Nr. 145 Erstes Blatt 180. Jahrgang Samstag, 2t. Juni 1950 ttl^etet täglich,außer Sonntag» und Feiertag» Bttlaaen: Die Illustrierte Gießener FamUienblLtier Heimat im Bild Die Scholle Olonati'Bejugsprets: 2.20 Neichsmark und 30 Neichspfennig für Tröget» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern Infolge höherer Gewalt. Sernfpred)anfd)lüf|e anterSammelnummcr2251 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger riehen, pottscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAilMger General-Anzeiger für Oberhessen Drnd und Verlag: vrühl'sche Universilülr-Vuch' und Stetibrnderei R. Lange in Stehen. Schriftteitung und Seschäftrstelle: Zchnittrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tage,nummer tue zum Nachmittag vorher, Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mrw Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne» hlamean jeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteure Dr. Fnedr. Will). Lange. Berantwonlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.tz.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Ma? FiUer, fämtlid) in Dietzen. Aufrichtige Politik! Wie nicht anders zu erwarten war, hat der Reichspräsident der Bitte des bisherigen Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer um (Enthebung von feinem Amte entsprochen. Die Entscheidung ist schneller gefallen, als man nach dem langen hörbaren Atemholen des Reichskanzlers annehmen durfte. Aber dem Reichspräsidenten liegt naturgemäß daran, zeitvergeudende und überflüssige Um- wege, die die Behebung der Krisis lediglich verzögern mutzten, zu vermeiden. Er hat deshalb auch, wie schon zu vermuten war, von vornherein darauf verzichtet, den zum Rücktritt fest entschlossenen Minister zum Bleiben zu bewegen. Er hat damit klüger gehandelt als das Reichskabinett, das durch seine zwar liebenswürdige, aber doch nur als formale Geste zu wertende Sympathieerklärung für den scheidenden Kollegen, die völlig falsche Deutung zulietz, als ob Moldenhauers Rücktritt noch keines- wegs fest stünde oder das Reickzskabinett sich mit dem Finanzminister solidarisch fühle. Beides war nicht der Fall und cs ist gut, daß durch die Entscheidung Hindenburgs so schnell klare Bahn geschaffen wird. Damit hat eine ministerielle Laufbahn ihr wenigstens vorläufiges Ende gefunden, die ein Schulbeispiel dafür ist, wie schnell auch ein großes Matz von Vertrauen durch eine undurchsichtige und schwankende Politik der Kompromisse und des steten Zurückweichens von der eigenen persönlichen Linie bis zur Neige ausgeschöpft werden und sich stärkste Hoffnungsfreudigkeit in bittere Enttäuschung wandeln kann. Der Reichsfinanzminister Moldenhauer ist daran gescheitert, daß es ihm über der Sorge um die Behebung der akuten Finanznöte des Reiches nicht gelang, den rechten Weg zu der die chronische Krankheit allein aufhaltenden organischen Reform der Reichsfinanzen zu finden, daß er vielmehr von seinen, als seine persönliche Auf- fassung verkündeten Grundsätzen in der Praxis auf eine Politik abgedrängt wurde, die diesen Grundsätzen einer organischen Sanierung nicht im ent- fernteften mehr entsprach. Als Moldenhauer nach seiner Rückkehr von der zweiten Haager Reparationskonferenz daran ging, nun auch zu Hause das unselige Erbe der Aera Hilferding zu übernehmen, machten er sowohl als die Deutsche Volkspartei sich stark für eine radikale Abkehr von dem bisheriaen Schlendrian einer uferlosen Ausgabenmirtschasi der öffentlichen Hand. Keine neue Belastung der in schwerer Depression barnieberliegenbcn Wirtschaft, sondern Ausgleich des Haushalts durch Einsparungen, Reformen in der Verwaltung und Reduzierung der Ausgaben. Darüber hinaus glaubte man wenigstens für das nächste Fahr die Erleichterung, die der Poungplan brachte, auch für die Wirtschaft durch Steuersenkun- gen fühlbar machen zu können. Das Kabinett Hermann Müller scheiterte, weil die Sozialdemokratische Partei die von ihren Ministern vorgeschlagenen Reformen in der Arbeitslosenversicherung nicht mit- machen wollte, ohne die die Volkspartei ihrerseits die zur finanziellen Entlastung des Reichsetats damals für notwendig erachtete Beitragserhöhung um 4 Prozent nicht bewilligen wollte. Seitdem ist es dann weiter rapide bergab gegangen. Das neue Kabinett Brüning fand als Nachfolger der Großen Koalition ein Defizit im Reichshaushalt vor, wie es sich nicht im entferntesten hätte träumen lassen. Don der Möglichkeit zu Steuersenkungen, von Schonung der Wirtschaft blieb keine Spur. Man schusterte mehr schlecht als recht ein Derfungsprogramm zusammen, das, keineswegs mustergültig und unanfechtbar, darauf hinauslief, erst einmal das erkannte Loch zu stopfen, den Etat ins Gleichgewicht zu bringen und der Arbeitslosenversicherung neue Mittel zu sichern. Es sollte eben eine spürbare Atempause gewonnen werden für die Inangriffnahme der großen organischen Finanzreform, die schon Hilferding als selbstverständliche Folge der Festlegung unserer Re- parationsverpflichtungen verheißen hatte. So glaubte wenigstens das Volk und nahm ohne Murren die neuen Lasten der ersten fiaffenfanierung auf sich, weil es einsichtig genug war, dem Kabinett Brüning und seinem Finanzminister Moldenhauer eine Chance einzuräumen, nachdem erst einmal unter die folgenschwersten Sünden der Vergangenheit ein Strich gezogen war. Das Kabinett Brüning, das sich selbst als die erste Regierung der Frontgeneration bezeichnete, die Parteien und Intcressencliquen den Führergedanken entgcgenftcUte, genoß seiner Entstehung und seinen Persönlichkeiten nach das Vertrauen, daß es mit den überlebten, schon tausendmal ad absurdum geführten Methoden einer staatlichen Finanzwirtschaft Schluß machen würde, die aber den Wohlfahrtsstaat sozialistischer Prägung zum Ruin von Volk und Wirtschaft führen mußte. Das Vertrauen schien begründet, denn unter der energischen Führung Schieles wurde die erste Aufgabe des neuen Kabinetts, tatkräftige Hilfe der deutschen Landwirtschaft und des deutschen Ostens, erfolgreich in Angriff genommen. Aber dann kam ein Stocken. Vielleicht ist es die Tragik des Kabinetts Brüning und der in ihm zu gemeinsamer Reformarbeit vereinigten, immerhin nicht alltäglichen Persönlichkeiten, daß sie ju früh gekommen sind, daß sie, dem Druck der übermächtigen politischen Verhältnisse weichend, nicht warten konnten, bis ihre Stunde gekommen war, bis die Atmosphäre geschaffen war, politisch wie psychologisch, für die große grundlegende Reformarbeit am Neubau des Staates, die weder vor zäh verteidigten, aber heute nicht mehr lebensberechtigten lieber- kommenheiten in der Gliederung des Reiches, noch vor bureaukratischen Hemmungen im Neuaufbau eines sinngemäß vereinfachten und modernen Bedürfnissen angepaßten Derwaltungsapparats Halt machen darf. Vielleicht mußte es logischerweile so kommen, vielleicht war es aber doch ein schwer verzeihlicher Mangel an rechtzeitiger Einsicht und lleberblick, daß sich so bald schon, wenige Wochen Höpker-AschoffS Kandidatur für den Reichsfinanzminister. Oes Reichskanzlers Wunsch, ober weder der Minister noch die demokratische Reichstags« fraktion wollen ihm entsprechen. Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschofi. Moldenhauers Demission angenommen Berlin, 20. Juni, swIB.) Reich sprSsi- b e n I von hinbenbu rg hat auf Vorschlag des Reichskanzlers den Reichsminister Professor D r. Rioldenhauer auf seinen Wunsch aus dem Amte des Reichsminisiers der Finanzen entlaf - f e n und den Reichskanzler Dr. Brüning bis auf weiteres mit der Wahrnehmung der © e - schäfte des Reichsministers der Jinan- ; en beauftragt. Dem scheibenden Reichsminister der Finanzen, Dr. Rlolbenhauer, Hal der Herr Reichspräsident in einem persönlichen Schreiben seinen Dank für bie als Reichswirtschaftsminister wie als Reichsminister der Finanzen bem Reiche geleisteten Dienste in herzlichen Worten ausgesprochen. Brünings Kandidat. Geringe Aussichten für eine Berufung. Berlin, 20. Juni. (OB.) Die „B.Z." berichtet, daß Reichskanzler Brüning den der Demokratischen Partei angehörenben preußischen Finanzminister Höpker-Aschofs zum Rachsolger Rioldenhauers in Aussicht genommen habe, wie bie „D.A.Z." wissen will, hatte ber Reichskanzler heute nachmittag mit Höpker-Aschofs, der in seinem westfälischen Wahlkreis weilt, eine längere Unterredung über seine Pläne. Dr. Höpker-Aschofs soll bas Angebot Dr. Brünings aus oerschicbenen Grünben a b - gelehnt, sich aber zu einer nochmaligen grünblichen Rücksprache nach seiner Ankunft in Berlin bereit erklärt haben. Die bemo- kratische Reichstagsfraktion Hal erklärt, sie würbe bie Uebernahme bes Finanzministeriums burch einen Demokraten^nicht gerne sehen. Die Demokraten sind vielmehr ber Rieinung, bie Deutsche volkspar lei solle den Posten wie- ber mit einem ihrer Leute besehen, zumal ihr geeignete fträffe burchaus zur Verfügung flänben. Rian weist in biesem Zusammenhang besonders auf ben Reichstagsabgeorbneten Dr. Cremer unb auf den Reichssparkommissar Dr. Sämisch hin. ber auch ber Deutschen Volkspartei angehört. Die ftan- blbatur Dr. Höpker-Aschosss stößt, wie wir weiter hören, auch auf ben energischen wiberstanbber B ayerischen Volkspartei, besonders weil dabei die Absicht besteht, eine Personalunion Der Grenzzwischenfall bei Profiten. Das Ergebnis des Lokaltermins bestätigt die deutschen Feststellungen. - Wollte der poln sche (Srenzbeamte Schmuggler sangen? Königsberg, 20.Juni. (WTB.) Von zuständiger Stelle wird zu dem Grenzzwischenfall bei Profiten mitgeteilt: Aus Anlaß des durch die Presse bereits gemeldeten Grenzzwischenfalls bei Prostken, Kreis Lyck, hat Freitag ein Lokaltermin stattgefunden, an dem der Landrat des Kreises Lyck unb der polnische Starost in Grajewo teilnahmen. Nach deutscher Auffassung bestätigen die Verhandlungen im vollen Umfange die Richtigkeit der gerichtlichen Feststellungen, wie sie durch den Oberstaatsanwalt in Lyck der Oeffentsichkeit bereits bekannt- gegeben wurden. Hiernach steht einwandsrei sest, daß ein pol» nischer Grenzbeamter das deutsche Hoheitsgebiet ohne Erlaubnis in Zivil betreten unb mehrere scharfe Schüsse auf einen ihm entgegenkommenden deutschen Zollbeamten ohne jede Deranlasiung aus einer Armeepistole abgegeben hat. Die Einzelheiten bes Vorfalles sinb auf Grunb ber glaubwürdigen Aussagen bes beutschen Zollbeamten, bie burch bie Gerichte sowie die heutigen Feststellungen bes Lanbrates am Tatort bestätigt würben, einwanbfrei geklärt Offen ist lediglich bie Frage, aus welchen Motiven ber polnische Grenzbeamte gehandelt hat. Die pol- Nischen Mitglieder der Delegation haben nicht bie Richtigkeit ber deutscherseits berichteten Tatsachen bezweifelt. Sie geben zu, daß der Tote identisch ist mit dem polnischen Grenzbeamten Vincent Kachel, dessen Ausweis in der Tasche des Toten vorgefundcn ist. Die Polen wollen aber ihrerseits noch weitere Ermittlungen anstellen, ehe sie ihre Auffassung des Vorfalles abschließend festlegen. Während der Verhandlungen war auch der unmittelbare Dienstoor- gesetzte des Getöteten, der Postenführer Theophil Zurasch in Prostken, anwesend. Der Bitte bes Ober- staatsanwaltes aus Lyck, bem Postenführer bie Genehmigung zur Aussage vor bem in Prostken amtierenden deutschen Gericht zu erteilen, wurde von dem polnischen Vorgesetzten des Beamten n i ch t e n t s p r o ch e n. Bei der Leichenöffnung des erschossenen Grenzbeamten Kachel war ein polnischer Mebizinalrat zugegen. Er erklärte sich mit bem vorläufigen Gutachten ber beutschen Aerzte einoetftanben. Die .DAZ." gibt in einer Meldung auf Königsberg folgende Darstellung der Gründe, Das deutsch-polnische Grenzgebiet bei Prostken die den polnischen Gren-beamten veranlaßt haben sollen, die Grenze zu überschreiten: Die polnischen 'Behörden bezahlen ihren Grenzbeamten für die Aufdeckung von Schmuggeleien und für die Festnahme von Schmugglern recht erhebliche Prämien. Kachel soll bereits sich öfters mit den deutschen 'Bewohnern in Prostken in Verbindung gesetzt haben, um über bie Absichten derpolnische nSchmuggle r , die in dieser Gegend eine besonder- lebhafte Tätigkeit entfalten, Näheres z u erfahren. Man nimmt an, daß auch am Donnerstag wieder Kachel eine folche Insorma- tionstour nach Postken unternehmen wollte, um über die Tätigkeit der polnischen Schmuggler Erkundigungen einzuziehen. Aus diesem Grunde hatte er auch Zivilkleidung angelegt. nach dem ersten angeblichen Ausgleich des Reichs- Haushalts sich ein neues Loch von geradezu gigantischen Ausmaßen auftat, für das nur unter höchst unersprießlichen Begleitumständen ein zweites, mit schwindelndhohen Zahlen operierendes Deckungs- Programm zusammengezimmert wurde, das in der öffentlichen Meinung wie bei allen politischen Par- teien mit Ausnahme recht zaghafter Zustimmung in gewissen, den christlichen Gewerkschasten nahestehenden Zentrumskreisen, schärfsten Protest und entschiedene Ablehnung gefunden hat. Im Hinblick auf diese Einheitsfront wäre es kaum notwendig, darauf zurückzukommen, wenn nicht nach dem durch den allgemeinen Widerstand, namentlich auch in feiner eigenen Partei, verursachten Rücktritt Mol- denhauers der Reichskanzler selber mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsministers der Finanzen betraut worden wäre, derselbe Dr. Brüning, der neben dem Arbeitsminister Stegerwald vielleicht mit mehr Recht die Vaterschaft an dem neuen Deckungsprogramm beanspruchen kann, als der zu- rückgetrctene Finanzminister. Denn das gerade ist ja das Unaufrichtige und in seinen Folgen Verhängnisvolle an der Finanzpoli- tit dieser letzten Wochen und der Krisis um Molden- Hauer, daß der Reichsfinanzminister im Anblick des neuen Iftanbeer n, in diesem riesenhaften Ausmaß trotz der lähmenden Wirtschaftskonjunktur vielleicht doch nicht vorauszusehenden Defizits alle seine gefunden und soliden Grundsätze für eine Finanzsanierung oon innen heraus über Bord warf und offensichtlich ohne ein eigenes Programm zur Beseitigung der neuaustauchenden akuten Kali- mität mit beiden Händen nach den Ideen griff, die man ihm von Zentrumsseite bereitwillig unterschob. So kam der schon vor Monaten in Kreisen der christ- sichen Gewerkschaften ausgebrütete und damals schon nach lebhafter Diskussion ad acta gelegte Gedanke eines Notopfers der Fe st besoldeten, jetzt unter der Flagge ..Reichshilfe", erneut zu Ehren. Die Beamten werden in dem Entwurf Mol- denhauers die Schriftzüge ihres alten Freundes Stegerwald unschwer wiedererkennen. Wer ist es schon unaufrichtig, wenn rin Deckungsprogramm, das in der Zentrumsküche zusammengebraut wurde und bei bem die christlichen Gewerkschaften Pate gestanden haben, unter dem Namen des Volks- parteilers Moldenhauer in die Welt hinaussegelt, der noch beim ersten Haushaltsausgleich jede (Erhöhung der direkten Steuern scharf abgelehnt hotte und für denkbar weitgehende Schonung des Mittelstandes eingetreten war — soweit von einem solchen nach der Inflation und den Auswirkungen der Steuerpresse der letzten Jahre überhaupt noch die Rekk sein kann —, so ist cs der Gipfel der Unaufrichtigkeit, wenn man diese famose „Reichshilfe der Festbejoldtten" mit dem geplanten Lohn- und Preisabbau in einen schwer begreiflichen Zusammenhang bringt und als Ausgabensenkung deklariert. So ist es nun doch nicht. Die Reichshilfe würde vielmehr, wenn sie in Kraft treten sollte, was wohl kaum noch zu befürchten ist, lediglich neue Mittel in einer besonderen Form direkter Besteuerung in das Danaidenfaß der öffentlichen Finanzen pumpen und diese selben Mittel indirekt der an Kapitalmangel zehrenden Wirtschaft entziehen. Unaufrichtig ist cs auch, wenn man zu den Festbesoldeten auch unbekümmert und offenbar ohne Kenntnis der wirklichen Verhältnisse die Angestellten der Prioatwirt- schäft hinzurechnet, die nur teilweise über die gesetzliche Kündigungsfrist Hinaus gesicherte Stellungen Haben und die bei einem Abbau, ungeschützt durch eine Versicherung, von der Erwerbslosigkeit weit härter getroffen werden als andere Kreise, weil es ihnen, besonders oon einer gewissen Altersstufe ab, meist unmöglich ist, sich in absehbarer Zeit wieder in den Wirtschaftsprozeß einzufchalten Wenn man für diese Prioatangestellten die völlig haltlose Fiktion der „Festbesoldeten" schuf, wenn man sie pensionsberechtigten und unkündbar angestellten Beamten glaubte gleichletzcn zu können, so doch nur, um ber „Reichshilfe" das Odium einer Derfafi'ungsroibrigen Sonderbelastung eines einzelnen Berufsstandes zu nehmen. Auch das ist feine aufrichtige Politik. War man schon der Auffassung, der neben dem preußischen Finanzminister Höpfer-Aschoff auch verichic bene Reichsministcr Ausdruck gegeben haben, daß die Köhlersche Besoldungsreform in ihren Auswirkungen bie finanzielle Kraft bes Reichs überfliege n habe unb bamals Ausgaben bewilligt worden seien, bie vom Standpunkt sparsamer Finanzpolitik nicht gebilligt werden könnten, bann mutzte man sich zu einer echten Ausgabensenkung burch lieber. Prüfung ber Besolbungsorbnung entschließen, wobei es burch inbiuibueUe Prüfung leichter war, unbillige Härten zu vermeiden, als bei einer so schematischen Besteuerung wie dem Notopfer. Aber auch diese hätte nur einn im Zusammenhang mit einer Verwaltungsreform, die neben einer Vereinfachung des Apparates auch eine Beschränkung der Staatsauf- gaben bringt. Das deutsche Volk in allen seinen Erwerbskreisen und Berufsständen ist für bie Erhaltung bes Reichs zu je bem Opfer bereit. Das Hal es während des Krieges und des ihm folgenden schweren Dezcn- niums mehr als einmal bewiesen, aber es will nicht seine letzten Spargroschen im bodenlosen Faß der Reichssinanzen verschwinden sehen, es will nicht ein bankrottes System weiter päppeln, das, bar jedes aufrichtigen Reform willens, in immer neuen Umdrehungen der Steuerschraube das einzige Mittel fruchtbarer Finanzpolitik sieht. Es will vielmehr radikale Umkehr unb Rückkehr auf ben Weg solider Finanzgebarung. Unbaxil es bas will, hat es feiner- zeit bem Kabinett Brüning ein so großes Matz von Vertrauen entgegengebracht. Das Kabinett hat feit Ostern viel Boben unter ben Füßen verloren. Es kann nun nicht einmal mehr einem widerspenstigen Parlament mit der einst so scharfen Waffe ber Reichstagsauflösung drohen, denn bas ominöse Not- opfer ist eine schlechte Wahlparole. Aber wenn es mit seinem ersten Finanzminister Molbenhauer, ber zum Dank für seine Anpassungsfähigkeit an Zen* trumswünsche in die Wüste geschickt wurde, auch bas, unmögliche Deckungsprogramm über Bord wirst, bann ist es noch immer nicht zu spät für bie große, befreienbe Tat ehrlichen, aufrichtigen Rc* sormwillens, ber Hintertüren unb Unaufrichtigkeiten oermeibet unb bem Volke offen sagt, was not tut, aber auch durch Taten beweist, daß es ihm ernst ist mit der Wkehr von einem System der Haltlosigkeit unb Schwäche. - zwischen Reichs, und preußischem Finanzministerium herbeizusühren. Lieber eine Kandidatur Höpker-Aschoff ließe sich gewiß reden. S£r preußische Finanz- Minister hat den Qualitätsnachweis erbracht, wenn auch natürlich die Einschränkung hinzuzufügen ist, daß die preußischen Finanzen sehr viel leichter in Ordnung zu bringen und zu halten waren als die Reichsfinanzen. Aber cs scheint doch so, als ob Herr Höpker-Aschoff dem Kanzler sympathisch wäre, nicht so sehr wegen seiner allgemeinen Verdienste, sondern wegen seiner besonderen Einstellung zum Aeichsnot- opfer, wie sie in den bekannten preußischen Abänderungsvorschlägen zum Ausdruck gekommen ist. Preußen hat den Versuch gemacht, wenigstens den Grundgedanken dieses Rotopfers zu retten, indem es Beamte und höhere Angestellte dauernd zu den Kosten der Ang est e l l te n v e r- sicherung heranziehen wollte mit Vertragen in derselben Höhe wie die Versicherten selbst. Rur daß aus dieser Sondersteuer keinerlei Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung entstehen sollte. Also ein unsoziales Ausnahmegesetz gegen Beamte und höhere Angestellte^ das den Versicherungsgedanken durchbricht und sicherlich bei denselben Parteien, die schon den Moldenhauerschen Vorschlag abgelehnt haben, auf Len gleichen Widerstand stoßen würde. Aber damit nicht genug, scheint Herr Dr. Brüning auch daran zu denken, Herrn Höpker-Aschoff als preußischen Finanzminister mit der Leitung der Reichsfinanzen zu betreuen, gewissermaßen also eine Personalunion hcr- zustellen. Eine sachliche und politische Unmöglichkeit! Wir brauchen nur daran zu erinnern, daß in Preußen die Weimarer Koalition regiert, daß also unter Umständen der Aeichsfinanzmimster Höpker-Aschoff von denselben Sozialdemokraten im Reich gestürzt werden könnte, als deren Vertrauensmann er in Preußen fungiert. So kann man die Dinge nicht behandeln. Und wir möchten auch annehmen, daß sich die Unmöglichkeit einer solchen Konstruktion in der ersten Unterredung zwischen dem Kanzler und Herrn Höpker- Aschoff sehr bald Herausstellen wird. Es hilft eben nichts, Herr Brüning muh in den sauren Apfel beißen und das Deckungsprogramm, jeden- falls den Teil mit dem Rotopfer zurück- ziehen, um mit anderen Vorschlägen hervorzutreten. Rur so ist es möglich, zu einer Lösung zu kommen, die durch rücksichtslose Sparsamkeit die Reichsfinanzen saniert, und gleichzeitig einen politischen Konflikt für den Augenblick vermeidet. Höpker-Aschoffs Programm. Gelsenkirchen,21. Iuni. (ERB.) Der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff sprach hier in einer Versammlung der Arbeitsgemeinschaft Industriebezirk der Demokratischen Partei. Der Minister teilte mit, daß ihn der Reichskanzler Dr. D r ü n i n g gebeten habe, morgen nach Berlin zurückzukehren.Diesem Ruf werde er Folgeleisten. In Berlin werde er zweifellos vor die Frage gestellt, ob er Reichsfinanzmini st er werden wolle. Aber er denke nicht daran. Er könne sich nicht vorstellen, in diesem Kabinett fruchtbare Arbeit leisten zu können. Er würde bald auf Schwierigkeiten stoßen und aus der Stellung wieder heraus müssen, was für seine Partei großen Schaden bedeuten würde. Das Zusammenarbeiten mti der SPD. im Kabinett Müller sei wegen der Halsstarrigkeit der SPD. schlechterdings unmöglich gewesen. Das Reich bedürfe zur Gesundung der Lage einer starken, ziel- bewußten R e g i e r un g. Es sei eine politische Rotwendigkeit gewesen, daß die Demokraten in die Regierung Brüning eintraten. Die politische und die wirtschaftliche Lage des Reiches habe das erfordert. — Der Redner behandelte dann die Möglichkeiten, wie das Deutsche Reich aus der ewigen Finanzkrise herauskommen könne. Die Desoldungsreform aus dem Iahre 1927 sei über unsere Kraft gegangen und jetzt sei es an der Zeit, die damaligen Maßnahmen zu liquidieren. Zum Schluß sprach er sich für die Bildung einer großen staatspolitischen republikanischen Partei der Mitte aus. Die Aussichten dafür seien allerdings augenblicklich schlecht. Oer Reichskanzler bleibt fest. Immer noch die Deckungsvorlage. Berlin, 21. Juni. (LRV.) Jn der Zentrums- fraktion berichtete Reichskanzler Dr. Brüning über die politische Lage. Er betonte mit aller Energie, daß die Reichsregierung in der Sache fest bleiben werde. Jn der F orm der Lösung könn- ten sich ja unter Umständen andere Möglichkeiten ergeben. Die Regierung ist, wie aus dem Vortrag Dr. Brünings hervorgeht, entschlossen, an ihrer Deckungsvorlage fe st zuhalten und sie nötigenfalls mit allen Konsequenzen durchzuführen. Die Fraktion erklärte sich geschlossen für die Auffassung des Kanzlers. — Die „D.A.Z." erfährt ergänzend zu den Ausführungen des Reichskanzlers, daß unter den möglichen Abänderungen des Deckungsprogramms die Herausnahme der Angestellten aus dem Rotopfer vorgesehen sei. Die „Germania- weist darauf hin, daß das Kabinett durchaus bereit sei, über die ursprünglich vorgesehenen 25 Millionen Mark hinaus weitere Ersparnisse am Etat vorzunehmen. Das Blatt betont aber, daß es eine große Jllusion wäre, zu glauben, die ungeheueren Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf Deutschland ließen sich durch Elatsslriche finanzieren. Oie Wirtschastspartei fordert 4 Milliarden Ersparnisse. Berlin, 20. Iuni. (V.D. Z.) Die preußische Landtagsfraktion der Wirtschaftspartei hat ein Sofortprogramm zur Finanzreform von Reich, Ländern und Gemeinden ausgearbeitet, wonach von ungefähr 23 Milliar- ben Gesamtausgaben von Reich, Ländern und Gemeinden 4 Milliarden abzu st reichen sind, damit das Defizit von über 2 Milliarden abgedeckt werde und der Rest von 2 Milliarden zur Realsteuersenkung und Kapitalbelebung der Wirtschaft frei werde. Insbesondere sollen die Ersparnisse d u r ch K ü r- zungen an den Etats um 5 Prozent sowie durch Herausnahmeder Arbeits- losenversicher un g aus dem Etat, durch ein sofortiges. Verbot sämtlicher öf- Die Zinanzschwiengkeilen der Reichsbahn. Berlin, 20. Juni. (WTB.) Im Auftrage des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahngesellschaft hat der Präsident des Verwaltungsrates, Dr. C. F. v. Siemens, am 18.Juni 1930 an Öen Reichskanzler ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: Das neue Reichsbahngesetz hat der Gesellschaft keine finanzielle Erleichterung, eher eine Verschärfung gebracht. Die Verkehrslage hat sich im Jahre 1930 in jedem Monat steigenderweise außer st ungünstig entwickelt. Heute schon läßt sich leider mit Sicherheit feststellen, daß selbst bei einem Wiederansteigen, für das aber keine Anzeichen vorhanden sind, die Betriebsausgaben die Einnahmen um mehrere 100 Millionen über st eigen werden. Dies voraussehend hat der Generaldirektor die sächlichen Ausgaben schon seit längerer Zeit dauernd gedrosselt. Sie sind jetzt aber auf einem Tiefstand angelangt, der wohl kurze Zeit getragen werden kann aber auf mehrere Jahre die Sicherheit des Betriebe s in Mitleidenschaft ziehen muß. Die für die Gesellschaft feststehenden Ausgaben sind in ihrer Gesamtheit seit Gründung der Gesellschaft um über 700 Millionen oder 31 Prozent gestiegen, obgleich das Personal in derselben Zeit um 62 000 Köpfe verringert worden ist. Im Vergleich zu der Vorkriegszeit sind die Einkommen der Beamten im Durchschnitt 80 Prozent (maximal 114 Prozent, minimal 29 Prozent), die Stundenverdienste der Arbeiter um 110 Prozent gestiegen oder auf den Lebenshaltungsindex zur Zeit der Beamtengehäller- erhöhung 1927 umgerechnet im Durchschnitt 22 Prozent (maximal 43 Prozent, minimal 9 Prozent) und bei den Arbeitern um 33 Prozent umgerechnet auf den Stand des Indexes im ersten Halbjahr 1929, der Zeit des letzten Schiedsspruchs. Die Reichsbahngesellschaft ist nicht in der Lage, hierin eine Aenderung aus sich heraus eintreten zu lassen oder oorzuschlagen, da sie nach dem Gesetz ihre Beamten entsprechend den Reichsbeamten entlohnen muß und die Arbeiterlöhne dutch Bestimmung des Reichsarbeitsministers, der den Schiedsspruch vom 24. Mai 1929 für verbindlich erklärt hat, ihre Gültigkeit bis zum 31. Mai 1931 haben. Die Personalkosten nehmen heute 66 Prozent sämtlicher Betriebsausgaben in Anspruch, die Pensionslasten in Höhe von 482 Millionen Mark allein 11 Prozent. Letzteres bedeutet gegenüber der Vorkriegszeit in Höhe von 114 Millionen eine Steigerung um 313 Prozent. Ich halte mich für verpflichtet, Euer Hochwohlgeboren besonders auf das Steigen und die Höhe der Personalausgaben hinzuweisen, da sie den wesentlichsten Teil der gesamten Ausgaben ausmachen und eine Herabsetzung am Direktesten der Gesellschaft eine finanzielle Entlastung geben würde, aber nicht im Machtbereich der Gesellschaft, sondern nur dem der Reichsregierung liegt. Ich gestatte mir ferner, daraus hinzuweisen, daß der Verkehr