa s", in der die Professoren Auhagen und H ö tz s ch führende Stellungen einnehmen. Sie hat sich, obwohl sie schon vor dem Krieg bestand und damals recht gute Beziehungen nach Petersburg unterhielt, in sachlicher Weise umzustellen gewußt. Sowjetrussische Ehrengäste werden heute von der Gesellschaft ebenso warm empfangen wie einst die Vertreter des Zaren. Offen für das neue Rußland wirbt die erst vor wenigen Iahren gegründete „Gesellschaft der Freunde des neuen Ruh- l a n d", in deren Vorstand Graf Arco, der bekannte Erfinder und Telefunken-Direktor sitzt. Der Krieg hat auch einigen zwischenstaatlichen Organisationen in Deutschland das Leben geschenkt. Die Waffenbrüderschaft mit Bulgaren und Türken spiegelt sich in der Gründung der De u t sch - B u l g a ri s ch c n Gesellschaft und der Deutsch-Türkischen Vereinigung wider. Generaloberst v. S e e ck t nimmt sich seit kurzem als Vorsitzender der Deutsch- Bulgarischen Gesellschaft der Pflege der persönlichen Beziehungen von Deutschen und Bulgaren an. Staatssekretär a. D. Dr. Lewa ld ist seit langem der führende Mann in der Erhaltung der deutsch-türkischen Freundschaft. Der Weltkrieg, der Fäden zu irischen und flämischen Lln- abhängigkeitskämpfern gesponnen hatte, brachte auch eine Dcutsch-IrischeGesellfchast und eine D e u t sch - Fl ä m i s che G e s c lisch a f t. Die Veränderung der politischen Verhältnisse ergab, dah diese beiden Vereine heute mehr auf dem Papier stehen. Erfreulicherweise kann man dies von der Deutsch-Schwedischen Vereinigung und der Deutsch- Niederländischen Gesellschaft nicht sagen; in diesen sind noch die alten Gesellschaftskreise führend, darunter auch der Adel, der nach Holland und Schweden enge Familienbeziehungen unterhält. Auch Militärs haben zur Gründung deutscher Auslandvereine beigetragen. Graf von der Goltz schuf die Deutsch-Finnische Vereinigung, der das Verdienst zukommt, durch ihre alljährlichen Finnlandreisen viele Deutsche mit dem Land der tausend Deen vertraut gemacht zu haben. Teilnehmer jener deutschen Kriegsexpedition, die bis nach Persien vorgedrungen war, gründeten die Deutsch- Persische Gesellschaft. Nicht viel hört man von der in Frankfurt a. M. von Hermann Wendel gegründeten Deutsch-Jugoslawischen Gesellschaft und der Berliner Deutsch-Griechischen Gesellschaft. Die drei jüngsten unter Deutschlands zwischenstaatlichen Vereinen sind die vom offiziellen Berlin sehr geförderte „Vereinigung Carl Schur z", die die kulturelle Verbindung mit Amerika zu vertiefen sucht, die von Professor Dresdener angeregte Deutsch-Norwegische Gesellschaft und die Deutsch- Englische Vereinigung, die sich mehr aus einen kleinen Krei« führender Wirtschafller und Politiker stützt. Reichskanzler a. D. Cuno sowie Discount Reading haben die letztgenannte Vereinigung erst vor einem halben Iahr gemeinsam ins Leben gerufen. Tlehrings letzte Fahrt. WSN. Darmstadt. 