Ur. 275 Erstes Blatt (80. Jahrgang Aeitag, 2(. November (950 Erich.,ni lüglich.außer Sonntage and Feiertag» Beilagen Die 90u|trterte Clcßener Famllienblätt« ßeimat im Bild Die Scholle Ülonats-Bejugsprets; 2.20 Reichsmark und 30 Retchspsenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höhere, Gewalt. Sr MEZ. mit 49 Tonnen Gewicht nach La Coruna gestartet. 11 Passagiere. Flug- schiff und Motoren in bester Ordnung. Fliegen, um abzulürzen, seit 15 Minuten über Land. Meeresküste in Sicht. Fliegen im 100 Meter Höhe, teilweise noch niedriger. Der Dornier-Metallbau hat dann von Bord des Do X die Funkmeldung erhalten, daß das Flugschiff gegen 15 U b r in Santander glatt gelandet ist. Diese große spanische Hafenstadt an der Nordküste Spaniens war ursprünglich als spanischer Anlaufhafen In Aussicht genommen und hatte an Dr. Dornier nach Bordeaux eine Abordnung entsandt mit der Bitte, auf dem Fluge nach La Coruna eine Zwischenlandung vorzunehmen. Das Wetter im Golf von Biscaya war während des Fluges stürmisch und regnerisch An Bord alles in bester Ordnung. Der Weiterflug nach La Coruna findet morgen statt. Der Melker Dahl das Opfer der Raffenburger Versicherungsschwindler. Don der Königsberger Polizei wird nunmehr der Name des von Saffran und Kipp- nick ermordeten Melkers bekanntgegeben, dessen Leiche bei Rastenburg gefunden worden ist. Wie bereits vermutet wurde, handelt es sich um den seit dem 12. September vermißten Melker Friedrich Dahl aus Königsberg. Dahl hatte sich am Morgen des 12. September aus seiner Wohnung in Königsberg entfernt, um auf einem Damenfahrrad nach Löh en zu fahren, wo er sich um eine Stelle aL8 Melker bewarb. Am Donnerstagmittag wurden Frau Dahl und Verwandte des Dahl in Königsberg durch den Unter* suchungsrichter vernommen und ihnen Stoffreste des Anzugs vorgelegt, die man bei der verbrannten Leiche gefunden hatte. Frau Dahl hatte Stoffproben von dem Anzug mitgebracht, den ihr Mann getragen hatte. Diese stimmten unzweifelhaft mit Dem Anzugstofs der Leiche überein. Auch die Schilderung, die die Angehörigen des Dahl Dem älntersuchungs richte? von dem Gebiß und einzelnen Zähnen des Dahl geben konnten, führten bei einem Vergleich mit dem Gebiß Der Leiche zu Der Feststellung, daß dieses Gebiß das des Dahl sein mühte. Saffran hatte auch bereits dem älntersuchungS- richter eingeräumt, daß der ermordete Melker Papiere auf den Namen Dahl bei sich gehabt hätte. Auch die mitschuldige Sekretärin Sassrans, Ella A u g u st i n, erinnerte sich, daß Saffran und Kippnick ihr am Tage nach der Tat diesen Namen genannt hätten. Hiernach steht zweifelsfrei fest, daß der in Dem DranDschutt Vorgefundene Tote personengleich mit dem verschwundenen Melker Dahl ist. Dahl war erst feit April d. I. verheiratet. Oie Winierbeihilfe in Hessen. Aus dem Finanzausschuß des Landtags. WHP. Darmstadt 20. Roo. Der Finanzausschuß des Hessischen Lanotags befaßte sich heute zunächst mit drei kommunistischen Anträgen auf Gewährung einer Winterbeihilfe für Erwerbslose und Sozialrentner sowie Arbeiter und Angestellte in Staatsbetrieben. Von der Regierung wurde dargelegt daß das Land nicht in der Lage ist, Winterbeihilfen im vorjährigen Umfang zu gewähren. Es stehe nur n o d) ein Betrag von etwa 260000 bis 300000 Reichsmark zur Verfügung, der ausgezahlt werden Jas Rätselraten um die Kreis-Aufhebung Vi» Worms wird heule morgen berichtet: wie die „Wormser Rachrichten- erfahren haben wollen. Hal die Regierung seht die Vorschläge zur Aushebung von insgesamt sechs hessischen Preisen auvgearbeitet und so weit serliggestellt. daß sie dem Landtag vorgelegt werden können. 3n Rheinhessen soll ein kreis ausgehoben werden, und zwar Oppenheim. In Starkenburg müssen drei kreise dran glauben, und zwar Dieburg, Groh-Gerau und Bensheim. In Oberhessen werden zwei kreise gestrichen, nämlich Schotten und Lauterbach. e Aus Grund dieser Nachricht hielten wir sofort bet dem zuständigen Ministerium des Innern solle Die betresfenden Gemeinden, werden also einen etwas geringeren Betrag als im Borjahre erhalten Die Regierung werde auf die Gemeinden einwirken, daß sie sich im vorjährigen Umfang an der Beihilfe beteiligen. Die Unterstützung soll nach den vorjährigen Bestimmungen ausgezahlt werden. Die drei kommunistischen Anträge ocrsielen der A b - lehnung. Bon den Koalitionsparteien ist der erwartete Antrag auf Gewährung einer Winterbci- Hilfe nicht g e st e l l t worden. Bon sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, daß man sich überzeugt habe, daß in diesem Jahre angesichts der Finanzlage des Landes nicht mehr geschehen könne, als die Regierung beabsichtige. Ein in der Sitzung gestellter Antrag der Volks- rechtspartei, den Kleinrentnern eine Weih- nachtsbcihilfe auszuzahlen, wurde durch die beabsichtigten Maßnahmen der Regierung für erledigt erklärt. Der Ausschuß seht seine Beratungen am Freitag der kommenden Woche fort. Der Finanzminister hat angekündigt, daß er in der nächsten Zeit bereits ein Expose abgeben will über die Auswirkungen, die sich für das Land Hessen aus den B e schl ü s- sen des Reichsrats über die verschiedenen Steuer- und Finanzgesetze ergeben. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 21. November 1930. Nahrhaft, gut und billig. in Darmstadt telephonisch Rückfrage. Es wurde uns von dort offiziell folgende» erklärt: Außer irgendwelchen vorbereitenden Arbeiten ist irgendeine konkrete Entschließung noch nicht getroffen. Schon au» diesem Grunde können die Mitteilungen in den „Wormser Rachrichten- nicht richtig fein. Die» gilt insbesondere auch bezüglich der Zahl der aufzuhebenden kreise. 3m übrigen ist auch nicht beabsichtigt, dem Landtag eine Vorlage auf Aufhebung bestimmter kreise zu machen, sondern e» soll, wie im Voranschlag 1930 bemerk!, das Ge- samlminislerium mit einer-etwa vorzunehmenden Neuordnung beauftragt werden. schaftlich wird und dabei — soweit wie irgend möglich — bodenständig bleibt, zum allgemeinen Nutzen, aber auch ganz besonders zu seinem eigenen wirtschasllichcn Vorteil. Handelskammer-Wahlen. Bei den gestrigen Ergänzungs- und Ersatzwahlen zur Industrie- und Handelskammer Gießen wurden gewählt: Im Wahlbezirk Gießen -Stadt: Bankdirektor Grießbauer, Kaufmann Rudolf N o w a ck, Fabrikant Wilhelm Poppe und Dr. jur. Georg Gail. Im Wahlbezirk Gießen-Land wurden gewählt: Kaufmann Wilhelm L. Rühl, Großen- Buseck; im Wahlbezirk Alsfeld Kaufmann Martin Kimm und im Wahlbezirk Lauterbach Kaufmann Wilhelm Wenzel. Oie Stadt Gießen kündigt den Angestelltentarif. Wie der Deutschnationale Handlungsgehilsen- Derband uns mitteilt, hat der Oberbürgermeister der Stadt Gießen mit Schreiben vom 19. 11. 30 den mit den Angestelltengewerkschaften geschlossenen Tarifvertrag für die im Bureau-, oder technischen Dienst der Stadt Gießen beschäftigten Angestellten zum nächstzulässigen Termin gekündigt. Aus dem Kündigungsschreiben geht hervor, daß die Aufkündigung zum Zwecke der Gehaltssenkung erfolgt. Die dieS- bezügsichen Borschläge sollen In Kürze, so heißt es in dem Schreiben, den Gewerkschaften unterbreitet werden. Aach § 14 des Tarifvertrages ist für die Dienstbczuge der Angestellten der Teiltaris- vertrag für die Angestellten bei den AeichS- und preußischen Staatsbehörden maßgebend. e •• Wandergewerbescheine und Legitimationskarten gelten jeweils nur bis 31. Dezember. Zu Beginn des neuen Jahres häufen sich, wie das Polizeiamt uns schreibt, meistens auch die Anträge derart, daß sich die Ausfertigung der neuen Ausweise verzögert. Es erscheint daher unerläßlich, schon jetzt die Anträge auf Neuerteilung der Scheine zu stellen. Nur bei rechtzeitiger Antragsstellung kann Gewähr dafür übernommen werden, daß die Scheine bei Gebrauch zur Verfügung stehen. •• Hochwasser der Wieseck und der Lahn. Die anhaltenden Aegensälle der letzten Tage und besonders in W vergangenen Aacht, in der zeitweise auch starker Sturm herrschte, hatten ein starkes Anschwellen der Wieseck und der Lahn zur Folge. Die Wieseck führt außerordentlich viel Wasser, die Lahn ist vollufrig, ohne jedoch im Gebiete unserer Stadt überzutreten. Soforn nicht weitere schwere Regenfälle eintreten, dürfte eine Gefahr wohl kaum bestehen. " Auf der Straße vom Tode ereilt. Gestern vormittag gegen 10 Ahr erlitt ein cittoa 70 Jahre alter Mann in der Löwengasfe einen schweren Schlaganfall, der bald darauf den Tod des Bedauernswerten zur Folge hatte. Strahen- passanten bemühten sich um den alten Herrn, brachten ihn in ein benachbartes Geschäft, wo aber nur noch der Tod fcstgestellt werben konnte. wettere Lokalnachrtchten Im 2. BlatL Wettcrvoranssattc. Unter stürmischer Luftbewegung zog in der letzten Nacht das gestern über den britischen Inseln gelegene lief mit seinem starken Regengebiet über unseren Bezirk hinweg. Die Niederschläge hatten innerhalb kurzer Zeit stellenweise Werte bis zu 20 mm. Wenn auch der Wirbel schnell nach Polen hin abzieht und sich dort auffüllt, so rückt doch vom Ozean her eine neue Störung heran, die sich bereits über Irland bemerkbar macht. Die Zufuhr der Warmluft bleibt also erhalten, so daß auch das milde Weller fortbauert; Niederschläge werden dabei weiter auftreten. Da der Vorüberzug der Störungen in stetigem Wechsel vor sich geht, ist vorerst noch keine Besserung vorauszusehen. Aussichten für Samstag: Weiterhin trübes und regnerisches Wetter, mild. Lufttemperaturen am 20. November: mittag» 8,7 Grad Celsius, abends 10.fi Grad; am 21. November: morgens 10,8 Grad. Maximum 13,2 Grad, Minimum 7,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. November: abends 6,3 Grad, am 21. November: morgens 7,40 Grad Celsius. — Niederschläge 22 mm. Oie Wetterlage. TSL nem1 •ar 15 TOI IC cnl *76f Pa, ^5---in: r m . ulen 1 < y o agent , WH OvofXenios O neuer, q haft) Gedeckt. ® wolkig, e Mdetet, «Itege^ «Schnee et Orauptin «Hebel K Oewit'rr^winditiiic $eh» «eichte» Oh Jj «lässige» SOdsoowesi q stormoche» wordwesl Die Piene fliegen mit dem winde. Ole beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an Pie Linien verbinden Orte mii.gleichen «ulneeresnlveau umoercehneten Luftdruck Rote Hände oder brennend rotes Deskcht wirken unfein. Ein wirksames Mittel dagegen ist die kühlende, reizmildernde und schneelg-welhe Creme Lcodor, auch als herrlich duftende Puderunterlage vorzllgllch geeignet. lieber« rafchender Erfolg. Tube 1 Mk., wirksam untersiützt durch Leodor-Edelseife, Stück 50 Pf. 2n allen Chiorodont- Verkaufsstellen zu haben. L,UV Von Ober-Reg.-Rat Prof. Dr. Rofi-Äerlin. Jedes Land stützt sich bei der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensrnitteln zunächst auf seine eigenen Erzeugnisse. Arn billigsten sind auch für uns die einheimischen Erzeugnisse. In genügender Menge verfügbare deutsche Erzeugnisse sind vorwiegend Roggen, Kartoffeln und Zucker, daneben Gemüse und Obst. Brot ist noch immer das Rückgrat unserer Ernährung. R o g - genbrot ist niedriger im Preis als Kleingebäck aus Weizen. Mit Brot führen wir uns Kohlehydrate (Stärkemehl, Zuckeri als Energiespender und Eiweiß- stosse zu; das Eiweiß des Weizenmehls ist zwar cm wenig besser im Organismus ausnutzbar, dafür ist der Preis der Weizenmehlgebäcke aber wesentlich höher, als der des Roggenbrotes. Deshalb mehr Roggenbrot und weniger Weizenkleingebäckel Die Kartoffel hat im Laufe der Zeit steigende Wertschätzung erfahren. Im wesentlichen zwar nur ein Spender von Kohlehydraten, ist die Kartoffel, da sie mannigfach zubereitbar täglich genossen wer- den kann, auch ein Lieferant von Eiweiß und von Vitaminen. Mit einem Pfund Kartoffeln zum Prelle von wenigen Pfenniaen kann der einzelne ein Sieo- tel bis ein Sechstel seines gesamten täglichen Energie- bedarfs decken. Auch der Zucker, der aus der Zuckerrübe in großer Reinheit gewonnene, billige Rüben- oder Rohrzucker, der ernährungswissenschast- lich in keiner Weise dem Zuckerrohrzucker nachsteht, steht uns zu niedrigem Preise zur Verfügung Unsere deutsche Land- und Viehwirtschaft liefert uns Fleisch der Schlachttiere, Milch nebst Milch- erzeugnisscn (Käse ufroj und Eier. Tierische Lebens- mittel stehen höher im Preise als pflanzliche-, dafür ist aber das Eiweiß, besonders das des Fleisches, hochwertig für die Ernährung: dazu kommt, daß das Fleisch sich besonders schmackhaft und vielseitig küchenmößig Herrichten läßt und einen hohen Sätti- gungswert aufweist. Milch ist stets ein wohl- feiles Lebensmittel. Sie enthält ebenfalls hochwertige Eiweißftoffe, Vitamin enthaltendes Fett und Mine- ralsalze, - besonders Kalisalze. Aehnliches gilt für Mager-, Halbfett- und Vollfett-K ä s e, die, da im Handel nach dem Fettgehalt gekennzeichnet, ihren inneren Wert die Hausfrau erkennen lassen. Unsere deutschen Käsesorten sind ausgezeichnete Eiweißspen- der in Abwechslung mit Fleisch und Fleischwaren. Das E i enthält das nach ihm benannte Eiweiß und den vitaminhaltigen Dotter und ist ein ausgezeichnetes Mittel, Mahlzeiten schmackhaft und die Ernäy- rung vollwertig zu machen. Aber selbst mit einer fleischfreien, sogar Milch und Ei ausschließenden Kost kann der einzelne auskommen. Auch Fisch, insbesondere Seefische (die Konsumfische Kabeljau, Schellfisch und der Fett und Vitamin enthaltende Hering, auch geräuchert als Bücking) sind trotz ihres meist niedrigen Preises Lebensmittel von hohem inneren Wert. Gute Margarinen können Butter weitgehend ersetzen. Frische Gemüse, grüne und andere rohe S a - late (aus Rotkraut, Weißkraut, Tomaten usw.), Küchengewächse (Schnittlauch, Zwiebeln, Küchen- fräuter) sollten als Mineralstoff, bzw. Ditamin- lieferanten weitgehend berücksichtigt werden: einzelne davon stehen fast das ganze Jahr hindurch billig zur Verfügung und lassen sich zum Teil auf kleinstem Raum vom einzelnen anbauen. Bei einer nach vorstehenden Grundsätzen zusam- mengefteUten Kost enthält die Nahrung ausreichende Menaen von Nährstoffen, von Mineralbestandteilen, von Rohfaser und schließlich auch von den sog. Er- gänzungsstosfen oder Vitaminen. Nicht jeden Tag, nicht zu jeder Mahlzeit bedarf es selbst für Kinder eines besonderen Vitaminreichtums in Speisen und Getränken. Allerkleinste Mengen reichen nach dieser Richtung hin schon aus. Des ausländischen O b st e s in den Mengen, wie es genossen wird, bedarf es keineswegs. Die als Genußmittel notwendigen G e - würze sind nur in geringen Mengen nötig und belasten den Etat nicht nennenswert, am wenigsten das Kochsalz, von dem bei guter Küchenführung nur geringe Mengen nötig sind. So baut sich also die Wirtschaftlichkeit in der Ernährung ganz wesentlich auf der Er- kenntnis des inneren Wertes dessen auf, was wir täglich essen und trinken. Jeder kann dazu beitragen, daß seine Ernährung sich nicht nur sach - gemäß gestattet, sondern mehr und mehr rollt« Ls Gewiß: Hochtouren machte man schon immer. Nur fragt sich’s wie! Um 1900 war die Anstrengung bestimmt größer als das Vergnügen. Denn die Kleidung war so absurd wie der Geschmack j jener Zeit. Reines, edles Tabakaroma ? wurde getrübt durch eine Modetorheit: j das Goldmundstück der Cigarette. Nach J 30jahren hat dieSachlichkeit gesiegt. Und j damit — die Cigarette ohne Mundstück. selbstverständlich ohne Mundstück (kT IK AI H lUwrschuhe Die ö Diese Le Gießen, Mr len ÜMmlmac 5. Novemlm Gießen, $etr.: 'Beta' An den he der Landg wird ab Gieße Zuwidei allgemeine, strafen bis der Haststr- 'Beit' Erb o,nz V®ri wesen ia h ansschusses 31. Oktober folgendes oc N Grün 1909 (RGB!. 1926 zur A wird in Erg beschränkungk tierischen Teil betreffend, oi angeordnet. A. All 1. Die Ge land ist von die Art, die ’ die das Geflü mungsstation, Für die erhoben. Die Genei werden. Als hausr Haushühve^ ‘ verbreitende * zu we! Tollten Üieael als r dieselben ei 51 .lagen tön Darrz bei ?en!ch, der sehr iti M ben K kme fii n?nn lein I< *n,9. da m y und i^n R Als P W W »Sjett" ^aS to"'öe i*a' tent-Su SftW r-L ^t »bleibt Die trauernden Hinterbliebenen Gießen (Neustadt 4), den 21. November 1930. 7883D Die Beerdigung findet Montag, den 24. November 1930, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt Gestern vormittag entschlief unerwartet unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Bruder und Schwager Herr Konrad Weller Zugführer i. R, im 80. Lebensjahre. Aeichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen Ortsgruppe Gießen Sonntag, den 23. November (Totensonntag) findet auf dem Ehrenfriedhof zu Gießen eine würdige Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen und verstorbenen Kameraden statt. Die Feier beginnt nachmittags 3 Ähr. Gedenkrede wird Herr Lehrer Weitz, Dilbel halten. Mittag« 12% Ähr führt der Reichsbund der Kriegsbeschädigten pp. als Dorfeier zur Totenehrung einen Film ^Mahnruf der Kriegsopfer^ m Lichtspielhaus Bahnhofstraße auf. Der Eintrittspreis beträgt in anbetracht der heutigen Wirtschaftsverhältntste nur 30 Pfennig. Wir erlauben uns die getarnte Einwohnerschaft von Gießen zu diesen Feiern herzlich einzuladen. (Bei schlechter Witterung findet die Totenehrung in der Kapelle statt.) Oie Vovfiünde. 7873D FEIERSTUNDE amTotensonntag den 23. November 1930, abends 8 Uhr, In der Stadtkirche Mitwirkende: Fräulein Partenheimer (Sopran), Fräulein Stammler (Alt), Frau Dr. Spohr (Violine), Frau Fischer (Cembalo), Herr Pfarrer Llc. Lau n (Tenor), Herr Simon (Orgel, Bariton), Herr Währ um (Oboe), Orchesterverein und Ev. Kirchengesangverein, verstärkt durch Knabenstimmen aus der Chorschule der Stadtkirche. Leitung: Lehrer Otto Lindenstruth. U. a. kommen zu Gehör: Arien und die Kantate t867D .Wachet auf, ruft uns die Stimme... - von J. S. Bach. Eintritt gegen Programm zu 30 Pt. Reservierte Plätze 1 Mk. einschl. Programm. Neue elegante Modelle, schon TF für........................Mk. ■ (ohne Reißverschluß) Schuhhaus Herbert Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke Auf alle „Chaealla“-Schuhe und -Stiefel 20% Nachlaß Lichtspielhaus, Gießen 7792 C Anfangszeiten: Samstag 4, 6, 8.30 Sonntag Anfang 3 Uhr Für Kleinwohnungen! 