in erheblichem Maße durch die Beforderungssteuer verteuert wird. Sie wird von der Gesellschaft nur für d i e Reichsregierung erhoben. Eine Ermäßigung d^vselben könnte zum Ausgleich von notwendigen Tariferhöhungen benutzt werden. Andere Wege für die Ausgaben- fenkung zur Herstellung des finanziellen Gleichgewichts sind nicht vorhanden. Der Derwal- tungsrat hofft, daß die Reichsregierung einen Weg sehen möge, ihn in seinem Bestreben zu unterstützen, das finanzielle Gleichgewicht zu erzielen, ohne weitere Tariferhöhungen das wirtschaftliche Leben immer mehr erschweren und so die Arbeitslosigkeit vergrößern zu müssen und dadurch in Deutschland die Auswirkungen der Steigerung der Kaufkraft des Geldes, die sich im Grohhandelindex schon durch einen Rückgang um 15,5 Punkte zeigt, im Lebenshaltungsindex aber bisher nur um 9,8 Punkte auf die notwendigen Lebensgüter des Bolkes, zu verhindern. Echo der presse. Berlin, 21. Iuni. (TU.) Zu dem Brief, den der Präsident des Verwaltungsrates der Reichsbahngesellschaft Dr. v. Siemens an den Reichskanzler geschrieben hat, nehmen vorläufig nur wenige Blätter ausführlich Stellung. Die, „D A Z." schreibt, der Fall der Reichsbahn sei nur ein Ausschnitt aus der allgemeinen Lage. Aber da bei ihr die sachlichen Ausgaben längst radikal gestopft seien, ständen die Aufwendungen im besonders engen Zusammenhang mit den reinen Personalausgaben in sichtbarerer Verbin- bindung als beim Reich, bei den Ländern und bei den Kommunen. Vielleicht hätte die Reichsbahn schon eher diesen Vorstoß machen sollen, denn wie spät diese Stunde bereits sei, gehe schon daraus hervor, daß die Reichsbahn nicht einmal in der Lage sei, die Forderung der Besoldungssenkung mit dem Angebot einer Tarifsenkung zu verbinden. Der „£ a g" erfährt von unterrichteter Seite zu dem Schreiben, man denke an eine Kürzung der Löhne und Gehälter in Höhe von 1 v. H. Das würde einschließlich des Rotopsers eine Gesamtkürzung der Beamtenbezüge von 11 v. H. crusmachen. Die „Dörsen- zeitung" weist darauf hin, daß die letzte Lohnerhöhung bei der Reichsbahn in einem Zeitpunkt erfolgt sei, in dem sich die Konjunktur bereits abzuschwächen begonnen habe und eine Steigerung der Lebenshaltungskosten gar nicht mehr in Frage gekommen sei. Der Derwaltungs- rat der Reichsbahngesellschaft richte deshalb mit Recht an die Regierung die Aufforderung, Maßnahmen zur Herabsetzung dieser Lasten zu ergreifen, die der Reichsbahn gegen ihren Willen durch regierungsseitigen Eingriff aufgebürdet worden seien. Die „Deutsche Zeitung" betont, daß auch hier wieder die Arbeitnehmer die Segnungen des Boungplanes aufs Empfindlichste zu spüren bekommen. Der „Vorwärts" schreibt, der Angriff der Unternehmer auf das Lohnniveau erhalte durch den Vorstoß des Der- waltungsrates der Reichsbahn eine mächtige Unterstützung. Das sei nicht Wirtschaftspolitik zur Lieberwindung der Konjunktur, sondern Klassenpolitik, um den Kreis der künstlichen Verlängerung und Derschärkung der Krise. fentlichen Bauten, durch Vereinfachung des Steuer sh stems und durch Einstellung der Reubautätigkeit aus öffentlichen Mitteln erzieA werde. Wo steckt die Reichsreform? Die Ausschutzarbeit der Länderkonferenz. Berlin, 20. Iuni. ERB. Die beiden Unter- ausschüsse des Ausschusses der Länderkonferenz für Derfassungs- und Derwaltungsreform traten unter dem Vorsitz des Reichsinnenministers Dr. Wirth zusammen. Zur Beratung stehen die Abschnitte über die Organisation der unmittelbaren Reichsverwaltung in den Ländern und die Organisation der Auftragsverwaltung des Reiches, Dr. Wirth erklärte u. a.: Die jetzige Organisation des Reichs und seiner Länder, die Verteilung der Zuständigkeiten gewährleisten nicht die volle Auswirkung aller im Reiche vereinigten Kräfte und ihre zweckmäßigste Einsetzung, wie sie unsere Rotzeit doppelt erfordert. Die Reichsregierung hat Anfang 1928 das Verfassungsrechtsgrundproblem einer Länderkonferenz unterbreitet. Diese hat einen Ausschuß mit der Vorbereitung beauftragt, der zu gleichen Teilen von der Reichsregierung und den Länderregierungen beseht ist. Der eine Unter- ausschuß der Länderkonferenz hat die Frage der Organisation und die Zuständigkeit zugewiesen erhalten. Dem zweiten Unteraus- schuh sind die Fragen der Gliederung sowie die territorialen Fragen zugewiesen worden. Er kann erst gedeihliche Arbeit leisten, wenn man die Linie der Entwicklung auf dem Gebiete der Organisation und bei der zukünftigen Zuständigkeitsverteilung sieht. Es ist deshalb beabsichtigt, den Gesamtausschuh, den die Länderkonferenz eingesetzt hat, unmittelbar nach Abschluß unserer Verhandlungen zusammentreten zu lassen, um seine Stellungnahme herbeizuführen. Es wird alsdann Sache der politischen Entscheidung sein, wie die Ergebnisse der zu einem gewissen Abschluß gekommenen Verhandlungen ausgewertet werden sollen. Der Llnterausschuß hat die Vorschläge des sogenannten Gemeinschaftsreferates der Gutachter Ministerialdirektor Dr. D r e ch t, Ministerialdirektor Dr. Poehsch-Heffter, Staatspräsident Dr. Bolz und Bürgermeister Dr.Petersen mit unwesentlichen Aenderungen dem morgen unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning tagenden Verfassungsausschuß empfohlen. Oie Wirtschafisinieressen des Llnterwefergebieis. Ein Abkommen zwischen Bremen und Preutzen. Berlin, 20.Juni. (WTB.) In Bremen wird morgen vom preußischen Ministerpräsidenten und dem bremischen Präsidenten des Senates ein umfangreiches Vertragswerk unterzeichnet, das ebenso wie seinerzeit der preußisch-hamburgische Vertrag einen wichtigen Fortschritt in einem Teilproblem der Reichsreform darstellt. In einem Abkommen über kommunale Richtlinien für die Zusammenarbeit der preußischen und bremischen Gemeinden ist ein enges Zusammenarbeiten der Stadtverwaltungen Bremerhaven und Wesermünds auf allen Gebieten der kommunalen Verwaltung vorgesehen. Der Zustand, daß die Polizeibeamten der beiden Länder bisher die Grenze nicht überschreiten konnten, ist beseitigt. Das Derkehrsabkommen, dem auch das Land Oldenburg beitreten wird, soll dazu dienen, daß die öffentlichen Verkehrsmittel derart einzurichten und durchzuführen sind, wie es das Interesse der Gesamtbevölkerung des Wesergebietes und der Nachbargebiete erfordert. Bremen tritt ferner dem Hochseefischerei- Abkommen zwischen Preußen, Hamburg und der Stadt Altona bei. Damit ist einer planmäßigen Zusammenarbeit der Hochseefischerei-Häfen an der deutschen Nordsee der Boden bereitet. Ein zweiles Abkommen betrifft die einheitliche Handhabung der Wasserpolizei auf der Unterweser. Um einem ungesunden Wettbewerb zwischen den Wirtschaftsgebieten an Weser und Ems vorzubeugen, ist ein Weser-Ems-Abkommen in Aussicht genommen. Es enthält lediglich die Schaffung eines gemeinsamen Ausschusses aus beiden Wirtschaftsgebieten, der nach Bedarf zufammen- tritt, um eine einheitliche Seehäfenpoli- t i k zur Durchführung zu bringen. Aenderung der llmfahsteuererhebung. Berlin, 21. Iuni. (Tel.-Un.) Der Reichsfinanzminister hat dem Reichsrat eine Verordnung über Aenderung der Durchführungsbestimmungen über die erhöhte Llmsatzsteuer zugehen lassen. In dieser Verordnung heißt es u. a.: Llmsah im Einzelhandel im Sinne des § 12 Absatz 2 des Gesetzes liegt por, wenn ein Llnternehmen an einen Abnehmer liefert, der die Gegenstände weder zur gewerblichen Weiterveräußerung, sei es in derselben Beschaffenheit, sei es nach vorheriger Bearbeitung oder Verarbeitung, noch zur gewerblichen Herstellung anderer Gegenstände, noch zur Bewirkung gewerblicher oder beruflicher Lei st ungen erwirbt. Als Llm- satz im Einzelhandel sind auch Lieferungen und sonstige Leistungen anzusehen, soweit die Sicherungsvorschriften nicht innegehalten sind. Als Umsatz im Einzelhandel gelten nicht: Lieferungen an das Reich, die Länder oder andere öffentlich- rechtliche Verbände, Lieferungen von Gas, Wasser, Elektrizität oder Wärme. Die Würde des „Hohen Hauses-. D e r l i n, 20. Iuni. (Ddz.) Im Aeltestenrat des Reichstags wurde darauf hingewiesen, daß vor einigen Tagen der kommunistische Abg. Mastowski am Rednerpult im Sports Hemd erschienen sei und daß dieses Beispiel inzwischen mehirfach Rachahmung gefunden habe. Don verschiedenen Seiten wurde erklärt, daß dieses Auftreten der Würde des Reichstags nicht entspreche. Es wurde aber festgestellt, daß die Geschäftsordnung keine Handhabe biete, dagegen einzuschreiten. Es wurde beschlossen, die Fraktionen zu ersuchen, darauf hinzu wirken, daß die Abgeordneten zu den Sitzungen in einem Anzug erscheinen, der mehr der Würde des Hauses entspricht. Vollstreckung eines Todesurteils. Berlin, 21. Iuni. (DDZ.) 3m (Straf* rechtsausschuh des Reichstags wurde ein Antrag der Sozialdemokraten, der Demokraten und des Abg. Dr. Kahl (D. V.) mit 15 gegen 10 Stimmen angenommen, wonach die Reichsregierung der württembergischen Staatsregierung nahelegen soll, vor der gesetzlichen Entscheidung über die Todesstrafe das Todesurteil gegen den wegen Vatermordes verurteilten Landwirt Zell nicht zu vollstrecken. Staatspräsident Dr.Bolz hat die Ablehnung der Begnadigung aufrechterhalten, weil in dem Verfahren keine Instanz in der Lage war, die Begnadigung zu befürworten, und weil das bestehende Recht infolgedessen die Vollziehung der Todesstrafe bedingt. Der zum Tode verurteilte Landwirt Iulius Eell ist infolgedessen Samstag früh 5,30 Llhr im Hofe des Amtsgerichtsgefängnisses zu Ravensburg hingerichtet worden. Oie Arbeitszeit im Kohlenbergbau. Der deutsche Vorschlag angenomwen. Gens, 20. Iuni. (WTB.) Auf der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf kam es im Ausschuß für das Arbeitszeitabkommen im Steinkohlenbergbau zu einer erneuten Abstimmung über den deutschen Vorschlag, die Schichtdauer auf 73/4 Stunden festzulegen und innerhalb von drei Iahren neue Verhandlungen über die weitere Herabsetzung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau einzuleiten. Die Arbeitgebergruppe erhob Einwände gegen die Wiederaufnahme einer Frage, die vom Ausschuß gestern bereits abgeschlossen worden sei. Als der Ausschuß sich für die sofortige Abstimmung aussprach, erklärte die Arbeitgebergruppe, daß sie ihre Mitwirkung an den Ausschußarbeiten e i n st e l l e n müsse und verlieh geschlossen die Sitzung. Der deutsche Vorschlag wurde darauf mit 23 gegen 2 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen angenommen. Der Vorsitzende Dr. Brauns stellte fest, daß der Antrag selbst dann ntit 5 Stimmen Mehrheit angenommen worden wäre, wenn die Arbeitgebergruppe geschlossen gegen ihn gestimmt hätte. Sturm über Finnland. Front gegen die kommunistische Gefahr. Wenn nicht alles täuscht, steht Finnland am Vorabend großer politischer Umwälzungen. Lleberall rotten sich die Bauern zusammen, um gegen den Kommunismus Front zu machen. In verschiedenen Teilen des Landes ist es auch schon zu Handgreiflichkeiten und zur Zerstörung kommunistischer Druckereien gekommen. Auch ein antikommuni st ischer Bund ist entstanden, der offenbar schon so stark geworden ist, daß sich die Regierung seiner Forderung, die gesamte kommunistische Presse zu verbieten, gefügt, aber auch gleichzeitig den Reichstag zu einer außerordentlichen Sitzung einberufen hat, der zu der kommunistenfeindlichen Bewegung im Lande Stellung nehmen soll. Die Situation in Finnland wird nun so dargestellt, daß auch hier mit der Errichtung einer „faschistischen Diktatur zu rechnen sei, die in die Hände des Generals Mannerheirn, der 1918 gemeinsam mit deutschen Truppen an der Befreiung Finnlands vom Bolschewismus mitwirkte, gelegt werden soll. Ob es dazu überhaupt kommen wird, muh abgewartet werden. Vorläufig steht nur fest, daß der Kommunismus in Finnland ungewöhnlich stark an Boden gewonnen hat und daß der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht mit Un- recht fürchtet, die zurückgewonnene Freiheit von neuem an Rußland zu verlieren. Es braucht ja nur zu einem kommunistischen Putsch zu kommen, um den Sowjetrussen das Signal zum Einmarsch in das in jeder Beziehung weit unterlegene Finnland zu geben. Diese Gefahr soll beseitigt werden, deswegen wird aus dem Lande heraus auf Regierung und Parlament auch ein starker Druck ausgeübt, mit dem Kommunismus gründlich aufzuräumen. Deutscher Kreuzerbesuch in Danzig. Danzig, 20. Iuni. (TU.) Der deutsche Kreuzer „K ö l n“ ist auf der Reede von Reufahrwasser eingetroffen. Im Laufe des Vormittags stattete der Kommandant des Kreuzers, Fre- gatten-Kapitän von Schroeder, mit seinem Adjutanten und begleitet von dem deutschen Generalkonsul dem Präsidenten des Senats, Dr. Sahm, einen Besuch im Regierungsge- bäude ab. Daran schlossen sich Besuche des Kommandanten beim Völkerbundskommissar, Grafen G r a v i n a , dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Dr. Strasburger, und dem Präsidenten des Danziger Hafenausschusses, de , Loes. Am Rachmittag erwiderte der Präsident des Senats in Begleitung des Senators des Innern, Arczhnski, den Besuch an Bord der „Köln". Als der Präsident das Schiff verlieh, grüßte der Kreuzer die Danziger Flagge mit 21 Schuh. Am Abend gab der Senat im Rathaus einen offiziellen Empfang, an dem auch der Kommissar des Völkerbundes, Graf Gravina, teilnahm. Oie Augsburger Konfessionsfeier und die evange ische Welt. An der Feier der deutschen Landeskirchen zum 400jährigen Gedächtnis der Augsburger Konfession (24. und 25. Iuni) werden auch eine große Anzahl ausländischer Kirchen und Kirchenbünde durch besondere Abgesandte teilnehmen. Es haben Vertreter angemeldet u. a. die evangelisch-lutherischen Kirchen von Schweden, Rorwegen, Dänemark, Finnland, Südslawien, -Ungarn, die deutschen Gemeindeverbände in Estland und Lettland, die deutsch-evangelischen Kirchen in Böhmen, Mähren und Schlesien, der evangelische Kirchenbund der tschechoslowakischen Republik, der schweizerische Kirchenbund, die Federation Protestante de France, Eglise Chretienne Missionaire Beige, der Rationalrat der englischen Freikirchen und die Kirche von Schottland, ferner von Liebersee, der etwa 30 Kirchengemeinschaften umschließende amerikanische Kirchenbund (Federal CouncilI ,ünd die presbyterianische Kirche von Australien. Bon bekannten kirchlichen Auslandführern werden zugegen sein: Der Domprobst von Lund (Schweden), Professor D. Dr. Brilioth, der finnische Bischof K a i l a in Wiborg, Bischof Pöl - chau (Riga), Professor D. Keller (Genf) und Professor Handmann (Basel), P. Burpil- lot (Paris), geistlicher Inspekteur der evangelisch-lutherischen Kirche von Frankreich, Kirchenpräsident Wehreupfennig aus Gablonz, Generalinspektor Baron von Radvansktz (Budapest), Rev. R a m s a h D. l).-London u. a. Aus -er Provinzialhaupisiadi. Dießen, den 21.3unl 1930. Linser neuer Vornan. Rachdem in der gestrigen Ausgabe des (Siebener Anzeiger» der Abdruck des Roman- .Konstante" beendet worden ist. beginnen wir in der heuttgen Nummer mit der Veröffentlichung eines erst vor kurzem vom Autor abgeschlossenen, groben Nomanwerkes. Wit dieser Erzählung stellen wir unseren Lesern einen Schriftsteller vor, der seither im Gießener Anzeiger noch nicht zu Wort gekommen ist, der sich aber mit seinen, speziell sür den fortsetzung-weisen Abdruck in der Tage-presfe geschriebenen Romanen in jüngster 3eit außerordentlich gut eingesührt und beim Publikum beliebt gemacht hat. Es handelt sich um den Roman »Die Sünde der JRenafe Mercandin" von Zred TleliuS, den der Gießener Anzeiger als eine der ersten deutschen Zeitungen zum Abdruck erwerben konnte^ die- ist ein Gesellschaft-- und Liebesroman von besonderer Eigenart und Anziehungskraft. psychologisch interessant, glänzend im Ausbau, konsequent in der Durchführung, spannend in der Entwicklung und Steigerung der Konflikte. Die äußerst geschickten und tressenden Milieuschilderungen ouS der großen Welt, ein wirkungsvoller Auftakt, die straffe Handlung, die fesselnden Ehoraktere und die temperamentvolle Erzählung stempeln das Werk zu einem Zeitungsroman, der allenthalben Anklang und Anerkennung finden wird. Wir hoffen, unseren Leserinnen und Lesern in Stadt und Land mit der Veröffentlichung eine besonder- willkommene Lektüre zu Steten. Lior nötigen. — TageSkalender für Samstag. G. D. A.: Monatsversammlung. 21 älhr. — Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen unb 11mg.: Hauptversammlung, 21 Uhr. bei Gastwirt Henkel. Walltorstrahe. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „stud. med. Helene Willsuer". — TageSkalender für Sonntag. Schühenverein Dieben: 10 Uhr „Preisschießen". — Spielvereinigung 1900: Athletische Dezirks- wettkämpfe Hessen — Hannover. 9 und 15 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „stud. mcd. Helene Willsuer". — Stadttheatcr Gießen. Man schreibt uns: Ain nächsten Dienstag bringt das Stadttheater als geschlossene Vorstellung für den Verein für das Deutschtum im Ausland Angermeyers Tiroler Volks- stück „Flieg, roter Adler von Tirol". Das erfolgreiche Stück hat auch in Gießen nach der Erstaufführung starken Beifall gefunden. Die Spielleitung liegt in den Händen von Peter Fasset. — BachS „Kunst der Fuge". VolkSkon- zcrt deS KonzcrtvereinS. Von der Leitung des Konzertvereins wird uns geschrieben: Das monumentale AlterSwerk Bachs, auf dessen Aufführung am 26. Juni, 20 Uhr abends in der Stadtkirche nochmals hingewiesen sei, wird in einer Form zur Wiedergabe gelangen, die es auch dem weniger geschulten Hörer ermöglichen soll, einen unmittelbaren und übersichtlichen Eindruck zu gewinnen. Die zu diesem Zweck vorge- nommencn Aenderungen werden geeignet sein. di« wesentlichen Teil« des Werkes zu umso stärkerer Wirkung zu bringen. Der Leiter der Aufführung. Dr. T e m c S v a r y , hat zur Bewältigung dieser Aufgabe ein Orchester von 60 Personen. d. h. den hiesigen Orchestervercin und das Collegium musicum Aufgeboten. Da das Konzert zu äußerst billigen Eintrittspreisen stattiindet und die Nachfrage bereit- groß ist. wird es sich empfehlen, mit dem Kartenkaus nicht zu zögern. (Nähere- im heutigen Anzeigenteil.) — Kulturfilm „Fruhsing in Palästina". Am kommenden Sonntag. 2. d. M., vormittags 11.15 Uhr. veranstaltet die Zionistische Ortsgruppe Gießen im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, die Ausführung eineS Kulturfilms ..Frühling in Palästina" (Bilder vom Ausbau der jüdischen Heimstätte). Die Regie führt 2. Gal-Eser. Der Film bringt erstmalig Bilder aus dem unbekannten Palästina und ist von einer eigenen, melodisch und soll- loristisch bemerkenswerten Musik des jungen Jerusalemer Komponisten M. Lampe l begleitet, der hierbei neben jüdischen Volksliedern seine einzigartgie Sammlung orientallscher Melodien verwertete. 3m Zusammenhang mit den tragischen Herbst-Ereignissen wird die Palästinafrage wieder vor der Kulturwelt aufgerollt. WaS in zehn Jahren Aufbauarbeit in Palästina von Juden geleistet wurde, zeigt dieser Rechenschaftsbericht in Bildern. (Vgl. die heutige Anzeige.) • •• 80. Geburtstag. Am 22. 3uni feiert in seltener geistiger und körperlicher Frische Geh. Ober-Konsistorialrat D. Petersen feinen 80. Geburtstag. Ein geborener Schleswig-Holsteiner, wurde er, nach wechselvoller amtlicher Tätigkeit (Hosprediger des Königs der Helenen, Pfarrer in Mainz und Darmstadt) im 3ahre 1902 zum Superintendenten unserer Provinz Oberhessen berufen. Dank seiner hervorragenden Geistes- und Herzensbegabung hat er es in staunenswerter Weise verstanden, in den etwa 23 Jahren seines Superintendentenamtes sich in die ihm bis dahin völlig fremden Wesensart oberhessischen Volkstums und oberhessischer Frömmigkeit hineinzufinden und sich in weiten Kreisen Anerkennung, Verehrung und Dankbarkeit zu erwerben. Am 31. Dezember 1924 trat er in den wohlverdienten Ruhestand. Weite Kreise der Bevölkerung wer- deik dem verehrten Manne zu seinem Ehrentage ihre Glückwünsche darbringen. •• D i e V e r k a u f s p lä h e auf dem Wochenmarkt sollen für die Zeit vom 1. Juli 1930 bis 30.3uni 1931 an Ort und Stelle neu vergeben werden. Die Plätze werden am Samstag, 28.3unt, auf dem Wochenmarkt, beginnend in der Marktlaubenstraße, freihändig vergeben. Bei mehreren Liebhabern für ein und denselben Platz erfolgt Zuschlag an den Meistbietenden. Interessenten seien auf die 'Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil verwiesen. ** Uraufführung durch das Gießener Stadttheater. Das Gießener Stadttheater hat, wie von der Intendant mitgetcilt wird, die Erft- aufführung des Lustspiels „Ich habe keine Zeit.. !" von Karl Rößler, das am kommenden Mittwoch bei persönlicher Anwesenheit des bekannten Autors in Bad-Rauheim als Uraufführung in Szene geht, in Gießen für den 1. Juli festgesetzt. •• Zur 25. Ruder-Regatta in Gießen, die als Jubiläums-Regatta am nächsten Samstag, 28., und Sonntag, 29. 3uni, stattfinden wird, sind zu 26 Rennen insgesamt 84 Boote mit 441 Ruderern und Steuerleuten gemeldet worden. Rur zwei Rennen, der B-Achter und der Doppelzweier sind ausgefallen. Der Zweite Junior-Vierer und der Dritte Dierer sind am stärksten besetzt mit je sieben Booten, sechs Rennen, darunter der Wanderpreis der Stadt Gießen, mit je vier Booten, zehn Rennen werden von je drei und die übrigen von je zwei Vereinen bestritten. Au- Frankfurt a. M. beteiligen sich die Mannschaften der Universität an sechs Rennen, ferner die Frankfurter RG. ..Sachsenhausen" und der Frankfurter RD. 1865, Offenbach ist durch RV. 1874 vertreten. Hanau durch REl. ..Hassia" und RG., Köln durch RG. 1891 und Akademische R.-Derbindung „Borussia"; außerdem haben, zum TeU in hervorragender Weise, gemeldet: RV. Kassel. Limburger REl. 1937, Limburger RG 1920. Wassersportverein Beuel, Cochemer RG., RV. Bad EmS, Wassersportverein Godesberg. Wetzlarer REl.. Verein Rudersport Gießen und GRD. 1877. Rach alledem kann die Gießener Ruder-Desellschaft, als Veranstalterin der Regatta, daS Meldeergebnis als neuen schönen Erfolg ihrer rudersportlichen Bestrebungen für fich in Anspruch nehmen, und es wird an unserem traditionsreichen Ruderplatz Gießen mit seiner landschaftlich schönen Regattastrecke auch diese- Mal, auf der Iubiläum-regatta, wieder guter und interessanter Sport geboten werden. * Die Museen sind am morgigen Sonntag zu kleinen Preisen geöffnet. " Sonnwendfeier der Gießener Studentenschaft. Morgen, Sonntag abend, 8 älhr, veranstaltet die Gießener Studentenschaft, wie bereits kurz mitgetcilt wurde, einen Fackel- zug mit anschließender Sonnwendfeier. Der Zug wird sich durch folgende Straßen bewegen: Universität, Ludwigstraße, Bleichstrahe. Südanlage, Westanlage, Krosdorfer Straße. Bismarck- türm. Nach einer kurzen Feier am DiSmarck- turm vollzieht sich der Rückmarsch durch: Krof- dorfer Straße. Nordanlage, Ostanlage, Land- grasenstraße, Brandplatz, Sonnenstraße. Seltersweg. Südanlage, Goethestraße, Löberstraße,"Dis- marckstraße, Ludwigstraße, Röntgenstraße. Wart- weg, Röntgenstraße. Ludwigstraße. Wilhelm- straße, Frankfurter Straße, Alicenstraße. Bahnhofstraße, Westanlage, Oswaldsgarten, wo der Zug sich auflöst. •• Arbeitsgemeinschaft Gießener Männergesangvereine. Die Hauptprobe für den Tag de- deutschen Liedes findet Montag, 23. Juni, 20.30 älhr im Katholischen Vereins- Hause statt. *• VDA. DaS Stadttheatcr ist für die Vorstellung am kommenden Menstag („Flieg', roter Adler von Tirol") ausverkauft. weitere Lokalnachrichtcn im zweiten Blatt Wettervoraussage. Don Südwesten her hat sich hoher Druck über Deutschland ausgebreitet. Somit kommen die Randstörungen des Islandtiefs, die wohl vereinzelt etwas Regen gebracht haben, wenig zur Geltung. Im Bereich hohen Druckes wird sich die Wolkendecke wieder auflösen und Aufheiterung eintreten. Da jedoch die Zufuhr ozeanischer Luftmassen noch nicht ganz ab- geschnitten ist, so dürfte wohl ab und zu noch gewit- terdrohende Bewölkung aufkommen. Die Temperaturen steigen wieder etwas an. Aussichten füt Sonntag: Teil» heiter, teil» wolkig, wieder warmer und trocken. Lufttemperaturen am 20.3uni: mittag- 25.6 Grad EelliuS. abend- 19.5 Grad: am 21. 3unl morgens 17,9 Grad. Marimum 25,6 Grad, Minimum 14,2 Grad. — dtblcmbcraturcn in 10 cm Tiefe am 20. 3uni: abend- 26.2 Grad, am 21. 3uni: morgen- 21 Grad Eelsiu-. — Lonnen- scheindauer 4S, Stunden. Die Wetterlage. M« 78 7rr =33 3->6 r Ui 3= Ulen J - «4 ©tfontcnloj.0 netter, (jniu oedetet e vonug. •Bedeut • WfgrW * Schnee a 4r«upein ■ mc»ci N Oreülttr @wmd>bilc. «O* sei» leichter Ost y mlssiger lüdsodweii n >lur*» Mädchen nicht über 16 Jahre, d. zu Hause schlafen kann, für sofort für leichte Hausarbeit Gvdtzeve Sivma stellt noch Neiicdamcn für ihre hervorragenden .Korsetts, Leibbinden, sowie Wäsche-Erzeugnisse ein. — Aus Wunsch wöchentliche Auszahlung bei höchster Provision. Angebote von Neisedamen und Leiterinnen unter K. h. U. 43*22 befördert 2 Räume,? ca. 50 - 60 qm, für Bureau oder Lager Babnbofstraftc 64. (Lrdgeschoi>,abl.Hnli zu verm. Näh. Ann. Becker, flevlersir. 9 Bcschlagnahmesreie 3-Zimm r- Wohnung mit Zubeh. im Hause StMciccfer Weg 42 für sofort zu verm. Näheres "3976 ( Gutgehendes Zigarren* Geschäft umständehalber sof. ah verkaufen. Schr. Angeb. unter 4578D an den Gteft. Anz. Tagesstellung. 3tt allen Hausarb. erb saub. u. solides Mädchen nicht unter 20 evtl, vom Lande, ut Tageöstellung ges. Schr. Angeb. u.03978 an den Gteft. Anz. 10(40 Opet lLimouünef. m.allem Zubehör billig zu verkaub evtl, gegen kleineren, gut erhalt. Wagen au tauschen. Schristl.Angeboteu. 682 an Blltteld. An- noneen-Expeditlon, Plockstraße 6. fiwl Gesucht 2'Zimmer-Wobn. (9 e b 01 e n: 3-Zimmcr - Wob», mit Zubehör. Schr. Ang. in. Preis u.03972 a.d. Gft. Anz. Spltomiw 1900 e. B. Sportplatz a. d. LleblgshOhe Sonnlaa.22.Juni. 9 Uhr und 15 Uhrr EelWhletlfdie BejirtsmeifierfiDafren oon Denen-Oannooer Uebertragungen des Endspieles um die Deutsche ^uftball- Meisterschaft. tAn- läge wird ausgef. v. d.Ztrm.H.Aftman« und R. Rödigcr. N.B.: Für schattiga Sttzgelegenheit., sowie Speisen und Getränke ist gesorgt. 4573 0 Der Vorstand. Rassereine TeEel 4,1 schwarz m.braun, 6 Wochen alt, kurzh. von scharf. Stamm» baumhllndin, zu ver- Auf unbelast. Anwesen inmtitend. Stadt M.1500« als 1. Hijvoihek ges. Schr. Augeb.u. 03962 d. Gien. Anzeiger. tugraöume Löwenaasse 11 zu verm. 9tah. 45891) A. Becker, Kepler- strafte 9 l. Tel. 3804. Sie erßtithen Hohen Baroerölenfl l mit löflllthet Bareln abme I Tüchtige, gewandte Herren lallerortSf werd, als Bez.- u. Gen.-Vertret. noch eingest. Wenn mögl. EmvfangSraum erwünscht Offert, unt. B. K. 6107 an Nudols Mosse, Magdeburg. , ,.,V (Sebraucktc Poislergareilor 1 Sofa, 2 Sessel, 4 Stuhle u. 1 Tisch, zu verkaufen. Anzusehen b.Schrei- iter Hainer, Ostanlage 7. 145540 (Arbeitslose) zum Besuch von Bleh Haltern gesucht. Provision wird sofort auSaezahlt. 4547 v Onerie DOsaeldor! Poatschlleßlaoh 666. Das billigste u. gesündeste Getränk für jeden Ist Wein Versucher Sie: 28er Edenkobener Glas 30 Pb voll, rund, rassig. 28er Gaubickelheimer Glas 40 Pb fruch- tig, ansprechend, zarte Süfte. 28er Caseler Mosel Gl.50 Pf., lieblich, schöne Moselsäure. 28er Oberingelheimer Glas 50 Pf., mild, vollmundig. 4577D Weinstube Naafs Häus’chen 1 Zlindapp 200 ccm, steuer- und führerscheinsrei. kam- vielt, fastneu.450Mk. E. L. Römer Heuchelheim-GleBen Wllhelmslr. 2 Am nächsten Sonntag, d. 22. d. MtS., vorm.von8UIira« werden die Mitglieder des Wetzlarer Hundesporiveretns unserem Schliefplatz einen Besuch ab- staiten. Wir setzen uns. Mitglieder hiervon in Kenntnis u. bitten um zahlreich. Erscheinen auf dem Platze. 4565 D Beteln öunöefporl für ©leben u. Ilmg. e. B. Zimmer hell und freundlich möbl., vom 20. 