19. April. Heute vormittag nahm ganz Darmstadt Abschied von dem tödlich abgestürzten Rekordflieger Johannes N e h r i n g. In der Kapelle des alten Friedhofs fand eine schlichte Trauerfeier für den Verunglückten statt, zu der die Eltern und Verwandten erschienen waren. Nach der kirchlichen Einsegnung legte namenS der hessischen Regierung Staatspräsident Dr. Adelung einen Lorbeerkranz nieder. Weitere Kranzniederlegungen erfolgten durch Stadtrat ZingS für die Stadt Darmstadt, deren Namen Nehring in die Welt getragen hat, durch Vertreter der Technischen Hochschule Darmstadt, durch den Mitflieger des verstorbenen Piloten, Dr. Steinhäuser, sowie durch Vertreter vieler auswärtiger Fliegergruppen. der Rhön-Rositten-Gesellschast, der Reichs-Wetterflugstelle, der Akademischen Zlie- aergruppe Darmstadt, verschiedener studentischen Verbindungen und des Lehrkörper- der Technischen Hochschule Sech- Iungslieger der Akademischen Fllegergruppe trugen hierauf ihren verunglückten Kameraden zu dem Auto, das die sterblichen Lieberreste nach Bad Homburg brachte, wo am Dienstag die Beisetzung erfolgt Die Straßen der Stadt, durch die der Trauerzug fltng, waren dicht besetzt mit Menschen, die dem in Darmstadt so populären und beliebten Flieger die letzte Ehre erwiesen, während in den Lüften ein Trauergcleite von acht Flugzeugen den toten Piloten auf seiner Heimfahrt begleitete. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Handelsminister der Rhön-Rositten-Gesellschast zu dem Absturz des Fliegers Nehring telegraphisch da« Beileid der preußischen StaatSregie- r u n g ausgesprochen. Der Reichsverkehrsmini st e r hat der Rhön-Rositten-Gesellschast ein Beileidstelegramm gesandt und dem Vater des verunglückten Fliegers in einem persönlichen, die Verdienste des Verstorbenen würdigenden Schreiben seine Tellnahme auSgedrückt.______________ Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Turnen, Sport und Spiel. Fußball an Ostern. Das Ofterprogramm der süddeutschen Verbandsvereine brachte chnen auch am 2. Feiertag eine Reihe bemerkenswerter Erfolge, die allerdings, da sich ja die Mehrzahl der großen Vereine auf Reisen befand, im Hoheitsgebiet anderer Landesverbände, z. T. aber auch im Au-land errungen wurden. Vereinzelt waren auch ausländisch; Gegner bei süddeutschen Vereinen zu Gast. Mehrfach kam eS hierbei zu bemerkenswerten Siegen der süddeutschen Mannschaften. So siegten am 1. Oftcrtag die Stuttgarter Kickers gegen Stade Llniversitaire Rennes 5:2, D. f. R. Heilbronn gegen den F. C. Bern 3:2, 1. F. C. Pforzheim gegen Racing Straßburg 5:2, F. D. und Saar 05 Saarbrücken kombiniert gegen Middleessex Wanderers 6:1, S. V. 60 München gegen eine Städteelf Stockholms 2:1, F. V. Völklingen gegen Old BohS Basel 6:4, F.D. 04 Würzburg gegen S. C. Kladno 5:3, Sp. Dgg. Hof gegen Brühl St. ©allen 1:0, S. V. Waldhof Mannheim gegen Wy- comtc Wanderers 5:4 und Victoria Griesheim — Red Star Zürich 2:1. Nur eine einxige Niederlage gegen eine ausländische Mannschaft war am Sonntag zu verzeichnen. Bayern Hof verloren gegen den 33er Bezirk Budapest 1:5. Schwaben Augsburg hatten Guts Muths Dresden zu Gast und verloren 1:3. Union Niederrad schlug den F.C. Kassel 5:3. Am 2. Oftertag war die Sachlage ähnlich. S. V. 1860 München gegen Stade Llniversitaire Rennes 5:2, 1. F. C. Pforzheim gegen F. C. Bem 2:0, Phönix Karlsruhe gegen 33er Bezirk Budapest 2:0, und Kickers Aschaffenburg gegen Red Star Zürich 10:0. Nur eine Städteelf Mannheims wurde vom F.C. Kladno 2:4 geschlagen. Phönix