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Oktober 1930 und mit Genehmigung des Oberversicherungsamts Darmstadt sind die Kassenbeiträge von 6>2 auf 5% 0. S). des Grundlohnes ermäßigt worden. Die Berechnung erfolgt nach Kalendertagen. 78680 2. Für die der Kasse freiwillig Beigetretenen, für welche die Kassenleistungen nach § 22 der Satzung beschränkt sind, ermäßigt sich der Beitragssatz von 5% um 25 v. $). I Verein ehern. 116er. Semm-verWimm Samstag, den 22. November 1930, Evanl Frauenverein Versammlung der Gießener u.oberhcss. Frauen vereine Dienstag. 25. November, nachm. 3 Uhr, im Cafö Leib, Walltorwtraße 38. Vortragv.Pfr.Probet, Frankf. Oberrad. Verschiedenes) Leupin - Creme tausendfach bew. bei Flechte Krätze, Jucken, Ans- schlag Hämorrhoiden Beinschäden. Zu haben 5546V Löwen-Drogerie W. Kilöinger Nach!., Seltersweg 7I-) a. 4: Zirka 30 fm Kie 5: Zirka 45 fm Sie1 andernfalls die besondere Regelung nicht eintreten kann. Auch die in Frage kommenden freiwillig Weiteroersicherten wollen uns bis zum genannten Termin entsprechende Anzeige erstatten. Bei Neuanmeldung solcher Personen müssen diesbezügliche Angaben auf der Meldung gemacht werden. Der Vorstand. Sj 6 r r, 1, Vorsitzender. Soziale «Nicht der Aulgeber v. Stellen» angeboten Ist es, die ein» gegangen ^SewerbungS» Erlagen (Zeugnisse, gnisabschnst., Lichter u.bgl.i schnellstens «urückzus. Oie Stellung» luchenven sind dankbar Dafür, wenn man ihre Äemühunqm zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit aus diese Weise unterstahl und sind aus diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gietzenev Äuzergev Parade-Kissen q -ie mit Klöppeleinsatz u. Spitze L» 10 Parade-Kissen Vn\t Stickerei-Einsatz, Volant, A QE Fältchen und Hohlsaum .... Parade-Kissen mit Klöppel-Einsatz, Spitze E Hfl und Fältchen............... 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Dezember 1930, nachmittags 3 Uhr, im Dienstzimmer des Gemeindeoortehers stattfindenden Eröffnungstermin bei dem Unterzeichneten einzureichen. Dorlar den 18. November 1930. Der Gemeindevorsteher: Fiedler. Alle« 8 gesucht. Schristl. Angeboten. 07209 a. d. Gieß. Anz. | Vereine 1874-1924 Samstag, 7R79D 22. November 1930: 2l-K. Kobel. T.V.v.1846 Spiel-u.Sportablejlung MonatsversammlDDg Samstag, 22. Noo^ 201/, Ubr „Zum Andres" Svnnenstraste. „bcott kennt jedes Kind als Polarforscher, aber ebenso bekannt ist Scott als Erfinder der Lebertran-Emulsion“. Diese ist durch den Gehalt von Kalk, Fett, Phosphor, Jod und Vitaminen, in der von der Natur geschaffenen Zusammensetzung, das idealste Nährmittel für Jung und Alt. Ein Versuch mit 1—2 Fl. genügt, um dieses zu erfahren, Tausende von Attesten loben Scott. — Versuchen Sie aucji Scott, Sie werden von der Wirkung überrascht^sein und verlangen Sie nur „ORIGINAL SCOTT“, in Apotheken und Drogerien. 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November Dur durch die Post zu beziehen. 1930 Inhalts-Uebersicht: Strahensperre-Aufhebung. - Erlaß einer Polizeiverordnung gegen Verunreinigung der Provinzialstrahen. - Die Einfuhr von Geflügel aus dem Ausland. - Grundsätze für die Einrichtung und den Betrieb von Geflügelmästereien und -fchlächtereien. — Errichtung einer Staufchleufe im Seenbach. - Aenderung der Polizeiverordnung über die Entwässerung der Grundstücke in der Gemeinde Lollar. Strahensperre-Aufhebung. Die Strassensperre auf der Prooinzialstrassenstrecke: Giessen—Alsfeld (Adlig. Ortsdurchfahrt Grünberg) wird ab 22. November 1930 aufgehoben. Giessen, den 15. Novembrr 1930. Hessische Prooinzjaldirektion Oberhessen. Entwurf. Betr.: Erlass»einer Polizeiverordnung gegen Verunreinigung der Pro- oinzialstrahen. Auf Grund des Artikels 26 Absatz 3 des Gesetzes über das Strassen- wesen in Hessen vom 15. Juli 1926 wird nach Anhörung des Provinzialausschusses und mit Genehmigung des Ministers des Innern vom 31. Oktober 1930, zu Nr. M. d. I. 46335 für die Provinz Oberbessen folgendes verordnet: § 1. Es ist verboten, verunreinigende, ekelerregende oder üblen Geruch verbreitende Gegenstände auf Provinzialstrassen, in deren Gräben, (9offen usw. zu werfen, schütten oder abfliessen zu lassen. Sollten nach den obwaltenden Verhältnissen Ausnahmen von dieser Regel als notwendig erscheinen, so ist die Provinzialdirektion ermächtigt, dieselben eintreten zu lassen. § 2. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden, soweit nach den allgemeinen Strafgesetzen keine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geldstrafen bis zu 150 RM., im Falle der Uneinbringlichkeit mit entsprechender Haftstrafe geahndet. I §3. Diese Verordnung tritt am 15. November 1930 in Kraft. Giessen, den 11. November 1930. Hessische Provinzialdirektion Oberhessen. «Graes. Betr.: Bekanntmachung, die Einfuhr von Geflügel aus dem Ausland. An den Herrn Oberbürgermeister zu Giessen, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, das Polizeiamt Giessen und die Gendarmeriestationen des Kreises. Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit auf die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung, die Einfuhr von Geflügel aus dem Ausland betr. vom 5. November 1930 und empfehlen Ihnen, entsprechend zu verfahren. Giessen, den 18. November 1930. Kreisamt Gießen. I. V.: Schmidt. Bekanntmachung die Einfuhr von Geflügel aus dem Ausland betreffend. Vom 5. November 1930. Auf Grund des § 7 Abs. 1 des Reichsviehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 (RGBl. 519) und des Art. 1 des Hessischen Gesetzes vom 18. Juni 1926 zur Ausführung des Reichsviehseuchengesetzes (Reg.-Bl. S. 161) wird in Ergänzung der Zister VII meiner Bekanntmachung, Verkehrs beschrankungen hinsichtlich der Ein- und Durchfuhr von lebendem Vieh, tierischen Teilen und Erzeugnissen sowie von giftfangenden Gegenständen betreffend, vom 25. November 1926 (Reg.-Bl. S. 376) hiermit folgendes angeordnet. A. Allgemeine Bestimmungen für sämtliches Hausgeflügel. 1. Die Genehmigung zur Einfuhr von Hausgeflügel aus dem Ausland ist von Fall zu Fall bei mir zu beantragen. In dem Antrag sind die Art, die Stückzahl, das Hertunftsland, die Grenzeintrittsstelle, über die das Geflügel eingeführt, und der Bestimmungsort sowie die Bestimmungsstation, nach der es befördert werden soll, anzugeben. Für die Erteilung der Genehmigung wird eine Stempelgebühr erhoben. Die Genehmigung kann jederzeit entschädigungslos zurückgezogen werden. Als Hausgeflügel gilt alles Federvieh, insbesondere Gänse, Enten, Haushühner, Perlhühner, Truthühner, Pfauen, Schwäne und Tauben. ' 2. Am Grenzeingang ist das Geflügel grenztierärztlich zu untersuchen: dabei ist dem Grenztierarzt die Einfuhrgenehmigung nachzuweisen. Die grenztierärztliche Untersuchung und Abfertigung erfolgt nach den Bestimmungen des Landes des Grenzeingangs. 3. Die Abbeförderung des Geflügels von der Grenze mit der Eisenbahn darf nur in bahnamtlich verschlossenen (plombierten) Eisenbahn wagen ohne Um-, Ent- ober Zuladung nach der in der Einfuhrgenehmigung bezeichneten Bestimmungsstation befördert werden. Die Eisenbahnwagen sind durch Bezettelung mit der Aufschrift „Ausländisches Sperrgeflügel" zu versehen. 4. Die Bahnbeförderung kann ausnahmsweise als Stückgut in Käfigen. Kisten, Steigen oder ähnlichen Behältnissen zugelassen werden, die derartig eingerichtet sein müssen, dass ein Herausfallen von tierischen Abgängen, Futterrestei^ Stroh usw. verhindert wird. In diesen Fällen kann die Plombierung und Bezettelung der Eisenbahnwagen unterbleiben. Dafür sind die Behälter, in welchen das Geflügel untergebracht ist, bahnamtlich mit Plombenverschluß zu versehen und mit Zetteln, welche die Aufschrift „Ausländisä)es Sperrgeflügel" tragen, zu bekleben. Diese Stückgutsendungen dürfen mit Inlandsgeflügel weder gemeinsam in einem Eisenbahnwagen befördert, noch auf Güterböden oder anderen Lagerstellen zusammen aufgestellt werden. 5. Für die Beförderung des Geflügels in Schiffen und Flugzeugen finden die vorstehenden Bestimmungen zu Ziffer 3 und 4 sinngemäss Anwendung. 6. Das zur Einfuhr kommende Geflügel unterliegt an der Bestimmungsstation der amtstierärztlichen Entladeuntersuchung. Die Plomben dürfen nur im Beisein des zuständigen Veterinärbeamten gelöst werden. Der Einführende oder der Begleiter des Geflügels hat dem zuständigen beamteten Tierarzt das Eintreffen der Transporte rechtzeitig anzumelden. Im Falle des Ausbleibens eines von der Grenzeingangsstelle gemeldeten Geflügeltransports hat der zuständige beamtete Tierarzt die Ortspolizeibehörde zu benachrichtigen, die Verbleibsermittelungen anzustellen hat. 7. Insoweit die Beförderung des Geflügels in Fahrzeugen, Trag- förben usw. erfolgt, müssen diese so beschaffen sein, dass aus ihnen tierische Abgänge, Futterreste, Streu usw. nicht herausfallen können. Das Treiben des Geflügels ist allgemein verboten. B. Besondere Bestimmungen für 2Haff- und Schlachtgeflügel. 1. Lebendes Schlachtgeflügel, das zur Einfuhr in Geflügelmästereien ober Geflügelschlächtereien zugelassen ist, muss der Grenzabfertigung mit kurz gestutzten Schwanzfedern oorgeführt werden. Die Zulassung von Geflügel, bei dem das Stutzen der Schwanzfedern aus zwingenden Gründen vor der Grenzabfertigung nicht möglich war, kann ausnahmsweise gestattet werden unter der Voraussetzung, dass das Stutzen der Schwanzfedern sofort nach dem Eintreffen des Geflügels in der Mästerei oder Schlächterei stattfindet. In diesen Fällen ist das Geflügel bei der Beförderung von der Bestimmungsstation zu den betreffenden Betrieben auf Kosten der Empfänger polizeilich zu begleiten und daselbst so lange zu bewachen, bis das Stutzen der Schwanzfedern erfolgt ist. Wird auf Märkten oder anderswo im freien Verkehr lebendes Ge flügel mit gestutzten Schwanzfedern angetroffen, so ist die Herkunft des Geflügels zu ermitteln. 2. Der Transport des Geflügels von der Grenze nach der Bestimmungsstation darf nur mit der Bahn oder auf dem Schiffswege erfolgen. 3. Die Weiterbeförderung des Geflügels von der Bestimmungsstation zur Mästerei ober Schlächterei barf nur mit Fahrzeugen geschehen. Diese müssen berart eingerichtet sein, bass ein Herausfallen von tierischen Abgängen, Futterresten, Stroh usw. verhindert wird. Die Wagen sind unmittelbar nach ihrer Benutzung zu reinigen und nach § 26 der Anweisung für das Desinfektionsverfahren bei Viehseuchen (Anlage A der Bundesratsvorschriften zum Viehseuchengesetz vom 7. Dezember 1911 — RGBl. 1912 S. 93 —) zu desinfizieren: für die Reinigung und Desinfektion von Kraftwagen gilt die Vorschrift meiner Anordnung vom 22. September 1928 über Reinigung und Desinfektion der zur Beförderung von lebenden Tieren dienenden Kraftwagen. 4. Die Einrichtung und der Betrieb der Mästereien ober Schlächtereien, in bie lebenbes Schlachtgeflügel zur Einfuhr zugelassen wirb, müssen ben in ber Anlage abgebrurften Grunbsätzen genügen. 5. Das Geflügel barf nur in geschlossenen Räumen ober Buchten gehalten werben; ber Zutritt zu fliessenden ober stehenben Gewässern ist verboten. Die Tiere dürfen aus der Mästerei ober Schlächterei lebend nicht aus- gefllhrt werden. Hühnergeflügel ist innerhalb 8 Tagen, anderes Geflügel innerhalb 35 Tagen nach seiner Einstellung abzuschlachten. Die Frist zur Wer ist Georges? Wenn ich das in zwei Worten sagen könnte! 3a wenn ich es in vielen Worten sagen könnte. Georges ist ein Mensch, wie er heute vielleicht nur in Frankreich und dort nur in Paris denkbar ist. Er ist ein ganz einfacher Mensch, der nie eine „bessere" Schule besucht hat, sehr früh Geld verdienen mußte, um eine durch den Krieg zur Witwe gewordene Mutter und eine kleine Schwester zu unterstützen, der dann sein Jahr abdiente und zur Polizei überging, da man ihn für diesen Dienst geeignet hielt und ihm ein gutes Dorankommen prophezeite. Als Polizisten habe ich ihn vor Jahren kennengelernt. Durch einen Zufall, den ich heute noch glücklich nenne und immer so nennen werde. Durch eine besondere Empfehlung erhielt er vor etwa einem Jahr eine ausgezeichnete Stellung bei einem Großindustriellen, der ihm — um seiner Anständigkeit und Zuverlässigkeit willen — bei der Verwaltung seiner ausgedehnten Liegenschaften und Häuser einen Vertrauensposten auf Lebensdauer zusicherte. Georges ist also jetzt ein „Homme rangS“ („ein gemachter Mann"), er ist. — was er innerlich immer war — ein „Herr" geworden, ein „vrai monsieur“, dem niemals jemand die einfache Herkunft anmerken würde. Auch nicht etwa beim Sprcxhen: denn Georges spricht ein bezauberndes Französisch mit leicht provenzalischem Akzent. Seine Eltern stammen aus der Gegend von Dimes: und da er selbst seine frühe Kindheit im Süden zugebracht hat, ist in dem Tonfall seiner Sprache etwas von der Musik der Heimatlaute geblieben. Die Nachlässigkeit des Pariser Ausdrucks ist ihm fremd. Aber das hat noch einen anderen Grund: Georges hat eine Leidenschaft deren Grad nicht gut noch gesteigert werden kann: er liest von morgens bis nachts in jeder freien Stunde, die ihm bleibt. Er liest alles, was vor ifm kommt. Er liest, wie andre fischen, reiten, Tennis, Fußball oder Dridge spielen. Und seine Sprache ist das Ergebnis dieses wahllosen Lesens. Natürlich hat er in der Auswahl seiner Bücher ganz besondere Vorlieben: er liebt — bis zur I Vergötterung ihrer Schöpfer — gefühlvolle Verse ... und fast ebenso die gefühlvolle Prosa der | iqjreun ieu>n «proiaiiuae. i»r ersmoei eine jaoei und schmückt sie aus. Er hätte vielleicht vor fünfzig Jahren mit seinem Schreiben in Provinzblättern Erfolg haben können. Er könnte heute Erfolg haben, wenn er alles vergäße, was er je gelesen hat und nichts weiter aufzeichnete als was er über Menschen und Dinge denkt. Aber dazu eben fehlt ihm die Kraft und — die Bildung. Das „Literarische" ist ihm wirkliches Element, Unb das Literarische hat heute keine Geltung, solange es kleinen Formates ist. Das Literarische großen Formates aber ist von den Machern so aufgezogen, daß es nicht mehr als das erkannt wird, was es in Wirklichkeit ist. Aber Georges will ja keinen Duhm. Er schreibt wirklich nur zu seinem Vergnügen: Denn er ist die leibhaftige Verkörperung der Wortfreudigkeit, wie sie nur der Franzose kennt. Da er gerade dreißig Jahre ist, kann man nicht Voraussagen, welche Entwicklung et noch nehmen wird. Georges glaubt sich sehr pariserisch („trfcs- Parisien“). Das ist das wirklich Provinziale an ihm, das er mit vielen in Paris Eingebürgerten teilt. Er hat oft eine Haltung, wie sie feine junge Leute in veralteten Domänen haben. Er ist berauscht von der Zaubermacht des Begriffes „Salon". Kein heutiger junger Pariser ist noch von Aehnlichem berauscht. Er ist nicht minder angetan von allem, was der „Mann von Welt" („Homme du monde") in den gleichen Domänen für unerläßlich hält... Und ist dennoch ein ganz natürlicher Mensch, an dem ich noch keine falsche Dote entdeckt habe ... Er ist sehr schön. Herausfordernd schön. Hätte er das Zeug dazu, so könnte er mit Leichtigkeit die Karriere des „Bel-Ami" machen, die Maupassant in seinem berühmten Buch verewigt hat. Aber ich tue ihm bitter Unrecht, auch nut in Gedanken einen solchen Vergleich zu ziehen. Georges ist der sauberste aller Menschen. Seine körperliche Vollkommenheit ist kein Gewicht, das er bewußt auf die Waage seines Lebens legt. Er stellt sie nicht in Rechnung. 3ch habe es mehr als einmal erlebt, daß ihm Frauen durch den Kellner Zettel zustecken liehen. Er sagte höflich „Tausend Dank" — und es war nichts geschehen. Als wir einmal über seine viDcr uaruvec rpntyt mun uuv# »uyu »-x.» tions qu’on a, doivent etre discretes (die Beziehungen, die man hat, müssen doch heimlich bleiben)!" Georges ist mein Vertrauensmann in Paris. Wenn ich abwesend bin, erledigt er für mich die vielen kleinen Dinge, um deretwillen man nur ungern Briefe schreibt. Er ist von rührender Gewissenhaftigkeit. Wenn ich in Paris bin, gehen wir einmal in der Woche am Abend aus. Meistens in ein Dorstadttheater, wo wir uns halb tot lachen — — dann aufs Geratewohl in „ausgefallene" Lokale. Ich könnte ein Buch über diese Eskapaden in Paris — mit Georges — schreiben. Es würde vielleicht das menschlichste meiner Bücher werden ... und eben deshalb ein sehr pariserisches Buch ... (wird fortgesetzt.) £od)fd)ulnad)rid)ten. Professor Dr. phil. Dr.-Ing. h, c. Georg De - hio, der Altmeister der deutschen Kunstgeschichte, begeht in Tübingen am 22. November seinen 8 0. Geburtstag. Geboren zu Reval, studierte er Geschichte und habilitierte sich für dieses Fach 1877 in München. Tann wandte er sich nach Reisen in Italien und Frankreich der Kunstgeschichte zu, wurde 1883 a. o., ein Jahr später ord. Professor in Königsberg und kam 1892 in gleicher Eigenschaft nach Straßburg. 1914 wurde Dehio emeritiert. Die Technische Hochschule zu Darmstadt verlieh Dehio, ,bem weitsichtigen bewährten Förderer des Denkmalschuhgedankens und hervorragenden baugeschichtlichen Forscher, dessen Arbeiten für die Entwicklung der Architektur dauernd von größter Bedeutung bleiben werden", die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber. Das eine Hauptwerk Dehios ist die gemeinsam mit Gustav von Bezold herausgegebene frebenbänbige , Kirchliche Baukunst des Abendlandes". Dann hat Dehio in fünf Bänden das ^Handbuch der deutschen Kunstbenkmaler" geschrieben. Ein weiteres Hauptwerk ist seine ^Geschichte der deutschen Kunst". Ferner sind zu nennen »Die Denkmäler der deutschen Bildhauerkunst" (mit Gustav von Bezold). 