7. bis 2.8., mögl. Näbe Uni- versiiäi, gei. Off. mit Preis u. K.b. U. 81 bei. Rudolf Mosse, Bielefeld. [Wohnungstausch] tDoonumtouidL ßteboteu: 7-Zimmer- Wohn. in. Zubeh. im Südviert. od. 3-Zlm.- Wohng. m. Bad, im Neub^b.tzriedenSm., Südv. - Gesucht: 4-, evtl. 6-Zm.-Wobn. in. ub- Südv. bevorz. Sonnenl. Schr. Ang. u.03941 n. d Gft. Anz. für den Platz (Sieben, sowie einen weiteren Herrn zur Bearbeitung für ganz Oberbessrn. Herren, die bei der in i>rage kommenden Slunö» schalt eingeführt sind, wollen ihr Angebot einrcichen an [4420D & Hertz, mineralöl-Import, Bloßen. beschlagnahmesrei, in Neubau rnitZen- iralhelzung, fite- ficnbcm warmem Wasser tn Küche u. mit 'Bnlfon, In gesunder Wohnlage, sofort beziehbar, zu vermieleu. Filialleiter zur Leitung einer selbftänd. Filiale für gut cingeiührt. Post-Versandgesch. gesucht. Geboten wird: Selbständ. Lebenseristenz nut rnonail. Einköftimcn 0. 600—1000 NNt. Verlangt wird: Wirkt. tlicht.Krafi mli2-blS 3000 NM. Betriebskavit. Auöfllhrl. ichrifil. Llngebote unter 03959 an den Gteft. Anz. zur Pflege eines Autos (wöchentl. zweimal» ge uchi. Zu ersragen In d. Geschäftsstelle des Gies;. Anz 45920 ^rdllfßitl 2. Befchlußfassung über die Genehmt. | gung der Bilanz. 3. Beschlußfassung über die Gewinnver- toographiekras Stunde 50 Pf. Sprechstunden: von 2 bis 4 Uhr. lweae flaiierallee 32 iNebenbau) Generalvertreter f. alle Versicherungszweige. Höchste Bezüge und weitgehendste Unterstützung zugesichert. Größerer Bestand kann überwiesen werden. Ausführl. Angebote erb. unter R. 6656 an Annoncenmayer, Frankfurtmain. fltofOorfer 5tt 141. Zm Neubau Schubert -Hündalalr. sind 2- u. 3-Zimmer- Wohnungen mit Bad u. übrlg.Zubeh-fow. mehrere Garagen zu Denn. Näh. Frankfurter Str. 29 p. ,„.*!) Beachten Sie unsere Fenster und urteilen Sie dann selbst! | Kaufgesuche | Modernes ‘Autogarage auch als Lagerraum geeignet, ab 1. Juli zu verm. Näh. bet Herrn Sktf, Bis- marefftr. 44 11L oumi pflegten HauShali in ^er Aufsichtsrat des Spar- und Vorschuß KJVÄ "«In» «Uenborf a.b £ba. e.G.m.ö.h . | L°tz. V°rsitz°nd°r. Kochm =—---- Mehr als 15000 Kunden!^:: b e e t 411 6 e o , dak Sie beim Kauf einer Haus-Standuhr direkt von der Spezial-Fabrik Im Schwarzwald, ohne Zwischenhandel überaus grobe Vorteile haben i Frachtfreie Lieferung, mehrjährige Garantie, billigste Preise von Rmk. 60.- an Auswahl Ober 20 verschiedene Modelle, Farbe genau nach Wunsch, herrlicher Schlag. 4A-Westminster oder Bim-Bam-Domglockenschlag Verlangen Sie kostenlos meinen Katalog. Ew Ce__Speslal-Fabrlk moderner . LaUlfer, Haus-Standuhren Schwenningen a.N. (Schwanwald) So urteilen meine Kunden i Dresden, 1.11.28. Die Uhr kostet bei hles. Händlern bald annähernd Rmk. ISO.- mehr. B. W. flüisellbolm. 27. 10 28. Nach Aussagen eines Uhrmachers Ist die gleiche Uhr in keinem Geschält unter Rmk. 300- zu erhalten. (Bel mir Rmk. 220.-.) F. M. H. Hunderte ähnlicher Dankschreiben lasse Ich Ihnen auf Wunsch teils in amtlich beglaubigter Abschrift xugehen. Solides, gesundes, ehrliches, absolut zuverlässiges liUti vom Lande das in jeder Hausarbeit, auch t.flocken u. Nähen, bcwan- dert ist u. langjähr, gute Zeugn. besitzt, nachGieften in Herr» schasiSbaushall für sofort oder später gestickt. Schriftliche Angeb. unter 45561) an d Gieb. Anz. ertz l^eiiengesüche] ÄcltereS Fräulein sucht, gestützt aus gute Zeugnisse, für sofort Stelle als Mtütie In kinderlosem HauS- Madel Ende 20, angenehmes fugend!. Aeuk,a.gut.Bürger- famtlte, falb., guter Char.. rn.uiod.AuSst. u. etwas Verm., hier fremd, möchte vass.sol. kaih. Herrn t. sich. St. zwecks Heirat kenn. lern. Diskret. Ehrensache. Zuschr- niögl.m.Vild, das sof. mied.zurlickges. wird, u. 03954 a. d. G. Anz. ot>6 «ea^^erde«' *W^e5^, erfo^We^“® Lehrling gesuchl,derd.Bäcker- n. flonditorband- werk erlernen will Schrtstl. Angeb. unt. 03969 an den G. Anz. | Empfehlungen] Leupin - Creme tausendfach bew. bei Flechte Kräfte, Jucken, Aue- »eblag,Hämorrhoiden Belnschlden. Zu haben 10110V Läven-Drogeiie W. KUbinger Nach!., Seltersweg 79 a. ladnHe zu kaufen gesucht. Schrtstl. Angebote unter 03909 an den Gteftener Anzeiger. eVOet\«xcbtauä6lXfl Deutsche \\ebett Tuch Manufaktur e.m.b.H ,,8erllnC2,8pandauer8tr.39 Jberingttr. 7 ll, l. Ordentliche« Mädchen im Haushalt erfahr., für kleinen Haushalt izwet Perl l gesucht. Kochen nicht erford. Zu erfr. t. d. Geschst. d. Gteft. Anz. 03965 1 Heizungstechniker zur privatltchen Be- gitiachinng gesucht. Schrisil.Augeboieu, 03986 a. d. Giek An». 1 selbständiger inslreiclierneselle f. Privat einige Wochen gef. Schriftliche Angeb.mit Stundenlohnangabe n. 03987 n. d. Gleh. Anzeiger. baue«, llitöckig, und einige Garagen zu vermiclen. 3319 D A. Becker, Kevler- strafte 9. Tel. 3804. Lastkraftwageu- Garagen auchalSWerkstattod. Lager geeig. zu verm. Frankl. Str. 69p. WJL) neuwertig. vretSw. zu verk. Schr. Ang. u. 03934 a. d. Gft.Anz. Mignon Schreibmaschine fabrikneu, weit unt. tZabrikvreiö zu verk. Schr. Angeb. unter 03982an d.Gteft.Anz la6t™emb." Motor 5 P 8. 220 380 Volt. 1440 Umdr., Schleifringläufer, neu für 200.— Mk. zu verk. Schrift! Angeb.unt. 4435b a.d ' 1. A. erb. Gut erhaltener Wagen mtilelschwer,zuverk. Leihgestern, Zahlgasse 61. [03975 Lunger Mann Mxiwogtii zu verkaufen. 4;>71D Henfelttrafte 21. 3"'^Wö|en mit Dauerbrandetn- sätzen (zwei Zimmer hetzend», bill. zu verkaufen. Ebenso ein fluterb.ouf.ciLHerd sowie ein groft. weift. Herd m. Wärmeschr. und GaS. (03985 | Mietgesuche Beamter sucht 3-4-Zimmer-Wohnung m. Mans. Abstands- summe kann evtl, gezahlt werden. Schr. Ang. m.Prelöang.u. 03974 an d. Gft. Anz. Junges, kinderloses Ehepaar sucht 2-3-Zimnirtlinung Zentrum der Stadl. Mtetekann3Nionaie im voraus bezahlt werden. Schr. Ang. u.03995 a. d. Gft. Anz. Aett. Ehepaar sucht 2-toer-Nolmg. mit Zubeh. Schriltl. Angcb. mit Preis u.0397l a. d.Gft.Anz Bezirks-Vertreter von angesehener Auto-stachzcitimg zur Werbung oon Abonnenien gesucht. Gewährt werden gute Provisionen und Zuschüsse. Wöchentl Auszahlung direkt durch die GeschäftSst. ohne Zwtschenverdtener. ivlotorrad erwünscht, aber nicht Bedingung. Beiverb, unter F. M. 711 an ALA Haaaenateln 8t Vogler, Frankfurt a.IU.^«<^V 3mig= Hühner weift, amerik. Leghorn, von 2.50 biS 5.50 Alk., liefert tn guter Qualität Lelstnnga- [wiD OellttgeUnobt Dttpfer Langd (Post Höngen). JIHMÖCKER. MB der zweck' < leihen, । anleihe, den Iah Der Wo vor, abe; Hat. Die wem sie Derslhieie Selbstvcrs so schr u auch wei Aeparatic gewaltig eigenartig Um da Schluhl agentrn, btrti, de eintott ’ der deu einen n Politik r ten 6ta in der in der künftige deutlich daß sei MO' ai Aach lunger' aulgelei Barium Deutsch nahe ut amerifu desgle-c wo mal ganzen 1 feä s uniert'^ mal den Frankrei heiten t schiedenr übcitDui also gei Anleihe des src Kredit um den könnt, s von 800 400 Mi das biel poft, all Aun li nach der verpflicht der Po deutsche sowohlz Gemcini schlingt des Au und ihr form fchast. In i Über di Alst Carlo i trat, tx fa. s, vltnnier noch D Schluß. 6vnde und Ekel Aerven Tier «in Tin. Drouh vtrom i den Lux tone, Aj und Sauberhu gehorche, „Toldbe ^ttaum sä" SW tni otaucn .Griebe İntei y itn m de>n ,?runk vi 0 ®ür "Sfi baulicher iS Hi’ t? Nr. 143 Zweites Blatt Nounganleihe undGilbert-dericht Außenpolitische Umschau. Don Dr. Otto Hoehsch, o. ö. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. 5t Nach schwierigen und umständlichen Verhandlungen ist die sogenannte Vounganleihe aufgelegt worden, und ihr Erfolg hat die Erwartungen durchaus nicht getrogen. Auch in Deutschland ist der auf uns fallende Betrag beinahe um daS Dreifache überzeichnet worden. Der amerikanische Abschnitt wurde sofort gezeichnet, desgleichen in der Schweiz. Auch in London, wo man die ganze Anleihe, wie überhaupt der ganzen Bank für Internationale Zahlungen nicht sehr begeistert gegenüberfteht, ist die Aufnahme der Anleihe gut gewesen. Es ist ein gewaltiges Finanzgeschäft, über dessen Einzelheiten der sehr ausführliche Prospekt in interessanter Weile unterrichtet. Die Schwierigkeiten betrafen einmal den Kurs, der mit 90 sonst und 98,25 in Frankreich festgesetzt wurde, sowie die Sicherheiten der Anleihe und die Ausgabe in verschiedenen Abschnitten. Diese Schwierigkeiten sind überwunden. Der erste Abschnitt der Anleihe ist also gelungen, und mit der starken Abnahme der Anleihe in Frankreich ist somit die Verbindung des sranzösischcn Kapitals mit dem deutschen Kredit hergestellt, auf die in den Eröterungen um den Voungplan hingcwiefen wurde. Wie bekannt, sind aufgelegt 1200 Millionen Mark, wovon 800 Millionen eigentliche Iounganleihe find. 400 Millionen Mark Anleihe für Deutschland, das diesen Betrag für Reichsbahn und Reichs- Post, also für seine Wirtschaft verwenden kann. Run liegt nahe, einfach lortzufahren. daß fomit nach der endgültigen Regelung der Reparations- Verpflichtung und dem unzweifelhaften Erfolg der Vounganleihe, die Bahn für weitere deutsche Anleihen im Auslände frei würde, deren sowohl die deutsche Wirtschaft wie die deutschen Gemeinden dringend bedürfen. Aber da verschlingt sich die wichtigste innerdeutsche Frage des Augenblicks mit dieser internationalen Frage und ihrer Weiterentwicklung, nämlich die Reform der deutschen Finanzwirt- schäft. In dem Prospekt des Bankhauses Morgan über die Anleihe steht, daß diese Emission d i e letzte sein würde, die Amerika für Reparations- zweckc auflegcn, künftig würden derartige Anleihen, also die nächsten Abschnitte der Vounganleihe, nur in den Ländern ausgelegt, die von den Iahreszahlungen dieser Anleihe prositierten. Der Wortlaut dieses Prospektes liegt uns nicht vor, ober Absicht und Zusammenhang ist wohl klar. Die zweite Hälfte des letzten Satzes ist. wenn sie überhaupt im Prospekt steht, nur eine Verschleierung dessen, was gesagt werden soll. Selbstverständlich ist das Haus Morgan, das sich so sehr um den französischen Kredit bemüht hat, auch weiterhin bereit, derartige Anleihen des Reparationsgeschäftes aukzulegen und an ihnen gewaltig zu verdienen. Aber der Sinn dieser eigenartigen Ankündigung zielt wo anders hin. Um das zu verstehen, braucht man nur den Schlußbericht des bisherigen Reporalions- agenten, Parker Gilbert, zu lesen. Gilberts. der. wie bekannt, in das Haus Morgan eintritt und infolgedessen als genauester Kenner der deutschen und europäischen Wirtschaft dort einen maßgebenden Einfluß auf die Anleihe- Politik des wichtigsten Bankhauses der Vereinigten Staaten auSüfan wird. Also noch deutlicher: in der Ankündigung des Hauses Morgan und in der Schlußkritik des Rcparationsagenten und künftigen Teilhabers im Hause Morgan steht deutlich die Warnung an Deutschland, daß seine Anleihebemühungen auf dem ame- Oie Sünde der Senate Mercandin. Vornan von Fred Neliuü. Nachdruck verboten. Als Gricbenow um zehn Uhr abends in Monte Carlo von dem Spiclsaal aus die Vorhalle betrat, besah er noch siebenhundertfünfzig Franken. Das reichte nicht mehr so weit, um die Zimmerrechnung in Condamine zu bezahlen und nach Deutschland heimzureiscn. Er war fertig. Schluß. Basta! . Sonderbar, er hatte trotzdem Hunger. Qual und Ekel und Verzweiflung krallten sich in allen Nerven fest, und man spürte Lust, jui elfen. Tier ... schrie Griebenow sich selber an. Ich bin ein Tier. , , . Draußen am Portal des Kasinos staute sich der Strom der Luxuswagen. Menschen strebten zu den Luruszügen oder Straßenbahnen nach Men- tone, Rizza, Garravan, Ventimiglia, Villefranche und Ezsc. _ Griebenom bog nach rechts. Gegenüber lag^das zauberhaft erhellte Gaie de Paris. Einem Trieb gehorchend, trat er ein. Goldbetreßte Diener öffneten die Flügeltüren. Ein Meer von Licht aus Lüstern an der Wand und Deckenlampen ergoß sich auf den großen Vorraum. Dahinter Säle, die von Silber und Kristall und Dlumen glänzten. Weißgedeckle Tische mit durch Seidenschirme matt gedämpften Lampen. Das Fluidum gelöster Korken, schöner Frauen, seltener Dlumen. Griebenow nahm Platz. Inmitten dieser reichen, eleganten Menschen, die in neuesten Toiletten und im Glanz der kostbaren Juwelen strahlten, in dem Meer von Licht und Kerzen, in dem Prunk von Blumen, Silber und Kristall überkam ihn herzbelastend die Erkenntnis seiner Armut. Cs war in seiner Lage Wahnsinn, hier zu sitzen und zu speisen. Nicht denken ... mahnte Griebenow. Nicht denken Er wählte mit der Kenntnis des Feinschmeckers den Wein. Der Kellner in halb vertraulicher und halb devoter Art der hohen Schule servierte die Vorspeise. Die Eilberplatten mit dem ersten Gang wärmten seitwärts. In den dünnen, feingeschliffenen Schalen perlte roter Sekt. Griebenow begann zu essen. Er^ aß langsam ... jeden Dissen mit Genuß und Sinnesfreudigkeit kostend. Es ist meine Henkersmahlzeit, dachte er ... Das letztemal, daß mir Lukullus meine Tafel deckte. Mit diskreten Dlicken sah er sich die Umwelt an. Ruhig und gemessen war alles hier, vornehm, selbverständlich ... Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 21. Juni 1930 rikanischen Markte keine Aussicht auf Erfolg haben, wenn Deutschland nicht seine Finanzwirtschaft des Reiches, der Länder und Gemeinden vollständig in Ordnung bringt! Und versagt sich so daS amerikanische Kapital, so entfiele auch die an das Gelingen der ersten Vounganleihe geknüpfte Erwartung, daß nunmehr auch der französische Kapitalmarkt für die deutsche Wirtschaft und ihre Anleihebedürfnifse geöffnet fein würde. Das find sehr bittere Wahrheiten sür uns! Ganz gewiß, Herr Gilbert hat an sich nicht das Recht, in dieser schulmeisterlichen Form abermals seine Kritik auszusprechen. Aber kann man bestreiten. daß der größte Teil feiner Schluhkritik an der deutschen Finanzpolitik berechtigt ist? Nimmt die gegenwärtige Regierung Deutschlands diesen Schlußbericht ernst genug, mit dem in einer solchen Schärfe die Verantwortung für alles weitere Deutschland zugeschoben wird? Mit der, um es deutlicher zu machen, bereits im Keim Deutschland die Verantwortung zugeschoben wird, wenn infolge der Wirtschaftskrise etwa sich in einer nicht fernen Zeit die neue Vounglast als nicht tragbar Herausstellen sollte? Gilbert fordert, daß nunmehr auf die Reform der öffentlichen Finanzen die gleichen Anstrengungen verwandt würden, wie sie während des Dawesplanes dem allgemeinen Links Franzosen, oder Spanier? Frauen, schwarz, schmal, rassig, mit in Herzform ange- schminkten Lippen. Auf der anderen Seite Leute aus den Vereinigten Staaten. Frauen, kühl, nicht hübsch, aber tadellos und elegant gekleidet. Filmstars — zwischendurch ein sehr bekannter Stahl- magnet vom Rheinland, dort ein Prinz mit feiner morganatisch angetrauten Gattin. Drüben aber — gerade gegenüber Griebenow — halb verdeckt durch eine Palme, saß ein Herr, der unverwandt zu Griebenow herübersah. Der Kellner hatte Griebenow den Braten vorgelegt. Unauffällig liefe jetzt Griebenow die' Blicke nach dem Tisch ihm gegenüber schweifen. Dort befanden sich ein Herr und eine Dame. 'Der Herr, ausgangs Fünfzig etwa, schlank, scheinbar groß ... Die scharfgeschnittenen Züge voll Adel, die Schläfen grau, die Augen hart, grün, verstohlen glimmend, ein Männerkopf im ganzen, über den man nicht hinwegsah. der die Schönheitssinne reizen konnte, nicht das Herz. Neben ihm. zwischen strahlenstäubendem Kristall und Rosen, eine Frau. Sie kehrte Griebenow den Rücken zu. Er sah nur zwischen dem sehr tief ausgeschnittenen Kleid die weiße Haut, ein kleines rotes Muttermal im Nacken und — ein Wunder — keinen Schnittkopf, sondern schwere, aufgesteckte blonde Zöple. Nur Minuten, immer wenn sie sich zu ihrem Nachbar wandte, hatte er die feine Nase, das kleine Ohr mit dem Brillantgehänge und die wundervoll geschwungene Nackenlinie mit der schönen Last des golddurch- sponnenen Haars darüber. Griebenow war mit dem Essen fertig. Er lehnte sich zurück. Der Mokka kam. Die Geigen fangen unablässig schmeichelnd in die Ohren. Gewirr von Stimmen aller Sprachen mischte sich gedämpft dazwischen. Griebenow begann jetzt endlich damit, einen Feldzugsplan für feine nächste Zukunft zu entwerfen. Vorerst nahm er eine Zigarette aus der goldenen Kapsel. Zündete sie an. Dann sah er, daß die beiden an dem Tisch ihm gegenüber über ihn gesprochen haben mufeten. Er zuckte leicht. Die blonde Dame hatte ihren Kopf herumgedreht und sah zu ihm herüver mit einem rätselhaften Blick, der sich langsam, wie von innen her, erwärmte. Nun konnte Griebenow die Augen und die Züge klar erkennen. Das Gesicht war schmal und fein geschnitten, überglüht von großen, weitgeschnittenen Augen in dem Schieferblau des Immergrüns. Es waren sonderbare, florverhangene Augen mit dem Ausdruck einer großen Traurigkeit ... grauenaugen, welche die Sinne erregten und das Blut zu grenzenloser Sehnsucht peitschten. Griebenow hob seine Mokkatasse an den Mund und setzte sie dann mit leisem Anprall auf den Tisch. Wieder hatte ihm die blonde Frau den Rücken zugedreht. Er sah die weiße Haut, das tote Mal» das Goldgespinst der Haare. Dennoch Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft gewidmet worden feien, dellen Leistungen übrigen- Gilbert durchaus anerkennt, dessen Erfolge er sogar nach, unserer Auffassung absichtlich übertreibt. Das ist die Auffassung, die nun überall im Ausland begründet wird: die Deutschen werden schon die Wirtschaftskrise überwinden, wie sie seinerzeit die InslationSkrise überwunden haben, aber sie tun nicht genug, um ihre Finanzen der Lage anzupasfen und in Ordnung zu bringen. Das aber muß auf den deutschen Kredit im Auslande zurückwirken. Wir mögen mit noch so viel Recht dagegen sagen, daß die Vvunglasten absolut zu hoch seien, dafe die Weltwirtschaftskrise besonders uns treffe, daß die Arbeitslosigkeit unvermeidbar einen furchtbaren Druck auf die Finanzen ausübe, — alles richtig, aber dagegen wird — wie wir heute schon bestimmt Voraussagen — das Echo der Gesamtaussafsung kommen. mit der sich der beste Kenner der deutschen Finanzen im Auslande von seinem bisherigen Amte als Reparationsagent verabschiedet. Gerade die Parteien, die für den Voungplan eingetreten sind, haben nun auch die unabweisbare Pflicht, diesen großen Zusammenhang, der uns mit unbedingter Sicherheit am Dein hängen wird, wenn wir nicht Entschlossenes dagegen tun. bei der Neuordnung unserer Finanzen im vollsten Maße zu berücksichtigen. brannte immer noch ihr Blick in feinem Blut. Cs schien ihm, dafe ein Mann um solcher Augen willen für alle Ewigkeit gepackt, gebunden und besessen werden könne. Langsam schlürfte er den Mokka leer. Sein Bewußtsein war in sonderbarer Art gespalten. Alle seine Sinne lagen in dem Bann der blonden Frau. Aber die Gedanken irrten ab. Er rechnete. Eiebenhundertfünfzig Franken ...! Ein Drittel davon brauchte Griebenow. um sein Logis in Condamine zu bezahlen. Etwa hundertsünfzig Franken für das Souper. Mit den kaum dreihundert. die danach Derblieben, würde man zur knappen Not nach Deutschland kommen. Schluß! Und dann ... ? Eine andere Möglichkeit: zweihundertfünfzig das Logis, hundertfünfzig das Souper, mit den dreihundertfünfzig, die verblieben, konnte er sein Heil zum letztenmal beim Spiel versuchen. Gewänne er — gut. Im andern Falle--- Eben hatten sich die Dame und der Herr am Nebentisch erhoben. Sie gingen. Keiner von den beiden sah auf Griebenow. Nur der Frauenduft blieb um ihn ... der Gedanke an die schonen bleichen Züge und die florverhangenen Augen. Griebenow sah ins Leere, losgelöst vom konzentrierten Denken. Plötzlich traf sein Blick ein winzig kleines Epihenetwas auf dem Teppich. Cs lag unterhalb des Stuhles, den die blonde Frau soeben verlassen hatte. Griebenow stand auf. Er bückte sich. Es war ein kleines Weißes Spitzentuch. Ein wunderlicher Duft stieg von den Spitzen auf. Ein Duft, der Griebenows schon ohnehin erregte Sinne taumeln machte. Griebenow nahm wieder Platz. Er hielt das kleine Spihentuch in seiner Hand. Er berauschte sich am Dust. Er lächelte. Die Welt versank. Endlich straffte er sich wieder. Er bezahlte mit der Geste eines Grandseigneurs, der Tausende von Dollar in der Tasche trägt. Er verliefe das Restaurant Paris. Als er mit der Straßenbahn am Golf entlang die steile Avenue de Monte Carlo abwärts fuhr, lag die Mondnacht um ihn, zart und silbern wie ein Märchen. Man sah in ihrem Glanz die Reihen wundervoller Rosen am Boulevard de la Condamine. Villen und Hotels im Grün von zauberhaften Gärten standen zwischen Palmen und den Blütenhainen der Zitronen- und Orangenbäume. Schwerer Duft hing in der Atmosphäre. Dann war er da. In Condamine. Griebenow ging heim. Seine Schläfen dröhnten. Der Gedanke, daß sich morgen fein Schicksal entscheiden müsse, griff an fein Herz. Entweder er gewann zum andernmal das Leben und die Ehre. Oder vor chm stand als letzte bittere Lösung aller Erdennöte nur die Mündung der Pistole. Kirchentage in Dresden und Stuttgart sich ausführlich mit dem Problem der Schule und der Iugenderziehung beschäftigt. Der Kirchentag von Bethel 1924 mit den sozialen Röten und der von Königsberg 1927 mit dem Verhältnis Staat und Kirche. Die soziale Kundgebung von Bethel und die vaterländische Kundgebung von Königsberg legen Zeugnis ab von der ernsten Arbeit, bic hier geleistet ist. Auf diesen Kirchentagen ist gewissermaßen der Grund gelegt für ein evange- lifches Kulturprogramm großen Stils. Dieses Iahr tritt der Kirchentag in Nürnberg (24. bis 30. Iuni) zusammen und beschäftigt sich ausdrücklich mit dem Problem der Kirche selber. Das >st ein Problem von höchster Aktualität für unser ganzes Volksleben. Wenn auch mit Recht die neueste Theologie betont, daß es sich in den Fragen des religiösen Glaubens letzten Endes um Lebensfragen handelt, die über den Umfang von Staat und Nation hinausgehen, und die höher sind, als jede menschliche Kultur, die in Der Ewigkeit wurzeln unk» im Ienseitigen münden, so bedeutet das wahrlich nicht eine Weltfremdheit des Glaubens und begründet keine Gleichgültigkeit von Staat und Kultur gegenüber den kirchlichen Problemen; denn die Erschütterung von Krieg und Revolution hat uns, die wir nicht taub und blind sind, gelehrt, daß unser ganzes Leben auf ewigem Grunde erbaut ist und nach ewigen Zielen sucht. Und wo diese letzten Werte nicht in den Glaubenswahrheiten christlicher Religion gesunden werden, da macht sich an ihrer Stelle unzureichender Ersatz geltend, sei cd Okkultismus, Spiritismus und ähnliche Erscheinungen deS Geisterglaubens längst vergangener Zeiten, sei es die kurzsichtige Erhöhung vergänglicher politischer Meinungen, Rationalismus ober Sozialismus, Bolschewismus, zu Weltanschauungen und Ersahreligionen. Die Verhandlungen deS Nürnberger Kirchentages werden eingeleitet durch die Feier des 400jährigen Gedächtnisses der Au gsburgischen Konfession zu Augsburg. Am 25. Iuni 1530 haben deutsche protestantische Fürsten und Städte zu Augsburg dem Kaiser KarlV. ein Bekenntnis ihres Glaubens und eine Begründung der von ihnen vor- genommenen kirchlichen Neuerungen überreicht. Diese Dekenntnisschrift war gemeint als ein letzter Versuch der Verständigung mit der römisch-katholischen Kirche. Die natürliche Entwicklung der Dinge brachte es, wie Luther vorhergesehen hatte, mit sich, daß der Kaiser und die römische Kirche dieses Bekenntnis adlehnten. Es wurde damit zur Grundlage einer neuen, eben der evangelischen Kirchenbildung. Die Nürnberger Verhandlungen werden, wie wir hoffen, einen innerlichen Erfolg bringen, wenn die Teilnehmer sich Darauf besinnen, Daß vor 400 Jahren Die evangelische Kirchenbildung n i ch t auf Negationen, nämlich auf Ablehnung römischer Mißbräuche, sich gestützt hat, fondern au f einen originalen großen Gedanken, den wir im Anschluß an LutherS berühmteste Schrift kurz so formulieren, die Freiheit des an Gott ganz gebundenen und von ihm völlig abhängigen Cyristenmenfchen. DaS alte Wort, daß Reiche erhalten werden durch dieselben Kräfte, durch die sie gegründet sind, gilt in ganz besonderem Maße für unsere evan- gelsiche Kirche. Ein „Jahrhundert der Kirche", wie man eS erhofft, .wird für evangelische- Christentum nicht anbrechen, wenn es sich gerade in seiner neuen, staatsfreien Gestalt durch einen Seitenblick auf römisch-katholische Machtentfaltung verführen läßt, sondern nur, wenn eS sich auf die Wurzeln seiner Kraft besinnt, die in der innerlich en Freiheit des Lutherglaubens liegen. Damit verbinden wir Trotzdem schlief er fest und traumlos. Am nächsten Morgen weckte ihn der Tanz der Sonnenstäubchen über seinem Bette. Griebenow schlug seine Augen auf. Das Schaltwerk der Gedanken setzte ein. Angst überfiel ihn. Es war spät. Vielleicht zu spät. Um zehn Uhr fing die kleine weiße Kugel am Roulettetisch zu springen an. Griebenow sah nach der Uhr. Es war halb elf. Er kam zu spät. Die Sessel um die grünen Tische waren längst beseht. Mit beiden Füßen sprang er aus dem Bett und zog sich an. Endlich war er fertig. Er sah sich noch einmal im Zimmer um und schloß den Koffer. Möglich, daß er abends einen Boten senden und die Sachen nach dem Bahnhof bringen lassen würde. Abends ... dachte er. Und beim gleichen Herzschlag: Was war abends ...? Er entriß sich den Gedanken, die ihn zu vernichten drohten Er läutete. Das Mädchen kam. Er bezahlte das Logis und verliefe das Haus in Condamine. Zurück nach Monte Carlo. Er fuhr den Golf entlang und stieg wie ein Mann in dringenden Geschäften, ohne rechts und links zu sehen, die Treppe auswärts in den Dorraum. Durch eine Kette glattrasierter Diener in gestickten, goldbetreßten Fräcken gelangte er zur Tür des ersten Saales. Würdevolle Herren prüften seine Karte, musterten diskret und unauffällig seinen Anzug. Run, man kannte das. Seit drei Tagen war man hier und spielte. Alles war zu Anfang gut geg ngcn. Pk'tzlich kam das Pech. Hundert Fra. ken nach hundert Franken zerrannen Griebenow. Er verlor die Nerven. Unaufhörlich wechselte er mit Dem System. Er verlor, verlor ... Und nun war man heute wieder hier. Zum letztenmal. Heute stand das Schicksal auf des Messers Scheide. Mit den letzten zweihundert- fünfzig Franken spielte ©riebenoto um Tod und Leben. Wieder drang das sonderbare Fluidum des Spielsaals auf ihn ein ... Die Luft gepeitschter Nerven, Blumendufts und heißen Atems ... Das Gewirr von Stimmen, Surren der Roulette und Der monotonen Rufe Der Croupiers. Cs war gegen zwölf. Trotz Der frühen Stunde standen jetzt schon Menschenmauern um die grünen Tische. Die Sessel in der ersten Reihe waren ausnahmslos besetzt. Sekunden überlegte Griebenow. Er tfat an einen Der Roulettetische, Der am wenigsten belagert war. Trotzdem sperrten ihm die Menschen jeden Ausblick auf das grüne Tuch. Nur daS Gold- und SiLberklappem und das Knistern lila- weißer Scheine war zu hören. Und die Stimmen der Croupiers. Und das Surren der Roulette. (Fortsetzung folgt) Kirchenbund und Kirchentag. 3um deutschen evangelischen Kirchentag in Augsburg und Nürnberg.