Karlsruhe verlor ebenfalls gegen Guts Muths Dresden 2:4. Die namhaftesten der süddeutschen Vereine befanden sich außerhalb des Derbandsgebietes und zogen auch den borangegangenen Karfreitag oder Samstag in ihr Reiseprogramm ein. Eintracht Frankfurt erfocht zwei bemerkenswerte Siege, gegen Sp. Vgg. 07 Köln-Sülz 4:2 und gegen TSV. Bochum 5:2. F. Sp. V. F r an kf ur t lieh dem 10:3 gegen VfB. Braunschweig und dem 4:3 gegen Arminia Hannover ein 1:2 gegen Holstein Kiel folgen. Rotweiß Frankfurt erlitt in der Schweiz zunächst eine knappe Niederlage von 0:1 Toren gegen den F. C. Diel, kam aber gegen eine Kombination Etoile Carouge- Llrania Genf zu einem 1:1. Auch der 1. F. C. 9 3 Hanau spielte zunächst gegen Werder Bremen 2:2. V. f. B. 93 Altona wurde dann 4:6 geschlagen. Die Sp. Vgg. Fürth erstritt sich in Mittel- und Norddeutschland drei Siege, gegen eine Städtemannschaft von Chemnitz 4:3, gegen Polizei Hamburg 0:2 und gegen S. V. 06 Bremen 3:1. Der 1. F. C. Nürnberg begann mit einem 8:1 gegen Arminia Hannover und einem 3:1 gegen F. C. 04 Schalke, mußte dann aber eine Niederlage von 1:2 Toren durch Fortuna Düsseldorf einstecken. Bayern München schlug den S. C. Dresden 4:2 und erfocht in Berlin einen noch größeren Erfolg, indem Hertha-B. S. C. 0:3 geschlagen wurde. Auch der D. f. R. Fürth war im Rheinland zweimal siegreich. Die StLdte- mannschaft Recklinghausens wurde 0:3 und die Sp.Dgg.Rheydt 0:4 geschlagen. Wormatia Worms holte sich in Köln einen 7:4-Sieg über den D. C. Köln. Phönix Ludwigshafen brachte aus der Schweiz zwei Siege mit, gegen den F. C. Grenchen 2:0 und gegen ©antonal Neuenburg 1:0. Auf das 3:1 gegen den F. C. HiöreS ließ der D. f. R. Mannheim in Marseille ein 2:5 gegen Olympigue folgen. Der V. f. D. Stuttgart schlug die A.S. Metz 2:0 und die Stade Dor- delaise in Bordeaux 12:1. Der S. C. Freiburg erlitt in Colmar durch Racing eine Niederlage von 3:5 und kämpfte gegen den S. C. Schlett- stadt 1:1. Vereinzelt fanden auch Derbandsspiele statt. Einige KrciSmeister trugen ihre ersten Aufstiegsspiele aus. Hierbei erfocht in der G r u p p e Main die Sp. Vgg. 03 Fechenheim auf eigenem Platze ein 3:1 gegen den F. Sp. V.Heu- s e n ft a m m. In der Gruppe Saar spielte St. Ingbert gegen den F. C. 02 Bad Kreuznach 5:0 und der V. f. R. Kaiserslautem gegen GerS- weiler 5:1. Tagung des Deutschen Gchwimmverbandes. Der Deutsche Schwimmverband hielt am Samstag und Sonntag in Braunschweig feinen diesjährigen Verbandstag ab. Am Vormittag bildete ein Festakt im LandeStheater den Auftakt und am Nachmittag begannen die Verhandlungen. Den Iahresbericht erstattete der 1. Vorsitzende, Dr. Geisow (Frankfurt), dem sich die Berichte der Fachwarte Dinner (DreSlau) und Hebecker (Derlin) anschlossen. Au« dem weiteren Verlauf des ersten Tages verdient die einstimmige Annahme des Einigungsvertrages mit der D T. besondere Erwähnung. Wesentlich umständlicher gestaltete sich die Behandlung der sportlichen ^Reformen. Gutgeheißen wurde die Leistungsprüfung, dagegen wurde die Schaffung der Leistungsklassen mit der Einschränkung gutgeheihen, dah der Vorstand jederzeit zur Aenderung befugt ist. Vern er kensw er t ist, dah zu Staffelkämpfen die 