8reitag, 2t November (930 Dr. Käthe Schirmacher, )er die deutsche Frauenbewegung unendlich viel verdankt, ist im Alter von 65 Jahren an Herz- schwäche verstorben. Käthe Schirmacher, eine geborene Danzigerin, trat in der Nachkriegszeit besonders als Vorkämpferin für das Deutschtum im Osten ein und gehörte 1919 bis 1920 als )eutschnationale Abgeordnete der Nationalversammlung an. id. phil.; 1. Kassenwart: Emil Wolf, stud. phil.; Kassenwart: Paul Sonnet, stud. phil.; Beier: Fritz Kratz, stud. jur.; Auslandamt: Kel - r; Vergünstigungsamt: Heinr. Hübher, stud. lil.; Amtsleitung: Kurt Weber, stud. theol; achrichten: Walter Gräf, stud. phil. cl.; Nach- htenblatt: Kurt Weber, stud. theol.; Lesehalle: inz Schäfer, stud. theol.; Amt f. polit. Bild.: nst Haas, stud. med. *• Dom Wochenmarkt. Der Verkauf von cabschmuck, Kränzen usw. für den Toten- intag findet morgen, Samstag, auf dem 'ochenrnarkt an den Standen am Lanbgraf- -ilipps-Plah statt. Auch in der Senckenberg- aße werden Derkaufsstände der Gärtner aufstellt sein. •• Vorn Rundfunk. Die Eröffnung deS roßrundfunksenders Mühlacker findet am heulen Freitag um 19.45 Uhr statt. Der neue Größter wird dabei auf der Welle 360 Meter zum stenmal das Abendprogramm des Süddeutschen undfunls übernehmen. ** Fremdenvorstellung im Stadt- Beater. Aus dem Stadttheaterbureau wirk» s geschrieben. Am Sonntag, 23. November, ranstaltet das Stadttheater wieder eine seiner liebten Fremdenvorstellungen. Zur (Srinne- ng an die Wiederkehr des 125. Todestage- s Dichters Friedrich von Schiller gelangt sein rgerliches Trauerspiel „Äabaleunbßiebe" r Aufführung. Das Trauerspiel kommt in völ- I neuer Inszenierung unter ber Spielleitung von xrregiffeur Walter Bäuerle heraus. Benn ber Vorstellung 18 Uhr, Enbe 20.30 Uhr. ** Eine Feier st unbe am Abenb de S otensonntags veranstaltet der Evan- lische Kirchengesangverein in der Stabtkirche. 2zu schreibt man uns: Der Totensonntag und e Erinnerung an bie, bie von uns geschieden cd, ist für viele nur eine Quelle bittersten hmerzes, und der Gedanke an den eigenen )d will sich wohl wie lauter Dunkel auf alle caft und Lebensfreude legen. Da ist es wie eine fenbarung aus einer ganz anderen Welt deS chtes und der Zuverstcht, wenn man einmal stiller Seele diese wunderbaren Gaben Bach- -er Musik und Bachschen Glaubens aufnimmt, iag In dieser Abendfeier geboten werden soll, igt keineswegs hauptsächlich Trauer, sondern eine brünstige Todesfehnsucht, die freilich dem Un- äubigen unbegreiflich ist. Die Bachsche Kantate Dachet auf, ruft uns die Stimme" bildet den vhepunkt und Abschluß des Abends. Mit dem hlusschor „Gloria sei dir gesungen" werden wir Die Handvoll Erde. Don Max Iungnickel. Als sie wußte, wo das Grab ihre- Jungen gt, fmg sie an zu sparen. Sie mußte hin. Es war, als ob der tote Soldat, ber in einem Erdloch in den Vogesen begraben liegt, immen nach ihr riefe, tief im Grabe nach ihr tiefe. Er war noch nicht siebzehn Jahr, als er von bet Kadettenanstalt ins Feld zog. Ein lachender, glücklicher Junge, der in den Rausch großer Geschichte hineingerissen wurde und nun darin stank» tote ein flackerndes Gestirn. — Sie sieht ihn noch, wie er von ihr ging. Cs war morgens zwei Uhr. Auf einen Sprung, nur so zum Abschied kam ec Su ihr aus der Anstalt. Wie er sich entschuldigte, daß er sie ausgerechnet in der Nacht aus dem Bette holte. Um drei Uhr gehe es los. Ein tiefer Schmerz riß an ihrem Herzen. Sie tonnte rein Wort sagen, vergaß ganz, Licht zu machen. Sie hielt nur seinen Kopf zwischen den Händen und herzte ihn und lachte dabei. Und wenn ihr Mund feinen Mund freigab, hörte sie ihn miy Immer flüstern „Es wird ja doch nicht gefährlich. Mir passiert ja doch nichts!" — Und dann riß er (ich los. Sie stand noch lange im dunkeln Hausflur wie vom Schicksal eingerammt. Als sie fröstelte, merkte sie erst, daß sio im Hemd stand. Dann ging sie wieder hinauf, lag noch lange wach, bis leise Vogelstimmen auf tonten, die noch kein Lieb wurden. Dann schlief sie tief ein, wie vom 2Ib< schiedsschmerz hingerissen. — Er schrieb nur dlN und wieder eine Karte. Immer, wenn das „Schlamassel losging. Nach drei Monaten war er tot, am Hartmannsweilerkopf gefallen. — Aber nun hat sie ihn wirklich besucht, hat eine lange Reise bis an fein Grab gemacht. Als sie aPJr^ca«e«.^an^' griff ihre Hand In die fran- Svnsche Erde, darin er liegt. Griff tief hinein. Und sie nahm eine Handvoll Erde mit nach Hause. Und nun, da sie wieder daheim ist, nun hat sie G mbfinbung, als ob in den französischen, Erdkrumen noch ber letzte Atem von Ipm lebt, bad letzte Leuchten seines Gesichts, ein Älang feiner fröhlichen Stimme. Und Wurzelfasern sind zwischen der Erde, kleine Grashalme. Sie sink» wohl aus seinem warmen Herzen emporgeschossen? Und nun hat sie wahrhaftig bas Gefühl: als ob er wieder zurückgekommen ist. 'Überschuhe Mdcn MSta^ Schicksale i Gesch^' s^yDe; Miert- - lien vor ge t mar dem ^ie Nuteten g OH «rJ das geschlech^ legten | a Soöann K chre Aeia ßtormani» öentl^2 in W ® nicht nahm viert. S>e i endgültig n und dein Lutherz- Fühcn M nordwärts überhaupt der deutsch und nieder di Doma. Oesterr^ aus, ein n vcrhangnii storische D Derbinöun reicht. Banal g in dem Hu Aeiseland f Welt ist. 21 metaphysisch hängen zu dah Italiei der Alpen zu erreicher Bielleicht salhaften 1 sucht nachg ten Koni dieser Fürs und suhlte Italiener, und nicht ' ihn verrat Staub des len lieh. I denke nur radezu unj zu den Po fügte auch tandä wie Aing zu jcn Und nun ’ diedeuts wer, wehmL oder gewalt tums, vcrloi ivelschen Spi einstiger He bürgen ztvjs das über Ar nestz die A Monrcale, ! Zerleste vor Ruinen deuts Aventin, m’ aller deutsche Wiederholen Traber deuts Mr Kardim b>s Avni. .Ar ist Se ? °gen tön 5 lagen kor K ^ellei< L, Paris de Mensch, der bat, sehr uS? Öen s d?nn LZ M j gfe Als | ZS? Sa* & tol Latz B tvürde8 öS K4 dKs rZN Wkit iW'1 Die trauernden Gießen (Neustadt 4), den 21. November FEIERST 7867D Eintritt gegen Programm zu 30 PL Reservierte Für Kleinwohnung Lichtspielhaus, Gieli Heute letzter Tag Die Lindenwirtin 7792 C Die Beerdigung findet Montag, den 24 mittags 2 Uhr, von der Kapelle des Ne Mitwirkende: Fräulein Fräulein Stammler i Frau Fischer (Cem (Tenor), Herr Simon (Oboe), Orchesterverei verstärkt durch Knabe der Stadtkirche. Leitun U. a. kommen zu Gel .Wachet auf, ruft uns Gestern vormittag entschlief unerw Schwiegervater, Großvater, Urgroßvatei Aeichsbmid der KriegSbeWdig und Kriegshinterbliebenen Anfangszeiten: Samstag 4, 6, 8.30 Sonntag Anfang 3 Uhr Nur Samstag, 22., und Sonntag, 23. Nov. Hans Heinz Bollmann und Käthe Dorsch in dem lustigen deutschen Tonfilm amToti den 23. November 1930, Elisabeth Bergner Donja Juana Ein Spiel zwischen Ernst und Scherz aus der Komödie: ,;Don Gil mit den grünen Hosen“. Kombiniertes Wohnzii in kaukasisch Nußba Speise- und Herrenzi kommen. — Preis wer Louis Vetter, Kaiserall Herr Konrac Zugführer i. im 80. Lebensjahre. Sonntag, den 23. Novembi findet auf dem Ehrenfriedhof zu Gießen eine wü Gedenkt zu Ehren unserer gefallenen und verstorbenen Ka nachmittags 3 LIHr. Gedenkrede wird Herr Lehre Mittags 12% Ahr führt der Reichsbund der Kri zur Totenehrung einen Film ^Mahnruf dev Set m Lichtspielhaus Bahnhofstraße auf. Der Gil der heutigen Wirischastsverhältnisfe nur 30 Pfe: Wir erlauben uns die gesamte Einwohnerschaft voi einzuladen. (Bei schlechter Witterung findet die 2 Die Äovfiöni 5>rud der Brüb l 'schen U n i v e r s i i 5 i s - Bu ich. und Stei n druckerei. R Lange. Gießen 1. Einrichtung von Geflügelmästereien. 1. Geflügelmästereien dürfen nicht in KeUerräumen eingerichtet werden. 2. Die Anlagen sind zu umfriedigen. 3. In Mästereien, die in geschlossenen bebauten Bezirken von Stadtoder Landgemeinden liegen oder von fremden Wohngebäuden eng umgeben sind, müssen der Hofraum, die Ställe und Buchten mit dichtem, undurchlässigem Fußboden (Zement, Asphalt oder in Zement verlegte Klinkersteine) sowie mit starkem Gefälle und Abflußrinnen nach der Kanalisation oder nach Sammelgruben versehen sein. Steht das Geflügel auf Lattenrosten, dann muß zwischen Fußboden und Rost so viel Raum vorhanden sein, daß die Reinigung leicht möglich ist. 4. Sammelgruben dürfen nicht innerhalb der Arbeitsräume angelegt werden. Die Sammelgruben dürfen nicht tiefer als 1 Meter fein; sie müssen wasserdichte Wandungen und Böden haben und dicht abgedeckt sein. Bon den Arbeitsräumen sind die Sammelgruben durch Wasser- oder «chieberverschluß zu trennen. Bon Brunnen müssen die Sammelqruben mindestens 10 Meter entfernt liegen. 5. In der Nähe der Mästerei muß ein ergiebiger Brunnen vorhanden sem, falls die Mästerei selbst nicht an eine Wasserleitung anae chlossen werden kann. II. Einrichtung von Geflügelschlächtereien. 6. Schlacht- und Rupfräume dürfen nicht in Kellerräumen eingerichtet werden: sie müßen mindestens 2,5 Meter hoch sein und eine Bodenfläche von mindestens 9 Quadratmeter haben. Wenn Schlachträume gleichzeitig als Rupfräume dienen, dann darf ihre Bodenfläche nicht weniger als 20 Quadratmeter betragen. Bekanntmachung, Betr.: Aenderung der Polizeiverordnung über die Entwässerung der Grundstücke in der Gemeinde Lollar. Auf Grund des Artikels 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betr. vom 8. Juli 1911, der Artikel 2, 32 und 65 der Allgemeinen Bauordnung wird für die Gemeinde Lollar nach Vernehmung der Ortspolizeibehörde und der Gemeindevertretung mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Herrn Ministers des Innern vom 5. November 1930 zu Nr. M. d. I 44762 folgendes bestimmt: § 1. Der § 16 Absatz 8 der Polizeioerordnung über die Entwässerung der Grundstücke in der Gemeinde Lollar vom 25. Juli 1911 wird wie folgt geändert: ” Für alle übrigen Leitungen, namentlich für solche innerhalb der (Gebäude und über Gelände, sind gußeiserne Röhren und zwar ausschließlich die Normalabflußröhren (N. A.) und die leichten deutschen (L. D.) Röhren zu verwenden. Die Verwendung sogenannter schottischer Röhren ist verboten oder nur für Lüftungsrohre zulässig, desgleichen die Verwendung der sogenannten halbschweren Röhren. § 2. Vorstehende Aenderung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung im Amtsoerkündigungsblatt in Kraft. Gießen, den 17. November 1930. ___________ Kreisamt Gießen. I. V.: Schmidt. <. Die Raume müssen trocken, hell und gut lüftbar sein. Die Wände sind mindestens bis auf 2 Meter Höhe über dem Fußboden mit Zement glatt zu verputzen und mit heller Oelfarbe zu streichen oder durch Aus- legen von Kacheln, glasierten Ziegelsteinen usw. so herzurichten, daß sie durch Abwaschen leicht gereinigt werden können. nr, 8- Der Fußboden muß undurchlässig hergestellt werden (Zement, c..0?er in Zement verlegte Klinkersteine) und im Schlachtraume mit Gefalle nach der Kanalisation oder nach einer Sammelgrube versehen sein. 9 Fenster und Türen sind so einzurichten, daß das Schlachten nicht von der Straße aus beobachtet werden kann. 10. Für die Sammelgruben und die Wasserversorgung gelten die Vorschriften in Ziffer 3 und 4 entsprechend. UI. Betrieb von Geflügelmästereien und -schlöchfereicn. .c?er..?.ün9er au5 Mästereien und Schlächtereien darf nur nach vorschriftsmäßiger dreiwöchiger Packung (§ 14 Ziff. 1 Abs. 2 der Anwei- “"9 für das Desinfektionsverfahren bei Viehseuchen — Anlage A der Aussuhrungsvorschriften des Bundesrats zum Viehseuchengesetze vom 7. D-z-mb„ igii, RSBl. 1912 6. 93 -) abgefahren werben ® Die Abfuhr des Düngers auf Felder, die in der gleichen Ortsflur wie die betreffende Mästerei oder Schlächterei liegen, ist zulässig, auch ohne daß die vorheriHe Packung des Düngers in diesen Anlagen stattgefunden hat. In diesem Falle ist der Dünger auf möglichst dichtem Wagen adzu- ;u packen^ °U ^em sofort unterzupflügen oder dort yorschriftsmäßig s Düngers hat zu einer Zeit und Derart erfolgen, ^e^richbarschaft und die Oeffentlichkeit davon nicht belästigt werden. er övfjboöen der Schlacht- und Rupfräume und ' die beim f f-V^n Wände der Schlachträume sind nach jedem Schlachttage sorgfältig zu reinigen. Schlachtavgänge, zum menschlichen Genüsse ungeeignete Tierkörper m™ Jetle von solchen find im Sommer nach Beendigung des Schlachtens täglich im Winter mindestens zweimal wöchentlich nach Anweisung der Ortspolizeibehorde unschädlich zu beseitigen. 14. Der Inhalt der Sammelgruben ist im Sommer täglich, im Winter wöchentlich mindestens zweimal durch Abfuhr in geschlossenen, dichten Gefäßen zu beseitigen. Die Sammelgruben sind wöchentlich auf Erfordern der Ortspolizeibehörde auch öfter, zu desinfizieren. 15. Das Schlachten, Ausnehmen und Rupfen des Geflügels darf nur , tn den dazu bestimmten Räumen erfolgen. Mit dem Rupfen darf vor dem völligen Erlöschen aller Lebenserscheinungen nicht begonnen werden. 16. Zum Ausstopfen und Verpacken des ausgenommenen Geflügels darf nur reines, nicht bedrucktes oder beschriebenes Papier verwendet werden. 17. Die in dem Betrieb beschäftigten Personen haben vor dem Verlassen des Gehöftes die Kleider und das Schuhwerk zu reinigen. Bekanntmachung. Vetr.: Errichtung einer Stauschleuse im Seenbach, Gemarkung Weickartshain, durch die Gewerkschaft,.Louise". r._JPie Gewerkschaft „Louise" Braunsteinbergwerk kn Weickartshain beab- stchtigt die Errichtung einer Stauschleuse jm Seenbach in der Gemarkung Weickartshain. Beschreibung und Pläne liegen vom Montag, dem 24 November bis Montag, den 8. Dezember 1930 auf dem Geschäftszimmer der Bürgermeisterei Weickartshain zur Einsichtnahme für die Interessenten offen Etwaige Einwendungen mit Begründung sind während dieser Offenlegungszeit schriftlich bei dem Kreisamt Gießen oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei Weickartshain vorzubringen. Nach Ablauf dieser Frist können Einwendungen nicht mehr angebracht werden. Gießen, den 18. November 1930. Kreisamt Gießen. I. V.: Schmidt. Abschlachtung des Geflügels kann in besonderen Ausnahmefällen auf Antrag von mir verlängert werden. 6. Die Abgabe des abgeschlachteten Geflügels aus den Anstalten darf nur in gerupftem Zustand erfolgen. Die Federn dürfen, soweit sie nicht in den Betrieben selbst maschinell gereinigt worden sind, nur in dichten Säcken verpackt an Spezialfirmen abgegeben werden. 7. Die Räumlichkeiten, in denen das Geflügel, die Federn oder sonstige Teile untergebracht waren, sind, ehe sie zu anderen Zwecken verwendet werden, zu reinigen und nach § 26 der Anweisung für das Desinfektionsverfahren bei Viehseuchen (Anlage A der Bundesratsvorschriften zum Viehseuchengesetz vorn 7. Dezember 1911 — RGBl. 1912 S. 93) zu entseuchen. 8. Jeder Inhaber einer Mästerei oder Schlächterei hat über das in seinem Besitz befindliche Geflügel ein Kontrollbuch zu führen, das über alle Zu- und Abgänge einwandfreien Aufschluß geben muß. Die Einträge sind unmittelbar nach den erfolgten Veränderungen mit Tinte oder Tintenstift 3u bewirken. Das Kontrollbuch muß dauerhaft gebunden und mit fortlaufenden Seitenzahlen versehen fein. Es ist ein Jahr lang, von der letzten Eintragung an gerechnet, aufzubewahren. 9. Wird in den Anstalten auch inländisches Mast- und Schlachtgeflügel eingestellt, so unterliegt es denselben Bestimmungen wie das Auslandsgeflügel. 10. Die Ortspolizeibehörde und die beamteten Tierärzte haben den Betrieb der Mästereien und Schlächtereien ständig zu überwachen. 11. Die Inhaber von Mästereien ober Schlächtereien dürfen in demselben Ort (bei größeren Städten in demselben Stadtteil), in welchem sich ihre Mästerei oder Schlächterei befindet, kein Geflügel zur Abgabe in den freien Verkehr (Zucht- und Nutzgeflügel) einstellen. In den Anstalten selbst darf Zucht- und Nutzgeflügel nicht gehalten werden. C. Besondere Bestimmungen für Zuchtgeflügel. Das Geflügel, das zu Zuchtzwecken eingeführt wird, unterliegt einer 14tägigen Absonderung und polizeilichen Beobachtung. Diese Maßnahmen sind erst aufzuheben, wenn die nad) Ablauf der 14tägigen Frist vorzunehmende amtstierärztliche Untersuchung die Unverdächtigkeit des Geflügels ergeben hat. D. Strafbestimmungen. Zuwiderhandlungen werden gemäß §§ 74 ff. des Viehseuchengesetzes vom 26. Juni 1909 bestraft. E. Schluhbestimmungen. > Die Bekanntmachung tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft. Zum gleichen Zeitpunkt treten die Bekanntmachung, die Einfuhr von ausländischem Geflügel betreffend, vom 16. November 1925, und die Bekanntmachung, die seuchenpolizeilichen Vorschriften für die Einfuhr von Geflügel aus dem Ausland betreffend, vom 25. November 1926 (Reg.-Bl. S. 382) außer Kraft. Darmstadt, den 5. November 1930. Der Minister des Innern. J.V.: Dr. Reitz. Betr.: Grundsätze für die Einrichtung und den Betrieb von Geflügel- mäftereien und -schlächtereien. An den Herrn Oberbürgermeister zu Gießen, die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises, das Polizeiamt Gießen und die Gendarmeriestationen des Kreises. Wir lenken Ihre Aufmerksamkeit auf die nachstehend abgedruckten Grundsätze über die Einrichtung und den Betrieb von Geflügelmästereien und -schlächtereien. Gießen, den 18. November 1930. Kreisamt Gießen. 3. 93.: Schmidt. Neue elegante Modelle, schon "JF für........................Mk. I (ohne Reißverschluß) Schuhhaus Herbert Marktplatz 2, neben der Engel-Apotheke Auf alle „Chasalla“-Schuhe und -Stiefel 20% Nachlaß 7581A Ä Jiiiig. weiöl. BöroM Parade-Kissen Haus der andarbe andarbeit, seitersw. ei /698A Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten bei Brühl. Schulstrafle 1 Pinscherhund zugelaufen. Adel, 'B"dcnburg, Bahnhaus. AuskünfletnRechtS-, Siras-. Famil.-Anae- legenhetten, Gesuche. Beriräge, Beobachtungen. Ueberwachg und Ermtlilungen vretSw.. streng diskr u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Bnreau-n. Auskunftei Inh.K.Gerz,Bad-Nau- heim, Kurstr. 