* Don D. Hermann Schusser, Professor an der Universität Göttingen, M. d. pr. L Das deutsche evangelische Kirchenwesen war durch seine leidvolle Geschichte in die Abhängigkeit vom Staat und damit in weitgehende Zersplitterung geführt. In dieser Zersplitterung liegt eine Quelle feiner mangelnden Wirksamkeit. In der Zeit der Revolution im Winter 1918/19 erwachte deshalb begreiflicherweise von neuem die alte Sehnsucht nach einer Einigung des deutschen evangelischen Kirchentums. Kühne Hoffnungen griffen über alle Zaune der Landeskirchen hinweg nach dem Ziel einer deutschen evangelischen Reichskirche. Das ist damals ebenso wenig erreicht wie der politische Einheitsstaat, und doch ist zur großen Ueberraschung der Kirchen- seinde und mancher ängstlichen Freunde ein großer Fortschritt erzielt worden. Auf den Kirchentagen zu Dresden 1919 und Stuttgart 1921 wurde eine Verfassung für einen Kirchen- bund ausgearbeitet. Am Himmelfahrtsfest 1922 ist durch Zustimmung sämtlicher 28 evangelischen Landeskirchen in der Schloßkirche zu Wittenberg über den Gräbern Luthers und Melanchthons dieser Kirchenbund feierlich gegründet worden. Unter Vorbehalt ihrer Selbständigkeit in Bekenntnis, Verfassung und Verwaltung schließen sich hier die deutschen evangelischen Landeskirchen zu einem Bunde zusammen. Der ihre gemeinsamen Interessen wahren unD vertreten soll. Den LanDeskirchen haben sich später die Brüderunität der Herrnhuter und die evangelische Kirche in Oesterreich angeschlossen. Dieser Bund hat drei Organe: Kirchentag, Kirchenbundesrat und Kirchenausschuß. Der Kirchentag bildet gewissermafeen das Bundesparlament. Er besteht aus 210 Mitgliedern, von denen die große Mehrzahl, nämlich 150, von den obersten Synoden Der einzelnen Landeskirchen entsandt werden, während die übrigen auf Vorschlag der freien kirchlichen Vereine, der e Am 24. bis 30. Juni. theologischen Fakultäten und der Religionslehrer aller Schulgattungen ober zum Ausgleich nach freiem Ermessen des Kirchenausschusses berufen werden. Neben dem Kirchentag, in dem also das Kirchenvolk seine Vertretung findet, steh, der Kirchenbundesrat, der sich aus Vertretern der evangelischen Kirchenregierungen zu- sammenseht. Beide zusammen bilden das gesetz- schaffende Organ des Kirchenbundes. Die laufenden Geschäfte des Kirchenbundes, Die Vorbereitung Der kirchlichen Gesetze unD Der Kirchentage, ist Sache des Deutschen evangelischen Kirchen- a u s s ch u s s e s, in Den beide Körperschaften je 18 Mitglieder entfenDcn. Unter Dem Namen Deutscher evangelischer Kirchenausschuß bcftanD von 1903 bis 1922 schon ein Organ, Das aber nur die deutschen evangelischen Kirchenregierungen vertrat und nur eine bescheidene Tätigkeit auszuüben in der Lage war. Heute ist also Tätigkeitsgebiet und Einfluh des Deutschen evangelischen Kirchenausschusses ungleich bedeutsamer geworden, weil hinter ihm Der KirchenbunD unD damit des deutsche evangelische Kirchenvolk steht. Die unmittelbare Ausgabe des Kirchenbundes erstreckt sich auf die Vertretung Der gemeinsamen evangelischen Interessen gegenüber Dem Deutschen Reiche, gegebenenfalls auch gegenüber einzelnen CanDeöregierungen, gegenüber dem Ausland und ausländischen Kirchengesellschaften (z. B. Weltkonferenz in Stockholm), und eine ihrer wesentlichsten Aufgaben ist die kirchliche Versorgung der evangelischen Deutschen im Auslande, eine Aufgabe, die seit dem Vertrag von Versailles, der Millionen von Deutschen zu Ausländem machte, an Bedeutung ungeheuer gewonnen hat. Die mittelbare Ausgabe des Kirchenbundes geht weit darüber hinaus. Er will allen verbündeten Kirchen *2In- regungen geben zur Pflege evangelischen Volks- tums, religiöser Dolkserziehung, christlicher Liebestätigkeit, sozialer Gesinnung und Versöhnung und ähnlicher Aufgaben. So haben die Giacomo und der Wunderhund. Äon Manfred Sturmann. Giacomo schlenderte an einem glutheißen Sorn- mertag die Diaduorno hinunter, gefolgt von seinem Hunde Fidus, der seine -Zunge lechzend heraushängen ließ und mit traurigen Augen das staubige Pflaster nach etwas Eßbarem absuchte. Die Hitze war ein Alp auf allem Lebendigen, drang beim Atmen wie ein brennender Wind in den Schlund und legte sich lahmend um die Glieder. Giacomo hatte seine bleiernen Deine glücklich bis zur Piazza duomo geschleppt. Er fiel wie ein Sack auf den ausgedörrten, von Staub zerfressenen Rasen. Der gute Fidus, der die Hosf- nung auf einen eßbaren Fund schon aufgegeoen zu haben schien, rollte sich ihm zur Seite wie ein 2gel zusammen und blinzelte zu ihm hinauf. Giacomo war ein armer Teufel und hatte einen seltsamen Beruf: er war Bauchredner. Da er an Asthma litt, und da das lange Aufsitzen in rauchigen Lokalen stets mit einem furchtbaren Erstickungsanfall endete, verdiente er nichts: seine Lage war bejammernswert, und hatte nicht seine Wirtin, die alte Luise, ein gutes Herz gehabt, so wäre er längst in irgendeinem Armenhaus verkommen. -Zuweilen zeigte er seine Kunst auf der Straße und sammelte ein paar armselige Münzen, die ihm die spärlichen Fremden zuwarfen. Sein einziger Freund war Fidus, dieser sanfte, wollige Gefährte seiner Armut. Ihm schüttete er sein Herz aus. Es war seine Gewohnheit, mit ihm zu sprechen, und ihm die Antwort mit Hilfe seiner abenteuerlichen Fertigkeit anzuzau- oern. So auch jetzt. „Wir haben noch nichts gegessen, mein Alter". Hub Giacomo an. „Hast du Hunger?" „Mein Maaen knurrt wie der bösartige Wolfshund des Obsthändlers an der Ponte sacra. Tun wir etwas dagegen! Auch du, Herr, siehst nicht wie ein Satter aus." „Was möchtest du essen? Wonach verlangt dein aufsässiger Magen, erhabener Freund?" „Run^ ein Burgunderbraten oder gesottene Würste wären nach meinem Geschmack", antwortete der Hund und sah seinen Herrn mit klugen Augen an. „Wir könnten einen prickelnden Asti dazu trinken." „Wer soll das aber für uns bezahlen?" „Ich bin der einzige sprechende Hund, Herr — lasse die Welt von diesem Geheimnis wissen. Och werde mit dir durch die Länder reisen. Wir können das Geld auf leichte Art verdienen. Wir sprechen einfach wie jetzt — und du bist ein reicher Mann." Giacomo hatte nicht bemerkt, daß jemand hinter ihm stand und dieses seltsame Gespräch belauscht hatte. Es war ein Amerikaner in Sportmütze und kariertem Touristenanzug, einer von jenen, die mit Photo und Bädeker gewissenhaft den Süden bereisen und keinen Ort auslassen, nicht einmal den kleinen, abgelegenen, in dem sich diese Geschichte zutrug. Der Amerikaner klopfte mit seinem Spazierstock an Giacomos Arm. Fidus sprang auf, knurrte und sagte zu dem Fremden: „Was wollen Sie von meinem Herrn? Tun Sie den Stock da fort, oder ich beiße Sie!" Der Amerikaner starrte den Hund an, nahm die Pfeife aus dem Mund und spuckte mit großer Geschicklichkeit in einem weiten Bogen über die beiden hinweg. Vielleicht sträubten sich ihm auch die Haare unter der Sportmütze. Gr gewann aber sofort seine Kühle wieder, warf Stock, Photo und Bädeker auf den Rasen und setzte sich unaufgefordert neben Giacomo. „Verkaufen Sie mir diesen Hund. Ich werde gut, ich werde sehr gut zahlen", versicherte er in einem löcherigen Italienisch. „Wo werde ich diesen Hund verkaufen!" rief Giacomo entsetzt, und nannte seine sämtlichen Schutzheiligen als Zeugen, daß er sich von Fidus niemals trennen würde. „Es gibt doch Hunde genug — warum will er mich gerade?", mischte sich plötzlich der Hund ein. „Er hat sich noch nicht einmal vorgestellt!" Dem Amerikaner traten die Augen aus dem Kopf. Sein Gesicht lief rot an. Er rang nach Fassung. Wie in einem Fieber wiederholte er seinen Antrag, nannte Zahlen, hundert, zweihundert Dollar. Giacomo kniff listig die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. Als das Angebot des Amerikaners fünfhundert Dollar erreicht hatte, begann es Giacomo in Erwägung zu ziehen. Sie erhoben sich schließlich und gingen laut feilschend dem Marktplatz zu. Auch Giacomo fieberte, die Summe, die ihm genannt wurde und stetig wuchs, brachte ihn schier um den Verstand. Er machte schon Pläne: er könnte der alten Luisa alle seine Schulden bezahlen und dann sein Leben im Nichts tun beschließen. Er könnte den ganzen Tag den Himmel anschauen und das Geld in den Laschen klimpern lassen. Schließlich wurde er von dem Amerikaner inL Hotel eingeladen. Sie saßen in einem behaglichen Zimmer hinter sorgfältig verschlossenen Türen. Giacomo erhielt ein auted Mittagessen, Fidus schmatzte unter dem Tisch und schien nicht zu begreifen, warum es ihm plötzlich so gut ging. Der Amerikaner ließ Wein bringen. Das Angebot hatte schon tausend Dollar erreicht. Der Amerikaner holte einen Dogen Papier und setzte mit einem dicken Füllfederhalter einen Vertrag auf, des Inhaltes, daß Giacomo dem Fleischhändler Allan George aus Doston den sprechenden Hund Fidus um die Kaufsumme von eintausend Dollar verkaufe, und daß etwaige spätere Ansprüche an den Käufer damit ausgeschlossen wären. Giacomo ließ sich Wein durch die Kehle rinnen, tätschelte wehmütig das Fell des Hundes und spürte nach Jahren wieder das glückliche Gefühl, sich restlos sattgegessen zu haben. Seine listigen Aeuglein lachten und sein Hirn spann tausend bunte Pläne. Ja. er war ein Hundsfott, wenn er Fidus fortgab — aber tat er sich und ihm nicht einen Gefallen damit? Er nahm einen großen Schluck, wischte sich mit dem Handrücken über den Mund und ließ sich von dem Amerikaner den Halter in die Hand drücken. Er schrieb mit seiner kritzligen Schrift seinen Ramen unter den Kaufvertrag und hielt in den Fingern zehn Hundertdollar- nvten. Der Amerikaner schüttelte ihm die Hände, daß sie schmerzten, begleitete ihn zur Tür. um ihn möglichst bald los zu fein. Fidus wollte sich ihm nachdrängen, wurde aber von Giacomo in das Zimmer zurückgewiesen. Der Hund trottete mit hängenden Ohren und traurigen Augen zurück und setzte sich verzagt auf den Teppich. Giacomo aber war ein Schalk: In diesem Augenblick sagte der Hund mit strenger Stimme: „Du hast mich verschachert. Zur Strafe schwöre ich bei allem, was uns Hunden heilig ist, daß ich von nun ab nicht mehr sprechen, sondern so stumm sein werde, wie alle anderen Hunde." Giacomo hatte es eilig. 2m Ru war er davon. Hochschulnachnchten. Professor Dr. Wilhelm Müller, der hervorragende R o st o ck e r Chirurg, begeht am 22. Juni seinen 7 5. Geburtstag. Zunächst als Assistent am Göttinger Pathologischen Institut tätig, kam er später an die dortige Medizinische Klinik und 1881 an die Chirurgische Klinik unter König. 1884 habilitierte sich Müller in Göttingen, kam später als Oberarzt der Chirurgischen Abteilung weniger eine Versammlung von Prominenten und Würdenträgern und mehr noch eine Vertretung des evangelischen christlichen Volk es werden möge. Das ist der Weg. der uns zum Ziel der D o l k s k i r ch e führt. noch einen zweiten Wunsch, den wir für unseren Kiixhentag haben, nämlich, daß in ihm mehr noch als bisher die schlichten Christen aus unserm Gemeindeleben ihre Vertretung finden und zu Worte kommen, daß er A. 1 ----- poincare, Briand und Tardieu. Zuverlässigkeit/ Genie und junge Generation. Äon Oc. F itz Men. Frankreich ist heute nicht zu denken ohne die Gestalten Raymond Poincares und Aristide B r i a n d s. Aehnlich ihr Entwicklungsgang, vielfach gemeinsam ihr Lebensweg, verschieden ihre Ratur und ihr Charakter, verschieden insbesondere in der Rächkriegspolitik, um es so auszudrücken, die Instrumentierung ihrer Handlungen, gemeinsam schließlich wieder den beiden Staatsmännern die restlose Hingabe an bas Interesse ihres Vaterlandes. Deide Männer gehören innerpolitisch nach links, wenn auch nicht im deutschen Sinne. D r i a n d selbst hat sich, wie etwa auch Mille- r a n d, vom Sozialdemokraten zu einem sog. Linksrepublikaner entwickelt, der zwar z. D. an der Schaffung des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat als Generalberichterstatter der Kammer hervorragenden Anteil nahm, aber in außenpolitischen Fragen nach unserer Terminologie als Mann der rechten Mitte angesprochen werden muß. Poincare vollends, der in weltanschaulicher Beziehung gleichfalls mit dem Anti- klerikalismus sympathisiert, würde, wenn er ein deutscher Politiker wäre, wohl als außerordentlich stark rechts stehend bezeichnet werden. Auf beide Männer läßt sich das Wort anwenden, das Dr. Eugen Fischer in der Vorrede zu den deutschen Ausgabe der Memoiren Poincares geschrieben hat: „Sie haben die Bahn des Hochbegabten durchlaufen, der zielbewuht auf die öffentlichen Aemter und Ehren losschreitet." Von Poincare wird überdies berichtet, daß er schon während seiner Schuljahre „in der Hoffnung, die verlorenen Provinzen wiederzugewinnen, den einzigen Daseinszweck seiner Generation gesehen" hat. Poincares Rame ist, und hier muß nun Die Beurteilung notwendig auseinandergehen, für uns Deutsche mit drei großen und weltbewegenden Ereignissen verknüpft. Er gehört mit Iswolski zu zu den Männern, die am Weltkriege hauptverantwortlich sind. Der ehrwürdige Geschichtsforscher Geheimrat Professor Hans Delbrück hat gerade nach dieser Richtung hin kurz vor seinem Tode an Herrn Poincare in der Öffentlichkeit einige grundlegende Fragen gerichtet, die sich bei der Lektüre seiner Memoiren aufdrängten. Diese Fragen sind bisher unbeantwortet geblieben, und es kann nicht verwundern, daß Daraus Schlüsse gezogen werden, die das Ergebnis der unparteiischen Kriegsschuldforschung ebenso bestätigen, wie die überwiegende Ansicht der öffentlichen Meinung in Deutschland ohne Unterschied Der Parteien. Wir gewinnen nichts für unsere Ration, wenn wir Die Größe und Gefährlichkeit eines Gegen- stzielers, wie Poincare, verkleinern. In Fran- zosisch-Lothringen geboren, hat er mit einer Wil- lsiskraft, Zähigkeit und Anspruchslosigkeit seiner selbstgestellten Aufgabe gelebt, die Bewunderung herausfordern. Sein Talent ist in erster Linie rechnerisch und advokatorisch. Oft genug hat er Den Beweis dafür erbracht, daß er die Weltgeschichte sozusagen wie einen Zivilprozeß betrachtet. Die Begründung des Ruhreinbruchs mit dem Fehlen einiger Telearaphenstangen in der deutschen Sachlieferung ist hierfür ein unvergeßlicher Vorgang. Poincare ist ein Bürokrat von höchsten Graden, der seine Akten kennt und jederzeit parat hat, ein fanatischer Verkünden dessen, was ihm als sogenanntes Recht erscheint. Erinnern wir uns an seine Sonntags- •) Aus „Dreizehn Männer", Haseatische Verlagsanstalt in Hamburg. predigten in Der Ruhrzeit, deren Grundton immer wieder war. Deutschland juristisch ins älnrecht zu sehen. Aber man wird ihm, glaube ich, nicht gerecht, wenn man ihn bloß als kleinliche Düro- kratenseele verketzert. Dafür sind seine staatsmännischen Leistungen auf außenpolitischem und finanzpolitischem Gebiete zu groß, dafür ist das Ansehen, das er in seinem Lande genießt, zu uneingeschränkt. Man liebt ihn nicht in Frankreich, ja man haßt ihn vielfach. Aber man achtet ihn. Poincare war im letzten Jahrzehnt Deutschlands gefährlichster Partner. Ein witziger Franzose hat bekanntlich den Urt- terschied zwischen Driand und Poincare so formuliert: Poincare weiß alles und versteht nichts, Driand weiß nichts und versteht alles. Er wollte den Gegensatz zwischen Dem Arbeits- und Pflichtmenschen Poincare "und dem politischen Dohemien Driand kennzeichnen, desien fabelhafte Auffassungsgabe ihm ermöglicht, auch über die schwierigste Materie, die er sachlich ganz und gar nicht beherrscht, mit Glück zu verhandeln. Es ist über den Linterschied im Cyarakter und in der Eigenart der beiden Männer unendlich viel geschrieben worden. Was Driand betrifft, so steht Jein Dild in der Geschichte fest, unb ich glaube nicht, daß jemand es treffender gezeichnet hat als eben Poincare selbst in seinen Memoiren. „Schon im Jahre 1912“, so schreibt der damalige Ministerpräsident Frankreichs, „war Driand im vollen Sinne und in der ganzen Anmut des Wortes der .Plauderer', wre er es 13 Jahre später in der Deputiertenkammer nennen sollte. Immer wieder bewunderte ich seinen Scharfblick, sein Feingefühl, seinen etwas katzenhaften Charme, der mich an meinen siamesischen Liebling, .den träumerischen Prinzen der Dücherstadsi, gemahnte. Dei keinem Menschen habe ich die gleiche Gabe des Destrickens gesehen wie bei ihm." Das ist in der Tat eine vorzügliche Charakteristik. Briands Tätigkeit vor dem Kriege (Einführung der dreijährigen Dienstzeit) und im Kriege verblaßt gegenüber seinem späteren Her- vortreten. Während Poincare niemals in Genf war, ist Driand vielleicht Die populärste Gestalt des Völkerbundes. Wer ihn dort hat sprechen Horen, wird immer neu den Eindruck einer verführerischen Rednergabe festgestellt haben, der sich auch der Allerskeptifchste schwer entziehen kann. Mit seiner wohllautenden, tiefen und ungewöhnlich modulationsfähigen Daritonstimme gestaltet er seinen Vortrag. Poincare trägt meist ein Manuskript vor, an das er sich gewissenhaft hält. Driand macht sich nicht eirahal Rotizen, was natürlich nicht besagen soll, er überlege sich nicht ganz genau, worauf er hinaus will. Aus der Empfindung des Augenblicks läßt er ein rednerisches Kunstwerk erstehen, das die Zuhörer in seinen Dann schlägt. Er beginnt mit leiser Stimme und humorvollen Wendungen an irgendein vielleicht ganz belangloses Ereignis oder an eine Bemerkung eines Vorredners anknüpfend. Ein Brillantfeuerwerk sarkastischer und ironischer Bonmots wird abgebrannt. Eine wohlwollende und behagliche Stimmung verbreitet sich unter den Zuhörern, die immer mehr dem musikalischen Zauber des schönen Organs verfallen. Dann kommen die geistsprühenden Vergleiche, die rhetorischen Steigerungen, die Häufung der berauschenden Phrasen, die ja nicht nur in Romanen wirken. Llnvergehlich jene Rede beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund am 10. September 1926 mit ihrem Höhepunkt, dem wie Paukenschlag herausgeschmetterten: „Weg die Gewehre, die Mitrailleusen, weg die Kanonen, Platz für die Versöhnung, für das Schiedsgericht und für den Frieden!" Briand ging auf dem Podium auf und ab und riß sich selbst zu immer stürmischeren Bekenntnissen friedlicher Gesinnung und der Verherrlichung des Verständigungsgedankens fort. Ein Orkan des Beifalls brauste los, und ich sehe noch den Delegierten Kanadas, einen alten Mann, mit Tränen in den Augen, in tiefer, echter Ergriffenheit vor mir, der am Schluß der Rede wie elektrisiert auf sprang und überwältigt „Frieden — Frieden" rief. Hört man aber den Herrn französischen Außenminister öfters sprechen, lernt man ihn als Politiker und als Redner näher kennen, liest man nach einer solchen fulminanten Rede auf dem erbarmungslosen Druckpapier, w a s er nun eigentlich gesagt hat, bann muh häufig Erstaunen und Enttäuschung Platz greifen. So bezaubernd die Rede schien, so begeisternd und hinreißend der Vortrag — so inhaltslos ist sie, so unverbindlich, so ausweichend oder ganz und gar nichtssagend. Daß ihm freilich auch andere Register zur Verfügung stehen, das hat er auf der Völkerbundstagung im September 1928 bewiesen, als er Deutschland in einer schulmeisterlichen Weise abkanzelte, die den Großsiegelbewahrer des Friedens, der er doch sein will, in einem äußerst seltsamen Lichte erscheinen lieh. Aber Briands politische und persönliche Wirkung in Genf ist unbeschreiblich groß, und wenn wir wissen, wie z. D. der frühere englische Außenminister Sir Austen Chamberlain geradezu in ihn verliebt war, bann können wir ermessen, welche Erfolge er in biesem Milieu für sein Land zu erzielen vermag. In Frankreich selbst gilt er als Meister bet parlamentarischen Konjektur. Wenn ber Karren vollstänbig verfahren ist, wirb Drianb herangeholt, um ihn herauszuziehen. Von ihm selbst stammt bas Wort, bie größte Kunst bestehe nicht barin, Minister zu werben, sonbern rechtzeitig zu bemissionieren, bannt man es bald wieber werben könne. • Seit der zweiten Haager Konferenz ist nun e i n dritter Mann in die vorderste Reihe der Staatsmänner Frankreichs getreten: Andr 6 Tardieu. Zu ihrer Eröffnungssitzung trafen in . dem Saal ber Zweiten Kammer die verschiedenen Delegierten in zwangloser Folge ein. Die Franzosen dagegen in einem gewissen feierlichen Aufzug. Voran' Tardieu mit einem roten Aktendeckel in der Hand, dann Briand, Chörvn, Lou» cheur. „Dem Range nach." Ein ungewöhnliches und um so amüsanteres Dild, als man sich lebhaft vorstellen kann, wie mörderisch sich Briand darüber lustig gemacht haben mag, insofern es sich wirklich um eine Absicht handelte. Vielleicht war das aber gar nicht ber Fall — bann wäre ber Vorgang noch charakteristischer. Vielleicht ergab sich ber ein wenig subalterne Aufzug von selbst, unb niemanb dachte sich etwas Besonderes habet Der Ministerpräsident geht selbstverständlich voran. — Vor ber Abreise ber französischen Delegation aus Paris veröffentlichte bas Blatt bes Generalstabs eine bissige Karikatur. In einem Fenster bes Salonwagens lehnt breit, lachenb, entspannt, ber Ministerpräsibent unb schmaucht behaglich eine Zigarette. Zwei Gepäckträger schieben den als Paket zusammengeschnürten Brianb in einen Güterwagen. Der eine von ihnen sagt: „Beinahe hätten wir ben ba vergessen!" * — Run, Herr Tarbieu ist von gänzlich an* berem Kaliber, als Briand unb Poincare. Unter bem Vorbehalt, baß er am Anfang seiner staatsmännischen Wirksamkeit steht, bie er freilich gleich mit einer außerorbentlichen Gelegenheit beginnen konnte, nämlich mit ber sogenannten ©efamtliquibierung bes Krieges, muß man wohl in ihm einen neuen Typ auf ber europäischen Bühne sehen. Tarbieu verkörpert Poincare unb Brianb gegenüber mit seinen 53 Jahren bie junge Generation. Vollkommen unverbraucht, auf ber Höhe ber Manneskraft, eine beherrschte unb überlegte Energie, ein straffer Geist, ein biszipliniertes Gehirn. Er galt seit Jahren als Frankreichs kommenber Mann, unb er hat bas seit Jahren gewußt. Seine politische Arbeit war bie ziel- bewußte Vorbereitung ber staatmännischen Laufbahn. Als publizistischer Helfer ber französischen Cinkreisungspolitik hat er mit Auszeichnung begonnen. Seine Vorkriegsartikel im „Temps" sind belanglos für bie kritische Beurteilung des Ministerpräsidenten von heute, nicht belanglos für die Würdigung seines Talentes. Während des Krieges selbst hat er für bie Sache ber Feinde Deutschlands, vor allem in ben Vereinigten Staaten, mit glänzendem Erfolg gewirkt. In Versailles tritt er Cie menc eau zur Seite, und wenn in jener Mantelnote zum Diktat von Versailles vom 16. Juni 1919, deren Lektüre bem Deutschen auch heute noch bas Blut in bas Gesicht treibt, von Deutschlanbs und Preußens „Leidenschaft für die Tyrannei" gesprochen wird, so erkennen wir an diesen Passagen bie Feder Tarbieus: sie ist in biesem von kaltblütigem Demichtungswillen biktierten Dokument von verEin panemopäisches SttomvechiMgspkojekt. ®Vs/o ^Kopenhagens Rostow Bordeaux, '®ße/grac Lissabon .S Madrid - Nach dem Projekt des GemDirekfors 0/iven. • PaneuropäiSches Großkraft-Netz • ■— Strecke Paris-Lissabon ■d ■ Gsto -Rom ...... r Warschau-ßetgrad ■ - Pans-Ratibor xxx xxx " Bordeaux-Rostow tpPPSP west europäische Zeit ' mitteJeuropäische Zeit osteuropäische Zeit Aus der Weltkraftkonferenz erregte besonderes Aussehen das europäische Stromnetzprojekt des General- birektors Oliven vom Gesfürel-Loewe-Konzern. Unsere Darstellung veranschaulicht die Führung der Großkrastlinien, deren besonderer Vorteil die Ausnutzung der Unterschiede zwischen west-, mittel- und osteuropäischer Zeit ist. Das gigantische Projekt, bas eine Stromversorgung ganz Europas vorsieht, rechnet mit einer Spannung von 400 000 Volt und Anlagekosten in Höhe von 2 Milliarden Mark. des Luisen-Hospitals nach Aachen unb erhielt 1900 ben Titel Professor. Michaelis 1901 würbe Müller Orbinarius ber Chirurgie in Rostock. — Der orbentliche Professor für römisches unb bürgerliches Recht an ber Universität Berlin, Geh. Iustizrat Dr. Theobor Kipp, ist zum 1. Oktober 1930 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. — Der italienische Historiker Guglielmo Ferrero ist zum ordentlichen Professor für zeitgenössische Geschichte an der üHycr- sität Genf berufen worden. Romane der Schönheiis Chirurgie. Die Gattin eines Schanghaier Arztes hat eine Strecke von 20000 km zurückgelegt, um sich in London einer Operation zur Entfernung ihrer Runzeln im Gesicht zu unterziehen. Das ist gewiß ein starker Beweis von bem weiblichen Glauben an bie Macht ber Schönheit unb von ber ben Frauen innewoh» nenben Fähigkeit zur Erlangung bieses Zieles. Der bekannte englische Schönheits-Chirurg C.H. Willi erzählte, baß bie Dame ihrem Gatten nichts von dem Zweck ihrer langen Reife mitgeteilt hatte und daß sie ihm eine prächtige Überraschung bereiten werbe, wenn sie nun um „20 Jahre jünger“ zu ihm zu- rückkehre. Er ist der Ansicht, baß es in 50 Jahren leine alten Gesichter mehr geben wird, sondern daß man sich allgemein einer solchen Operation unterziehen wird. Er erzählte auch noch einige andere solcher Romane ber Schönheits-Chirurgie. Ein inbischer Maharabschah war unter seinem Volk wegen seiner ehrfurchtgebietenben Züge berühmt. Als nun mit bem Alter bie Runzeln tarnen, verlor sein Gesicht viel von seiner Majestät, und er fühlte, bah seine Untertanen bas Vertrauen zu ihm verloren. Kurz entschloßen reifte er nach London unb ließ sich hier bie Runzeln entfernen, so bah ber 60 jährige mit bem Aussehen eines blühenden Dreißigers nach Hause zurückkehrte. Roch romantischer ist die Geschichte eines Herrn, ber vor 25 Jahren nach Indien gegangen war und dort viel Geld gemacht hatte. In höherem Alter kehrte er nach England zurück mit ber stillen Hoffnung, nun bie Dame zu heiraten, die er früher geliebt hatte. Aber er wagte es nicht, sich seiner Auserwählten, bie noch bas Bilb ihres jungen Verehrers in ber Seele trug, mit ben Spuren bes Alters in seinen Zügen zu nahen. Daher ließ er sich erst bie Runzeln entfernen unb würbe bann freudig ausgenommen. Die Heirat fand statt, aber ber glückliche Ehemann ahnte nicht, baß sich eine Woche vor ihm seine Braut ebenfalls bei dem Chirurgen halte operieren lasten, da auch sie fürchtete, ihren Verehrer ohne diese Maßnahme grausam zu enttäusche». Aus- D Am W Lomenglc Wir such strengende Qlieberijolt Buchen, i Freund Kc Heckenrosen toar ein K ein: .Denn Aus tret Mume, zu Aosenzweig. ten Äschlu die Detle, erflingm. 3a, im Her der Freuden Drum frisch bennv brau' Wir aber Noch ist d noch sind i Die schl es von j< Liebe uni und nach toje zu zi ulk argen i dich urnffr den Aiite ^och fjin$ aber schon Honig. An Dolden d, um untc Rechts ui beseht mi und kups sind vertr willst du bluffet 'S erwies- gekommener. müde. stanzoM Ar wird ( entschieden führen. Drimbor" umkleide. widerwllli zu der o sich-bicher sen mehr, sinn, sonde senheit- Tr reits eine die jich f feine 3iel< Lächeln, e benspstlos Nicht n vor dieser treten mi Geistigkeit say, des Q der ideal« „Della", schem Au plomatie wird man Aber er . über. rechnen mi zähen und Aschen ? Welt gena wem wir kennen, toc der Qual’ entgegense bluffender Meisterschaft de- ÖHM auch sonst zu spüren. Andre Tardieu hat lange Jahre aus seine Stunde gewartet. Seine Minifterschast von 1918 bi- 1920 ist ihm als erst« Vorbereitung erschienen, als der ihm gebührende selbstverständliche Dank für die unge^uren Dienste, die er seiner Ration bi- Versailles und in Dersaille- selbst erwies. Aber erst jetzt sieht er seine Stunde gekommene Llemenceau tot. Poincars krank, Bri- and müde. Herriot umstritten. Gr wünscht, der französischen Politik ein neue- Gesicht zu geben. Er wird Frankreich sachlich, nüchtern, zielbewuht, entschieden, unbeirrt und ohne Sentimentalitäten führen. 