50- Meter-Strecke wieder zugelassen wurde. Die Dorstandswahl ergab die fast ausschliehliche Wiederwahl der bisherigen Führer. Dr. G e i s o w (Frankfurt) wurde wieder zum 1.Dorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde H a x (Derlin), Schatzmeister Hebecker (Derlin) und Der- bandsschwimmwart Dinner (Dreslau). Iugend- unb CBkrbetoart Dir. Riemann (Magdeburg). Mit Frau Moeder (Erfurt) als Vertreterin des Frauenbeirates zog die erste Frau in den erweiterten Vorstand ein. Für die Deutschen Meisterschaften, die sich auf zwei Tage beschränken sollen, wurde das Programm durch Streichungen einiger Konkurrenzen auf 17 Wettbewerbe vermindert. Der Derbandstag 1931 wird in Dreslau, die Meisterschaften 1931 in Königsberg abgehalten. führt ab, es wirkt sehr milde, versuch es, und cKa&m Du bist im Bilde AUAI hilft J-chla-, Hexen« 1^1 ■ schuh, Nerven« und Erkal- 7T?d(a..,i®in«.,i9? sie kam nun, um den Grund zu erfahren?" fragte Mr. Dea/e. „Eine Schauspielerin — hm!" Er ging im Zimmer auf und ab, seine Hände lagen auf dem Rücken. „Sonderbar, daß sie die gefiederte Schlange hielt, als sie ohnmächtig wurde." Er hatte das vorher schon einmal gesagt, wie sie sich erinnerte. Sie verstand nicht, warum ihm das so sonderbar vorkam. „Glauben Sie, daß sie irgend etwas Merkwürdiges an der kleinen Figur sah?" fragte Daphne. „Etwas, was wir vielleicht nicht gesehrn haben?" Gregory Beale schüttelte den Kopf. „Frauen haben eine sehr starke Einbildungskraft, aber viele können sich nur unangeneHne Dinge einbilden. Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen?" Es wurde dunkler. Sie zog die Vorhänge zu und machte sich daran, ihre Tagesarbeit zu beenden. Einmal glaubte sie, Ellas Stimme zu hören und erhob sich, aber in diesem Augenblick schloß sich Deales Tür. Sie hätte gern gewußt, ob Ella im Schlaf gesprochen hatte. Aach einer Viertelstunde kam Gregory Deale wieder herein. Ein Lächeln lag auf seinem Gesicht. (Fortsetzung folgt.) „Das ist also eine gefiederte Schlange?" fragte Ella nachdenklich und besah die kleine Figur von allen Seiten. „Sie sieht gerade nicht sehr schrecklich aus." Beale sprach zu jemand, und seine Stimme war ungewöhnlich scharf. „Gefiederte —" begann Ella wieder. Dann hörte Daphne plötzlich einen sonderbaren Ton und wandte sich um. Einen Augenblick war sie gelähmt vor Schrecken. Die Schauspielerin starrte mit weitaufgerissenen, entsetzten Augen auf die Tonfigur. Ihr Gesicht sah unter Schminke und Puder weiß und alt aus. Daphne konnte sie gerade noch auffangen, als sie zusammenbrach. In diesem Augenblick wurde die Haustür zugeschlagen, und sie lief zur Halle. „Miß Creed... sie ist ohnmächtig geworden", stieß sie zusammenhanglos hervor. „Miß Creed?" Er sah sie über seine Brillengläser hinweg an. „Ist das die Schauspielerin — ?" „Können Sie mir nicht helfen?" sagte Daphne verzweifelt. Er eilte hinter ihr in den Raum, warf nur einen schnellen Blick auf die Gestalt, beugte sich dann nieder und hob sie ohne Mühe auf. „Ich werde sie in mein Studierzimmer bringen. Holen Sie ein Glas Wasser. Besser ist es, wenn Sie gleich nach oben in mein Zimmer gehen. In dem Baderaum finden Sie eine Hausapotheke — es steht auch eine Flasche