17. ws u. preiswert gestimmt u. revar. OüerG nken und pries bis an sein Lebensende sein rön isches Iahr als sein glücklichstes überhaupt. Htu> eine seltsame Polarität ließ ihn hinter den Zypressen des Borghese-Gartens, in weicher südlicher Luft im Angesichte der maßvollen Kuppeln und abgerundeten Konturen des barocken Rom die nordischsten, herbsten und kantigsten Szenen des Faust schreiben. Die Romantiker tarnen; die echte Romantik, deren leuchtende Spur uns unvergänglich Eichendorfs in seinem „Taugenichts" hrnterließ und die unechte Romantik, deren ebenso unvergängliche Spur uns der Kitsch des 19. Iahrhundert hinterließ. Mit all dieser Erbschaft belastet, ragt der deutsche Fremdenverkehr ins moderne Italien. Ein Touristenbetrieb, bald aufdringlich, bald wehleidig, bald romantisch, bald sentimental, bald ungerecht und vorlaut, bald all zu schmiegsam und unnachgiebig, ein Betrieb, gegen den sich sehr viel einwenden ließe, wenn man es mit gutem Gewissen tun könnte und sich nicht selbst allzu oft daran beteiligt hätte. Der deutsche Reisende in Italien zetert über den deutschen Reisenden in Italien, meist mit Recht. In den Briesen Rilkes, der mehrere Winter aus Eapri zugebracht hat, heißt es, daß der Deutsche die schöne Insel Capri mit soviel Bewunderung angefüllt habe, daß die Insel leer gesogen scheine. Gewiß ist es merkwürdig, wie sehr Capri dadurch deutsch wurde, gleichsam eine Musterkollektion deutscher Gefühle. Rilke hat zweifellos recht, es ist etwas Unbehagliches und Peinliches an diesem kraftlosen Erfassen und Begehren eines fremden Eilandes. Aber schließlich darf man nicht vergessen, daß ja die deutschen Romantiker diese Insel, wie so viele Landschaften Italiens, überhaupt e n t b e d t e n, fast in des Wortes eigentlicher Bedeutung. Capri ohne die Deutschen würde heute nicht einmal seine blaue Grotte kennen. Gregorovius, Scheffel und Platen haben Capri in die Literatur eingeführt, wo es denn bis heute ein zwar vielerseits verlogenes Dasein, aber immerhin ein Dasein hat, fast wirklicher als wie an jener Stelle vor der Bucht Reapels. Gibt es davon eine Nutzanwendung? Wahrscheinlich nicht. Auch diese Tatsache der sehr einseitigen deutsch-italienischen Verbundenheit muß man wohl hinnehmen wie ein gegebenes Ding und ein vollzogenes Schicksal, nicht sehr rühmlich, aber zu unserem Wesen gehörig. Denn schließlich ist das „deutsche" Italien, diese romantische Provinz des deutschen Gefühlsimperialismus, ja nur ein gehäuftes und massiertes Beispiel der deutschen Hingabe an die Welt überhaupt. In starken Stunden wird die deutsche Ration sagen dürfen, sie könne sich diese Verschwendung an die Welt leisten, könne es sich gestatten, das eigene Wesen über die Welt ausströmen zu lassen. Hnd die Deutschen haben es oft gesagt, ja in ganz selbstbewußter Stunde haben sie sogar gesagt, daß am deutschen Wesen die Welt genesen könnte. In kraftlosen Stunden aber wird Deutschland immer an solcher unnützen Ausgabe der seelischen Kräfte zu leiden haben und die Hingabe an Fremdes leidvoll wie eine Heberwucherung des Fremden empfinden. Daten für Freitag, 21. November. 1694: der Schriftsteller Arouet de Voltaire in Paris geboren. — 1768: der Theologe Friedrich Schleiermacher in Breslau geboren — 1811: der Dichter Heinrich v. Kleist am Wannsee bei Pots» darn gestorben. — 1916: Franz Ioseph I. von Oesterreich in Schönbrunn gestorben. — 1928: der Dichter Hermann Sudermann in Berlin gestorben. Hauch von Paris. Don Albert H. tausch. VI. Georges. Wer ist Georges? Wenn ich das in zwei Worten sagen könnte! 3a wenn ich es in vielen Worten sagen könnte. Georges ist ein Mensch, wie et heute vielleicht nur in Frankreich und dort nur in Paris denkbar ist. Er ist ein ganz einfacher Mensch, der nie eine „bessere" Schule besucht hat, sehr früh Geld verdienen mutzte, um eine durch den Krieg zur Witwe gewordene Mutter und eine kleine Schwester au unterstützen, der dann sein Jahr abdiente und zur Polizei überging, da man ihn für diesen Dienst geeignet hielt und ihm ein gutes Dorankvmmen prophezeite. Als Polizisten habe ich ihn vor Iahten lennengelernt. Durch einen Zufall, den ich heute noch glücklich nenne und immer so nennen werde. Durch eine besondere Empfehlung erhielt er vor etwa einem Iaht eine ausgezeichnete Stellung bei einem Grohindustriellen, der ihm — um feiner Anständigkeit und Zuverlässigkeit willen — bei der Verwaltung seiner ausgedehnten Liegenschaften und Häuser einen Vertrauensposten auf Lebensdauer zusicherte. Georges ist also jetzt ein „homme ränge“ („ein gemachter Mann"), er ist — was er innerlich immer war — ein „Herr" geworden, ein „vrai monsieur“, dem niemals jemand die einfache Herkunft anmerken würde. Auch nicht etwa beim Sprachen: denn Georges spricht ein bezauberndes Französisch mit leicht provenzalischem Akzent. Seine Eltern stammen aus der Gegend von Rimes: und da er selbst seine frühe Kindheit im Süden zugebracht hat, ist in dem Tonfall seiner Sprache etwas von der Musik der Heimatlaute geblieben. Die Nachlässigkeit des Pariser Ausdrucks ist ihm fremd. Aber das hat noch einen anderen Grund: Georges hat eine Leidenschaft, deren Grad nicht gut noch gesteigert werden kann: er lieft von morgens bis nachts in jeder freien Stunde, die ihm bleibt. Er liest alles, was vor ihn kommt. Er liest, wie andre fischen, reiten, Tennis, Fußball oder Bridge spielen. Hnd seine Sprache ist das Ergebnis dieses wahllosen Lesens. Natürlich hat er in der Auswahl seiner Bücher ganz besondere Vorlieben: er liebt — bis zur I Vergötterung ihrer Schöpfer — gefühlvolle Verse ... und fast ebenso die gefühlvolle Prosa der | vorvergangenen Generation. Man kann mit ihm sogar über Chateaubriand sprechen. Mit wem kann man das heute? Er sagt einem auch — seitenlang — Verse von Racine auf. Wer bringt das noch fertig? Hnd — last not least — er schreibt selbst Prosastücke. Er erfindet eine Fabel und schmückt sie aus. Er hätte vielleicht vor fünfzig Iahren mit seinem Schreiben in Provinzblättern Erfolg haben können. Er könnte heute Erfolg Haven, wenn er alles vergäße, was er je gelesen hat und nichts weiter aufzeichnete als was er über Menschen und Dinge denkt. Aber dazu eben fehlt ihm die Kraft und — die Bildung. Das „Literarische" ist ihm wirkliches Element. Hnd das Literarische hat heute keine Geltung, solange es kleinen Formates ist. Das Literarische großen Formates aber ist von den Machern so aufgezogen, daß es nicht mehr als das erkannt wird, was es in Wirklichkeit ist. Aber Georges will ja keinen Ruhm. Er schreibt wirklich nur zu seinem Vergnügen: Denn er ist die leibhaftige Verkörperung der Wortfreudigkeit, wie sie nur der Franzose kennt. Da er gerade dreißig Iahre ist, kann man nicht Voraussagen, welche Entwicklung er noch nehmen wird. Georges glaubt sich sehr pariserisch („tres- Parisien“). Das ist das wirklich Provinziale an ihm, das er mit vielen in Paris Eingebürgerten teilt. Er bal oft eine Haltung, wie sie feine junge Leute in veralteten Romanen haben. Er ist berauscht von der Zaubermacht des Begriffes „Salon". Kein heutiger junger Pariser ist noch von Aehnlichem berauscht. Er ist nicht minder angetan von allem, was der „Mann von Welt" („homme du monde“) in den gleichen Romanen für unerläßlich hält... Hnd ist dennoch ein ganz natürlicher Mensch, an dem ich noch keine falsche Note entdeckt habe ... Er ist sehr schön. Herausfordernd schön. Hätte er das Zeug dazu, so könnte er mit Leichtigkeit die Karriere des „Bel-Ami" machen, die Maupassant in seinem berühmten Buch verewigt hat. Aber ich tue ihm bitter Hnrecht, auch nur in Gedanken einen solchen Vergleich zu ziehen. Georges ist der sauberste aller Menschen. Seine körperliche Vollkommenheit ist kein Gewicht, das er bewußt auf die Waage seines Lebens legt. Er stellt sie nicht in Rechnung. Ich habe es mehr als einmal erlebt, daß ihm Frauen durch den Kellner Zettel zustecken liehen. Er sagte höflich „Tausend Dank" — und es war nichts geschehen. Als wir einmal über seine Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 21. November 1930. Worte einer Frau. Zu ihm: Das ist fürwahr ein Kreuz mit dir! Und fowas nimmt man sich als Mann! Wie man nur täglich so viel Bier in feinen Magen stürzen kann! Nie stellst du wieder an den Platz die Dinge, die du nimmst und brauchst! — Nimm für das Glas den Unterfatz! Und was du nur zufammenrauchst! Nun sprich doch roenijjftens einmal . ein einziges, oernünfrges Wort! Dein Wesen wird mir bald zur Qual! Gehst du heut abend wieder fort? Hörst du nicht, daß der Kleine schreit? Du gönnst mir nicht ein bißchen Ruh! ' Wie kann man nur die teure Zeit vertrödeln und vertun wie du? Zu den andern: Er ist der beste, liebste Mann, der gute Geist in unferm Haus, der alles tut, was er nur kann, der fleißig ist, jahrein, jahraus. Er ist genügsam, urro er liebt das Glück der stillen Häuslichkeit, und wenn es einmal Sorgen gibt, verscheucht er sie durch Heiterkeit! Er rührt sich, und er sorgt für mich, und niemals läßt er mich allein, und meldet nachts der Kleine sich, so wiegt er selbst ihn wieder ein. Daß ich ihn einjt für mich gewann wirkt stets als Glück mir fort und fort. — Er ist ein Muster-Ehemann, ist ein Juwel mit einem Wort! Puck. Vornotizen — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Geschäft mit Amerika", 20 bis 22 Hhr. — Christliche Versammlung: Vortrag: „Gottes Angebot", 20.15 Hhr, im Casä Leib. — Oeffent- licher Vortrag über „Die Kirchenverfolgungen in Sowjetrußland", 20.15 Hhr, im Realgymnasium. — Sparer- und Aentnerbund: Monats-Versammlung, 20.30 Hhr, im Pfälzer Hof. — Lichtspielhaus Bahnhof stratze: „Die Lindenwirtin." — Astoria-Lichtspiele: „Die weihe Spinne" und „Frauen am Abgrund." — - Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20 Hhr gelangt das Lustspiel „Geschäft mit Amerika" von Frank und Hirschfeld unter der Spielleitung von Karl V o l ck zur Aufführung. Mitwirkende find die Damen Iahn, Leutholf und Schwend, sowie die Herren Bäuerle und Hauer. — Russische Musik. Morgen, Samstag, 22. November, 17 Hhr, findet im Saale des neuen Studentenhauses, Leihgestemer Weg, ein Schüler- konzert der Schule für höheres Klavierfpiel von Minna Körner statt. Zur Aufführung kommen russische Kompositionen für Klavier allein und Klavier mit anderen Instrumenten. Den Abschluß des Programms bildet ein Trio von Gret- chaninow. — Der Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker, Ortsgruppe Gießen, veranstaltet am Samstag, 20 Hhr, im neuen Gebäude des Gewerbevereins Gießen, im großen Sitzungssaal einen Vortragsabend. Herr Ph. A l b i n u s, Frankfurt a. M., spricht über „Kleinschreibung als Zeitproblem". Außerdem findet eine Ausstellung von Drucksachen in Kleinschreibung statt. ** Der Gießener ASTA, im Wintersemester 1 9 30/31. Die Aemter der Gießener Studentenschaft im Allgemeinen Studenten-Ausschuß verteilen sich im Wintersemester 1930/31 in folgender Ordnung: 1. Borsitzender: Erich Leidolph, stud. theol.; 2. Vorsitzender: Ludwig Fritz, stud. jur. et rer. pol.; 1. Schriftführer: Herrn. Schneider, stud. jur.; 2. Schriftführer: Karl B rechte!. Dr. Käthe Schirmacher, der die deutsche Frauenbewegung unendlich viel verdankt, ist im Alter von 65 Jahren an Herzschwäche verstorben. Käthe Schirmacher, eine geborene Danzigerin, trat in der Nachkriegszeit besonders als Vorkämpferin für das Deutschtum im Osten ein und gehörte 1919 bis 1920 als deutschnationale Abgeordnete der Nationalversammlung an. stud. phil.; 1. Kassenwart: Emil Wols, stud. phil.; 2. Kassenwart: Paul Sonnet, stud. phil.; Beisitzer. Fritz Kratz, stud. jur.; Auslandamt: Keller; Vergünstigungsamt: Heinr. Hübher, stud. phil.; Amtsleitung: Kurt Weber, stud. theol.; Nachrichten: Walter Gräf, stud. phil. cl.; Nachrichtenblatt: Kurt Weber, stud. theol.; Lesehalle: Heinz Schäfer, stud. theol.; Amt f. polit. Bild.: Ernst Haas, stud. med. ** Vom Wochenmarkt. Der Verkauf von Grabschmuck, Kränzen usw. für den Totensonntag findet morgen, Samstag, auf dem Wochcnmarkt an den Ständen am Landgraf- Philipps-Platz statt. Auch in der Senckenberg- straße werden Derkaufsstände der Gärtner auf- gestellt sein. ** Vom Rundfunk. Die Eröffnung des Grotzrundfunksenders Mühlacker findet am heutigen Freitag um 19.45 Hhr statt. Der neue Großsender wird dabei auf der Welle 360 Meter zum erstenmal das Abendprogramm des Süddeutschen Rundfunks übernehmen. " Fremdenvorstellung im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Sonntag, 23. November, veranstaltet das Stadttheater wieder eine seiner beliebten Fremdenvorstellungen. Zur Erinnerung an die Wiederkehr des 125. Todestages des Dichters Friedrich von Schiller gelangt feine bürgerliches Trauerspiel „KabaleundLiebe" zur Aufführung. Das Trauerspiel kommt in völlig neuer Inszenierung unter der Spielleitung von Oberregisseur Walter Bäuerle heraus. Beginn der Vorstellung 18 Hhr, Ende 20.30 Hhr. " Eine Feierstunde am Abend deS Totensonn tags veranstaltet der Evangelische Kirchengesangverein in der Stadtkirche. Dazu schreibt man uns: Der Totensonntag und die Erinnerung an die, die von uns geschieden sind, ist für viele nur eine Quelle bittersten Schmerzes, und der Gedanke an den eigenen Tod will sich wohl wie lauter Dunkel auf alle Kraft und Lebensfreude legen. Da ist es wie eine Offenbarung aus einer ganz anderen Welt des Lichtes und der Zuversicht, wenn man einmal in stiller Seele diese wunderbaren Gaben Bach- scher Musik und Bachschen Glaubens aufnimmt. Was in dieser Abendseier geboten werden soll, zeigt keineswegs hauptsächlich Trauer, sondern eine inbrünstige Todessehnsucht, die freilich dem Ungläubigen unbegreiflich ist. Die Bachsche Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme" bildet den Höhepunkt und Abschluß des Abends. Mit dem Schluhchor „Gloria sei dir gelungen" werden wir großen Erfolge sprachen und über die Tatsache, daß er seine Chancen nicht ausnützt, lachte er mich mit seinen starken, gespaltenen Lippen an und sagte: „Wie können Sie sagen, daß ich nicht die Chancen ausnühe, die mir Spaß machen? Aber darüber spricht man doch nicht! Les rela- tions qu’on a, doivent etre discretes (die Beziehungen, die man hat, müssen doch heimlich bleiben)!“ Georges ist mein Vertrauensmann in Paris. Wenn ich abwesend bin, erledigt er für mich die vielen kleinen Dinge, um deretwillen man nur ungern Briese schreibt. Er ist von rührender Gewissenhaftigkeit. Wenn ich in Paris bin, gehen wir einmal in der Woche am Abend aus. Meistens in ein Vorstadttheater, wo wir uns halb tot lachen — — dann aufs Geratewohl in „ausgefallene" Lokale. Ich könnte ein Buch über diese Eskapaden in Paris — mit Georges — schreiben. Es würde vielleicht das menschlichste meiner Bücher werden ... und eben deshalb ein sehr pariserisches Buch ... (wird fortgesetzt.) Hochschulnachrichten. Professor Dr. phil. Dr.-Ing. h. c. Georg De- hio, der Altmeister der deutschen Kunstgeschichte, begeht in Tübingen am 22. November seinen 8 0. Geburtstag. Geboren zu Reval, studierte er Geschichte und habilitierte sich für dieses Fach 1877 in München. Tann wandte er sich nach Reisen in Italien und Frankreich der Kunstgeschichte zu, wurde 1883 a. o., ein Iahr später ord. Professor in Königsberg und kam 1892 in gleicher Eigenschaft nach Sttahburg. 1914 wurde Dehio emeritiert. Die Technische Hochschule zu Darmstadt verlieh Dehio, „dem weitsichtigen bewährten Förderer des Denkmalschuhgedankens und hervorragenden baugeschichtlichen Forscher, dessen Arbeiten für die Entwicklung der Architektur dauernd von größter Bedeutung bleiben werden", die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber. Das eine Hauptwerk Dehios ist die gemeinsam mit Gustav von Bezold herausgegebene fiebenbündige „Kirchliche Baukunst des Abendlandes". Dann hat Dehio in fünf Bänden das „Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler" geschrieben. Ein weiteres Hauptwerk ist seine „Geschichte der deutschen Kunst". Ferner sind zu nennen „Die Denkmäler der deutschen Bildhauerkunst" (mit Gustav von Bezold). Die Handvoll Erde. Von Max Zungnickel. Als sie wußte, wo das Grab ihres Iungen uegt, fing sie an zu sparen. Sie mußte hin. Es war, als ob der tote Soldat, der in einem Erdloch in den Vogesen begraben liegt, immer nach ihr riefe, tief im Grabe nach ihr riefe. Er war noch nicht siebzehn Iahr, als er von der Kadettenanstalt ins Feld zog. Ein lachender, glücklicher Junge, der in den Rausch großer Geschichte hineingerissen wurde und nun darin stand wie ein flackerndes Gestirn. — Sie sieht ihn noch, wie er von ihr ging. Es war morgens zwei Hhr. Auf einen Sprung, nur so zum Abschied kam ec zu ihr aus der Anstalt. Wie er sich entschuldigte, daß er sie ausgerechnet in der Nacht aus dem Bette holte. Hm drei Hhr gehe es los. Ein tiefer Schmerz riß an ihrem Herzen. Sie konnte kein Wort sagen, vergaß ganz, Licht zu machen. Sie hielt nur feinen Kopf zwischen den Händen und herzte ihn und lachte dabei. Hnd wenn ihr Mund seinen Mund freigab, hörte sie ihn nur immer flüstern „Cs wird ja doch nicht gefährlich. Mir passiert ja doch nichts!" — Hnd dann riß er fich los. Sie stand noch lange im dunkeln Hausflur wie vom Schicksal eingerammt. Als sie fröstelte, merkte fie erst, daß sie im Hemd stand. Dann ging fie wieder hinaus, lag noch lange wach, bis leise Vogel- stimmen auf tonten, die noch fein Lied wurden. Dann schlief sie tief ein, wie vom 2Ib< schiedsschmerz hingerissen. — Er schrieb nur hm und wieder eine Karte. Immer, wenn daS „Schlamassel“ losging. Nach drei Monaten war er tot, am Hartmannsweilerkopf gefallen. — 2Iber nun hat sie ihn wirklich besucht, hat eine lange Reise bis an sein Grob gemacht. Als sie am ^^be ftanb, griff ihre Hand in die fran* iofifdje Erde, darin er liegt. Griff tief hinein. Uno fie nahm eine Handvoll Erde mit nach Hause. UnD nun, da fie wieder daheim ist, nun hat sie die Empfindung, als ob in den französischen Erdkrumen noch der letzte Atem von ihm lebt, das letzte Leuchten seines Gesichts, ein Klang feiner fröhlichen Stimme. Und Wurzelfasern sind zwischen der Erde, kleine Grashalme. Sie sind wohl aus seinem warmen Herzen empor- geschossen? Und nun hat sie wahrhaftig das Gefühl: als ob er wieder zurückgekommen ist. DerSüddeuWeLinzelhandMagMmpreisabbau Der Süddeutsche Einzelhandelstag. dem die Landesverbände des Einzelhandels von Baden, Bayern. Hessen, Pfalz und Württemberg angehören, hat in seiner am 19. November in Karlsruhe abgehaltenen voll besuchten Mitgliederversammlung zum Preisabbau Stellung genommen und folgende Beschlüsse gefaßt: I. Der gesamte Einzelhandel begrüßt jede organische und den wirtschaftlichen Verhältnissen angepaßte wirkliche Preissenkung auf allen Gebieten der Warenerzeugung und -Verteilung, da hierdurch die Möglichkeit gegeben ist, die Kaufkraft der Bevölkerung zu steigern und wesentlich verstärkte Hrnsätze herbeizuführen. II. Der Süddeutsche Einzelhandelstag hebt wiederholt und nachdrücklichst hervor, daß der Einfluß des Einzelhandels auf die Preisbildung verhältnismäßig gering und keinesfalls maßgeblich ist. Aus dem vorliegenden