6t verachtet den Schmalz und da- Drimborium, mit dem die französische Sache umkleidet wurde, er lehnt auch Verstocktheit und widerwillige Anerkennung der Realitäten ab, zu der allein der andere groß« Gegenspieler sich bisher ausrafsen konnte. Er will keine Phrasen mehr. Aber auch keinen starrköpsigen Eigensinn, sondern Kühle, Selbstbewußtsein, Entschlossenheit. Trotz feiner kurzen Amtszeit besitzt er bereits eine selbstverständliche Autorität, gegen die sich aufzulehnen niemandem einfällt. Alle seine Ziele will er „avec le sourirc“, mit einem Lächeln, erreichen, mit einer optimistischen Leben-Philosophie. die über den Dingen steht. Richt nur Vriand wird ohne jeden Zweisel vor dieser männlichen zielllaren Energie zurücktreten müssen, sondern auch die überragende Geistigkeit des wirllichen Leiters des Quai d'Orsay, des Generalsekretärs Philippe V e r t h e l o t. der idealen Figur in Giraudour' Schlüsselroman „Della", einer Persönlichkeit, mit deren politischem AuSmast sich in der zeitgenössischen Diplomatie kaum jemand messen kann. Tardieu wird manches ernten, was andere gesät haben. Rber er wundert sich nicht im geringsten darüber. Europa hat mit ihm zu rechnen. Zu rechnen mit einer ^chst intensiven, rücksichtslos zähen und geistig beweglichen Führung der französischen Politik durch einen Wann, der die Welt genau kennt. Wir müssen wissen, m i t wem wir zu kämpfen haben. Wir müssen erkennen. wem wir gegenüberstehen. Wir müssen der Qualität des Gegner- eigene Qualität entgegensetzen. Aus der provinzialbaupifiadt Gießen, den 21. Juni 1930. Oie Rosen blühen im Tale. Am Waldrand zogen wir hin, umflutet von Sonnenglanz, umweht vom Dust der Blumen. Wir suchten einen Rastplatz nach langer, anstrengender Wanderung. 3a, dort neben dem Riederholz, aber noch im Schatten der hohen Buchen, unter der Hecke, da sollte es sein. Freund Karl hatte ihn entdeckt. „Da blühen die Heckenrosen", sagte er und fang auch schon „Es war ein Knab' gezogen .. ", und der Chor siel ein: „Wenn am Walde die Heckenrosen blühn.." Aus weichem Graspolster, im Schatten der Bäume, zu liegen, über sich die hängenden Rosenzweige, das gab dem Sommertag den rechten Abschluß. Mit den Vögeln sangen wir um die Wette, und all« Rosenlieder mußten diesmal erklingen. 3a, im Herzen tief innen ist alles daheim, der Freuden Saaten, der Schmerzen Keim. Drum frisch sei das Herz und lebendig der Sinn, dann brauset ihr Stürme, daher und dahinl Wir aber sind allzeit zu fingen bereit: Roch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind die Tage der Rosen I (Otto Roquette.) Die schlichte Schönheit des Heckenrösleins hat es von jeher dem Menschen angetan, und alle Liebe und Sorgfalt hat er aufgewandt, um nach und nach die wundervollen Formen der Gartenrose zu züchten. Bist du schon einmal am frühen Morgen in einem Rosengarten gewesen und hast dich umfluten lassen von dem Dust der ausgehenden Blüten, die die «rsten Sonnenstrahlen trafen? Roch hing der Tau an Blättern und Blüten, aber schon waren die Bienchen da und sammelten Honig. Am Eingang des Gartens hängen schwere Dolden der Kletterrosen. Du mußt dich bücken, um unter der Dlütenpracht durchzukommen. Rechts und links stehen di« hohen Stämmchen, besetzt mit Rosen, Rosen. Rote und weihe, gelbe und kupferfarbige, alle Farben, alte Formen find vertreten. Die Wahl wird dir schwer. Welche willst du abschneiden? Du willst doch einige in deinem Zimmer haben, da- nach Rorden liegt und keinen Blick nach dem Garten hat. Was ist ein Zimmer ohne Rosen? Wie leuchten sie, wenn die Mutter die blütenweih« Decke auf den Tisch breitet I Hnb was wäre em Fest ohne Rosen? Mnb doch sind die Rosen am schönsten draußen in Gottes Ireier Ratur. 3m Sonnenschein, wenn sie sich voll entfalten, bei Regenwetter, wenn sie gebeugt und demütig ihre Knospen tief neigen, um den Dlütenstaub und die zarten Blättchen zu schützen. Aber am schönsten sand ich di« Rosen in einer Mondnacht. 3n einem Gasthaus Süddeutschland- war es, mitten in einer schönen Sommernacht. Durch Lärm auf der Straße wurde ich geweckt. ES waren wohl noch einige „Dereinsmitglieder", die hier zu später Stunde in Streit geraten waren. Die Sache verlies übrigen- harmlos. 3ch wollte mich wieder zur Ruhe begeben, schaute aber noch einmal in den Garten, der hinter dem Hause im hellen Mondlicht lag. llnb das war schuld, daß ich so lange am Fenster stehen blieb und den Zauber der Sommernacht genoß, im Anblick der Rosenbeete da unten. Es war jetzt ganz still. Unwillkürlich kam mir das Goethesche Gedicht in den Sinn, fast mechanisch sprach ich leise die einzigschönen Derse vor mich hin: Füllest wieder Busch und Tal stlll mit Rebelglanz, lösest endlich auch einmal meine Seele gan^. Breitest über mein Gefild lindernd deinen Blick, wie des Freundes Auge mild über mein Geschick...... Die Wirtin war, wie ich andern Tags erfuhr, die große Rosenfreundin. Auf allen Beeten standen Buschrosen, umgeben von Hochstämmchen. 3n allen Farben prangten sie, aber nicht grell und hart wie am Tage, sie waren säst im weichen Mondlicht wie mit Selber übergossen. Die Blüten waren alle geschlossen und wirkten dadurch um so schöner. Das Laub schien fast ganz schwarz. Der Dust erfüllte die laue Sommerluft. Irgendwo piepten noch ein paar junge Vögelchen im Schlaf, sonst herrschte Stille. Eine solche Rächt vergißt man nicht, und ich beneide jeden Blumenfreund, der einen Garten am^jaufc hat, in dem Rosen wachsen und blühen. Schaue sie dir nicht nur am Tage, in der Morgenfrühe oder am Mittag an, sondern auch nachts, wenn der Mond mit seinem milden Licht die Blüten versilbert. Dann ist es ein Zaubergarten: Sommernacht, Traumfommernacht... Ein Rauschen lieb und leise, die Seele wiegt sich süß und sacht nach ihrer Geigenweise: Traum und Frieden... Hingeschieden alles, was uns traurig macht. Sterne glimmen, Wolken schwimmen, und das Märchen ist erwacht. (0.3. Bierbaum.) L. Gietzencr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 150 Pfennig das Pfund, Matte 30 bis 35, Wirsing 15 bis 20, Gelbe Rüden «Bund) 8 dis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grüne 40 bis 45, Spargel 40 bis 65, Erbsen 20 bis 25, Mischgemüse 10, Tomaten 40 bis 70, Zwiebeln 10 bis 15, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln, alte 4‘ '8 bis 5, Kartoffeln, neue 10 bis 12, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 40 bis 50, Stachelbeeren 20 bis 25, Erdbeeren 50 bis 80, Aprikosen 60 bis 80, Honig 40 bis 50, junge Hahne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund: Käse (zehn Stück) 60 bis 140 Pfennig, Tauben 70 bis 80 Pf., Eier 10 bis 11, Blumenkohl 30 bis 70. Salat 8 bis 10, Salatgurken 25 bis 60, Ober- Kohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 20 Pfennig das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. bai Bündel: Kartoffeln 3,80 bis 4 Mark der Zentner. • * Der 400 jährig« Gedächtnistag der Augsburger Konfefsion wird morgen in den hessischen evangelischen Gemeinden festlich begangen werden. Der Verein für christliche Musik wird morgens um 7 Llhr vom Turm der 3ohanneSkirche Choräle blasen und zwar 1. Eine feste Burg ist unter Gott, 2. Erhalt uns Herr bei deinem Work. 8. Ach bleib mit deiner Gnade. Am Gedächtnistaae selbst, dem 25. 3uni, werden nach Anordnung de- Lande-kirchenamteS die Kirchen beflaggt werden. Rachmittag- um 16 ilfcr. in der Stund«, da die Konfession übet- Scbcn worden ist, soll mit allen Glocken getutet werden. Die theologisch« Fakultät der Lan- deSuniversität wird am Sonntag, den 29.3uni, um 11,30 Ufcr in der Aula einen akademischen Festakt veranstalten, bei dem Professor O. Dorn - lamm den Festvortrag hält. ee Personalien. Ernannt wurden am 16.3uni die Polizeihauptwachtmeister auf Probe Andrea- L i n z b a ch zu Lollar und 3ean Wurster zu Darmstadt zu Gendarmeriehauptwacht- melftem, beide mit Wirkung vom 1. 3uni 1930 ab. " Straßensperrung. Da- Hessisch« Polizeiamt teilt mit: Wegen Anschlußarbeiten des Elektrizitätswerkes in der Goethestraße wird diese am 24.3uni 1930 zwischen der 3ohannesstraß« und dem Seltersweg von 5 bis 12 ilfor vormittags für jeglichen Fährverkehr gesperrt. "Provinzial st raßensperrung. Wegen Ausführung von Gleisumbauten am Bahnübergang wird die Provinzialstrahe Dillingen — Ruppertsburg am 28. 3uni von 6 bis 12 Ufor für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Ronnenroth—Röthges—Wetterseid. •• Die Dentilationsanlaaen im Gießener Stadttheater. Die Intendanz des Stadttheaters legt Wert darauf, dem Iheaterpubli- tum mitzuteilen, daß die Lüftungsanlagen für den Zuschauerraum vor wenigen lagen erneuert worden und mit den modernsten technischen Mitteln versehen sind, so daß für di« Annehmlichkeit der Zuschauer im weitestgehendem Maße Sorge getragen wird. Die Frischluft wird durch einen neuerdings moto- risch betriebenen Exhaustor in den Zuschauerraum gepreßt. Die verbrauchte Luft wird in besonderen Filtern gereinigt und durch Wasferberieselung gefühlt. *• Der Wahlkrei-vorstand der Deutschen Volkspartei für Hessen-Das- fau — Waldeck — Wetzlar versammelte sich dieser Tag« im Hotel Schütz, um über die innerpolitische Lage Stellung zu nehmen. Die Tagung war von den Vertretern der einzelnen Wahlbezirke zahlreich besucht. Zur Lage selbst hielt der Reichstagsabgeordnete Dr. Kalle ein eingehendes Referat, das dann noch von dem Landtagsabgeordneten Schwarzhaupt nach verschiedenen Richtungen hin ergänzt wurde. Die Aussprache war sehr lebhaft und erstreckte sich bis in die Abendstunden. Allgemein wurde bedauert, daß Moldenhauer sich die Steuerpläne, deren Vater wohl in erster Linie Stegerwald (Zentrum) sein dürfte, nachträglich zu eigen gemacht habe, obwohl «r in einem früheren Stadium einen Plan wie daS Rotopfer abgelehnt hatte. Allgemein herrschte die Ansicht vor, daß überhaupt neue Steuern in einer Zeit der Broter- höhung usw. untragbar seien, daß vielmehr versucht werden müsse, mit allen Mitteln eine Ausgabensenkung herbeiführen, deren Möglichkeit im Einzeln erötert und bejaht wurde. Uestereinstim- mung bestand ferner darüber, daß auch «in anderes Kabinett der Finanzschwierigkeiten nicht Herr *u werden vermöchte, sondern daß versucht tocr- oen soll, durch einen bestimmenden Einfluß auf eine Ausgabenfenkungsaktion einen Ausgleich des Etats zu suchen und das Kabinett zu hallen. Auch der sonstigen Arbeit des Finanzministers wurde Anerkennung gezollt. Der Wahlkreisvorstand wird sich, wie wir hören, an den bevorstehenden Defreiungsfeiern in Mainz und Wiesbaden beteiligen. ' Tagung der Sekretäre, Assistenten und Betriebsassistenten der Deutschen Reichsbahn. Der Verband der Sekretäre, Assistenten, BetriebSassi- ftenten und Anwärter der Deutschen Reichsbahn e. D. (Sih Berlin), der über das ganz« Gebiet der Deutschen Reichsbahn-Geselllchast verbreitet ist, hält vom 22. biS 25. 3uni in Frankfurt a. M. seinen 8. Verbandstag ab. Vertreter aus allen Reichsbahndirektionsbezirken nehmen daran teil. Reben beamtenrechtlichen Fragen, die Erhaltung des DerufSbeamtentums bei der Deutschen Reichsbahn, Stellungnahme zum Rot- opfer und Ausgabensenkungsgeseh wird sich di« Tagung auch noch besonders mit den engeren Standesfragen dieser Beamtengruppen beschäftigen. Der Verband ist mit seinen über 27 000 Mitgliedern die stärkste Organisation dieser De- amtengruppen bei der Deutschen Reichsbahn. Svielpkan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 22.3unt. von 19.30 bis 22.30 Hör; Der Bettelstudent. — Montag. 23n von 19.30 biS nach 22 Uhr: Transatlantik. — Dienstag, 24., von 20 biS nach 22 Uhr: Zweite- Gastspiel der Darmstadter Over: ReueS vom Tage. — Mittwoch, 25.. von 19 bis gegen 22 30 Uhr: A>da — DonnerStag, 26.. von 19.30 bist iS 22.30 Uhr: Der Dellelstudent. — Freitag. 27., von 20 bis gegen 22.30 Uhr: Belsazar. — Samstag, 28., von 19.30 biS gegen 22.30 Uhr: Cosi (an tutte — Sonntag, 29.. von 15.30 bi- 17.30 Uhr: Geschlossene Vorstellung für Erwerbslos«: OrpheuS und Eurydike: von 19.30 bis 22.30 Uhr: Der Bettelstudent. — Montag, 30., von 19 30 bi- nach 22 Uhr Madame Bullers ly. Schauspielhaus. Sonntag, 22. 3uni, von 11 bis 13 Uhr: Szenenausfübrung der Opernschule. Szenen aus: ..Freischütz", „Verlauste Braut" und ..Die Abreise": von 20 biS gegen 22 Uhr: Reporter. — Montag. 23., von 20 vis gegen 22 Uhr: Die liebe Feindin. — Dienstag, 24., von 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Bekehrung des FerdyS Pistora: von 20.30 bi« 22 Uhr: Aus Anlaß der Festwoche im Kurtheater Bad Homburg: Tartüss. — Mittwoch, 25.3uni, von 20 bis gegen 22 Uhr: Reporter. — Donnerstag. 26., von 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Bekehrung des FerdyS Pistora: von 22.30 bi- 22 Uhr: Aus Anlaß der Festwoche im Kurtheater Bad Homburg: Tartüss. — Freitag, 27.. von 20 bis gegen 22 Uhr: Reporter. — Samstag, 28.. von 20 bis gegen 22 Uhr: Die lieb- Feindin. — Sonntag, 29., von 20 bis gegen 22 Uhr: Tanzabend Riddy Impekoven. — Montag, 30., von 20 bis gegen 22 Uhr: Reporter. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 22. Juni. 1. Sonntag nach Trinitatis. 400jährige Gedenkfeier des Augsburgischen Bekenntnisse». Sladtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Schlaudraff: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thäusgemeinde: 9.30: Pfarrer Becker: 11: Kinderkirche für die Marku sgemeinde; Pfarrer Becker. — Johannevkirche. 8: fällt aus, 9.30: Pfarrer Bech- tolsheimer: 11: Kinderkirche für die Johannes, und Luthergemeinde: Pfarrer Lenz; 20: Bibclbesprcchung- im Iohannessaal, Pfarrer Schlaudraff. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gemeinde. — Elisabeth-sileinkinderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas: 11: Kinderkirche für die Petrus- gemeinde; Pfarrer Lic. Waas. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst. — Dieseck. 9.30; 10.45: Kinderkirche. — Alten-Vuseck. 10. — Kirchberg. 10: Kirchberg; Pfarrer Bremmer (Klein-Linden): 11: Christenlehre für die konfirmierte weibliche Jugend. — Hausen-Garbenteich. 9.30: Hausen; Christenlehre; 11: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 10 30: Haupt- gottesdienst (musikalische und Gesangseinlagen). — Lich. 9.30: Stistsdechant Kahn; Christenlehre für die weibliche Jugend; 12.45: Kindergottesdienst; 20: Pfarrvikar Draudt. katholische Gemeinden. Samstag, den 21. Juni. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 22. Funi. 2. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt; 11: Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht. — Echzell. 11: Hochamt mit Predigt. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Cid). 7.30: Hochamt mit Predigt. — Collar. 8.45: Messe mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 23. Juni. Gießen. 20 Uhr: Anda it mit Segen. — Caubach. 7.30: Messe. Dienstag, den 24. Juni. Gießen. 6 Uhr: Amt; 20: Andacht mit Segen. Mittwoch, den 25. Juni. Gießen. 20 Uhr: Andacht mit Segen. — Hungen. 6.15: Messe. Donnerstag, den 26. Juni. Gießen. 17.30 Uhr: Beichte; 20: Andacht mit Segen. Freitag, den 27. Juni. Gießen. 6 Uhr: Segensamt. Sonntagsdienst d. »Herzte u Avotdeken nm 22 6.30 Frau Dr Rothenberger, Dr. Steinreich. Engelavoth Zahnarzt: Dr. Jäger. D1' REEMTSMA CIGARETTEN ist für ein modernes Mädchen kleidsamer alt die Tracht der berühmten Tabakarbeiterin Carmen. Er ist die Uniform der OVA-MÄDCHEN deren großes, peinlich sauberes und staubfreies Arbeitsreich die helle Freude jedes Besuchers ausläst. Von hier stammen die besten Orient- Cigaretten,die jemals hergestellt werden konnten. Bademäntel selbst machen! Geld sparen! IhreVermählung geben bekannt 50 Gießen (Weserstraße 10), den 21. Ium 1930. Bevor Sie kaufen!-Unsere Auswahl besichtigen! 4591 A Donner» Juli für die ■ iw Musik! 4542V Sekretär Ritter gegen Auswei s. 4506D Cafe Amend 4127A anzusehen bet Edgar Borrmann. Eisenhandliing Am 21., 22. und 23. JihoI 1930 Bleichstraße 91. 4570V Preis-Schießen! Cafe Astoria 1490V liefert (03964 Unsichtbares Heute Tanzabend 4588 03989 Eintritt frei! Eintritt frei! Von der Reise zurück 03968 03727 MICK 487V omasmehl- Lagervergütung Pianos oder Harmoniums werden erstkl. u. pretsw. gestimmt n. repariert durch Erwin Zollinger Klaviertechniker u. gevr. Stimmer. Berkaus von neuen ii. gevr. Pianos. ML, Gießen, Selters- weg 79 a. Tel. 3616. von RM. 45,— je 15 t In Nord- und Mitteldeutschland bei Bestellung zu prompter Lieferung. Wirhaben elegante Bademäntel-Stoffe in Hülle und Fülle! in 130 cm breit den mschon ab Muttermilch ist un ersetzlich! Ihr Kindchen wird aber nöicht mehr satt? Sie werden absehen müsstet, sind traurig darüber! Fürchten, das Kleine wird dann nicht gut gedeihen! Wissen Sie, was der Arzt in solchem Falle scrgt? „Köstritzer Schwarzbier" trinken! Da^j unterstützt die Milchbildung kräftig. — Trinken Sie es dem Kinde zuliebe! Aber awch Ihrem Körper kommen die ärztlich anerkannten, die Gesundheit fördernden Eigenschaften des „Köstritzers" zugute. Beginnen Sie gleich, bompit das Kleine satt wird! Tun Sie im Anfan-A etwas Zucker an das Bier, falls es Ihnen yu herb sein sollte. Vertretung: Emil Schmall^Fernsprecher 3883. Samstag, 20*/, Uhr,, Begrüßungsabend Sonntag, ab 10 Ubr, Preis-Schießen Montag, ab 9 Uhr, Preis-Schießen; 13 Uhr Festessen; 20 f Öhr Preisverteilung; anschließend Familienabend. Sonntag, 22. Juni, 11.15 Uhr vorm. im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße Auf allen Plätzen 1.- Jugendliche und Studenten 0.50 03884 Willi Reul Ottilie Reul, geb.HenrLch Haben Sie schon für Ihren Herbstbedarf gesorgt? DerEntfall anlhomasschlacke gehtzurUck! Verein der Thomasmehlerzeuger, Berlin W 35 Meine Verlobung mit Fräulein Erna Martin Gießen, Lahnstraße 13, habe ich aufgelöst Arthur Zimmermann Siephansiraße 47 Dr. Hanau Facharzt für Säuglinge u. Kinder Seltersweg 79. Verstärken und Flicken von fadenscheinigen oder schadhaften Kleidungsstücken. Restloses Entfernen von lug- unö Spedglaoj Verfahren. Feinbügelanstalt und Kunststopscrei Carl Schnell Herren- n. Damenschneiderei, Bahnhofstr. 56 Auf Kredit über 2 Ernten Damplsägewerk Lollar B. Nubn, A.-G. Darmstadt 1930 200 Jahre Darmstädter Kunst (1730 — 1830 Kunstverein, 1830-1930 Mathildenhöhe) 22. Juni bis 28. September 4552 V Morgen 11 Uhr Frühschoppenkonzert 4593V Mittagessen — Abends reichhaltige Auswahl an Speisen 4537p Heinrich Beck Bin am Ortsnetz Gießen unter Nr. 4373 zu erreichen Topp, Musikmeister a.D. kaufen Sie die bewährten M'CORMICK Garbenbinder dur* 6g. Schieferstein Lieh, Fernruf 317 Eiienftark D. R. P. 424157 Mafchinenttovferei mit elektr. Betrieb Sie sind zufrieden und voll Wohlbehagen weil Sie eine Brille vom Fachmann tragen. Optiker Magnus Marktplatz 19. 4297V Asbest- Platten 1,2, 3,4 and 5 mm, wieder am Lager. 6785D CarlSchunck Rechnungen liefert Brühl, Gießen Salomon Schulstraße 4 Slflöiete'o AkMNlUM werd, fachgemäh u. preiswert ge» stimmt u. repar. 6.6ÖeflmaaVch.7 (Sichen, PlomtUl Telephon 2403. Verkant v. neuen u. gebr. Klav. Reines zum Räuchern zum Streuen. Kanthölzer n. Latten für Einzäunung liefert billigst «»D Jul. Wellhöfer Telephon 2313. Prima Spelle- u. Ml- MWH W. Hankel Neuen Bäue7."'O Telcvbon 2618 „Klein-Kühler Verkauf RM. 29.—, erspart Ahnen manchen Verbrüh. Ohne Kaufzwang Gestimmt und repariert wird Ihr Piano, FMel od. Barmoninm preiswert u. gut durch [eiszA Pianohaus Schönau Gießen, Selters- weg 91. Tel. 3269. Großen Lager in neuen und gebr. Instrumenten. <$$(!& und StvohsSeke sowie «437 D Gvntedecke« und wasserd. Planen liefert billigst an Wiederverkäufer M. Sh. Mühlstein Sachtabrik, Gießen, An derMargaretenhUtteB. Kurzgeschnittenes Moli Schützenhaus Sonntag, den 22. Juni, nachmittag, ab 5 Uhr Garten - Konzert Bremen NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN GiefeenerKonzertverein VOLKSKONZERT Donnerstag, den 26. Juni 1930, 20 Uhr, in der Stadtkirche: J. S. Bach: Die Kunst der Fuge in der Bearbeitung von Wolfgang G raeser Leitung: Dr. St. Temesvary Ausführende: Der Gießener Orchestervwein 1908 Das Collegium musicum «der Universität Orgel: Johannes NebelinA Eintrittskarten: 1.50 und 1.— Mk., Schülerkarten 75 Pf. bei Ernst Cballier, jetzt Neuenweg 10, und abends an der Kasse. Studentenkarten 75 Pfennig nur im Vorverkauf bei Herrn (/> 'n lelgolBtnd Bremerhaven 'F -z~ 03967 Q xA Dlml Q Haus- und Gartenkleider billigend doch gut ,m Kaufhaus HANSA 4560 A Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Samrtag, 21 Juni MO Nr. 143 Dritter Blatt Wandern und weisen • Bäder und Sommerfrischen. Kleines Thüringer Tagebuch im Vorsommer. Don Günter Schab. Oberhof, im Juni. Achthundert bis tausend Meter über dem Meeresspiegel. in sanft kühlender Höhenluft der Berae des Thüringer WalbeS ist der glutende Zrüh- sommer, der — nach ZeitungSmeldungen — die Städte da drunten im Tale bedrängt, eine angenehme Beigabe zum medizinisch beglaubigten Ozon.^ In dieser Erkenntnis finden, ehe die eigentliche Saison beginnt, Wochenendsahrer in Hellen Scharen und frühe Gäste, die etwas mehr Muhe haben, den Weg nach Oberhof. • Satte- Dunkelgrün der Nadelwald-Kulissen rings um die blankgepuhten Dillen. Darüber der garantiert faltenlose Rundhorizont des sonnen- durchleuchtcten Himmels. Unb der lieblich-hellgrüne, mit Wiesenschaumkraut, rötlichem Klee und zartlila Rittersporn durchwirkte Rasenteppich trägt die ganze, vorsommerlich temperierte Frühlingsherrlichkeit. Aus dem Schaukasten eines Photographen guckt Marlene Dietrich. Die fesche Lola hält ihr sühes kleines Mädchen im Arm. Die beiden Dietrichs sind vom Kopf bis Fuh fest verpackt in winterliche Wolle und reiten auf dem Rücken eines Eisbären über lauter Schnee. Denn zur Zeit der Aufnahme war in Oberhof der Wintersport daran. Die „ßiegctoicfcn“, auf denen jetzt die Gäste ihr bleiches Städter-Antlitz von der Sonne bräunen lassen, hießen noch vor wenigen Monaten ^Schi-Wiesen". Die Wegbezeichnungen sind gleich für das ganze Jahr eingerichtet. Auf der Bob-Bahn dürfen sich jetzt auch Fuhgängcr bewegen. Die Sprungschanzen, der Rodelaufzug strecken ihr nacktes Tannenholz in den heißen Rachmittag. Auf den Tribünen sitzen ein paar Schulklassen und trinken aus Feldbechcrn Qucllwasser. Eis gibt es nur in den Konditoreien. Auf der Schlittschuhbahn wird Tennis gespielt. Die ganz feinen Leute treiben auf dem wunderschönen Golfplatz Holzkugeln mit verschiedenen Stöcken in verschiedene Löcher oder daneben. • Da ich gerade von Marlene Dietrich erzähle — Kinos gibt s hier in der Vorsaison nicht. Dom Tonsilm ist nur der Radio-Ton zu hören, der kleine Privatsender der Kurverwaltung: die Kurmusik in der Konserve Den Derufsmusikern werden immer mehr Derdienstmöglichkeiten genommen. Die durch Lautsprecher dem ganzen Ort, mittags und abends. mitgeteilte Schallplatte erfreut sich dabei nicht geringer Beliebtheit. Denn man hört erste Orchester unter ersten Dirigenten und dazu Gesangssolisten von Rang. Jeden Morgen wird — das ist wie in Oberbayern oder in den österreichischen Alpen — die Kuhherde ausgctrieben. Schöne pralle braune Kühe. Trotten mit Bim-Bam um den Hals, sehr dekorativen Mustern auf dem Fell, seelenvollem Augenaufschlaq und dunklen Dokalen im hungrigen Maul durchs Dorf, dieweil die Kurgäste noch in süßem Schlummer liegen. Fressen sich in Sonne und Höhenluft den lieben, langen Tag satt, rund und immer gesünder und kehren abends mit vollem Pompadour lDollmilch) heimwärts. Pilgern und läuten gerade an der Kurpromenade vorbei, wenn Franz Völker nur am Rhein leben möchte, was er mit zweifellos schöner Stimme behauptet. Don der Wartburg gar nicht zu reden. Ich empfehle niemandem sie Sonntags zu besuchen. Lebensgefährlich! Schon an schlichten Tagen mitten in der Woche ist der Desichti- gungS-Betrieb mitunter amerikanisiert. Alle zwanzig Minuten eine Führung. In der Sängerhalle, in Elisabeths Allerheiligstem und besonders in der Luther stabe drängen sich die Besucher fürchterlich. Es geht zuviel verloren bei solchen Massenbesuchen, obwohl der Führer und Conferencier mit viel Würde und Kehldruck Moritz von SchwindS Fresken, dazu die neuzeitlichen Glasmosaiken, dann die Rüstkammer und zuletzt das Heim des Doktors MartinuS in wohlgebauter und wohlgeölter Ansprache, Stück für Stück, erläutert und beleuchtet. • Aber was ist das alles gegen einen Blick aus den Fenstern dieser deutschen Burg hinunter ins grüne Tal, über das saubere Eisenach hinweg in die Ebene. Was ist da- alles gegen die zwei Minuten, die der Nachzügler der gerade fälligen Desichtigungsgruppe erhascht: die zwei Minuten, während deren er im Lutherstüb- ch e n ganz links an der Wand neben dem Fenster eine immer mehr verblassende Handschrift unter Glas in stiller Ergriffenheit betrachtet: ein Blatt Papier, auf dem die Züge eines der größten Revolutionäre aller Zeiten in die Ewigkeit verfließen und — verblassen. • Der Wärter rüstet sich schon zur fünfzehnten Wiederholung seiner Litanei, klappert mit den Schlüsseln und sagt: „QBenn mir die Herrschaften bitte folgen wollen ...