Riechsalz dort, bringen Sie mir das nach unten." Sie kam einige Minuten später zurück und sah, wie er Wasser zwischen die Lippen der ohnmächtigen Frau goß. „Ihre Apotheke —“ begann sie. „Ich weih, ich weiß." Er war sonderbar kurz zu ihr. „Sie stand ja schon die ganze Zeit hier in meinem Studierzimmer. Ich hatte vergessen, daß ich sie herunterbrachte. Ich glaube, sie wird sich sehr bald wieder erholen. Solche Fälle sind nicht schlimm. Wie hat sich das denn zugetragen?" Daphne erzählte ihm von der gefiederten Schlange. Als sie seinem Blick folgte, sah sie die Figur auf der Tischplatte liegen. „Sie hatte sie noch krampfhaft in der Hand, als ich sie hierherbrachte. Was für ein merkwürdiger Zufall!" Daphne schaute ängstlich auf die Schauspielerin. Sie atmete wieder regelmäßig, aber sie war noch bewußtlos. „Vermutlich war es eine plötzliche Herzschwäche," sagte Mr. Beale nachdenklich. „Meinen Sie nicht, daß ich einen Arzt rufen soll?" fragte Daphne aufgeregt. Er schüttelte den Kopf. „Es geht ihr schon wieder besser. Sie schläft jetzt. Auf solche Anfälle folgt gewöhnlich eine Erschöpfung. Wer ist sie doch ... Ella Creed, der Aame ist mir bekannt ... ich muß ihn an den Anschlagsäulen schon gelesen haben." Er sah sie lange an und schüttelte dann wieder den Kopf. „Sie muß einmal sehr anziehend gewesen fein," sagte er. „Ich denke, sie ist auch jetzt noch sehr schön," entgegnete Daphne. Ein schwaches Lächeln zeigte sich auf seinen Zügen. „Ich bin keine Autorität in solchen Dingen!" Fleckenentfernung • mit Webra-Kristallwasser anerkannt das beste Fleckenwasser bei Fett- und Schmutzflecken in Seide, Stoff, Leder usw. ohne Randbildung! Nur zu haben in der Löwen-Drogerie Wilhr Kllblnger Nacht. Seltersweg 79a. 3103A Teppiche, Läufer Stückware, Vorlagen Tapetenhaus Ferd. Nennstiel Plockstraße 14 26ö«a m. 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Ella erriet ihre Gedanken. „Ich weiß sehr viel über Bilder, jedenfalls über ihren Verkaufswert. Ich hatte einen guten Freund, einen gewissen Leckstein, Kunsthändler, der hat mir viel beigebracht. Was ist denn das für Zeug?" Sie deutete mit einer verächtlichen Handbewegung auf die vielen Tische. Daphne erklärte es ihr, und sie rümpfte die Rase. „Es scheint doch kaum der Mühe wert zu sein, «derartige Dinge zu sammeln." Dann fragte sie plötzlich: „Wohin sind Sie denn neulich abends gefahren?" Daphne war in die Enge getrieben. Sogar jetzt gelang es ihr noch nicht, eine glaubwürdige Erklärung zu geben. „Das ist doch alles Unsinn, was Sie mir da von einem falschen Wagen erzählt haben. Sie müssen mir jetzt nicht wieder etwas anderes vorlügen. Es hat Sie jemand mit mir verwechselt — stimmt das?" Daphne nickte. „Ich dachte es mir doch! Wollen Sie mir denn nicht sagen, was Sie erlebt haben?" „Ich fürchte, das kann ich nicht — ich versprach es —“ Ella schaute sie schürf an. Gar zu gern hätte sie das Geheimnis erfahren, das Daphne Olroyd ihr verschwieg. „Haben Sie den Vorfall der Polizei gemeldet? Sie sind viel zu schüchtern! Wenn ich das gewesen wäre, hätte mich kein Versprechen binden können. Darauf können Sie sich verlassen!" Daphne mußte daran denken, daß es nicht notwendig gewesen wäre, ein Versprechen