Material geht absolut einwandfrei hervor, daß der Einzelhandel schon bisher freiwillig allen Preisrückgängen bei den Vorstufen in denkbar möglichem Umfange gefolgt ist, ja daß er darüber hinaus ohne solchen Anlaß lediglich unter dem Drucke der ganzen wirtschaftlichen Verhältnisse vielfach einen Preisabbau herbeigeführt hat, der sich mit einer gesunden kaufmännischen Kalkulation kaum noch vereinbaren läßt. Was die landwirtschaftlichen Erzeugnisse, sowie insbesondere die B r o t - und Fleischverteilung anbelangt, so wird erneut betont, daß der Einzelhandel für die Preisgestaltung in dieser Kategorie Lebens- mittel nicht verantwortlich gemacht werden kann, da er weder für den Marktverkehr, noch für die handwerklich betriebenen Geschäfte der Bäcker und Metzger zuständig ist. III. Der Süddeutsche Einzelhandelstag vertritt die Auffassung, daß die aufreizende Art der Veröffentlichungen, die in Sachen Preisabbau von verantwortlichen und unverantwortlichen Stellen in Berlin ausgehen und im Lande vielfach aufgegriffen und gegen den Einzelhandel ausgewertet werden, nicht geeignet sein kann, den seit Jahren tatsächlich bereits im Gange befindlichen Preisabbau irgendwie zu fördern. Mit Drohungen und billigen Redensarten können wirtschaftliche Gesetze nicht auf den Kopf gestellt werden: dies haben die Vorgänge der Iahre 1918 bis 1924 mit ihren Mißerfolgen zur Genüge bewiesen. Man kann durch solche behördliche Maßnahmen Wohl die Bevölkerung beunruhigen und unter Umständen einen Teil des Handels lahinlegen oder ruinieren, wird sich aber daraus niemals eines positiven bauernden Erfolges erfreuen können. IV. Selbst wenn durch den aus der Verzweiflung über die katastrophale eigene Finanzlage hervor- gegangenen Druck von oben in einzelnen Artikeln eine weitere Senkung der Preise erzwungen werden sollte, so stellen diese Preissenkungen keinen aus wirtschaftlichen Voraussetzungen erfolgten Preisabbau mehr dar, da anderseits ein« Senkung der auf dem Handel ruhenden öffentlichen und sonstigen La st en — Steuern, sozialen Abgaben, Gehälter, Löhne, Mieten, Frachten, Strom- und Gaspreise, Zinsen usw. — bis jetzt leider nirgends in Erscheinung getreten ist. Der Süddeutsche Einzelhandelstag ist einmütig der Ansicht, daß Reich, Staat und Gemeinden alle Veranlassung hätten, im Abbau der von ihnen der Industrie, dem Handel und der Allgemeinheit auferlegten Lasten beispielgebend voranzugehen und denjenigen Aufwand an Energie, den sie heute auf den Preisabbau beim Einzelhandel verwenden, auf diese außerordentlich wichtige Aufgabe zu konzentrieren. Solange es nicht gelingt, von oben herunter wesentliche Erleichterungen herbeizuführen, wird alles Bemühen um den Preisabbau beim Einzelhandel nur einseitiges Stückwerk bleiben können. V. Der Süddeutsche Einzelhandelstag wendet sich an die Verbraucherschaft mit der Bitte, der weiteren Entwickelung der Dinge hinsichtlich der Preisbildung mit sachlicher Ruhe und Vernunft zu begegnen und sich weder von verantwortlichen, noch von unverantwortlichen Stellen zu Aeußerungen oder Handlungen der Leidenschaft hinreißen zu lassen. Das persönliche Vertrauensverhältnis des Kunden zum Kaufmann, das sich erfreulicherweise nach der Kriegs- und Jnflations- zeit wieder wesentlich gestärkt und gefestigt hat, möge trotz der bedauerlichen Verhetzung einzelhandelsunfreundlicher Stellen auch weiterhin erhalten bleiben, und man darf überzeugt sein, daß es dann gelingt, auch über diese Krise in einer den berechtigten Interessen der Derbraucherschaft weitgehendst Rechnung tragenden Weise Hinwegzukommen. emporgehoben über alles Srdenleid zur vollkommensten Himmelsfreude. Möchten viele Trauernde in dieser Feierstunde Trost und Stärkung finden. Näheres geht aus der heutigen Anzeige hervor. Wohltätigkeits-Konzert. Zum Besten der Hinterbliebenen der Opfer der Bergwerks-Unglücke in Alsdorf und Maybach fand am Mittwochabend ein Kirchenkonzert statt. Das Musikkorps unseres Bataillons unter der Leitung von Obermusikmeister L ö b e r und unter Mitwirkung des Organisten Habicht hatte sich in den Dienst der guten Sache gestellt. Das Programm wies durchweg ernste Musik auf, die ihren Eindruck auf die Zuhörer nicht verfehlte. Das Präludium für Orgel von I. S. Dach war der geschätzte Auftakt, der Trauermarsch aus Beethovens dritter Symphonie („Eroica"), jenes dustere und doch so überragende Werk schuf eine Stimmung, die gerade in diesem Kirchenkonzert das ungeheuerliche Leid derer, denen aus dem Ertrag dieses Konzertes geholfen werden soll, ahnen ließ. Danach folgte u.a. das Ton- gemälde „Kriegers Traum vor der Schlacht". Sehr ansprechend war das Adagio für Violin- cello und Orgel von Bach (Diolincello: Grenadier S ch u b e r t), das Äbendständchen (Hertel) als Solo für Oboe (Oboe: Obergefreiter Schu- bert) und schließlich ein „Largo Religioso" als Solo für Waldhorn (Waldhorn: Anterfeldwebel Nickel). Zum Abschluß spielte das Blasorchester der Militärkapelle „Das Liebesmahl der Apostel" von Richard Wagner, das die ganze Monumentalität Wagners hauptsächlich in den Schlußakkorden offenbar werden ließ. Das Orchester entledigte sich seiner schönen Aufgabe wieder mit sehr viel Liebe und Sorgfalt, Organist Habicht erwies sich als uneigennütziger, feinsinniger Begleiter bei den Solodarbietungen. Erfreulich war es, in Anbetracht des guten Zweckes, festzustellen, daß das Konzert sehr gut besucht war, " Kaufmännischer Derufswett- kampf. Am vorigen (Sonntag fand in Gießen der vom Gau Main-Weser des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Derbandes veranstaltete kaufmännische Berufswettkampf statt. Alle Kaufmannslehrlinge und jungen Kaufmannsgehilfen bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, konnten — so berichtet man uns —, unberücksichtigt ihrer Verbandszugehörigkeit, an den ausgeschriebenen Wettkämpfen in kaufmännischem Rechnen, Situationsaufgaben, Briefwechsel und Kurzschrift teilnehmen. Die große Zahl der Teilnehmer lieferte den Beweis, daß die Iungkaufleute das Streben haben, ihre Derufskenntnisse und Fähigkeiten dauernd zu vervollkommnen. Im Mittelpunkt des Wettkampfes standen auch dieses Iahr Situationsaufgaben. Sie behandelten Geschäfts- Vorfälle, zu denen die Prüflinge Stellung zu nehmen hatten. Die nach der Lage des Falles erforderlichen Maßnahmen waren zu schildern, der notwendige Brief oder der Wortlaut eines Telegramms oder Telephongespräches niederzuschreiben. Rach Beendigung des Wettkampfes wurde unter dem Vorsitz des Diplo-m-Handels- lehrers Dr. Wendel die Prüfung der zahlreich abgelieferten Arbeiten btrrgenommen. Die Ermittlung der Preisträger erfolgt nach einheitlichen Richtlinien für das gesamte Gaugebiet durch den Landesprüfungsausschuh in Frankfurt a. M., für den Hniversitätsprofesfvr Dr. W. K a l - ve r am, Frankfurt a. M., den Vorsitz übernommen hat. Die Sieger im Wettkampf erhalten Ehrenurkunden und Bücher. ** Jagdschutzvortrag in Gießen. Am Sonntagnachmittag veranstalteten der .Hubertus", Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, und der „Bezirksverein Oberhessen des Allg. Deutschen Jagd- jchutzoereins" mit Unterstützung der Hessischen Ministerien des Innern und der Finanzen im Saale des Taf6 Leib einen Vortrag des bekannten Berliner Oer Dreizehnte. Vornan von Anny von panhuyö. Copyright 1929 by Verlag Bechthold, Braunschweig. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Primo hatte schon damit gerechnet, das Geschäft sofort zumachen und sich selbst eine Stellung suchen zu müssen. Nun aber erfuhr er, daß er im wahren Sinne des Wortes reich war. Er war wirklich kein geldgieriger Mensch, aber jetzt war er doch erregt. „Niemals habe ich geahnt, wie hoch sich meines Vaters Vermögen beläuft, er hat mich darüber stets im unklaren gelassen." Der Anwalt gestattete sich, die Andeutung eines Lächelns in die sehr feierlichen Amtsfalten seines Gesichtes einzuschieben. „Don Ios6 war allerdings sehr zurückhaltend in dem Punkte. Hm so angenehmer werden Sie nun überrascht sein." Primo konnte ehrlich versichern: „Ich bin froh, jetzt dem Marques gerecht werden zu können, ohne das Geschäft dadurch auch nur im geringsten ins Wanken zu bringen. Ich stellte mir schon so eine Art von großem Zusammenbruch vor." Vor der Tür des Hauses wartete das Auto und Primo half Montserrat beim Einsteigen. Sie schien das kaum zu bemerken, schien überhaupt nicht zu wissen, was um sie herum vorging. Primo unterbrach unterwegs ihr Schwelgen mit keiner Silbe. Daheim angelangt, bat er, sie möge doch nachher zu ihm kommen. Er mochte allerlei mit ihr besprechen. Sie atmete schwer, er sah es deutlich. „Ich muh sowieso zu dir kommen, meine Sachen ttad ja noch alle drüben in meiner Stube. Ich habe kaum das Notwendigste mitgenommen." Er nickte. „Also ich erwarte dich." lX.na$. sie auf die Portera $uL?ri un° klingelte dann an der Korridortür. Der Packer öffnete ihm. 3uan gebeten, vorläufig nut ihm Die Wohnung zu teilen. Er hatte sich zuerst m einem Hotel einquartieren wollen, um nachts nicht unter dem Dach zu schlafen, wo das furchtbare Verbrecken geschehen, aber er Sotef lästige Neugier. Denn alle Blätter hatten über feine Verhaftung berichtet. So wohnte er denn mit dem treuherzigen ein bißchen derben Iuan zusammen. Iuan hatte die Diele erhellt und durch ein paar Blumen ein bißchen Freudigkeit in den Raum zu bringen versucht, in dem sich das Schrecklich« zu- getragen. Primo Duero beschrieb einen kleinen Bogen um das Stückchen Fußboden, wo fein Vater und neben ihm der getreue Wächter Lobo gelegen. Es wäre ihm unmöglich gewesen, seine Füße auf die Stelle Kriminalkommissars Busdorf über „Wilddiebs- bekämpfung und Förstermorde". Den Gruß der Veranstalter entbot der 1. Vorsitzende des „Hubertus", Herr P a s c o e, an die über 400 versammelten Zuhörer, die sich aus Angehörigen der Verwaltung, Polizei, Gendarmerie, Justiz, Forstverwaltung, des Forstinstituts und der Försterschule sowie der beiden Vereine zusammensetzten, wobei er betonte, daß solche wichtigen Veranstaltungen nur von starken Organisationen ausgehen könnten. Daraus erwachse für jeden, dem es Ernst fei mit dem deutschen Weidwerk, die Pflicht des Anschlusses an eine Jagdoereini- gung. In dreistündigem, von Lichtbildern unterstütztem Vortrag besprach der als Spezialist auf dem Gebiete der Wilddiebsbekämpfung bekannte Vortragende sodann die verschiedenen Formen der Wilderei, damit zusammenhängende jagdrechtliche Fra- gen und vor allem das Verhalten des Jägers und Jagdschutzbeamten. Das ganze der Praxis entnommene Material war geeignet. Den Wilddieb frei von jener Romantik zu zeigen, wie sie ihm gern angedichtet wird, als das, was er ist: eine Gefahr und zu sehen. Er nahm sich vor, sobald es ihm bif Polizei erlaubte, hier bauliche Veränderungen vorzunehmen. Noch mußte der Raum unberänbert bleiben, falls Lokaltermine nötig sein würden. Er ging in das Wohnzimmer und der stämmige vierzigjährige Iuan folgte ihm, sagte treuherzig: „Nichts für ungut, Don Primo, aber ich halte es nicht aus mit einer Frage: Werden wir kaputt gehen? Ich frage nicht aus Neugier, aber ich bin nun gerade zwanzig Iahre im Gefchäst und es wäre traurig, wenn —" Er schluckte verdächtig. „Sie täten mir leid und ich auch. Ich habe doch Familie und es laufen genug Arbeitslose umher." Primo ließ sich in einen Stuhl fallen. „Beruhigen Sie sich, Iuan, es bleibt alles beim alten. Statt bei meinem Vater, arbeiten Sie nun bei mir. Die Firma kann gut und glatt über die Erschütterung fortkommen." Iuan lachte laut auf, doch im selben Moment fühlte er, wie wenig ein Lachen hier am Platze war, in dieser Wohnung, in Gegenwart des Sohnes eines Ermordeten. Er schlug sich auf den Mund. „Verzeihung, Don Primo, ich habe vor Freude gelacht, es überkam mich. Cs war wie eine Befreiung nach der Angst der letzten Tage. Das Drotloswerden stand vor mir wie efn grauenhaftes Gespenst." Primo begriff vollkommen. Ihn hatte das Lachen nicht gestört, er hatte es kaum gehört. Seine Gedanken waren bei Montserrat und er überlegte, was er für sie tun sollte, er war ja nun imstande, ihr reichlich finanzielle Hilfe zu gewähren. Er sagte: „Wenn meine Kusine kommt, führen Sie sie hierher, Iuan." Er brauchte nicht lange auf sie zu warten. Sie kam bald und nahm auf dem Stuhle Platz, den er ihr hinschob. Er begann: „Wir wollen das Thema nicht berühren, das uns beide trennen muß, sondern von andern Dingen sprechen, Montserrat. Ich möchte keine Kritik an dem letzten Willen meines Vaters üben, aber da du doch wie eine Tochter hier im Hause gelebt hast, hätte er dir etwas hinterlassen sollen. Ich möchte das gutmachen. Keinesfalls lasse ich dich mittellos." Sie sah ihn mit Augen an, darin sich Bitternis spiegelte. „Du sagst, ich hätte wie eine Tochter im Hause gelebt? Nein, das stimmt nichtl Nur immer wie eine Stieftochter, wie ein Aschenbrödel. Dann aber kamen ein paar heimliche Küsse von dir und ich träumte von einem Besserwerden. Ich hoffte, nun käme für mich die Zeit des Freiwerdens. Als deine Frau hätte ich Rechte gehabt, bis dahin kannte ich nur Pflichten. Aber als dein Vater mir zum viertenmal einen Freier vorschlug, der mir gleichgültig war und du es nicht wagtest, aufzubegehren und deine wenig brüderlichen Küsse zu bekennen, da war mein Traum zu Ende. Ich will nichts von dir, gar nichts. Die gelegentlichen kleinen Geldsummen, Die mir dein Vater zu WeihGeißel für unsere Wildstände und für ihre berufenen Hüter, die durch derartige Vorträge für eine wirksame Bekämpfung gerüstet werden sollen. *• Deutscher Bankbeamtenverein. Man berichtet uns: Im Restaurant Kobel fand ein Vortrag über das Kreditwesen dec Banken statt. Der Redner schilderte in eindringlicher Weise die verschiedenen Arten der Bankkredite, sowie die gebräuchlichsten Arten der hierzu erforderlichen Deckungen bzw. Sicherungen. Er streifte dabei auch das Hypothekenwesen, welches Gebiet einem der nächsten Vorträge Vorbehalten sein soll. Der Redner schloß seinen Vortrag in der Hoffnung, daß besonders die jüngeren Herren einen wertvollen Einblick in das für die Banken so wichtige Gebiet des Kreditwesens erhalten haben. ** Dund der Hotel-, Restaurant- und Cafeangestellten. Man berichtet uns: Die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Hotel-, Restaurant- und Caföangestellten (Union Ganymed) hielt eine Versammlung ab. in welcher der | nachten, zum Namenstag und Geburtstag gab, | habe ich zufammengespart, ich will damit mein Heil versuchen. Irgendwo draußen, weit von hier, finde ich vielleicht eine Ecke, die eine Heberflüssige aufnimmt." Sie hatte fast ruhig gesprochen. Er machte ein paar Schritte durch das Zimmer. „Du weißt, Montserrat, ich hatte genau wie du Scheu vor Vaters herrischer, befehlshaberischer Art, die keine Auflehnung duldete. Ich gebe ehrlich zu, mich feige benommen zu haben. Run konnte ich gutmachen, nun könnten wir heiraten, wenn wir die häßliche Szene auszulöschen vermöchten im Zimmer der Portera nach meiner Freilassung. Aber da das nicht geht —" Sie fiel ihm ins Wort: „Laß, laß, suche nicht nach Redewendungen, die dich von aller Schuld mir gegenüber frei machen. Ich habe dich um Vergebung gebeten, auf die Knie vor dir fallen kann i ch nicht. Aber selbst wenn du wolltest, ich möchte nicht mehr deine Frau werden. Du hast gegenüber deinem Vater nicht den Mut aufgebracht, dich zu mir zu bekennen. Da war ich schon innerlich mit dir fertig." Er senkte ein wenig den Kopf. „Du hast recht, Montserrat. Aber nun bitte ich dich, nimm von mir etwas an, damit du wenigstens nicht in Not kommen kannst." Sie machte eine abweisende Gebärde. „Keinen Centimo, nachdem ich nun durch das Testament weiß, es lag den Absichten deines Vaters völlig fern, mir ein wenig von seinem vielen Geld zu schenken. Ich werde jetzt meine Sachen in meinem Zimmer einvacken und sie nachher mit dem Sohn der Portera holen." Er dachte, es wird schon Rat werden, ihr auf irgendeine Weise beizustehen. Er erwiderte: „Du bist hier zu Hause, gehe ein und aus nach deinem Belieben." Sie erhob sich. „Ich habe niemals ganz zu Hause mich hier gefühlt, daß ich aber gar nicht zu Hause war, das weih ich erst, feit ich den Passus über mich im Testament deines Vaters kenne." Sie blickte an ihm vorbei. „Ich gehe jetzt in mein Zimmer." Primo Duero blieb noch ein Weilchen sitzen und erhob sich dann schwerfällig. Er war so müde, so entsetzlich müde von allem und es stand ihm noch so viel Arbeit bevor, für die er einen klaren Kopf brauchte. Nach ungefähr Stundenfrist klopfte er an Montserrats Zimmer. Es erfolgte keine Antwort, und als er die Klinke niederdrückte und die Tür öffnete, fand er die Stube leer. Er seufzte. Wie traurig war das alles, wie bittertraurig. Keinen Menschen besah er, der ihm nahestand, keinen, mit dem er hätte von allem sprechen können, was sein Herz belastete. Wie ein Schatten huschte die blonde Lieblichkeit I Eva Hirtbergs an seinem geistigen Auge vorüber, Professor Carolus,-- der berühmte Pionier der Fernsehforschuna, erhielt die Goldene Medaille des Heinrich- Hertz-Jnstituts. stellvertretende Vorsitzende Karl L ü r s s e n, Leipzig, einen Vortrag über den „Lohnabbau im Gaststättengewerbe" hielt. Der Redner führte ungefähr folgendes aus: Die Wirtschaftskrise wirke sich im Gaststättengewerbe besonders schwer aus, um ft> mehr, als auch der Fremdenverkehr wesentlich eingeschränkt werde, der zum großen Teil für das Hotelgewerbe die Grundlage bedeute. Hinzu komme eine als einseitig empfundene steuerliche Belastung, die die Gasthausangestellten weit hoher belaste, als die Angehörigen anderer Gewerbe. Man sei in den Kreisen der Gasthausangestellten nach Maßgabe gerechter Verteilung bereit, Lasten tragen zu helfen. Bei einem Lohnabbau, von dem in letzter Zeit so viel gesprochen werde, käme es, so führte der Redner u. a. aus, weniger auf die zahlenmäßige Hohe an, als auf das Verhältnis von Lohnbetrag zur Kaufkraft. Solange der Preisabbau nicht weiter fortgeschritten sei, könne von einem Lohnabbau nicht gesprochen werden. Die Gasthausangestellten konnten sich deshalb mit einem Lohnabbau von 25 bis 40 Prozent, wie er gewünscht werde, nicht einverstanden erklären, da ein Lohnabbau in dieser Hohe nicht gerechtfertigt sei. Der Redner wandte sich weiter gegen di« lange Arbeitszeit, die in den meisten Gaststätten, besonders in Den kleineren Städten und Orten, verlangt werde. Wenn auf diesem Gebiete Wandel geschaffen werde, könne der Arbeitslosigkeit zu einem Teil entgegengewirkt werden, denn nach den Feststellungen des 'Verbandsnachweises seien 54^276^ Gasthausangestellte ohne Erwerbsmög- Oberheffen. Oie engeren Bewerber um den Grünberger Bürgermeisterposten. 