“ Der Photograph verteilt feuchte Abzüge der Gruppenaufnahmen, die er vor Beginn der Besichtigung geknipst hat. Ein Dierteldutzend Maler und Malerinnen sitzen vor dem berühmten Butzen- schxibensenster und bringen die Erkereckc zusammen mit dem Brunnen in ältester Postkartenmanier mittels Oel auf billige Leinwand. Da sie ihre Kunstwerke serienweise Herstellen, haben sie eine solche Fertigkeit erlangt, daß sie in der Produktionsgeschwindigkcit getrost mit der Kon- Für den gesunden Erholungsbedürftigen ist das Klima, die Höhenlage des Reiseziels nicht so wichtig, sofern es sich nur von dem der Heimat unterscheidet. Wesentlich ausschlaggebender für den Erfolg einer Erholungsreise ist das zusagende Milieu des neuen Aufenthaltsortes — saubere, bequeme und ruhige Unterkunft, Komfort je nach Gewohnheit, gute Verpflegung, angenehme Mitbewohner u. dgl. m. Kurorte mit politischen oder konfessionellen Gegensätzen dürften der Erholung entschieden Abbruch tun. Bei der Wahl eines abseits von der Zivilisation gelegenen Reiseziels erkundige man sich vorher bei dem zuständigen beamteten Arzt nach der Wasserversorgung und Kanalisation (Typhusgefahr!). Tie mitzunehmende Kleidung richtet sich nach dem Reiseziel — im Hochgebirge keine Lackschuhe und lange Kleider, an der See keinen Lodenanzug und keine Bergstiefel. Ein Regenmantel ist — auch beim schönsten Wetter zur Zeit der Abfahrt — unbedingt erforderlich. Gut sitzendes, bequemes Schuhwerk ist für die Berge unerläßlich. Für längeren Aufenthalt am gleichen Ort versorge man sich mit ausreichender Wäsche: Reinigung in fremden Waschanstalten, besonders an kleinen Plätzen, kann eine Gefahr bedeuten. Einzupacken ist selbstverständlich eigenes Wasch- und Zßhneputzzeug einschließlich eines Trinkbechers, eigener Frisiersachen und Rasierapparates. Auch die Mitnahme einer kleinen Reiseapotheke ist ratsam, zumal wenn man in entlegene Orte reist. Zerienzüge sind zwar billig, aber da stets überfüllt, für empfindliche Personen und Kinder wenig zu empfehlen. LaNgdauemde Nachtreisen — ohne Schlafwagenbenuhung — sind anstrengend. kurcenz von der Kamera wetteifern können. Ich gebe in solchen Fällen der photographierten Burg vor der gemalten den Vorzug. Kleine Rundfahrt im Postauto. Der Kraftwagenpark der Reichspost, Sektion Thüringen, wird, das muh ich sagen, zu kulanten Preisen in vornehmem Dienst am Kunden von freundlichen Beamten in Bewegung gesetzt. Wer sich kein Auto leisten kann, genieht jetzt als schlichter Fahrgast für einen Tag die Freude, daß die anderen den Staub schlucken müssen, seinen Staub, der ebenso schön ist als verursachte er ihn am eigenen Volant: noch dicker sogar. Außerdem lernt der Genießer im Umkreis der Strecke Bad Liebenstein, Hohe Sonne, Eisenach, Friedrichroda, Georgental, ein kostbares Panorama kennen. In L i e b c n ft c i n z. B. erwirbt er sich für zehn Pfennig das Recht, in den splendiden Bade- anlagcn heilkräftigen und sehr salzhaltigen Brunnen zu trinken. In Eisenach beneidet er die Pensionäre um ihre idyllischen Ruhesitze, in Friedrichroda sagt er Gottlieb, dem Renommierberg des Ortes, guten Tag und malt sich aus, wie schön es wäre, wenn ihm Schloß Rheinhardtsbrunn persönlich gehörte. Da kommt schon wieder eine Kuhherde. Aber sie gehört nach Tabarz. Es sind ebenfalls Voll- milchlicseranten. Wenn wir uns beeilen, kriegen wir die in Oberhof noch pünktlich zu sehen. Das Postauto rattert. Richtig! Dreifaches Konzert: Richard Tauber singt: „Dein ist mein ganzes Herz", auf der Straße neben dem Korso: Bim- baum, muh — muh: dazu gongen die Hotels zum Abendessen. Es gibt Leute, denen diese Töne im Augenblick die freudevollsten sind. Erwarten Sie in dieser wichtigsten Stunde bitte also auch von mir nicht die gefühlvolle Schilderung eines Juni-Sonnenunterganges. Für Frauen und Kinder, die die Fahrt schlecht vertragen, sollten rechtzeitig Plätze in der Fahrtrichtung besorgt werden. Kinder gehören nicht in ein Raucherabteil. Während der ganzen Fahrt passe man auf die Kleinen sorgfältig auf. Hin- ausftrecken des Kopses aus dem Fenster ist immer bedenklich —: entgegenkommender Zug, Stäubchengefahr für das Auge! Wenn aber einmal ein Stäubchen in das Auge geflogen ist, so reibe man vorsichtig das Lid des geschlossenen Auges nach der Rase zu. Falls ohne Ersolg, nach der Ankunft sofort den Arzt aufsuchen! Seereisende, die zur Seekrankheit neigen, legen sich sofort nach der Abfahrt des Dampfers horizontal auf einen Liegestuhl. Am Meer: Vorsicht mit Seebädern, nicht zu lange im Wasser bleiben, allmählich zunehmende Sonnenbäder (Kopf schützen!). Rach der Ankunst im Hochgebirge gewöhne man sich zunächst an das Höhenklima und beginne erst nach einigen Tagen mit allmählich sich steigernden Wanderungen. Gegen Gletscherbrand schützt Auflegen einer Lichtschutzpaste, den Augen ist die starke Ultraviolettstrahlung durch Tragen farbiger Gläser fern» zuhalten. Wenn es den „Herren der Schöpfung" auf der Erholungsreise verboten sein sollte, Geschäftsbriefe au empfangen und zu beantworten, wissenschaftliche Werke durchzuarbeiten oder sonstige anstrengende geistige Tätigkeit mehr auszuüben, so sollte grundsätzlich die Mutter von allen Hausfrauenpflichten in dieser Zeit entbunden sein. Das Selbstwirtschaften, in der Sommerfrische seht den Erfolg der Sommerreise für die geplagte Hausfrau um mindestens 50 Prozent herab. Loslösung von der heimatlichen Arbeit ist Voraussetzung für das gute Ergebnis der Erholungsreise. Alle Vergnügungen sind mit Maß und Ziel zu genießen, für ausreichenden Schlaf ist zu sorgen. Richt am letzten Ferientage reife man heim! Vielmehr etwa zwei Tage vor Ablauf de» Urlaub», um den Uebergang nom absoluten Nichtstun zur hetzenden Arbeit erst allmählich zu vollziehen. außerdem sind dann die Züge meist noch nicht so stark überfüllt. Folgt man diesen einfachen Ratschlägen, so wird man sicherlich von vielen Enttäuschungen verschont bleiben und mit dem Erfolg der Erholungsreise zufrieden sein. — Dr. mcd. E. M. Wanderfahrten. Gießen — Lützellinden — Groß-Rechten» bach — Niederkleen — Butzbach. Wir wandern die Frankfurter Straße entlang durch Klein-Linden über einen Höhenrücken mit hübschen Blicken auf den TaunuS und den Stoppelberg nach dem hochgelegenen Lützellinden. Hier bat sich erfreulicherweise die hübsche Hütten- berger Tracht noch ziemlich erhalten, waS sich auch von den folgenden Orten sagen läßt. Auch viele charakteristische Hoftore können wir noch bewundern. Wir durchschreiten das schmucke Dorf und gehen auf guter Straße weiter nach dem in einem Talkessel gelegenen Groß-Rechtenbach, wo wir gute Wirtschaften finden. Der weitere Weg mit hübschen Fernblicken nach den Bergen des Vortaunus' sührt uns durch die echten Hüttenberger Dörfer Niederkleen und Pohl-GönS. beide mit prächtigen Fachwerksbauten und Torbogen, nach unserem Endziel Butzbach. Wander- zeit fünf Stunden. Nauheim — ForsthauS Winterstein — LlmeS- turm — Kapersburg — Friedberg. Wir fahren mit Sonntagskarte Friedberg nach Bad-Nauheim, durchschreiten die schöne Kurstadt und folgen roten Strichen, die unS burch viel Walb an Hof Hasselheck vorüber zum gastlichen Forsthaus Winterstein bringen. Das Zeichen leitet uns weiter zur Kaisergrube, wo wir unS den Schlüssel zu dem in der Nähe gelegenen Limes- turm mitnehmen. Von diesem unter Leitung von Professor Helmke in Form eine- römischen Signalturmes errichteten Bauwerk genießen wir eine weite, schöne Rundsicht zum Taunus, nach der Wetterau und bis In die Gießener Gehend. Hinter der Kaisergrube, bis wohin wir wieder zurück müssen, stoßen wir auf blaue Striche, die uns zu dem groß angelegten römischen Kastell Kapersburg, das eine eingehende Besichtigung lohnt, leiten. Im Blockhaus sind Erfrischungen zu haben. Gelbe Striche führen uns von hier, vorerst durch Wald, später durch freie Gegend über Ockstadt nach unserem Endziel Friedberg. Dauer der Wanderung fünf Stunden. Reisewinke. Mitnahme von Faltbooten auf der Eisenbahn. Um Beschwerden zu vermeiden, sei darauf hin- gewiesen, daß es nach den bahnamtlichen Bestimmungen erlaubt ist, in die Wagen 3. Klasse fowie in die Traglastenabteile der Eil- und Per- fonenzüge in Rucksäcken und Stabtaschen verpacktes Faltbootaerät mitzunehmen. Allerdings foll es in Gewicht und Umfang die vorgeschrie- benen Grenzen für Handgepäck nicht überschreiten. Bootswagen müssen zusammengeklappt fein. Das Durchfahren der Bahnsteigsperre mit Bootswagen ist nur erlaubt, wenn die Beförderung im Packwagen (auf Fahrradkarte) erfolgen soll. Serienreifen der Lchiller-Akadcmie. Die Schiller-Akademie zu München veranstaltet im Verfolge ihrer kulturellen Bestrebungen auch in diesem Sommer wieder eine Reihe von allgemein zugänglichen Studienfahrten und Ferien- Hygienische Ratschläge für die Reise. r 5 Eine Amerikareise 3322V ist mehr als ein Vergnügen . . . .... sie ist eine Lebensbereicherung. Unvergeßliche, unvergleichliche Eindrücke nehmen Sie mit sich. Eine vierwöchige Gesellschaftsreise mit einem der we tbekannten Dampfer der WHITE STAR-LINIE kostet ab Frankfurt und dahin zurück nur 1033.- Mark. Ruhige Fahrt Größte Bequemlichkeit. Vorzügliche Verpflegung. Viele Sehenswürdigkeiten. Leichte Verständigungsmöglichkeit Verlangen Sie Prospekte durch Gebr. Julimann, Gießen Bahnhofstraße 68,Telephon 3542 Waldrestanrant n. Sommertrische „HuDertus" Beuern (Kr. Gießen) idyllisch gelegener Ausflugsort inmitten herrlicher Laub- und Nadelwaldungen. Angenehm. Familienaufenthalt,Wochenend. Solide Preise. Von der Bahnstation Gr.-Buseck in 50Min. erreichbar. Autolinie in 10 Minuten. Inh.: Heinrich Baier. Menlnsllnknrl Minolößanlen, NogelSb.iö00m>,v.Stat.JlbeShausen7Min. „Hotel zum Felsenmeer“ RÄb"iii6. Reu eröffnet-GeschützteLage direkt a.Walde. Schattiger Garten. Gesellschaftszimmer' Saal usw. Herrliche Fernsicht. Gute Der- vstegung. Mäßige Preise für Pension und Wochenende. Prospekt aus Anfrage. eeeoD SchloB-Caft Marburg Inh. Carl Spangenberg - Schönste Aussicht Marburgs Mittwoch: 5-Uhr-Tee 3799D Samstag: Gesellschafts-Tanz (schwarz. Anzug) Sonntag: Nachm. Konzert, abds. Abend-Tanz HoiteeM Borkum iLLVLL'L',.', Die führ. Häuser der Nordsee. Direkt am Meer. Fließ.kalte-u.warm.Wasser. Fahrstuhl. Zentralheizung. Jeglicher Komfort. Pension v. Mk. 8.— an. Sommerkur für Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spexlalknranatalt Bolheim Im Tannas bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San.-Wat Dr. M. Stbulze-Kahleyss. Empfehlungen von Bädern und Sommerfrischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung. Restaurant „Waldlust“ Älten-BoseGk Schöner Ausflugsort. Herrlicher Spaziergang durch den Hangetstein 8Min. v. Taubringer Paß, empfiehl feine geräumigen Vofnltiöten. Prima Aevfelwein, Bier, Dein u. aaD HauSmacherwursl. Phil. Einhauser. Günstige Autoverbindnug mit Gießen. baS neuzeitlich eingerichtete Nordseebad für alle Ansprüche. Bequem und billig: Übet Datiwanderungen, wirksames Hut- mittel für über Seeschlammbäder, wirksam gegen Rheuma, entzündL llnierleibskrankheiten usw., gibt Auskunft reichbebilderte Werbeschrift. Erhältlich durch Badeoerwaltung Wilhelmshaven oder Reisebüros. Besucht Homberg die Perle desOhmtales 36*20 Domäne Schiffenberg Auf waldiger Höhe gelegene historische Stätte ouS 1129. mit herrlicher Fernsicht. Angenehmer AuSsiugs- und Erholungsort. Staubfr. Waldkußweg: Alt. Scbisienberger Weg. Station: Schiffend^ Strecke Gießen -Gelnhausen. AuiobuS täglichadLudwigS- platz 3.45 nachm., Sonntags 3.00 u.3.45 Uhr nachm. Telephon Gienen 2283. f3500D Vuvg Staufenberg Herrlicher Rundblick auf Vabn« und Lumdatal — Bogelsberg. Bahnanschlüße: Srtedelhaufen, Lollar, ItlamUar, Daubrmgen. Fernsprecher Amt Lollar 21. Moderner Saalbau, GeseUschafSzimmer, Fremdenzimmer. Gute Verpflegung. 4546D___________Bei. Ludwig Hieran. Burg Gleiberg Fernsprecher Gießen 3444 Schöner Ausflugsort. Rundblick über das LahntaL den \ ogelsberg und Taunus. Schöne Sfile und Gesellschaftsräume. Gute Verpflegung. Autofahrt ab Gießen. INTERNATIONALE HMGIENE AUS STELLUNG DRESDEN-1930 Luftkurort, Sommerfrische, Pension Jagdhaus „Hnbertns" Dost Lstheim—Butzbach. Tel. Butzbach 8 Idyllisch mitten im Walde gelegen 360 m BrachiauSncht, staubfreie Lage in herrlich. Laub- und Nadelholzwäldchen. Beliebter Ausflugsort. Grone, gedeckie Halle und Beranda. Reine Weine, prima Apfelwein ff. Biere. Volle Pension 4 u.5 Mk. pro Tag. Ernst Sommeriad, Besitzer. [4162D Schützenhaus Beliebtes Ausflugs-Restaurant mit Ca'6 und Konditorei 3492d Endstation d. elektrischen Straßenbahn Erdbeer-Bowle und Aepfelweln Prima Gefrorenes ckrlottev Ävnsbuvgk Schönst gelegener Ausflugsort Sehenswerte Klosterruine Beste Derpflrgung in der Klostermühle Sommerfrische 3152D Aufobusverb. Sonn-und Feiertags ob Gießen 13.30 llhr, zurück 18.15 Uhr. Oiensfag,Oonnersfaq,Samstag ab 13.30 llhr. TeichhäüFBad-Naulieim Inh.: fieorg Seeber Herrlich am Wasser gelegenes Cafe-Restaurant Schattiger Garten. Behagliche Räume. Nachmittags 3959D und abends KONZERT. illlllllllllltllfllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllV Ausflugsort Bingmühle 1 -.StcLvon Grünberg,12St(L von Laubach gelegen, an den herrlich. Waldungen um Grünberg u. Laubach u. den Parkanlag. des staatl. Wasserwerke f. Bad-Nauheim, bpez.: HandktiB, Apfelwein,frische Milch, Kaffee. Kuchen. — Fernspr. Grün berg 4. tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiüiiiiiiiiiiiiiiiimiuiiiniiniiimi Büöinaen äää VliUlliytU i-i .Labnstunde v. Gießen Herrl. Sommerfrische. Ausgedehnte Laub- und Nadelwalüurgen. Hübsche Spazier» gange. Als Aufenthalt für ErholungS» bedürftige besonders geeignet und gern besucht. Gesundes Klima mit frischer Höhenluft. Volle Pension tn guten Häusern 4—6 RM-Prospelte durch dLZerkehrsverein reifen unter bester künstlerischer und wissenschaftlicher Führung. Go im Juli eine Fahrt nach Dalmatien mit Besuch aller Sehenswürdigkeiten unk» hn August je eine Stuhienfahrt nach Won* hon und Paris mit jelixlH achttägigem vlufent* halt, her eine Besichtigung Der bebeutenhftcn Kunst fchätze und öebcnülüürhlnfeUen, des Stra- stenleben» und all dessen vorfieht, im» den Zauber dieser Weltstädte auSmacht. Die Reise nach Vontion gibt auch Gelegenheit zum Besuch von Orforh, Stratford und der Insel Wight, sowie auf her Heimreise her beiden Internationalen Ausstellungen 1930 in Antwerpen und Lüttich. Bon Paris aus werden BerfailleS, Reim« und die Schlachtfelder besucht. Don Abschlust deS Programms bildet eine Septemberfahrt nach Spanien mit Ausflug nach Marokko. Lernt Ostpreutzcii feinten! Born 10. bl» 26.3ull d. I. veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher grauen c. B., ^erlin-Lharlottenburg, eine Ostlandfahrt deutscher Frauen und Alädcheu, um ihnen unter ort«- kundiger fiübrung die viel zu wenig bekannten Schönheiten he» auS dem unmittelbaren Zusam- nienhange gerissenen Reichsgebiete« Ostprensten und seinen heute so schweren nationalen und wirtschaftlichen Eristenzkamps vor Augen zu führen. Die Reise geht von Lwinemünde mit dem Geedicnst Oftprenhen nach Dillan und Eranz und von dort, nach einem mehrtägigen Aufenthalt, nach Königsberg. Auf her Weitersahrt werden Allenstein (Tannenberg-Denkmal), Osterode, (81- bing, daS Ordensschlost Marienburg und Danzig besucht. Bon hort bzw. von Zoppot auS wird am 25. Juli die Rückreise über die Ostsee nach Swine- münde angetreten. Theoloqischc Konferenz in (ließen. Sehr stark besucht, erfreulich auch au» dem Kreise der Jüngeren, trat die theologische Konferenz im grosten Hörsaal deS Kollegien- gebäute« unter Vorsitz von Geh. Kirchenrat b. Dr. Krüger ((Diesten) zusammen und wurde durch Dekan Bogel (Bruchenbrücken) mit )Schriftlesung und Gebet eröffnet. An den Grust an die Erschienenen fügte her Vorsitzende einen von warmer Dankbarkeit und Derebmng getragenen Okachrus auf Erzellenz D. Dr. Har - n a d (Berlin), einen der Begründer der Konferenz. dabei zeigten verlesene Briefe auch seine Anhänglichkeit an Giesten, heUen theologische Fa- fultät und an die hessische Landeskirche, deren Predigerseminar er einen Band seiner Dogmengeschichte gewidmet bat. Sein Andenken wurde durch (Erheben von Den Sitzen geehrt. Dem Bortrag deS BormlttagS von Privat- dozont Psarrer l.ic. Adolf AlIwohn (Giesten) „Die Ausgaben der praktischen Theologie" lagen folgende Thesen zugrunde: 1. Die Vertreter her svftematischen und her historischen Disziplin her Theologie wenden sich in der Gegenwart in wachsendem Maste dem berfhmmlleben Gegenstand her praktischen Theologie, dem handeln her Kirche, zu. Sie möchten infolgedessen die praktische Theologie auf die Uebermlttluiifl technischer Regeln beschränken. 2. Die Hauptaufgabe her praktischen Theologie al« Wissenschaft kann nicht da« Erteilen praktischer Anweisungen fein; ;ü weil das Handeln nur in der PrariS selbst gelernt werden kann, b) well eine Bestimmung kirchlichen Handelns, vor allem in gesetzlicher Form, angesichts her evangelischen Freiheit unmöglich ist. c) weil daS Aus stellen fester Regeln da« kirchliche Handeln unlebendig machen würde, d) weil Anweisungen auf dem Gebiet der Menschen- und (DemelnschastSsü')rung nie ohne eine systematische Grundlegung g.-geben werden können, c) weil die praktische Theologie dann auf- hören würde, Theologie zu sein 3. Die Hauptausgabe der praktischen Theologie ist die Besinnung auf die Form de« kirchlichen Handeln» uMh die Bemühung um deren Rechtmüstigkeit im Hinblick auf die grundlegende Offenbarung Gotte«. Die praktische Theologie ist al« kirchliche Formenlehre eine theologlsch-shslematische Disziplin. 4. Die Lehre von der Gestaltung de« kirchlichen Handeln« in der Gegenwart setzt eine historische Erforschung der vergangenen Formen voran«. Sie mündet wie je he Lehre in da« Ausstellen von Richtlinien für daS Handeln. 5. Die kirchliche Formenlehre hat hie Frage zu beantworten, in welcher Welse da« hie Kirche begründende Wort Gotte« die Form ihre« Handeln« bestimmt. Sie wird dabei folgende Grundsätze aufzustellen haben: a) ha« Wort Gotte« setzt die kirchliche Formgebung in Freiheit, b) da« Wort Gölte» wirkt Glaubenögehorsam in der konkreten Situation und damit ein Ernstnehmen her genxiligen Kulturformen, c) daS Wort Gotte» macht die der jeweiligen Kultur entnommenen kirchlichen Formen zu Offenbarung-trügern, d) da« Wort Gottes beftlmmt die Liebe zum Rächsten al» entscheidenden Gesichtspunkt für die 'Auswahl her kulturellen Formen in der Gestaltung de« kirchlichen Handeln«. An den sehr bei- fällig aus genommenen Vortrag schlost sich eine lebhafte Au »sprach e an. In der am Nachmittag in die graste Aula verlegten zweiten Versammlung sprach Professor 1>. Rudolf 0) u 11 m a n n (Marburg) über „Die Ehristologie he» Heuen Testament«". Die Entwicklung ging dahin, dast man über Jesu» genau dachte wie über Gott! der Weg von her Lehre über Thristu» zum Glauben an GhristuS wurde sreigelegt! in Jesu» fand man die Offenbarung Gotte« schlechthin! eine Persönlichkeit, die so stark die Phantasie anregte, mustte gewaltig sein, □liebt die Lehre deS Reuen Testament», sondern feine Religion ist aufzudecken. Die Lehre ist ein höchst unvollkommener Ausdruck der Frömmigkeit. Der Glaube, dast Jesu» der MefsiaS ist. ist der Ausdruck der Gegenwartsseligkeit her Jünger. 'S'er Jesu« be» Neuen Testament« hebt die eigne GlaubenSentscheidung nicht aus. Bousset zeigte, hast da» palästinensische Christentum die Aussagen he« hellenistischen Christentums noch nicht hat. bad hellenische Christentum ist KuituSreii- gion. So wenig für Paulu» der historifche Jesu« etwa« bedeutet, so wenig auch für Johanne«. In den Sakramenten wird für Pauiu» da« Heils- erlebni» wiederholt! im Wirken und Leiden vollzieht sich die Lebensgemeinschaft mit Shristu« DaS neue Geschöpf wirkt au« Glauben in her Diebe; hier ist e« nicht mehr möglich. Lehre und Frömmigkeit zu trennen; da« neue Leben wird Rewonnen nur durch Vergebung; die Christologie k» Paulu« ist die Verkündigung, hast er her Herr ist. für den natürlichen Menschen führt sie durch die Büste. Durch die Hingabe an« Kreuz kommt Der Mensch von sich selbst lo». Die Recht- sertigungSlehre des Pauiu« ist auch seine Ehrl- ftologie. Johanne« bezeichnet Jesu» al« da« Wort Gotte» (Logo»); seine Sendung bedeutet die Krisi« der Wel^ Arc» Dem Verkündiger Jesu« wurde Rundfunkprogramm. Mittwoch, 25. Juni. 6 Uhr: Nlorgenghmnastlk. Anschliestend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 8 bi« 9: Konzert. 10.20 bi« 10.50: Schul funk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Relsewetterix'richt. 12.20: Promenadenkon- zert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi« 14.15: Werbekonzert. 14.20: »Die Rlordsache Kern", Sonntag, 22. Juni. 7 bl» 8.15 Uhr: Hafenkonzert. 8.15 bl» 9.15: Morgenfeier. 9.20 bi« 10.50: Erste deutsche Automobil rx-rsolgung: Haltet den Autodiebs 11: „Die Augsburger Konsession", Vortrag von Kirchenrat Schrenk. 11.25: Haltet den Autodieb! Be- kanntgalx de« Autodielx's. 11.35: „Der Arbeit«- unterricht in der höh. Schule." 11.55: Elternstunde. 12.15: Stunde de« Ehorgesang«. 13.05: Zehn- mlnutenhlcnft der La n d wi r t sch as t«kam nie r Wiesbaden. 13.15: Bandonion-Konzert. 14: Stunde der Jugend. 15: Stunde deS Lande«. 16: Lkach- rnittagSkonzert. 18: „Franz Rosenzweig". Vortrag von Margarete von 'Vendemann-SuSmann. 18.30: Axel Eggeb i-echt liest au« seinen Werken. 19.30: Der DetielstuDent. Bon Millöcker. 22.30: „Spanische» Bilderbuch". 23 bi» 0.30: Tanzmusik. Montag, 23. Inni. 6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeitangabe und Wetiermeldüngen. 7.30 bi« 8.30: Konzert. 10.25 bl« 10.50: Die Kieler Woche. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.15: Wetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bl» 14.15: Werbekonzert. 15.55: Dlestener Wetterbericht. 16: Konzert. 18.05: „Scheerbart und Voltaire", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 18.35: „DaS Problem belaueren Angestellten". 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Berühinte Dilettanten. 20.30: Serenade de« Wendling-Quartett«. 21.30: Zeil- Ixrichie. 22.15: Konzert. 23.20: Nachrichten, Sportbericht und Wettermeldung. Dienstag, 24. Juni. 6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeitangabe und Wettermeldungen. 7.15 blS 8.15: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi# 14.15: Werbekonzert. 15.55: (Siebener 'Wetterbericht. 16: HauSsrauen-Rachmittag: 16.50: «Frauenarbeit für deutsche Volksgenossen im Ausland". 17.20: Konzert. 18.05: „Bert Brecht", Vortrag von Dr. Walter Benjamin. 18.35; „Stellenangebote au« dem Ausland". 19.05: „WaS ist Kultur?" Vortrag von Fritz Jaeger. 19.30: Unterhaltungskonzert. 20: Von Bruchsal: Schlostkonzert. 21.30: „Im Vorübergehn". Ein heitere« Dreigespräch. 22.30: Romantische Klaviermusik. der Verkündigte, weil da« „hast" seiner Ikrlün- Dtgung, feine Person, da« entscheidende ist. Me- ianchthon» Wort: „EhlistuS erkennen helstt seine Wohltaten erkennen", gilt auch noch für da« heutige Geschlecht. Der Vortrag machte einen tiefen Eindruck und löste eine rege Aussprache au«. Mit herzlichem Dank he« Vorsitzenden an die Redner und Diskussionsredner und alle Teilnehmer schlost der Vorsitzende hie Tagung. Von brr Buhbach-Lichcr Eisenbahn Man schreibt un»: Die Einsprüche, die gegen den neuen Fahrplan der Butzbach L i ch e r Eisenbahn erbeben wurden, sind nicht ersolglo« gcivefen. Ein Hauptgrund der Verstimmung gegen die Mastnahmen der Dahn- leltung war der Wegfall Der Qlbenhber- b i n D u n g e n auf Der Strecke Lieh Grünberg bi« auf znxi Wochentage. Run hat Die Betriebsleitung aber statt ».>> am Dienstag und Freitags auch am Donnerstag und Montag eine Spät- berbluhung mit dein Auto eingelegt, so hast man in Llch und in O'rünberg mit Den 19.45, bzw. 20.03 au« Giesten absahrenden dügen noch in da« obere Wei tert al gelangen kann. ES wäre nun noch zu wünschen, dast sich die Betrieb«i>erwal- tung dazu enischltesten könnte, am Mittwoch und SarnStag die früheren Alxndzüge fahren zu lassen. Sie würde sich damit den Dank aller an der Strecke liegenden Gemeinden sichern. Selbst wenn e« nur dadurch ermöglicht werden könnte, dast die SonntagSzüge wegfielen, würde da« zu ertragen fein, zumal gerade diese Züge zu ungünstigen Zeiten gefahren werden und für den Verkehr kaum brauchbar sind. Die A n t o v e r b i n d u n g e n tragen hem BerkehrSbedürsniS insofern nicht ganz Rechnung, al« die Sätze für da« Reisegepäck zu hoch sind. 'Wenn z. B. die Eier- und Butterhändler für jeden Korb bi« Lich einen Zuschlag von 30 Pf. befahlen müssen, so werden dadurch die ^Unkosten so erhöht, dast die Betroffenen nach anderen Transportmöglichseiten sich unisehen. Eine Verbilligung dieser Sätze wird also im Inkresse de« Verkehr« liegen. Im grosten und ganzen kann man aber sagen, dast die Bevölkerung mit den jetzige» Zuständen zufrieden ist. Sie sollte aber auch ihre Zusriedenireit dadurch zeigen, dast sie die ihr gebotenen Verkehrsmittel auch fleißiger benutzt. Denn c« kann kein Zn>eifel Darüber bestehen. dast gerade dadurch, hast die Bewohner Der an her Strecke liegenden Gemeinden die Eisenbahn nicht so benähten, wie sie e« vernünftigerweise hätten tun müssen, die Betriebsleitung zu ihren Mastnahmen mitbestimmt hat. E« ist doch sicher nicht richtig, wenn die nach den Städten Lich und Grünberg führenden Strahan gelegentlich der in diesen Orten ftattsindenden Märkte usw. Da« Bild einer kleinen Völkerwanderung zeigen, während die Züge nicht so besetzt sind, Wie e« da« Interesse an der Bahn erforderte. Dast diese Nichtbenutzung her Bahn aber eine stet« Gesahr für die Aufrechterhaltung de« Bahnbetriebe« bildet, sollten sich besonder» diejenigen gesagt sein lassen, die während der günstigen Jahreszeit die Bahn nicht brauchen und nut im Winter und bei schlechtem Wetter sie benutzen. Zum O'lütf bat sich auch her Betrieb in dem bei Queckborn liegenden Steinbruch wieder gehoben, so hast aus der Strecke Grünborg Lich ein reger Frachtverkehr herrscht. « Berliner Büsse. ® c r l i n , 21. Juni. (WTB. iMnkspruch.) Der heutige Vormittagvvcrkehr ist voll kommen aesckastolvv. Eine auvtzesprochene Tendenz bat sich noch nicht entwickeln können, da man allgemein bi» zur Börse ab warten will. Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Kabel 4.8590, London gegen Berlin 20,8725. Kabel gegen Berlin 4,1927 zu 4,1930, London gegen Pario 123,76. Bericht von Ernst Klein 'und Dr. Paul Laven. 15: Kinderstunde. 16: Konzert. 17.55: HanneS Küpper lieft au« eigenen Werken. 18.35: Pädagogischer Vortrag: „Internat". 19.05: „Chlkago, Die Stadt Der Zukunst und ihre Weltausstellung 1933". 19.30: Die Sizilianische Vesper. Drama von Scribe und Duveyrier, Musik von Giuseppe Verdi. Donnerstag, 26. Juni. 6 Uhr: Moraengymnastlk. Anschliestend: Zeitangabe und Wetterbericht. 8 bi« 9: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bis 14.15: Werbekonzert. 15: Stunde her Jugend. 15: „Wie ertoerben wir Da« Reichsjugend- und Sportabzeichen'?" 15.25: „Englische Landschaft, englische Leben, englische Jugend". 15.55: Gießener Wetterbericht. 16: Konzert. 18: Einmarsch ?>er Verbände in die Schlesier-Kampfbahn an- lästllch Der Deutschen Kampsspiele. Dreölau. 18.35: Vortrag von PolizeiDirektor Dittmar. 19: Von Nürnberg: „Die 'Bedeutung und Qlufgabe des Deutsch-evangelischen Kirchenbunde« in Der Gegenwart", Vortrag von Oberkonsistorialrat Lic. Heckel. 19.30: „Stirbt Die Operette au«?", Vortrag von M. Cremer. 20.15: Italienische Meister Der Musik. 22: Der mutige Seefahrer. KoinöDie in vier Akten von Georg Kaiser. Freitag, 27. Onni. 6 ä.lhr: Moraengymnastlk. Anschllestenb: Zelt- angalx' uuD Wetterbericht. 8: Konzert. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Schallplattenkonzert. 14 bi« 14.15: Werbekonzert. 15.55: (Siebener Wetterbericht. 16: RachmittagSlonzert. 17.55: Zehn Minuten Wan- derratschläge he« TaunuSclub«. 18.05: „Internationale Hochschulkurse In DavoS. 18.35: Aerzte- vortrag: „Kind, Schule und Gesundheit". 19.05: «WaS ist Kultur,? II." Vortrag von Fritz Jaeger. 19.30: Literarische Stunde. 20.30: Aufführung des Frankfurter Opernhauses: Der getreue Musikmeister. Komische Oper von Pergolesi. 21.15: AlS Konzertoper: Die Favoritin von Gaetano Doni- zettt. 22.50: Briefkasten. SamStag, 28. Juni. 6 Uhr: Morgengymnastik. Anschliestend: Zeii- anaabe und Wetterbericht. 7.30 bis 8.30: Konzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. 11.45: Werbekonzert. 12.10: Reisewetterbericht. 12.20: Konzert. 13: Werbekonzert. 13.20: Schallplattenkonzert. 14.30: Jugendstunde. 15.55: Giestener Wetterbericht. 16 hi« 17.45: Konzert. 18.35: „Der Arbeiter im Alter". 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.30: Lieder zur Laute. 20: Edmund EySler Dirigiert eigene Werke. 