zu geben, wenn die Unbekannten statt ihrer Ella ergriffen hätten. In dem kalten Tageslicht sah Ellas Gesicht eingefallen und verlebt aus. Sie hatte sich nicht sorgfältig geschminkt und gepudert, und Daphne entdeckte einen gewöhnlichen Zug in ihrem Gesicht, der ihr früher niemals aufgefallen war. „Alles das fällt mir sehr auf die Rerven. Was sagte denn Dewin dazu? Sie sind doch sehr befreundet? Glaubt er — aber ich vermute nicht, daß er solche Dinge mit Ihnen bespricht." Ella ging quer durch das Zimmer zu einem Tisch und nahm eine der kleinen Figuren in die Hand. „Beale ist in diese Dinge wohl ganz vernarrt? Ich habe in der Zeitung gelesen, daß er olles weih, was sich auf gefiederte Schlangen bezieht. Was haben sie denn eigentlich zu bedeuten?" „Sie halten gerade eine in der Hand", sagte Daphne. Ella starrte darauf und hätte das zerbrechliche Ding beinahe fallen lassen. „Großer Gott — ist das nicht — ?" Sie schaute mit neuem Interesse auf die kleine Plastik. In diesem Augenblick entdeckte Daphne, als sie zum Fenster hinausschaute, einen Mann, der die Treppe heraufkam. Er sah totenbleich aus und war schäbig gekleidet. Sie wollte sich schon bei Ella entschuldigen und Nachsehen, was er wollte, als sie durch die halboffene Tür Mr. Deales schnelle Schritte in der Halle hörte. In diesem Augenblick öffnete Ella die Augen und schaute verwundert von einem zum andern. Ihre Stimme klang belegt und stockend, als sie sprach. „Was ist denn geschehen?" fragte sie und richtete sich mühsam auf. „Sie sind ohnmächtig geworden. Wünschen Sie. daß ich Sie nach Hause begleite?" fragte Daphne. Ella schüttelte den Kopf. „Rein, ich kann allein nach Hause gehen. Würden Sie so liebenswürdig sein, meinen Chauffeur zu rufen?" Als sie sich erhob, schwankte sie noch, und Daphne stützte sie. Mr. Beale beobachtete sie mit dem unpersönlichen Interesse eines Gelehrten. „Sie haben doch Ihren Wagen fortgeschickt — soll ich eine Taxe besorgen?" fragte Daphne. „Rein, ich möchte ... ich will nicht ..." Ellas Stimme war zuerst laut und schrill und verlor sich dann in einem Murmely. Dann sank sie plötzlich wieder schwer ins Sofa nieder. „Holen Sie ein Auto," sagte Mr. Beale, und Daphne eilte auf die Straße. Erst nach einiger Zeit entdeckte sie auf der entgegengesetzten Seite der Straße einen Wagen. Sie lief hinüber, und es gelang ihr, ihn gerade noch zu erreichen, als er abfahren wollte. Als sie mit dem Wagen vorfuhr, fand sie Mr. Deale auf der Haustreppe. „Ich glaube, wir lassen sie besser noch ein wenig ausruhen, ich habe doch nach einem Arzt telephoniert, obwohl ich sicher bin, daß die Sache nicht ängstlich ist." Nachdem Daphne den Chauffeur bezahlt hatte, folgte ihr Deale in den Empfangsraum. „Erzählen Sie mir, bitte, alles, was geschehen ist und warum sie kam." in Qualität und Ausführung vollendet! Führende Marke! SenkingwerkA.G. Bedeutendstes Werk des Kontinents für Kochanlagen -NtJ, 22. Ap [«eüenben §üfi[Un $££ kJ \n rann. Z ÄQt einftini i fafr L -°ts j°'dlrekt ; ~ tvobei hÜ** l'Ä (."Niem bor i > Ätäll _S ?nf°.ud) bk Ein Ereignis für Gießen LILIAN HARVEY WILLY FRITSCH 20 Proz. Matt auf Katalogpreis. Samenhaus Heinrich Hahn Lahnhoffiraße 3072 A Telephon 3403 r