4~ Grün berg, 20. Nov. In der gestrigen Gemeinderatssitzung, in der u. a. auch die Wahl eines Berufsbürgermei- sters zur Beratung stand, wurden durch eine vorläufige geheime Abstimmung, bei der jedes Gemeinderatsmitglied einen Stimmzettel mit sechs ihm geeignet erscheinenden Bewerbern ausfüllte, die für die engere Wahl in _Aussicht kommenden Kandidaten für den Dürgermeisterposten ermittelt. Folgende sechs Bewerber kommen in die engere Wahl: 1. Diplom-Volkswirt Dr. Karl Schmidt, Gießen, 11 Stimmen: 2. Ober-Stadtsekretär Heinrich Scheich. Frankfurt a. M.--Griesheim, 1 Stimmen; im nächsten Moment entriß ihn Iuan feiner dumpfen Versonnenheit. Er rief durch die halboffene Tür: „Ein Herr ist gekommen und möchte Sie dringend sprechen. Don Primo." Als der Gerufene sich erhoben hatte und sich in 2uans Nähe befand, wisperte der ihm wichtig zu: „Ich glaube, es ist einer von der Polizei, toemt er auch anders tut." Primo Duero fand im Bureau einen behäbig und gemütlich aussehenden Herrn, einfach gekleidet wie ein Rentier, der sich ziemlich nach der Deck« strecken muß. Er wartete, bis Primo Duero die Tür hinter sich geschlossen hatte, dann erst sagte er in gedämpftem Tone, als fürchte er Lauscher: „Ich bin Kriminalbeamter, mein Name ist Aorba und ich möchte Sie bitten, mir zu sagen, wo die roten Kostüme für den Rosenmontag angefertigt wurden. Der Gefragte gab Auskunft. »Alle zwölf wurden bei Andreu in der Call« San Pablo angefertigt. Ich selbst unterhandelte mit Andreu." Qlorba wiederholte den Namen „Andreu" und meinte dann: „Cs müssen aber dreizehn Anzüge gemacht worden sein. Daß die offiziellen zwölf vorhanden sind, wissen wir, aber jetzt habe ich. wenn ich mich nicht sehr täusche, den dreizehnten Anzug entdeckt." Primo Duero blickte den andern gespannt an. „Bitte, sprechen Sie schnell, die Neuigkeit erregt mich furchtbar." Aorba winkte ab. „Langsam und hübsch der Reihe nach will ich erzählen. Aber setzen werd« ich mich nicht mehr, denn wir müssen nachher gleich fortgehen." Er entzündete eine Zigarette und begann nach kurzem, kräftigem Zug: „Vorhin schlenderte ich über den Gncantes. Sie wissen wohl, das ist der Trödelmarkt unserer Stadt. Manchmal findet man dort allerlei für unfertigen interessante Spuren. Außerdem habe ich dort einen alten Bekannten, den ich gern mal toicber in Nummer Sicher bringen möchte. Beim Bummeln komme ich an einem Stand vorbei, wo tine alte Hexe getragene Damenkleider verkauft. am. bon Ehansonetten und Tänzerinnen der Slngspielhallen und dergleichen. Hnd dabei befindet sich ein roter Clownanzug. Hübsch und sauber noch, und scheinbar ganz genau von der Machart der zwölf andern Anzüge, die ja alle vorhanden sind. Ich kenne die Althändlerin, fie wich aber nicht. Ihren Kreinpel wird sie meist wieder an Singspielhallensterne niedrigster Qualität los. Ich habe mir das Kostüm aufheben luss^N' habe der Alten gesagt, ich wüßte einen Käufer dafür, den ich sofort holen würde. Mit dem Käufer meinte ich Sie. Hnd nun kommen Sie, bitte, mit mir und gucken Sie sich den Anzug genau an. Wir tragen ihn dann zu Andreu, bei dem er also wohl als dreizehnter Anzug gearbeitet wurde. Er muß doch sagen können, für wen er ihn machte." (Fortsetzung folgt) 3. Diplom-Volkswirt Walter Köhler, Ortenberg, 6 Stimmen: 4. Dr. rer. pol. Reinhold Weiher, Alsfeld, 6 Stimmen: 5. Derwaltungs- beamter Karl R a g e l, Giehen, 5 Stimmen: 6. Ingenieur und stud. jur. et rer. pol. Ernst Scheid, Butzbach, 5 Stimmen. Weitere 16 Bewerber erhielten weniger als 5 Stimmen. Diese, sowie alle übrigen Bewerber gelten als ausgeschieden. Die Mitglieder des Gemcinderats sollen sich alsbald eingehend mit den Bewerbungsschreiben dieser sechs Herren vertraut machen: in einer weiteren Sitzung soll dann entschieden werden, ob eine nochmalige Ausscheidung vorgenommen werden soll, oder ob alle sechs Bewerber zwecks näheren Kenncnlernens vor dem Gemeinderat erscheinen sollen, um dort ihre Auffassung über die Führung des Bürgermeisteramts zu entwickeln. Landkreis Gießen. g. Klein-Linden. 2C. Rov. Der G e- sang-Berein „Harmonie" hielt im Gasthaus „Zur Burg" eine außerordentliche Hauptversammlung ab, in der das aktive Mitglied Willi 3un g zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt wurde. Am Totensonntag beteiligt sich der Verein an dem Massenchor, zu dem sich die hiesigen Gesangvereine für die Gefallenengedenkfeier zusammenfinden werden. tfl Lollar. 20. Rov. Die „Hassi a"- 3 u - gendgruppe ,Hindenburg" in Lollar veranstaltete einen Deutschen Abend. Die Kapelle Lhnker spielte zunächst einen Eröffnungsmarsch. nach dem Treubekenntnis der 3ung- mannschaften sang man gemeinsam das Lied der Kyffhäuserjugend. Der Ansprache des Führers der 3ugendabteilung folgten ein Dorspruch und die Aufführung eines Weihefestspiels „Reuer Frühling". Ein lustiger Einakter führte im weiteren Verlauf des Abends die Zuhörer in die Zeiten vor 1914 zurück und erinnerte an die Militärzeit. Mundartliche Vorträge und eine Reihe gelungener Schattenbilder bildeten den Abschluß des Programms. Vertreter der übergeordneten Verbände überbrachten beste Grüße. Bezirksjugendführer D o n h a r d konnte an fünf 3ungvolkmannen für fünfjährige Mitgliedschaft die silberne Ehrennadel überreichen. Der Veranstaltung wohnte auch eine 20 Mann starke Abteilung der »Hassia"-3ugend- gruppe Atzenhain bei. * Alten - Vuseck, 20. Rov. Aus Anlaß feines 65jährigen De st eh en s hatte der Spar- und Dorschuhverein zu Alten- D u s e ck seine Mitglieder zu einer Feier eingeladen, die gut besucht war. Der Dorsihende des Aufsichtsrats, Louis Einhäuser, begrühte die Gäste, besonders den Derbandsrevisor Hartmann (Giehen). Sodann erwähnte er die Gründe, die den Dorstand bewogen hätten, diese Feier im engeren Rahmen zu begehen, und gedachte des auf tragische Weise ums Leben gekommenen Mitgliedes Wilhelm Kaspar Rabenau. Direktor Schwalb schilderte im An- schluh daran den geschichtlichen Werdegang des Vereins. Tie verstorbenen Bürgermeister Wage n b a ch, Gemeindeeinnehmer S e u l i n g und Lehrer Rabenau seien die Gründer des Vereins gewesen und hätten es verstanden, schon im ersten Geschäftsjahr den Verein auf eine bedeutende Höhe zu bringen. Der Ausbruch des Krieges und seine Rachwirkung mit der 3nflation hätten dann, wie alle Geldinstitute, so auch den hiesigen Verein im Rovember 1923 vor ein Richts gestellt. Hm den Wiederaufbau zu ermöglichen, trat der Verein dem Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften in Darmstadt bei. Langsam doch sicher sei man vorwärts gekommen, so daß Der Verein im obgelaufenen Geschäftsjahre alle Kreditsucher, soweit Sicherheit bestand, mit eignen Mitteln befriedigen konnte. Der rührigen Tätigkeit des Lehrers Feh sei es zu verdanken, dah die Schulsparkassc befriedigende Einlagen abwarf. Auch die Karlengclder seien trotz bec wirtschaftlichen Rot noch befriedigend. Derbandsrevisor Hartmann übermittelte die Grüße und Wünsche des Derbandes. Die Geschäftsführung und die leitenden Organe des Vereins hätten stets einen guten Ruf genossen, und das könne er auch von der jetzigen Geschäftsführung und dem Vorstand und Aufsichtsrat sagen. Der Redner warf sodann einen Rückblick auf die Gründung der Genossenschaften, erinnerte an Männer wie Schultze-Delitzsch uui> Raiffeisen, die als die ersten Gründer der Genossenschaften angesprochen werden müssen, und an den Vorkämpfer der hessischen Genossenschaften Wilh. Haas. Heute sehe man Männer ohne Unterschied der Partei und des Berufs an den führenden Stellen der Genossenschaften. Don Oberhessen könne man sagen, dah die Kreditgerwssenschaften den Wucher unterbunden hätten, und so sehe man heute säst in allen Ortschaften Kreditgenossenschaften. 3m Anschluß daran hielt der Redner noch einen Dortrog über „Bezugs- und Absahgenossen» schaften", der trotz der vorgeschrittenen Zeit aufmerksame Zuhörer und herzlichen Beifall fand. Der Dorsitzende dankte Herrn Hartmann für feine sachkundigen Ausführungen und forderte alle Mitglieder auf. auch, weiterhin für die Interessen und Förderung des Vereins einzu- stehen. Kreis Friedberg. Bad-Rauheim, 20. Rov. Die hiesige Däckerinnung gibt bekannt, daß sie der schlechten Wirtschaftslage durch Herstellung einer dritten Drotsorte (reines Roggenbrot) in vorzüglicher Qualität zu verbilligtem Preise Rechnung tragen wird. Es gelten hier ab heute folgende Preis« für daS V'er-Psund-Brot: Weizen-Mischbrot 90 Pf., Roggen-Mischbrot 78Pf.: reines Roggenbrot 70 Pf. GtaatsbürgerlicheBildungstagung Weltpolitik und Weltwirtschaft in wissenschaftlicher Betrachtung. Die Landesabteilung Hessen der Reichs- zentrale für Heimatdienst, der amtlichen Aufklärungsstelle der Reichsregierung veranstaltete in Verbindung mit dem Kreisamt und dem Kreisschulamt am Mittwochvormittag im Eafs Leib zu Gießen eine staatsbürgerliche Bildungstagung, die einen außerordentlich anregenden Verlauf nahm. Provinzialdirektor G r a e f eröffnete die Tagung und hieß die Besucher — Lehrer, Bürgermeister, Beamte nahmen hauptsächlich daran teil — willkommen. Er wies darauf hin, daß es die Aufgabe der Bildungstagung sei, einen Hcberblick über weltwirtschaftliche und weltpolitische Zusammenhänge ohne parteipolitische Trübung gewinnen zu lassen. Dr. S t e u b e r, der Leiter der Landesabteilung Hessen des Heimatdienstes, sprach dann einige Worte der Einführung, betonte, daß wir nicht aufhören dürften in der Arbeit, in das politische Dickicht einzudringen und zur Wahrheit vorzustoßen. Sodann sprach Oberstudiendirektor Dr. Weiner, Offenbach, über das Thema: „versuch einer weltpolitischen Bilanz". Die deutsche Politik, so führte er u. a. aus, könne nur im Zusammenhang mit der weltpolitischen Lage betrachtet werden. Er griff im ersten Teil seines Vortrages zurück in die Geschichte, erinnerte an Aufstieg und Verfall von Weltreichen, würdigte insbesondere die englische Politik der letzten 3ahrhunderte in einer eingehenden Betrachtung. 3m zweiten Teil seines Vortrags sprach er über die Krise der Weltwirtschaft, über die Rivalität Englands und Amerikas in wirtschaftlicher und militärischer Hinsicht, über die Pläne Driands für ein Paneuropa als das Gegengewicht zur anglo-ameri- kanischen Macht, kennzeichnete weiter die Stellung von Polen und Italien auf dem Schachbrett der Weltpolitik. Mit großem Interesse folgten die Zuhörer den Ausführungen über die finanziellen Kräfteverhältnisse und die unangreifbare Vormachtstellung Amerikas auf dem Geldmarkt. Schließlich überhöhte der Redner seinen Vortrag im letzten Abschnitt in der Behandlung der Krise des Imperialismus und Kapitalismus. Prof. Dr. Mommsen, Marbürg, referierte über „Möglichkeiten der Politik eines besiegten Volkes" und führte aus, daß, nachdem die Tatsache unbestreitbar sei, daß Deutschland den Krieg verloren habe, man sich klar werden müsse, was einem besiegten Volke zu tun möglich sei. Er wies — nicht als Lehrbeispiel, sondern lediglich als Parallele — auf die Erfüllungspolitik hin, die Freiherr vom Stein betrieben und die Geschicke des Landes doch günstig beeinflußt habe, daß die Franzosen in den dem Kriege von 1870 folgenden Iahren ihren Verpflichtungen auch nachgekommen seien. Es wäre aussichtslos gewesen, den Versailler Vertrag nicht zu unterschreiben, denn die nach langen Verhandlungen geschaffenen und im Versailler Diktat niedergelegten Kompromißlösungen zwischen den Siegerstaaten hätten im Fall der Ablehnung von deutscher Seite eine Katastrophe herbeizuführen vermocht, zudem man in Kreisen des französischen Militärs darauf wartete, im Falle der Richtunterzeichnung Deutschland zu besetzen. „Alles fließt", so fuhr der Redner u. a. fort, und Verträge hätten keine Ewigkeitswerte, weder der Versailler Vertrag, noch der Poungplan. Es dürfe aber nicht vergessen werden, daß die amtliche Politik eines Landes doch immer nur so getrieben werden müsse, dah bestehende Verträge nicht verletzt würden. Die Zukunft werde auch die Aushöhlung des Friedenspaktes und die Revision des Poungplanes bringen. Warnen müsse man vor voreiligen Forderungen, vor Revisionsanträgen im falschen Augenblick. Eine Politik abwartender Geduld sei noch lange nicht schlechte Politik. Der Redner beschäftigte sich sodann noch kurz mit dem deutschen Verhältnis zu Italien, wies auf die Gefährlichkeit eines deutsch-italienischen Bündnisses hin, das in sicherer Form vor dem Kriege viel nötiger gewesen sei, als im jetzigen Augenblick. Der Redner wies noch darauf hin, daß mit großen Parolen allein einem Volke nicht geholfen werden könne, dah vielmehr nur die mutige und verantwortungsbewuhte Tat das Entscheidende sein könne. In der Aussprache über diesen Vortrag gab der Redner auf Fragen die Antworten, daß der Beitritt Deutschlands zum Völkerbund zu begrüben fei, da wir doch nunmehr „dabei find", wenn über Deutschlands Geschicke verhandelt werde. Die französische Rheinpolitik der Zukunft betrachte er als abhängig von Weltpolitik: sie sei übrigens nur ein Faktor und nicht der Faktor der französischen Bestrebungen. Hm zu einer möglichst objektiven Meinung zu gelangen, empfahl der Redner die Lektüre auch der gegnerischen Zeitung, wies jedoch daraus bin, dah eine absolute Objektivität nicht zu erreichen sei, da die Politik meist auch eine weltanschauliche und somit individuelle Frage darstelle. Den dritten Vortrag des Tages hielt Hatoer* sitätSprof essvr Dr. R o p k e , Marburg, über „Deutschland In der Weltwirtschaftskrise". Er führte u. a. aus: Es sei unbestreitbar, daß! unsere Zeit im Zeichen eines EpochcnwechselS stehe, es läge Schicksal in der Luft, und es gingen und bereiteten fich Dinge vor, die tatsächlich noch nicht dagewesen seien. Reben der Erkenntnis, das Reichtum allein die soziale Frage nicht zu lösen vermöchte, gehe das erste Mal eine anti- kapitalistische Bewegung durch Deutschland und die Welt. Aber die Bewegung sei gesährlich, da man an die Stelle deS Kapitalismus nichts anderes zu sehen wisse. Die Krisen der Weltwirtschaft seien nicht jene periodisch auftretenden Störungen, sondern lägen in den besonderen Hmständen bedingt. Rationalismus und die damit verbundene ungeheure Heberproduktion hätten kein Gegengewicht in der entsprechenden Absatzmöglichkeit gefunden. Allerdings fei, so führte der Redner u. a. weiter aus, Die Lage dadurch besonders schwierig geworden, dah der Staat und der staatliche Eingriff in die Preisbildung sowie die Monopolwirtschast gerade in Deutschland das Wirtschaftsleben unbeweglicher und weniger anpassungsfähig gemacht hätten, und dadurch die Krise sich anhaltender gestalte. Eine Prognose der Weltwirtschaft müsse ungünstig lauten, die Lage unseres Landes aber, di« guten Bodenverhältnisse, das günstige Klima, di« vielen Möglichkeiten der Expansion, gegeben durch die zentrale geographische Lage, nicht zuletzt aber die stete geistige Aktivität und die Spannkraft unseres Volkes, machten die Heberwindung der Krise, der wie in einem Starrkampf gebunden liegenden Wirtschaft wohl möglich. Zum Schluß feines Vortrags ging der Redner noch auf die augenblicklichen Bestrebungen zum Preis- und Lohnabbau ein, Aktionen, die er als gefährlich erachten müsse, wenn die Kraft des Konsumenten dadurch weiter geschwächt werde. Die Aussprache über den Vortrag wurde sehr sachlich geführt, gelangte indessen in Anbetracht der vorgeschrittenen Zeit nicht zum völlig befriedigenden Ergebnis. Zum Schluß dankte Dr. S t c u b e r den Rednern, gab der Meinung Ausdruck, daß es in unserem Vaterlande ganz anders bestellt wär«, wenn auch die politischen Versammlungen den Dharakter dec hier bekundeten klaren Sachlichkeit tragen würden, Die dem staatsbürgerlichen Dil- dungstag eigen gewesen sei. 0,60 u. 7. Bei rissiger Haut Penaten- Creme im MW ■ ■ im Blaubond Des Kindes Wohlbefinden hängt von seiner Ernährung ab. Sein prachtvoller Appetit verlangt nach häufiger Sättigung durch wärmespendende Nahrung. Die Mutter weiß, was nottut. Sie gibt ihren Kindern reichliche, kraftspendende Ernährung. Sie gibt ihnen edle, frischduftende RamaMargarine mit jedem Essen. Gleichmäßig reich und gut sei jede Mahlzeit, die auf denTisch des Hauses kommt Die kluge Hausfrau kocht mit dem Feinsten, damit ihre >.'W W z ; /ZA Jugendliches Leben, Wärme und Kraft durch reichlichen Genuss der nahrhaften Rama!! --------------- MARGARINE Speisen an Wert gewinnen. 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Scherf tanmarkt Hal Gelsenkirchen, 1 bis 1,5 Prc nehmungsmar 1 Prozent reli Der gute Ge /Auslände ein schwächer erö Jemberg, Bell Llohd. Am Prozent erhöht, hallen nur ge Aentenmarklnei Ion Ausländer ein. Im Derla Glatlstellu stärkeres Ange meisten Werte fangsnive« klein war. Am nach Tages Lagesgeld toui vlscnmarkt non gegen Pfund gegen Paris 1 Madrid 42,70, land 12,0713. Berlin, T. Bormillogsver nung hören, dl Reichsaußemnr günstigen Eint auch vielleicht tendenz eintretc Beginn des of belehrt. Wiede g u n g, wahrer Derkäuier aus Schwäche der; sche Abgaben schwierigkeilen amerikanischen wurde die n< Zentralbank a 6chwierigkeiter nisch-Britisch L e>n Kapitalzus meiöbar fein b bon Efekutione flrma wissen. ! zung zwischer stützte bei »«Ira $at,ier »tlrug ’ »'« 2 Troj" hh %; ifli von ig>7 ÄS'”* .Ä,e' *vrant| r..' _ Jo/1'1 ^nibar'ft */o firanff c.h‘ I «। Hr. 275 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Sreitag, 21. November 1950 Wirtschaft. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. Dov. Tendenz: schwach. — 3m heutigen Dormittagsverkehr setzte sich die Abwärtsbewegung aus Mangel an Anregungen und Aufträgen weiter fort. Hinzu kam noch die schwache gestrige Deu- Yorker Börse und die Schwäche der Pariser Börse. Ferner verstimmte die weitere Bankinsolvenz in den Bereinigten Staaten und Frankreich. Zu Beginn des offiziellen Marktes machte sich jedoch ein Tendenzumschwung bemerkbar. Dach den ersten Kursen schritt die Spekulation auf einige eintreffende Orders und eine leichte Interventionstätigkeit der Banken zu Rückdeck i'ngen. Das Geschäft konnte vorübergehend ziemlich lebhafte Formen annehmen. Die Bede des Reichsauhen- Ministers C u r t i u s im Reichsrat machte ebenfalls einen günstigen Eindruck, doch ging eine nennenswerte Anregung hiervon nicht aus.Gegen- über der gestrigen Abendbörse brachten die ersten Dotierungen^ überwiegend Abschwächungen bis zu 1 Prozent. Etwas stärker gedrückt eröffneten Conti-Gummi minus 3 Prozent und Salzdetfurth mit minus 3,5 Prozent. Am Clektromarkt war die Kursentwickelung nicht ganz einheitlich. Während Siemens, Licht & Kraft bis zu 1 Prozent gewinnen konnten, lagen Schuckert 1 Prozent niedriger. Am Chemiemarkt waren Farben knapp gehalten. Scheideanstalt minus 1 Prozent. Der Montanmarkt hatte überwiegend schwächere Kurse. Gelsenkirchen, Rheinstahl und Mannesmann lagen 1 bis 1,5 Prozent abgeschwächt. Am Dauunter- nehmungsmarkt lagen Wayß & Freitag mit minus 1 Prozent relativ wenig niedriger, da anderseits Der gute Geschäftsgang der Tochterfirmen im Auslande eine Stühe bot. Dis zu 1 Prozent schwächer eröffneten noch Deutsche Linoleum, Demberg, Zellstoff Waldhof und Norddeutscher Lloyd. Am Bankenmarkt lagen Reichsbank 1,25 Prozent erhöht, die übrigen Werte dieses Marktes hatten nur geringfügige Veränderungen. Am Rentenmarkt neigten Altbesih weiter zur Schwäche. Von Ausländern büßten Zolltürken 0,25 Prozent ein. Im Verlaufe schritt die Kulisse wieder zu G l a t t st e l l u n g e n, da zu den Kassakursen stärkeres Angebot vorgelegen haben soll. Die meisten Werte gaben bis unter das Anfangsniveau nach, wobei das Geschäft sehr klein war. Am Geldmarkt war die Dachfrage nach Tagesgeld sehr stark. Der Sah für Tagesgeld wurde auf 6 Prozent erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dolla r4,196O, gegen Pfund 20,38, London gegen Kabel 4,8564, gegen Paris 123,62, gegen Mailand 92,75, gegen Madrid 42,70, gegen Schweiz 25,0575, gegen Holland 12,0713. Berliner Börse. Berlin, 21. Dov. Konnte man im heutigen Vormittagsverkchr noch verschiedentlich die Meinung hören, daß die gestrige Rede des deutschen Reichsauhenministcrs im In- und Auslande einen günstigen Eindruck machen müßte und dadurch auch vielleicht eine Besserung in der Börsen- tcndenz eintreten könnte, so wurde man schon zu Beginn des offiziellen Verkehrs eines anderen belehrt. Wieder überwog die Abgabeneigung, während anderseits das Ausland als Verkäufer auftrat. Die besonders auffallende Schwäche der Kaliaktien führte man auf französische Abgaben im Zusammenhang mit den Bank- schwicrigkeiten zurück: Conti Gummi usw. sollen amerikanischen Ursprungs sein. Viel diskutiert wurde die neue Dankinsolvenz in USA., der Zentralbank and Trust Co. in Ashville und die Schwierigkeiten des ABC-Trustes (Amerika- nisch-Britisch und Continental Corpora!), bei dem ein Kapitalzuschnitt von über 2‘ 2 bis 1 unvermeidbar sein dürfte. Außerdem wollte man auch von Cfekutionen für eine hiesige mittlere Dankfirma wissen. Die gemeldete S t i ck st o f f e i n i- gung zwischen der I.-G.-Farben und Mont Cenis stützte den Farbenkurs etwas: während bei diesem Papier der Derlust gegen gestern nur V« Proz. betrug, waren die Durchschnittsabschläge 1 bis 2 Proz. Darüber hinaus verloren Hirsch Küpser, Sarotti, Klöckner und Köln-Deuessen 2 bis 3 Proz. Anderseits zogen Julius Derger bis 2 Proz. an. Ganz aus dem Rahmen fielen Basalt, die zunächst nur mit Minus-Minus- Zeichen eröffneten und dann um 12 Pcoz. niedriger einsetzten. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Don Ausländern Türken weiter nachgebend. Der Pfandbriefmarkt war still. Reichslchuldbuchfor- derungen etwas leichter, besonders spätere Fälligkeiten zirka 1/i Proz. niedriger. Die Geld- sähe waren wenig verändert. Dur Tagesgeld konnte sich auf 4 bis 6 Proz. ermäßigen. Im Der- laufe zunächst abbröckelnd, später benutzte die Dörse die niedrigeren Kurse zu Rückkäufen. Berliner Produktenmarkt. D e r l i n. 20. Dov. Das Geschäft am Produktenmarkte kam nach der gestrigen Verkehrsunter- brechung heute nur schleppend in Gang. An den überseeischen Terminmärkten ist inzwischen unter heftigen Schwankungen eine weitere Abschwächung eingetreten, die sich jedvch hier kaum auswirkte. Das Inlandangebot von Drotgetreide hat sich trotz des Witterungsumschlages noch nicht verstärkt, die Dachfrage der Mühlen bleibt allerdings angesichts des unbefriedigenden Mehlabsatzes gleichfalls gering. Für Weizen waren die Dortags- preise weder im Prompt- noch im Lieferungsgeschäft zu erzielen und es ergaben sich Preisrückgänge um eine bis zwei Diack. Roggen zur prompten Verladung wird an der Küste und an' den binnenländischen Verladestationen zu stetigen Preisen ausgenommen, in Berlin waren die Käufer vorsichtig, zumal in den letzten Tagen bei Festsetzung der amtlichen Dotiz wieder Stühungsläuse zu beobachten waren. Der Lieferungsmarkt war ruhig und in den vorderen Sichten knapp behauptet. Weizen- und Roggenmehle werden nur für den notwendigsten Bedarf gelaust, die Gebote lauten niedriger. Hafer bei kleinem Angebot im Promptgeschäft behauptet. Gerste stetig. Cs notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 248 bis 249 (schwächer). Dez. 259 bis 259,50, März 271,50, Mai 281; Roggen, märkischer, 151 bis 153 (schwächer), Dez. 172,50, März 185 bis 184,75, Mai 191,50 bis 191; Braugerste 186 bis 212 (stetig); Futter- und Industriegerste 170 bis 180; Hafer, märkischer. 141 bis 151 (ruhig). Kirche und Gchule. »er. Homberg, 20. Dov. Der vergangene Sonntag stand hier im Zeichen der Mission. Im Dormittagsgottesdienst hielt der Baseler Missionar Schmoll die Predigt, in der er die überaus schwierige Missionsarbeit an den heidnischen Völkern schilderte, die von ihrem Götzenglauben nur sehr schwer ablassen könnten. Im Abendgottesdienst zeigte der Missionar einen Film von Borneo, seine ehemalige Wirkungsstätte, den er durch seinen Vortrag ergänzte und den Zuhörern einen vollkommenen Eindruck des tropischen Landes und seiner Eigenarten vermittelte. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Wasserversorgung der Gemeinde Garbenteich. Schon längere Zeit trägt man sich in Garbenleich mit dem Gedanken, demnächst zum Dau einer Wasserleitung zu schreiten. Alle Bewohner freuten sich auch, über kurz oder lang glückliche Besitzer einer Wasserleitung zu sein. Pläne und Doran- schläge wurden durch den Herrn Bürgermeister beantragt. Diese sind auch von der Behörde angefertigt, ja sogar die Arbeiten ausgeschrieben worden, so daß jeden Tag der Zuschlag erteilt werden konnte. Cs war für uns alle klipp und klar: die Gemeinde Garbenteich baut die Wasserleitung. Es sollte jedoch anders kommen. Am vergangenen Sonntagabend beraumte das Ortsoberhaupt eine Hausbesiherversammlung an, die sehr gut besucht war. Was diese für einen Zweck haben sollte, weih man allerdings bis heute noch nicht. Der Bürgermeister teilte mit, daß die Dersamm- lang keinerlei Einfluß auf die Wasserleitung habe, sondern alles einzig und allein von seinen Getreuen (dem Gemeinderat) bestimmt würde. Weiter erklärte er, daß es bis heute noch unbekannt wäre, woher das Geld für den Bau genommen werden solle. Der Gemeindevorsteher hat anscheinend nicht mit dem Widerstand jener Kreise gerechnet, die sich als Steuerzahler dessen bewußt sind, daß man ohne Geld nicht bauen kann, so wenig es möglich ist, ohne Pulver zu schießen. Die Kreise der Bürgerschaft, die das Geld für derartige älnterneh- mungen auf dem Wege erhöhter Steuerzuschläge aufbringen müssen, haben ein berechtigtes Interesse daran, zu wissen, was verhandelt wurde. Schon vor zwei Jahren wurde durch den alten Gemeinderat der Beschluß gefaßt, keine Brunnen mehr zu graben, sondern zum Dau einer Wasserleitung zu schreiten. Mithin wäre genügend Zeit gewesen, sich intensiv mit der Finanzierung zu befassen, damit jetzt wenigstens ein größerer Betrag zur Verfügung stände. Allerdings ist bis heute, kann man sagen, nichts unternommen worden. Warum wurden nicht damals, als der Staat Millionenkredite bewilligte, rechtzeitig die nötigen Schritte unternommen? Wir alle hoffen, daß die maßgebende Behörde Einsicht hat und auch uns, einer der letzten Gemeinden im Kreise Gießen, dazu verhilft, die Mittel zu erhalten, um den schon lange ersehnten Dau der Wasserleitung in absehbarer Zeit ausführen zu können. Einer für alle. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 279. Don H. R. Wood. 3 2 6 5 4 8 7 1 a b 7 3 2 8 6 5 4 Weiß Schwarz. d e Weiß. setzt in zwei Zügen matt. zieht und g h Weih 6 Steine: Kg4; Ddl; Th5; Lf6; Se8; Bb2. Schwarz 7 Steine: Ke4; Tc4, c6; Sc7, g6; Bc3, e3. Partie Nr. 208 Die nachstehende Partie wurde in der 13. Runde des Schachländerkampfes zu Hamburg gespielt. Spanische Eröffnung. Weiß: Dr.A.Dajda-Llngarn. Schwarz: H. Wagner-Deutschland. 1. e2 —e4 1. e7 — e5 2. Sgl-f3 2. Sb8-c6 3. Lfl-b5 3. a7-a6 4. Lb5-a4 4. Sg8-f6 5. d2-d3 5. d7-d6 Durch den gewählten Ausbau soll die Mitte gesichert und später ein Königsangriff eingeleitet werden. Hierzu soll der weihe Springer nach g3 gebracht werden. 6. c2-c3 Um nach 6.....b5 nicht durch nachfolgendes Sa5 den K.-2äufer tauschen zu lasten 6. ... 6. Lf8-e7 7. Sbl-d2 7.0-0 8. Sd2 — f 1 8. b7-b5 9. La4-c2 9. d6-d5! Hierdurch erlangt der Dachziehende Gegenspiel. 10. Lei-d2 11. Sf3-g5 12. f2 — f3 13. h2-h4 14. Sg5-h3 15. d3xe4 16. Ddl -e2 Das Schlagen des weißen Angriffsplänen 17. Tal-dl 18. Sh3-f2 19. b2-b3 10. Lc8-e6 11. Leb - g4 12. Lg4 - c8 13. h7-h6 14. d5xc4 15. Sf6-d7 16. Sd7-b6 ß-Bauern würde nur den dienen. 17. Dd8-c8 18. Lc8-e6 19. b5 — b41 20. Sfl-e3 20. a6-a5 21. g2-g3 21. b4xc3 22. Ld2xc3 22. Le7-b4 Der schwarze Springer erlangt hierdurch da» Feld d4. 23. Lc3xb4 24. f3-f4 25. Tdlxd4 25. ... 23. a5xb4 24. Sc6-d4 Das Qualitätsopser ist erzwungen. 25. e5xd4 26. Se3-g4 26. Ta8xa2 27. De2-d3 27. Le6xg4 28. Sf2xg4 28. De8-c6 Hierdurch ist die Partie für Weiß rettungslos verloren. 29. Thl-h2 29. Tf8-a8 30. e4-e5 30. Dc6-c3+ 31. Dd3xc3 31. b4xc3 32. b3-b4 32. Sb6-d5 33. e5-e6 33. f7xe6 34. f4 — f 5 34. Ta2xc2! 34. - • -i eXl hätte 35. Lb3! zur Folge haben können. 35. Th2xc2 35. d4-d3 Weiß gab auf. Lösung des Endspiel- Rr. 86. Don QI. Troihki. 1. Sg4-h6!, Ld6-f8. 2. Lh4-f6+, Lf8-g7, 3. Kd4—e5, b7—b5. 4. Ke5—e6, b5-b4. 5. Ke6— f7, Lg7Xf6. 6. Ke6xf6, b4—b3. 7. Kf6—f7, b3-b2. 8. Kf7—f8, b2—bl D. 9. Sh6—f7 matt. Lösung des Problems Dr. 276. Don OH. H. Cudnore. 1. Dh8—h3! usw. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Musikexamen. Bruckner hatte Musiktheorie studiert, viele Jahre und bei großen Meistern. Eines Tages ließ er sich prüfen. Die Professoren, die ihn prüfen, schreiben ein Thema auf, etwa acht Takte, und fragen den Prüf, ling, ob er es wage, dieses Thema als Fuge auf einem Klavier wiederzugeoen. Bruckner bejahte das, sicht die wenigen Takte an — die Herren lächeln, weil sie glauben, diese Ausgabe kann niemals gelöst werden. Aber Bruckner setzt sich ans Klavier, baut aus den gegebenen acht Takten des Themas eine wundervolle, mehrstimmige Fuge auf und spielt, daß es den Herren vor Bewunderung ganz sonderbar wird. Nachdem man den jungen Mann zu seiner Lei- stung beglückwünscht und entlassen hat, sagt einer der alten Professoren: „Ich meine — der Kerl hätte uns prüfen sollen!" Wiener Spredjfilm. Führt ein Wiener Fremdenführer eine amerikanische Reisegesellschaft durch die Stadt. „Alsdann, meine Herrschaften, bös is die Stefans- kirchen!" Eine Miß ist entzückt: „Oh — very nice — this little church!“ „Wos manens?" fragt der Fremdenführer indigniert. „Ich haben gesagt, daß this church ist very niedlich!" ,,Wos — niedlich — de Kirchen!?" „O yes! ... Please — Sie können uns vielleicht sagen, ob dieses Kirch ist gebaut hier!?" Da empört sich das biedere Fremdenführerherz. „Na — de Kirchen ham's in Tschikago baut — und zwa Amerikaner ham's im Schneuztüachcl herbracht!" (Lust. Bl.) Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H., Lombardzinsfuß 6 v. H. Sranffurt a. 2J1. Berlin Sranffurt'a. M. Berlin eajiup- kurz I-Uhr. Äunt Schluß« kurs Anfang. «ur< Schluß, fhrrt* Schluß- Anfang- Datum 20. 11 21 11 20 11 21 11 Datum 20 11 21. 11 20. 11 21. 11. 8% Deutsche Retchdanleihe 86,5 86,65 Homvurg-Ämerika Pakei . . . < 69,75 von 1927 ........ . 7% Deutsche RelchSanleihe — Ham burg-Südam. Dampfschiff. 8 Hansa Dampsschtss.....10 — 156 155 von 1929 .......... lcutsche SlnI.-AblS!.-Schuld mit AuSlos. Rechten....... tfügl. ohne AuSlos.-Rcchte . . . 3% Hei!. Bullest qat von 1929 (rüdAahlb. 102%)...... EbcrbciM Provinz • Anleihe mit 98,85 53,25 6,2 53,1 98,5 53.5 6,2 53,25 6,13 Norddeutscher Lloyd.....8 Allgemeine DeutscheSredltanst. 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellschaft . 12 Commerz- und Privat-Bank . 11 71,5 100,5 125,5 110,5 70,6 100,25 110 71 96,25 100.5 125,75 110.5 70,5 96,6 100,25 126 89 89,5 — Darmstädter und Nationalbank 12 Deutsche Bank und 148,5 148,25 148,25 Auöioi.-Rechten....... keuIsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 .... ttranks. Hnv.-Bank Goldpse 50,75 51 1 I 51 I 1 DiSconto.Gesellschaft, ... 10 Dresdner Bant......io Reichsbank.......... 109 109 217 109 218,25 109 109 217 108,5 108,5 215,5 XIII unj/nbbar bie 1934 . . . 7% firanfl. Hnp.-Aank Soldpfe unkündbar bU 1933 ..... Ay,% Rheinische Hvv.-Bank «(au Goldpse......... 98,5 93,25 85,3 1 1 1 1 1 I 1 AEG............. Bergmann.......... Eiektt. LieferungSgeselllchaft. 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume ... 7% Gesellschaft für Elektrische 108 120,4 108 121 108,4 129 113 121 107,75 128 111,5 120,5 8% Br. LandcSpiandbrtesanNalt, 91,5 91,5 — 100 100 97 97 Unternehmungen .... 10 Hamburger ElektrizitätS-Werke 10 116,25 116,4 104.75 8% '5?r LandeSpiandbriesanstalt, 115 25 Romm.-ibl. UL 20...... 7% Pr. eanbesvfanbbrlefanflali, Pfandbriefe R. 31...... 97 I — Rheinische Elektrizität .... 9 Schlesische Elektrizität. ... 10 Schulten & Co.......11 Siemens & Halske ..... 16 TranSradto ......... 8 — — 108 A-E.G. abg. BorirtegS-Obllgatio- nrn rüifmblbar 1933..... 170 124,25 171 125,5 170,65 124,5 170,4 — 130,25 — 131,5 131,5 i'nhmpqer & C?-0. . ..... ir 4% Cefterreidjtldie Goldrenke . . 4,20% Ocsterreichische Silberrente 4% Österreichische einheitliche Rente .......... 4% Ungarische Goldrente .... 4% Ungarische Staalsrente v. 1910 4V,% beifll. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrente . . . 4% Türkische Zollanleihe von 1911 26,25 2,75 — 26.4 2,75 — 1 I 1 1 n 51 63,25 50 62 23,25 18 19,2 1,65 3,5 '“ihm 1.65 23,3 18.25 19,5 1,65 3,5 18,13 1,6 3,4 Gelsenkirchener ....... 8 Hoeich Eisen........6V4 tt'le Bergbau ....... 10 Klöckncrwcrke . ...... .7 Köln-Ncuessen........ 7 85 * 80 83,75 84,5 80 73 200 69 84,4 79,4 71 188 66,75 76.5 i% Türkische Bagdadbahn-Anl 3,5 ManneSmunn-Röhretl • • • • 7 68,5 68,13 68,13 68 Serie I..... . . . 4% dedgl. Serie l!....... 5% Rumänische vereink>. Rente — — 3,55 ManSselder Bergbau . .... 7 39,5 39 — — 3,5 3,5 Lberfchtes. Giicnbebarf .... 6 Lberschlcj. Kolswerte.....7 — — 69 67 eon isud ......... #% Rumänische vereinh. Rente von 1913 ......... % Rumänische vereinh. Satie . 13,55 6,75 6,75 8,5 13,65 6,7 13,5 6,6 Pbönir Bergbau . . . . . 6% Rheinische Braunkohlen • . 10 Rheinitah! . ....... 6 Stehcd Mont» ...... 7,2 62,75 155 - 71,25 62,75 156 72,5 62 155.75 81,25 Frankfurt a. M Serlln Schluß» kurs l-Uhr» Rvt« Schluß» für t Anfang- Kurs Datum 20 11 21 11 20 11 21. 11 Bereintgre^tahlwerte . Ltavi Minen..... re»/, 67,25 _ 66,9 33 66 32,6 Kaliwerke Aschersleben . . 10 180 — 179,5 175 Kaliwerke Westeregeln . e . 10 182 178,75 182,75 177,5 Kaliwerke Salzdetfurth . • . 15 252,5 249 253 248 3. G. Yarben-Indusirte . - . 12 134,9 134,6 134,75 134,5 Dynamit Nobel . . . • . . 6 — — Scheideanstalt..... . . V — 130 — — Goldschmidt . . . . • . . 6 44,25 43,75 43,9 43,25 Rütgerswerke..... . . 6 47 — 47 46,5 MelallgeleUIchaft. . . . . . 8 85,5 85,5 85,4 85,13 Philipp Holzmmm . . . . . 7 75 _ 75,5 74 Zementwerk Heidelberg • . 10 —— — Eementwerk Karlstadt. . e . 10 — — — _ Wayb & Freytag . . . . . 8 49 48 49,13 — SchuithetS Payenhofer . . 15 _ _ 171 169,5 Ostwerke....... . 12 —— — 135,5 134,25 ............ . 18 67 — 67 66,75 Bemberg....... . 14 68 67,5 67,5 66,13 ZellNofs Waldbos . . . • 181/. — 105 105,4 105,25 Zellstosl Aschaffenburg . e . 12 — 76,5 Charlottenburger Wasser e . . 8. — —- 31,65 81.5 Dessauer KaS..... e • . 9 — — 107 106.5 Daimler Motoren . . . • • . 0 24,5 — 24,5 24,5 Deutsche Linoleum . • • e e • 110,5 109,75 110,25 109,5 • . 0 — 32,5 31,5 • . 0 — — Orensletn & üoppel • • • . . 6 — _ 45,75 — . 10 — 114,75 114.5 Svenrka ....... — — 274 274 frankfurter Maschinen . • . . 4 14 — _ Griftner....... . . 6 28 — 28,13 — Hevligenstaedt . . . • . . 0 — — . . 6 28 28 27,5 26 Lechwerte....... • . . 8 81,25 —— — Mainkraftwerte Höchg a. M. . . 8 69 _ — — Mag........ . 10 67,5 — 68 — Gebr. Roeder..... . 10 85 —— Boigl & Haeffner . . . ■ . . 9 - 149 — Suüdemiche ßuda . . e . 10 135 135 134,25 — Banknoten. Serlln, 20 November Geld "Äries ' Amenkanilche Noten..... 4.186 4,206 Belgische Noten. ....... 58,25 58,49 111,88 112,32 Englische Noten ........ 20,339 20,419 Französische Noten ....... 16,439 16,499 Holländische Noten....... 168,34 169,02 Italienische Noten........ 21,89 21,97 Äorwegilche Noten....... Dcutsch-OeNerrelch, i 100 Schilling 111,80 112,24 58,90 59,14 Vtumanische Noten....... 2,465 2,495 Schwedische Noten....... 112,23 112,67 Schweizer Noten........ 81,10 81,42 Spanische Noten........ 47,15 47,35 Tschechoslowakische Noten..... 12,388 12,448 Ungarische Noten ....... 