22.35 bi« 0.30: Tanzmusik. Oie Herdinfeltion und ihre Beziehungen zum Zahnsystem. Infektion, ein Wort, da« in allen Sprachen der Welt ungeheuerlich klingt und mit einer gewissen persönlichen Reserve auf genommen wird, Da es einen Begriff dar stellt, her Den meisten Menschen unsympathisch ist. ES bedeutet begrifflich Die llebertragung eine» Krankheitsleimes direkt oder indirekt von hem Träger der Insektion auf den noch gesunden Vdenschen- oder Tierkörper auf dem Wege her Atmung, her Verbauung oder Verletzung der Haut. Alle diese Insektionen, zu denen vor allen das große Heer her Infektionskrankheiten (Grippe, Typhus, Dyphtherie, Scharlach usw.) zäl>lt, sind meist primärer direkter Natur, b. h. sie werben von Mensch zu Mensch übertragen. Rach Eintritt in den Körper aus dem Weg Der Lymph- und Blutbahnen überfluten diese stark virulenten Krankheitserreger Den Organismus, Der sofort mit hohem Fieber und schweren Allgemeinstörun- gen antwortet. Diese Art Der Infektion ist Den meisten Menschen bekannt. | Ander« die Herdinfektion. Die Herdinfektion stellt eine von einem gewissen Brennpunkt, von einer infektiöS-lokalisierten Stelle bc« menschlichen Körper« ausgehende Infektion bar. ES hat sich in irgendeinem GewebSkomplex de« menschlichen Körpers, sagen wir der Haut, dem Knochen, her Lunge, den Mandeln, den Zähnen ein kleine» Reservoir nicht allzu virulenter Bakterien gebildet, die nun von Zeit zu Zelt den Körfxr auf dem Weg Der Blut- und Lymvhbahnen mit in ihrer Giftigkeit abgeschwächten Bakterien versorgen. Bleibt dieser Herd latent, d.h. wird er nicht durch einen entzündlichen Reiz zu stärkerer Funktion und erhöhter Giftigkeit her Keime an- gesacht, so wird der widerstandsfähige Körper biefe Infektion spielend überwinden, seine Gegenkraft (Leukoeytenbllbung, Qlntitoriubilbung) wirb erheblich vermehrt und damit seine Bereitschaft zur Ueberwlnbung Der Insektion. Ander« beim geschwächten Körper. Hier werden die Herdinfektionen, besonders wenn sie von einem entzündlich gereizten und damit virulenten Depot ausgehen, nicht ohne weiteres überwunden und die Erreger (Streptokokken, Staphvlokokken) an bestimmten geschwächten GewebSkompleren (Organen) fest und lokalisieren sich dort. Sie verändern die betreffenden Organe, wie Herz, Niere, Lunge, Gelenke entzündlich und rufen mit her Zeit chronische Zerstörungen deS Gewebe« hervor. WaS ist nun daS Merkwürdige an dieser Herdinfektion, an diesem ruhenden Depot teils mehr, teils weniger virrUenter Keime, da« von Zeit zu Zeit immer wieder seine Erreger in die Blut- und Lvmphbahnen schickt? Dast der Be- treffenbe den Erwerb diese» InfektlonSbepotS gar nicht merkt, er keine grosten KrantheitSerschei- ixungen zeigt und sie deshalb ohne gröbere körfxrlichen Störungen überwindet, b. h. her Infektionsherb ist vorhanden unb kann seine zerstörende Arbeit im OrganiSmu» beginnen. Rehmen mir einmal zum Bewei» die Alandeln oder Zähne al« älrfache einer Herdinfektion. Rach einer Mandelentzündung hat man schon oft erlebt, hast her Patient Nierenschädigungen zeigte, aber auch oft nachdem diese Manhel- endzündung schon lange überwunden war. Genau dieselben Erscheinungen erleben wir nach entzündlichen Zahn- und Kiefererkrankungen, bei denen sogar häufig, wenn Eiterbildung vorhanoen ist, die Mandel der erkrankten Seite mit einbezogen wird. Wie cnhmdclt sich dieser Prozest? Die Ent- zündungöerreger (Bakterien) dringen bei erkrankten und abgestorbenen Zähnen durch ben Wurzel- lanal in Die Knochenhaut unb Das Knochen- gZvebe vor, beginnen hort teils merklich, teils für Den Patienten unmerklich ihr Zerstörung«- werk und werden darauf von de:" gesunden Knochen blnbegetocbig adgekapfell. Damit find sie jedoch nicht aüSgeschaltet. Diese BindegewebS- kapsel gibt auf mikroskopisch feinem Weg immer wieder Bakterien an die Umgebung des Knochen» ab, die durch die Lymph- und Blutbahnen De« Knochengewebes weiterbesörbert unb in andere GcwebSkompleex verschleppt werden, um dort, je nach her Art des Organ« DegenerationSvor- gänge chronischer Art hervorzurufen. Prof. E. C. R o s e n o w von der Mayo-Klinik in Rochester (11. St. QI.) hat an 6000 Tierversuchen diese Zusammenhänge Der Herdinfektion beweisen wollen, und es ist ihm zum grosten Teil am Tierversuch gelungen. Er hat gefunden, hast pathogene Keime au« Wurzelgranulomen von Patienten, Die zu gleicher Zeit an einer Herzmuskelentzündung erkrankt waren, auf ein Tier überimpft, bei diesem Tier diesellxir-Erscheinungen her Herzmuskelentzündung berbonTcfen. Ein scheinbarer Beweis, dast diese Dinge im engsten Zusammenhang stehen. Prof. Rosenow erläuterte in einer Sitzung der Berliner mehizinischen Gesellschaft gemeinsam mit der Gesellschaft für Zahnheilkunde diese sehr interessanten Vorgänge an Lichtbilderir und Tabellen, wie sich derartige Herdinfektionen au« Wurzelgranulomen erkrankter Zähne bilden. Diese Zusammenhänge müssen natürlich in jedem einzelnen Falle ein sehr wohl durchdachtes Vorgehen (Röntgenbesund) des behandelnden Zahnarztes zur Folge haben, genau so wie beim Auftreten einer Organerkrankung Den Zähnen und ihren Adnexen von selten deS Internisten weitestgehende OZeobachtung geschenkt werden must. Damit ergibt sich die Notwendigkeit der Gemeinschaftsarbeit der Zahnheilkunde mit der Allgemeinmedizin. Dr. H—ch. Turnen, Sport und Spiet. Regatta des Süddeutschen Istuderverbandes. QIm Samstag, den 26. und Sonntag, den 27. Juli wird der Süddeutfche Ruderverband auf Der Lahn beiGiesten eine Ruderregatta zur Durchführung bringen. Mit der Durchführung dieser ruderfportlichen 'Veranstaltung wurde der Giestener Wassersport- Verein Hellas 1 920 e. D. beauftragt, welcher mit dieser gröberen Veranstaltung zum zweiten Mal vor die Oefsentlichkclt treten wird. Die Rennen werden wiederum auf Der im Jahre 1928 von Hellas erstmalig benutzten idealen Regattastrecke mit dem Start oberhalb des Bootshauses her Giestener Rudergefellfchaft und Dem Ziel am Bootshaus des MassersportvereinS Hella« am Felsen auSgcfähren werden. Die einzelnen AuS- schüsie haben ihre Vorarbeiten aufgenommen und werden alles daranfeyen, den Besuchern den Qlufenthalt an her Lahn so angenehm wie möglich zu gestalten. Gcwinnauszug 3. Klasse 35. Preubisch-Slldheutsche (261. Preutz.) Klaffen-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar i« einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II L. Zlehungvtag 19. Juni 1930 8n der heutigen Vormittagszlehung wurden (ßcivuwc über 120 M. gezogen 2 Sttolnne «u 100000 <0L 232640 2 »rtPlnne »u 6000 Qlt. 197212 2 »etotnne iu 3000 M. 214626 4 6'etelnne tu 2000 ffll. 22170 349370 4 6'ttolnn» »u 1000 91L 43604 92378 10 S.winn« au 800 M. 9599 79866 138900 380787 396639 28 ©ctDlnno ,H 600 TT. 46409 112602 134608 147677 189662 198722 220879 224193 264264 262431 276693 289087 301973 391989 84 »etotun« »u 400 OIL 6294 16683 28042 30766 46846 66390 66702 63965 67761 90257 111601 119860 126683 160574 162437 171375 185082 188027 193160 207401 216708 222845 239809 266606 263548 297765 318188 31989-1 323093 324185 331263 348665 373600 374167 376667 378398 244 «etolnne iu 240 QU. 6765 6607 10687 11397 20199 20456 23379 23793 26011 27084 28429 32787 34765 40533 42009 43447 47556 61762 61913 62162 62322 68211 66199 67338 69665 72802 81668 83641 84037 90347 90485 91108 96721 98229 98860 98950 104664 106515 109086 111115 114607 115468 116380 121212 128718 130737 132268 134999 139212 149048 164806 166863 161238 166262 168472 170408 176330 176403 177016 179271 181427 182748 186739 194028 199284 207315 217175 224472 230607 232704 241445 243564 246000 250416 267687 269324 271989 278762 279042 280837 282679 284230 286567 296287 303346 304240 304760 308188 309087 333247 333300 334454 338003 339103 352237 363498 358560 358837 369028 379063 379118 394508 394936 115963 177049 216979 317164 341434 394916 109343 128267 148283 167632 177498 198247 231465 267497 280110 302581 316668 341675 373286 10725 26679 42222 66247 83373 96419 ön der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne' über 120 M. gezogen 2 •vtt’tnn« |u 10000 M. 241966 4 Q'ctoiriw iu 3000 «1. 68427 332901 2 e'ftvimu- »u 2000 45292 12 »ttolnne *u 1000 et 16192 91729 147891 40836 108942 185393 247176 313707 337820 106138 186121 277985 316331 343540 216368 §07626 334126 368965 119429 188888 278193 320895 346504 133767 194191 279744 328744 349164 211302 295702 331218 360290 204499 249848 284399 18 Oefrinnc *u 800 OH. 39680 44200 116021 124353 165131 23)671 271985 307907 375524 18 «etolnne |it 600 9«. 16307 82855 34642 84668 108821 149906 183220 197398 352270 88 eetotnnc ,u 400 4)1. 6520 9786 32579 36109 ----- 57927 76652 76690 88198 88569 93230 ----- ------ ------ 135173 136863 399141 390068 389426 17636 28626 50628 60832 80'301 94840 113135 125182 138247 164606 176491 200122 216988 226541 241578 264737 276079 291384 307639 340495 358409 375602 393362 45213 68364 69330 90337 21331 38018 66368 62702 86305 107374 19667 36781 61606 61867 83674 96731 119879 128214 161849 174922 193307 210678 223888 l 245972 274132 281353 299863 334162 356718 382003 120076 130696 160908 176271 196694 210616 226'99 938881 246349 274626 288036 304006 334516 367276 374306 382724 21765 39335 88 65044 88012 114355 126628 141673 167466 182626 202373 217662 229753 242656 268719 976828 293171 3'8293 369098 I7M98 395334 116268 126641 145282 167601 185461 202460 217641 230788 244912 269218 279471 295713 323966 355437 359579 376007 397428 10093 27016 48596 69364 77652 93427 280 ®etoinne au 240 4)L 2879 ---- ----- ----- 24413 18074 35051 50944 61467 82119 96127 118702 127524 149060 170283 193166 203324 220192 233007 245041 283247 279849 298122 324115 356604 362777 878234 Die in der heutigen vormittaaSztehung gezogenen beiden Hauptgewinne von je 100000 *DL fielen auf Pir. 283 640 in Abteilung 1 nach öerltn, in Abteilung U nach lifftn. Slaalliche Hilfe für den Lisensteinbergbau an Lahn, Dill und in Oberhessen. Don Dr. H Bangert, Wehlar. ■Bergbau und Hüttenindustrie an Lahn, D i ll und in Oberhessen nehmen seit Jahrzehnten eine besondere Stellung in unserem Wirtschaftsleben ein. Seit 1886 ist diese- Gebiet zusammen .mit dem Siegerland ftaatlicherseitS al- 'Notstandsgebiet anerkannt und durch Gewährung von AuSnahmetarifen für den Bezug von Brennstoffen aus dem 'Ruhrgebiet und den Ber- fand von Eisenerzen nach der Ruhr unterstützt worden. Ohne llebertreibunq darf man wohl behaupten, dah der wirtschaftliche Aufschwung unserer engeren Heimat nicht zuletzt dieser fracht» lichen Sonderstellung mit zu verdanken ist. Die Erzförderung stieg bis 1913 auf rund 1,5 Mill, gegenüber 700 000 Tonnen im Jahre 1886, und die Roheisenerzeugung der Lahn- und Dillhütten hob sich im gleichen Zeitraum von 60 000 aus 200 000 Tonnen. Welch hochbedeutsame Rolle unserem heimischen Eisensteinbergbau während des 'Weltkrieges zusiel, ist noch in bester Erinnerung. Als Krieg-Handlungen und Blockade den Bezug ausländischer Erze fast unmöglich machten, wurden an ihn Anforderungen von bisher nicht gekanntem Ausmaße gestellt. Die Förderung in Labn-, Dill- und oberhessischen Erzen stieg 1916 aus 1,8 Mill. Tonnen und erreichte mit über 2 Mill. Tonnen im Jahr 1917 ihren Höhepunkt. DaS unerwartete Kriegsende brachte eine grundlegende Aenderung. Durch den Betluft von Elsah-Lothringen verlor die deutsche Eisenindustrie ’/< ihrer inländischen Erzbasis. Damit gewannen die noch verbliebenen Erzvorräte und unter ihnen auch die hiesigen Borkommen für die deutsche Bolkswirtschaft eine um so größere Bedeutung. Zusammen mit dem Siegerland bildete das Lahn-, Dill- und oberhessische Gebiet jetzt da- Kerngebiet des deutschen Eisenstein- und Manganerz-Bergbaues. Der Anteil an der gesamten deutschen Gisenerzsörderung stieg von 5 Prozent vor dem Kriege auf über 20 Prozent. Trotz dieser für unseren Bergbau äußerst günstigen Berschiebung der Rohstoff gründ läge geriet dieser nach Eintritt stabiler Währungsverhältnisse sehr bald in größte Bedrängnis. Das Überangebot an hochwertigen Auslanderzen hielt die Preise für Inländer^ unter den Borkriegspreisen. Dabei erfuhren Die Selbstkosten durch die allgemeine Bcrteuerung, das Steigen der Steuer- und Soziallasten und der Löhne eine ständige Erhöhung. Gegenüber einer Belastung der Tonne Eisenerz durch Sozialbeiträge mit 0,63 in der BorkriegSzeit betrug diese jetzt nicht weniger als 2,40 Mk. DaS besonders schwierige, mit hohen Kosten verbundene Auffinden und Aufschließen der Lagerstätten — die Lahnmulde ist ohne I Zweifel das komplizierteste deutsche Bergbaugebiet — die Mannigfaltigkeit der Borkommen | und die dadurch wiederum bedingte große Ber- schiedrnheit in der Zusammensetzung der Grze erschwerten al» weitere Momente den Wettbewerb gegenüber den gleichmäßig zusammengesetzten hochwertigen Auslanderzen. Hinzu kam, daß die Berhüttung im eigenen Gewinnungsgebiet wie auch der Bersand nach der Ruhr dadurch stark beeinträchtigt wurden, dah die Sähe deS Ausnahmetarifs 6 a für die Brennstoffbezüge der Hochofenwerke nicht weniger als 44,2 Prozent, die des Ausnahmetarifs 7 a für den Erzversand im Mittel etwa 22,5 Prozent gegenüber der Bor- kricgszeit höher lagen. Dte Berhältnisse spitzten sich dann auch in einer 'Weise au, daß es Anfang 1926 den Anschein hatte, als ob mit dem allmählichen Absterben dieses uralten Gewerbe zwei geS gerechnet werden mühte. Die Gesamtbelegschaft sank von 7000 auf 2400 Mann, die monatliche Förderung von 125 000 auf 43 OOO Tonnen. Weitere Einschränkungen und Entlassungen schienen unvermeidlich. Da entschloß sich nach langen mühevollen Behandlungen die Reichsregierung in Ber- bindung mit den preuhischen und hessischen Landesregierungen in letzter Stunde zu der bekannten Hilfsaktion, die den Eisensteingruben an Sieg, Lahn,- Dill und in Oberhessen für jede ab 1. Juni 1926 geförderte, fertig aufbereitete und abgesetzte Tonne Roherz eine sogenannte JnlandverbrauchSprä- m i e von 2 Mk. brachte Durch die gleichzeitig, regierungsseitig zur Bedingung gemachte Herabsetzung der Eisen st einverkauss- preise in demselben Umfange wurde eS jetzt wieder möglich, mit den Auslanderzen erfolgreich in Wettoewerb zu treten. Schon nach drei Monaten war die Zahl der im Lahn-, Dill- und ober- hessischen Bergbau beschäftigten ßeute um 31,1 Prozent, die Förderung um 45,3 Prozent und der Bersand um 62,1 Prozent gestiegen. Die Reichsbahn^ konnte in dieser kurzen Zeit an Frachteinnahme aus Empfangs- und Berfanbgut sämtlicher Eisensteingruben des Bezirks ein Mehr von 60,2 Prozent erzielen. Diese Aufwärtsbewegung hielt auch an, nachdem sich die zuständigen Regierungen entschlossen hatten, die anfänglich nur für 7e Jahr vorgesehene Unterstützung bi» Ende September 1927 unter der Bedingung weiter zu gewähren, dah bis dahin ein allmählicher Abbau erfolge. April 1927 standen wieder 35 Gruben mit einer Gesamtbelegschaft von 4200 Mann in Betrieb. Förderung und Bersand waren auf fast 90 000 bzw. 102 000 Tonnen gestiegen, gegenüber Mai 1926 ein Mehr von 106 bzw. 130 Prozent. Grundgedanke dieser staatlichen Unterstützung war, die Bewirtschaftung der größten dem Reich verbliebenen Sisenerzvorkommen im volkswirtschaftlichen Interesse weiter zu ermöglichen. Die Unterstützung sollte solange gewährt werden, bis die zu einer untragbaren Höhe angewachsenen Lasten auf dem Gebiete der Sozialversicherung, der Frachten und Steuern auf ein erträgliches Mah zurückgeführt waren und damit eine nachhaltige Besserung der l>ergbaulichen Lage zu erwarten stand. Die Hilfsmaßnahme fand nach allmählichem Abbau am 30. September 1927 ihr Ende, ohne dah die erwarteten Erleichterungen eingetreten wären. Im Gegenteil waren während der Geltungsdauer der Ab'atzprämie den Gruben sogar noch weitere selbstkostenerhöhende Lasten aufgebürdet worden, die diele zusammen mit der allgemeinen Ungunst der wirtschaftlichen Berhältnisse von neuem in erhebliche Schwierigkeiten bringen muhten. Förderung und Absatz sanken dann auch von 1 015 455 bzw. 1 080 718 Tonnen in 1927 auf 958 357 bzw. 957 653 Tonnen in 1928. 'Während in 1927 noch rund 65 000 Tonnen Erz aus den Haldenbeftänden ab- geseht werden konnten, waren in 1928 Förderung und Absatz fast gleich. Unter dielen Umständen blieb den Regierungsstellen nichts anderes übrig, als die Beihilfe, wenn auch in geringerem Ausmaße, — 0,50 Mk. für die Tonne gefördertes und abgesetztes Erz — ab 1. April 1929 erneut in Kraft zu sehen. Zu dieser Reubewilligung trug nicht wenig der Umstand bei, dah die Absatzprämie die an sie gestellten Erwartungen bisher in vollem Umfange erfüllt und sich nicht nur für die davon unmittelbar Betroffenen, sondern auch für Die Allgemeinheit äußerst fegenshreich ausgewirkt hatte. Besonders anerkennend verdient hervorgehoben zu werden, dah nach Fortfall der Dtaatsbeihilfe tm September 1927 die Reichsbahnverwaltung Die einzige Stelle war, die dem Ratstandsgebiet helfend beisprang, indem sie die im Oktober 1928 vorgenommene allgemeine elfprozentige Tariferhöhung durch Steigerung der Rückvergütungs- sähe des Ausnahmetariss 7 i zu mildern suchte. Bei diesem Tarif handelt es sich um einen Ber- tragstarif, der bei Erreichung bestimmter Ber- sandmengen sowohl nach dem Ruhrgebiet wie innerhalb des Rotstandsgebietes Frachtrückvergütungen, gestaffelt nach den monatlichen För- derungsmengen vorsieht. Trotz dieses Entgegen» kommens Der Reichsbahn trat eine Erhöhung von rund 7 Pf. je Tonne ein. Zu weitergehendem Entgegenkommen wollte sich die Reichsbahn nur dann verstehen, wenn auch Die übrigen in Frage kommenden Reichs- und Staatsstellen au Hilfsmaßnahmen bereit seien, die in Bcrbinoung mit der Ermäßigung der Frachten den Berlust der Grubenbetriebe beseitigen würden. Solange ein solches Zugeständnis dieser Ressorts nicht vorliege, lehnte die Reichsbahn weitere Frachtermäßigungen ab, da diese allein nicht ausreichten, den Berlust der Gruben zu decken. Rach Inkrafttreten der neuen Staatsbeihilfe fand sich dann auch die Reichsbahn dieser grundsätzlichen Einstellung entsprechend bereit, die Rückvergü- tungSsähe des Ausnahmetarifs 7 i, und zwar rückwirkend ab 1. April 1929 nochmal» zu erhoben. Diese neuen Sähe sollen allerdings nur für die Dauer Der Beihilfe Gültigkeit haben. Folgende, dem Geschäftsbericht de» Berg- und hüttenmännischen Be r- ein» au Wetzlar für die Jahre 1928V entnommenen Zahlen mögen die GefamtauSwirkung Der Staatsbeihilfe für das Lahn-, Dill- und ober- hessische Gebiet in ber Zeit vom Juni 1926 bis September 1927 veranschaulichen: Steigerung Der Belegschaft von 2449 im 3uni 1926 auf 4317 -s- 80 Prozent monatliche Höchstziffer: Steigerung der Förderung von 43 772 Tonnen im Juni 1926 auf 90 736 Tonnen — + 110 Prozent monatliche Höchstziffer, Steigerung der Lohnsumme 310 989 Mk. im Juni 1926 auf 603 100 Mk. = 4-94 Prozent monatliche Höchstziffer: Steigerung Der Sozialversicherungsbeiträge 911 464 Mk - Steigerung Der ReichS- bahneinnahme 1630 104 Mk.; BerminDerung deS Devisenbedarfs zu gunften Der deutschen Handelsbilanz 5 163 130 Mk. Es betrug ferner für die öffentliche Hand: die eingesparte ErwerbSlofenunterstutzung 1 647 225 Mk., daS Mehraufkommen an Lohnsteuer 65 889 Mk., da» Mehraufkommen an sonstigen Steuern 340 092 Mk., da- Mehraufkommen an ElsenbahnverkehrSsteuern 114107 Mk., insgesamt 2167 313 Mark. Demgegenüber wurde an Staatsbeihilfe gezahlt 2 163 339 Mark. Die mittelbaren Ersparnisse bzw. Mehrrrträgnisse an ErwerbSlosen- beiträgen, Lohnsteuern, Steuern für Mehrförderung tm Kohlenbergbau und au» der Arbeiterkaufkraft Der mehrbcschäftigten Arbeiter würben für daS Siegerland allein in der gleichen Zeit mit 1 880 192 Mark ermittelt. Die Auswirkung der neuen Reich»- und Staat»* beihilfe ist bisher nur für Den Siegerländer Eisenerzbergbau zahlenmäßig errechnet und im Handelsblatt der ,Köln. Ztg " vom 30. März 1930 veröffentlicht worden. Hieran» ergibt sich, daß die zur Auszahlung gebrachten Summen auch jetzt wieder nicht nur an die Reich»- und Staatskassen in voller Höhe zurückfliehen, sondern dah darüber hinaus noch ganz erhebliche Ü e bersch ü f s e erzielt werden, ganz abgesehen von den Mehreinnahmen der Reichsbahn, der SvAial- institute sowie der Entlastung der deutschen Handelsbilanz. Das, was hier für da- Siegerland ausgesührt wird, gilt entsprechend auch für da» Lahn-, Dill- und oberheffische Gebiet. Auch hier hak die Staatsbeihilfe neben der Erhaltung unseres Eisenerzbergbaues nicht nur eine Bereicherung der öffentlichen Hand, sondern der gesamten Bolkswirtschaft ermöglicht. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkest der Schriftleitung.) C. G. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt. wollen Sie seinl Des-1 Sie fordert das natürliche Bräunen der Haut, verhütet Sonnenhalb bei Luft- u. Son-1 brand. - Vor Gebrauch die Haut trocken reibenl SPORTCREME MOUSON Mouson einreiben. grüne Aluminiumdosen M -.25, -.50 und 1.- MÖBEL- erstklassig IN DER AUSFÜHRUNG AUFFALLEND BILLIG in PREISverkaufssteik FRANKFURT A.M. VILBELER STR.29 o MMkilMs! Einige fabrikneue Rechenmaschinen erllkt. Fabrikat mit 20-25° 0 Preisnachlaß gegen Kasse abzugeben. Schriftliche Angebote unter 4583V an den Gießener Anzetger erbeten. Verreist W. Welz Homöopathische und Naturheilpraxis Gießen Plockstraße 2. 03912 Färberei BRAUBACH&FISCHER ■ Seltersweg 46H| Telephon 2627 TOD UND TEUFEL ALLEN WANZEN Wanzenfluid,,IVIa rtlal*1 tötet jede Wanze auf der Stelle und zerstört die Brutneeter restlos. Nicht fleckend, überall anwendbar. Flasche M -.86,1.60, 2.40. 3.60, */t Literfl. M 6.-. Bestimmt zu haben bei: Drogerie Moll, Bahnhofstr. 61; Drogerie Seibel, Frankfurter Straöe ; Drogerie Wlnterhofl, am Kreuzplatz; n ;Orünberg: Drogerie Schott; In Lollar: Drogerie Sommer;245V ZMiNMWWkll aus schwedischen Fußbodendielen mit staubfreiem Oel getränkt, verleiht bitt. Friedrich Schmidt, Mdel-Schreinerei, Trais-Horloff. Tel. 70, Amt Hungen ferner 2 schwere Rollen, gebraucht, ca.4 btö4.50Mtr. Ig^TragkrastSObisMZir. Bekanntmachung. Letr.: Vergebung der Verkaufsplätze auf dem Wochenmarkt. Die Verkaufsplätze auf Dem Wochen- markt sollen für die Zeit vom l.Iuli 1930 bis 30. 3uni 1931 an Ort und Stelle neu vergeben werden. Die Platze werden am Samstag, dem 28. 3unl 1930, vormittag« *411 Ahr, auf Dem Wochenmarkt, beginnend in Der Marktlaubenftraße, freihändig vergeben. Bei mehreren Liebhabern für ein und Denselben Platz erfolgt Zuschlag an Den MeistbietenDen. Die näheren Be- Dingungen sind aus Dem Anschlag an Der StanDgelDerhebestelle zu ersehen, sie werden vor Beginn der Platzvergebung im Hofe Des Turmhauses verlesen werden. Gießen, Den 21. Juni 1930. 4426C Der Oberbürgermeister. I. V.: Klingspor. ^Bekanntmachung^ die Offenlegung Der Wählerlisten für Die Nachwahl eines Vertrauensmannes zur Landwirtschaftskammer betreffend. (§ 3 Der Wahlordnung.) Auf Die Bekanntmachung in Den Aus- Hängekasten über Die Offenlegung Der Wählerlisten wird hierdurch verwiesen. Gießen, Den 21. Juni 1930. 4426C Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Sei b. Bekanntmachung. Der Voranschlag Der Gemeinde Langd für Rj. 1930 liegt vom 21. bis einschließlich 27. d. Ui. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und evtl. Erhebung von Einwendungen offen. Es ist Die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu Der auch die Ausmärker beizutragen haben. 4562D Langd, Den 20. Juni 1930. Bürgermeisterei ßangD: Fritz. Beschäfts-Drucksachen ~»*" Briefumschläge Postkarten bei Brühl, Schulstraße 7 Geschäftskarten Erfinder — VorwÄrteatrebende 5000 Mk. Belohnung Näheres kostenlos durch 3947V F» Erdmann A Co.« Berlin SW 1t Straßensperrung. Weaen Herstellungsarbeiten wird die vom Akademischen Forstgarten nach dem Schiffenberg führende, als Einbahnstraße erklärte Waldchaussee vom Montag, Dem 23. Juni b. I.» an auf acht Tage für jeden Fährverkehr gesperrt. 4426C Gießen, Den 20. Juni 1930. Der Oberbürgermeister. ______I. V.: Dr, Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der Voranschlag Der Gemeinde Heuchelheim für das Rj. 1930 liegt vom 24. d. M. an eine Woche lang auf Dem Bureau Der Bürgermeisterei Heuchelheim zur Einsicht Der Interessenten offen. Es ist eine Umlage vorgesehen, zu Der auch Die Ausmärker beizutragen haben. Heuchelheim, Den 20. Juni 1930. Bürgermeisterei. Kreiling. 4553D Bausparkasse solide- Akllen-Unternehmen. mit günstigen und gerechten Tarifen sucht allerorts rührige Vertreter bet guter Verdienst- Möglichkeit. Bei Bewährung kann liebet* tragung einer Geschäftsstelle in Aussicht gestellt werden. 4580V „Eigenbeim"Allgem. Deutsche Bauspar A.-G., Frankfurt a?2)l Jlaifcrbofftr.lH. Pferde-Versteigerung. Am Freitag, dem 27. Juni 1930, 9 Uhr beginnend, findet im Hose de» städtischen Fuhrparkes, Riedeselstraße 76, eine Versteigerung von zehn vorzüglichen Arbells- pferden mittleren und schweren Schlages, darunter drei wertvolle Zuchtstuten, meist* bietend statt. 4576V Stundung des Steigbetrags, bei Rach- weisuntz einwandfreier Bürgschaft, kann zu den bet Gemeindenutzungen üblichen Bedingungen bis zu Martini d. I. gestattet werden. Darmstadt, den 20. Juni 1930. Städtisches Tiefbauamt. Versteigerungsanzeige. Am Dienstag, 24. Juni 1930, werden meistbietend gegen Barzahlung zwangs* weise versteigert: 4566V a) vormittags 10 Uhr, Stadthaus, Bergstraße. Zimmer 5: ein Älaoier, ein ovaler Spiegel, zwei Schreibtische, zwei Irumeaufptegel, ein Grammophon, ein Vertiko, zwei Sofas, b) nachmittags 2 Uhr, Lrdkauterweg 20: zwei Bohrmaschinen, eine Häckselmaschine, eine EisensHneidmaschine, fünf Flaschenzüge, verschiedene Schrei- nerwerkzeuge, eine Bretterbude mit verschiedenem Maurer-Handwerkszeug, eine Partie Kreuzhacken, Bickel Zuschlaghämmer, Schippen, Handjägen, Winkeleisen, Bohrer und Staöaternen, eine Partie Kanthölzer, Schalbretter und Brennholz, zirka fünf Wagen Mist, vier eiserne Fensterrahmen, ein Drahtseil, ein Tau seil, Oberteil eines Personenautos u. a. m. Versteigerung zu a voraussichtlich bestimmt, zu b bestimmt. Gießen, den 20. Juni 1930. Der Oberbürgermeister. Vollstreckungsstelle. Urteile über das Blot- and Nervenregenerationsmittel ..Fregalln" von Dr. mod. H. Schulze. Viele Tausend Dankschreiben, die unaufgefordert bei uns einringen. können jederzeit eingesehen werden. Alle skvd notariell beglaubigt. Die hier Abgebildeten berichten Ober „F r e g a 1 I n“ wie folgt: Wieder Jngendkraft und Arbeitsfreude trotz fast 63 Jahren. Augsburg, 8. Juli 1929. Sedanstr. 29. Ich teile Ihnen mit, daß Ich nach Gebrauch von 6 Packungen Fregalln trotz meiner fast 63 Jahre wie- dci Jugendkraft und Arbeitsfreude besitze. Jos. Engelmann, S aalmeister. So urteilt ein Professor! Greifswald (Pom.), M. April IW. Anklamer Str. i. Lm Besitze Ihres Werten vom 25. er. gereicht es mir zur Freude. Ihnen mitzuteilen, dah mir Ihr Fregalln-Präparat gut bekommt; Ich muß aufrichtig sagen, daß mein morscher Körper mit seinen 60 Jahren wieder völlige Frische und Strammheit erlangte, so da3 Ich nicht umhin kann. Ihnen meinen Dank auszusprechen. In einem Vortrag habe Ich Ihr Frege Ih aberzeugungstreu als bestes Blut- und Nervenstärkungsmittel empfohlen. Prof. Dr. Josef Krelßl. Nervenschwlehs, Arbefts- unlust. Hamburg, 1L Mln 11». Bll tetr. Stich litt seit der Kriegszeit an Nervenschwäche. Ich wurde schwermütig und trug mich mit Selbstmordgedanken. Dank Ihres Fregalln kann ich wieder essen, schlafen, lachen und singen, welch letzteres Ich schon ganz verlernt hatte. Ich spreche Ihnen hiermit meinen herzlichsten Dank aus. Frau Emma Clausen. Nervosität, Schlaflosigkeit. Gliederschmerzen, üebelkeit. Appetitlosigkeit. Schwäche. Zittern In den Gliedern Kreuzscbmerzen. Nachlassen der Arbeitskraft usw. sind Zeichen schlechter Blut- ansammensetzung n. schwacher Nerven. Sorgen Sie deshalb für rechtzeitige Auffrischung Ihres Blutes. Wir versend, völlig umsonst 51 Hl Probepackungen, dazu das Goldene Buch d. Lebens: „Wie erhalte ich meine körperlichen und geistigen Kräfte7“ Schreiben Sie noch heute an: Dr. med. H. Schulze, O.m.b.H., Berlin W 30 / 2060 J. 2060 J 5 E 2 e-o £. O u 3 c- a E* -So O o E 2 4560 A Herabgesetzte Preise für die Reise ,m Kaufhaus HANSA Westfalia DER DEUTSCHE SEPARATOR (andwirte Waufi keine minderwertigen Iftasdiinefl sondern den guten Westfalin Separator Zuletzt* Silberne Denkmünze der deutsch Sand wirtsdiaftsgesellschaft- RAMESOHl&SCHMIDTAO OEIDE i.W. Während der Reisezeit empfiehlt sich die Aufbewahrung von Wertpaketen im feuersicheren Panzerraum der Bezirkssparkasse Gießen 4545D Geschäftsverlegung! Hierdurch meiner weiten Kundschaft die Mitteilung, daß ich meine Bau-, Kunst- und Reparatur - Schlosserei ab heute, den 21. Juni 1930, vonTeufels- lustgärtchen Nr. 22, nach Seltersweg 11 (Eingang neben Schubhaus Metropol) verlegt habe. Ich danke für das mir seither erwieseneVertrauen und bitte höflichst, mir dasselbe auch weiterhin zu bewahren, Ferdinand Link, Schlossermeister früher Flett Nachfolger 4584V Autobrillen SonnensGhatzbrillen größte Auswahl bei OMklWM Marktplatz 19 4297V Bekanntmachung. Am Mittwoch, dem 25. Lum 1930, 11 Uhr t>orm., findet auf dem Hofe d-rr Neuen Kaserne Verkauf für den Kasernenhaushalt nicht mehr geeignet. Geräte und Altmetalle statt. 4548D Heeresstandort-Verwaltung Gießen. V/D DO Meta sowteReuansertigv. Matratz^Sofas usiv. fachgemäß und Preiswert Tavezieren v. Rolle 60 A Gardinenausmachen billigst. 03899 Ik.ZillMl«Wll Seltersweg 31. Ein- nangPlockstrahetne- den Molkerei Grieb«. Photo- Entwickeln Kopieren Vergrößern in Stunden bet individueller Behandlung. 403 ID Ruhl - Giefoen Mockslrake 12. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Brühl'schen Druckerei Nur ein Man Centralbodens ausgeübt. Umtauschangebot. Ulli Rnnplpntpp PiAPtpn Haarausfall t UUl UllUUlülllUl UUl lull Schuvven, Jucken der Kopfhaut, das alt- WM» v* bewährte echte Brenne,sclbaarwasser in h,.. frirhflHHen fnf von.Hofapotheker GL a e se r, fern var- (Baugelände) in den Eichgärten sof. günstig zu verkaufen. Schrtitl. Angeb. unt. 4543D an den Giehener An^eig. erb. Gesaml-Umlflül GM 983 000 000 „ Dariebn w 1006 000 ooo Don diesen Gold-Pfandbriefen wird ein Betrag von 20 OOO OOO Goldmark zum Kurse von 98,— °/o abzüglich Stückzinsen vom Abnahmetage biö zum 1. Oktober vom 24. Juni biS zum 14. Juli 1930 — früherer Schluß Vorbehalten — zur Zeichnung aufgelegt bei der Emissionsbank und bei den sonstigen Zekchnungsstellen sowie bei allen Bankfirmen und Sparkassen, wo auch ausführliche Prospekte zu beziehen sind. Die Abnahme der Pfandbriefe kann bis zum 31. Juli d. I. erfolgen. Die Stücke, über 5000, 2000, 1OOO, 500, 200, und 1OO GM lautend, werden alsbald nach Ausfertigung geliefert. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Oktober 1935 zulässig. Die Tilgung muß spätestens 1969 beendet sein. Die Aufficht der preußischen Staatsregierung wird durch einen für die Gesellschaft bestellten besonderen Staatskommissar Zugleich wird den Besitzern der zum l.Iuli 1930 gekündigten 10 o/oLgen Gold-Hnpotheken-Pfandbriefe Emission 37 der preußischen Pfandbrief-Bank ein Umtausch in obige 71/2 °/otge Gold-Hypotheken-Pfandbriefe Emission 1 angeboten, wobei diese mit 97^2 °/o, also 1 /«% unter Zeichnungskurs, berechnet werden. Demgemäß werden für 2Vz % Kursunterschied und für die 10°/oigen bzw. 7*/2°/o lgen Vierteljahrszinsen 65/e % auf je 100 GM bar herausgezahlt. Der Umtausch kann bei uns und allen Zekchnungsstellen bewirkt werden. Berlin, im Zunl 1930. preuhische Central-Bodenkredit- und Pfandbrief-Bank Aktiengesellschaft Grundkapital RM 36 000 000 Reserven „ 27 000 000 firmiert. Flasch.mitbrinti.1/, Liter 0.75 9?9)L *'o Viter 1.25 RM. Allein - Bertrening. Univ.Apotheke Zum aoldcncn Enael. Preuhische Eentral-Bodenkredit- und Pfandbrief-Bank Aktiengesellschaft. Die aus der Vereinigung der beiden bekannten Hypotheken- banken hervorgegangene preußische Central-Bodenkredkt- und Pfandbrief-Bank Aktiengesellschaft wird als erste Ausgabe 7'/, % ige Gold - Hypotheken - Pfandbriefe Emission 1 — mit Zinsscheinen zum 1. April 1931 u. ff. — in Verkehr bringen und ihre Börsenzulassung beantragen. Hierbei ist ein Eknführungskurs von 981/z °/o in Ausficht genommen. Zeichnungs - Einladung. achte auf den Namenszug! Alleinhersteller: HACKERBRÄU MÜNCHEN Dr.medMotMeMer prakt. Aerztin Bahnhofstraße 76 I Telephon 2172 Zur Ortskrankenkasse und allen Krankenkassen zugelassen Sprechstunden: Vormittags l/t9 —10 Uhr Nachmittags 3 — 4 Uhr außer Samstagnachmittag 4156D Gebrauchte SchroihtnascliiooD von 20.— Hit. an auch in Wochenralen von 2.50 Mk. Ernst Heinz K.-G., Giehen, SelterS- weg 89. Ruf 4291 Reparaturwerkstatt, f. Schreibmaschinen aller Systeme. Min- non-Eriatzteile. 1,0 L) Unsere seitherige Geschäftsstelle Diez- 5trabe 13 sowieWohnung Lieber Straße 37 haben wir nach MartwWlr.34 (Nebengebäude) verlegt. Hessisches Piakat - Institut Robert Herr Zentrale Gießen / Tel. 3788. Konz. Anschlagwesen. 03977 Bevor Ste einen [2186V gebrauchten Wagen kaufen besichtigen Sie bitte zuerst unser Lager Geleitest raße 2—10 Borchwerkc A.-3., Filiale Frankfurt H. Te.ephon Senckenberg 33936 und Senckenberg 31360. Wegen Geschäftsaufgabe! Auf Wunsch bequeme Teilzahlung Hausrat e. m. b. h. Gießen Lindenplatz 1 03991 Total- Räumungsausverkauf Gartenmöbel besonders Friedhofs-Bänke, Sessel usm. Edgar Borrmann, Gießen iiilSperrholz IN Eiche. Gaboon u. Kiefer 3-25mm « ä ä B Bretter und Dielen aller Stärken, rS " o® schwedische und bayerische Hobel- «L breiter, Svalterlatten, Eichen- u. B a Buchen-Schnittwaren liefern in aa allen Stärken |lS7D isis W Bürt & Go.. (Biesen ■=s» Televbon 3949. Lallen in allen Stärken prompt lieferbar Große runde Erdbeertorte (Mürbteichböden) Mk. 1.50 03561 Garantiert reines Roggenbrot in hervorragender Qualität. 4 Pfund 70 Pfennig. Bäckerei Katz Neustadt 14 Telephon 3498. Die schönsten Bademäntel sehr preiswert ,m Kaufhaus HANSA 4560 A Nr. U5 viertes Blatt Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Samstag, 21. )uni 1950 Wirischast. Oie Oiskontsenkung der T^eichsbank. Die Reichsbank hat sich endlich zu dem nun schon seit einiger Zeit erwarteten und notwendigen Schritt entschlossen, den Diskontsatz um V.5 Prozent aus 4Prozent zu senken, nachdem zuletzt am 19. Mai eine Herabsetzung um ein halbes Prozent erfolgt Var. Die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarktes, die auch durch die (Auflegung der Vounganleihe keine Unterbrechung erfuhr und neuerdings eher noch fortgeschritten ist, machte die Diskontsentung unausschiebbar, auch wenn am Kapitalmarkt eine weiter ziemlich unbefriedigende Situation herrscht. Die Reichsbank geht mit ihrem Schritt kein Risiko ein, da ihre Deckung nach dem letzten Ausweis als ungewöhnlich groß anzusprechen ist und die Wechselbeanspruchung mit fast einer Milliarde ein denkbar geringes Ausmaß angenommen hat, so daß das Institut die Fühlung mit dem freien QÜarlt fast vollkommen zu verlieren drohte. Auch bleibt nach der neuen Diskontherabsetzung eine genügend hohe Zinsspanne zu den Diskontsätzen der übrigen wichtigsten Notenbanken bestehen: die Gefahr einer Abwanderung der in Deutschland in starkem Maße angelegten kurzsristigen Auslandgeldcr ist also, wenn nicht ganz unvorhergesehene Krcditerlchütterungen eintreten, gegenstandslos. Den letzten Anstoß zu der Maßnahme der Reichsbank dürfte die Diskontherabsetzung der Federal Rcserve-Bank von Reuyork um 0.5 Prozent auf den bisher niedrigsten Sah von 2 5 Prozent gegeben haben. Die Spanne zwischen dem deutschen und dem Reuyorker Diskontsatz beträgt demnach unverändert 1.5 Prozent. Bedeutet also die Ermäßigung deS Reichsbank-, diskontcs kein Risiko für das Zentralnoteninstitut. so ist sie andererseits im Interesse der deutschen Wirtschaft, deren Konjunktur weiter zurückgcht. nur zu begrüßen. Erwartet muß aber werden, daß sich die Bankwelt bald zu einem Abbau .ihrer hohen Zinsbedingungen entschließt und auch die Hypotheken zins en eine Ermäßigung erfahren. Dann erst ist eine Belebung der Konjunktur möglich. • ' Ermäßigung der Reuyorker Re- diskontrate. Die Reuyorker Rediskontrate, die seit dem l.Mai d. I. 3 v. H. betrug, wurde um 0,5 v. H. aus 2,5 v. H. herabgesetzt. * Diskontherabsetzung in Chikago. Die Federal Reserve Bank of Chicago hat den Rediskontsah von 4 auf 3,5 v. H. herabgesetzt. e D i e rumänische Rationalbank zeichnet Aktien der BIZ. Die rumänische Rationalbank hat beschlossen, 4000 Aktien der BIZ. zu zeichnen. * Zinsermähigungenb ei derStem- p c l - B e r c i n i g u n g. Wie WTB.-Handels- dienst erfährt, hat die Stempel-Bereinigung aus Anlaß der Ermäßigung des Reichsbankdiskont- sahcs aus 4 v. H. beschlossen, mit Wirkung vorn 21. Iuni den Habenzinssah für täglich fällige Gelder in provisionsfreier Rechnung von 2 auf 1,5 v. H„ in provisionspflichtiger Rechnung von 3 auf 2,5 v. H. und den Sollzinssatz von 5,5 auf 5 v. H hcrabzusctzen. Ferner ermäßigt die Stempel-Bereinigung den Zinssatz für Sparkonten mit Wirkung vom 30. Iuni auf 4 v. H. * Hessische Landesbank — Staatsbank Darmstadt. Dem Geschäftsbericht für das Iahr 1929 ist zu entnehmen: Der Gesamtbetrag der Hypothekoarlehen stellt sich Ende 1929 auf 78,9 Mill. Mk. Zugewachsen sind 14 Mill. Mk., wovon der größte Teil auf Wohnungsbau-Hypotheken entfällt. Die Zinsverbilligung wurde vom Minister für Arbeit und Wirtschaft in 1929 für insgesamt 7,9 Mill. Mk. bewilligt. Mit Hilfe dieser verbilligten Baudarlchen wurden 3725 Wohnungen erstellt (1928 — 4300 Wohnungen bei einem Darlehensbetrag von 9.4 Millionen Mk. und 1927 — 5600 Wohnungen bei einem Darlehensbctrag von 13,3 Mill. Mk.). Bei der schwierigen Beschaffung der Mittel war es der Bank nicht möglich, die Rachfrage nach Hypothekdarlehen ganz zu befriedigen: nach der im lausenden Iahre eingetretenen Erleichterung am Kapitalmärkte konnten die Darlehensbedingungen erheblich verbessert werden. 'Die Preußische Z e n t r a l - D o d e n- krcdit- und Psandbrief-Bank AG- Berlin, (hervorgegangen aus dem Zusammenschluß der bekannten beiden großen Hypothekcn- institute) kündigt als ihre erste Emission unter der neuen Firma die Ausgabe von 7,5prozentigen Gold-Hypolheken-Psandbriefen — unkündbar bis Oktober 1935 — an. deren Börsencinführung alsbald ftattfinben wird, und veröffentlicht eine Zeichnungseinladung auf einen Betrag von 20 000 000 Mk dieser neuen Goldpsandbriefe zum Kurse von 93 Prozent. Es ist sehr zu begrüßen, daß die Donk sich dazu entschlossen hat. den 8prozentigen Zinstyp zu verlassen und im Interesse der Wirtschaft eine Zinssenkung für den langfristigen Kredit anzustreben. Alles Rähere über die ZeichnungSbcdingungen. sowie über die Bedingungen des Umtausches von den zum 1. 3uli gekündigten lOprozentigen Gold - Pfandbriesen 6m. 37 der Preußischen Pfandbrief-Bank in die neuen 7.5prozentigen Gold-Pfandbriefe ist der im heutigen Inseratenteil veröffentlichten Bekanntmachung zu entnehmen • Die Preisinderztfser derMetall- wirtschaft. Die Preisinderzifser der Metall- wirtschast stellte sich am 18. Iuni auf 89,4 g 94,0 am 11. Iuni (Durchschnitt 1909 13 100), fiel also um 4,9 v. H. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisstande vom 18. Iuni folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 85.8 (92,9), Blei 110,9 (112,5), Zink 67.8 (69.8), Zinn 73.2 (75.6), Aluminium 132,0 (132,0), Rickel 107,7 (107,7), Antimon 80.7 (80.7). • Andreae-Roris-Zahn AG, Frankfurt a. M. Die Gesellschaft erzielte 1929 einen erhöhten Bruttogewinn von 4,39 (3.64) Mill. Mark, wovon Unkosten und Steuern 3.68 (2,93) Millionen Mark erforderten. Rach 176 759 Mark (187,691 Mk.l Abschreibungen verbleibt einschl. Bortrag ein Reingewinn von 627 146 (620 734) Mark, voraus wieder 10 Proz. Dividende auf die Stamm- und 7 Droz, auf die Borzugsaktien verteilt werden sollen. Außerdem werden der Reserve II wieder 100 000 Mk.. der im Vorjahre errichteten Baureserve 150 000 (100 0001 Mark und dem Pensionsfonds wieder 50 000 Mark überwiesen. Rach dein Bericht seien die Umsätze 1929 nicht unerheblich gestiegen, doch habe sich die Bruttoverdienstquote verschlechtert infolge Steigerung der Linkosten und Llebersehung der Branche. Im Februar 1929 wurde die Firma I. C. Schaefer jun. in Elberfeld übernommen, die als Zweigniederlassung weitergeführt wird. Das neue Geschäftsjahr sei bisher nicht unbefriedigend verlaufen. (GB. 24. Iuni.) Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 21. Juli. Tendenz gcschäfts- los. Die Diskontfenkuna der Reichs- bank konnte zum'Wochenschluß nicht mehr nach wirken. Die anhaltende Orderlosigkeit wirkte bcprb mierend und unterband jede Geschäftsentwicklung. Verstimmend wirkte immer noch die ungünstige inncrpolitische Lage und die wieder schwan- kende und matte gestrige NeuporkerBörse. Die übrigen internationalen, zumeist festeren, Börsen blieben ohne jeden Einfluß. Die Grundstim mung war aber nicht unfreundlich. Abgaben wurden kaum vorgenommen. In einigen Werten zeigte die Spekulation später einiges Deckungsbedürfnis, so daß sich gegenüber der gestrigen Äbendbörse vereinzelt Kursgewinne ergaben. Im großen und ganzen war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Etwas mehr Interesse bestand am Chemie- markt für I G. - F a r b e n, die 1,25 o.Sj. gewannen. Am Elektro markt eröffneten A E G. 1 d. fj. fester, während Elektrische Lieferungen geringfügig abgeschwächt waren. Montanwerke lagen' ohne Geschäft. Erstnotierungen kanten vorläufig nicht zustande. Von K a l i a k t i e n verloren Westeregeln 2,75 v.H., dagegen waren Salzdetfurth auf dem ermäßigten Niveau behauptet. AG. für Verkehrswesen waren mit 41,5 v. S). etwas gesucht. Banken waren wenig verändert. Renten lagen heute still. Neubesitz leicht anziehend. Im Verlaufe stagnierte das Geschäft saft vollkommen. Unter dem Drucke der Geschäftslosigkeit ergaben sich auf fast allen Marktgebieten kleine Abschläge, die jedoch nicht über 1 p. f) hinausgingen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 2,5 v. H. unverändert. Am D e • oifenmarft nannte man Mark gegen Dollar 4,1930, gegen Pfund 20,3725, London gegen Kabel 4,8588, jegen Paris 123,77, gegen Mailand 92,79, gegen Madrid 41,85, gegen Schweiz 25,0940, gegen Holland 12,0860. Berliner Börse. Berlin, 21. Juni. Zum Wochenschluh herrschte an der heutigen Börse wieder eine kaum noch zu überbietende G e s ch ä f t s ft i 11 e Am Vormittag fanden Umsätze überhaupt nicht statt: die Tendenz war aber gehalten, während die q-ften offiziellen Kurse überwiegend etwas schwächer und 1,5 oder 1 v H. niedriger lagen, im Vergleich mit den gestrigen Mittagschluhkvrsen. Die stark schwankende und zum Schluß matte gestrige Reuyorker Börse verstimmte natürlich. In der Innenpolitik sieht es nach wie vor unsicher aus, und dieser Umstand drückte ebenfalls auf die Stimmung im allgemeinen. Der Geschäftsbericht der De di-Bank, der von einer weiteren Depression der Wirtschaft und der Finanzgebarung spricht, war ebenfalls nicht dazu angetan, eine freundliche Stimmung hervorzurufen. Viel erörtert wurde auch das Finanzprogramm der Reichsbahn. Alle diese Momente veranlaßten die Börse eher aus den noch bestehenden Engagements herauszugehen, und nur vereinzelt konnte man heute Wochenschluß bedungen der Baissespekulation beobachten. Stark abgeschwadft waren heute Julius Berger, die 8,5 v. H. einbüßten. Auch Salzdetfurth lagen über 3 v. H., S v e n s k a 3 Mark niedriger. Dagegen waren Chemische Heyden, Hotelbetrieb, Mansfeld, Eisenbahnverkehr und noch einige andere Papiere 1 bis 2 o. H. erholt. Deutsche Anleihen waren leicht befestigt. Von Ausländern waren B o s n i e r und Mexikaner etwas schwächer. Am Geldmarkt waren die Sätze unverändert. Tagesgeld 2 bis 4.5 v. H., Monatsgeld 4,75 bis 6 v. H-, Warenwechsel zirka 4 v. H. Nach den ersten Kursen setzte sich eine Erholung durch, die 1 bis 2 v. H. betrugen. Der Grund hierfür waren Deckungen, die vereinzelt vorgenom- men wurden. Später aber wurde es wieder etwas schwächer, so daß die im Verlause erzielten Gewinne meist wieder verlorengingen und darüber hinaus so- oar eine Reihe von Werten, wie Salzdetfurth, A E G., R e i ch s b a n k usw. 0,5 bis 2d. H. die Anfangskurse unterschritt. Deutsche Atlantische Telegraph wurden gegen Anfang 5 v. H. schwächer taxiert. Berliner Prodnktcnmarkt. Berlin, 20. Iuni. Born AuSlande lagen nennenswerte Anregungen heute nicht vor. und da auch im Inlande keinerlei neue Momente gegeben sind, verkehrte der Markt bei sehr ruhigem Geschäft in stetiger Haltung. Alter Weizen wird jetzt etwas dringlicher offeriert, Gebote find jedoch auf etwa 2 bis 3 Mark niedrigerem Niveau erhältlich, da Weizenmehl immer noch zur sofortigen Lieferung lediglich sehr kleines Be- darssgeschäst hat. DaS Angebot in Weizen neuer Ernte hält weiter an, nur frühe Termine sind offeriert, die hierfür geforderten Aufgelder werden aber nur vereinzelt bewilligt. Roggen zur prompten Verladung ist nicht mehr so dringlich angeboten. Für Neuroggen lauten die Forderungen 1 bis 2 Mark höher, Nachfrage ist jedoch auch ziemlich zurückhaltend. Aw Lieferungsmarkt kamen in Weizenmehl zur späteren Lieferung nur vereinzelt Umsätze zustande. Für Roggenmehle werden zumeist Üntcrgebotc abgegeben, die von den Mühlen als unrentabel abgelöst werden. Am Hafermarkt hat sich dos Angebot zurückgezogen, die Tendenz ist als stetig zu bezeichnen. Gerste still. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, märkischer, 301 biS 305 (ruhig), Iuli 297 bis 296, Sept. 262 (Bries), Oft. 263: Roggen, märkischer, 172 biS 177 (ruhig), Iuli 169,50 bis 169, Sept. 173 bis 172.75. Oft. 176 bis 174.50; Gerste 168 bis 184 (etwas fester); Hafer, märf., 150 bis 162 (fester). Iuli 168 bi« 166. Sept 167 bi« 169, Oft. 172; (ICO Kilo): Weizenmehl 33.75 bi«42 (still); Roggenmehl 21,50 bis 24,50 (ruhig); Weizen fleie 7,60 bis 8,10 (still); Roggenkleie 7,75 bis 8 (still); Diktoriaerbsen 24 bis 29. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Die Lethargie, die schon seit längerer Zeit an der Börse herrscht, wird allmählich zur Gewohnheit und scheint nicht mehr weichen zu wollen. Anfangs der Woche war die Stimmung jedoch noch freundlich, da die freundliche Aufnahme der Bounganleihe doch etwas anregen konnte. Das Geschäft konnte aber nie ein größeres Ausmaß annehmen. Der weiter anhaltende Ordereingang wurde fchließlich als größter Druck empfunden, und erstickte jede Geschäftsbelebung im Keime. Die rasche Unterbringung der TJoung- anleihe in fast allen Ländern und die dreifache U e be r ze i ch n u n g in Deutschland trugen etwas zur Besserung der Stimmung bei, aber die Händler ersahen hierin leine Anregung, da auf der anderen Seite die unvorteilhafte inner politische Lage und die starken KurSeinbrüche an der Reuyorker Börse jede bessere Regung untergruben. Die Tendenz war ausgesprochen lustlos, und der Börse fehlte jeder Untemeb- mungsgeist, so daß das Geschäft sich in den engsten Grenzen deivegte und zeitweise säst vollvollkommen zum Stillstand kam. Die Wirtschasts- ankurbelungsversuche, der günstige Reichs- bankauSweis.der eine erhebliche Entlastung auswies und die aktive H a n d e l S b i l a ii z konnten auch späterhin keine Anregung bieten, da die Finanzschwierigkeiten, in deren Zusammenhang man mit einer evtl. Krise zu rechnen müssen glaubte, zu stark überwogen. D.e Kulisse schritt in starkem Maße zu Leerabgaben, d.e Kursverluste waren daher zeitwei'e recht erheblich Gegen Ende der Woche vermehrten sich die Schwierigkeiten und die Börse bot ein trostloses Bild. Rach vorübergehender Besserung schlug der beabsichtigte Rücktritt des ReichssinanzministerS 9r. Moldenhauer wie eine Bombe ein, obwohl damit schon seit einiger Zeit gerechnet wurde, und man konnte beobachten, daß die Kulisse wieder zu Angstverkäusen schritt. Zum Wochenschluß blieb die Krisenstimmung an der Börse wohl bestehen, aber wider Erwarten trat eine Beruhigung und Besserung der Stimmung ein. In erster Linie war d e Erholung auf Interventionen von Großbankseite, worauf die Spekulation zu Deckungen schritt, zurückzuführen. Auch sollen von London sestere Kurse vorgelegen haben, so daß nach Ausschaltung der Finanzschwierigkeiten Gründe genug vorhanden waren, um der freundlicheren Tendenz ben Boden zu ebenen. Auch in politischer Beziehung machte sich jetzt ein Hoffnungsschimmer bemerkbar. da man aus der Richlannahme des Demissionsgesuches Dr. Moldenhauers ersehen will, daß der Reichspräsident versuchen wird, den Reichsfinanzminister im Qhhtc zu hallen. Man nahm aber gleichzeitig an. daß. wenn eine Lösung auf dieser Basis zustandekommen soll, die finan- ziellen Schwierigkeiten immer noch nicht überwunden sein werden Aus der anderen Seite: wurden auch (Hamen für eine evtl. Rachfolge in Betracht gezogen. Das Gefchäft war aber nicht umfangreich und wickelte sich nur in Spezial- werten ab. Der erneute Kurseinbruch in Reu- York mahnte noch zur Zurückhaltung. 5>er Auftragseingang blieb weiter gering. Doch wurde es gleichzeitig freudig begrüßt, daß vom Auslände kaum mehr Abgaben vorgenommen wurden. Gegen Schluß der lehtägigen Börse verstärkte sich die Rachfrage nach führenden Werten zusehends, so daß die Woche bei zuversichtlicherer Stimmung ausgesprochen fest schließen konnte. Aber im Hintergründe blieb die politische Schwierigkeit als Gespenst und trabe Erinnerung b: sichen. Bei einem Vergleich mit den Kursen der vergangenen Woche blieben zumeist immerhin noch erhebliche Abschwächungen vorhanden. Die eingetretenen Verluste konnten nicht mehr ausgeglichen werden. D.e Hossnungen auf eine baldige Diskontsenkung der Reichsdank verdichteten sich aber weiter. Am stärksten unter der verschlechterten Situation hatten vor allem Kali- werte zu leiden. Aschersleben verloren 10 Proz., Salzdetsurth 20 Proz. und Westeregeln 11 Proz. Banken lagen bis zu 4 Proz. schwächer. Reichsbankanteile, Die anfangs der Woche von amerikanischer Seite stark angeboten gewesen sein sollen, gaben 18 Prozent nach. Auch der Schifsahrtsmarkt hatte in der endgültigen Frcigabeangelegrn- heit feine Stühe mehr und unterlag genau so stark der Krisenstimmung wie die anderen Märkte und verlor bis zu 7,5 Proz. Auch der Kunst- se idem ar kl war stark mitgerissen und bis zu 10 Proz. schwächer. Aber hier verstimmten noch Meldungen aus dieser Industrie nachteilig. Von Auslandaklien gaben Chade 16 Mark nach. Der Montanmarkt lag mit einigen Ausnahmen nur wenig verändert. Bei einiger Rachsrage zeigten sich einzelne IDcrfe sogar recht widerstandsfähig. Rur Rheinische Braunkohlen lagen stark im Angebot und 12 Proz. niedriger. Ilse Bergbau gaben 4 Prozent nach. Stärkere Verluste hatte noch der Elek- tromarft hinzunehmen, wobei Siemens mit 9 Proz. führend waren. Angeblich drückten Schweizer Abgaben auf diesen Markt, die scheinbar sogar bis zum Ende der Woche nicht ganz Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdisfont 4,5 o. H^ Lombardzinsfuß 5,5 o H. Arankfun a. 3)1. Serini Schluß-1 für# l t-Uhr» n.r» Schluß» für# Antang- flur# Datum 20 6 21 6 20 6. 21 6 o% 4.iunaK Äcupeaiutux von 1927 ......... 7% Deutsche Reichtanlethe 88,5 — 88 — 104,75 104,1 — Tfuthhe «nl.-Mtlöl.-Schuld mti 58,7 58,75 9.25 _ 58,1 9.25 De»gl. ohne Aullos.-Recktr . . 8% Heil. Solteftaal von 1929 9.3 9,4 95,5 95,9 ^rückzahlb. 102%)...... Cberbriicn Previn,. Anleihe mt — «u»!oi. Rechten...... Deutsche fiomm. GammelabL 57 — Anleihe Serie 1...... 8% irranlf. Hvp.-Bank Soldpfe 51,25 — 58 — XIII unkündbar bi, 1931 . . 100,5 —— — — 7% tzrankf. Hnp-Bank Goidpfe unkündbar bte 1932 .... Rheinische Hop.-Bank Liqu. Soldpse........ 95 — — — 89,25 — —— 6% Pr. Landes psandbriesanstalt Pfandbriefe R. 17...... 6% Pr Landcrrian:briefanka!i 101 — 101,25 — rtcmm..£b'.. Ji. 20...... 96,5 — — — 7% Pr. Lande:vfandbriefanstalt Pfandbriefe R. 10...... 95,5 — 95 — A.S.S. abg. Porlriegt-Lbiigatto nen, mltablbat 1932 ..... 98 26,5 _ — 4% Lesterreichtscke Goldrente . 26 65 4,20% LeNrrreickische Silberrent. 4% Lesterreichtscke Einheitliche 3 — — Rente........... _ _ 2,05 _ «% Ungarische Goldrente .... 23 23,3 — 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 — 4*4% 6e#fll von 1913..... 21.25 2.05 4% Ünganfchr Lronenrrnte . . 2 — 2 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anl 5,75 — 5,7 Serie I .......... 5,75 5,75 5,9 4% de4gl. Serie II....... 5% Rumänische verein-. Rente — — 9,6 9,6 <%% Rumänische vereint». Renb von 1913 .......... 16,7 7,8 - 16,75 7,9 16,6 *% Rumänische vuetnh. Reale . — Hranktun a. Dl Berlin irchluß. kur« 1-Ubr« nur# Schluß« für# Anfang- nur« Datum 20 6 21 6 20 6 21 6 Vamcurg-tämrnla Par. 103,5 — 103 103 Hamburg-Ludam Dampfschiff 8 — — —■ pania Tampfschtfs..... 10 140,75 140 Norddeukicher Llovd .... * 103,25 —- 103 103.5 Allgemeine Teu llcke Creditanst. 10 113,75 — 114,25 114.25 Barmer Sankvercm .... 10 124.5 124.5 124 5 124.4 Berliner Handelsgesellschaft . 12 162.5 — 162 161,5 liotntnrn- und Petval-Bank . 11 143 142,5 142 142.4 Darmstädter und RaNonalbank Ifurid:? Bank und 12 213 — 211.5 210.5 Ti^onto^esellschaft, . . . 10 135 — 135,25 135 Dre-dner Bank...... 10 135,25 135,25 135.25 135,25 Reich# bank..... • • 12 262 —■ 261.5 260.25 S.E.S........... k 150,5 151,5 151,5 151,25 Bergmann........ . 9 178.25 — Llektr. Lielerungsgesellschaft. 10 141 141,5 141 Licht und flialt...... 10 148.65 — 149 148.4 selten S Guilleaume . . . 7K 111 — 111 110 Aeiellschaii für Elektrische Uniern.'binungen .... 10 145,5 145.5 145.25 Hamburger Liektrigtätb-Lerke 1- —- — 134 134 RhemiiLk ttiel:n#itat . . . 1 — —— 147.5 145.25 Schlesische ©tlrtijitat. . . . 10 — — 151.5 151.5 ediuderl & Co..... . 11 — — 165,4 166 Siemen« & Halske..... Ifi 222.25 — 223.25 222,5 Transradio........ . - — 116.75 —— Lahweyer »da....... 10 162 — 162,5 — 72 — 72 70.75 Deutsche Erdöl...... . t — —— 91,25 90 Eiiener Steinkohle..... . t- — — 137.25 Gelsenkirchener...... . e 131 — 131 131 Harpener......... 122 — 123 123.13 Hoesck Eisen...... • 6 V — 95,25 I.!e Bergbau....... Siöcknerwerke....... ll 129.5 100 _ 229 100 228 100 — — 93.25 91 Mannesmano-Röbren ... — — 96.65 96 Mansselder Bergbau .... 68 — 66,75 67.25 Lber<»:es.Ei>ende--irf . . . . b — — — Lberschles. Sokswerkc.... — 102,5 102 Phönix Borgbau...... Rheinische Braunkohlen . . 6^ 1< 90.5 90.75 213.5 50.4 214 Rheinttab! ....... 113 112 H2.5 112 — - —• ■■ .Frankfurt a. Dl. 1 Serkin edtius-. vUtjr» | Schluß.^ «nfang. kur« 1 nur« | kur< 1 nur« Datum 20 6 21 6 20 6 21 6 üetrmigie Stahlwerke . L tavi leinen..... 90 — 90.25 .90,25 . 16*/. 46.13 — 45.9 45.5 flaltroerfe ?!i verkleben . . . V' — 208 204.25 Oaltroerft Westeregeln . . . 10 205.5 206 207.75 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 15 370 369,5 372,5 370,25 I. ®. warben.Industrie . . . 12 156,65 157.9 156,5 156 5 Tvnamit 32obd .... . . . f. — — 80 — Sckeide anstatt..... . . . » 145 — — — «oldlchmibt..... . . . 6 57 — 57 57 Rütgertwerke..... . . . 6 61,5 — 61.5 61,13 Pletällgeiellsckakt. . . . . . . 8 114 — 114,75 — Philipp Holtmann . . . . . . 7 93 — 1 94 — Zementwerk Heidelberg . . IO —— — — — Cementwerk Karlstadt. . . . 10 — — — Laut & Frey tag . . . . . . 8 — — 1 78,75 — Sckultbei» Pa^enHofer . . . 15 — 290 290 Cftrrrrte....... . . 12 — — 238.5 340 Sku......... . . 12 89.5 - 88.25 88 Bemberg....... . . 1< 98 — 98 98 Zellstoff eaJbbof . . . . 13',. — — 158 156,25 Zellstoff «Ickafkenburg . Ldarlonenburger Wasser . . 12 119,5 — 119 — ... 8 — 100.25 99,5 Teiiauer (Hai..... ... 9 — — — 147.25 Taimler Motoren . . . . . . 0 34,25 — 34.25 33.9 Denilcke Ltnoleum . . .... 206 — 203 75 204.5 Maschinenbau Ä.-S. . . . . . 0 — —— 47,75 47,25 Rat. Automvbrl .... . . . 0 — — 16.75 15.6 Lrenstem L Soppel . . ... 6 — — 68 69 Leonhard Tieg .... . . 10 149 - 149 148 Svenlka..... • 306 - 305 302 Frankfurter Maschinen . ... 4 — 25,5 — Erchner....... ... 6 — — 34,5 — Hevligenstaedt . . . . . . O * — — Iungbanr....... Keckmerke....... ... 6 36,5 - 37,5 — Marnkraftwcrre Höchst a. M.. . S — — — —— Mrag......... . . 10 — — 115 114,5 Gebr. Roeder..... . . 10 — — — Botgt S Haekfner . . . ... 9 150 — ISO - Süd keusche Zuck» . . • • io 156,5 - 157 i - Banfnolen. DeoiKnmarft Berlin — Frankfurt a 20 23trlin, 20 juni kleid ilmertkani'cke Roten...... 4.172 4 192 Velgi'cke Roten ...... 58.34 58,58 Tonische Roten ....... 111.83 112,27 Lng'tsche Roten . ....... 20,312 20.392 klranjosiiche Roten....... 16,395 16.455 holländische Roten....... 168,04 168,72 Italienische Roten........ 21.95 22.03 Norwegische Roten....... 111.83 112.27 Teutsck-Leiterretch, 4 100 Schilling 59.03 59,27 Rumdniltbe Roten....... 2.46 2,48 Schwedische Noten....... 112,16 112,60 Schweizer -boten........ 81,04 81.36 Spanische Roten ........ 48.85 49.05 Llckeckoslowattsche Noten..... 12.41 12.47 Lngariiche Roten........ 73.03 73.33 20 3um 21 Juni emtlitbt Honrrung Äm» cke Hotinuna «elv Srie' Selb Britt «mst.-Ron. 168.30 168.64 168.29 168.63 tforn. AtreS 1.545 1.553 1.550 1.554 flnttD 58.405 53.525 58.41 58.53 (Shrifttarua 112.09 112.31 112.08 112.30 erte: Q Henkel s Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittelr öremo gut wie r Wenn Ihnen das jemand sagt, dann sollten Cie mißtrauisch werden. Persil gibt es nur in der bekannten grünweißen Packung mit dem Namen Henkel im roten Felde, niemals lose oder in anderer Packung. Weisen Cie im eigenen Interesse alte minderwertigen Erzeugnisse, die Ihnen als „dasselbe wie Persil" oder „ebenso gut wie Persil" angeboten werden, zurück und halten Cie sich an das täglich in Millionen Haushaltungen bewährte