73,14 73,44 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. m. 20 November 21 November Amliichr Honerung Amtliche Kotierung Geld örlf Gelb 2ku Vhnft-'Jiott. 168,61 168,95 168,63 168,97 Buen.-AireS 1,432 1,436 1,428 1,432 Brff.-Antlv 58,45 58,57 58,435 58.555 Christianta. 112,09 112,31 112,09 112,31 Kopenhagen 112,08 112,30 112,08 112,30 Stockholm . 112,51 112,73 112,48 112,70 HelsingsorS. 10,555 10,557 10.549 10,569 Italien. . . 21,945 21,985 21,945 21,985 London. . . 20,359 20,399 20,356 20,396 Neunork . . 4,1920 4,2000 4.1915 4.1995 Paris.... 16,459 16,499 16,462 16,502 Schwer; . . 81,235 81,395 81,245 81,405 Spanien . 47,40 47,50 47,75 47,85 Japan . . . 2,080 2,084 2,080 2,084 Rio de Jarr 0,409 0,411 0,405 0,407 Wien in D-» CtfL abgesl 59,01 59,13 59,00 59,12 Prag . . . . 12.43 12,45 12,43 12,45 Belirad . . 7,418 7,432 7,418 7,432 Budapest. . 73,31 73,45 73,29 73,43 Bulgarien . 3,042 3,048 3,040 3,046 L'ssabon . . 18,80 18,84 18,80 18v84 Danzig.. 81,42 81,58 81,41 81,57 Äonftantm- 1,784 1,789 1,784 1,789 Alben. . . 5,432 5,442 5,432 5,442 Canada . . 4,196 4,204 4.196 4,904 llru uat). . 3,307 3,313 3,307 3,313 tafco . • 20,88 20,92 20,88 20,92 (Line (kuropameisterschast in Frankfurt. Eber ncflcn Gustave Roth am 3. Dezember. Am 3. De-ember wird In der Frankfurter Fest- Halle bei- erste Mcfljäbrlgt? Grosskampstag hn Boxen In k>er Alalnftadt veranstaltet werben. 3nt Vlittelpimkt der Geschehnisse steht ein Boxkampf um die Gurosmineisterschast im Welle gewicht. Die Internationale Dox-Union hat bie HerauSsorde- ruitfl beS deutschen Wellergewich «meisterS Gustav Eder an den derzeitigen Europameister Gustave Roth. Belgien, anerkannt und der Delgier erklärte sich auch bereit, Im Kamps gegen den Deutschen seinen Titel auf6 Spiel zu sehen. Seulschiandrundsahrt Im neuen Gewand. Rach dem Muster der „Tour de France". Die im vergangenen Jahre durchgeführte Radrundfahrt durch Deutschland wird im nächsten Jahre wieder auflebcn, jedoch In anderer Form. Die Fahrt wird nach dem Muster der „Tour de France" durchaesilhrt werden und, über 5000 Kilometer führend, die bedeutendsten deutschen Städte berühren. Es werden dazu auch gute ausländische Mannschaften verpflichtet. Die deutsche Mannschaft wird dann auch zur „Tour de France" geschickt. Auögerichtet wird die ganze Veranstaltung durch die Firma Opel, Rüsselsheim, die daS ganze finanzielle Risiko trägt. Sämtliche Teilnehmer werden bei dem Rennen Opclräder benutzen. Bombensieg des deutschen Meisters. tzertha/DSC. gewinnt in Hannover mit 9:1. Dine glänzend« Vorstellung gab am Busstag in Hannover der deutsche Fussballmeister Hertha VST., der eine Auswahlmannschaft deS SüdbczirkS mit nicht weniger als 9:1 (3: 1) abfertigte. Trotz eines garstigen Schneeregens wohnten auf dem durchweichten Platz in VifchofSbol dem Spiele 5000 Personen bei. Versagten die Einheimiscixen auf der ganzen Linie, so entzückte die Meisterelf durch eine abgerundete nal>ezu vollendete Leistring und offenbarte in dem Spiel einen Klassenunterschied. Handball im Lahti'OünSberfl-Oau. Iv. Allcndorf I — Tv. Lollar I 4:1 (2:0). Das Spiel wurde von schlechten Bodenverhältnissen sehr beeinträchtigt. Der Platzbesitzer hatte stets mehr vom Kampf und konnte bereits bis zur Pause mit 2:0 führen, erhöhte in der zweiten Hälfte auf 4 Tore, denen der Gast erst kurz vor Schluh den verdienten Dhrentreffer entgegensetzte. Arbeiter-Turn- und Gportbund. Am Sonntag findet in Raunheim daS Vorspiel um die Vezirlömeisterschaft des 3. Bezirks zwischen dem Gruppenmeister „West", Der ersten Mannschaft der Freien Turnerschaft Giessen, und dem Gruppcnmelster „Ost", der ersten Mannschast des Turn- und Spielvereins Raunheim, statt. Beide Mannschaften werden In stärkster Aufstellung zu diesem Finale antreten dessen AuSgang kaum vorauSzusagen ist, obwohl man den Gästen ein kleines PluS in Anrechnung bringen darf. Kurze Sportnotizen. Primo Darnera trifft am 23. Rvvember in Barcelona auf den früheren spanischen Europameister Paolinv. Die Europameisterschaft Im Mittelgewicht zwischen dem Titelhalter Marcel Thll (Frankreich) und dessen Heraussordcrer Dosisio (Italien) wird am 23. Rovember in Mailand auSgetragcn. « Anerkannt wurde der am 25. Oktober in Düsseldorf ausgestellte Rekord im 100-Meter-Rücken- schwlmmen von Elfriede Sasserath mit 1:27,5 Minuten. • Der Berliner Schlittschuhklub evlttt in O/sord im vierten Spiele seiner Englandoeise mit 3:1 ein« weitere Riederlage. Die DSD. hat den von Frau Radtke am 25. 8. In Br leg über 1000 Meter mit 3:06,6 Minuten ausgestellten Rekord anerkannt. Oer Sport im Reiche. Der Winter hat nun auch bei uns seine Visitenkarte abgegeben und dem ersten Eindruck nach zu urteilen, durste bald ein sehr gestrenger Herr die Negierung antreten. Wenn auch die ersten Schneefreuden nur von kurzer Dauer waren, so können die Winterfportler doch hoffen, bei etwas stärkerem 8rost schon in Kürze zu ihrem Rechte zu kommen. — 2m Jufjball lverden sich angesichts der ausgemeichten Spielfelder Ausfälle nicht vermeiden lassen. Während in Norddeutschland am Totensonntag sich der Spielbetrieb an und für sich schon in bescheidenen (Grenzen hält, sind In Süddeutschland in den Meisterschaftsspielen weitere Entscheidungen zu erwarten. 2n Berlin ist nach längerer Pause wieder einmal der 1. FC. Nürnberg bei Tennis Borussia zu Gast. — Die Hallensaison im lennle ist in diesem Jahre erfreulicherweise sehr lebhaft. Die westdeutschen Hallenmeisterschaften werden am Sonntag in Essen beendet. Kopenhagen erwartet im Hallenkampf Hamburgs Vertreter, ivährend In der neuen Berliner Tennlohalle am Kaiserdamm sich die besten Berufsspieler von Berlin und Mitteldeutschland spannende Kämpfe liefern werden. — Sehr reichhaltig ist das Programm der Schwimmer, die mit mehreren, gutbesetzten Veranstaltungen aufwarten. Beim schon traditionellen Gefallenen- Gedächtnisses» des SSC. 89-Berlin Im Stadtbad Gcrlchtvstrasse ist die deutsche Meisterklasse stark vertreten, (flute Leistungen sind auch bei den Wettkämpfen In Offenbach und Nürnberg zu erwarten. — Im voxspork wird am Sonntag in Essen ein Profikampfabend abgewickelt, auf dem im Mittelpunkt das Wiedererscheinen des früheren deutschen Schwergewichts- Meisters Ludwig Haymann steht. — Der Radsport sieht weiter im Zeichen der Hallenveranstaltungen. Im Pariser Wintervelodrom interessiert der Aus- gang des Länderkampfeo zwischen Deutschland und Frankreich. Die Breslauer Jahrhunderthalle ver- onstaltet ein Drelftunden-Mannschaftsfahren. Die Berliner Sechstagesieger Rausch Hürtgen gehen bereits am Samstag In Brüssel an den Start. Hessen in Berlin. Man berichtet unS: Der Berlin erHessen- verein, der den Beziehungen zur hessischen Heimat für die zahlreich in Berlin lebenden Hessen feine besondere Pflege widmet, feierte In diesen Tagen im geschmückten Festsaal deS Lehrer- vereinShauses sein 4. Stiftungsfest. Eigene Mundartdichtungen unseres LandSmanneS Georg Hess auS Leihgestern, der In uneigennütziger Weise mit blauem Langkittel als ober- hessischer Bauer auftrat, fand reichen Beifall. Gesangsdarbietungen einer Künstlerin und der neugegründeien Gesangsgruppe, sowie ein slott gespielter Einakter unterhielten die Berliner Landsleute bis zum Festball, der lange ausgedehnt wurde. Ein besonderes Ereignis dieser schönen Feier war die Ernennung von verdien st vollen Hessen zu Ehrenmitgliedern. Der Direktor des „Zoo", Geheimrat Prof. Dr. Ludwig Heck, der von den Zeiten ausgangs der 80er Jahre schon seine Tätigkeit in Berlin aufnahm, wo der junge Student ben Beinamen „Hreussenludwig" in der Familie führte, konnte die Ehrung persönlich entgegen nehmen. Der ehemalige hessische Gesandte. Frhr. Max v. Diegeleben, dem der Verein sein Entstehen verdankt, sowie der Darmstädter Lokaldichter Robert Schneider, dem man mit daö Rieberaall-Denkmal verdankt, wurden ebenso geehrt. Einen Beweis, wie die landsmannschaftlichen Vereinigungen in Berlin zusammenhalten, gaben die Elsass-Lothringer, die noch spät eine Trachtengruppe zum Hessenabend schickten, obwohl sie schon bei den „Badenern in Berlin" vorher gefeiert hatten. Ein GefangS- veigen der Elsass-Lothringer um ihre Fahne bildete den Höhepunkt der Feier. Der Abend hat dem Verein neue Mitglieder zugeführt. Man hörte fast alle hessischen Mundarten, deren Verschiedenheit in der Heimat selbst kaum so In Erscheinung tritt. „Mer sain uS de Werrerah" hörte man auS einer Gruppe und hatte den Beweis, dass der Hesse fern der Heimat sein „Ober- hessisch" nicht vergisst. — e. sch. — Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf, 20. Nov. Hier fand eine Ver- [ammluna unter dem Vorsitz von Assessor Dr. L o e r statt, in oer Massnahmen zur Betreuung von jugendlichen Erwerbslosen zur Be- prechung standen. Der Leiter der Versammlung chllderte In kurzen Worten die Gefahren, denen die ugendllchen Erwerbslosen ausaesetzt sind, und for- lertc bie eingeladenen Lehrer, Geistlichen, Vertreter der öffentlichen Körperschaften, die Im Amtsbezirk Launsbach-Atzbach wirken, auf, mltzuhelfen an der Einrichtung von Kursen und Arbeltsge- m c hi [ d) a f t e n , die Beschäftigung und Wissen vermitteln und den Arbeitslosen auf andere Gedanken bringen sollen. Man einigte sich dahin. Im Bezirk der beiden Aemter Ätzbad; und Launsbad; drei Ortsausschüsse mit dem Sitz in Ahbach, Krofdorf und Wlssmar zu bilden, die unter dem Vorsitz des Bürgermeisters arbeiten sollen. Die Ausschüsse werden in Kürze zusammentreten und über die Ar° beltspläne und über die gesamte Organisation dieses neuartigen Hilfsdienstes beraten. d L a u n s b a ch, 2(\ Nov. Aus der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung ist u. a. zu berichten: Ein vom Kreishochbauamt ausgestellter Kostenanschlag über Reparaturarbeiten an der Kirche und an den Schulgebäuden wurde vorgelegt. Die Vertretung kam zu dem Entschluss, dass infolge der durch den WasscrleitungSbau bestehenden starken Belastung der Gemeinde und bei der allgemeinen Rotlage die Reparaturarbeiten nur auSgeführt werden können, wenn ein angemefsener Staatszu- fchuss gewährt wird. Für die Int Sommer 1930 gebaute Wasserleitung ist zur Zahlung der Re st ko st en eine weitere Anleihe von 10 0 00 Mark erforderlich. Die Vertretung beschloss diese Anleihe bei der Landesbank der Rheinprovinz in Düsseldorf aufzunehmen. ch L a u n s b a ch, 20. Nov. Der Nadsahrver- e I n „U c b e r 58 c rg und Tal" hielt am Sonntag seine Winterveranstaltung ab, die einen sehr guten Verlauf nahm. Neben den Radballspielern legten die .Kunstfahrer Proben ihres Könnens ab und unterhielten damit nicht nur die Gäste sehr gut, sondern stellten auch ansprechende Leistungen unter Beweis. Q Odenhausen, 20. Rov. Der hiesige Turn - und Sportverein veranstaltete am vergangenen Sonntag eine Abendunterhaltung. Da« Programm brachte drei Theaterstücke, die flott zur Aufführung gelangten. Die aktiven Turner zeigten Klebungen am Reck und am Darren, die grossen Beifall auslösten. Das vorgesehene Kmderturnen musste leider ausfallen, da eine ansteckend« Krankheit der Kinder ein gemeinsames Lieben verhinderte. Die sehr gut besuchte Veranstaltung war ein Deweis dafür, dass der Verein mit Befriedigung auf seine bisherige Entwicklung zurückblicken kann, die allerdings nur auf Grund grosser Opferbereitschaft der Ortseinwoh- ner und der Mitglieder selbst möglich war. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schrijtleitung.) K. A. Jeder ordnungsmässig vor Gericht geladene Zeuge (oder Zeugin) erhält unmittelbar nad) seiner Vernehmung bei der Geschäftsstelle der Behörde auf Verlangen Ersah feiner notwendigen Reisekosten (Dahn, Postauto usw.), sowie Ersah sonstiger notwendiger Ausgaben und des durch seine Abwesenheit von zu Hause entgangenen Einkommens (Lohn usw^ Wie hoch sich diese Beträge in Ihrem Falle berechnen, können wir mangels der hierzu erforderlichen Unterlagen nicht sagen. Hochantenne. Rach der derzeitigen Recht'- sprechung bedürfen Sie zur Anbringung einer Hochantenne der Erlaubnis des Hauseigentümers. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass er bereits einem anderen Mieter die Ihnen versagte Erlaubnis erteilt hat. Versuchen Sie eine Regelung in Güte, oder lassen Sie sich von einem Radiofachmann beraten. Gegen die Radiovorrichtung im Zimmer können Einwendungen nur im Falle ruhestörender Belästigung der Mitbewohner erhoben werden. R. 111, Grossen-Linden. Rach § 906 Bürgerlichen Gesetzbuchs kann ein Grundstücks- (Haus-) Eigentümer die Zuführung von Rauch, Ruh. Geräusch und Erschütterungen und ähnliche, von einem anderen Grundstücke ausgehende Einwirkungen insoweit nicht verbieten, als hierdurch die Benutzung seines Grundstücks nicht, oder nur unwesentlich beeinträchtigt wird, oder als sie nach den örtlichen Verhältnissen bet Grundstücken dieser Lage gewöhnlich sind. Hierunter ist nach unserer Auffassung, zumal bei dörflichen Verhältnissen, -auch der Laubfall zu rechnen. Demnach darf gefallenes Laub nicht wieder auf das Rachbargrundstück, oder auf die entsprechende Strassenseite zurückgekehrt werden. 7N. 23. Vorsitzender der Altersvereinigung des Jahrganges 1863 ist Herr Schlosserobermeister Krailing, Südanlage. Ein Verein der Pfälzer besteht In Glessen nicht. Stammtisch 6.0. C. p. L. Z. Zu den Fragen 1 und 2 konnten wir leider nichts ermitteln. Zu 3: Rad; fachmännischer Acusserung Ist es gänzlich ausgeschlossen, dass das Grossflugzeug, das kürzlich über (fliessen geflogen ist, in der Luft auf einem Fleck völlig ftiUgcftanbcn hat. (Schluss des redaktionellen Teils.) Soll die moderne Frau im hause backen? 3u* gegeben, die Frau von heute hat wenig Zeit. Im Grunde genommen ist das Backen gar nicht so mühevoll und zeitraubend. Die Hausfrau, welche richtig 311 wirtschaften versteht, wird sich die Arbeit burd) unbebingt verlässlid-e Zutaten erleichtern. So wirb sie besonders auf bas Fktt achten. Abgesehen von ihrem frischen Aroma und feinen Geschmack wird die Margarina Rama im Blauband immer durch ihre unbedingte Verläßlichkeit hcrvorgehobcn und das ilt es ja gerade, was die Hausfrau von heute braucht: müheloses, zeitsparendes und dabei erfolg- reid;es Arbeiten.5522v schmerzlindernd unb belebenb bei Rheuma, Ischia«, Kopf-, Nerven» unb Erkältung»« schmerzen, Ermilbung u. Strapazen. — qn WpotlKfrn unb Jrofltritn. — Äonntllltrotlft AMOL 7 Sleir ..egitr,., t> fliint- nnb 8atxnbtl-Ctl, 18,U TirnllloL 400 ei'iirt.. ooo 6ulrlt. — NK521 — im Preisabbau voran nur Hohlsaum- und Kurbel-Arbeiten Seltersweg 91 Gießen Seltersweg 91 n/oD Schuh-S „Da ich Ihr Brot nicht mehr entbehren kann“ So schreibt unaufgefordert Frau A. in 0. über das echte Stettiner Simonsbrot. Essen auch Sie cs tARlich. Sie nützen damit Ihrer Gesundheit! Erhltltlich L (»0 Pf. nnr bei: Carl Schwaab und im ReformIioiin Jung. 7688 D £M Betten (Stahl u.Hole* Polet.. Stahl- m«tr..Kinderb.,Chnl«ol , an jeden, Telliahlg. 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So bgefetjen iad wirb ter durch iben und lon heute ei erfolg- 5522v t I n i e © frO © N r- Cn» o u o o öl s a öi i-» £* « r— »JC E E = <5 r-» o ö x= *-» r- S- A ja ui =s B.! 3 ». a s>3 a D e = 5? c ■a 3 O O O iS s E E Q m iS cy / o «n c 3 m 3 -c c m A te> in e o 65 » 3 EC? :O e e a iS E E e G A ,E " 3 -o -e 8 O *3 O rj. 3 3 —3 »ur gLq S? 55 35 JoÄ 53 *3 tf* G» ^-=8? sff •ei. — o -- E E o9 re HZ c _■ c -p- ■c‘ E E* ®* -B a-E-®cy o 3 ___ §** o e 3 er. 85 c 3- -E £-2 *^8^ •e c e E^3 we= e = -25 “ a E r- ä»- e® *3 = «65 ae.E = f'E--= e x?un E-:C t* 2- 3 xd <- 3Iie§s 3^ eh Q 2o E -ö-e'^ s £iö5e ihre beiden kleinen werfen mit. Kleine, wenn sie mit dem :O A A tä-f» B « eS 3 o e. t 6^- §7 3 2j=-s = <3_G- 3 S2 Sis: — - 3 Q-XD HSE. c 3 °c-ti 8 .*57 e A a i 'c 3-.°-K§E .|b e c-fe ■S 3:?, E9 3- I £ XD E e-e e — iv öS? 2t = e^:3" ■X E E E E o t. E E 'SiE g 5 a-e Q-o C 8» 3 E. ~ Ar «“■ 3 o e _ e bk *- Em1 A*e > iS o :O ^55 S S LL gA^e^ÄSÄ: ^S^s-eSil' — 2 3 o-r £9- 2 s =e e^3 — iS pflS E9 = ° 2 = o 5 E E a a> ffl x: = o -- E E e •3 'm" E o C- -3 to E 3 a i- H E E e iS e Lo ja E E Ä* 8 E ’n» :<3 2 E /5 r- ,o ro £ O « E ■** e r E o XD L 5 8 8 o x>, c £> o o e' E ft Sa o = 3. S’e ~ E in e A E ocy . m in 3 o a E a m E® m *® 23 E JO 2 E E 3 ß 8 _«n c» _ o ^n-x. o E Q.m B W 2r>o 3 u «u 4,n ai-p • E E/=-O3.^_ 3^ c x o 3 3 -Q X? E 3 JJ *- 18o;„=EaW e 3.^3 E 3 E 33 . ° 8 8 iS.o -»-. o *3 2:H 3 E e = e? ^E S^S ° S*b 3 a _ 8 I— u. ö. o E *3 • E « s ^B 8 3A Er ä®5 E 2 iS r» x E o o «iS ^eE E 8 2 A 588 e o 55 S3^ e gJÄ-jg 3 O o EA « 8 O- iO67 3 £ 3 E = E S ä eAQ a §3 «T = o to E E C E O E 55 E « E n» O es o in xd 'S JE© C J? :Q C 8 c Ä E E o E E A A c — XD D O M ° A w S3 3 3 oK £> ‘= E O . »5 m — *eX C o «- o vSto ;5> ee *" 5 C E 5 £ ■% L2 jt 3 3 c e* ■" 2. 3 *»o 3 8 ZZZß 3^E§ A L-Z L 3 >-.2 Ar c A e“ A E JE — c A 3 iSZ- Sl c ÄS. es. :§ e® e = r J="° 65 _ 6 £A E 6» c E *2 g c?-E ö 22 So. ^£e gi e“ § O E E iS?*“ Ä 65 65© A E E e 3 C Qi *tfT o cy E a A E c* iS «■ XD y ’ X3 3- 3 3 <3 _ A « = i E £e g n rrÄi ©3 £ >- E 3 p a c. 65 3 E E*| 5*S»19 05 E C5C Ägg e’E i- &°A 1- 6. O G 3 3 3 = — 6 e«c «S? E JD — O Ae 2Z 3 A ° B-6 L o C?e Eg ZZ AZ-SK . 3 W 35 • 3-gf 3 e— Sa e E*e 23 ee i3 6 4- *E£ L..3Z A A 3 E ° Ao 3 3 o JO •° E £- 3 3 = 䣓 o = = 3® P? — E S ’s *b = 3 D o XD 3 E er: Sumers i LZL?^M- 8 ge E^ S e =e s £ 2 n» 3 E cr £> £> w 90 E G tf? £> -3 M R ä 6 e 3 90 >G O E 5f cj e o 40 w *O 3 u> ä E 5 9'» ft? ™ S? IT rt o 2.* f 2.t "(P^L^L" p ffAZ ^3 ^>S ^^^?cpLA33cpZ^^33Z-'3 og. 3 Z>5 ^B^3 9 £, |-3 ||Ä g P l7y 3 L"9 g S.cp s 3 Z,p .. _ - S-pS?3« 5 3 3 .-ct» @n Ms1 Z n o'o»"- £’ Lp p o _ 3 5* 2,—, ry e/ Q Po 2 —,<>- 0-2 -ct " ■ shoKrfrTfe *-« ffSL^s^HLZr 3 3 p • 3ßHfo'r>?p-a'2,3 ^zoMLZAzssZ' P O= O » p, Bö»6-« o l?\o 2,2. *5)3 o'-rt Sf *«« g.'s o-S^cp a L §-'?2.|ä'ae &3-1.B iä'S' 7?ffff4xAZAZ^A^Zß 2 " s 5 ti. 3 9'*2.92.3 3 So ^^ytsllg 0,2*3 6> 2 ö> 3 3<9c2 O 9 "5* § 3^,3 ZSZk 3 33 61Z Hi ® 5" t:i. e. 3' tzs 3 31 J* 3 Z 3. ■&■ Girz £ W I >rg3 2,7^3 A 3 P_9b o -<3 2. Q3 5§ 10 3 8 ? y 5-2. SU i‘^‘ et! Ob 3 3 §g' Wir «b(P Ob Qo3’. 5‘® 3 3 K ’O'^' " 2C L« ßss (P K 3 3 S-»! 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